Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 72871
Vorher
Scholt Energy Control GmbH
Eingetragen
8.7.2014
Branche
Wärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Brennstoffen, Erzen, Metallen und technischen Chemikalien
Gegenstand
Der Handel mit Energie und Energieträgern, mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Herkunftsnachweisen und sonstigen Zertifikaten oder Nachweisen über die Energieherkunft- oder Energieeigenschaft, sowie die Erbringung von Dienstleistungen oder der Handel mit sonstigen Rechten im Zusammenhang mit den vorgenannten Tätigkeiten. Erlaubnispflichtige Tätigkeiten nach dem Kreditwesengesetz (KWG) werden nicht ausgeübt.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dirk Johannes Krispijn
seit 30.12.2022
Geschäftsführer
Thilo Ottmann
seit 26.2.2021
Geschäftsführer
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Scholt Energy Holding N.V.NLD
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Scholt Energy Holding N.V.
Netherlands
50.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Scholt Energy Control GmbH

Ratingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen der Gesellschaft

1. Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Scholt Energy Control GmbH ("SED") ist ein verbundenes Unternehmen der Scholt Energy Holding N.V. (SEH), Valkenswaard/Niederlande. Die Konzernobergesellschaft ist die Scholt Energy B.V., Valkenswaard/Niederlande.

Die Scholt Energy Control Gruppe ist seit dem 1. Januar 2005 als Energieversorger für den niederländischen Geschäftskundenmarkt tätig. Die ersten Aktivitäten des Unternehmens in der Energiewelt gehen jedoch auf September 2003 zurück und konzentrierten sich hauptsächlich auf Energieeinsparungen für die Kälteindustrie.

Die Scholt Energy Control Gruppe ist auf die Strom- und Gasversorgung für Firmenkunden in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Österreich spezialisiert. Darüber hinaus kaufen wir Strom von Produzenten erneuerbarer Energien. Unser Lieferkonzept zielt auf Kostensenkung und Risikostreuung durch die Kombination von festen und variablen Preisen ab. Wir helfen unseren Kunden bei allen Energiefragen, von Energieeinsparungen über Solarmodule bis hin zur automatisierten Steuerung von Energieflüssen.

SED bietet in der Gruppe dabei verschiedene Dienstleistungen an:

Energieversorgung: Kosteneinsparungen und Risikostreuung durch maßgeschneiderte Einkaufsberatung.

Solarmodule: Wir verwalten den gesamten Prozess für den Kunden, von der Beantragung eines Zuschusses über die Installation der Solarmodule bis hin zur Wartung.

Energiekontrolle: Automatisierte Kontrolle der Energieflüsse, wobei die Flexibilität optimal auf die Marktpreisbewegung ausgerichtet ist.

Energiescans: Kosten- und Energieeinsparung durch umfassende Verbrauchsanalyse.

Die operativen Scholt Energy Control-Landesgesellschaften sind verantwortlich für Lieferverträge und Lösungen im Bereich Energieverbrauch, Energiespeicherung und Energieerzeugung. Darüber hinaus ist die niederländische Schwestergesellschaft Scholt Energy Trading B.V. für die Beschaffung von Gas und Strom verantwortlich. Seit 2014 bietet die Gruppe auch unabhängige Lösungen im Bereich Energieverbrauch, Energiespeicherung und Energieerzeugung an. Seit 2016 ist die Gruppe an den Joint Ventures C-Wind B.V. und V-Storage B.V. beteiligt. C-Wind ist im Bereich der Speicherung von Windenergie tätig, während V-Storage Energiespeicherlösungen für die Elektromobilität liefert.

Die Scholt Energy Control Gruppe ist mit Ihren jeweiligen Landesgesellschaften in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Österreich tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Valkenswaard (Niederlande). Es gibt auch Büros in Nieuwegein (Niederlande), Waregem (Belgien), Ratingen (Deutschland) und Stuttgart (Deutschland) sowie ab Anfang 2023 in Frankfurt. Der Hauptsitz der Scholt Energy Control GmbH befindet sich in Ratingen.

In 2014 wurde die Scholt Energy Control GmbH gegründet. Das Unternehmen konzentriert sich auf den deutschen Markt, an den seit 2015 Strom und seit 2017 Gas geliefert wird.

2. Leistungsindikatoren

SED gehört zur Gruppe der Scholt Energy Holding N.V. (SEH), Valkenswaard/Niederlande, die ihre Unternehmen auf Segmentebene nach Kennzahlen nach niederländischen Rechnungslegungsgrundsätzen kontrolliert. Für die interne Kontrolle und als Indikator für die Rentabilität verwendet SEH das um außerordentliche Effekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA nach niederländischen GAAP). Das bereinigte EBITDA nach niederländischen GAAP ist der wichtigste Leistungsindikator für SEH. Aktuell ergeben sich nur unwesentliche Bewertungs- und Ausweisunterschiede zwischen dem handelsrechtlichen Abschluss und dem Reporting für Konsolidierungszwecke.

Der wichtigste Bruttogewinntreiber ist die Strom- und Gaslieferung, für die eine feste Großhandelsverteilungsmarge pro MWh erzielt wird.

Die Scholt Energy Control GmbH bedient sich zur Unternehmenssteuerung folgender finanzieller Leistungsindikatoren: die Umsatzerlöse, das Betriebsergebnis ("EBIT") und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und außerordentlichen Effekten ("EBITDA") sowie die verkauften Energievolumen. Die Gesellschaft verwendet keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren, die für das Verständnis von Geschäftsverlauf oder Lage von Bedeutung sein könnten.

3. Ziele und Strategien

Als Energiepartner im Herzen der Gesellschaft fühlt sich die Scholt Gruppe verpflichtet, seine Verantwortung für eine nachhaltige Welt zu übernehmen. Scholt will jetzt und in Zukunft einen konstruktiven Beitrag zu einem transparenten Energiemarkt und zur nachhaltigen Energieerzeugung leisten.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Makroökonomisches Umfeld

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2023 weiter geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie den extremen Energiepreiserhöhungen. Die Energiekrise und geopolitische Spannungen verunsicherten Produzenten, Investoren sowie Konsumentinnen und Konsumenten. Der Welthandel verlor an Dynamik, mit negativen Folgen für die deutsche Exportwirtschaft. Die Energiepreise, die 2022 infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine extrem gestiegen waren, stabilisierten sich auf hohem Niveau und belasteten insbesondere die Industrieproduktion. Steigende Zinsen verschlechterten die jahrelang günstigen Finanzierungsbedingungen, was besonders die Bauwirtschaft bremste. Insgesamt dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur. Im Zuge dessen rutschte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 ins Minus.

Der Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag 2023 bei rd. 6,3%, während das preisbereinigte BIP in Deutschland 2023 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3% niedriger war als im Vorjahr. Im Jahr 2023 belief sich das BIP auf 4.121,2 Mrd. EUR gegenüber 3.876,0 Mrd. EUR im Jahr 2022. [1]

Aufgrund dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen ist das BIP 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 um 0,3% gesunken. Laut des statistischen Bundesamtes nahm die Wirtschaftsleistung kalenderbereinigt in 2023 um 0,1% ab.[2] Die hohe Inflation in nahezu allen Bereichen und gestiegene Finanzierungskosten hatten nach wie vor einen hohen Einfluss auf viele Bereiche der Wirtschaft sowie private Konsumenten und daher auch in wesentlichen Teilen für die Unternehmen.

Die gesamtwirtschaftliche Erholung lag für Europa in 2023 bei rd. 0,5 %.[3] Für das Jahr 2024 wird bisher von der Bundesregierung für Deutschland aktuell ein Wachstum von 0,2% erwartet, während das HRI eher -0,2% prognostiziert.[4]

Die Konjunkturerholung in 2023 verteilte sich uneinheitlich auf die einzelnen Länder. Infolge des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine und den Konflikten im Nahen Osten ist aber weiter mit Auswirkungen auf die Weltwirtschaft in 2024 zu rechnen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland lt. dem statistischen Bundesamt rd. 449,8TWh Strom (Mrd. kWh) erzeugt und somit rd. 11,8% weniger als im Jahr 2022. Gründe für den Rückgang waren insbesondere ein geringerer Strombedarf infolge der konjunkturellen Abschwächung in den energieintensiven Industriezweigen sowie der gestiegene Import von Strom aus dem Ausland. [5]

Der Erdgasverbrauch ist in 2023 nach vorläufigen Berechnungen des BDEW[6] um rd. 10,3% gegenüber 2022 gesunken, nachdem dieser im Vorjahr bereits um rd. 16,0% gesunken war.

Der gesamte Strommix von im Inland produziertem und ins Netz eingespeistem Strom für das Jahr 2023 kann nach den folgenden Quellen aufgeteilt werden: 1,5% (i. Vj. 6,4%) Atomkraft, 26,1% (i. Vj. 33,3%) Kohle, 13,6% (i. Vj. 11,4%) Erdgas, 31,0% (i. Vj. 24,1%) Wind, 6,2% (i. VJ. 5,8%) Biogas, 11,9% (i. Vj. 10,6%) Photovoltaik, 4,1% (i. VJ. 3,2%) Wasserkraft. [7]

Mit einem Anteil von 56,0 % stammte der im Jahr 2023 erzeugte und ins Netz eingespeiste Strom mehrheitlich aus erneuerbaren Energieträgern. 2022 hatte der Anteil noch 46,3 % betragen. Die Stromerzeugung aus diesen Quellen stieg im Jahr 2023 um 6,7 %. Die Einspeisung von Strom aus konventionellen Energien sank dagegen um 27,8 % auf einen Anteil von 44,0 % (2022:53,7 %). [8]

2023 war das erste Jahr, in dem in fast allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus konventionellen Energieträgern eingespeist wurde. Insgesamt erreichte die Einspeisung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2023 so einen neuen Höchstwert von 251,8 Milliarden Kilowattstunden und einen Anteil von 56,0 %

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen erhöhte sich in 2023 deutlich, insbesondere wetterbedingt in Folge eines Anstiegs im Bereich der Windenergie. Erneuerbare Energieträger decken nun 56,0% der inländisch produzierten und ins Netz eingespeisten Strommenge ab (2022: 46,3%). Im Jahr 2023 wurden in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen insgesamt 251,8 Mrd. kWh (i. Vj. 235,9 Mrd. kWh) Strom erzeugt und ins Netz eingespeist.

2. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 deutlich erhöht und stiegen von EUR 652,0 Mio auf EUR 721,9 Mio. Dies geht bei stark gesunkenen Preisen auf einen signifikanten Anstieg des abgesetzten Energievolumens für Strom und Gas zurück.

Die abgesetzte Strommenge betrug nach 1.918,3 Mio kWH in 2022 2.686,5 Mio kWH in 2023 und ist somit um rd. 40,0 % gegenüber 2022 gestiegen.

Die abgesetzte Gasmenge ist von 1.486,3 Mio kWH in 2022 auf 2.976,6 Mio kWH in 2023 und somit um rd. 100 % gegenüber 2022 gestiegen.

Die Anzahl der Kunden in Deutschland stieg 2023 erneut deutlich um rd. 42%. Nachdem wir neue Kundenbetreuer eingestellt haben, sind wir nun in vielen neuen Regionen des Landes aktiv.

Im Geschäftsjahr 2023 schloss die Umsatz- und Ergebnisentwicklung[9] trotz eine schwierigen Marktumfelds insgesamt zufriedenstellend und entsprechend den ursprünglichen internen Erwartungen ab.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Die Umsatzerlöse betragen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 721.867 und sind gegenüber 2022 um TEUR 69.844 bzw. 10,7% deutlich gestiegen. Der Anstieg ist bei deutlich gesunkenen Preisen vor allem Folge des stark gestiegenen Absatzvolumens für Strom und Gas. Die Aufwendungen für die bezogene und gehandelte Energie haben sich korrespondierend um TEUR 65.481 auf TEUR 701.771 ebenfalls deutlich erhöht. Die Bezugskosten sind um die Auswirkungen aus den Subventionen der Strompreisbremse (EUR 42,2 Mio) und den Gassubventionen (EUR 16,5 Mio) gemindert und reduziert. Die durch die Bundesregierung eingeführten Programme in Form der Dezemberhilfe, der Strompreisbremse und der Gassubvention ist in den Aufwendungen für die bezogene und gehandelte Energie saldiert ausgewiesen und hat zu keinen Ergebniseffekten geführt. Die erhaltenen Zuschüsse wurden 1:1 an die Endkunden weitergeleitet. Zudem sind seit 2021 mit Kunden abgerechnete CO 2 -Steuern in den Umsatzerlösen sowie den bezogenen Leistungen enthalten.

Die Personalaufwendungen betragen TEUR 5.049 nach TEUR 4.330 im Jahr 2022. Der Anstieg geht mit dem Ausbau des Vertriebsteams, höherer Bonusaufwendungen als auch der Zunahme des Geschäfts einher.

Die Abschreibungen betragen TEUR 45und blieben nahezu stabil.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich ebenfalls deutlich um TEUR 2.705 und betragen TEUR 7.452 und enthalten insbesondere Aufwendungen für Beratungs- und Dienstleistungen, Mieten, Kfz- und Reisekosten sowie Vertriebskosten. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen geht einher mit dem Wachstum der Mitarbeiteranzahl und dem Umsatzwachstum.

Das EBITDA beträgt TEUR 7.593 nach TEUR 6.656 im Jahr 2022. Das EBIT beträgt TEUR 7.549 nach TEUR 6.609 im Jahr 2022.

Das positive Finanzergebnis (Zinserträge abzgl. Zinsaufwand) hat sich gegenüber 2022 um TEUR 2.830 auf +TEUR 2.727 deutlich verbessert und resultiert nahezu vollständig aus Transaktionen mit verbundenen Unternehmen.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betragen TEUR 3.088 und sind entsprechend der Ergebnisentwicklung ebenfalls deutlich gestiegen.

Der Jahresüberschuss beträgt TEUR 7.188 nach TEUR 4.565 im Jahr 2022.

Die Bilanzsumme beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 159.676 und ist in Folge eines gestiegenen Absatzvolumens trotz eines stark gesunkenen Preisniveaus deutlich um TEUR 31.810 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Das Anlagevermögen erhöht sich durch Zugänge insbesondere im Bereich der Finanzanlagen deutlich um TEUR 50.651.

Der Anstieg der Aktivseite resultiert neben dem starken Anstieg des Anlagevermögens im Wesentlichen aus um TEUR 11.713 gestiegenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen, um TEUR 6.263 gestiegene sonstige Vermögensgegenstände und um TEUR 10.125 gestiegene Guthaben bei Kreditinstituten. Demgegenüber stehen um TEUR 46.942 auf TEUR 10.806gesunkene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Folge des stark gefallenen Preisniveaus und unterjährig höherer Abschlagszahlungen der Kunden im Gegensatz zum Vorjahr. Guthaben bei Kreditinstituten betragen TEUR 16.217 nach TEUR 6.092 im Vorjahr und haben sich signifikant erhöht.

Auf der Passivseite erhöhten sich die Rückstellungen (+TEUR 1.785), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+TEUR 11.145) und die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (+TEUR 3.497) sowie die sonstigen Verbindlichkeiten (+TEUR 8.194).)

Die Gesellschaft finanziert sich ausschließlich innerhalb der Scholt-Gruppe und ist in deren Finanzmanagementsystem über Verrechnungskonten eingebunden. Die Unternehmensfinanzierung wird durch die Zugehörigkeit zur Scholt-Gruppe sichergestellt

Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 und GmbH-Geschäftsanteilskauf- und -abtretungsvertrag vom 21. Juli 2022 hat die Scholt Energy Control GmbH ihren bisherigen Abrechnungsdienstleister, die Scholt Control Deutschland GmbH (bisher: em.serv GmbH, Bad Vilbel) vollständig übernommen. Anfang 2024 nach erfolgter Integration der Strukturen erfolgt eine Liquidation der Beteiligung. Hieraus ergeben sich keine wesentlichen Effekte auf den Jahresabschluss.

Die Geschäftsentwicklung 2023 war sehr zufriedenstellend und entsprach den ursprünglichen Erwartungen der Geschäftsführung und der Gesellschafter; sie war in Folge der hohen Wachstumsraten zufriedenstellend.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Die Chancen und Risiken der Scholt Energy Control GmbH werden durch das "Transfer Pricing Agreement" (Vertriebsvertrag) mit der Konzerngesellschaft Scholt Energy Control B.V. begrenzt. Die Scholt Energy Control GmbH verpflichtet sich, ausschließlich die Produkte der Scholt Energy Control B.V. zu vertreiben. Als Gegenleistung hierfür wird der Scholt Energy Control GmbH eine adäquate EBIT-Marge zugesichert.

1. Prognosebericht

Die Scholt Energy Control GmbH kann trotz der großen Herausforderungen in Folge der globalen Spannungen und Eintrübungen der Konjunktur auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Anzahl der deutschen Kunden und die Menge an Strom und Gas im Portfolio sind im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Wir gehen davon aus, dass diese im Jahr 2024 weiter zunehmen. Zu diesem Zweck wird das deutsche Verkaufsteam um zusätzliche Fachkräfte erweitert. Wir werden uns auch weiterhin auf kontinuierliche Verbesserung und Professionalität unserer Dienstleistungen konzentrieren.

Wir erwarten, dass die Scholt Energy Control GmbH ihre Produktpalette zukünftig erweitert. Im Jahr 2024 wird das Produkt Solarmodule in weiteren Pilotprojekten getestet. Das Produkt Energy Scans wurde bereits im Jahr 2019 entwickelt und getestet und wird daher seit 2020 deutschen Kunden angeboten.

Für 2024 wird mit einem deutlichen Anstieg des Umsatzes infolge deutlich gestiegener Anzahl der Kunden und korrespondierend gestiegener Absatzvolumenerhöhungen auf Basis von in 2023 geschlossenen Verträgen sowie in Folge neuer Vertragsabschlüsse in 2024 gerechnet. Ferner werden in 2024 aber Preiseffekte den Umsatz voraussichtlich nur geringfügig stark beeinflussen als in 2022 und 2023. Sollten die Marktpreise signifikant sinken, hat dies auch wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der Umsatzerlöse. Volumenbedingt erwartet man aber erneut ein deutliches Umsatzwachstum.

Wir planen für 2024 daher mit deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen[10] gegenüber dem Vorjahr trotz der weiterhin bestehenden Unsicherheiten und Herausforderungen in Folge der global bestehenden Spannungen und der weiterhin bestehenden Unsicherheit auch als Folge des Ukraine-Kriegs.

Für 2024 wird ein stabiles Preisniveau gegenüber 2023 erwartet. Einen Einfluss auf die Marktpreise bestehen seitens Scholt nicht. Preisänderungsrisiken werden innerhalb des Konzerns zentral gesteuert und sind in Folge unseres Geschäftsmodells aber von untergeordneter Bedeutung und haben daher zunächst keine direkte Auswirkung auf unser Geschäft in Deutschland. Bei Kunden mit indirektem oder direktem Bezug zu Russland und der Ukraine gab es bereits in 2022 und 2023 geringere Auswirkungen auf das Nachfrageverhalten. Auch beschaffungsseitig kann es zukünftig in Folge des Kriegs der Ukraine und der bestehenden globalen Spannungen, bspw. im Nahen Osten, zu Verzögerungen und Engpässen im Rahmen der Bezüge im Jahr 2024 kommen. Hierdurch können sich somit auch deutliche Auswirkungen auf unser Geschäft ergeben; bisher sind wir aber hierdurch, trotz massiver Turbolenzen an den Energiemärkten, nicht direkt betroffen.

Eine zuverlässige Prognose ist in Anbetracht der sich sehr dynamisch entwickelnden Situation allerdings sehr schwierig. Es besteht das Risiko, dass bei einem langanhaltenden Krieg Absatzeinbußen durch reduzierte Verkaufsvolumen sowie auch Probleme im Bereich der Energiebeschaffung hingenommen werden müssen.

Der Prognosebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.

2. Risikobericht/Risikomanagement

Wir führen regelmäßig allgemeine Risikoanalysen in der Gruppe und der SED durch. Dabei werden alle Prozesse des Unternehmens geprüft. Wenn kommerzielle, finanzielle oder operationelle Risiken identifiziert werden, werden die Prozesse des Unternehmens angepasst. Durch die jährliche Durchführung dieser Risikoanalysen können wir überwachen, ob die Risiken anschließend gemindert werden. Das Risikomanagement der SED ist unter Berücksichtigung der Größe und der Komplexität der Gesellschaft entsprechend ausgestaltet und in das konzernweite Risikomanagementsystem der Scholt-Gruppe eingebunden. Erkennbare Risiken werden erfasst und zusammen mit dem Risikomanagement der Konzernmuttergesellschaft bewertet und ggf. Steuerungs- und Überwachungsmaßnahmen eingeleitet.

Nachfolgend sind die Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, entsprechend ihrer Bedeutung, in abnehmender Reihenfolge aufgeführt:

Die Entwicklung der Konjunktur und auch Unsicherheiten in der Weltwirtschaft als Folge des Kriegs in der Ukraine, der Spannungen im Nahen Osten als auch der Handelskonflikte zwischen den USA und China und auch den USA und der EU, sowie auch aktuell insbesondere die Vielzahl der geopolitischen Spannungen, nehmen stets Einfluss auf das Nachfrageverhalten unserer Kunden und stellen somit ebenfalls ein nur schwer kalkulierbares Risiko dar. Insbesondere haben weiterhin auch Nachfragerückgänge und Unsicherheiten bei unseren energieintensiven Kunden, bspw. in der Stahl- und Automobilindustrie, sowie auch weiterhin als Folgen des Kriegs und er vielen geopolitischen Spannungen einen Einfluss auf die globale Weltwirtschaft und somit auch in Teilen auf unser Geschäft. Auch beschaffungsseitig können sich signifikante Auswirkungen je nach weiterer Entwicklung der Konflikte ergeben. Aktuell gibt es hier neben dem weiterhin hohem Preisniveaus nur begrenzte Auswirkungen und diese Risiken sind aber je nach Dauer des Kriegs und der Spannungen im Nahen Osten weiter unsicher zu bewerten.

Die in 2022 eingeführten Handelsembargos bzw. Aussetzungen für Energielieferungen aus Russland als Folge des Ukraine Kriegs stellen weiterhin ein moderates Risiko für den europäischen Energiebezug dar; deren Auswirkungen aktuell besser zu prognostizieren und zu kalkulieren sind. Alternative Bezugsquellen wurden erschlossen und können und werden wesentliche Teile der bezogenen Volumina ausgleichen. Es besteht eine Abhängigkeit der Gesellschaft vom Bezug der Energie über verbundene Unternehmen des Scholt Energy Konzerns, sodass etwaige Handelsembargos sowohl den Konzernabschluss der Scholt Energy Holding N.V. als auch unmittelbar die Scholt Energy Control GmbH betreffen.

Zur Vermeidung von Forderungsausfällen von Kunden werden offene Forderungen regelmäßig kontrolliert und überwacht. Ferner besteht eine Forderungsversicherung mit einem Selbstbehalt.

Risiken und Chancen können sich aus den regulatorisch vorgegebenen Rahmenbedingungen und den Energie- und Umweltvorschriften ergeben. Es gibt teilweise eine Abhängigkeit von legislativen Veränderungen, die zu einer Auswirkung auf die Nachfrage in der Branche führen können. Die im Jahr 2021 eingeführte CO 2 -Steuer führt zu steigenden Bezugskosten als auch Erlösen, da die Kosten 1:1 an die Kunden weitergegeben werden.

Die Schwestergesellschaft Scholt Energy Control B.V. sichert den Marktzugang und die Beschaffung der Energie sowie entwickelt und betreibt die in der Gruppe genutzte IT-Plattform. Alle mit diesen Prozessen verbundenen Risiken werden von Scholt Energy Control B.V. mit Sitz in Valkenswaard (Niederlande) getragen. Die Scholt Energy Control GmbH hat keinen Einfluss auf diese Prozesse.

Die operativen IT- und finanziellen Risiken werden im Wesentlichen von der Scholt Energy Control B.V. übernommen. Für die Scholt Energy Control GmbH können operationelle Risiken bestehen. Wir begrenzen diese Risiken, indem wir den Markt analysieren und mit kompetenten Mitarbeitern zusammenarbeiten.

Da die Scholt Energy Control GmbH Energie unter den Beschränkungen und Anweisungen verkauft, die die kommerzielle Leitung in den Niederlanden festlegt, sind die Risiken für den Vertrieb lokal begrenzt. Soweit für Scholt Energy Risiken in Bezug auf alle Beschaffungsaktivitäten oder die Bündelung von Preisrisiken bestehen, werden diese Verluste von den Niederlanden getragen. Die Preisvorteile für den Kunden werden über die lokalen Landeseinheiten abgerechnet und teilweise an die Kunden weitergegeben.

Die Scholt Energy Control GmbH ist somit abhängig von den geschäftlichen und finanziellen Entwicklungen der Scholt-Gruppe und ist von der Beschaffung und den Entscheidungen abhängig.

Die Scholt Energy Control GmbH verfügt über interne Berichts- und Kontrollsysteme, um Risiken frühzeitig zu identifizieren und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Insgesamt schätzen wir die genannten Risiken - vorbehaltlich nicht abschätzbarer Auswirkungen aus den vielen globalen Spannungen - als gering ein.

3. Chancenbericht

Neben dem Risikomanagement ist das Opportunity Management auch ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftsführung. Chancen sind das interne und externe Potenzial, das sich positiv auf die Geschäftstätigkeit von Scholt Energy auswirken kann.

Die Optimierung von Prozessen und Abläufen sowie Risikomanagementmaßnahmen stehen für eine solide, zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft.

Wir beobachten daher mit unseren Gesellschaftern das Marktumfeld und können somit produktspezifische Entwicklungen und deren Möglichkeiten erkennen.

Der weitere Ausbau unserer Produktpalette und Projektchancen mit unseren Kunden sowie die Weiterentwicklung unserer Produkte tragen dazu bei, dass wir die Anforderungen des Marktes zukünftig weiter erfüllen.

Um konkrete Marktchancen zu identifizieren, werden regulatorische Entwicklungen auf dem Energiemarkt verifiziert, die Ergebnisse der Marktforschung ausgewertet und wir bleiben im Dialog mit Kunden und Partnern.

Nach einer internen Machbarkeitsprüfung werden die Pilotprojekte normalerweise damit begonnen, den Markt in der Praxis zu testen. Die Ergebnisse werden strategisch vorbereitet (z. B. Bewertung kritischer Erfolgsfaktoren), und wenn die Bewertung positiv ist, wird das Produkt auf den Markt gebracht.

In den Niederlanden wird das besondere Einkaufskonzept von Scholt Energy zunehmend im Energiesektor angewendet. Über dieses Einkaufskonzept wird Energie sowohl am Tagesmarkt als auch am Terminmarkt eingekauft. In Deutschland ist dieses Konzept noch relativ neu, so dass sich bei besserer Bekanntheit mehr kommerzielle Möglichkeiten ergeben können.

SED hat die Möglichkeit, sich mit einer persönlichen, klaren Arbeitsweise noch weiter als Gesamtenergiepartner zu positionieren. SED will durch exzellenten Service die Kundenzufriedenheit weiter steigern und hat auch das Ziel die Energiekosten des Kunden insgesamt zu reduzieren.

Die Scholt Energy Control GmbH bietet deutschen Kunden bisher das Produkt Energieversorgung an. In den Jahren 2019 und 2020 haben wir ferner den deutschen Bedarf an Energiescans untersucht und mehrere Pilotprojekte hierzu durchgeführt. Wir haben auch das Potenzial von SED und seinen Kunden für unser Solarmodulprodukt im Jahr 2023 weiter untersucht. Im Jahr 2024 werden die Ergebnisse weiter evaluiert und zusätzliche Pilotversuche oder Produkteinführungen durchgeführt. Auch hier sehen wir Chancen für Wachstum.

 

Ratingen, den 13. Juni 2024

Scholt Energy Control GmbH

Die Geschäftsführung

Rob van Gennip

Dirk Krispijn

Thilo Ottmann

[1] Lt. Pressemitteilung Destatis vom 15.1.2024, Nr. 19

[2] Lt. Pressemitteilung Destatis vom 15.1.2024, Nr. 19

[3] Lt. Eurostat vom 14.2.2024

[4] Lt. Handelsblatt HRI Konjunkturprognose vom 7.3.2024

[5] Lt. Pressemitteilung Destatis vom 7.3.2024, Nr. 87

[6] Lt. BDEW Veröffentlichung vom 12.12.2023

[7] Lt. Pressemitteilung Destatis vom 7.3.2024, Nr. 87

[8] Lt. Pressemitteilung Destatis vom 7.3.2024, Nr. 87

[9] EBIT und EBITDA und Jahresüberschuss

[10] EBIT und EBITDA und Jahresüberschuss

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 50.718.099,58 67.288,79
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.230,60 28.489,01
1. entgeltlich und unentgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.230,60 28.489,01
a. EDV-Software 3.230,60 28.489,01
II. Sachanlagen 114.868,98 38.799,78
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 114.868,98 30.099,78
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 8.700,00
a. geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen 0,00 8.700,00
III. Finanzanlagen 50.600.000,00 0,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 600.000,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 50.000.000,00 0,00
B. Umlaufvermögen 108.957.425,91 127.798.256,04
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 92.740.686,21 121.706.412,10
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.806.139,72 57.748.556,45
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 59.435.215,30 47.721.973,14
3. sonstige Vermögensgegenstände 22.499.331,19 16.235.882,51
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 16.216.739,70 6.091.843,94
Summe Aktiva 159.675.525,49 127.865.544,83

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 17.071.291,90 9.882.971,14
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 50.000,00 50.000,00
1. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 1.000.000,00 1.000.000,00
III. Gewinnvortrag 8.832.971,14 4.267.591,35
IV. Jahresüberschuss 7.188.320,76 4.565.379,79
B. Rückstellungen 4.821.230,30 3.035.999,63
1. Steuerrückstellungen 3.422.369,07 1.700.947,40
2. sonstige Rückstellungen 1.398.861,23 1.335.052,23
C. Verbindlichkeiten 137.783.003,29 114.946.574,06
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 137.783.003,29 114.946.574,06
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27.229.810,38 16.084.364,26
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 93.624.947,44 90.128.037,54
3. sonstige Verbindlichkeiten 16.928.245,47 8.734.172,26
davon aus Steuern 8.416.402,77 1.988.872,21
Summe Passiva 159.675.525,49 127.865.544,83

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 721.867.438,87 652.023.241,50
2. Materialaufwand 701.770.678,24 636.289.661,06
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 701.770.678,24 636.289.661,06
Aufwendungen für bezogene Waren 701.770.678,24 636.289.661,06
3. Personalaufwand 5.049.109,27 4.330.394,59
a) Löhne und Gehälter 4.109.904,49 3.708.915,70
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 939.204,78 621.478,89
soziale Abgaben 939.204,78 621.478,89
4. Abschreibungen 44.517,20 47.103,89
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 44.517,20 47.103,89
5. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.452.819,94 4.747.341,46
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.241.427,48 344.646,67
davon aus verbundenen Unternehmen 2.824.670,36 344.645,76
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 514.133,94 447.128,38
davon an verbundene Unternehmen 509.107,93 380.654,63
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.087.793,00 1.940.790,00
9. Ergebnis nach Steuern 7.189.814,76 4.565.468,79
10. sonstige Steuern 1.494,00 89,00
Jahresüberschuss 7.188.320,76 4.565.379,79

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Scholt Energy Control GmbH, Ratingen

1. Allgemeines

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB sowie des GmbHG aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Scholt Energy Control GmbH ist i. S. d. § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft.

Scholt Energy Control GmbH mit Sitz in Ratingen ist beim Amtsgericht Düsseldorf unter der Nummer HRB 72871 im Handelsregister eingetragen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind unverändert zum Vorjahr angewendet worden.

Entgeltlich erworbene Software und Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (3 bis 8 Jahre). Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips ausgewiesen. Außerplanmäßige Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zum Nominalwert bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wird durch angemessene Abwertung Rechnung getragen.

Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag bereits erkennbaren Risiken abzudecken.

Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und Entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen (29,83%) im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Am Stichtag bestehen keine Bewertungsunterschiede.

Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung ("Pillar Two") sehen eine Besteuerung der weltweiten Gewinne großer Unternehmen (mit mindestens Mio. Euro 750 Jahresumsatz) mit einem effektiven Steuersatz von mindestens 15 % vor. Technisch umgesetzt wird die globale Mindestbesteuerung über eine Primärergänzungssteuer, eine Sekundärergänzungssteuer sowie eine anerkannte nationale Ergänzungssteuer. Das Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG), welches in Deutschland die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung beinhaltet, ist zum Bilanzstichtag bereits in Kraft getreten und grundsätzlich für alle Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2024 anzuwenden. Die Scholt Energy Control GmbH fällt in den Anwendungsbereich dieser Regelungen. Die Gesellschaft wird gemeinsam mit der Konzernmuttergesellschaft eine Analyse hinsichtlich der steuerlichen Auswirkung aus der globalen Mindestbesteuerungsregelung durchführen. Hieraus werden nur unwesentliche Effekte aus der Entrichtung einer Pillar Two Top-Up Tax erwartet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist als Anlage zum Anhang dargestellt.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Anteil
in %
Eigenkapital 31.12.2023
TEUR
Jahresergebnis 2023
TEUR
Unmittelbare Beteiligungen
Scholt Energy Deutschland GmbH, Frankfurt am Main (zuvor: em.serv GmbH, Bad Vilbel) 100 509 285

Mit GmbH-Geschäftsanteilskauf- und -abtretungsvertrag vom 21. Juli 2022 hatte die Scholt Energy Control GmbH ihren bisherigen Abrechnungsdienstleister, die em.serv GmbH, Bad Vilbel, im Vorjahr und mit Wirkung zum 1. Januar 2023 vollständig übernommen. Mit Gesellschafterbeschluss vom 4. Januar 2024 wurde die Liquidation der Scholt Energy Deutschland GmbH (zuvor: em.serv GmbH, Bad Vilbel) zum 31. Januar 2024 beschlossen. Aus der Liquidation ergeben sich keine wesentlichen Effekte im Hinblick auf den Wertansatz der Beteiligung.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen bestehen gegen den Gesellschafter und haben eine Laufzeit von 5 Jahren.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stammen, wie im Vorjahr, sämtlich aus Lieferungen und Leistungen und werden jeweils auf einem Verrechnungskonto mit dem verbundenen Unternehmen geführt. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten solche gegen die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 637 (i. Vj. TEUR 47.264).

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Rückforderungen aus Strom- und Gassteuer sowie gegenüber Energieversorgungsunternehmen und Kautionen.

Kautionen in Höhe von TEUR 38 (i. Vj. TEUR 12) haben eine Restlaufzeit von größer einem Jahr.

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 50.000,00 ist voll eingezahlt.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere Rückstellungen für Personalkosten, ausstehende Kreditversicherungen und Jahresabschlusskosten.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr ausnahmslos Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren, wie im Vorjahr, sämtlich aus dem Liefer- und Leistungsverkehr und werden jeweils auf einem Verrechnungskonto mit dem verbundenen Unternehmen geführt.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Umsatz- und Energiesteuern sowie erhaltene Kautionen.

Ferner sind im Geschäftsjahr Verbindlichkeiten aus Rückzahlungsverpflichtungen in Zusammenhang mit der Strompreisbremse sowie Gassubventionen in Höhe von TEUR 3.231 enthalten.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden fast vollständig im Inland und mit der Lieferung von Strom und Gas erzielt.

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

in Mio EUR 2023 2022
Strom inkl. Abgaben 501 520
Gas inkl. Abgaben 221 132
Total 722 652

Die Umsatzerlöse und Aufwendungen für bezogene Waren enthalten Netznutzungsentgelte und in geringem Umfang Korrekturen für Vorjahre im Bereich der EEG-Umlagen in Höhe von EUR 163,1 Mio (i. Vj. EUR 130,1 Mio), die an die Netzbetreiber entrichtet und an die eigenen Kunden in gleicher Höhe berechnet werden. In 2021 führte Deutschland eine CO 2 -Steuer auf Gas ein, bei der die Kosten für den Erwerb von CO 2 -Zertifikaten ebenfalls an die Kunden weitergegeben werden. Die Höhe der CO 2 -Steuer in den Umsatzerlösen und den Aufwendungen für bezogene Waren beträgt in 2023 EUR 13,6 Mio (i. Vj. EUR 7,6 Mio).

Aufwendungen für bezogene Waren

Die Auswirkungen und Subventionen aus der Strompreisbremse (EUR 42,2 Mio) und den Gassubventionen (EUR 16,5 Mio). sind in den Aufwendungen für bezogene Waren saldiert ausgewiesen und haben die Bezugskosten gemindert.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1 (i. Vj. TEUR 1).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen vollständig auf laufende Steuern in Höhe von TEUR 3.088 (i. Vj. EUR 1.941 Mio).

5. Sonstige Angaben

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse von wesentlicher Bedeutung sind mit Ausnahme des nachfolgenden Ereignisses nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten:

Mit Wirkung zum 31. Januar 2024 hat die Gesellschaft die Liquidation der Scholt Energy Deutschland GmbH beschlossen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich am Bilanzstichtag auf TEUR 1.260. Von diesem Gesamtbetrag sind Verpflichtungen in Höhe von TEUR 492 innerhalb eines Jahres, TEUR 768 vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2028 fällig. Es handelt sich hierbei um Verpflichtungen aus langfristigen Miet- sowie Leasingverträgen.

Der Zweck der Verträge ist die Finanzierung und Beschaffung von Vermögensgegenständen. Risiken könnten durch den Abschluss teurerer Anschlussverträge nach dem Auslaufen dieser Verträge entstehen. Vorteile, die zu der Entscheidung zur Durchführung bzw. Beibehaltung dieser Geschäfte geführt haben, sind hauptsächlich in der für die Gesellschaft fehlenden Kapitalbindung zu sehen. Darüber hinaus ergeben sich durch die Leasingfinanzierung für die Gesellschaft keine Verwertungsrisiken und die Möglichkeit der kurzfristigen Sicherung des aktuellen technischen Entwicklungsstandes.

Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigt im Jahresdurchschnitt ohne Geschäftsführung 72 eigene Mitarbeiter (i. Vj. 49). Zum Stichtag beschäftigt die Gesellschaft 78 Angestellte davon 76 Angestellte in Vollzeit (i. Vj. 61) und zwei in Teilzeit (i. Vj. 1).

Honorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 abgerechnete Gesamthonorar inkl. Auslagenersatz entfällt in Höhe von TEUR 85 auf Abschlussprüfungsleistungen, und in Höhe von TEUR 15 auf Steuerberatungsleistungen.

Zusammensetzung der Geschäftsführung

Zur Geschäftsführung bestellt sind:

van Gennip, Rob Antonius Franciscus, CEO der Scholt Energy Gruppe, operativer Geschäftsführer, Waalre/ Niederlande,

Krispijn, Dirk Johannes, CFO der Scholt Energy Gruppe, kaufmännischer Geschäftsführer, EA Ulvenhout/ Niederlande,

Ottmann, Thilo, Kaufmann, operativer Hauptgeschäftsführer, Wermelskirchen.

Die Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wurde in Anspruch genommen und auf die Angabe der Gesamtbezüge gem. § 285 Nr. 9 Buchstabea HGB verzichtet.

Konzernzugehörigkeit

Die Scholt Energy Control GmbH wird in den Konzernabschluss der Scholt Energy B.V., Valkenswaard, Niederlande, einbezogen, die auch den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Konzernobergesellschaft erhältlich. Ort der Hinterlegung ist die Kamer van Koophandel, Niederlande.

Ergebnisverwendung

Der Jahresüberschuss und der Gewinnvortrag sollen auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Ratingen, den 13. Juni 2024

Scholt Energy Control GmbH

Geschäftsführung

Rob van Gennip

Dirk Krispijn

Thilo Ottmann

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 200.508,50 0,00 0,00 0,00 200.508,50
200.508,50 0,00 0,00 0,00 200.508,50
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 66.464,56 95.237,99 0,00 8.700,00 170.492,55
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.700,00 0,00 0,00 -8.700,00 0,00
75.164,56 95.237,99 0,00 0,00 170.492,55
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 600.000,00 0,00 0,00 600.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 50.000.000,00 0,00 0,00 50.000.000,00
0,00 50.600.000,00 0,00 0,00 50.600.000,00
275.673,06 50.69.327,99 0,00 0,00 50.971.001,15
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 172.019,49 25.258,41 0,00 197.277,90
172.019,49 25.258,41 0,00 197.277,90
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 36.364,78 19.258,79 0,00 55.623,57
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
36.364,78 19.258,79 0,00 55.623,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
208.384,27 44.517,20 0,00 252.901,47
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 3.230,60 28.489,01
3.230,60 28.489,01
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 114.868,98 30.099,78
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 8.700,00
114.868,98 38.799,78
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 600.000,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 50.000.000,00 0,00
50.600.000,00 0,00
50.718.099,58 67.288,79

Ergebnisverwendungsbeschluss

Ergebnisverwendung

In der Gesellschafterversammlung am 28. Juni 2024 ist der von der Geschäftsführung aufgestellte und von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und der Lagebericht vorgelegt und festgestellt worden und beschlossen worden, den Jahresüberschuss 2023 sowie den bestehenden Gewinnvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Scholt Energy Control GmbH, Ratingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Scholt Energy Control GmbH, Ratingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Scholt Energy Control GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 13. Juni 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hoffmann, Wirtschaftsprüfer

Geller, Wirtschaftsprüfer

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