abcbank GmbH
Köln
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
2023
1. Grundlagen des Unternehmens
1.1. Geschäftsmodell
Die abcbank GmbH (kurz abcbank), Köln, ist eine
Tochtergesellschaft der abc Holding GmbH, Neuss, welche
wiederum eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des
Familienkonzerns Wilh. Werhahn KG, Neuss, ist. Die abcbank
ist mit ihrem Schwesterinstitut abcfinance GmbH, Köln,
und deren Tochtergesellschaften in personeller und
organisatorischer Hinsicht eng verknüpft (zusammen
Geschäftsbereich abcfinance). Die wirtschaftlichen
Beziehungen zwischen der abcbank und der abcfinance GmbH
sind in einem Kooperations- und einem
Dienstleistungsvertrag geregelt. Darüber hinaus
besteht ein Auslagerungsvertrag mit der abcfinance GmbH.
Des Weiteren übernimmt die abcbank das Cash-Pooling
zwischen der abcfinance GmbH und einigen ihrer
Tochtergesellschaften.
Die abcbank kauft Forderungen aus Leasing-, Mietkauf-
und Mietverträgen sowie Factoringforderungen der
abcfinance GmbH und deren Tochtergesellschaften (zusammen
unter der Muttergesellschaft abcfinance Holding als
Teilkonzern abcfinance Holding; kurz: TK abcfinance
Holding) von Unternehmen, Freiberuflern und
Gewerbetreibenden (regressloser Forderungsankauf) mit dem
Ziel einer langfristigen ertrags- und risikoorientierten
Entwicklung des Kreditgeschäfts an. Der Ausbau der
abcbank zur Refinanzierung des TK abcfinance Holding wird
durch den vermehrten Forderungsankauf weiter
vorangetrieben.
Die zur Refinanzierung des Forderungsankaufs
notwendigen Mittel erhält die abcbank über
verschiedene Produkte, darunter:
| ― |
das Einlagengeschäft durch
Herausgabe von Sparbriefen sowie Termin- und
Tagesgeldern an Privat- und Firmenkunden
|
| ― |
den Erwerb von Einlagen
institutioneller Anleger über Makler
|
| ― |
die Weiterveräußerung
von forfaitierten Forderungen an eine
Zweckgesellschaft
|
| ― |
die Teilnahme an
Refinanzierungsgeschäften durch Einreichung von
EZB-fähigen ABS-Senior Notes bei der Deutschen
Bundesbank
|
Dieses breite Angebot gewährleistet eine
weitgehend fristenkongruente Steuerung des Portfolios sowie
eine Optimierung des Passivzinses und damit der Zinsmarge.
Die abcbank ist Mitglied im Bundesverband Deutscher
Banken e.V. und gehört dessen
Einlagensicherungseinrichtung an. Im Zusammenhang mit der
Einlagensicherung hat die Wilh. Werhahn KG, Neuss, eine
Haftungserklärung für das Einlagengeschäft
abgegeben.
1.2. Ziele und Strategien
Die abcbank verfolgt in ihrer Geschäftsstrategie
das übergeordnete Ziel der Übernahme und
Sicherstellung wesentlicher Anteile der Refinanzierung
innerhalb des Geschäftsbereichs abcfinance. Durch die
weitgehende Unabhängigkeit von Drittinstituten soll
die Verfügbarkeit von Refinanzierungsmitteln mit Fokus
auf eine Zinsoptimierung sichergestellt werden. Zur
Erreichung dieses Ziels strebt die abcbank eine
nachhaltige, unabhängige und weitgehend
fristenkongruente Refinanzierung mit Hilfe eingeworbener
Mittel über Makler, Privat- und Firmenkunden sowie
durch die Veräußerung von Forderungen an eine
Zweckgesellschaft an. Die Risikotragfähigkeit und die
relevanten regulatorischen Kennzahlen sind dabei stets
einzuhalten.
2. Geschäftsverlauf und
Rahmenbedingungen
2.1. Gesamtwirtschaftliche und
branchenbezogene Rahmenbedingungen
2.1.1. Allgemein
Die Folgen der globalen Krisenherde nahmen auch im Jahr
2023 weiterhin Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung. Infolgedessen stagnierte, bedingt durch die
konjunkturelle Abkühlung im Sommerhalbjahr, die
Entwicklung in der deutschen Volkswirtschaft, und war im
letzten Quartal des Jahres mit -0,3 % rückläufig.
1 Die Inflation, gemessen am harmonisierten
Verbraucherpreisindex (HVPI), lag im Jahresdurchschnitt bei
+6,0 % (nach +8,7 % im Vorjahr), und sank insbesondere im
letzten Quartal des Jahres unter 4 %. Treiber dieser
Entwicklung waren vorrangig Preiserhöhungen bei
Verbrauchsgütern sowie für Energie.
2 In diesem Umfeld setzte die EZB ihren Kurs der
straffen Geldpolitik zur Eindämmung der Inflation im
Euroraum fort.
3 Bedingt durch die unterjährigen
Preissteigerungen und Zinserhöhungen nahm der Konsum
privater Haushalte trotz kräftiger Lohnzuwächse
mit -0,8 % (Anteil am BIP) leicht ab und konnte, ebenso wie
der erstmals seit 20 Jahren rückläufige
staatliche Konsum (-1,7 %), die Konjunktur nicht
stützen.
4,
5Auch die Unternehmen litten im Jahresverlauf
zunehmend unter einem hohen Kostendruck sowie einer
schwachen Nachfrage; lediglich die Automobilproduktion
sowie die durch staatliche Investitionen getragene
Rüstungsindustrie zeigten sich robust. Dies zeigte
sich auch bei den moderat zurückgehenden Importen
(-3,0 %) sowie einem mit -1,8 % im Vergleich zum Vorjahr
leicht rückläufigen Exportgeschäft. Die
Ausrüstungsinvestitionen zeigten sich insbesondere
aufgrund der staatlich geförderten Nachfrage im
PKW-Bereich sowie den staatlichen Investitionen für
Rüstung robust und nahmen im Berichtsjahr mit +3,0 %
leicht zu.
6Darüber hinaus nahmen weitere Faktoren wie
der Fachkräftemangel, eine zunehmende
Überregulierung sowie fiskal- und klimapolitische
Herausforderungen nach dem Urteil des
Bundesverfassungs-gerichts zur Schuldenbremse Einfluss auf
die Lage der deutschen Wirtschaft und sorgten dafür,
dass Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge das
kalenderbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023
mit -0,1 % (Vorjahr: +1,9 %) leicht rückläufig
ausfiel.
7 8
1 https://www.destatis.de/Pressemitteilungen
Januar 2024
2 https://www.destatis.de/Pressemitteilungen
Januar 2024
3
https://publikationen.bundesbank.de/monatsbericht-januar-2024
4
https://www.ifo.de/ifo-konjunkturprognose-winter-2023
5 https://www.destatis.de/Pressemitteilungen
Januar 2024
6 https://www.destatis.de/Pressemitteilungen
Januar 2024
7 https://www.destatis.de/Pressemitteilungen
Januar 2024
8 vgl. BDL-Rundschreiben 07-01-2024:
Gesamtwirtschaftliche Einordnung vom 14.02.2024
2.1.2. Leasing
Die deutsche Leasingbranche erwies sich im Jahr 2023
trotz der konjunkturellen Abkühlung als stabil. Der
Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) geht
für das Jahr 2023 davon aus, dass das gesamte
Leasinggeschäft zu Anschaffungskosten im Vergleich zum
Vorjahr mit +15 % einen kräftigen Zuwachs erfuhr.
Dabei entfiel auf das Neugeschäft im Leasing ein
deutliches Plus von über 17,8 %, das
Mietkaufgeschäft hingegen wies ein leichtes Wachstum
von +1,8 % auf. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass
unter anderem durch die Inflation bedingte
Preissteigerungen in bestimmten Objektgruppen einen
Einfluss auf diese Entwicklung nahmen. Die Anzahl neu
abgeschlossener Leasingverträge erhöhte sich
erheblich um +20,2 %, die der Mietkaufverträge nahm
moderat um -3,1 % ab. Der Rückgang im Mietkauf war
insbesondere auf die nachlassende Nachfrage in der
Objektgruppe Busse, LKW und Anhänger
zurückzuführen. Das Wachstum zu
Anschaffungswerten in den einzelnen Objektgruppen zeigte
unter dem Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
ein differenziertes Bild. So konnte das bereits im Vorjahr
stark ausgeweitete Geschäft im Fahrrad-Leasing auch im
Jahr 2023 mit +17 % kräftig zulegen. Die Objektgruppe
Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien profitierte von
der anhaltenden Nachfrage am Markt und wuchs mit einem
erheblichen Plus von über 22 %. Konjunkturell bedingte
Rückgänge hingegen verzeichneten die
Objektgruppen Produktionsmaschinen (-15,1 %) sowie
Agrartechnik (-10,6 %). Das für den Leasingmarkt
besonders wichtige Fahrzeugleasing, allem voran PKW, erfuhr
eine spürbare Zunahme neu kontrahierter Verträge
(+8 %), welche mit einem erheblichen Anstieg der
Anschaffungspreise von mehr als 20 % einherging.
9
9 vgl. BDL-Rundschreiben 07-01-2024:
Gesamtwirtschaftliche Einordnung vom 14.02.2024
2.1.3. Factoring
Im Jahr 2023 konnte Factoring weiterhin seine
Stärke eines krisensicheren Finanzierungspartners
unterstreichen. Bis zum ersten Halbjahr 2023 stieg der
Factoringumsatz nach Aussage des Deutschen
Factoring-Verbands e. V. gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres wahrnehmbar auf 192,8 Mrd.
€ (+5,7 %). Das nationale Factoringgeschäft
konnte mit einem Plus von 12,4 % deutlich auf rund 142 Mrd.
€ zulegen. Im internationalen Factoringgeschäft
zeigten sich die Effekte aus dem schwachen
Außenhandel; infolgedessen reduzierten sich die
Umsätze um 5,4 Mrd. € auf 50,8 Mrd. €. Dies
entspricht einem Rückgang von 9,7 %. Die Anzahl der
Factoringkunden bewegte sich mit einem Wert von 106.000
(+0,3 %) leicht über dem des Vorjahres.
10 Mit einem Marktanteil von 16 % (gemessen am
Gesamtumsatz) konnte der deutsche Factoringmarkt seine
Stellung als zweitgrößter in Europa
unterstreichen. Nach Erhebungen der EUF (EU Federation for
Factoring and Commercial Finance) stieg der Umsatz
europäischer Factoringunternehmen im Zeitraum von
Mitte 2022 bis Mitte 2023 um 58 Mrd. € auf einen
Rekordwert von 1.202 Mrd. €. Die Factoringquote, als
prozentualer Anteil des Factoringumsatzes am
Bruttoinlandsprodukt, lag in Deutschland für das 1.
Halbjahr 2023 unverändert bei 9,7 %. Damit lag
Deutschland nach wie vor leicht unter dem von der EUF
ermittelten EU-Durchschnitt (11,9 % im 1. Halbjahr 2023).
11
10 https://www.factoring.de/halbjahresbericht
2023
11 https://www.euf.eu.com/half-year-factoring
2023
2.1.4. Bankenumfeld
Die Folgen der Weiterführung der straffen
Geldpolitik seitens der EZB im Jahr 2023 hatte direkte
Auswirkungen auf den Bankensektor. Aufgrund ihrer soliden
Eigenkapitalpositionen und Liquiditätspuffer konnten
die Banken den konjunkturellen Abschwung gut meistern. Das
schnell gestiegene Zinsniveau nahm positiven Einfluss auf
die Ertragsseite.
12Mit steigenden Kreditrisiken sowie aufgrund
von aufsichtlichen und regulatorischen Anforderungen
verschärften die Banken ihren Kreditvergabeprozess.
Dies trug, neben einer Verteuerung der Kredite infolge
höherer Zinsen, zu einem Rückgang der
Kreditnachfrage bei.
13Der Anteil notleidender Kredite (NPL) bewegte
sich nach Branchenschätzung mit 1,3 % weiterhin auf
niedrigem Niveau.
14
Die drei wichtigsten Leitzinssätze wurden im
September 2023 letztmalig erhöht und blieben bis zum
Jahresende unverändert. Der Hauptrefinanzierungssatz
wurde von 2,5 % zu Jahresbeginn in sechs Zinsschritten
sukzessive auf 4,5 % im September 2023 angehoben.
15 Auf dem Geldmarkt bewegte sich die Euro Short
Term Rate (€StR) im Zeitraum Januar bis Dezember
zwischen 1,902 % und 3,902 %.
16 Das Wertpapierankaufprogramm, als wichtigstes
Mittel im geldpolitischen Instrumentarium zur
Liquiditätsbereitstellung, wurde ab März 2023
deutlich zurückgefahren. Ab Juli 2023 wurden die
Tilgungsbeträge aus dem beendeten APP (Asset Purchase
Programme) nicht erneut angelegt, das PEPP (Pandemic
Emergency Purchase Programme) hingegen wurde
unverändert gelassen.
17
Die Vermögensbildung privater Haushalte wurde
aufgrund des attraktiven Zinsumfeldes zu Lasten des
Konsumverhaltens ausgeweitet. Die Sparquote des Jahres 2023
erhöhte sich im Jahr 2023 und lag im dritten Quartal
2023 mit 10,3 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums
(9,6 %).
18Das Geldvermögen deutscher
Privathaushalte nahm in den ersten drei Quartalen des
Jahres 2023 um 224,3 Mrd. € auf 7.466,7 Mrd. €
zu. Der Großteil entfiel dabei auf das
Einlagengeschäft (2.711 Mrd. €) sowie auf
Anteilsrechte und Anteile an Investmentfonds (1.837 Mrd.
€).
19
12
https://www.bankingsupervision.europa.eu/banking/ssm.supervisory
priorities 2024 bis 2026
13
https://www.bundesbank.de/umfrage-zum-kreditgeschaeft-in-deutschland-2023
14
https://www.ey.com/kreditnachfrage-in-der-eurozone Dezember
2023
15
https://publikationen.bundesbank.de/monatsbericht-januar-2024
16
https://publikationen.bundesbank.de/monatsbericht-januar-2024
17
https://www.bundesbank.de/de/publikationen/monatsbericht-februar-2024
18
https://www.bundesbank.de/monatsbericht-februar-2024
19
https://www.bundesbank.de/monatsbericht-februar-2024
Leitzinssätze und Geldmarktzinsen
im Euroraum
Die Emissionstätigkeit im europäischen
Verbriefungsgeschäft startete aufgrund schwieriger
Marktbedingungen zurückhaltend in das Jahr 2023, um
dann im zweiten Quartal 2023 dank hoher
zurückbehaltener Emissionen sukzessive anzusteigen.
Die Belebung im europäischen Markt für
strukturierte Finanzierungen setzte sich im dritten Quartal
2023 mit einem Emissionsvolumen von 40,0 Mrd. € fort.
Das gesamte Emissionsvolumen belief sich Ende 2023 auf 233
Mrd. € und übertraf damit das Emissionsvolumen
von 2022 in Höhe von 210 Mrd. € (+11 %).
20 Insgesamt wurden 244 Transaktionen begeben,
was einem Anstieg von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr
entspricht.
21 Nach schwachem Jahresbeginn konnte sich der
ABS-Markt auf Jahressicht gut entwickeln; insbesondere
Anlageklassen wie Auto oder Lease ABS wiesen eine positive
Entwicklung auf. Auch hier traten nach Jahren der
Zurückhaltung wieder verstärkt Bankemittenten als
Akteure auf dem Verbriefungsmarkt auf. Vor dem Hintergrund
der Beendigung befristeter Finanzierungsprogramme der
Zentralbanken (bspw. PEPP) waren die Emittenten bestrebt
ihre Finanzierungsbasis zu erweitern. Dies sorgte für
eine Erhöhung des Angebots an ABS-Produkten mit
STS-Label. Aus Nachfrageperspektive konnten die niedrigeren
Kapitalkosten die Attraktivität des Produkts für
kapitalbewusste Käufer wie Banken und
Versicherungsgesellschaften erhöhen.
Des Weiteren mussten sich die Institute im Jahr 2023 mit
neuen regulatorischen Anforderungen auseinandersetzen.
Exemplarisch ist hier die 7. MaRisk Novelle zu nennen, die
neben diversen anderen Sachverhalten insbesondere Vorgaben
im Kontext Nachhaltigkeit macht bzw. konkretisiert. Unter
anderem sind dies die Einbindung der ESG-Kriterien in die
Unternehmensstrategie, das Risikomanagement und die
Kreditvergabeprozesse der Banken. Darüber hinaus trat
am 16. Januar 2023 die europäische DORA-Verordnung
(Digital Operation Resilience Act) in Kraft, die bis Mitte
Januar 2025 umzusetzen ist. Diese hat die digitale
Resilienz gegen Cyberrisiken im Finanzsektor zum Ziel und
geht mit umfangreichen Änderungen einher. Daneben
einigten sich das EU-Parlament und der Rat der EU-Staaten
im November 2023 über die sogenannte Instant Payment
Verordnung. Diese verpflichtet alle Banken und andere
Zahlungsdienstleister ihre Standardüberweisungen in
Euro zukünftig als Echtzeit-Überweisung
anzubieten. An die Verordnung wurden kurze
Übergangsfristen von 9 bzw. 18 Monate geknüpft.
22 Weitere Herausforderungen resultierten aus
dem seit dem 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwendenden
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, den Erweiterungen der
EU-Taxonomie Verordnung oder der Verabschiedung der
Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auf
europäischer Ebene.
20 Morningstar / DBRS: European Structured
Finance and Covered Bonds Outlook 2024
21 Morningstar / DBRS: European Structured
Finance and Covered Bonds Outlook 2024
22
https://www.consilium.europa.eu/instant-payments-council-and-parliament-reach-provisional-agreement
2.2. Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt von der
allgemeinen wirtschaftlichen Eintrübung aufgrund der
Folgen der globalen Krisenherde. Das Neugeschäft im
Leasing ist in hohem Maße von der Investitionsneigung
der mittelständischen Kunden abhängig. Trotz
schwieriger gesamtwirtschaftlicher Bedingungen profitierte
der Geschäftsbereich von Nachholeffekten aus der sich
weiter entspannenden Lieferkettenproblematik und der
erfolgreichen Weitergabe der gestiegenen
Refinanzierungskosten. Dies sorgt zusammen mit
inflationsbedingten Preissteigerungen für eine
erfreuliche Entwicklung im Leasingneugeschäft. Das
Factoringgeschäft wurde hingegen stärker als
erwartet von der konjunkturellen Eintrübung
beeinflusst.
Bei der Risikovorsorge konnte der
Geschäftsbereich den erwarteten moderaten Anstieg
beobachten. Ein Teil der mittelständischen Kunden, in
Abhängigkeit von der Branche, befindet sich weiterhin
in einer wirtschaftlich schwierigen Situation, was sich in
einem Anstieg der Insolvenzen zum Jahresende zeigt. Der
Geschäftsbereich hat dieser Risikosituation durch eine
angemessene Risikovorsorge Rechnung getragen.
Das Geschäft der Einzelgesellschaft abcbank
zeigt aufgrund ihrer Funktion als Refinanzierer der
Leasinggesellschaften ein von der Gesamtentwicklung im
Geschäftsbereich abweichendes Bild. Hier sind es vor
allem die Folgen aus der Zinserhöhung der EZB die zu
einer unterjährigen Verteuerung der Refinanzierung
beitrugen als auch die Einflüsse der konjunkturellen
Schwäche auf das angekaufte Portfolio und dem daraus
resultierenden höheren Bedarf an Risikovorsorge, die
die Entwicklung des Bankergebnisses maßgeblich
beeinflussten.
2.2.1. Aktivgeschäft
Der um rund 6 % auf 2.036,5 Mio. € erneut
spürbar angestiegene Bestand des Forderungsankaufs
Leasing ist auf den trotz der gesamtwirtschaftlichen
Schwäche erfreulichen Geschäftsverlauf im
Neugeschäft des TK abcfinance Holding (+1,2 %)
zurückzuführen, der auch die wirtschaftliche
Entwicklung der abcbank positiv beeinflusste. Der
Forderungsankauf Factoring verzeichnete zum Stichtag mit
106,7 Mio. € einen leichten Rückgang
gegenüber dem Vorjahr (-5 %).
|
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
31.12.2021 |
| Forderungsankauf Leasing
& Mietkauf |
Mio. € |
2.036,5 |
1.923,6 |
1.783,3 |
| Forderungsankauf
Factoring |
Mio. € |
106,7 |
112,6 |
120,6 |
An der moderaten Entwicklung im
Leasingneugeschäft des TK abcfinance Holding konnte
auch die abcbank durch Forfaitierungsgeschäft im
Geschäftsjahr 2023 partizipieren. Von der
Möglichkeit zum Forderungsankauf im Factoring wurde
bei einem leichten Rückgang von 5,2 % im Vergleich zum
Vorjahr in geringerem Umfang Gebrauch gemacht. Das
durchschnittliche Ankaufvolumen lag zum Jahresende bei
109,5 Mio. € und damit prägnant unterhalb der
Planvorgabe von 131,0 Mio. € für das Jahr 2023.
Vom TK abcfinance Holding wurden Forderungen aus dem
Leasing- und Mietkaufgeschäft mit einem Volumen von
888,8 Mio. € (Vorjahr: 885,2 Mio. €) durch die
abcbank angekauft.
2.2.2. Passivgeschäft
Die erfolgreiche Geschäftstätigkeit der
abcbank im Einlagengeschäft der Vorjahre setzte sich
auch im Jahr 2023 fort. Das Einlagengeschäft der
abcbank lag zum Stichtag wiederum über 1,0 Mrd. €
und mit 191 Mio. € deutlich über dem Vorjahr.
Durch die bis September 2023 anhaltenden Zinssteigerungen
der EZB verteuerte sich, bedingt durch die hohen
Zinssätze, die unterjährige Refinanzierung.
Infolgedessen stieg insbesondere die Nachfrage nach
Einlagen mit hoher Verzinsung im Langfristbereich. Bedingt
durch die hohe Nachfrage privater Anleger erhöhten
sich die Einlagen der Privatkunden erheblich um rund 64 %
auf 1.448,4 Mio. €. Das Einlagengeschäft mit
institutionellen Anlegern wurde am Bilanzstichtag
ausschließlich mit Firmenkunden unterhalten. Dieses
fiel, als Folge der Zinsstrategie der abcbank, mit einer
nachlassenden Nachfrage schwächer aus, sodass hier ein
starker Rückgang um 57 % auf 287,8 Mio. €
verzeichnet wurde.
|
Einlagengeschäft |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| - Tagesgelder |
Mio. € |
327,8 |
427,2 |
| -
Vorsorgesparpläne |
Mio. € |
1,6 |
1,8 |
| - Sparbriefe |
Mio. € |
1.113,8 |
469,7 |
| - Termingelder |
Mio. € |
261,0 |
612,8 |
| - Schuldscheine |
Mio. € |
32,1 |
32,1 |
Neben den Anlageprodukten refinanziert sich die
abcbank über die Teilnahme an Zinstendern im Rahmen
des Offenmarktgeschäftes der EZB. Zum Bilanzstichtag
waren 225 Mio. € in fünf Tendern an die abcbank
ausgegeben. Mit der Inanspruchnahme des EZB-Ankaufprogramms
sorgte die abcbank dafür, dass die abcfinance GmbH und
deren Tochtergesellschaften sich ohne negative Auswirkungen
auf die weiteren Refinanzierungswege refinanzieren konnten.
Auch hier erhöhten sich über die gestiegenen
Zinssätze die Kosten der Refinanzierung.
Darüber hinaus wurde Ende Februar 2023 die im
Jahr 2019 aufgesetzte sechste Verbriefungsstruktur im
Einklang mit den vertraglichen Bestimmungen per sog.
Clean-Up vorzeitig beendet. Eine neunte
Verbriefungsstruktur ist im Oktober 2023 mit einem
Wertpapiervolumen von nominal 400 Mio. € aufgesetzt
worden. Dabei wurden 109 Mio. € von insgesamt 349 Mio.
€ der Senior Note fremdplatziert. Die restlichen
Wertpapiere, darunter 4,0 Mio. € der Mezzanine-Tranche
sowie 47,0 Mio. € des First Loss Piece wurden
vollumfänglich von der abcbank erworben. Die
Verbindlichkeiten aus den veräußerten
Forderungen werden bei der abcbank bilanziell
berücksichtigt.
Im Berichtsjahr wurden unverändert keine
Effekten- und Wertpapierdepots für Dritte
geführt.
Das Wachstum der abcbank konnte mit Hilfe der
Passivprodukte refinanziert werden.
2.3. Lage der abcbank
2.3.1. Ertragslage
|
2023 |
2022 |
Veränderung |
|
Mio. € |
Mio. € |
in Mio. € |
in % |
| Zinsüberschuss |
31,2 |
49,7 |
-18,5 |
-37,2 |
|
Provisionsüberschuss |
-0,8 |
-1,1 |
0,3 |
-27,3 |
| Sonstige betriebliche
Erträge |
8,8 |
8,0 |
0,8 |
10,0 |
|
Verwaltungsaufwendungen |
-22,7 |
-25,0 |
2,3 |
-9,2 |
| Risikovorsorge |
-23,0 |
-9,3 |
-13,7 |
147,3 |
| Sonstige
Aufwendungen |
-0,1 |
-0,1 |
0,0 |
0 |
| Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit |
-6,6 |
22,2 |
-28,8 |
-129,7 |
Im Berichtsjahr ist ein erheblich gesunkener
positiver Zinsüberschuss von 31,2 Mio. €
(Vorjahr: 49,7 Mio. €) erwirtschaftet worden.
Bereinigt um positive Einmaleffekte aus dem Clean-Up (6,6
Mio. €; Vorjahr: 4,9 Mio. €) ist der
Zinsüberschuss im Vergleich zum bereinigten Ergebnis
des Vorjahres mit 24,6 Mio. € (- 45,0 %) stark
rückläufig. Um 16,9 Mio. € auf 67,5 Mio.
€ kräftig gestiegene Zinseinkünfte aus dem
forfaitierten Geschäft sowie stark erhöhte
Zinseinkünfte aus den im eigenen Bestand gehaltenen
ABS-Wertpapieren einschließlich Nachrangdarlehen
(+6,8 Mio. € auf 36,2 Mio. €) tragen neben den
aufgrund der verstärkten Nutzung von Overnight
Geschäften beträchtlich gestiegenen sonstigen
Zinsen (+3,3 Mio. € auf 3,5 Mio. €) und dem
höheren Zinseffekt aus dem Clean-Up (+1,7 Mio. €)
maßgeblich zu den Zinserträgen von insgesamt
120,1 Mio. € bei. Belastend wirkte sich der Verzicht
auf die Erhebung von Vorfälligkeitsentschädigung
(-2,3 Mio. €; 0,0 Mio. €) aus. Den
Zinserträgen stehen um 49,8 Mio. € auf 88,9 Mio.
€ erheblich gestiegene Zinsaufwendungen
gegenüber. Die Zinsaufwendungen betreffen mit 30,3
Mio. € um 24,2 Mio. € stark gestiegene Zinsen
für das Einlagengeschäft sowie mit 44,5 Mio.
€ (+38,2 %) im Vorjahresvergleich erheblich
höhere Aufwendungen aus der Weiterleitung von Zinsen
aus den ABS-Transaktionen. Darüber hinaus steigen die
Zinsaufwendungen für die Refinanzierung über
Offenmarktgeschäfte kräftig um 13,2 Mio. €
auf 14,0 Mio. €. Die beträchtliche
rückläufige Entwicklung im bereinigten
Zinsüberschuss ist somit im Wesentlichen auf den
kräftigen Anstieg der Refinanzierungskosten durch ein
ausgeweitetes Einlagengeschäft sowie eine Verteuerung
für Offenmarktgeschäfte zurückzuführen.
Die im Vergleich zum Vorjahr erkennbar
rückläufigen Verwaltungsaufwendungen (-9,1 % auf
22,7 Mio. €) sind im Wesentlichen auf die der abcbank
im Umlageverfahren verrechneten Sach- und Personalkosten
der Schwestergesellschaft abcfinance (-2,4 Mio. € auf
4,6 Mio. €) zurückzuführen. Die übrigen
Aufwendungen für die allgemeine Verwaltung (-0,3 % auf
6,3 Mio. €) und die darin enthaltenen relevanten
Aufwendungen im Zusammenhang mit der neunten
Verbriefungsstruktur (0,7 Mio. €; Vorjahr: achtes
Compartment 0,8 Mio. €) bewegten sich im Berichtsjahr
nahezu auf Vorjahresniveau.
Der Bedarf an Risikovorsorge hat vor dem Hintergrund
der konjunkturellen Entwicklung im Geschäftsjahr 2023
um 13,6 Mio. € auf 23,0 Mio. € kräftig
zugenommen. Die in den Vorjahren aufwandswirksam gebildeten
Rückstellungen für Kreditrisiken blieben im
Vorjahresvergleich unverändert bei 0,3 Mio. €.
Die Bonitäten der seitens der abcbank angekauften
Adressen verschlechterten sich vor dem Hintergrund der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der
Wertberichtigungsaufwand für einzelwertberichtigte
Forderungen (einschließlich Auflösung der
pauschalisierten Einzelwertberichtigungen von 1,5 Mio.
€ in 2022) ist nach Verrechnung mit Erträgen aus
der Auflösung stark um 17,3 Mio. € auf 23,5 Mio.
€ gestiegen. Der Bestand an Einzelwertberichtigungen
hat sich gegenüber dem Vorjahr um +19,2 % kräftig
erhöht. Die Pauschalwertberichtigungen verringerten
sich im Geschäftsjahr um 0,2 Mio. €.
Vor dem Hintergrund eines durch den Zinsanstieg
beeinflussten Refinanzierungsumfeldes und damit
einhergehenden höheren Kosten der Refinanzierung
bewegt sich das Forfaitierungsgeschäft der abcbank
weiterhin auf hohem Niveau. Der stark sinkende
Zinsüberschuss (-18,5 Mio. €) sowie ein erkennbar
stärkerer Bedarf an Risikovorsorge (-13,7 Mio. €)
wirkte deutlich belastend auf die Ertragslage, die
geringeren Aufwendungen für die Umlage mit dem TK
abcfinance (+2,4 Mio. €) wirken dagegen entlastend.
Vor dem Hintergrund zeigt sich in diesem Geschäftsjahr
ein negatives Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit, welches spürbar um 28,8
Mio. € auf -6,6 Mio. € zurückgeht.
Damit hat sich die im Vorjahr getroffene Erwartung
der Geschäftsleitung hinsichtlich eines trotz
rückläufiger Entwicklung weiterhin positiven
Geschäftsergebnisses insbesondere aufgrund des
außerordentlich negativen Refinanzierungsumfelds und
einer erheblichen Zunahme des Bedarfs an Risikovorsorge
für das Jahr 2023 nicht erfüllt.
2.3.2. Vermögens-, Finanzlage
& Kapitalstruktur
|
2023 |
2022 |
Veränderung |
|
in Mio. € |
in Mio. € |
in Mio. € |
in % |
| Barreserve |
10,5 |
103,4 |
-92,9 |
-89,8 |
| Forderungen an
Kreditinstitute |
125,0 |
3,1 |
121,9 |
100,0 |
| Forderungen an
Kunden |
2.227,2 |
2.125,3 |
101,9 |
4,8 |
| Schuldverschreibungen
und andere Wertpapiere |
928,0 |
904,7 |
23,3 |
2,6 |
| Sonstige Aktiva |
20,5 |
11,7 |
8,8 |
75,2 |
| Bilanzsumme Aktiva |
3.311,2 |
3.148,2 |
163,0 |
5,2 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
233,1 |
340,3 |
-107,2 |
-31,5 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden |
1.739,6 |
1.548,1 |
191,5 |
12,4 |
| Sonstige
Verbindlichkeiten |
1.093,6 |
995,8 |
97,8 |
9,8 |
| Sonstige Passiva |
2,2 |
16,0 |
-13,8 |
-86,3 |
| Eigenkapital |
242,7 |
248,0 |
-5,3 |
-2,1 |
| Bilanzsumme Passiva |
3.311,2 |
3.148,2 |
163,0 |
5,2 |
Die Vermögenslage der abcbank im
Geschäftsjahr 2023 ist durch die positive Entwicklung
im Leasing- und Mietkaufgeschäft, einem gestiegenen
Wertpapierbestand durch den Erwerb von Wertpapieren des
neunten Compartments bei gleichzeitigem Aufbau der
Verpflichtungen aus dem in diesem Zusammenhang
veräußerten Forderungsbestand sowie einer
signifikanten Ausweitung der Refinanzierung mittels
Einlagengeschäft geprägt. Darüber hinaus
wurde verstärkt von der Möglichkeit zur Nutzung
der Anlage freier Liquidität in Form von
Overnight-Geschäften Gebrauch gemacht. Dieser
Entwicklung standen zum Stichtag, bedingt durch das
rückläufige Offenmarktgeschäft, verminderte
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie
durch den Verbrauch von Steuerrückstellungen deutlich
abnehmende Sonstige Passiva gegenüber.
Die Bilanzsumme der abcbank nahm im Berichtsjahr
erkennbar um 163,0 Mio. € auf 3.311,2 Mio. € zu.
Die Zunahme auf der Aktivseite resultiert im Wesentlichen
aus der Ausweitung des forfaitierten Geschäfts mit dem
TK abcfinance Holding (+ 5,8 %) und dem Erwerb sowie
Tilgung von ABS-Schuldverschreibungen aus der neunten und
siebten Verbriefungstransaktion (+ 2,6%). Auf der
Passivseite sind es insbesondere die Ausweitung der
Refinanzierung über das Einlagengeschäft (+ 12,5
%) sowie der Aufbau von ABS-Verbindlichkeiten im
Zusammenhang mit dem neunten Compartment (+ 374,1 Mio.
€), die zur Ausweitung der Bilanzsumme beitragen.
Inflations- oder Wechselkurseinflüsse hatten
keinen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der
Vermögenslage.
Die abcbank hat 2023 Leasing- und Mietkaufforderungen
in Höhe von 888,8 Mio. € (Vorjahr: 885,2 Mio.
€) vom TK abcfinance regresslos angekauft; damit lagen
die Aktivitäten im Forfaitierungsgeschäft auf
hohem Vorjahresniveau (+ 0,4 %). Diese Entwicklung ist vor
allem im Hinblick auf die konjunkturelle Belastung der
Gesamtwirtschaft im Berichtsjahr einzuordnen. Der Bestand
aus forfaitiertem Leasing- und Mietkaufgeschäft liegt
zum Bilanzstichtag mit 2.036,5 Mio. € sichtbar
über dem Vorjahresniveau (+ 5,9 %). Die Zunahme des
Wertpapierbestandes um 23,3 Mio. € auf 928,0 Mio.
€ steht in direktem Zusammenhang mit dem Erwerb von
Wertpapieren aus der neunten ABS-Transaktion in Höhe
von 291,0 Mio. € nominal, denen ein Abbau aus der
Rückveräußerung von Wertpapieren aufgrund
des Clean-Up der sechsten ABS-Transaktion im Februar 2023
(64,6 Mio. €) sowie die Tilgung von
Schuldverschreibungen aus der siebten ABS-Transaktion
(181,2 Mio. €) gegenüberstehen.
Auf der Passivseite stehen diesen am Bilanzstichtag
Einlagen von Kunden in Höhe von 1.736,2 Mio. €
gegenüber. Damit liegt die Refinanzierung über
das Einlagengeschäft mit einem Anstieg von +192,6 Mio.
€ deutlich über Vorjahresniveau. Die angekauften
Leasing- und Mietkaufforderungen werden im Wesentlichen
sowohl durch ABS als auch die Hereinnahme von Kundengeldern
refinanziert. Zu den Einlagenkunden der Bank zählen
neben kommunalen und inländischen institutionellen
Anlegern in erster Linie Privatanleger und
Geschäftskunden. Die Teilnahme an
Offenmarktgeschäften wurde nominal ohne Zinsabgrenzung
im Vorjahresvergleich um 33,8 % auf 225,0 Mio. €
nominal ohne Zinsabgrenzung erheblich reduziert.
Das Jahr 2023 war geprägt von dem in 2022
eingeschlagenen Kurs der EZB hinzu einer restriktiveren
Geldpolitik der EZB, welcher mit dem deutlichen Anstieg des
Zinsniveaus sowie der sukzessiven Rücknahme des
Angebots einer kostengünstigen Refinanzierung
einherging. Diese Maßnahmen trugen zu geänderten
Refinanzierungsbedingungen bei. Aufgrund der breiten
Refinanzierungsbasis der abcbank über diverse
Einlagenprodukte mit Privat- und Firmenkunden, der
Teilnahme an Offenmarktgeschäften durch die Beleihung
von erworbenen ABS-Wertpapieren der Senior Tranchen gab es
im Jahr 2023 keine nennenswerten Liquiditätsrisiken.
Die Refinanzierung erfolgt ausschließlich in Euro.
Währungsrisiken wurden nicht eingegangen.
2.3.2.1. Kapital und Eigenmittel
Die abcbank steht als hundertprozentige
Tochtergesellschaft der abc Holding GmbH unverändert
im alleinigen Anteilsbesitz des Familienkonzerns Wilh.
Werhahn KG.
Im Geschäftsjahr 2023 hat die abc Holding GmbH
zur Stärkung der Eigenkapitalbasis der abcbank eine
weitere Erhöhung der Gewinnrücklagen um 14,2 Mio.
€ (unter Berücksichtigung einer Ausschüttung
in Höhe von 20 T€) durch Einstellung des
Jahresergebnisses 2022 vorgenommen. Bei von 1.650,5 Mio.
€ auf 1.737,4 Mio.€ gestiegener Risikoaktiva und
die durch den Jahresfehlbetrag von 5,3 Mio.€
belasteten Eigenmittel hat sich die Kernkapitalquote auf
13,94% (Vorjahr: 14,16%) reduziert. Der Jahresfehlbetrag
2023 wurde in Anwendung von §302 AktG durch Entnahme
aus den Gewinnrücklagen ausgeglichen. Die abc Holding
GmbH plant im Geschäftsjahr 2024 zur weiteren
Stärkung der Eigenkapitalbasis der abcbank eine
Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 25
Mio. €.
Die anrechenbaren Eigenmittel zur Berechnung der
Großkreditgrenze nach Berücksichtigung des
Jahresfehlbetrags betragen zum Bilanzstichtag 242,2 Mio.
€ (Vorjahr: 233,7 Mio. €).
2.3.2.2. Liquidität
Das Finanzmanagement der abcbank verfolgt das Ziel,
dem Geschäftsbereich abcfinance jederzeit
ausreichende, laufzeitkongruente Finanzierungsmittel zur
Verfügung zu stellen und somit die Zinsaufwendungen zu
optimieren.
Als Folge der gestiegenen Geldmarktzinssätze zur
Bekämpfung von inflationären Tendenzen sind im
Geschäftsjahr 2023 die Einlagenkonditionen für
private Einlagen rundweg gestiegen. Durch angemessene
Konditionsanpassungen sowie einer weiteren ABS-Verbriefung
von Leasingforderungen konnte die abcbank die
Liquiditätsausstattung stabil halten und sogar
ausweiten. Im Geschäftsjahr war stets eine
ausreichende Liquidität sichergestellt.
Zum Stichtag betrug die Mindestliquiditätsquote
LCR (Liquidity Coverage Ratio) zur Bewertung des
kurzfristigen Liquiditätsrisikos 643,9 % (Vorjahr:
363,5 %) und lag damit deutlich über den
aufsichtsrechtlichen Anforderungen von 100 %. Zudem betrug
die langfristig ausgerichtete Kennzahl NSFR (Net Stable
Funding Ratio) zum Stichtag 135,4 % (Vorjahr 122,1 %) und
somit ebenfalls über der geforderten
Mindestausstattung.
2.3.3. Finanzielle und nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren
Zur internen Steuerung des Geschäftsbereichs
abcfinance werden folgende Leistungsindikatoren, sogenannte
Key Performance Indicators, herangezogen. Finanzielle
Leistungsindikatoren sind RoE (Return on Equity =
Eigenkapitalrendite), RoA (Return on Assets =
Gesamtkapitalrendite) und CIR (Cost-Income-Ratio =
Aufwand-Ertrag-Relation).
Das Wachstum des Aktivgeschäfts der abcbank
beruht auf dem verstärkten Forderungsankauf der
Schwestergesellschaft abcfinance GmbH und ihren
Tochtergesellschaften. Dies führt dazu, dass sich bei
isolierter Betrachtung der abcbank die Interpretationen der
Kennzahlen RoA, RoE und CIR stark verschieben. Eine
Beurteilung des Erfolgs muss daher unter Einbeziehung des
TK abcfinance Holding stattfinden.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde für den
Geschäftsbereich abcfinance mit Auswirkung auf das
wirtschaftliche Reporting eine Anpassung in der
Substanzwertrechnung vorgenommen. Zum vorherigen
Berichtsstichtag wurden
Liquiditätsüberschüsse nicht verzinst. Zum
aktuellen Berichtsstichtag erfolgt nun eine Verzinsung der
Liquiditätsüberschüsse. Diese Anpassung
wirkt sich unmittelbar und erhöhend auf die
Substanzwertrechnung und somit auf das wirtschaftliche
Ergebnis EBITA des Geschäftsbereichs abcfinance aus.
Der Effekt aus der Umstellung beträgt 17,3 Mio.
€, davon entfallen 4,7 Mio. € auf die Vorjahre.
Dies wirkt sich aufgrund des veränderten
wirtschaftlichen Ergebnisses auch auf die Berechnung der
Kennzahlen RoE und RoA aus.
Die Eigenkapitalrendite stellt eine Kennziffer zur
Beurteilung der Ertragslage dar, die das Ergebnis des
Jahres im Verhältnis zum erweiterten Eigenkapital
(bilanzielles Eigenkapital zuzüglich Substanzwert nach
Steuern) anzeigt. Das Ergebnis wird durch das für
Leasinggesellschaften relevante bereinigte wirtschaftliche
Ergebnis (EBITA) repräsentiert, dass sich aus dem
operativen HGB-Ergebnis (vor Steuern), einer Zinsgutschrift
für den Substanzwert sowie der
Substanzwertveränderung zusammensetzt.
RoE = Bereinigtes wirtschaftliches Ergebnis EBITA /
Unterstelltes Ø erweitertes Eigenkapital *100 [%]
Der RoE liegt für das Jahr 2023 mit 7,2 % unter
dem Planniveau (8,4 %) und über dem Vorjahr (6,3 %;
der Vorjahreswert ohne Berücksichtigung der Verzinsung
von Liquiditätsüberschüssen lag bei 5,1 %).
Begründet ist dies durch das erheblich gesteigerte
wirtschaftliche Ergebnis, welches insbesondere durch die
positive Substanzwertveränderung, bedingt durch das
margenstarke Neugeschäft und die Verzinsung der
Liquiditätsüberschüsse, verbessert werden
konnte. Der RoE für das Jahr 2023 einschließlich
der auf die Vorjahre entfallenen Zinserträge aus der
Verzinsung von Liquiditätsüberschüssen liegt
bei 8,3 %.
Die Gesamtkapitalrendite stellt eine Kennzahl zur
Ermittlung der Rentabilität des eingesetzten
Gesamtkapitals dar. Das Ergebnis wird durch das
wirtschaftliche Ergebnis (EBITA) dargestellt.
RoA = Wirtschaftliches Ergebnis (EBITA) / Ø
Bilanzsumme *100 [%]
Der RoA liegt im Geschäftsjahr 2023 mit 0,7 %
unter dem Planniveau (0,9 %) und, aufgrund des höheren
wirtschaftlichen Ergebnisses, über dem Vorjahresniveau
(0,7 %; der Vorjahreswert ohne Berücksichtigung der
Verzinsung von Liquiditätsüberschüssen lag
bei 0,5 %). Der RoA für das Jahr 2023
einschließlich der auf die Vorjahre entfallenen
Zinserträge aus der Verzinsung von
Liquiditätsüberschüssen liegt bei 0,9 %.
Die Cost Income Ratio stellt die operative Aufwands-
und Ertragsrelation dar. Zum vorherigen Berichtsstichtag
wurden bei der Berechnung alle Aufwendungen (Personal- und
Sachkosten, Abschreibungen sowie Provisionen) ins
Verhältnis zu den Erträgen aus dem
Neugeschäft, den Nacherlösen und den
Nebenerträgen aus dem Bestand sowie dem Finanzbeitrag
und den sonstigen betrieblichen Erträgen gesetzt. Zum
aktuellen Berichtsstichtag werden die Aufwendungen
(Personal-/Sachkosten und Abschreibungen) ins
Verhältnis zum betriebswirtschaftlichen Rohertrag und
den sonstigen betrieblichen Erträgen gesetzt. Die CIR
erlaubt eine quantitative Aussage über die Effizienz
der Leistungserstellung. Je geringer der Wert, desto
effizienter wirtschaftet das Unternehmen.
Die CIR ist im Geschäftsjahr mit 73,9 %
schlechter als geplant (70,7 %) und liegt über dem
Vorjahr (61,9 %). Ursächlich hierfür sind
insbesondere die stark angestiegenen
Refinanzierungskonditionen, die zu einer erheblichen
Belastung des Rohertrags geführt haben, diese konnte
auch durch ein konsequentes Kostenmanagement nicht
kompensiert werden. Die nach dem alten Ansatz berechnete
CIR beträgt 75,5 % (Vorjahr: 79,9 %).
Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren beobachtet
die abcbank zur internen Steuerung die
Mitarbeiter-Fluktuationsquote. Im Jahr 2023 liegt ist diese
mit 13,4 % (Vorjahr: 15,8 %) gegenüber dem Vorjahr
leicht rückläufig. Die abcbank betreibt ein
eigenes Inhouse-Schulungsprogramm. 2023 lag die
durchschnittliche Teilnehmerzahl der abcbank bei 66
Mitarbeitern. Dies entspricht einer Quote von 49 % der in
der Bank beschäftigten Mitarbeiter.
3. Prognose-, Risiken- und
Chancenbericht
3.1. Prognosebericht
Die Geschäftsführung der Gesellschaft weist
darauf hin, dass die hier dargestellten Erwartungen
unterstellen, dass die Teuerungsrate im Jahresverlauf
weiter rückläufig ist und infolgedessen die EZB
in den Sommermonaten ihre restriktive Geldpolitik mit der
Senkung des Zinsniveaus sukzessive - mit positivem Effekt
auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung
-zurücknimmt. Aus diesem Sachverhalt resultiert eine
leichte Planungsunsicherheit bezüglich der erwartbaren
Entwicklung der Gesellschaft.
Die deutsche Wirtschaft wird sich im Jahr 2024,
wenngleich zeitlich verzögert, voraussichtlich
erholen. Getragen wird diese Entwicklung durch eine
Ausweitung der privaten Konsumausgaben sowie eine
sukzessive Erholung des Exports durch eine steigende
Nachfrage auf den Auslandsmärkten. Im Inland sorgen
eine nachlassende Inflation sowie steigende Reallöhne
für ein konsumfreundlicheres Klima. Gemessen am
harmonisierten HVPI wird im Jahresdurchschnitt von einer
Inflationsrate in Höhe von 2,7 % ausgegangen. Es wird
erwartet, dass die Teuerung für Energie und
Nahrungsmittel deutlich nachgibt. Somit entfalten die
ergriffenen geldpolitischen Maßnahmen der EZB zur
Erreichung des Zielkorridors von 2 % Inflation im Euroraum
ihre Wirkung. Daneben ist für Ende 2024 die
Einstellung der Reinvestitionen für das PEPP geplant.
23 Die Sparquote wird voraussichtlich sinken und
sich sukzessive wieder ihrem langjährigen Mittel von
10,6 % annähern.
24 Die Beendigung finanzpolitischer
Stützungsmaßnahmen wie der Abfederung der
Energiekrise sowie im Zusammenhang mit den Netzentgelten
werden trotz deutlich höherer Ausgaben für
Rüstung und Rente voraussichtlich positiv auf die
Schuldenquote einwirken und so die Staatsverschuldung um
-0,7 Prozentpunkte auf 1,3 % senken.
25 Mit ersten Zinssenkungen wird ab dem
Frühsommer 2024 gerechnet, gleichwohl wird der
Hauptrefinanzierungssatz im Jahresdurchschnitt bei 4,3 %
gesehen.
26 Somit werden die Unternehmen weiterhin durch
hohe Kosten für die Finanzierung belastet werden.
Hinzu kommen erhöhte Unsicherheiten möglicher
staatlicher Fördermaßnahmen für
Transformation und Klimaschutz, sodass mit einem
Rückgang der Unternehmensinvestitionen gerechnet wird.
27Dabei werden die Ausrüstungsinvestitionen
voraussichtlich maximal stagnieren.
28Die Bandbreiten in den Prognosen zur kommenden
wirtschaftlichen Entwicklung weisen auf eine gewisse
Unsicherheit hin. Die prognostizierte Zunahme des realen
Bruttoinlandsproduktes (BIP) für das Jahr 2024 sieht
die Deutsche Bundesbank bei 0,4 %. Das ifo-Institut geht
von einer Zunahme in Höhe von 0,7 % aus.
29 30
Das Wachstum in der Leasingbranche wird durch die
zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung
beeinflusst. Der Branchenverband BDL gibt sich in seiner
Prognose für das kommende Jahr ungewöhnlich
zurückhaltend. Der Branchenverband rechnet damit, dass
die realen Ausrüstungsinvestitionen maximal
stagnieren, sodass das Wachstum in der Leasingbranche
voraussichtlich stark limitiert sein wird. Der auf den
Unternehmen lastende Kostendruck, strukturelle Probleme,
die wirtschaftliche Schwäche Chinas sowie die hohe
Regulierung sind nur einige Faktoren, die nach
Einschätzung des BDL die deutsche Volkswirtschaft im
kommenden Jahr vor große wirtschaftliche
Herausforderungen stellen werden. Folglich fallen die
Erwartungen des BDL für die Leasingbranche insgesamt
verhalten
aus.31 32
Auch die Mehrheit der Mitglieder des Factoringverbandes
blickt aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung verhalten
in die Zukunft. Als große zukünftige
Herausforderungen werden unter anderem gestiegene
Refinanzierungskosten, eine hohe Energiepreisunsicherheit
und der Fachkräftemangel angeführt.
33 Da Factoring gerade in konjunkturell
herausfordernden Zeiten mit Blick auf die Bereitstellung
kurzfristiger Liquidität und durch seine
Planungssicherheit eine wichtige Rolle einnimmt, wird diese
Finanzierungsform weiterhin und insbesondere von
mittelständischen Unternehmen als alternative
Finanzierungsform nachgefragt werden. Darüber hinaus
ist Factoring ein wichtiger Baustein des
Transformationsprozesses hin zu einer nachhaltigen
Wirtschaft.
34 Wachstumspotential ist mit Blick auf die
Factoringquote, als Anteil des Factoringumsatzes am BIP
möglich, da Deutschland mit einer Quote von 9,7 %
deutlich unter der Quote vieler anderer europäischer
Länder lag, die ihrerseits über 15 % kamen.
35
Die EZB geht für das kommende Jahr davon aus, das
sich die aufsichtsrechtlichen und regulatorischen Vorgaben
die Kreditvergabepolitik weiter verschärfen werden,
wenngleich hieraus kein wesentlicher Rückgang in der
Kreditnachfrage resultieren sollte.
36 Die Banken sehen einem herausfordernden Jahr
entgegen. Das erwartete moderate Wachstum im
Kreditgeschäft ist eng geknüpft an die
zukünftige konjunkturelle Entwicklung. Höhere
Kosten aus dem gestiegenen Zinsniveau werden
voraussichtlich die Margen der Banken belasten, da
Zinssenkungen aufgrund des Wettbewerbs nicht direkt
weitergereicht werden können. Es wird erwartet, dass
die Banken dies durch Erträge aus
zinsunabhängigem Geschäft kompensieren. Weiterhin
werden steigende Kosten für Digitalisierung und
Transformation voraussichtlich die Ertragssituation
belasten.
37
Die europäische Bankenaufsicht hat
gegenüber den Banken ihre Vorgaben darüber,
welche Themen diese mit hoher Priorität in den
kommenden drei Jahren angehen müssen, formuliert. Dazu
gehören insbesondere die Stärkung der
Widerstandsfähigkeit gegen unmittelbare
makrofinanzielle und geopolitische Schocks, ein
erhöhtes Tempo bei der effektiven
Mängelbeseitigung in der Governance und dem Management
von Klima- und Umweltrisiken sowie die konsequente
Weiterverfolgung der digitalen Transformation und der
Erstellung robuster Rahmenwerke mit Blick auf die operative
Resilienz.
Herausforderungen der Banken, wie steigende Kosten und
deren limitierte Weiterreichung an ihre Kunden oder die
verschärften Kreditbedingungen, betreffen ebenfalls
die Schuldner in aktiven ABS-Transaktionen. Folglich kann
für das kommende Jahr nicht ausgeschlossen werden,
dass sich die Pool-Performance bestehender Transaktionen,
wenngleich auf niedrigem Niveau, etwas verschlechtert. Das
erwartete Emissionsvolumen 2024 liegt zwischen 210,0 Mrd.
€ und 220,0 Mrd. €.
38 Die (Neu-)Emissionen werden sich
voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau wie 2023
bewegen. Die an Investoren platzierten europäischen
Verbriefungsemissionen könnten zunehmen. Das Auslaufen
der Refinanzierungsprogramme der Zentralbanken bietet die
Möglichkeit, den Anteil des platzierten
Emissionsvolumens an Investoren weiter auszubauen. Vor dem
Hintergrund der angespannten Kostensituation für
Finanzierung und Kapital, könnten sich Banken im
kommenden Jahr veranlasst sehen, verstärkt
Transaktionen mit Blick auf die Bilanzoptimierung
durchzuführen.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen in der
Bankenlandschaft sind unverändert geprägt von
einer Vielzahl an Vorgaben sowie hohen
Prüfungsanforderungen, welche die Banken auch
weiterhin vor große Herausforderungen stellen werden.
Im kommenden Jahr stehen die Themen Finanzstabilität,
Nachhaltigkeit, Digitalisierung und
Geldwäscheprävention im Fokus der Aufsicht und
sind insofern von hoher Relevanz für die Banken. Im
Kern wird es unter anderem um die Umsetzung der CRR III,
der CSRD und die zusätzlichen Anforderungen aus der
DORA (Digital Operational Resilience Act) gehen. Mit
Umsetzung der CRR III (Capital Requirement Regulation)
gehen maßgebliche Veränderungen in der
Säule 1 (i. e. S. Veränderungen bei den RWA- und
Eigenmittelanforderungen) einher. Bis Ende 2024 müssen
die Banken die CRR III in ihrer Prozess- und IT-Landschaft
umsetzen. Weitere wichtige Zukunftsthemen bilden zum einen
der Entwurf zur 8. MaRisk Novelle, der seit Mitte Februar
2024 in Konsultation befindlich ist und bis März 2024
final vorliegen soll.
39 Zum anderen die seitens der EU geplante, im
Entwurf befindliche, Zahlungsverzugsverordnung, die von
Mitte Januar bis Mitte März 2024 konsultiert wird.
Kernstück ist hier die geplante Verkürzung der
Zahlungsfrist auf 30 Tage.
40
Die Geschäftsleitung der abcbank geht zum
Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses davon aus,
dass die technische Rezession bis zum späten
Frühjahr überwunden sein wird und mit
rückläufiger Inflation und einer sukzessiven
Senkung des Zinsniveaus es ab der zweiten Jahreshälfte
2024 zu einer allmählichen Erholung der
gesamtwirtschaftlichen Lage kommt. Dies wird auch die
Entwicklung der binnenwirtschaftlichen Konjunktur und somit
das Geschäft im Geschäftsbereich abcfinance
beeinflussen. Aufgrund dessen erwartet die
Geschäftsführung im Leasing ein spürbares
Wachstum im Neugeschäft. Im Factoring wird damit
gerechnet, dass bedingt durch die konjunkturelle
Entwicklung, ein leicht höheres Neugeschäft
generiert werden, welches im Wesentlichen durch das
Geschäft mit Bestandskunden getragen wird, mit
entsprechender Auswirkung auf das Forfaitierungsvolumen der
abcbank GmbH.
Die voraussichtliche Entwicklung der abcbank folgt
der Neugeschäftsentwicklung des TK abcfinance Holding,
da dieser den wesentlichen Zuträgerkanal im
Aktivgeschäft darstellt. So übertragen sich auch
die Chancen und Risiken der abcfinance GmbH auf die
abcbank. Die abcfinance GmbH plant durch den Ausbau der
Geschäftsfelder das Neugeschäftswachstum
fortzuführen. Im kommenden Geschäftsjahr soll die
Strategie, durch organisches Wachstum zu wachsen,
fortgesetzt werden. Opportunistisches, anorganisches
Wachstum wird dabei nicht ausgeschlossen.
Die Eigenkapitalausstattung der Bank wird durch die
geplante Kapitalerhöhung im Jahr 2024 gestärkt.
Der erwartete Anstieg im Neugeschäft führt zu
höheren Risikoaktiva.
Vor dem Hintergrund eines geringen erwarteten
Wirtschaftswachstums für das kommende Jahr erschweren
das voraussichtlich verhaltene Investitionswachstum sowie
der anhaltend hohe Kostendruck, der auf den Unternehmen
lastet, die Prognose der Risikopositionen. Die
Kapitalplanung zeigt trotz des negativen Ergebnisses im
Berichtsjahr und mit Blick auf die bevorstehende
Kapitalerhöhung eine stabile Eigenkapitalausstattung.
Bei einem weiterhin hohen, aber im Vergleich zum Vorjahr
reduzierten, Risikovorsorgebedarf und einem kräftig
positiven Zinseffekt aus dem forfaitierten
Leasinggeschäft, aus dem ein im Vergleich zum Vorjahr
deutlich erhöhter Zinsüberschusses resultiert,
rechnet die abcbank 2024 mit einem leicht positiven
Jahresergebnis. Die Geschäftsführung der Bank
erwartet, dass die erforderliche
Mindesteigenkapitalausstattung nicht gefährdet sein
wird.
Die Geschäftsführung der abcbank geht
für den genannten Zeitraum davon aus, dass sich die
durchschnittlichen Kosten der Refinanzierung bedingt durch
den im Jahr 2023 deutlichen Anstieg des Markzinsniveaus
zunächst auf hohem Niveau halten werden und sich mit
den ersten Zinssenkungen durch die EZB langsam
rückläufig entwickeln. Hinsichtlich des
Zeitpunkts und der Höhe der seitens der EZB für
das Jahr ergriffenen Zinssenkungsschritte bestehen in
Abhängigkeit von der unterjährigen Entwicklung
der Inflationsrate gewisse Prognoseunsicherheiten. Die
Möglichkeit zur Refinanzierung über die Beleihung
von ABS-Wertpapieren der Seniortranche sowie die Ausweitung
des Einlagengeschäfts bilden im kommenden Jahr die
Säulen einer kostenoptimierten Refinanzierung. Der
Bedarf an Risikovorsorge wird auch von der Entwicklung der
Insolvenzen im Jahr 2024 beeinflusst werden.
Insgesamt erwartet die Geschäftsleitung der
abcbank, dass der erwartete Rückgang der
Risikovorsorge und die erhöhten Zinseinnahmen durch
die Ausweitung des Forfaitierungsgeschäfts, die
Zinsbelastungen aus Refinanzierung und die negativen
Beiträge aus dem operativen Betrieb kompensieren
werden und so ein im Vergleich zum negativen
Geschäftsergebnis des Vorjahres, ein leicht positives
Geschäftsergebnis auf niedrigem Niveau bedingen
werden.
Aufgrund der Annahmen zur Neugeschäfts- und
Ergebnisentwicklung geht der Geschäftsbereich
abcfinance für das Jahr 2024 davon aus, dass sich die
Kennzahlen RoE, RoA und CIR erkennbar verbessern werden.
23
https://www.bundesbank.de/publikationen/monatsbericht-dezember-2023
24
https://www.ifo.de/ifo-konjunkturprognose-winter-2023
25
https://www.bundesbank.de/publikationen/monatsbericht-dezember-2023
26
https://www.ifo.de/ifo-konjunkturprognose-winter-2023
27
https://www.bundesbank.de/publikationen/monatsbericht-dezember-2023
28 BDL-Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
29
https://www.bundesbank.de/publikationen/monatsbericht-dezember-2023
30
https://www.ifo.de/ifo-konjunkturprognose-winter-2023
31 vgl. BDL-Rundschreiben 07-01-2024:
Gesamtwirtschaftliche Einordnung vom 14.02.2024
32
https://bdl.leasingverband.de/newsroom/ifo-geschaeftsklima
Januar 2024
33 https://www.factoring.de/halbjahresbericht
2023
34 vgl. Dr. Moseschus in FLF 04/2023: Editorial
35 vgl. M. Menke in FLF 06/2023: Editorial
36
https://www.bundesbank.de/umfrage-zum-kreditgeschaeft-in-deutschland
2023 februar 2024
37
https://www.deloitte.com//banking-industry-outlook 2024
38 Morningstar / DBRS: European Structured
Finance and Covered Bonds Outlook 2024
39 https://www.bafin.de/Konsultation
MaRisk-Novelle 2024 02 15
40
https://ec.europa.eu/info/Late-payments-update-of-EU-rules
Januar 2024
3.2. Risikomanagementprozesse
Die von der Geschäftsleitung jährlich
festgelegte Geschäfts- und Risikostrategie bildet die
Basis für das Risikomanagementsystem der abcbank GmbH.
Die Risikostrategie gibt die strategische Grundhaltung der
Geschäftsführung zum Risikomanagement wieder und
beinhaltet die aus der Risikotragfähigkeit
abgeleiteten Limitierungen sowie risikobegrenzende
Maßnahmen.
Zu den Hauptaufgaben des Risikomanagements
zählen dabei die laufende Identifikation, Beurteilung,
Steuerung und Überwachung - einschließlich der
Berichterstattung - von unternehmensinternen sowie externen
Risiken, deren Eintritt die Erreichung strategischer
Unternehmensziele gefährden würde.
3.2.1. Risikoidentifikation /
-inventur
Die Risikoidentifikation dient der strukturierten
Erfassung der Risiken. Diesem Schritt messen wir
große Bedeutung bei, da nur die hier erfassten
Risiken in den nachfolgenden Prozessschritten
berücksichtigt werden. Sind die Risiken erfasst, ist
festzulegen, welche Risiken eine wesentliche Bedeutung
für die Bank besitzen. Zudem werden auch die in der
Vergangenheit als unwesentlich eingestuften Risiken
überprüft, da diese z. B. aufgrund der Aufnahme
neuer Geschäftsfelder an Bedeutung gewonnen haben
können. Gemäß der aktuellen Fassung der
MaRisk wird zusätzlich ermittelt, ob durch die
Zusammenfassung unwesentlicher Risiken zusätzliche
wesentliche Risiken entstehen. Gemäß den
Vorgaben werden auch ESG-Einflussfaktoren
41 im Rahmen der Risikoinventur gewürdigt.
Hierzu werden in einer Risikomatrix einzelne
ESG-Risikotreiber betrachtet und deren Auswirkungen auf
alle potenziellen Risikoarten bewertet. Neben den bereits
als wesentlich eingestuften Risikoarten sind im
Geschäftsmodell der abcbank keine weiteren Risiken
vorhanden.
Neben der Einstufung der Wesentlichkeit von Risiken
berücksichtigen wir die mit wesentlichen Risiken
verbundenen Risikokonzentrationen. Hierbei werden neben
Risikopositionen gegenüber Einzeladressen, die allein
aufgrund ihres Volumens der Geschäftsbeziehung eine
Risikokonzentration darstellen, auch solche
Risikokonzentrationen berücksichtigt, die durch den
Gleichlauf von Risikopositionen innerhalb einer Risikoart
(Intra-Risikokonzentrationen) sowie über verschiedene
Risikoarten hinweg (Inter-Risikokonzentrationen) entstehen.
Ferner wird bei der Risikoinventur geprüft, welche
Risiken die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage
wesentlich beeinträchtigen können.
41 ESG - Environment-Social-Governance,
Nachhaltigkeitskriterien
Die Risikoidentifikation wird in folgenden
Gremien/Prozessen vorgenommen:
| Gremium / Prozess |
Inhalt |
Turnus |
| Risikotag |
- Besprechung
möglicher neuer Risiken
- Festlegung der Wesentlichkeit /
Unwesentlichkeit neuer / bestehender Risiken
- Identifizierung von Intra- und
Inter-Risikokonzentrationen
- Besprechung der Beeinträchtigung der
Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage
- Überprüfung des
Risikotragfähigkeitskonzepts
- Würdigung von ESG-Einflussfaktoren |
mindestens
jährlich |
|
Gesamtstrategieausschuss |
- Überprüfung
der Risikoeinschätzung anhand des
Zahlenmaterials aus der Abteilung
Risikocontrolling |
quartalsweise,
anlassbezogen |
Strategieausschüsse
Adressenausfallrisiken
sowie Marktpreis- und
Liquiditätsrisiko |
- Überprüfung
der Risikoeinschätzung anhand des
Zahlenmaterials aus der Abteilung Risikocontrolling
- Erarbeitung von Vorschlägen zum
Risikoprofil |
quartalsweise,
anlassbezogen |
| Strategieausschuss
OpRisk |
- Identifizierung
operationeller Risiken unter Beteiligung von
Bereichsleitern und deren Mitarbeitern
- Identifizierung operationeller Schäden
unter Beteiligung von Bereichsleitern und deren
Mitarbeitern
- Identifizierung von Beschwerden unter
Beteiligung von Bereichsleitern und deren Mitarbeiter
- Darstellung der aktuellen Situation des
Informationssicherheitsmanagementsystems unter
Beteiligung der Bereichsleitung
- Monitoring von Frühwarnindikatoren
unter Beteiligung der Bereichsleitung |
quartalsweise,
anlassbezogen |
Prozesse im
Risikocontrolling |
- Überprüfung
des Risikogehalts im Rahmen der anstehenden Aufgaben
- Abgabe von Empfehlungen hinsichtlich der
Entwicklung einzelner Risiken |
laufend |
| NPP |
- Bewertung
neuer/bestehender Risiken aufgrund neuer
Produkte/neuer Märkte |
im Rahmen des NPP |
3.2.2. Beurteilung, Steuerung und
Überwachung der wesentlichen Risikoarten
Durch die Umstellung der
Risikotragfähigkeitskonzeption auf die im Leitfaden
der Bundesbank genannten normativen und ökonomischen
Perspektiven und dem erwarteten Konservativitätsniveau
von 99,9 % sind die angegebenen
Risikoanrechnungsbeträge nicht mehr mit den
Beträgen aus dem Vorjahr vergleichbar.
3.2.2.1. Adressenausfallrisiko
Unter Adressenausfallrisiko verstehen wir die Gefahr,
dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls
oder der Bonitätsveränderung von
Geschäftspartnern das erwartete Maß
übersteigen.
3.2.2.1.1. Beurteilung
Die Risikobeurteilung erfolgt zunächst
einzelfallbezogen im Antragsprozess (Leasing- oder
Darlehensnehmer, Anschlusskunde, Debitor) mit Hilfe von
Scoring- und Ratingsystemen bzw. unter Einbindung externer
Informationen von Auskunfteien oder des
Warenkreditversicherers. Ab dem Antragsprozess und für
die Gesamtdauer der Geschäftsbeziehung werden
Bonitätsinformationen regelmäßig
geprüft und führen zur stetigen Aktualisierung
der Risikoklassifizierung.
Darüber hinaus existiert ein Verfahren zur
Früherkennung von Insolvenzen, das uns in die Lage
versetzt, frühzeitig auf potenzielle Schieflagen zu
reagieren.
Das Adressenausfallrisiko des Leasinggeschäfts
beurteilen wir mit Hilfe des erwarteten und des
unerwarteten Verlustes. Hierfür werden Modelle
für kundenbezogene Ausfallwahrscheinlichkeiten und
Verluste bei Ausfall verwendet. Zum Stichtag 31. Dezember
2023 beträgt der Gesamtverlust im
Adressenausfallrisiko auf dem 99,9 %-Quantil 33,2 Mio.
€ (Vorjahr nach Umstellung ökonomische
Perspektive: 35,0 Mio. €), wodurch das Limit von 52,0
Mio. € zu 64 % ausgelastet wird.
3.2.2.1.2. Steuerung
Die Steuerung des Adressenausfallrisikos setzt
ebenfalls zunächst auf Ebene des Einzelgeschäfts
an. Die sorgfältige Analyse im Antragsprozess bzw. die
Nutzung objektivierter, automatisierter
Entscheidungsverfahren ist die erste Stufe des
Steuerungsprozesses. Die eingesetzten
Risikoklassifizierungsverfahren werden
regelmäßig validiert und auf ihre Angemessenheit
hin überprüft.
Basierend auf den Informationen des
Frühwarnsystems und insbesondere dem aktuellen
Zahlungsverhalten des Schuldners greifen auf Ebene der
Bestandsbearbeitung ggf. einzelfallbezogene
Steuerungsmaßnahmen über die Intensivbetreuung
oder die Betreuung von Risikoengagements. Dabei liegt der
Fokus zunächst auf einer gemeinsamen
Lösungsfindung mit dem Kunden, bevor gegebenenfalls
ergänzende Maßnahmen ergriffen werden bzw. es zu
einer Vertragskündigung kommt.
Im Rahmen des Strategieprozesses werden auf
Portfolioebene strategische Vorgaben der
Geschäftsleitung zu unerwarteten Verlusten,
Branchenkonzentrationen und Volumenkonzentrationen
definiert. Aus den sich hieraus ergebenden Anforderungen
werden Steuerungsmaßnahmen abgeleitet, die durch den
Strategieausschuss "Adressenausfallrisiken" vorbereitet und
durch den Gesamtstrategieausschuss oder die
Geschäftsführung verabschiedet werden.
3.2.2.1.3. Überwachung
Die Überwachung des Adressenausfallrisikos
erfolgt zunächst einzelgeschäftsbezogen mit Hilfe
von Mahnlisten und Vorschlagslisten zur Bildung von
Risikovorsorge. Darüber hinaus greifen die in den
Arbeitsanweisungen zur Früherkennung von Insolvenzen
beschriebenen Prozesse.
Auf Ebene des Portfolios zeigt uns zunächst die
monatliche Mahnstatistik unmittelbar ein Bild von der
Entwicklung der zugrundeliegenden Geschäfte. Im
Quartalsrisikobericht werden Statistiken zu Branchen-,
Objekt- und Schuldnerverteilungen dargestellt, die in
Kombination mit der Darstellung des Adressenausfallrisikos
in der Risikotragfähigkeit ein Bild der Risikolage
zeigen. Für das Leasingportfolio wird zusätzlich
die aktuelle Verteilung der Forderungshöhen und der
Risikopotenziale auf die Risikoklassen dargestellt.
Ergänzend dient die Darstellung der gebildeten
Risikovorsorge der Rückschau auf das schlagend
gewordene Adressenausfallrisiko.
3.2.2.2. Zinsänderungsrisiko
Unter Zinsänderungsrisiko verstehen wir
potenzielle Verluste, die aufgrund unerwarteter
Änderungen der Zinssätze im Geld- und
Kapitalmarkt entstehen können. Voraussetzung für
das Entstehen eines solchen Verlustpotenzials sind im
Wesentlichen Inkongruenzen in der Zinsbindung durch eine
unterschiedliche Ablaufstruktur von Aktiv- und
Passivpositionen.
Die abcbank GmbH ist ein Nicht-Handelsbuchinstitut im
Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG).
3.2.2.2.1. Beurteilung
Für die abcbank GmbH liefert der
aufsichtsrechtliche Zinsshift um +/- 200 Basispunkte erste
Informationen zur Höhe der bestehenden Risiken. Zum
Stichtag 31. Dezember 2023 betragen die gemessenen Risiken
lediglich 1,5 % der Eigenmittel.
In der internen Ermittlung der barwertigen
Zinsänderungsrisiken wird ein Value-at-Risk-Verfahren
auf Basis der Historischen Simulation eingesetzt. Zum
Stichtag beträgt das 99,9 %-Quantil 9,7 Mio. €
und lastet das festgelegte Limit von 54 Mio. € zu 18 %
aus. Zusätzlich wird für die abcbank das
periodische Zinsänderungsrisiko einschließlich
der geplanten Neugeschäfte betrachtet.
3.2.2.2.2. Steuerung
Neben der Limitierung in der Risikotragfähigkeit
wird das Zinsänderungsrisiko durch den Bereich
Refinanzierung beeinflusst. Die Beeinflussung stellt im
Wesentlichen auf Änderungen in der
Refinanzierungsstruktur über gezielte
Refinanzierungsgeschäfte bzw. die Konditionsgestaltung
im Einlagengeschäft ab.
Zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken werden
derzeit keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
3.2.2.2.3. Überwachung
In den täglichen Datenbankprozessen wird das
Cashflow-Profil des aktuellen Portfolios ermittelt. Durch
automatisierte Prozesse wird das Zinsänderungsrisiko
ebenfalls täglich überwacht. Im
Quartalsrisikobericht werden die Höhe des
Zinsänderungsrisikos und die Einhaltung der in der
Risikostrategie festgelegten Limitierungen kommuniziert.
3.2.2.3. Liquiditätsrisiko
Unter dem strukturellen Liquiditätsrisiko (auch
Refinanzierungskostenrisiko) verstehen wir das Risiko von
Vermögenswertverlusten, die aufgrund von
Veränderungen des Refinanzierungsspreads entstehen
können. Voraussetzung für das Entstehen eines
solchen Verlustpotenzials sind Refinanzierungslücken
und damit einhergehende Inkongruenzen in der
Liquiditätsablaufbilanz durch unterschiedliche
Liquiditätsbindungen von Aktiv- und Passivpositionen.
Unter dem dispositiven Liquiditätsrisiko (auch
Zahlungsunfähigkeitsrisiko) verstehen wir das Risiko,
dass - trotz eines positiven Vermögenswertes des
Unternehmens - eine Zahlungsunfähigkeit entstehen
kann.
3.2.2.3.1. Beurteilung
Die Beurteilung des strukturellen
Liquiditätsrisikos fußt einerseits auf den
vorhandenen Inkongruenzen in der Refinanzierung,
andererseits auf einer Expertenschätzung des
Refinanzierungsspreads im unerwarteten Risikofall. Der
für den unerwarteten Verlust festgelegte Aufschlag auf
die geplanten Refinanzierungsspreads beträgt für
alle Laufzeiten 80 bp. Es ergibt sich zum Stichtag ein
Risikowert von 0,5 Mio. €, der das Limit von 15,0 Mio.
€ zu 3,7 % auslastet.
Die Beurteilung des dispositiven
Liquiditätsrisikos mündet in der Festlegung einer
Mindestvorgabe für die Liquidity Coverage Ratio (LCR)
und eines maximalen Tagesgeldvolumens. Zum Stichtag betrug
die LCR 644 % und lag somit deutlich über den von der
Aufsicht geforderten 100 %.
Das strukturelle Liquiditätsrisiko wird
über die Strukturelle Liquiditätsquote (Net
Stable Funding Ratio, NSFR) auf täglicher Basis
überprüft. Die strukturelle Liquiditätsquote
soll eine nachhaltige Refinanzierungsstruktur in den
Instituten sicherstellen, indem sie die
Fristentransformation zwischen dem Aktivgeschäft und
seiner Refinanzierung begrenzt und somit das Risiko
künftiger Refinanzierungserfordernisse vermindert. Per
Stichtag lag die NSFR bei 136 %. Sie lag somit über
der regulatorisch geforderten 100%.
3.2.2.3.2. Steuerung
Das Refinanzierungsrisiko wird durch den Bereich
Refinanzierung beeinflusst. Die Steuerungsmaßnahmen
entsprechen denen des Zinsänderungsrisikos.
Für Notfälle in der
Liquiditätsversorgung existiert eine Notfallplanung.
Ein Liquiditätsengpass wird dabei definiert als eine
Situation, in der der Liquiditätsbestand im
Prognosezeitraum von 10 Tagen an einem Tag 10,0 Mio. €
unterschreitet und vom Bereich Refinanzierung noch keine
Maßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung eingeleitet
worden sind. Die Durchführbarkeit und die Wirksamkeit
der im Notfallplan definierten Maßnahmen wird
jährlich überprüft.
3.2.2.3.3. Überwachung
Überwacht wird das barwertig ermittelte
Liquiditätskostenrisiko durch täglich ablaufende,
automatisierte Datenbankprozesse im Risikocontrolling auf
der Basis von aktuellen Cashflow-Prognosen und
unterschiedlichen Refinanzierungsaufschlägen. Im
Quartalsrisikobericht werden zudem ausgewählte
Informationen zum barwertigen bzw. periodischen
Liquiditätsrisiko aufgeführt. Zudem ermittelt der
Bereich Risikocontrolling durch automatisierte
Datenbankprozesse täglich die LCR- und die
NSFR-Kennzahl.
Im Rahmen der operativen Liquiditätsdisposition
überwacht der Bereich Refinanzierung die
Liquiditätslage stetig auf Grundlage verschiedener
operativer Arbeitsunterlagen. Außerdem finden
Liquiditätsablaufbilanzen Eingang in den
Gesamtrisikobericht.
3.2.2.4. Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko definieren wir als die
Gefahr des Eintretens von Verlusten, die aufgrund von (1)
Unangemessenheit oder Versagen von internen Systemen,
Prozessen und Menschen oder (2) eintretenden externen
Ereignissen (z.B. Betrug) entstehen können. Diese
Definition schließt Rechtsrisiken ein, das
strategische Risiko und das Reputationsrisiko sind nicht
Teil des operationellen Risikos. Zur Identifikation
operationeller Risiken wird regelmäßig ein
Self-Assessment durchgeführt. Die Befragung von
ausgewählten Mitarbeitern (Experten) unterschiedlicher
Bereiche führt zu einer strukturierten
Selbsteinschätzung und Offenlegung potenzieller
operationeller Risiken. Somit wird die Risikotransparenz
gesteigert und der Risikosteuerung eine belastbare
Datengrundlage bereitgestellt.
3.2.2.4.1. Beurteilung
Die Beurteilung des operationellen Risikos erfolgt
über zukunftsgerichtete Risikomeldungen,
vergangenheitsbezogene Meldungen eingetretener
Schadenfälle und über das jährlich
durchgeführte Self-Assessment.
In der Risikotragfähigkeit zum Stichtag wird das
operationelle Risiko mit einem Abzugsposten in Höhe
von 7,7 Mio. € (Vorjahr nach Umstellung
ökonomische Perspektive: 6,2 Mio. €)
berücksichtigt. Die Höhe ergibt sich aus einem
Self-Assessments unter Berücksichtigung des
Basisindikatorsatzes (BIA).
3.2.2.4.2. Zukunftsgerichtete
Risikomeldungen
Operationelle Risiken beschreiben die
Verlustmöglichkeiten bei unsicheren Unternehmungen.
Sie sind mindestens in einer Dimension (z. B.
Eintrittszeitpunkt oder jährlicher Risikobetrag)
unsicher.
Als wesentliche operationelle Risiken betrachten wir
solche Risiken, die einen Schadenerwartungswert
größer als 250 T€ aufweisen.
Alle Mitarbeiter sind angehalten, die im
Tagesgeschäft erkannten operationellen Risiken zu
melden. Mit der Meldung des Risikos verbunden ist unter
anderem die Einschätzung der
Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen
Schadenerwartungswertes. Ebenfalls sind Angaben zu
angedachten Gegenmaßnahmen zu machen, welche vom
Risikocontrolling in regelmäßigen
Strategieausschüssen auf ihre Umsetzung kontrolliert
werden.
3.2.2.4.2.1. Meldung von
Schadensfällen
Die Erfassung und Analyse von Schadensfällen
erfolgt durch den Strategieausschuss Operationelle Risiken
in einer Schadensfalldatenbank. Die Bereichsleiter der
abcbank GmbH sind verpflichtet, Schadensfälle zeitnah
dem Strategieausschuss Operationelle Risiken zu melden.
Dazu werden die Fälle einer der Baseler
Ereigniskategorien zugeordnet:
| ― |
Abwicklung, Vertrieb und
Prozessmanagement
|
| ― |
Externe betrügerische
Handlungen
|
| ― |
Interne betrügerische
Handlungen
|
| ― |
Beschäftigung und
Arbeitsplatzsicherheit
|
| ― |
Geschäftsunterbrechungen
und Systemausfälle
|
| ― |
Sachschäden
|
| ― |
Kunden, Produkte und
Geschäftsgepflogenheiten
|
Gemäß den MaRisk sind bedeutende
Schadensfälle unverzüglich hinsichtlich ihrer
Ursachen zu analysieren. Ziel ist es, effektive
Gegensteuerungsmaßnahmen zu ergreifen, welche eine
Wiederholung des Schadensereignisses ausschließen,
unwahrscheinlicher machen oder die Schadenshöhe
begrenzen.
Bedeutende Schadensfälle sind alle
Schadensfälle mit einem Schaden über 250 T€.
Die Verantwortung für die Analyse der
Schadensfälle trägt der jeweilige Bereich,
welcher den Schaden gemeldet hat.
Nach erfolgter Analyse sind Maßnahmen von dem
verantwortlichen Bereich zur Gegensteuerung zu entwickeln
bzw. bereits bestehende Maßnahmen zu
überprüfen und dem Leiter des
Strategieausschusses Operationelle Risiken mitzuteilen.
3.2.2.4.2.2. Self-Assessment
In der jährlich durchgeführten
Selbsteinschätzung werden mögliche Schadensarten
durch ausgewählte Experten skizziert und strukturiert
in eine Risikolandkarte übertragen. Mit
geschätzten Eintrittshäufigkeiten und
potenziellen Schadenshöhen wird für jede
Risikoart das Verlustpotenzial ermittelt. Somit können
unterschiedliche Schadensszenarien betrachtet und als
Grundlage für die Steuerung genutzt werden.
3.2.2.4.3. Steuerung
Gesteuert werden die operationellen Risiken über
eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, die im
Wesentlichen in der schriftlich fixierten Ordnung
niedergelegt sind.
3.2.2.4.4. Überwachung
Die Überwachung und Kontrolle von
Maßnahmen zur Risikominderung wesentlicher
operationeller Risiken sowie von
Gegensteuerungsmaßnahmen zur Vermeidung einer
Schadenswiederholung erfolgt durch den für die
Nachschau Verantwortlichen. Diese Position wird
grundsätzlich von einem Mitglied des
Strategieausschusses Operationelle Risiken übernommen.
Der Umsetzungsstand der Maßnahmen wird durch
den Leiter des Strategieausschusses Operationelle Risiken
im Rahmen einer vierteljährlichen Überwachung
nachgehalten. Darüber hinaus ist die
Geschäftsleitung per Ad-hoc-Meldung zu informieren,
wenn die Schadenshöhe von 250 TEUR im Einzelfall
überschritten wird.
Die Hauptverantwortung für die Überwachung
trägt der Leiter des Strategieausschusses
Operationelle Risiken.
3.2.3.
Risikotragfähigkeitsrechnung
Seit dem 1. Januar 2023 wird die
Risikotragfähigkeit gemäß den aktuellen
MaRisk-Anforderungen im Rahmen einer ökonomischen
Perspektive ermittelt. Zur Abbildung der
Risikotragfähigkeit gemäß RTF-Leitfaden
nutzt die abcbank GmbH zum Berichtsstichtag eine
barwertnahe Bewertungslogik, bei der quartalsweise die
Risikodeckungsmasse ermittelt und der gemessenen
Risikohöhe gegenübergestellt wird. Dabei wird die
Risikotragfähigkeit als gegeben angesehen, wenn die
Risikodeckungsmasse alle einbezogenen Risiken
vollständig deckt und überkompensiert.
Die Risikodeckungsmasse wird ausgehend von allen
potenziell zur Deckung von schlagend werdenden Risiken zur
Verfügung stehenden Positionen
(Risikodeckungspotenzial) ermittelt. Das
Risikodeckungspotenzial setzt sich aus dem bilanziellen
Eigenkapital (inkl. Ergänzungskapital), den stillen
Reserven gemäß der Ermittlungslogik für die
verlustfreie Bewertung des Zinsbuches und dem
erwirtschafteten Ergebnis nach Steuern zusammen.
Zusätzlich wird zur Vermeidung der Doppelanrechnung
der erwarteten Verluste (expected loss; im Folgenden EL)
für das erste Jahr im Risikodeckungspotenzial
berücksichtigt, da die erwarteten Verluste bereits im
erwirtschafteten Ergebnis in Abzug gebracht wurden.
Unter Abzug der nicht anrechenbaren immateriellen
Vermögensgegenstände und sonstiger Abzugsposten
zur Abbildung operationeller Risiken (7,7 Mio. €)
ergibt sich die Risikodeckungsmasse. Diese
Risikodeckungsmasse wird dann im Rahmen einer
geschäftspolitischen Entscheidung der
Geschäftsführung in Form von Limiten auf die
verbleibenden Risikoarten allokiert.
Zum 31. Dezember 2023 beträgt das
Risikodeckungspotenzial 280,5 Mio. EUR. Davon werden sowie
7,8 Mio. € für sonstige Risiken abgezogen, sodass
eine Risikodeckungsmasse von 272,7 Mio. € zur
Verfügung steht.
Gemäß Risikostrategie sind davon insgesamt
121,0 Mio. € für Adressenausfall-,
Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken allokiert,
so dass eine freie Risikodeckungsmasse von weiteren 151,7
Mio. € als Puffer verbleibt.
Zur Überprüfung der
Risikotragfähigkeit werden die gemessenen barwertigen
Risiken der abcbank GmbH quartalsweise stichtagsbezogen zu
einem Gesamtrisiko für einen Zeitraum von 12 Monaten
in einem 99,9 %-Quantil verdichtet.
Die folgende Tabelle zeigt die Übersicht der
Risikotragfähigkeitsrechnung der abcbank zum 31.
Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr:
| Mio. € |
31.12.2023 |
31.12.2022
(Vorjahr angepasst) |
31.12.2022
(Vorjahr) |
Veränderung |
|
Risikodeckungspotential |
280,5 |
272,5 |
278,4 |
+8,0 |
|
-Going-Concern-Kapital |
n/a |
n/a |
154,9 |
n/a |
| -Sonstige
Abzugsposten |
7,8 |
6,8 |
4,1 |
+1,0 |
| Risikodeckungsmasse
gesamt |
272,7 |
265,7 |
119,4 |
+7,0 |
| davon: allokiert |
121,0 |
0,0 |
46,0 |
n/a |
| Gemessene Risiken |
|
|
|
|
|
Adressenausfallrisiko |
33,2 |
35,0 |
23,9 |
-1,8 |
|
Zinsänderungsrisiko |
9,7 |
43,2 |
1,4 |
-33,5 |
|
Liquiditätsrisiko |
0,6 |
7,5 |
0,4 |
-6,9 |
| Gesamtrisiko |
43,5 |
85,7 |
25,7 |
-42,2 |
| Auslastung in % |
16,0% |
32,0% |
21,5% |
|
Die Risikotragfähigkeit war zu den
Bilanzstichtagen wie auch zu den quartalsweise erfolgten
Ermittlungen jeweils gegeben, da die wesentlichen Risiken
durch das Risikodeckungspotenzial, gegebenenfalls unter
Berücksichtigung von Risikokonzentrationen, stets
abgedeckt waren. Zum Stichtag beträgt die Auslastung
der Limite über alle Risikoarten 35,9 %. Im Ergebnis
schätzen wir das Risikomanagement der abcbank GmbH als
dem Risikoprofil angemessen ein.
Seit dem 1. Januar 2023 wird die
Risikotragfähigkeit gemäß den aktuellen
MaRisk-Anforderungen im Rahmen einer ökonomischen
Perspektive ermittelt. Dies erfolgte bereits im Jahr 2022
in indikativen Parallelrechnungen, wobei stets eine
hinreichende Risikotragfähigkeit ermittelt wurde. Die
Werte aus der Proberechnung für 31.12.2022 werden hier
für bessere Vergleichbarkeit gezeigt.
3.2.4. Stresstests
Nach MaRisk AT 4.3.3 sind regelmäßig sowie
anlassbezogen angemessene Stresstests für die als
wesentlich eingestuften Risiken durchzuführen.
Die regelmäßigen Stresstests werden
zumindest halbjährlich durchgeführt.
Anlassbezogene Stresstests werden durch die
Geschäftsführung, die Strategieausschüsse
oder das Risikocontrolling initiiert.
Die regelmäßigen Stresstests beinhalten
ein historisches und ein hypothetisches Szenario.
Zusätzlich werden die Auswirkungen eines schweren
konjunkturellen Abschwungs auf Gesamtinstitutsebene
analysiert.
Die Festlegung der Szenarien erfolgt durch die
für die Risikoarten zuständigen
Strategieausschüsse. Die Berechnungen werden durch das
Risikocontrolling in Abstimmung mit den Leitern der
Strategieausschüsse durchgeführt und im
Gesamtstrategieausschuss kritisch reflektiert.
Der inverse Stresstest erfolgt jährlich.
Zum Stichtag 31. Dezember 2023 wurden die Stresstests
auf der Grundlage des gültigen Konzepts
durchgeführt. Hierbei wurden die Auswirkungen der
Stressannahmen auf die Risikodeckungsmasse ermittelt. Die
Risikotragfähigkeit ergibt sich durch die
Gegenüberstellung der Risikodeckungsmasse zu den
gemessenen Risikobeträgen unter den spezifischen
Annahmen der Szenarien. In allen Stresstestszenarien war
die Risikotragfähigkeit zum Stichtag 31. Dezember 2023
gegeben.
3.2.5. Kapitalplanungsprozess
Die abcbank GmbH verfügt über einen Prozess
zur Planung des zukünftigen Kapitalbedarfs wie
gemäß RTF-Leitfaden für die normative
Perspektive der RTF erforderlich. Auf der Grundlage eines
Planszenarios und eines adversen Szenarios werden die
Auswirkungen von Veränderungen der eigenen
Geschäftstätigkeit und der strategischen Ziele
sowie Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds auf
den Kapitalbedarf über den Betrachtungshorizont des
Risikotragfähigkeitskonzepts hinaus untersucht. Als
Basis dienen die Planzahlen aus der mittelfristigen
Geschäftsplanung und strategisch festgelegten
Eigenmittelzielquoten sowie aus möglichen adversen
Szenario-Annahmen. Die im Jahre 2023 erstellte
Kapitalplanung erfolgt somit gemäß den
Anforderungen an die normative Perspektive der
Risikotragfähigkeit.
3.2.6. Sanierungsplanung
Gemäß der Verordnung zu den
Mindestanforderungen an Sanierungspläne (MaSanV) sowie
§12 ff. des Sanierungs- und Abwicklungsgesetzes (SAG)
i.V.m. §19 SAG muss die abcbank über einen
vereinfachten Sanierungsplan verfügen. Dieser
beinhaltet einen Überblick über das
Geschäftsmodell und die Eigentümerstruktur sowie
eine Liste ausgewählter Indikatoren und mögliche
Handlungsoptionen, sofern die kritischen Schwellen bei den
Indikatoren über- oder unterschritten werden.
Die Werte zum Quartalsstichtag werden zusammen mit
den Schwellenwerten vierteljährlich im Risikobericht
dargestellt. Im Berichtsjahr 2023 gab es keine Unter- bzw.
Überschreitung der Schwellenwerte.
3.2.7. Risikokommunikation /
-berichtswesen
Folgende Berichte sind zentrale Bestandteile der
laufenden Risikoberichterstattung im engeren Sinne:
| Nr. |
Bezeichnung |
Turnus |
Verantwortlich |
Empfänger |
| 1. |
Quartalsrisikobericht |
Quartal |
•
Risikocontrolling |
•
Geschäftsführung |
|
|
|
•
Strategieausschüsse |
•
Aufsichtsrat |
| 2. |
Risikotragfähigkeit |
Quartal |
•
Risikocontrolling |
•
Geschäftsführung |
|
|
|
|
•
Aufsichtsrat |
| 3. |
Mahnstatistik |
Monat |
•
Risikocontrolling |
•
Geschäftsführung |
|
|
|
|
•
Aufsichtsrat |
| 4. |
Zinscockpit inkl.
Liquiditätsvorschau |
Woche |
•
Refinanzierung |
•
Geschäftsführung |
|
|
|
|
•
Risikocontrolling |
| 5. |
Compliance-Bericht |
Quartal |
• Compliance |
•
Geschäftsführung |
|
|
|
|
• Leiter
Compliance Wilh. Werhahn KG |
|
|
|
|
• Revision |
Daneben gibt es einen Ad-hoc-Meldeprozess, der bei
plötzlich und unerwartet eintretenden Adressenausfall-
und operationellen Risiken die direkte Berichterstattung an
die Geschäftsführung gewährleistet.
Ergänzend existiert eine Vielzahl von Berichten
und Auswertungen, die der Risikoberichterstattung im
weiteren Sinne zugerechnet werden können. Auf eine
Aufzählung wird an dieser Stelle bewusst verzichtet.
3.2.8. Zusammenfassende
Risikoeinschätzung
Das Risikomanagementsystem wurde in den letzten
Jahren kontinuierlich ausgebaut.
Weiterentwickelte Scorekarten mit verbesserten
Trennschärfen sowie die Einführung des
permanenten Bestandsratings optimieren die Steuerung und
Bewertung der Adressenausfallrisiken. Die
Risikomodellierung für Zinsänderungs- und
Liquiditätsrisiken auf Cashflow-Basis geben ein
genaueres Bild der tatsächlichen Risiken wieder.
Wesentliche Risiken aus Branchen- oder
Größenkonzentrationen sind nicht erkennbar.
Die Risikodeckungsmasse liegt leicht über dem
Vorjahresniveau. Die Risikotragfähigkeit war zu den
Zeitpunkten der Ermittlung zum jeweiligen Quartalsstichtag
gegeben. In der künftigen Entwicklung der Bank sehen
wir aufgrund einer risikoadjustierten Geschäftspolitik
trotz Belastung der Ertragslage durch die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen keine strukturellen Risiken.
3.3. Aufbauorganisation des
Risikomanagements
Die Aufbauorganisation orientiert sich zum einen an
den Vorgaben der Mindestanforderungen an das
Risikomanagement; zum anderen richtet sich die
Ausgestaltung des Risikomanagements am Umfang und der
Komplexität der Geschäftsaktivitäten aus.
Die mit den Prozessen verbundenen Aufgaben, Kompetenzen und
Verantwortlichkeiten wurden klar definiert und aufeinander
abgestimmt.
3.3.1. Ausschüsse 3.3.1.1.
Gesamtstrategieausschuss
Der Gesamtstrategieausschuss (GSA) steuert das
Risikomanagement der abcbank GmbH.
Stimmberechtigte Mitglieder sind:
| ― |
Geschäftsleitung
|
| ― |
Leitung Strategieausschuss
Adressenausfallrisiken
|
| ― |
Leitung Strategieausschuss
Marktpreis- und Liquiditätsrisiko
|
| ― |
Leitung Strategieausschuss
Operationelle Risiken
|
| ― |
Leitung Risikocontrolling
|
| ― |
Leitung Compliance &
Recht
|
Die Leitung der Internen Revision hat im GSA nur ein
Frage- und Informationsrecht; sie ist nicht
stimmberechtigt.
Wesentliche Aufgabe des GSA ist die Beurteilung der
Gesamtrisikolage. Besondere Bedeutung kommt dem
jährlich stattfindenden Risikotag zu, an dem die
Risikoidentifikation vorgenommen und das Gesamtrisikoprofil
verabschiedet werden. Hierunter fällt auch die
Identifikation von Klumpenrisiken sowie von Inter- und
Intrarisikokonzentrationen. Des Weiteren erfolgt die
Beurteilung der Gesamtrisikolage anhand des
vierteljährlichen Risikoberichts. Im Fokus steht neben
der Prüfung der einzelnen Risikopositionen die
Risikotragfähigkeit. Außerdem stellt der GSA
eine eventuell vorliegende Überschreitung der Grenze
für die Quote notleidender Kredite gemäß
MaRisk auf Basis des Risikoberichts fest.
Das Gesamtrisikoprofil und die
geschäftspolitische Ausrichtung bilden die Grundlage
für den GSA zur Formulierung der Risikostrategie. Die
sich aus der Risikostrategie ergebenen Anforderungen an das
Risikomanagement sind durch den GSA umzusetzen und deren
Realisierung zu überprüfen. Ferner stehen die
Weiterentwicklung und Optimierung der Instrumente,
Verfahren und Prozesse des Risikomanagements im
ständigen Fokus.
3.3.1.2. Strategieausschuss
Adressenausfallrisiken
Der Strategieausschuss Adressenausfallrisiken tagt
mindestens vierteljährlich im Vorfeld der Sitzung des
Gesamtstrategieausschusses. Die Leitung des
Strategieausschusses obliegt der Bereichsleitung
Kreditmanagement.
Stimmberechtigte Mitglieder sind:
| ― |
Leitung Kreditmanagement
|
| ― |
Leitung Factoring Operations
|
| ― |
Leitung
Kreditmanagement/Risikoengagements
|
| ― |
Referent Kreditsysteme und
Prozesse
|
| ― |
Leitung Risikocontrolling
|
| ― |
Leitung Compliance &
Recht
|
Folgende Aufgaben werden durch den Strategieausschuss
wahrgenommen:
| ― |
Analyse der Risikolage
hinsichtlich des Adressenausfallrisiko
|
| ― |
Analyse des
Quartalsrisikoberichts und Ergänzung bzw.
Anpassung der durch Risikocontrolling vorbereiteten
Interpretationen
|
| ― |
Erarbeitung von
Steuerungsmaßnahmen für das
Adressenausfallrisiko
|
| ― |
Unterstützung des
Gesamtstrategieausschusses bei der Durchführung
der Risikotage (Risikoinventur, Analyse von
Risikokonzentrationen sowie wesentlicher
Beeinträchtigungen der Vermögens-, Ertrags-
und Finanzlage)
|
| ― |
Erarbeitung von Vorschlägen
für die Formulierung von risikostrategischen
Zielen
|
| ― |
Unterstützung der
Geschäftsleitung bei der Einrichtung und
Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und
Risikocontrolling-Prozesse
|
Sofern aus den Analysen die unmittelbare
Notwendigkeit von Maßnahmen resultiert, dürfen
risikobegrenzende Maßnahmen zu Einzelfällen vom
Strategieausschuss beschlossen und umgesetzt werden. Bei
Einzelfällen, die in der Kompetenz der
Gesamtgeschäftsführung liegen, ist diese
unmittelbar zu informieren.
3.3.1.3. Strategieausschuss Marktpreis-
und Liquiditätsrisiko
Der Strategieausschuss Marktpreis- und
Liquiditätsrisiko tagt mindestens vierteljährlich
im Vorfeld der Sitzung des Gesamtstrategieausschusses. Die
Leitung des Strategieausschusses obliegt dem Bereichsleiter
Refinanzierung.
Stimmberechtigte Mitglieder sind:
| ― |
Leitung Refinanzierung
|
| ― |
Leitung Risikocontrolling
|
| ― |
Leitung Compliance &
Recht
|
Folgende Aufgaben werden durch den Strategieausschuss
wahrgenommen:
| ― |
Analyse der Risikolage
hinsichtlich des Marktpreis- und
Liquiditätsrisikos
|
| ― |
Analyse des
Quartalsrisikoberichts und Ergänzung bzw.
Anpassung der durch das Risikocontrolling
vorbereiteten Interpretationen
|
| ― |
Erarbeitung von
Steuerungsmaßnahmen für das Marktpreis-
und Liquiditätsrisiko
|
| ― |
Unterstützung des
Gesamtstrategieausschusses bei der Durchführung
der Risikotage (Risikoinventur, Analyse von
Risikokonzentrationen sowie wesentlicher
Beeinträchtigungen der Vermögens-, Ertrags-
und Finanzlage)
|
| ― |
Erarbeitung von Vorschlägen
für die Formulierung von risikostrategischen
Zielen
|
| ― |
Unterstützung der
Geschäftsleitung bei der Einrichtung und
Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und
Risikocontrolling-Prozesse
|
Sofern aus den Analysen die unmittelbare
Notwendigkeit von Maßnahmen resultiert, dürfen
risikobegrenzende Maßnahmen zu Einzelfällen vom
Strategieausschuss beschlossen und umgesetzt werden. Bei
Einzelfällen, die in der Kompetenz der
Gesamtgeschäftsführung liegen, ist diese
unmittelbar zu informieren.
3.3.1.4. Strategieausschuss
Operationelle Risiken
Der Strategieausschuss Operationelle Risiken tagt
mindestens vierteljährlich im Vorfeld der Sitzung des
Gesamtstrategieausschusses. Die Rolle des Leiters des
Strategieausschusses Operationelle Risiken obliegt dem
Abteilungsleiter Risikocontrolling.
Stimmberechtigte Mitglieder sind:
| ― |
Leitung Risikocontrolling,
|
| ― |
Leitung Rechnungswesen,
|
| ― |
Leitung Kreditmanagement,
|
| ― |
Leitung Compliance &
Recht,
|
| ― |
Leitung Factoring
Operations,
|
| ― |
Leitung Produktmanagement,
|
| ― |
Leitung Internes
Kontrollsystem,
|
| ― |
Informationssicherheitsbeauftragter,
|
| ― |
Leitung IT Management &
Organisation
|
Nicht stimmberechtigte Mitglieder sind:
| ― |
Leitung Interne Revision,
|
| ― |
Leitung
Auslagerungsmanagement
|
Folgende Aufgaben werden durch den Strategieausschuss
wahrgenommen:
| ― |
Analyse der Risikolage
hinsichtlich des operationellen Risikos
|
| ― |
Analyse des
Quartalsrisikoberichts und Ergänzung bzw.
Anpassung der durch das Risikocontrolling
vorbereiteten Interpretationen
|
| ― |
Erarbeitung von
Steuerungsmaßnahmen für das operationelle
Risiko
|
| ― |
Unterstützung des
Gesamtstrategieausschusses bei der Durchführung
des Risikotags (Risikoinventur, Analyse von
Risikokonzentrationen sowie wesentlicher
Beeinträchtigungen der Vermögens-, Ertrags-
und Finanzlage)
|
| ― |
Erarbeitung von Vorschlägen
für die Formulierung von risikostrategischen
Zielen
|
| ― |
Unterstützung der
Geschäftsleitung bei der Einrichtung und
Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und
Risikocontrolling-Prozesse
|
Sofern aus den Analysen die unmittelbare
Notwendigkeit von Maßnahmen resultiert, dürfen
risikobegrenzende Maßnahmen zu Einzelfällen vom
Strategieausschuss beschlossen und umgesetzt werden. Bei
Einzelfällen, die in der Kompetenz der
Gesamtgeschäftsführung liegen, ist diese
unmittelbar zu informieren.
3.3.2. Linienfunktionen
3.3.2.1. Geschäftsleitung
Die Verantwortung für das Risikomanagement
obliegt der Gesamtgeschäftsleitung (vgl. § 25a
Abs. 1 KWG). Hierzu gehören alle wesentlichen Elemente
des Risikomanagements wie die Festlegung der
geschäfts- und risikopolitischen Ausrichtung unter
Berücksichtigung des gesetzlich geforderten
Strategieprozesses, die Definition des Risikoprofils sowie
die Einrichtung eines Internen Kontrollsystems. Letzteres
erfordert die Regelung der Aufbau- und Ablauforganisation
und die Implementierung von Risikosteuerungs- und
Risikocontrolling-Prozessen einschließlich der
Erstellung dazugehörender Dokumentationen. Zudem sind
die regelmäßige Überprüfung der
Systeme, Verfahren und Prozesse und die Sicherstellung der
Qualifikation der Mitarbeiter dem Verantwortungsbereich der
Geschäftsführung zuzuordnen.
Die Geschäftsleitung entscheidet nachvollziehbar
und dokumentiert über alle wesentlichen Elemente und
Annahmen der Risikosteuerungs- und
Risikocontrolling-Prozesse (Einführung, Änderung
und Abschaffung).
3.3.2.2. Referent Kreditsysteme und
Prozesse
Zu den Aufgaben des Referenten Kreditsysteme und
-prozesse gehören die Betreuung und Weiterentwicklung
des Kreditmanagementsystems. Des Weiteren werden von der
Funktion Kreditprozesse analysiert, bewertet und optimiert,
so dass Kreditrisiken begrenzt, Forderungsausfälle
reduziert und die Risikosituation gezielt gesteuert werden
können. Zudem liegen die Sicherstellung einer
vollständigen und konsistenten Historisierung der
bonitätsrelevanten Informationen und die zeitnahe
Anpassung der die Risikoklassifizierung betreffenden
Organisationsrichtlinien und Dokumentationen in der
Verantwortung des Stelleninhabers.
3.3.2.3. Risikocontrolling
Die Risikocontrolling-Funktion nach MaRisk AT 4.4.1.
unter Berücksichtigung der Auswirkungen von
ESG-Risiken wird durch den Leiter der Abteilung
Risikocontrolling in Vertretung wahrgenommen. Dieser
berichtet unmittelbar an die Geschäftsleitung und wird
in alle wichtigen risikopolitischen Entscheidungen
einbezogen.
Zu den Aufgaben gehören unter anderem:
| ― |
Unterstützung der
Geschäftsleitung in allen risikopolitischen
Fragen, insbesondere bei der Entwicklung und
Umsetzung der Risikostrategie sowie bei der
Ausgestaltung eines Systems zur Begrenzung der
Risiken
|
| ― |
Planung und Durchführung
der Sitzungen des Gesamtstrategieausschusses sowie
der Risikotage
|
| ― |
Durchführung der
Kapitalplanung
|
| ― |
Durchführung der
Risikoinventur und Erstellung des
Gesamtrisikoprofils
|
| ― |
Überprüfung der im
Risikocontrolling eingesetzten Risikomodelle
|
| ― |
Durchführung der
Stresstests
|
| ― |
Unterstützung der
Geschäftsleitung bei der Einrichtung und
Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und
Risikocontrolling-Prozesse
|
| ― |
Einrichtung und
Weiterentwicklung eines Systems von Risikokennzahlen
und eines Risikofrüherkennungsverfahrens
|
| ― |
Laufende Überwachung der
Risikosituation und der Risikotragfähigkeit
|
| ― |
Teilnahme an den weiteren
Ausschüssen
|
| ― |
Überwachung der Einhaltung
zentraler Risikolimits aus der Risikostrategie
|
| ― |
Regelmäßige
Erstellung der Risikoberichte für die
Geschäftsleitung
|
| ― |
Kontrollen bei Initiierung von
Zinssicherungsgeschäften (Swaps)
|
| ― |
Verantwortung für die
Prozesse zur unverzüglichen Weitergabe von unter
Risikogesichtspunkten wesentlichen Informationen an
die Geschäftsleitung, die jeweiligen
Verantwortlichen und gegebenenfalls die Interne
Revision.
|
| ― |
Erstellung bzw. Aktualisierung
des Sanierungsplans gem. Sanierungs- und
Abwicklungsgesetz
|
Zur Erfüllung ihrer Aufgaben wird den
Mitarbeitern der Risikocontrolling-Funktion Zugang zu allen
relevanten Informationen eingeräumt.
Die Risikocontrolling-Funktion ist
aufbauorganisatorisch bis einschließlich der Ebene
der Geschäftsleitung von den Bereichen getrennt, die
für die Initiierung bzw. den Abschluss von
Geschäften zuständig sind.
Die Verantwortung für die Einrichtung und die
Funktionsfähigkeit der Risikocontrolling-Funktion
obliegt der gesamten Geschäftsführung.
3.3.2.4. Compliance
Die Compliance-Funktion hat auf die Implementierung
wirksamer Verfahren zur Einhaltung der wesentlichen
rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender
Kontrollen hinzuwirken und die Geschäftsführung
hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen
und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.
3.3.2.5. Interne Revision
Die Interne Revision prüft und beurteilt die
Aktivitäten der abcbank GmbH. Die
Prüfungstätigkeit der Internen Revision erstreckt
sich grundsätzlich auf alle Betriebs- und
Geschäftsabläufe, wobei Umfang und Risikogehalt
der jeweiligen Betriebs- beziehungsweise
Geschäftstätigkeit berücksichtigt werden.
Die Beurteilung der Risikolage, die
Ordnungsmäßigkeit der Bearbeitung sowie die
Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems sind besondere
Prüfungskriterien. Der Umfang und das Ergebnis der
Prüfung sind in Prüfungsdokumentationen
festgehalten. Die zuständigen Geschäftsleiter
sowie die Verantwortlichen für die geprüften
Bereiche erhalten eine ausführliche
Berichtsausfertigung.
Bei wesentlichen Projekten ist die Interne Revision
projektbegleitend tätig. Zudem nimmt sie an den
Sitzungen des Gesamtstrategieausschusses teil. Aufgrund des
ausschließlichen Frage- und Informationsrechtes
bleibt ihre Unabhängigkeit gewahrt und jegliche
Interessenkonflikte werden vermieden.
3.3.2.6. Zentrale Stelle
Die Zentrale Stelle verantwortet den Bereich
Geldwäsche- und Betrugsprävention.
3.4. Risiken- und Chancenbericht
3.4.1. Risiken
Die Geschwindigkeit einer konjunkturellen Erholung im
Jahr 2024 ist mit Blick auf die fortwährenden
geopolitischen Krisen sowie die strukturellen Probleme der
deutschen Volkswirtschaft nur mit gewissen Unsicherheiten
zu prognostizieren, was sich auf die Vorhersage der
möglichen Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung sowie das Geschäft des
Geschäftsbereichs abcfinance auswirkt. Daraus
resultiert weiterhin ein gewisses Risikopotential, welches
jedoch nicht als bestandsgefährdend eingestuft wird.
Die Geschäftsführung hat diese Unsicherheiten
durch eine konservative Planung und durch die
Berücksichtigung in ihrer Risikostrategie antizipiert.
Die Folgen aus den geopolitischen Konflikten, zuvorderst
gestiegene Zinsen sowie eine weiterhin hohe Inflation,
beeinflussten im Jahr 2023 weiterhin die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Auch die abcbank konnte
sich Auswirkungen mit Blick auf die höheren
Aufwendungen für Zins und Risiko nicht entziehen. Wie
lange die EZB an ihrem restriktiven geldpolitischen Kurs
festhalten wird, hängt vor allem vom Tempo des
Nachlassens der Teuerungsrate und der Rückkehr in den
Zielkorridor von 2 % ab. Es besteht das Risiko einer
persistenten Inflation, die eine Rückkehr auf ein
niedriges Zinsniveau zeitlich verzögert. Dies
würde, neben den erwarteten höheren
Lohnabschlüssen, den Kostendruck auf die Unternehmen
weiterhin auf einem hohen Niveau halten, mit dem Risiko,
dass insbesondere zwingend erforderliche Investitionen in
den Digitalisierungs- und Transformationsprozess verschoben
oder unterlassen werden. Dabei wird es auch darauf
ankommen, wie zeitnah und mit welchen
wirtschaftspolitischen Maßnahmen es die
Bundesregierung nach dem Urteil zur Schuldenbremse Ende
2023 schafft, den geeigneten Rahmen für
Investitionsanreize zu setzen, und wie sie zukünftig
die vorhandenen strukturellen Probleme in Deutschland
angeht. Weitere Probleme sehen die Unternehmen in der im
Vergleich zum Ausland teuren Beschaffung für Energie,
einer hohen Bürokratie- und Regulierungsdichte, hohen
Unternehmenssteuern sowie dem steigenden
Fachkräftemangel.
42 Infolgedessen könnte die Zahl der
Unternehmen, die ihre Produktion oder das gesamte
Unternehmen ins Ausland verlagern, steigen. Vor diesem
Hintergrund könnten sich Auswirkungen insbesondere auf
das Neugeschäft - und daraus resultierend
rückläufige Ertragspotenziale - sowie auf das
Adressenausfallrisiko (verbunden mit einem Anstieg der
erforderlichen Risikovorsorge) in der Bank ergeben.
Der Fortgang der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im
Jahr 2024 könnte Einfluss auf die erwartete
Risikoquote im Leasing und Factoring und folglich auf das
forfaitierte Geschäft der abcbank nehmen. Aufgrund des
Kostendrucks steigt das Risiko für
Unternehmensinsolvenzen, falls eine Weiterreichung der
Kosten am Markt nicht durchsetzbar ist. Die Zahl der
Unternehmensinsolvenzen stieg in 2023, auch im Mittelstand
sowie branchenübergreifend, mit +23,5 % (+18.100)
gegenüber dem Vorjahr spürbar an. Da Insolvenzen
in der Regel zeitlich nachgelagert zu einer
Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Situation
auftreten, wird für das Jahr 2024 mit einem erneuten
Anstieg gerechnet.
43 In diesem Zusammenhang besteht die Gefahr,
dass der private Konsum aufgrund der weiterhin vorhandenen
Unsicherheiten zurückhaltender als prognostiziert
ausfallen könnte. Folglich würde sich das
Adressenausfallrisiko erhöhen und Teile des
wirtschaftlichen Ergebnisses würden durch unerwartet
deutlich steigende Risikoaufwendungen aufgezehrt. Die
abcbank hat den Sachverhalt in ihrer Risikostrategie sowie
in ihrer Mehrjahresplanung antizipiert.
Liquiditäts- und Marktpreisrisiko: Durch die
unabhängige Refinanzierung über die Einlagen
gewerblicher und privater Anleger, ABS-Bonds sowie die
Teilnahme an EZB-Zinstendern ist die Abhängigkeit von
einzelnen Passivmitteln deutlich reduziert. Sollten sich
das Zinsniveau länger als prognostiziert auf hohem
Niveau bewegen, beeinflusst dies nochmals die Kosten der
Refinanzierung. Das mögliche Risiko hat die abcbank
bereits in ihrer jährlichen Planung adaptiert. Vor dem
Hintergrund der bestehenden Liquiditätssituation und
der vorhandenen Refinanzierungspuffer sieht sich die
Geschäftsführung gut gerüstet und geht nicht
von einer Bestandsgefährdung der Gesellschaft aus.
Mögliche Risiken aus einer dynamischen Entwicklung
werden in der Risikostrategie der abcbank fortlaufend
berücksichtigt.
Mit steigendem Grad der Digitalisierung erhöht sich
auch das operationelle Risiko. Allein durch Cyberattacken
entstand deutschen Unternehmen im Jahr 2023 ein
Gesamtschaden von rund 206 Mrd. €.
44 Ein weiteres stetig steigendes operationelles
Risiko deutscher Unternehmen resultiert aus dem eng mit dem
demographischen Wandel der Gesellschaft verbundenen Problem
des Fachkräftemangels. Die Geschäftsführung
der Gesellschaft hat bereits in Vorjahren Maßnahmen
und Ziele zur Begrenzung eines möglichen
wirtschaftlichen Schadens aus diesen Risiken formuliert und
als festen Bestandteil in ihrer Geschäftsstrategie
verankert.
Steigende regulatorische Anforderungen auf deutscher
und europäischer Ebene machen organisatorische und
technische Anpassungen notwendig und führen zu einem
steigenden administrativen Aufwand. Einen wesentlichen
Faktor spielt dabei der wirtschaftliche und
gesellschaftliche Transformationsprozess. Exemplarisch sei
die Umsetzung der regulatorischen Anforderung zum Thema
Nachhaltigkeit genannt, welche weitreichende Eingriffe in
die operativen und strategischen Prozesse, insbesondere von
Unternehmen der Kredit- und Finanzdienstleistungsbranche,
erfordert. Die damit verbundenen Kosten belasten weiterhin
das wirtschaftliche Ergebnis. Die Schwestergesellschaft
abcfinance hat bereits im Jahr 2022 mit der Errichtung
eines abc-eigenen Ressorts Corporate Sustainability auf die
steigenden Anforderungen im Kontext Nachhaltigkeit
reagiert. Maßnahmen und Ziele im Zusammenhang mit dem
Themengebiet ESG sind Teil der übergeordneten
Unternehmensstrategie und werden unter anderem in der
Risikostrategie berücksichtigt und fortlaufend
weiterentwickelt.
42
https://wwwJwkoeln.de/bedeutung-von-standortfaktoren-und-megatrends-fuer-die-investitionen-in-deutschland
Februar 2024
43
https://www.creditreform.de/pm/insolvenzen-auf-dem-vormarsch
Januar 2024
44
https://de.statista.com/schaeden-durch-computerkriminalitaet-in-deutschen-untemehmen
Januar 2024
3.4.2. Chancen
Die Rückkehr auf den erfolgreichen Weg der
letzten Jahre wird auf der beschriebenen Basis
-abhängig von der Geschwindigkeit der Erholung der
Gesamtwirtschaft - in 2024 wieder gelingen. Die enge
Verzahnung zwischen dem TK abcfinance Holding und der
abcbank ermöglicht eine optimale Ausnutzung der
Ressourcen. Die Refinanzierungsmöglichkeiten über
die abcbank bilden das Rückgrat dieser Entwicklung.
Sollte die deutsche Wirtschaft, schneller als
prognostiziert, die technische Rezession hinter sich
lassen, könnten mittelständische Unternehmen ihre
- zum Teil seit Jahren - aufgeschobenen
Investitionsvorhaben forcieren und eine deutlich
verstärkte Nachfrage mittels Leasings finanzierter
Geschäfte auslösen. Dies würde sich auf das
Neugeschäft der abcfinance und somit auf die abcbank
auswirken.
Die Krisen der letzten Jahre haben in vielen
Bereichen die Schwächen der Globalisierung
offengelegt. Insbesondere der Vulnerabilität und
Abhängigkeit von weltweit umspannenden Lieferketten
gilt es zukünftig erfolgreich gegenzusteuern.
Übergeordnetes Ziel der EU-Kommission ist es, Europa
mittels eines Industrieplans für den grünen Deal
zum Weltmarktführer für saubere Technologien und
Innovationen, und somit zum Profiteur des anstehenden und
rasant voranschreitenden Transformationsprozesses zu
machen. Neben der Bereitstellung zusätzlicher Gelder
aus EU-Fördermitteln sollen insbesondere auch die
bürokratischen Hemmnisse bei der Bewilligung von
staatlichen Fördermitteln sowie für Anbieter von
Produkten wie Windenergie, Wärmepumpen, Solarenergie
und grünem Wasserstoff deutlich reduziert werden. Auch
der Bund und die Länder planen bzw. haben bereits
Programme mit Blick auf die Herausforderungen des
anstehenden Transformationsprozess aufgelegt. Der
Geschäftsbereich abcfinance könnte von diesen
Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene
durch Gewinnung neuer Kunden oder durch die verstärkte
Nachfrage ihrer Bestandskunden profitieren mit positiver
Ausstrahlung auf das Geschäft der abcbank.
Großes Wachstumspotential für den
Geschäftsbereich abcfinance bieten weiterhin die
Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die die
wesentlichen Eckpfeiler des aktuellen wirtschaftlichen
Transformationsprozesses darstellen. In Zeiten von Sharing
Economy sieht der Leasingverband durch das breite Spektrum
nutzungsorientierter Finanzierungsmodelle großes
Potential für die Leasingbranche, da Leasing den
schnellen Wechsel zu neuen und umweltverträglichen
Technologien sowie über die Unternehmensstrategie eine
Planbarkeit der Abbaupfade mit Blick auf den
CO2-Fußabdruck ermöglicht.
45 Mit der green-energy-solution hat die
abcfinance bereits in Vorjahren ein Kompetenzteam
geschaffen, welches den gestiegenen Anforderungen zur
Finanzierung nachhaltiger Objekte Rechnung trägt. Hier
werden Finanzierungslösungen für
umweltfreundliche Energietechnologien entwickelt und
umgesetzt. Bei den Technologien handelt es sich im
Schwerpunkt um Photovoltaikanlagen und deren
Peripherietechnik. Aber auch Objekte aus den Bereichen
Elektromobilität und Speichertechnik können
Gegenstand der green-energy-solutions sein. Das
Geschäftssegment eröffnet für die abcfinance
die Möglichkeit zur Ausschöpfung guter
Ertragspotenziale verbunden mit einer langjährigen
Kundenbindung. Eine Entwicklung, die auch das Geschäft
der abcbank positiv beeinflussen würde. Das aus diesem
Wachstum resultierende Neugeschäft würde auch das
Geschäft der abcbank positiv beeinflussen.
83 % der deutschen Unternehmen planen in den
nächsten anderthalb Jahren Investitionen mit Kontext
Digitalisierung, 52 % werden voraussichtlich Investitionen
zum Thema Nachhaltigkeit vornehmen.
46 Hier kann die abcfinance ihre
Branchenexpertise zielführend bei der Beratung
mittelständischer Kunden einbringen und diesen durch
flexible, maßgeschneiderte Finanzierungsmodelle als
verlässlicher Partner zur Seite stehen. So
eröffnet der Transformationsprozess für den
Geschäftsbereich abcfinance die Möglichkeit zur
Ausschöpfung guter Ertragspotenziale verbunden mit
einer langjährigen Kundenbindung.
Auch auf dem Gebiet der Digitalisierung hat sich der
Geschäftsbereich abcfinance frühzeitig den
Herausforderungen gestellt. Seit dem Jahr 2019 hat die
abcfinance erfolgreich neue Absatzwege mit den Kunden
beschreiten können und diese fortlaufend ausgebaut. In
Kooperation mit der zur Werhahn-Gruppe zugehörigen
abcfinlab GmbH, deren Aufgabe in der Entwicklung einer
volldigitalisierten Abwicklung von
Finanzdienstleistungsgeschäften besteht, konnte die
abcfinance unter anderem ihr Kundenportal "Lease Seven"
für das Leasing mit hoher Kundenakzeptanz
implementieren und fortlaufend optimieren. Weitere,
tiefgreifende Digitalisierungsprojekte, wie das sog.
SOA-Projekt (Service-orientierte Architektur) mit dem Ziel
einer vollständigen, vollautomatisierten Einbindung
der Leasingprozesse der abcfinance bei ihren strategischen
Partnern, wurden im Vorjahr begonnen. Ebenso testet die
abcfinance das Potential künstlicher Intelligenz beim
Einsatz unter regulatorischen, sicherheitstechnischen und
datenschutzrechtlichen Aspekten. Somit eröffnet die
Digitalisierung die Möglichkeit, verstärkt als
attraktiver Geschäftspartner im Markt wahrgenommen zu
werden und neue Kunden zu binden. Sowohl ein daraus
resultierendes Neugeschäft als auch das Potenzial zur
Einsparung interner Kosten könnten die wirtschaftliche
Entwicklung der abcfinance-Gruppe zukünftig positiv
begünstigen.
Darüber hinaus eröffnen Änderungen im
Branchenumfeld, beispielweise aufgrund von
Restrukturierungen, Chancen für den
Geschäftsbereich abcfinance zu anorganischem Wachstum.
Doch auch mit Hilfe von organischem Wachstum und neuer
Partnerschaften kann die abcfinance auch unabhängig
von der konjunkturellen Entwicklung wachsen. Innerhalb der
getätigten Akquisitionen werden auch in Zukunft
mögliche Partner identifiziert, mit denen das
Neugeschäft strukturiert und kundenorientiert
ausgebaut werden kann. Mit der Gewinnung von Marktanteilen
würde die Bedeutung des TK abcfinance Holding sowie
der abcbank im Wettbewerbsumfeld gefestigt und erweitert
werden.
Die Geschäftsleitung der abcbank erwartet im
Vergleich zum negativen Geschäftsergebnis des
aktuellen Geschäftsjahres für 2024 ein leicht
positives Geschäftsergebnis auf niedrigem Niveau.
45 vgl. BDL Rundschreiben 07-01-2024:
Gesamtwirtschaftliche Einordnung vom 14.02.2024
46
https://www.capgemini.eom//studie/investitionen-erwartung-unternehmen-wachstum-2024
abcbank GmbH
| Stephan Ninow |
Andrea Ritzmann |
Malte Rüsing |
Bilanz zum 31. Dezember 2023
Aktiva
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
€ |
€ |
€ |
| 1. Barreserve |
|
|
|
| Guthaben bei
Zentralnotenbanken |
|
10.522.984,29 |
103.408.438,76 |
darunter: bei der
Deutschen Bundesbank 10.522.984,29 €
(Vorjahr: 103.408.438,76 €) |
|
|
|
| 2. Forderungen an
Kreditinstitute |
|
|
|
| a) täglich
fällig |
124.492.209,93 |
|
2.423.498,72 |
| b) andere
Forderungen |
536.812,63 |
|
637.696,09 |
|
|
125.029.022,56 |
3.061.194,81 |
| 3. Forderungen an
Kunden |
|
2.227.211.670,60 |
2.125.279.122,37 |
| 4. Schuldverschreibungen
und andere festverzinsliche Wertpapiere |
|
|
|
| Anleihen und
Schuldverschreibungen von anderen Emittenten |
|
927.964.155,35 |
904.715.367,14 |
darunter: beleihbar bei
der Deutschen Bundesbank
740.080.871,25 € (Vorjahr: 694.507.891,75
€) |
|
|
|
| 5. Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
| a) Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
42.542,50 |
|
44.430,12 |
| b) Geleistete
Anzahlungen |
0,00 |
|
17.850,00 |
|
|
42.542,50 |
62.280,12 |
| 6. Sonstige
Vermögensgegenstände |
|
20.391.431,84 |
11.583.618,38 |
| 7.
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
70.768,55 |
98.762,46 |
| Summe der Aktiva |
|
3.311.232.575,69 |
3.148.208.784,04 |
Passiva
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
€ |
€ |
€ |
| 1. Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
|
|
|
| a) täglich
fällig |
0,00 |
|
0,00 |
| b) mit vereinbarter
Laufzeit oder Kündigungsfrist |
233.168.312,94 |
|
340.291.117,02 |
|
|
233.168.312,94 |
340.291.117,02 |
| 2. Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden |
|
|
|
| andere
Verbindlichkeiten |
|
|
|
| a) täglich
fällig |
330.724.234,79 |
|
431.669.535,97 |
| b) mit vereinbarter
Laufzeit oder Kündigungsfrist |
1.408.891.831,97 |
|
1.116.466.499,17 |
|
|
1.739.616.066,76 |
1.548.136.035,14 |
| 3. Sonstige
Verbindlichkeiten |
|
1.093.590.534,23 |
995.805.526,69 |
| 4.
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
0,00 |
43.829,73 |
| 5.
Rückstellungen |
|
|
|
| a) Rückstellungen
für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen |
407.587,00 |
|
435.778,00 |
| b)
Steuerrückstellungen |
1.534,00 |
|
13.598.733,00 |
| c) andere
Rückstellungen |
1.762.498,77 |
|
1.866.302,18 |
|
|
2.171.619,77 |
15.900.813,18 |
| 6. Eigenkapital |
|
|
|
| a) Gezeichnetes
Kapital |
40.000.000,00 |
|
40.000.000,00 |
| b)
Kapitalrücklage |
108.436.106,94 |
|
108.436.106,94 |
| c) Andere
Gewinnrücklagen |
94.249.935,05 |
|
85.413.902,92 |
| d) Bilanzgewinn |
0,00 |
|
14.181.452,42 |
|
|
242.686.041,99 |
248.031.462,28 |
| Summe der Passiva |
|
3.311.232.575,69 |
3.148.208.784,04 |
Gewinn-
und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2023
|
2023 |
2022 |
|
€ |
€ |
€ |
€ |
| 1. Zinserträge |
|
|
|
|
| a) Kredit- und
Geldmarktgeschäfte |
77.326.209,16 |
|
|
54.545.984,54 |
| darunter: abgesetzte
negative Zinsen aus Geldmarktgeschäften
(Geldanlagen): 0,00 € (Vorjahr: 43.615,22
€) |
|
|
|
|
| b) Festverzinsliche
Wertpapiere |
42.741.137,42 |
|
|
34.213.989,65 |
|
|
120.067.346,58 |
|
88.759.974,19 |
| 2. Zinsaufwendungen |
|
-88.856.900,01 |
|
-39.073.477,89 |
|
|
|
31.210.446,57 |
49.686.496,30 |
| 3.
Provisionserträge |
|
316.200,00 |
|
317.000,00 |
| 4.
Provisionsaufwendungen |
|
-1.123.019,25 |
|
-1.390.536,22 |
|
|
|
-806.819,25 |
-1.073.536,22 |
| 5. Sonstige betriebliche
Erträge |
|
|
8.821.121,57 |
8.070.725,50 |
| 6. Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen |
|
|
|
|
| a) Personalaufwand |
|
|
|
|
| aa) Löhne und
Gehälter |
-10.106.269,09 |
|
|
-10.069.009,35 |
| ab) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für Altersversorgung und
Unterstützung |
-1.664.572,36 |
|
|
-1.575.015,99 |
|
|
-11.770.841,45 |
|
-11.644.025,34 |
| b) Andere
Verwaltungsaufwendungen |
|
-10.926.562,01 |
|
-13.372.385,62 |
|
|
|
-22.697.403,46 |
-25.016.410,96 |
| 7. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und
Sachanlagen |
|
|
-49.487,62 |
-52.775,99 |
| 8. Sonstige betriebliche
Aufwendungen |
|
|
-102.944,21 |
-22.542,62 |
| 9. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte
Wertpapiere sowie Zuführungen zu
Rückstellungen im Kreditgeschäft |
|
|
-22.989.909,56 |
-9.348.986,28 |
| 10. Ergebnis der
normalen Geschäftstätigkeit |
|
|
-6.614.995,96 |
22.242.969,73 |
| 11. Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag |
|
|
1.289.575,67 |
-8.061.517,31 |
| 12. Jahresfehlbetrag
(Vorjahr: Jahresüberschuss) |
|
|
-5.325.420,29 |
14.181.452,42 |
| 13. Gewinnvortrag aus
dem Vorjahr |
|
|
14.181.452,42 |
13.224.381,26 |
| 14. Entnahme aus anderen
Gewinnrücklagen |
|
|
5.325.420,29 |
0,00 |
| 15. Einstellungen in
andere Gewinnrücklagen |
|
|
-14.161.452,42 |
-13.224.381,26 |
| 16.
Ausschüttung |
|
|
-20.000,00 |
0,00 |
| 17. Bilanzgewinn |
|
|
0,00 |
14.181.452,42 |
ANHANG für
das Geschäftsjahr 2023
A. VORBEMERKUNG
Die abcbank GmbH (im Folgenden auch "Gesellschaft"
und kurz "abcbank" genannt) ist ein Kreditinstitut im Sinne
des § 1 KWG und wendet für die Aufstellung des
Jahresabschlusses die für Kreditinstitute geltenden
Vorschriften der §§ 340 ff. HGB, die Verordnung
über die Rechnungslegung der Kreditinstitute,
Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute
(RechKredV) sowie die institutsspezifischen
Formblätter an. Ergänzend sind die Vorschriften
des GmbHG zu beachten.
Das Stammkapital ist voll eingezahlt und wird von der
Alleingesellschafterin abc Holding GmbH, Neuss, gehalten.
Gegenstand des Unternehmens ist das Betreiben von
Bankgeschäften sowie die Erbringung von
Finanzdienstleistungen in dem von der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht genehmigten Umfang.
Die Gesellschaft mit Sitz in Köln ist unter HRB
72988 im Handelsregister des Amtsgerichtes Köln
eingetragen.
B. BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Die angekauften Forderungen sind zum Barwert
angesetzt. Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren
Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzel- und
Pauschalwertberichtungen abgedeckt. Für akut
ausfallgefährdete Forderungen erfolgt eine
Wertberichtigung in Höhe der Differenz zwischen dem
Buchwert der Forderung und dem erwarteten Erlös aus
der Verwertung von Sicherheiten.
Auf die übrigen nicht einzelwertberichtigten
Leasing- und Mietkaufforderungen wurden
Pauschalwertberichtigungen für latente Risiken (PWB)
gebildet. Die Ermittlung erfolgt gemäß der
"Stellungnahme zur Rechnungslegung: Risikovorsorge für
vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte
Adressausfallrisiken im Kreditgeschäft von
Kreditinstituten (Pauschalwertberichtigungen)" des
Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.
(IDW RS BFA 7). Dafür greift die Gesellschaft bei der
Ermittlung der PWB auf das vereinfachte Verfahren zur
Bewertung gemäß IDW RS BFA 7 zurück.
Demnach kann für Kreditgeschäfte die
12-Monats-Ausfallwahrscheinlichkeit (ohne eine Anrechnung
von Bonitätsprämien) verwendet werden, wenn eine
Ausgeglichenheit zwischen Bonitätsprämien und
Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditausreichung
angenommen werden kann und keine deutliche Erhöhung
des Adressenausfallrisikos zum Stichtag besteht.
Entsprechend dieses Verfahrens ermittelt die Gesellschaft
die PWB zunächst (Stufe 1) auf Basis eines
12-Monats-Zeitraum (1-Year-Expected-Loss). Die Berechnung
erfolgt unter Verwendung von Ausfallwahrscheinlichkeiten
(Probability of Default), Verlustquoten (Loss Given
Default) und dem möglichen Forderungsbetrag bei
Ausfall (Exposure at Default). Im Falle einer wesentlichen
Erhöhung der Ausfallwahrscheinlichkeit wird für
die PWB-Ermittlung die Restlaufzeit der Forderung
(Lifetime-Expected-Loss) herangezogen (Stufe 2). Die
Gesellschaft hat im Berichtsjahr ein permanentes Rating des
gesamten Vertragsbestandes eingeführt unter
Berücksichtigung aktueller Informationen aus externen
und internen Quellen (Zahlverhalten). Hierdurch reagiert
die PWB grundsätzlich sensitiver.
Die abcbank hat im Berichtsjahr dem potenziellen
Mehrbedarf an Pauschalwertberichtigungen im Hinblick auf
Unsicherheiten bezüglich der konjunkturellen und
geopolitischen Entwicklungen durch zusätzliche
Risikovorsorge Rechnung getragen.
Den Kreditrisiken wurde durch Einzel- und
Pauschalwertberichtigungen angemessen Rechnung getragen.
Die übrigen Forderungen sind zum Nominalwert,
gegebenenfalls einschließlich aufgelaufener Zinsen
bis zum Bilanzstichtag, aktiviert.
Die Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei
voraussichtlicher dauerhafter Wertminderung werden
Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert
vorgenommen. Die Wertpapiere sind vollständig dem
Anlagebestand zugeordnet und werden einheitlich nach dem
gemilderten Niederstwertprinzip bewertet.
Die Bewertung der entgeltlich erworbenen
immateriellen Anlagewerte erfolgt zu Anschaffungskosten,
vermindert um planmäßige Abschreibungen. Den
planmäßigen Abschreibungen liegen die der
geschätzten Nutzungsdauer von 12 bis 60 Monaten
entsprechenden linearen Abschreibungssätze zugrunde.
Die sonstigen Vermögensgegenstände werden
zum Nennwert angesetzt.
Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden
Verwaltungsaufwendungen abgegrenzt, die wirtschaftlich in
das Folgejahr gehören.
Aufgrund der voneinander abweichenden steuerlichen
und handelsrechtlichen Wertansätze ergeben sich im
Geschäftsjahr aktive latente Steuern; insbesondere aus
der unterschiedlichen Bewertung von Forderungen
gegenüber Kunden und Pensionsrückstellungen. Die
Bewertung erfolgt zum unternehmensindividuellen Steuersatz
von 32,46 %. In Ausübung des Wahlrechts
gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird der
Differenzbetrag von 4.658 T€ nicht bilanziert.
Die Verbindlichkeiten sind mit den
Erfüllungsbeträgen, gegebenenfalls
einschließlich aufgelaufener Zinsen bis zum
Bilanzstichtag, passiviert.
Erkennbaren Risiken aus schwebenden Geschäften
und ungewissen Verbindlichkeiten wird in Höhe der
erwarteten Inanspruchnahme mit der Bildung von
Rückstellungen Rechnung getragen. Die
Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger
kaufmännischer Beurteilung notwendigen
Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Die sonstigen
Rückstellungen haben überwiegend eine
Restlaufzeit von weniger als einem Jahr und bedürfen
daher keiner Abzinsung nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB.
Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem
Jahr wurden über den Zeitraum vom Bilanzstichtag bis
zur voraussichtlichen Inanspruchnahme mit dem Zinssatz
gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB abgezinst.
Den Pensionsrückstellungen liegen
versicherungsmathematische Berechnungen (Teilwertverfahren)
auf Basis der "Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus
Heubeck) zugrunde, die auf einem Rechnungszinsfuß
gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung
(RückAbzinsV) von 1,83 % (Vorjahr: 1,79 %) beruhen.
Die Vereinfachungsregeln des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB
bei der Abzinsung werden in Anspruch genommen. Hierbei wird
eine Gehaltssteigerung von 0,00 % p.a. und eine
Rentensteigerung von 2,00 % p.a. sowie eine Fluktuation von
0,00 % p.a. angesetzt. Der ausschüttungsgesperrte
Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB ermittelt
sich für das Jahr 2023 auf 2 T€.
Ein potenzieller Rückstellungsbedarf von
zinsbezogenen Geschäften des Bankbuches (im Folgenden:
Zinsbuch) wird auf Basis einer wertorientierten Berechnung
untersucht. Analog zur Definition im internen
Risikomanagement umfasst das Zinsbuch alle zinsbezogenen
Geschäfte der Bank. Bei der Beurteilung des
Rückstellungsbedarfs werden alle Zinserträge der
relevanten Geschäfte berücksichtigt sowie die zu
deren Erwirtschaftung zukünftig noch erforderlichen
Aufwendungen in Form von Kreditrisiko-, Verwaltungs- und
Refinanzierungskosten. Hierbei erfolgt eine Diskontierung
der zukünftig anfallenden Zahlungen auf Basis der
relevanten Zinsstrukturkurve. Zum Stichtag bestand kein
Erfordernis zur Bildung einer Drohverlustrückstellung.
Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht
abgegrenzt.
Die Erträge werden ausschließlich im
Inland erzielt. Aufgrund dessen unterbleibt eine
Aufgliederung nach geographischen Märkten.
C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
AKTIVA
Die Forderungen an Kreditinstitute von 125.029
T€ (Vorjahr: 3.061 T€) betreffen im Wesentlichen
eine Overnight Fazilität bei der Deutschen Bundesbank
in Höhe von 109.600 T€, Forderungen gegen der
Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, (14.411
T€; Vorjahr: 1.623 T€) sowie der Deutschen Bank
AG, Köln mit 159 T€ (Vorjahr: 379 T€). Beim
verbundenen Unternehmen Bankhaus Werhahn, Neuss, besteht
ein Bankguthaben in Höhe von 275 T€ (Vorjahr: 302
T€). In den übrigen Forderungen gegen
Kreditinstituten sind mit 584 T€ (Vorjahr: 553
T€) Forderungen aus dem Leasing- und
Factoringgeschäft enthalten. Der Vorjahreswert betraf
mit 205 T€ Forderungen aus Tendergeschäften.
Die anderen Forderungen an Kreditinstitute weisen
folgende Restlaufzeiten auf:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
T€ |
T€ |
| bis drei Monate |
288 |
363 |
| mehr als drei Monate bis
ein Jahr |
78 |
107 |
| mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
171 |
168 |
| mehr als fünf
Jahre |
0 |
0 |
| Summe |
537 |
638 |
Die Forderungen an Kunden betragen 2.227.212 T€
(Vorjahr: 2.125.279 T€) und entfallen im Wesentlichen
auf Forderungen aus angekauften Nettoleasingforderungen
(1.985.639 T€; Vorjahr: 1.881.735 T€).
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
T€ |
T€ |
| bis drei Monate |
425.672 |
425.817 |
| mehr als drei Monate bis
ein Jahr |
456.187 |
447.911 |
| mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
1.284.086 |
1.187.945 |
| mehr als fünf
Jahre |
61.267 |
63.606 |
| Summe |
2.227.212 |
2.125.279 |
Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit
bestehen nicht.
Die Wertberichtigungen werden entsprechend den
Restlaufzeiten von den Forderungen in Abzug gebracht.
Die pauschale Wertberichtigung beträgt 2023
18.928 T€ (Vorjahr: 19.149 T€). Diese wurde in
Einklang mit den Vorgaben des IDW RS BFA 7 ermittelt.
Insgesamt wurden im Jahr 2023 Forderungen zum
Nennbetrag von insgesamt 593.962 T€ im Rahmen der
revolvierenden ABS-Transaktionen veräußert,
davon entfallen 399.926 T€ auf die neunte und 194.036
T€ (Vorjahr: 579.115 T€) auf die achte
Strukturierung.
Die Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere von 927.964 T€ (Vorjahr: 904.715 T€)
betreffen ausschließlich Wertpapiere, die von dem
verbundenen Unternehmen abc SME Lease Germany S.A. (im
Folgenden als SPV bezeichnet) emittiert wurden.
Die unter Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapieren ausgewiesenen Wertpapiere
sind sämtlich börsenfähig und
börsennotiert.
Die Schuldverschreibungen sind mit 378.656 T€ im
Folgejahr fällig.
Am Bilanzstichtag waren Schuldverschreibungen mit
einem Beleihungswert von 680.600 T€ bei der Deutschen
Bundesbank hinterlegt, von denen nominal 225.000 T€
(ohne die dazugehörige Zinsabgrenzung) im Rahmen von
Offenmarktkrediten beliehen waren und insoweit einer
Verfügungsbeschränkung unterliegen.
Die Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere beinhalten Wertpapiere mit einem Buchwert von
539.592 T€, die zum gemilderten Niederstwert angesetzt
sind. Ihr beizulegender Zeitwert beläuft sich auf
522.341 T€. Die Veränderung ist
ausschließlich auf das veränderte
Marktzinsumfeld zurückzuführen und ist somit kein
Anlass zur Abschreibung. Solange Wertschwankungen als nicht
dauerhaft eingeschätzt werden und mit der
vollständigen Rückzahlung der Wertpapiere bei
Fälligkeit gerechnet wird, wird auf eine Abschreibung
verzichtet.
Zur Entwicklung des Anlagevermögens der Bank
verweisen wir auf den Anlagespiegel als Anlage zu diesem
Anhang.
Der Posten sonstige Vermögensgegenstände
beträgt 20.391 T€ (Vorjahr: 11.584 T€) und
besteht im Wesentlichen aus im Rahmen der ABS-Transaktionen
gegenüber dem SPV (verbundenes Unternehmen)
eingeräumten Nachrangdarlehen in Höhe von 16.858
T€ (Vorjahr: 11.521 T€) sowie
Erstattungsansprüchen aus Steuern (3.527 T€). Im
Vorjahr waren hier noch Kaufpreisanpassungen für den
ABS-Pool mit 48 T€ ausgewiesen.
Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe
von 71 T€ (Vorjahr: 99 T€) sind Vorauszahlungen
für Programmgebühren und Gütesiegel mit 39
T€ zu berücksichtigen. Außerdem betreffen
25 T€ (Vorjahr: 55 T€) im Wesentlichen
Vorauszahlungen für Börsen- und Datensicherungs-
sowie Ratinggebühren im Zusammenhang mit den
ABS-Transaktionen. Im Vorjahr sind Unterschiedsbeträge
aus dem Über-pari-Erwerb von Wertpapieren der sechsten
ABS-Verbriefung (23 T€) sowie Prämienzahlungen
aus Versicherungsleistungen gegenüber dem verbundenen
Unternehmen, Wilh. Werhahn KG, Neuss (14 T€)
enthalten.
PASSIVA
Unter den Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (233.168 T€; Vorjahr: 340.291
T€) werden fünf Offenmarktkredite bei der
Deutschen Bundesbank mit insgesamt 225.000 T€
ausgewiesen. Zwei Offenmarktkredite in Höhe von
insgesamt 35.000 T€ weisen eine Fälligkeit von
bis zu drei Monaten, drei Offenmarktkredite in Höhe
von insgesamt 190.000 T€ eine Fälligkeit von mehr
als drei Monaten bis zu einem Jahr auf. Im Vorjahr
unterhielt die Bank vier Offenmarktkredite in Höhe von
insgesamt 100.000 T€ mit einer Fälligkeit von bis
zu drei Monaten, sowie vier Offenmarktkredite in Höhe
von insgesamt 240.000 T€ mit einer Fälligkeit von
mehr als einem Jahr bis fünf Jahre.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in
Höhe von 1.739.616 T€ (Vorjahr: 1.548.136
T€) resultieren im Wesentlichen mit 1.738.295 T€
(Vorjahr: 1.545.530 T€) aus dem Einlagengeschäft
mit institutionellen und privaten Kunden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit
vereinbarter Laufzeit und/oder Kündigungsfrist weisen
folgende Restlaufzeiten auf:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
T€ |
T€ |
| bis drei Monate |
238.078 |
293.363 |
| mehr als drei Monate bis
ein Jahr |
373.742 |
422.379 |
| mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
788.072 |
391.724 |
| mehr als fünf
Jahre |
9.000 |
9.000 |
| Summe |
1.408.892 |
1.116.466 |
Des Weiteren sind in dem Bilanzposten
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in
Höhe von 1.236 T€ (Vorjahr: 1.862 T€)
enthalten.
Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von
1.093.591 T€ (Vorjahr: 995.806 T€) bestehen im
Wesentlichen aus den an das SPV (verbundenes Unternehmen)
verkauften Leasingforderungen in Höhe von 1.088.903
T€ (Vorjahr: 994.401 T€) sowie mit 4.592 T€
(Vorjahr: 819 T€) Zahlungsverpflichtungen aus Steuern.
Überdies sind hier Verbindlichkeiten aus der
Verrechnung von Kosten mit den Schwestergesellschaften
abcfinance GmbH und ETL Finance GmbH & Co. KG mit 54
T€ (Vorjahr: 510 T€) enthalten.
Die Rückstellungen betragen insgesamt 2.172
T€ (Vorjahr: 15.901 T€) und sind in Höhe von
408 T€ (Vorjahr: 436 T€) für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen auf Basis
versicherungsmathematischer Berechnungen (Richttafel 2018 G
Dr. Heubeck) mit einem Rechnungszinsfuß von 1,83 %
(Vorjahr: 1,79 %) gebildet. Für die ausgewiesenen
Pensionsverpflichtungen bestehen aus
Unternehmenstransaktionen vertraglich vereinbarte
Freistellungs- und Eintrittsverpflichtungen mit einem
Dritten.
Für etwaige steuerliche Verpflichtungen sind im
Berichtsjahr Steuerrückstellungen in Höhe von 2
T€ (Vorjahr: 13.599 T€) zu bilden. Davon
entfallen 1 T€ (Vorjahr: 7.017 T€) auf
Gewerbesteuer sowie 1 T€ (Vorjahr: 6.582 T€) auf
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag.
Die anderen Rückstellungen (1.762 T€;
Vorjahr: 1.866 T€) betreffen insbesondere mit 966
T€ Personalkosten (Vorjahr: 1.064 T€), mit 356
T€ (Vorjahr: 356 T€) Risiken aus dem
Kreditgeschäft, Prüfungskosten in Höhe 141
T€ (Vorjahr: 83 T€) sowie Beiträge an die
Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (214
T€; Vorjahr: 157 T€).
Aufgrund des Jahresfehlbetrages 2023 in Höhe von
5.325 T€ vermindert sich das Eigenkapital der
Gesellschaft auf 242.686 T€ (Vorjahr: 248.031
T€). Der sich ergebende Jahresfehlbetrag wird mit den
Gewinnrücklagen verrechnet. Darüber hinaus wurde
aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 27. März
2023 von dem Bilanzgewinn 2022 ein Teilbetrag in Höhe
von 20 T€ an die Alleingesellschafterin abc Holding
GmbH ausgeschüttet, der verbleibende Betrag in
Höhe von 14.161 T€ wurde in die
Gewinnrücklagen eingestellt. Somit stellt sich das
Eigenkapital wie folgt dar:
|
01.01.2023 |
Entnahme aus
Rücklagen |
Einstellung in
Rücklagen |
Ausschüttung |
31.12.2023 |
| Stammkapital |
40.000.000,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
40.000.000,00 |
|
Kapitalrücklage |
108.436.106,94 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
108.436.106,94 |
|
Gewinnrücklagen |
85.413.902,92 |
-5.325.420,29 |
14.161.452,42 |
0,00 |
94.249.935,05 |
| Bilanzgewinn |
14.181.452,42 |
0,00 |
-14.161.452,42 |
-20.000,00 |
0,00 |
| Summe |
248.031.462,28 |
-5.325.420,29 |
0,00 |
-20.000,00 |
242.686.041,99 |
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis
Im Zinsergebnis in Höhe von 31.210 T€
(Vorjahr: 49.686 T€) sind hauptsächlich
Zinserträge aus angekauften Leasingforderungen und
für Schuldverschreibungen mit 106.674 T€
(Vorjahr: 83.536 T€), aus sonstigen Kredit- und
Geldmarktgeschäften (3.973 T€; Vorjahr 274
T€), aus dem Ankauf von Factoringforderungen (3.556
T€; Vorjahr 1.299 T€) sowie aus der Vereinnahmung
von Entschädigungen aus Vorfälligkeit mit 3
T€ (Vorjahr: 2.318 T€) enthalten, denen im
Wesentlichen Zinsaufwendungen aus dem Einlagengeschäft
und dem Forderungsverkauf an eine Zweckgesellschaft in
Höhe von 74.826 T€ (Vorjahr: 38.291 T€)
sowie aus sonstigen Kredit- und Geldmarktgeschäften
(13.956 T€; Vorjahr 722 T€) gegenüberstehen.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe
von 8.821 T€ (Vorjahr: 8.071 T€) betreffen mit
8.609 T€ (Vorjahr: 7.906 T€) insbesondere die
Kostenumlage mit der Schwestergesellschaft abcfinance GmbH
sowie mit 112 T€ (Vorjahr: 65 T€) Erträge
aus der Auflösung von Rückstellungen. Im Vorjahr
waren für das verbundene Unternehmen abcfinlab GmbH,
Köln erbrachte Dienstleistungen in Höhe von 49
T€ enthalten.
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen (22.697
T€; Vorjahr: 25.016 T€) entfallen insbesondere
auf den Personalaufwand in Höhe von 11.771 T€
(Vorjahr: 11.644 T€). Die anderen
Verwaltungsaufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus
Umlagen für Personal und Dienstleistungen in Höhe
von 5.612 T€ (Vorjahr: 8.038 T€), regulatorischen
Kosten und Beiträgen von 2.132 T€ (Vorjahr: 2.199
T€), Kosten für die Datenverarbeitung (1.387
T€; Vorjahr: 1.561 T€), angefallenen Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Veräußerung von
Forderungen in Höhe von 731 T€ (Vorjahr: 777
T€), für Beratung und Prüfung mit 402
T€ (Vorjahr: 316 T€) sowie Ausgaben für
Personalmaßnahmen und Recruiting in Höhe von 311
T€ (Vorjahr: 276 T€) zusammen.
Abschreibungen und Wertberichtigungen
auf Forderungen
In der Überkreuzkompensation in Höhe von
22.990 T€ (Vorjahr: 9.349 T€) wurden Aufwendungen
für Wertberichtigungen und Abschreibungen von 32.590
T€ (Vorjahr: 25.855 T€) und Erträge aus der
Auflösung von Wertberichtigungen und Zugängen aus
abgeschriebenen Forderungen mit 9.600 T€ (Vorjahr
16.506 T€) berücksichtigt.
Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe
von -1.290 T€ (Vorjahr: 8.062 T€) betreffen
Erstattungen aus dem Verlustrücktrag auf das
Geschäftsjahr 2022 für Körperschaftsteuer
inkl. Solidaritätszuschlag in Höhe von 1.289
T€. Im Vorjahr fielen Aufwendungen für
Gewerbesteuer in Höhe von 4.130 T€ und für
Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag
in Höhe von 3.931 T€ an.
Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem
Jahresfehlbetrag von 5.325 T€ (Vorjahr:
Jahresüberschuss von 14.181 T€) ab.
E. SONSTIGE ANGABEN
Nachtragsbericht
Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Schluss
des Geschäftsjahres liegen nicht vor.
Personal
Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren bei der
Gesellschaft - ohne Geschäftsführer und
Auszubildende - durchschnittlich 134,75 Mitarbeiter
(Vorjahr: 132,50) beschäftigt. Davon waren
durchschnittlich 105,50 Mitarbeiter in Vollzeit und 29,25
Mitarbeiter in Teilzeit tätig.
Angaben zum Anteilseigner
Alleinige Gesellschafterin ist die abc Holding GmbH,
Neuss (kleinster Konsolidierungskreis). Die abc Holding
GmbH wurde am 7. Oktober 2011 gegründet und ist
100%-ige Tochtergesellschaft der Wilh. Werhahn KG, Neuss.
Über die abc Holding GmbH ist die Gesellschaft in den
Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, Neuss,
(größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der
dort erhältliche Konzernabschluss sowie der
Konzernabschluss der abc Holding werden im
Unternehmensregister veröffentlicht.
Aufgrund des Einbezugs der abcbank in den
Konsolidierungskreis der abc Holding GmbH hat die
Gesellschaft mit befreiender Wirkung nach § 291 Abs. 2
S. 1 HGB auf die Aufstellung eines eigenen
Konzernabschlusses bestehend aus der abcbank GmbH sowie der
abc SME Lease Germany S.A., Luxemburg (Zweckgesellschaft;
Tochterunternehmen nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB)
verzichtet.
Die abcbank übermittelt ihren Jahresabschluss
nach § 325 HGB beim Unternehmensregister. Der
Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022
wurde am 27. März 2023 festgestellt.
Rechtliche Verhältnisse
Im Jahr 2023 ergaben sich in der
Geschäftsführung als auch im Aufsichtsgremium der
Gesellschaft personelle Änderungen.
Mit Ablauf des 31. Januar 2023 hat Herr Andreas
Heitmann sein Amt niedergelegt. Das Gesuch wurde durch den
Vorsitzenden des Aufsichtsrates der abcbank zur Kenntnis
genommen.
Herr Malte Rüsing ist mit Beschluss des
Aufsichtsrats der abcbank vom 30. August 2023 mit Wirkung
zum 01. September 2023 zum Geschäftsführer der
Gesellschaft bestellt worden.
Herr Dr. Holger Hatje wurde mit
Gesellschafterbeschluss vom 15. Februar 2023 und mit
Wirkung ab dem 01. März 2023 zum weiteren Mitglied des
Aufsichtsrates bestellt. Mit Wirkung zum 13. Oktober 2023
hat Herr Paolo Dell' Antonio sein Aufsichtsratsmandat
niedergelegt. Als neues Mitglied des Aufsichtsrates wurde
per Gesellschafterbeschluss am 16. Oktober 2023 und mit
sofortiger Wirkung Herr Andreas König bestellt.
Mindestbesteuerungsgesetz
Die Gesellschaft ist Teil der Werhahn-Gruppe. In
Deutschland sowie in weiteren Ländern, in denen die
Werhahn-Gruppe tätig ist, wurde ein Gesetz zur
Einführung einer globalen Mindestbesteuerung
eingeführt, das einen effektiven Steuersatz von
mindestens 15 % vorsieht und dem die Werhahn-Gruppe
unterliegt. Da dieses Gesetz erst zum 1. Januar 2024 in
Kraft getreten ist, ergeben sich im Einzelabschluss 2023
keine Auswirkungen. Die Regelung des § 274 Abs. 3 HGB
über die Nichtberücksichtigung latenter Steuern
aus der Anwendung in- oder ausländischer
Mindestbesteuerungsgesetze ist gem. Artikel 91 Abs. 2 EHGB
bereits auf den Jahresabschluss / Konzernabschluss zum
31.12.2023 anzuwenden. Sich ggf. aus dem
Mindestbesteuerungsgesetz ergebende Steuern sind im
Entstehungszeitpunkt als tatsächlicher Steueraufwand
zu erfassen. Die Werhahn-Gruppe hat die Auswirkungen der
Gesetze zur Einführung einer globalen
Mindestbesteuerung für die einzubeziehenden
Länder und Gesellschaften analysiert. Die Gesellschaft
geht nach einer ersten Analyse davon aus, dass sich aus dem
zum 1. Januar 2024 in Deutschland in Kraft getretenen
Gesetz zur Einführung einer globalen
Mindestbesteuerung keine Auswirkungen auf den Steueraufwand
ergeben werden.
Organe der Gesellschaft
Geschäftsleitung
| ― |
Herr Andreas Heitmann, Senior
Controller, Köln (bis zum 31. Januar 2023)
|
| ― |
Herr Stephan Ninow,
Geschäftsführer abcfinance GmbH,
Krefeld
|
| ― |
Frau Andrea Ritzmann,
Geschäftsführerin abcfinance GmbH,
Köln
|
| ― |
Herr Malte Rüsing,
Diplom-Ökonom, Wermelskirchen (ab dem 01.
September 2023)
|
Alle aktiven tätigen Personen der
Geschäftsleitung sind hauptberuflich
Geschäftsführer der abcfinance GmbH, Köln.
Aufsichtsrat
| ― |
Herr Alexander Boldyreff,
Vorstand Wilh. Werhahn KG, Stelle (Vorsitzender)
|
| ― |
Herr Paolo Dell' Antonio,
Vorstand Wilh. Werhahn KG, Braunschweig (stellv.
Vorsitzender) (bis zum 13. Oktober 2023)
|
| ― |
Herr Stephan Kühne,
Vorstand Wilh. Werhahn KG, Hannover
|
| ― |
Herr Prof. Dr. Uwe Hack,
Professor für Accounting and Finance,
Metzingen
|
| ― |
Herr Dr. Holger Hatje,
Diplom-Kaufmann, Berlin (ab dem 01. März
2023)
|
| ― |
Herr Andreas König,
Vorstand Wilh. Werhahn KG, Bad Honnef, (ab dem 16.
Oktober 2023)
|
Gesamtbezüge der Organe
Die Geschäftsführung erhielt von der
Gesellschaft im Geschäftsjahr keine Bezüge. Im
Berichtsjahr wurden Vergütungen an den Aufsichtsrat in
Höhe von 28 T€ (Vorjahr: 20 T€) gezahlt.
Abschlussprüferhonorar
Auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars
gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da
die Angabe im Konzernabschluss des übergeordneten
Unternehmen abc Holding GmbH, Neuss, erfolgt.
Dienstleistungen für Dritte
Die abcbank erbringt für ihre
Schwestergesellschaft abcfinance GmbH und deren
inländische Töchter diverse Dienstleistungen im
Zusammenhang mit aufsichtsrechtlichen Tätigkeiten
(u.a. Geldwäsche, Compliance, Risikomanagement) sowie
für das Kreditgeschäft. Vertragliche Grundlage
bilden der zwischen der abcfinance GmbH und der abcbank
geschlossene Kooperations- und Auslagerungsvertrag. Die
Kosten werden im jährlichen Umlageverfahren ermittelt.
Sonstige finanzielle
Verpflichtungen
Vor dem Hintergrund der Nutzung von Synergieeffekten
hat die abcbank seit dem Jahr 2013 die Unterstützung
und Durchführung ihrer Backoffice-Tätigkeiten
einige zentrale Aufgabenbereiche ihrer
Geschäftsorganisation betreffend auf die
Schwestergesellschaft abcfinance GmbH ausgelagert. Die
Kosten werden im jährlichen Umlageverfahren ermittelt.
Darüber hinaus bestehen weitere Verpflichtungen aus
Verträgen im Zusammenhang mit der Durchführung
von IT-Revisionstätigkeiten sowie der Übernahme
von IT-Tätigkeiten (u.a. Nutzung und Überlassung
von Software inkl. Lizenzen und Wartung).
Des Weiteren bestehen mit der abcfinance GmbH (u.a.
für Service und Nutzung) und der Wilh. Werhahn KG,
Neuss, (u.a. für Beratungstätigkeiten)
Dienstleistungsverträge, deren Kosten auf Grundlage
des jährlichen Umlageverfahrens in Rechnung gestellt
werden. Darüber hinaus hat die Wilh. Werhahn KG im
Zusammenhang mit der Einlagensicherung der abcbank eine
Haftungserklärung gegenüber dem Bundesverband
deutscher Banken abgegeben, für die sie in
Abhängigkeit von der Höhe der Einlagen
Provisionen in Rechnung stellt.
Insgesamt sind 2023 Kosten in Höhe von insgesamt
7.803 T€ angefallen. In den Folgejahren werden
Belastungen in ähnlicher Höhe erwartet. Die
Kosten bewegen sich im geschäftsüblichen Rahmen.
Die abcbank hat Pflichtbeiträge gegenüber
der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken sowie
an das Single Resolution Board geleistet, welches die
Verantwortung in Deutschland an die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) delegiert hat.
Für das Jahr 2024 werden Belastungen in Höhe von
2.250 T€ erwartet. Die Beiträge an die
Entschädigungseinrichtungen und an die BaFin sind
jährlich zum 30. September bzw. 31. Mai zu leisten.
Zweck der Mitgliedschaft in der gesetzlichen und
freiwilligen Einlagensicherung ist es, im
Entschädigungsfall die Gläubiger der Bank
für nicht zurückgezahlte Einlagen zu
entschädigen. Risiken können sich zukünftig
durch eine steigende Anzahl von
Entschädigungsfällen bei anderen angeschlossenen
Banken ergeben. Das Risiko wird gemindert durch die
verpflichtende Ansammlung der Jahresbeiträge bis zum
Jahr 2024.
Offenlegung nach Artikel 434 Absatz 2
Satz 2 CRR
Der aufgrund der zum 1. Januar 2014 in Kraft
getretenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen des CRR
Regelwerkes (Capital Requirements Regulation/Verordnung
(EU) Nr. 575/2013, Teil 8) und der CRD IV (Capital
Requirements Directive IV/EU-Richtlinie 2013/36/EU) sowie
den EBA-Leitlinien EBA/GL/2014/14 und EBA/GL/2016/11 zum
31. Dezember 2022 zu erstellende Offenlegungsbericht der
abcbank GmbH wurde im Oktober 2023 durch die
Geschäftsführung der Gesellschaft unterzeichnet
und ist auf der Internetseite (www.abcbank.de; unter der
Rubrik "Publikationen") des Unternehmens abrufbar.
abcbank GmbH
| Stephan Ninow |
Andrea Ritzmann |
Malte Rüsing |
Entwicklung des Anlagevermögens im
Geschäftsjahr 2023
|
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten |
|
01.01.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
Umbuchungen |
31.12.2023 |
|
€ |
€ |
€ |
€ |
€ |
| 1. Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
|
|
| a) entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte |
2.563.364,61 |
29.750,00 |
0,00 |
17.850,00 |
2.610.964,61 |
| b) geleistete
Anzahlungen |
17.850,00 |
0,00 |
0,00 |
-17.850,00 |
0,00 |
|
2.581.214,61 |
29.750,00 |
0,00 |
0,00 |
2.610.964,61 |
| 2. Sachanlagen |
|
|
|
|
|
| Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
19.929,38 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
19.929,38 |
| 3. Finanzanlagen |
|
|
|
|
|
|
Schuldverschreibungen |
904.715.367,14 |
291.783.284,10 |
268.534.495,89 |
0,00 |
927.964.155,35 |
|
907.316.511,13 |
291.813.034,10 |
268.534.495,89 |
0,00 |
930.595.049,34 |
|
Abschreibungen |
Restbuchwerte |
|
01.01.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
31.12.2023 |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
€ |
€ |
€ |
€ |
€ |
€ |
| 1. Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
|
|
|
| a) entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte |
2.518.934,49 |
49.487,62 |
0,00 |
2.568.422,11 |
42.542,50 |
44.430,12 |
| b) geleistete
Anzahlungen |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
17.850,00 |
|
2.518.934,49 |
49.487,62 |
0,00 |
2.568.422,11 |
42.542,50 |
62.280,12 |
| 2. Sachanlagen |
|
|
|
|
|
|
| Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
19.929,38 |
0,00 |
0,00 |
19.929,38 |
0,00 |
0,00 |
| 3. Finanzanlagen |
|
|
|
|
|
|
|
Schuldverschreibungen |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
927.964.155,35 |
904.715.367,14 |
|
2.538.863,87 |
49.487,62 |
0,00 |
2.588.351,49 |
928.006.697,85 |
904.777.647,26 |
Country by Country Reporting
gemäß § 26a KWG
Die abcbank GmbH mit Sitz in Köln hat keine
Zweigstellen oder Niederlassungen. Sämtliche
geforderten Angaben gemäß § 26a Abs. 1 Satz
2 KWG beziehen sich ausschließlich auf die
Bundesrepublik Deutschland und den Stichtag 31. Dezember
2023. Im Einzelnen:
Firmenbezeichnungen, Art der
Tätigkeiten und geografische Lage
Der Standort der abcbank GmbH befindet sich in
Nordrhein-Westfalen. Sie betreibt Bankgeschäfte im
Sinne des § 1 KWG.
Umsatz
Der in der Bundesrepublik Deutschland erzielte
Umsatz, definiert als operatives Ergebnis ohne
Wertminderungen und Verwaltungsaufwendungen
einschließlich Zinsüberschuss,
Provisionsüberschuss und sonstige betriebliche
Erträge, beträgt 39,1 Mio. €.
Anzahl der Lohn- und
Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten
Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in
Vollzeitäquivalent beträgt 123,35.
Gewinn vor Steuern
Die Bank weist einen Verlust vor Steuern von 6,6 Mio.
€ aus.
Steuern auf Gewinn
Die Bank weist Steuern vom Einkommen und Ertrag von
1,3 Mio. € aus.
Erhaltene öffentliche
Beihilfen
Die Bank hat im Berichtsjahr keine Beihilfen
erhalten.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die abcbank GmbH, Köln
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES
JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der abcbank GmbH,
Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023
und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der abcbank
GmbH, Köln, für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und
vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31.
Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die
Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr.
537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den
europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus
erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2
Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen
Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO
erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile
zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige
Prüfungssachverhalte in der Prüfung des
Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind
solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in
unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und
bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt; wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir mit der Risikovorsorge im
Kundenkreditgeschäft den aus unserer Sicht besonders
wichtigen Prüfungssachverhalt dar.
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen
Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:
a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich
Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss)
b) Prüferisches Vorgehen
Risikovorsorge im
Kundenkreditgeschäft
a) Im Jahresabschluss werden unter dem Bilanzposten
"Forderungen an Kunden" Wertberichtigungen für
potenzielle Kreditausfälle abgesetzt, die im
Geschäftsjahr 2023 mit Mio. EUR 2.227,2 (nach
Risikovorsorge und Vorsorgereserven nach § 340f HGB)
einen erheblichen Anteil an der Bilanzsumme in Höhe
von Mio. EUR 3.311,2 (67,3 %) ausmachen.
Die Forderungen resultieren im Wesentlichen aus dem
regresslosen Ankauf von Mietkaufforderungen sowie
zukünftig fälliger Leasingraten
einschließlich der garantierten Restwerte bzw.
Andienungsrechte und aus dem Ankauf von
Factoringforderungen. Grundlage hierfür bilden
Forfaitierungsrahmenverträge mit der
Schwestergesellschaft der abcbank GmbH, der abcfinance
GmbH, Köln, sowie deren vier Tochtergesellschaften
Hako Finance GmbH, milon financial services GmbH,
Schneidereit Finance GmbH und ETL Finance GmbH & Co.
KG, alle ebenfalls mit Sitz in Köln (nachfolgend auch:
Forderungsverkäufer).
Grundlage für das Leasing-, Mietkauf- und
Factoringgeschäft der Forderungsverkäufer bilden
einheitliche Arbeitsanweisungen und
Organisationsrichtlinien, die aufgrund der engen
wirtschaftlichen, organisatorischen und personellen
Verflechtung für den gesamten Geschäftsbereich
der Forderungsverkäufer Gültigkeit haben. Die
Forfaitierungsrahmenverträge sehen vor, dass diese
Regelungen unmittelbar auch bei der abcbank GmbH Anwendung
finden, soweit dies nicht aufgrund spezifischer
Anforderungen ausgeschlossen ist. Die abcbank GmbH hat
ferner gegenüber den Forderungsverkäufern ein
jederzeitiges Weisungsrecht im Einzelfall. Sie kann
abweichende Einzelvorgaben bestimmen und Maßnahmen
treffen, soweit dies zur angemessenen Abwicklung und
Bewertung ihres Kreditgeschäfts erforderlich ist.
Insoweit stützt sich die abcbank GmbH, die
wirtschaftlich, organisatorisch und personell eng mit den
Forderungsverkäufern verbunden ist, auf deren
Prozesse. Dazu gehören auch die
Risikofrüherkennung, die Sicherheitenbewertung und die
Risikoklassifizierung, die mittelbar auch Grundlage
für die Ermittlung der Risikovorsorge bei der abcbank
GmbH ist.
Im Rahmen der Rechnungslegung wird zum Zweck der
Bewertung der Forderungen sowie der damit verbundenen
Bildung von Einzelwertberichtigungen regelmäßig
auf prognostizierte Werte zurückgegriffen,
insbesondere hinsichtlich des Zeitpunkts und des
Eintreffens zukünftiger Zahlungseingänge sowie
der Werhaltigkeit der hinterlegten Sicherheiten. Aufgrund
des wesentlichen Einflusses von historisch abgeleiteten
Prognosen auf die Bildung bzw. die Höhe der
gegebenenfalls erforderlichen Einzelwertberichtigungen, der
damit verbundenen Unsicherheiten sowie im Hinblick darauf,
dass die der Bemessung der Risikovorsorge zugrunde
liegenden Prozesse, wie die Sicherheitenbewertung und die
Risikoklassifizierung sowie die verwendeten
Bewertungsparameter aufgrund der engen wirtschaftlichen,
organisatorischen und personellen Verflechtung
übergreifend für die Forderungsverkäufer
sowie die abcbank GmbH angewandt werden, war dieser
Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer
Bedeutung.
Die Angaben der gesetzlichen Vertreter zur Bewertung
der Forderungen an Kunden und zur Risikovorsorge sind in
den Abschnitten B und C des Anhangs.
b) Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben
wir die Wirksamkeit der internen Kontrollen zur Erfassung,
Verarbeitung, Bewertung der Kundenforderungen geprüft.
Hierzu haben wir die übergreifenden Prozesse
insbesondere der Risikofrüherkennung, der
Sicherheitenbewertung sowie der Risikoklassifizierung, die
mittelbar Grundlage für die Ermittlung der
Risikovorsorge ist, im Rahmen einer Aufbau- und
Funktionsprüfung untersucht und beurteilt. Dabei haben
wir vor allem die wesentlichen IT-Systeme und das
Risikoklassifizierungssystem (Bewertungsmodelle) in unsere
Prüfung einbezogen und gewürdigt.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir interne
Spezialisten mit Fokus auf die Bereiche
Kreditrisikomanagement und IT mit entsprechender
Branchenkenntnis hinzugezogen. Zur Beurteilung der
Angemessenheit der gebildeten Risikovorsorge haben wir die
fachliche Konzeption des Risikoklassifizierungsmodells
beurteilt. Die Ermittlung von empirischen Parametern und
deren Anwendung haben wir in Stichproben nachvollzogen.
Bei der stichprobenhaften Überprüfung der
Bonität ausgewählter Kunden sowie der damit
verbundenen Bewertung der Forderungen haben wir uns auf die
von der abcbank GmbH als risikorelevant eingestuften Kunden
konzentriert. Weiterhin haben wir die Werthaltigkeit der
Forderungen auf Basis der Prognosen über die
zukünftige Ertrags- und Liquiditätssituation der
betreffenden Kunden beurteilt. Dabei haben wir auch die
Annahmen hinsichtlich der Prognosen der zugrunde liegenden
erwarteten Cashflows in Gesprächen mit den
gesetzlichen Vertretern kritisch hinterfragt und mit
geeigneten Nachweisen plausibilisiert. Wir haben
darüber hinaus stichprobenweise die angesetzten
Sicherheitenwerte und deren Verwertungszeiträume
anhand von Erfahrungswerten in der Vergangenheit
überprüft. Im Rahmen unserer Prüfung haben
wir auch beurteilt, inwieweit die Bewertung der Forderungen
und Eventualverbindlichkeiten durch Subjektivität,
Komplexität oder sonstige inhärente
Risikofaktoren beeinflusst wurde.
Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter und des Aufsichtsrats für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen
wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
|
| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
der Gesellschaft abzugeben.
|
| ― |
beurteilen wir die
Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte und damit
zusammenhängenden Angaben.
|
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
|
| ― |
beurteilen wir Darstellung,
Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
|
| ― |
beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Gesellschaft.
|
| ― |
führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben
im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender
geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir
dabei insbesondere die den zukunftsorientierten
Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde
gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die
sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten
Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten
Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen
geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
|
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die
Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen
eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern
einschlägig, die zur Beseitigung von
Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen
Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den
für die Überwachung Verantwortlichen
erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der
Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen
Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des
Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE
RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß
Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Gesellschafterversammlung am 27.
März 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Am
26. September 2023 wurden wir vom Aufsichtsrat beauftragt.
Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017
als Abschlussprüfer der abcbank GmbH, Köln,
tätig.
Wir erklären, dass die in diesem
Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile
mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach
Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang
stehen.
VERANTWORTLICHER
WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Wilhelm Wolfgarten.
Düsseldorf, den 8.
März 2024
Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Wilhelm Wolfgarten |
Jan Marmann |
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Wirtschaftsprüfer |
Wirtschaftsprüfer |
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