Coup Mobility GmbHLiquidiert

71636 Ludwigsburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 178881
Eingetragen
29.7.2016
Branche
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 tVermietung von Schienenfahrzeugen
Gegenstand
Entgeltliche Überlassung von Fahrzeugen an Dritte, unter anderem die kurzzeitige entgeltliche Überlassung elektrisch angetriebener Roller.

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Konzern- und Jahresabschlüsse

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Stuttgart

Konzernabschluss 2019

Konzernlagebericht

der Bosch-Gruppe

Die Bosch-Gruppe erlebt in ihren Märkten tiefgreifende Veränderungen, die mittel- und langfristig große Chancen mit sich bringen. Um diese zu realisieren, wurden entsprechende Zielsetzungen und Strategien definiert. Gleichzeitig ergeben sich aus den Veränderungen umfangreiche Herausforderungen. Dies gilt aktuell vor allem für den Automobilsektor. Zusätzlich bekam das Unternehmen 2019 die sich abkühlende globale Konjunktur und die deutlich rückläufige weltweite Automobilproduktion zu spüren. Durch den Erfolg einer Vielzahl von Produkten erreichte der Umsatz der Bosch-Gruppe dennoch nahezu Vorjahresniveau. Nicht so günstig war die Ertragsentwicklung. Dabei spielen drei Faktoren eine maßgebliche Rolle: weiter steigende Vorleistungen für Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, automatisiertes Fahren, Künstliche Intelligenz oder Internet der Dinge (IoT), die schwache Verfassung von bislang margenstarken Automobilmärkten wie China, Indien sowie dem Marktsegment Pkw-Diesel und daraus resultierend hohe Aufwendungen für erforderliche Restrukturierungen vor allem im Unternehmensbereich Mobility Solutions. Ein wichtiger strategischer Schritt zur Fokussierung war die Trennung vom bisherigen Geschäftsbereich Packaging Technology. Der Verkaufserlös wirkte sich dabei positiv in den Ertragszahlen 2019 aus. Für das Geschäftsjahr 2020 ist eine weitere Abkühlung in wichtigen Märkten zu erwarten, vor allem ein erneuter Rückgang der weltweiten Automobilproduktion. Hinzu kommen mögliche Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie, deren weltweite Auswirkungen sich bislang nicht abschätzen lassen. Die bisherigen Planungen für 2020 gehen von einem Umsatz der Bosch-Gruppe leicht unter Vorjahr aus. Zudem sollen umfangreiche Maßnahmen dazu beitragen, mittelfristig zum Renditeniveau der Vorjahre zurückzukehren. Dabei erwarten wir ebenfalls für 2020 erhebliche Belastungen des Ergebnisses durch Vorleistungen und Anpassungsmaßnahmen. Gleichzeitig stehen große Zukunftsthemen im Fokus. Dazu gehört auch der Klimaschutz. Bereits 2020 soll die Energieversorgung der Standorte der Bosch-Gruppe weltweit CO 2-neutral werden.

Grundlagen des Konzerns

Unternehmensgruppe

Die Bosch-Gruppe ist ein global aufgestelltes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Fast die Hälfte des Umsatzes wird außerhalb Europas erzielt. Zur Bosch-Gruppe gehören rund 440 vollkonsolidierte Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Muttergesellschaft ist die Robert Bosch GmbH mit Sitz in Stuttgart. Sie ging aus der "Werkstätte für Feinmechanik und Elektronik" hervor, die 1886 in Stuttgart von Robert Bosch (1861 - 1942) gegründet wurde. Im Jahr 1917 änderte die Gesellschaft ihre Rechtsform in eine Aktiengesellschaft, die 1937 in die Robert Bosch GmbH umgewandelt wurde. Seit 1964 hält die Robert Bosch Stiftung GmbH die Mehrheit der Kapitalanteile an der Robert Bosch GmbH.

Die gemeinnützige Robert Bosch Stiftung hat keinen Einfluss auf die strategische und geschäftliche Ausrichtung der Bosch-Gruppe. Die entsprechenden Stimmrechte liegen bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG, die die unternehmerische Gesellschafterfunktion ausübt und einen Kapitalanteil von 0,01 % besitzt. Die restlichen Anteile und Stimmrechte halten im Wesentlichen die Nachkommen des Firmengründers. Diese gesellschaftsrechtliche Struktur sichert die unternehmerische Unabhängigkeit der Bosch-Gruppe und ermöglicht eine langfristige Ausrichtung.

Gesellschafter der Robert Bosch GmbH

Organisation und Wettbewerbsumfeld

Die Bosch-Gruppe, für die weltweit rund 398.200 Beschäftigte arbeiten, hat den Anspruch, "Technik fürs Leben" zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Sie gliedert sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology, die auch den Berichtssegmenten entsprechen. In allen vier Unternehmensbereichen steigt die Wettbewerbsintensität. Dazu tragen Anbieter aus China und aus einer Reihe von aufstrebenden Ländern bei. Zudem verändert sich mit Blick auf das IoT in allen Bereichen das Wettbewerbsumfeld durch neue Konkurrenz aus dem IT- und Internetumfeld sowie dem Dienstleistungssektor, mit teilweise anderen Geschäftsmodellen. Auch die Bosch-Gruppe selbst bietet zunehmend vernetzte Lösungen und Dienstleistungen an und entwickelt dazu passende Geschäftsmodelle. Trotz dieser übergreifenden Trends unterscheidet sich das jeweilige Markt- und Wettbewerbsumfeld der Unternehmensbereiche teilweise erheblich.

Bei Mobility Solutions stand die Bosch-Gruppe lange Zeit hauptsächlich in Konkurrenz zu wenigen großen Automobilzulieferern. Kunden waren überwiegend die weltweit operierenden Automobilhersteller und große regionale Produzenten wie in China. Doch dieser Markt verändert sich durch die zunehmende Elektrifizierung, Automatisierung, Vernetzung und Multimodalität der Mobilität. Dadurch kommen zusätzliche Anbieter hinzu, auch aus Branchen wie der Konsumelektronik, Halbleiterindustrie sowie dem Dienstleistungs- und Internetsektor sowie Anbieter von Mobilitätsplattformen. Zudem ist es erforderlich, dass die Geschäftsbereiche mit Blick auf die sich wandelnden Anforderungen und hohen Vorleistungen stärker übergreifend zusammenarbeiten oder externe Partnerschaften eingehen. Außerdem ist mit weiteren Konsolidierungstrends bei angestammten Herstellern und Zulieferern zu rechnen. Einen wachsenden Einfluss auf die Mobilitätskonzepte haben Städte und Kommunen.

Bei Industrial Technology operiert der Geschäftsbereich Drive and Control Technology als Zulieferer von Komponenten und Systemen in den Bereichen Hydraulik und Fabrikautomation in eher zergliederten Märkten mit vielen Wettbewerbern und Kunden. Durch Trends wie Elektrifizierung und den vermehrten Einzug digitaler Lösungen verändert sich ebenfalls die Wettbewerber- und Kundenlandschaft.

Im Unternehmensbereich Consumer Goods richten sich Power Tools und BSH Hausgeräte mit ihren Produkten überwiegend direkt an den Endkunden. Sie stehen in starker Konkurrenz zu globalen wie auch regionalen Anbietern. Dabei verändert sich in Europa und China, zwei wichtigen Märkten für Power Tools und BSH Hausgeräte, die Handelslandschaft durch eine zunehmende Konsolidierung im stationären Handel sowie durch eine weiter wachsende Bedeutung des Onlinehandels.

Bei Energy and Building Technology setzt sich der Wettbewerb in den Geschäftsbereichen Building Technologies und Thermotechnology aus wenigen internationalen Anbietern sowie einer Vielzahl regionaler Anbieter zusammen. Im Bereich Building Technologies nimmt der Wettbewerb durch chinesische Anbieter weiter zu. Darüber hinaus wachsen die Branchen in der Gebäude- und Energietechnik zusammen. Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions konkurriert bei Geschäftsdienstleistungen in einem fragmentierten Markt sowohl mit großen internationalen Wettbewerbern als auch mit kleineren lokalen Anbietern.

Bericht zur Unternehmensführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH legen die Strategie für das Gesamtunternehmen fest und steuern es. Die Zuständigkeiten ergeben sich aus der Hauptgliederung. Der Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH bestellt, überwacht und berät die Geschäftsführung. Bei der Besetzung des Aufsichtsrats unterliegt die Robert Bosch GmbH dem deutschen Mitbestimmungsgesetz. Das Gremium besteht aufgrund der Größe des Unternehmens aus 20 Mitgliedern. Zehn Mitglieder werden durch die stimmberechtigten Gesellschafter bestimmt. Die anderen zehn Mitglieder wählt die Arbeitnehmerseite. Die Robert Bosch Industrietreuhand KG hat als geschäftsführender Gesellschafter die durch den Firmengründer Robert Bosch testamentarisch verfügte Aufgabe, für den langfristigen Bestand des Unternehmens und speziell für die finanzielle Unabhängigkeit zu sorgen. Letztere soll die jederzeitige Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit sichern.

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in Deutschland wurden auch bei Bosch Zielgrößen für den Anteil weiblicher Mitglieder im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung festgelegt. Aktuelles Zieldatum ist 31.12.2021. Die Ziele entsprechen aktuell für den Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH 20 % und für die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH 10 %. Weitere Zielgrößen in Deutschland bis Ende 2021 sind 8 % auf der Ebene unterhalb der Geschäftsführung (erste Führungsebene) und 12 % für die zweite Führungsebene. Ende 2019 wurden bezogen auf die erste Führungsebene 8,4 % erreicht (Vorjahr 7,6 %) und für die zweite Führungsebene 12,1 % (Vorjahr 11,2 %). Weltweit stieg der Anteil weiblicher Führungskräfte über alle Führungsebenen im Konzern auf 17,2 % (Vorjahr 16,6 %). Diesen Anteil wollen wir kontinuierlich weiter steigern. Unser mittelfristiges Ziel liegt bei 20 %.

Unternehmensbereiche der Bosch-Gruppe

Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods Energy and Building Technology
Powertrain Solutions Packaging Technology 2 Power Tools 4 Building Technologies
Chassis Systems Control Drive and Control Technology 3 BSH Hausgeräte GmbH Thermotechnology
Electrical Drives Bosch Global Service Solutions
Car Multimedia
Automotive Electronics
Automotive Aftermarket
Automotive Steering
Connected Mobility Solutions
Bosch eBike Systems 1

1 Neu vom 01.01.2020 an
2 bis 31.12.2019; Robert Bosch Packaging Technology GmbH
3 Bosch Rexroth AG (100 % Bosch)
4 Robert Bosch Power Tools GmbH

Die Unternehmensbereiche

Unternehmensbereich Mobility Solutions

Bosch hat als Automobilzulieferer ein sehr breites Tätigkeitsspektrum, das organisatorisch durch sechs Geschäftsbereiche abgedeckt wird. Zum Unternehmensbereich gehören außerdem das Automotive-Aftermarket-Geschäft, der Serviceanbieter Connected Mobility Solutions und der zum Jahresanfang 2020 neu geschaffene Geschäftsbereich Bosch eBike Systems sowie Aktivitäten bei Zweirädern, Nutzfahrzeugen und Off-Road-Fahrzeugen und Ingenieurdienstleistungen.

Powertrain Solutions

Der Geschäftsbereich Powertrain Solutions bietet Lösungen in der Antriebstechnik unabhängig von der Art der Energiequelle an und ist nach den drei Segmenten Personenwagen, Nutzfahrzeuge beziehungsweise Off-Road-Fahrzeuge sowie Elektrofahrzeuge organisiert. Angeboten werden umfassende Produkte und Lösungen für die Antriebstechnik - von der Benzin- und Dieseldirekteinspritzung bis hin zu elektrifizierten Antrieben mit Batterie- und künftig auch Brennstoffzellentechnologien.

Beim Verbrennungsmotor treibt Powertrain Solutions die Weiterentwicklung innovativer, umweltschonender Technologien und Systeme auf Basis von Diesel, Benzin, Gas, Ethanol und darüber hinaus synthetischer Kraftstoffe voran. Dazu gehören Motorsteuerungen, Module für die Kraftstoffversorgung, Kraftstoffinjektoren und -pumpen oder auch Zündsysteme. Auch bei Dieselsystemen entwickelt der Bereich noch kraftstoffsparendere und umweltschonendere Einspritzsysteme für Personenwagen und Nutzfahrzeuge aller Art bis hin zu Industrieaggregaten zur Stromerzeugung.

Für die Elektromobilität bietet Bosch Lösungen für alle Fahrzeuggattungen, von motorisierten Zweirädern bis hin zu Nutzfahrzeugen. Das Angebot umfasst Komponenten und Systeme für Benzin- und Diesel-Hybridfahrzeuge, für reine Elektrofahrzeuge und künftig für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Die Produktpalette reicht von elektrischen Antriebsmaschinen, Leistungselektronik, Batteriesystemen wie der 48-Volt-Batterie, Batteriemanagement-Systemen und Getriebetechnik bis hin zu kompletten eAchsen als kompakter Einheit für Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe.

Chassis Systems Control

Chassis Systems Control entwickelt und produziert Komponenten, Funktionen und Systeme, die sicheres, komfortables, dynamisches und zunehmend automatisiertes Fahren ermöglichen. Dazu zählen Produkte zur Bremsbetätigung wie vakuumbasierte und elektromechanische Bremskraftverstärker sowie Bremsscheiben. Ein bedeutendes Tätigkeitsfeld bilden die elektronischen Bremsregelsysteme ABS, ASR und ESP ® . Hinzu kommen Sensoren wie beispielsweise Drehzahl-, Lenkwinkel- und Drehratensensoren sowie Elektronik für den Insassen- und Fußgängerschutz wie Airbag-Steuergeräte und Crashsensoren. Ein stark wachsendes Feld sind Fahrerassistenzsysteme. Diese basieren auf Ultraschall-, Radar- und Videosensorik, die Bosch selbst entwickelt und fertigt. Hinzu kommen künftig auch Lidarsensoren. Damit lassen sich Funktionen realisieren wie die Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC sowie vorausschauende Notbremssysteme, Spurassistenzsysteme und auch Parkassistenzsysteme. Die Fahrerassistenzsysteme entwickeln sich hin zu teil- und hochautomatisierten Systemen.

Electrical Drives

Der Geschäftsbereich Electrical Drives bietet eine Vielzahl elektromechanischer Komponenten und Systeme an. Das Angebot umfasst Motoren und Antriebe für Komfortanwendungen wie Fensterheber, Sitzverstellung und Schiebedach, leistungsstarke Stellmotoren für ABS und ESP ® , Anwendungen für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs sowie Wischersysteme inklusive der Wischerblätter. Hinzu kommt ein umfassendes Angebot für das motorseitige Thermomanagement mit Motorkühlungsmodulen, Pumpen und Ventilen für Kühlsysteme und Klimagebläsekomponenten. Abgerundet wird das Portfolio durch Antriebe und Systeme unter anderem für Elektrofahrräder und eScooter.

Car Multimedia

Car Multimedia entwickelt und liefert elektronische Systeme an der Schnittstelle zum Fahrzeugnutzer. Das Portfolio umfasst Lösungen für Personenwagen, Nutzfahrzeuge, Busse, Zweiräder und Off-Road-Fahrzeuge aus den Bereichen Infotainment, Display, Vernetzung, Innenraumsensoren und Nutzerpersonalisierung. Dabei wachsen die Systeme für Fahrerinformation, Infotainment und Kommunikation über konvergente Cockpitcomputer immer weiter zusammen. Der Bereich bietet neben Komplettsystemen und Hardwarelösungen auch im verstärkten Maße vernetzte Softwarelösungen an.

Automotive Electronics

Automotive Electronics entwickelt und fertigt Halbleiter, Sensoren sowie Steuergeräte unter anderem für Karosserieelektronik, Bremsregelsysteme und Motorsteuerung. Das Halbleiter-Produktspektrum für automobile Anwendungen reicht von anwendungsspezifischen Schaltungen (ASIC) und Leistungshalbleitern bis zu MEMS-Sensoren (MEMS: mikroelektromechanische Systeme). Künftig bündeln wir die Verantwortung für die Elektronikfertigung im Automobilsektor in diesem Geschäftsbereich. Zu Automotive Electronics gehört im Geschäftsfeld IoT die Tochter Bosch Connected Devices and Solutions GmbH, Reutlingen. Im Bereich Unterhaltungselektronik liefert die Bosch Sensortec GmbH, Kusterdingen, MEMS-Sensoren für unterschiedliche Anwendungen.

Automotive Aftermarket

Der Geschäftsbereich Automotive Aftermarket bietet Handel und Werkstätten weltweit die komplette Technik sowie Lösungen rund um den Werkstattprozess, Diagnose- und Werkstatttechnik sowie ein umfassendes Ersatzteilsortiment für Kraftfahrzeuge - vom Neuteil über instandgesetzte Austauschteile bis hin zu Reparaturlösungen. Das Produktportfolio besteht aus Erzeugnissen der Bosch-Erstausrüstung sowie aus eigenentwickelten und -gefertigten wie auch zugekauften Aftermarket-spezifischen Produkten und Dienstleistungen. Der Geschäftsbereich offeriert zudem Prüf- und Werkstatttechnik, Software für Diagnose, Servicetraining sowie technische Informationen und Serviceleistungen. Zudem ist er verantwortlich für die Werkstattkonzepte Bosch Car Service und AutoCrew, zwei unabhängige Werkstattketten.

Automotive Steering

Automotive Steering entwickelt, produziert und vertreibt Lenksysteme, Lenksäulen sowie Lenkungs- und Getriebepumpen für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Zum Produktportfolio im Bereich Personenwagen gehören unter anderem die kraftstoffsparende Elektrolenkung Servolectric® und bei Nutzfahrzeugen das elektrohydraulische Lenksystem Servotwin® sowie Hinterachs-Lenkanlagen.

Connected Mobility Solutions

Der Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions entwickelt Mobilitätslösungen und -dienstleistungen. Ziel ist es, vernetzte Lösungen aus einer Hand anzubieten und die Plattform für vernetzte Mobilitätslösungen, die Mobility Cloud, weiterzuentwickeln. Dabei konzentriert sich der Bereich zunehmend auf Dienstleistungen für Mobilitätsanbieter, auch außerhalb des klassischen Automobilsektors.

Bosch eBike Systems

Anfang 2020 wurde der bisherige Produktbereich Bosch eBike Systems im Geschäftsbereich Automotive Electronics in einen eigenen Geschäftsbereich überführt. Das Leistungsangebot reicht von kompletten Antriebssystemen mit Batterien sowie Steuerungseinheiten mit Konnektivität und digitalen Angeboten über ein ABS für Elektrofahrräder bis hin zu Services für den Fahrradfachhandel.

Weitere Aktivitäten

Two-Wheeler and Powersports bietet für Zweiräder, Dreiräder und Powersport-Fahrzeuge Assistenzsysteme wie ABS und Motorrad-Stabilitätskontrolle (MSC) beziehungsweise ESP ® , verbrauchsarme und elektrifizierte Antriebstechnik sowie Anzeigeinstrumente und Vernetzungslösungen an. Das Portfolio im Bereich Assistenzsysteme wurde um radarbasierte Assistenzsysteme wie die Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC erweitert. Die geschäftsbereichsübergreifende Einheit kann dazu weltweit auf die Ressourcen im Unternehmensbereich Mobility Solutions zugreifen.

Die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH, Abstatt, entwickelt für ein breites Kundenspektrum individuelle Lösungen auf Basis erprobter Großserientechnik wie beispielsweise für Sportwagen, Off-Road-Fahrzeuge und nicht straßengebundene Fahrzeuge, aber auch für Schienenfahrzeuge und andere Anwendungen außerhalb des Automobilsektors. Dort sind zudem die Bosch-Aktivitäten im Motorsport angesiedelt.

Daneben ist bei Bosch Engineering auch die Einheit Commercial Vehicles and Off-Road angesiedelt, die die geschäftsbereichsübergreifende Verantwortung für das Nutzfahrzeug- und Off-Road-Fahrzeug-Geschäft bei Systementwicklung, Produktmanagement und Vertrieb hat. Der Bereich arbeitet an Lösungen auch für das autonome Fahren von Lastkraftwagen sowie für die digitalisierte Landwirtschaft.

Ergänzend zu den Dienstleistungen der Bosch Engineering bietet die ITK Engineering GmbH, Rülzheim, unter eigenständiger Marke und mit von Bosch getrenntem Entwicklungsbereich kundenspezifische und maßgeschneiderte Dienstleistungen in der System- und Softwareentwicklung an.

Die Bosch-Gesellschaften der ETAS GmbH, Stuttgart, liefern Lösungen für "eingebettete" Softwaresysteme (Embedded Software), die in der Automobilindustrie sowie weiteren Branchen zum Einsatz kommen. Die Tochtergesellschaft ESCRYPT GmbH, Bochum, entwickelt Lösungen im Bereich Cybersicherheit.

Unternehmensbereich Industrial Technology

Der Unternehmensbereich umfasst nach dem Verkauf von Packaging Technology den Geschäftsbereich Drive and Control Technology, den hauptsächlich intern ausgerichteten Bereich für Montageanlagen Robert Bosch Manufacturing Solutions und den Produktbereich Bosch Connected Industry.

Drive and Control Technology

Die Tochtergesellschaft Bosch Rexroth AG sorgt als Spezialist von Antriebs- und Steuerungstechnologien für effiziente, leistungsstarke und sichere Bewegung in Maschinen und Anlagen jeder Art und Größenordnung. Das Unternehmen bündelt weltweite Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering sowie Fabrikautomation. Mit intelligenten Komponenten, maßgeschneiderten Systemlösungen sowie Dienstleistungen schafft Bosch Rexroth die Voraussetzungen für vollständig vernetzbare Anwendungen. Der Geschäftsbereich bietet seinen Kunden Hydraulik, elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen ins IoT.

Weitere Aktivitäten

Der Bosch-interne Systemanbieter für Montageanlagen Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH, Stuttgart, entwickelt flexible, skalierbare Montagekonzepte, maßgeschneiderte Lösungen im Bereich der Prüf- und Prozesstechnik sowie zugehörige Dienstleistungen. Zudem gehört der Produktbereich Bosch Connected Industry zum Unternehmensbereich, der mit Blick auf Industrie 4.0 für interne und externe Kunden Softwarelösungen entwickelt und Projekte vorantreibt.

Unternehmensbereich Consumer Goods

Zum Unternehmensbereich gehören zwei Geschäftsbereiche.

Power Tools

Die Robert Bosch Power Tools GmbH ist ein Anbieter von Elektrowerkzeugen, Elektrowerkzeug-Zubehör und Messtechnik. Der Geschäftsbereich verfügt über ein umfangreiches Produktprogramm, das sich an professionelle Nutzer in Handwerk und Industrie, Heimwerker oder auch kreative Bastler richtet. Das Produktprogramm umfasst dabei Elektrowerkzeuge und Gartengeräte. Ein Schwerpunkt liegt auf leistungsstarken und komfortablen Akkugeräten sowie zunehmend auf vernetzten Geräten und Dienstleistungen. Zum Zubehörprogramm gehört ein breites Angebot wie Schleifmittel, Bohrer und Sägeblätter. Unter der Marke Dremel werden Präzisions-Elektrowerkzeuge und 3D-Drucker für Heimwerker und Bastler verkauft.

BSH Hausgeräte GmbH

Das Produktportfolio des Hausgeräteherstellers BSH Hausgeräte GmbH reicht von Waschmaschinen und Wäschetrocknern über Kühl- und Gefriergeräte, Herde, Backöfen und Dunstabzugshauben sowie Spülmaschinen bis hin zu Kleingeräten wie Staubsaugern, Kaffeeautomaten oder Küchenmaschinen. Der Hausgerätespezialist nutzt dazu als globale Marken in Lizenz Bosch und Siemens, darüber hinaus Gaggenau und Neff sowie Regionalmarken wie Balay in Spanien oder Thermador in den USA. Hinzu kommen Home Connect als Marke für das digitale BSH-Ökosystem im IoT sowie Servicemarken wie die Food-Plattform Kitchen Stories.

Unternehmensbereich Energy and Building Technology

Der Unternehmensbereich umfasst neben den Geschäftsbereichen Building Technologies, Thermotechnology und Bosch Global Service Solutions auch die Einheit Robert Bosch Smart Home GmbH.

Building Technologies

Der Geschäftsbereich Building Technologies hat zwei Geschäftsfelder: das globale Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationslösungen und das regionale Geschäft der Systemintegration, das in ausgewählten Ländern Lösungen und maßgeschneiderte Dienstleistungen für Gebäudesicherheit, Energieeffizienz und Gebäudeautomation bietet. Der Fokus beider Einheiten liegt auf gewerblich genutzten Gebäuden und Infrastrukturprojekten. Zum Portfolio des Produktgeschäfts gehören Systeme zur Videoüberwachung, Einbruchmelde-, Brandmelde- und Sprachalarmsysteme, Systeme für die Zutrittskontrolle sowie professionelle Audio- und Konferenzsysteme.

Thermotechnology

Thermotechnology bietet seinen Kunden weltweit Lösungen für Raumklima, Warmwasser und dezentrales Energiemanagement. Geschäftsfelder sind Heizsysteme und Energiemanagement für Wohngebäude, Warmwasserbereitung sowie das Anlagengeschäft für gewerbliche und industrielle Heizungs- und Klimatisierungssysteme. Zum Portfolio gehören hocheffiziente Technologien einschließlich Brennwerttechnik, Solarthermie, Wärmepumpen und Kraft-Wärme-Kopplung. Der Bereich nutzt dazu internationale und regionale Marken wie beispielsweise Bosch, Buderus oder Worcester. Eine wachsende Bedeutung haben internetfähige Geräte, auch mit Blick auf die Möglichkeit zur Ferndiagnose.

Bosch Global Service Solutions

Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions bietet Geschäftsprozesse und Dienstleistungen vorrangig für Kunden der Automobil-, Reise- und Logistikbranche sowie der Informations- und Kommunikationstechnik an.

Robert Bosch Smart Home GmbH

Die Robert Bosch Smart Home GmbH, Stuttgart, bietet vernetzte und per App steuerbare Lösungen für private Haushalte an. Dazu gehören Lösungen zur Steuerung von Abläufen beim Raumklima oder der Licht- und Rollladensteuerung wie auch zur automatisierten Raumüberwachung durch Innenraumkameras oder Brand- und Bewegungsmelder.

Nicht den Unternehmensbereichen zugeordnete Gesellschaften

Zum Jahresbeginn 2020 wurde das Software- und Systemhaus der Bosch-Gruppe, Bosch Software Innovations GmbH, Berlin, in Bosch.IO GmbH umfirmiert, unter deren Dach zusätzliche IoT-Aktivitäten von Bosch zusammengefasst wurden. Bosch.IO unterstützt die Geschäftseinheiten bei der Entwicklung skalierbarer Lösungen und digitaler Geschäftsmodelle. Darüber hinaus ist Bosch.IO für IoT-Aktivitäten in den Bereichen Landwirtschaft, Gewerbebauten und Energie zuständig sowie für den externen Verkauf der Bosch IoT Suite, auch in Verbindung mit Bosch-Hybrid-Cloudlösungen.

Die Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions GmbH, Waiblingen, ist auf dem Markt für Medizintechnik mit Sensoren, Software und Services aktiv. Das Produktprogramm umfasst neben Geräten für Therapiemanagement und Labordiagnostik auch Komponenten aus Keramik für Operationsinstrumente.

Die grow platform GmbH, Ludwigsburg (postalische Adresse), bietet innerhalb der Bosch-Gruppe eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und den Aufbau weiterer Start-ups. Ein Netzwerk eröffnet dabei internen Unternehmensgründern Zugang zu den Ressourcen und Kompetenzen innerhalb von Bosch und unterstützt mit geschäftlichem Know-how unter anderem in den Bereichen Controlling, Personal, Infrastruktur, Marketing und Methoden.

Mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH, Gerlingen, investieren wir weltweit in Zukunftstechnologien wie Lösungen für das IoT, Künstliche Intelligenz oder automatisiertes Fahren. Die Gesellschaft stellt dabei Kapital für Start-ups und branchenspezifische Venture-Capital-Fonds in Europa, den USA, Israel und China zur Verfügung.

Perspektiven für die Bosch-Gruppe

Grundlegende Ausrichtung

Ausgangspunkt für unsere Ziele und Strategien ist der testamentarische Auftrag, die Zukunft des Unternehmens im Sinne des Unternehmensgründers Robert Bosch zu sichern, also das Unternehmen kraftvoll weiterzuentwickeln und die finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Wir haben das Ziel, ein führender Anbieter im IoT und im Bereich der Mobilität der Zukunft zu werden.

Dabei haben wir den Anspruch, mit "Technik fürs Leben" Produkte zu entwickeln, die Menschen begeistern, ihre Lebensqualität verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. Produkte sind nicht nur physische Erzeugnisse und Dienstleistungen, sondern auch damit verbundene softwarebasierte Lösungen. Wir treiben Innovationen bei Produkten wie auch Geschäftsmodellen voran, gehen in neue Geschäftsfelder und entwickeln uns organisatorisch weiter.

Momentan erfährt die Bosch-Gruppe eine Phase sich grundlegend verändernder Technologien und Märkte. Gründe sind neben der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung über das IoT der wachsende weltweite Fokus auf den Klimawandel, geopolitische Veränderungen sowie gesellschaftliche Trends wie die zunehmende Verstädterung. Die Vernetzung betrifft dabei alle unsere Tätigkeitsfelder von der Mobilität über die Industrietechnik, Gebrauchsgüter wie Hausgeräte und Elektrowerkzeuge bis hin zur Gebäude- und Energietechnik. Eine weitere Umwälzung ist die zunehmende Elektrifizierung vor allem in der Kraftfahrzeugtechnik, aber auch in der Industrietechnik sowie in der Energie- und Gebäudetechnik.

Bereits in unserem Leitbild "We are Bosch" haben wir die Gestaltung des Wandels als einen strategischen Schwerpunkt mit den Aspekten Vernetzung, Elektrifizierung, Automatisierung, Energieeffizienz und aufstrebende Märkte verankert. Denn wir wollen die weitreichenden Veränderungen in unserem Markt- und Technikumfeld mitprägen. Zu unseren strategischen Schwerpunkten gehören neben der Gestaltung des Wandels die Aspekte Kundenfokus und Spitzenleistung.

Kundenfokus bedeutet, die Bedürfnisse der Kunden genau zu verstehen und auf dieser Basis bei Produkten und Geschäftsmodellen die bestmögliche Lösung zu finden. Spitzenleistungen in allen Bereichen sind die Voraussetzung, um nachhaltig unsere Ziele zu erreichen. Hier messen wir uns an den besten Wettbewerbern und wollen jeweils führende Positionen erreichen. Effiziente Prozesse, schlanke Strukturen und hohe Produktivität sollen dazu beitragen, den Unternehmenswert zu sichern und zu steigern. Die sich immer schneller verändernden Umfeldbedingungen erfordern zudem eine sehr gute Anpassungsfähigkeit in Form einer erhöhten Agilität. Hierzu entwickeln wir unser Verständnis und unsere Konzepte zu Führung, Zusammenarbeit, Organisation und Kommunikation ständig weiter.

Bei der Umsetzung unserer Strategie bauen wir auf unsere Stärken: die Bosch-Kultur, unsere hohe Innovationskraft und Qualität sowie eine breite globale Aufstellung. Grundlage bilden die Bosch-Werte: Zukunfts- und Ertragsorientierung, Verantwortung und Nachhaltigkeit, Initiative und Konsequenz, Offenheit und Vertrauen, Fairness, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit, Legalität sowie Vielfalt.

Vielfältige Chancen

Die Veränderungen des Markt- und Technikumfelds eröffnen für die Bosch-Gruppe vielfältige Wachstumschancen, insbesondere durch die zunehmende Vernetzung. Immer mehr Produkte werden kostengünstig mit dem Internet verbunden und zunehmend intelligenter. Wir sehen darin ein großes Potenzial für Bosch aufgrund unserer Expertise in vielen Produktbereichen, unserer Software- und Sensorikkompetenz als Anbieter beispielsweise von MEMS-Sensoren. Darüber hinaus bauen wir unsere Fähigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz deutlich aus, da wir hier erhebliches Potenzial für die Gestaltung intelligenter, nutzerfreundlicher Produkte und Prozesse sehen.

Die Automatisierung betrifft neben den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology insbesondere auch den Unternehmensbereich Mobility Solutions. Teil- oder hochautomatisiertes Fahren kann beispielsweise bei wachsender Verkehrsdichte helfen, die Zahl der Unfälle zu reduzieren sowie den Verkehrsfluss zu verbessern. Vernetzte Dienstleistungen und Geschäftsmodelle sollen für eine flexible und gleichzeitig komfortable Mobilität sorgen.

In der Industrietechnik ergeben sich für uns vielfältige Chancen durch die zunehmende Flexibilisierung und Vernetzung der Produktion. Daraus resultieren zusätzliche Möglichkeiten für eine Steigerung der Produktqualität und Produktivität sowie für eine Ausweitung der Funktionalität, der Ressourcenschonung und zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Zudem sehen wir hier Chancen für neue Dienstleistungen. Auch in den Unternehmensbereichen Consumer Goods sowie Energy and Building Technology ergeben sich durch die Vernetzung und zunehmende Intelligenz von Produkten zusätzliche Wachstumspotenziale durch neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle.

Die Elektrifizierung ist von besonderer Bedeutung für unseren größten Unternehmensbereich Mobility Solutions. Treiber für Elektrifizierung und Elektromobilität sind Emissionsvorgaben zur Einhaltung der Klimaschutzziele und Verbesserung der Luftqualität in Städten, sinkende Batteriekosten, aber auch Fahrspaß. Ebenso spielt die Elektrifizierung in der Industrie- und der Gebäudetechnik eine wachsende Rolle. Die Energieeffizienz wollen wir sowohl bezogen auf unsere Produkte als auch an unseren eigenen Standorten verbessern.

In den aufstrebenden Märkten in Asien, Südamerika, Mittelosteuropa sowie Afrika lebt ein Großteil der Weltbevölkerung mit einem hohen Bedarf an Gütern und Dienstleistungen. Hier bauen wir unsere Präsenz weiter aus. Gefragt sind kostengünstige Produkte, die häufig spezielle lokale Marktanforderungen, beispielsweise bei Robustheit und Reparaturfähigkeit, erfüllen müssen.

Wirtschaftliche Ziele und Stärkung Ertragskraft

Unser Ziel ist profitables Wachstum. Aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie zur Begrenzung steigender Komplexität sind hierbei auch Portfolioanpassungen erforderlich. Unverändert gilt unser Ziel, in Europa schneller als der Markt zu wachsen, in Asien-Pazifik und Amerika den Umsatz überproportional zu Europa zu steigern sowie uns verstärkt in Afrika zu etablieren. Bezogen auf die Unternehmensbereiche streben wir beim Umsatz ein ausgewogenes Verhältnis des Bereichs Mobility Solutions zu den anderen Unternehmensbereichen an. Wachstum wollen wir über Innovationen, aber auch durch Unternehmenszukäufe und Partnerschaften erreichen. Dabei setzen wir uns weiterhin für die Bosch-Gruppe eine operative EBIT-Rendite von rund 7 % vom Umsatz zum Ziel, die wir mittelfristig wieder erreichen wollen. Für die Ermittlung der operativen Zielrendite ziehen wir Benchmark-Vergleiche der Geschäftseinheiten heran, insbesondere unter Berücksichtigung von Vorleistungen für Wachstums- und Befähigungsprojekte. Das Renditeziel wird dabei im Hinblick auf das jeweils aktuelle Portfolio regelmäßig überprüft. Die Ergebnisbelastungen aus den erhöhten Abschreibungen als Folge der vollständigen Übernahme der früheren Gemeinschaftsunternehmen Automotive Steering und BSH Hausgeräte werden beim operativen Renditeziel nicht berücksichtigt.

Zur Wiedererlangung der Ertragskraft der vergangenen Jahre sollen umfangreiche Maßnahmen beitragen. Dazu gehören auf Konzernebene die bereits eingeleitete Neuausrichtung der Zentrale und die Schaffung der Zentraleinheit Global Business Services, Budgetanpassungen in den Zentralbereichen sowie eine Fokussierung bei Wachstums- und Befähigungsprojekten. Zudem wurde für 2020 die Aussetzung der Erhöhung der Grundentgelte für alle Führungskräfte weltweit beschlossen; Abweichungen davon gab es nur bei gesetzlichen Vorgaben sowie in Hochinflationsländern. Die Aussetzung ist ein zusätzlicher Beitrag der Führungskräfte neben den deutlich abgesenkten Bonuszahlungen.

Durch eine klare Ausrichtung aller Bereiche an Zielkostenstrukturen soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. So haben die Geschäftsbereiche die Aufgabe, sich in wesentlichen Kostenkategorien an Benchmarks zu messen und Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu definieren und umzusetzen. Dabei soll die konsequente Umsetzung durch die neue Aufgabe eines Chief Performance Officers in der Geschäftsführung unterstützt werden. Der Unternehmensbereich Mobility Solutions hat zudem ein den gesamten Unternehmensbereich umfassendes Performance-Programm gestartet. Die vielfältigen Maßnahmen haben auch Anpassungen beim Portfolio, Restrukturierungen und Personalanpassungen zur Folge. Die konkrete Umsetzung hängt von den jeweiligen Anforderungen in den Geschäftseinheiten und Regionen ab.

Strategie und Innovation

Führende Position im Internet der Dinge

Wir haben das Ziel, eines der weltweit führenden Unternehmen im Internet der Dinge (IoT) zu werden. Das IoT ermöglicht innovative, vernetzte Produkte sowie zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten im Bereich digitaler Services. Ziel ist es, mit vernetzten, intelligenten Lösungen das Leben für möglichst viele Menschen einfacher, effizienter und sicherer zu gestalten. Als Vorteil sehen wir unsere Aufstellung in unterschiedlichen Märkten und Branchen, durch die wir über ein sehr breites Wissen verfügen.

Wir haben dazu bereits über einen längeren Zeitraum hinweg zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Softwareentwicklung und Produktvernetzung mit Blick auf das IoT aufgebaut. Inzwischen verfügen wir über eine eigene IoT-Plattform (Bosch IoT Suite) und eine eigene IoT-Cloud (Bosch IoT Cloud). Wir verfolgen bei der Umsetzung eine Open-Source- und Hybrid-Cloud-Strategie, arbeiten also mit einer Vielzahl von Anbietern und Partnern zusammen. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit für Single Sign-on eingerichtet, einen einzigen Anmeldeprozess für den Nutzer bei Bosch über alle Geschäftsbereiche hinweg. Außerdem machen wir immer mehr elektronische Bosch-Erzeugnisse vernetzbar. Auf Basis unserer vernetzten Produkte entwickeln unsere Unternehmensbereiche eine Vielzahl von Vernetzungslösungen. Diese reichen von der Mobilität und Prozessen in Fertigung und Logistik über das intelligente Zuhause bis hin zur Landwirtschaft.

Überdies haben wir die Kompetenzen zur Weiterentwicklung unseres IoT-Technologiepakets zum Jahresanfang 2020 in der Bosch.IO GmbH gebündelt. Die Tochtergesellschaft unterstützt die Geschäftsbereiche bei der Entwicklung und Umsetzung von IoT-Lösungen, verantwortet die IoT-Suite sowie den Einsatz der Bosch-Hybrid-Cloud und bietet auf ausgewählten Gebieten eigene Lösungen für externe Kunden an. Die Gesellschaft ist aus der Tochter Bosch Software Innovations GmbH hervorgegangen, die unter anderem die IoT-Suite sowie das Deepfield-Connect-Sensorsystem und darauf basierende Softwarelösungen für die vernetzte Landwirtschaft entwickelt hat. Wir haben bereits 2018 in der Geschäftsführung die Position eines Chief Digital Officer geschaffen, der für die IoT-Themen, die Konzern-IT sowie in Personalunion als Chief Technology Officer für die Koordination von Technik, Fertigung und Entwicklung sowie den Bereich Forschung und Vorausentwicklung in der Bosch-Gruppe zuständig ist. Gemeinsam mit den Verantwortlichen für Digitalthemen in den Geschäftseinheiten koordiniert der Chief Digital Officer konzernweit die IoT-Aktivitäten. Dazu wurden unternehmensweit gültige Richtlinien erarbeitet.

Ausbau der Kompetenz bei Künstlicher Intelligenz

Wir streben eine führende Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) an, durch die Nutzung von KI in den Produkten selbst wie auch bei der Entwicklung und Fertigung von Produkten. Unser Ziel ist eine sichere, robuste und nachvollziehbare KI. Dazu haben wir als eine Grundlage einen eigenen Bosch-KI-Kodex als ethische Leitlinie verabschiedet. Wir bauen das Bosch Center for Artificial Intelligence als eigenes Kompetenzzentrum für KI sukzessive aus. Weltweit verfügt es bereits über sieben Standorte in Deutschland, den USA, China, Indien und Israel. Zum Engagement im Bereich KI gehört seit 2019 auch das Robert Bosch Center for Data Science and Artificial Intelligence in Chennai, Indien, als weiterer indischer Standort neben Bengaluru. Unsere KI-Experten arbeiten an Projekten aus den Bereichen Mobilität, Produktion, Smart Home und Landwirtschaft. Zudem werden wir in den Bau eines neuen KI-Campus am Universitätsstandort Tübingen investieren, der KI-Experten von Bosch, externen Start-ups und öffentlichen Forschungseinrichtungen Raum für kreativen Austausch bieten soll. Hiermit wird auch die 2016 ins Leben gerufene Cyber-Valley-Initiative gestärkt, deren Gründungsmitglied Bosch ist. In dieser Forschungskooperation bündeln Partner aus Industrie, Wissenschaft und Politik aus der Region Baden-Württemberg ihre Kräfte, um die KI-Forschung voranzutreiben.

Mobility Solutions

Die größten Veränderungen vollziehen sich derzeit im Unternehmensbereich Mobility Solutions. Die Automobilbranche erlebt einen tiefgreifenden Umbruch, der für Bosch mittel- und langfristig große Chancen birgt, kurzfristig aber beträchtliche Herausforderungen und Belastungen mit sich bringt. Diese Herausforderungen zeigen sich nicht nur in der seit 2018 rückläufigen globalen Automobilproduktion. Die Mobilität wird sich aufgrund der Klimaschutzziele, veränderter Nutzerpräferenzen sowie neuer technologischer Möglichkeiten grundsätzlich wandeln. Ziel ist es, als einer der Innovationsführer diese Mobilitätswende maßgeblich mitzugestalten und den Wandel der Automobilindustrie voranzutreiben. Unsere Vision: die Mobilität der Zukunft nachhaltig, sicher und begeisternd zu gestalten.

Strategisch fokussiert sich der Unternehmensbereich dabei auf die Rolle als Zulieferer in der Fahrzeugtechnik für Komponenten und Subsysteme sowie auf das "Mobility Lifecycle Business" mit Betreibern von Fahrzeugflotten und Mobilitätsplattformen. Bei Letzterem geht es um zusätzliche Produkte und Services für Flottenbetreiber wie die regelmäßige Datenerfassung und Aktualisierung von Software im Feld (Over-the-Air-Updates) oder intelligente Batterieladesysteme. Wir haben entschieden, uns beim Mobility Lifecycle Business auf das B2B-Geschäft zu fokussieren. Aus diesem Grund haben wir die Einstellung der eScooter-Sharing-Aktivitäten sowie der Ride-Hailing-Aktivitäten beschlossen.

Unser Ziel ist es, bei Mobility Solutions in bestehenden Aktivitäten weiter zu wachsen und zudem das Bosch-Portfolio zu erweitern. Erhebliche Herausforderungen und Aufgaben bestehen darin, die hohen Vorleistungen für Zukunftsthemen und die erforderlichen Anpassungen an die Marktveränderungen gleichzeitig voranzutreiben. Zum einen wollen wir Bosch als einen führenden Anbieter bei wichtigen Zukunftsthemen wie Elektromobilität, automatisiertem Fahren, Elektronik und B2B-Services für die vernetzte Mobilität positionieren sowie den Ausbau von Geschäftsfeldern wie eBike, Two-Wheeler and Powersports und Commercial Vehicles and Off-Road vorantreiben. Zum anderen ist eine konsequente Ausrichtung auf nachhaltig wettbewerbsfähige Kostenstrukturen erforderlich. Es ist wesentlich, die Ertragskraft des Unternehmensbereichs wieder zu stärken, um die langfristigen Wachstumschancen in den Zukunftsfeldern zu nutzen.

Erhebliche Veränderungen in der Antriebstechnik

Besonders tiefgreifend sind die Veränderungen in der Antriebstechnik. Wir unterstützen dabei eine technologieoffene Herangehensweise und bieten den Kunden eine breite Angebotspalette. Auch der Verbrennungsmotor hat weiterhin erhebliches Marktpotenzial. Wir gehen davon aus, dass 2030 weltweit mindestens zwei von drei neu zugelassenen Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen einen Verbrennungsmotor an Bord haben werden - viele davon als Hybrid. Deshalb arbeiten wir weiter an der Optimierung des Verbrenners. Bei Dieselpersonenwagen konnten wir bezogen auf die NOx-Emissionen erhebliche technische Fortschritte durch eine zweite Dosierstelle für den AdBlue-Zusatz erreichen. Diese Weiterentwicklung ist inzwischen in die Serienfertigung gegangen. Darüber hinaus senken bei Benzinmotoren innermotorische Maßnahmen und eine neue Generation Partikelfilter die Rohpartikelemissionen erheblich. Weitere Potenziale für den Verbrenner könnten sich bei einem stärkeren Einsatz von eFuels ergeben, synthetisch auf Basis von regenerativer Energie hergestellten Kraftstoffen. Sie könnten für weniger CO 2-Emissionen auch im Fahrzeugbestand sorgen, da sie sich herkömmlichem Kraftstoff beimischen lassen. Darüber hinaus bieten wir Komponenten für erdgasbetriebene und mit Ethanol betriebene Fahrzeuge an.

Hohes Wachstumspotenzial in der Elektromobilität

Unser Ziel ist es, eine führende Rolle im Bereich Elektromobilität einzunehmen. Hier sind wir bereits sehr breit aufgestellt - sowohl bei den Komponenten und Systemen, von der leichten 48-Volt-Hybridisierung bis zum vollelektrischen Antrieb, als auch bei den Segmenten, vom eBike bis zum Nutzfahrzeug. Unser breites Produktportfolio umfasst beim Antriebsstrang eAchsen und deren Kernbestandteile elektrische Maschine und Inverter, Leistungselektronik sowie Ladegeräte und Energiespeicher (48-Volt-Batterien).

Dabei spielen auch zusätzliche Partnerschaften eine Rolle. Bei Batteriezellen haben wir mit der Contemporary Amperex Technology Co., Limited, Ningde, China, 2019 eine langfristige strategische Kooperation bei 48-Volt-Batterien vereinbart. Die 48-Volt-Batterie gehört neben weiteren Systemkomponenten wie Gleichspannungswandlern und elektrischen Maschinen zu unserem Portfolio für 48-Volt-Systeme. Diese ermöglichen eine Einstiegshybridisierung für alle Fahrzeugklassen. Dabei wird dem Verbrennungsmotor ein elektrischer Zusatzmotor zur Seite gestellt, wodurch sich Verbrauch und CO 2-Ausstoß des Fahrzeugs senken lassen. Bewegungsenergie wird beim Bremsen gespeichert und beim Beschleunigen wieder zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus haben wir mit dem Chassis- und Automobiltechnik-Unternehmen Benteler Automobiltechnik GmbH, Paderborn, ein Rolling Chassis entwickelt. Es umfasst ein bereits abgestimmtes Fahrgestell mit integrierten Achsen, eAntrieb, Bremsen, Lenkung, Thermosystem und künftig auch Funktionen für das automatisierte Fahren.

Für einen Technologiefortschritt in der Elektromobilität wollen wir mit unseren neu entwickelten Mikrochips aus Siliziumkarbid sorgen. Halbleiter aus Siliziumkarbid eröffnen in Bezug auf Schaltgeschwindigkeit, Wärmeverluste und Baugröße neue Möglichkeiten und tragen damit zu einer höheren Reichweite von elektrischen Fahrzeugen bei beziehungsweise ermöglichen kleinere Baugrößen und damit kostengünstigere Batterien. Dadurch lassen sich auch der Wirkungsgrad und die Leistungsdichte unserer eAchse als Systemkomponente für Elektrofahrzeuge verbessern. Gefertigt wird die neue Generation von Halbleiterchips aus Siliziumkarbid im Werk Reutlingen. Zudem errichten wir eine moderne Halbleiterfertigung in Dresden für Wafer mit 300 Millimetern Durchmesser. Darüber hinaus haben wir 2019 speziell entwickelte Mikrochips vorgestellt, die bei Elektrofahrzeugen für mehr Sicherheit sorgen. Mit ihrer Hilfe lässt sich im Falle von Unfällen die Hochvoltbatterie im Auto automatisch trennen und der Strom im Fahrzeug in kürzester Zeit abschalten. Die Lebensdauer von Elektrofahrzeugen wollen wir außerdem durch neue Cloud-Dienste verlängern, die das Batteriemanagement der Fahrzeuge unterstützen. Softwarefunktionen analysieren kontinuierlich den Zustand der Batterie und unterstützen Maßnahmen gegen die Zellalterung. So lassen sich diese Cloud-Dienste nutzen, um den Ladevorgang zu optimieren und dem Autofahrer Hinweise zu einer batterieschonenden Fahrweise direkt im Fahrzeugdisplay anzuzeigen.

Im Bereich der Brennstoffzelle werden wir mit der Serienfertigung von Komponenten und Systemen beginnen. Wesentlich dafür ist der sogenannte Stack, in dem Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt wird. Zur Entwicklung von Stacks sind wir eine Kooperation mit dem Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks, PowerCell Sweden AB, Göteborg, Schweden, eingegangen. Die Vereinbarung sieht vor, dass beide Partner den Stack auf Basis der Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEM) gemeinsam zur Serienreife weiterentwickeln und wir ihn in Lizenz für weltweite Automobilanwendungen in Serie fertigen werden. Der Stack ergänzt das Bosch-Portfolio an Brennstoffzellen-Komponenten, zu denen unter anderem der Luftkompressor mit Leistungselektronik sowie das Steuergerät mit Sensoren gehören. Auf dem Gebiet der Brennstoffzelle haben wir gemeinsam mit dem US-amerikanischen Start-up Nikola Motor, Phoenix, Arizona, einen 240 kW-Brennstoffzellenantrieb für den Prototypen des Elektro-Schwerlasters Nikola Two entwickelt. Dieser Prototyp wurde erstmals 2019 vorgestellt. Bosch steuert dazu weitere Komponenten und Systeme bei, wie die Vehicle Control Unit, die elektrischunterstützte Lenkung Servotwin ® und die elektrische Achse mit Doppelantrieb.

Wichtiges Zukunftsfeld automatisiertes Fahren

Der Trend zu Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Systemen setzt sich fort. Unser Ziel ist es, Bosch als einen führenden Anbieter beim automatisierten Fahren zu platzieren. Bereits heute erzielen wir erhebliches Wachstum durch die zunehmende Automatisierung der Fahrzeuge. Basis dafür sind Fahrerassistenzsysteme der Automatisierungsstufen 1 bis 2, die wir konsequent weiterentwickeln.

Wir arbeiten derzeit an "Highway Assist - hands free"-Systemen. Darunter sind Autobahnassistenten zu verstehen, die es während der teilautomatisierten Fahrt ermöglichen, die Hände dauerhaft vom Lenkrad zu nehmen. In Europa sind diese Systeme noch nicht zugelassen, jedoch in den USA und China. Zudem haben wir mit unserem Partner Daimler AG die weltweit erste Zulassung für ein Level-4-System (fahrerloses Fahren in einem geografisch abgegrenzten Gebiet) im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart erhalten. Wir ermöglichen damit einen vollautomatisierten Vorfahr- und Einparkservice per Smartphone-App auf Basis einer intelligenten Infrastruktur. Bosch-Sensoren im Parkhaus überwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und liefern Informationen für die Steuerung des Fahrzeugs. Die Technik im Auto setzt die Befehle der Infrastruktur in Fahrmanöver um.

Mit unserem Partner Daimler AG haben wir zudem ein Pilotprojekt für einen App-basierten Mitfahrservice mit automatisiert fahrenden Fahrzeugen in San José im Silicon Valley, USA, gestartet. Der Testbetrieb soll Erkenntnisse für ein Fahrsystem für automatisiertes Fahren wie auch für die Integration solcher Fahrzeuge in Mobilitätssysteme bringen. Bei der Umfeldwahrnehmung für das zunehmend automatisierte Fahren setzen wir auf verschiedene Sensorprinzipien wie Ultraschall-, Radar- und Videotechnik. Eine neue Generation unserer Radarsensoren kann das Fahrzeugumfeld noch besser erfassen - auch bei schlechten Wetter- und Lichtverhältnissen. Grundlage dafür sind eine hohe Erfassungsreichweite, ein breiter Öffnungswinkel und eine hohe Winkeltrennfähigkeit. So können beispielsweise automatische Notbremssysteme noch zuverlässiger reagieren. Zudem ergänzen wir unser Sensorportfolio durch einen Fernbereichs-Lidarsensor. Der laserbasierte Abstandsmesser ist erforderlich für Fahrfunktionen der Automatisierungslevel 3 bis 5 und soll sowohl große Reichweiten als auch den Nahbereich abdecken, also Autobahnbetrieb ebenso wie Stadtverkehr. Bei einer 2019 auf den Markt gebrachten neuen Kameratechnik setzen wir überdies auf einen neuen Multipfadansatz mit KI zur Objekterkennung. Mit der innovativen Videokamera MPC3 wird die Umfelderkennung deutlich verbessert.

Für mehr Sicherheit und Komfort soll außerdem ein neues System zur Innenraumbeobachtung mit Kameras und KI sorgen, das Ablenkung und Müdigkeit des Fahrers erkennt und ihn unterstützt. Dies gewinnt bereits mit den Automatisierungsstufen 2 und 3 an Bedeutung, bei denen der Fahrer jederzeit das Steuer wieder sicher übernehmen können muss. Bei der Stufe 2, beispielsweise bei Stau- oder Autobahnassistenten, ist es dem Fahrer bereits in einigen Märkten möglich, zeitweise die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Er muss sich jedoch noch vollständig auf die Straße konzentrieren, denn ihm obliegt die Überwachung der Fahraufgabe. Stufe 3-Funktionen wie der Stau- und Autobahnpilot ermöglichen dem Fahrer, die Zeit während der automatisierten Fahrt mit erlaubten Nebentätigkeiten zu verbringen. Mithilfe von KI interpretiert die Kamera, wie aufnahmebereit der Fahrer ist. Die Innenraumkamera ermöglicht darüber hinaus zusätzliche Komfortfunktionen durch die Erkennung der Person auf dem Fahrersitz wie beispielsweise personalisierte Einstellungen oder die Steuerung von Infotainmentfunktionen mittels Gesten und Augen.

Eine weitere Innovation ist das 3D-Display. Durch den 3D-Effekt und die Tiefenwirkung der Anzeige lassen sich Informationen wie Warnhinweise durch den Autofahrer schneller erfassen. Künftig unterstützt werden sollen die Anzeige- und Bediensysteme dabei durch einen integrierten, zentralen Cockpit-Computer. Dank Over-the-Air-Updates bleibt das Infotainment zudem wie beim Smartphone auf dem neuesten Stand. Zu mehr Komfort trägt eine weitere Innovation bei, das schlüssellose Zugangssystem Perfectly keyless. Es funktioniert mit einem virtuellen Schlüssel, der auf dem Smartphone gespeichert ist. Das System ermöglicht Autofahrern, ihr Fahrzeug über ihr Smartphone automatisch zu öffnen, zu starten und wieder abzuschließen. Im Auto installierte Sensoren erkennen das Smartphone und öffnen das Fahrzeug nur für die berechtigte Person.

Zudem nutzen wir die Expertise aus dem Mobilitätsbereich auch in anderen Bereichen. Dazu gehört das Light Drive System für Smartglasses von Bosch Sensortec, eine sensorbasierte, kompakte und leichte Lösung, die auch für normale Brillen geeignet ist. Mit einem MEMS-basierten Laserscanner und einem holografischen Element in der Brillenlinse wird dabei ein Bild direkt auf die Netzhaut des Trägers projiziert. Dieses Bild kann jede Art von Textnachricht wie Navigationsinformationen oder auch Betriebsanleitungen enthalten.

Ausbau weiterer Geschäftsfelder

Weiterwachsen wollen wir auch im Bereich Two-Wheeler and Powersports. Hier ist uns das sichere Fahren ein besonderes Anliegen, wozu zunehmend auch intelligente und vernetzte Bordsysteme beitragen sollen. Unsere Assistenzsysteme für Motorräder wie ABS und Motorrad-Stabilitätskontrolle bauen wir sukzessive aus. Dazu gehören sensorbasierte Fahrerassistenzsysteme, die eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, eine Kollisionswarnung und eine Totwinkelerkennung umfassen. Der von Bosch entwickelte Motorrad-Sicherheitsschild Advanced Rider Assistance Systems wird 2020 in Serie gehen. Diese Weltneuheit wird künftig auch durch HelpConnect als Vernetzungslösung ergänzt. Mit einem integrierten Informations- und Kommunikationssystem bringen wir zudem traditionelle Instrumente mit einer Vielzahl von Infotainmentfunktionen in einem einzigen Gerät unter. Darüber hinaus arbeiten wir an Lösungen für Elektromobilität bei Zweirädern, Dreirädern und Powersport-Fahrzeugen.

Im Geschäftsbereich Bosch eBike Systems, der zum Jahresanfang 2020 gebildet wurde, bauen wir das Angebot aus Antrieben, Batterien und Steuerungseinheiten mit Konnektivität und digitalen Angeboten für eBiker sowie Services für den Fahrradfachhandel stetig aus. Bislang war Bosch eBike Systems Teil des Geschäftsbereichs Automotive Electronics. Die eigenständige organisatorische Aufstellung soll die weitere Wachstumsentwicklung unterstützen. Neu im Programm sind Elektroantriebe für sportliche Mountainbikes und Lastenräder sowie in den Fahrradrahmen integrierbare Batterien mit mehr Kapazität und Reichweite. Zudem entwickeln wir Produkte durch Zusatzfunktionen und Updates kontinuierlich weiter. Zum Beispiel erhält der Bordcomputer Kiox zusätzliche Connectivity-Funktionen und die Infotainmentsysteme Nyon und Smartphone-Hub vernetzen sich mit weiteren Serviceanbietern. Darüber hinaus wollen wir zwei wichtige strategische Felder besetzen: "Sicherheit" mit dem eBike-ABS und einer eCall-Funktion sowie "Connected Biking" mit der One-Bike-Cloud für zukünftige IoT-Lösungen. Außerdem stärken wir den Händlerservice in Europa durch das neugegründete Joint Venture Magura-Bosch Parts & Services GmbH & Co. KG, Bad Urach, an dem wir uns zu 50 % beteiligt haben.

Im Bereich Commercial Vehicles and Off-Road arbeiten wir an Innovationen für Lastkraftwagen sowie für die digitalisierte Landwirtschaft. Wir entwickeln dazu auch Technologien aus dem Personenwagenbereich weiter. So bietet der Bereich das Multikamerasystem, das dem Fahrer eine realistische Darstellung des eigenen Fahrzeugs als detailgetreues 3D-Model auf dem Display ermöglicht, jetzt auch für Off-Road-Fahrzeuge wie Gabelstapler an. Das System hilft, den Gabelstapler präzise zu manövrieren und Entfernungen während der Fahrt besser einzuschätzen. Zudem haben wir gemeinsam mit einer Reihe von Partnern einen umfassenden Digitalisierungsansatz für die Landwirtschaft auf den Markt gebracht. NEVONEX ist als herstellerunabhängige und offene Plattform konzipiert, auf der Anbieter von Agrartechnik, Betriebsmitteln oder Dienstleistungen ihre Services anbieten können.

Anpassungen und Stärkung der Ertragskraft

Ein wesentlicher strategischer Schwerpunkt für die kommenden Jahre ist die Anpassung der Strukturen im Unternehmensbereich Mobility Solutions an die künftigen Markterfordernisse. Der erhebliche Rückgang der weltweiten Automobilproduktion seit dem Spitzenjahr 2017 und insbesondere die technologischen Umwälzungen in der Antriebstechnik erfordern umfangreiche Maßnahmen. So ist der Anteil der Dieselfahrzeuge an Personenwagen in den wichtigen Kernmärkten Europa und Indien stark zurückgegangen. Die Entwicklung der Antriebstechnik geht bei Personenwagen verstärkt zu Fahrzeugen mit Benzinmotor sowie Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Die Emissionsgesetzgebung in wichtigen Märkten führt dabei auch zu einem schnelleren Generationenwechsel in der Benzindirekteinspritzung. Darüber hinaus ist die Wertschöpfung in der Fertigung von Komponenten und Systemen für den Benzinmotor und im Bereich der Elektromobilität deutlich geringer als in der Dieseltechnik.

Gerade im Geschäftsbereich Powertrain Solutions müssen wir daher unsere Strukturen anpassen. Wir haben 2019 eine Reihe von Restrukturierungsmaßnahmen ergriffen und weitere angekündigt. Die damit verbundenen Personalmaßnahmen betreffen nicht nur deutsche und europäische Standorte, sondern auch asiatische und amerikanische - im Produktionsbereich wie auch in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung. Anpassungen haben wir auch im Geschäftsbereich Automotive Aftermarket vorgenommen, wo wir die Fertigung von Startern und Generatoren der Tochtergesellschaft Unipoint Electric Mfg Corp. Ltd, Taipei, Taiwan, auslaufen lassen sowie die Zündkerzenproduktion in China auf den rückläufigen Markt ausrichten. Zudem haben wir weitere Personalmaßnahmen im Geschäftsbereich Automotive Steering angekündigt, der die verschärfte Marktsituation deutlich zu spüren bekommt. Darüber hinaus plant der Bereich eine Neuausrichtung bei Lenkungspumpen für Personenwagen und Nutzfahrzeuge, da die Entwicklung von hydraulisch unterstützten hin zu elektrisch unterstützten Pumpen geht. Auch das Lenksäulengeschäft in Europa wollen wir neu ausrichten und die Fertigung konzentrieren. Außerdem besteht Anpassungsbedarf im Bereich Automotive Electronics zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Wir streben auf den jeweiligen Standort und die spezifische Situation zugeschnittene Anpassungsmaßnahmen an. Die Personalmaßnahmen sollen zudem so weit wie möglich sozialverträglich erfolgen, unter anderem durch Vorruhestandsregelungen, freiwillige Aufhebungsverträge oder Arbeitszeitreduzierung.

Mit einem übergreifenden Performance-Programm arbeiten wir ferner im gesamten Unternehmensbereich Mobility Solutions an langfristig wettbewerbsfähigen Strukturen. Wir wollen dadurch die Kostenbasis im Bereich Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung nachhaltig verbessern. Weitere Elemente sind konsequente Verbesserungen beim Umlaufvermögen und den Materialkosten. Hinzu kommen spezifische Programme in den Geschäftsbereichen zur Stärkung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und zur Komplexitätsreduktion, die auch weitere Straffungen beim Produktportfolio einschließen können.

Industrial Technology

Im Unternehmensbereich Industrietechnik fokussieren wir uns auf den Ausbau der Aktivitäten im Geschäftsbereich Drive and Control Technology (Bosch Rexroth AG) als Anbieter von Mobil- und Industriehydraulik sowie von Fabrikautomation. Hier etabliert sich Bosch Rexroth verstärkt als Anbieter von Industrie-4.0-Lösungen für die Fabrik der Zukunft auf Grundlage softwarebasierter, automatisierter und vernetzter Lösungen. Auf diesem Gebiet sind wir zudem mit unserem Produktbereich Bosch Connected Industry aktiv. Die Einheit Robert Bosch Manufacturing Solutions arbeitet bislang im Wesentlichen an Bosch-internen Systemlösungen für Montageanlagen und neuartigen Produktionsprozessen und bietet umfangreiche Serviceleistungen an. Das Know-how wollen wir aber auch zunehmend für Angebote am Markt nutzen. Unsere Tochtergesellschaft Robert Bosch Packaging Technology GmbH, Waiblingen, haben wir an CVC Capital Partners, Luxemburg, verkauft. Das Unternehmen mit den Bereichen Pharma und Food, das inzwischen unter Syntegon Technology GmbH, Waiblingen, firmiert, ging zum Jahresende 2019 als Ganzes auf den Käufer über, nachdem auch erforderliche kartellrechtliche und andere Genehmigungen vorlagen. Wir hatten entsprechende Verträge bereits Mitte 2019 unterschrieben. Darüber hinaus ist ein wichtiger strategischer Fokus, den Geschäftsbereich Drive and Control Technology robuster gegenüber erheblichen zyklischen Marktschwankungen aufzustellen. Dazu dient auch die 2019 angekündigte Verschlankung der weltweiten Strukturen in Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung. Die Neuausrichtung der Vertriebsorganisation soll zudem den geänderten Kundenbedürfnissen und Marktanforderungen Rechnung tragen.

Innovationen von großer Bedeutung

Technologisch stellt sich der Geschäftsbereich Drive and Control Technology auf die künftigen Marktanforderungen in seinen beiden großen Bereichen Hydraulik und Fabrikautomation ein. In der Hydraulik gehören zu diesen Trends vor allem die Digitalisierung bei der Entwicklung von Maschinen, die Modularisierung des Produktportfolios, die Elektrifizierung, die Systemintegration, eine verstärkte systematische Datenanalyse im Rahmen neuer Geschäftsmodelle sowie steigende Anforderungen durch User Experience. Wichtige Trends in der Fabrikautomation, die Bosch Rexroth aufgreift, sind autonome Logistiksysteme, kollaborative Robotiksysteme, Inline-Inspektionssysteme, Datenanalyse, der Einsatz von nutzerfreundlichen Steuerungs- und Kontrollsystemen sowie die Erschließung von Wachstumsfeldern, unter anderem in der Batteriefertigung.

Mit dem Ansatz "Hidden Hydraulics" werden künftig für hydraulische Systeme wie servo-hydraulische Achsen (CytroForce) alle notwendigen Komponenten wie Zylinder, Ventile, Speicher, Pumpe, elektrischer Antrieb und Sensorik in einer elektrisch anschlussfertigen Einheit vereinigt und mit der notwendigen Software für die gewünschten Funktionen angeboten. Die Inbetriebnahme ist damit deutlich vereinfacht, entspricht im Wesentlichen der Inbetriebnahme einer elektrischen Achse und benötigt kein vertieftes Hydraulikwissen. Vorgestellt werden erste Produkte in diesem Jahr. Damit wird der Ansatz des kompakten und effizienten Hydraulikaggregats Cytro-Box fortgeführt. Auf der Branchenmesse für Baumaschinen bauma präsentierte Bosch Rexroth 2019 die ersten Komponenten des künftigen Elektrifizierungsangebots für Arbeitsmaschinen. Es unterstützt wachsende Anforderungen an Emissionen und Effizienz. Neue 700-Volt-Elektromotoren, Inverter und Getriebe werden ergänzt durch modulare Software und kompatible Hydraulikpumpen. Darin fließt auch die langjährige Bosch-Expertise im Bereich der Elektromobilität ein.

Ein wichtiger strategischer Schwerpunkt im Bereich Fabrikautomation ist Industrie 4.0 und dabei die Bosch-Rexroth-Vision der vollvernetzten Fabrik der Zukunft. Hier will der Geschäftsbereich eine führende Position einnehmen und Innovationstreiber sein. Dabei erfordern beschleunigte Produktwechsel und kundenindividuelle Fertigung von Produkten bis hin zur Losgröße 1 flexible und schnell umstellbare Automationslösungen. In der Lineartechnik hat Bosch Rexroth deshalb neue mechatronische Lösungen konzipiert, die Mechanik mit Elektrik, Software und Sensorik vereinen. Eine vorinstallierte Software mit automatischer Parametrierung und Initialisierung des Gesamtsystems ermöglicht, Systeme ohne Programmierkenntnisse in kürzester Zeit in Betrieb zu nehmen. Der modulare Baukasten Rexroth Smart Function Kit für Press- und Fügeanwendungen macht hierbei den Anfang. Zudem lassen sich durch die integrierte Sensorik, die mithilfe von Algorithmen ausgewertet wird, das Risiko von Maschinenstillständen verringern und Wartungstätigkeiten reduzieren.

Mit der neuen Automatisierungsplattform ctrlX AUTOMATION eröffnet Bosch Rexroth außerdem den Maschinenherstellern neue Freiheitsgrade. Durch vorgefertigte, selbst erstellte und erstellbare Apps sind Softwarefunktionen nahezu beliebig kombinierbar und können in einer Vielzahl von Programmiersprachen erstellt werden. Mit ctrlX AUTOMATION lässt sich auch die Nexeed-Software von Bosch Connected Industry verknüpfen. Diese ist bereits auf den 5G-Standard ausgerichtet. Das Nexeed Industrial Application System kann die Gesamtanlageneffektivität von Maschinen deutlich verbessern. Die Software ermöglicht den Zugriff auf fertigungsrelevante Informationen in Echtzeit. Anwender profitieren dabei von den Erfahrungen aus den Bosch-Werken und -Lagern, da dort sämtliche Nexeed-Lösungen getestet und evaluiert werden.

Eine wachsende Bedeutung in der automatisierten Fabrik hat die Intralogistik, bei der autonome Transportsysteme für mehr Flexibilität und Transparenz sorgen sollen. Das ActiveShuttle, das auf der Hannover Messe 2019 vorgestellt wurde, befördert Lasten bis zu 260 kg und wird vollautomatisiert mithilfe einer integrierten Hubplattform be- und entladen. Die Basis dazu legte eine Kooperation mit der Bosch-internen Start-up-Plattform grow. Bosch Rexroth baut zudem neue Wachstumsfelder in der Fabrikautomation wie die Batterieproduktion aus. Dabei geht es nicht nur um die Unterstützung von Zulieferern, sondern auch um erste Projekte für eine komplette Batterieproduktion. Dies erfolgt in einer engen Zusammenarbeit mit unserem internen Maschinenbau- und Montagespezialisten Robert Bosch Manufacturing Solutions, Bosch Connected Industry und weiteren Bosch-Bereichen, die auch umfassendes Bosch-Batterie-Know-how einbringen. Darüber hinaus bietet Bosch Industry Consulting, ein Teilbereich von Bosch Connected Industry, Industrieberatung mit Blick auf CO 2-Neutralität an.

Consumer Goods

Chancen durch weiteres Marktwachstum

Wichtiger Teil unserer Strategie ist die Weiterentwicklung des Unternehmensbereichs Consumer Goods, bei dem wir auf starke internationale und regionale Marken setzen. Sowohl bei Elektrowerkzeugen als auch bei Hausgeräten rechnen wir mit einem langfristigen Wachstum der globalen Märkte, auch durch eine wachsende Nachfrage in Schwellenländern.

Power Tools bringt grundlegende Neuheiten

Der Trend bei Elektrowerkzeugen geht vor allem in den Industrieländern, aber auch zunehmend in den Schwellenländern, zu Akkugeräten und Digitalisierung. Wir wollen vor diesem Hintergrund den Anteil der Akkugeräte sowohl für den Profibereich als auch im Heimwerkersektor erhöhen, das Geschäft mit digitalen Dienstleistungen ausbauen, die Digitalisierung für einen direkteren Kundenkontakt nutzen und noch stärker auf Nutzerzentrierung setzen sowie uns eine führende Position in den Schwellenländern erarbeiten.

Eine große Rolle spielen nutzerzentrierte Innovationen. Im Profibereich setzen wir zunehmend auf Akkugeräte, die den Anwendern eine erhöhte Flexibilität bringen. Dabei steigern wir die Leistungsstärke deutlich, so dass sie Netzgeräte zunehmend ersetzen können. Eine neue Leistungsdimension bietet dabei die Biturbo-Serie. Die Winkelschleifer, Sägen sowie Bohrhämmer sind für Höchstleistung mit ProCore-18-Volt-Akkus optimiert, die sich durch modernste Zelltechnologie mit höherer Kapazität und ein Akkudesign mit verbesserter Kühlung auszeichnen. Diese Kombination ermöglicht eine sehr kompakte Bauweise bei höherer Stromabgabe. Sie bieten dem Profianwender die Kraft eines 1.000- bis 1.800-Watt-Netzgerätes und sind dabei mit nur einem Akku genauso leistungsstark wie bislang am Markt übliche Modelle, die mit zwei Akkus betrieben werden. Zudem ist die Kompatibilität der Geräte mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus gewährleistet. Eine weitere anwenderorientierte Produktinnovation ist das X-LOCK-System bei Winkelschleifern, das den Zubehörwechsel vereinfacht und um das Fünffache beschleunigt. Ziel ist es, mit Partnern einen neuen Standard zu schaffen, der den Profis die Arbeit erleichtert und die Produktivität steigert.

Gleichzeitig spielt das Design von Elektrowerkzeugen für Heimwerker eine maßgebliche Rolle. Den Grundstein hat dazu der bereits vor Jahren eingeführte, handliche Akkuschrauber Ixo gelegt. Diesen erfindet Bosch in der sechsten Generation durch technische Verbesserungen und auch durch die Weiterentwicklung des Designs neu. Darüber hinaus wird auch für Heimwerker das Produktportfolio an leistungsstarken 18-Volt-Geräten ausgebaut. Bei Lithium-Ionen-Akkus sorgen wir auch hier für Kompatibilität mit bestehenden und künftigen Elektrogeräten, sodass der Verwender bisherige Akkus und Ladegeräte nutzen kann.

Unser Serviceangebot ergänzen wir beispielsweise durch eine anwenderfreundliche Mess-App. Sie unterstützt Profis und Heimwerker dabei, Messwerte noch einfacher aufzunehmen, zu dokumentieren und weiterzuverarbeiten. Eine neue Heimwerker- und Garten-App bietet zusätzliche Informationen beim Kauf sowie Inspiration für die Nutzung von Elektrowerkzeugen. Darüber hinaus sind der Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Geschäftsmodelle innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder die Grundlage für neue Produkte und Dienstleistungen. Zusätzlich liegt im Jahr 2020 ein Fokus auf verschiedenen Projekten rund um das Thema "Intelligente Baustelle", die in Zusammenarbeit mit der Bosch Start-up-Plattform grow gefördert werden.

Zudem hat der Geschäftsbereich Power Tools das Produktportfolio von Geräten erneut erweitert, die auf die Bedürfnisse in aufstrebenden Märkten wie Afrika zugeschnitten sind. Hier erwarten die Nutzer kostengünstige und robuste Geräte. Die Geschäftsverantwortung inklusive Produktentwicklung für diese Ländergruppe liegt in China. Außerdem forciert der Bereich den Ausbau des Online-Geschäfts sowie weitere Go-to-Market-Ansätze. Power Tools ist einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt, ausgelöst durch neue Wettbewerber, wachsenden Druck durch eine Marktkonsolidierung und zunehmenden Online-Handel.

Nutzer und Vernetzung bei BSH Hausgeräte im Fokus

Unsere Tochtergesellschaft BSH Hausgeräte stellt sich auf drei große Trends in ihren Märkten ein: die zunehmende Digitalisierung, die Veränderungen bei den Marktkanälen sowie einen wachsenden Wettbewerb.

Wichtiges Ziel ist dabei die nachhaltige Stärkung des Absatz- und Ertragspotenzials. Dazu gehören eine verstärkte Ausrichtung mit Blick auf weniger Komplexität in Organisation und Produktportfolio, eine Erhöhung der Fabrikauslastung und eine Verkürzung des Entwicklungsprozesses sowie Verbesserungen auf der Kostenseite. Strategische Schwerpunkte sind neben der Stärkung der Marktposition in China eine nachhaltige Nutzerzentrierung bei Produktinnovationen, der Aufbau von relevanten IoT-Ökosystemen, die Entwicklung von neuen Markt- und Kundenzugängen aufgrund der zunehmenden Digitalisierung sowie der Ausbau der Marktposition in Schwellenländern, auch durch auf diese Märkte zugeschnittene Produkte.

Auf der Produktseite verfolgt BSH Hausgeräte eine auf den Konsumenten ausgerichtete "Hardware+"-Strategie. Unsere Tochtergesellschaft bietet dazu neben innovativen Hausgeräten zunehmend digitale und individuelle Services an. Mit dem SystemMaster hat BSH Hausgeräte eine digitale Steuerungseinheit entwickelt, die alle Hausgeräte vernetzungsfähig macht. Der neue Mikroprozessor und seine einheitliche Softwarearchitektur ermöglichen es Konsumenten künftig, auf ihren vernetzten Hausgeräten digitale Services zu nutzen und Programme herunterzuladen sowie Software zu aktualisieren. Konsumenten können etwa geführte Kochrezepte nutzen, ihren Geschirrspüler Tabs nachbestellen lassen oder Kundendienstangebote wie eine Erinnerung an den Kauf einer Garantieverlängerung in Anspruch nehmen. Damit können die Nutzer in Zukunft auch nach dem Kauf ihres Hausgeräts an neuen Service-Innovationen von BSH Hausgeräte teilhaben. Erste Geräte mit dieser neuen Plattform kommen 2020 in den Handel.

Ein Schwerpunkt von BSH Hausgeräte liegt auf der vernetzten Küche. Der Hausgerätehersteller baute 2019 sein digitales Ökosystem Home Connect aus und gewann weltweit zahlreiche zusätzliche Partner hinzu. Zu diesen gehört auch das US-amerikanische Unternehmen Fitbit, Inc., San Francisco, das Fitness-Tracker anbietet. Damit können Home-Connect-Nutzer neben Smartphones oder Sprachassistenten zum ersten Mal auch über Smartwatches auf die Home-Connect-Geräte zugreifen - und so zum Beispiel ihre Kaffeemaschine starten oder den Backofen vorheizen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Google Assistant erweitert Home Connect überdies die Sprachintegration. Dabei werden durch die Partnerservices die digitalen Funktionen von Geräten, die mit Home Connect vernetzt sind, laufend über den Produktlebenszyklus hinweg aktualisiert. Auch bei der App von Home Connect wurde 2019 das Angebot deutlich erweitert. Im Vordergrund steht der tägliche Nutzen für den Konsumenten wie Zeitersparnis und individueller Komfort, beispielsweise durch eine noch intuitivere und benutzerfreundlichere Navigation. Home Connect dehnt darüber hinaus sein Angebot auf das gesamte Haus aus. Über die offene Plattform lassen sich alle vernetzten Geräte und Services im Haus oder in der Wohnung des Konsumenten integrieren.

Auf der Branchenmesse IFA 2019 stellte BSH Hausgeräte unter der Marke Bosch den neuen Cookit vor. Die vernetzte Küchenmaschine mit Kochfunktion bietet Konsumenten einfache und zeitsparende Lösungen, um täglich frisch zu Hause zu kochen. Konsumenten können aus geführten Kochrezepten auswählen oder sich auf die Unterstützung von Automatikprogrammen verlassen. Ebenfalls unter der Marke Bosch hat BSH Hausgeräte 2019 in Indien ein auf die spezifischen Anforderungen vieler Konsumenten ausgerichtetes neues Produkt eingeführt: Bosch Modern Chulha. Der mit Holz betriebene Kocher soll allen, die keinen Zugang zu Gas oder Strom haben, das Kochen erleichtern. Das Produkt ist die Alternative zu Feuerstellen am Boden, wie sie im Innenraum vieler Häuser in Indien zu finden sind. Bosch Modern Chulha verursacht im Vergleich zu diesen herkömmlichen Feuerstellen weniger Rauch, benötigt weniger Holz und beschleunigt das Kochen, denn die Geometrie des Ofens bietet ausreichend Platz, sodass das Holz bei angemessener Lüftung effizienter brennt.

Zudem fördert BSH Hausgeräte gemeinsam mit einem amerikanischen Partner Start-ups im Bereich des vernetzten Haushalts. Bis zu zehn ausgewählte externe Start-ups in der Frühphase können den BSH Future Home Accelerator absolvieren. Zweck des Acceleratoren-Programms ist es, digitale Geschäftsmodelle mit Erfolgspotenzial schnell zu identifizieren, deren Weiterentwicklung zu fördern und sich bei der Gestaltung der vernetzten Küche gegenseitig zu inspirieren. Mit der BSH Startup Kitchen hat sich ein weiteres Modell für die Zusammenarbeit mit jungen innovativen Unternehmen etabliert: BSH Hausgeräte wird zum "Venture Client", das heißt, sie bietet jungen Unternehmen mit innovativen Lösungen für BSH-Produkte und BSH-Prozesse eine umsatzorientierte Zusammenarbeit ohne Risikokapital oder Equity-Partnerschaft an. Dabei werden die Produkte oder Services der Partner noch vor der Marktreife getestet und die Zusammenarbeit in Pilotprojekten mit dem Ziel einer langfristigen Geschäftsbeziehung validiert.

Energy and Building Technology

Zunehmende Elektrifizierung in der Thermotechnik

In der Heiz- und Klimatechnik sowie Warmwasserbereitung gewinnt die Elektrifizierung aufgrund steigender Anforderungen, die CO 2-Emissionen zu verringern, an Bedeutung. Hinzu kommen Trends zur Digitalisierung und Dezentralisierung. Der Geschäftsbereich Thermotechnology bietet energieeffiziente Heizungs- und Warmwasserlösungen über einen modularen Systembaukasten sowie IoT-Anwendungen und Hybridlösungen wie Kombinationen aus Gastherme und Wärmepumpe an. Zudem stärkt der Geschäftsbereich das Wachstumssegment der elektrischen Wärmepumpen und setzt dabei auf einen breiten technologischen Ansatz von Luft/Wasser- über Sole/Wasser- bis hin zu Luft/Luft-Wärmepumpen. So werden Wärmepumpen künftig über den Neubau hinaus auch bei der Modernisierung des Gebäudebestands eine wesentliche Rolle spielen. Der Bereich arbeitet dabei an einer neuen Generation deutlich geräuschreduzierter Wärmepumpen und verbreitert zudem den Vertrieb auf diesem Gebiet. Der Fokus liegt auf einfach zu installierenden Systemlösungen mit digitaler Unterstützung. Auch das Geschäft mit Warmwasserthermen wird sich verändern; hier zeichnet sich ein Trend zu regenerativen und elektrischen Lösungen ab. Speziell auf diesem Gebiet arbeitet der Bereich an einer Repositionierung und damit Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Ein wichtiger Schritt für den Geschäftsbereich Thermotechnology war 2019 der Übergang der Marke Junkers auf die Marke Bosch in Deutschland, die neben der Marke Buderus eine der zwei Hauptmarken des Geschäftsbereichs ist.

Außerdem erschließt Thermotechnology neue Marktsegmente und digitale Lösungen wie das Energiemanagement. Die Software des neu entwickelten Energiemanagers sorgt dafür, dass Energieverbrauch, -gewinnung und -speicherung effizient zwischen verschiedenen Komponenten wie Wärmepumpe, Photovoltaikanlage, Energiespeicher und zukünftig auch Elektrofahrzeugen abgestimmt werden. Damit ermöglicht der Energiemanager auch Eigenstromnutzung und effiziente Wärmeerzeugung. Er ist in das Bosch-Smart-Home-System integriert. Mithilfe einer App können die Nutzer alle Daten im Blick haben und weitere Hausgeräte einbinden. Darüber hinaus unterstützen wir Fachhandwerker in immer höherem Maße durch digitale Servicetools. Ein neues Angebot ist die Cloud-Software Logasoft YourBusiness von Buderus, die Fachhandwerkern bei der Betriebsführung hilft. Zudem steht für die digitale Kundenakquise ein Anfragekonfigurator zur Verfügung, also eine Plattform, die Heizungsfachfirmen in die eigene Homepage einbinden und so ihren Kunden mit wenigen Klicks innerhalb kurzer Zeit individuelle Angebote erstellen können. Außerdem präsentierte die Bosch Industriekessel GmbH, Gunzenhausen, die thermotechnische Lösungen für Gewerbe- und Industriekunden anbietet, auf der Branchenmesse ISH Energy 2019 smarte Leittechnik und einen digitalen Energieeffizienzassistenten. Er ermöglicht nicht nur, Betriebsdaten zu überwachen und bereitzustellen. Auf Basis von Algorithmen wird der Anwender zudem im Vorfeld über mögliche Ausfallrisiken informiert. Überdies unterstützt das System dabei, die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern und die Energiekosten zu senken.

Doch nicht nur in Gebäuden, sondern auch in gesamten Quartieren gewinnt die Sektorkopplung an Bedeutung. Sie ist ein wichtiger Schlüssel, um die Anforderungen an die Energieversorgung in Wohngebieten künftig zu erfüllen. Dazu müssen Bausteine wie Elektrospeicher, Ladestationen, Brennstoffzellen und ergänzende Energiemanagementsoftware zu einem Gesamtsystem zusammengebracht werden. Wir treiben als Bosch die Entwicklung von Festoxid-Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cell, SOFC) für neue Energiesysteme voran. Auf diesem Gebiet besteht eine Kooperation mit dem Technologiespezialisten Ceres Power Holdings plc, Horsham, Vereinigtes Königreich. Die Kooperation schließt eine Beteili gung an Ceres Power ein, die wir Anfang 2020 auf rund 18 % erhöht haben. SOFC-Systeme sollen in Städten, Fabriken und Rechenzentren zum Einsatz kommen und die vernetzte, dezentrale Energieerzeugung unterstützen. Durch die hohe Flexibilität der standardisierten Anlagen können unter anderem Lastspitzen besser abgedeckt werden. In der Zukunft soll ein SOFC-Modul eine elektrische Leistung von zehn Kilowatt erzeugen. Für einen höheren Energiebedarf lassen sich beliebig viele Module mit gleicher Leistung einfach kombinieren.

Building Technologies mit übergreifenden Lösungen

Der Geschäftsbereich Building Technologies bietet Systeme, Lösungen und Dienstleistungen an, die für Sicherheit von Menschen, Gebäuden und weiterer Sachwerte sorgen und außerdem zu mehr Komfort und Energieeffizienz beitragen. Wir haben in diesem Bereich das Ziel, unser weltweit ausgerichtetes Produktgeschäft weiter zu stärken sowie das regionale Geschäft der Systemintegration weiter auszubauen. Im Produktgeschäft liegt derzeit ein besonderer Fokus auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Portfolios im Videogeschäft. Einen strategischen Schwerpunkt bildet darüber hinaus die weitere Steigerung der Ertragskraft des Geschäftsbereichs.

Die Digitalisierung führt zudem zunehmend zu integrierten Lösungen im Gebäudebereich, sodass domänenübergreifende Lösungen und vernetzte Systeme gefragt sind. Ein Beispiel ist aktuell eines der größten Architekturprojekte in Europa, Port Praski in Warschau, Polen. Für dieses kombinierte Wohn- und Büroareal bietet der Geschäftsbereich eine integrierte Sicherheitslösung, bestehend aus Brandmeldesystemen, Videosicherheit und Gebäudemanagement-Software. Attraktive Wachstumschancen liegen in der Nutzung der Möglichkeiten des IoT und der Methoden der Künstlichen Intelligenz. Hierbei geht es auch um datenbasiertes Servicegeschäft, Datenanalyse und neue Geschäftsmodelle.

Bei Videosystemen wurde eine neue Generation der Flexidome-IP-Kameras mit einem innovativen Konzept auf den Markt gebracht, das für den Kunden die Vorkonfiguration, Installation und Inbetriebnahme unter anderem durch eine drahtlose Ferninbetriebnahme und eine entsprechende App erheblich erleichtert. Zudem bietet die neue Generation maschinelles Lernen in Form eines Kameratrainers, wodurch eine auf die spezifischen Anforderungen des Kunden zugeschnittene Videoanalyse ermöglicht wird. Dabei zeichnen sich die Flexidome-IP-Kameras durch höchste Detailgenauigkeit bei schwierigen Lichtverhältnissen aus. Außerdem wurden die Einsatzmöglichkeiten der videobasierten Branderkennung Aviotec für eine zuverlässige Branderkennung bei sehr schwierigen Lichtverhältnissen erweitert. Sie verfügt jetzt auch über speziell für den Einsatz in Tunneln entwickelte Algorithmen zur Erkennung von Rauch und Flammen sowie über neue Objektive, die die Reichweite der Erkennung erheblich erweitern. Damit ist sie neben der Branderkennung für die Videoüberwachung einsetzbar, was die Investitionen und Betriebskosten senkt. Zum Einsatz kommt Aviotec beispielsweise bereits bei einem großen deutschen Druckspezialisten für einen besseren Brandschutz in seinen Altpapierzentralen.

Im Geschäftsfeld Systemintegration hat Building Technologies 2019 den Spezialisten für Gebäudeautomation, GFR - Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH, Verl, erworben. GFR bietet komplette Gebäudeautomationslösungen sowie zugehörige Services mit einem umfassenden Hard- und Software-Produktportfolio. Durch den Kauf will der Geschäftsbereich digitale Lösungen und Services für kommerzielle Gebäude noch weiter vorantreiben und den Kunden domänenübergreifende Lösungen anbieten. Dieses Geschäftsmodell bewährt sich bereits bei den Aktivitäten in Nordamerika, wo die US-Tochtergesellschaft Climatec LLC, Phoenix, Arizona, ein Anbieter von Gebäudeautomations-, Energieeffizienz- und Sicherheitslösungen ist.

Darüber hinaus hat sich der Geschäftsbereich Building Technologies mit Hanwha Techwin, Milestone Systems und Vivotek Inc. in der Industrieallianz Open Security & Safety Alliance, Inc., zusammengeschlossen. Die Allianz ist eine nicht börsennotierte Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, eine gemeinsame standardisierte Plattform für Sicherheitslösungen aufzubauen. Unsere Tochtergesellschaft Security and Safety Things GmbH, München, arbeitet eng mit der Open Security & Safety Alliance zusammen, um deren Mitgliedern eine offene, standardisierte IoT-Plattform für Kamera-Apps im Bereich Sicherheit bereitzustellen. Erste Prototypen bei entsprechenden Kameras und Apps wurden 2019 auf einer Reihe von Messen vorgestellt. Zudem laufen Pilotprojekte mit Kunden.

Ausbau von Bosch Global Service Solutions

Im Fokus des Geschäftsbereichs Bosch Global Service Solutions stehen Services für Kunden in den Bereichen Mobilität, IoT und Monitoring sowie Customer Experience. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Servicedesign, zu dem neben dem optimalen Design die Beratung der Kunden bei der Gestaltung von Serviceprozessen gehört. Dazu werden die Kernkompetenzen weiter ausgebaut. Zu diesen gehören integrierte End-to-End-Plattformen, also Plattformen für ganzheitliche Lösungen, und das Automatisieren von Services und Prozessen, beispielsweise mithilfe der Technologie Robotic Process Automation (RPA). Der Geschäftsbereich hat sich darüber hinaus 2019 über den Zukauf des Start-ups LAWA Solutions GmbH, Gießen, verstärkt. Das Unternehmen ist auf cloudbasierte, hochskalierbare Softwareprodukte in der Automobil- und Logistikindustrie spezialisiert. Es wurde in den neu gegründeten Bereich "Center of Competence for Digital Business Innovation" überführt, der stark ausgebaut und künftig als Basis für Innovationen der vernetzten Mobilität dienen wird.

Weiterentwicklung Smart-Home-Lösungen

Ziel der Einheit Bosch Smart Home ist es, den Nutzern eine Wohlfühlatmosphäre und Sicherheit in ihrem Zuhause zu bieten. Grundlegend für diese Zielerreichung ist die einfache Bedienung der Smart-Home-Lösung im Nutzeralltag. Dazu öffnen wir unser System. Nach der Integration der Sprachdienste von Amazon Alexa und Google Assistant kann das Bosch-Smart-Home-System ab Mitte 2020 auch per Apple HomeKit und damit per App und Sprachassistent von Apple gesteuert werden. Zudem wird Bosch Smart Home eine offene Schnittstelle für ausgewählte Partner anbieten. Diese bekommen die Möglichkeit, Geräte von Bosch Smart Home über eine Cloud-API (Application Programming Interface) in eigene Lösungen einzubinden. Darüber hinaus können die Geräte partiell auch über die Partner-Apps gesteuert werden. Außerdem entwickelt der Bereich seine Produkte mit jedem Softwarerelease weiter. Beim Alarmsystem werden durch die Rollladen- und Lichtsteuerung im Brandfall Flucht- und Rettungswege schnell freigemacht. Eine weitere Innovation ist ein Raumthermostat, der sich dank kabelloser Stromversorgung und Funkverbindung flexibel montieren lässt und neben Heizkörperthermostat und Fußbodenheizung auch über einen Zwischenstecker angeschlossene elektrische Heizkörper ansteuern kann.

Erschließung neuer Geschäftsfelder

Unsere Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions GmbH, Waiblingen, bietet vernetzte Produkte und Dienstleistungen im neuen Geschäftsfeld Gesundheit und Medizintechnik an. Dazu gehören Diagnostiklösungen wie Vivatmo, ein System zur engmaschigen Überwachung des Krankheitsverlaufs bei allergischem Asthma. Zudem bringt Bosch Healthcare Solutions mit Vivalytic eine vollautomatisierte Plattform für Molekulardiagnostik auf den Markt. Bei Robert Bosch Engineering and Business Solutions in Indien wurde ebenfalls im Bereich Diagnostik das System Viva-scope entwickelt. Es kann Zellen in Proben von Blut und anderen Körperflüssigkeiten mikroskopisch vergrößern und digital abbilden sowie mithilfe von Künstlicher Intelligenz analysieren. Mittels maschinellen Lernens wird das Gerät mit Bildern und Datenpunkten von Zellen trainiert, um Unregelmäßigkeiten in Zellen schnell und präzise zu erkennen und Ärzte bei Auswertung und Diagnose zu unterstützen. Dies ist gerade in Regionen und Einrichtungen ohne entsprechende Laborinfrastruktur vorteilhaft. Die in die Cloud übertragenen Daten können in digitaler Form mit anderen Laboren und Ärzten geteilt werden. Das Vivascope-System wird zu Beginn in Emerging Markets vertrieben werden.

Seit 2013 bietet die grow platform GmbH innerhalb von Bosch eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und trägt zur Neugeschäftsentwicklung sowie zur Stärkung der Start-up-Kultur bei Bosch bei. Im Jahr 2019 wurde grow mit den internationalen Wachstumsmaßnahmen in Südafrika, Indien, China, Japan, Brasilien und USA zu einem globalen Innovationsnetzwerk zusammengeführt. In diesem werden neue Geschäftsmodelle evaluiert und in Start-up-Teams erschlossen. Eine Reihe der von grow geförderten Start-ups wird bereits in den Geschäftsbereichen weitergeführt. Es gehört auch zum Geschäftsmodell, andere Entwicklungsmöglichkeiten für die Start-ups, zum Beispiel durch die Einbindung externer Investoren oder die Weiterführung in einer neuen eigenen Einheit, zu finden, wenn die strategische Übereinstimmung sich als nicht ausreichend erweist.

Mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH investieren wir weltweit in externe Technologie-Start-ups und eröffnen uns damit einen frühzeitigen Zugang auch zu möglicherweise disruptiven Innovationen. Die Gesellschaft investiert schwerpunktmäßig in Projekte zum hochautomatisierten Fahren, KI, IoT und Mobilitätslösungen sowie Computerarchitekturen der Zukunft. Zu den Investments im Jahr 2019 gehören die chinesische Firma Trunk, die neue Technologien für autonome Lkws in China entwickelt, die israelische Firma Versatile Natures, die sich mit Methoden des maschinellen Lernens und der KI zum Ausschöpfen des vollen Effizienzpotenzials in der Bauindustrie befasst, sowie der US-amerikanische, KI-basierte Marktplatz Xometry für die On-demand-Fertigung kundenspezifischer Teile und Kleinserien. Darüber hinaus investierte unsere Venture-Capital-Gesellschaft in die US-Firma Zapata, die leistungsstarke, hardwareunabhängige Lösungen für die neueste Quantenhardware entwickelt.

Arbeiten in der Bosch-Gruppe

Einen Schlüssel zur Weiterentwicklung mit Blick auf die vielfältigen Veränderungen bilden Führung, Zusammenarbeit und Qualifizierung. Wir sind der Überzeugung, dass kooperative Führung, miteinander vernetzte Beschäftigte und ein offener, wertschätzender Umgang mit Feedback Motivation und Innovation fördern und wesentlich für den Erfolg der Zukunft sind. Gerade Zeiten des Wandels stellen hohe Anforderungen an Transparenz und Kommunikation. Wir streben dabei eine wertebasierte Führung an. Das Führungsleitbild "We LEAD Bosch" richtet sich gleichermaßen an Führungskräfte wie Beschäftigte und soll Orientierung sowie Impulse für Führungsverhalten und die Zusammenarbeit im Team geben. Besonders spielt es für das Arbeiten in agilen Teams und Einheiten eine Rolle, die sich unter anderem durch geringe Hierarchien auszeichnen. Gleichzeitig gewinnt die Standardisierung von Prozessen an Bedeutung. Dazu haben wir Anfang 2019 die zentrale interne Serviceeinheit Global Business Services geschaffen. Seither finden sich die wesentlichen Services in den Bereichen Accounting, Personalwesen, Logistik sowie Einkauf unter einem Dach. Ziel ist es, den Geschäftseinheiten effiziente und durchgängige Prozesse anzubieten und dabei die Vorteile einer weiteren Digitalisierung zu nutzen.

Eine besondere Bedeutung messen wir neben unseren umfangreichen Ausbildungsaktivitäten der Weiterbildung bei. Die rasant verlaufende Entwicklung neuer digitaler Technologien und Geschäftsmodelle sowie sich verändernde Arbeitsprozesse und -methoden erfordern noch stärker als bisher ein kontinuierliches Lernen aller Führungskräfte und Beschäftigten. Unser Ziel ist es, das Unternehmen zu einer "Learning Company" zu machen. Im Fokus stehen Lernprogramme, die den Aufbau neuer Kompetenzen ermöglichen, wie beispielsweise in den Bereichen Elektromobilität, Softwareentwicklung oder KI. Der Anteil digitaler Themen in unseren Schulungen nimmt deshalb deutlich zu. In der Ausbildung fördern wir digitales Lernen in einer Vielzahl von Projekten und erweitern unser Angebot an IT-Ausbildungskonzepten, beispielsweise durch ergänzende Fernstudiengänge. Wichtig ist ebenso, unseren Mitarbeitern eine moderne Lerninfrastruktur mit digitalen Lernangeboten bereitzustellen. Dies ermöglicht, das Lernen in den Alltag zu integrieren. Hierzu gehören auch der Zugang zu eUniversities, eine Bosch-eigene Videoplattform und mobile Lernoptionen für das Smartphone.

Gleichzeitig setzen wir auf eine zielgerichtete Talentakquise gerade in den Feldern Software und Datenanalyse, entwickeln Entgeltkonzepte weiter und schaffen zukunftsgerichtete Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. Wir bieten unseren Mitarbeitern weltweit, wo immer es die sozialpartnerschaftlichen Rahmenbedingungen und die Landeskultur zulassen, Freiräume durch Zeitsouveränität und eine Vielzahl flexibler Arbeitszeitmodelle. Ziel ist es, in der Mitarbeiterentwicklung eine Kultur zu fördern, die die Beschäftigten dabei unterstützt, ihre individuelle Karriere entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen zu gestalten.

Darüber hinaus unterstützen wir als Arbeitgeber verstärkt die persönliche Mobilität unserer Beschäftigten. Wir arbeiten unter anderem an einer Initiative für multimodales, betriebliches Mobilitätsmanagement für die Pilotregion Stuttgart. Dazu gehören beispielsweise Shuttlebusse für den Standortverkehr, wie sie bereits bei Bosch in Indien, China und der Türkei im Einsatz sind. Co-Working-Flächen an Bosch-Standorten bieten zudem die Chance, den geografisch nächsten Standort zum Arbeiten zu nutzen. Zudem unterstützen wir Verbesserungen für die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und bieten durch Leasingangebote für eBikes Anreize, auf alternative Mobilität umzusteigen.

Nachhaltigkeit

Umweltschutz, Ressourcenschonung und Arbeitssicherheit sind für Bosch seit jeher von hoher Bedeutung. Die Robert Bosch GmbH ist seit 2004 Mitglied der Global-Compact-Initiative der Vereinten Nationen und bekennt sich zu deren zehn weltweit gültigen Prinzipien für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. "Technik fürs Leben" bedeutet für uns auch, auf die Umweltverträglichkeit unserer Produkte und unserer Produktionsprozesse zu achten. Ausführlich berichten wir darüber in unserem bereits für das Geschäftsjahr 2018 deutlich erweiterten Nachhaltigkeitsbericht. Er gibt unter anderem detaillierte Auskunft über die Entwicklung der Kennzahlen zu den CO 2-Emissionen und zur Unfallrate sowie zu weiteren Umweltfaktoren und Nachhaltigkeitsaspekten.

Weltweite CO 2-Neutralität für 2020 angestrebt

Nachdem wir bereits seit 2007 die auf unsere Wertschöpfung bezogenen relativen CO 2-Emissionen sukzessive erheblich gesenkt haben, wollen wir schon von 2020 an weltweit an unseren Standorten CO 2-neutral sein. Um die CO 2-Neutralität zu erreichen, werden wir kurzfristig mehr Ökostrom zukaufen und unvermeidliche CO 2-Emissionen mit zertifizierten Kompensationsmaßnahmen ausgleichen. Bis 2030 wollen wir sukzessive den Anteil der regenerativen Energien erhöhen, sowohl in der Eigenversorgung als auch im Zukauf. Darüber hinaus werden wir die Energieeffizienz an unseren Standorten erhöhen und dafür erhebliche Investitionen tätigen.

Wirtschaftsbericht

Durch zahlreiche Produkterfolge in den Unternehmensbereichen konnte die Bosch-Gruppe den Umsatz mit 77,7 Milliarden Euro trotz schwieriger Rahmenbedingungen in etwa auf Vorjahresniveau halten. Belastend wirken sich die insgesamt abkühlende Konjunktur, der starke Rückgang der weltweiten Automobilproduktion und insbesondere die schwache Verfassung von bislang margenstarken Automobilmärkten wie China und Indien sowie der Rückgang des Dieselanteils bei den Pkw-Neuzulassungen und weitere Marktveränderungen aus. Beim Rückgang des operativen EBIT auf 3,3 Milliarden Euro gegenüber 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr spielen neben den weiter gestiegenen Vorleistungen für Zukunftsgebiete vor allem die starke Abschwächung wichtiger Automobilmärkte sowie Aufwendungen für Anpassungsmaßnahmen eine maßgebliche Rolle. Positiv wirkt sich der Einmaleffekt durch den Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen aus. Beim Rückgang des ausgewiesenen EBIT auf 2,9 Milliarden Euro ist zusätzlich ein Basiseffekt im Vorjahr zu berücksichtigen. Nach Unternehmensbereichen konnte Mobility Solutions trotz des kräftigen Rückgangs der weltweiten Automobilproduktion ebenfalls den Umsatz in etwa auf Vorjahreshöhe halten, musste jedoch einen erheblichen operativen Ertragsrückgang verkraften. Auch in den anderen Unternehmensbereichen war die Umsatzentwicklung moderat. Das Ergebnis von Industrial Technology ist durch den Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen beeinflusst. Einen leichten Rückgang der operativen EBIT-Rendite verzeichnete Consumer Goods, während Energy and Building Technology das operative EBIT gegenüber Vorjahr deutlich steigern konnte.

Entwicklung von Umsatz und EBIT

Bosch Value Concept als Basis der Steuerung

Das Bosch Value Concept verfolgt die Bosch-Kernziele profitables Wachstum und finanzielle Unabhängigkeit. Die Steuerungssystematik verbindet die Wertschaffung mit der Wertsicherung. Gerade für ein nicht börsennotiertes Unternehmen wie die Bosch-Gruppe sind Stärkung und nachhaltiger Erhalt der Ertragskraft entscheidend für die Finanzierung des zukünftigen Wachstums. Wesentliche Steuerungsgrößen für die Wertschaffung sind Umsatzwachstum, Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) sowie bis Ende 2019 als interner Indikator der Operative Wertbeitrag. Letzterer wird analog zum EBIT ermittelt, zusätzlich werden aber die kalkulatorischen Kapitalkosten abgezogen. Das interne Berichtswesen richtet sich dabei grundsätzlich nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Es wich aber bis einschließlich 2019 in einzelnen Punkten wie der Berücksichtigung von außerplanmäßigen Abschreibungen und Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für Verluste aus Lieferverpflichtungen von der externen Rechnungslegung ab. Der Wertsicherung dienen zudem eine enge Verfolgung der Kostenentwicklung sowie ein Liquiditätsmanagement, zu dem eine zentrale Finanzplanung gehört.

Wir haben unser Steuerungssystem mit dem Geschäftsjahr 2020 weiterentwickelt. An die Stelle der hochintegrierten Steuerungsgröße Operativer Wertbeitrag tritt - als interne Steuerungsgröße neben dem Umsatz und dem EBIT - das Net Working Capital. Das EBIT wird künftig auch direkt für die Ebene Geschäftsbereiche und Produktbereiche ermittelt, für die es bislang zur internen Steuerung vom Operativen Wertbeitrag abgeleitet wurde. Dies fördert die Transparenz und vereinfacht externe Benchmark-Vergleiche. Mit der neuen Kenngröße Net Working Capital soll die Bedeutung der Mittelbindung unterstrichen werden. Das Net Working Capital als Kennziffer für das im Wesentlichen kurzfristig gebundene Kapital ist eine Durchschnittsgröße aus Vorräten, Forderungen und Vertragsvermögenswerten abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten. Die Zugänge zum Anlagevermögen werden weiterhin über eine Investitionsbudgetierung gesteuert.

Zentrales internes Berichtsinstrument ist auch künftig ein monatlicher Geschäftsbericht, der einen zeitnahen Überblick über die Kennzahlen der Geschäftseinheiten gibt. Er bietet einen Vorjahresvergleich sowie für ausgewählte Kenngrößen einen Plan-Ist-Vergleich. Grundlage ist der Wirtschaftsplan, der in eine längerfristige strategische Unternehmensplanung eingebettet ist. Bei der angewandten Planungsmethodik liegt der Fokus darauf, Maßnahmen zur Zielerreichung zu erarbeiten und umzusetzen. Es ist ein Top-down-Planungsmodell mit starker Ziel- und Maßnahmenorientierung. Basis für die Zielsetzung sind externe Benchmark-Vergleiche. Diese unterstützen wir von 2020 an auch mit von Benchmarks abgeleiteten Zielkostenstrukturen.

Am Operativen Wertbeitrag orientierten sich bis zum Geschäftsjahr 2019 auch die Ergebnisziele als Grundlage für den kurzfristigen variablen Vergütungsanteil der Fach- und Führungskräfte von der Gruppenleiterebene bis zur Geschäftsführung, den sogenannten Bosch Performance Bonus. Künftig gelten für den Bonus die Steuerungsgrößen organisches Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr (zu 15 %), die EBIT-Marge (zu 75 %) sowie das durchschnittliche Net Working Capital (zu 10 %); letztere beiden Kenngrößen werden jeweils gemessen in Prozent zum Umsatz. Ergänzt wird der Bosch Performance Bonus durch den sogenannten VALUE als variable Abschlussvergütung für den langfristigen Unternehmenserfolg auf Ebene der Direktoren und der Geschäftsführung mit einem Zeithorizont von drei Jahren. Hier ändert sich mit den neuen Steuerungsgrößen ebenfalls die Berechnungsgrundlage.

Rahmenbedingungen

Deutliche Abschwächung der Weltwirtschaft

Wie erwartet hat sich die globale Konjunktur im Jahr 2019 weiter abgekühlt. Ein Grund ist der weltweite Handelskonflikt zwischen den USA und China: Beide Länder haben sich gegenseitig mit Zöllen belegt, die zu erheblichen Belastungen führten. Darüber hinaus wirkte sich das verlangsamte Wachstum in China auf die weltweite Konjunktur aus. Ferner haben in Europa die langanhaltenden Unsicherheiten um den angekündigten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union die wirtschaftliche Dynamik beeinträchtigt. Unsere Erwartung eines deutlichen Rückgangs der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2019 hat sich damit bestätigt, auch wenn das Wachstumstempo mit 2,5 % etwas besser als der prognostizierte Wert von 2,3 % ausfiel. Im Jahr 2018 legte die weltweite Wirtschaftsleistung noch um 3,2 % zu.

Dabei ist in Gesamteuropa wie erwartet der Anstieg der Wirtschaftsleistung mit lediglich 1,2 % deutlich hinter dem Vorjahreszuwachs von mehr als 2 % zurückgeblieben. Dies gilt auch für die Europäische Union mit einem Zuwachs von nur 1,2 %, während hier die Wirtschaftsleistung im Vorjahr noch um 2 % stieg. Stärker als vorhergesehen verringerte sich in Deutschland die Wirtschaftsdynamik mit einer Wachstumsrate von lediglich 0,6 %; wir hatten allerdings bereits mit einem Wachstum von weniger als 1 % gerechnet. Beeinflusst wurde dies insbesondere vom schwachen Welthandel, der die stark exportorientierte deutsche Industrie überproportional getroffen hat. In Osteuropa hat sich die konjunkturelle Dynamik auf einen Zuwachs von nur noch 1,2 % gegenüber 2,5 % im Vorjahr verlangsamt. Dies lag vor allem an der Entwicklung der Wirtschaft in Russland, deren Wachstum sich auf 1,3 % verringerte, nach 2,3 % im Vorjahr. Zudem hat nach den vorliegenden Zahlen die Wirtschaftsleistung der Türkei, auch infolge der Abwertung der türkischen Lira, stagniert.

In den weiteren Regionen der Triade sind unsere Prognosen ebenfalls im Wesentlichen eingetroffen. Die Wirtschaftsleistung in Amerika expandierte mit 2,0 % etwas stärker als von uns angenommen (+1,8 %). Vor allem in Nordamerika ist das Wirtschaftswachstum mit 2,1 % etwas stärker ausgefallen als vorhergesagt (Prognose 1,9 %). Dies liegt an den USA, in denen sich insbesondere der Private Verbrauch besser entwickelt hat als ursprünglich unterstellt. Allerdings erwies sich die mexikanische Wirtschaft als überraschend schwach, was als Folge der Unsicherheiten über die künftige Handelsvereinbarung zwischen den USA, Kanada und Mexiko gewertet werden kann. In Südamerika blieb die wirtschaftliche Entwicklung mit einem Wachstum von 0,9 % nur geringfügig hinter unserer moderaten Annahme von gut 1 % zurück.

In Asien-Pazifik ist die Wirtschaftsleistung mit 4,1 % erneut am stärksten gewachsen und hat unsere Abschätzung von weniger als 4 % leicht übertroffen. Dennoch hat sich das Wachstumstempo gegenüber 2018 mit 4,4 % weiter verringert und sich damit auf das niedrigste Niveau seit mehr als zehn Jahren reduziert. Maßgeblich für die Abschwächung war die Verlangsamung in China auf eine Zuwachsrate von 6,1 % gegenüber 6,8 % im Vorjahr. Damit ging die Dynamik jedoch nicht ganz so stark zurück wie ursprünglich prognostiziert. So hatten wir mit einer Zuwachsrate von deutlich weniger als 6 % gerechnet. Wichtige Einflussfaktoren für die nachlassende Dynamik in China waren die sehr hohe Verschuldung der Staatsunternehmen, die Belastungen des Handelskonflikts mit den USA und die rückläufige Entwicklung in wichtigen Branchen wie der Automobilproduktion, die nur teilweise durch eine expansive Konjunkturpolitik ausgeglichen werden konnten. Deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb zudem die Entwicklung in Indien mit einem Wachstum von 5,0 % gegenüber einer Prognose von 6,3 %. Im Jahr 2018 hatte die Wirtschaft des Subkontinents - nach inzwischen revidierten Zahlen - noch um gut 6 % zugelegt. Maßgeblich waren Probleme im Finanzsystem, die zu einer starken Einschränkung der Kreditvergabe führten und die die Investitionstätigkeit sowie den Verbrauch hochwertiger Konsumgüter belasteten.

Erheblich schlechter als in unseren Planungen bereits angenommen hat sich unser wichtigster Markt entwickelt, die Automobilproduktion. Die Gesamtproduktion von Personenwagen und Nutzfahrzeugen ging 2019 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % auf 92,1 Millionen Fahrzeuge zurück, gegenüber einem prognostizierten Rückgang um 3 % auf 94,7 Millionen Fahrzeuge. Damit ist die Automobilproduktion das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Allerdings waren die Produktionszahlen bei schweren Nutzfahrzeugen mit 3 % nicht ganz so stark rückläufig wie nach unserer Prognose von 5 %. Eine wesentliche Rolle beim Rückgang der Gesamtproduktion hat der Einbruch der Produktionszahlen in China um 7,6 % sowie in Indien um 13 % gespielt. Zudem reduzierten sich die Fertigungszahlen in der Europäischen Union um 5 % und vor allem in Deutschland um 8 %. Dagegen übertrafen die produzierten Stückzahlen in den mittel- und osteuropäischen Ländern der Europäischen Union das Vorjahr aufgrund von Produktanläufen um 1,7 %. Zudem ging die Automobilproduktion in Nord- und in Südamerika um 3 % zurück und lag damit unter den Erwartungen.

In Europa und gerade auch Deutschland wichen dabei die Trends bei der Produktion und den verkauften Neufahrzeugen erheblich voneinander ab. Trotz rückläufiger Fertigungszahlen stieg der Absatz an Personenwagen in Europa um 1,2 % und in Deutschland um 5 %. Hauptgrund für die abweichende Entwicklung ist die gesunkene Nachfrage aus dem Ausland. So wurden aus Deutschland 13 % weniger Personenwagen als im Vorjahr exportiert. Ein wichtiger Einflussfaktor auf unser Geschäft im Bereich Mobility Solutions war zudem der weitere deutliche Rückgang des Anteils der Dieselfahrzeuge bei Personenwagen in den wichtigen Märkten Europa und Indien. Gemessen an den Verkaufszahlen verringerte er sich 2019 in Europa weiter auf 31 % und in Indien auf 34 % gegenüber den Vorjahreswerten von 35 % und 38 %.

Die weltweite Produktion im Maschinenbau als weiterem wichtigen Marktsegment hat vor dem Hintergrund des schwächeren konjunkturellen Umfelds und auch der schwachen Automobilproduktion ebenfalls an Dynamik verloren. Hiervon waren alle Regionen betroffen, in besonderem Maße aber der exportabhängige europäische Maschinenbau. In China konnte der Maschinenbau von den im Jahresverlauf deutlich aufgestockten Infrastrukturinvestitionen profitieren.

Geschäftsverlauf

In schwierigem Umfeld Umsatzniveau nahezu gehalten

In der Bosch-Gruppe erzielten wir 2019 einen Umsatz von 77,7 Milliarden Euro. Er liegt damit trotz erheblicher Marktrückgänge annähernd auf der Vorjahreshöhe von 78,5 Milliarden Euro. Der Umsatz reduzierte sich lediglich um 0,9 %, wechselkursbereinigt sank er um 2,1 %. Bereits bei unserer verhaltenen Prognose für 2019 waren wir von einem Umsatz auf Vorjahreshöhe beziehungsweise nur einem geringfügigen Anstieg ausgegangen. Angesichts des Marktumfelds, das erheblich schwieriger als erwartet war, ist die Umsatzentwicklung als Erfolg zu werten. Auch die Umsatzerwartungen in den Unternehmensbereichen haben sich weitgehend bestätigt. Die positiven Wechselkurseffekte belaufen sich auf 0,9 Milliarden Euro. Sie resultierten 2019 vor allem aus der Entwicklung gegenüber dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem chinesischen Renminbi. Für das Geschäftsjahr 2019 ergaben sich keine nennenswerten Konsolidierungseffekte. Beim Umsatzausweis sind wie in allen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung in den Werten für 2019 die zum 31.12.2019 veräußerten Aktivitäten der Robert Bosch Packaging Technology GmbH enthalten, die inzwischen unter Syntegon Technology GmbH, Waiblingen, firmiert.

Umsatzentwicklung 2018/2019

Unterschiedliche Entwicklung nach Regionen

In Europa konnten wir trotz der schwachen Konjunktur und der rückläufigen Automobilproduktion einen Umsatz von 40,8 Milliarden Euro erzielen. Die Erlöse sanken 2019 damit um 1,4 %, wechselkursbereinigt um 1,2 %. Dabei reduzierte sich der Umsatz in Deutschland um 2,4 % auf 15,7 Milliarden Euro. Die stärksten Umsatzrückgänge gab es in Schweden, Italien und Belgien.

In der Region Amerika lag der Umsatz 2019 mit 14,4 Milliarden Euro um 5,3 % über dem Vorjahr, wechselkursbereinigt um 1,1 %. Dabei konnten wir in Nordamerika den Umsatz nominal um 5,9 % auf 13,0 Milliarden Euro erhöhen; wechselkursbereinigt stieg er um 0,6 %. Alle Unternehmensbereiche steigerten hier ihren Umsatz, vor allem Consumer Goods und Energy and Building Technology. In Südamerika erhöhte sich der Umsatz nominal um 0,1 % auf 1,4 Milliarden Euro und legte wechselkursbereinigt um 6,0 % zu. Ausschlaggebend hierfür waren die Zuwächse bei Mobility Solutions und Industrial Technology.

In Asien-Pazifik (einschließlich sonstiger Länder, unter anderem in Afrika) spürte auch die Bosch-Gruppe das deutlich abgeschwächte konjunkturelle Umfeld und vor allem den starken Rückgang der Automobilproduktion in China und Indien. Diesen Rückgang konnte die positive Erlösentwicklung in Japan und den ASEAN-Staaten nicht ausgleichen. So reduzierte sich der Umsatz um 3,7 % auf 22,5 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 5,4 %. In Afrika lag der Umsatz mit 541 Millionen Euro etwas unter dem Vorjahreswert von 556 Millionen Euro.

Bei der regionalen Umsatzstruktur ergeben sich aufgrund der rückläufigen Entwicklung in Europa und in Asien-Pazifik Verschiebungen. Der Anteil des in Europa erzielten Umsatzes sank um einen Prozentpunkt auf 52 %, dabei sank der Umsatzanteil von Deutschland um 0,3 Prozentpunkte auf 20,2 %. Der Anteil in Amerika erhöhte sich um zwei Prozentpunkte auf 19 %, sank jedoch in Asien-Pazifik um einen Prozentpunkt auf 29 %.

Umsatzstruktur 2019

Verhaltene Entwicklung der Unternehmensbereiche

Die Umsatzentwicklung war in allen Unternehmensbereichen eher verhalten. Damit gab es nur leichte Verschiebungen bei den Umsatzanteilen. Der Anteil von Mobility Solutions sank um einen Prozentpunkt auf 60 %, der Anteil von Industrial Technology stieg entsprechend.

Umsatzentwicklung 2018/2019

Umsatzstruktur 2019

Mobility Solutions behauptet sich

Im größten Unternehmensbereich Mobility Solutions lag der Umsatzausweis trotz der weltweit stärker als erwartet rückläufigen Automobilproduktion mit 46,8 Milliarden Euro lediglich um 1,6 % unter dem Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt um 3,1 %. Allerdings spürten wir in der Antriebstechnik nicht nur die rückläufige Entwicklung der globalen Produktionszahlen und dabei insbesondere auch in China und Indien, sondern auch die weiter nachlassende Nachfrage bei Dieselpersonenwagen in Europa und Indien. Weiterer Faktor war der Generationenwechsel bei der Benzindirekteinspritzung. Diese Einbußen ließen sich durch Zuwächse in den Bereichen Elektrifizierung, Getriebesteuerung und Kraftstoffversorgung nicht ausgleichen.

Weiterhin erfreulich entwickelte sich die Nachfrage nach modernen Fahrerassistenzsystemen im Geschäftsbereich Chassis Systems Control. Aber auch bei Systemen für die aktive und passive Sicherheit wie ABS und ESP ® waren wir abermals erfolgreich. Auch hier dämpfte jedoch der schwache chinesische Markt die Entwicklung. Die schwierige Marktsituation in China belastete zudem den Umsatz in den Bereichen Automotive Steering und Electrical Drives. Dagegen konnte der Bereich Car Multimedia im Geschäft mit Anzeige- und Infotainmentsystemen deutliche Zuwächse erzielen. Der Bereich Automotive Aftermarket verzeichnete ebenfalls ein ordentliches Umsatzwachstum, auch wenn er desgleichen von der Marktschwäche in Asien-Pazifik betroffen war. Im Geschäftsbereich Automotive Electronics war das Geschäft mit Antriebssystemen und Steuerungseinheiten für eBikes wieder ein großer Erfolg. Darüber hinaus konnte Bosch Sensortec den Umsatz mit Kunden aus der Konsumelektronik steigern. Außerdem wuchs das Geschäft mit Steuergeräten und Sensoren für externe Kunden aus dem Automobilsektor signifikant. Unsere Softwarespezialisten der ETAS-Gruppe erzielten ein erfreuliches Wachstum. Unsere Tochtergesellschaft Bosch Engineering einschließlich der Einheit ITK Engineering konnte trotz eines schwierigeren Marktumfeldes im zweiten Halbjahr zusätzlichen Umsatz generieren. Dazu trug auch die zum Jahresanfang 2019 in die Bosch Engineering eingegliederte Einheit Commercial Vehicles and Off-Road bei. Der Umsatz im Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions liegt noch auf niedrigem Niveau. Sehr gut entwickelte sich erneut die Einheit Two-Wheeler and Powersports.

Industrial Technology spürt Abkühlung

Der Unternehmensbereich Industrial Technology erzielte trotz des im Jahresverlauf 2019 deutlich nachlassenden Maschinenbaumarktes mit 7,5 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau von 7,4 Milliarden Euro. Nominal stiegen die Erlöse geringfügig um 0,7 %, wechselkursbereinigt gingen sie um 0,4 % zurück. Im Geschäftsbereich Drive and Control Technology erreichte die Mobilhydraulik ein stärkeres Wachstum als die Industriehydraulik. Bei der Fabrikautomation war die konjunkturelle Abkühlung bereits deutlich erkennbar. Eine gute Umsatzentwicklung verzeichnete das Geschäft mit Verpackungsmaschinen, das zum letzten Mal im Umsatzausweis Berücksichtigung findet.

Geschäft bei Consumer Goods unterjährig angezogen

Der Umsatz im Unternehmensbereich Consumer Goods (ohne Sonstiges) ging 2019 um 0,3 % auf 17,8 Milliarden Euro zurück, wechselkursbereinigt um 0,8 %. Während der Geschäftsbereich Power Tools seinen Umsatz insbesondere bei Messtechnik und Zubehör steigern konnte, lag er bei BSH Hausgeräte unter dem Vorjahreswert. Nach einem schwachen ersten Halbjahr konnte der Hausgerätespezialist allerdings seine Erlöse deutlich verbessern. Dies gilt insbesondere für China; dort hat sich der Wettbewerb mit Blick auf Innovationsgeschwindigkeit, das Handelsumfeld und eine insgesamt abgeschwächte Marktdynamik verschärft.

Energy and Building Technology wächst leicht

Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology steigerte insgesamt seine Erlöse um 1,5 % auf 5,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 0,8 %. Die moderate Umsatzentwicklung gilt sowohl für Building Technologies wie auch für Thermotechnology. Gegenüber dem Vorjahr spürte Building Technologies vor allem eine nachlassende Dynamik im Produktgeschäft, Thermotechnology eine regional nachlassende Nachfrage im Vereinigten Königreich sowie weiteren westeuropäischen Märkten. Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions erhöhte seinen Umsatz 2019 erfreulich.

Beschäftigtenzahlen

Weltweit zurückgegangen

Die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Bosch-Gruppe reduzierte sich zum Jahresende 2019 auf rund 398.200 gegenüber rund 409.900 Ende 2018. Bei den Werten zum Jahresende 2019 ist die Trennung vom Geschäft mit Verpackungsmaschinen mit seinen rund 6.100 Beschäftigten zu berücksichtigen. Netto summieren sich die Konsolidierungseffekte 2019 auf rund 5.000 Beschäftigte; hier wirkt die Einbeziehung kleinerer Gesellschaften gegenläufig. Damit ging die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten weltweit um rund 6.700 Beschäftigte zurück.

Beschäftigte

Die prozentuale Verteilung der Beschäftigten nach Regionen blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Insgesamt arbeiteten in Europa Ende 2019 rund 242.500 Beschäftigte für die Bosch-Gruppe gegenüber rund 250.000 Ende 2018. In Deutschland reduzierte sich die Zahl auf grund der Trennung vom Bereich Verpackungsmaschinen und aufgrund von Personalmaßnahmen auf rund 132.700 gegenüber rund 139.400 Beschäftigten ein Jahr zuvor. In Asien-Pazifik inklusive sonstiger Länder, unter anderem in Afrika, sank in diesem Zeitraum die Beschäftigtenzahl auf rund 111.700 gegenüber rund 114.800; hier spielten insbesondere Anpassungsmaßnahmen in China im Unternehmensbereich Mobility Solutions sowie bei BSH Hausgeräte eine Rolle. Gegenläufig wirkte sich die Übernahme bislang befristet Beschäftigter in Malaysia und Vietnam aus. In Afrika blieb die Beschäftigtenzahl bei den konsolidierten Gesellschaften mit rund 1.800 in etwa konstant. In Amerika sank die Zahl der Beschäftigten leicht auf 43.900 gegenüber 45.100 ein Jahr zuvor. Dabei lag sie Ende 2019 in Nordamerika mit rund 34.600 unter der Vorjahreshöhe von rund 35.400 und reduzierte sich in Südamerika um rund 400 auf rund 9.300 Beschäftigte.

Beschäftigte

Nach Unternehmensbereichen gab es gegenüber dem Vorjahr bei der Beschäftigtenstruktur leichte Verschiebungen. Der Anteil des Bereichs Mobility Solutions beträgt jetzt 60 % gegenüber 58 % im Vorjahr; der Anteil von Industrial Technology sank dagegen auf 8 % gegenüber 10 % im Vorjahr. Der Anteil von Consumer Goods beträgt unverändert 19 %, von Energy and Building Technology 8 % und von Sonstige 5 %.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduzierte sich dabei im Unternehmensbereich Mobility Solutions geringfügig auf 236.700 gegenüber 237.100 Ende 2018. Während ein Stellenabbau unter anderem bei Powertrain Solutions, Automotive Aftermarket, Automotive Steering sowie bei Electrical Drives erfolgte, haben wir in Wachstumsgebieten wie Fahrerassistenzsystemen und automatisiertem Fahren sowie im Bereich Software Stellen aufgebaut. Im Unternehmensbereich Industrial Technology sank die Zahl der Beschäftigten auf rund 33.200 gegenüber 40.700 zum Jahresende 2018. Gründe sind die Trennung vom Geschäft mit Verpackungsmaschinen sowie Anpassungsmaßnahmen im Geschäftsbereich Drive and Control Technology. Im Unternehmensbereich Consumer Goods verringerte sich die Zahl der Beschäftigten auf rund 76.600 gegenüber 79.200 Ende 2018. Hier wirkten sich im Wesentlichen Personalanpassungen bei BSH Hausgeräte aus, vornehmlich in China. Die Zahl der Beschäftigten im Unternehmensbereich Energy and Building Technology liegt mit rund 33.200 um rund 700 über der Vorjahreshöhe. Auf Sonstige entfallen rund 18.600 Mitarbeiter und damit rund 1.800 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Grund ist im Wesentlichen eine veränderte Zuordnung im Unternehmen.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung erhöhte sich weltweit über alle Bereiche weiter auf rund 72.600 gegenüber 68.700 zum Ende des Vorjahres. Besonders stark war der Anstieg im weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk in Asien-Pazifik. Ein deutlicher Aufbau erfolgte darüber hinaus in Europa und hier vor allem in Deutschland. Die Regionen außerhalb Deutschlands stellen inzwischen 57 % der Beschäftigten in der Forschung und Entwicklung, in Asien-Pazifik arbeiten 38 %. Die Anzahl der Beschäftigten im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung (Sonstige) stieg leicht auf rund 1.450 gegenüber rund 1.400 im Vorjahr.

Ertragslage

Ergebnis der Bosch-Gruppe zurückgegangen

Wir weisen ein EBIT für 2019 von 2,9 Milliarden Euro gegenüber 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr aus. Zu berücksichtigen ist bei den Vorjahreszahlen ein einmaliger positiver Sondereffekt aufgrund der geänderten Bilanzierung der betrieblichen Altersversorgung in Bezug auf Zusatzleistungen bei Invalidität und Tod von rund 430 Millionen Euro. Dieser wirkte sich bei den Werten für 2018 positiv in allen Kategorien der Funktionskosten der Gewinn- und Verlustrechnung aus.

Das operative EBIT sank 2019 in der Bosch-Gruppe auf 3,3 Milliarden Euro (Vorjahr 5,5 Milliarden Euro); die operative Rendite reduzierte sich auf 4,2 % vom Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert von 7,0 %. Damit war der Rückgang stärker als erwartet. Dabei sind die Vorleistungen für Zukunftsfelder sowohl mit Blick auf die Forschungs- und Entwicklungskosten als auch auf die Abschreibungen auf Sachanlagen weiter gestiegen. Zudem hatten wir zwar bereits mit einem Rückgang der Automobilproduktion gerechnet; allerdings war dieser erheblich ausgeprägter als bei den Planungen absehbar. Besonders ins Gewicht fällt hierbei die unbefriedigende Verfassung bislang margenstarker Automobilmärkte und -segmente wie China, Indien sowie des Pkw-Diesels. Als Folge entstehen hohe Aufwendungen für erforderliche Restrukturierungen vor allem im Unternehmensbereich Mobility Solutions, die sich in verschiedenen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung auswirken. In geringerem Umfang belastet darüber hinaus die Abschwächung des Ertrags im Konsumgütersektor das Gesamtergebnis. Gegenläufig wirken positive Einmaleffekte, die sich überwiegend aus dem Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen ergeben. Ohne Einmaleffekte ergibt sich eine operative Rendite von 3,5 %. Beim operativen EBIT bleiben dabei wie auch in den Vorjahren Ergebnisbelastungen durch die erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte als Folge der vollständigen Übernahme der früheren Gemeinschaftsunternehmen im Jahr 2015 von insgesamt rund 380 Millionen Euro im Jahr 2019 außer Betracht; sie liegen leicht unter denen des Vorjahres.

Wichtigste Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

in Millionen Euro 2019 2018
Umsatzerlöse 77.721 78.465
Herstellungskosten des Umsatzes -53.236 -51.696
Bruttoergebnis 24.485 26.769
Vertriebs- und Verwaltungskosten -16.262 -15.308
Forschungs- und Entwicklungskosten -6.079 -5.963
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge 766 18
Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -7 -14
EBIT 2.903 5.502
Finanzergebnis 353 -435
Ergebnis vor Steuern 3.256 5.067
Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.196 -1.493
Ergebnis nach Steuern 2.060 3.574

Die Herstellungskosten des Umsatzes stiegen im Jahr 2019 um 3,0 % auf 53,2 Milliarden Euro. Damit ist die Bruttomarge vom Umsatz auf 31,5 % gesunken gegenüber 34,1 % im Vorjahr. Dabei lagen die Abschreibungen auf Sachanlagen mit rund 3,4 Milliarden Euro um rund 10 % über dem Vorjahresniveau von 3,1 Milliarden Euro. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten stiegen um 6,2 % gegenüber dem Vorjahreswert.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen 2019 auf 6,1 Milliarden Euro gegenüber 6,0 Milliarden Euro im Vorjahr und bezogen auf den Umsatz auf eine Quote von 7,8 % gegenüber 7,6 % im Vorjahr. Der Rückgang 2018 gegenüber 2017 resultierte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15. Bis 2017 enthielten die Forschungs- und Entwicklungskosten noch an Kunden direkt weiter verrechnete Entwicklungsleistungen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungskosten

Auch 2019 entfiel dabei der höchste Anteil auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions mit 72 % (Vorjahr 75 %). Wichtige Themen sind hier Vorleistungen für Elektrifizierung, Fahrerassistenzsysteme auch mit Blick auf das automatisierte Fahren, Anzeige- und Infotainmentsysteme sowie Sensorik. Zudem spiegeln die steigenden Vorleistungen in diesem Unternehmensbereich auch die wachsende Komplexität vieler Projekte gerade in der Automobilelektronik wider. Der Anteil des Unternehmensbereichs Consumer Goods erreichte 16 % (14 %) und von Industrial Technology von weiterhin 7 %. Bei Energy and Building Technology stieg er auf 5 % (4 %).

Der positive Saldo bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen resultiert im Wesentlichen aus Einmaleffekten, vor allem aus dem Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen.

Der positive Saldo im Finanzergebnis beträgt 353 Millionen Euro im Jahr 2019 gegenüber einem negativen Saldo von 435 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Verbesserung spiegelt überwiegend die positive Entwicklung bei Investmentfonds wider. Das Ergebnis vor Steuern erreichte damit 3,3 Milliarden Euro; das entspricht einer Rendite von 4,2 %. Beide Werte liegen dabei deutlich unter den Werten des Vorjahres von 5,1 Milliarden Euro und 6,5 %. Nach Steuern ergibt sich ein Ergebnis von 2,1 Milliarden Euro, gegenüber 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

Unser interner Ergebnisindikator Operativer Wertbeitrag wird nur für den im internen Berichtswesen für 2019 verwendeten Konsolidierungskreis ermittelt. Auch er liegt unter den Erwartungen und ist mit rund 70 Millionen Euro negativ, gegenüber der relevanten Vergleichszahl von rund 1,6 Milliarden Euro für das Jahr 2018. Wesentlicher Unterschied zwischen EBIT und Operativem Wertbeitrag sind die kalkulatorischen Kapitalkosten von rund 3,8 Milliarden Euro (vergleichbare Vorjahreszahl rund 3,6 Milliarden Euro), die den Operativen Wertbeitrag gegenüber dem EBIT reduzieren.

Alle Bereiche trugen zum Ergebnis bei

Alle Unternehmensbereiche erzielten im Jahr 2019 wie erwartet ein positives Ergebnis. Dabei wirkte sich in allen Segmenten bei den Vorjahreswerten für 2018 der genannte positive Sondereffekt aufgrund der geänderten Bilanzierung der betrieblichen Altersversorgung in Bezug auf Zusatzleistungen bei Invalidität und Tod aus, der jedoch in den operativen Ergebniszahlen nicht berücksichtigt wird. Beim operativen EBIT werden zugleich für die Unternehmensbereiche Mobility Solutions und Consumer Goods wie in den Vorjahren die Ergebnisbelastungen aus den erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und bei BSH Hausgeräte aufgrund der Komplettübernahmen im Jahr 2015 außer Betracht gelassen.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions sank vor dem Hintergrund der weiter gestiegenen Vorleistungen und insbesondere des Absatzrückgangs durch die Marktschwäche gerade margenstarker Märkte und Segmente sowie erheblicher Restrukturierungsaufwendungen das EBIT auf 756 Millionen Euro gegenüber einem Vorjahreswert von 3,5 Milliarden Euro. Das operative EBIT erreichte 887 Millionen Euro gegenüber einem Vorjahreswert von 3,4 Milliarden Euro. Die operative Rendite sank auf 1,9 % vom Umsatz nach 7,1 % im Vorjahr. Damit fiel der Ergebnisrückgang noch stärker aus als ursprünglich erwartet.

Der Unternehmensbereich Industrial Technology erreichte inklusive des Einmaleffekts durch den Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen ein EBIT von 897 Millionen Euro gegenüber 687 Millionen Euro im Vorjahr und einem operativen Vorjahreswert von 627 Millionen Euro. Ohne Einmaleffekt durch den Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen erzielte der Bereich eine operative Rendite von 7 % vom Umsatz gegenüber 8,4 % im Vorjahr.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods weist ein EBIT von 1,0 Milliarden Euro gegenüber 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr aus. Das operative EBIT erreichte 1,3 Milliarden Euro gegenüber 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr, die operative Rendite 7,3 % gegenüber 7,8 % im Jahr 2018. Die Geschäftsbereiche Power Tools und insbesondere BSH Hausgeräte bekamen 2019 eine verschärfte Marktsituation zu spüren. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte ein EBIT von 290 Millionen Euro gegenüber 266 Millionen Euro (operativ 236 Millionen Euro) im Vorjahr. Die Rendite stieg deutlich auf 5,1 % vom Umsatz gegenüber der operativen Rendite von 4,2 % für das Jahr 2018.

EBIT

Vermögens- und Finanzlage

Hohe Eigenkapitalquote und solide Bilanz

Die Bilanzsumme der Bosch-Gruppe erreichte zum Stichtag 2019 89,0 Milliarden Euro und liegt damit signifikant über dem Niveau des Vorjahres von 83,7 Milliarden Euro. Zu berücksichtigen ist dabei die erstmalige Anwendung von IFRS 16 "Leasingverhältnisse", aus der sich ein positiver Effekt von 2,1 Milliarden Euro ergibt. Ein gegenläufiger Effekt resultiert aus dem Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen, der bereits in den Bilanzzahlen für 2019 zu berücksichtigen ist. Die Eigenkapitalquote reduziert sich leicht auf 46 % gegenüber 47 % im Vorjahr.

Auf der Aktivseite verfügten wir zum Bilanzstichtag über eine deutlich gestiegene bilanzielle Liquidität von 19,0 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 16,5 Milliarden Euro. Die bilanzielle Liquidität umfasst neben den flüssigen Mitteln die Wertpapiere und die Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen. Hier ergaben sich positive Veränderungen insbesondere durch gestiegene Marktwerte des Wertpapiervermögens. Auf der Passivseite ergaben sich Veränderungen vor allem durch den Anstieg der Pensionsrückstellungen, der im Wesentlichen aus versicherungsmathematischen Effekten resultiert.

Bilanzstruktur

Damit ist die Finanzierungsstruktur sehr solide. Standard & Poor's bewertete 2019 die Langfristbonität der Robert Bosch GmbH mit AA-, senkte jedoch den Ausblick auf "negativ". Zu den finanziellen Verbindlichkeiten der Bosch-Gruppe gehören Anleihen mit einem Nominalwert von 3,0 Milliarden Euro. Die Zinssätze liegen zwischen 1,625 % und 4,375 %; die durchschnittliche Verzinsung ist auf 2,185 % gesunken gegenüber einem Vorjahreswert von 2,440 %. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen beträgt 6,33 Jahre gegenüber 6,72 Jahren im Vorjahr. Die bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten lauten größtenteils auf Euro. Es wurden keine Anleihen und Finanzmittel in nennenswertem Umfang aufgenommen. Dagegen gab es Rückzahlungen bei Anleihen und längerfristigen Darlehen der Robert Bosch GmbH von insgesamt rund 450 Millionen Euro und bei der Tochtergesellschaft BSH Hausgeräte von 100 Millionen CNY sowie die vollständige beziehungsweise teilweise Tilgung von Euro-Darlehen in Höhe von insgesamt rund 57 Millionen Euro.

Investitionen weiter auf hohem Niveau

Im Jahr 2019 übertrafen die Investitionen mit rund 5,0 Milliarden Euro leicht das Vorjahresniveau von 4,9 Milliarden Euro. Die Investitionsquote stieg damit auf 6,4 % vom Umsatz gegenüber 6,3 % im Vorjahr. Der Umfang der zum Abschlussstichtag bestehenden Investitionsverpflichtungen aufgrund getätigter Bestellungen beträgt rund 542 Millionen Euro nach 895 Millionen Euro im Vorjahr. Dafür stehen angesichts unserer sehr guten Liquiditätssituation ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung.

Nach Unternehmensbereichen lagen die Investitionen im Bereich Mobility Solutions wie im Vorjahr bei 3,8 Milliarden Euro. Schwerpunkte waren Investitionen bei Benzindirekteinspritzung, iBooster, Integrated Power Brake, den Bremssystemen ABS und ESP ® sowie dem autonomen Fahren und vor allem in die neue Halbleiterfabrik in Dresden und weitere Kapazitätserweiterungen in der Automobilelektronik in Reutlingen sowie an einer Reihe europäischer und internationaler Standorte. Bei Industrial Technology erhöhten sich die Investitionen auf rund 251 Millionen Euro nach 233 Millionen Euro im Vorjahr. Dazu gehörten unter anderem neue Produktionseinrichtungen für die Lineartechnik in China. Im Bereich Consumer Goods investierten wir 759 Millionen Euro nach rund 781 Millionen Euro im Vorjahr. Bedeutende Projekte von BSH Hausgeräte waren auch 2019 die neue Geschirrspülerfabrik und das Entwicklungszentrum für Wäschetrockner in Lodz, Polen, sowie die neue Fabrik für Kühlgeräte in Indien. Hinzu kamen Investitionen für neue Produktgenerationen von Waschmaschinen in Cerkezköy, Türkei. Bei Energy and Building Technology erreichte das Investitionsvolumen 116 Millionen Euro nach 114 Millionen Euro im Vorjahr. Im Vordergrund standen hier weiterhin Projekte an Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsstandorten mit dem Fokus auf Kostenreduzierung und Produkterneuerung.

Investitionen in Sachanlagen

Investitionen in Sachanlagen

In regionaler Betrachtung entfielen auf europäische Standorte wie im Vorjahr Investitionen in der Höhe von 3,0 Milliarden Euro. In Deutschland gaben wir davon rund 1,7 Milliarden Euro gegenüber 1,8 Milliarden Euro im Vorjahr aus; größte Einzelinvestition war 2019 erneut die künftige Halbleiterfabrik in Dresden. Auch an anderen europäischen Standorten investierten wir kräftig. In Ungarn gilt dies besonders für den Ausbau der Produktion für Leistungselektronik am Standort Hatvan sowie den Bau des Entwicklungszentrums in Budapest; am Standort Miskolc wurde in Gebäude für die Produktionsausweitung bei Batteriepacks für die Anwendung in Gartengeräten, professionellen Werkzeugen und eBikes investiert. In Polen erweiterten wir die Kapazitäten mit Schwerpunkt Hausgeräte, in Tschechien am Standort České Budějovice für Abgasnachbehandlungssysteme, in Rumänien am Standort Cluj für Automobilelektronik. Ein Schwerpunkt in Westeuropa war abermals der portugiesische Standort Braga, an dem unter anderem Anzeigesysteme für automobile Anwendungen hergestellt werden. Darüber hinaus investierten wir in der Türkei am Automobilstandort Bursa sowie bei BSH Hausgeräte. Ansonsten waren auch 2019 die Investitionen breit verteilt.

In der Region Asien-Pazifik investierten wir 1,5 Milliarden Euro nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Dies betraf in starkem Maße China und die dortigen umfangreichen Investitionen im Unternehmensbereich Mobility Solutions mit einem besonderen Schwerpunkt bei der Benzindirekteinspritzung sowie bei Komponenten und Systemen in der Elektromobilität. Hinzu kommen die neue Trockner- und Waschmaschinenfabrik von BSH Hausgeräte in Chuzhou sowie die Investitionen in die Lineartechnik im Geschäftsbereich Drive and Control Technology in Xián. In Indien waren Schwerpunkte die Entwicklungsaktivitäten am Standort Bengaluru. Umfangreiche Investitionen haben wir zudem in Vietnam vorgenommen, wo wir am Standort Long Thanh bei Ho-Chi-Minh-Stadt Schubgliederbänder für stufenlose Automatikgetriebe fertigen.

In Nord- und Südamerika investierten wir rund 440 Millionen Euro nach rund 470 Millionen Euro im Vorjahr. Schwerpunkte in Amerika betrafen insbesondere den Unternehmensbereich Mobility Solutions. Dazu gehörten in den USA abermals die Fertigungsstandorte Charleston, Anderson und Florence in South Carolina sowie eine Reihe von Standorten in Mexiko. Darüber hinaus erweiterten wir die Kapazitäten für Power Tools in Lincolnton, USA, bei Kreissägeblättern.

Liquiditätsentwicklung

Gute Liquiditätsausstattung

Die Bosch-Gruppe verfügt trotz des geringeren EBIT über eine hohe Finanzkraft mit einem Cash-Flow im Jahr 2019 auf Vorjahresniveau mit 7,0 Milliarden Euro beziehungsweise 9,0 % des Umsatzes. Die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung (flüssige Mittel) reduzierte sich zum Jahresende auf 4,6 Milliarden Euro nach 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Darüber hinaus besteht ein freier Finanzierungsrahmen in der Bosch-Gruppe bei Commercial-Paper-Programmen in Höhe von 1 Milliarde Euro und von 2 Milliarden US-Dollar.

Kapitalflussrechnung der Bosch-Gruppe

in Millionen Euro 2019 2018
Cash-Flow 6.971 7.026
in % vom Umsatz 9,0 9,0
Liquidität Jahresanfang (01.01.) 4.716 4.543
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit +6.559 +7.267
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -5.113 -6.110
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -1.671 -1.019
Sonstiges +67 +35
Liquidität Jahresende (31.12.) 4.558 4.716

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit sank auf 6,6 Milliarden Euro nach einem Vorjahreswert von 7,3 Milliarden Euro. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 5,1 Milliarden Euro und ist damit niedriger als der Vorjahreswert von 6,1 Milliarden Euro. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit - einschließlich der Tilgungsleistungen für Leasingverbindlichkeiten - lag 2019 bei 1,7 Milliarden Euro, während wir im Vorjahr einen Mittelabfluss von 1,0 Milliarden Euro auswiesen. Es wurden im Jahr 2019 wie im Vorjahr keine neuen langfristigen Finanzmittel aufgenommen.

Die Bosch-Gruppe verfügt über ein zentrales Finanz- und Währungsmanagement. Es dient einer optimalen Steuerung der Zahlungsströme sowie der Begrenzung von Risiken aus offenen Währungspositionen auf Ebene der Bosch-Gruppe. Darüber hinaus steuert das zentrale Finanzmanagement die Mittelaufnahme und die Finanzanlagen. Dabei verfolgen wir bei den Kapitalanlagen die Strategie einer breiten Streuung von Aktien und verzinslichen Wertpapieren.

Ausblick

Schwierige Rahmenbedingungen

Wir gehen bislang für 2020 nur von einem schwachen Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung aus. So wird der Welthandel durch eine Reihe von Handelskonflikten belastet. Darüber hinaus strahlt das verlangsamte Wachstum in China auf die weltweite Konjunktur aus. Unseren Planungen liegt ein Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung von lediglich 2,0 % zugrunde; wir gehen damit von einer weiteren Abschwächung der Dynamik gegenüber dem Vorjahr aus. Damit würde die Weltwirtschaft so langsam wachsen wie zuletzt im globalen Krisenjahr 2009. Die globale Ausbreitung des Coronavirus spricht für eine weitere Abschwächung der Wachstumsdynamik. Allerdings lassen sich die Effekte auf die Konjunktur zum Zeitpunkt der Prognose nicht belastbar abschätzen, weshalb die Prognosedaten sie noch nicht berücksichtigen.

Für die Triade erwarten wir, dass sich in Amerika das Wachstum 2020 gegenüber 2019 deutlich auf knapp 1,5 % reduziert. Die Wirtschaftsleistung in Europa dürfte sich mit einem prognostizierten Anstieg von nicht ganz 1 % ähnlich schwach wie 2019 entwickeln. Das Wachstum in Asien-Pazifik wird sich nach derzeitigen Prognosen weiter auf 3,5 % verlangsamen. Für China prognostizieren wir bislang einen Zuwachs von 5 %. In Indien erwarten wir erst gegen Jahresende ein Anziehen der Wirtschaftsdynamik, weshalb wir für 2020 mit einem im Vergleich zu früheren Jahren erneut schwachen Wachstum von 5,3 % rechnen.

In Europa gehen wir für die Europäische Union für 2020 von einer Zuwachsrate von 0,8 % aus und damit einem ähnlich schwachen Wachstum wie 2019. Dies liegt auch an einer sehr geringen Dynamik der stark exportabhängigen Wirtschaft in Deutschland, wo wir nur von einem Zuwachs von 0,3 % ausgehen. Außerdem strahlt die konjunkturelle Schwäche Deutschlands zunehmend auf die Volkswirtschaften in Osteuropa aus, die eng mit der deutschen Exportindustrie verflochten sind. Im Vereinigten Königreich, das Ende Januar 2020 aus der Europäischen Union ausgetreten ist, dürfte die Konjunktur unter der erforderlichen Adjustierung der Handelsbeziehungen leiden, auch wenn die Anpassungen nur schrittweise erfolgen werden. In der Türkei wird sich voraussichtlich die langsame wirtschaftliche Normalisierung fortsetzen mit einem Anstieg der Wertschöpfung von 2,3 %; damit kann die türkische Wirtschaft aber nicht an das kräftige Wachstum früherer Jahre anknüpfen. Auch in Russland rechnen wir nur mit einer geringen Wirtschaftsdynamik. Wesentlicher Grund sind die niedrigen Rohstoffpreise angesichts des schwachen globalen Wachstums, wodurch wichtige Impulse für die russische Wirtschaft fehlen.

In Nordamerika prognostizieren wir ein gegenüber dem Vorjahr abgeschwächtes Wirtschaftswachstum von 1,4 %. Einen Faktor bilden die nachlassenden positiven Effekte aus der US-Steuerreform von 2018. Hinzu kommen die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China. In Südamerika rechnen wir unter anderem aufgrund der politischen Spannungen nur mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 %.

Regionales Wirtschaftswachstum 2016 - 2020

Unbefriedigend sind die Aussichten auf unserem wichtigsten Markt, der Automobilproduktion. Hier gehen wir bisher von einem weiteren Rückgang der gesamten Produktion von Personenwagen und Nutzfahrzeugen um 3,7 % auf 88,7 Millionen Fahrzeuge aus. Damit wird die weltweite Automobilproduktion in drei aufeinanderfolgenden Jahren zurückgehen und voraussichtlich unter das Niveau von 2014 fallen. Eingerechnet ist dabei bereits ein Rückgang der Erwartungen für China auf Basis einer ersten Einschätzung der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie. Weitere Effekte sind zum Zeitpunkt der Prognose noch nicht ausreichend quantifizierbar. Wir bereiten verschiedene Szenarien vor. Überdies zeichnet sich bereits bei schweren Nutzfahrzeugen ein Rückgang der Produktionszahlen von 11 % ab. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Fertigungszahlen spielt auch 2020 der erwartete weitere Rückgang der Produktionszahlen in China und in Indien. Aber auch in fast allen anderen Ländern mit bedeutender Automobilproduktion rechnen wir mit geringeren Stückzahlen. Lediglich in Südamerika, Afrika und in den ASEAN-Staaten wird ein Zuwachs erwartet.

Herausfordernde Geschäftsaussichten

Die schwache weltweite Konjunktur und insbesondere die voraussichtlich unbefriedigende Entwicklung wichtiger Marktsegmente wie Automobilproduktion und Maschinenbau werden die Geschäftsaussichten der BoschGruppe für 2020 voraussichtlich belasten. Die Auswirkungen von Produktionsstillständen aufgrund der Coronavirus-Epidemie in China und deren Nachwirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung lassen sich zum Zeitpunkt der Prognose nicht belastbar abschätzen; sie hängen zudem vom weiteren weltweiten Verlauf ab.

Unabhängig hiervon erwarten wir bislang für die Bosch-Gruppe ohne die Konsolidierungseffekte durch den Verkauf der Aktivitäten bei den Verpackungsmaschinen einen Umsatz von annähernd 76 Milliarden Euro und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Wechselkurseffekte sind hierbei nicht berücksichtigt. Von einer ähnlichen Umsatzentwicklung gehen wir bisher im Unternehmensbereich Mobility Solutions aus. Industrial Technology muss sich auch ohne die Basiseffekte durch den Verkauf von Packaging Technology aufgrund der Marktschwäche auf einen Umsatzrückgang von mehr als 7 % einstellen. Bei Consumer Goods erwarten wir einen Umsatzrückgang von rund 1 %, bei Energy and Building Technology dagegen eine Wachstumsrate in ähnlicher Höhe.

Wir streben bislang für 2020 eine operative EBIT-Rendite der BoschGruppe auf Vorjahreshöhe an. Vergleichsbasis ist die Rendite 2019 ohne Einmaleffekte von 3,5 %. Neben den schwachen Märkten erwarten wir erneut erhebliche Ergebnisbelastungen aus den Vorleistungen für Zukunftsfelder sowie durch erforderliche Anpassungsmaßnahmen. Deutlichen Verbesserungen der operativen Rendite im Unternehmensbereich Mobility Solutions steht nach unseren Planungen eine deutliche Verschlechterung bei Industrial Technology gegenüber. Die operative Rendite bei Consumer Goods und bei Energy and Building Technology wird nach den bisherigen Erwartungen in etwa Vorjahresniveau erreichen. Basis sind auch bei den Prognosen für die Unternehmensbereiche die Werte 2019 ohne Einmaleffekte. Die neue, interne Steuerungskennziffer Net Working Capital in Prozent vom Umsatz wollen wir 2020 auf Ebene der Bosch-Gruppe gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresniveau von 27,4 % leicht verbessern. Eine erhebliche Verbesserung erwarten wir hier bei Industrial Technology, eine leichte bei Consumer Goods und Energy and Building Technology, ein Niveau auf Vorjahreshöhe bei Mobility Solutions.

Chancen- und Risikobericht

Chancenbericht

Zur besseren Verständlichkeit sind im Kapitel "Perspektiven für die BoschGruppe" die Chancen, die sich aus dem Marktumfeld, unserer Strategie und unseren Innovationen ergeben, für das Gesamtunternehmen und die Unternehmensbereiche ausführlich dargestellt.

Risikobericht

Umfassendes Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement für die Bosch-Gruppe ist auf das gesamte Unternehmen ausgerichtet und bezieht alle betrieblichen Prozesse, Funktions-, Geschäfts-, Regional- und Unternehmensbereiche ein. Es ist dabei eine Kernaufgabe für das gesamte Management auf allen Ebenen der BoschGruppe. Die Verantwortung für die Risikosteuerung wird grundsätzlich dezentral auf allen Managementebenen des Konzerns wahrgenommen, während die Governance-Aufgaben teilweise zentral organisiert sind. Damit erfolgt die Identifikation und Steuerung der Risiken am Ort des Entstehens, also vor allem in den Geschäftsbereichen und Regionalorganisationen. Diese tragen auch in erster Linie die Verantwortung dafür, Maßnahmen zur Reduzierung beziehungsweise Beherrschung der Risiken einzuleiten. Daneben unterstützen, regeln und überwachen die Zentralabteilungen wie das Compliance-Management, die Rechts- und Steuerabteilungen und die Zentralstelle für das Risikomanagementsystem die Kontrollaktivitäten der operativen Einheiten. Der internen Revision als unabhängiger Instanz und auch mit direkter Berichtslinie an die geschäftsführenden Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG obliegt unter anderem die Bewertung der Angemessenheit und Wirksamkeit der beschriebenen Aufgaben sowie bei Bedarf die Einleitung entsprechender Verbesserungsmaßnahmen.

Die zentrale Koordinierungsstelle für das Risikomanagementsystem hat die Aufgabe, dieses Thema kontinuierlich mit Blick auf die wachsenden Anforderungen weiterzuentwickeln. Dazu gehörte die Erarbeitung einer weltweit für die Bosch-Gruppe gültigen Richtlinie zum Risikomanagement, die 2019 eingeführt wurde und 2020 vollständig umgesetzt wird. Sie sorgt für zusätzliche Klarheit bei Grundsätzen und Verantwortlichkeiten. Zudem hat die zentrale Koordinierungsstelle 2019 begonnen, ein neues, standardisiertes elektronisches Risikoinformationssystem in der gesamten BoschGruppe einzuführen, das die Risikoerfassung und -analyse unterstützt und zusätzliche Transparenz bringt. Außerdem wurde in diesem Zuge die Bewertungsmethodik weiterentwickelt. Darüber hinaus hat ein neu eingerichtetes, funktionsübergreifendes Risikokomitee die Aufgabe, bereichsübergreifend Risikoschwerpunkte festzulegen und disruptive technologische und strategische Risiken zu analysieren.

Gesamtbewertung der Risiken

Über die im Prognosebericht genannten konjunkturellen und politischen Risiken sowie die in diesem Bericht aufgeführten Risiken der Unternehmensbereiche und rechtlichen Risiken hinaus sehen wir derzeit keine Risiken, die 2020 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BoschGruppe wesentlich beeinflussen könnten. Es ergeben sich keine bestandsgefährdenden Risiken für die Bosch-Gruppe.

Auswirkung der Coronavirus-Epidemie

Die globale Ausbreitung des Coronavirus spricht für deutlich negative Effekte auf die globale Wachstumsdynamik sowie insbesondere auf unsere Märkte. Die wahrscheinlich spürbaren Belastungen der Lieferketten sowie der Produktion werden sich in den Umsatz- und Ergebniszahlen niederschlagen. Zur Risikobegrenzung haben wir ein Krisenmanagement aufgesetzt, das die Entwicklung eng verfolgt und entsprechende Maßnahmen insbesondere zum Schutz der Beschäftigten sowie zur Absicherung der Kundenversorgung veranlasst. Die möglichen Effekte durch die Coronavirus-Epidemie auf unsere Geschäftsentwicklung lassen sich zum Zeitpunkt der Prognose nicht belastbar abschätzen.

Analyse der mittelfristigen Risiken

Die Zahl der von den Bereichen genannten Risiken ist im Zuge der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und der Präzisierung der Verantwortlichkeiten gestiegen, unter anderem durch die erstmalige umfassende Einbeziehung von IT-Risiken in die Bewertungslogik. Zudem wurde die Bewertung auf die Größe "potenzielle Schadenhöhe" umgestellt und die Risikomatrix entsprechend weiterentwickelt. Die Risikomatrix führt die potenzielle Schadenhöhe und die Eintrittswahrscheinlichkeit zusammen. Basis für die potenzielle Schadenhöhe ist eine Drei-Punkt-Einschätzung der Kategorien "schlechtestes", "realistisches" und "bestes" Szenario im Verhältnis von 1:4:1. Bei der potenziellen Schadenhöhe unterscheiden wir dabei sechs Kategorien (bis zu 5 Millionen Euro, mehr als 5 bis 25 Millionen Euro, mehr als 25 bis 50 Millionen Euro, mehr als 50 bis 100 Millionen Euro, mehr als 100 bis 250 Millionen Euro und größer als 250 Millionen Euro). Gleichzeitig haben wir bei der Eintrittswahrscheinlichkeit auf fünf Kategorien umgestellt (bis zu 5 %, größer 5 bis 20 %, größer 20 bis 50 %, größer 50 bis 75% und mehr als 75 %). Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mindestens 50 % verarbeiten wir weiterhin grundsätzlich in unserer jährlichen beziehungsweise in der unterjährigen Umsatz- und Ergebnisprognose. Die Bewertung erfolgt gegenüber unserer aktuellen Planung.

Als besondere Risiken (potenzielle Schadenhöhe von größer 250 Millionen Euro und Eintrittswahrscheinlichkeit mindestens in der Kategorie größer 20 bis 50 %) ergeben sich für die Bosch-Gruppe als größte Einzelrisiken Angriffe auf IT-Kernprozesse und tendenziell steigend auf vernetzte Produkte sowie Risiken im Bereich des Datenschutzes. Zu dieser Risikogruppe gehören auch mögliche Insolvenzverfahren bei kritischen Lieferanten insbesondere im Unternehmensbereich Mobility Solutions und als größtes operatives Risiko ein weiterer Umsatzrückgang im umsatzstärksten Geschäftsbereich Powertrain Solutions über den bereits erwarteten Umfang im Wirtschaftsplan für das Jahr 2020 und die Folgejahre hinaus.

Den Risiken im Bereich der Informationstechnologie und des Datenschutzes begegnen wir durch eine umfassende IT-Strategie. Denn ein Ausfall unserer Systeme durch externe Angriffe oder interne Fehlerquellen kann zu erheblichen Problemen bei der Produktentwicklung, -fertigung und dem laufenden Betrieb von Softwareprodukten sowie der administrativen Abwicklung mit daraus resultierenden signifikanten finanziellen Einbußen führen. Dagegen sichern wir uns mit umfassenden, unternehmensweit gültigen Maßnahmen zum organisatorischen und technischen Schutz vor Systemausfällen, Datenverlusten und -manipulationen ab. Für den Betrieb unserer Rechenzentren nutzen wir ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das wir kontinuierlich nach dem Stand der Technik weiterentwickeln und dessen Wirksamkeit wir unter anderem mit umfassenden Sicherheitstests verifizieren sowie gemäß einer unabhängigen Informationssicherheitsnorm zertifizieren. Eine hohe Verfügbarkeit unserer IT-Infrastruktur erreichen wir durch eine redundante standortunabhängige Systemarchitektur. Wir arbeiten zusätzlich konstant an der Erhöhung des Netzwerkschutzes.

Risiken aus dem Einsatz softwarebasierter Erzeugnisse und Lösungen im Internet der Dinge (IoT) ergeben sich aus der missbräuchlichen oder fehlerhaften Verwendung von vernetzten Hardwareprodukten, Software und Daten in Bezug auf den Schutz des geistigen Eigentums oder auch Datenschutz in einem immer komplexeren Umfeld, insbesondere in öffentlichen Cloud-Umgebungen. Wie auch bei den Risiken im Bereich der Informationstechnologie besteht hier das Risiko externer Angriffe auf vernetzte Hardwareprodukte. Die Vermeidung dieser Risiken wird durch den konzernweit gültigen "Security Engineering Process" adressiert, durch den die Konzeption von Produkten von Anfang an auch auf Sicherheitsgesichtspunkte Rücksicht nimmt. Sicherheitsschwachstellen in Produkten begegnen wir auch durch den Ausbau der Update-Fähigkeit von Bosch-Produkten. Des Weiteren erarbeiten wir eine konzernweite Datenstrategie, die Verantwortlichkeiten und Prozesse zum Umgang mit Daten ganzheitlich regelt. Darüber hinaus ergeben sich Haftungsrisiken im Zusammenhang mit dem Ausfall oder der Störung von komplexen Systemen, in die unsere Erzeugnisse und Leistungen Eingang finden, wie beispielsweise Fertigungseinrichtungen im Rahmen von Industrie-4.0-Lösungen oder Komponenten für das autonome Fahren. Zur Reduktion der Risiken schließen wir mit unseren Kunden geeignete Nutzungsvereinbarungen und Haftungsbegrenzungen ab.

Das Risiko von Insolvenzen kritischer Lieferanten insbesondere im Bereich Mobility Solutions begrenzen wir durch ein umfangreiches Monitoring der wirtschaftlichen Situation der Lieferanten durch unsere Einkaufs- und Logistikbereiche sowie eine detaillierte Regelberichterstattung an den Finanzgeschäftsführer. Dem operativen Risiko im Geschäftsbereich Powertrain Solutions versuchen wir einerseits durch eine faktenbasierte Diskussion der Dieselthematik sowie durch unser Engagement bei einer technologieoffenen Entwicklung der Antriebstechnik einschließlich synthetischer eFuels zu begegnen, andererseits durch die umfangreichen Maßnahmen des Performance-Managements im Unternehmensbereich Mobility Solutions.

Insgesamt gesehen liegt das höchste Gesamtrisikopotenzial gemessen an der Zahl der Risiken und dem potenziellen Gesamtrisiko im Unternehmensbereich Mobility Solutions. Allerdings ist die potenzielle Schadenhöhe unterproportional zum Umsatzanteil. In den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology ergeben sich keine besonderen Risiken; nennenswert ist die hohe Marktvolatilität. Bei Consumer Goods ergeben sich Risiken aus den Marktveränderungen insbesondere im Hausgerätemarkt und der erforderlichen Weiterentwicklung der Aufstellung. Bei Building Technology sind die Risiken insgesamt gering.

Compliance:

Das klare Bekenntnis zu Verantwortung, Legalität und ethischem Verhalten ist von herausragender Bedeutung für Bosch. Im Zuge der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Compliance-Organisation wurden Ressourcen planmäßig gestärkt. Um die Unabhängigkeit der Compliance Offices zu stärken, haben wir die regionalen Compliance Officers zielverantwortlich an die Zentrale angebunden und drei regionale Leitungen eingerichtet. Wir haben darüber hinaus die weltweite Korruptionsrisikoanalyse wiederholt. Darüber hinaus wurden neue Web-basierte Trainings in den Bereichen Kartellrecht, Exportkontrolle und Produktentwicklungskodex für Zielgruppengrößen zwischen 87.000 und 140.000 Beschäftigten ausgerollt. Bis zum Jahresende 2019 konnten wir bereits über 250.000 Trainingsabschlüsse verzeichnen. Eine weltweit ausgerollte, individualisierte Posterkampagne unterstützt die Awareness für Compliance in der gesamten Belegschaft nachhaltig.

Rechtsrisiken:

Mit Blick auf Dieselfahrzeug-Emissionen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ihr Verfahren gegen Bosch im Mai 2019 abgeschlossen. Die Höhe des Bußgeldes belief sich auf 90 Millionen Euro. Bosch hat mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart bei der Aufarbeitung der fraglichen Vorgänge vollumfänglich kooperiert und auf das Einlegen von Rechtsmitteln verzichtet. Damit ist das Bußgeldverfahren gegen Bosch als Zulieferer von Motorsteuergeräten für Dieselmotoren rechtskräftig beendet. Die Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen einzelne Mitarbeiter sind noch nicht abgeschlossen. Ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind Ermittlungen ausländischer Behörden gegen weitere Fahrzeughersteller und zum Teil gegen Bosch als Lieferant von Motorsteuergeräten.

Zudem ist Bosch im Hinblick auf die Ereignisse bei Dieselfahrzeug-Emissionen bei verschiedenen Herstellern auch weiterhin weltweit in zahlreichen zivilrechtlichen Sammelklagen und Einzelklagen zum Teil auch Beklagte. Dies betrifft unter anderem die USA und Kanada. Aus den anhängigen und drohenden weiteren Klagen drohen Risiken. Bosch wahrt in allen diesen Verfahren seine Rechte. Zur Beilegung zivilrechtlicher Streitigkeiten wurde bisher ein Gesamtbetrag von rund 450 Millionen US-Dollar gezahlt. Bosch erkennt damit weder den von den Klägern vorgetragenen Sachverhalt an, noch räumt Bosch Schuld ein.

Mit Blick auf etwaige zivilrechtliche Risiken, die mit abgeschlossenen Kartellverfahren verbunden sind, führt Bosch zudem Gespräche mit Kunden über eine Kompensation. Zudem laufen weiterhin Ermittlungen gegen die französische Tochter von BSH Hausgeräte mit Blick auf einen möglichen Kartellverstoß.

Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses vorliegenden und von der Geschäftsführung beurteilten Sachverhalte zu den Themen Kartellrecht und Motorsteuergeräte wurde nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichende Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. Für die verschiedenen genannten Rechtsrisiken beläuft sich der Bestand an Rückstellungen im gesamten Konzern auf rund 880 Millionen Euro. Aus dem Geschäftsjahr 2019 sind der Geschäftsführung keine weiteren rechtlichen Risiken bekannt, die nach heutiger Einschätzung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen könnten.

Finanzwirtschaftliche Risiken:

Das operative Geschäft der BoschGruppe wird durch Währungs- und Zinsschwankungen beeinflusst. Geschäftspolitisches Ziel ist es, diese Risiken zu begrenzen. Grundsätzlich mildert unsere Strategie einer starken weltweiten Präsenz mit lokaler Produktion und weltweiten Einkaufsaktivitäten Währungsrisiken ab. Die Basis für die Steuerung von Währungsrisiken bilden die in einer Devisenbilanz ermittelten Nettopositionen pro Fremdwährung. Bei Bedarf werden diese Risiken wie auch Zinsrisiken durch zentrale Sicherungsmaßnahmen abgesichert. Interne Vorschriften und Richtlinien legen Handlungsrahmen und Verantwortlichkeiten bei Zahlungsvorgängen sowie bei Anlage- und Sicherungsvorgängen verbindlich fest. Nach unseren Regelungen dürfen Finanzinstrumente wie Termingeschäfte und Zinsswaps nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft sowie der Geldanlage beziehungsweise bei Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden; Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Die Abwicklung von Sicherungsgeschäften erfolgt ausschließlich über Banken mit guter Bonität. Deren Bonität wird ständig überprüft, und die Kontrahentenlimite werden entsprechend festgelegt.

Wir verfügen über umfangreiche Finanzanlagen. Hierbei ergeben sich vor allem Zins- und Kursrisiken. Wir steuern diese Risiken über einen auf unsere finanziellen Verpflichtungen abgestimmten Anlageprozess. Ziel ist es, eine angemessene, risikoadäquate Verzinsung des Anlagekapitals zu erreichen. Wir achten dabei auf eine möglichst breite Streuung unserer Anlagen. Das Risiko der Finanzanlagen wird mittels eines Limitsystems eng verfolgt. Vorgegebene Risikolimite für einzelne Anlagekategorien begrenzen das potenzielle Verlustrisiko. Auswirkungen von Zinsänderungen auf Mittelaufnahmen sind kurz- bis mittelfristig durch ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten stark begrenzt. Die Entwicklung von Finanzmitteln und -verbindlichkeiten wird fortlaufend überwacht. Liquiditätsrisiken erkennen wir im Rahmen unserer Liquiditätsplanung. Mit unseren guten Ratings sowie den bestehenden Finanzierungsprogrammen verfügen wir über einen guten Zugang zu den Fremdfinanzierungsmärkten.

Konzernabschluss der Bosch-Gruppe 2019

Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2019

WERTE IN MILLIONEN EURO

Anhang 2019 2018
Umsatzerlöse 1) 77.721 78.465
Herstellungskosten des Umsatzes -53.236 -51.696
Bruttoergebnis 24.485 26.769
Vertriebs- und Verwaltungskosten 2) -16.262 -15.308
Forschungs- und Entwicklungskosten 3) -6.079 -5.963
Sonstige betriebliche Erträge 4) 2.306 2.005
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5) -1.540 -1.987
Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -7 -14
EBIT 2.903 5.502
Finanzerträge 6) 2.301 1.956
Finanzaufwendungen 6) -1.948 -2.391
Ergebnis vor Steuern 3.256 5.067
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7) -1.196 -1.493
Ergebnis nach Steuern 2.060 3.574
davon nicht beherrschende Anteile 8) 469 527
davon Gesellschafter des Mutterunternehmens 1.591 3.047

Gesamtergebnisrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2019

WERTE IN MILLIONEN EURO

2019 2018
Ergebnis nach Steuern 2.060 3.574
Veränderung aus Schuldinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert 187 - 151
davon in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert -19 2
Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften 162 - 83
Reklassifizierbares Ergebnis 349 - 234
Veränderung aus Eigenkapitalinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert 1.077 - 305
Neubewertungen bei Pensionsrückstellungen -1.003 -1.408
davon Abwertung latenter Steuern auf Pensionsrückstellungen -1.009
Nicht reklassifizierbares Ergebnis 74 -1.713
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen der Periode 423 -1.947
Gesamtergebnis 2.483 1.627
davon nicht beherrschende Anteile 483 504
davon Gesellschafter des Mutterunternehmens 2.000 1.123

Bilanz zum 31. Dezember 2019

WERTE IN MILLIONEN EURO

Aktiva

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte
Flüssige Mittel 10) 4.558 4.716
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11) 14.024 14.859
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12) 3.400 2.276
Vertragsvermögenswerte 13) 1.003 905
Ertragsteuerforderungen 329 529
Sonstige Vermögenswerte 14) 2.087 1.868
Vorräte 15) 10.983 11.015
36.384 36.168
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 16) 14.859 12.558
Vertragsvermögenswerte 13) 648 560
Ertragsteuerforderungen 151 164
Sachanlagen 17) 21.894 20.492
Nutzungsrechte 29) 2.083
Immaterielle Vermögenswerte 18) 10.097 10.879
At Equity bewertete Beteiligungen 4 19
Sonstige Vermögenswerte 371 213
Latente Steuern 7) 2.539 2.601
52.646 47.486
Bilanzsumme 89.030 83.654

PASSIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19) 7.673 7.627
Leasingverbindlichkeiten 503
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 20) 1.417 1.591
Vertragsverbindlichkeiten 21) 1.385 1.427
Ertragsteuerverbindlichkeiten 252 260
Sonstige Verbindlichkeiten 22) 5.864 6.229
Ertragsteuerrückstellungen 108 195
Sonstige Rückstellungen 22) 4.974 4.234
22.176 21.563
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 20) 4.149 4.652
Leasingverbindlichkeiten 1.608
Vertragsverbindlichkeiten 21) 288 197
Sonstige Verbindlichkeiten 22) 172 183
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23) 12.648 11.415
Ertragsteuerrückstellungen 449 566
Sonstige Rückstellungen 22) 4.769 4.111
Latente Steuern 7) 1.692 1.791
25.775 22.915
Eigenkapital 24)
Gezeichnetes Kapital 1.200 1.200
Kapitalrücklage 4.557 4.557
Gewinnrücklagen 33.110 31.199
Bilanzgewinn 119 242
Nicht beherrschende Anteile 2.093 1.978
41.079 39.176
Bilanzsumme 89.030 83.654

Eigenkapitalveränderungsrechnung

WERTE IN MILLIONEN EURO

Gewinnrücklagen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftete Ergebnisse Eigene Anteile
1.1.2018 1.200 4.557 33.321 - 62
Gesamtergebnis
Dividendenzahlungen
Einstellung in die Gewinnrücklagen 2.805
Übrige Veränderungen
31.12.2018 1.200 4.557 36.126 - 62
Gesamtergebnis
Dividendenzahlungen
Einstellung in die Gewinnrücklagen 1.472
Übrige Veränderungen
31.12.2019 1.200 4.557 37.598 - 62
Gewinnrücklagen
Kumulierte ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung
Währungsumrechnung Finanzinstrumente
1.1.2018 - 566 1.145
Gesamtergebnis - 57 - 459
Dividendenzahlungen
Einstellung in die Gewinnrücklagen
Übrige Veränderungen -70
31.12.2018 - 623 616
Gesamtergebnis 155 1.258
Dividendenzahlungen
Einstellung in die Gewinnrücklagen
Übrige Veränderungen - 532
31.12.2019 - 468 1.342
Kumulierte ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung
Sonstige 1 Summe Bilanzergebnis Eigenkapital Mutterunternehmen Eigenkapital nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
1.1.2018 -3.536 -2.957 241 36.300 1.783 38.083
Gesamtergebnis -1.408 -1.924 3.047 1.123 504 1.627
Dividendenzahlungen - 241 - 241 - 288 -529
Einstellung in die Gewinnrücklagen -2.805
Übrige Veränderungen 86 16 16 -21 -5
31.12.2018 -4.858 -4.865 242 37.198 1.978 39.176
Gesamtergebnis -1.004 409 1.591 2.000 483 2.483
Dividendenzahlungen - 242 - 242 - 241 - 483
Einstellung in die Gewinnrücklagen -1.472
Übrige Veränderungen 562 30 30 - 127 - 97
31.12.2019 -5.300 -4.426 119 38.986 2.093 41.079

1 Enthält die Rücklage aus Pensionen, das aus der Rücklage aus Finanzinstrumenten bei Veräußerung umgegliederte nicht reklassifizierbare Ergebnis sowie sonstige Veränderungen des Eigenkapitals.

Kapitalflussrechnung

WERTE IN MILLIONEN EURO

Anhang 25) 2019 2018
EBIT 2.903 5.502
Abschreibungen 1 5.261 4.253
Veränderung Pensions- und langfristige Rückstellungen 426 -1.495
Buchgewinne aus Abgang von Anlagevermögen - 552 -128
Buchverluste aus Abgang von Anlagevermögen 150 209
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen 7 14
Finanzerträge, zahlungswirksam 862 1.187
Finanzaufwendungen, zahlungswirksam -1.184 -1.366
Erhaltene Zinsen und Dividenden 496 494
Gezahlte Zinsen - 189 -225
Gezahlte Ertragsteuern -1.209 -1.419
Cash-Flow 6.971 7.026
Erhöhung Vorräte - 92 -1.055
Veränderung Forderungen und sonstige Vermögenswerte -711 1.131
Verminderung Verbindlichkeiten - 365 - 89
Erhöhung kurzfristige Rückstellungen 756 254
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit (A) 6.559 7.267
Erwerb von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten -27
Veräußerung von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten - 105 48
Investitionen in das Anlagevermögen -5.862 -5.912
Erlöse aus Abgang von Anlagevermögen 1.088 255
Kauf von Wertpapieren -6.477 -5.400
Verkauf von Wertpapieren 6.270 4.899
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (B) -5.113 -6.110
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -111
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 28 30
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten - 608 -520
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - 497
Gezahlte Dividenden - 483 -529
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (C) -1.671 -1.019
Veränderung der liquiden Mittel (A+B+C) - 225 138
Liquidität Jahresanfang (1.1.) 4.716 4.543
Wechselkursbedingte Erhöhung der Liquidität 38 15
Konsolidierungskreisbedingte Erhöhung der Liquidität 29 20
Liquidität Jahresende (31.12.) 4.558 4.716

1 Im Vorjahr nach Verrechnung von Zuschreibungen in Höhe von 3 Millionen EUR.

Konzernanhang

Grundlagen und Methoden

Allgemeine Erläuterungen

Der Konzernabschluss der Bosch-Gruppe zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften des International Accounting Standards Board (IASB), London, erstellt. Es werden die am Abschlussstichtag in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) berücksichtigt. Die Angaben zum Vorjahr sind nach denselben Grundsätzen ermittelt.

Der Konzernabschluss entspricht den Vorschriften des § 315e des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.

Die EU hat am 29. November 2019 Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler sowie Änderungen am Rahmenkonzept übernommen. Diese Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. In der Bosch-Gruppe erfolgt keine vorzeitige Anwendung. Aus der erstmaligen Anwendung der geänderten Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

Zur Klarheit und Übersichtlichkeit des Konzernabschlusses sind einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Die Konzernwährung ist der Euro (EUR). Alle Beträge werden in Millionen EUR angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

Der zum 31. Dezember 2019 aufgestellte Konzernabschluss wurde am 11. März 2020 durch die Geschäftsführung freigegeben. Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden beim Bundesanzeiger eingereicht und dort bekannt gemacht.

Konsolidierungsmethoden

In den Konzernabschluss sind neben der Robert Bosch GmbH die Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Robert Bosch GmbH die Kriterien für Beherrschung gemäß IFRS 10 Konzernabschlüsse erfüllt. Diese Unternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, von dem an die Möglichkeit zur Beherrschung besteht. Umgekehrt werden Tochterunternehmen dann nicht mehr vollkonsolidiert, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Das Kapital der im Geschäftsjahr erstmals konsolidierten Gesellschaften ist gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Zum Zeitpunkt des Erwerbs werden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem anteiligen neu bewerteten Eigenkapital verrechnet. Dabei sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zu Zeitwerten angesetzt. Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Firmenwerte bilanziert. Passivische Unterschiedsbeträge werden ergebniswirksam erfasst. Im Fall zugekaufter nicht beherrschender Anteile wird der Unterschiedsbetrag mit dem Eigenkapital verrechnet.

Die Bilanzierung gemeinsamer Vereinbarungen im Sinne des IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen ist abhängig von der Einstufung als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen, die wiederum durch die vertraglich vereinbarten Rechte und Pflichten der Parteien bestimmt wird. Bei Vorliegen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit werden die der Bosch-Gruppe zustehenden Rechte an den Vermögenswerten, Schulden, Aufwendungen und Erträgen anteilig in den entsprechenden Posten des Konzernabschlusses bilanziert. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Gemäß IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind auch Beteiligungen, wenn ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einzubeziehen. Derzeit ist kein assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Aus Wesentlichkeitsgründen werden Beteiligungen an assoziierten Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Innerhalb des Konsolidierungskreises werden alle konzerninternen Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und sonstigen Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen eliminiert. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern angesetzt.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen mit dem Stichtagskurs bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Kursgewinne und -verluste aus Umbewertungen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Abschlüsse der konsolidierten ausländischen Gesellschaften werden gemäß IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen in Euro umgerechnet. Aktiv- und Passivposten werden mit dem Stichtagskurs, das Eigenkapital mit historischen Kursen umgerechnet. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die hieraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochterunternehmen ergebnisneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen.

Für die wichtigsten Fremdwährungen der Bosch-Gruppe gelten folgende Kurse:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR = 31.12.2019 31.12.2018 2019 2018
Australien AUD 1,60 1,62 1,61 1,58
Brasilien BRL 4,52 4,44 4,41 4,31
China CNY 7,82 7,88 7,74 7,81
Indien INR 80,19 79,73 78,84 80,74
Japan JPY 121,94 125,85 122,01 130,41
Korea KRW 1.296,28 1.277,93 1.305,32 1.299,15
Polen PLN 4,26 4,30 4,30 4,26
Russische Föderation RUB 69,96 79,72 72,46 74,02
Schweiz CHF 1,09 1,13 1,11 1,16
Tschechische Republik CZK 25,41 25,72 25,67 25,65
Türkei TRY 6,68 6,06 6,36 5,71
Ungarn HUF 330,52 321,51 325,32 318,87
USA USD 1,12 1,15 1,12 1,18
Vereinigtes Königreich GBP 0,85 0,89 0,88 0,88

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2019 haben sich Änderungen bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse ergeben. Die erforderlichen Angaben zu den Auswirkungen der Erstanwendung des neuen Standards sind im Kapitel Erstmalige Anwendung geänderter Rechnungslegungsstandards dargestellt.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist gemäß IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden bilanziell erfasst, wenn die Bosch-Gruppe Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag entscheidend. Zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes sind finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und entsprechend der Vorschriften des IFRS 9 Finanzinstrumente zu klassifizieren. Sofern die Folgebewertung nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, sind direkt zurechenbare Transaktionskosten beim erstmaligen Ansatz zu berücksichtigen. Die Fair Value Option nach IFRS 9 wird nicht ausgeübt. Hedge-Accounting wird in der Bosch-Gruppe nicht angewendet.

Finanzielle Vermögenswerte sind beim erstmaligen Ansatz entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu klassifizieren. Die Klassifizierung hängt ab von dem Geschäftsmodell, das den finanziellen Vermögenswerten zugrunde liegt, sowie von den Merkmalen der vertraglichen Zahlungsströme aus dem Vermögenswert. Entscheidend für die Klassifizierung ist

ob das zugrundeliegende Geschäftsmodell darauf ausgerichtet ist, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme zu halten (Geschäftsmodell "Halten"), ob Zahlungsströme auch aus der Veräußerung (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen") oder ausschließlich aus dem Verkauf (Geschäftsmodell "Verkaufen") erzielt werden sollen, und

ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen ("solely payment of principal and interest", SPPI).

Die Bestimmung des Geschäftsmodells erfolgt auf Basis der Unternehmenssteuerung der Bosch-Gruppe. Die Finanzinstrumente werden zu diesem Zweck in Gruppen zusammengefasst, denen jeweils ein einheitliches Geschäftsmodell zugrunde liegt. Die Überprüfung der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme wird auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf das eingesetzte Kapital sind und die im Rahmen des Geschäftsmodells "Halten" gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten (at amortised cost; AC) zu bewerten. Es handelt sich hierbei um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, flüssige Mittel, Guthaben bei Kreditinstituten, Darlehensforderungen sowie übrige sonstige finanzielle Forderungen. Die Folgebewertung dieser Vermögenswerte erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode; Gewinne und Verluste aus Wertminderungen oder aus der Ausbuchung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn daneben die Absicht besteht, Zahlungsströme auch aus dem Verkauf der finanziellen Vermögenswerte zu vereinnahmen (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen"), sind die finanziellen Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (at fair value through OCI, with recycling; FVOCI wR) zu bewerten. In diesem Fall werden Gewinne und Verluste ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Fall der Veräußerung werden die kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Wertminderungen werden ebenfalls aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam berücksichtigt. In der Bosch-Gruppe wird der überwiegende Teil der verzinslichen Wertpapiere entsprechend dieser Kategorie bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen die Zahlungsstrombedingung nicht erfüllt ist, weil nicht nur Zins- und Tilgungszahlungen auf das eingesetzte Kapital vorliegen, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at fair value through profit or loss; FVPL) zu bewerten. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sowie Erträge aus diesen Vermögenswerten sind unmittelbar ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Diese Kategorie umfasst im Wesentlichen Beteiligungen an Personengesellschaften, Anteile an Investmentfonds, bestimmte verzinsliche Wertpapiere sowie Derivate mit positivem Marktwert, die entsprechend des internen Risikomanagements zur Sicherung vor allem von Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken eingesetzt werden.

Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, kann beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich entschieden werden, die Bewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, sondern erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (at fair value through OCI, no recycling; FVOCI nR) vorzunehmen. In diesem Fall sind sämtliche Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Auch bei Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt keine Umgliederung der kumulierten Wertänderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung. Dividendenerträge werden jedoch erfolgswirksam erfasst. In der Bosch-Gruppe wurde entschieden, diese Option für Beteiligungen an Kapitalgesellschaften sowie für in den Wertpapieren ausgewiesene Aktien auszuüben, weil diese Bewertungsmethode zur sachgerechten Darstellung der Vermögens- und Ertragslage führt.

Für finanzielle Vermögenswerte (ohne Eigenkapitalinstrumente), die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 9 Wertminderungen für erwartete Kreditverluste zu erfassen. Der Umfang der Erfassung erwarteter Verluste richtet sich nach einem dreistufigen Modell, unterschieden danach, ob sich das Ausfallrisiko finanzieller Vermögenswerte seit ihrem Zugang wesentlich verschlechtert hat. Die Stufe 1 umfasst alle finanziellen Vermögenswerte, bei denen keine wesentliche Verschlechterung des Ausfallrisikos vorliegt und die ausstehenden Zahlungen bis zu 30 Tagen überfällig sind. In diesen Fällen sind Kreditverluste bezogen auf die Ausfallwahrscheinlichkeit in den nächsten 12 Monaten zu erfassen. Bei einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos des Schuldners wird das Finanzinstrument der Stufe 2 zugeordnet, und die Wertberichtigung wird in Höhe der über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erwarteten Verluste vorgenommen. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos wird vermutet, wenn vereinbarte Zahlungen seit mehr als 30 Tagen überfällig sind oder Informationen über eine Verschlechterung der finanziellen Situation des Schuldners vorliegen. Kommen zusätzliche objektive Hinweise auf das Vorliegen einer Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten hinzu, erfolgt eine Zuordnung zur Stufe 3. Objektive Hinweise liegen vor bei Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen, Informationen über erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, bedeutende Veränderungen des technologischen, ökonomischen oder rechtlichen Umfelds oder des Marktumfelds des Emittenten.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Leasingverhältnissen gilt das vereinfachte Wertminderungsmodell, wonach unabhängig von der Veränderung des Ausfallrisikos seit Zugang des finanziellen Vermögenswertes eine Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste vorzunehmen ist. Als praktische Vereinfachung findet in der Bosch-Gruppe eine Wertberichtigungstabelle für nicht bonitätsbeeinträchtigte Forderungen Anwendung, welche die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit als pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Hierbei werden historische Ausfallwahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt, die um für das Kreditrisiko relevante Zukunftsparameter ergänzt werden. Liegen Informationen über finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners vor, erfolgt eine Einzelfallbetrachtung und eine Wertberichtigung für bonitätsbeeinträchtigte Forderungen wird berücksichtigt. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze bei Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind in der Folgebewertung grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten. Dies gilt in der Bosch-Gruppe für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Darlehensverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Ausgenommen von dieser Regelung sind im Wesentlichen finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden. Diese sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies betrifft in der Bosch-Gruppe Derivate mit negativem Marktwert.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden die Inputfaktoren der Bewertungsverfahren gemäß IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wie folgt kategorisiert:

Stufe 1: Nicht angepasste quotierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wobei der Bilanzierende am Bewertungsstichtag Zugang zu diesen aktiven Märkten haben muss

Stufe 2: Direkt oder indirekt beobachtbare Inputfaktoren, die nicht Stufe 1 zuzuordnen sind

Stufe 3: Nicht beobachtbare Inputfaktoren

Bei kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht.

Die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind, z. B. nach Beendigung eines Insolvenzverfahrens oder nach einer gerichtlichen Entscheidung. Zur Ausbuchung kommt es ebenfalls, wenn die Bosch-Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglich vereinbarten Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben sind oder auslaufen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn ein Rechtsanspruch auf Verrechnung besteht und entweder der Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist oder Vermögenswert und Verbindlichkeit gleichzeitig beglichen werden sollen.

Unter den Vorräten sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen ausgewiesen. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten zurechenbare Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Bestands- und Vertriebsrisiken, die sich aus der geminderten Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Weitere Abwertungen erfolgen, wenn der Nettoveräußerungswert der Vorräte unter den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten liegt.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions werden angefallene Entwicklungskosten für gesondert beauftragte und gesondert weiterberechnete Forschungs- und Entwicklungsleistungen bis zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt nicht ergebniswirksam unter den Forschungs- und Entwicklungskosten, sondern als unfertige Leistungen in den Vorräten erfasst (zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung). Die Bewertung dieser unfertigen Entwicklungsleistungen erfolgt grundsätzlich entsprechend der Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, allerdings wird keine Abwertung für Bestands- und Vertriebsrisiken vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf linear vorgenommen.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Bandbreiten für die Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer
Gebäude 10 - 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 - 11 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 25 Jahre

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden gemäß IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Entsprechende Zuschreibungen erfolgen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung aus den Vorjahren entfallen sind. Reparaturkosten werden erfolgswirksam erfasst.

Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden, sind gemäß IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand nur aktiviert, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Zuwendungen für Vermögenswerte werden bei der Ermittlung des Buchwertes der Vermögenswerte abgezogen. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die entsprechenden Aufwendungen anfallen, die die Zuwendungen kompensieren sollen.

Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden nach IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn mit diesen ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen verbunden ist und die Kosten der Vermögenswerte sich zuverlässig bestimmen lassen. Diese Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt in der Regel vier Jahre. Bei im Rahmen von Unternehmenserwerben bilanzierten immateriellen Vermögenswerten beträgt die Nutzungsdauer bis zu 50 Jahre.

Der Firmenwert aus Unternehmenserwerben ist der Unterschied zwischen Kaufpreis einerseits und dem anteiligen mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzten Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs andererseits. Die Firmenwerte werden den Geschäftsbereichen (Cash Generating Units) zugeordnet und jährlich auf Werthaltigkeit geprüft. Sofern der Buchwert des Reinvermögens einer Cash Generating Unit den erzielbaren Betrag übersteigt, werden Abschreibungen nach den Vorschriften des IAS 36 vorgenommen. Gemäß IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards wurden die zum 1. Januar 2004 (Date of Transition) bestehenden Firmenwerte mit dem Buchwert nach deutschem Handelsrecht übernommen. Sie werden ebenfalls auf Werthaltigkeit nach den Vorschriften des IAS 36 geprüft.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Abnutzbare immaterielle Vermögenswerte werden nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte auf Werthaltigkeit überprüft. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Entsprechende Zuschreibungen erfolgen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung aus den Vorjahren entfallen sind.

Fremdkapitalkosten werden in der Regel nicht als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Sind sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zuzurechnen, werden sie gemäß IAS 23 Fremdkapitalkosten aktiviert. Die Abschreibungen auf die aktivierten Fremdkapitalkosten werden in den Herstellungskosten des Umsatzes ausgewiesen.

Anteile an gemeinschaftlich geführten Unternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der Buchwert dieser Anteile wird entsprechend den auf die Bosch-Gruppe entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals der gemeinschaftlich geführten Unternehmen fortgeführt, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen.

Aktive und passive latente Steuern werden gemäß IAS 12 Ertragsteuern für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz gebildet, es sei denn, diese resultieren aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst hat. Für steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften werden latente Steuern gebildet, soweit sie mit hinreichender Sicherheit genutzt werden können. Der Ansatz erfolgt in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre. Als Grundlage gilt der zum Zeitpunkt der Realisation gültige Steuersatz. Steuerliche Konsequenzen von Gewinnausschüttungen werden grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des Gewinnverwendungsbeschlusses berücksichtigt. Wenn die Realisierung aktivierter latenter Steuern unsicher ist, werden sie entsprechend wertberichtigt.

Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und Schulden werden als zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird und der Verkauf höchst wahrscheinlich ist. Sie werden gemäß IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, sofern nicht ein anderer Standard eine abweichende Bewertung vorschreibt.

Pensionsrückstellungen werden nach IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer entsprechend dem Anwartschaftsbarwertverfahren gebildet, das unter anderem zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Der Aufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wird im Finanzergebnis unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen betreffen Verpflichtungen aus Ertragsteuern und sonstigen Steuern. Die latenten Steuern werden in separaten Positionen der Bilanz ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen dann gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht und diese wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von Ressourcen führt. Außerdem muss deren Höhe zuverlässig geschätzt werden können. Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt zu Vollkosten. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Abzinsung erfolgt mit dem risikoadäquaten Kapitalmarktzinssatz.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden übergegangen ist und dieser somit die Nutzung bestimmen kann und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen aus diesen Waren oder Dienstleistungen zieht. Dies setzt voraus, dass ein Vertrag vorliegt, in dem durchsetzbare Rechte und Pflichten vereinbart wurden; es muss außerdem wahrscheinlich sein, dass die Bosch-Gruppe vom Kunden die Gegenleistung für die zu übertragenden Waren und Dienstleistungen erhält. Umsatzerlöse werden in Höhe des Transaktionspreises realisiert, das heißt in Höhe der Gegenleistung, die die Bosch-Gruppe im Austausch für die vereinbarte Übertragung von Waren und Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. IFRS 15 enthält dabei ein einheitliches, fünfstufiges Modell zur Ermittlung der auszuweisenden Umsatzerlöse, das grundsätzlich auf alle Kundenverträge anzuwenden ist.

Bei der Veräußerung von Waren geht die Verfügungsgewalt in der Regel bei Lieferung auf den Kunden über. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt üblicherweise die Rechnungsstellung. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden im überwiegenden Fall nach vollständiger Erbringung der Dienstleistung mit Rechnungsstellung realisiert. Umsatzerlöse aus Lizenzvereinbarungen werden in der Regel über die entsprechende Laufzeit des Vertrags abgegrenzt. Für kundenspezifische Produkte, die dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zuzuordnen sind und bei denen keine alternative Verwendungsmöglichkeit besteht, wird die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung angewendet, ebenso wie bei Verträgen im Anlagengeschäft in den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology. Umsatzerlöse werden entsprechend des Fertigstellungsgrades realisiert. Dieser kann mittels input- oder outputbasierter Methoden ermittelt werden. Bei outputbasierten Methoden entsprechen die zu erfassenden Umsatzerlöse dem Wert der bisher übertragenen Waren oder Dienstleistungen für den Kunden im Verhältnis zu den verbleibenden, vertraglich zugesicherten Waren oder Dienstleistungen. Bei Anwendung inputbasierter Methoden werden Umsatzerlöse basierend auf dem Verhältnis der bereits angefallenen zu den geschätzten Gesamtkosten realisiert. In der Bosch-Gruppe werden, je nach zugrundeliegendem Geschäftsmodell, sowohl in- als auch outputbasierte Methoden zur Ermittlung des Fertigstellungsgrades eingesetzt.

Aus IFRS 15 ergibt sich das Erfordernis, auf Vertragsebene bestehende Leistungsüberschüsse oder -verpflichtungen als Vermögenswert oder Verbindlichkeit auszuweisen. Die in der Bilanz erfassten Vertragsvermögenswerte stellen den Anspruch der Bosch-Gruppe auf den Erhalt einer Gegenleistung für bereits auf den Kunden übertragene Waren oder Dienstleistungen dar. Umgekehrt sind Vertragsverbindlichkeiten auszuweisen, wenn die Bosch-Gruppe vom Kunden die Gegenleistung für noch zu übertragende Waren oder Dienstleistungen bereits erhalten hat.

Ebenfalls als Vertragsvermögenswert zu erfassen sind Kosten, die im Rahmen einer Vertragsanbahnung anfallen, wenn die Bosch-Gruppe davon ausgeht, dass sie diese Kosten zurückerlangen wird. Die Auflösung des Vertragsvermögenswertes erfolgt umsatzmindernd linear über die Vertragslaufzeit.

Die Herstellungskosten des Umsatzes enthalten die Kosten der verkauften eigengefertigten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Zu den Herstellungskosten der eigengefertigten Erzeugnisse gehören die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten, die zurechenbaren Teile der Produktionsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen und auf übrige immaterielle Vermögenswerte sowie die Abwertung von Vorräten. Ebenfalls in den Herstellungskosten des Umsatzes werden an Kunden direkt weiterverrechnete Entwicklungsleistungen sowie planmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen ausgewiesen.

Nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden aufwandswirksam erfasst.

Annahmen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass für einige Positionen Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Annahmen und Schätzungen wirken sich aus auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten in der Berichtsperiode. Schätzungen und Annahmen beziehen sich insbesondere auf die folgenden Sachverhalte:

Die Ermittlung von Wertberichtigungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte basiert auf Schätzungen und Annahmen hinsichtlich der Bonität einzelner Kunden. Die Bewertung von Vorräten erfordert Annahmen und Schätzungen, unter anderem in Bezug auf die Ermittlung des Nettoveräußerungswertes. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sowie des Sachanlagevermögens werden diskontierte zukünftige Zahlungsströme zugrunde gelegt, die mit Schätzungen verbunden sind. Außerdem werden Annahmen bei der Ermittlung der verwendeten Diskontierungszinssätze sowie der Wachstumsfaktoren getroffen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen sind Annahmen und Schätzungen im Hinblick auf die Ausübungswahrscheinlichkeit von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen erforderlich. Die Bilanzierung aktiver latenter Steuern setzt voraus, dass ihre zukünftige Realisierung wahrscheinlich ist. Es sind deshalb Annahmen zu treffen in Bezug auf künftig erwirtschaftete steuerpflichtige Gewinne sowie den Zeitpunkt, an dem sich temporäre Bewertungsdifferenzen voraussichtlich umkehren werden. Weitere Annahmen sind erforderlich bei der Bestimmung der wirtschaftlichen Nutzungsdauern des abnutzbaren Sachanlagevermögens sowie immaterieller Vermögenswerte. Die Ermittlung des Wertansatzes von Beteiligungen setzt ebenfalls Annahmen und Schätzungen voraus. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit Hilfe versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Hierbei sind verschiedene Annahmen erforderlich, beispielsweise bezüglich der Lebenserwartung, der künftigen Gehaltsentwicklung sowie der Rentendynamik. Der Ansatz und die Bewertung der übrigen Rückstellungen beruhen auf Schätzungen hinsichtlich Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse. Diesen Schätzungen werden, wenn möglich, Erfahrungen aus der Vergangenheit zugrunde gelegt, und sie werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Erstmalige Anwendung geänderter Rechnungslegungsstandards

Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Bosch-Gruppe zum 31. Dezember 2019 ergeben sich aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse. Der Standard wird vom 1. Januar 2019 an angewendet, Vorjahreswerte werden nicht angepasst.

Zum Zeitpunkt der Erstanwendung wurden die ausstehenden Leasingzahlungen von bisher als Operating-Leasing klassifizierten Verträgen mit ihrem Barwert als Leasingverbindlichkeiten erfasst. Der hierbei verwendete durchschnittliche Zinssatz lag bei 2,7 %. Nutzungsrechte wurden zum Erstanwendungszeitpunkt grundsätzlich in Höhe der jeweiligen Leasingverbindlichkeit angesetzt, angepasst um im Voraus geleistete oder abgegrenzte Leasingzahlungen.

Die zum Zeitpunkt der Erstanwendung bestehenden Wahlrechte wurden wie folgt ausgeübt:

Nachträgliche Erkenntnisse zur Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wurden bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses berücksichtigt.

Nutzungsrechte wurden nicht auf Wertminderung untersucht, sondern mit zum 31. Dezember 2018 bestehenden Rückstellungen verrechnet.

Bei der Bewertung der Nutzungsrechte wurden anfängliche direkte Kosten nicht berücksichtigt.

Für Leasingverträge, die zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 16 eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr hatten, wurden keine Nutzungsrechte und keine Leasingverbindlichkeiten angesetzt.

Den zum 1. Januar 2019 erfassten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 2.115 Millionen EUR stehen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 ausgewiesene Verpflichtungen aus Operating-Leasing in Höhe von 2.025 Millionen EUR gegenüber. Die Differenz ist im Wesentlichen auf die Berücksichtigung von Nicht-Leasingkomponenten bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 sowie auf Auswirkungen von Einschätzungsänderungen in Bezug auf die erwartete Laufzeit von Leasingverhältnissen zurückzuführen. Gegenläufig wirken, neben dem Abzinsungseffekt, vor allem Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und solche über Vermögenswerte von geringem Wert, für die keine Leasingverbindlichkeiten angesetzt wurden.

Aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 ergeben sich die folgenden Auswirkungen auf die Konzernbilanz:

MILLIONEN EUR

Aktiva

31.12.2018 IFRS 16 1.1.2019
Sachanlagen 20.492 -26 20.466
Nutzungsrechte 2.098 2.098
Übrige Vermögenswerte 2.081 -7 2.074

Passiva

Finanzielle Verbindlichkeiten 6.243 -25 6.218
Leasingverbindlichkeiten 2.115 2.115
Übrige Verbindlichkeiten 6.412 -10 6.402
Übrige Rückstellungen 8.345 -15 8.330

Die Tabelle enthält ausschließlich die von der Erstanwendung des IFRS 16 betroffenen Bilanzpositionen. Aus Vereinfachungsgründen wurden kurz- und langfristige Positionen zusammengefasst.

Konsolidierung

Konsolidierungskreis

Die Robert Bosch GmbH hat ihren Sitz in Stuttgart, Deutschland. Gesellschafter der Robert Bosch GmbH sind die Robert Bosch Stiftung GmbH, Stuttgart (92,0 % der Anteile), die Familie Bosch (7,4 % der Anteile) sowie die Robert Bosch Industrietreuhand KG, Stuttgart, die die unternehmerischen Gesellschafterfunktionen ausübt. Die Robert Bosch GmbH hält eigene Anteile in Höhe von 0,6 % des Kapitals.

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Robert Bosch GmbH weitere 438 (Vorjahr 462) vollkonsolidierte Gesellschaften. Er hat sich wie folgt entwickelt:

Inland Ausland Gesamt
Einbezogen zum 1.1.2018 94 349 443
Zugänge/Neugründungen im Geschäftsjahr 2018 5 22 27
Abgänge/Fusionen im Geschäftsjahr 2018 3 4 7
Einbezogen zum 31.12.2018 96 367 463
Zugänge/Neugründungen im Geschäftsjahr 2019 8 10 18
Abgänge/Fusionen im Geschäftsjahr 2019 16 26 42
Einbezogen zum 31.12.2019 88 351 439

Im Konsolidierungskreis sind vier Spezialfonds sowie andere Anlageobjekte enthalten.

Im Geschäftsjahr 2019 werden folgende Gesellschaften erstmals konsolidiert:

Bosch Hilfe GmbH, Stuttgart,

Bosch Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, Stuttgart,

EM-motive GmbH, Hildesheim,

GFR-Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH, Verl,

GFR Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH, Jena,

Residential IoT Services GmbH, München,

Robert Bosch Wohnungsgesellschaft mbH, Stuttgart,

WOGE Service- und Regiebetrieb GmbH, Stuttgart,

BSH Home Appliances Holding LLC, Neu-Kairo, Ägypten,

BSH Home Appliances LLC, Neu-Kairo, Ägypten,

Bosch Telecom Ltda., Campinas, Brasilien,

Bosch Soluções Integradas Brasil Ltda., Campinas, Brasilien,

Bosch (Donghai) Automotive Test & Technology Center Co., Ltd., Donghai, China,

Bosch (Hulunbeier) Automotive Test and Technology Center Co., Ltd., Yakeshi, China,

Bosch Engineering K.K., Tokio, Japan,

SPLT México, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko,

Bosch Heating Systems LLC, Engels, Russische Föderation,

Splitting Fares Inc., Detroit, MI, Vereinigte Staaten.

Durch die Veränderung des Konsolidierungskreises erhöhen sich die Umsatzerlöse um 26 Millionen EUR und die Bilanzsumme vermindert sich um 1.491 Millionen EUR.

Zusammengefasste Finanzinformationen vollkonsolidierter Tochtergesellschaften mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

MILLIONEN EURO

Bosch Automotive Diesel Systems Co., Ltd., Wuxi, China United Automotive Electronic Systems Co., Ltd., Shanghai, China
2019 2018 2019 2018
Kurzfristige Vermögenswerte 1.408 1.284 1.580 1.444
Langfristige Vermögenswerte 400 358 1.439 1.423
Kurzfristige Schulden 568 496 1.074 931
Langfristige Schulden 46 45 189 179
Umsatzerlöse 1.897 2.050 2.834 2.965
Ergebnis nach Steuern 413 463 336 452
Gesamtergebnis 420 453 347 436
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit 390 285 505 660
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - 62 -59 - 339 -277
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - 327 -229 - 148 - 313
Kapitalanteil der nicht beherrschenden Anteile 34,0 % 34,0 % 49,0 % 49,0 %
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis 140 157 165 221
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital 406 374 860 861
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 111 78 68 153

MILLIONEN EURO

Bosch HUAYU Steering Systems Group, Shanghai, China Bosch Ltd., Bengaluru, Indien
2019 2018 2019 2018
Kurzfristige Vermögenswerte 1.336 1.132 860 1.136
Langfristige Vermögenswerte 569 538 946 890
Kurzfristige Schulden 1.204 1.015 454 537
Langfristige Schulden 11 35 51 28
Umsatzerlöse 1.707 1.824 1.281 1.542
Ergebnis nach Steuern 243 181 130 196
Gesamtergebnis 247 175 143 -8
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit 244 84 -17 225
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - 92 -78 304 - 166
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - 87 - 65 - 317 -46
Kapitalanteil der nicht beherrschenden Anteile 49,0 % 49,0 % 29,5 % 29,5 %
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis 119 89 38 58
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital 338 304 384 431
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 42 32 14 13

Die zusammengefassten Finanzinformationen der jeweiligen Gesellschaften entsprechen den Werten vor Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen.

Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftliche Tätigkeiten

Das folgende Gemeinschaftsunternehmen steht gemäß IFRS 11 unter gemeinschaftlicher Führung und wurde im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert:

KB Wiper Systems Co., Ltd., Daegu, Korea (50 %).

Die genannten Anteile am Kapital entsprechen den Stimmrechtsanteilen.

Zum 29. März 2019 hat die Bosch-Gruppe den 50 %-Anteil der Daimler AG an der EM-motive GmbH, Hildesheim, erworben. Die bisher als Gemeinschaftsunternehmen bilanzierte Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2019 daher erstmals vollkonsolidiert.

Zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine nicht bilanzierten Verpflichtungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen, die zu einem künftigen Abfluss von Zahlungsmitteln oder anderen Ressourcen führen können.

Zusammengefasste Finanzinformationen einzeln nicht wesentlicher Gemeinschaftsunternehmen

MILLIONEN EURO

2019 2018
Buchwert der Anteile 4 19
Konzernanteil am Ergebnis nach Steuern -7 -14
Konzernanteil an den erfolgsneutral erfassten Wertänderungen der Periode 5
Konzernanteil am Gesamtergebnis -2 -14

Der Buchwert der Anteile des genannten einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens entspricht dem anteiligen Eigenkapital dieser Gesellschaft.

Seit 2017 besteht zwischen der Robert Bosch GmbH und der Daimler AG eine Entwicklungskooperation auf dem Gebiet des voll automatisierten und fahrerlosen Fahrens. Der Hauptgeschäftssitz der gemeinschaftlichen Tätigkeit befindet sich am Standort Großraum Stuttgart/Ulm, die Zusammenarbeit findet sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten statt. Beide Parteien sind zu jeweils 50 % am Umsatz beteiligt, der im Rahmen der gemeinsamen Entwicklungstätigkeit erzielt wird, und tragen die in diesem Zusammenhang anfallenden Aufwendungen zu gleichen Teilen.

Aufgegebene Geschäftsaktivitäten

Bereits im Juni 2018 wurde bekannt gegeben, dass das zum Unternehmensbereich Industrial Technology gehörende Geschäft mit Verpackungsmaschinen veräußert werden soll, um die langfristige Perspektive des Bereiches zu sichern. Betroffen von dieser Entscheidung sind die Bereiche Pharma und Food des Geschäftsbereichs Packaging Technology. Im Juli 2019 wurde der Vertrag zur Veräußerung der Syntegon Technology GmbH (vormals Robert Bosch Packaging Technology GmbH), Waiblingen, und ihrer Tochtergesellschaften unterzeichnet. Die Transaktion wurde am 31. Dezember 2019 abgeschlossen. Es wurden Vermögenswerte in Höhe von 1.556 Millionen EUR veräußert (davon kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 1.064 Millionen EUR und langfristige Vermögenswerte in Höhe von 492 Millionen EUR) sowie Schulden in Höhe von 982 Millionen EUR übertragen (davon kurzfristige Schulden in Höhe von 764 Millionen EUR und langfristige Schulden in Höhe von 218 Millionen EUR). Aus der Transaktion wurde ein Gewinn in Höhe von 376 Millionen EUR erzielt, wobei 27 Millionen EUR aus der Rücklage aus Währungsumrechnung umgegliedert wurden. Vom vorläufigen Kaufpreis in Höhe von 923 Millionen EUR wurden 875 Millionen EUR im Geschäftsjahr 2020 durch die Übertragung von Finanzmitteln entrichtet. Davon entfallen 174 Millionen EUR auf den Verkauf der bestehenden Forderungen der Robert Bosch GmbH gegen die Syntegon Technology GmbH an den Erwerber. Die zum 31. Dezember 2019 bilanzierte Kaufpreisforderung wird im Wesentlichen in den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen, der Gewinn ist in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. In der Kapitalflussrechnung ist der Effekt aus der Transaktion in der Position Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen enthalten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betragen 77.721 Millionen EUR (Vorjahr 78.465 Millionen EUR). Davon entfallen auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions 46.784 Millionen EUR (Vorjahr 47.567 Millionen EUR), auf den Unternehmensbereich Industrial Technology 7.494 Millionen EUR (Vorjahr 7.443 Millionen EUR), auf den Unternehmensbereich Consumer Goods 17.752 Millionen EUR (Vorjahr 17.812 Millionen EUR) und auf den Unternehmensbereich Energy and Building Technology 5.654 Millionen EUR (Vorjahr 5.569 Millionen EUR). Die nicht den Unternehmensbereichen zuzuordnenden Umsätze belaufen sich auf 37 Millionen EUR (Vorjahr 74 Millionen EUR).

In den Umsatzerlösen sind in Höhe von 1.275 Millionen EUR Erlöse enthalten, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren (Vorjahr 911 Millionen EUR).

In Bezug auf zum Bilanzstichtag bestehende ganz oder teilweise nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen wird erwartet, dass 35 Millionen EUR (Vorjahr 54 Millionen EUR) innerhalb der nächsten zwei Jahre sowie 10 Millionen EUR (Vorjahr 18 Millionen EUR) nach Ablauf der nächsten zwei Jahre als Umsatzerlöse erfasst werden. Es handelt sich dabei um langfristige Fertigungsaufträge.

Von den Umsatzerlösen entfallen im Unternehmensbereich Mobility Solutions 41.193 Millionen EUR (Vorjahr 42.531 Millionen EUR), im Unternehmensbereich Industrial Technology 79 Millionen EUR (Vorjahr 180 Millionen EUR) und im Unternehmensbereich Energy and Building Technology 224 Millionen EUR (Vorjahr 8 Millionen EUR) auf zeitraumbezogene Umsatzrealisierung.

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Regionen ist im Kapitel Segmentberichterstattung enthalten.

2 Vertriebs- und Verwaltungskosten

MILLIONEN EURO

2019 2018
Verwaltungskosten 4.358 4.290
Vertriebskosten 11.904 11.018
16.262 15.308

Die Vertriebskosten enthalten insbesondere Personal- und Sachkosten, Abschreibungen des Vertriebsbereichs, Kundendienst-, Logistik-, Marktforschungs-, Verkaufsförderungs-, Versand-, Werbe- und Garantiekosten.

3 Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen neben den Forschungskosten auch die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten.

MILLIONEN EURO

2019 2018
Forschungs- und Entwicklungskosten gesamt 6.229 6.189
Im Geschäftsjahr aktivierte Entwicklungskosten - 233 - 300
Außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 83 74
6.079 5.963

4 Sonstige betriebliche Erträge

MILLIONEN EURO

2019 2018
Erträge aus Wechselkursveränderungen 785 915
Erträge aus Abgängen des Anlagevermögens 175 95
Erträge aus Vermietung, Verpachtung und Leasing 12 11
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 229 217
Übrige sonstige betriebliche Erträge 1.105 767
2.306 2.005

Den Erträgen aus Wechselkursveränderungen stehen Aufwendungen gegenüber, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden. In diesen Erträgen und Aufwendungen sind die effektiven Wechselkursergebnisse und die Ergebnisse aus den dem operativen Geschäft zuzuordnenden Devisenderivaten enthalten.

Die Bilanzierung von Leasingverhältnissen erfolgt dann nach den Regeln des Operating-Leasing, wenn die mit dem Leasinggegenstand verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken bei der Bosch-Gruppe als Leasinggeber verbleiben. Die jeweiligen Vermögenswerte werden im Sachanlagevermögen aktiviert und die erhaltenen Leasingzahlungen werden, soweit sie nicht als Umsatz ausgewiesen werden, in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die Ertragszuwendungen der öffentlichen Hand betragen 144 Millionen EUR (Vorjahr 209 Millionen EUR). Sie werden mit den jeweiligen Aufwendungen verrechnet. Sofern keine entsprechenden Aufwendungen bestehen, erfolgt der Ausweis in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen.

5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

MILLIONEN EURO

2019 2018
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen 791 1.037
Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte 65 34
Aufwendungen aus Abgängen des Anlagevermögens 150 212
Sonstige Steuern 47 41
Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen 199 213
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte 17
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 288 433
1.540 1.987

6 Finanzergebnis

MILLIONEN EURO

2019 2018
Zinsen und ähnliche Erträge 578 429
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 494 -454
Zinsergebnis 84 - 25
Erträge aus Beteiligungen 62 62
Erträge aus Wertpapieren 505 106
Aufwendungen aus Wertpapieren -51 - 202
Erträge aus Wechselkursveränderungen 661 700
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen - 604 - 939
Erträge aus Derivaten 490 654
Aufwendungen aus Derivaten - 754 - 768
Übrige Erträge 5 5
Übrige Aufwendungen - 45 -28
Übriges Finanzergebnis 269 - 410
Finanzergebnis gesamt 353 - 435
davon Finanzerträge 2.301 1.956
davon Finanzaufwendungen - 1.948 -2.391

In der Position Zinsen und ähnliche Erträge sind Dividendenerträge in Höhe von 82 Millionen EUR (Vorjahr 91 Millionen EUR) sowie Erträge aus Investmentfonds in Höhe von 23 Millionen EUR (Vorjahr 22 Millionen EUR) enthalten.

Die Zinsaufwendungen sind um die aktivierten Fremdkapitalzinsen in Höhe von 8 Millionen EUR (Vorjahr 11 Millionen EUR) vermindert. Der zugrunde gelegte Fremdfinanzierungszinssatz beträgt 2,0 % (Vorjahr 2,0 %).

Die Erträge aus Beteiligungen umfassen neben den Beteiligungserträgen auch die Veränderungen des Zeitwertes von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen.

In den Erträgen und Aufwendungen aus Wertpapieren sind die Veränderungen des Zeitwertes von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren, die Erträge und Aufwendungen aus der Veräußerung von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewerteten Wertpapieren sowie die Wertminderungen und die Erträge aus der Auflösung der Wertminderungen auf diese Wertpapiere enthalten.

Die Positionen Erträge und Aufwendungen aus Derivaten enthalten Vorgänge zur Absicherung von Finanzanlagen.

Von den Zinserträgen und -aufwendungen entfallen auf nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente folgende Beträge:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Zinserträge Zinsaufwendungen Zinserträge Zinsaufwendungen
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 135 117
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 180 180
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 133 174
315 133 297 174

7 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern gliedern sich nach ihrer Herkunft wie folgt:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Tatsächliche Steuern 1.220 1.323
Latente Steuern -24 170
1.196 1.493

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der Rechtslage in den einzelnen Ländern zum voraussichtlichen Realisationszeitpunkt gelten beziehungsweise erwartet werden. Für deutsche Unternehmen gilt ein Körperschaftsteuersatz von 15 %. Unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags von 5,5 % und der für in Deutschland erzielte Gewinne zu entrichtenden Gewerbesteuer ergibt sich ein Gesamtsteuersatz von 29 %. Die Steuersätze außerhalb Deutschlands liegen zwischen 9 % und 34 % (Vorjahr zwischen 9 % und 35 %).

Zum 31. Dezember sind die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven und passiven latenten Steuern folgenden Positionen zuzuordnen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Forderungen, übrige Vermögenswerte und Vorräte 593 521 697 471
Wertpapiere und Beteiligungen 5 314 11 176
Sachanlagevermögen 191 786 294 919
Nutzungsrechte 458
Immaterielle Vermögenswerte 305 1.127 273 1.265
Übrige Aktiva 84 118
Verbindlichkeiten 1.083 90 1.026 76
Leasingverbindlichkeiten 462
Rückstellungen 1.236 45 1.109 84
Übrige Passiva 15 106 1 84
Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften 320 356
Summe 4.294 3.447 3.885 3.075
Saldierungen -1.755 -1.755 -1.284 -1.284
2.539 1.692 2.601 1.791

Die Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern belaufen sich im Geschäftsjahr auf 2.031 Millionen EUR (Vorjahr 1.960 Millionen EUR).

Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern bilanziert worden sind, bestehen in Höhe von 4.825 Millionen EUR (Vorjahr 2.515 Millionen EUR). Davon verfallen 98 Millionen EUR (Vorjahr 130 Millionen EUR) innerhalb der nächsten drei Jahre. Steuergutschriften, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden, bestehen zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr nicht.

Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen werden keine passiven latenten Steuern angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass diese sich in absehbarer Zeit umkehren werden. Zum Bilanzstichtag bestehen bei Tochterunternehmen einbehaltene Gewinne in Höhe von 18.821 Millionen EUR (Vorjahr 21.646 Millionen EUR). Falls diese Gewinne ausgeschüttet werden, könnte dies zu einer steuerlichen Belastung bei der Robert Bosch GmbH oder auf der Ebene von Zwischenholdings durch Ertrag- beziehungsweise Quellensteuern führen. Von der Ermittlung der zu versteuernden temporären Differenzen wird aufgrund des unverhältnismäßig hohen Aufwands abgesehen.

Im Geschäftsjahr werden latente Steuern in Höhe von 33 Millionen EUR (Vorjahr 788 Millionen EUR) ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Davon vermindern 109 Millionen EUR (Vorjahr Erhöhung um 55 Millionen EUR) die Rücklage aus Finanzinstrumenten und 76 Millionen EUR erhöhen die Gewinnrücklagen aufgrund der Änderung versicherungsmathematischer Parameter gemäß IAS 19 (Vorjahr Verminderung um 843 Millionen EUR).

Geänderte Steuersätze in der Bosch-Gruppe führen im Geschäftsjahr zu einem latenten Steueraufwand in Höhe von 12 Millionen EUR (Vorjahr latenter Steuerertrag von 25 Millionen EUR).

Basis für den erwarteten Ertragsteueraufwand ist wie im Vorjahr der deutsche Steuersatz von 29 %. Der Unterschied zwischen erwartetem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Ergebnis vor Steuern 3.256 5.067
Erwarteter Ertragsteueraufwand 944 1.469
Steuersatzbedingte Abweichungen - 160 - 151
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 115 180
Steuerfreie Erträge - 304 -226
Sonstige Unterschiede 601 221
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 1.196 1.493
Steuerquote 37 % 29 %

8 Nicht beherrschende Anteile

Die auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Gewinne belaufen sich auf 473 Millionen EUR (Vorjahr 534 Millionen EUR). Dem stehen Verluste von 4 Millionen EUR gegenüber (Vorjahr 7 Millionen EUR).

9 Sonstige Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Geschäftsjahr sind Personalaufwendungen in Höhe von 23.824 Millionen EUR (Vorjahr 22.219 Millionen EUR) angefallen. Der Materialaufwand beläuft sich auf 35.303 Millionen EUR (Vorjahr 35.965 Millionen EUR).

Angaben zu Abschreibungen sind in den Erläuterungen zum Anlagevermögen enthalten.

Erläuterungen zur Bilanz

10 Flüssige Mittel

MILLIONEN EURO

2019 2018
Guthaben bei Kreditinstituten (Laufzeit bis 90 Tage) 4.545 4.702
Kassenbestand und Notenbankguthaben 13 14
4.558 4.716

Das Guthaben bei Kreditinstituten wird teilweise als besicherte Geldanlage in Form von Tri-Party Repo-Geschäften angelegt. Der Buchwert der besicherten Geldanlagen beträgt zum Bilanzstichtag 400 Millionen EUR (Vorjahr 600 Millionen EUR). In gleicher Höhe wurden von der Bank Sicherheiten in Form von Wertpapieren bereitgestellt.

11 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 14.024 Millionen EUR (Vorjahr 14.859 Millionen EUR). Davon hat 1 Million EUR (Vorjahr 3 Millionen EUR) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Angaben zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Kapitel Kapital- und Risikomanagement im Abschnitt zu den Kreditrisiken enthalten.

12 Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte

MILLIONEN EURO

2019 2018
Wertpapiere 981 1.336
Guthaben bei Kreditinstituten (Laufzeit mehr als 90 Tage) 858 136
Darlehensforderungen 268 192
Derivate 86 123
Forderungen aus Finanzierungsleasing 36 35
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.171 454
3.400 2.276

Bei den als kurzfristig klassifizierten Wertpapieren handelt es sich um börsennotierte Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr sowie um Wertpapiere, bei denen eine Veräußerungsabsicht innerhalb eines Jahres besteht.

Weitere Angaben zu den Forderungen aus Finanzierungsleasing sind im Kapitel Leasing enthalten.

13 Vertragsvermögenswerte

MILLIONEN EURO

2019 2018
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 630 3 708 1
Aus Vertragsanbahnungskosten 71 302 47 245
Aus Entwicklungsleistungen 302 343 150 314
1.003 648 905 560

Unter den Vertragsvermögenswerten aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung wird der Überhang der von der BoschGruppe erbrachten Leistung, die als Umsatz ausgewiesen wird, über das vom Kunden bereits erhaltene Entgelt ausgewiesen. Die Vertragsvermögenswerte aus Vertragsanbahnungskosten enthalten Aufwendungen zur Erlangung von Verträgen, bei denen die Bosch-Gruppe davon ausgeht, dass sie diese Kosten zurückerlangen wird. Vertragsvermögenswerte aus Entwicklungsleistungen sind zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt auf den Kunden für alle nach diesem Zeitpunkt vom Kunden zu erstattenden gesonderten Vergütungen für gesondert beauftragte Forschungs- und Entwicklungsleistungen auszuweisen.

14 Kurzfristige sonstige Vermögenswerte

MILLIONEN EURO

2019 2018
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 229 237
Forderungen an Finanzbehörden (ohne Ertragsteuerforderungen) 1.477 1.376
Übrige sonstige Vermögenswerte 381 255
2.087 1.868

15 Vorräte

MILLIONEN EURO

2019 2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.729 3.731
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.472 2.277
Fertige Erzeugnisse und Waren 4.735 4.925
Geleistete Anzahlungen 47 82
10.983 11.015

Vom Gesamtbetrag der Vorräte sind 736 Millionen EUR (Vorjahr 504 Millionen EUR) zum Nettoveräußerungswert bilanziert. Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen von 192 Millionen EUR (Vorjahr 174 Millionen EUR) ergebniswirksam erfasst. Verpfändungen erfolgten nicht.

16 Langfristige finanzielle Vermögenswerte

MILLIONEN EURO

2019 2018
Wertpapiere 12.266 10.294
Beteiligungen 1.884 1.865
Guthaben bei Kreditinstituten 304 3
Darlehensforderungen 32 36
Derivate 23 5
Forderungen aus Finanzierungsleasing 159 153
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 191 202
14.859 12.558

Angaben zu Wertberichtigungen auf Darlehensforderungen, sonstige finanzielle Forderungen und Forderungen aus Finanzierungsleasing sind im Kapitel Kapital- und Risikomanagement im Abschnitt zu den Kreditrisiken enthalten.

Im Kapitel Leasing sind weitere Einzelheiten zu den Forderungen aus Finanzierungsleasing enthalten.

Langfristige Wertpapiere

Die Wertpapiere umfassen verzinsliche und sonstige Wertpapiere, Investmentfonds sowie Aktien. Im Geschäftsjahr wurden Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von 765 Millionen EUR (Vorjahr 1.105 Millionen EUR) veräußert, der kumulierte Gewinn aus dem Verkauf in Höhe von 26 Millionen EUR (Vorjahr 66 Millionen EUR) wurde von der Rücklage aus Finanzinstrumenten in die sonstigen kumulierten ergebnisneutralen Veränderungen innerhalb der Gewinnrücklagen umgegliedert.

Der Buchwert der verpfändeten Wertpapiere beträgt 1.351 Millionen EUR (Vorjahr 1.133 Millionen EUR). Die verpfändeten Wertpapiere dienen der gesetzlich vorgeschriebenen Absicherung von Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern sowie der Besicherung von Bankbürgschaften. Zur Verpfändung wurden Fondsanteile mindestens im Gegenwert der Ansprüche verwendet.

17 Sachanlagen

MILLIONEN EURO

Grundstücke, Gebäude des Betriebsvermögens Als Finanzinvestition gehaltene Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, vermietete Erzeugnisse Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 1.1.2018 10.465 92 24.955 10.958 2.554 49.024
Konzernkreisänderungen -1 9 -9 2 1
Zugänge 342 1.082 932 2.590 4.946
Umbuchungen 445 1.262 416 -2.123
Abgänge - 163 - 888 - 574 - 38 -1.663
Währungsanpassungen -14 - 246 - 31 -15 - 306
Bruttowerte 31.12.2018 11.074 92 26.174 11.692 2.970 52.002
Abschreibungen 1.1.2018 4.531 37 17.225 8.099 3 29.895
Konzernkreisänderungen -2 3 -6 -5
Zugänge 290 1 1.683 1.129 3.103
Umbuchungen 11 -3 -17 9
Abgänge -95 - 765 - 503 -1.363
Zuschreibungen -3 -3
Währungsanpassungen 21 -125 -13 -117
Abschreibungen 31.12.2018 4.753 38 18.018 8.689 12 31.510
Buchwerte 31.12.2018 6.321 54 8.156 3.003 2.958 20.492
Bruttowerte 31.12.2018 11.074 92 26.174 11.692 2.970 52.002
Anpassungen aus IFRS 16 -17 -3 -34 -54
Bruttowerte 1.1.2019 11.057 92 26.171 11.658 2.970 51.948
Konzernkreisänderungen 116 25 - 37 -1 103
Zugänge 359 1.129 893 2.608 4.989
Umbuchungen 252 1 1.382 584 -2.219
Abgänge -112 - 59 -1.150 - 732 - 60 -2.113
Währungsanpassungen 80 45 39 9 173
Bruttowerte 31.12.2019 11.752 34 27.602 12.405 3.307 55.100
Abschreibungen 31.12.2018 4.753 38 18.018 8.689 12 31.510
Anpassungen aus IFRS 16 -5 -2 -21 -28
Abschreibungen 1.1.2019 4.748 38 18.016 8.668 12 31.482
Konzernkreisänderungen -110 -2 - 41 - 153
Zugänge 345 1 1.865 1.203 7 3.421
Umbuchungen -92 74 18
Abgänge - 44 -30 - 904 - 663 -6 -1.647
Währungsanpassungen 33 39 31 103
Abschreibungen 31.12.2019 4.972 9 18.922 9.272 31 33.206
Buchwerte 31.12.2019 6.780 25 8.680 3.133 3.276 21.894

Im Gesamtbetrag der Abschreibungen des Geschäftsjahres sind folgende außerplanmäßige Abschreibungen enthalten:

Grundstücke und Gebäude: 16 Millionen EUR (Vorjahr 0 Millionen EUR),

Technische Anlagen und Maschinen: 76 Millionen EUR (Vorjahr 21 Millionen EUR),

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anlagen im Bau: 14 Millionen EUR (Vorjahr 4 Millionen EUR).

Von den außerplanmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres entfallen 67 Millionen EUR auf technische Anlagen und Maschinen des Geschäftsbereichs Automotive Electronics (Unternehmensbereich Mobility Solutions). Die Wertminderung wurde vorgenommen, weil die Marktentwicklung hinter den Erwartungen zurückblieb sowie aufgrund von rückläufigen Stückzahlen und erhöhtem Wettbewerbsdruck.

15 Millionen EUR betreffen technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Anlagen im Bau des Geschäftsbereichs Automotive Steering (Unternehmensbereich Mobility Solutions). Hintergrund der außerplanmäßigen Abschreibungen sind steigende Kundenanforderungen und starker Wettbewerb. 14 Millionen EUR entfallen auf Grundstücke und Gebäude der BSH Hausgeräte (Unternehmensbereich Consumer Goods).

In den Buchwerten des Vorjahres sind folgende Beträge aus Finanzierungsleasing-Verträgen enthalten, bei denen die Bosch-Gruppe Leasingnehmer ist:

Grundstücke und Gebäude: 12 Millionen EUR,

Technische Anlagen und Maschinen: 1 Million EUR,

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 13 Millionen EUR.

Die eingegangenen Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen betragen 542 Millionen EUR (Vorjahr 895 Millionen EUR), Verfügungsbeschränkungen bestehen im Geschäftsjahr wie im Vorjahr nicht. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte in Höhe von 164 Millionen EUR (Vorjahr 21 Millionen EUR) wurden von den Zugängen im Berichtsjahr abgesetzt.

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken und Gebäuden handelt es sich um vermietete Immobilien, die zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet werden. Bei Bewertung zu Zeitwerten ergibt sich ein Bestand von 30 Millionen EUR (Vorjahr 112 Millionen EUR). Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt in der Konzernzentrale. Die gemäß IFRS 13 der Stufe 3 zugeordneten Wohnimmobilien in Deutschland und Asien werden nach dem Ertragswertverfahren/Vergleichswertverfahren auf Grundlage der Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (ImmoWertV) unter Berücksichtigung der aktuellen Bausubstanz und der Marktwerte der einzelnen Objekte bewertet. Die Mieteinnahmen aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen 8 Millionen EUR (Vorjahr 8 Millionen EUR), die Aufwendungen zur Instandhaltung 3 Millionen EUR (Vorjahr 4 Millionen EUR).

18 Immaterielle Vermögenswerte

MILLIONEN EURO

Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) Erworbene Firmenwerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttowerte 1.1.2018 9.116 5.650 1.973 16.739
Konzernkreisänderungen - 43 23 -20
Zugänge 235 2 351 588
Umbuchungen -3 3
Abgänge - 184 - 37 - 406 - 627
Währungsanpassungen 39 25 1 65
Bruttowerte 31.12.2018 9.160 5.666 1.919 16.745
Abschreibungen 1.1.2018 3.643 708 1.000 5.351
Konzernkreisänderungen - 37 - 37
Zugänge 726 17 367 1.110
Abgänge - 167 - 407 -574
Währungsanpassungen 16 -1 1 16
Abschreibungen 31.12.2018 4.181 724 961 5.866
Buchwerte 31.12.2018 4.979 4.942 958 10.879
Bruttowerte 1.1.2019 9.160 5.666 1.919 16.745
Konzernkreisänderungen - 91 -111 - 37 - 239
Zugänge 372 281 653
Abgänge - 145 -14 -272 - 431
Währungsanpassungen 39 17 1 57
Bruttowerte 31.12.2019 9.335 5.558 1.892 16.785
Abschreibungen 1.1.2019 4.181 724 961 5.866
Konzernkreisänderungen - 61 -8 -13 - 82
Zugänge 775 518 1.293
Abgänge - 122 -13 -272 - 407
Währungsanpassungen 17 1 18
Abschreibungen 31.12.2019 4.790 703 1.195 6.688
Buchwerte 31.12.2019 4.545 4.855 697 10.097

Im Gesamtbetrag der Abschreibungen des Geschäftsjahres sind folgende außerplanmäßige Abschreibungen enthalten: □ Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte): 2 Millionen EUR (Vorjahr 0 Millionen EUR), □ Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte: 83 Millionen EUR (Vorjahr 74 Millionen EUR).

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte betreffen aktivierte Entwicklungsprojekte und sind dem Unternehmensbereich Mobility Solutions sowie den sonstigen Segmenten zuzuordnen. Die Wertminderung wurde vorgenommen, weil kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.

Die Firmenwerte von 4.855 Millionen EUR (Vorjahr 4.942 Millionen EUR) verteilen sich nach Geschäftsbereichen (Cash Generating Units) wie folgt:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Powertrain Solutions 359 347
Automotive Aftermarket 380 376
Automotive Steering 108 108
Drive and Control Technology 1.525 1.529
Packaging Technology 127
Power Tools 387 381
BSH Hausgeräte GmbH 548 548
Building Technologies 472 455
Thermotechnology 1.001 1.001
Sonstige 75 70
4.855 4.942

Die Firmenwerte werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Eine Wertminderung ist vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert der Geschäftsbereiche (Cash Generating Units) liegt. Als erzielbarer Betrag wird der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung angesetzt. Der Nutzungswert wird aus den zukünftigen Mittelzuflüssen (Cash-Flows) abgeleitet. Den Cash-Flows liegen Planungsrechnungen mit einem Zeithorizont von fünf Jahren zugrunde, die auf einer vom Management verabschiedeten Mittelfristplanung basieren. Die Planungen beruhen auf Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Marktanteile, das Wachstum der jeweiligen Märkte sowie die Profitabilität der Erzeugnisse und Dienstleistungen. Mittelzuflüsse jenseits des Planungszeitraums werden unter Berücksichtigung eines erwarteten nachhaltigen Wachstumsfaktors ermittelt.

Die für den Werthaltigkeitstest verwendeten Parameter sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

IN PROZENT

Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Wachstumsfaktor 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
Diskontierungssatz vor Steuern 9,1 10,5 9,7 10,2 7,5 8,7
Energy and Building Technology
2019 2018
Wachstumsfaktor 1,0 1,0
Diskontierungssatz vor Steuern 8,8 10,3

Als risikoloser Zins werden 0,1 % (Vorjahr 1,1 %) und als Marktrisikoprämie 6,5 % (Vorjahr 6,5 %) angesetzt. Der verwendete typisierte Steuersatz beträgt 29 % (Vorjahr 29 %).

Der jährliche Werthaltigkeitstest bei Firmenwerten ergab im Geschäftsjahr keinen Wertminderungsbedarf. Bei allen Firmenwerten hätte weder eine Erhöhung des Diskontierungssatzes vor Steuern um 0,5 Prozentpunkte noch eine Verminderung des Wachstumsfaktors um 0,5 Prozentpunkte zu einer Wertminderung geführt.

19 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

MILLIONEN EURO

2019 2018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.671 7.605
Wechselverbindlichkeiten 2 22
7.673 7.627

Im Geschäftsjahr bestehen keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (Vorjahr 4 Millionen EUR).

20 Sonstige kurzfristige und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

MILLIONEN EURO

2019 2018
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Anleihen 499 2.505 300 3.001
Schuldscheindarlehen 1.498 154 1.498
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 143 3 269 14
Darlehensverbindlichkeiten 73 31 71 30
Derivate 58 8 76 5
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 7 18
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 644 104 714 86
1.417 4.149 1.591 4.652

21 Vertragsverbindlichkeiten

MILLIONEN EURO

2019 2018
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 25 1 85 22
Aus noch nicht erbrachten Leistungen 1.360 287 1.342 175
1.385 288 1.427 197

Als Vertragsverbindlichkeit aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung werden von Kunden erhaltene Beträge ausgewiesen, die die als Umsatz ausgewiesene, von der Bosch-Gruppe erbrachte Leistung übersteigen. In den Vertragsverbindlichkeiten aus noch nicht erbrachten Leistungen sind überwiegend die erhaltenen Anzahlungen aus Verträgen, die in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen, sonstige erhaltene Anzahlungen sowie Verpflichtungen aus abgerechneten, aber noch nicht erbrachten Leistungen enthalten.

22 Sonstige Verbindlichkeiten und sonstige Rückstellungen

Sonstige Verbindlichkeiten

MILLIONEN EURO

2019 2018
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Abgegrenzte Verbindlichkeiten im Personalbereich 2.076 2.671
Abgegrenzte Verbindlichkeiten im Verkaufsbereich 1.432 1.408
Sonstige abgegrenzte Verbindlichkeiten 982 868
Steuerverbindlichkeiten (ohne Ertragsteuerverbindlichkeiten) 734 693
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 283 104 245 97
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 357 68 344 86
5.864 172 6.229 183

Die abgegrenzten Verbindlichkeiten betreffen im Personalbereich im Wesentlichen Urlaubs- und Gehaltsansprüche sowie abgegrenzte Sonderzahlungen, im Verkaufsbereich vor allem Bonus- und Provisionszahlungen.

Sonstige Rückstellungen (ohne Ertragsteuerrückstellungen und Rückstellungen für Pensionen)

MILLIONEN EURO

2019 2018
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Steuerrückstellungen (ohne Ertragsteuerrückstellungen) 54 17 35 39
Rückstellungen im Personalbereich 1.065 2.435 684 1.989
Rückstellungen im Vertriebsbereich 2.070 1.182 1.848 1.073
Übrige sonstige Rückstellungen 1.785 1.135 1.667 1.010
4.974 4.769 4.234 4.111

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

MILLIONEN EURO

31.12.2018 IFRS 16 1.1.2019 Konzernkreisänderungen Verbrauch Auflösung
Steuerrückstellungen 835 835 -5 - 190 - 153
Rückstellungen im Personalbereich 2.673 2.673 - 58 - 530 - 104
Rückstellungen im Vertriebsbereich 2.921 2.921 -72 -1.188 - 476
Übrige sonstige Rückstellungen 2.677 -15 2.662 -3 - 345 - 335
9.106 -15 9.091 - 138 -2.253 -1.068
Zuführung Währung 31.12.2019
Steuerrückstellungen 141 628
Rückstellungen im Personalbereich 1.522 -3 3.500
Rückstellungen im Vertriebsbereich 2.054 13 3.252
Übrige sonstige Rückstellungen 943 -2 2.920
4.660 8 10.300

Von den Zuführungen entfallen 35 Millionen EUR (Vorjahr 40 Millionen EUR) auf Aufzinsungen.

Rückstellungen im Personalbereich betreffen Verpflichtungen aus Personalanpassungsmaßnahmen, Mitarbeiterjubiläen, Altersteilzeit und weitere Sonderleistungen. Rückstellungen im Vertriebsbereich berücksichtigen überwiegend Verluste aus Liefer- und Garantieverpflichtungen einschließlich der Risiken aus Rückruf-, Austausch- und Produkthaftungsfällen. Die sonstigen Rückstellungen werden unter anderem für Risiken aus Einkaufsverpflichtungen, Umweltschutzverpflichtungen, Prozessrisiken und rechtliche Risiken gebildet.

Mit Blick auf Dieselfahrzeug-Emissionen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ihr Verfahren gegen Bosch im Mai 2019 abgeschlossen. Die Höhe des Bußgeldes belief sich auf 90 Millionen EUR. Bosch hat mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart bei der Aufarbeitung der fraglichen Vorgänge vollumfänglich kooperiert und auf das Einlegen von Rechtsmitteln verzichtet. Damit ist das Bußgeldverfahren gegen Bosch als Zulieferer von Motorsteuergeräten für Dieselmotoren rechtskräftig beendet. Die Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen einzelne Mitarbeiter sind noch nicht abgeschlossen. Ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind Ermittlungen ausländischer Behörden gegen weitere Fahrzeughersteller und zum Teil gegen Bosch als Lieferant von Motorsteuergeräten.

Zudem ist Bosch im Hinblick auf die Ereignisse bei Dieselfahrzeug-Emissionen bei verschiedenen Herstellern auch weiterhin weltweit in zahlreichen zivilrechtlichen Sammelklagen und Einzelklagen zum Teil auch Beklagte. Dies betrifft unter anderem die USA und Kanada. Aus den anhängigen und drohenden weiteren Klagen drohen Risiken. Bosch wahrt in allen diesen Verfahren seine Rechte. Zur Beilegung zivilrechtlicher Streitigkeiten wurde bisher ein Gesamtbetrag von rund 450 Millionen USD gezahlt. Bosch erkennt damit weder den von den Klägern vorgetragenen Sachverhalt an, noch räumt Bosch Schuld ein.

Mit Blick auf etwaige zivilrechtliche Risiken, die mit abgeschlossenen Kartellverfahren verbunden sind, führt Bosch zudem Gespräche mit Kunden über eine Kompensation. Zudem laufen weiterhin Ermittlungen gegen die französische Tochtergesellschaft der BSH Hausgeräte mit Blick auf einen möglichen Kartellverstoß.

Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden und von der Geschäftsführung beurteilten Sachverhalte zu den Themen Kartellrecht und Motorsteuergeräte wurde nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichende Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. Für die verschiedenen genannten Rechtsrisiken beläuft sich der Bestand an Rückstellungen im gesamten Konzern auf 881 Millionen EUR.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Für folgende Eventualverbindlichkeiten werden keine Rückstellungen gebildet, da der Eintritt des Risikos als wenig wahrscheinlich betrachtet wird:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 12 13
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 32 24
Sonstige Verbindlichkeiten 18 10
62 47

23 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mitarbeitern der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften stehen in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes Ansprüche im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu. Die Versorgungsleistungen umfassen sowohl bereits laufende Leistungen als auch Anwartschaften aktiver oder ausgeschiedener Mitarbeiter.

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Versorgungs- oder Versicherungsträger. Über die Zahlung der Beiträge hinaus bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Bei leistungsorientierten Versorgungssystemen (Defined Benefit Plans) handelt es sich um rückstellungs-, fonds- oder versicherungsfinanzierte Versorgungssysteme.

Die Anlage des Planvermögens ist an den zugrundeliegenden leistungsorientierten Versorgungszusagen ausgerichtet. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Eine wichtige Steuerungsgröße dabei ist der Finanzierungsstatus. Dieser wird von Bosch fortlaufend unter Beteiligung von externen Experten überwacht. Die Anlagepolitik ergibt sich aus entsprechenden Governance-Richtlinien. Für die Umsetzung der Vermögensanlage sind externe Vermögensverwalter mandatiert.

Im Folgenden werden die für die Bosch-Gruppe bedeutendsten leistungsorientierten Altersvorsorgepläne sowie Pläne für die medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beschrieben. Diese Pläne unterliegen versicherungsmathematischen Risiken wie Langlebigkeitsrisiken, Zinsänderungsrisiken und Kapitalmarktrisiken.

Deutschland

Der am 1. Januar 2006 eingeführte Plan zur betrieblichen Altersvorsorge (Bosch bAV Plan) ist ein beitragsbasierter Vorsorgeplan mit gehaltsabhängigen Beiträgen zum Aufbau von Altersleistungen sowie Zusatzleistungen für Erwerbsminderungsund Todesfälle. Der Bosch bAV Plan ist zum Teil über einen externen Versorgungsträger, die Bosch Pensionsfonds AG, finanziert. Der Wert der Vermögenswerte des externen Versorgungsträgers wird mit der nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) ermittelten Pensionsverpflichtung verrechnet.

Während der Anwartschaftsphase werden Firmen- und Mitarbeiterbeiträge bis zur steuerlichen Höchstgrenze dem Vermögen der Bosch Pensionsfonds AG zugeführt. Beiträge, die die steuerliche Höchstgrenze überschreiten, werden der Direktzusage zugewiesen. Die Höhe der Anwartschaft steigt analog zur Performance des Bosch Pensionsfonds. Altzusagen wurden in den Bosch bAV Plan überführt. Für eine stetig abnehmende Anzahl von Mitarbeitern in der Anwartschaftsphase ist als Übergangsregelung eine feste Verzinsung der Anwartschaft garantiert.

Zusatzleistungen für Erwerbsminderungs- und Todesfälle werden aufgrund der Dienstzeitunabhängigkeit der Zusage bilanziell erst nach Eintritt eines entsprechenden Versorgungsfalles erfasst.

Die erdienten Ansprüche werden bei Renteneintritt, Erwerbsminderung oder Tod in Form von Einmalzahlungen, Ratenzahlungen oder als lebenslange Rente ausgezahlt. Für Renteneintritte ab dem 1. Januar 2016 erfolgt die Rentenauszahlung über den Bosch Pensionsfonds als fondsförmige Rente. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Einstandspflicht von Bosch wird der Plan von Rentenbeginn an wie ein beitragsorientierter Plan behandelt.

Japan

Die Mehrheit der Pensionsverpflichtungen sind Unternehmenszusagen (Corporate Pension Plans; CPPs), generell in Form von kapitalgedeckten Karrieredurchschnittsplänen. Die Leistungen basieren auf gehaltsabhängigen Beiträgen, die verzinst werden. Die Verzinsung ist abhängig von der Plangestaltung.

Weiterhin bestehen Verpflichtungen aus nicht kapitalgedeckten Zusagen (Retirement Allowance Plans; RAPs), die Leistungen basieren auf Betriebszugehörigkeit und Endgehalt.

Alle Leistungen werden in Form von Einmalzahlungen bei Kündigung, Tod oder Renteneintritt ausgezahlt. Annuitätszahlungen sind für Mitarbeiter in einigen CPPs ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit möglich.

Schweiz

Bosch unterhält einen kapitalgedeckten Pensionsplan. Der Bosch Pensionsplan hat die Rechtsform einer Stiftung. Alle demographischen und finanziellen Risiken werden durch die Stiftung getragen und vom Stiftungsrat regelmäßig beurteilt. Im Falle einer Unterdeckung können Anpassungen wie die Veränderung der Verrentungsfaktoren oder die Erhöhung zukünftiger Beiträge vorgenommen werden.

Pensionspläne unterstehen dem schweizerischen Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Alle Leistungen sind gesetzlich definiert, das BVG bestimmt die Höhe der zu gewährenden Mindestleistungen. Der Bosch Pensionsplan erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen.

Einzahlungen in den Bosch Pensionsplan erfolgen als Firmen- und Mitarbeiterbeiträge. Die Auszahlung der Leistungen erfolgt in Form von lebenslangen Renten oder Einmalzahlungen.

Vereinigtes Königreich

Bosch finanziert einen endgehaltsabhängigen leistungsorientierten Pensionsplan, der geschlossen ist. Die Verpflichtung ist über eine Treuhandgesellschaft finanziert, die rechtlich unabhängig von Bosch ist und nach gesetzlichen Bestimmungen geführt wird. Die Treuhänder sind verpflichtet, die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten. Der Plan weist ein Finanzierungsdefizit aus, das mittels eines Sanierungsplanes geschlossen wird.

Die erdienten Ansprüche werden bei Renteneintritt, Erwerbsminderung oder Tod ausgezahlt.

USA

Bosch unterhält den Bosch Pensionsplan und sieben weitere kleinere leistungsorientierte Versorgungspläne, die alle kapitalgedeckt sind und den ERISA-Vorschriften genügen. Somit gelten die entsprechenden gesetzlichen Mindestfinanzierungsbestimmungen für diese Pläne. Der Bosch Pensionsplan ist ein Cash Balance Plan, bei dem die Leistungen abhängig von Alter, Firmenzugehörigkeit und Gehalt sind. Leistungen werden bei Renteneintritt oder Tod ausgezahlt. Der Plan ist geschlossen für Neueintritte.

Ebenfalls für Neueintritte geschlossen sind zwei ungedeckte Versorgungspläne, die Leistungen für bestimmte Führungskräfte oder für Mitglieder des Bosch Pensionsplans bereitstellen, deren Einkünfte oberhalb der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrundlage liegen. Die Leistungen sind abhängig von Alter, Firmenzugehörigkeit sowie Gehalt und werden bei Renteneintritt oder Tod ausgezahlt.

Darüber hinaus finanziert Bosch zwölf Pläne für medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die nicht kapitalgedeckt sind. Neun Pläne sind bereits geschlossen. Das Niveau der Leistungen und die Beiträge für Rentner unterscheiden sich je nach Standort, Alter und Firmenzugehörigkeit. Zu den Unterstützungsleistungen gehören Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen für Rentner und deren Ehepartner.

Bei allen leistungsorientierten Versorgungssystemen erfolgen versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen. Dabei spielen neben Annahmen zur Lebenserwartung die folgenden Rechnungsparameter unter Berücksichtigung dynamischer Entwicklungen eine Rolle, die von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes abhängen:

IN PROZENT

Deutschland Japan Schweiz
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Abzinsungsfaktor 1,0 1,8 0,3 0,3 0,2 0,8
Gehaltstrend 3,0 3,0 2,3 2,3 1,5 1,5
Rententrend 1,5 1,8 n.a. n.a. n.a. n.a.
UK USA Gesamt
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Abzinsungsfaktor 2,0 2,9 3,2 4,2 1,3 2,0
Gehaltstrend 2,7 2,9 3,5 3,5 3,0 3,0
Rententrend 2,9 3,0 n.a. n.a. 1,4 1,6

n.a. nicht anwendbar

Zur Ermittlung des Abzinsungsfaktors in der Eurozone wurden Anleihen berücksichtigt, die am Bilanzstichtag von mindestens einer der Ratingagenturen mit AA bewertet wurden. Die Ermittlung des Abzinsungsfaktors erfolgt für alle Regionen gemäß IAS 19.

Der Gehaltstrend enthält zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation und der Inflation geschätzt werden.

Die Bewertung der Pensionspläne erfolgt unter Anwendung der aktuellen Sterbetafeln zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres. Die zum 31. Dezember 2019 verwendeten Sterbetafeln sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Deutschland Heubeck Richttafeln 2018G
Japan 2015 MHLW Standard Table
Schweiz BVG 2015 Generationstafeln für Rentner, BVG 2015 P24 für Anwärter
UK 105 % for Males, 96 % for Females of S2PXA tables with 2017 CMI projections and 1,25 % long-term improvement
USA Pri-2012, projected by MP2019; aggregate for some plans, collar adjustments for others

Zum 31. Dezember 2018 wurden in den wesentlichen Ländern folgende Sterbetafeln verwendet:

Deutschland Heubeck Richttafeln 2018G
Japan 2015 MHLW Standard Table
Schweiz BVG 2015 Generationstafeln für Rentner, BVG 2015 P23 für Anwärter
UK 105 % for Males, 96 % for Females of S2PXA tables with 2017 CMI projections and 1,25 % long-term improvement
USA RP2006, projected by MP2018; aggregate for some plans, collar adjustments for others

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung kann für die wesentlichen Regionen wie folgt auf die Rückstellung übergeleitet werden:

MILLIONEN EURO

Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
31.12.2019
Deutschland 16.006 -4.024 11.982
Japan 250 -298 11 70 33
Schweiz 908 -914 12 6
UK 383 - 354 9 38
USA 1.881 -1.719 9 171
Sonstige 642 -226 2 418
20.070 -7.535 43 70 12.648
31.12.2018
Deutschland 14.309 -3.593 10.716
Japan 245 -269 6 49 31
Schweiz 1.083 -1.079 13 2 19
UK 325 - 300 11 36
USA 1.734 -1.502 13 245
Sonstige 572 - 206 2 368
18.268 -6.949 45 51 11.415

Die Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

MILLIONEN EURO

Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
1.1.2019 18.268 -6.949 45 51 11.415
Nettoaufwand der Periode
Laufender Dienstzeitaufwand 624 624
Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand 1 1
Gewinne aus Planabgeltung, die nicht in Zusammenhang mit nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand stehen -30 -30
Zinsaufwand/-ertrag 363 - 154 209
Sonstiges 5 5
958 - 149 0 0 809
Neubewertungen
Gewinne aus Planvermögen ohne bereits im Zinsaufwand/-ertrag erfasste Beiträge -925 -925
Verluste aus der Änderung demographischer Annahmen 48 48
Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen 1.513 1.513
Erfahrungsbedingte Verluste 424 424
Sonstige Anpassungen 16 16
1.985 - 925 0 16 1.076
Beiträge
Arbeitgeber - 419 -419
Begünstigte der Pensionspläne 19 -19 0
19 - 438 0 0 - 419
Rentenzahlungen 1 -776 669 - 107
Sondereffekte (Planabgeltung) 0 0 0
Transfers 23 -23 0
Währungseffekte 90 -89 3 4
Änderungen im Konsolidierungskreis -497 369 -128
Änderungen sonstige Vermögenswerte -2 -2
31.12.2019 20.070 -7.535 43 70 12.648

1 Darunter 51 Millionen EUR für Übertragungen bei Rentenbeginn auf den Bosch Pensionsfonds zur Auszahlung einer fondsförmigen Rente.

MILLIONEN EURO

Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
1.1.2018 17.694 -6.909 31 73 10.889
Nettoaufwand der Periode
Laufender Dienstzeitaufwand 589 589
Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand 1 5 5
Gewinne aus Planabgeltung, die nicht in Zusammenhang mit nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand stehen 0 0
Zinsaufwand/-ertrag 374 - 153 0 221
Sonstiges 4 4
968 - 149 0 0 819
Neubewertungen
Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsaufwand/-ertrag erfasste Beiträge 392 392
Verluste aus der Änderung demographischer Annahmen 55 55
Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen 167 167
Erfahrungsbedingte Gewinne - 42 - 42
Sonstige Anpassungen 0 -26 -26
180 392 0 - 26 546
Beiträge
Arbeitgeber - 399 - 399
Begünstigte der Pensionspläne 18 -18 0
18 - 417 0 0 - 399
Rentenzahlungen 2 - 697 251 - 446
Sondereffekte (Planabgeltung) -5 5 0
Transfers 0 0 0
Währungseffekte 109 - 122 4 -9
Änderungen im Konsolidierungskreis 1 0 1
Änderungen sonstige Vermögenswerte 14 14
31.12.2018 18.268 -6.949 45 51 11.415

1 Im Wesentlichen aus der Anhebung der gesetzlichen maximalen Gratuity-Zahlung in Indien.
2 Darunter 48 Millionen EUR für Übertragungen bei Rentenbeginn auf den Bosch Pensionsfonds zur Auszahlung einer fondsförmigen Rente.

Das Fondsvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

IN PROZENT

Deutschland Japan Schweiz
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 1 1 1 1 1
Eigenkapitalinstrumente 40 34 29 26 30 27
davon Europa 56 57 12 12 43 45
davon Nordamerika 20 21 39 37 34 33
davon Asien-Pazifik 13 13 49 51 7 7
davon Emerging Markets 9 8 13 13
davon Sonstige 2 1 3 2
Schuldinstrumente 48 47 66 69 32 32
davon Staatsanleihen 40 39 83 77 19 18
davon Unternehmensanleihen 57 58 11 16 60 61
davon sonstige Schuldinstrumente 3 3 6 7 21 21
Immobilien 2 9 34 36
davon selbst genutzt 78 20
davon nicht selbst genutzt 22 80 100 100
Versicherungen 2 3 4 4
Sonstige 7 6 3 4
UK USA
2019 2018 2019 2018
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 1
Eigenkapitalinstrumente 37 36 40 43
davon Europa 41 42 16 13
davon Nordamerika 35 35 69 71
davon Asien-Pazifik 20 20 7 8
davon Emerging Markets 4 3 7 7
davon Sonstige 1 1
Schuldinstrumente 59 60 59 56
davon Staatsanleihen 50 50 18 30
davon Unternehmensanleihen 50 50 81 66
davon sonstige Schuldinstrumente 1 4
Immobilien
davon selbst genutzt
davon nicht selbst genutzt
Versicherungen 4 4
Sonstige

Für Zahlungsmittel und Eigenkapitalinstrumente liegen Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt vor. Für die übrigen Anlageklassen liegen überwiegend keine Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt vor. In der Kategorie "Sonstige" werden im Wesentlichen Infrastrukturanlagen und Anlagen in Spezialfonds ausgewiesen.

Duration und erwartete Fälligkeiten der Pensionsverpflichtung

Zum 31. Dezember 2019 beträgt die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung 14,8 Jahre (Vorjahr 13,8 Jahre).

Erwartete Fälligkeiten der undiskontierten erwarteten Pensionszahlungen

MILLIONEN EURO

2019 2018
Weniger als ein Jahr 807 772
Zwischen einem und zwei Jahren 776 763
Zwischen zwei und drei Jahren 818 802
2.401 2.337

Die voraussichtlichen Zuwendungen zum Planvermögen im Geschäftsjahr 2020 belaufen sich auf 444 Millionen EUR (Vorjahr 383 Millionen EUR).

Die voraussichtlichen direkt zu erbringenden Versorgungsleistungen im Geschäftsjahr 2020 betragen 503 Millionen EUR (Vorjahr 484 Millionen EUR).

Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung in Bezug auf die versicherungsmathematischen Parameter

IN PROZENT

Deutschland Japan Schweiz
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Abzinsungsfaktor
Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -5,0 -4,8 -4,1 -4,3 -5,8 -5,5
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 5,6 5,1 4,5 4,6 7,1 6,2
Gehaltstrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte n.a. 0,1 0,8 0,8 0,2 0,2
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte n.a. -0,1 -0,8 -0,7 -0,2 -0,2
Rententrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 0,6 0,7 n.a. n.a. 2,5 2,5
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -0,6 -0,6 n.a. n.a. -2,4 -2,4
Lebenserwartung
Zunahme um ein Jahr 2,2 2,4 n.a. n.a. 3,0 2,9
UK USA
2019 2018 2019 2018
Abzinsungsfaktor
Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -8,1 -7,4 -6,0 -5,7
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 9,4 8,3 6,7 6,4
Gehaltstrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 0,4 0,5 0,0 0,0
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -0,4 -0,5 0,0 0,0
Rententrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 1,7 1,7 n.a. n.a.
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -1,7 -1,6 n.a. n.a.
Lebenserwartung
Zunahme um ein Jahr 3,6 3,2 2,6 2,4

n.a. nicht anwendbar

Die Sensitivitätsanalysen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen basieren auf dem gleichen Verfahren, das für die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Verpflichtungen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses angewendet wurde (Anwartschaftsbarwertverfahren). Es wurde jeweils die Änderung einer Annahme angesetzt und die übrigen Annahmen unverändert gelassen. Mögliche Korrelationseffekte wurden somit nicht berücksichtigt.

Beitragsorientierte Versorgungspläne

Die Aufwendungen für beitragsorientierte Versorgungspläne belaufen sich auf 1.449 Millionen EUR (Vorjahr 1.368 Millionen EUR).

Jubiläumsrückstellungen

Die Aufwendungen für die Zuführung zu den Jubiläumsrückstellungen betragen 88 Millionen EUR (Vorjahr 63 Millionen EUR).

24 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von 1.200 Millionen EUR und die Kapitalrücklage von 4.557 Millionen EUR entsprechen den bei der Robert Bosch GmbH ausgewiesenen Bilanzwerten. Das gezeichnete Kapital verteilt sich auf die Gesellschafter wie folgt:

Gesellschafter der Robert Bosch GmbH

IN PROZENT

Anteilsbesitz Stimmrechte
Robert Bosch Stiftung GmbH 92,0
Robert Bosch Industrietreuhand KG 93,2
Familie Bosch 7,4 6,8
Robert Bosch GmbH (eigene Anteile) 0,6

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, sowie die kumulierte übrige Eigenkapitalveränderung. Die Auswirkungen aus der Veränderung der versicherungsmathematischen Parameter bei Pensionsrückstellungen sind in der Spalte "Sonstige" der kumulierten ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderung ausgewiesen. Ebenfalls in dieser Position enthalten sind Unterschiedsbeträge zwischen Kaufpreis und erworbenem anteiligen Eigenkapital im Fall zugekaufter Anteile.

Darüber hinaus sind in den Gewinnrücklagen eigene Anteile in Höhe von 62 Millionen EUR berücksichtigt.

Der Bilanzgewinn des Konzerns entspricht dem der Robert Bosch GmbH.

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen die konzernfremden Gesellschafter der United Automotive Electronic Systems Co., Ltd., Shanghai, der Bosch Automotive Diesel Systems Co., Ltd., Wuxi, der Bosch HUAYU Steering Systems Group, Shanghai, alle China, sowie der Bosch Ltd., Bengaluru, Indien.

Sonstige Erläuterungen

25 Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme aufgegliedert nach Mittelzu- und -abflüssen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Ausgehend vom EBIT wird der Cash-Flow indirekt abgeleitet. Beim EBIT handelt es sich um das Ergebnis vor Steuern und vor Finanzergebnis. Bereinigt um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge - im Wesentlichen Abschreibungen des Anlagevermögens - und unter Einbeziehung zahlungswirksamer Finanzaufwendungen, Finanzerträge und Steuern sowie unter Berücksichtigung von Veränderungen des Working Capital ergibt sich der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit.

Die Investitionstätigkeit umfasst im Wesentlichen die Zugänge des Anlagevermögens einschließlich vermieteter Erzeugnisse und den Kauf oder Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten sowie Wertpapieren.

In der Finanzierungstätigkeit sind Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus der Aufnahme bzw. Tilgung von Finanzverbindlichkeiten und aus Dividenden zusammengefasst. Von 2019 an ist hier außerdem die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten enthalten.

In der Kapitalflussrechnung enthaltene Veränderungen von Bilanzpositionen sind nicht unmittelbar aus der Bilanz abzuleiten, da sie um Wechselkurseffekte und Veränderungen des Konsolidierungskreises bereinigt sind.

Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität enthält flüssige Mittel von 4.558 Millionen EUR (Vorjahr 4.716 Millionen EUR). Es bestehen im Geschäftsjahr vertragliche Transferbeschränkungen für flüssige Mittel in Höhe von 5 Millionen EUR.

Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit während des Geschäftsjahres sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

MILLIONEN EURO

Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen
1.1.2019 Aufnahme Tilgung Konsolidierungskreisbedingte Änderungen, sonstige Änderungen Wechselkursbedingte Änderungen 31.12.2019
Finanzverbindlichkeiten 5.236 28 - 608 -8 4.648
Leasingverbindlichkeiten 2.115 - 497 485 8 2.111
7.351 28 -1.105 477 8 6.759

Die Finanzverbindlichkeiten umfassen Anleihen, Schuldscheindarlehen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, jeweils kurz- und langfristig.

26 Segmentberichterstattung

Angaben zu den Geschäftssegmenten

MILLIONEN EURO

Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Umsatz mit Dritten 46.784 47.567 7.494 7.443 17.752 17.812
Umsatz mit anderen Segmenten 1 9 2 56 33
Gesamtumsatz 46.785 47.576 7.496 7.499 17.752 17.845
EBIT 756 3.531 897 687 1.041 1.149
davon: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -7 -14
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 3.414 2.217 558 402 812 773
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 3.562 2.889 243 213 1.009 809
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 163 57 30 6
Nicht zahlungswirksame Erträge 771 719 107 270 105 390
Vermögenswerte 15.661 14.568 2.677 3.105 7.181 7.502
Schulden 3.776 3.299 458 558 1.838 1.946
At Equity bewertete Beteiligungen 4 19
Energy and Building Technology Alle sonstigen Segmente Konsolidierung
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Umsatz mit Dritten 5.654 5.569 37 74
Umsatz mit anderen Segmenten 11 9 5 -14 -112
Gesamtumsatz 5.665 5.578 37 79 -14 -112
EBIT 290 266 - 81 - 131
davon: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 392 287 16 19
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 200 155 34 31
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 2 1 52
Nicht zahlungswirksame Erträge 150 97 2 20
Vermögenswerte 1.589 1.724 6 43
Schulden 302 299 12 14
At Equity bewertete Beteiligungen
Konzern
2019 2018
Umsatz mit Dritten 77.721 78.465
Umsatz mit anderen Segmenten
Gesamtumsatz 77.721 78.465
EBIT 2.903 5.502
davon: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -7 -14
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 5.192 3.698
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 5.048 4.097
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 195 116
Nicht zahlungswirksame Erträge 1.135 1.496
Vermögenswerte 27.114 26.942
Schulden 6.386 6.116
At Equity bewertete Beteiligungen 4 19

Die Bosch-Gruppe ist entsprechend der internen Management- und Berichtsstruktur in vier Unternehmensbereiche gegliedert. Diese stellen die berichtspflichtigen Geschäftssegmente dar und resultieren aus der Zusammenfassung von Geschäftsbereichen entsprechend den in IFRS 8 Geschäftssegmente genannten Kriterien. Das operative Geschäft innerhalb der Unternehmensbereiche liegt in der Verantwortung der Geschäftsbereiche.

Der Unternehmensbereich Mobility Solutions umfasst im Wesentlichen die Geschäftsfelder Produkte und Lösungen in der Antriebstechnik, Systeme für die aktive und passive Fahrzeugsicherheit, Assistenz- und Komfortfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Konzepte, Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel, Lenkungstechnik für Personenwagen und Nutzfahrzeuge sowie vernetzte Mobilitätsdienstleistungen.

Im Unternehmensbereich Industrial Technology sind folgende Aktivitäten zusammengefasst:

Automatisierungstechnik (Technologien zum Antreiben, Steuern und Bewegen),

Verpackungstechnik (Maschinen und Fertigungslinien für die Süßwaren-, Nahrungs- und Genussmittelbranche sowie für die pharmazeutische Industrie; der Bereich wurde zum 31. Dezember des Geschäftsjahres veräußert),

Softwareaktivitäten und Projekte im Bereich Industrie 4.0.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods umfasst die Herstellung und den Vertrieb von

Elektrowerkzeugen (Geräte für Handwerk, Industrie und Heimwerker, Zubehör, Gartenwerkzeuge sowie Industrie- und Messwerkzeuge),

Hausgeräten (Anwendungen für Kochen, Spülen, Waschen, Trocknen, Kühlen, Gefrieren, Bodenpflege usw.).

Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology umfasst die folgenden Aktivitäten:

Sicherheitssysteme (Videoüberwachung, Beschallung, Evakuierung und Zutrittskontrolle),

Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz in gewerblichen Gebäuden,

Thermotechnik (Heizungs- und Warmwassergeräte inkl. Regelungen und Steuerungen),

Servicelösungen (Business Solutions für interne und externe Kunden, Shared Services für die Bosch-Gruppe).

Geschäftssegmente, die nicht berichtspflichtig sind, werden in der Kategorie "Alle sonstigen Segmente" zusammengefasst und dargestellt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Finanz-, Holding- und sonstige Dienstleistungsgesellschaften sowie die verbleibenden Aktivitäten im Bereich Photovoltaik.

Die den einzelnen Unternehmensbereichen zugeordneten Geschäftsbereiche werden jeweils zu einem berichtspflichtigen Geschäftssegment zusammengefasst, weil sie vergleichbare wirtschaftliche Merkmale aufweisen. Dazu gehört vor allem die vergleichbare Abhängigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung aller zu einem Geschäftssegment zusammengefassten Geschäftsbereiche von jeweils den gleichen Kernmärkten (Automobilproduktion, Investitionsgüter, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik).

Positionen, die zur Finanzierungstätigkeit gehören, sind nicht Bestandteil der Segmentdarstellung.

Wesentliche Steuerungsgrößen, die an das Management berichtet werden, sind das EBIT sowie als interner Indikator der Operative Wertbeitrag.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Wesentliche Posten unter den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen sind Wertberichtigungen auf Forderungen, Zuführungen zu Rückstellungen sowie Verluste aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.

Wesentliche Posten unter den nicht zahlungswirksamen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Das Segmentvermögen umfasst die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vorräte, jeweils vor Wertberichtigungen. Die Segmentschulden enthalten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Positionen des Segmentvermögens und der Segmentschulden werden zu Jahresdurchschnittswerten ausgewiesen.

Überleitungsrechnungen

MILLIONEN EURO

2019 2018
Umsatz
Umsatz der berichtspflichtigen Segmente 77.698 78.498
Umsatz aller sonstigen Segmente 37 79
Konsolidierung -14 -112
Konzernumsatz 77.721 78.465
Ergebnis
EBIT der berichtspflichtigen Segmente 2.984 5.633
EBIT aller sonstigen Segmente - 81 - 131
Finanzerträge 2.301 1.956
Finanzaufwendungen -1.948 -2.391
Ergebnis vor Steuern 3.256 5.067
Vermögenswerte
Vermögenswerte der berichtspflichtigen Segmente 27.108 26.899
Vermögenswerte aller sonstigen Segmente 6 43
Überleitung auf die Werte zum 31.12. 141 982
Wertberichtigungen auf Vermögenswerte der Segmente -2.248 -2.050
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 11.377 10.294
Langfristige Vermögenswerte 52.646 47.486
Vermögenswerte des Konzerns 89.030 83.654
Schulden
Schulden der berichtspflichtigen Segmente 6.374 6.102
Schulden aller sonstigen Segmente 12 14
Überleitung auf die Werte zum 31.12. 1.287 1.511
Übrige kurzfristige Schulden 14.503 13.936
Langfristige Schulden 25.775 22.915
Schulden des Konzerns 47.951 44.478

Angaben nach wesentlichen Ländern

MILLIONEN EURO

Umsatz nach Sitz des Kunden Langfristige Vermögenswerte 1
2019 2018 2019 2018
Europa 40.817 41.412 21.865 20.493
davon Deutschland 15.705 16.093 13.564 12.973
davon Vereinigtes Königreich 3.571 3.693 395 394
davon Frankreich 3.180 3.109 459 428
davon Italien 2.250 2.456 611 520
Amerika 14.433 13.710 4.240 3.589
davon Vereinigte Staaten 10.911 10.497 3.591 3.030
Asien 21.405 22.266 7.813 7.152
davon China 13.547 14.426 5.474 5.036
davon Japan 2.699 2.497 575 508
Übrige Regionen 1.066 1.077 156 137
Konzern 77.721 78.465 34.074 31.371

1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen.

Die Kundenstruktur der Bosch-Gruppe weist im Berichtszeitraum keine Konzentration auf einzelne Kunden auf.

27 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Nettoergebnis nach Kategorien

In der folgenden Tabelle werden die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Auswirkungen aus Finanzinstrumenten, gegliedert nach Kategorien gemäß IFRS 9, saldiert dargestellt:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 145 57
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 267 302
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 177 - 280
Eigenkapitalinstrumente, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI nR) 133 144
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) -224 -526

Im Nettoergebnis sind das Ergebnis aus Forderungs- und Darlehensbewertung, das Ergebnis aus der Auflösung der Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital, Fremdwährungsgewinne und -verluste, Zinserträge und -aufwendungen, Erträge aus Beteiligungen, Dividendenerträge sowie das Ergebnis aus Derivaten enthalten. Im Nettoergebnis aus Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente sind Dividendenerträge in Höhe von 5 Millionen EUR (Vorjahr 5 Millionen EUR) aus im Geschäftsjahr ausgebuchten Eigenkapitalinstrumenten enthalten.

Die nicht ergebniswirksam erfassten Bewertungsgewinne und Bewertungsverluste aus Wertpapieren und Beteiligungen werden in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Kategorien

MILLIONEN EURO

2019 2018
Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Aktiva
Flüssige Mittel AC 4.558 4.716
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 14.024 14.859
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.400 2.276
Wertpapiere FVPL 858 858 1.210 1.210
FVOCI wR 123 123 126 126
Guthaben bei Kreditinstituten AC 858 136
Darlehensforderungen AC 268 192
Derivate FVPL 86 86 123 123
Forderungen aus Finanzierungsleasing n.a. 36 35
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 1.171 454
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 14.859 12.558
Wertpapiere FVOCI nR 3.081 3.081 2.546 2.546
FVOCI wR 5.045 5.045 4.877 4.877
FVPL 4.140 4.140 2.871 2.871
Beteiligungen FVPL 86 86 73 73
FVOCI nR 1.639 1.639 1.551 1.551
n.a. 159 241
Guthaben bei Kreditinstituten AC 304 304 3 3
Darlehensforderungen AC 32 33 36 37
Derivate FVPL 23 23 5 5
Forderungen aus Finanzierungsleasing n.a. 159 159 153 153
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 191 191 202 203

MILLIONEN EURO

2019 2018
Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 7.673 7.627
Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.417 1.591
Anleihen AC 499 300
Schuldscheindarlehen AC 154
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 143 269
Darlehensverbindlichkeiten AC 73 71
Derivate FVPL 58 58 76 76
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing n.a. 7
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 644 714
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 4.149 4.652
Anleihen AC 2.505 2.909 3.001 3.316
Schuldscheindarlehen AC 1.498 1.549 1.498 1.505
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 3 3 14 15
Darlehensverbindlichkeiten AC 31 34 30 32
Derivate FVPL 8 8 5 5
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing n.a. 18
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 104 105 86 85

AC Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (at amortised cost)
FVPL Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at fair value through profit or loss)
FVOCI wR Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Reklassifizierung (at fair value through OCI, with recycling)
FVOCI nR Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Reklassifizierung (at fair value through OCI, no recycling)
n.a. nicht anwendbar

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, gegliedert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9, stellen sich wie folgt dar:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 21.406 20.598
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 5.168 5.003
Eigenkapitalinstrumente, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI nR) 4.720 4.097
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 5.193 4.282
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 66 81
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 13.173 13.764

Bei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes entsprechend der in den Tabellen dargestellten Bewertungshierarchie gemäß IFRS 13:

MILLIONEN EURO

2019
Kategorie gemäß IFRS 9 Stufe 1 1 Stufe 2 2 Stufe 3 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere FVPL 247 4.586 165 4.998
FVOCI wR 70 5.098 5.168
FVOCI nR 3.081 3.081
Beteiligungen FVPL 86 86
FVOCI nR 446 1.193 1.639
Derivate FVPL 3 106 109
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate FVPL 2 64 66

MILLIONEN EURO

2018
Kategorie gemäß IFRS 9 Stufe 1 1 Stufe 2 2 Stufe 3 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere FVPL 939 3.047 95 4.081
FVOCI wR 72 4.931 5.003
FVOCI nR 2.545 1 2.546
Beteiligungen FVPL 73 73
FVOCI nR 335 1.216 1.551
Derivate FVPL 3 125 128
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate FVPL 1 80 81

1 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis notierter, nicht angepasster Marktpreise auf aktiven Märkten.
2 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis von Marktdaten wie Aktienkursen, Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren.
3 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis nicht beobachtbarer Marktdaten.

Der beizulegende Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird auf Basis von beobachtbaren Marktdaten wie Aktienkursen, Währungskursen oder Zinskurven ermittelt (Stufe 2).

Zum Ende des Geschäftsjahres wird überprüft, ob Umklassifizierungen zwischen einzelnen Stufen der Bewertungshierarchie vorzunehmen sind. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Umgliederungen zwischen Stufe 1 und Stufe 2 vorgenommen. Die Umgliederungen hinsichtlich der Stufe 3 sind in der Tabelle zu den Veränderungen der dieser Stufe zugeordneten finanziellen Vermögenswerte dargestellt.

Der Stufe 3 werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Beteiligungen zugeordnet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt basierend auf Unternehmensdaten im Wesentlichen unter Anwendung der Discounted Cash-Flow-Methode.

Ebenfalls werden der Stufe 3 Anteile an einem geschlossenen Fonds zugeordnet (Ausweis unter den Wertpapieren). Der beizulegende Zeitwert der Fondsanteile wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft zur Verfügung gestellt, die Ermittlung erfolgt auf Basis des Nettovermögenswertes des Fonds. Der beizulegende Zeitwert ist abhängig von den Marktwertänderungen der jeweiligen Anlagen innerhalb des Fonds.

Die Veränderung der der Stufe 3 zugeordneten finanziellen Vermögenswerte während des Geschäftsjahres und des Vorjahres ist aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

MILLIONEN EURO

1.1.2019 Zugänge Abgänge Umgliederungen Erfolgsneutrale Veränderungen Erfolgswirksame Veränderungen
Beteiligungen FVOCI nR 1.216 122 - 584 -7 443
Beteiligungen FVPL 73 13 -4 4
Wertpapiere 95 60 10
Währung 31.12.2019
Beteiligungen FVOCI nR 3 1.193
Beteiligungen FVPL 86
Wertpapiere 165

Aufgrund des Börsengangs eines Unternehmens im Geschäftsjahr 2019 wurde die entsprechende Beteiligung der BoschGruppe an diesem Unternehmen von Stufe 3 in Stufe 1 umgegliedert.

MILLIONEN EURO

1.1.2018 Zugänge Abgänge Erfolgsneutrale Veränderungen Erfolgswirksame Veränderungen
Beteiligungen FVOCI nR 782 333 -6 99
Beteiligungen FVPL 60 15 -8 6
Wertpapiere 66 21 8
Währung 31.12.2018
Beteiligungen FVOCI nR 8 1.216
Beteiligungen FVPL 73
Wertpapiere 95

Die erfolgswirksamen Veränderungen werden im Finanzergebnis, die erfolgsneutralen Veränderungen werden in der Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital erfasst.

28 Kapital- und Risikomanagement

Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel des zentral organisierten Kapitalmanagements in der Bosch-Gruppe ist es, die solide finanzielle Substanz zu erhalten und somit die finanzielle Unabhängigkeit und Flexibilität als Voraussetzung für weiteres Wachstum sicherzustellen.

Zentrale Steuerungsgrößen unseres finanziellen Zielsystems sind das EBIT sowie als interner Indikator der Operative Wertbeitrag. Der Operative Wertbeitrag wird ermittelt, indem vom EBIT die Kosten für das eingesetzte Kapital abgezogen werden. Zusätzlich werden bei einzelnen Punkten wie der Berücksichtigung von außerplanmäßigen Abschreibungen, von Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für Verluste aus Lieferverpflichtungen Anpassungen vorgenommen. Die Entwicklung der Steuerungsgrößen ist Maßstab zur Beurteilung des Erfolgs, zudem dienen sie der Portfoliosteuerung. Ergänzend werden im Rahmen des Kapitalmanagements klassische Bilanz-, Liquiditäts- und Verschuldungskennzahlen verwendet.

Sicherungspolitik und Finanzderivate

Das operative Geschäft der Bosch-Gruppe ist insbesondere von Währungskurs- und Zinsschwankungen sowie auf der Beschaffungsseite von Rohstoffpreisrisiken betroffen. Geschäftspolitisches Ziel ist es, diese Risiken durch Sicherungsmaßnahmen zu begrenzen. Die Sicherungsmaßnahmen werden zentral gesteuert.

Interne Vorschriften und Richtlinien legen Handlungsrahmen und Verantwortlichkeiten bei Anlage- und Sicherungsvorgängen verbindlich fest. Gemäß diesen Vorschriften dürfen derivative Finanzinstrumente nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft sowie der Geldanlage bzw. bei Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden, Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Wesentliche Bestandteile der Richtlinien sind Handelslimite. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt ausschließlich über Banken mit guter Bonität nach dem Rating führender Agenturen und unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertungen der Finanzmärkte. Die Bonität der Bankpartner der Bosch-Gruppe wird eng verfolgt und das Risiko durch Kontrahentenlimite begrenzt.

Festgeldanlagen werden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Bank teilweise als besicherte Geldanlage in Form von TriParty Repo-Geschäften abgeschlossen. Hierbei werden von der Bank zuvor definierte Wertpapiere als Sicherheit bereitgestellt. Die Geschäftsabwicklung sowie Verwaltung und Bewertung der Wertpapiere werden von einer Clearingstelle übernommen. Weitere Angaben sind im Kapitel Flüssige Mittel enthalten.

Entscheidungsgremien sind regelmäßig tagende Ausschüsse für Rohstoffe und Währungen sowie für Kapitalanlagen. Es besteht eine funktionale und räumliche Trennung zwischen den Bereichen Handel, Abwicklung und Kontrolle. Letzterer ermittelt vor allem Risiken nach der Value-at-Risk- sowie der Basis-Point-Value-Methode und kontrolliert laufend die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien.

Das Risiko der Finanzanlagen wird monatlich über ein Value-at-Risk-Konzept für die jeweiligen Folgemonate berechnet. Vorgegebene Risikolimite für die jeweilige Anlagekategorie begrenzen das potenzielle Verlustrisiko. Die Prognosequalität der Value-at-Risk-Methode wird durch monatliche Backtestings überprüft. Die Geschäftsführung wird monatlich über die Risikoanalysen und über die Ergebnisse von Anlage- und Sicherungsgeschäften informiert.

Währungsrisiken

Durch die zentrale Steuerung von Fakturierungs- und Einkaufswährungen werden Währungsrisiken aus Zahlungsströmen des operativen Geschäfts reduziert. Die Ermittlung des Währungsrisikos erfolgt auf Basis weltweit konsolidierter CashFlows in den jeweiligen Währungen. Dabei werden auf Basis des Wirtschaftsplans erwartete Zu- und Abflüsse in den verschiedenen Währungen für den Planungszeitraum in einer Devisenbilanz aggregiert erfasst und die resultierenden Nettopositionen ermittelt, die Gegenstand des zentralen Währungsmanagements sind.

Die größten Nettowährungspositionen der geplanten Cash-Flows bestehen in CNY, GBP und HUF.

Kurssicherungen erfolgen im Wesentlichen über Devisentermingeschäfte, in geringerem Umfang werden auch Devisenoptionen und Währungsswaps eingesetzt. Für diese Geschäfte, die ausnahmslos mit Banken abgewickelt werden, sind Mindestanforderungen hinsichtlich Art, Umfang und Komplexität festgelegt.

Das Risiko der wesentlichen operativen Fremdwährungspositionen wird mittels des Value-at-Risk-Konzeptes, ergänzt um Worst-Case-Analysen, ermittelt. Diese Risikoanalysen sowie das Ergebnis der Sicherungen werden monatlich ermittelt und der Geschäftsführung vorgelegt.

Zur Darstellung der Währungsrisiken gemäß IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben wurden für die wichtigsten Fremdwährungen der Bosch-Gruppe sämtliche monetären Vermögenswerte und monetären Verbindlichkeiten in Fremdwährung für alle konsolidierten Gesellschaften zum Bilanzstichtag analysiert und Sensitivitätsanalysen für die jeweiligen Währungspaare, bezogen auf das Nettorisiko, vorgenommen.

Eine Veränderung des EUR um 10 % (ausgehend vom Stichtagskurs) gegenüber den in der Tabelle genannten Fremdwährungen würde sich auf das Ergebnis vor Steuern wie folgt auswirken:

MILLIONEN EURO

Anstieg des EUR um 10 % Rückgang des EUR um 10 %
2019 2018 2019 2018
CHF 6 18 -6 -18
CNY 5 42 -5 - 42
CZK -31 - 35 31 35
GBP 33 73 - 33 -73
HUF -13 -10 13 10
JPY 10 -7 -10 7
KRW -5 4 5 -4
PLN 8 3 -8 -3
RUB -3 -9 3 9
TRY -38 -25 38 25
USD 11 2 -11 -2

Bei einer Veränderung des USD um 10 % (ausgehend vom Stichtagskurs) gegenüber der in der Tabelle genannten Fremdwährung würde sich folgende Veränderung des Ergebnisses vor Steuern ergeben:

MILLIONEN EURO

Anstieg des USD um 10 % Rückgang des USD um 10 %
2019 2018 2019 2018
CNY -1 8 1 -8

Die gezeigten Ergebniseffekte resultieren überwiegend aus operativen Fremdwährungspositionen und Darlehensbeziehungen innerhalb der Bosch-Gruppe, wenn der Kredit ausnahmsweise in einer anderen als der lokalen Währung des Kreditnehmers gewährt worden ist, weil er z. B. aus erwarteten Cash-Flows in dieser Währung zurückgezahlt werden kann. Das dargestellte bilanzielle Währungsrisiko stimmt nicht mit dem wirtschaftlichen überein, das auf Grundlage der geplanten Cash-Flows ermittelt wird.

Zinsrisiken

Zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken aus Mittelanlagen und Mittelaufnahmen werden vereinzelt derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dies sind hauptsächlich Zinsswaps und Zinsfutures.

Gemäß IFRS 7 wurde eine Analyse des Zinsrisikos vorgenommen. In einer Sensitivitätsanalyse wurden dazu die variabel verzinslichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die festverzinslichen Wertpapiere sowie die Zinsderivate berücksichtigt. Nicht einbezogen wurden hierbei Renten- sowie Geldmarktfonds.

Eine Veränderung des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte (ausgehend vom Zinssatz zum Stichtag) hätte folgende Auswirkung auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Ergebnis vor Steuern:

MILLIONEN EURO

Anstieg des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte Rückgang des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte
2019 2018 2019 2018
Rücklage aus Finanzinstrumenten -251 -230 251 230
Ergebnis vor Steuern 33 7 -33 -7

Aktienkursrisiken

Für die Analyse des Aktienkursrisikos gemäß IFRS 7 wurden die Aktienbestände, die börsennotierten Beteiligungen, Aktienfonds sowie Aktienderivate mit einem Buchwert von insgesamt 4.909 Millionen EUR (Vorjahr 3.719 Millionen EUR) berücksichtigt.

Eine Veränderung des Aktienkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Aktienkursniveau zum Stichtag) hätte folgende Auswirkung auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Ergebnis vor Steuern:

MILLIONEN EURO

Anstieg der Aktienkurse um 10 % Rückgang der Aktienkurse um 10 %
2019 2018 2019 2018
Rücklage aus Finanzinstrumenten 352 287 - 352 - 287
Ergebnis vor Steuern 139 85 - 139 - 85

Sonstige Preisrisiken

Zur Begrenzung der Risiken aus Schwankungen von Rohstoffpreisen werden Derivate eingesetzt. Für die Analyse des Rohstoffpreisrisikos gemäß IFRS 7 wurden die zum Bilanzstichtag bewerteten Rohstoffderivate berücksichtigt.

Eine Veränderung des Terminkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Terminkurs zum Bilanzstichtag) hätte folgende Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern:

MILLIONEN EURO

Anstieg der Terminkurse um 10 % Rückgang der Terminkurse um 10 %
2019 2018 2019 2018
Ergebnis vor Steuern 44 44 - 44 - 44

Für die Bosch-Gruppe sind zum Bilanzstichtag keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken im Sinne des IFRS 7 bekannt.

Kreditrisiken

Das maximale Kreditrisiko entspricht für jede Kategorie von Finanzinstrumenten dem Buchwert der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte.

Das Kreditrisiko aus Kundenforderungen wird fortlaufend erfasst und überwacht. In einer internen Anweisung sind Zuständigkeiten und Aufgaben im Rahmen der Kreditverantwortung geregelt. Dies betrifft vor allem die Festlegung der Zahlungsbedingungen, die Festlegung des Kreditlimits, die Freigabe von Lieferungen sowie die Forderungsüberwachung.

Zur Verringerung des Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Rechnungen mit den entsprechenden Gutschriften in einem einzigen Arbeitsprozess verarbeitet, und in der Bilanz wird der Nettobetrag ausgewiesen. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich der Forderung auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Forderung gleichzeitig mit der dazugehörigen Verbindlichkeit zu begleichen. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert. Weiterhin liegen für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sicherheiten in Form von Bürgschaften, Grundpfandrechten und Hypotheken vor.

Die folgende Tabelle zeigt das verbleibende Kreditrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (vor Saldierung von Gutschriften) 14.709 15.508
Saldierung von Gutschriften - 685 - 649
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwert) 14.024 14.859
Erhaltene finanzielle Sicherheiten -2.164 -2.065
Verbleibendes Kreditrisiko 11.860 12.794

In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (bonitätsbeeinträchtigt und nicht bonitätsbeeinträchtigt) im Geschäftsjahr dargestellt.

MILLIONEN EURO

1.1.2018 332
Konzernkreisänderungen -1
Zuführung 105
Inanspruchnahme -48
Auflösung -84
Währungsanpassung -8
31.12.2018 296
Konzernkreisänderungen -8
Zuführung 83
Inanspruchnahme -38
Auflösung -33
Währungsanpassungen 1
31.12.2019 301

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzierungsleasing, Vertragsvermögenswerte, Darlehensforderungen sowie sonstige finanzielle Forderungen haben sich im Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert.

Die folgende Tabelle enthält die Bruttobuchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.325 15.155
davon bonitätsbeeinträchtigt 302 268
davon nicht bonitätsbeeinträchtigt 9.402 9.983
nicht fällig 8.310 8.785
bis 30 Tage überfällig 604 656
31-90 Tage überfällig 230 260
91-180 Tage überfällig 113 130
mehr als 180 Tage überfällig 145 152

Derivative Transaktionen werden nach dem Deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte oder ISDA (International Swaps and Derivatives Association) abgeschlossen. Diese erfüllen nicht die Aufrechnungsvoraussetzungen nach IAS 32, da die Saldierung nur im Insolvenzfall durchsetzbar ist.

Das Kreditrisiko für Derivate mit positivem Marktwert, die gegenwärtig nicht die Saldierungskriterien nach IAS 32 erfüllen, da die Aufrechnungsvereinbarung nur im Fall der Insolvenz des Vertragspartners durchsetzbar ist, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Derivate mit positivem Marktwert (Buchwert) 109 128
Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Derivate -21 -39
Erhaltene Barsicherheiten - 34 -17
Verbleibendes Kreditrisiko 54 72

Liquiditätsrisiken

Die Entwicklung von Finanzmitteln und -verbindlichkeiten wird fortlaufend überwacht. In internen Richtlinien sind Aufgaben und Zuständigkeiten des Liquiditätsmanagements und der Liquiditätsplanung geregelt. Es bestehen Liquiditätsreserven in Form von kurzfristig verfügbaren Finanzmitteln in Höhe von 5.539 Millionen EUR (Vorjahr 6.052 Millionen EUR). Daneben stehen ein Euro-Commercial-Paper-Programm mit einem Volumen von 1.000 Millionen EUR sowie ein US-Commercial-Paper-Programm mit einem Volumen von 2.000 Millionen USD zur Verfügung, die zum Stichtag aber beide nicht beansprucht wurden.

Zur Verringerung des Liquiditätsrisikos werden Rechnungen für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit den entsprechenden erhaltenen Gutschriften in einem einzigen Abrechnungsprozess verarbeitet. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich der Verbindlichkeit auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Verbindlichkeit gleichzeitig mit der dazugehörigen Forderung zu begleichen. Darüber hinaus werden Sicherheiten in Form von Bürgschaften gestellt.

Die folgende Tabelle zeigt das verbleibende Liquiditätsrisiko für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (vor Saldierung von Gutschriften) 8.358 8.276
Saldierung von Gutschriften - 685 - 649
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Buchwert) 7.673 7.627
Gestellte finanzielle Sicherheiten -9 -9
Verbleibendes Liquiditätsrisiko 7.664 7.618

Das Liquiditätsrisiko für Derivate, die gegenwärtig nicht die Saldierungskriterien nach IAS 32 erfüllen, da die Aufrechnungsvereinbarung nur im Falle der Insolvenz durchsetzbar ist, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Derivate mit negativem Marktwert (Buchwert) 66 81
Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Derivate -21 -39
Gestellte Barsicherheiten 0 -1
Verbleibendes Liquiditätsrisiko 45 41

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse der originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sind aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

MILLIONEN EURO

Buchwert Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2019 2020 2021 2022 2023 2024
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.673 7.673
Anleihen 3.004 566 552 68 48 791
Schuldscheindarlehen 1.498 14 14 14 513 11
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 146 147 0 0 1 1
Leasingverbindlichkeiten 2.111 548 455 309 229 177
Darlehensverbindlichkeiten 104 73 6 5 5 5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 748 644 8 6 4 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich 50
Zahlungsabflüsse 3.419 0 10
Zahlungszuflüsse 3.370 0 9
Mit Nettoausgleich 16
Zahlungsabflüsse 9 7
Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2025 ff.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Anleihen 1.487
Schuldscheindarlehen 1.031
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1
Leasingverbindlichkeiten 584
Darlehensverbindlichkeiten 11
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 86
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse
Zahlungszuflüsse
Mit Nettoausgleich
Zahlungsabflüsse

MILLIONEN EURO

Buchwert Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2018 2019 2020 2021 2022 2023
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.627 7.623 4
Anleihen 3.301 375 566 552 68 48
Schuldscheindarlehen 1.652 171 14 14 14 513
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 283 271 14
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 25 8 7 5 4 3
Darlehensverbindlichkeiten 101 72 4 6 5 4
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 800 715 14 3 6 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich 41
Zahlungsabflüsse 3.315 5
Zahlungszuflüsse 3.273 5
Mit Nettoausgleich 40
Zahlungsabflüsse 35 5
Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2024 ff.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Anleihen 2.278
Schuldscheindarlehen 1.042
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3
Darlehensverbindlichkeiten 12
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 62
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse
Zahlungszuflüsse
Mit Nettoausgleich
Zahlungsabflüsse

In den undiskontierten Zahlungsabflüssen sind Zins- und Tilgungszahlungen enthalten. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind dem frühesten Zeitband zugeordnet. Die variablen Zinszahlungen wurden unter Verwendung des letzten vor dem jeweiligen Bilanzstichtag festgestellten Zinssatzes ermittelt.

29 Leasing

Verträge, die zur Kontrolle der Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum berechtigen, werden entsprechend IFRS 16 als Leasingverhältnis bilanziert.

Bosch als Leasingnehmer

Der Leasingnehmer bilanziert Leasingverträge grundsätzlich nach dem Nutzungsrechtsansatz. Danach sind, von bestimmten Ausnahmen abgesehen, in der Bilanz Vermögenswerte für die gewährten Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten für die Zahlungsverpflichtungen aus dem Leasingverhältnis zu erfassen. Auf kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert werden die vorgenannten Bilanzierungsregeln nicht angewendet, die Leasingzahlungen werden in diesen Fällen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses im Aufwand erfasst. Die Vorschriften des IFRS 16 werden ebenfalls nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses angesetzt. In die Leasingzahlungen werden neben fixen Zahlungen für die Leasingkomponenten und die Nicht-Leasingkomponenten auch variable Leasingzahlungen einbezogen, soweit diese auf einem Index oder einem Zinssatz beruhen. Die Abzinsung der Zahlungen erfolgt in der Regel mit den Grenzfremdkapitalzinssatz, der der Währung und Laufzeit des jeweiligen Vertrags entspricht. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden auch Kündigungs- und Verlängerungsoptionen berücksichtigt, soweit deren Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde.

Nutzungsrechte werden zu Beginn des Leasingverhältnisses mit dem Wert der Leasingverbindlichkeit erfasst, zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und abzüglich erhaltener Anreizzahlungen. Nutzungsrechte werden in der Regel über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben.

Leasingverträge, bei denen Gesellschaften der Bosch-Gruppe Leasingnehmer sind, betreffen im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude sowie, in geringerem Umfang, Fahrzeuge, technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die in der Bilanz erfassten Nutzungsrechte gliedern sich wie folgt:

MILLIONEN EURO

2019
Buchwert Abschreibungen
Grundstücke und Gebäude 1.802 388
Technische Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 51 16
Fahrzeuge 230 125
2.083 529

Die Zugänge zu den Nutzungsrechten belaufen sich im Geschäftsjahr auf 517 Millionen EUR.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die folgenden Beträge erfasst:

MILLIONEN EURO

2019
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 58
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 134
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert 52
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen 11

Die gesamten Zahlungsabflüsse aus Leasingverhältnissen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 742 Millionen EUR.

Im Vorjahr bestanden die folgenden Leasingverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verträgen:

MILLIONEN EURO

2018
Künftige Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb eines Jahres 9
fällig zwischen einem und fünf Jahren 19
fällig nach mehr als fünf Jahren 3
In den künftigen Mindestleasingzahlungen enthaltener Zinsanteil
fällig innerhalb eines Jahres 2
fällig zwischen einem und fünf Jahren 4
fällig nach mehr als fünf Jahren 0
Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb eines Jahres 7
fällig zwischen einem und fünf Jahren 15
fällig nach mehr als fünf Jahren 3
25

Die Verpflichtungen aus Operating-Leasing-Verträgen hatten im Vorjahr die folgenden Fälligkeiten:

MILLIONEN EURO

2018
Fällig innerhalb eines Jahres 534
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 1.083
Fällig nach mehr als fünf Jahren 408
2.025

Bosch als Leasinggeber

Leasinggeber haben Leasingverhältnisse entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis einzustufen.

Bei Finanzierungsleasing werden im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen. In diesem Fall wird eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes bilanziert und unter den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Die Forderungen aus Finanzierungsleasing-Verträgen resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Erzeugnissen des Geschäftsbereichs Building Technologies. Die vereinbarte Laufzeit beträgt in der Regel zehn Jahre. Die Forderungen gliedern sich im Geschäftsjahr wie folgt:

MILLIONEN EURO

2019
Bruttoinvestitionen in Finanzierungsleasing
fällig innerhalb eines Jahres 44
fällig zwischen einem und zwei Jahren 38
fällig zwischen zwei und drei Jahren 33
fällig zwischen drei und vier Jahren 27
fällig zwischen vier und fünf Jahren 21
fällig nach mehr als fünf Jahren 61
224
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb eines Jahres 36
fällig zwischen einem und zwei Jahren 32
fällig zwischen zwei und drei Jahren 28
fällig zwischen drei und vier Jahren 24
fällig zwischen vier und fünf Jahren 19
fällig nach mehr als fünf Jahren 58
197
Noch nicht realisierter Finanzertrag 27

Im Zusammenhang mit Finanzierungsleasing-Verträgen sind im Geschäftsjahr Finanzerträge in Höhe von 9 Millionen EUR und Veräußerungsverluste in Höhe von 3 Millionen EUR angefallen. Es liegen keine nicht garantierten Restwerte vor.

Im Vorjahr gliederten sich die Forderungen aus Finanzierungsleasing-Verträgen wie folgt:

MILLIONEN EURO

2018
Bruttoinvestitionen in Finanzierungsleasing
fällig innerhalb eines Jahres 44
fällig zwischen einem und fünf Jahren 121
fällig nach mehr als fünf Jahren 59
224
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb eines Jahres 35
fällig zwischen einem und fünf Jahren 103
fällig nach mehr als fünf Jahren 55
193
Noch nicht realisierter Finanzertrag 31

Operating-Leasing-Verträge liegen vor, wenn die mit dem Leasinggegenstand verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken beim Leasinggeber verbleiben. Die jeweiligen Vermögenswerte werden im Sachanlagevermögen ausgewiesen und die erhaltenen Leasingzahlungen werden, soweit sie nicht als Umsatz ausgewiesen werden, in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die ausstehenden Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen, bei denen Gesellschaften der Bosch-Gruppe als Leasinggeber auftreten, resultieren vor allem aus Aktivitäten des Geschäftsbereichs Building Technologies. Sie gliedern sich im Geschäftsjahr wie folgt:

MILLIONEN EURO

2019
Fällig innerhalb eines Jahres 67
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 61
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 57
Fällig zwischen drei und vier Jahren 55
Fällig zwischen vier und fünf Jahren 42
Fällig nach mehr als fünf Jahren 133
415

Die Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 90 Millionen EUR.

Im Vorjahr gliederten sich die ausstehenden Mindestleasingzahlungen wie folgt:

MILLIONEN EURO

2018
Fällig innerhalb eines Jahres 57
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 169
Fällig nach mehr als fünf Jahren 84
310

30 Angaben zu nahe stehenden Personen

Die Robert Bosch Industrietreuhand KG übt als Gesellschafterin der Robert Bosch GmbH die Stimmrechtsmehrheit bei dieser aus. Außerdem obliegt der Robert Bosch Industrietreuhand KG die interne Revision der Bosch-Gruppe. Die dafür angefallenen Kosten von 21 Millionen EUR (Vorjahr 17 Millionen EUR) wurden von der Robert Bosch GmbH erstattet.

Ein Teil der Pensionszusagen und -mittel ist in die Bosch Pensionsfonds AG ausgegliedert. Alleinige Gesellschafterin der Bosch Pensionsfonds AG ist die Robert Bosch GmbH.

Die Robert Bosch Stiftung GmbH, Stuttgart, ist Mieterin von mehreren Immobilien, deren Eigentümerin die Robert Bosch GmbH, Stuttgart, ist.

Geschäftsbeziehungen mit nahe stehenden Unternehmen

Zu den nahe stehenden Unternehmen der Bosch-Gruppe gehören die Gemeinschaftsunternehmen sowie die Unternehmen, an denen eine Minderheitsbeteiligung besteht. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EURO

Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Gemeinschaftsunternehmen 12 14 3 24 7 57
Beteiligungsunternehmen 79 139 274 462 34 31
Verbindlichkeiten
2019 2018
Gemeinschaftsunternehmen 1 15
Beteiligungsunternehmen 81 72

Alle Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Gesamtbezüge der Personen in Schlüsselpositionen des Managements

Bei den Personen in Schlüsselpositionen des Managements handelt es sich um die persönlich haftenden Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG sowie deren Kommanditisten, soweit diese gleichzeitig Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH sind, die Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Die Gesamtbezüge der Personen in Schlüsselpositionen des Managements belaufen sich für das Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt 53 Millionen EUR (Vorjahr 65 Millionen EUR) und setzen sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Kurzfristig fällige Leistungen 25 36
Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses 23 19
Andere langfristig fällige Leistungen 5 10
Leistungen aus Anlass der Beendigung von Dienstverhältnissen 0 0

Für Verpflichtungen aus Pensionen und Entgeltumwandlung sind insgesamt 197 Millionen EUR (Vorjahr 172 Millionen EUR) zurückgestellt. Turnusgemäß werden gewisse Ausübungswahlrechte überprüft und entsprechend die Schätzparameter für die Bewertung der Pensionsrückstellungen prospektiv angepasst. Die Vorjahreswerte wurden vergleichbar gerechnet.

Anteilsbasierte Leistungen werden nicht gewährt.

An Personen in Schlüsselpositionen des Managements sind zum Bilanzstichtag Kredite in Höhe von 0,3 Millionen EUR (Vorjahr 0,3 Millionen EUR) gewährt. Rückstellungen (Wertberichtigungen) für zweifelhafte Forderungen gegen Personen in Schlüsselpositionen des Managements bestehen nicht. Weiter sind keine Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen angefallen.

31 Zusätzliche Angaben gemäß § 315e HGB

Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats

Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung (einschließlich Rückstellungen) belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 25 Millionen EUR (Vorjahr 40 Millionen EUR) und die der früheren Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen auf 17 Millionen EUR (Vorjahr 15 Millionen EUR). Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats betragen rund 2 Millionen EUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt 257 Millionen EUR (Vorjahr 233 Millionen EUR) zurückgestellt.

Angaben zu Mitarbeitern

Jahresmittel 2019 Jahresmittel 2018
Länder der EU 222.821 222.237
Übriges Europa 24.906 26.593
Amerika 45.309 44.796
Asien, Afrika, Australien 114.502 113.859
407.538 407.485

Angaben zum Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Löhne und Gehälter 19.778 18.691
Kosten der sozialen Sicherheit 3.222 2.703
Kosten der Altersversorgung 824 825
23.824 22.219

Honorare des Abschlussprüfers

Die Honorare des Konzernabschlussprüfers für Prüfungs- und Beratungsleistungen in Deutschland betragen:

MILLIONEN EURO

2019 2018
Honorare für
Abschlussprüfungsleistungen 6 7
Andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 0 2
Sonstige Leistungen 10 16

Anteilsbesitz der Bosch-Gruppe
31. Dezember 2019

1 Konsolidierungskreis

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Deutschland Robert Bosch GmbH Stuttgart
AS Abwicklung Dritte Produktion GmbH i.L. Stuttgart 100,0
AS Abwicklung und Solar-Service Deutschland GmbH i.L. Stuttgart 100,0
AS Abwicklung und Solar-Service GmbH i.L. Stuttgart 100,0
AS Guss Beteiligungsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
BD Kompressor GmbH Lollar 100,0
BD Kompressor Holding GmbH & Co. KG Lollar 50,0
Bosch Access Systems GmbH Würselen 100,0 1)
Bosch Automotive Service Solutions GmbH Pollenfeld 100,0 1)
Bosch Connected Devices and Solutions GmbH Reutlingen 100,0 1)
Bosch Energy and Building Solutions GmbH Ditzingen 100,0 1)
Bosch Engineering GmbH Abstatt 100,0 1)
Bosch Healthcare Solutions GmbH Waiblingen 100,0 1)
Bosch Hilfe GmbH Stuttgart 100,0
Bosch Industriekessel GmbH Gunzenhausen 100,0 1)
Bosch KWK Systeme GmbH Lollar 100,0 1)
Bosch Pensionsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Power Tec GmbH Stuttgart 100,0
Bosch Rexroth AG Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Rexroth Guss GmbH Lohr am Main 100,0 1)
Bosch Rexroth Vermögensverwaltung GmbH Lohr am Main 100,0 1)
Bosch Sensortec GmbH Kusterdingen 100,0 1)
Bosch Service Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Service Solutions Leipzig GmbH Leipzig 100,0 1)
Bosch Service Solutions Magdeburg GmbH Magdeburg 100,0 1)
Bosch Sicherheitssysteme Engineering GmbH Nürnberg 100,0 1)
Bosch Sicherheitssysteme GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Sicherheitssysteme Montage und Service GmbH Weimar 100,0 1)
Bosch SoftTec GmbH Hildesheim 100,0 1)
Bosch Software Innovations GmbH Berlin 100,0 1)
Bosch Solar CISTech GmbH Gerlingen 100,0
Bosch Solar Services GmbH Arnstadt 100,0 1), 2)
Bosch Solar Thin Film GmbH Arnstadt 100,0 1)
Bosch Solarthermie GmbH Wettringen 100,0 1)
Bosch Technology Licensing Administration GmbH Gerlingen 100,0 1)
Bosch Telecom Holding GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Thermotechnik GmbH Wetzlar 100,0 1), 2)
Bosch Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Stuttgart 100,0
BSH Hausgeräte GmbH München 100,0 1), 2)
BSH Hausgeräte Service GmbH München 100,0 1)
BSH Hausgeräte Service Nauen GmbH Nauen 100,0 1)
BSH Hausgerätewerk Nauen GmbH Nauen 100,0 1)
BSH Vermögensverwaltungs-GmbH München 100,0 1)
Buderus Guss GmbH Breidenbach 100,0 1)
Buderus Immobilien GmbH Wetzlar 96,0 1)
COBI.Bike GmbH Frankfurt/Main 100,0 1)
Constructa-Neff Vertriebs-GmbH München 100,0
Coup Mobility GmbH Berlin 100,0 1)
DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH Hamburg 100,0
EM-motive GmbH Hildesheim 100,0
ETAS GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
EVI Audio GmbH Straubing 100,0 1)
Gaggenau Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
GFR Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbh Jena 100,0
GFR-Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbh Verl 100,0
grow platform GmbH Stuttgart 100,0 1)
Holger Christiansen Deutschland GmbH Wilnsdorf 100,0 1)
ITK Engineering GmbH Rülzheim 100,0
ITK Holding GmbH Gerlingen 100,0
Moehwald GmbH Homburg/Saar 100,0 1)
Neff GmbH München 100,0 1)
Pollux Solar-Service GmbH Arnstadt 100,0
Residential IoT Services GmbH München 100,0 1)
Robert Bosch Aftermarket Solutions GmbH Göttingen 100,0 1)
Robert Bosch Automotive Steering Bremen GmbH Bremen 100,0 1)
Robert Bosch Automotive Steering GmbH Schwäbisch Gmünd 100,0 1), 2)
Robert Bosch Car Multimedia GmbH Hildesheim 100,0 1)
Robert Bosch Elektronik GmbH Salzgitter 100,0 1)
Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH Arnstadt 100,0 1)
Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH Eisenach 100,0 1)
Robert Bosch Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
Robert Bosch Immobilienverwaltungs GmbH & Co. KG Stuttgart 100,0
Robert Bosch Lollar Guss GmbH Lollar 100,0 1)
Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Robert Bosch Power Tools GmbH Leinfelden Echterdingen 100,0 1)
Robert Bosch Risk and Insurance Management GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Sechste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Dresden GmbH Dresden 100,0 1)
Robert Bosch Siebte Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Smart Home GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Venture Capital GmbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Wohnungsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
Security and Safety Things GmbH München 100,0
SEG Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
sia Abrasives Deutschland GmbH Solingen 100,0
UC Vermögensverwaltung GmbH Stuttgart 100,0 1)
WeWash GmbH München 100,0 1)
WOGE Service- und Regiebetrieb GmbH Stuttgart 100,0

1 Diese Gesellschaften machen von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch.
2 Diese Gesellschaften machen von der Befreiung gemäß § 291 Abs. 2 HGB Gebrauch.

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Europa
Belgien Bosch Rexroth N.V. Brüssel 100,0
Bosch Thermotechnology N.V. / S.A. Leuven-Heverlee 100,0
BSH Home Appliances S.A. Brüssel 100,0
Robert Bosch Produktie N.V. Tienen 100,0
Robert Bosch S.A. Anderlecht (Brüssel) 100,0
sia Abrasives Belgium N.V. / S.A. Mollem 100,0
Bulgarien Bosch Software Innovations EOOD Sofia 100,0
BSH Domakinski Uredi Bulgaria EOOD Sofia 100,0
Dänemark Bosch Rexroth A/S Hvidovre 100,0
BSH Hvidevarer A/S Ballerup 100,0
Holger Christiansen A/S Esbjerg 100,0
Robert Bosch A/S Ballerup 100,0
Finnland Bosch Rexroth Oy Vantaa 100,0
BSH Kodinkoneet Oy Helsinki 100,0
Robert Bosch Oy Vantaa 100,0
Frankreich Bosch Automotive Service Solutions SAS Cergy Saint-Christophe 100,0
Bosch Rexroth DSI S.A.S. Vénissieux 100,0
Bosch Rexroth S.A.S. Vénissieux 100,0
Bosch Security Systems France S.A.S. Drancy 100,0
BSH Electroménager S.A.S. Saint-Ouen 100,0
COUP France S.A.S. Paris 100,0
e.l.m. leblanc S.A.S. Drancy 100,0
Gaggenau Industrie S.A.S. Lipsheim 100,0
Holger Christiansen France S.A.S. Olivet 100,0
Robert Bosch (France) S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Marignier S.A.S. Marignier 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Vendôme S.A.S. Vendôme 100,0
sia Abrasives France S.a.r.l. Drancy 100,0
Griechenland BSH Ikiakes Syskeves A.B.E. Athen 100,0
Robert Bosch S.A. Koropi (Athen) 100,0
Irland Robert Bosch Ireland Ltd. Dublin 100,0
Italien ARESI S.p.A. Brembate 100,0
Bosch Automotive Service Solutions S.r.l. Parma 100,0
Bosch Energy and Building Solutions Italy S.r.l. Mailand 100,0
Bosch Rexroth Oil Control S.p.A. Mailand 100,0
Bosch Rexroth S.p.A. Cernusco 100,0
Bosch Security Systems S.p.A. Mailand 100,0
BSH Elettrodomestici S.p.A. Mailand 100,0
Centro Studi Componenti per Veicoli S.p.A. Modugno (Bari) 100,0
EDiM S.p.A. Villasanta 100,0
Freud S.p.A. Mailand 100,0
Holger Christiansen Italia S.r.l. San Lazzaro di Savena 100,0
ROBERT BOSCH S.p.A. Società Unipersonale Mailand 100,0
Tecnologie Diesel S.p.A. Società Unipersonale Modugno (Bari) 100,0
VHIT S.p.A. Offanengo 100,0
Kasachstan TOO BSH Home Appliances Almaty 100,0
TOO Robert Bosch Almaty 100,0
Kroatien BSH kućanski uređaji d.o.o. Zagreb 100,0
Lettland Robert Bosch SIA Riga 100,0
Luxemburg BSH électroménagers S.A. Senningerberg 100,0
Ferroknepper Buderus S.A. Esch-sur-Alzette 100,0
Niederlande Bosch Power Tools B.V. Breda 100,0
Bosch Rexroth B.V. Boxtel 100,0
Bosch Security Systems B.V. Eindhoven 100,0
Bosch Thermotechniek B.V. Deventer 100,0
Bosch Thermotechnology Netherlands Holding B.V. Boxtel 100,0
Bosch Transmission Technology B.V. Tilburg 100,0
BSH Huishoudapparaten B.V. Amsterdam 100,0
Nefit Vastgoed B.V. Deventer 100,0
Robert Bosch Asset Managing C.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Finance Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Holding Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch IC Financing Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Investment Nederland B.V. Boxtel 100,0
Norwegen Bosch Rexroth AS Ski 100,0
BSH Husholdningsapparater A/S Oslo 100,0
Robert Bosch AS Trollåsen 100,0
Österreich Bosch Industriekessel Austria GmbH Bischofshofen 100,0
Bosch Rexroth GmbH Pasching 100,0
BSH Finance and Holding GmbH Wien 100,0
BSH Hausgeräte Gesellschaft mbH Wien 100,0
Robert Bosch AG Wien 100,0
Robert Bosch Holding Austria GmbH Wien 100,0
Polen Bosch Rexroth Sp. z o.o. Warschau 100,0
BSH Sprzȩt Gospodarstwa Domowego Sp. z o.o. Warschau 100,0
ROBERT BOSCH Sp. z o.o. Warschau 100,0
SIA Abrasives Polska Sp. z o.o. Goleniów 100,0
Portugal Bosch Car Multimedia Portugal, S.A. Braga 100,0
Bosch Security Systems, S.A. Ovar 100,0
Bosch Termotechnologia, S.A. Aveiro 100,0
BSHP Electrodomésticos, S.U., Lda. Carnaxide 100,0
Robert Bosch, S.A. Lissabon 100,0
Rumänien Bosch Automotive S.R.L. Blaj 100,0
Bosch Rexroth Sales S.R.L. Blaj 100,0
Bosch Service Solutions S.R.L. Timişoara 100,0
BSH Electrocasnice S.R.L. Bukarest 100,0
ROBERT BOSCH S.R.L. Bukarest 100,0
Russische Bosch Heating Systems LLC Engels 100,0
Föderation Evroradiators LLC Engels 100,0
OOO "Construction & investments" Khimki 100,0
OOO Bosch Power Tools Engels 100,0
OOO Bosch Rexroth Moskau 100,0
OOO Bosch Thermotechnik Moskau 100,0
OOO BSH Bytowije Pribory St. Petersburg 100,0
OOO Robert Bosch Moskau 100,0
OOO Robert Bosch Saratow Engels 100,0
Robert Bosch Samara LLC Chernovskiy 100,0
Schweden Bosch Rexroth AB Stockholm 100,0
Bosch Thermoteknik AB Tranås 100,0
BSH Home Appliances AB Stockholm 100,0
Robert Bosch AB Kista 100,0
Schweiz Bosch Rexroth Schweiz AG Buttikon 100,0
BSH Hausgeräte AG Geroldswil 100,0
Buderus Heiztechnik AG Pratteln 100,0
Robert Bosch AG Zuchwil 100,0
Robert Bosch Internationale Beteiligungen AG Zuchwil 100,0
Scintilla AG Solothurn 100,0
sia Abrasives Industries AG Frauenfeld 100,0
Serbien BSH Kućni Aparati d.o.o. Beograd Belgrad 100,0
Robert Bosch DOO Belgrad 100,0
Slowakei BSH Drives and Pumps s.r.o. Michalovce 100,0
Holger Christiansen Produktion Slovakia s.r.o. Bernolákovo 100,0
Robert Bosch spol. s.r.o. Bratislava 100,0
Slowenien Bosch Rexroth d.o.o. Škofja Loka 100,0
BSH Hišni Aparati d.o.o. Nazarje 100,0
Spanien Bosch Rexroth, S.L.U. Madrid 100,0
Bosch Service Solutions, S.A.U. Madrid 100,0
BOSCH SISTEMAS DE FRENADO, S.L.U. Madrid 100,0
BSH Electrodomésticos España, S.A. Zaragoza 100,0
Coup Urban Mobility S.L. Madrid 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA ARANJUEZ S.A.U. Aranjuez 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA CASTELLET S.A.U. Castellet 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA MADRID S.A.U. Madrid 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA, S.L.U. Madrid 100,0
sia Abrasives Espana S.A.U. Madrid 100,0
Tschechische Bosch Diesel s.r.o. Jihlava 100,0
Republik Bosch Rexroth spol. s.r.o. Brno 100,0
Bosch Thermotechnika s.r.o. Krnov 100,0
BSH domácí spotřebiče s.r.o. Prag 100,0
Robert Bosch odbytova s.r.o. Prag 100,0
Robert Bosch, spol. s.r.o. České Budějovice 100,0
Türkei Bosch Fren Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 84,5
Bosch Rexroth Otomasyon Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 100,0
Bosch Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 100,0
Bosch Termoteknik Isitma ve Klima Sanayi Ticaret A.S. Manisa 100,0
BSH Ev Aletleri Sanayi ve Ticaret A.Ş. Istanbul 100,0
Ukraine Holger Christiansen Production Ukraine Krakovets 100,0
MBT Trade T.B.O. Kiew 100,0
TOV BSH Pobutova Technika Kiew 100,0
Zelmer Ukraine T.B.O. Kiew 100,0
Ungarn Automotive Steering Column Kft. Eger 100,0
Bosch Rexroth Kft. Budapest 100,0
BSH Háztartási Készülék Kereskedelmi Kft. Budapest 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Kft. Eger 100,0
Robert Bosch Elektronika Gyártó Kft. Hatvan 100,0
Robert Bosch Energy and Body Systems Kft. Miskolc 100,0
Robert Bosch Kft. Budapest 100,0
Robert Bosch Power Tool Elektromos Szerszámgyártó Kft. Miskolc 100,0
Vereinigtes Königreich Bosch Automotive Service Solutions Ltd. Brixworth 100,0
Bosch Lawn and Garden Ltd. Stowmarket 100,0
Bosch Rexroth Ltd. St. Neots 100,0
Bosch Service Solutions Ltd. Denham 100,0
Bosch Thermotechnology Ltd. Worcester 100,0
BSH Home Appliances Ltd. Milton Keynes 100,0
Robert Bosch Investment Ltd. Worcester 100,0
Robert Bosch Ltd. Denham 100,0
Robert Bosch UK Holdings Limited Denham 100,0
sia Abrafoam Ltd. Alfreton 100,0
sia Abrasives (G.B.) Ltd. Greetland 100,0
sia Abrasives Holding Ltd. Greetland 100,0
sia Fibral Ltd. Greetland 100,0
Worcester Group plc Worcester 100,0
Amerika
Argentinien Bosch Rexroth S.A.I.C. Buenos Aires 100,0
BSH Electrodomésticos S.A. Buenos Aires 100,0
Robert Bosch Argentina Industrial S.A. Buenos Aires 100,0
Brasilien Bosch Rexroth Ltda. Atibaia 100,0
Bosch Soluções Integradas Brasil Ltda. Campinas 100,0
Bosch Telecom Ltda. Campinas 100,0
Bosch Termotecnologia Ltda. São Paulo 100,0
Robert Bosch Direçáo Automotiva Ltda. Sorocaba 100,0
Robert Bosch Ltda. Campinas 100,0
Chile Bosch Rexroth Chile S.p.A. Santiago de Chile 100,0
Robert Bosch S. A. Santiago de Chile 100,0
Costa Rica Robert Bosch Service Solutions - Costa Rica Sociedad Anonima Heredia 100,0
Kanada Bosch Rexroth Canada Corporation Welland, ON 100,0
BSH Home Appliances Ltd./ Électroménagers BSH Ltée Mississauga, ON 100,0
Freud Canada Inc. Mississauga, ON 100,0
ROBERT BOSCH INC. Mississauga, ON 100,0
Kolumbien BSH Electrodomesticos S.A.S. Bogotá 100,0
Robert Bosch Ltda. Bogotá 100,0
Mexiko Bosch Automotive Service Solutions, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Bosch Rexroth, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Frenados Mexicanos, S.A. de C.V. Aguascalientes 100,0
Robert Bosch México Sistemas Automotrices, S.A. de C.V. San Luis Potosí 100,0
Robert Bosch México Sistemas de Frenos, S. de R.L. de C.V. Juárez 100,0
Robert Bosch México Sistemas de Seguridad, S.A. de C.V. Hermosillo 100,0
Robert Bosch México, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Robert Bosch Sistemas Automotrices, S.A. de C.V. Juárez 100,0
Robert Bosch Tool de México, S.A. de C.V. Mexicali 100,0
Robert Bosch, S. de R.L. de C.V. Toluca 100,0
SPLT México, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Peru BSH Electrodomésticos S.A.C. Callao/Lima 100,0
Robert Bosch S.A.C. Lima 100,0
Vereinigte Staaten Automotive Steering Column LLC Florence, KY 100,0
Bosch Automotive Service Solutions Inc. Warren, MI 100,0
Bosch Brake Components LLC Broadview, IL 100,0
Bosch Rexroth Corporation Lehigh Valley, PA 100,0
Bosch Security Systems Inc. Burnsville, MN 100,0
Bosch Thermotechnology Corp. Londonderry, NH 100,0
BSH Home Appliances Corporation Irvine, CA 100,0
Climatec, LLC Phoenix, AZ 100,0
ETAS Inc. Ann Arbor, MI 100,0
FHP Manufacturing Company Fort Lauderdale, FL 57,0
Freud America Inc. High Point, NC 100,0
Nimbus Holdings LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Asset Management I LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Asset Management I LP Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Automotive Steering LLC Florence, KY 100,0
Robert Bosch Battery Systems LLC Orion, MI 100,0
Robert Bosch Finance LLC Broadview, IL 100,0
ROBERT BOSCH FUEL SYSTEMS LLC Kentwood, MI 100,0
Robert Bosch LLC Broadview, IL 100,0
Robert Bosch North America Corporation Broadview, IL 100,0
Robert Bosch Start-up Platform North America LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Tool Corporation Mt. Prospect, IL 100,0
sia Abrasives, Inc. USA Charlotte, NC 100,0
Splitting Fares Inc. Detroit, MI 100,0
Asien
China Bosch (China) Investment Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Donghai) Automotive Test & Technology Center Co., Ltd. Donghai 100,0
Bosch (Hulunbeier) Automotive Test and Technology Centre Co., Ltd. Yakeshi 100,0
Bosch (Ningbo) e-scooter Motor Co., Ltd. Ningbo 100,0
Bosch (Shanghai) Investment Consulting Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Security Systems Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Venture Capital Investment Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Zhuhai) Security Systems Co., Ltd. Zhuhai 100,0
Bosch Automotive Aftermarket (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
Bosch Automotive Components (Changchun) Co., Ltd. Changchun 55,0
Bosch Automotive Diesel Systems Co., Ltd. Wuxi 66,0
Bosch Automotive Products (Changsha) Co., Ltd. Changsha 100,0
Bosch Automotive Products (Chengdu) Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch Automotive Products (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch Automotive Products (Wuhu) Co., Ltd. Wuhu 100,0
Bosch Automotive Service Solutions (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch Automotive Steering (Jinan) Co., Ltd. Jinan 100,0
Bosch Automotive Steering Jincheng (Nanjing) Co., Ltd. Nanjing 70,0
Bosch Automotive Steering Management (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch Automotive Systems (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Automotive Technical Service (Beijing) Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Electronics Trading (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Nanjing) Co., Ltd. Nanjing 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Wuhan) Co., Ltd. Wuhan 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Yantai) Co., Ltd. Yantai 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems Co., Ltd. Shanghai 51,0
Bosch Laser Equipment (Dongguan) Limited Dongguan 100,0
Bosch Power Tools (Chengdu) Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch Power Tools (China) Ltd. Hangzhou 100,0
Bosch Rexroth (Beijing) Hydraulic Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Rexroth (Changzhou) Co., Ltd. Changzhou 100,0
Bosch Rexroth (China) Ltd. Hongkong 100,0
Bosch Rexroth (Xi'an) Electric Drives and Controls Co., Ltd. Xi'an 100,0
Bosch Security Systems Ltd. Hongkong 100,0
Bosch Thermotechnology (Beijing) Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Thermotechnology (Shandong) Co., Ltd. Zibo 100,0
Bosch Thermotechnology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch Thermotechnology (Wuhan) Co., Ltd. Wuhan 100,0
Bosch Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
BSH Electrical Appliances (Jiangsu) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances Co., Ltd. Chuzhou 100,0
BSH Home Appliances Holding (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances Ltd. Hongkong 100,0
BSH Home Appliances Service Jiangsu Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSW Household Appliances Co., Ltd. Wuxi 100,0
ETAS Automotive Technology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Guangzhou sia Abrasives Company Ltd. Guangzhou 100,0
Robert Bosch Company Ltd. Hongkong 100,0
Shanghai Bosch Rexroth Hydraulics & Automation Ltd. Shanghai 100,0
Taixiang Vehicle Replace Parts (Shenzhen) Co., Ltd. Shenzhen 100,0
United Automotive Electronic Systems (Chongqing) Co., Ltd. Chongqing 65,0
United Automotive Electronic Systems Co., Ltd. Shanghai 51,0
Indien Bosch Automotive Electronics India Private Ltd. Bengaluru 100,0
Bosch Chassis Systems India Private Ltd. Pune 100,0
Bosch Electrical Drives India Private Ltd. Chennai 90,8
Bosch Ltd. Bengaluru 70,5
Bosch Rexroth (India) Private Limited Ahmedabad 100,0
BSH Home Appliances Private Limited Mumbai 100,0
BSH Household Appliances Manufacturing Private Limited Mumbai 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Private Limited Pune 100,0
Robert Bosch Engineering and Business Solutions Private Ltd. Bengaluru 100,0
Indonesien PT BSH Home Appliances Jakarta 100,0
PT Robert Bosch Jakarta 100,0
Israel BSH Home Appliances Ltd. Herzlia 100,0
Japan Bosch Corporation Tokio 100,0
Bosch Engineering K.K. Tokio 100,0
Bosch Rexroth Corporation Tsuchiura-shi 99,9
Bosch Security Systems Ltd. Tokio 100,0
ETAS K.K. Yokohama 100,0
FA Niigata Co., Ltd. Niigata 100,0
Fuji Aitac Co., Ltd. Gunma 100,0
Gunma Seiki Co., Ltd. Gunma 100,0
Nippon Injector Corporation Odawara 50,0
Korea Bosch Electrical Drives Co., Ltd. Sejong 100,0
Bosch Rexroth Korea Ltd. Busan 100,0
Robert Bosch Korea Limited Company Daejeon 100,0
Malaysia Bosch Power Tools Engineering Sdn. Bhd. Penang 100,0
Bosch Rexroth Sdn. Bhd. Shah Alam 100,0
BSH Home Appliances Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
ROBERT BOSCH (MALAYSIA) SDN. BHD. Penang 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Sdn. Bhd. Penang 100,0
ROBERT BOSCH POWER TOOLS SDN. BHD. Penang 100,0
Robert Bosch Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
Philippinen Bosch Service Solutions, Inc. Manila 100,0
Robert Bosch Inc. Manila 100,0
Saudi Arabien BSH Home Appliances Saudi Arabia LLC Dschidda 51,0
Singapur Bosch Rexroth Pte. Ltd. Singapur 100,0
BSH Home Appliances Pte. Ltd. Singapur 100,0
Robert Bosch (South East Asia) Pte. Ltd. Singapur 100,0
Robert Bosch Security Solutions Pte. Singapur 100,0
Taiwan Bosch Rexroth Co. Ltd. Taipei 100,0
BSH Home Appliances Private Limited Taipei 100,0
Robert Bosch Taiwan Co., Ltd. Taipei 100,0
Unipoint Electric MFG Co., Ltd. Taipei 100,0
Thailand Bosch Automotive Thailand Co. Ltd. Rayong 87,9
BSH Home Appliances Ltd. Bangkok 100,0
Robert Bosch Ltd. Bangkok 100,0
Robert Bosch Automotive Technologies (Thailand) Co., Ltd. Rayong 100,0
Vereinigte Arabische Emirate BSH Home Appliances FZE Dubai 100,0
BSH Home Appliances General Trading LLC Dubai 100,0
Robert Bosch Middle East FZE Dubai 100,0
Vietnam Bosch Vietnam Co., Ltd. Dong Nai Province 100,0
Robert Bosch Engineering and Business Solutions Vietnam Co. Ltd. Ho Chi Minh City 100,0
Übrige Welt
Ägypten BSH Home Appliances LLC Neu-Kairo 100,0
BSH Home Appliances Holding LLC Neu-Kairo 100,0
Australien Bosch Automotive Service Solutions Pty. Ltd. Clayton 100,0
Bosch Rexroth Pty. Ltd. Kings Park 100,0
Bosch Security Systems Pty. Ltd. Sydney 100,0
BSH Home Appliances Pty. Ltd. Heatherton 100,0
Robert Bosch (Australia) Pty. Ltd. Clayton 100,0
sia Abrasives Australia Pty. Ltd. Rowville 100,0
Botswana Hytec Hydraulics Botswana (Pty) Ltd. Gaborone 100,0
Ghana Bosch Rexroth Ghana Ltd. Accra 100,0
Kenia Bosch Rexroth Kenya Ltd. Nairobi 100,0
Mosambik Hytec Hydraulics Mocambique Lda. Maputo 100,0
Hytec Services Mozambique Lda. Maputo 100,0
Marokko BSH Electroménagers (SA) Casablanca 100,0
Robert Bosch Morocco Sarl Casablanca 100,0
Namibia Hytec Namibia Pty. Ltd. Walvis Bay 100,0
Neuseeland BSH Home Appliances Ltd. Auckland 100,0
Sambia Hytec Zambia Ltd. Kitwe 100,0
Südafrika Bosch Rexroth South Africa (RF) (Pty) Ltd. Johannesburg 100,0
BSH Home Appliances (Pty.) Ltd. Johannesburg 100,0
Corgam Property Investments Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hydraulic and Automation Warehouse Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
HYSA Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Engineering Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Fluid Technology Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Services Africa Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec South Africa (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 75,0
Robert Bosch (Pty.) Ltd. Brits 100,0
Tectra Automation Pty. Ltd. Kempton Park 100,0

2 Beteiligungen bewertet at Equity

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Korea KB Wiper Systems Co., Ltd. Daegu 50,0

3 Nicht konsolidierte und sonstige Beteiligungen

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Deutschland ads-tec Energy GmbH Nürtingen 39,0
AIG Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
AJNS New Media GmbH Berlin 64,9
Alltrucks GmbH & Co. KG München 33,3
BD Kompressor Management GmbH Lollar 100,0
Bosch Management Support GmbH Leonberg 100,0
Bosch Pensionsfonds AG Stuttgart 100,0
BS Systems GmbH & Co. KG Zusmarshausen 50,0
BSH Altersfürsorge GmbH München 100,0
BSH Digital Ventures GmbH München 100,0
Circular Economy Solutions GmbH Göttingen 100,0
Drivelog GmbH Berlin 100,0
ECP Energiecontracting GmbH Heidelberg 81,0
Energiespeicher Nord GmbH & Co. KG Braderup 45,0
Energiespeicher Nord Verwaltungs GmbH Braderup 45,0
ESCRYPT GmbH Bochum 100,0
ETAS NI Systems GmbH & Co. KG Stuttgart 50,0
European Center for Information and Communication Technologies - EICT GmbH Berlin 20,0
for you Insurance Services GmbH Stuttgart 100,0
GFI Gesellschaft für Infrastrukturdienste mbH Reutlingen 100,0
Home Connect GmbH München 100,0
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH München 20,0
Koller + Schwemmer GmbH Nürnberg 100,0
Kraftwerksbatterie Heilbronn GmbH Stuttgart 50,0
Lithium Energy and Power Management GmbH Stuttgart 100,0
Mobility Media GmbH Berlin 100,0
mozaiq operations GmbH i.L. München 38,6
Prüfzentrum Boxberg GmbH Boxberg 100,0
Reflekt GmbH München 50,0
Robert Bosch Battery Solutions GmbH Eisenach 100,0
Robert Bosch Immobilien GmbH Stuttgart 100,0
Robert Bosch Technical and Business Solutions GmbH Stuttgart 100,0
SAPCORDA SERVICES GmbH Berlin 28,5
Service- und Betriebsgesellschaft Heidehof mbH Stuttgart 100,0
SupplyOn AG Hallbergmoos 42,1
Europa
Bulgarien Robert Bosch EOOD Sofia 100,0
Estland Robert Bosch OÜ Tallinn 100,0
Frankreich ETAS S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Georgien Robert Bosch Ltd. Tiflis 100,0
Griechenland Bosch Rexroth S.A. Athen 100,0
Italien BARI SERVIZI INDUSTRIALI Società consortile a r.l. Modugno 50,0
Dana Rexroth Transmission Systems S.r.l. Arco 50,0
DECA S.r.l. Lugo 100,0
Oleodinamica Gambini S.r.l. Modena 20,0
Kroatien Robert Bosch d.o.o. Zagreb 100,0
Litauen UAB Robert Bosch Vilnius 100,0
Niederlande Digicontrol Benelux B.V. Apeldoorn 60,0
Intrinsic ID B.V. Eindhoven 28,2
Tradeplace B.V. Amsterdam 20,0
Österreich Bosch General Aviation Technology GmbH Wien 100,0
ITK Engineering GmbH Premstätten 100,0
RobArt GmbH Linz 24,8
ZENO Track GmbH Wien 100,0
Polen Loos Centrum Sp.z o.o. Warschau 26,0
Rumänien Bosch Servicii Termotehnica SRL Bukarest 100,0
BSH Electrocasnice Manufacturing S.R.L. Bukarest 100,0
Schweiz Bosch Automotive Service Solutions AG Horw 100,0
Slowenien BSH I.D. Invalidska družba d.o.o. Nazarje 100,0
Robert Bosch d.o.o. Ljubljana 100,0
Spanien Bosch Automotive Service Solutions S.A.U. Madrid 100,0
ITK Systems Engineering, S.L.U. Barcelona 100,0
Noustique Perfumes S.L. Barcelona 100,0
Ukraine Robert Bosch Ltd. Kiew 100,0
Ungarn Bosch Electronic Service Kft. Kecskemét 100,0
Vereinigtes Königreich Bosch Automotive Training Limited Motherwell 100,0
BOXT Limited Leeds 45,0
ETAS Ltd. York 100,0
LAGTA Group Training Limited Motherwell 100,0
Weißrussland Robert Bosch OOO Minsk 100,0
Amerika
Brasilien Bosch Management Support Ltda. Campinas 99,9
Metapar Usinagem Ltda. Curitiba-Paraná 100,0
Robert Bosch Centro de Comunicação Limitada Campinas 100,0
sia Abrasivos Industriais Ltda. São José dos Pinhais 100,0
Ecuador Robert Bosch Sociedad Anónima - Ecuabosch Guayaquil 100,0
Kanada ETAS Embedded Systems Canada Inc. Kitchener, ON 100,0
Kolumbien Robert Bosch Caribe S.A.S. Bogotá 100,0
Mexiko Bosch Management Services México, S.C. Mexico City 100,0
Panama Robert Bosch Panama S.A. Panama City 100,0
Robert Bosch Panama Colón, S.A. Colón 100,0
Paraguay Robert Bosch Sociedad Anonima Asunción 100,0
Peru Bosch Rexroth S.A.C. Lima 100,0
Uruguay Robert Bosch Uruguay S.A. Montevideo 100,0
Venezuela Bosch Rexroth S.A. Caracas 100,0
Inversiones 421.10 (Venezuela Holding) Caracas 100,0
Robert Bosch S.A. Caracas 100,0
Skil Venezolana SRL Caracas 100,0
Vereinigte Staaten Bosch Aviation Technology LLC Novi, MI 100,0
Bosch Management Services Corporation Wilmington, DE 100,0
Bosch Solar Energy Corp. Detroit, MI 100,0
Chefling, Inc. Sunnyvale, CA 33,3
Foldimate Inc. Delaware 39,6
ITK Engineering, LLC Howell, MI 100,0
North America Fuel Systems Remanufacturing LLC Kentwood, MI 50,0
RoboToolz Inc. Mountain View, CA 100,0
Shop-Ware Inc. San Francisco, CA 28,0
Versatile Natures, Inc. Wilmington, DE 22,7
Asien
Bangladesch Robert Bosch (Bangladesh) Ltd. Dhaka 100,0
China Bosch (Shanghai) Smart Life Technology Ltd. Shanghai 100,0
Freud International Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Guangdong Vanbo Electric Co., Ltd. Foshan 50,0
HEFEI M&B Air Conditioning Equipment Co., Ltd. Hefei 40,0
Indien Automobility Services and Solutions Private Limited Bengaluru 100,0
ETAS Automotive India Private Ltd. Bengaluru 100,0
MIVIN Engineering Technologies Private Ltd. Bengaluru 100,0
Newtech Filter India Private Limited Nalagarh 100,0
Prebo Automotive Pte. Ltd. Pune 40,0
Precision Seals Manufacturing Ltd. Chakan 100,0
Simyog Technology Pvt. Ltd. Bengaluru 24,7
ZF Steering Gear (India) Ltd. Pune 26,0
Indonesien P.T. Bosch Rexroth Jakarta 100,0
P.T. Robert Bosch Automotive Jakarta 100,0
Iran Bosch Tejarat Pars Teheran 100,0
Israel Allegro Artificial Intelligence Ltd. Ramat Gan 20,9
Robert Bosch Technologies Israel Ltd. Tel Aviv 100,0
Utilight Ltd. Yavne 21,5
Japan Advanced Driver Information Technology Corporation Kariya-shi 50,0
Bosch Engineering Solutions Ltd. Tokio 100,0
Bosch Service Solutions Corporation Siki 100,0
ITK Engineering Japan, Inc. Tokio 100,0
Kanto Seiatsu Kogyo Co., Ltd. Honjo 92,9
Knorr-Bremse Commercial Vehicle Systems Japan, Ltd. Tokio 20,0
Kambodscha Robert Bosch (Cambodia) Co., Ltd. Phnom Penh 100,0
Korea ETAS Korea Co., Ltd. Seoul 100,0
Laos Robert Bosch (Lao) Sole Co., Ltd. Vientiane 100,0
Malaysia Pacific BBA (Malaysia) Sdn. Bhd. Shah Alam 100,0
Robert Bosch (Penang) Sdn. Bhd. Penang 100,0
Saudi Arabien Robert Bosch Saudi Arabia Limited Liability Company Riad 100,0
Singapur Surelock Pte. Ltd. Singapur 20,0
WhatsEGG Pte. Ltd. Singapur 20,0
Zimplistic Private Limited Singapur 21,2
Sri Lanka Robert Bosch Lanka (Pvt.) Ltd. Colombo 100,0
Thailand FMP Distribution Ltd. Rayong 50,1
FMP Group (Thailand) Ltd. Rayong 50,7
Pacific BBA (Thailand) Ltd. Bangkok 100,0
Übrige Welt
Ägypten RBEG LLC Kairo 100,0
Robert Bosch Holding-Egypt LLC Kairo 100,0
Robert Bosch Ltd. Kairo 100,0
Angola Robert Bosch, Limitada Luanda 100,0
Australien Autocrew Australia Pty. Ltd. Lawnton 50,0
FMP Group (Australia) Pty. Ltd. Ballarat 49,0
Pacifica Group Pty. Ltd. Melbourne 100,0
The Yield Technology Solution Pty. Ltd. Hobart 28,7
Ghana Robert Bosch Ghana Ltd. Accra 100,0
Kenia Robert Bosch East Africa Ltd. Nairobi 100,0
Marokko Bosch Rexroth Morocco S.A.R.L. Casablanca 100,0
Neuseeland Bosch Rexroth Ltd. Auckland 100,0
Robert Bosch Ltd. Auckland 100,0
Nigeria Robert Bosch Limited Lagos 100,0
Südafrika Hägglunds Drives South Africa (Pty.) Ltd. Fourways 100,0
Tunesien Robert Bosch Tunisie SARL Tunis 100,0

 

Stuttgart, den 11. März 2020

Robert Bosch GmbH

Die Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.

Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 11. März 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Petra Justenhoven, Wirtschaftsprüferin

Marcus Nickel, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren, die Bosch-Gruppe spürt die tiefgreifenden Veränderungen in ihren Märkten, aktuell vor allem im Automobilsektor. Dieser Wandel bietet dem Unternehmen große Chancen auf einer Vielzahl von Gebieten. Die Herausforderung besteht darin, die dafür erforderlichen Vorleistungen zu erbringen und gleichzeitig den notwendigen Umbau zu bewältigen.

Wir haben als Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2019 die uns nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Dementsprechend haben wir die Arbeit der Geschäftsführung überwacht und sie bei der Leitung des Unternehmens, der strategischen Weiterentwicklung sowie wichtigen Einzelthemen beratend begleitet. Intensiv haben wir uns mit den erforderlichen Maßnahmen aufgrund der erheblich rückläufigen Automobilproduktion weltweit und des Dieselanteils bei Personenwagen befasst. Dazu gehörte eine Diskussion über die Antriebstechnik der Zukunft, bei der Bosch einen breiten Ansatz verfolgt. Aspekte waren die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors sowie die Perspektiven bei batterieelektrischen Antrieben und der Brennstoffzelle. Darüber hinaus haben wir uns mit den Chancen durch Künstliche Intelligenz für Bosch, mit der Zukunft der Fabrikautomation sowie mit den Marktchancen im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik auseinandergesetzt. Wir unterstützen als Aufsichtsrat das Ziel der Geschäftsführung, bereits 2020 die CO 2-Neutralität der Energieversorgung an allen Bosch-Standorten weltweit zu erreichen.

Des Weiteren befassten wir uns ausführlich mit der Geschäftsentwicklung, der Finanz- und Investitionsplanung, der Weiterentwicklung des Risikomanagements und den internen Kontrollsystemen. Das Aufsichtsgremium ließ sich über die internen Untersuchungen zu den Software-Manipulationen bei Steuergeräten für Dieselmotoren und über die Einigungen mit Behörden berichten. Ferner beschäftigten wir uns mit dem Vorschlag der Geschäftsführung zum Wechsel des Abschlussprüfers vom Geschäftsjahr 2020 an. Zudem ließ sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats außerhalb der Gremiensitzungen vom Vorsitzenden der Geschäftsführung regelmäßig über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Vorgänge im Unternehmen informieren. Unser oberstes Ziel ist es, gemeinsam mit der Geschäftsführung gerade angesichts der tiefgreifenden Marktveränderungen die erfolgreiche und nachhaltige Weiterentwicklung der Bosch-Gruppe zu sichern. Hierbei arbeiten wir offen, verantwortungsvoll und konstruktiv zusammen.

Den Jahresabschluss der Robert Bosch GmbH und den Konzernabschluss der Bosch-Gruppe Welt zum 31. Dezember 2019 sowie die entsprechenden Lageberichte prüfte die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Sie erteilte jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich umfassend mit den Unterlagen und prüfte sie selbst; allen Mitgliedern des Aufsichtsrats lagen dazu die Prüfungsberichte vor. Außerdem erläuterte der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, die dann ausführlich besprochen wurden. Der Aufsichtsrat erhob nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen, stimmte den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu und billigte den Jahresabschluss der Robert Bosch GmbH sowie den Konzernabschluss. Dem Vorschlag der Geschäftsführung über die Verwendung des Ergebnisses hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung angeschlossen.

Ende März 2020 scheidet Hartwig Geisel als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied der Arbeitnehmer aus unserem Gremium aus. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Geisel für seinen Einsatz. Die Nachfolge ist in Vorbereitung. Darüber hinaus dankt der Aufsichtsrat der Geschäftsführung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bosch-Gruppe weltweit für ihre Leistungen und ihre große Bereitschaft, sich in solch herausfordernden Phasen für das Unternehmen einzusetzen und die damit verbundenen Belastungen auf sich zu nehmen.

 

Stuttgart, im März 2020

Für den Aufsichtsrat

Franz Fehrenbach, Vorsitzender

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

3 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.