Energieversorgung Greiz GmbH

Mollbergstraße 20, 07973 Greiz, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 202420
Eingetragen
24.9.1992
Branche
Speichern von Gas zu VersorgungszweckenWärme- und KältehandelBau von Versorgungseinrichtungen für Elektrizität und Telekommunikation
Gegenstand
die Versorgung der Bevölkerung, der öffentlichen Einrichtungen, von Industrie und Gewerbe im Stadtgebiet von Greiz und Umgebung mit elektrischer Energie, Erdgas sowie Wärme einschließlich der Errichtung und Unterhaltung aller hierzu erforderlichen Versorgungsanlagen sowie die Erbringung damit zusammenhängender Dienstleistungen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
André Süßmilch
seit 3.7.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (3)

NameAnteil
51.00%
39.92%
Kommunale Energie Beteiligungsgesellschaft Thüringen AG
9.08%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Energieversorgung Greiz GmbH

Greiz

Jahres- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

I. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

Greiz präsentiert sich am südöstlichen Rande von Thüringen als eine lebendige Kreisstadt mit vielfältigen kulturellen Angeboten. Die Energieversorgung Greiz GmbH ist das ortsansässige, kommunale Energieversorgungsunternehmen.

Gegenstand und Aufgabe der EV Greiz ist die Versorgung der Bevölkerung in und um Greiz mit elektrischer Energie, Gas sowie Fernwärme. Zu den weiteren Aufgaben gehören die Erzeugung von Energie einschließlich der Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Erbringung von Dienstleistungen.

Die Geschäftsanteile werden zu 51 % von der Greizer Freizeit- und Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG und zu 49 % von der TEAG Thüringer Energie AG gehalten.

Auf Grund regulatorischer Vorgaben der Bundesregierung wurde im Jahr 2006 die Greizer Energienetze GmbH (GEN), eine 100%ige Tochtergesellschaft der EV Greiz, ausgegliedert. Die GEN nimmt die Belange des Netzbetreibers gemäß Energiewirtschaftsgesetz als eigenständige Gesellschaft wahr. Die EV Greiz hat das Strom- und Gasnetz an die Netzgesellschaft verpachtet, um eine diskriminierungsfreie Nutzung gemäß EnWG zu gewährleisten. Außerdem bestehen zwischen den beiden Gesellschaften Lieferantenrahmenverträge, Verträge über die Abnahme und Einspeisung von Strom aus Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen (KWK) sowie verschiedene Dienstleistungsverträge.

Hauptziel der EV Greiz ist der Erhalt ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unter den Herausforderungen eines anhaltenden, durch Wettbewerb geprägten Marktumfeldes und den Marktverwerfungen durch die Energiemarktkrise. Dies erfolgt im Spannungsfeld einer deutlichen Zunahme an Komplexität der Marktregeln und Mechanismen. Die Festigung der vorhandenen Marktposition, der Aufbau neuer Geschäftsaktivitäten, die Weiterentwicklung des Personalstammes und eine fortlaufende Optimierung der Geschäftsprozesse sind strategische Mittel zur Erreichung der Unternehmensziele.

Im Vordergrund stehen eine direkte und individuelle Betreuung aller Kunden sowie eine offene und ehrliche Kommunikation. Der Firmenslogan "Energie von hier", der von allen Mitarbeitern aktiv gelebt wird, spiegelt die Verbundenheit zur Region wider. Die EV Greiz ist ein Wirtschaftsfaktor in der Stadt und Auftraggeber für Handwerk und Gewerbe. Gleichzeitig ist sie ein regionaler Arbeitgeber und leistet eine gute Ausbildung junger Menschen. Außerdem übernimmt die EV Greiz auch eine gesellschaftliche Verantwortung für eine lebenswerte Stadt: Kultur, Sport und soziale Projekte werden gefördert.

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

1. Rahmenbedingungen

2023 war ein Jahr, welches unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine und dem neu hinzugekommenen bewaffneten Konflikt in Israel stand. Die durch den Ukrainekrieg ausgelöste Energiekrise konnte in seiner schärfsten Form - dem Einbruch der Versorgungssicherheit - vermieden werden. Eine zu Beginn 2023 mögliche Gasmangellage hätte eine staatlich angeordnete Rationierung erforderlich gemacht. Hilfreich waren der milde Witterungsverlauf, die Energieeinsparungen insgesamt, auf staatliche Veranlassung vollgefüllte Speicher und die Bereitschaft nord- und westeuropäischer Länder mehr Erdgas nach Deutschland zu liefern. Auch der im Rekordtempo umgesetzte Bau von mehreren LNG-Gas-Terminals in Deutschland trug zur Beruhigung der Märkte bei.

Die finanziellen Auswirkungen der Energiekrise waren in 2023 jedoch in allen Segmenten spürbar. Ohne die Energiepreisbremsen wäre der Preisschock derart heftig gewesen, dass eine Vielzahl von industriellen, gewerblichen und privaten Verbrauchern ihre Energielieferungen nicht hätten bezahlen können. Und dennoch kam es in vielen Fällen zu einer Verdoppelung bis hin zu einer Verdreifachung der Energiekosten.

Das Geschäftsgeschehen der Energiebranche ist durch die Energiekrise sowohl strategisch als auch operativ massiv in seinen Prozessen betroffen. Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommt die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen.

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes von Mitte Januar 2024 ist die deutsche Wirtschaft in 2023 in eine Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank nach vorläufigen Daten im Vergleich zu 2022 preisbereinigt um 0,3 %1. Die hohe Inflation bremste den privaten Konsum als wichtige Konjunkturstütze. Auch die Bauinvestitionen sanken deutlich. In 2022 war Europas größte Volkswirtschaft noch um 1,8 % gewachsen. Zum Jahresende 2023 hat sich die Dynamik der deutschen Wirtschaft weiter schwach gezeigt. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Schlussquartal 2023 gemäß der Pressemeldung des Statistischen Bundesamts gegenüber dem Vorquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 % zurückgegangen1. Im europäischen Vergleich steht die deutsche Wirtschaftskraft schlecht da, da diese ein Wachstum von lediglich 0,5 % im Jahresvergleich erzielte. Im Jahresgutachten 2023/24 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird mit einer Wachstumsprognose des BIP von 0,7 % für das Jahr 2024 in Deutschland gerechnet. Die Inflation in Deutschland ist gemessen am nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) im Verlauf des Jahres 2023 deutlich zurückgegangen, von 8,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat im Januar 2023 auf 3,7 % im Dezember 2023.4 Dies ist größtenteils auf geringere Preissteigerungen bei den schwankungsanfälligen Gütergruppen Energie und Nahrungsmittel zurückzuführen. Die Kerninflation bleibt mit zuletzt 4,5 % jedoch weiterhin deutlich erhöht. Hier spielen die im Vergleich zu den Warenpreisen verzögerten Preissteigerungen bei Dienstleistungen, die zuletzt stark steigenden Lohnstückkosten und das noch bestehende Aufholpotenzial bei der privaten Nachfrage nach Dienstleistungen eine wesentliche Rolle. Für das Jahr 2024 prognostiziert der Sachverständigenrat für Deutschland eine Inflationsrate von 2,6 %.

Der wirtschaftliche Betätigungsraum der EV Greiz erstreckt sich im Wesentlichen auf den Landkreis Greiz. Daher ist auch der Blick auf die wirtschaftliche Lage dieser Region von besonderer Bedeutung. Aus dem Konjunkturbericht der IHK Gera Ostthüringen Herbst 2023 ist zu entnehmen, dass sich auch im Landkreis Greiz eine analoge Entwicklung wie für Gesamtdeutschland abzeichnet.

Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich die Importsituation beim Erdgas drastisch verändert. Der Anteil von rund 55 % Erdgas aus Russland im Jahr 2021 ist auf rund 20 % im Gesamtjahr 2022 gesunken. In 2023 wurde überhaupt kein russisches Erdgas mehr nach Deutschland geliefert.2 Kompensiert wurde dies durch ansteigende Mengen aus den Benelux-Ländern, Norwegen und durch LNG-Importe. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte ist nach seinem Höchststand im 4. Quartal 2022 im Jahr 2023 wieder deutlich gesunken. Dennoch liegen die Gaspreise im Großhandel immer noch gut drei Mal höher als im Mittel der Jahre 2016 bis 2020. Wie beim Strom hat auch die Gaspreisbremse, die im Jahr 2023 den Arbeitspreis für 80 % des prognostizierten Jahresverbrauchs auf 12 ct/kWh gedeckelt hat, für eine spürbare Entlastung der Haushaltskunden gesorgt.

Die Witterung des Jahres 2023 wies einige Extremwerte auf. Phasen mit weit überdurchschnittlichen Temperaturen in den Heizperioden und kühlere sowie niederschlagsreiche Sommermonate waren charakteristisch. Insgesamt zeigte sich zum Jahresende, das auch 2023 wieder ein überdurchschnittlich warmes Jahr war. Dementsprechend lag auch die Gradtagzahl für 2023, die einen Anhaltspunkt für die benötigte Heizenergie liefert, unter dem Mittelwert der letzten 20 Jahre und auch leicht unter ihrem Vorjahreswert. Hohe Kosten und ein weiteres warmes Jahr sorgten auch für weitere Einsparungen im Verbrauch. Nach ersten Daten nahm der Erdgasverbrauch 2023 in Deutschland um weitere 4,3 % ab2 und war damit so niedrig wie zuletzt in der 1. Hälfte der 90er Jahre.

Auch der deutsche Stromverbrauch (Bruttoinlandsstromverbrauch) nahm voraussichtlich um 4,2 % ab.2 Ein noch stärkeres Minus verzeichnete die Stromerzeugung (Bruttostromerzeugung) mit 10,7 %. Der Stromaustauschsaldo Deutschlands mit seinen Nachbarländern drehte sich mit einem Importüberschuss von 9,2 Mrd. kWh nach vielen Jahren erstmals um (2022 noch Exportüberschuss von 29,0 Mrd. kWh). Der Erzeugungsmix 2023 war vor allem von der konjunkturellen Entwicklung, Preiseffekten, der Witterung und der Außerbetriebnahme der letzten drei verbliebenen Kernkraftwerke beeinflusst. Die Witterung und der Zubau von erneuerbaren Anlagen sorgte für einen Anstieg der Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Wasser. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch - die für die Zielerreichung der erneuerbaren Energien maßgebliche Quote - belief sich auf 51,6 %. Der Zielwert laut EEG für 2030 liegt bei 80 %. Der Strompreis für Haushaltskunden ist im Jahr 2023 gegenüber dem 2. Halbjahr 2022 weiter um 14 % auf durchschnittlich 45,73 ct/kWh angestiegen2. Grund für den Anstieg sind die sehr stark gestiegenen Strompreise im Großhandel im Jahr 2022. Nach den Höchstständen im 3. Quartal 2022 sanken die Großhandelspreise zwar zu Beginn des Jahres wieder deutlich, lagen aber immer noch rund drei Mal höher als vor der Energiekrise.2 Genauso, wie sich die drastischen Preisanstiege 2022 nur verzögert und gedämpft in den Endkundenpreisen auswirkten, kamen die Preisrückgänge im Großhandel ebenfalls erst nach und nach in den Endkundenpreisen an. Die Strompreisbremse, die im Jahr 2023 den Arbeitspreis für 80 % des prognostizierten Jahresverbrauchs auf 40 ct/kWh gedeckelt hat, sorgte für eine spürbare Entlastung der Stromrechnung für Haushaltskunden.

Die Weiterentwicklung und Umsetzung der Energiewende ist, trotz der Energiepreiskrise, das fundamentale Thema der gesamten Branche. Bis 2045 soll Deutschland Treibhausgas neutral werden. Laut Klimaschutzgesetz sollen bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 65 % gegenüber 1990 sinken. Für den Energiesektor ist dieses ambitionierte Ziel mit einem Rückgang von 56 % gegenüber 1990 bereits in greifbare Nähe gerückt. Sämtliche Wertschöpfungsstufen der Energieversorgung sind erfasst. Schwerpunkte sind der Umbau der Erzeugungseinheiten von konventionellen auf regenerative Systeme, der Ausbau und die Intelligenz der Netzinfrastruktur und natürlich auch die Herausforderungen in einem liberalisierten Marktmodell den Umbau der Energiewirtschaft abzubilden. Im wettbewerblichen deutschen Energiemarkt boten 2023 1.345 (VJ: 1.359) Strom- und 1.026 (VJ: 1.038) Gaslieferanten ihre Produkte an2. Bei einer solch hohen Anzahl von Wettbewerbern bleibt ein unlauteres und illegales Verhalten einiger Konkurrenten nicht aus.

Auch der Verkehrsbereich, die Industrie und der Gebäudebestand müssen verstärkt zum nationalen Klimaschutz beitragen. Dabei wird der CO 2 -Handel zum zentralen Steuerungselement. Staatlich gewollt steigt der Preis seit Jahren kontinuierlich an. Das novellierte Gebäudeenergiegesetz und das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung sind wichtige Rahmenbedingungen, welche 2023 auf den Weg gebracht wurden. Auch der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft erhielt in 2023 eine breite Aufmerksamkeit. Als hochwertiger Energieträger mit einem breiten Anwendungsspektrum und guten ökologischen Eigenschaften bringt er alle notwendigen Voraussetzungen mit, die Dekarbonisierung der Industrie und der Stromversorgung sowie des Wärme- und Verkehrssektors zu unterstützen. Beginnend bei seiner Erzeugung kann und soll diese zukünftig verstärkt CO 2 -neutral erfolgen, auch wenn dies im Moment noch kaum eine Rolle spielt. Für die Erreichung des Klimaschutzziels einer 100%igen THG-Minderung im Jahr 2045 wird Wasserstoffnutzung auch im Energiesektor weiter an Bedeutung gewinnen. So lässt er sich über H2-kompatible Gaskraftwerke verstromen und auch für die Wärmebereitstellung nutzen.

2. Geschäftsverlauf

Der Jahresüberschuss ist der wesentliche finanzielle Leistungsindikator. Neben den finanziellen Leistungsindikatoren werden auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung der Gesellschaft genutzt. Die Arbeitssicherheit sowie die Gesundheit der Mitarbeiter sind von hoher Priorität. Ebenso ist der nachhaltige Umgang mit den eingesetzten Umweltressourcen von Bedeutung.

a. Stromvertrieb

Der Strombezug in Höhe von 51.706 MWh (Plan: 69.040 MWh i. VJ 57.963 MWh) erfolgte bis auf eine back to back beschaffte Teilmenge für einen RLM-Kunden von der TEAG Thüringer Energie AG. Für die im eigenen BHKW erzeugte Menge von 1.167 MWh erfolgte eine Direktvermarktung im eigenen Vertrieb. Die Einkaufspreise für das Lieferjahr 2023 sind in der mehrjährigen Tranchen-Beschaffung im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Grund ist der massive Preisanstieg an der nationalen Strombörse EEX ab Mitte des Jahres 2021. Die Einflussfaktoren für die Preisentwicklung sind vielfältig und komplex. Neben den preistreibenden Einflüssen aus der nationalen Gesetzgebung, Stichwort Erzeugungsreduzierung aus konventionellen Kraftwerken, spielen vor allem die energiepolitischen Konsequenzen aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine eine entscheidende Rolle. Ein weiterer Kostenanstieg ist durch den Rollout moderner Messeinrichtungen im Grundpreis zu verzeichnen.

Entlastend für die Endkunden wirkte die Einführung der Strompreisbremse für alle privaten Kunden aus, deren Arbeitspreis über 40 Cent brutto war. Auch das Gewerbe und die Industrie profitierten von der staatlichen Strompreisbremse. Für die EV Greiz bedeutete die Umsetzung der Strompreisbremse einen enormen administrativen Aufwand. Auch die Zusatzkosten für die Umprogrammierung der Abrechnungssoftware waren enorm. Dennoch half die Preisbremse, größere Kundenausfälle zu vermeiden.

Der Gesamtstromabsatz der EV Greiz ist auf 51.833 MWh (VJ: 57.409 MWh) gesunken. Gegenüber dem Planansatz von 69.040 MWh ist dies ein Rückgang von 25 %. Grund ist vor allem der Rückgang im Industriebereich. Stark steigende Kosten bei einem gleichzeitig deutlichen Auftragsrückgang haben 2023 dazu geführt, dass die industriellen Stromabnehmer ihre Produktionen stark drosselten. Aber auch bei den Haushalts- und Gewerbekunden ist ein Rückgang des Verbrauches, im mittleren einstelligen Prozentbereich, gegenüber dem Vorjahr feststellbar. Flächendeckende Preiserhöhungen können auch hier als Hauptursache angeführt werden.

Hinsichtlich der Gesamtkundenanzahl ist in 2023 ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen. Dieser ist im Wesentlichen auf Kunden zurückzuführen, welche in 2022 durch Kündigung ihres Altlieferanten in die Grundversorgung geraten sind und sich nach Stabilisierung der Wettbewerbsverhältnisse einen neuen Lieferanten in 2023 gesucht haben. Sowohl das Privatkunden- wie auch das Gewerbekundengeschäft ist hiervon betroffen. Im Gasvertrieb ist eine analoge Kundenentwicklung feststellbar.

Die Steigerung der Umsatzerlöse von TEUR 12.456 auf TEUR 13.442 gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den massiven Anstieg der Energiepreise zurückzuführen. Gegenüber dem Planansatz von TEUR 18.804 ist eine Minderung von TEUR 5.357 durch Absatzrückgänge zu erklären.

b. Gasvertrieb

Wie unter Punkt 1. bereits beschrieben, waren die heizstarken Monate deutlich wärmer als im Jahresdurchschnitt der letzten 20 Jahre. Die Beschaffung der in 2023 verkauften Gasmengen erfolgte in horizontalen Tranchen in den Jahren 2020 bis 2022. In diesem Zeitraum waren die Großhandelspreise durch die Corona Pandemie und die Energiekrise geprägt. Das Kalenderprodukt 23 schwankte in den Jahren 2020 bis 2022 in einer enormen Spanne zwischen 15 €/MWh bis 315 €/MWh. Dabei zeigte sich eine drastische Preiszunahme ab Mitte 2021 mit dem Preispeak im August 2022.

Ursächlich waren anfänglich die Preisanstiege auf nationalen Energiemärkten durch klimapolitische Entscheidungen sowie Auswirkungen aus den wegfallenden Corona-Restriktionen. Für die extremen Anstiege in 2022 waren schließlich die energiemarktseitigen Folgen des Angriffs von Russland auf die Ukraine (Stopp von Energietransit aus Russland sowie Sanktionen gegen Russland) verantwortlich.

Aufgrund der längerfristig angelegten Beschaffungsstrategie, erhöhte sich der Durchschnittseinkaufspreis für die Beschaffung des Lieferjahrs 2023 gegenüber dem Vorjahr um ca. 25 €/MWh. Der Gasbezug erfolgte ausschließlich von der TEAG Thüringer Energie AG.

Von 2022 auf 2023 sind auch die Kosten für Netznutzungsentgelte, staatliche Umlagen und des internen Vertriebs- und Verwaltungskostensatzes weiter gestiegen. Aufgrund der genannten Kostensteigerungen insbesondere des Gaseinkaufs wurde der Endkundenarbeitspreis für Tarifkunden in der Grundversorgung um ca. 40% zum 1. Januar 2023 angehoben. Nach den preislichen Rückgängen an den internationalen Gasmärkten konnte der Arbeitspreis der wettbewerblichen Produktlinie zum 1. Oktober 2023 um ca. 28 % gesenkt werden. Im gesamten Jahr 2023 galt ein verminderter Mehrwertsteuersatz von 7 % auf alle Gasprodukte. Ebenso war für das gesamte Geschäftsjahr eine gesetzliche Gaspreisbremse aktiv. Diese deckelte den Arbeitspreis für Privat- und Gewerbekunden auf ein Niveau von 12 Cent/kWh (Brutto). Jedoch galt der Preisdeckel nicht für den gesamten Verbrauch, sondern nur für ein vorher definiertes Entlastungskontingent. Für Industriekunden galten andere Prämissen. Die Grundpreise blieben im Jahre 2023 konstant.

Der Gasabsatz betrug 117,3 Mio. kWh (Plan: 120,2 Mio. kWh; i. VJ 121,5 Mio. kWh). Die Absatzminderung gegenüber dem Vorjahr ist sowohl witterungsbedingt als auch durch die allgemeinen Einsparbemühungen der Kunden begründet. Auch ein leichter Kundenrückgang muss gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Die Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf (ohne Eigenverbrauch und innerbetrieblichen Umsatz an die Sparte Wärme sowie nach Abzug der Energiesteuer) beliefen sich auf TEUR 11.821 (Plan: TEUR 10.205). Damit stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr (TEUR 7.271) um 63 % an. Der Umsatzanstieg ist getrieben durch die Weiterreichung der (Einkaufs-) Kosten- und Risikoentwicklung über Preisanpassungen.

C. Wärmeabsatz

Zur Wärmeerzeugung für die Fernwärme wie auch für Contracting-Anlagen (inkl. Stromerzeugung BHKW) wurden 13.847 MWh Erdgas (Plan: 15.800 MWh; i. VJ 14.270 MWh) als Primärenergie benötigt. Der Wärmeabsatz im Geschäftsjahr belief sich auf 9.194 MWh (Plan: 10.610 MWh; i. VJ 9.413 MWh). Der Rückgang zum Vorjahr ist durch bewusste Einsparungen der Endkunden zu begründen. In erster Linie wirkt sich der gestiegene Preis trotz Wärmepreisbremse in 2023 aus. Weiterhin sind die Auswirkung der Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV) zu nennen. Die EnSikuMaV regelt, dass in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen die Raumtemperatur auf 19 °C begrenzt wird und ein Verbot zur Beheizung von Gemeinschaftsflächen ausgesprochen wurde. Die EnSikuMaV ist am 1. September 2022 in Kraft getreten und galt noch bis 15. April 2023. Des Weiteren wirkt die laufende Gebäudesanierung, welche auch die Anschlussleistung an das Fernwärmenetz weiter reduzierte. Die BHKW der EV Greiz haben 2023 1.149 MWh an Elektroenergie erzeugt und in das Netz der GEN eingespeist. Durch deren Direktvermarktung wurden TEUR 232 erlöst (i. VJ TEUR 382). Der Rückgang zum Vorjahr erklärt sich über eine gesunkene Einspeisevergütung zum aktuellen Marktwert.

d. Pacht- und Dienstleistungen

Eigentümer sowie Konzessionsvertragspartner für das Strom- und Gasnetz in Greiz ist die Energieversorgung Greiz GmbH. Die EV Greiz hat ihr Strom- und Gasnetz auf Grund der gesetzlichen / regulatorischen Vorgaben an die GEN verpachtet. Über Dienstleistungsverträge zwischen der EV Greiz und der GEN werden wesentliche Leistungen des kaufmännischen bzw. technischen Bereiches abgewickelt.

Insgesamt wurden durch die Gesellschaft für Pacht- und Dienstleistungen Umsatzerlöse von TEUR 4.275 (i. VJ TEUR 4.475) erzielt.

e. Greizer Energienetze GmbH (GEN)

Entsprechend der Forderungen des EnWG werden das Strom- und das Gasnetz in Greiz durch die GEN als 100%ige Tochter der EV Greiz betrieben.

Die Greizer Energienetze GmbH schließt mit einem Jahresergebnis von TEUR -919 (i. VJ TEUR -781) ab. Dieser Verlust wird infolge des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages durch die EV Greiz ausgeglichen.

f. Sonstiges

Im Jahr 2023 hat die Energieversorgung Greiz GmbH in Verbindung mit der Greizer Energienetze GmbH erfolgreich die Wiederholung eines Energieaudits gemäß Energiedienstleistungsgesetz in Verbindung mit der DIN 16247 Teil 1 umgesetzt. Es wurden alle relevanten energiebezogenen Daten des Betrachtungsjahres 2022 erhoben, ausgewertet und darauf aufbauend Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs abgeleitet. Grundlage war eine umfangreiche Energieeinsatzanalyse.

3. Lage der Gesellschaft

a. Ertragslage

Der Umsatz abzüglich Stromsteuer und Erdgassteuer beträgt TEUR 31.866 und ist damit um 21 % gegenüber 2022 gestiegen. Die Umsatzerlöse verteilen sich im Wesentlichen mit TEUR 14.162 (i. VJ TEUR 12.589) auf die Sparte Strom, mit TEUR 11.685 (i. VJ TEUR 7.591) auf die Gassparte, mit TEUR 1.563 (i. VJ TEUR 1.403) auf die Wärmesparte und mit TEUR 4.386 (i. VJ TEUR 4.642) auf Pacht- und Dienstleistungserlöse.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhen von TEUR 692 (i. VJ TEUR 830) beinhalten mit TEUR 182 (i. VJ TEUR 276) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Die Zunahme des Materialaufwandes (TEUR 23.322 i. VJ TEUR 19.668) ist vor allem auf die gestiegenen Einkaufspreise für Strom und Gas zurückzuführen.

Der Personalaufwand (TEUR 1.991 i. VJ TEUR 1.803) ist unter anderem durch Tariferhöhungen ab dem 1. September 2023 um 6 % sowie aufgrund der Zahlung der Inflationsausgleichsprämie gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf TEUR 1.744 (i. VJ TEUR 1.492). Enthalten sind auch die an die Stadt durchgereichten Konzessionsabgaben (TEUR 438 i. VJ TEUR 488).

Der Jahresüberschuss (hauptsächlicher finanzieller Leistungsindikator) beträgt TEUR 2.415 nach TEUR 1.531 im Vorjahr, was auf die gesunkene Materialquote im Vergleich zu den gestiegenen Umsatzerlösen zurückzuführen ist.

b. Finanzlage

Kapitalstruktur

Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2023 50,7 % (i. VJ 49,1 %) und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen.

Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR 1.907 (i. VJ TEUR 1.772) und aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 1.532 (i. VJ TEUR 1.813) wurden durch den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit TEUR 4.977 (i. VJ TEUR 5.733) vollständig gedeckt, sodass sich der Finanzmittelfonds um TEUR 1.532 auf TEUR 7.242 erhöhte.

Die Finanzierungstätigkeit umfasst dabei insbesondere die Ausschüttung an Gesellschafter (TEUR 1.531).

Neben den, zur Deckung des Strom- und Gasbedarfs, notwendigen Termingeschäften werden keine weiteren Finanzinstrumente, Derivate oder andere Termingeschäfte genutzt.

Investitionstätigkeit

Im Auftrag der GEN wurden in das verpachtete Stromnetz TEUR 406 (i. VJ TEUR 203), in das Gasnetz TEUR 280 (i. VJ TEUR 315), in das Wärmenetz TEUR 185 (i. VJ TEUR 193) und im Bereich Zählerwesen/ Steuertechnik/ Zeichenbüro TEUR 26 (i. VJ TEUR 62) investiert.

Insgesamt beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 die Investitionen in das Sachanlagevermögen auf TEUR 1.200.

Die Investitionstätigkeit umfasst dabei auch die gezahlte Verlustübernahme der GEN für das Vorjahr (TEUR 781).

Liquidität

Die finanziellen Verpflichtungen aus branchenüblichen Strom- und Gasbezugsverträgen und Konzessionsverträgen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 23.641.

Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

c. Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 4,7 % auf TEUR 23.510 gestiegen.

Die wesentlichen Gründe dafür auf der Passivseite sind die um TEUR 950 gestiegenen Rückstellungen, welche für drohende Verluste gebildet wurden.

Auf der Aktivseite spiegelt sich dies als Erhöhung des Bankguthabens wider.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Energieversorgung Greiz GmbH ist als stabil einzuschätzen.

d. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Leistungsfähige Mitarbeiter sind der Schlüssel dazu, die Herausforderungen des Wettbewerbes und der Energiewende zu meistern. Zum 31. Dezember 2023 waren 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der EV Greiz beschäftigt, davon vier mit einem Teilzeitvertrag. Zwei Mitarbeiterinnen befinden sich derzeit in Elternzeit. Dass trotz dieser geringen Belegschaftsstärke die anstehenden Aufgaben gemeistert werden, beweist ein hohes Engagement aller Angestellten. Im Jahr 2023 wurden zwei kaufmännische Auszubildende sowie ein technischer Auszubildender eingestellt.

e. Gesamtaussage

Insgesamt ist der Geschäftsverlauf als positiv zu beurteilen. Der Jahresüberschuss fällt mit TEUR 2.415 höher aus als geplant (TEUR 1.568), was auf die gesunkene Materialquote im Vergleich zu den gestiegenen Umsatzerlösen zurückzuführen ist.

III. TÄTIGKEITEN NACH § 6b ENERGIEWIRTSCHAFTSGESETZ

Die EV Greiz hat als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen Tätigkeitsabschlüsse nach § 6b EnWG aufzustellen und prüfen zu lassen. Dies gilt für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung.

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Tätigkeit Elektrizitätsverteilung weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss in Höhe TEUR -125 (i. VJ TEUR 296), aus - in der Gasverteilung betrug der Jahresüberschuss TEUR 268 (i. VJ TEUR 221). Die im Vorjahresvergleich zu verzeichnenden Ergebnisveränderungen resultieren im Wesentlichen aus der veränderten Höhe der zu übernehmenden Verluste der GEN.

IV. PROGNOSEBERICHT

Das Unternehmen ist bestrebt, auch zukünftig ein leistungsfähiger und stabiler Partner der Stadt Greiz zu sein und seinen Beitrag zur Entwicklung der Region zu leisten. Bedingt durch Megatrends wie Digitalisierung, Klimaschutz und auch die demografische Entwicklung ändern sich Geschäftsmodelle eines klassischen Energieversorgers fortwährend. Kurzfristig bestimmen weiterhin die Nachwirkungen der Energie- sowie Haushaltskrise das operative Geschehen. Der vorzeitige Wegfall der Energiepreisbremsen, der Anstieg der Mehrwertsteuer und des CO 2 -Preises im Gas- und Wärmegeschäft sowie kurzfristig geänderte Umlagen und Netzentgelte im Strom zwingen die EV Greiz zu preislichen Korrekturen. Der altersbedingte Abgang von erfahrenen Mitarbeitern in Zeiten der Übernahme von staatlich veranlassten Zusatzaufgaben, erschwert die tägliche Bewältigung der Arbeitsaufgaben. Umso bedeutender ist es, einen aktiven Veränderungsprozess im Personalmanagement zu führen und die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen.

Für 2024 wird mit einer weiteren Normalisierung der Dynamik des Preisgeschehens an den internationalen Energiebörsen gerechnet. Daraus leitet sich für 2025 eine Hoffnung auf eine preisliche Annäherung der am Endkundenmarkt verfügbaren Tarife ab. Dies wiederum sollte zu einer Reduzierung der Risiken im Vertrieb und der Beschaffung führen.

In den kommenden Jahren wird der verstärkte Ausbau der E-Mobilität und Wärmepumpen zu einem insgesamt stabilen Stromabsatz beitragen. Der Absatz von Erdgas respektive Wärme wird in den kommenden Jahren weiterhin als rückläufig prognostiziert. Erstens, da sich der demografische Rückgang der Bevölkerung in Greiz und der Region weiter fortsetzt.3 Zweitens, da durch die Klimaziele der Bundesregierung konventionell erzeugter Wärme der Rückhalt entzogen wird. Mittelfristig könnte mit Hilfe der kommunalen Wärmeplanung und dem Einsatz von Wasserstoff bzw. regenerativen Energien die Fernwärmeversorgung stabilisiert werden. Der Aufbau von Nahwärmeversorgungslösungen mit Erneuerbaren wird eine strategische Rolle im Unternehmen einnehmen.

Weiterhin herausfordernd entwickeln sich Lieferschwierigkeiten für Material, Baugruppen und Leistungen. Gerade für den Ausbau der erneuerbaren Energien, die E-Mobilität und die Umsetzung der Digitalisierung in der Energiewende spielen Lieferengpässe wie beispielsweise Elektrochips eine wesentliche Rolle und verzögern das Erreichen von Zielsetzungen. Auch könnten Verzögerungen bei Dienstleistungen Dritter sowie Verschiebungen bei öffentlichen Förderungen dazu führen, dass die Investitionen im Bereich Strom-, Gas- und Wärmenetz in 2024 nicht wie geplant in vollem Umfang umgesetzt werden können. Entsprechend des am 6. November 2023 im Aufsichtsrat genehmigten Wirtschaftsplanes 2024 sind Investitionen in das an die GEN verpachtete Strom- und Gasnetz in Höhe von TEUR 898 vorgesehen. Schwerpunkt bilden mit ca. TEUR 368 Arbeiten zur Netzertüchtigung in der Mittel- und Niederspannung sowie die Umstellung des Niederdrucknetzes in ein Mitteldrucknetz in Greiz in Höhe von TEUR 313. Weitere TEUR 405 will die EV Greiz im nicht regulierten Bereich investieren. Die Finanzierung wird vollständig aus eigenen Mitteln erfolgen.

Innerhalb bestehender Geschäftsprozesse werden zukünftig verstärkt digitale Lösungen im Unternehmen eingesetzt. Eine weitere digitale Transformation erfolgt zukünftig mit der Migration des SAP-ERP-Systems Core auf S/4HANA. Die EV Greiz bereitet sich 2024 weiterhin darauf vor. Bedingt durch die zusätzlichen Aufgaben der Energiepreisbremsen wurde eine Testphase zunächst verschoben. Ebenfalls auf der Agenda steht die zukünftige Ablösung der SAP-Software IS-U durch ein Nachfolgeprodukt im Bereich der Netz-, Messstellen und Vertriebsabrechnung.

Der landesweite Fachkräftemangel infolge des demografischen Wandels darf nicht zu fehlendem Know-how führen. Laut einer Prognose des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung sinkt die Bevölkerung im Landkreis Greiz gegenüber dem Jahr 2017 um über 21 % bis zum Jahre 2040.3 Dies macht sich in allen Tätigkeitsbereichen der EV Greiz bemerkbar. Frühzeitig wird auf alters- und krankheitsbedingte Personalabgänge durch eine eigene Ausbildung, Ausschreibungen am Markt und interne Weiterbildungen reagiert. Ziel ist die Gewährung von Übergangsphasen.

Entsprechend dem Wirtschaftsplan aus November 2023 plant die Gesellschaft für 2024 bei einer erwarteten Gesamtleistung von knapp 32 Mio. € und einem Jahresüberschuss von TEUR 1.733. Dieses, auf Vorkrisenniveau geplante Ergebnis ist für die Größe des Unternehmens eine äußert respektable Leistung.

Die Herausforderungen haben weiter zugenommen. Dennoch gilt es, die dauerhafte Versorgungssicherheit der Bevölkerung von Greiz und Umgebung sowie die Belieferung von Strom, Gas und Wärme zu fairen Marktpreisen als wesentliche Aufgaben der Energieversorgung Greiz zu gewährleisten. Die Nachwirkungen der Energiepreiskrise werden zum Berichtszeitpunkt für das Geschäftsfeld der Gesellschaft als nicht bestandsgefährdend eingeschätzt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das für 2024 geplante Jahresergebnis erreicht werden kann. Das Ergebnis vor Steuern wird dabei unter dem Vorjahresniveau erwartet.

V. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Die Energiewirtschaft hat sich in den letzten Jahren ständig verändert. Ein Rechtsrahmen, der häufig auf noch nicht vorhandene technische Möglichkeiten aufbaut und damit unausgegoren wirkt, führt zur täglichen Auseinandersetzung mit der Frage, ob getroffene unternehmerische Entscheidungen Bestand haben. Es kostet große Kraftanstrengungen, das Personal zu schulen bzw. die aktuellen gesetzlichen Regelungen zu vermitteln und anzuwenden. Neben diesen regulatorischen Vorgaben müssen die Wettbewerber, der Markt und natürlich technologische Entwicklungen beobachtet werden.

In regelmäßigen Abständen werden potenzielle Risiken monitort und ausgewertet, neue Risiken werden lokalisiert und im Einzelfall Festlegungen zur Risikoabsicherung getroffen. Im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten erfolgt eine ausgedehnte Risikoanalyse, über die auch der Aufsichtsrat in den Sitzungen informiert wird.

Risiken

An erster Stelle ist das Preisrisiko in der Beschaffung zu nennen. Extreme Preisausschläge an den Energiebörsen in den vergangen zwei Jahren hatten zur Folge, dass einzelne Kundenkalkulationspreise mit einer Langzeitpreisbindung nicht mehr kostendeckend sind. Bedingt durch den Preisanstieg war auch eine Marktbereinigung im Wettbewerbssegment zu beobachten. Aufgrund des Status des Grundversorgers ist die EV Greiz verpflichtet, Verbraucher innerhalb des Netzgebietes, welche ohne aktiven Lieferanten sind, in ihr Kundenportfolio aufzunehmen. Hieraus resultiert ein Mengenrisiko in der Grundversorgung, welches nur durch Nachkäufe gedeckt werden kann. Selbst kleine Mengenabweichungen durch übliche Prognoseabweichungen für Mengen und Strukturen führen plötzlich aufgrund extremer Preise bei der Beschaffung von Fehlmengen zu horrenden Zusatzkosten. Die Wiedereindeckung ist jedoch ebenso risikobehaftet, sollte der Markt eine Illiquidität aufweisen. Dies kam 2022 vereinzelt im Gas vor. Die Folge ist ein komplettes Aussetzen des Handelsmarktes. In extremen Situationen kann durch das Wiedereindeckungsrisiko des Vorlieferanten sogar der Marktpartner ausfallen. 2022 musste in einer solchen Situation der Staat finanziell und gesellschaftsrechtlich eingreifen und komplettes Marktversagen durch Verstaatlichungen verhindern.

In Zeiten fallender Marktpreise ergibt sich für die EV Greiz ein Kundenwechselrisiko mit einem einhergehenden Wiederabsatzrisiko. Dies resultiert daraus, dass sich Vertriebswettbewerber am Markt kurzfristig mit deutlich günstigeren Mengen eindecken und diese dann auch deutlich unter dem aktuellen Verkaufsniveau anbieten. Da es in der Grundversorgung keine langfristige Vertragslaufzeit gibt, besteht das Risiko, dass Kunden kurzfristig kündigen und die für diese Kunden beschafften Mengen zu niedrigeren Preisen am Markt zurückveräußert werden müssen, woraus für die EV Greiz ein Verlustgeschäft resultiert. Die EV Greiz begegnet diesen Risiken mit der vertraglichen Vereinbarung von Toleranzbändern mit seinen Vorlieferanten. Natürlich führt auch der Verlust von Kunden außerhalb der Grundversorgung zu einer Minderung des Kostendeckungsbeitrages und somit zur Ergebnisverschlechterung.

Die Preisrisiken in der Beschaffung werden durch portionierte Trancheneinkäufe in einem langfristigen Beschaffungszeitraum gedeckelt. Größtenteils läuft dies im Rahmen einer modernen Vollversorgung. Hierzu hat die Geschäftsführung ein Risikohandbuch zur Beschaffung von Strom und Gas erlassen. Dies wurde 2023 ergänzt, um neue Modelle der Beschaffung (strukturierte Beschaffung) abbilden zu können. Im Zuge dessen müssen auch Haltedauer- und Risikoaufschläge neu betrachtet werden. Den Verkaufsrisiken, speziell durch Preiswettbewerb, wird durch Produktvielfalt und ein aktives Marketing begegnet. Hinzu kommt ein aktives Vertriebscontrolling, welches fortwährend Marktanalysen durchführt und entsprechende Vorschläge für Preis- und Mengenanpassungen vornimmt.

Bedingt durch inflationäre Anstiege der Bezugskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe hat sich die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen und Unternehmer der Region verschlechtert. Aus diesem Grund sind Zahlungsschwierigkeiten bis hin zu totalen Zahlungsausfällen von Gewerbe- und Industriekunden gegenüber den Energielieferanten ein zunehmendes Risiko. Eine steigende Höhe von offenen Forderungen ist als Folge der Energiekrise zu verzeichnen. Auch im Bereich der Privatkunden ist eine Zunahme der offenen Forderungen feststellbar. Verschärft wird diese Problematik durch eine Änderung im Insolvenzrecht, nach welcher sich private Verbraucher bereits nach drei statt nach sechs Jahren bei einer privaten Insolvenz schuldenfrei stellen können.

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten bei der Versorgung mit Energie steht der Kunde. Leider gibt es weiterhin Wettbewerber, die durch unseriöses und teilweise wettbewerbswidriges Verhalten versuchen, Kunden abzuwerben. Die Risse, die der Wettbewerb der Energiebranche versetzt, werden immer präsenter: Das Bundeskartellamt rügt Vergleichsportale und stößt auf Transparenzverstöße, Irreführungen und Schleichwerbung. Diese und ähnliche Meldungen sind häufiger in den Medien zu finden, aber immer mit dem Unterton bzw. der Aufforderung zum Versorgerwechsel als Instrument des Kundennutzens. Die EV Greiz setzt hierbei auf gezielte Aufklärung der Kunden mittels Kundenmagazin, Webseite und auf die Unterstützung des "Mitteldeutschen Vereins zur Förderung des lauteren Wettbewerbs und des Energiekundenschutzes e. V.", dessen Mitglied das Unternehmen ist.

Ab dem 01.01.2024 haben sich die Rahmenbedingungen für die Wärmeversorgung in Deutschland grundlegend geändert. Deutschland steht angesichts des Klimawandels vor einer Transformation der Energiewirtschaft, die besonders fossile Energieträger im Wärmemarkt betreffen wird. Das Bundes- Klimaschutzgesetz (KSG) - zuletzt Ende 2023 noch einmal angepasst - normiert rechtsverbindlich das Ziel, bis 2045 Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Zur Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens und vor dem Hintergrund, dass derzeit Gas im Wärmemarkt mit weitem Abstand der vorherrschende Energieträger ist, müssen wir uns bis 2045 zwecks signifikanter Reduktion der Treibhausgasemissionen auf einschneidende Maßnahmen einstellen. Für das Gelingen der Wärmewende wird eine ausreichende Förderung durch die öffentliche Hand erforderlich sein. Haushaltskrisen, wie zuletzt zum Jahreswechsel 2023/2024 erlebt, tragen zur Verunsicherung und Vertrauensverlust bei. Kürzungen bei Förderprogrammen, wie jetzt von der Bundesregierung vorgeschlagen, tragen erhebliche Risiken bei der Realisierung des Transformationspfades in sich. In der Wärmeversorgung steht mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) - beide Gesetze sind am 01.01.2024 in Kraft getreten - der gesetzliche Rahmen für den Weg zur Klimaneutralität nunmehr fest. Die darin vorgesehenen Pflichten und gesetzlichen Vorgaben, gepaart mit der nun seit Kriegsbeginn anhaltenden angespannten geopolitischen Lage, erhöhen den Druck auf den Gasmarkt deutlich. Die Nutzung von Erdgas als Brennstoff ist schon heute nur noch partiell geeignet für die Raumwärme- und Warmwassererzeugung bei Neuanlagen. Diese Entwicklung hemmt den Gasabsatz in Zukunft und stellt für die vorhandene Erdgasinfrastruktur ein potentielles Risiko dar. Vor dem Hintergrund, dass bis 2045 die Versorgung mit Erdgas gänzlich eingestellt werden soll, stellt sich die Frage nach dem Schicksal des Erdgasverteilnetzes. Der Betrieb des Gasnetzes stellt für die EV Greiz einen zentralen Gewinnbringer dar. Ob eine Umnutzung auf Wasserstoff für das gesamte Verteilnetz gelingen kann, ist mehr als fraglich. Im Umkehrschluss ist damit zu rechnen, dass zumindest ein Großteil der aktuell betriebenen Gasnetze bis 2045 stillgelegt werden. Nach der Stilllegung besteht in der Regel auch eine Verpflichtung zum Rückbau. Zusätzliche Rückstellungen, Kosten und eine Stauchung der Abschreibungshöhen sind die Folge.

Im Zuge weiterer Digitalisierungsmaßnahmen in den Geschäftsprozessen ergeben sich zunehmende Risiken im Bereich der Cybersicherheit. Energieversorger sind ein attraktives Ziel für Cyberattacken, wie zahlreiche Meldungen aus den vergangenen Monaten und Jahren belegen. Es wird immer deutlicher, dass nur im Zusammenspiel von technologischen Schutzmaßnahmen und aufmerksamen Mitarbeitenden ein umfassender Schutz vor Cyberangriffen möglich ist. Dem Risiko begegnet die EV Greiz u. a. mit einem zertifizierten Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), welches zum Jahresende 2023 in einem Überwachungsaudit erfolgreich durch externe Gutachter überprüft wurde. Des Weiteren wurde zu Beginn 2023 in eine autarke Serverarchivierung investiert und der Aufbau eines Emergency Response Team forciert. Zum Jahresende 2023 wurde der gesamte Serverpark erneuert. Diese Maßnahme dient bereits dazu, die Anforderungen aus der EU NIS-2-Richtline (Network and Information Security) zu erfüllen. Bis Oktober 2024 müssen die EU-Mitgliedsstaaten diese in nationales Recht überführen. Für 2024 ist vorgesehen, die PC-Arbeitsplätze durch virtuelle Arbeitsplätze im Unternehmen zu substituieren. Weiterhin läuft aktuell die Partnersuche, wie die gesetzliche Pflicht (IT- SiG 2.0) zur Einführung von Systemen zur Angriffserkennung für KRITIS-Betreiber umgesetzt werden kann. Auch die Mitarbeitersensibilisierung steht 2024 auf der Agenda. Ein Awareness IT-Security Training soll helfen, eine nachhaltige Sicherheitskultur im Unternehmen zu etablieren.

Da die EV Greiz vorsichtig und umsichtig agiert, ist insgesamt festzuhalten, dass keine bestandsgefährdeten Risiken zu erkennen sind.

Chancen

Die größten Chancen bestehen nach wie vor im Vertrieb. Neben einer offenen und ehrlichen Kundenansprache und persönlicher Kundenbetreuung ist das regional angepasste Produktportfolio immer wichtiger. Der persönliche Kontakt zum Kunden und mit den Kunden der EV Greiz ist für die Wahrnehmung der Marke wie auch unserer Produkte unerlässlich.

Die Erweiterung der Produktvielfalt spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Vielfältigkeit der Gesellschaft spiegelt sich auch in der Kundenstruktur der Energieversorgung wider. Neben Spar- und Bonustarifen haben sich auch Öko- und Fixpreisprodukte etabliert. Mit dem Vereinsstromprodukt bietet sich Kunden die Möglichkeit, ihre Lieblingsvereine direkt zu unterstützen und die Verbundenheit zu Greiz und deren Bürger zu dokumentieren. Mit einem speziellen Fahrstromprodukt für E-Autofahrer bieten sich Chancen auf die Akquise von neuen Kunden auch außerhalb von Greiz. Die Wechselbeziehung zwischen den Kunden, dem Unternehmen und der Region ist von besonderer Bedeutung für das Unternehmen. Durch die feste lokale und regionale Verankerung lässt sich ein Kundenmehrwert generieren, welcher vom Wettbewerb so nicht geboten werden kann.

Die über die Medien intensiv geführte Klimadebatte bietet auch Chancen im vertrieblichen Absatzmarkt. Ökostromprodukte, aber auch Produkte für das private Laden zur E-Mobilität in Wohngebäuden und Gewerbebetrieben lassen sich mit dem Regionalisierungsprinzip verknüpfen. Die Attraktivität der Tarife steigt trotz preislicher Differenzen zu Wettbewerbsprodukten. Auch die Sensibilität der Kunden, auf Qualitätsunterschiede bei Ökoprodukten zu achten, steigt und führt so zu einer Möglichkeit zum verbesserten Absatz. Chancen bieten sich auch im vertrieblichen Absatz von Fahrstrom von öffentlichen Ladesäulen für die E-Mobilität.

Ein weiteres Thema, mit welchem sich die EV Greiz verstärkt beschäftigen wird, liegt in der Optimierung der Wärmeversorgung - eine Investition in die Zukunft, welche in der Mittelfristplanung fest verankert ist. Durch die Einbindung regenerativ erzeugter Wärme in die Fernwärmeerzeugung wird angestrebt, den wachsenden Vorgaben an die Gebäudeenergiebilanzen gerecht zu werden und dabei gleichzeitig den Endkundenpreis stabil zu halten. 2023 war in dieser Hinsicht geprägt von Voruntersuchungen und Machbarkeitsstudien. 2024 wird es im Wesentlichen darum gehen, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat den priorisierten Technologiepfad für die jeweiligen Netzgebiete zu diskutieren und festzulegen. Entscheidend wird dabei auch die notwendige Kapitalaufstockung zur perspektivischen Finanzierung der Anlagewerte sein. Noch offen ist, wie sich der Energieträger Wasserstoff in das künftige System der Gebäudewärmeerzeugung integrieren lässt. Ohne eine umfassende Förderung durch staatliche Stellen wird sich die Wärmewende nicht vollziehen lassen. Mit der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) wird der steigenden Bedeutung, die die Wärmenetze bei der Dekarbonisierung des Wärmesektors haben, Rechnung getragen. Der Großteil von Studien deutet darauf hin, dass im Jahr 2030 noch keine nennenswerten Wasserstoffpotenziale für die Wärmeversorgung zur Verfügung stehen. Der erhöhte Einsatz von Wärmepumpen scheint kurz- und mittelfristig für den Gebäudesektor sinnvoller als der Einsatz von Wasserstoff. Greiz soll nach den Plänen der deutschen Ferngasnetzbetreiber an das zukünftige Wasserstoffkernnetz angebunden sein. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und bietet eine neue Chance für die Dekarbonisierung der Fernwärme. Die Fernleitungsnetzbetreiber haben Mitte Juli 2023 ihren Planungsstand für das künftige überregionale Wasserstoffkernnetz an das Bundesenergieministerium und die Bundesnetzagentur übergeben.

Dort, wo Fernwärme keine Rolle spielt, wird es spannend sein technologieoffene Contractinglösungen für Nahwärmesysteme als Geschäftsmodelle aufzubauen und dem Kunden als Alternative zur klassischen Gasheizung anzubieten. Die gesetzliche Pflicht der kommunalen Wärmeplanung wird maßgeblichen Einfluss auf die strategischen Entscheidungen der EV Greiz haben. Die aktive Beteiligung der EV Greiz an der Erstellung und Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung ist für das Unternehmen eine Chance, sich den Wärmemarkt in Greiz langfristig zu sichern. Mit der Erarbeitung einer Wärmemarktstrategie bereitet sich die EV Greiz auf die Mitwirkung bei der anstehenden kommunalen Wärmeplanung vor.

Auch die Vermarktung von Strom aus ausgeförderten EEG-Anlagen stellt eine Chance für den vertrieblichen Ansatz dar. Hierzu sind allerdings noch geeignete Geschäftsprozesse und rentable Modelle für den Anlagenbetreiber aufzubauen.

 

Greiz, den 25. April 2024

Niklas Dörig, Geschäftsführer

1 Statistisches Bundesamt; Pressemitteilung vom 15. Januar 2024 - 019/24

2 BDEW; Die Energieversorgung 2023 -Jahresbericht- 12/2023

3 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung; Raumordnungsprognose 2040; 03/2021

4 Statistisches Bundesamt; Inflationsrate im Jahr 2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 58.065,00 12.751,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 710.305,22 717.728,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.121.308,00 8.699.826,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 309.535,00 134.363,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 48.208,57 10.189.356,79 165.208,98 9.717.126,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 50.000,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.500.000,00 1.550.000,00 1.500.000,00 1.550.000,00
11.797.421,79 11.279.877,20
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 187.773,33 193.892,51
2. fertige Erzeugnisse und Waren 2.073,00 1.382,00
3. Emissionsrechte 600.900,00 790.746,33 641.039,99 836.314,50
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.525.465,87 2.121.881,48
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.934,66 0,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.146.662,28 3.680.062,81 2.505.243,44 4.627.124,92
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 7.241.772,69 5.703.617,28
11.712.581,83 11.167.056,70
C. Rechnungsabgrenzungsposten 73,85 0,00
23.510.077,47 22.446.933,90

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.200.000,00 5.200.000,00
II. Kapitalrücklage 2.692.202,73 2.692.202,73
III. Gewinnrücklagen
1. Satzungsmäßige Rücklagen 520.000,00 520.000,00
2. Andere Gewinnrücklagen 820.962,22 1.340.962,22 820.962,22 1.340.962,22
IV. Gewinnvortrag 265.469,86 265.469,86
V. Jahresüberschuss 2.415.405,24 1.530.842,20
11.914.040,05 11.029.477,01
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 77.381,00 79.709,00
2. Steuerrückstellungen 397.867,00 415.000,00
3. Sonstige Rückstellungen 6.257.188,00 5.288.225,00
6.732.436,00 5.782.934,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 320.156,91 164.959,05
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.133.353,26 794.185,89
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.002.341,94 689.094,89
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.403.270,31 3.980.487,06
- davon aus Steuern EUR 3.621,56 (i. Vj. EUR 202.043,68) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
4.859.122,42 5.628.726,89
D. Rechnungsabgrenzungsposten 4.479,00 5.796,00
23.510.077,47 22.446.933,90

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 31.866.291,63 26.274.777,68
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 62.945,02 50.220,57
3. Sonstige betriebliche Erträge 691.667,81 830.332,57
32.620.904,46 27.155.330,82
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -16.928.688,40 -13.784.656,47
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.392.837,20 -23.321.525,60 -5.882.918,75 -19.667.575,22
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -1.631.163,36 -1.466.516,69
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -359.654,64 -1.990.818,00 -336.030,50 -1.802.547,19
- davon für Altersversorgung EUR 18.111,16 (i. Vj. EUR 19.657,10) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -682.566,99 -683.138,34
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.743.619,81 -1.492.091,32
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 74.439,43 7.244,61
- davon aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
9. Aufwendungen aus Verlustübernahme -918.790,53 -780.567,28
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.635,27 -3.785,18
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 1.659,00 (i. Vj. EUR 1.700,00) -
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.612.481,34 -1.194.483,14
12. Ergebnis nach Steuern 2.422.906,35 1.538.387,76
13. Sonstige Steuern -7.501,11 -7.545,56
14. Jahresüberschuss 2.415.405,24 1.530.842,20

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Energieversorgung Greiz GmbH hat ihren Sitz in Greiz. Sie ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Jena HR B 202420 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung der ergänzenden Bestimmungen des EnWG, des GmbHG und des Gesellschaftsvertrages nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz ist um den Posten Emissionsrechte und die der Gewinn- und Verlustrechnung ist um den Posten "Aufwendungen aus Verlustübernahme" ergänzt worden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und einen angemessenen Gemeinkostenzuschlag (Personal, Material und Verwaltung). Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden unter Beachtung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer berechnet. Bei geringwertigen Anlagegütern bis EUR 800 wird im Jahr des Zugangs von der vollständigen Abschreibungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Soweit erforderlich werden bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB vorgenommen.

Die planmäßigen Abschreibungen werden über die folgenden (gruppeneinheitlichen) Nutzungsdauern vorgenommen:

Anlagengruppe Nutzungsdauern
Entgeltlich erworbene Lizenzen 2 - 3 Jahre
Grundstücke und Bauten, einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 10 - 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 35 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 15 Jahre

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Das Wahlrecht zur Behandlung von vorübergehenden Wertminderungen wird dergestalt ausgeübt, dass Abwertungen nur bei dauerhaften Wertminderungen vorgenommen werden.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit den gleitend gewogenen Durchschnittspreisen bewertet. Das Niederstwertprinzip wurde dabei beachtet. Handelswaren und Emissionsrechte sind zu den Beschaffungspreisen bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung angemessener Einzel- und Pauschalwertberichtigungen angesetzt. Einzelwertberichtigungen werden nach einem Verfahren in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen als pauschalierte Einzelwertberichtigungen gebildet. Außerdem wurde eine Pauschalwertberichtigung auf den übrigen Forderungsbestand in Höhe von 1 % gebildet.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

Der Aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist zum Nominalwert angesetzt.

Aktive latente Steuern (T€ 1.406) resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen des Sachanlagevermögens, der Pensionsrückstellungen und der Sonstigen Rückstellungen. Die Bewertung erfolgte mit dem individuellen Steuersatz zum Abschlussstichtag in Höhe von 31,02 %. Ein Ansatz ist unter Ausübung des Wahlrechtes gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB unterblieben.

Passiva

Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt.

Bei der Bemessung der Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages ausreichend berücksichtigt. Rückstellungen mit einer erwarteten Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden - soweit vorhanden - mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst.

Die Pensionsrückstellung basiert auf einem versicherungsmathematischen Gutachten. Grundlage der Rückstellungsberechnung bildeten die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Des Weiteren wurde mit einem Rechnungszins von 1,83 %, einer Fluktuation von 0,00 % gerechnet. Die Ermittlung der Anwartschaften auf die Hinterbliebenenrente erfolgte nach der kollektiven Methode. Als Bewertungsverfahren wurde die projected unit credit (puc) Methode angewendet. Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen wurden nicht berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte die Bewertung der Rückstellung für Pensionen unter Zugrundelegung einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem von der Bundesbank veröffentlichten Zinssatz der letzten 10 Jahre. Bei der Bewertung mit einem durchschnittlichen Zinssatz der letzten 7 Jahre (1,76 %) ergibt sich ein Erfüllungsbetrag von T€ 77,3. Aus den beiden Abzinsungssätzen ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von € 432.

In den sonstigen Rückstellungen sind Verpflichtungen für Jubiläumsgeld und Sterbegeld enthalten, welche nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der projected unit credit (puc) Methode bewertet wurden. Als Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (2018 G) gewählt. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch, wonach Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzins abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (mittlere Duration). Für die Rückstellungen wurden ein Rechnungszins von 1,76 %, eine Fluktuation von 4,76 %, und ein Anwartschaftstrend von 3,00 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag passiviert.

Die unter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesenen Baukostenzuschüsse und Netzanschlusskosten (Altbestände) werden über ihre restliche Nutzungsdauer von ehemals 20 Jahren linear zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst.

III. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist in der als Anlage zum Anhang beigefügten Übersicht "Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023" dargestellt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Greizer Energienetze GmbH, Greiz, an der die Energieversorgung Greiz GmbH zu 100 % beteiligt ist. Das Eigenkapital der Greizer Energienetze GmbH beträgt T€ 135. Im Geschäftsjahr 2023 weist die Greizer Energienetze GmbH einen Verlust in Höhe von T€ 919 aus, der aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages durch die Energieversorgung Greiz GmbH auszugleichen ist.

Die Restlaufzeiten aller Forderungen und der Sonstigen Vermögensgegenstände liegen wie im Vorjahr jeweils unter einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen die Gesellschafterin Greizer Freizeit- und Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG, Greiz und betragen T€ 8.

Das Stammkapital beträgt T€ 5.200. Es wird zu 51 % von der Greizer Freizeit- und Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co KG, Greiz, und zu 49 % von der TEAG Thüringer Energie AG, Erfurt, gehalten.

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 (T€ 1.531) wurde gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 23. Mai 2023 in Höhe von T€ 1.531 an die Gesellschafter ausgeschüttet.

Die Sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen (T€ 900), Rückstellungen für wirtschaftliche Risiken wie Erlösschmälerungen aufgrund Vertrags- und Insolvenzrisiken (T€ 369), für drohende Verluste (T€ 2.570) sowie für Altlastensanierungen (T€ 776). Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen sowie für Vertrags- und Insolvenzrisiken werden unter Zugrundelegung des Gesamtrisikos und angenommenen Eintrittswahrscheinlichkeiten bemessen. Bei der Rückstellung für die Altlastensanierung wurde vom Beibehaltungswahlrecht gem. Art. 67 Absatz 3 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar (Vorjahreswerte in Klammern):

Restlaufzeit
31.12.2023 bis ein Jahr mehr als ein Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 320 288 32 0
(165) (153) (12) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.133 1.133 0 0
(794) (794) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.003 1.003 0 0
(689) (689) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 2.403 2.399 4 0
(3.981) (3.974) (7) (0)
Summe 4.859 4.823 36 0
(5.629) (5.610) (19) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen die Greizer Energienetze GmbH, Greiz und betragen T€ 1.133 (Vorjahr: T€ 704).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, bestehen gegenüber dem Gesellschafter TEAG Thüringer Energie AG, Erfurt, und betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 1.003 (Vorjahr: T€ 689).

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

2023 2022
T€ T€
Stromsparte 14.162 12.589
Gassparte 11.685 7.591
Nebengeschäftserlöse 2.617 2.698
Netzpacht 1.769 1.944
Fernwärmesparte 1.563 1.403
Auflösung Ertragszuschüsse 1 10
übrige 69 40
31.866 26.275

In den Umsatzerlösen sind insgesamt periodenfremde Erlöse von T€ -153 enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stellen sich wie folgt dar:

2023 2022
T€ T€
Erträge aus Auflösung von Rückstellungen 182 276
Übrige Erträge 510 554
692 830

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in Höhe von insgesamt T€ 182 (Vorjahr: T€ 276) periodenfremd.

Der Materialaufwand enthält insbesondere den Energiebezug und die Netzentgelte, darin ist ein periodenfremder Aufwand von T€ 0 (Vorjahr: T€ 27) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind insgesamt periodenfremde Bestandteile von T€ 104 (Vorjahr: T€ 38) enthalten.

V. Angaben nach § 6b Abs. 2 EnWG

Die Energieversorgung Greiz GmbH hat das gesamte Stromnetz und Gasnetz an die Greizer Energienetze GmbH verpachtet. Das Pachtentgelt für das Geschäftsjahr 2023 betrug T€ 1.769, davon T€ -88 periodenfremder Ertrag. Außerdem hat die Greizer Energienetze GmbH die Energieversorgung Greiz GmbH mit sämtlichen netzbezogenen Dienstleistungen beauftragt. Hierfür fiel ein Entgelt von T€ 2.506, davon T€ -66 periodenfremder Ertrag, an.

Mit der GEN besteht ein Ergebnisabführungsvertrag vom 13. Oktober 2006. Der durch die EV Greiz zu übernehmende vertragliche Verlustausgleich im Geschäftsjahr 2023 beträgt T€ 919.

VI. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 22 Angestellte und 9 gewerbliche Arbeitnehmer sowie drei Auszubildende beschäftigt.

Geschäftsführung

Ronny Stieber (bis 31. März 2024)

Niklas Dörig (ab 01. April 2024)

Hinsichtlich der Angabe der Geschäftsführungsvergütungen wird von der Befreiung gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Stichtag besteht ein Bestellobligo von T€ 97. Darüber hinaus bestehen finanzielle Verpflichtungen aus branchenüblichen Strom- und Gasbezugsverträgen in Höhe von T€ 23.641 und aus Konzessionsverträgen, davon T€ 19.681 gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis.

Vertriebsportfolien nach IDW RS ÖFA 3

Im Bereich des Energievertriebs werden für die Commodities Strom und Gas Vertriebsportfolien gebildet. Die Portfolien umfassen die jeweils für die Jahresscheiben 2024, 2025 und 2026 abgeschlossenen bzw. erwarteten Absatz- und Beschaffungsgeschäfte. Die Absatzgeschäfte betreffen verbindliche Absatzverträge mit Kunden sowie den mit hoher Wahrscheinlichkeit noch zu erwartenden Kundenabsatz. Diesen werden Beschaffungsgeschäfte gegenübergestellt, welche bereits kontrahierte und - soweit noch offen - zu Marktpreisen bewertete Beschaffungsgeschäfte beinhalten. Für die abgeschlossenen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte mit Großkunden für das Jahr 2024 wurden separate Portfolios gebildet. Für jedes Portfolio wurde für die relevanten Planzeiträume eine portfoliobasierte Deckungsbeitragsrechnung erstellt. Dabei wurden neben den Einzelerlösen und direkt zurechenbaren Einzelkosten auch die dem Vertragsportfolio zurechenbaren Gemeinkosten berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergaben sich für das Großkundenportfolio der Sparten Strom in der Jahresscheibe 2024 negative Deckungsbeiträge, sodass Drohverlustrückstellungen zu bilden waren.

Honorar Abschlussprüfer

In den sonstigen Rückstellungen ist das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen von T€ 17 sowie das Honorar für sonstige Bestätigungsleistungen durch den Anschlussprüfer von T€ 1 enthalten.

Aufsichtsrat

 

Alexander Schulze, Bürgermeister der Stadt Greiz, Vorsitzender des Aufsichtsrates,

 

Nico Maciejewski, Leiter Geschäftsbereich Controlling der TEAG Thüringer Energie AG, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates,

 

Dr. Andreas Hemmann, Bürgermeister a. D.,

 

Michael Kniebel, Technischer Mitarbeiter,

 

Bernd Sambale, Geschäftsführer der TES Thüringer Energie Service GmbH,

 

Thomas Schrader, Leiter Geschäftsbereich Mandatsbetreuung der TEAG Thüringer Energie AG,

 

Christian Tischner, Gymnasiallehrer, derzeit Mitglied des Thüringer Landtages

 

Ulf Unger, Geschäftsführer der TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG.

Die Aufsichtsratsvergütung betrug im Geschäftsjahr € 7.725,00.

Nachtragsbericht

Ereignisse nach dem Stichtag mit wesentlichen Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2023 sind nicht bekannt.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung vorschlagen, den Jahresüberschuss in von Höhe € 1.915.405,24 auszuschütten und in Höhe von € 500.000 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

 

Greiz, den 25. April 2024

Niklas Dörig, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 219.780,63 55.919,10 0,00 0,00 275.699,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.072.511,93 0,00 0,00 0,00 1.072.511,93
2. Technische Anlagen und Maschinen 39.154.544,27 897.841,75 134.549,92 200.000,51 39.986.935,43
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.105.230,40 228.907,22 0,00 15.270,86 1.318.866,76
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 165.208,98 17.549,51 -134.549,92 0,00 48.208,57
41.497.495,58 1.144.298,48 0,00 215.271,37 42.426.522,69
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 0,00 0,00 0,00 50.000,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.500.000,00 0,00 0,00 0,00 1.500.000,00
1.550.000,00 0,00 0,00 0,00 1.550.000,00
43.267.276,21 1.200.217,58 0,00 215.271,37 44.252.222,42
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 207.029,63 10.605,10 0,00 0,00 217.634,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 354.783,71 7.423,00 0,00 0,00 362.206,71
2. Technische Anlagen und Maschinen 30.454.718,27 610.909,67 0,00 200.000,51 30.865.627,43
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 970.867,40 53.629,22 0,00 15.164,86 1.009.331,76
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
31.780.369,38 671.961,89 0,00 215.165,37 32.237.165,90
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
31.987.399,01 682.566,99 0,00 215.165,37 32.454.800,63
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 58.065,00 12.751,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 710.305,22 717.728,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.121.308,00 8.699.826,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 309.535,00 134.363,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 48.208,57 165.208,98
10.189.356,79 9.717.126,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 50.000,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.500.000,00 1.500.000,00
1.550.000,00 1.550.000,00
11.797.421,79 11.279.877,20

Bilanz zum 31. Dezember 2023

- Elektrizitätsverteilung -

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 28.853,67 3.017,42
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 323.781,36 327.587,19
2. Technische Anlagen 5.866.655,22 5.737.523,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 148.592,45 67.470,80
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 48.104,36 6.387.133,39 92.081,77 6.224.663,74
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 30.000,00 30.000,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 616.500,00 646.500,00 616.500,00 646.500,00
7.062.487,06 6.874.181,16
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 121.923,93 125.504,58
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79.039,44 0,00
2. Sonstige Vermögensgegenstände 6.061,91 125.001,72
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 676.134,75 752.204,95
883.160,03 1.002.711,25
C. Rechnungsabgrenzungsposten 37,15 0,00
7.945.684,24 7.876.892,41

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Zugeordnetes Eigenkapital 6.386.575,12 6.386.575,12
II. Jahresüberschuss -125.295,05 296.206,47
6.261.280,07 6.682.781,59
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 38.922,64 40.093,63
2. Steuerrückstellungen 0,00 46.480,00
3. Sonstige Rückstellungen 609.714,56 657.815,42
648.637,20 744.389,05
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.270,33 16.023,92
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 996.048,90 424.368,63
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.666,00 2.427,60
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.302,74 1.301,62
- davon aus Steuern EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
D. 1.031.287,97 444.121,77
Rechnungsabgrenzungsposten 4.479,00 5.600,00
7.945.684,24 7.876.892,41

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

- Elektrizitätsverteilung -

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 2.704.073,86 2.691.600,93
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 38.678,40 22.920,90
3. Sonstige betriebliche Erträge 445.223,82 434.330,64
3.187.976,08 3.148.852,47
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -58.678,17 -72.870,91
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -249.135,13 -286.306,57
-307.813,30 -359.177,48
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -793.657,03 -706.518,45
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -176.589,82 -970.246,85 -158.916,54 -865.434,99
- davon für Altersversorgung EUR 8.720,42 (i. Vj. EUR 9.190,44) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -377.054,67 -384.728,49
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -741.081,73 -740.723,73
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.029,58 400,84
- davon aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
9. Aufwendungen aus Verlustübernahme -918.513,15 -364.098,74
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -998,46 -1.506,30
- davon aus Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 892,34(i.Vj. EUR 855,10)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 -133.782,15
12. Ergebnis nach Steuern -121.702,50 299.801,43
13. Sonstige Steuern -3.592,55 -3.594,96
14. Jahresüberschuss -125.295,05 296.206,47

Bilanz zum 31. Dezember 2023

- Gasverteilung -

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 19.205,14 1.459,80
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 225.674,02 228.192,21
2. Technische Anlagen 2.474.402,32 2.294.094,51
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 116.035,30 46.398,97
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 104,21 2.816.215,85 73.127,21 2.641.812,90
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 20.000,00 20.000,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 72.000,00 92.000,00 72.000,00 92.000,00
2.927.420,99 2.735.272,70
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 65.849,40 68.387,93
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.271,24 0,00
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.869,20 38.714,39
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 94.101,72 188.798,22
172.091,56 295.900,54
C. Rechnungsabgrenzungsposten 25,55 0,00
3.099.538,10 3.031.173,24

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Zugeordnetes Eigenkapital 2.274.406,48 1.891.366,30
II. Jahresüberschuss 267.881,14 220.642,33
2.542.287,62 2.112.008,63
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 26.773,83 27.579,31
2. Steuerrückstellungen 32.625,09 35.275,00
3. Sonstige Rückstellungen 416.155,05 412.689,53
475.553,97 475.543,84
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 53.544,70 20.871,05
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28.074,16 422.532,43
3. Sonstige Verbindlichkeiten 77,65 21,29
- davon aus Steuern EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
81.696,51 443.424,77
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 196,00
3.099.538,10 3.031.173,24

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

- Gasverteilung -

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.644.474,66 1.868.847,85
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 18.553,94 22.995,73
3. Sonstige betriebliche Erträge 65.116,66 70.632,48
1.728.145,26 1.962.476,06
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -49.166,46 -36.963,32
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -76.618,56 -97.231,48
-125.785,02 -134.194,80
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -557.626,41 -506.766,43
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -124.647,53 -682.273,94 -120.132,65 -626.899,08
- davon für Altersversorgung EUR 6.607,30 (i. Vj. EUR 6.832,22) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -217.778,88 -205.244,19
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -282.650,95 -242.751,86
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.721,98 276,31
- davon aus Abzinsung von Rückstellungen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
9. Aufwendungen aus Verlustübernahme -19.863,29 -427.718,72
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -701,16 -1.036,14
- davon aus Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 588,20 (i.Vj. EUR 726,00)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -132.223,44 -101.531,04
12. Ergebnis nach Steuern 270.590,56 223.376,54
13. Sonstige Steuern -2.709,42 -2.734,21
14. Jahresüberschuss 267.881,14 220.642,33

Erläuterungen zu den Tätigkeitsabschlüssen für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeines

Die Energieversorgung Greiz GmbH (EV Greiz) hat für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2023 eine Unterteilung ihrer Tätigkeiten nach den Vorschriften des § 6b Abs. 3 des EnWG vorgenommen. Dabei werden die Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung, andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors und Gassektors sowie andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors dargestellt. Die Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung beinhalten die Verpachtung von Netzanlagen sowie energiespezifische Dienstleistungen.

II. Angaben zu Form und Darstellung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Tätigkeitsabschlüsse der EV Greiz zum 31. Dezember 2023 sind - wie im Gesellschaftsvertrag vorgesehen - nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren verwendet.

Die Besonderheiten der Versorgungswirtschaft wurden durch den gesonderten Ausweis von Baukostenzuschüssen und Hausanschlusskosten als passiver Rechnungsabgrenzungsposten berücksichtigt.

In Übereinstimmung mit der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW RS ÖFA 2) wurde das den einzelnen Tätigkeitsbereichen zugeordnete Eigenkapital unter dem Posten "zugeordnetes Eigenkapital" erfasst.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Anhang des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind maßgebend für die Erstellung der Tätigkeitsabschlüsse. Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte wurden einheitlich ausgeübt.

IV. Zuordnungsregeln und Fristigkeiten

Aufgrund der Kostenstellenstruktur der EV Greiz werden auf der Basis von Einzelkonten mit detaillierten Zusatzkontierungen die Aktiv- und Passivposten sowie Umsätze, Erträge und Aufwendungen den Unternehmenstätigkeiten direkt zugeordnet.

In den wenigen Fällen, in denen eine Zuordnung nicht möglich ist oder mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden wäre, erfolgt eine sachgerechte Zuordnung unter Verwendung vom Personalschlüssel nach Mitarbeitern, Umsatz-, Ergebnis-, Eigenkapital-, Restbuchwert- und Mischschlüssel. Die Schlüsselstetigkeit wurde beachtet.

Miteinander korrespondierende Posteninhalte der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung werden den Tätigkeiten unter Berücksichtigung dieser Zusammenhänge entsprechend zugeordnet.

Die internen Verbindungen sind unter dem zugeordneten Eigenkapital erfasst, da diese durch Verrechnungen im Wesentlichen aus der retrograden Zuordnung von GuV- und Bilanzpositionen zu den einzelnen Tätigkeitsbereichen resultieren, und somit eigenkapitelähnlich sind.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von nicht mehr als einem Jahr.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben 3 TEUR in der Stromverteilung und 23 TEUR in der Gasverteilung eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis 5 Jahre. Alle anderen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis ein Jahr.

Zuordnung der Bilanzposten zum 31. Dezember 2023

Die Zuordnung der einzelnen Bilanzpositionen erfolgt wie folgt:

Anlagevermögen direkte Zuordnung, Netzschlüssel, Mischschlüssel
Umlaufvermögen direkte Zuordnung, Mischschlüssel, Umsatzschlüssel, Ergebnisschlüssel
Eigenkapital Eigenkapitalschlüssel (Anlagenschlüssel)
Rückstellungen Mischschlüssel
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen direkte Zuordnung (Aufteilung Spartenergebnis GEN), Mischschlüssel
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht direkte Zuordnung
Sonstige Verbindlichkeiten direkte Zuordnung, Mischschlüssel
Rechnungsabgrenzungsposten direkte Zuordnung

Zuordnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung 2023

Die Zuordnung der einzelnen GuV-Positionen erfolgt wie folgt:

Umsatzerlöse direkte Zuordnung bzw. Mischschlüssel
Andere aktivierte Eigenleistungen direkte Zuordnung bzw. Netzschlüssel
Sonstige betriebliche Erträge direkte Zuordnung bzw. Mischlüssel
Materialaufwand direkte Zuordnung bzw. Mischlüssel
Personalaufwand direkte Zuordnung bzw. Mischlüssel
Abschreibungen direkte Zuordnung bzw. Mischschlüssel
Sonstige betriebliche Aufwendungen direkte Zuordnung bzw. Mischschlüssel
Aufwendungen aus Verlustübernahme Ergebnisschlüssel It. Ergebnis der GEN
Finanzergebnis Umsatzschlüssel
Steuern vom Einkommen und Ertrag Ergebnisschlüssel
Sonstige Steuern direkte Zuordnung bzw. Mischschlüssel

Grundsätze der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung

Die Bewertung der Leistungsbeziehungen zwischen den Tätigkeiten gemäß § 6b Abs. 3 des EnWG und den sonstigen Aktivitäten wurde auf der Basis der tatsächlich angefallenen Kosten vorgenommen. Die innerbetriebliche Leistungsverrechnung betrifft den Strom- und Gasverbrauch der jeweiligen Sparte. Der Verbrauch wurde zu Marktpreisen bewertet.

 

Greiz, den 25. April 2024

Niklas Dörig, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Energieversorgung Greiz GmbH, Greiz

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Energieversorgung Greiz GmbH, Greiz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Energieversorgung Greiz GmbH, Greiz, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG

Prüfungsurteile

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2023 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft.

Nach unserer Beurteilung

wurden die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten und

aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Abs. 5 Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten. Der gesetzliche Vertreter ist auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet hat, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Die Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,

ob der gesetzliche Vertreter seine Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten hat und

ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG entsprechen.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.

 

Nürnberg, den 3. Mai 2024

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Langenbach, Wirtschaftsprüfer

Schemann, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat ist von der Geschäftsführung in seinen Sitzungen durch mündliche Berichte sowie anhand schriftlicher Berichte regelmäßig über die Geschäftsentwicklung und über wichtige Einzelvorgänge unterrichtet worden und hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Er hat die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag übertragenen Aufgaben wahrgenommen und die ihm im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit obliegenden Entscheidungen getroffen.

Die mit Gesellschafterbeschluss vom 23.05.2023 zur Abschlussprüferin bestellte und vom Aufsichtsratsvorsitzenden beauftragte Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Nürnberg hat den Jahresabschluss der Energieversorgung Greiz GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts geprüft und den Bestätigungsvermerk in uneingeschränkter Form erteilt. Der Jahresabschluss vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss und gibt insgesamt eine zutreffende Vorstellung der Entwicklung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen.

Nach der vom Aufsichtsrat vorgenommenen eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben. Der von der Geschäftsführung vorgelegte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 weist eine Bilanzsumme von 23.510.077,47 € und einen Jahresüberschuss nach Steuern von 2.415.405,24 € (Jahresüberschuss vor Steuern von 4.035.387,69 €) aus. Entsprechend Ergebnisabführungsvertrag mit der Greizer Energienetze GmbH erfolgte seitens der Energieversorgung Greiz GmbH eine Verlustübernahme von 918.790,53 €.

Der Aufsichtsrat schließt sich den Vorschlägen der Geschäftsführung zur Ergebnisverwendung an.

In der Sitzung am 27.05.2024 wurde der vorliegende Jahresabschluss festgestellt und der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2023 Entlastung erteilt.

Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Energieversorgung Greiz GmbH für die im Geschäftsjahr geleistete Arbeit.

 

27. Mai 2024

Der Aufsichtsrat der Energieversorgung Greiz GmbH

Schulze, Aufsichtsratsvorsitzender

Maciejewski, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 2.415.405,24 € wird unter Berücksichtigung der Ausschüttungssperre an die Gesellschafter in Höhe von 1.915.405,24 € ausgeschüttet. Der Betrag in Höhe von 500.000,00 € wird in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Als Auszahltag wird der 10.06.2024 festgelegt.

 

Geschäftsführung

Ergebnisverwendungsbeschluss

Auszug aus dem Protokoll der Gesellschafterversammlung vom 27. Mai 2024:

Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 2.415.405,24 € wird unter Berücksichtigung der Ausschüttungssperre an die Gesellschafter in Höhe von 1.915.405,24 € ausgeschüttet. Der Betrag in Höhe von 500.000,00 € wird in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Als Auszahltag wird der 10.06.2024 festgelegt.

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