ERNST factoring GmbHLiquidiert

Brooktorkai 20, 20457 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 98396
Eingetragen
2.3.1999
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteAlle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.Beteiligungsgesellschaften
Gegenstand
ist Factoring aller Art.

Historie

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Konzern- und Jahresabschlüsse

ERNST factoring GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die ERNST factoring GmbH bietet seit 1998 Factoring aller Art für kleine- sowie größere mittelständische Unternehmen jeglicher Rechtsform an und konzentriert sich dabei überwiegend auf das Full-Service Factoring sowie das Inhouse-Factoring in jeweils offener, teil stiller oder stiller Form. Kernmarkt der ERNST factoring ist Deutschland und das deutschsprachige europäische Ausland.

Das Unternehmen ist als Tochtergesellschaft der akf bank GmbH & Co KG aus Wuppertal Teil der akf-Gruppe. Sitz der Gesellschaft ist Hamburg.

Im Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) gehört die ERNST factoring GmbH zu den Gründungsmitgliedern und stellt dort mit Volker Ernst den Vorsitzenden des Verbandes.

2. Forschung und Entwicklung

Die ERNST factoring GmbH tätigte im Geschäftsjahr 2016 keine neuen Produktentwicklungen.

Klare Orientierung an Kundenbedürfnissen, individuelle Factoring-Lösungen, eine auf Dauer hohe Servicequalität, abgestimmt auf die Besonderheiten kleiner und größerer mittelständischer Factoringkunden und ein fairer partnerschaftlicher Umgang mit unseren Geschäftspartnern bildeten die Grundlage für den erfolgreichen Ausbau des Geschäfts.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft, der bereits im Frühjahr 2013 begann, setzt sich auch in 2016 fort. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zeichnet in seinem Jahresgutachten 2016/2017 für die Wirtschaftsleistung in Deutschland ein positives Bild. Der Sachverständigenrat rechnet für das Jahr 2016 mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von 1,9%. Kerntreiber der positiven konjunkturellen Entwicklung sind die Ausweitung privater Konsumausgaben sowie Wohnungsbauinvestitionen. Weitere positive Impulse kommen durch die expansive Geldpolitik und den damit einhergehenden Niedrigzinsen, steigende Netto-Exporte durch den günstigen Euro-Wechselkurs aber auch durch eine expansive Fiskalpolitik mit steigenden Ausgaben der Sozialversicherungen und Ausgaben für soziale Leistungen für Asylsuchende.

Für das Jahr 2017 erwartet der Sachverständigenrat eine moderate Entwicklung der Konjunktur. Für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wird eine Zuwachsrate in Höhe von 1,3 % prognostiziert. Der Rückgang der Zuwachsrate gegenüber 2016 wird überwiegend mit Kalendereffekten begründet. Der konjunkturelle Aufschwung ist weiterhin intakt.

Der Factoring-Markt entwickelt sich nach einer Umfrage des Bundesverbandes Factoring für den Mittelstand (BFM) im Geschäftsjahr 2016 mit steigender Dynamik. Für das erste Halbjahr 2016 melden die Mitgliedsunternehmen ein Zuwachs im Ankaufvolumen in Höhe von 29 %, gegenüber 7,2 % im Vorjahreszeitraum. Impulse kommen insbesondere aus dem Neugeschäft. Der Trend zu Factoring als Finanzierungsinstrument wird weiter anhalten. Immer mehr Unternehmen sind zunehmend offen für Factoring. Aus einer repräsentativen Studie die BFM zur Unternehmensfinanzierung im Mittelstand geht hervor, dass die Gestaltung der Unternehmensfinanzierung als strategisches Instrument an Bedeutung gewinnt. Viele Unternehmen bevorzugen modulare Lösungen für die Finanzierung. Factoring als flexibles Instrument gewinnt dabei zunehmen an Interesse. Für Factoringunternehmen bietet dies Ansatzpunkte zur Neukundengewinnung.

Die Konsolidierung im Factoring-Markt wird sich trotz der hohen Nachfrage nach Factoring fortsetzen. Für den weiteren Erfolg der Factoringanbieter werden zum einen ein gut funktionierendes Risiko- und Regulierungsmanagement als auch eine gute Refinanzierungsbasis von anhaltend großer Wichtigkeit sein.

2. Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf der ERNST factoring GmbH spiegelt im Wesentlichen die vorstehend beschriebene positive Entwicklung im Factoring-Markt wieder. Die im Jahr 2013 begonnene langfristige Strategie, Wachstum durch systematische Investitionen in IT-Infrastruktur, Vertrieb und hochqualifiziertes Personal zu erreichen, zahlt sich weiterhin aus. Nach dem starken Wachstum des Ankaufvolumens in den Geschäftsjahren 2014 und 2015 mit Wachstumsraten größer 100%, konnte die ERNST factoring GmbH im Geschäftsjahr 2016 erneut eine deutliche Steigerung des Factoring-Geschäfts verzeichnen. Das Ankaufvolumen erreicht mit 609,0 Mio. EUR einen neuen Höchststand (Vorjahr 464,6 Mio. EUR).

Durch die erfolgreiche Vertriebs- und Akquisitionstätigkeit konnten im Geschäftsjahr 2016 kontinuierlich neue Kunden hinzugewonnen und damit das Ankaufsvolumen sukzessive gesteigert werden. Die Vertriebsaktivitäten erfolgten durch eigene Vertriebsmitarbeiter und Vertriebspartner. Mit Bestandskunden erfolgt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Kunden profitieren sowohl von einer flexiblen Finanzierung, als auch von qualitativ hochwertigen Dienstleistungen. Dies resultiert in einer Erhöhung der durchschnittlichen Verweildauer der Kunden. Die hohe Kundenzufriedenheit wurde in einer Kundenbefragung bestätigt. Durch das Neu- und Bestandskundengeschäft hat sich das durchschnittliche Ankaufsvolumen pro Monat gegenüber Vorjahr von 38,7 Mio. EUR auf 50,7 Mio. EUR erhöht.

Im Laufe des Jahres 2016 konnten sowohl größere Neukunden als auch kleine Neukunden gewonnen werden. Hieraus resultiert ein ausgewogenes Kundenportfolio. Dies spiegelt sich auch in der Aufteilung des Portfolios nach Factoringarten wieder. Im Geschäftsjahr 2016 entfielen 71,2 % des Ankaufsvolumens auf Inhouse Factoring und 28,8 % auf Full Service Factoring.

Zum Abschlussstichtag 2016 befanden sich angekaufte Forderungen in Höhe von 49,8 Mio. EUR im Bestand (Vorjahr 39,0 Mio. EUR). Gegenüber Vorjahr entspricht dies einer Steigerung in Höhe von 27,7 %. Von den angekauften Forderungen waren zum Stichtag 15,7 Mio. EUR zur Refinanzierung an die Muttergesellschaft verkauft. Die durchschnittliche Forderungslaufzeit ist mit 38 Tagen im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (33 Tage) aber weiterhin auf niedrigem Niveau.

Durch das deutlich gestiegene Ankaufsvolumen und dem damit einhergehenden Anstieg des Zinsüberschusses, konnte die Gesellschaft den Jahresüberschuss gegenüber Vorjahr steigern. Der Jahresüberschuss in Höhe von 553 TEUR stellt für die Gesellschaft ein zufriedenstellendes Ergebnis dar.

Zur Unterstützung des Wachstums wurden im Geschäftsjahr 2016 Strukturen und Prozesse kontinuierlich weiterentwickelt. Der Vertrieb wurde im einen Mitarbeiter verstärkt, der Bereich IT- und Organisationsentwicklung wurde neu geschaffen und im Bereich Risikomanagement der Verantwortungsbereich Debitorenmanagement eingerichtet. Seit Januar 2016 steht Kunden ein neues Kundenportal zur Verfügung. Im Wettbewerbsvergleich bietet dieses den Kunden herausragende Funktionen und Möglichkeiten. Im Juli 2016 erfolgte ein Umzug aus dem hamburger Norden in die HafenCity in neue größere Räumlichkeiten, gemeinsam mit den weiteren in Hamburg ansässigen Gesellschaften der akf-Gruppe.

Wir sehen uns mit der vorhandenen Struktur insgesamt gut gerüstet, das Unternehmen in den nächsten Jahren positiv weiter zu entwickeln.

3. Lage

Die ERNST factoring GmbH weist eine zufriedenstellende Ertragslage sowie eine gute Vermögens- und Finanzlage auf. Unsere wirtschaftliche Lage kann insgesamt als gut bezeichnet werden.

a) Ertragslage

Der Zinsüberschuss der Gesellschaft erhöhte sich nach Abzug aller Zinsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 % auf nunmehr 3.964 TEUR. Im Geschäftsjahr 2016 wurden Zinserträge in Höhe von 4.324 TEUR eingenommen (Vorjahr 3.746 TEUR). Sie beinhalten als wesentliche Ergebnisquelle die Erlöse aus Factoring-Gebühren von 2.888 TEUR und Factoring-Zinsen von 1.435 TEUR. Die Zinsaufwendungen aus der Refinanzierung stiegen leicht auf 359 TEUR (Vorjahr 350 TEUR).

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen entwickeln sich trotz des Wachstums im Geschäftsjahr 2016 mit 2.613 TEUR moderat (Vorjahr 2.191 TEUR). Die Personalaufwendungen stiegen gegenüber Vorjahr um 236 TEUR auf 1.669 TEUR. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl im Geschäftsjahr weiter von 18 (+1 Auszubildende) auf 20 (+1 Auszubildende) an. Andere Verwaltungsaufwendungen steigen gegenüber Vorjahr um 187 TEUR auf 945 TEUR. Dies ist im Wesentlichen zurückzuführen auf höhere Mietaufwendungen für die neuen Räume, Aufwendungen für den Betrieb des neuen Portals sowie Aufwendungen für Wirtschaftsauskünfte aufgrund der Steigerung der Debitorenzahl.

Die Aufwendungen für Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen einschließlich Warenkreditversicherung betrugen in 2016 655 TEUR (Vorjahr 722 TEUR). Diese beinhalten als größte Position Aufwendungen für Warenkreditversicherungen. Entsprechend des gestiegenen Ankaufsvolumens sind diese von 360 TEUR im Vorjahr auf 487 TEUR in 2016 gestiegen. Hingegen konnte der Aufwand aus Einzelwertberichtigungen und Forderungsverlusten von 228 TEUR auf 36 TEUR reduziert werden.

Die Erträge Zuschreibungen zu Forderungen betragen in 2016 203 TEUR. Diese beinhalten 181 TEUR aus einer Auflösung einer Einzelwertberichtigung, die im Vorjahr aufgrund einer Kundeninsolvenz gebildet werden musste. Durch Zahlungen der Debitoren konnte die Wertberichtigung aufgelöst werden.

Die ERNST factoring GmbH beendet das Geschäftsjahr 2016 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 553 TEUR (Vorjahr 405 TEUR).

b. Finanzlage

Die Refinanzierung des kurzfristigen Forderungsbestands erfolgt fristenkongruent durch eine Kontokorrentlinie sowie einen Forderungsverkauf mit der Muttergesellschaft akf bank GmbH & Co KG sowie über einen Geldmarktkredit und eine Kontokorrentlinie bei Hausbanken. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen zum Abschlussstichtag 24.481 TEUR (Vorjahr 34.838 TEUR). Über den Forderungsverkauf werden 15.662 TEUR finanziert. Während des Geschäftsjahres 2016 wurden die zur Verfügung stehenden Linien der refinanzierenden Banken zu keiner Zeit ausgeschöpft.

Der Anstieg der weiteren Verbindlichkeiten auf 11.308 TEUR (Vorjahr: 9.641 TEUR) hängt im Wesentlichen mit dem Anstieg des Factoringobligos und den damit verbundenen Auszahlungsverpflichtungen und Sicherheitseinbehalten zusammen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden erhöhten sich dadurch im Vorjahresvergleich um 17,2 % auf nunmehr 11.123 TEUR.

Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug zum Stichtag 5.503 TEUR (Vorjahr: 4.950 TEUR). Die Eigenkapitalquote konnte von 10,0% auf 13,1 % gesteigert werden.

c) Vermögenslage

Die Forderungen an Kreditinstitute bestanden zum Stichtag i.H.v. 7.354 TEUR (Vorjahr: 10.396 TEUR). Sie beinhalten sämtliche Guthaben auf den Bankkonten der Gesellschaft. Diese Guthaben bestehen in der Regel temporär. Clearings werden täglich durchgeführt.

Die Forderungen an Kunden betreffen im Wesentlichen die von unseren Factoring-Kunden angekauften Forderungen gegen Debitoren. Der Bilanzposten betrug zum Stichtag 34.153 TEUR (Vorjahr 39.004 TEUR). Dies entspricht einem Anteil an der Bilanzsumme in Höhe von 81,5 % (Vorjahr 78,4 %). Der Rückgang des absoluten Werts resultiert aus dem seit 2016 bestehenden Forderungsverkauf mit der Muttergesellschaft.

Das Anlagevermögen bestehend aus immateriellen Anlagewerten und Sachanlagen stieg insbesondere aufgrund der Aktivierung des neuen Kundenportals auf 382 TEUR (Vorjahr: 328 TEUR).

Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen 3 TEUR für eine Mietkaution am bisherigen Standort.

III. Prognose- und Chancen- und Risikobericht

Wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik der ERNST factoring GmbH sind nicht geplant.

Die steigende Nachfrage nach Factoring bietet der ERNST factoring GmbH weitere Wachstumschancen. Um die positive Entwicklung des Geschäftsjahres 2016 der ERNST factoring GmbH fortzuführen, wird die Gesellschaft in 2017 weiter das Neukundengeschäft stärken. Potentiale bieten die bestehenden vertriebskontakte sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern. Für 2017 rechnen wir deshalb weiterhin mit einem steigenden Ankaufsvolumen und einer Zuwachsrate im zweistelligen Prozentbereich. Die Wachstumsrate des Ankaufsvolumens wird dabei zwar unter denen der Vorjahre erwartet, aber dennoch deutlich über dem Branchendurchschnitt. Wir werden uns dabei aber nicht von der Maxime des Umsatzwachstums treiben lassen. Mögliche Steigerungen des Ankaufsvolumens und die Gewinnung von Neukunden werden wir immer unter die Anforderungen einer soliden Ertrags- und Risikostrategie stellen.

Aufgrund des erwarteten Anstiegs des Ankaufvolumens gehen wir für 2017 von einer weiteren Verbesserung des operativen Ergebnisses aus. In der Planung für 2017 rechnen wir mit einem operativen Ergebnis im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich.

Im Hinblick auf die Steuerung des Risikoportfolios bleibt die ERNST factoring GmbH auch zukünftig bei ihrer bewährten Unternehmenspolitik. Risiken begegnen wir durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung und das eingerichtete Risikomanagementsystem. Zudem erfolgt eine Absicherung hinsichtlich debitorischer Adressausfallrisiken durch die Zusammenarbeit mit Warenkreditversicherungen.

Bei den Veritätsrisiken kann eine mögliche Belastung trotz aller getroffenen Vorsichtsmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden. In besonders risikobehafteten Branchen werden wir im Jahr 2017 wie bisher keine Neugeschäfte annehmen, bestehende Engagements eng überwachen und falls nötig risikoabsichernde Maßnahmen umsetzen.

Durch die Regulierung und den damit verbundenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen für Finanzdienstleistungsinstitute aus dem Jahressteuergesetz 2008 stehen auch im Geschäftsjahr 2016 die Weiterentwicklung des Risikocontrollings, der Risikoprozesse sowie der Umsetzung der Regulierungsanforderungen im Fokus. Die ERNST factoring GmbH geht bei ihrer geschäftlichen Tätigkeit Risiken ein, um Erträge zu erzielen.

Das Risikomanagement ist Aufgabe und Verantwortung der Geschäftsführung.

Ziele des Risikomanagements sind:

geschäftliche Risiken von strategischer und materieller Bedeutung frühzeitig zu identifizieren,

eingegangene und auftretende Risiken zu kontrollieren,

erkannte Risiken so zu steuern, dass angemessene Erträge erzielt und Verluste vermieden werden.

Die von der Geschäftsführung im Geschäftsjahr 2008 beschlossene Aufbauorganisation folgt dem Grundsatz der Funktionstrennung und schafft klare Verantwortungsbereiche innerhalb des Unternehmens. Organisationsrichtlinien und Arbeitsabläufe legen Verfahren so fest, dass Risiken frühzeitig erkannt und der zuständigen Kompetenzstufe berichtet werden. Bei Risiken von materieller Bedeutung erfolgt die Information an die Geschäftsführung unverzüglich. Kontrolle, Steuerung und Bewertung erkannter Risiken sind fester Bestandteil der regelmäßig stattfindenden Leitungssitzungen.

Die Methoden des Risikomanagements wurden im Berichtsjahr - unter Berücksichtigung der Größe des Unternehmens, des Geschäftsumfangs und der strategischen Ziele - weiterentwickelt. Bei der Weiterentwicklung wurden auch die Methoden der Muttergesellschaft berücksichtigt.

Seit dem 25. Dezember 2008 sind Factoringgesellschaften Finanzdienstleistungsinstitute, für die die Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG) Anwendung finden und die der Aufsicht durch die Bundesbank bzw. die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterliegen. Aufbauorganisation und Organisationsrichtlinien der ERNST factoring GmbH lehnen sich an die Mindestanforderungen an das Risikomanagement für Kreditinstitute (MaRisk) der BaFin an.

Spezifische Risiken im Factoringgeschäft sind das Adressausfallrisiko, das Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiko, bestimmte operationelle Risiken, Marktpreisrisiken und die Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen. Zusätzlich werden allgemeine Unternehmensrisiken in das Risikomanagement einbezogen.

Die Risiken und die Methoden zu ihrer Identifizierung, Kontrolle und Steuerung sind im Folgenden dargestellt.

Adressausfallrisiken

Factoring ist der fortlaufende Ankauf und die Bevorschussung kurzfristig fälliger Forderungen auf die Zahlung eines Kaufpreises für Lieferungen und Leistungen, die vom Factoringkunden erbracht worden sind. Zur Zahlung dieser Kaufpreise an den Factor sind die Abnehmer des Factoringkunden, die Debitoren, verpflichtet.

Debitorisches Ausfallrisiko

Unter dem debitorischen Adressenausfallrisiko versteht die Gesellschaft das Risiko des Verlustes, falls ein Debitor, beispielsweise wegen Insolvenz, seinen von der Gesellschaft angekauften Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Das debitorische Ausfallrisiko ist durch ein Limit für jeden Debitor begrenzt. Ankauflimite für Debitoren sind Voraussetzung für einen Forderungsankauf. Die Festlegung dieser Limite erfolgt unter Berücksichtigung einer Deckungszusage durch eine Warenkreditversicherung und im Bedarfsfall durch die Analyse zusätzlicher Informationen (Bilanzen und Geschäftsberichte, Wirtschaftsauskünfte, bisheriges Zahlungsverhalten). Andere verfügbare Sicherheiten können in die Entscheidung über das Limit einbezogen werden. Auch Senkungen oder Streichungen von Deckungszusagen durch den Kreditversicherer liefern zusätzliche Informationen. Die Einrichtung eines Debitoren-Limits erfolgt nach vorgegebenen Kompetenzstufen.

Die Gesellschaft hat eigene Warenkreditversicherungen abgeschlossen, lässt sich aber auch den Versicherungsschutz aus bestehenden Kundenpolicen abtreten.

Durch Überwachung des Zahlungsverhaltens und einen unverzüglichen und strengen Mahnprozess bei Zahlungsverzögerungen können mögliche debitorische Ausfallrisiken frühzeitig erkannt und reduziert werden.

Zur Überprüfung der Existenz der angekauften Forderungen werden nach Plan schriftliche Saldenbestätigungen eingeholt und in Einzelfällen telefonische Stichproben durchgeführt.

Ausfallrisiko der Factoringkunden (FKU)

Unter dem Ausfallrisiko der Factoringkunden versteht die Gesellschaft vor allem das Veritätsrisiko angekaufter Forderungen in Folge von Einreden, Reklamationen, Bonifikationsansprüchen bzw. nachträglich gewährter Rabatte oder nicht bestehenden Grundgeschäften (Betrug) zwischen Kunden und Debitoren.

Wenn die angekaufte und bevorschusste Forderung keinen rechtlichen Bestand hat, richtet sich der Zahlungsanspruch des Factors nicht mehr gegen den Debitor, sondern an den Factoringkunden als Verkäufer der Forderung und Empfänger des Vorschusses. Der Factoringkunde haftet auch für die Weiterleitung bei ihm eingegangener debitorischer Zahlungen.

Das Veritätsrisiko ist praktisch nicht versicherbar. Ausfallrisiken entstehen insbesondere bei Insolvenz des Factoringkunden. Deswegen wird die Bonität eines Factoringkunden vor Aufnahme und auch während einer Geschäftsbeziehung durch Analyse der vom Factoringkunden zur Verfügung gestellten Unterlagen und durch Auswertung von Auskünften ermittelt. Das Ausfallrisiko wird durch einen Factoring-Rahmen begrenzt, der als Obergrenze für das Ankaufvolumen für vom Factoringkunden eingereichte Forderungen dient.

Eingereichte Forderungen werden nach einem festgelegten Verfahren vor Ankauf und Bevorschussung auf rechtlichen Bestand ("Verität") geprüft. Zur Überprüfung der Existenz der angekauften Forderungen werden nach Plan schriftliche Saldenbestätigungen eingeholt und in Einzelfällen telefonische Stichproben durchgeführt. Die Gesellschaft ist durch vertragliche Vereinbarung berechtigt, Außenprüfungen bei Kunden vorzunehmen. Diese erfolgen ebenfalls nach Plan und dienen der Bonitätsüberwachung und der Kontrolle der Einhaltung vertraglicher Verpflichtungen während der Laufzeit des Vertrages.

Die Einrichtung eines Factoring-Rahmens erfolgt nach vorgegebenen Kompetenzstufen. Bei Hinweisen auf Ausfallrisiken werden - in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung - geeignete Maßnahmen zur Risikoabwehr und -minimierung beschlossen und durchgeführt.

Weitere Ausfallrisiken können sich aus steuerrechtlichen Vorschriften ergeben. So begründet beispielsweise § 13c UStG unter bestimmten Voraussetzungen die Haftung einer Factoringgesellschaft für durch den Factoringkunden nicht oder nicht vollständig entrichtete Umsatzsteuer im Fall der Insolvenz des Factoringkunden. Durch Maßnahmen, wie die Verpflichtung der Kunden zum Nachweis des Ausgleichs der Sozialabgaben und monatliche Kontrolle, aber auch die explizite Analyse im Rahmen der Außenprüfungen, werden Risiken reduziert.

Wenn Zweifel an der Werthaltigkeit von Forderungen bestehen, werden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen vorgenommen.

Andere wesentliche Adressausfallrisiken bestehen zurzeit nicht.

Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass die Gesellschaft - insbesondere wegen unzureichender Refinanzierungsmöglichkeiten - ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht in voller Höhe nachkommen kann.

Durch Forderungsankauf und Bevorschussung der Kaufpreise stellt die ERNST factoring GmbH ihren Factoringkunden Liquidität zur Verfügung. Dafür stehen Eigen- und Fremdmittel, im Wesentlichen aus Refinanzierungszusagen durch die Muttergesellschaft, sowie weiterer namhafter Banken zur Verfügung. Der wesentliche Teil der Refinanzierung ist als Kontokorrent sowie als Forderungsverkauf ausgestaltet. Hierdurch stehen Liquiditätsbedarfe für Auszahlungen an Kunden taggleich zur Verfügung. Die Gesellschaft beachtet den Grundsatz der Fristenkongruenz bei ihrer Refinanzierung.

Der aus der erwarteten Geschäftsentwicklung resultierende Liquiditätsbedarf wird für drei Jahre im Voraus ermittelt. Zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung wird ein Liquiditätscontrolling eingesetzt.

Die Zusammenarbeit mit den Factoringkunden erfolgt auf der Grundlage von Verträgen, die dem Factoringkunden ermöglichen, seine Umsatzfinanzierung mittelfristig zu planen und der Factoringgesellschaft ermöglichen, den Refinanzierungsbedarf zu ermitteln.

Operationelle Risiken

In diese Kategorie fallen vornehmlich Risiken, die im laufenden Betrieb aufgrund organisatorischer und funktionaler Aspekte im Bereich der Organisation, des Personalwesens und der technischen Ausstattung auftreten können. Auslöser sind externe und interne Störungen, fehlerhafte Abläufe und unzureichende Kontrollen. Operationelle Risiken können in Adressausfallrisiken münden.

Zur Begrenzung der Betriebsrisiken bestehen Risiko- und Organisationshandbücher sowie Arbeitsanweisungen. Deren Einhaltung wird von der internen Revision überwacht. Änderungen in Arbeitsabläufen werden dokumentiert.

Um die qualitativen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wachstum sicherzustellen, hat die Gesellschaft im Berichtsjahr weiter in personelle Ressourcen investiert. Zum einen durch die Einstellung neuer qualifizierter Mitarbeiter zur Erhöhung der Kapazität und Besetzung neuer Positionen, zum anderen durch interne und externe Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter.

Die Gesellschaft setzt Informations- und Kommunikationstechnologien ein, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und dem Geschäft angemessen sind. Zur Gewährleistung der Sicherheitsstandards werden alle Computersysteme laufend überwacht und weiterentwickelt. Der Zugang von Mitarbeitern zu Informations-, Kommunikations- und Bearbeitungssystemen wird durch Berechtigungsstufen festgelegt.

Durch das Vorhalten eines Backup-Rechenzentrums am Standort der Muttergesellschaft in Wuppertal, wurden Ausfallrisiken weiter reduziert. Das Backup-Rechenzentrum ist innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit. Dies wird durch einen Remote-Zugriff zur Vorbereitung im Notfall, permanente Datenreplikation sowie einen organisierten Zutritt sichergestellt. Ein Notfallkonzept deckt mögliche Notfallszenarien ab und regelt die Vorgehensweise im Notfall. Notfallszenarien werden jährlich getestet und evaluiert.

Rechtsrisiken als Teil der operationellen Risiken können entstehen, wenn Ansprüche gegen Vertragspartner nicht in vollem Umfang oder nicht in geeigneter Weise vertraglich fixiert sind und / oder unbeabsichtigt rechtliche Verpflichtungen entstehen oder Rechte nicht wahrgenommen werden. Zur Abwehr dieser Risiken werden vertragliche Regelungen in geeigneter Form - auch unter Hinzuziehung externer Berater - geprüft. Vertragswerke werden regelmäßig vor dem Hintergrund bestehender und neuer gesetzlicher Regelungen und aktueller Rechtsprechung überprüft.

Die Gesellschaft überwacht die Einhaltung bestehender gesetzlicher Regelungen.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken können Ertragseinbußen durch Veränderung von Refinanzierungszinssätzen sowie durch nicht profitabel gestaltete Factroinggebühren verursachen. Besondere Zinsänderungsrisiken bestehen nicht. In den Kundenverträgen ist die Zinskondition auf Basis des 3-Monats Euribor zzgl. Margenaufschlag ausgestellt. Zinserhöhungen können an die Factoringkunden weitergegeben werden. Für den Fall eines negativen 3-Monats Euribor ist im Factroingvertrag eine Deckelung auf 0% verankert. Risiken durch zu geringe Factroinggebühren wird durch strikte Vorgaben für den Vertrieb, Vor- und Nachkalkulationen, mehrstufige Freigabeverfahren sowie Analysen auf Kundenebene entgegengewirkt.

Währungsrisiken bestehen keine, da der Ankauf in Euro stattfindet und der Kunde das Risiko von Umrechnungsdifferenzen trägt.

Führungskräfte und qualifiziertes Personal

Der Bestand und der wirtschaftliche Erfolg der Gesellschaft sind von der Verfügbarkeit geeigneter Führungskräfte und von qualifiziertem Fachpersonal abhängig. Geschäftsführer und leitende Personen sind durch geeignete Vertragsgestaltung an die Gesellschaft gebunden. Mitarbeiter werden aufgabenbezogen ausgebildet und gefördert.

Rentabilitätsrisiken

Ein zentrales Ziel der ERNST factoring ist die Steigerung des Unternehmenswerts. Der Unternehmenswert ist davon abhängig, dass die finanziellen Ergebnisziele erreicht werden. Ziel des Unternehmens ist es, Rentabilitätsrisiken frühzeitig zu identifizieren und bei Bedarf Maßnahmen zu ergreifen. Um Rentabilitätsrisiken zu erkennen und zu reduzieren werden Ergebnisvorgaben und Kennzahlen jährlich und mittelfristig geplant. Monatliche Soll-Ist-Vergleiche, Abweichungsanalysen sowie rollierende Forecast-Rechnungen ermöglichen, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken. Die Kapitalstruktur wird geplant und laufend überwacht. Bei diesen Instrumenten werden auch immer die oben genannten Risikopositionen des Unternehmens berücksichtigt, um deren Auswirkung auf die Rentabilität zu ermitteln.

Risikotragfähigkeit

Bei der Ermittlung der Risikotragfähigkeit stellt die ERNST factoring ihre wesentlichen unerwarteten Risiken (Risikopotenzial) der vorhandenen Risikodeckungsmasse bzw. dem Risikodeckungspotenzial gegenüber. Die ERNST factoring wendet dabei als Steuerungskonzept den Going-Concern-Ansatz an und ermittelt das Risikodeckungspotenzial nach der Bilanz- bzw. GuV-orientierten Ableitung.

Das Risikodeckungspotenzial besteht aus dem Eigenkapital, dem aktuell erwirtschafteten Jahresüberschuss und 80 % des geplanten (bis zum Stichtag des Folgejahres anteiligen) Jahresüberschuss des Folgejahres. Das Risikopotenzial setzt sich aus den unerwarteten Risiken der Adressenausfall-, Marktpreis- sowie operationellen Risiken zusammen.

Die Risikotragfähigkeit wird als gegeben angesehen, wenn das Risikodeckungspotenzial das Risikopotenzial übersteigt. Es wurde festgelegt, dass 90% des Risikodeckungspotenzials zur Deckung der wesentlichen Risiken eingesetzt werden dürfen (=Risikodeckungsmasse). Zum Stichtag 31.12.2016 beträgt die Risikodeckungsmasse im Normal Szenario 5,25 Mio. EUR, das Risikopotenzial 1,0 Mio. EUR. Die Risikodeckungsmasse ist zu 19 % ausgelastet (Vorjahr 21%). Fir die jeweiligen Risikoarten erfolgt eine Limitierung. Die jeweiligen Limite sind gegenüber der Limitauslastung ausreichend. Demnach ist die Risikotagfähigkeit in 2016 gegeben. Die Risikotragfähigkeit wird in Szenarien gestresst. Auch im negativsten Szenario einer Rezession ist die Risikotragfähigkeit gegeben.

Zusammenfassung

Das Risikofrüherkennungssystem hat sich - auch in einem durch die Finanzmarktkrise geprägten Umfeld mit besonderen Herausforderungen - bewährt. Dieses System wird kontinuierlich angepasst und verbessert. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, liegen aktuell nicht vor.

IV. Bericht über Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.

 

Hamburg, den 20. Februar 2017

ERNST factoring GmbH

Geschäftsführung

Volker Ernst

Folker Weise

Bilanz zum 31. Dezember 2016

AKTIVA

Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
1. Barreserve      
a) Kassenbestand   83,67 225,28
2. Forderungen an Kreditinstitute      
a) täglich fällig   7.354.369,47 10.395.946,76
3. Forderungen an Kunden   34.152.832,48 39.004.305,66
4. Immaterielle Anlagewerte      
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 255.840,00 181.331,00
5. Sachanlagen   126.500,00 146.961,00
6. Sonstige Vermögensgegenstände   3.132,69 8.785,81
7. Rechnungsabgrenzungsposten   22.153,81 9.489,06
    41.914.912,12 49.747.044,57

Passiva

     
  Geschäftsjahr Vorjahr
  EUR EUR EUR
a) täglich fällig   24.480.541,15 34.837.845,72
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden   11.123.159,52 9.490.959,98
3. Sonstige Verbindlichkeiten   184.757,63 150.154,07
Rückstellungen      
a) Steuerrückstellungen 358.089,59   74.268,16
b) andere Rückstellungen 265.479,10 623.568,69 243.721,82
5. Eigenkapital      
a) Gezeichnetes Kapital   4.000.000,00 4.000.000,00
b) Kapitalrücklage   116.000,00 116.000,00
c) Gewinnrücklagen      
ca) andere Gewinnrücklagen   84.453,97 84.453,97
d) Bilanzgewinn   1.302.431,16 749.640,85
    5.502.885,13 4.950.094,82
    41.914.912,12 49.747.044,57

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2016 bis 31.12.2016

EUR Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
1. Zinserträge aus      
a) Kredit - und Geldmarktgeschäften 665,47   3.004,77
b) Factoringgebühren 4.322.959,79 4.323.625,26 3.742.619,11
2. Zinsaufwendungen   359.452,90 350.278,11
3. Provisionserträge 181.803,55   156.205,23
4. Provisionsaufwendungen 200.870,62 19.067,07- 156.509,18
5. Sonstige betriebliche Erträge   127.044,85 139.469,86
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen      
a) Personalaufwand      
aa) Löhne und Gehälter 1.430.493,25   1.241.284,37
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 238.029,27 1.668.522,52 191.466,52
- darunter: für Altersversorgung EUR 12.389,76 (EUR 9.551,88)
b) andere Verwaltungsaufwendungen   944.970,05 757.803,50
    2.613.492,57- 2.190.554,39-
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen 102.686,75 66.452,45
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 654.514,29 721.930,21
9. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 203.258,61 41.620,84
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit   904.715,14 597.195,47
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 351.501,83   191.644,42
12. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Position 12 ausgewiesen 423 351.924,83 562
13. Jahresüberschuss   552.790,31 404.989,05
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   749.640,85 344.651,80
15. Bilanzgewinn   1.302.431,16 749.640,85

Anhang zum 31.12.2016

1. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Die ERNST factoring GmbH erbringt nach dem am 25.12.2008 in Kraft getretenen Jahressteuergesetz 2009 als Factoringunternehmen erlaubnispflichtige Finanzdienstleistungen i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 9 KWG.

Der Jahresabschluss der Firma ERNST factoring GmbH wurde deshalb für das Geschäftsjahr 2016, insbesondere hinsichtlich der Bilanzgliederung und der Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung, auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der §§ 340 ff. HGB i.V.m. RechKredV aufgestellt. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte gemäß Formblatt 3 der RechKredV in der Staffelform. Ergänzend waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Die Form des Jahresabschlusses ist gegenüber dem Vorjahr nicht geändert worden. Vorjahres-Werte waren nicht anzupassen.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Barreserven und Forderungen wurden mit ihrem Nennwert bewertet.

Bei den Forderungen an Kunden wurde der Nennwert hinsichtlich des Ausfallrisikos in angemessenem Umfang einzelwertberichtigt. Dem latenten Kreditrisiko sowie Veritätsrisiko wurde durch Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen, die anhand von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit ermittelt wurden.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen wurden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bilanziert. Für abnutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert zwischen EUR 410,00 und EUR 1.000,00 wurden entsprechend § 6 Abs. 2a EStG für Vorjahre Sammelposten gebildet, die linear mit je einem Fünftel jährlich abgeschrieben werden. Im Übrigen werden geringwertige Wirtschaftsgüter direkt abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden zum Nominalwert bilanziert.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten erfasst Zahlungen, die Aufwand nach dem 31. Dezember 2016 darstellen.

Die Verbindlichkeiten werden mit Ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Steuerrückstellungen und anderen Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet.

III. Erläuterung zu einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

1. Forderungen an Kreditinstitute

In den unter Posten 2. ausgewiesenen Forderungen an Kreditinstitute sind u.a. enthalten:

Forderungen an Gesellschafter, § 42 Abs. 3 GmbHG 13.453,17 EUR

2 . Forderungen an Kunden

Die in den unter Posten 3. ausgewiesenen Forderungen an Kunden gliedern sich nach Restlaufzeiten wie folgt:

- bis drei Monate 33.887.205,53 EUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 265.626,95 EUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 0,00 EUR
- mehr als fünf Jahre 0,00 EUR
- Forderungen mit unbestimmter Laufzeit 0,00 EUR

3. Immaterielle Anlagenwerte

Die Entwicklung der unter Posten 4. ausgewiesenen immateriellen Anlagewerte ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

4. Sachanlagen

Die Entwicklung der unter Posten 5. ausgewiesenen Sachanlagen ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

5 . Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den unter Posten 1a. ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind u.a. enthalten:

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter, § 42 Abs. 3 GmbHG 9.442.480,46 EUR

6. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die unter Posten 2. ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gliedern sich nach Restlaufzeiten wie folgt:

- bis drei Monate 11.096.596,83 EUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 26.562,70 EUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 0,00 EUR
- mehr als fünf Jahre 0,00 EUR

7. Sonstige Verbindlichkeiten

In den unter Posten 3. ausgewiesenen sonstigen Verbindlichkeiten sind u.a. enthalten:

Verbindlichkeiten gegenüber Geschäftsführern 7.343,98 EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter, § 42 Abs. 3 GmbHG 0,00 EUR
Steuerverbindlichkeiten 62.683,36 EUR

8. Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen enthalten als wesentliche Posten:

Rückstellungen für Prozessrisiken 61.940,15 EUR
Rückstellungen für Tantiemen 61.250,00 EUR
Rückstellungen für Urlaub 44.806,33 EUR
Rückstellung Aufwand Warenkreditversicherung 45.483,00 EUR

9. Aufteilung der Ertragssteuern

Die in dem Posten 11. der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen ausschließlich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Entwicklung des Anlagevermögens:

AHK 01.01.2016
Euro
Zugang
Euro
Abgang
Euro
Summe AHK 31.12.2016
Euro
Immaterielle Anlagewerte 292.142,24 137.127,65 0,00 429.269,89
Sachanlagen        
Betriebs- und Geschäftsausstattung 371.840,04 27.394,10 -72.620,63 326.613,51
Summe 663.982,28 164.521,75 -72.620,63 755.883,40
Summe AfA 01.01.2016
Euro
AfA Zugang
Euro
AfA Abgang
Euro
Summe AfA 31.12.2016
Euro
Buchwert 31.12.2016
Euro
Immaterielle Anlagewerte 110.811,24 62.618,65 0,00 173.429,89 255.840,00
Sachanlagen          
Betriebs- und Geschäftsausstattung 224.879,04 40.068,10 -64.833,63 200.113,51 126.500,00
Summe 335.690,28 102.686,75 -64.833,63 373.543,40 382.340,00

V. Sonstige Angaben

1. Honorar für Abschlussprüfer

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016 beträgt EUR 22.759,00. Davon entfallen auf

- Abschluss- und Prüfungsleistungen 22.759,00 EUR
- andere Beratungsleistungen 0,00 EUR
- Steuerberatungsleistungen 0,00 EUR
- sonstige Leistungen 0,00 EUR

2. Geschäftsführung und Bezüge

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte der ERNST factoring GmbH durch Herrn Volker Ernst, Norderstedt und durch Herrn Folker Weise, Hamburg geführt.

Die Geschäftsführer sind hauptberuflich für die ERNST factoring GmbH tätig. Auf die Angabe der Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet

3. Anzahl der Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug im Geschäftsjahr:

Vorjahr
Gesamt: 20,00 18,00
davon    
- weibliche Arbeitnehmer 8,00 8,00
- männliche Arbeitnehmer 12,00 10,00

Das Unternehmen beschäftigt zudem zum Jahresabschlussstichtag eine Auszubildende.

4 . Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Geschäftsjahresschluss

Es bestehen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind.

5. Konzernverbund

Die ERNST factoring GmbH wird seit dem Jahresabschluss 2015 (Erstkonsolidierung 31.12.2014) in einen Teilkonzernabschluss konsolidiert. Obergesellschaft des Teilkonzerns ist die akf bank GmbH & Co KG. Wuppertal. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Teilkonzernobergesellschaft erhältlich. Konzernobergesellschaft ist die Vorwerk & Co. KG, Wuppertal, in deren Konzernabschluss der Teilkonzern einbezogen wird. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Konzernobergesellschaft erhältlich.

 

Hamburg, den 20. Februar 2017

ERNST factoring GmbH

Volker Ernst

Folker Weise

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung - und den Lagebericht der ERNST factoring GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführer der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführer sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Hamburg, den 7. März 2017

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lothar Schreiber, Wirtschaftsprüfer

ppa. Tim Brücken, Wirtschaftsprüfer

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