Stammdaten

Register
Amtsgericht Hanau HRB 94058
Eingetragen
21.6.2012
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenGüterbeförderung im StraßenverkehrGüterbeförderung in der Binnenschifffahrt
Gegenstand
Logistik, Disposition und Transport von Gütern aller Art, insbesondere von Baustoffen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sven Rügheimer
seit 23.3.2026
Prokura
Marco Meurer
seit 19.12.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft

Hanau

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

Der Konzernabschluss der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft mit Sitz in Hanau (im Folgenden: MHI AG) wurde wie im Vorjahr nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 290 ff. des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die MHI AG ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Hanau (Abteilung B Nr. 5605).

A. Abgrenzung des Konsolidierungskreises

I. Konzern- und Beteiligungsunternehmen

1. Konzernunternehmen

In dem Konzernabschluss sind neben der MHI AG als Mutterunternehmen 17 (Vj.: 17) inländische Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Darüber hinaus wurde für weitere 6 (Vj.: 6) Tochtergesellschaften auf eine Einbeziehung verzichtet, da diese im Sinne von § 296 Abs. 2 HGB für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Konzernunternehmen sind in der Aufstellung zum Anteilsbesitz aufgeführt.

2. Assoziierte Unternehmen

Im Konzernabschluss der MHI AG werden 1 (Vj.: 3) assoziierte Unternehmen nach § 311 Abs. 1 i.V.m. § 312 HGB bewertet und in einem gesonderten Posten in der Konzernbilanz ausgewiesen. Für weitere Angaben zu den assoziierten Unternehmen verweisen wir auf die Aufstellung zum Anteilsbesitz. Ferner wird bei 2 (Vj.: 4) Unternehmen auf die Anwendung der At-Equity-Konsolidierung verzichtet, da diese im Sinne von § 311 Abs. 2 HGB für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Für weitere Angaben zu den assoziierten Unternehmen verweisen wir auf die Aufstellung zum Anteilsbesitz.

3. Beteiligungen

Die Unternehmen, deren Kapitalanteile der MHI unter 20 % liegen und die aus Wesentlichkeitsgründen nicht At-Equity konsolidierten Unternehmen werden unter der Position "Beteiligungen" ausgewiesen. Einzelheiten hierzu ergeben sich ebenfalls aus der Aufstellung zum Anteilsbesitz.

II. Änderungen des Konsolidierungskreises

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich keine Veränderungen ergeben.

B. Konsolidierungsgrundsätze

I. Allgemeine Angaben

1. Abschlussstichtag

Der 31. Dezember 2021 ist einheitlicher Abschlussstichtag aller in den konsolidierten Abschluss einbezogenen Unternehmen.

II. Konsolidierungsmaßnahmen

1. Kapitalkonsolidierung

Bei der Kapitalkonsolidierung kommt für Erwerbsvorgänge, die vor dem 1. Januar 2010 liegen, unverändert die Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a.F. mit den gemäß § 301 Abs. 2 HGB a.F. möglichen Erstkonsolidierungszeitpunkten zur Anwendung. Die Ermittlung der Unterschiedsbeträge erfolgt auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung eines Tochterunternehmens in den Konzernabschluss. Aus der Erstkonsolidierung und sukzessiven Beteiligungserwerben bis zum 31. Dezember 2009 entstandene Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden bereits in den relevanten Vorjahren in Höhe von saldiert 1.570 T€ erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die Kapitalkonsolidierung für Erwerbsvorgänge ab dem 1. Januar 2010 erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Für Erwerbsvorgänge ab dem 1. Januar 2010 wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital ist dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag anzusetzen, der den in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung entspricht. Rückstellungen sind nach § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgt gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Aus Anteilsaufstockungen und Unternehmenskäufen ab 2011 resultierten in den Vorjahren aktivische Unterschiedsbeträge von insgesamt 5,7 Mio. € und latente Steuern von 1,0 Mio. €. Die Abschreibung der Unterschiedsbeträge erfolgt, soweit sie der Abbausubstanz zugeordnet wurden, über 25 Jahre, ansonsten bei Zuordnung zu den technischen Anlagen oder als Firmenwert jeweils über 5 Jahre, sofern nicht eine Sofortabschreibung erforderlich war. Auf den Unterschiedsbetrag einer Erstkonsolidierung bei Anteilsaufstockung einer bereits vollkonsolidierten Gesellschaft erfolgte eine sofortige Verrechnung mit den Gewinnrücklagen (-0,7 Mio. €).

Die Folgekonsolidierung erfasst im Konzernergebnis die jeweiligen Konzernanteile der nach dem Stichtag der Erstkonsolidierung erwirtschafteten Ergebnisse der Konzerngesellschaften. Die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaften sind als Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.

2. At-Equity-Konsolidierung

Die wesentlichen assoziierten Unternehmen werden nach der At-Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei wird der Beteiligungsansatz um die erzielten Gewinne erhöht und um Verluste und Ausschüttungen vermindert. Sofern der Wert durch die Fortschreibung unter Null sinken sollte, wird der Negativbetrag in einer Nebenrechnung festgehalten.

Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen

Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften werden gemäß § 303 HGB, Aufwendungen und Erträge innerhalb des Konzerns gemäß § 305 HGB gegeneinander aufgerechnet.

Gewinne, die sich aus dem Liefer- und Leistungsverkehr zwischen Konzerngesellschaften ergeben, werden gemäß § 304 HGB eliminiert und nicht in die Bewertung von Vermögensgegenständen mit einbezogen.

III. Einheitlichkeit der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Grundsätze der Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsstetigkeit wurden beachtet. Hinsichtlich der Anpassung von Wertansätzen zum 01.01.2019 verweisen wir auf die Ausführung unter Abschnitt C.I.

C. Erläuterungen zur Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige, überwiegend lineare Abschreibungen bewertet.

Anteile an nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen und an nicht At-Equity bewerteten assoziierten Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. zu dem niedrigeren, am Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen bei dauerhafter Wertminderung aufgrund negativer Erfolgsaussichten.

Ausleihungen sind zu Nennwerten oder dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben.

Die Bewertung des Bestands an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Fertigen Erzeugnisse werden bei den einbezogenen Natursteinunternehmen zu Herstellungskosten retrograd unter Einbeziehung von Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten angesetzt. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu gleitenden Durchschnittspreisen. Bei den einbezogenen Straßen- und Tiefbauunternehmen erfolgt die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse zu Herstellungskosten, wobei Fertigungs- und Materialeinzel- und - gemeinkosten angesetzt werden. Für erkennbare Risiken werden insbesondere im Bereich der noch nicht abgerechneten Bauleistungen angemessene Abschläge vorgenommen. Übersteigt in der Einzelbetrachtung das bewertete Risiko die zu Herstellungskosten bewertete Bauleistung, erfolgt die Bildung von Drohverlustrückstellungen.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Risiken sind durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird darüber hinaus durch eine Pauschalwertberichtigung von 1 % Rechnung getragen.

Im Übrigen sind die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände zum Nominalwert ausgewiesen.

Die Pensionsrückstellungen werden gemäß § 253 HGB nach versicherungsmathematischen Berechnungen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) und eines Rententrends von 2,0 % ermittelt. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgte nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit"- Methode). Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von 625 T€ (i.Vj. 806 T€). Dieser unterliegt einer Ausschüttungssperre jeweils auf Ebene der Einzelgesellschaften.

In den Steuerrückstellungen sind nicht durch Vorauszahlungen abgedeckte Verpflichtungen berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung tragen (Erfüllungsbetrag). Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer individuellen Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der von der Deutsche Bundesbank ermittelt wurde, abgezinst. Die am Bilanzstichtag bestehenden Verpflichtungen zur Rekultivierung und Abbruch von Anlagen werden u.a. aufgrund öffentlich-rechtlicher Verpflichtungen gebildet, die auf entsprechenden gesetzlichen Regelungen wie dem Bundesberggesetz oder des Bundesimmissionsschutzgesetzes basieren. Die Rückstellungen für Rekultivierung sind größtenteils langfristig und werden grundsätzlich bezogen auf den jeweiligen Abbaustand gebildet. Sie werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Festlegung des Diskontierungssatzes erfolgt standortbezogen und laufzeitkongruent anhand der von der Deutsche Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssätze der letzten sieben Jahre.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind mit dem Nennwert angesetzt.

Latente Steuern der einbezogenen Gesellschaften und latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen werden auf Basis der zukünftigen Steuerbelastung der einbezogenen Gesellschaften ermittelt. Sie resultieren auf Ebene der Einzelabschlüsse insbesondere aus Differenzen bei den Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Rekultivierungs- und Abrissverpflichtungen. Des Weiteren werden latente Steuern auf Konsolidierungsbuchungen entsprechend § 306 HGB gebildet. Dabei kommt einheitlich der Steuersatz von durchschnittlich 29 % zur Anwendung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert in einer gesonderten Bilanzposition ausgewiesen.

II. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz enthaltenen Anlagengegenstände und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr sind im Anlagespiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen aus Gutschriften, Forderungen gegen Finanzämter und andere kurzfristige Forderungen des laufenden Geschäftsverkehrs enthalten.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Es handelt sich bis auf einen geringfügigen Betrag, der als Kassenguthaben in unseren Werken gehalten wird, um Guthaben bei im Inland ansässigen Kreditinstituten sowie um kurzfristige Wertpapieranlagen.

Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist dem als Anlage beigefügten Eigenkapitalspiegel zu entnehmen.

Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen werden mit 9.247 T€ ausgewiesen.

In den Steuerrückstellungen von 5.313 T€ sind die nicht durch Vorauszahlungen gedeckten Steuerbeträge ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für Rekultivierung und Abbruch, Garantien und Risiken aus Leistungen, Personal, unterlassene Instandhaltung und ausstehende Rechnungen.

Verbindlichkeiten

Unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 0 T€ (Vj.: 219 T€) und unter den Sonstigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von 39 T€ (Vj.: 39 T€) Verbindlichkeiten aus Sicherheitseinbehalten ausgewiesen, die eine Laufzeit zwischen 1 und 5 Jahren haben. Die restlichen Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte der Lieferanten. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten 4.043 T€ aus Steuern (Vj.: 4.150 T€), 160 T€ (Vj.: 277 T€) im Rahmen der sozialen Sicherheit sowie 1.345 T€ (Vj.: 1.356 T€) gegenüber Minderheitsgesellschaftern.

III. Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die nahezu ausschließlich im Inland erwirtschafteten Umsatzerlöse haben sich von 231,1 Mio. € in 2020 um - 10 % auf 206,5 Mio. € rückläufig entwickelt. Die konsolidierten Außenumsatzerlöse entfallen mit 134,5 Mio. € (Vj.: 133,9 Mio. €) auf das Geschäftsfeld Bau-stoffe, mit 85,0 Mio. € (Vj.: 89,2 Mio. €) auf das Geschäftsfeld Straßen- und Tiefbau sowie mit 9,3 Mio. € (Vj.: 9,9 Mio. €) auf das Geschäftsfeld Handel / Labor / Logistik. Dabei wurden die zu konsolidierenden Leistungen jeweils bei den Umsätzen der vorgelagerten Wertschöpfungsstufe in Abzug gebracht.

Neutrale sowie periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten neutrale Erträge von 2.819 T€ (Vj.: 1.161 T€). Diese entfallen im Wesentlichen auf Gewinne aus Anlagenabgängen (Desinvestitionen) (964 T€, Vj.: 109 T€), Auflösung von Rück-stellungen (893 T€, Vj.: 237 T€), auf Erträge aus Schadensfällen / Versicherungserstattungen (339 T€, Vj.: 132 T€), aus Auflösung von Einzelwertberichtigungen (71 T€, Vj.: 355 T€) sowie auf übrige periodenfremde Erträge (361 T€, Vj.: 325 T€).

Periodenfremde Aufwendungen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 334 T€ (Vj.: 1.373 T€) enthalten und betreffen Verluste aus Anlagenabgängen (Desinvestitionen) (58 T€, Vj.: 172 T€), Forderungsver-luste (28 T€, Vj.: 133 T€) sowie übrige periodenfremde Aufwendungen (248 T€, Vj.: 1.052 T€).

Finanzergebnis

Die Position "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" enthält keine Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen. Unter der Position "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstel-lungen von 3.790 T€ (Vj.: 3.672 T€) erfasst.

Die "Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge" beinhalten mit 0 T€ (Vj.: 1 T€) Zinsen von nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen. Es entfallen 3 T€ (Vj 0 T€) Zinsen und ähnliche Aufwendungen auf nicht konsoli-dierte verbundene Unternehmen.

Nicht beherrschende Anteile

Unter den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter werden die Anteile der Drittgesellschafter an Jahresüberschüssen und Jahresfehlbeträgen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erfasst.

D. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen von 2,9 Mio. € (Vj.: 3,3 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2021 bestanden Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften von 15,3 Mio. € (Vj.: 21,8 Mio. €). Die Bürgschaften wurden insbesondere gegenüber Kunden bzw. öffentlichen Auftraggebern oder Behörden sowie in Form von Rückbürgschaften an Banken gewährt. Sie dienen überwiegend der Absicherung von Gewährleistungen und Rekultivierungsverpflichtungen. Sämtliche Konzerngesellschaften, die Bürgschaften gewährt haben, haben ihre jeweiligen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen uneingeschränkt erfüllt. Das Risiko der Inanspruchnahme wird insofern als gering eingestuft. Für Rekultivierungsverpflichtungen und Gewährleistungen wurden in den betreffenden Abschlüssen angemessene Rückstellungen gebildet. Die Liquiditätsausstattung des Konzerns ist ausreichend zur Erfüllung möglicher Ansprüche bzw. Verbindlichkeiten.

E. Organe

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Christian Heinrich Hagemeier, Marburg, Rechtsanwalt, (Vorsitzender)

Volker Ernst Hagemeier, Berlin, Kaufmann (stellvertretender Vorsitzender)

Jan Patric Hagemeier, Vero Beach/FL, Kaufmann

Rainer Georg Hagemeier, Büdingen, Vorstand i.R.

Axel Söldner, Untersteinach, Wirtschaftsprüfer

Hans-Dirk Struve, Bottrop, Geschäftsführer i.R.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr gemäß den Bestimmungen der Satzung Tätigkeitsvergütung sowie Auslagenersatz von 140 T€ (Vj.: 148 T€) bezogen.

Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Christoph Hagemeier, Dreieich (Sprecher)

Marco Meurer, Schöneck (seit 01. Januar 2022)

Jörg Rasch, Köln (seit 01. Oktober 2020)

Auf eine Angabe der Bezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 i.V.m. § 314 Abs. 6 a HGB verzichtet.

F. Übrige Angaben

Inanspruchnahme von Offenlegungserleichterungen

Folgende Tochterunternehmen nehmen die Möglichkeit zur Befreiung von der Offenlegungspflicht des Jahresabschlusses gem. § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB in Anspruch:

MHI Asphalt GmbH, Hanau,

MHI Baustoff GmbH, Hanau

MHI Logistik GmbH, Hanau,

MHI Naturstein GmbH, Hanau,

MHI Naturstein & Baustoffservice GmbH, Wächtersbach,

Burgenland Beton GmbH & Co. KG, Bad Kösen,

Hartsteinwerke Thomas GmbH & Co. KG, Hanau,

Johannes Nickel GmbH & Co. KG, Nidda.

Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt waren 1.011 (Vj.: 1.035) Mitarbeiter beschäftigt. Unter den Mitarbeitern sind 631 (Vj. 646) gewerbliche Arbeitnehmer, 317 (Vj.: 316) Angestellte und 63 (Vj.: 73) Auszubildende.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:

Abschlussprüfungsleistungen 175 T€

Steuerberatungsleistungen 110 T€

Sonstige Bestätigungsleistungen 16 T€

Übrige Leistungen 28 T€

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

 

Hanau, den 14. April 2022

Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Christoph Hagemeier

Marco Meurer

Jörg Rasch

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungs-/Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 5.350.647,77 191.056,25 10.858,00 1.062.784,00 6.593.630,02
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.780.383,42 0,00 0,00 0,00 1.780.383,42
3. Geleistete Anzahlungen 1.350.259,69 135.860,00 0,00 -1.050.000,00 436.119,69
8.481.290,88 326.916,25 10.858,00 12.784,00 8.810.133,13
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 80.253.874,41 417.905,22 2.026.737,38 -12.783,48 78.632.258,77
2. Technische Anlagen und Maschinen 254.285.028,25 17.758.922,62 4.834.575,23 796.795,29 268.006.170,93
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.867.678,18 1.666.824,81 1.026.656,56 1.618,00 19.509.464,43
4. Geleistete Anzahlungen 3.198.273,79 5.119.477,73 496.112,62 -798.413,81 7.023.225,09
356.604.854,62 24.963.130,38 8.384.081,79 -12.784,00 373.171.119,21
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 152.136,83 0,00 0,00 0,00 152.136,83
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 160.724,50 0,00 0,00 0,00 160.724,50
3. Anteile an assoziierte Unternehmen 1.753.219,60 98.447,60 144.290,31 0,00 1.707.376,89
4. Beteiligungen 134.559,34 0,00 0,00 0,00 134.559,34
5. Ausleihungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligunsverhältnis besteht 65.487,99 0,00 0,00 0,00 65.487,99
6. Sonstige Ausleihungen 2.575.000,00 0,00 800.000,00 0,00 1.775.000,00
7. Anzahlung auf Finanzanlagen 0,00 4.120.934,63 0,00 0,00 4.120.934,63
4.841.128,26 4.219.382,23 944.290,31 0,00 8.116.220,18
GESAMT 369.927.273,76 29.509.428,86 9.339.230,10 0,00 390.097.472,52
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 4.258.774,56 580.154,02 10.846,00 12.783,00 4.840.865,58
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.627.922,39 59.017,18 0,00 0,00 1.686.939,58
3. Geleistete Anzahlungen 300.259,69 0,00 0,00 0,00 300.259,69
6.186.956,65 639.171,20 10.846,00 12.783,00 6.828.064,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 47.730.719,45 1.120.172,15 1.573.351,42 -12.783,00 47.264.757,18
2. Technische Anlagen und Maschinen 201.054.244,90 14.374.197,61 4.482.345,90 -7.354,00 210.938.742,61
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.261.348,50 1.249.797,23 795.374,95 7.354,00 15.723.124,78
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
264.046.312,84 16.744.166,99 6.851.072,27 -12.783,00 273.926.624,56
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Anteile an assoziierte Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Beteiligungen 57.418,65 0,00 0,00 0,00 57.418,65
5. Ausleihungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligunsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
6. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
7. Anzahlung auf Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
57.418,65 0,00 0,00 0,00 57.418,65
GESAMT 270.290.688,10 17.383.338,19 6.861.918,27 0,00 280.812.108,06
Buchwerte
31.12.2020 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.091.873,21 1.752.764,44
2. Geschäfts- oder Firmenwert 152.461,03 93.443,84
3. Geleistete Anzahlungen 1.050.000,00 135.860,00
2.294.334,24 1.982.068,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 32.523.154,96 31.367.501,59
2. Technische Anlagen und Maschinen 53.230.783,35 57.067.428,32
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.606.329,68 3.786.339,65
4. Geleistete Anzahlungen 3.198.273,79 7.023.225,09
92.558.541,78 99.244.494,65
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 152.136,83 152.136,83
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 160.724,50 160.724,50
3. Anteile an assoziierte Unternehmen 1.753.219,60 1.707.376,89
4. Beteiligungen 77.140,69 77.140,69
5. Ausleihungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligunsverhältnis besteht 65.487,99 65.487,99
6. Sonstige Ausleihungen 2.575.000,00 1.775.000,00
7. Anzahlung auf Finanzanlagen 0,00 4.120.934,63
4.783.709,61 8.058.801,53
GESAMT 99.636.585,62 109.285.364,46

Aufstellung des Anteilsbesitzes nach § 313 Abs. 4 HGB der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau zum 31. Dezember 2021

In den Konzernabschluss wurden die Abschlüsse nachfolgender verbundener Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen:

Eigenkapital Ergebnis letztes Geschäftsjahr Kapitalanteile MHI
%
Muttergesellschaft
Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau 89.641.615,39
Übrige einbezogene Unternehmen
I. Naturstein
MHI Naturstein GmbH, Hanau 10.831.462,55 0,00 * 100,00
Johannes Nickel GmbH & Co. KG, Nidda 4.104.947,24 -211.778,25 54,00
Hartsteinwerke Thomas GmbH & Co. KG, Hanau 915.751,09 222.921,40 60,00
Sauerländer Hartkalkstein-Industrie GmbH, Bad Wünnenberg 5.545.302,70 1.674.226,22 58,34
II. Asphalt
MHI Asphalt GmbH, Hanau 844.552,32 0,00 * 100,00
Mitteldeutsche Asphalt Industrie Thüringen GmbH i.L., Hanau -572.780,33 -229.917,38 100,00
III. Beton
Profi Beton GmbH, Darmstadt 783.018,70 162.300,70 100,00
Burgenland Beton GmbH & Co. KG, Bad Kösen 282.877,50 26.572,75 100,00
IV. Bau
Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster 18.812.955,72 2.332.625,72 100,00
Strassing-Limes Bau GmbH i.L., Erfurt 1 1.248.660,79 635.678,36 100,00
Josef Eley Bauunternehmung Gesellschaft mit beschränkter Haftung i.L., Bad Wünnenberg 257.075,98 -18.932,14 100,00
UniWork DrillTec GmbH, Hanau -454.585,92 420.786,23 100,00
V. Handel
MHI Baustoff GmbH, Hanau 53.041,63 0,00 * 100,00
MHI Naturstein & Baustoffservice GmbH, Wächtersbach 142.095,81 0,00 * 100,00
VI. Labor
MHI Baustoffprüfung GmbH, Hanau 45.711,49 -25.301,60 100,00
VII. Logistik
MHI Logistik GmbH, Hanau 250.000,00 0,00 * 100,00
VIII. Dienstleistungen und Grundstücksverwaltung
MHI Services GmbH, Hanau 65.900,37 16.568,91 100,00

Die nachfolgenden verbundenen Unternehmen wurden im Hinblick auf ihre geringe Bedeutung im Rahmen des Konzerns gem. § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen:

Eigenkapital Ergebnis letztes Geschäftsjahr Kapitalanteile MHI
%
I. Naturstein
Thomas GmbH, Hanau 2 56.843,66 2.361,31 ** 60,00
Nickel-Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Nidda 49.312,70 4.563,82 54,09
II. Beton
Burgenland Beton Verwaltungs GmbH, Bad Kösen 30.215,58 446,00 100,00
III. Handel
ProCal Verwaltungs GmbH, Winterberg 21.666,26 -1.732,88 ** 58,34 3
IV. Logistik
Groß Bieberau-Reinheimer Eisenbahn Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hanau 85.265,36 -771,63 100,00
V. Dienstleistungen und Grundstücksverwaltung
MLF Mitteldeutsche Land- und Forstwirtschaft GmbH, Hanau 56.340,61 12.101,58 100,00

* Mit diesen Beteiligungsgesellschaften hatte MHI AG einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen.

1) Tochtergesellschaft der Strassing GmbH (68,42 %) und der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft (31,58 %)

2) 100%ige Tochtergesellschaft der Hartsteinwerke Thomas GmbH & Co.KG, Hanau

3) Beteiligung über Sauerländer Hartkalkstein-Industrie GmbH, Bad Wünnenberg

In den Konzernabschluss wurden die Abschlüsse nachfolgender assoziierter Unternehmen im Wege der at-equity-Konsolidierung einbezogen:

Eigenkapital Ergebnis letztes Geschäftsjahr Kapitalanteile MHI
%
I. Asphalt
Asphaltwerke Waldeck GmbH & Co. KG, Bad Arolsen 2.953.434,33 231.895,29 ** 50,00 1

Die nachfolgenden assoziierten Unternehmen des Konzerns wurden gem. § 311 Abs. 2 HGB nicht at-equity konsolidiert:

Eigenkapital Ergebnis letztes Geschäftsjahr Kapitalanteile MHI
%
I. Asphalt
Asphaltwerke Waldeck Verwaltungs GmbH, Bad Arolsen 29.944,64 424,04 ** 50,00 1
II. Labor
LfB-Laboratorium für Baustoffprüfung AG, Hanau 166.971,07 3.931,52 ** 13,00 1

Folgende Beteiligungen bestanden:

Eigenkapital Ergebnis letztes Geschäftsjahr Kapitalanteile MHI
%
I. Beton
Ruhrtal-Transportbetongesellschaft mbH & Co. KG, Bestwig 1.551.091,01 148.428,23 ** 7,14 1
Ruhrtal-Transportbeton Verwaltungs-GmbH, Bestwig 47.175,99 4.942,66 ** 6,67 1

** Zahlen lt. Abschluss 31.12.2020

1) Beteiligung über Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des

Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 14. April 2022

Grant Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ralf Clemens, Wirtschaftsprüfer

Christoph Heinrich, Wirtschaftsprüfer

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2020 31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.091.873,21 1.752.764,44
2. Geschäfts- oder Firmenwert 152.461,03 93.443,84
3. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 1.050.000,00 135.860,00
2.294.334,24 1.982.068,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 32.523.154,96 31.367.501,59
2. Technische Anlagen und Maschinen 53.230.783,35 57.067.428,32
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.606.329,68 3.786.339,65
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.198.273,79 7.023.225,09
92.558.541,78 99.244.494,65
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 152.136,83 152.136,83
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 160.724,50 160.724,50
3. Anteile an assoziierten Unternehmen 1.753.219,60 1.707.376,89
4. Beteiligungen 77.140,69 77.140,69
5. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 65.487,99 65.487,99
6. Sonstige Ausleihungen 2.575.000,00 1.775.000,00
7. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0,00 4.120.934,63
4.783.709,61 8.058.801,53
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.100.289,09 5.511.909,97
2. Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 29.546.294,47 51.543.539,93
3. Fertige Erzeugnisse 6.042.225,21 7.584.359,20
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -24.904.968,81 -42.645.671,42
14.783.839,96 21.994.137,68
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.030.570,32 23.109.311,07
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 957.349,60 2.611.554,82
3. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 180.418,48 238.543,23
4. Sonstige Vermögensgegenstände 4.388.251,87 6.010.374,38
24.556.590,27 31.969.783,50
III. Wertpapiere 5.618.997,47 5.216.347,70
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 64.467.602,37 53.992.655,63
C. Rechnungsabgrenzungsposten 31.929,00 36.000,00
209.095.544,70 222.494.288,97
0,00 0,00

Passiva

31.12.2020 31.12.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 12.000.000,00 12.000.000,00
II. Kapitalrücklage 1.124.842,14 1.124.842,14
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 1.200.000,00 1.200.000,00
2. Andere Gewinnrücklagen 56.401.978,81 58.401.978,81
IV. Bilanzgewinn 33.409.125,66 32.721.345,80
V. Nicht beherrschende Anteile 1.315.387,02 1.593.862,94
105.451.333,62 107.042.029,69
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 9.093.075,00 9.247.486,00
2. Steuerrückstellungen 5.047.717,30 5.312.398,40
3. Sonstige Rückstellungen 71.453.599,49 77.579.795,90
85.594.391,79 92.139.680,30
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 257.290,90 2.022.009,19
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.463.925,40 11.154.291,90
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 171.970,13 172.263,92
4. Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 351.082,44 1.802.723,98
5. Sonstige Verbindlichkeiten 8.339.982,17 7.760.551,83
17.584.251,04 22.911.840,82
D. Rechnungsabgrenzungsposten 173.666,67 53.200,00
E. Passive latente Steuern 291.901,58 347.538,16
209.095.544,70 222.494.288,97

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2021

2020 2021
1. Umsatzerlöse 231.099.932,37 206.499.244,34
2. Bestandsveränderung 3.099.457,84 23.702.499,34
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 190.632,48 97.963,67
4. Sonstige betriebliche Erträge 8.427.174,39 9.021.665,20
Leistung 242.817.197,08 239.321.372,56
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 72.810.261,97 73.361.350,70
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 59.074.129,05 58.598.694,08
131.884.391,02 131.960.044,78
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 44.012.137,68 45.091.086,92
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 12.494.589,70 12.982.333,71
56.506.727,38 58.073.420,63
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Gegenstände des Anlagevermögens 17.649.722,04 17.383.338,19
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 22.249.477,05 18.956.721,71
Betriebsergebnis 14.526.879,60 12.947.847,25
9. Erträge aus Beteiligungen 20.336,94 1.778,60
10. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 137.653,73 -45.842,71
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 74.123,87 70.291,16
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 179.967,32 915.532,22
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens 269.000,00 0,00
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.022.200,47 4.401.911,51
Finanzergebnis -3.879.118,61 -3.460.152,24
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.211.530,04 4.841.481,03
16. Ergebnis nach Steuern 6.436.230,95 4.646.213,98
17. Sonstige Steuern 347.760,99 287.695,01
18. Jahresüberschuss 6.088.469,96 4.358.518,97
19. Nicht beherrschende Anteile 578.388,75 446.298,82
20. Konzernjahresüberschuss 5.510.081,21 3.912.220,15
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 27.899.044,45 28.809.125,66
22. Bilanzgewinn 33.409.125,66 32.721.345,80

Konzernkapitalflussrechnung der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau für das Geschäftsjahr 2021

2020 2021
T€ T€
Jahresergebnis vor Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter 6.088 4.359
+ Abschreibungen auf immat. Vermögensgegenstände und Sachanlagen 17.293 17.021
+ konsolidierungsbedingte Abschreibungen 357 362
+/- Zunahme/Abnahme der langfristigen Rückstellungen 3.509 4.725
Cash Earnings 27.247 26.467
+/- Wertfortschreibung der at-Equity konsolidierten Beteiligungen -138 46
-/+ Gewinn/Verlust aus Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1.513 -610
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 0
Bereinigte Cash Earnings 25.596 25.903
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva 2.434 -7.335
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte 762 -7.210
+/- Zunahme/Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen 7.060 1.878
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 758 5.206
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 36.610 18.442
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 3.127 2.059
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 0 800
- Auszahlungen für Investitionen in immat. Vermögensgegenst. und Sachanlagen -21.546 -25.290
- Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen -350 -4.121
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -18.769 -26.552
+/- Kapitalzuführung durch/Auszahlungen bzw. Ausschüttung an Gesellschafter * -2.269 -2.768
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2.269 -2.768
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 15.572 -10.878
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 54.515 70.087
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 70.087 59.209
Finanzmittelfonds
Wertpapiere 5.619 5.216
Flüssige Mittel 64.468 53.993
Σ 70.087 59.209

* inkl. Ergebnisverteilung und Eigenkapitalrückzahlung an Minderheitsgesellschafter

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Grundlagen des Konzerns

Die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft (MHI AG) mit ihren Tochtergesellschaften ist eine mittelständische Unternehmensgruppe, die über regional verankerte Gesellschaften der Baustoffsparte in den Kernmärkten Hessen, Thüringen und südliches Nordrhein-Westfalen sowie in den angrenzenden Regionen Natursteinbrüche und Asphaltmischanlagen betreibt. An der überwiegenden Zahl dieser Standorte ist die MHI Gruppe auch im Recycling- / Einlagerungs- und teilweise Deponiegeschäft tätig. Über unsere Betonwerke erfolgt eine alternative Veredelung unserer Natursteinprodukte. In der Sparte Handel / Labor / Logistik wickeln wir den Baustoffhandel mit eigenen und fremden Naturstein- und Baustoffprodukten ab, führen qualitätssichernde Tätigkeiten sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeit durch und organisieren den Transport der Produkte zu Baustellen und Endkunden. Die Gesellschaften der Sparte Straßen- und Tiefbau besorgen den Einbau eigener und fremder Schüttgüter, des Asphaltmischguts und Transportbetons und ergänzen diese Einbautätigkeiten durch zusätzliche Gewerke wie Kanalbau, Brückensanierung und Erkundungsbohrungen.

Die unternehmerische Tätigkeit im MHI Konzern erfolgt im Einklang mit sozialen und ökologischen Belangen und Grundsätzen. Rohstoffe, Brennstoffe, Energie und Wasser werden so effizient wie möglich eingesetzt, der Recyclingeinsatz maximiert und Abfälle vermieden. Die Chancen, die sich während und nach der Gewinnung unserer Natursteinvorkommen für die Artenvielfalt in den Rohstoffbetrieben bieten, sind bereits seit 2016 Gegenstand einer Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland Landesverband Hessen e.V. (NABU Hessen). Ziel der Zusammenarbeit ist ein gemeinsamer Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Im Umfeld der Betriebsstätten unterstützt die MHI Gruppe Kommunen und soziale Strukturen in vielfältiger Weise mit Spenden und Sponsorings der lokalen Vereinskultur, Bildungseinrichtungen, Tafeln und Initiativen.

Die Grundlagen guter Unternehmensführung und die Verhaltensgrundsätze werden ständig überwacht und weiterentwickelt. Als Unternehmen mit über 115-jähriger Geschichte wirtschaften wir nicht von Quartal zu Quartal sondern verfolgen in allen Belangen eine langfristig angelegte Strategie der Geschäftsentwicklung. Wir definieren uns mit einer "werteorientierten Leistungskultur". Die Unternehmenswerte und -ziele werden innerhalb der MHI Gruppe laufend kommuniziert und gelebt.

2. Gesamtwirtschaftliche und branchen-bezogene Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft hat sich 2021 von dem coronabedingten Einbruch des Vorjahres erholt, wenn gleich weniger deutlich als ursprünglich prognostiziert. Die 1. Jahreshälfte 2021 war noch von anhaltenden Lockdowns und damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen geprägt. In den anschließenden Sommermonaten setzte eine wirtschaftliche Erholungsphase ein, wodurch sich die teilweise Unterauslastung der deutschen Wirtschaft spürbar verringerte. Die Dienstleistungsbereiche profitierten von allmählichen Corona-Lockerungen besonders. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete hingegen eine schrumpfende Wertschöpfung, da die gestiegenen Auftragseingänge aufgrund von Lieferengpässen nicht zeitgerecht abgearbeitet werden konnten. Die unzureichende Verfügbarkeit diverser Rohstoffe und Zwischenprodukte störte die Lieferketten in Verbindung mit dem Aufkommen einer neuen Coronamutation zum Jahresende stark, so dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Schlussquartal wieder spürbar gedämpft wurde. Das Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag 2021 per Saldo bei 2,7 % (Vj.: - 5,0 %). Der Anstieg des Wachstums spiegelt sich auch in den Importen (+ 8,6 %) und Exporten (+ 9,4 %) sowie den Ausrüstungsinvestitionen (+ 3,2 %) wider. Der private Konsum (+- 0,0 %) und die Investitionen in neue Bauvorhaben (+ 0,5 %) blieben hingegen auf Vorjahresniveau. Staatliche Investitionen (+ 0,9 %) sowie der privatwirtschaftliche Bau (+ 9,8 %) waren wiederum Stabilitätsanker. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen im Vorjahresvergleich um + 6,5 %, wobei sich die Bauinvestitionen um + 8,3 % (preisbereinigt + 0,5 %) positiv entwickelten.

Anfang 2021 sah sich die Bauwirtschaft erstmals seit mehreren Jahren wieder mit witterungsbedingten Einschränkungen des Winters konfrontiert. Laut dem Branchenverband "Bauindustrie" meldeten mehr als doppelt so viele Unternehmen Behinderungen ihrer Produktion durch die Witterungsbedingungen. Zudem waren Ende 2020 aufgrund des Auslaufens des temporär, verminderten Mehrwertsteuer-Regelsatzes von 16 % erhebliche Vorzieheffekte zu verzeichnen. Zusätzlich haben Lieferengpässe, Materialmangel und Preissteigerungen die Bauwirtschaft in der 2. Jahreshälfte 2021 beeinträchtigt. So sorgte die Materialknappheit vor allem bei Holz und Stahl für Verzögerungen in der Produktion. Zudem minderten die starken Preisanstiege die realen Umsätze. Diese Effekte haben die Produktion im Jahr 2021 negativ beeinflusst. Gleichwohl stellt der Branchenverband fest, dass die deutsche Bauwirtschaft bisher weitgehend ohne größere Einbußen durch die Pandemie gekommen ist.

Das Bauhauptgewerbe blieb mit einem Umsatz von 144,8 Mrd. € auf Vorjahresniveau. Daraus ergibt sich ein nominales Umsatzplus von 1,2 % (real - 6,0 %). Ein Grund für diese Differenz sind die starken Preissteigerungen bei Baumaterialien im Jahr 2021. Bei einem nominalen Umsatzplus von + 2,3 % hat der Wirtschaftsbau mit dem größten Zuwachs abgeschnitten. Knapp dahinter folgt der Wohnungsbau mit einer Umsatzsteigerung von + 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu verzeichnete der öffentliche Bau einen Umsatzrückgang von 1,2 %. Hier hat sich die fehlende Kompensation der Gewerbesteuerausfälle bei den Gemeinden durch Bund und Länder negativ ausgewirkt. In unserem Kernmarkt Hessen lag der für die MHI Gruppe wichtige baugewerbliche Umsatz im Straßenbau mit 1,0 Mrd. € insgesamt um 6,2 % (- 65 Mio. €) unter Vorjahr.

Natursteinprodukte mittelbar als Zuschlagstoffe sowie unmittelbar als Baustoff für Bauprojekte aller Art werden unverändert nachgefragt. Der Wettbewerb ist intensiv. Regional konnten 2021 einzelne Betriebe von Sonderprojekten wie dem Bau von Windkraftanlagen, Großprojekten in den Ballungsräumen oder Neubauten zur Ergänzung der Verkehrsinfrastruktur profitieren. Die Betriebe der MHI Gruppe erreichten in diesem Umfeld eine insgesamt stabile Absatzmenge mit regionalen Schwankungen. Die Produktionsmenge konnte trotz technischer Herausforderungen in einzelnen Betrieben insgesamt leicht gesteigert werden. Der Umsatz des Geschäftsfelds Naturstein entwickelte sich positiv.

Der Absatz der Asphaltindustrie zeigte, wie schon in den Vorjahren, eine rückläufige Entwicklung. Seit 2018 nimmt die Absatzmenge kontinuierlich ab, von 41 Mio. t (2018) über 40 Mio. t (2019) auf ein neues Allzeittief von 38 Mio. t in 2020. Dieses Tief wurde nun in 2021 erneut um nochmal rd. - 5 % unterboten. Nach den vorläufigen Angaben des Deutschen Asphaltverbandes wurden in 2021 deutschlandweit weniger als 37 Mio. t produziert. Der Absatz der Asphaltmischanlagen der MHI Gruppe entwickelte sich gegen den Trend 2021 wieder stabil, mit regionalen Unterschieden. Deutlichen Rückgängen in Südhessen im Umfeld des Flughafens Frankfurt am Main stehen Zuwächse in Thüringen und Nordrhein-Westfalen gegenüber. Das durchschnittliche Preisniveau entwickelte sich aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks wiederum unterhalb der Kostensteigerungen für Zuschlagsstoffe und Mischkosten.

Die Transportbetonmenge in Deutschland konnte im Geschäftsjahr insgesamt um 2,1 Mio. m 3 (+ 4,0 %) gesteigert werden. Nach den Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Transportbetonindustrie wurden damit insgesamt 55,3 Mio. m 3 produziert. Im Rhein-Main-Gebiet, unserem Hauptabsatzgebiet, zeigte sich durch den anhaltenden Bauboom im Bereich der Wohn- und Gewerbeimmobilien die Betonproduktion auch 2021 auf hohem Niveau. Die Rekordabsatzmenge des Vorjahrjahres der Betonmischanlagen der MHI Gruppe konnte 2021 nicht gehalten werden. Der Umsatz entwickelte sich auch aufgrund nicht zufriedenstellender Preisentwicklungen rückläufig.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1 Ertragslage

Die Betriebsleistung -definiert als Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsveränderung- hat sich 2021 vor allem resultierend aus einem höheren Stichtagsbestand an unfertigen Baumaßnahmen im Strassenbau um 4,0 Mio. € (- 1,7 %) auf 230,2 Mio. € leicht verringert. Die Umsatzerlöse sanken um 24,6 Mio. € (- 10,6 %) auf 206,5 Mio. €.

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Betriebsleistung ist im Jahr 2021 leicht auf 57,6 % gestiegen. Der Rohertrag als Differenz zwischen Betriebsleistung und Materialaufwand sank um 4,1 Mio. € auf 98,2 Mio. €. Die Personalaufwandsquote ist in der Folge ebenso leicht im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren im MHI-Konzern 1.011 Mitarbeiter (Vj.: 1.035) beschäftigt.

Trotz geringerer betrieblicher Aufwendungen erzielte die MHI Gruppe nur ein EBIT von 10,2 Mio. €. Die EBIT-Marge sinkt entsprechend von 6,2 % auf 4,5 %.

Im Jahr 2021 konnte ein im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Mio. € verbessertes Finanzergebnis von - 3,4 Mio. € erzielt werden. Bei weiter wachsenden negativen Zinseffekte aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen wirkten Erträge aus Wertaufholungen und Verkäufen bei der Bewertung von Wertpapieren gegenläufig. Das neutrale Ergebnis von 2,5 Mio € (Vj.: - 0,2 Mio. €), welches handelsrechtlich innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wird, beinhaltet im Vergleich zum Vorjahr größere periodenfremde Ergebnisbestandteile. Dies sind im Wesentlichen Ergebnisse aus Anlagenabgängen und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Das EBT zeigt mit einem Rückgang von 1,1 Mio. € auf 9,2 Mio. € ein solides Bild. Die EBT-Marge beträgt 4,0 % (Vj.: 4,4 %).

Nach Ertrag- und sonstigen Steuern ergibt sich ein Jahresüberschuss von 4,3 Mio. €. Nach Bereinigung der nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Ergebnisanteile liegt der Konzernjahresüberschuss bei 3,9 Mio. €.

Zusammenfassend betrachtet konnten die im Vorjahr für 2021 dargestellten Erwartungen und Ziele in Summe erreicht werden. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere den Auswirkungen Corona-Pandemie, ist die Entwicklung und das erzielte Ergebnis als positiv zu bewerten.

An dieser Stelle dankt der Vorstand allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Personalvertretern für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit.

3.2 Vermögenslage

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt mit 49 % auf Vorjahresniveau. Im Berichtsjahr wurden Investitionen im Sach- und Finanzanlagenbereich von 29,4 Mio. € (Vj.: 22,1 Mio. €) getätigt. Das Eigenkapital beträgt zum Stichtag 107,0 Mio. € (Vj.: 105,5 Mio. €). Der Anteil des langfristigen Kapitals an der Bilanzsumme beläuft sich auf 76,9 % (Vj.: 78,8 %). Zum langfristigen Kapital zählen neben dem Eigenkapital insbesondere die Rückstellungen für Rekultivierungs- und Abrissverpflichtungen, Pensionen und Gewährleistungen. Der Deckungsgrad des Anlagevermögens durch langfristiges Kapital beträgt damit zum Stichtag 156 % (Vj.: 162 %). Die liquiditätsnahen Mittel sind zum Bilanzstichtag um 10,9 Mio. € auf 59,2 Mio. € gesunken.

3.3 Finanzlage

Die (um Anlagenabgänge) bereinigten operativen Cash Earnings entwickelten mit 25,9 Mio. € um 0,3 Mio. € über der Vorjahr. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag durch technische Periondenabgrenzungen mit 18,4 Mio. € um - 18,2 Mio. € unter Vorjahr.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug - 26,6 Mio. € (Vj.: -18,8 Mio. €).Der Konzern verfügt über die erforderlichen Mittel, alle Ersatzinvestitionen sowie Erweiterungsinvestitionen und mögliche Akquisitionen aus eigener Liquidität zu bestreiten. Die Fähigkeit zur Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen war jederzeit gewährleistet.

Bestehende Kontokorrentlinien wurden nicht in Anspruch genommen. Des Weiteren verfügt der MHI-Konzern über ausreichende freie Avallinien zur Absicherung des operativen Baugeschäfts und der langfristigen Rekultivierungsauflagen.

4. Forschung und Entwicklung

Unser Labore befassen sich neben der Eigenüberwachung unserer Baustoffprodukte auch mit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für den Ausbau unserer Nischenprodukte wie Sonderkörnungen, Gesteinsmehle, Sonderasphalte und -betone, Additive für den Niedrigtemperatur-Asphalt sowie Recyclingprodukte. Die dem Bereich Forschung und Entwicklung direkt zuzurechnenden Aufwendungen betrugen 2021 rund 0,3 Mio. € . Von dem handelsrechtlichen Wahlrecht, selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände zu aktivieren, wird kein Gebrauch gemacht.

5. Risiko- und Chancenmanagement

Der MHI Konzern ist durch seine aktive Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Erkennung sowie die Steuerung und Überwachung von Risiken erfolgt permanent durch die Geschäftsführungen der einzelnen Gesellschaften sowie durch den Vorstand der MHI AG. Die Einzelrisiken bewerten wir derzeit wie folgt:

5.1 Risiken aus Gesteinsvorkommen

Die Steinbrüche der Gesellschaft sind in ihrem Vorkommen naturgemäß begrenzt. Es besteht grundsätzlich das Risiko der Einstellung der Tätigkeit in einzelnen Betrieben des Geschäftsfelds Naturstein, wenn bei Auslaufen bestehender Vorkommen keine Neuaufschlüsse möglich sein sollten oder bestehende Wettbewerbsbetriebe übernommen werden können. Auch potenzielle Erweiterungsvorkommen von bestehenden Betrieben könnten sich durch stetig steigende umweltrechtliche Auflagen und aufwendige Genehmigungsverfahren als unwirtschaftlich erweisen. Die Möglichkeiten von Neuaufschlüssen in Deutschland zur regionalen Rohstoffversorung sind aufgrund genehmigungsrechtlicher und gesellschaftspolitischer Hürden sehr beschränkt. Die vorhandenen Abbauvorkommen reichen grundsätzlich aus, um die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft über einen langen Zeitraum unverändert fortzusetzen. Sofern die Vorkommen und die Abbauflächen nicht im Eigentum stehen, sind wir bemüht, durch langfristige Pachtverträge und Pflege der Beziehungen zu unseren Verpächtern und anderen Stakeholdern den Zugriff über die erforderliche Abbauzeit sicherzustellen. Dies ist uns in den Vorjahren für unsere wichtigsten Leistungsbetriebe gelungen, sodass derzeit für alle wesentlichen Standorte der langfristige Zugriff auf die Vorkommen gesichert ist.

5.2 Genehmigungsrisiken

Grundlage unserer Baustoffproduktion sind öffentlich-rechtliche Genehmigungen, die einerseits mit Nebenbestimmungen versehen und andererseits zeitlich begrenzt sind, mit entsprechenden Verlängerungsmöglichkeiten. Es ist nicht auszuschließen, dass Neuauflagen oder Änderung der Genehmigungsbedingungen die Durchführbarkeit der Produktion an einzelnen Standorten insbesondere unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten stark einschränken oder (zeitweise) unmöglich machen. Die umweltrechtlichen Auflagen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen und stellen eine der größten Herausforderungen insbesondere für die Naturstein- und Asphaltindustrie dar. Mit Hilfe des personellen Know-how unserer Abteilung Rohstoffsicherung und Genehmigungen und hohem ehrenamtlichen verbandlichen Engagement versuchen wir diese Risiken zu minimieren.

5.3 Marktrisiken

Nach wie vor ist die Gesellschaft in der Sparte Straßen- und Tiefbau und damit letztlich auch in den zentralen Baustoffgeschäftsfeldern wesentlich von Ausgaben der öffentlichen Hand abhängig. Das Ausgabeverhalten steht in Abhängigkeit der jeweiligen Finanzsituation von Bund, Ländern und Kommunen. Die Haushalte wurden insbesondere durch stützenden Maßnahmen zur Bewältigung der finanziellen Folgen der Pandemie stark belastet. Die daraus folgenden langfristigen fiskalischen Auswirkungen sind noch nicht vorhersehbar. Zudem könnten die öffentliche Bautätigkeit sowie der privatwirtschaftliche Bau durch den Anstieg des Refinanzierungszinssatzes in Folge der eingeleiteten Zinswende weniger expansiv als notwendig entwickeln.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war durch massiv steigende staatliche Ausgaben zur Eindämmung der Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Dies beeinträchtigt auch die Entwicklung der Baustoff- und Bauaktivitäten, da diese traditionell wesentlich vom Ausgabeverhalten der öffentlichen Hand abhängig sind. Zukünftig können zudem Haushaltsbeschränkungen den Spielraum für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur weiter beschränken. Die neu gegründete Autobahn GmbH zeigte im vergangenen Jahr eine erwartbar schwierige Anlaufphase. Weiter gibt einige Abwicklungsprobleme in der Zusammenarbeit. Unverändert werden Rechnungen erst nach einer langen Vorlaufzeit bezahlt. Dies erfordert ein vorausschauendes Cashmanagement. Darüber hinaus ist die Ausschreibung und Vergabe längerfristiger (Groß- ) Projekte ins Stocken geraten. Der ohnehin bereits geringe Personalbestand in den Straßenbauverwaltungen (Planung und Überwachung) wurde zugespitzt und führt dazu, dass zugewiesene Mittel teilweise nicht verausgabt werden können. Die dauerhaft hohe Zuweisung erheblicher Mittel für Brückenbauten und -sanierung schränkt darüber hinaus den Anteil möglicher Baustoffausgaben in der Straßenerhaltung ein.

Die Energiewende sowie die hohen Rohöl- und Bitumenpreise belasten weiterhin das produzierende Gewerbe und damit auch unsere gesamte Branche. Hinzu kommen die mittel- bis langfristig noch nicht absehbaren Folgen des Ukraine-Konflikts auf die Energiepreise in Europa. Die Abhängigkeit in der Versorgung mit importierten Rohstoffen russischer Herkunft stellt für die deutsche Wirtschaft eine besonderes Risiko dar. Weiter bestehende Lieferengpässe in Folge der wertwirtschaftlichen Verwerfung der letzten Jahr beginnend mit der Corona-Pandemie verschärfen die Situation zusätzlich.

Wir begegnen diesen Risiken durch flexible Produktions- und Arbeitszeiten im Rahmen der arbeitsrechtlichen Möglichkeiten und Verlagerung von turnusmäßigen Reparaturen in die Zeiten einer witterungsbedingt schwächeren Auslastung. Unsere stetigen Investitionen in moderne Anlagentechnik helfen, flexibel in der Baustoffproduktion auf steigende Leistungsanforderungen und die volatile Nachfrage sowie Beschäftigungsschwankungen im Baubereich reagieren zu können. Damit können wir die Risiken einer Unterbeschäftigung ebenso abfedern wie durch die Akquisition langfristiger Aufträge.

Unsere Märkte werden teilweise von starken und preisaggressiven Wettbewerbern stark beeinflusst. Im größtenteils auslastungsgetriebenen Vertrieb von homogenen Massengütern bieten die in der Rohstoffproduktion sehr hohen Markteintrittsbarrieren und die Abhängigkeit von Frachtkosten einen gewissen Schutz. Bei der Produktion von Asphalt und Beton, die von vielen Marktteilnehmern nur als Mittel zum Zweck des Rohstoff- bzw. Bindemittelabsatzes oder der Auslastung der Baukolonnen gesehen werden, ist eine Unabhängigkeit von solchen Einflüssen dagegen unmöglich.

5.4 Beschaffungs- und Produktionsrisiken

In der Produktion von Baustoffen sind wir in hohem Maße energieabhängig. Preiserhöhungen im Bereich Mineralölprodukte und Energie führen regelmäßig zu einer Erhöhung unserer Gestehungskosten. Diese Tendenz wird durch politisch motivierte Änderungen in der Steuer- und Abgabenpolitik verstärkt. Im Jahr 2021 stellte die CO 2 -Besteuerung eine solche zusätzliche Belastung dar. Inwieweit daraus folgende Preiserhöhungen zeitnah am Markt durch höhere Verkaufspreise weitergegeben werden können, hängt stark von der Wettbewerbssituation ab. Insbesondere die Versorgung mit Braunkohlenstaub zur Feuerung unserer Asphaltmischanlagen wird durch den beschlossenen Kohleausstieg in Deutschland perspektivisch schwieriger. Alternative Brennstoffe fokussieren wir bereits heute. Eine durchgängig präferierte Lösung ist bisher nicht in Sicht.

Wir begegnen diesen Risiken durch rohstoffschonende Maßnahmen, wie die Erhöhung der Materialverwertungs- oder der Recyclingquoten, und durch investive Maßnahmen zur Senkung unserer Energieverbräuche. Ferner schließen wir bei Bedarf längerfristige Lieferverträge oder kombinierte Tranchenmodelle im Energiesektor ab bzw. sichern wegen der stark schwankenden Bitumenpreise bei entsprechender Markteinschätzung einen erheblichen Teil der zu erwartenden Bitumenmengen gegen Preisrisiken ab. Die Absicherung unserer Dieselverbräuche durch entsprechende Swap-Geschäfte oder ggfs. auch Festpreiskontrakte wird ebenfalls laufend überprüft. Der damit gewonnenen Kalkulationssicherheit stehen Risiken entgangener Gewinne bei rückläufigen Einkaufspreisen gegenüber.

Darüber hinaus bestehen Risiken aus einer möglichen Verknappung der Angebotsmengen am Bitumenmarkt. Dies ist einerseits begründet in Schwankungen des Preisniveaus im Vergleich mit Nachbarländern für Bitumenprodukte in Deutschland und andererseits durch die rückläufige Anzahl der Raffineriebetreiber. Neu hinzugekommen ist das Risiko eines Öl-Embargos gegen russische Rohölimporte an den ostdeutschen Raffineriestandorten, dass eine zusätzlich Verknappung bringen könnte. Es ist daher nicht auszuschließen, dass in der Hauptsaison erforderliche Mengen nicht im ausreichenden Umfang zur Verfügung stehen. Auch hier können wir entsprechend unserer Auftragsbestände und Markterwartungen durch Vereinbarung von Festkontingenten gegensteuern, tragen dann aber mögliche Verwertungsrisiken für die Mengen bei Verschiebung der abgesicherten Aufträge.

Bei der Lieferung von Schüttgütern kommt es seit Jahren zu einem sich vergrößernden Engpass beim Frachtraum. Dieser ist vor allem in der rapide steigenden Personalknappheit bei Berufskraftfahrern begründet. Es fehlen bundesweit zehntausende Lkw-Fahrer. Die deutsche Wirtschaft hat hier ein stetig wachsendes Problem, Verbände und Politik sind alarmiert. Die MHI Gruppe hat aus diesem Grund in den vergangenen Jahren eine eigene Logistikgesellschaft mit wachsendem Fuhrpark etabliert, bleibt aber auch in Zukunft von Fremdspediteuren abhängig. Der Zugriff auf ausreichende und zuverlässige logistische Kapazitäten bekommt zunehmend strategische Bedeutung.

In diesem Maße neu sind zwischenzeitlich teilweise sehr langen Lieferzeiten für Maschinen und andere Anlagegüter aufgrund weltweiter Störungen der Lieferketten (bspw. Chipmangel). Lieferzeiten von mehreren Monaten sind mittlerweile häufig zu beobachten. Die MHI Gruppe begegnete diesem Risiko mit frühzeitigen, vorausschauenden Bestellungen und schnellen Abwicklungsprozessen.

5.5 Risiken aus Betriebsausfällen

Es besteht das Risiko, dass die Verfügbarkeit der Werke durch Ausfälle von stark beanspruchten Maschinen eingeschränkt wird. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch regelmäßige Wartung, vorbeugende Reparaturen und rechtzeitige Ersatzinvestitionen. Vorübergehende Ausfälle im Geschäftsfeld Naturstein lassen sich darüber hinaus durch eine ausreichende Lagerhaltung kompensieren. Wir sind im branchenüblichen Umfang gegen Ertragsausfälle durch Betriebsunterbrechungen versichert.

5.6 Gewährleistungsrisiken

Die nachhaltige Erfüllung der steigenden Qualitätsanforderungen ist für uns von zentraler Bedeutung. Es besteht das Risiko, dass die Gesellschaften für Qualitätsmängel ihrer Produkte oder Bauleistungen in Anspruch genommen wird. Wir begegnen diesem Risiko durch eine stringente Implementierung von Qualitätssicherungs- und -kontrollmaßnahmen mit entsprechender Schulung unserer Mitarbeiter. Die Geschäftsführung unserer gruppenweit tätigen Baustoffprüfungsgesellschaft wurde im Vorjahr personell verstärkt. Sämtliche mit unserem Qualitätsmanagementsystem im Zusammenhang stehenden Geschäftsprozesse wurden in den vergangenen überprüft, neu definiert und zertifiziert. Darüber hinaus ist die Gesellschaft im branchenüblichen Umfang gegen Produkthaftpflichtschäden versichert. Weiterhin bestehen grundsätzlich Rückgriffmöglichkeiten gegenüber Nachunternehmern und gruppenexternen Baustofflieferanten.

5.7 Rekultivierungsrisiken

Die Gesellschaft ist zur Rekultivierung ihrer Abbauflächen verpflichtet. Der Umfang wird auf Grundlage der Rekultivierungspläne zur behördlichen Abbaugenehmigung sowie gutachterlichen Ermittlungen über die voraussichtlichen Kosten der vollständigen Beräumung und Wiedernutzbarmachung der Abbaugelände ermittelt. In regelmäßigen Zeiträumen werden die Gutachten veränderte Rahmenbedingungen und Preisentwicklungen angepasst. Zur Abbildung der Rekultivierungs- und Abbruchverpflichtungen werden die erwarteten Kosten durch Rückstellungen mit ratierlicher Zuführung angesammelt. Sofern die genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen oder die Vorkommenssituation Änderungen unterliegen, sind außerordentliche Dotierungen der Rückstellungen für Rekultivierung und Abbruch erforderlich.

5.8 Personalrisiken

Das Recruiting, die Ausbildung, die Weiterentwicklung und die langfristige Bindung von Mitarbeitern ist für uns als MHI Gruppe ein zentrales strategisches Unternehmensziel, welches wir durch die Konfrontation mit dem allgemeinen, gesamtwirtschaftlichen Megatrend des Fach- und Führungskräftemangels maximal priorisiert haben. Dies haben wir durch verschiedenste Maßnahmen unterstrichen. Hierzu zählen die Aus- und Weiterbildungsstrategie, die Zentralisierung des Recruitings, die Harmonisierung von Anreiz- und Anerkennungssystemen und die Entwicklung und Unterstützung einer besonders wertschätzenden Führungs- und Leistungskultur.

Der Erhalt und die weitere Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität sind zentrale Unternehmensziele um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Der Fachkräftemangel wird sich mittelfristig verstärkt durch die nachteilige demografische Entwicklung deutlich verschärfen. Diese Rahmenbedingungen können sich dauerhaft negativ auf die Wirtschaftlichkeit und Wachstumsmöglichkeiten unserer Unternehmensgruppe auszuwirken. Recruiting, Personalmanagement und Personalentwicklung hat eine immer höhere strategische Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Der Ausbau der Aktivitäten und personellen Kapazitäten in diesen Bereichen steht im Fokus der Personalarbeit. Dieser strategischen Herausforderung begegnen wir mit unserer vollständig zentralisierten Personalabteilung. Die Recruitingbemühungen um Auszubildende wurden weiter intensiviert mit dem Ziel höherer Ausbildungsquoten sowie der Gewinnung junger Absolventen von Techniker- und (Fach)-Hochschulen. Diesen werden attraktive Bedingungen und schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, bei denen das Leistungsprinzip im Fokus steht, geboten. Bei bestehendem Personal müssen wir u.a. mit wertschätzender Führungskultur und guten Arbeitsbedingungen überzeugen und damit eine hohe Arbeitnehmerzufriedenheit und langfristige Bindung erreichen.

Auch im zweiten durch die Corona-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2021 haben wir die Ausbildung junger Menschen in der Vielzahl von Ausbildungsberufen in allen unseren Gesellschaften gefördert und ausgebaut, um bereits bestehenden bzw. absehbaren negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels auf unsere Unternehmensentwicklung vorzubeugen. Auszubildende und junge Absolventen von Techniker- und (Fach)Hochschulen werden in die Betriebsabläufe integriert und mit wachsenden Aufgaben konfrontiert um sie langfristig innerhalb der MHI Gruppe zu entwickeln. Das Finden, Ausbilden und Binden von vielfältigen, jungen Talenten bleibt eine der großen Herausforderungen auf einem engen Arbeitsmarkt. Die Ausbildungsquote beträgt 6,2 %, wobei mittelfristig eine Quote von 10 % angestrebt wird.

Unsere Anstrengungen im Gesundheits- und Arbeitsschutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden 2021 weiter vorangetrieben. Es werden regelmäßige interne Audits durch Sicherheitsbeauftragte durchgeführt. Wir geben unseren Führungskräften weiterhin die Möglichkeit zu kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen. Des Weiteren unterstützen wir aktiv gesundheitsfördernde Maßnahmen aller Mitarbeiter. Eine zentrale Stabsstelle kümmert um das betriebliche Gesundheitsmanagement und das betriebliche Eingliederungsmanagement.

5.9 Finanzielle Risiken

Risiken innerhalb und außerhalb der Gesellschaft überwachen wir mit bewährten Kontroll- und Steuerungsinstrumenten zeitnah. Die Erfassung aller finanziellen Risiken erfolgt durch das Berichtswesen innerhalb der MHI Gruppe, das alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen Leistungskennzahlen umfasst.

Die Überwachung der finanziellen Entwicklung erfolgt durch monatlichen Abgleich von Ist- und Vorjahresdaten und unterjährige Budgetkontrollen mit Überprüfung und eventueller Anpassung der Planvorgaben für alle Konzern- und Beteiligungsgesellschaften. Beginnend mit dem Monat März werden monatlich Abschlüsse für die Gesellschaften der MHI Gruppe und darauf aufbauend konsolidierte Abschlüsse erstellt. Diese sind Gegenstand der mehrmals jährlich stattfindenden Gesellschafterversammlungen mit den operativen Einheiten und Grundlage für die Berichterstattung an den Aufsichtsrat.

Der Preis der für unsere Gesellschaften wichtigsten Rohstoffe (Diesel, Bitumen, Heizöl und Gas) ist u.a. auch von der Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses abhängig. Es wurden im Geschäftsjahr keine Geschäfte in Fremdwährungen und mit Derivaten getätigt.

Die Anlage freier Mittel erfolgt konservativ bei unseren inländischen Hausbanken sowie in Wertpapieren. Zinsabsicherungsgeschäfte haben wir nicht getätigt. Investitionen und die Finanzierung des Working Capital werden aus den Liquiditätsreserven bestritten.

Das Zinsniveau hat sich in den letzten Jahren deutlich negativ entwickelt. Verwahrentgelte und Gebühren stehen stetig wachsenden Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen gegenüber. Die Zinsschere geht damit auseinander, sodass trotz hoher Liquiditätsreserven das Zinsergebnis weiterhin stark negativ ist.

5.10 Compliance-Risiken

Gesetzestreues Handeln sowie eine transparente Berichterstattung bilden die Basis unserer unternehmerischen Verantwortung. Durch geeignete Schulungen und Richtlinien setzen wir die rechtlichen und internen Anforderungen im Arbeitsalltag um. Die konzernweite Compliance-Organisation umfasst neben einem allgemeingültigen Code of Conduct eine Kartellrichtlinie, eine IT-Richtlinie, eine Datenschutzrichtlinie und diverse andere Richtlinien mit praktischen Handlungsempfehlungen bspw. zur Arbeitssicherheit und Unfallprävention sowie weiteren Musterformularen. Ferner werden regelmäßige Überprüfungen der Compliance-Organisation mit Unterstützung unserer externen Compliance-Verantwortlichen durchgeführt.

5.11 Regulatorische Risiken

Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere neue umweltrechtliche Auflagen können sich nachhaltig negativ auf die Entwicklung der MHI Gruppe auswirken.

5.12 Chancen

Die Chancen der Gesellschaft ergeben sich einerseits durch den kontinuierlichen Instandhaltungs- und Reparaturbedarf der gesamten Verkehrsinfrastruktur in unserem Marktraum. Der Verfall aufgrund unterlassener bzw. aufgeschobener Sanierungsmaßnahmen verursachte bereits in den letzten Jahren und erfordert auch künftig einen höheren Sanierungsaufwand insbesondere im Bereich der Landes-, Kreis- und Kommunalstraßen. Von der für die kommenden Jahre beschlossenen Verstetigung der Straßenverkehrshaushalte des Bundes erwarten wir aufgrund der beschränkten Kapazitäten der öffentlichen Verwaltungen und der Planungsbüros nur geringe Wachstumsimpulse in unseren Märkten, auch weil in unseren Kernmärkten immer noch wesentliche Teile der in den Verkehrswegebau fließenden Mittel auf den Bau und die Sanierung von Brücken entfallen, der weniger rohstoffintensiv ist.

Ferner ermöglichen größere regionale Infrastruktur- und Gewerbeprojekte Chancen zur Vermarktung unserer Produkte und Leistungen und können damit zu bedeutenden Absatz-und Umsatzsteigerungen führen. Eine starke Immobilien- und Industriekonjunktur wirkt sich ebenfalls positiv auf unsere Geschäfte aus und zieht auch weitere (z.B. kommunale) Investitionen nach sich.

Die regional sehr gute Rohstoffbasis der MHI Gruppe birgt in Zeiten sich verknappender Ressourcen, d.h. teilweise auslaufender Steinbruchvorkommen und wachsender Industriefeindlichkeit, zudem Chancen für überdurchschnittliche Preisentwicklungen bei hochwertigen Gesteinsprodukten. Diese Position gilt es einerseits im Umgang mit Stakeholdern und Gesellschaft zu wahren. Leistungsbetriebe der MHI Gruppe sind derzeit dauerhaft durch langfristige Pachtverträge oder entsprechenden Flächenerwerb privatrechtlich über Jahrzehnte gesichert. Öffentlich-rechtliche Genehmigungen konnten erhalten oder neuaufgelegt werden, während Wettbewerbsbetriebe verschwanden oder Einschränkungen erfahren haben. Andererseits gilt es, auch im Hinblick auf konjunkturell schwächere Zeiten, diese teils verbesserte Marktstellung und dadurch schon erreichte und weiter erzielbare Margenverbesserungen durch notwendige Verschlankungen der Kostenstrukturen bzw. Steigerung der Produktivität in vielen Betrieben wirtschaftlich erfolgreich abzusichern.

5.13 Gesamtbeurteilung

Zusammenfassend beurteilt der Vorstand die sich aus den Risiken und Chancen ergebende Lage des Konzerns, trotz der bereits bestehenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen und voraussichtlich noch weiterer kommender Restriktionen durch den Ukraine-Konflikt und die scheinbar abklingende, akute Corona-Pandemie unverändert als solide. Dem Vorstand sind keine Risiken ersichtlich, aus denen eine unmittelbare Gefährdung für den Fortbestand des Konzerns bzw. des Unternehmens abgeleitet werden könnte.

6. Ausblick Geschäftsentwicklung 2022

Die erneute Mutation des Corona-Virus zum Jahresende 2021, bekannt als Omikron-Variante, bremst die wirtschaftliche Erholung in Deutschland vorerst aus. Die vierte Corona-Welle und ihre Folgen beeinträchtigten die deutsche Wirtschaft somit auch im 1. Quartal 2022. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ging bis zum Angriff Russlands auf sein Nachbarland Ukraine und dem damit ausgelösten Ausbruch des Ukraine-Kriegs davon aus, dass im Verlauf des Jahres 2022 eine konjunkturelle Erholung eintreten und das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,6 % zunehmen werde. Lieferengpässe bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ebenso wie bei halbfertigen Materialen und Zwischenmitteln sollten sich im Jahresverlauf allmählich auflösen und die Industrie ihre Produktion wieder ausweiten. Dieser grundsätzliche Trend besteht nun gut 6 Wochen nach Ausbruch des Krieges zwar weiterhin, jedoch versehen mit einer Vielzahl von zusätzlichen Risiken und geprägt durch massive Preissteigerungen bei Brennstoffen und Rohstoffen aller Art aufgrund absehbarer Verknappungen am Weltmarkt. Eine Inflationsspirale scheint ausgelöst. Die Wachstumsprognosen der Bundesregierung wurden zwischenzeitlich mehrfach reduziert. Die aktuelle Inflationsprognose für Deutschland tendiert auf Jahressicht 2022 über 5 %.

Die andauernde kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine beeinträchtigt den Markt für Roh- und Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle massiv. Die Abhängigkeit Deutschlands und der europäischen Wirtschaft von russischen Einfuhren ist hoch. Bereits die Debatte um einen potenziellen Öl- und Gaslieferstopp ließ die Preise am Energiemarkt mit bisher nicht gesehener Dynamik dramatisch steigen. Die Volatilitäten sind enorm und die Sensitivität auf politische Tagesmeldungen kaum absehbar. Die Verfügbarkeit von raffinierten Erdölprodukten sowie von Gas ist weiter gegeben. Es wird jedoch teilweise mit Lieferengpässen gerechnet. In diesem Zusammenhang hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vorsorglich Ende März die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Versorgungssicherheit sei jedoch weiter gewährleistet.

Die Sicherung der Energieversorgung der deutschen und europäischen Wirtschaft stellt eine volkswirtschaftliche aber auch unternehmerische Herausforderung dar. Weder Raffinerie- und Kraftwerksbetreiber noch Gas-Händler können derzeit langfristig am Energiemarkt planen, dadurch fällt es Unternehmen schwer mittel- und langfristige Lieferverträge für die Zukunft zu adäquaten Preisen abzuschließen. Eine mögliche Deeskalation des Ukraine-Konfliktes würde am Energiemarkt voraussichtlich für kurzfristige Entlastungen sorgen.

Neben der durch den Ukraine-Krieg geprägten gesamtwirtschaftlichen Situation spielt 2022 die eingeleitete Straffung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) in 2022 voraussichtlich eine maßgebliche Rolle. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte werden schrittweise verschärft. Kredite werden somit absehbarer teurer. Begründet wird der Strategiewechsel der EZB u.a. mit der anziehenden Inflation. Sie stieg von + 0,5 % im Jahr 2020 auf + 3,1 % in 2021. Bereits dies setzt die EZB unter Druck ihre Geldpolitik zu straffen. Das allgemeine Zinsniveau wird in der Folge steigen. Trotzdem greift der Staat weiter auf allen Ebenen mit diversen Maßnahmen und Programmen für eine Vielzahl von Wirtschaftszweigen, konsumtiv sowie investiv, unterstützend mit in der jüngeren Geschichte nie dagewesenen Umfang ein. Alleine die Rüstungsausgaben sollen in den kommenden Jahren durch ein Sondervermögen von 100 Mrd. € in hohem Maße ausgeweitet werden. Verschiedene Pakete mit Maßnahmen zur Dämpfung der Belastung aller Bürger sowie der Wirtschaft sind in Planung, hierzu zählen u.a. die Aussetzung oder Abschaffung der EEG-Umlage, temporär geringere Abgaben auf Kraftstoffe, Auszahlung von einmaligen Energiegeldern oder die Förderung des ÖPNV.

Der Auftragsbestand des Bauhauptgewerbes lag zum Jahresende 2021 bei 64,3 Mrd. € (+ 15,6 % ggü. Vorjahr). Im Januar 2022 war laut Angaben des Statistischen Bundesamtes real bereits ein Rückgang der Ordertätigkeit (- 4,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat) zu verzeichnen. Trotz des realen Rückgangs erreichte der nominale Auftragsbestand im Januar 2022 mit einem Volumen von 7,0 Mrd. € den höchsten bisher gemessenen Wert in einem Januar. Der nominale Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Januar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,1 % auf 4,9 Mrd. € gestiegen. Diese hohe Umsatzsteigerung ist auch auf einen besonders schwachen Jahresstart 2021 bedingt durch das Auslaufen der temporären Mehrwertsteuersenkung im Jahr 2020 sowie die stark gestiegenen Baupreise (real + 7,0 % gegenüber Januar 2021) zurückzuführen. Dieses gespaltene Bild unterstreicht die Situation der Bauwirtschaft. Hervorgerufen auch durch die Lieferengpässe bei Baumaterialien sei es laut Angaben des Branchenverbands zu Verzögerungen bei vielen Projekten gekommen. Gehofft habe man, dass sich die Materialversorgung 2022 beruhigt und die Auftragsbestände zügig abgearbeitet werden könnten. Nunmehr sei auch durch den Ukraine-Krieg eine Fortsetzung der Probleme bei der Materialbeschaffung zu erwarten. Jedes dritte Bauunternehmen beziehe Baumaterial aus Russland oder der Ukraine. Eine deutliche Mehrheit von Umfrageteilnehmern des Branchenverbandes hätte aktuell in ihrer Bautätigkeit von Problemen berichtet. Hierzu zählten die Lieferengpässe und starken Preissteigerungen bei Baumaterialien. Selbst bei laufenden Projekten sei dies der Fall. Die Angebotsabgabe sei teilweise unterbrochen worden. Als Reaktion auf das kaum absehbare Umfeld am Energiemarkt und die in der Folge stark steigenden Preise für Vorprodukte und Baumaterialien aller Art plädiert der Branchenverband gegenüber den Auftraggebern für großzügigere Preisgleitungen. Ansonsten könne es zu Verzögerungen oder nicht Ausführung von Bauprojekten kommen und viele Bauunternehmen würden sich nicht mehr in der Lage sehen Angebote für ausgeschriebene Bauvorhaben abzugeben. Folglich kann sich die Situation bald auf die allgemeine Auftragslage der Branche auswirken, obwohl die hohen Auftragsbestände eine grundsätzlich gute Auslastung erwarten ließen. Moderate Tarifabschlüsse würden den Kostendruck der Bauwirtschaft mindern, sind jedoch derzeit nicht zu erwarten, da gerade in der Bauwirtschaft in Folge der Beschäftigungszuwächse der vergangenen Jahre eine hohe Nachfrage nach qualifiziertem Fach- und Führungspersonal besteht. Unterstrichen wird dies dadurch, dass die Beschäftigtenzahl 2021 im Bauhauptgewerbe weiter um 2,3 % gestiegen ist.

Im Jahr 2022 wird für den öffentlichen Bau als einziger Bausparte ein nominaler Umsatzrückgang von - 3 % erwartet. Einer der Gründe für den Rückgang sind die Anlaufprobleme der Autobahn GmbH. Die neugeschaffene zentrale Struktur konnte die zugewiesenen Mittel für Investitionen in den Neu- und Ausbau des Bundesfernstraßennetzes nicht vollständig in reale Baumaßnahmen umsetzen. Bisher wurde der Investitionsstau nicht gelöst. Die Aussicht für 2022 war auf den ersten Blick positiver. Die alte Bundesregierung hatte in ihrem Haushaltsentwurf 2022 ein Investitionsvolumen von 19,2 Mrd. € vorgesehen, was einer Steigerung von 10 % im Vergleich zum Vorjahr entsprochen hätte. Zudem ist im neuen Koalitionsvertrag bereits festgelegt, dass die Mittel für Bundesfernstraßen bis zum Jahr 2025 schrittweise erhöht werden sollen. Der Fokus für die Mittelvergabe soll dabei auf den Erhalt und die Sanierung der bestehen Infrastruktur gelegt werden. Trotz dieser geplanten Investitionen ermittelte das Institut für Urbanistik 2021 einen Investitionsstau von 150 Mrd. €, wovon eine wesentlicher Teil auf die Verkehrsinfrastruktur entfalle. Von einer weiteren Zunahme des Investitionsrückstands sei im Jahr 2022 auszugehen. Mittelfristig kann die Bauwirtschaft jedoch von den angekündigten Investitionen in den Umbau der Infrastruktur und der Klimaschutzmaßnahmen profitieren. Eine Chance für die MHI Gruppe ergibt sich die Ankündigung der Bundesregierung, in der neuen Legislaturperiode das Schienennetz nach langer Zeit wieder ausbauen zu wollen und stillgelegte Strecken zu reaktivieren.

Das Baugewerbe im Rhein-Main-Gebiet profitiert von der guten Geschäfts- und Auftragslage. Die Baubranche bleibt somit eine Wachstumsstütze der Region, obwohl die ansässigen Unternehmen ebenfalls mit den Problemen in weltweiten Lieferketten und Preisanstiegen zu kämpfen haben. Insgesamt bleiben die Rahmenbedingungen für alle Geschäftsfelder der MHI Gruppe auch unter den aktuell schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich positiv, wenn auch gerade die weiter verarbeitenden Geschäftsfelder Asphalt und Beton in der Sandwichlage zwischen Rohstoff und Bau sowie der Abhängigkeit von Bindemittelversorgung und -preisen besonderen Druck und temporär gedämpfte Geschäftsaussichten auweisen. Die Folgejahre bergen vor dem Hintergrund der hohen fiskalischen Ausgaben zur Bekämpfung der Auswirkungen der Pandemie in den Vorjahren bis heute und den stark steigenden Energiepreisen und Maßnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit von russischen Rohstoffimporten erhebliche Risikopotenziale für das Wachstum bei signifikant steigender Inflationstendenz.

In 2022 erwarten wir für die MHI Gruppe einen stabilen, leicht steigenden Absatz im Geschäftsfeld Naturstein. Der auch witterungsbedingt positive Jahresstart unterstreicht die Erwartung. Die Betriebsleistung sollte sich unabhängig von der Weitergabe notwendiger Preiserhöhungen an unsere Kunden positiv entwickeln, da wesentliche Produktionsbetriebe durch Reorganisationen und Investitionen der letzten Jahre bereits gestärkt aufgestellt sind. Im Asphalt erwarten wir 2022 ein sehr schwieriges Geschäftsjahr. Die Auftragsbestände zu Jahresbeginn waren gut. Als wesentliche Herausforderung stellt sich jedoch die adäquate Umsetzung der Bitumenpreissteigerungen und die Entwicklung weiterer Preisbestandteile in laufenden Verträgen sowie in allen zukünftigen Ausschreibungen, gepaart mit nicht absehbaren Einschränkungen der Verfügbarkeit von Bitumen im Falle eines vollständigen Öl-Embargo auf Rohöl russischer Herkunft dar. Daher gehen wir 2022 von einer Auslastung unter Vorjahr aus. Im Geschäftsfeld Beton erwarten wir in 2022 wieder eine solide Auslastung durch gewerbliche und private Projekte und dadurch einen Absatz über Vorjahresniveau. Im Beton bergen die bereits erfolgten und angekündigten Preiserhöhungen für Zement ein großes Kostenrisiko. Sofern Erhöhungen der Verkaufspreise nicht im notwendigen Umfang umgesetzt werden, drohen wie im Asphalt auch im Beton erhebliche Margenverluste. Der betrieblichen Kosten- und Produktivitätsentwicklung durch laufende Optimierung und Modernisierung hat unverändert eine hohe Bedeutung zur Erreichung der operativen Ergebnisziele der MHI Gruppe. Der weitere schrittweise Ausbau des Einlagerungs- und Recyclinggeschäfts soll die Baustoffsparte in der Ergebnisbetrachtung im herausfordernden Gesamtumfeld bereits 2022 stärken.

Die Sparte Straßen- und Tiefbau verfügt zum Jahresbeginn über sehr hohe Auftragsbestände. Die Bauleistung sollte folglich das Niveau des Vorjahres auch preisbereinigt überschreiten. Trotz des hohen Preisdrucks seitens der Baumaterialien bei gleichzeitig unverändert umkämpfenden Märkten mit hohen Baukapazitäten, erwarten wir den Ergebnisbeitrag auf dem Niveau des Jahres 2021 zu stabilisieren. Der weitgehend ausgebliebene Winter in Hessen und Thüringen ermöglichte als Basis einen soliden Start ins Jahr.

Insgesamt erwarten wir auf Konzernebene 2022 bei wieder leicht steigender Betriebsleistung ein leicht unter dem Berichtsjahresniveau liegendes positives Jahresergebnis. Einschränkend müssen hier nochmals die erheblichen Risiken im Zusammenhang des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen in der noch nicht abschließend überwundenen pandemischen Situation genannt werden. Hierzu zählen insbesondere weitere Lieferengpässe bei Produkten aller Art und die zusätzliche Gefahr, dass die Einfuhr einzelner Rohstoffe und Vorprodukte mit russischer Herkunft wie beispielweise Rohöl und Gas weiter eingeschränkt werden. Damit verbunden ist das Risiko der nicht unmittelbar möglichen vollständigen oder nur schrittweisen Weitergabe weiterer erheblicher Preissteigerungen bei Brennstoffen sowie Produkten und Dienstleistungen aller Art. Diese Risiken führen im Ergebnis neben den täglichen Heraufforderungen des wachsenden Fachkräftemangels, der Energiewende, der Digitalisierung und des wachsenden Nimbyismus zu einer auch bei Auslaufen der Pandemie unverändert hohen Prognoseunsicherheit im Geschäftsjahr 2022.

In den Jahren 2022 und 2023 werden wir weiter standortbezogen die für die Erneuerung unserer Anlagentechnik und Erweiterung des Sortiments erforderlichen Investitionen mit dem Schwerpunkt auf unseren Natursteinbetrieben durchführen. Die Investitionsbudgets hierzu auf hohem Niveau, wobei diese wie in der Vergangenheit weitestgehend aus der Innenfinanzierung abgedeckt werden. Darüber hinaus erforderliche Mittel können aus unserer soliden Liquiditätsausstattung aufgebracht werden.

7. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Vorgänge von wesentlicher Bedeutung haben sich nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 nicht ereignet. Bestandsgefährdende Risiken oder Entwicklungen sind derzeit nicht erkennbar.

Im Hinblick auf die durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges seit Ende Februar 2022 nochmals verstärkten gesamtwirtschaftlichen Verwerfung durch erhebliche Preissteigerungen und absehbare, teilweise bereits auftretende Versorgungsengpässe bei wesentlichen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt 6 dieses Konzernlageberichts.

 

Hanau, den 22. April 2022

Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2021

Mutterunternehmen
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Erwirtschaftetes
Konzern-
Eigenkapital
Eigenkapital
T€ T€ T€ T€
Anpassung Ausweis Verlustanteile Kommanditisten 0 0 33 33
Stand 01.01.2020 12.000 1.125 87.569 100.694
Gezahlte Dividenden, Ausschüttungen 0 0 -2.100 -2.100
Konzern-Jahresüberschuss 0 0 5.510 5.510
übrige Veränderungen 0 0 32 32
Konzern-Gesamtergebnis 0 0 3.442 3.442
Stand 31.12.2020 12.000 1.125 91.011 104.136
Anpassung Ausweis Verlustanteile Kommanditisten
Stand 01.01.2021 12.000 1.125 91.011 104.136
Gezahlte Dividenden, Ausschüttungen 0 0 -2.600 -2.600
Konzern-Jahresüberschuss 0 0 3.912 3.912
übrige Veränderungen
Konzern-Gesamtergebnis 0 0 1.312 1.312
Stand 31.12.2021 12.000 1.125 92.323 105.448
Minderheitengesellschafter
Minderheiten-
kapital
Eigen-
kapital
Konzern-
Eigenkapital
T€ T€ T€
Anpassung Ausweis Verlustanteile Kommanditisten -33 -33 0
Stand 01.01.2020 938 938 101.632
Gezahlte Dividenden, Ausschüttungen 0 0 -2.100
Konzern-Jahresüberschuss 578 578 6.088
übrige Veränderungen -201 -201 -169
Konzern-Gesamtergebnis 377 377 3.819
Stand 31.12.2020 1.315 1.315 105.451
Anpassung Ausweis Verlustanteile Kommanditisten
Stand 01.01.2021 1.315 1.315 105.451
Gezahlte Dividenden, Ausschüttungen 0 0 -2.600
Konzern-Jahresüberschuss 279 279 4.191
übrige Veränderungen
Konzern-Gesamtergebnis 279 279 1.591
Stand 31.12.2021 1.594 1.594 107.042

Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung
gemäß § 171 Abs. 2 AktG über das Geschäftsjahr 2021

Dem Aufsichtsrat der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau (im Folgenden: MHI) wurden im April 2022 für das Geschäftsjahr 2021 der vom Vorstand aufgestellte Einzelabschluss, Konzernabschluss und Konzernlagebericht in Form der Prüfungsberichte über die handelsrechtliche Jahres- und Konzernabschlussprüfung der vom Aufsichtsrat beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton AG (im Folgenden: GT) sowie der Vorschlag der Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns vorgelegt. Der Aufsichtsratsvorsitzende und das Aufsichtsratsmitglied Axel Söldner haben die Entwürfe der Prüfungsberichte in einer Sitzung am 20. April 2022 mit dem zur Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2021 von MHI beauftragten Wirtschaftsprüfer Herrn Christoph Heinrich von GT und dem Vorstand der MHI AG erörtert und sich deren Bild der Vermögen-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermitteln lassen.

Aus der Sicht aller Beteiligten und insbesondere auch des Wirtschaftsprüfers der Gesellschaft ergaben sich keinerlei handelsrechtlich außergewöhnlichen und keine gewichtigen organisatorischen Aspekte, die einer besonderen Betrachtung und Diskussion bedurften. Alle wesentlichen Bilanzierungsfragen sind im Prüfungsbericht angesprochen. Differierende Auffassungen dazu bestanden nicht.

In der Aufsichtsratssitzung vom 12. Mai 2022 wurden diese Abschlüsse im Aufsichtsratsplenum gemeinsam mit dem Vorstand und Wirtschaftsprüfer erörtert.

Die Lage der Unternehmensgruppe wird im Konzernlagebericht nach Überzeugung des Aufsichtsrats, bestätigt durch die Stellungnahme des Wirtschaftsprüfers im Prüfungsbericht, zutreffend und umfänglich dargestellt. Chancen und Risiken der Gesellschaft in allen Sparten sind dort auch aus Sicht des Aufsichtsrats angemessen zum Ausdruck gebracht worden. Die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen hatten sich im Geschäftsjahr 2021 nach dem coronabedingten Einbruch der deutschen Wirtschaft im Vorjahr wieder verbessert, wenn gleich weniger deutlich als ursprünglich prognostiziert. Die 1. Jahreshälfte 2021 war noch von anhaltenden Lockdowns und damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen geprägt. In den anschließenden Sommermonaten setzte eine wirtschaftliche Erholungsphase ein, wodurch sich die teilweise Unterauslastung der deutschen Wirtschaft spürbar verringerte. Die unzureichende Verfügbarkeit diverser Rohstoffe und Zwischenprodukte störte die Lieferketten in Verbindung mit dem Aufkommen einer neuen Coronamutation zum Jahresende, so dass das Wiirtschaftswachstum im Schlussquartal wieder spürbar gedämpft wurde. Das Wachstum des preisbereinigten deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag 2021 per Saldo bei 2,7 %. Obwohl die Bau- und Baustoffbranche bisher nahezu unbeschadet durch die Pandemie kam, beeinflussten die aufkommenden Lieferengpässe und Materialknappheit am Bau im Geschäftsjahr bereits negativ. Das Ausgabeverhalten der öffentlichen Hand in den Kernmärkten entwickelte sich weiter kontinuierlich. MHI partizipierte im Jahr 2021 von den weitgehend stabilen Ausgaben in die Verkehrsinfrastruktur. Der unverändert geringe Personalbestand in den öffentlichen Straßenbauverwaltungen bei wachsendem Planungs- und Überwachungsbedarf bremste weiter. Absehbar wird dies kurz- und mittelfristig zunehmend zu Lücken bei baureifen Großprojekten und grundhaften Sanierungen führen. Höhere Mittelzuweisungen auch für eine noch weiter durch die Politik zu spezifizierende Verkehrswende können dadurch verhindert werden. Der Absatz im Geschäftsfeld Naturstein lag in den Kernmärkten stabil auf Vorjahresniveau mit regionalen Schwankungen. Der Absatz im Geschäftsfeld Asphalt entwickelte sich entgegen der allgemeinen Marktentwicklung ebenso stabil. Im Geschäftsfeld Beton war MHI mit deutlichen Einbußen insbesondere im Kernmarkt Rhein-Main konfrontiert. Die Leistung im Geschäftsfeld Bau entwickelte sich hingegen nur leicht unter Vorjahr.

Die realisierten Preiserhöhungen vor allem im Geschäftsfeld Naturstein waren auskömmlich, so dass die Ergebnisbeiträge stabil gehalten werden konnten. In den Geschäftsfeldern Asphalt und Beton war dies nicht der Fall, hier wirkten sich die deutlichen Preissteigerungen in wesentlichen Kostengruppen so negativ auf die Produktionskosten aus, dass Teile der traditionell geringen Margen dieser Geschäftsfelder nicht gehalten werden konnten, was die Ergebnisbeiträge spürbar reduzierte. Im Geschäftsfeld Bau wirkte die im Jahresverlauf zunehmend angespannte Kostensituation bei Baumaterialien aller Art ebenso negativ, so dass bei leicht rückläufiger Bauleistung rückläufige Ergebnisbeiträge erzielt wurden. Insgesamt entwickelte sich das operative Ergebnis der MHI unter Vorjahr. Die in Kenntnis des Kostendrucks reduzierten Ziele wurden leicht übertroffen. Die Kapitalkraft des Konzerns ist unverändert stark, Investitionen wurden aus der Innenfinanzierung geleistet. Liquide Mittel sind auch bei hohen Investitionsbudgets weiter auskömmlich vorhanden.

Die gute Liquiditätslage erlaubte es der MHI, das mehrjährige umfängliche Investitionsprogramm im Geschäftsjahr weiter fortzuführen. Im Geschäftsfeld Naturstein wurden, neben der Umsetzung von Ersatzinvestitionen wesentlicher mobiler Geräte und stationärer Aggregate, weitere Investitionsvorhaben projektiert und erste Vorhaben umgesetzt. In den weiteren Geschäftsfeldern erfolgten turnusmäßige Ersatzinvestitionen. Im Geschäftsfeld Beton wurde eine Erweiterungsinvestition planmäßig umgesetzt. MHI möchte auch mit dem Investitionsprogramm mittelfristig deutliche Kostenreduktionen in der Produktion sowie durch die Erhöhung der verwertungsfähigen Ausbringungsmengen und einer weiteren Fokussierung auf hochwertige Schüttgutprodukte zusätzliche Umsatzpotenziale erschließen. Damit wird das zentrale Unternehmensziel, die Gesellschaft vorrangig in den Kernsparten und geographischen Kernmärkten optimal aufzustellen, weiter verfolgt. Die fortlaufende Modernisierung der IT-Infrastruktur und wesentlicher Systeme sowie die Digitalisierung in den Betrieben wurden weiter vorangetrieben. Eine neue zentrale ERP-Lösung wurde zum Jahresbeginn 2021 schrittweise in Betrieb genommen. Zum Jahresende 2021 wurden alle verbliebenen Fremdanteile an einer Beteiligungsgesellschaft im Geschäftsfeld Naturstein und Asphalt im geographischen Kernmarkt übernommen.

Die Wahrnehmung seiner gesetzlichen Kontrollfunktion und die Beurteilung des Jahres- und Konzernabschlusses wurden dem Aufsichtsrat durch die ganzjährige detaillierte Berichterstattung des Vorstands über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, aller Sparten und deren operativen Einheiten erleichtert. In den vier ordentlichen Sitzungen im Beisein des Vorstands vom 11. Februar, 27. Mai, 29. Juli und 18. November 2021 wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand detailliert über die Geschäftslage aller Konzern- und Beteiligungsgesellschaften, die Zielerreichung und über wesentliche Geschäftsvorfälle informiert und hat diese mit dem Vorstand erörtert. Gegenstand jeder Aufsichtsratssitzung waren dabei neben der personellen Aufstellung aller Geschäftsfelder u.a. Großprojekte, Analyse der Finanzkennzahlen, Kosten- und Produktivitätsmaßnahmen sowie die detaillierte 3-Jahresplanung des Konzerns und die Compliance. Wie in den Vorjahren wurde in der Frühjahrssitzung die strategische Ausrichtung des Unternehmens ausführlich erörtert. Im 2. Halbjahr 2021 war zudem zunehmend die Frage zukünftiger Energiebeschaffungen Gegenstand von ersten Erörterungen mit dem Vorstand. Außerhalb der Plenumssitzungen wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand sowohl schriftlich als auch mündlich regelmäßig und umfassend unterrichtet. Dabei wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, sowie über die aktuelle Geschäftspolitik in Kenntnis gesetzt. Zu wesentlichen Fragestellungen wurden durch den Aufsichtsrat Empfehlungen erteilt. Der Aufsichtsratsvorsitzende und weitere Aufsichtsratsmitglieder haben sich im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand der Gesellschaft befunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende nahm zudem an Vorstandssitzungen teil. Der Aufsichtsrat war somit stets in der Lage, sich ein umfassendes Bild zu verschaffen und ist seinen Kontrollverpflichtungen und Beratungsaufgaben immer nachgekommen.

Neben den ordentlichen Sitzungen mit dem Vorstand der Gesellschaft ist der Aufsichtsrat 2021 zu internen Sitzungen zusammengekommen, in denen er die Entwicklung der Gesellschaft, strategische Fragestellungen und Vorstandsangelegenheiten erörtert und entschieden hat. Mit Wirkung zum 01. Januar 2022 wurde Herr Marco Meurer als zusätzliches Vorstandsmitglied in den nun wieder 3-köpfigen Vorstand berufen.

Der Aufsichtsrat nimmt seine Kontroll- und Beratungsfunktionen im Sinne von §§ 111, 171 AktG unbeschadet individueller und dann jeweils an alle Aufsichtsratsmitglieder zur Kenntnis gegebener Beiträge einzelner Aufsichtsratsmitglieder als Plenum wahr. Ausschüsse hat er nicht gebildet.

Coronabedingt haben 2021 Sitzungen des Aufsichtsrats wiederum als kombinierte Präsenzveranstaltungen mit Videokonferenzen stattgefunden. Ein Aufsichtsratsmitglied fehlte entschuldigt bei allen ordentlichen Aufsichtsratssitzungen des Geschäftsjahres, ein weiteres Mitglied fehlte bei einer der Sitzungen entschuldigt. Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder nahmen an allen Sitzungen vor Ort in Hanau oder per Videokonferenz durchgängig teil. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats im Sinne von Ziffer 5.5 des deutschen Corporate Governance Kodexes sind nicht aufgetreten.

Die stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die solide Liquiditätslage der MHI in Verbindung mit der kontinuierlich positiven Geschäftsentwicklung haben Vorstand und Aufsichtsrat bewogen, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende auf dem hohen Vorjahresniveau von insgesamt 6,50 € pro Stückaktie, mithin insgesamt 2,6 Mio. € vorzuschlagen.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MHI Gruppe für ihr Engagement und die geleistete Arbeit. Der Aufsichtsrat dankt auch allen Personalvertretungen der Gesellschaften für eine konstruktive, die besonderen Herausforderungen eines Familienunternehmens mit vielen kleineren Betrieben berücksichtigende Zusammenarbeit.

Der Aufsichtsrat stellt abschließend fest:

Die Prüfung der vom Vorstand der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft, Hanau, nach den Regeln des deutschen Handelsrechts (HGB) aufgestellten, mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken der mandatierten Wirtschaftsprüfer versehenen, Einzel- und Konzernabschlüsse für das Geschäftsjahr 2021 sowie des Konzernlageberichts 2021 hat zu keinen Beanstandungen durch den Aufsichtsrat geführt. Der Aufsichtsrat hat den Einzel- und Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft daher in seiner Bilanzsitzung am 12. Mai 2022, an der auch der Wirtschaftsprüfer virtuell teilgenommen hat, uneingeschränkt gebilligt. Der Jahresabschluss wurde damit gemäß § 172 AktG festgestellt.

 

Hanau, den 12. Mai 2022

Für den Aufsichtsrat

Christian H. Hagemeier, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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