Stammdaten

Register
Amtsgericht Gelsenkirchen HRB 7607
Eingetragen
6.2.2004
Branche
Wohnheime für Menschen mit BehinderungAmbulante Betreuungsdienste für Menschen mit BehinderungBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Betrieb des Wichernhauses, Wohnheim für Menschen mit Behinderungen in Gelsenkirchen, sowie die Vornahme aller damit zusammenhängenden Geschäfte

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Olaf Walter
seit 10.4.2019
Geschäftsführer
Stefan Paßfeld
seit 8.1.2015
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (7)

NameAnteil
Evangelische Stiftung Augusta
24.70%
24.12%
Ev. Kirchenkreis Herne, Körperschaft des öffentlichen Rechts
18.01%
16.94%
9.49%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Diakoniewerksverbund Gelsenkirchen und Wattenscheid GmbH
Germany
23.500 €
94.00%
Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e.V.
Germany
1.500 €
6.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Wichernhaus gGmbH

Gelsenkirchen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Wichernhaus gGmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Wichernhaus gGmbH, Gelsenkirchen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Wichernhaus gGmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 14. Juni 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lehmann, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

EUR 31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.814,00 23.250,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten 9.018.608,80 9.355.982,80
2. Technische Anlagen 117.469,00 7.997,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 566.002,00 609.613,00
9.702.079,80 9.973.592,80
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 500.000,00 500.000,00
10.217.893,80 10.496.842,80
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.583,51 14.351,81
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.450.535,63 997.956,60
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 583.153,22 512.448,44
3. Sonstige Vermögensgegenstände 73.744,25 39.161,02
2.107.433,10 1.549.566,06
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 386.931,31 498.796,86
2.501.947,92 2.062.714,73
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.958,83 5.531,04
12.721.800,55 12.565.088,57
Treuhandvermögen 166.646,61 144.355,53

Passiva

EUR 31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 801.973,53 801.973,53
III. Gewinnrücklage 503.027,00 503.027,00
IV. Gewinnvortrag 3.606.610,35 3.221.505,35
V. Jahresüberschuss 104.894,84 385.105,00
5.041.505,72 4.936.610,88
B. Sonderposten aus Investitionszuschüsse 1.761.981,43 1.825.571,66
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 499.521,02 631.633,00
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.995.085,27 3.851.033,54
2. Verbindlichkeiten gegenüber anderen Darlehensgebern 409.702,99 429.349,24
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 231.444,70 172.929,62
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 216.449,04 135.785,59
5. Erhaltene Anzahlungen 456.242,11 456.242,11
6. Sonstige Verbindlichkeiten 80.442,81 107.366,91
davon aus Steuern EUR 46.037,94 (Vj. EUR 52.884,60)
5.389.366,92 5.152.707,01
E. Rechnungsabgrenzungsposten 29.425,46 18.566,02
12.721.800,55 12.565.088,57
Treuhandverbindlichkeiten 166.646,61 144.355,53

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

EUR 2022
EUR
1. Umsatzerlöse 12.406.504,52 11.317.241,45
2. Sonstige betriebliche Erträge 237.676,65 743.517,99
12.644.181,17 12.060.759,44
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.105.517,55 1.159.000,41
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 162.666,60 152.125,41
1.268.184,15 1.311.125,82
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.290.798,70 6.745.622,34
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.734.645,25 1.658.602,68
davon für Altersversorgung EUR 359.226,14 (Vj. EUR 339.986,45)
9.025.443,95 8.404.225,02
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 495.855,58 514.469,80
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.726.087,67 1.392.486,06
2.221.943,25 1.906.955,86
Zwischenergebnis 128.609,82 438.452,74
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 39.873,70 13.294,22
davon verbundene Unternehmen EUR 39.581,96 (Vj. EUR 13.286,81)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 58.806,48 61.802,76
davon verbundene Unternehmen EUR 0,00 (Vj. EUR 147,92)
-18.932,78 -48.508,54
9. Ergebnis nach Steuern 109.677,04 389.944,20
10. Sonstige Steuern 4.782,20 4.839,20
11. Jahresüberschuss 104.894,84 385.105,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

1. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum Jahresabschluss

1.1 Allgemeine Angaben

Firma: Wichernhaus gGmbH
Sitz: Gelsenkirchen
Registergericht: Amtsgericht Gelsenkirchen
Handelsregisternummer: HR B 7607

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 242 bis 256 sowie 264 bis 288 HGB) und des GmbHG aufgestellt. Im Berichtsjahr wurde die Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend § 266 und § 275 HGB vorgenommen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Gesellschaft erfüllt die Merkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB.

Größenabhängige Erleichterungen gemäß § 288 HGB wurden zum Teil in Anspruch genommen.

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

1.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.

Das Anlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der bisher aufgelaufenen und im Geschäftsjahr 2023 durchgeführten planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Es wurden die folgenden Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Immaterielle Vermögensgegenstände: 5 Jahre
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 15 - 50 Jahre
Technische Anlagen 10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung: 5 - 10 Jahre

Die Ausleihungen werden zum Nennwert angesetzt.

Für abnutzbare, geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 wird in analoger Anwendung steuerrechtlicher Vorschriften ein Sammelposten gebildet und über einen Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben. Abnutzbare, geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250,00 werden im Jahr der Anschaffung als Betriebsaufwand erfasst.

Die Vorräte sind durch eine körperliche Bestandsaufnahme ermittelt und zu Einstandspreisen oder zu niedrigen Tagespreisen am Bilanzstichtag bewertet. Als Verbrauchsfolge wird unterstellt, dass die zuerst beschafften Güter auch zuerst verbraucht werden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert, gegebenenfalls unter Abzug gebotener Wertberichtigungen, angesetzt.

Die liquiden Mittel sind mit dem Nominalwert bilanziert.

Erhaltene Investitionszuschüsse sind in Sonderposten eingestellt worden. Die Sonderposten werden jährlich entsprechend den anteiligen Abschreibungen auf die mit diesen Zuschüssen finanzierten Anlagegüter aufgelöst.

Rückstellungen wurden nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden soweit erforderlich bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrages (in Höhe der allgemeinen Inflationsrate) berücksichtigt.

Bezüglich der Zusatzversorgungskasse der Arbeitnehmer der Wichernhaus gGmbH liegt eine mittelbare Pensionsverpflichtung nach § 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB vor. Die über eine Zusatzversorgungskasse abzuwickelnden Versorgungsleistungen der Arbeitnehmer führen zu einer Subsidiärhaftung des entsprechenden Arbeitgebers, die zu einer mittelbaren Pensionsverpflichtung der Wichernhaus gGmbH führen. Eine Passivierungspflicht besteht für derartige Verpflichtungen nach Artikel 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB nicht. Die Gesellschaft hat von dem Passivierungswahlrecht keinen Gebrauch gemacht.

Nach Artikel 28 Abs. 2 EGHGB besteht jedoch die Verpflichtung, den Betrag der in der Bilanz nicht ausgewiesenen Pensionsrückstellungen im Anhang anzugeben. Da der verlässlichen Betragsangabe im Anhang der Wichernhaus gGmbH praktische Schwierigkeiten der Ermittlung seitens der Zusatzversorgungskasse entgegenstehen, nimmt die Wichernhaus gGmbH entsprechend den Äußerungen des IDW qualitative Angaben über Art und Umfang der mittelbaren Verpflichtungen im Anhang wie folgt vor:

Die Wichernhaus gGmbH ist als Arbeitgeber Mitglied bei der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse Rheinland Westfalen in Dortmund (KZVK). Während der Zeit der Beschäftigung der Arbeitnehmer besteht für die Wichernhaus gGmbH eine Umlagepflicht, die einerseits aus der Versicherungsrentenverpflichtung und andererseits aus der Versorgungsrentenverpflichtung besteht, wobei die Ansprüche aus der Versorgungsrente höher sind als die aus der Versicherungsrente. Einzelheiten hierzu sind in der jeweiligen Satzung der Zusatzversorgungskasse geregelt. Die Summe der umlagepflichtigen Gehälter betrug im Geschäftsjahr 2023 TEUR 6.529 (i. Vj. TEUR 6.229). Die Umlagesätze betragen dabei wie folgt:

Kirchliche Zusatzversorgungskasse Rheinland Westfalen in Dortmund:

Umlagesatz 2023: 6,00 %,
davon trägt der Arbeitgeber 5,25 %,
Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer 0,75 %.

Der Stärkungsbetrag beträgt im Geschäftsjahr 2023 TEUR 40.

Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden nur erhaltene bzw. geleistete Zahlungen, die Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Das Treuhandvermögen bzw. die Treuhandverbindlichkeiten enthalten Klientenguthaben.

Als gemeinnützige Kapitalgesellschaft ist die Wichernhaus gGmbH im Wesentlichen von der Ertragssteuerpflicht befreit (ausgenommen ist der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb). Vor diesem Hintergrund waren keine latenten Steuern abzubilden.

2. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

2.1 Aktivseite

Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens kann dem Anlagespiegel entnommen werden.

Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Ausleihungen betreffen Ausleihungen an Gesellschafter.

Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 500 (Vj. TEUR 400) kurzfristige Liquiditätshilfen und resultieren im Übrigen aus dem Leistungsverkehr.

2.2 Passivseite

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber dem Personal in Höhe von TEUR 212 (Vorjahr: TEUR 264) sowie für Instandhaltung in Höhe von TEUR 210 (Vorjahr: TEUR 290).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten lassen sich nach Restlaufzeiten wie folgt aufgliedern:

2023 gesamt bis zu 1 Jahr
länger als 1 Jahr
davon länger als 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.995.085,27 174.888,59 3.820.196,68 3.282.795,48
Vorjahr 3.851.033,54 155.948,30 3.695.085,24 3.152.097,94
2. Verbindlichkeiten gegenüber anderen Darlehensgebern 409.702,99 20.248,70 389.454,29 301.941,04
Vorjahr 429.349,24 19.646,27 409.702,98 324.845,89
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 231.444,70 231.444,70 0,00 0,00
Vorjahr 172.929,62 172.929,62 0,00 0,00
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 216.449,04 216.449,04 0,00 0,00
Vorjahr 135.785,59 135.785,59 0,00 0,00
5. Erhaltene Anzahlungen 456.242,11 456.242,11 0,00 0,00
Vorjahr 456.242,11 456.242,11 0,00 0,00
6. Sonstige Verbindlichkeiten 80.442,81 80.442,81 0,00 0,00
Vorjahr 107.366,91 107.366,91 0,00 0,00
Gesamtsumme 5.389.366,92 1.179.715,95 4.209.650,97 3.584.736,52
Vorjahr 5.152.707,01 1.047.918,80 4.104.788,22 3.476.943,83

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie im Vorjahr in voller Höhe durch Grundschulden gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern betreffen den Leistungsaustausch.

3. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse enthalten Erträge aus allgemeinen Pflegeleistungen in Höhe von TEUR 12.169, sonstige Erlöse in Höhe von TEUR 82 sowie Erträge aus der gesonderten Berechnung von Investitionskosten in Höhe von TEUR 156.

Von den Umsatzerlösen ist ein Betrag von insgesamt TEUR 13 früheren Geschäftsjahren zuzurechnen (Vorjahr: TEUR 50).

In den sonstigen betrieblichen Erträgen ist ein Betrag von insgesamt TEUR 67 enthalten, der früheren Geschäftsjahren zuzurechnen ist (Vorjahr: TEUR 10).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten TEUR 13, die früheren Geschäftsjahren zuzuordnen sind (Vorjahr: TEUR 29).

4. Sonstige Angaben

4.1 sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Leasingverträgen von Jobrädern ergeben sich finanzielle Verpflichtungen über TEUR 31.

4.2 Organe der Gesellschaft

Organe der Gesellschaft sind:

Gesellschafterversammlung und

Geschäftsführung

Geschäftsführer:

Olaf Walter, Gelsenkirchen

Die Organstellung entspricht dem ausgeübten Beruf.

Der Geschäftsführer ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Der Geschäftsführer bezieht von der Gesellschaft keine Bezüge.

4.3 Nahestehende Unternehmen / Personen

Im Berichtsjahr sind keine Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen mit nahestehenden Unternehmen bzw. Personen zustande gekommen, die von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Finanzlage sind. Zu marktüblichen Bedingungen besteht eine selbstschuldnerische Bürgschaft mit dem Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e. V. als Sicherungsgeber mit einem Nominalbetrag von TEUR 144.

4.4 Durchschnittliche Zahl der in 2023 beschäftigten Arbeitnehmer

Die Wichernhaus gGmbH hat im Jahr 2023 durchschnittlich 195 Mitarbeitende, davon 145 im Pflegedienst, 16 in der Tagesstruktur, 10 im Nachdienst, 14 im Wirtschafts- und Versorgungsdienst, 4 im Technischen Dienst und 6 in der Verwaltung, beschäftigt (Vorjahr: 191 Mitarbeitende).

4.5 Gesellschafter

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss des Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e. V., Gelsenkirchen, einbezogen, der im Unternehmensregister offengelegt wird.

Der Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e. V. stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Die Angabe des Honorars für Abschlussprüfungsleistungen erfolgt im Konzernabschluss des Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e. V.

4.6 Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, liegen nicht vor.

4.7 Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 104.894,84 mit dem Gewinnvortrag in Höhe von EUR 3.606.610,35 auf neue Rechnung vorzutragen.

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 88.131,58 0,00 0,00 88.131,58
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten 15.728.995,31 0,00 0,00 15.728.995,31
2. Technische Anlagen 373.870,93 113.950,16 0,00 487.821,09
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.237.409,11 102.956,42 0,00 3.340.365,53
19.340.275,35 216.906,58 0,00 19.557.181,93
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 500.000,00 0,00 0,00 500.000,00
19.928.406,93 216.906,58 0,00 20.145.313,51
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.20223
EUR
31.12.20223
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 64.881,58 7.436,00 0,00 72.317,58 15.814,00 23.250,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten 6.373.012,51 337.374,00 0,00 6.710.386,51 9.018.608,80 9.355.982,80
2. Technische Anlagen 365.873,93 4.478,16 0,00 370.352,09 117.469,00 7.997,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.627.796,11 146.567,42 0,00 2.774.363,53 566.002,00 609.613,00
9.366.682,55 488.419,58 0,00 9.855.102,13 9.702.079,80 9.973.592,80
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 500.000,00 500.000,00
9.431.564,13 495.855,58 0,00 9.927.419,71 10.217.893,80 10.496.842,80

 

Gelsenkirchen, 14. Juni 2024

Wichernhaus gGmbH

Olaf Walter, Geschäftsführer

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Wichernhaus gGmbH, Gelsenkirchen

1. Rahmenbedingungen und branchenspezifische Entwicklung

Das politische Geschehen des vergangenen Jahres war von zahlreichen Krisen im In-und Ausland gekennzeichnet. Verunsicherung in der Bevölkerung als auch bei den Unternehmen machten zahlreiche Konsum- und Investitionsentscheidungen schwierig und erforderten mehrfach kurzfristige Handlungsdynamik. So sind nicht nur die weltpolitischen Entwicklungen durch Kriegsgeschehen und Rohstoffkrisen maßgeblich für das Handeln vor Ort, sondern löste auch die sich zeitlich nahezu überschlagenden Gesetzesnovellen aus Berlin zusätzliche Unsicherheit bei allen Beteiligten aus.

Nach dem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Schuldenpolitik der Bundesregierung sind die Folgen für die Haushalte von Bund und Ländern allenfalls in groben Zügen absehbar. Klar wird jedoch jetzt schon sein: auch in 2024 bleibt der wirtschaftliche Druck infolge des Haushaltsdefizits bei allen Marktteilnehmern hoch.

Die deutsche Wirtschaft trat im ersten Halbjahr 2023 auf der Stelle. Die hohe Inflation zehrte an der Kaufkraft der privaten Haushalte und ließ die Europäische Zentralbank die Leitzinsen kräftig anheben. Darunter litten die Konsum- und die Baukonjunktur, da die realen Haushaltseinkommen gesunken und die Finanzierungskosten gestiegen sind. Aber auch der Industriekonjunktur ging die Luft aus. Zwar verloren die angebotsseitigen Engpässe, die die Produktion im vergangenen Jahr noch spürbar hemmten, zunehmend an Bedeutung. Allerdings machte sich nachfrageseitig zunehmend die Abkühlung der Weltkonjunktur bemerkbar. Denn vielerorts bremsten Notenbanken die Konjunktur durch rasche und kräftige Leitzinsanhebungen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Zudem ist eine merkliche Kehrtwende bei der Produktion in den energieintensiven Industriezweigen in Deutschland trotz kräftig gesunkener Energiepreise bislang ausgeblieben. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr um 0,4 % zurückgehen. In den kommenden beiden Jahren wird die Wirtschaftsleistung dann um 1,4 % und 1,2 % zulegen. Die Inflationsrate wird weiter zurückgehen von durchschnittlich 6,0 % in diesem Jahr auf 2,6 % im kommenden und 1,9 % im übernächsten Jahr. 1

Unbeschadet dessen bleibt die Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Betreuung, aber auch an Produkten und Dienstleistungen des zweiten Gesundheitsmarktes aufgrund der demografischen Entwicklung, des medizinisch-technische Fortschritt und des wachsenden Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung ungebrochen hoch. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist infolge der Pandemiesituation bezüglich der Rekrutierung von Fachpersonal weiter angespannt. Ohnehin gelingt es den Unternehmen seit längerer Zeit nicht, am Arbeitsmarkt ihr notwendiges Fach- und Pflegepersonal zu finden.

1 ifo Konjunkturprognose Herbst 2023: Konjunktur in Deutschland kühlt weiter ab | Fakten | ifo Institut

2. Lage und Entwicklung der Gesellschaft

Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Wohnstätten, ambulanten Betreuungsmöglichkeiten und weiteren Dienstleistungsangeboten für geistig- und mehrfachbehinderte Menschen in Gelsenkirchen. Die Dienstleistungen der Gesellschaft sind orientiert am Hilfebedarf des einzelnen Bewohners. Es wird die Förder- und Entwicklungsplanung konzipiert, in die Praxis umgesetzt und in regelmäßigen Zeitabständen auf ihre Sinnhaftigkeit, ihre Korrektheit der Umsetzung und auf Verbesserungsmöglichkeiten hin überprüft. Im Dokumentationssystem wird der Prozess der Hilfebedarfserbringung festgelegt. Neben den Standardinformationen über die Bewohner beinhaltet dieses System auch die spezifische Förderplanung (Probleme, Ressourcen, Ziele, Maßnahmen) jedes Bewohners.

Seit Februar 2020 verfügt die Einrichtung im Wichernhaus, in vier Außenwohngruppen und in den Häusern Amanda, Caroline und Johannes über insgesamt 188 Wohnheimplätze. Durch die Entzerrung der Belegung wurde das Profil der einzelnen Wohngruppen geschärft und die Attraktivität gesteigert. Es gibt junges Wohnen in Haus Amanda, Rentner und mehrfach schwerstbehinderte Bewohner im Haupthaus, Doppeldiagnosen mit geistiger und psychischer Behinderung in Haus Caroline, Wohnen in den AWG für Werkstattgänger mit größerer Möglichkeit zur Verselbständigung. Die 32 Plätze im Bereich Wohnheim und 60 der 156 Plätze im Bereich Wohnstätte befinden sich im Haupthaus an der Warendorfer Straße, 40 Plätze verteilen sich auf die Außenwohngruppen, je 16 entfallen auf die Häuser Amanda und Caroline und 24 Bewohner*innen leben im Haus Johannes.

Zusätzlich zu den bestehenden Vergütungssätzen für den Wohnheimplatz haben 68 Bewohnerinnen eine Kostenzusage für tagesstrukturierende Maßnahmen (LT 24). Dieses Angebot ist konzipiert für Rentnerinnen und Rentner und schwerstmehrfach behinderte Menschen, die nicht werkstattfähig sind. Ebenfalls mit zusätzlicher Kostenzusage werden auf der Wohngruppe A2 gruppenbezogene tagesstrukturierende Angebote (LT 23) für 9 Bewohnerinnen erbracht.

Im Bereich des Ambulant Betreuten Wohnen wurden zum 31. Dezember 2023 durch die Wichernhaus gGmbH 53 Personen mit 189 Fachleistungsstunden betreut.

Die Wichernhaus gGmbH betreibt ein Qualitätsmanagementsystem gemäß den Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes des Landes NRW und den Anforderungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Die Ertrags- und Vermögenssituation der Gesellschaft ist stabil. Das Jahresergebnis ist positiv. Die maßgeblichen Einflussfaktoren für die Erlössituation (Auslastung u. Tagessatz) sind bezogen auf die vorgenannten Werte von Kontinuität gekennzeichnet.

Im Rahmen der Entgeltverhandlungen wurden die Leistungsentgelte in drei Etappen um insgesamt 16 % erhöht, so dass tarifbedingte Personalkostensteigerungen und höhere Sachkosten ausreichend refinanziert werden konnten.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

3.1 Ertragslage

Im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr 2023 hat die Wichernhaus gGmbH ein positives Ergebnis von TEUR 105 erzielt. Der Wirtschaftsplan 2023 endete mit einem Ergebnis in Höhe von TEUR 75 und wurde im Wesentlichen durch höhere Pflegeentgelte überschritten. Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 12.407 übersteigen die Umsatzplanung in Höhe von TEUR 11.910.

Die Erträge aus den allgemeinen Pflegeleistungen sind um TEUR 1.109 gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 12.169 gestiegen.

Im Jahresdurchschnitt wurden in den Wohnheimen der Wichernhaus GmbH 183 Bewohnerinnen betreut und versorgt. Die Auslastung ist als gut zu bezeichnen und unterschritt mit einer Auslastung von 97,34 % den Planansatz nur unwesentlich.

Die Personalkosten sind um TEUR 621 bzw. 7,4 % gestiegen. Das Verhältnis von Personalaufwand zur Gesamtleistung ist von 69,7 % auf 71,4 % gestiegen.

Der Materialaufwand ist um TEUR 43 (3,3 %) gesunken.

3.2 Finanzlage

Die Liquiditätslage weist zum Bilanzstichtag eine Überdeckung der liquiden Mittel und der kurzfristigen Forderungen sowie sonstigen Vermögensgegenständen über die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von rd. TEUR 1.315 aus. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten wurden planmäßig getilgt. Allen Verpflichtungen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit fristgerecht nachgegangen werden. Zur Finanzierung von Forderungen wurden, aufgrund der späten Umsetzung der Vergütungsvereinbarung, Liquiditätshilfen aus den verbundenen Unternehmen in Anspruch genommen, die zum Jahresende vollständig zurückgeführt wurden.

3.3 Vermögenslage

Das Anlagevermögen der Wichernhaus gGmbH reduzierte sich zum 31. Dezember 2023 nach Abschreibung auf TEUR 10.218. Die Anlagenzugänge konnten die Abschreibungen betragsmäßig nicht kompensieren. Der Aufbau der Leistungsforderungen erhöht das Umlaufvermögen maßgeblich um TEUR 439. Hintergrund ist das gegenüber dem Vorjahr gestiegene Abrechnungsvolumen infolge der Umsetzung neuer Entgelte. Die Verbindlichkeiten haben sich infolge einer Finanzierungsmaßnahme des Instandhaltungsaufwands in Form eines Austauschs der Heizungsanlage um TEUR 237 auf TEUR 5.389 gesteigert. Ein weiterer Teil des Anstiegs ist auf die Weiterberechnung der Kosten im Zusammenhang der Fusion durch den Gesellschafter entstanden. Das Eigenkapital ist aufgrund des positiven Ergebnisses auf TEUR 5.042 angestiegen und beträgt 39,6 % der Bilanzsumme.

3.4 Zusammenfassung Geschäftsverlauf und Lage

Die Ertragskraft des Unternehmens ist wie in den vergangenen Jahren hoch und ist kennzeichnend für eine gute Aufbau- und Ablauforganisation. Der Zustand und die Entwicklung der Gesellschaft sind mit Blick auf die Ertrags- Finanz- und Vermögenslage insgesamt als stabil zu beurteilen. Zusammenfassend ist der Geschäftsverlauf in 2023 und das Jahresergebnis als zufriedenstellend zu bezeichnen.

4. Prognosebericht

Für das Jahr 2024 wird ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 95 geplant. Bei der Berechnung der Hauptleistungsentgelte gehen wir von einer Auslastung von 98 % der bewilligten 188 Plätze aus. Wir kalkulieren mit Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 13.150.

Im Rahmen der Wirtschaftsplanerstellung wurde eine Tariferhöhung von 6,5 % zum 1. April 2024 angenommen.

Wir sehen derzeit, bei weiterhin guter Belegung, die Erlössituation als stabil an.

5. Chancen- und Risikobericht

Die wirtschaftliche Lage der Wichernhaus gGmbH ist gut. Wir verfügen über ausreichend Liquidität nachdem die Vergütungsverhandlungen nun dauerhaft durchschlagen.

Nach der Implementierung des neuen Leitbildes haben wir die vom WTG geforderten vorvertraglichen Informationsschriften in "leichter Sprache" herausgegeben.

Wir erreichen die gesetzlich geforderte Fachkraftquote in Höhe von 50 % knapp. Um perspektivisch den Anteil von Fachkräften zu sichern und bis zu 67 % steigern zu können, begleiten wir aktuell 15 Studenten und Schüler bei der dualen Ausbildung.

Der Bericht nach dem Rahmenprüfkatalog nach §14 WTG für alle Einrichtungen der Wichernhaus gGmbH liegt vor. Die Prüfbehörde konnte keine Mängel feststellen. Der Prüfbericht wird veröffentlicht.

Die gestiegenen Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr wurden im Wirtschaftsplan berücksichtigt. Das unwirtschaftliche und aus der Förderung gefallene BHKW wurde abgeschafft und durch eine Solarkraftanlage ersetzt.

Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, sind bis heute nicht erkennbar.

Die Gesamtbelegung ist schwankend. Durch die Alterspyramide unserer Bewohner wurden in den letzten zwei Jahren durchschnittlich 11 Plätze pro Jahr frei, bis dato waren es zwei freie Plätze pro Jahr. Trotz einer gefüllten Warteliste mit wartenden 54 Klienten, dauert es bis zur Wiederbelegung des Zimmers mindestens drei Monate.

Insbesondere die Wiederbelegung der Außenwohngruppen 1-3 bereitet zunehmend Schwierigkeiten. Alle Einrichtungen sind nicht barrierefrei und verfügen lediglich über Etagenbäder. Ebenso ist die Wiederbelegung freier Betten in unseren 13 Doppelzimmern schwierig, weil primär Einzelzimmer angefragt werden.

Um diese strukturellen Schwierigkeiten dauerhaft zu beseitigen verhandeln wir mit dem LWL über einen Ersatzneubau mit 24 Plätzen. Wenn diese Verhandlungen scheitern müssten langfristig die Einrichtungen aufgegeben und Betten abgebaut werden.

In diesem Jahr werden wir die pauschale Vergütungsanpassung akzeptieren. Wir haben nach Empfehlung des Spitzenverbandes 6,5 % angesetzt. Derzeit laufen die Verhandlungen noch, wir hoffen die geschätzte Höhe erreichen zu können.

 

Gelsenkirchen, 14. Juni 2024

Olaf Walter, Geschäftsführer der Wichernhaus gGmbH

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