Stammdaten

Register
Amtsgericht Steinfurt HRB 1982
Eingetragen
6.10.1987
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehörHerstellung von KrafträdernBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Herstellung, der Vertrieb von Zweirädern aller Art und deren Komponenten, die Herstellung und der Vertrieb von zugehörigen Gebrauchs- und Freizeitartikeln aller Art und die Erledigung entsprechender Dienstleistungen. Die Gesellschaft darf ferner alle sonstigen Geschäfte betreiben, die der Erreichung und Förderung ihres Hauptzweckes dienlich sind. Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmen gründen, erwerben und sich an ihnen beteiligen, insbesondere auch die Stellung einer persönlich haftenden Gesellschafterin übernehmen. Die Gesellschaft kann ferner Zweigniederlassung errichten und sich mit gleichartigen oder ähnlichen Unternehmen zu Arbeits- oder Interessengemeinschaften zusammenschließen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Moritz Thiemann
seit 21.6.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Volker Thiemann
seit 8.8.2003
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Altenberge
1.000.000 €
50.00%
Münster
1.000.000 €
50.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AT Zweirad GmbH

Altenberge

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Bilanz zum 30.09.2023

AT Zweirad GmbH

Altenberge

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR % EUR % EUR %
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 291.797,00 0,57 132.631,25 0,30
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 308.855,00 0,61 322.910,00 0,74
2. technische Anlagen und Maschinen 3.495.901,97 6,87 3.869.947,11 8,83
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.083.879,50 4,09 1.661.837,18 3,79
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 21.381,67 0,04 87.000,00 0,20
5.910.018,14 11,61 5.941.694,29 13,56
Summe Anlagevermögen 6.201.815,14 12,18 6.074.325,54 13,86
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. fertige Erzeugnisse und Waren 34.670.452,13 68,08 27.987.695,88 63,88
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 267.494,46 0,61
34.670.452,13 68,08 28.255.190,34 64,49
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.581.130,38 10,96 9.023.909,08 20,60
2. sonstige Vermögensgegenstände 137.554,82 0,27 101.349,03 0,23
5.718.685,20 11,23 9.125.258,11 20,83
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.113.087,59 8,08 119.368,44 0,27
Summe Umlaufvermögen 44.502.224,92 87,39 37.499.816,89 85,59
C. Rechnungsabgrenzungsposten 217.082,46 0,43 240.278,32 0,55
D. Aktive latente Steuern 1.276,90 0,00 1.300,00 0,00
50.922.399,42 100,00 43.815.720,75 100,00

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR % EUR % EUR %
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.000.000,00 3,93 2.000.000,00 4,56
II. Gewinnrücklagen
1. satzungsmäßige Rücklagen 6.524.858,27 12,81 4.816.490,17 10,99
2. andere Gewinnrücklagen 15.098.752,52 29,65 9.973.648,22 22,76
21.623.610,79 42,46 14.790.138,39 33,76
III. Jahresüberschuss 8.027.905,73 15,76 6.833.472,40 15,60
Summe Eigenkapital 31.651.516,52 62,16 23.623.610,79 53,92
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 518.347,00 1,02 435.678,53 0,99
2. sonstige Rückstellungen 1.708.400,00 3,35 1.459.400,00 3,33
2.226.747,00 4,37 1.895.078,53 4,33
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.116.449,39 2,19 6.693.613,41 15,28
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 54.638,37 (EUR 5.325.974,68)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.061.811,02 (EUR 1.367.638,73)
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.664,34 0,01 48.240,86 0,11
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 3.664,34 (EUR 48.240,86)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 976.035,43 1,92 9.182.326,58 20,96
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 976.035,43 (EUR 9.182.326,58)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.312.805,56 2,58 300.000,00 0,68
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.312.805,56 (EUR 300.000,00)
5. sonstige Verbindlichkeiten 13.594.381,18 26,70 2.040.750,58 4,66
- davon aus Steuern EUR 478.946,25 (EUR 1.409.323,99)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 28.885,78 (EUR 31.570,32)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 13.123.382,28 (EUR 1.571.001,68)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 470.998,90 (EUR 469.748,90)
17.003.335,90 33,39 18.264.931,43 41,69
D. Rechnungsabgrenzungsposten 40.800,00 0,08 32.100,00 0,07
50.922.399,42 100,00 43.815.720,75 100,00

Handelsrecht

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.10.2022 bis 30.09.2023

AT Zweirad GmbH

Altenberge

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 140.031.030,43 117.380.568,83
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 621.941,19 129.760,37
3. Gesamtleistung 140.652.971,62 117.510.329,20
4. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens und aus Zuschreibungen zu Gegenständen des Anlagevermögens 147.020,35 1.090,88
b) Erträge aus der Herabsetzung der Pauschalwertberichtigung auf Forderungen 87.910,00 0,00
c) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 113.638,52 120.719,26
d) übrige sonstige betriebliche Erträge 252.588,90 226.666,19
601.157,77 348.476,33
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 95.266.140,96 80.868.279,65
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.842.242,55 1.591.806,27
97.108.383,51 82.460.085,92
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 15.792.815,48 13.003.644,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.884.668,85 2.060.715,84
- davon für Altersversorgung EUR 79.367,97 (EUR 68.652,60)
18.677.484,33 15.064.360,04
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.659.225,69 1.036.718,11
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Raumkosten 1.384.055,44 1.195.957,19
b) Versicherungen, Beiträge und Abgaben 395.995,95 374.943,80
c) Reparaturen und Instandhaltungen 1.337.362,23 967.935,30
d) Fahrzeugkosten 564.473,86 464.407,26
e) Werbe- und Reisekosten 1.907.734,75 1.299.628,54
f) Kosten der Warenabgabe 2.717.815,31 2.820.713,40
g) verschiedene betriebliche Kosten 2.091.416,18 1.720.070,87
h) Verluste aus Wertminderungen von Gegenständen des Umlaufvermögens und Einstellung in die Wertberichtigung zu Forderungen 292.726,24 154.958,63
i) übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 72.556,80 16.729,50
10.764.136,76 9.015.344,49
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.285,29 600,45
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.401.261,31 408.944,41
- davon an verbundene Unternehmen EUR 8.652,78 (EUR 0,00)
- davon Zinsaufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 0,00 (EUR 1.000,00)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.576.164,35 3.007.236,97
- davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern EUR 23,10 (EUR 0,00)
- davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern EUR 0,00 (EUR 115,00)
12. Ergebnis nach Steuern 8.070.758,73 6.866.716,04
13. sonstige Steuern 42.853,00 33.243,64
14. Jahresüberschuss 8.027.905,73 6.833.472,40

Handelsrecht

Entwicklung des Anlagevermögens 2022/2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.10.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30.09.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Software 1.177.894,94 271.427,09 0,00 0,00 1.449.322,03
1.177.894,94 271.427,09 0,00 0,00 1.449.322,03
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 341.048,53 10.363,69 0,00 0,00 351.412,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.985.017,36 252.940,24 162.536,97 0,00 5.400.494,57
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.423.049,72 1.155.065,63 0,00 0,00 4.578.115,35
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 87.000,00 96.918,64 -162.536,97 0,00 21.381,67
8.836.115,61 1.515.288,20 0,00 0,00 10.351.403,81
10.014.010,55 1.786.715,29 0,00 0,00 11.800.725,84
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2022 Zugänge Abgänge 30.09.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Software 1.045.263,69 112.261,34 0,00 1.157.525,03
1.045.263,69 112.261,34 0,00 1.157.525,03
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.138,53 24.418,69 0,00 42.557,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.115.070,25 789.522,35 0,00 1.904.592,60
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.761.212,54 733.023,31 2.494.235,85
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
2.894.421,32 1.546.964,35 0,00 4.441.385,67
3.939.685,01 1.659.225,69 0,00 5.598.910,70
Buchwerte
30.09.2023 30.09.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Software 291.797,00 132.631,25
291.797,00 132.631,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 308.855,00 322.910,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.495.901,97 3.869.947,11
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.083.879,50 1.661.837,18
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 21.381,67 87.000,00
5.910.018,14 5.941.694,29
6.201.815,14 6.074.325,54

Anhang 2022/2023

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke ebenfalls an dieser Stelle gemacht.

Der Anhang und der Lagebericht wird für die Veröffentlichung verkürzt wiedergegeben.

Registerinformationen

Die Gesellschaft ist unter der Firma AT Zweirad GmbH, Herstellung und Vertrieb von Zweirädern aller Art mit Sitz in Altenberge im Handelsregister des Amtsgerichts Steinfurt unter der Nummer HRB Nr. 1982 eingetragen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfol-genden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um plan-mäßige Abschreibungen (3 Jahre Nutzungsdauer, lineare Methode) vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen reduziert. In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.

Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt.

Die fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen (Zuschlag 18%; Vj. 18%) berücksichtigt werden. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Aufgrund der Auftragsfertigung konnte auf Abwertungen der Vorratsbestände, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, weitestgehend verzichtet werden.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte sicherungsübereignet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst, bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren mit einem Zinsfuß von 1,43% (Vj. 1,11%).

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden bei Bedarf verrechnet.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen.

Es wurden keine Bewertungseinheiten i.S. von § 254 HGB gebildet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Vorräte

30.09.2023 30.09.2022
TEUR TEUR
Fertige Erzeugnisse 1.388 766
Waren 33.282 27.222
geleistete Anzahlungen 0 267
34.670 28.255

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

30.09.2023 30.09.2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.581 9.024
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 138 101
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4 1
5.719 9.125

Die Sonstigen Vermögensgegenstände enthalten überwiegend kurzfristige Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen, debitorischen Kreditoren sowie Ansprüche aus übrigen Erstattungen und Weiterbelastungen.

Rechnungsabgrenzungsposten

Hierin enthalten sind vorausbezahlte Versicherungen, Beiträge und Wartungspauschalen.

Aktive latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

30.09.2023 30.09.2022
TEUR TEUR
Latente Steueransprüche auf Differenzen bilanzieller Wertansätze für Rückstellung Aufbewahrung Geschäftsunterlagen 1 1
Latente Steueransprüche gesamt 1 1

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 30% zugrunde gelegt.

Eigenkapital

Die Einzahlungen auf das Stammkapital in Höhe von TEUR 2.000 sind in voller Höhe geleistet.

Der Jahresüberschuss des Vorjahres i.H.v. EUR 6.833.472,40 ist gemäß Gesellschafter-beschluss vom 02. April 2022 wie folgt auf neue Rechnung vorgetragen worden:

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen umfassen Verpflichtungen des laufenden Geschäftsjahrs und des Vorjahrs.

Übrige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Urlaubsansprüche sowie Weihnachtsgeld, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Tantiemen, ausstehende Rechnungen, Gewährleistungsansprüche, Archivierungs- und Jahresabschluss- sowie für Prüfungskosten gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt:

Verbindlichkeitenspiegel in TEUR

Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesichert mit
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 367 749 0 s.u.
(Vorjahr) (5.657) (1.037) (0) (s.u.)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4 0 0 n/a
(Vorjahr) (48) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 976 0 0 n/a
(Vorjahr) (9.182) (0) (0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13 0 1.300 n/a
(Vorjahr) (0) (0) (300)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 678 12.916 0 (s.u.)
(Vorjahr) (1.571) (470) (0) (n/a)
- davon aus Steuern 479
(Vorjahr) (1.409)
- davon i.R.d. sozialen Sicherheit 29
(Vorjahr) (32)
2.038 13.665 1.300
(Vorjahr) (16.458) (1.507) (300)
Gesamt Gesamt
Art der Verbindlichkeit 30.09.2023 30.09.2022
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.116
(Vorjahr) 6.694
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4
(Vorjahr) 48
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 976
(Vorjahr) 9.182
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.313
(Vorjahr) 300
5. Sonstige Verbindlichkeiten 13.594
(Vorjahr) 2.041
- davon aus Steuern
(Vorjahr)
- davon i.R.d. sozialen Sicherheit
(Vorjahr)
17.003
(Vorjahr) 18.265

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Hierunter ist ein Zuschuss zum besonderen Aufwand gem. § 217 SGB IX i.V.m. § 215 SGB IX (TEUR 12) sowie ein weiterer Zuschuss zu den außergewöhnlichen Belastungen gem. § 27 SchwbAV i.V.m. § 215 SGB IX (TEUR 29) erfasst. Es geht hierbei jeweils um die Förderung der Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeiter/innen und der hierfür einzurichtenden Arbeitsplätze.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

Bei den neutralen Erträgen i.H.v. TEUR 440 (Vj. TEUR 203) handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 114; Vj. TEUR 121), der Herabsetzung der Pauschalwertberichtigung auf Forderungen (TEUR 88; Vj. TEUR 0), um Erträge aus Anpassungen aus Betriebsprüfung (TEUR 147; Vj. TEUR 0), Buchgewinne aus Anlagenverkäufen (TEUR 0; Vj. TEUR 1) sowie um Versicherungserstattungen (TEUR 91; Vj. TEUR 81).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die neutralen Aufwendungen betragen TEUR 354 (Vj. TEUR 155) und betreffen überwiegend Forderungsverluste (TEUR 82; Vj. TEUR 26), Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 210; Vj. TEUR 129) sowie periodenfremde Aufwendungen (TEUR 62; Vj. TEUR 0).

Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

Diese stammen aus Lieferantenrechnungen in USD und JPY und ergeben sich vorwiegend aus Abweichungen zwischen dem Kurs im Zeitpunkt der Erfassung der Eingangsrechnung und dem Wechselkurs bei Zahlung. Per Saldo resultierte daraus im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ertrag i.H.v. TEUR 1.133 (Vj. Aufwand i.H.v. TEUR 148), der im Materialaufwand enthalten ist.

Haftungsverhältnisse in TEUR

30.09.2023 30.09.2022
Aus Bürgschaften 6.847 6.226

Die Gesellschaft hat Mithafterklärungen für die Verbindlichkeiten der Thiemann GmbH & Co. KG, Altenberge, i.H.v. TEUR 5.797 (Vj. TEUR 6.226) bei der Kreissparkasse Steinfurt, Greven, abgegeben. Bei dieser Gesellschaft besteht Gesellschafteridentität.

Das Risiko der Inanspruchnahme aus der Mithafterklärung wird aufgrund einer guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Thiemann GmbH & Co. KG, Altenberge, als gering eingeschätzt.

Außerbilanzielle Geschäfte

Factoring Zweck Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit werden seit 01.10.2013 laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Zum Stichtag war ein Forderungsbestand im Nominalwert von TEUR 3.591 (Vj. TEUR 0) verkauft, wovon TEUR 0 (Vj. TEUR 0) noch nicht fällig waren. Nach Kündigung des bisherigen Factoring Vertrages zum 30.09.2022 ist zum 01.10.2022 ist ein neuer Factoring Vertrag abgeschlossen worden.
Risiken Keine, da ein echtes Factoring besteht, unterlegt mit einer Waren- bzw. Ausfuhr-Kreditversicherung.
Vorteile Die Liquiditätsplanung wird verbessert aufgrund der notwendigen hohen Vorfinanzierung der Bestellungen für die Materialien der Jahresproduktion des Folgejahrs (s. Bestellobligo).
Warehousing Zweck Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung des Warenbestands werden seit 01.03.2023 Rohstoffe, Handelswaren und fertige Erzeugnisse im Rahmen des Fahrradbaus und der Montage verkauft. Zum Stichtag war ein Warenbestand im Nominalwert von TEUR 12.537 (Vj. TEUR 0) verkauft, dem unter Berücksichtigung zeitlicher Buchungsunterschiede sonstige Verbindlichkeiten i.H.v. TEUR 12.446 (Vj. TEUR 0) gegenüberstehen. Das wirtschaftliche Eigentum an den verkauften Waren verbleibt bei der AT Zweirad GmbH, die diese somit auch bilanziert.
Risiken Da es sich um ein Finanzierungsgeschäft handelt und die verkauften Waren (neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) der Besicherung der Verbindlichkeiten aus Warehousing dienen, besteht kein über ein übliches Finanzierungsgeschäft hinausgehendes zusätzliches Risiko.
Vorteile Die Liquiditätsplanung wird verbessert aufgrund der notwendigen hohen Vorfinanzierung der Bestellungen für die Materialien der Jahresproduktion des Folgejahrs (s. Bestellobligo).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den Haftungsverhältnissen bestehen in Höhe von TEUR 1.425 p.a. (Vj. TEUR 1.398 p.a.) sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen u. a. folgende Sachverhalte:

TEUR
Jährliche Zahlungsverpfl. aus Mietverträgen 936
Jährliche Zahlungsverpfl. aus KFZ- Leasingverträgen 200
Jährliche Zahlungsverpfl. aus Photovoltaikanlage 29
Jährliche Zahlungsverpfl. aus Maschinen-Leasingverträgen 260

davon an Gesellschafter: TEUR 840 p.a.

Die Gesamtverpflichtungen (rd.) ergeben sich wie folgt (Angaben in TEUR):

Restlaufzeit Gesamt
bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 30.09.2023
Mieten 936 3.743 0 4.679
Leasing 502 1.685 486 2.673
1.438 5.428 486 7.352
davon an Gesellschafter (840) (3.360) (0) (4.200)

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktüblichen Bedingungen durchgeführt.

Ausschüttungssperre

In Höhe der folgenden Beträge ergibt sich gemäß § 268 Abs. 8 HGB aus Aktivierungen eine Gewinnausschüttungssperre (§ 285 Nr. 28 HGB):

aus der Aktivierung TEUR
latenter Steuern 1
(Vj. 1)

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Zu Gesellschafter-Geschäftsführern waren im Geschäftsjahr berufen:

Herr Volker Thiemann, Dipl.-Kfm., Altenberge,

Herr Alain Thiemann, M.A. Accounting & Finance, Münster.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird unter Anwendung der Erleichterungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB i.V.m. § 285 Nr. 9a) HGB verzichtet.

Gesamtbezüge und Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung

Gesamtbezüge und Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung liegen nicht vor.

Vorschüsse und Kredite an Mitglieder der Geschäftsführung sowie Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern der Geschäftsführung

Es bestanden keine Vorschüsse oder Kredite an Mitglieder der Geschäftsführung. Zugunsten dieser Personengruppe ging die Gesellschaft keine Haftungsverhältnisse ein.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter umfasst:

2022/3 2021/22
Geschäftsführung 2 2
Leitende Mitarbeiter 8 8
Außendienstmitarbeiter 20 18
Verwaltung 67 54
Produktion/Lager 143 103
Einzelhandel 13 11
Service 16 11
Auszubildende 10 8
279 215

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren darüber hinaus 120 (Vj. 123) Leiharbeitnehmer/Werknehmer über einen durchschnittlichen Zeitraum von 8 (Vj. 8) Monaten beschäftigt.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahrs

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben. Der Ukraine Krieg und dessen wirtschaftliche Folgen werden zu Einschnitten und negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz, und Ertragslage der Gesellschaft führen. Entscheidend für die weitere positive Entwicklung wird zudem die Aufrechterhaltung der Zulieferketten, vorrangig aus Asien, sein.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/2022 berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 74 und umfasst Abschlussprüferleistungen i.H.v. TEUR 61 sowie Sonderleistungen i.H.v. TEUR 13.

 

Altenberge, im Februar 2024

Geschäftsführung

Volker Thiemann

Alain Thiemann

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die AT Zweirad GmbH (kurz AT Zweirad) hat ihren Geschäftssitz in Altenberge bei Münster. Seit dem Geschäftsjahr 2019/2020 wird die Gesellschaft von den Geschäftsführern Volker Thiemann, der diese Funktion bereits seit 1992 innehat, und Alain Thiemann geführt.

Die Fertigung und Verwaltung des Unternehmens befinden sich in Altenberge bei Münster. Sie erfolgen in den Räumen der Thiemann GmbH & Co KG Grundstücksverwaltung, Altenberge, welche diese an die AT Zweirad GmbH zu marktüblichen Preisen vermietet. Zwischen der AT Zweirad GmbH und der Thiemann GmbH & Co KG besteht Gesellschafteridentität. Im August 2022 wurde zum darüber hinaus die AT Immobilien GmbH gegründet, die ebenfalls Grundstücke und Bauten und darüber hinaus Werkswohnungen kaufen und an die AT Zweirad GmbH bzw. deren Mitarbeitende zu marktüblichen Preisen vermieten wird.

Die AT Zweirad GmbH produziert E-Bikes und Fahrräder des mittleren und höheren Preissegmentes auf hohem Qualitätsniveau. AT Zweirad steht für Vielfalt, Qualität und Innovation. Mit der Hausmarke Marke "VELO DE VILLE" konzentriert sich AT Zweirad auf den Verkauf individuell für Kunden konfigurierte und gefertigte Fahrräder und E-Bikes.

Der gewählte Fertigungsansatz des Mass Customization manifestiert sich im Begriff "Custom Made", mit dem die AT Zweirad GmbH ihren Kunden die Möglichkeit gibt, sich "sein/ihr" persönliches Traumrad zusammenzustellen.

Die Fahrräder und E-Bikes werden überwiegend in Deutschland vertrieben. In den vergangenen Jahren wurde die Internationalisierung weiter vorangetrieben. Inzwischen unterhält die AT Zweirad GmbH neben dem Vertriebsteam in Deutschland eigene Vertriebsteams in den Niederlanden, Belgien, Österreich und Frankreich. Dies sind auch die wichtigsten Absatzmärkte des Unternehmens. Darüber hinaus werden die Produkte in kleineren Stückzahlen in weiteren europäischen Ländern vertrieben. Ein gezielter Vertrieb in Spanien und Italien ist seit Januar 2022 gestartet. Eine weitere gezielte Expansion über eigene Vertriebsteams ist seit Januar 2023 in Großbritannien, Dänemark und Schweden eingeleitet worden.

Die wichtigsten Absatzkanäle sind der Facheinzelhandel, Fahrradverleihstationen und Radreiseunternehmen. Daneben gehören zum Unternehmen auch ein eigener Einzelhandel sowie gesellschafteridentische Schwestergesellschaften, die unter der Marke AT CYCLES auftreten und die als Tochtergesellschaften der AT CYCLES Holding GmbH fungieren. Hier werden Fahrräder und E-Bikes am Standort Altenberge direkt an den Endverbraucher vermarktet. Ebenfalls wird der Absatz über den Facheinzelhandel durch gezielten Onlinevertrieb über die Firmen-Website unterstützt. Die Auslieferung der online erzielten Fahrräder und E-Bikes erfolgt über das Facheinzelhandelsnetzwerk, um dieses nachhaltig in dessen Vertriebsmöglichkeiten zu stärken. Seit dem Jahr 2022 bietet AT Zweirad zusammen mit einem Dienstleistungspartner unter dem Begriff VELOMATE dem Endkunden im Bereich der Konnektivität die Nutzung einer digitalen Applikation an, mit der Fahrdaten eingesehen werden können, ein digitales Fahrradschloss aktiviert werden kann, oder im Fall eines Diebstahls die Option eines Wiederbeschaffungsservices bestehen. AT Zweirad sieht hier ein großes Potenzial in der Vernetzung des Produktes Fahrrad bzw- E-Bike und dem Kunden durch digitale Services.

Im Januar 2015 wurde die Verlagerung des gesamten Betriebes in ein neues Gebäude zur Steinkuhle 2 in Altenberge durchgeführt. Die neuen Gebäude umfassen eine Gesamtgröße von ca. 8.800 m 2 (7.300 m 2 Lager und Produktion, Verwaltung, Showroom und 1.500 m 2 Einzelhandel).

Im Zuge der Betriebsverlagerung wurde gleichzeitig in eine neue Pulverbeschichtungsanlage, zwei neue Montagebänder, eine neue Linie zur Laufradfertigung sowie in neue Lagertechnik inklusive eines neuen Lagerverwaltungssystems investiert.

Im Jahr 2020 erfolgte die Errichtung eines weiteren Gebäudeanbaus in der Größe von 5.400 m 2. Die Gebäude umfassen nun eine Gesamtgröße von 14.200 m 2. Gleichzeitig wurde in weitere Produktionsanlagen investiert, um Kapazitäten und Montageeffizienz nachhaltig zu erhöhen. Der neue Gebäudeanbau wurde mitsamt der neuen Produktionsanlage im Juli 2021 vollständig in Betrieb genommen. Innerhalb dieses Anbaus wurde im März 2022 die Pulverbeschichtungsanlage durch eine neue vollautomatisierte Pulverbeschichtungsanlage ersetzt.

Die Tätigkeiten der AT Zweirad im Feld der Forschung und Entwicklung sind insbesondere in dem aktuellen, von Innovationsdruck geprägten Markt derartig ausgerichtet, dass die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin optimiert wird. Der Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung liegt im Wesentlichen in der technologischen Weiterentwicklung von E-Bikes. Diese wird maßgeblich durch qualifiziertes Personal dynamisiert. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde der Bereich mit qualifiziertem Fachpersonal erweitert, dass die Abteilung im Durchschnitt 17 Personen (Vorjahr 12 Personen) beschäftigte. In einigen Fällen bedient sich das Unternehmen, insbesondere für Designentwicklungen, auch externer Dienstleister. Die im Zuge der Produktentwicklungen notwendigen Festigkeitstests werden ausschließlich von unabhängigen, externen Prüfungsinstituten durchgeführt. Als weitere Schwerpunkte sind die stetige Weiterentwicklung und der Kapazitätsausbau der Produktions- und Pulverbeschichtungsanlagen geplant. Hierbei liegt der Fokus auf der Automatisierung im Rahmen des Wandels hin zu einem Unternehmen, welches den Grundideen der Industrie 4.0 gerecht wird.

AT Zweirad wird dem Bereich der Forschung und Entwicklung auch in Zukunft ein besonderes Augenmerk schenken.

Zum Ende des Jahres 2022 konnte im 4. Quartal ein preis-, saison- und kalenderbereinigter Rückgang des Bruttoinlandproduktes in Deutschland im Vergleich zum 3. Quartal in Höhe von 0,4% verzeichnet werden, welcher insbesondere durch einen Rückgang bei den privaten Konsumausgaben und Investitionen begründet werden kann, die sich im Rahmen der starken Preissteigerungen und der anhaltenden Energiekriese ergaben. Jedoch zeigt sich im Vergleich mit dem Vorjahresquartal ein preis- und kalenderbereinigter Anstieg von 0,3%, der im Wesentlichen auch die leicht positive Entwicklung des BIP über das gesamte Jahr 2022 unterstreicht.

Mit dem Jahr 2023 mühte sich die deutsche Wirtschaft nach der Corona-Pandemie aus der Stagnation. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2022 zwar wieder um 1,8 % (preis- und kalenderbereinigt), konnte sich jedoch nicht auf diesem Niveau des Vorjahres (2,6%) stabilisieren Für Deutschland bzw. auch für den gesamten Euroraum wird ein sinkendes BIP von rund -0,3% bzw. ein steigendes BIP von 0,6% für 2023 prognostiziert, woraus ersichtlich wird, dass sich der Euroraum noch immer schneller von der Pandemie erholt als die deutsche Wirtschaft. Bremsend wirkt sich vor allem die Energiekrise auf die deutsche Wirtschaft aus, die auch für die Fahrradindustrie Auswirkungen haben wird, da einige Prozesse, wie beispielsweise die Pulverbeschichtung der Rahmen, energieintensiv sind.

Die schwache ökonomische Entwicklung wirkt sich erkennbar auf den Arbeitsmarkt aus. Allerdings mildert der demografische Wandel, der zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führt, diese Auswirkungen ab. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote von 5,4% im September 2022 leicht auf 5,7% im September 2023. Die Bundesagentur für Arbeit geht jedoch davon aus, dass die ukrainische Fluchtmigration das Niveau der Arbeitslosenquote um 0,4% erhöht haben dürfte. Die Arbeitskräftenachfrage ist im Zuge der schwächelnden ökonomischen Entwicklung merklich zurückgegangen. Im September 2023 waren 760.764 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 112.592 weniger als im Vorjahr. Der BA-Stellenindex (BA X) - ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland - erreichte im September 2023 115 Punkte und liegt damit 17 Punkte unten dem hohen Vorjahreswert.

Für das Jahr 2023 musste der deutsche Außenhandel Rückschläge hinnehmen, insbesondere aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten im internationalen Waren- und Dienstleistungshandel. Die Exporte sind im dritten Quartal 2023 erneut gesunken und zeigen damit bereits im vierten Quartal in Folge eine negative Entwicklung. Besonders schwach entwickelten sich die Exporte von Investitionsgütern, was teilweise durch das steigende Zinsumfeld und die abnehmende Nachfrage nach deutschen Kapitalgütern in Partnerländern verursacht wurde. Auch die Exporte in die Volksrepublik China, ein wichtiger Handelspartner Deutschlands, gingen deutlich zurück. Diese Entwicklung ist seit drei Jahren zu beobachten und steht im Kontrast zur Wirtschaftskraft beider Länder. Das Geschäftsklima bei deutschen Exporteuren sowie bei Unternehmen in den Abnehmerländern bleibt negativ. Insgesamt sanken die deutschen Ausfuhren im Jahr 2023 um 2 Prozent, und ein weiterer leichter Rückgang wird für das Jahr 2024 erwartet, bevor im Jahr 2025 eine deutlichere Erholung prognostiziert wird.

Parallel dazu verzeichneten auch die Importe einen Rückgang. Im dritten Quartal 2023 gingen die Importe insgesamt um 1,3 Prozent zurück, und es wird eine deutliche Abnahme um 3,2 Prozent für das gesamte Jahr erwartet. Insbesondere die Konsumgüterimporte waren rückläufig, was das schwache Konsumklima widerspiegelt. Erst im Jahr 2025 wird mit einem deutlichen Anstieg der Importe um 4,3 Prozent gerechnet.

Nachdem Lieferengpässe sowie knappe Rohstoffe in den Vorjahren zu Preissteigerungen geführt hatten, sind die Export- und Importpreise in 2023 rückläufig gewesen. Die Importpreise sind dabei stärker gefallen als die Exportpreise, was zu einer Verbesserung der Handelsbedingungen und einer Annäherung an das Vorkrisenniveau führte. Es wird erwartet, dass sowohl Export- als auch Importpreise im vierten Quartal 2023 wieder leicht steigen werden. Die rückläufige Entwicklung der Importpreise konnte durch die AT Zweirad ebenfalls gegen Ende 2023 beobachtet werden.

Nach Prognosen des Instituts für Weltwirtschaft (ifw) wird die Inflationsrate 2023 bei etwa 5,9% liegen, 2022 gab es noch einen Preisanstieg von 6,9%. Die Prognose für 2024 ergibt laut ifW eine Reduzierung der Inflationsrate um 2,3%. Es zeigt sich folglich ein Rückgang der Inflation im Vergleich zum Vorjahr und in dem prognostizierten Folgejahr, was auf eine Gesundung des Marktes hindeutet.

Für das Jahr 2024 wird mit einer gesamtwirtschaftlichen leicht steigenden Wirtschaftsleistung in Deutschland gerechnet, die bei +0,9% prognostiziert wird. Dies wird vor allem der prognostizierten Steigung der Kaufkraft der Haushalte zugrunde liegen, welche zu einer Belebung der Konsumwirtschaft und einem Anstieg der Exporte führen wird. Für die Fahrradindustrie könnte sich dies positiv widerspiegeln. Höhere verfügbare Einkommen können die Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes ankurbeln, insbesondere wenn die Konsumenten nach gesunden und umweltfreundlichen Transportalternativen suchen.

Der deutsche Fahrradmarkt ist einer der wichtigsten Absatzmärkte weltweit. Unter den EU-27-Staaten, inklusive des Vereinigten Königreichs (ehemals EU-28-Staaten), deren Marktgröße insgesamt etwa 20 Mio. Fahrräder und E-Bikes im Jahr 2022 (Vorjahr: 22 Mio. Stück) beträgt, ist Deutschland mit Inlandverkäufen von etwa 4,59 Mio. Fahrrädern und E-Bikes (Vorjahr: 4,70 Mio. Stück) der wichtigste Absatzmarkt. Bei der Entwicklung der E- Mobilität konnte eine anhaltende positive Entwicklung beobachtet werden. Der Absatz von E-Bikes stieg in 2022 in Europa um 8,6% auf ca. 5.490 Tsd. Stück (Vorjahr 5.057 Tsd.). In Deutschland wurden 2022 durch ein Wachstum von 10% etwa 2,20 Mio. E-Bikes (Vorjahr 2,00 Mio.) verkauft. Wir gehen von einem weiterwachsenden E-Bike Markt aus. Langfristig betrachtet ist der Absatz in Deutschland, wie auch in den anderen europäischen Ländern, stabil, mit einer weiterhin in allen Ländern steigenden Tendenz zum E-Bike.

Durch die anhaltende allgemeine Entwicklung der Fahrradmobilität, attraktiver Angebote wie Dienstfahrrad- Leasing, gestiegener Durchschnittspreise, sowie der weiter gestiegenen Beliebtheit, konnte der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes im Jahr 2022 auf rund 7,36 Mrd. EUR (Vorjahr 6,56 Mrd. EUR) gesteigert werden, was, trotz des Rückgangs der verkauften Mengen, einem Umsatzanstieg von 12% zum Vorjahr entspricht. Hierfür im Wesentlichen verantwortlich ist der Anstieg verkaufter E-Bikes um 10% auf 2,20 Mio. Stück sowie der wachsende Anteil weiterer hochwertiger Produkte, wie bspw. Cargobikes im Jahr 2022.

Der aktuelle E-Bike-Bestand in Deutschland liegt bei 9,8 Mio. Stück (Vorjahr 8,5 Mio. Stück). Mittelfristig rechnet AT Zweirad bei E-Bikes mit einem Absatzanteil von 35% an der gesamten Stückzahl, was bei einer Annahme von rund 4 Mio. verkauften Fahrrädern und E-Bikes im Jahr, etwa 1,4 Mio. E-Bikes in Deutschland pro Jahr bedeuten würde.

Mit einem Fahrradbestand von ca. 73,0 Mio. Stück (Vorjahr 72,5 Mio. Stück) ist der Markt gesättigt. Der Fahrradabsatz wird daher im Wesentlichem vom Ersatzbedarf getragen. Der E-Bike-Bestand in Deutschland ist im Jahr 2022 auf 9,8 Mio. Stück (Vorjahr 8,5 Mio. Stück) weiter angestiegen.

Für das erste Halbjahr 2023 lassen sich einige wesentliche Änderungen im Vergleich zum Vorjahr feststellen. Trotz Herausforderungen wie dem anhaltenden Krieg in Europa, Inflation und schlechtem Wetter, blieben die Auswirkungen auf den Markt für Fahrräder und E-Bikes in Deutschland in Grenzen. Die Produktion von E-Bikes stieg laut ZIV um etwa 5% auf 1.050.000 Einheiten, während die Fahrradproduktion um 10-15% auf 450.000 Einheiten zurückging. Es gab einen Anstieg im Export, insbesondere bei E-Bikes, mit einem Zuwachs von 56% auf 190.000 Stück. Der Import stieg im ersten Quartal um 5,6%. Insgesamt wurden bis Mai 2023 etwa 850.000 E- Bikes und 830.000 Fahrräder verkauft, was einem Rückgang von 12% bei E-Bikes und 20% bei Fahrrädern gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die gestiegenen Produktionszahlen in Verbindung mit den Rückgängen im Absatz offenbaren eine Entwicklung steigender Lagerbestände bei den Fahrradherstellern und im Handel. Auch zeigt sich, dass einige Hersteller noch Produktionsrückstände, die durch die erschwerten Lieferbedingungen in den Corona-Jahren aufgebaut wurden, an den Handel ausliefert, was die dortige Lagersituation noch einmal verschärft. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Qualität und Innovation 'Made in Germany', insbesondere im E-Bike-Markt, ein wichtiger Treiber für den Markt.

Die Historie zeigt, dass der Fahrradabsatz über alle Vertriebswege in der Bundesrepublik in den letzten Jahren relativ stabil um 4 Mio. Stück pendelt. Das E-Bike wird auch in den Absatzzahlen immer relevanter. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 4,6 Mio. (Vorjahr 4,7 Mio.) Fahrräder und E-Bikes abgesetzt, was einem Rückgang von rund 2% zum Vorjahr entspricht. Hiervon wurden 2,2 Mio. (Vorjahr 2,0 Mio.) E-Bikes abgesetzt, was einem Wachstum von 10% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In den vergangenen Jahren hat sich der Fachhandel gegenüber fachfremden Vertriebswegen weiterhin etablieren und sogar seine Relevanz im Jahr 2022 weiter festigen können. Es werden etwa 73% (Vorjahr 73%) der Fahrräder, gemessen an der Stückzahl, über den Fachhandel vertrieben. Der Anteil des direkten Onlinevertriebs repräsentiert 24% (Vorjahr 23%) der genutzten Vertriebswege und ist weiterhin der zweitrelevanteste Vertriebsweg. Durch neue Digitalisierungsmöglichkeiten wird der Onlinevertrieb für die Zukunft ein Vertriebsweg mit viel Potenzial sein. Zudem zeigt der hohe Anteil des Fachhandels, dass die Endkunden Wert auf Service und Qualität in der persönlichen Beratung legen.

Die Wettbewerbsstruktur auf dem Fahrradmarkt in Deutschland ist anbieterseitig überwiegend mittelständisch geprägt.

Die wesentlichen Akteure sind:

Der montierende Großhandel, bei welchem die Fahrradfertigung nur einen Teil des Umsatzes trägt. In dieser Gruppe werden überwiegend kleine Stückzahlen von bis zu 10.000 Stück gefertigt. In der Tendenz ist die Bedeutung dieser Hersteller abnehmend.

Hersteller, welche ihre Fahrräder ausschließlich oder überwiegend über den Großhandel vertreiben.

Hersteller und Importeure mit direktem Vertrieb an den Facheinzelhandel. Es sind fast ausschließlich sogenannte Markenhersteller mit sehr unterschiedlicher Größe tätig. Sie reicht von kleinen Herstellern, vorwiegend aus dem höherwertigen Segment mit einigen tausend Fahrrädern, bis zu größeren Unternehmensgruppen mit einigen 100-tausend Fahrrädern.

In Deutschland konnte in den vergangenen Jahren eine verstärkte Konsolidierung durch den Kauf von Marken und Produktionsstätten verzeichnet werden. Die Entwicklung zeigt, dass die Zahl eigenständiger und mittelständisch geprägter Fahrradhersteller weiter abnehmen dürfte. Auch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, verbunden mit dem derzeitig vorherrschenden Überangebot am Fahrradmarkt, könnten diesen Trend weiter verstärken.

Das Marktvolumen für die AT Zweirad GmbH im relevanten Segment "City-und Trekkingräder" mit einem Verkaufspreis von über 600 EUR schätzen wir auf ca. 650.000 bis 750.000 Stück pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland. Hieraus errechnet sich ein Marktanteil von ca. 3-4%.

2. Wirtschaftsbericht

Allgemeiner Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr wurden die bestehenden Absatzgebiete in Deutschland und im EU-Ausland planmäßig weiter ausgebaut. Der Gesamtumsatz konnte im Geschäftsjahr um 19,3% auf 140,0 Mio. EUR (Vorjahr 117,4 Mio. EUR) gesteigert werden.

Die Stückzahl der verkauften Fahrräder und E-Bikes stieg leicht um 1,6% auf 72.929 Stück (Vorjahr 71.769 Stück).

Der überproportionale Anstieg des Umsatzes in Relation zu den Stückzahlen lässt sich einerseits durch die gestiegenen, durchschnittlichen Verkaufspreise im Fahrrad und E-Bike-Segment erklären, andererseits jedoch im Wesentlichen auch durch den größeren Anteil abgesetzter E-Bikes im Vergleich zum Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren, mit Hinblick auf die angebotenen Fahrradtypen, 82,7% der verkauften Räder E-Bikes (Vorjahr 78,0%). Ebenfalls konnte im vergangenen Geschäftsjahr ein gestiegenes Qualitätsbewusstsein seitens der Kunden wahrgenommen werden. Ein E-Bike-bedingter höherer Innovationsgrad, die hohe Attraktivität der Fahrzeuge sowie die Zunahme der Bedeutung von Fahrrad und E-Bike in der Alltagsmobilität sind in diesem Kontext erwähnenswert, insbesondere vor dem Hintergrund des politischen und gesellschaftlichen Diskurses zum Klimawandel.

Grundsätzlich ist der Umsatz mit Bezug auf den Kundenstamm breit gestreut, es liegen keine Abhängigkeiten von Großkunden vor. Ebenfalls konnte der Kundenstamm weiterhin etwas ausgebaut werden und vor allem außerhalb Deutschlands Neukunden gewonnen werden, die jedoch noch keine Nennenswerten Absatzsteigerungen zur Folge hatten. Damit konnte AT Zweirad dem Ziel der innereuropäischen Erweiterung des Kundenstammes zwar Rechnung tragen, jedoch spiegelt sich dies noch nicht in der Umsatzverteilung wieder. AT Zweirad erwartet einen mengenmäßigen Effekt dieser Bemühungen in den nächsten 2-3 Geschäftsjahren.

Trotz des starken Wachstums und der Expansion insbesondere im europäischen Ausland, kann die AT Zweirad auf einen soliden und loyalen Stamm von Mitarbeitenden zurückgreifen. Durch das analog zum Umsatz verlaufende Wachstum im Personalbestand in den vergangenen drei Jahren ergaben sich Auswirkungen auf die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit, die aktuell bei 4-5 Jahren liegt. Die hohe Loyalität der Mitarbeitenden bestätigt sich auch durch eine äußerst geringe Fluktuationsquote. Die AT Zweirad, die Vielfalt als eine ihrer Grundwerte definiert, beschäftigt im Geschäftsjahr 37 (Vorjahr 36) verschiedene Nationalitäten.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse konnten erneut sehr deutlich gesteigert werden. Sie erhöhten sich um ca. 22,7 Mio. EUR (+19,3%). Dabei stieg der Umsatzanteil des Heimatmarktes Deutschland, entgegen der Erwartungen, auf 76,1% (Vorjahr 68,4%). In vielen Ländern konnte der Umsatz erhöht werden, aber diese Erfolge wurden von Umsatzeinbußen in Frankreich, Schweiz und Italien überwogen. Hierdurch fielen die Exportumsätze von 37,1 Mio. EUR auf 33,5 Mio. EUR. Der Anteil der Exporte ging auf 23,9% (Vorjahr 31,6%) zurück. Die wichtigsten Exportländer sind nach wie vor Frankreich, die Niederlande und Belgien. Der sich aus den gesellschafteridentischen Schwestergesellschaften AT CYCLES ergebende Anteil am Umsatz betrug 5,3% (Vorjahr 5,0%).

Die Gesamtleistung ist ebenfalls deutlich gestiegen, der Bestand an Fertigrädern erhöhte sich dabei um 622 TEUR.

Die Materialaufwandquote ist mit 69,0% (Vorjahr 70,2%) der Gesamtleistung leicht gesunken, was im Wesentlichen in der Weitergabe der Preiserhöhungen der Vorlieferanten an die Kunden mit dem neuen Modelljahr, und andererseits in leicht verbesserten Einkaufskonditionen sowie Bezugsnebenkosten begründet liegt. Darüber hinaus konnten die Lieferantenboni erhöht werden. Für das kommende Geschäftsjahr gehen wir von leicht sinkenden Materialaufwandsquote aus. Mittelfristiges Ziel bleibt weiterhin eine Materialaufwandquote von 65% nicht zu überschreiten und dementsprechend die aktuelle Materialaufwandsquote zu senken.

Die Summe aus Material/Personalaufwandsquote wurde um 0,7% Punkte leicht gemindert und betrug im Geschäftsjahr 82,3% (Vorjahr 83,0%). Damit konnte die angestrebte Quote von 80% in diesem Geschäftsjahr aufgrund höherer Personalkosten nicht erreicht werden.

Die Abschreibungen erhöhten sich um 622 TEUR. Die Quote erhöhte sich aufgrund von höheren Investitionen in das Sach- und Anlagevermögen leicht auf 1,2% (Vorjahr 0,9%) der Gesamtleistung.

Der Anteil der Summe der sonstigen Aufwendungen lag hingegen bei 7,3% und somit 0,1% Punkte unter dem Vorjahr.

Insgesamt konnte ein EBIT von 12.916 TEUR (Vorjahr 10.201 TEUR) bzw. 9,2% erzielt, ein EBT von 11.604 TEUR (Vorjahr 9.841 TEUR) bzw. 8,3% und ein Ergebnis nach Steuern von 8.028 (Vorjahr 6.834 TEUR) bzw. 5,8% erzielt werden. Somit konnte die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre wieder nicht beibehalten werden. Daher blieben die Rentabilitätsquoten stabil wie im Vorjahr. Der höhere Materialaufwand, der gestiegene Personalaufwand und die höheren Zinsen sind hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Umsatzrentabilität weiterhin gering ist. Die restlichen Aufwendungen waren ähnlich wie im Vorjahr und in Relation zum Umsatz fast unverändert.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist im Berichtsjahr um 7.106 TEUR auf 50.922 TEUR bzw. um 16,2% gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf zwei Effekte zurückzuführen. Einerseits durch gestiegene liquide Mittel um 3.345,6% auf nun 4.113 TEUR (Vorjahr 119 TEUR), die zum großen Teil durch den Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie durch eine Umfinanzierung auf sogenannte Warehousing-Finanzierung erklärt werden kann, die im März durchgeführt worden ist, und sowohl bestehende Kreditlinien abgelöst als auch zusätzliche liquide Mittel freigesetzt hat. Andererseits durch nochmals gestiegene Vorräte um 22,7% auf nun 34.670 TEUR, aufgrund von deutlich höheren Herausforderungen am Nachfragemarkt und einer schwächeren Nachfrage im 1. Halbjahr 2023. Dadurch konnten viele Aufträge nicht wie geplant ausgeführt werden und mussten teilweise storniert oder in das Jahr 2024 verschoben werden, da der Fachhandel mit hohen Lagerbeständen zu kämpfen hat. Dieser ist im Wesentlichen in den Nachlieferungen der Fahrradhersteller in den Handel aus den Zeiten von Lieferengpässen sowie höheren Vorordern des Fachhandels begründet und belastete den Markt und auch die Vorratsentwicklung der AT Zweirad zunehmend.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich zum 30.09.2023 deutlich von 9.024 TEUR auf 5.581 TEUR. Bereinigt um den Sondereffekt des letzten Jahres, welcher sich aus dem Wechsel des Factoring Partners zum 30.09.2022 ergab und welcher den Forderungsbestand um rund 3.045 TEUR anwachsen ließ, war der Forderungsbestand um 398 TEUR geringer als im Vorjahr, welches eine erwartbare stichtagsbedingte Veränderung widerspiegelt.

Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 8.028 TEUR auf 31.652 TEUR. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 62,2% (Vorjahr 53,9%). Unter Berücksichtigung der Gesellschafterdarlehn in Höhe von 1.313 TEUR liegt die wirtschaftliche Eigenkapitalquote bei 64,8% (Vorjahr 54,5%).

Ausschüttungen an die Gesellschafter wurden in diesem Geschäftsjahr nicht vorgenommen

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken, insbesondere aufgrund der Umfinanzierung der Vorräte hin zu einer Warehousing-Finanzierung, um 5.578 TEUR auf nunmehr 1.116 TEUR, da alle bestehenden Kreditlinien, außer einer verbleibenden, abgelöst wurden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung konnten trotz deutlicher Erhöhung der Vorräte deutlich um 89,4% auf 976 TEUR reduziert werden.

Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Großteil, begründet durch die Refinanzierung durch einen im Frühjahr 2023 geschlossenen Warehousing-Vertrag, korrespondierend zu den Minderungen der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung, um 11.553 TEUR bzw. 566,0% auf nun 13.594 TEUR. Der Warehousing-Vertrag wurde mit dem Ziel einer flexiblen Wachstumsfinanzierung der Vorräte abgeschlossen und hat über die Finanzierung der Vorräte hinaus noch diverse Kontokorrentlinien abgelöst, mit denen die Beschaffung der Vorräte in der Vergangenheit teils finanziert wurden.

Finanzlage

Die Finanzlage des Unternehmens ist mit einer Eigenkapitalquote von 62,2% und einer wirtschaftlichen Eigenkapitalquote von 64,8% (incl. Gesellschafterdarlehn) weiterhin sehr solide.

Die Finanzierung des in den Monaten November bis April erhöhten Kapitalbedarfs des Umlaufvermögens kann im Geschäftsjahr nicht ausschließlich über die liquiden Mittel bestritten werden. Aufgrund der anwachsenden Herausforderungen im Beschaffungs- und Abnehmermarkt hat sich AT Zweirad dazu entschlossen im Frühjahr 2023 eine Umfinanzierung der Verbindlichkeiten in eine sogenannte Warehousing-Finanzierung vorzunehmen und damit verbunden wesentliche Kontokorrentlinien bei den Hausbanken abzulösen. Die zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditlinien bei den Hausbanken betrugen 2.500 TEUR (Vorjahr 4.000 TEUR). Darüber hinaus ergibt sich aus der Warehousing-Finanzierung ein ausschöpfbares Finanzierungsvolumen von 20.000 TEUR, welches zum Bilanzstichtag mit 12.446 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) ausgelastet ist.

Nachtragsbericht

Es gibt über keine Ereignisse, welche sich nach dem Bilanzstichtag ereignet haben, zu berichten.

Prognose-, Chancen - und Risikobericht

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum und in Deutschland hat sich im Jahr 2023 im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. Nach einem Anstieg des BIP um 5,2% im Jahr 2021 und einem weiteren Wachstum von 3,0% im Jahr 2022, zeigte das Jahr 2023 eine geringere Wachstumsdynamik. Für 2023 ist eine preisbereinigte Veränderung des BIP von 0,6% zu verzeichnen. Dies spiegelt sich in einer Abnahme der Konsumausgaben und einer Verlangsamung der inländischen Verwendung wider.

Trotz der verlangsamten Wirtschaftsleistung im Jahr 2023, prognostiziert das Institut für Weltwirtschaft (ifW) für das Jahr 2024 eine Wiederbelebung der Wirtschaft mit einer positiven Veränderung des BIP von 1,4%. Für das Jahr 2025 wird eine weitere leichte Erholung mit einer Zunahme des BIP um 1,7% erwartet.

Die Verbraucherpreisinflation in Deutschland war 2023 aufgrund der Entwicklung der Energiepreise ein bedeutendes Thema. Nach einem Anstieg um 8,4% im Jahr 2022, lag die Verbraucherpreisinflationsrate im Euroraum 2023 bei 5,6% und konnte sich entsprechend etwas abschwächen. Es wird erwartet, dass sich die Inflation in den kommenden Jahren weiter normalisieren wird, mit einer Prognose von 2,6% für 2024 und 2,2% für 2025.

Diese Daten zeigen, dass die Wirtschaft im Euroraum und in Deutschland weiterhin von Unsicherheiten und Herausforderungen beeinflusst wird. Dazu gehören unter anderem die anhaltenden Auswirkungen der Corona- Pandemie, geopolitische Spannungen und wirtschaftspolitische Entscheidungen. Trotz dieser Herausforderungen sind die mittel- und langfristigen Aussichten positiv, und es wird erwartet, dass sich die Wirtschaft weiter erholen und stabilisieren wird.

Branchenausblick

Der Fahrrad- und E-Bike-Markt in Europa ist seit Jahrzenten stabil und schwankt seit vielen Jahren um 20 Mio. verkaufte Einheiten. Insgesamt gehen wir langfristig in unseren Hauptabsatzländern Deutschland, Frankreich, Niederlanden, Belgien und Österreich von stabilen bis leicht steigenden Gesamtstückzahlen im Bereich Fahrrad/E-Bike aus. Dieselbe Annahme treffen wir für die neuen Märkte Spanien, Italien und die im Geschäftsjahr 2022/2023 erschlossenen Märkte Großbritannien und Skandinavien.

Auf diesen Märkten erwarten wir aufgrund der gesteigerten Nachfrage am E-Bike gute Stückzahlen zum Start, insbesondere in Großbritannien, der mengenmäßig der zweitgrößte Markt in Europa ist. Wir gehen für Europa von einem weiteren signifikant steigenden Anteil der E-Bikes aus und halten mittelfristig eine Stückzahl von jährlich 8-10 Mio. Stück für realistisch. Die weiterhin gestiegenen Verbraucherpreise im Euroraum werden sich unseres Erachtens auf die Preise innerhalb der Branche auswirken. Dennoch beobachten wir gegen Ende des 3. Quartals 2023 Preisminderungen bei unseren Zulieferern, aufgrund der aktuell sehr guten Material- und Lagerverfügbarkeit von Fahrrad- und E-Bike-Komponenten. Die vollen Läger bei sowohl Komponentenzulieferern als auch bei Herstellern und dem Fahrradeinzelhandel werden aus Sicht der AT Zweirad temporär zu deutlich sinkenden Preisen am Abgabemarkt führen, da die Marktteilnehmer ihre Lagerbestände versuchen werden zu normalisieren. Verbunden mit einer kurzfristig anhaltenden allgemeinen Kaufzurückhaltung, anhaltender Inflation geht AT Zweirad, je nach Einfluss der Wetterbedingungen, von einem Absatz- und insbesondere Produktionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr für die Branche aus, da der Fokus der Marktteilnehmer auf dem Abbau der Lagerbestände liegt.

Durch eine weitere Verschiebung zugunsten des E-Bikes sowie erwartete Preissteigerungen dürfte der Gesamtumsatz der Branche dennoch langfristig weiter steigen. Während in Deutschland, den Niederlanden und in Österreich nur noch marginale Steigerungen des E-Bike-Anteils erwartet werden, rechnen wir in Frankreich und Belgien mit einem weiteren, wenn auch nicht ganz so dynamischen Anstieg wie 2022/23. Als erfreulichen Ausblick sieht die AT Zweirad eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Anteil der verkauften E-Bikes in Deutschland in 2024 erstmals größer als der Anteil an Fahrrädern sein wird. In Großbritannien, Spanien und Italien sehen wir starkes Potential zu einer weiteren, deutlichen Steigerung des E-Bike-Anteils, da sich die Entwicklung des E-Bikes in diesen Märkten noch in den Anfängen befindet.

Für die Entwicklung im Geschäftsjahr 2023/2024 geht die AT Zweirad aufgrund der noch bis mindestens dem 1. Halbjahr anhaltenden Herausforderungen der allgemeinen Kaufzurückhaltung in Zusammenhang mit den großen Lagerbeständen von einer temporären Eintrübung des Marktes aus, die sich jedoch in den Folgejahren wieder erholen wird. Vielmehr sieht die AT Zweirad diese Entwicklung als Notwendigkeit zur Normalisierung zu den Pre- Covid-Jahren. Eine Quantifizierung dieser Entwicklung ist jedoch aufgrund der sehr hohen Komplexität und Abhängigkeit vieler Parameter, wie der jeweiligen Kapazitätsauslastungen, Lagerbestände sowie dem Wettbewerbsumfeld nicht möglich.

Investitionen

Die AT Zweirad GmbH hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich in den Ausbau der Produktions- und Vertriebsaktivitäten investiert. Die Verlagerung an den neuen Standort zur Steinkuhle 2 ist im Jahr 2015 erfolgreich vollzogen worden. Im Frühjahr 2021 konnte die Finalisierung des Baus einer weiteren Produktionshalle bzw. eines Anbaus in der Größe von weiteren 5.400 m 2 erfolgen. Gleichzeitig wurde in weitere Produktionsanlagen investiert, um Kapazitäten und Montageeffizienz nachhaltig zu erhöhen. Im Jahr 2020 erfolgte die Errichtung dieses Gebäudeanbaus. Die Gebäude umfassen nun eine Gesamtgröße von 14.200 m 2 Der neue Gebäudeanbau konnte im Juli 2021 vollständig in Betrieb genommen werden. Hiermit soll das weitere Wachstum auch hinsichtlich der Produktionskapazitäten abgesichert werden. Zusätzlich wird weiterhin in neue Produktionsanlagen sowie produktionsnahe Anlagen, wie bspw. eine neue Pulverbeschichtungsanlagen, investiert, um weiterhin dem Modell der Mass Customization Rechnung tragen zu können. Dieses Vorhaben wurde mit Bau einer neuen, vollautomatisierten Pulverbeschichtungsanlage, welche im Frühjahr 2022 in Betrieb genommen wurde, weiter umgesetzt.

Darüber hinaus sollen die Digitalisierung der Geschäftsprozesse weiter vorangetrieben und die IT-Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Hierzu gehören ebenfalls Investitionen in Automatisierungsprojekte im Rahmen der neuen Produktionsanlagen und des Vertriebs. Grundsätzlich setzen wir uns zum Ziel, uns noch stärker als bisher der Digitalisierung sowie der Innovation zu widmen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu festigen und uns entscheidende Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Ausblick

Wir rechnen im kommenden Geschäftsjahr aufgrund der herausfordernden Marktlage mit einem Rückgang des Jahresumsatzes. Wir gehen dabei von einer Reduzierung zwischen 15% und 25% aus.

Chancen- und Risikobericht

Wir schätzen die Chancenlandschaft für AT Zweirad im Geschäftsjahr und darüber hinaus im Wesentlichen unverändert ein. Die Marktstellung der Marke VELO DE VILLE festigt sich zunehmend auf dem europäischen Markt und ist mit Eintritt in den Markt in Großbritannien in den wichtigen europäischen Ländern vertreten. VELO DE VILLE ist eher im höherpreisigen Segment tätig, welches deutlich unabhängiger von Konjunkturschwankungen ist, als der Massenmarkt für Fahrräder und E-Bikes. Die fortlaufende Weiterentwicklung der digitalen und analogen Services, insbesondere des Konfigurators gepaart mit dem anhaltenden Trend zur Individualisierung ist für eine weitere Manifestierung der Marke am Markt ebenfalls unterstützend.

Mit Hinblick auf interne Prozesse verfügt die AT Zweirad GmbH über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem. Es sind geeignete Strukturen und Prozesse definiert und umgesetzt, die eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Vorgänge gewährleisten.

Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Anweisungen zur Rechnungslegung sicher. Gesetzesänderungen und geänderte Rechnungslegungsstandards werden fortlaufend hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung geprüft und sich daraus ergebende Änderungen in die bestehenden Systeme integriert.

Die wesentlichen Risiken werden durch Abschluss entsprechender Versicherungen oder Sicherungsgeschäfte gedeckt.

Strategisches Risiko

AT Zweirad vertreibt über verschiedene Vertriebskanäle national und international. Daraus resultieren bei wachsender Internationalisierung Risiken aus der Erschließung neuer Märkte, die wesentliche Risiken für die Vermögens -, Finanz- und Ertragslage bedeuten können. Auch ergeben sich Risiken aus der Expansion in neue Absatzmärkte, die grundsätzlich kostenintensiv sind und dazu führen kann, dass aufgrund von internen und externen Einflussfaktoren diese Investitionen nicht wertschaffend sind. Dies kann negative Auswirkungen auf die Vermögens -, Finanz- und Ertragslage haben.

Auch können sich im Rahmen des primären Vertriebs über den Facheinzelhandel strategische Risiken durch Einschränkungen des Einzelhandels im Rahmen des Ukraine-Krieges ergeben. Diesem Risiko begegnet die Gesellschaft durch neue Entwicklung neuer Vertriebskanäle, wie dem Onlinehandel, der einerseits neue, digital affine, Kunden akquiriert und andererseits den Facheinzelhandel im Falle von behördlichen Schließungen unterstützen kann.

Ebenfalls befindet sich AT Zweirad in einem kompetitiven Umfeld und einem daraus resultierenden Preis- und Qualitätsdruck. Hinzu kommt der stetig wachsende Innovationsdruck im Rahmen des E-Bikes und dem damit verbundenen Einfluss auf die Forschung und Entwicklung. Diesem begegnet die AT Zweirad mit einer personell gut aufgestellten Entwicklungsabteilung.

Ausfallrisiko

Zur Deckung des Risikos eines Forderungsausfalls wurde eine entsprechende Warenkreditversicherung abgeschlossen. Nicht versicherbare Kunden werden nicht oder nur gegen Vorkasse beliefert. Bei versicherten langjährigen Kunden erfolgt in Einzelfällen auch eine begrenzte Belieferung über das gewährte Kreditlimit hinaus. Aus diesen Geschäften und aus dem Selbstbehalt für Kunden, die nicht an die Factoring Gesellschaft verkauft wurden, ergeben sich Risiken in Höhe von unter 2% des Umsatzes.

Marktpreisrisiken

Wechselkursrisiko

Die AT Zweirad GmbH ist Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt und Wechselkursrisiken ausgesetzt. Währungsrisiken resultieren vor allem aus der Warenbeschaffung in Asien. Diese werden überwiegend in USD und JPY fakturiert.

Die Wechselkursrisiken werden zum Beginn eines jeden Geschäftsjahres auf Grundlage der Einkaufsplanungen für das Geschäftsjahr mit Hilfe von Devisentermingeschäften im Wesentlichen abgesichert. Einkaufsplanung und ein möglicher Bedarf an zusätzlichen Wechselkurssicherungen werden monatlich überprüft. Gegebenenfalls erfolgt eine Anpassung der Verkaufspreise.

Zinsrisiko

Die Zinsrisiken für die AT Zweirad GmbH resultieren im Wesentlichen aus der Marktpreisänderung der Finanzierungszinsen. Mit der Einführung der Warehousing-Finanzierung, die einige bestehende Kontokorrentlinien ersetzt hat, hat sich die Zinsrisikostruktur der AT Zweirad GmbH verändert. Diese neue Finanzierungsform umfasst teilweise variable Zinsen, was zu einer gewissen Flexibilität im Vergleich zu den ausschließlich festgeschriebenen Zinssätzen der früheren langfristigen Verbindlichkeiten führt. Diese Anpassung spiegelt die aktuellen Markttrends und den Bedarf an flexibleren Finanzierungslösungen wider. Es besteht ein gewisses Risiko durch Zinssatzschwankungen, insbesondere im Kontext kurz- und mittelfristiger Zinsänderungen, die mit der Warehousing-Finanzierung verbunden sind. Darüber hinaus resultieren weitere Risiken ausschließlich aus der Änderung der kurzfristigen Zinsen für Geldmarkt-, Kontokorrentkredite und der Finanzierung durch das Factoring. Diese Risiken werden jedoch durch die kontinuierliche Marktbeobachtung und das aktive Zinsmanagement der Gesellschaft gemildert. Die AT Zweirad GmbH nutzt dabei ihre Expertise, um sowohl von günstigen Zinsbedingungen zu profitieren als auch das Risiko von unvorhergesehenen Zinserhöhungen zu begrenzen.

Länderrisiko

Die AT Zweirad GmbH liefert ausschließlich in politisch stabile Länder des EU-Auslandes. Ein nennenswertes Länderrisiko ergibt sich daher nicht. Die Belieferung in außereuropäische Länder erfolgt ausschließlich gegen Vorkasse. Ein bis dahin unerwartetes und in Zukunft zu berücksichtigendes Länderrisiko konnte AT Zweirad seit Beginn der Corona-Pandemie feststellen. Die Maßnahmen verschiedener Staaten können im Rahmen der Lieferkette einerseits bei der Beschaffung bzw. des Imports zu Verzögerungen führen. Andererseits bei Abnehmern zu Herausforderungen in der Absatzlogistik bzw. des Exports aufgrund behördlich geschlossener Unternehmen führen. Wir begegnen diesem Risiko durch ein umfangreiches Monitoring unserer Lieferanten, einer umfangreichen und stetigen Kommunikation mit diesen sowie durch langfristig und strategisch ausgerichtete Einkaufsprozesse und Konditionsvereinbarungen. Mit Februar 2022 ergab sich mit Hinblick auf das Länderrisiko mit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine Besonderheit, welche jedoch für die Firma AT Zweirad bisher zu keinen wesentlichen Auswirkungen geführt hat. Die AT Zweirad hat weder direkte Lieferanten aus der Ukraine, noch Lieferanten, die Teile ihrer Produktion in der Ukraine haben oder Teile aus der Ukraine beziehen. Die Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und geopolitische Lage wird die AT Zweirad weiterhin monitoren.

Lieferrisiko

Einzelne Lieferanten von Komponenten haben eine hohe Marktmacht und sind nicht einfach austauschbar. Diese könnten versuchen, für AT Zweirad negative Vertragsbedingungen durchzusetzen. Des Weiteren können sich ein Ausfall oder eine Verzögerung von Lieferungen nachteilig auswirken. Dieses Risiko ist durch den Ukraine-Krieg sowie weiteren geopolitischen Risiken und den damit verbundenen Druck auf die Lieferkette weiter angestiegen und wird bei AT Zweirad dementsprechend mit Maßnahmen belegt. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte in dieser Hinsicht eine Normalisierung festgestellt werden. Diesem Risiko begegnet die AT Zweirad GmbH durch längerfristige Konditionsvereinbarungen und Zwei-Lieferanten-Strategien. Alle wesentlichen Komponenten werden zum Beginn des Geschäftsjahres auf Basis unserer Einkaufsplanungen in feste Bestellungen für das bevorstehende Geschäftsjahr umgesetzt. Verzögerten Lieferungen, insbesondere aus Fernost, wird durch eine weitere Flexibilisierung der Fertigung Rechnung getragen. Lieferkettenunterbrechnungen, die geopolitische Konflikte zum Hintergrund haben, können ebenfalls bspw. Schließungen von Zuliefererfabriken, Seewegen oder Schließungen von logistischen Umschlagplätzen nach sich ziehen und stellen ein Risiko für die Gesellschaft dar.

Betriebliche Risiken

IT-Risiko

Die IT ist von zentraler Bedeutung bei der Gewährleistung der Prozesse in der gesamten Organisation. Wesentliche Störungen oder längerfristige Unterbrechungen oder der Verlust von Daten können negative Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Zur Sicherstellung des störungsfreien Betriebes der IT werden laufend umfangreiche Investitionen in die IT- Infrastruktur getätigt. Alle Systeme sind redundant ausgelegt. Zum Schutz vor Hackerangriffen ist eine Firewall eingerichtet, welche von externen Spezialisten administriert wird. Zudem begegnet die Gesellschaft dem Risiko durch interne Schulungsprogramme im Rahmen der Cyberkriminalität, um eine betriebsinterne Sensibilisierung für die Gefahren bspw. von social engineering zu schaffen.

Personalrisiko

Durch das Wachstum der letzten Jahre steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Die aktuelle Arbeitsmarktsituation mit einem Mangel an Fachpersonal, insbesondere im handwerklichen Bereich, und dem verstärkten Wettbewerb um neue Fachkräfte birgt für AT Zweirad Risiken durch die Nichtbesetzung offener Stellen sowie den Verlust und Abwerbung von qualifiziertem Personal. AT Zweirad begegnet diesen Risiken zum einen durch Fokus auf die Gesundheit der Belegschaft, bspw. im Rahmen eines Lärmschutzprogramms innerhalb der Produktion, mit Angeboten zu Sport und flexiblen Arbeitsmodellen sowie Homeoffice. Weiterbildung erfolgt auf fachlicher Ebene ebenso wie zu den Themen Sozialkompetenz und Nachhaltigkeit. Des Weiteren bildet AT Zweirad Auszubildende in den verschiedenen Fachbereichen aus und setzt auf Kooperationen mit Hochschulen, wie beispielsweise der Fachhochschule Münster. Ein Controlling des Personalrisikos erfolgt durch die jährlich durchgeführten Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit, in denen gezielt statistische Erkenntnisse zu Parametern gesammelt werden, die die Personalfluktuation beeinflussen.

Rohstoffrisiko

Rohstoffpreisrisiken bestehen für die AT Zweirad GmbH nur mittelbar über steigende Einkaufpreise der Vorlieferanten. Die wesentlichen Rohstoffe sind hier Aluminium, Stahl und Kautschuk. Da diese Rohstoffpreisänderungen nur verzögert von unseren Vorlieferanten an uns weitergegeben werden können, da in der Regel Preisvereinbarungen für das gesamte Geschäftsjahr getroffen werden, ist das Risiko grundsätzlich als gering einzustufen. Dennoch beobachtet die Gesellschaft, dass die Zuliefererpreise, bspw. durch den starken Anstieg der Energiekosten im Jahr 2023, weiter ansteigen. Dies macht sich bei wesentlichen, energieintensiven Komponenten, wie bspw. den Fahrrad- und E-Bike-Rahmen bemerkbar.

Produktrisiko

Trotz unseres Qualitätsmanagementsystems nach DIN ISO 9000 können Schäden durch von uns in Verkehr gebrachten Fahrrädern und E-Bikes nicht zu 100% ausgeschlossen werden. Daher können Personenschäden nicht ganz ausgeschlossen werden. Zur Deckung dieses Risikos hat die Gesellschaft eine entsprechende Produkthaftpflichtversicherung abgeschlossen. Das bei AT Zweirad verbleibende Risiko ist daher nahe Null.

Rechtliche Risiken

Eine für den Fahrradmarkt nachteilige Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, z.B. Helmpflicht oder Pflicht zur allgemeinen Betriebserlaubnis für E-Bikes, könnte sich negativ auf die Nachfrage von Fahrrädern und E-Bikes auswirken.

Mit der gerade begonnen Internationalisierung sind wir zunehmend auch Änderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen auf den jeweiligen nationalen Märkten ausgesetzt.

Elementarschäden

Risiken durch Sturm, Wasser, Feuer können nicht ganz ausgeschlossen werden. Die AT Zweirad hat zur Deckung dieser Risiken entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Dies beinhaltet auch eine Feuer- Betriebsunterbrechungsversicherung.

Gesamtbeurteilung der Risiken.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich im Rahmen unserer regelmäßig stattfindenden Risikobewertung keine wesentlichen Änderungen innerhalb der bereits eingestuften Risiken ergeben.

Es sind zurzeit keine negativen Auswirkungen auf den Absatz von Fahrrädern und E-Bikes durch die Covid-19- Pandemie oder die Ukraine-Krise zu verzeichnen.

Die AT Zweirad GmbH sieht sich in einem stabilen, aber dynamischen Marktumfeld, welches sich aktuell mit kurzfristigen Herausforderungen durch eine allgemeine Kaufzurückhaltung in Verbindung mit am Markt vorherrschenden hohen Lagerbeständen definiert. Die Marktstellung von VELO DE VILLE wird durch die Expansion in wichtige europäische Märkte, insbesondere Großbritannien, gestärkt. Die Positionierung im höherpreisigen Segment bietet eine gewisse Absicherung gegen konjunkturelle Schwankungen. Die kontinuierliche Entwicklung digitaler und analoger Services, insbesondere des Konfigurators, unterstützt die Marktpositionierung im Trend zur Individualisierung. Im Gegenteil zum kurzfristigen Markttrend sinkender Umsätze verzeichnet unser Unternehmen ein überproportionales Wachstum im Vergleich zur gesamten Branche mit zum Teil deutlich steigenden Umsätzen, welche jedoch im Jahr 2023/2024 aufgrund der Marktbedingungen unterproportional zurückgehen werden.

Die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme sind solide und gewährleisten die Einhaltung gesetzlicher Normen und Rechnungslegungsvorschriften. Die wesentlichen Risiken werden durch Versicherungen und Sicherungsgeschäfte abgedeckt. Strategische Risiken ergeben sich aus der Internationalisierung und der Erschließung neuer Märkte. Der primäre Vertrieb über den Facheinzelhandel birgt Risiken, insbesondere im Kontext des Ukraine-Krieges und weiteren bestehenden geopolitischen Risiken, denen jedoch durch die Entwicklung neuer Vertriebskanäle, wie dem Onlinehandel, begegnet wird.

Die Warenkreditversicherung deckt das Ausfallrisiko weitgehend ab, während das Wechselkursrisiko durch Devisentermingeschäfte abgesichert wird. Die Einführung der Warehousing-Finanzierung hat das Zinsrisiko verändert, aber durch aktives Management wird dieses Risiko gemildert. Das Länderrisiko ist aufgrund der Fokussierung auf politisch stabile EU-Länder gering.

Lieferantenrisiken, insbesondere durch die Marktmacht einzelner Zulieferer und potenzielle Lieferverzögerungen, werden durch langfristige Konditionsvereinbarungen und Zwei-Lieferanten-Strategien minimiert. IT-Risiken werden durch Investitionen in die IT-Infrastruktur und Schulungsprogramme zur Cyberkriminalität gemanagt. Das Personalrisiko wird durch Fokus auf Gesundheit, Weiterbildung und Kooperationen mit Hochschulen angegangen.

Rohstoffrisiken, Produktrisiken und rechtliche Risiken werden als gering eingeschätzt und sind durch entsprechende Maßnahmen abgesichert. Elementarschäden sind durch Versicherungen gedeckt.

Das Geschäft wird im Wesentlichen durch externe Einflussfaktoren, wie das Wetter, und die allgemeine Konsumneigung der Endverbraucher beeinflusst, welches AT Zweirad ebenfalls als Risiko für die Absätze der Gesellschaft definiert, welches jedoch nicht aktiv von der AT Zweirad mit Maßnahmen abgesichert werden kann.

Insgesamt bewerten wir die Risiken für AT Zweirad als nicht bestandsgefährdend und die identifizierten Risiken werden durch proaktive Maßnahmen effektiv gemanagt. Die Firma ist gut positioniert, um die Chancen in einem wachsenden Markt zu nutzen und die Risiken zu minimieren. Das Image des Fahrrades ist ausgesprochen positiv. Europaweit wird viel in die Infrastruktur für das Fahrrad investiert, Gesellschaft und Politik stehen dem Fahrrad positiv gegenüber. Insgesamt rechnen wir daher marktseitig nicht mit größeren Risiken. Die weiteren Risiken sind aufgrund der getroffenen Maßnahmen beherrschbar.

 

Altenberge, im Februar 2024

Geschäftsführung

Volker Thiemann

Alain Thiemann

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die AT Zweirad GmbH

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der AT Zweirad GmbH, Altenberge - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der AT Zweirad GmbH für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt te Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

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