Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 217281
Vorher
infinnity financial technologies GmbHpliant GmbH
Eingetragen
6.5.2020
Branche
Sonstige mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten a. n. g.Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieMit Versicherungsdienstleistungen und Pensionskassen verbundene Tätigkeiten a. n. g.
Gegenstand
Die Entwicklung einer software-basierten Plattform zur technischen Unterstützung von Finanzdienstleistern, Zahlungsdiensten und Finanzinstituten. Die Gesellschaft ist ausschließlich als technischer Dienstleister tätig und führt zu keiner Zeit Tätigkeiten gemäß § 32 KWG aus.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexander Pfütze
seit 30.10.2025
Prokura
Friedrich Paul Hubel
seit 20.5.2025
Geschäftsführer
Malte Julian Rau
seit 6.5.2020
Geschäftsführer
Fabian Terner
seit 6.5.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (4)

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

37 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 37 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Aspero Capital UG (haftungsbeschränkt)
Germany
14.526 €
15.37%
ALSTIN II Fonds GmbH & Co. KG
Germany
9.996 €
10.58%
PayPal, Inc.
United States
8.315 €
8.80%
SBI 4&5 Investment LPS
Japan
7.158 €
7.57%
Anabatic Capital UG (haftungsbeschränkt)
Germany
6.145 €
6.50%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pliant GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Das Unternehmen (die Pliant GmbH) bietet als "FinTech" i. unmittelbar eine Plattform zur effizienten Verwaltung von Firmenkreditkarten und über Geschäftspartner und Töchter, insb. die Pliant OY als in Finnland lizensiertes Electronic Money Institute (EMI)

ii. die über diese Plattform verwalteten Firmenkreditkarten selbst sowie iii. auch z.T. Kreditlinien mit den Kreditkarten an.

Pliant vermarktet dieses Bündel an Dienstleistungen 1. direkt und gezielt an Firmenkunden, für dieses Bündel an Kreditkartendienstleistungen einen besonderen Mehrwert hat, sowie 2. indirekt über Partner (sowohl Banken als auch andere FinTechs und Partner) an jegliche Firmenkunden. Zulässiger Zielmarkt ist der EWR, wobei der Vermarktungsschwerpunkt im Geschäftsjahr in folgenden Ländern lag: Deutschland, Italien, Österreich, Finnland, Portugal, Irland, Niederlande, Spanien, Luxemburg

Die Pliant GmbH selbst hat nur Berlin als Hauptsitz und Wien als Betriebsstätte, einzelne Mitarbeiter sind in verschiedenen aktiv bearbeiteten europäischen Märkten angestellt. Für Frankreich existiert eine 100%ige Vertriebstochter, die Pliant SAS, mit Sitz in Paris. Die 100%ige EMI-Tochter, Pliant OY, hat ihren Standort in Helsinki. Die Pliant GmbH erbringt für die Pliant OY wie auch ihre Geschäftspartner als Outsourcing-Partner Dienstleistungen im Onboarding und der Betreuung der gemeinsamen Firmenkunden.

Dabei erzielt die Pliant GmbH direkt Erträge von den Firmenkunden in Form von Gebühren für die Nutzung der Plattform, Diese machten ca. 5-10% des Gesamtumsatzes der GmbH aus.

Darüber hinaus erhielt die Pliant GmbH im Geschäftsjahr sog. Interchange Fees (ICF) von Transact Payments Malta Limited (TPML), dem die Firmenkreditkarten bisher herausgebenden Geschäftspartner, weitergeleitet, da allein Pliant die gemeinsamen Kunden akquiriert. Die ICF machen ca. 90-95% des Gesamtumsatzes der GmbH aus.

Zukünftig, d.h. im Laufe des Geschäftsjahrs 2024 werden die von TPML herausgegebenen Firmenkreditkarten auf die Pliant OY migriert, so dass die ICF zukünftig voraussichtlich weitgehend bei der Pliant OY aus der Kreditkartenzahlungsabwicklung entsteht. Eine interne Leistungsverrechnung wird für die sachgerechte Umsatz- und Kostenverteilung sorgen.

Der Umsatz der Gesellschaft knüpft direkt an die Kreditkartennutzung und das Kreditkartentransaktionsvolumen unserer Firmenkunden. Da Firmenkunden, die in unserem Fall aus einem heterogenen Spektrum aller Branchen stammen, ein breites Spektrum an v.a. Dienstleistungen aber auch Gütern mit Kreditkarten bezahlen, ist unsere Umsatzentwicklung mit Bestandskunden allein von der allg. wirtschaftlichen Entwicklung und dem Leistungsbeziehungen verschiedener Wirtschaftssektoren untereinander und keinem spezifischen Faktor beeinflusst. Natürlich ist die Geschäftsdynamik stark vom Erfolg bei der Firmenkundenakquise getrieben.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Folgende gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken auf die Geschäfts- und insb. Umsatzentwicklung von Pliant:

1. Gesamtwirtschaftliche Aktivität: An diese knüpft das Volumen an Zahlungsverkehrstransaktionen und damit auch von Kreditkartentransaktionen in der europäischen Wirtschaft (EWR) und unseren Schwerpunktmärkten allgemein und auch unseren Firmenkunden. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stagnierte mit einem Wachstum von 0,5% in der EU/EWR im Jahr 2023.

2. Inflationsrate: Das nominale Zahlungsverkehrsvolumen und damit auch das Kreditkartenzahlungsvolumen korreliert direkt mit der Inflationsrate der Preise der mit Kreditkarten bezahlten Dienstleistungen und Güter. Das Kreditkartenzahlungsverkehrsvolumen steigt entsprechend der Inflationsraten für die entsprechenden v.a. Dienstleistungen aber auch Güter. Die Inflationsrate lag in der EU/EWR im Jahr 2023 bei 6,3%1.

3. Zinsanstieg: Der Zinsanstieg, der sich auch im Jahr 2023 fortführte2, macht typischerweise zinsfreie Kreditlinien mit Zahlungsziel von maximal einem Monat für Kreditkartenkunden attraktiver und für Anbieter wirtschaftlich teurer. Dies wirkt sich positiv auf die Nachfrage und negativ auf den Deckungsbeitrag aus.

4. Kreditkartendurchdringung als Zahlungsmittel: Mit der zunehmenden Digitalisierung von Finanzdienstleistungen und auch des Zahlungsverkehrs, wie auch des allgemeinen Trends weg vom Bargeld, hin zu Karten- / elektronischer Zahlung, wie insb. durch die Corona-Epidemie forciert, hat sich der Anteil von Kreditkartenzahlungen in den vergangenen Jahren erhöht3. Dies gilt auch für Zahlungen von Firmen, dem für Pliant relevanten Kundensegment4.

Allgemeine gesellschaftliche Trends, wie der gesellschaftliche und politische Fokus auf Umwelt- und Klimaentwicklung, sowie demographische Entwicklungen, wie die Immigration in den EWR, und Umweltfaktoren, wie die Klimaentwicklung selbst, haben keinen beobachtbaren besonderen Einfluss auf das Firmenkreditkartengeschäft.

Folgende branchenspezifischen Rahmenbedingungen wirken auf die Kreditkartenbranche und damit auf die Geschäfts- und insb. Umsatzentwicklung von Pliant:

1. Mit der Digitalisierung und Automatisierung von Wirtschaftsprozessen im Allgemeinen (z.B. Buchhaltung, Bestellungen, Rechnungsstellung und Bezahlung, Abrechnung von Reise- und anderen Kosten) wird eine digitale Kreditkartenlösung, die mit solchen unternehmerischen / Finanzprozessen integriert ist, attraktiver und implementierbarer. Dies macht digitale Firmenkreditkartenangebote wie das von Pliant und deren Nutzung interessanter und wertvoller für Unternehmen.

2. Institutionelle Rahmenbedingungen, wie steuerliche oder wettbewerbsrechtliche Regelungen bzgl. des Zahlungsverkehrs und für Kreditkartenangebote, haben sich im Geschäftsjahr und den vorherigen Jahren nicht im Hinblick auf die Nutzung von Firmenkreditkarten geändert. Die fortbestehenden Wettbewerbsregelungen zur ICF in der EU führen zu einer höheren Attraktivität von Firmenkreditkarten (im Vgl. zu Kreditkarten für Privatkunden) aus Anbietersicht und damit einer etwas höheren Wettbewerbsintensität beim Angebot von Firmenkreditkarten.

3. Technologische Entwicklungen: Die Einführung innovativer Technologien im Zahlungsverkehr, wie Echtzeit-Transaktionsverarbeitung und verbesserte Sicherheitsmerkmale, sowie maßgeschneiderte Kreditkartenangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Geschäftskunden zugeschnitten sind, tragen zur Attraktivität dieses Segments bei.

Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf des Unternehmens zeigte in den vergangenen Jahren eine deutliche Dynamik in den Umsatzerlösen, die von 3.813 T€ im Jahr 2022 auf 9.190 T€ im Jahr 2023 anstiegen. Diese erhebliche Umsatzsteigerung ist ein klares Zeichen für das Wachstumspotenzial des Unternehmens und die erfolgreiche Marktdurchdringung.

Als Folge dieses starken Umsatzwachstums ist der Materialaufwand von 2.716 T€ im Jahr 2022 auf 5.520 T€ im Jahr 2023 gestiegen. Die Kosten für Cashback und Provisionen, die einen wesentlichen Teil des Materialaufwands darstellen, sind von 1.560 T€ im Jahr 2022 auf 2.892 T€ im Jahr 2023 gestiegen. Darüber hinaus fällt ein beträchtlicher Teil des Materialaufwands auf die Refinanzierung der Kreditkartenverbindlichkeiten, die von 307 T€ im Jahr 2022 auf 1.216 T€ im Jahr 2023 gestiegen sind. Dieser Anstieg ist primär auf das starke Umsatzwachstum zurückzuführen und wurde durch gestiegene Zinssätze verstärkt.

Der Personalaufwand ist von 6.841 T€ im Jahr 2022 auf 9.587 T€ im Jahr 2023 gestiegen, hauptsächlich aufgrund der gestiegenen Anzahl der Angestellten sowie einem leichten Anstieg des Gehaltsgefüges. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben mit 6.520 T€ im Jahr 2022 und 6.624 T€ im Jahr 2023 auf ähnlichem Niveau, wobei Werbe- und Reisekosten (982 T€), Entwicklungskosten (970 T€), Kosten der Unternehmensexpansion (192 T€), Rechts- und Beratungskosten (1.593 T€), Raumkosten (541 T€), Kreditausfallkosten (505 T€) sowie Software- und Lizenzkosten (804 T€) die wesentlichen Posten darstellen.

Der Geschäftsverlauf zeigt eine Phase intensiven Wachstums und bedeutsamer strategischer Investitionen. Gleichzeitig ist eine Verbesserung der finanziellen Performance erforderlich, um langfristig eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen.

Lage des Unternehmens

Ertragslage

Die Ertragslage des Unternehmens zeigt, dass trotz des starken Umsatzwachstums von 3.813 T€ im Jahr 2022 auf 9.190 T€ im Jahr 2023 die Profitabilität noch eine Herausforderung darstellt. Das negative Jahresergebnis hat sich von -12.452 T€ im Jahr 2022 auf -11.453 T€ im Jahr 2023 verbessert. Für das Jahr 2024 erwarten wir jedoch, dass das Gesamtergebnis zunächst noch einmal leicht rückläufig sein wird, bevor wir ab den Folgejahren gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität umsetzen.

Der Anstieg der Refinanzierungskosten für Kreditkartenverbindlichkeiten auf 1.216 T€ im Jahr 2023 ist sowohl auf das Umsatzwachstum als auch auf die gestiegenen Zinssätze zurückzuführen. Diese höheren Refinanzierungskosten haben die Profitabilität jeder Transaktion beeinträchtigt und die Gesamtmargen verringert. Für 2024 rechnen wir mit weiteren Anstiegen bei den Refinanzierungskosten sowie den Cashback- und Provisionskosten, proportional zum Umsatzwachstum.

Die Personalaufwendungen sind im Jahr 2023 auf 9.587 T€ gestiegen, bedingt durch die Erweiterung des Teams und eine Erhöhung des Gehaltsniveaus. Auch hier erwarten wir Anstiege im Jahr 2024, streben jedoch an, die Personalaufwendungen im Verhältnis zum Umsatzwachstum weiter zu optimieren. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind nahezu unverändert geblieben, was auf eine kontrollierte Kostenstruktur hinweist. Auch bei diesen Aufwendungen erwarten wir im Jahr 2024 weitere Anstiege, vor allem aufgrund der Investitionen in die Stärkung der Technologieplattform und die Erhöhung der Marktdurchdringung in bestehenden sowie neuen Märkten.

Insgesamt zeigt die Ertragslage, dass das Unternehmen trotz erheblicher Umsatzsteigerungen weiterhin daran arbeitet, die Profitabilität zu verbessern und die Kostenstruktur zu optimieren. Zukünftige Maßnahmen werden darauf abzielen, die Rentabilität zu erhöhen und eine nachhaltige finanzielle Entwicklung zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem eine fortlaufende Überprüfung der Finanzierungsstrategien, verbesserte Verhandlungen mit Partnerbanken sowie die Förderung effizienterer Betriebsabläufe.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage stellt sich zum 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

In T€ 31.12.2023 31.12.2022
Umlaufvermögen 27.362 8.679
Anlagevermögen 2.804 1.163
Summe Aktiva 30.424 9.971
In T€ 31.12.2023 31.12.2022
Gez. Kapital 72 51
Kapitalrücklagen 48.848 18.685
Verlustvortrag 17.192 4.740
Jahresfehlbetrag 11.453 12.452
Verbindlichkeiten 7.696 6.721
- Davon Anleihen (konvertibel) 5.600 5.245
Rückstellungen 2.454 1.705
Summe Passiva 30.424 9.971

Zum Stichtag 31.12.2023 zeigt sich eine deutliche Verbesserung des Gesamtvermögens auf 30.424 T€, verglichen mit 9.971 T€ im Vorjahr. Diese Steigerung ist vor allem im Umlaufvermögen zu verzeichnen, das von 8.679 T€ auf 27.362 T€ anstieg. Dies ist hauptsächlich auf die Series A-Finanzierungsrunde zurückzuführen, durch die der Gesellschaft neue liquide Mittel zugeflossen sind. Durch diese Finanzierungsrunde stiegen die flüssigen Mittel der Gesellschaft von 1.726 T€ im Vorjahr auf 9.428 T€ im Geschäftsjahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind von 6.375 T€ im Vorjahr auf 14.717 T€ im Geschäftsjahr gestiegen. Hierunter fallen vor allem der Puffer für die Settlements der Kreditkarten sowie das sogenannte Collateral, die sich zum Bilanzstichtag gemeinsam auf 11.882 T€ beziffern. Der Anstieg dieser Komponenten ist erwartungsgemäß, da sie mit steigenden Kreditkartenumsätzen und somit mit unseren Umsatzerlösen korrelieren.

Das Anlagevermögen ist von 1.163 T€ auf 2.804 T€ gestiegen. Dies ist insbesondere durch die Anteile an verbunden Unternehmen an unserer finnischen Tochtergesellschaft Pliant Oy und den Erwerb von geistigem Eigentum, das aus der Übernahme des Wettbewerbers "Friday Finance" resultierte, im Jahr 2023 zu erklären. Unser Fokus auf digitale Produkte spiegelt sich in der geringen physischen Kapitalintensität wider.

Die Kapitalstruktur wurde signifikant durch die Finanzierungsrunde gestärkt, was sich in der Erhöhung des gezeichneten Kapitals von 51 T€ auf 72 T€ und der Kapitalrücklage von 18.685 T€ auf 48.848 T€ zeigt. Trotz eines Anstiegs der Verlustvorträge auf 17.194 T€ und eines Jahresfehlbetrags von 11.365 T€ reflektieren diese Zahlen auch die Investitionsphase des Unternehmens.

Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 7.697 T€, mit einem signifikanten Anteil durch konvertible Anleihen (5.601 T€). Die Fähigkeit, diesen Verpflichtungen nachzukommen, wird durch den Anstieg der frei verfügbaren flüssigen Mittel und ungenutzten Kreditlinien gestärkt. Wesentliche außerbilanzielle Verpflichtungen oder wesentliche finanzielle Covenants, die eine vorzeitige Rückzahlung erfordern könnten, existieren im Berichtszeitraum nicht. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 4.875 T€ aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien, welche verbundenen Unternehmen zum Abruf gewährt wurden.

Die starke Zunahme der liquiden Mittel und die strategischen Maßnahmen zur Kontrolle der operativ gebundenen Mittel verbessern unsere Fähigkeit, den kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsengpässe sind derzeit nicht absehbar.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens sich deutlich verbessert hat und durch strategische Maßnahmen zur Kapitalerhöhung und Liquiditätssteuerung gestärkt wird. Dies positioniert das Unternehmen gut für zukünftige Wachstumspläne und die Bewältigung eventueller finanzieller Herausforderungen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die für unser Unternehmen bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren stellen wir im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

In T€ 31.12.2023 Ist 31.12.2023 Prognose 31.12.2022 Ist
Umsatzerlöse 9.190 10.751 3.813
Materialaufwand -5.520 -6.536 -2.716
Net take 3.670 4.215 1.097
Net take rate (%) 39,9% 39,2% 28,8%
Jahresergebnis -11.453 -13.031 -12.452

Die Umsatzerlöse stiegen von 3.813 T€ im Jahr 2022 auf 9.190 T€ im Jahr 2023 und lagen damit leicht unter den Prognosen. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir einen weiteren signifikanten Anstieg der Umsatzerlöse.

Der "Net Take", der die Umsatzerlöse abzüglich des Materialaufwands widerspiegelt, erhöhte sich von 1.097 T€ im Jahr 2022 auf 3.670 T€ im Jahr 2023. Dies deutet auf eine deutliche Verbesserung der Effizienz unseres Geschäftsmodells hin. Die Net Take Rate stieg von 28,8% auf 39,9%, was die zunehmende Rentabilität im Verhältnis zum Umsatz unterstreicht. Für 2024 erwarten wir einen starken Anstieg des Net Take, während die Net Take Rate auf dem Niveau von 2023 bleibt.

Das Jahresergebnis zeigt einen Verlust von -11.453 T€ im Jahr 2023, was eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (-12.452 T€) darstellt. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir mit einem merklichen Rückgang des Jahresergebnisses, der sich durch erhebliche Investitionen in Expansion und Markterschließung erklären lässt.

Diese Indikatoren verdeutlichen die positive Entwicklung in Bezug auf Umsatz und Rentabilität, während gleichzeitig die Investitionsstrategie zur langfristigen Sicherstellung des Unternehmenswachstums und der Marktposition fortgeführt wird.

Risiko- und Chancenbericht

In diesem Abschnitt werden die wesentlichen Chancen und Risiken des Unternehmens dargestellt. Die Chancen und Risiken wurden nach ihrer Bedeutung und Eintrittswahrscheinlichkeit in die Kategorien "hoch", "mittel" und "gering" eingeteilt. Zudem sind sie nach ihrer Relevanz geordnet.

Risiken

1. Kreditverluste (hoch):

Als FinTech-Unternehmen, das Firmenkreditkarten und Kreditlinien anbietet, ist das Risiko von Kreditverlusten, insbesondere durch einzelne große Ausfälle, von zentraler Bedeutung. Trotz des kontrollierten Risikomanagements könnte der Ausfall großer Einzelkunden das finanzielle Ergebnis des Unternehmens signifikant beeinflussen.

2. Wettbewerbsdruck (mittel):

Der Wettbewerbsdruck, insbesondere durch aggressive Cashback-Angebote und Preiswettbewerb bei der Kundenakquise, könnte die Margen des Unternehmens beeinträchtigen. Die mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenzielle Impact dieses Risikos machen es zu einem wichtigen Überwachungspunkt.

3. Refinanzierungskosten (gering):

Die Kosten für die Refinanzierung unserer Kreditlinien sind durch die Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank gestiegen. Obwohl diese Kostensteigerung bisher nur einen marginalen Einfluss auf unsere Gesamtkostenstruktur hatte, bleibt die Zinsentwicklung eine variable Größe, die weiterhin sorgfältig beobachtet werden muss.

4. Kundenverlust an Wettbewerber (gering):

Obwohl Kundenverluste durch Wettbewerber bisher nicht signifikant waren, bleibt es ein latentes Risiko, das durch stetige Verbesserung unseres Angebots und Kundenbetreuung minimiert wird.

Chancen

1. Technologische Entwicklungen und Markterweiterung (hoch):

Die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Akzeptanz digitaler Zahlungslösungen bieten erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Die geplante Expansion in neue europäische Märkte, unterstützt durch unsere Investitionen in Technologie und Produktentwicklung, positioniert uns gut, um von diesen Trends zu profitieren.

2. Strukturelle Verbesserung der Stückkosten (mittel):

Durch den Ausbau und die Vertiefung von Partnerschaften mit anderen Finanzdienstleistern und Technologieanbietern streben wir eine strukturelle Verbesserung unserer Stückkosten an. Effizienzsteigerungen in der Abwicklung und im Betrieb können zu signifikanten Kosteneinsparungen führen und unsere Wettbewerbsposition stärken.

3. Refinanzierungskosten und Zinsumfeld (mittel):

Trotz der aktuellen Herausforderungen durch gestiegene Refinanzierungskosten sehen wir mittelfristig das Potential für eine Stabilisierung und mögliche Senkung der Zinsen. Zusätzlich unterstützen laufende Verhandlungen über Venture-Debt-Finanzierungen und andere innovative Finanzierungsinstrumente unsere Kapitalstruktur und können zukünftige finanzielle Flexibilität verbessern.

Schlussfolgerung

Die Risiko- und Chancenlandschaft für Pliant GmbH ist geprägt von einem dynamischen Marktumfeld, in dem sowohl die Risiken als auch die Chancen eng mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und technologischen Innovationen verbunden sind. Die sorgfältige Überwachung und proaktive Steuerung dieser Faktoren sind entscheidend für die nachhaltige Entwicklung und den Erfolg des Unternehmens. Durch unsere strategischen Initiativen und das Risikomanagement sind wir darauf vorbereitet, die identifizierten Risiken zu managen und die sich bietenden Chancen zu nutzen, um unsere Marktposition zu stärken und langfristiges Wachstum zu sichern.

Prognosebericht

Strategische Ausrichtung und Wachstumsziele

Pliant GmbH ist auf einem klaren Wachstumspfad, mit dem Ziel, die betriebswirtschaftliche Gewinnschwelle in naher Zukunft zu erreichen. Um dieses ambitionierte Ziel zu verwirklichen, legen wir großen Wert auf die Beschleunigung unseres Kundenwachstums, die Erweiterung unserer Marktpräsenz und die Sicherstellung fortlaufender Finanzierungsrunden durch unsere Kapitalgeber.

Geplante Marktentwicklungen und Expansionsstrategien

Unser Fokus liegt darauf, das starke Kundenwachstum weiter zu beschleunigen. Dies soll durch die weitere Etablierung unseres Angebots, den Ausbau des Vertriebsteams und eine aktive Bearbeitung neuer Märkte erreicht werden.

Darüber hinaus ist die Erlangung der E-Money-Lizenz ein strategisches Thema, das es uns ermöglichen wird, unser Dienstleistungsportfolio zu erweitern und unseren Kunden eine noch breitere Palette an Finanzdienstleistungen anzubieten.

Finanzielle Prognose für 2024

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir ein weiteres signifikantes Wachstum unserer Umsatzerlöse, das auf den starken Zuwächsen im Jahr 2023 basiert. Dies wird durch eine gezielte Ausweitung unserer Kundenbasis und die verstärkte Nutzung unserer Premium-Dienste unterstützt. Für 2024 erwarten wir einen starken Anstieg des Net Take, während die Net Take Rate auf dem Niveau von 2023 bleibt. Trotz einer voraussichtlichen Erhöhung der Gesamtkosten, insbesondere aufgrund unserer Expansionsstrategie und geplanter Marktinitiativen, streben wir eine optimierte Kostenstruktur an. Die Entwicklungskosten werden stabil bleiben, während die Expansionskosten deutlich steigen sollen, um unsere Positionierung auf bestehenden und neuen Märkten weiter zu festigen.

Im Hinblick auf das Jahresergebnis erwarten wir für 2024 einen merklichen Rückgang. Dies ist auf unsere strategische Ausrichtung zurückzuführen, verstärkt in Wachstum und Marktpräsenz zu investieren. Diese kurzfristigen Investitionen sind entscheidend, um langfristiges und nachhaltiges Wachstum zu sichern. Unsere langfristige Vision ist es, durch diese Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu stärken und unsere Marktanteile auszubauen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Pliant GmbH blickt optimistisch in die Zukunft. Die positive Resonanz auf unser Produktangebot und die sorgfältig konzipierte Finanzierungsstrategie, gepaart mit unserer Fähigkeit, erfolgreich durch das aktuelle Zinsumfeld zu navigieren, stärken unsere Zuversicht in die Erreichung unserer langfristigen Ziele. Unser Engagement für kontinuierliche Innovation und Anpassungsfähigkeit an Marktveränderungen positioniert uns ideal, um eine marktführende Rolle einzunehmen und nachhaltigen Erfolg zu sichern.

Mit einer klaren strategischen Ausrichtung und dem Ziel, Profitabilität zu erreichen, bleibt die Pliant GmbH fest entschlossen, ihre ambitionierten Ziele zu verwirklichen und die Herausforderungen des dynamischen FinTech-Marktes erfolgreich zu meistern.

Ereignisse nach dem Stichtag

Im April 2024 hat es jüngst eine weitere Kapitalerhöhung gegeben, die das gezeichnete Kapital um weitere 10 T€ und die Kapitalrücklagen um 18.099 T€ (davon 5.601 T€ durch konvertierte Anleihen) erhöht hat.

 

Berlin, 26. Juli 2024

Malte Rau, Geschäftsführer

Fabian Terner, Geschäftsführer

Quellenverzeichnis

1 Vgl. https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_24_730

2 Vgl. https://www.bundesbank.de/de/statistiken/geld-und-kapitalmaerkte/zinssaetze-und-renditen/ezb-zinssaetze-607806

3 Vgl. https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/kreditkarten-zahlungsvolumen-gestiegen-visa-waechst-deutlich-in-deutschland/100014998.html

4 Vgl. https://www.visa.de/uber-visa/newsroom/press-releases.3303823.html

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 2.803.979,55 1.163.251,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.362.405,00 126.272,00
II. Sachanlagen 141.573,55 136.979,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 141.573,55 136.979,00
III. Finanzanlagen 1.300.001,00 900.000,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.300.001,00 900.000,00
B. Umlaufvermögen 27.362.313,70 8.678.557,50
I. Vorräte 59.430,58 44.774,63
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 17.875.262,12 6.907.300,01
1. Forderungen gegen Gesellschafter 0,00 458,16
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.292.455,19 12.000,00
3. sonstige Vermögensgegenstände 16.582.806,93 6.894.841,85
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 9.427.621,00 1.726.482,86
C. Rechnungsabgrenzungsposten 257.826,02 129.272,07
Summe Aktiva 30.424.119,27 9.971.080,57

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 20.274.398,94 1.544.551,04
I. Gezeichnetes Kapital 72.200,00 51.437,00
II. Kapitalrücklage 48.847.854,28 18.685.276,81
III. Verlustvortrag 17.192.162,77 4.740.134,87
IV. Jahresfehlbetrag 11.453.492,57 12.452.027,90
B. Rückstellungen 2.454.130,03 1.705.148,38
C. Verbindlichkeiten 7.695.590,30 6.721.381,15
1. Anleihen 5.599.912,49 5.244.594,45
davon konvertibel 5.599.912,49 5.244.594,45
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.500,86 2.465,83
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 368.823,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 2.085.176,95 1.105.497,87
Summe Passiva 30.424.119,27 9.971.080,57

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 5.033.020,69 1.260.852,26
2. Personalaufwand 9.587.412,43 6.841.224,89
a) Löhne und Gehälter 8.080.681,28 5.790.948,55
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.506.731,15 1.050.276,34
davon für Altersversorgung 4.774,69 1.328,85
3. Abschreibungen 352.787,67 98.800,70
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 352.787,67 98.800,70
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 6.623.764,99 6.519.803,85
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 117.895,06 320,99
davon aus verbundenen Unternehmen 5.703,59
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 40.443,23 253.371,71
7. Ergebnis nach Steuern -11.453.492,57 -12.452.027,90
8. Jahresfehlbetrag 11.453.492,57 12.452.027,90

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Pliant GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Berlin
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Berlin (Charlottenburg)
Register-Nr.: HRB 217281

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Die Bestimmung der voraussichtlichen Nutzungsdauern (zulässige Höchstsätze) erfolgt hierbei in Anlehnung an die von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel sind zum Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet und mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Dabei wurden alle bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses erkannten Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übernommen werden.

Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände weisen zum Bilanzstichtag Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr auf.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Lieferantenrechnungen (EUR 368.492,57), Personalkosten (EUR 117.904,95), Rückstellungen für den Kunden gewährte Cashback-Zahlungen (EUR 1.707.487,32), Rückstellungen für Kreditrisiken (EUR 161.839,19) sowie Abschluss- und Prüfungskosten (EUR 98.406,00) gebildet.

Angabe zu Restlaufzeitvermerken

Die konvertiblen Anleihen in Höhe von EUR 5.601.309,82 (Vj. EUR 5.244.594,45) weisen eine Restlaufzeit von über einem Jahr und unter 5 Jahren auf. Sämtliche restliche Verbindlichkeiten weisen zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr auf.

Latente Steuern

Das Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steueransprüche auf die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge wurde nicht ausgeübt. Ungeachtet dessen ist das Wahlrecht aufgrund der fehlenden Ertragsprognose über einen Zeitraum von 3 Jahren auf den Wert von EUR 0,00 reduziert.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge

Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen im Jahr 2023 handelt es sich im Wesentlichen um periodenfremde Erträge aus der Aktivierung von Umsatzsteuererstattungsansprüchen gegenüber der Finanzverwaltung für geänderte Umsatzsteuerveranlagungen der Jahre 2021 und 2022 (EUR 1.350.462,19). Bei diesen handelt es sich gleichzeitig auch um Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Jahr 2023 handelt es sich im Wesentlichen um Werbe- und Reisekosten (EUR 982.106,53), (Software-)Entwicklungskosten für die Unternehmesplattform (EUR 969.633,52), Kosten der Unternehmensexpansion (EUR 192.100,81), Rechts- und Beratungskosten (EUR 1.592.836,24), Raumkosten (EUR 540.958,07), Kreditausfallkosten (EUR 505.096,00) sowie Softwarekosten (EUR 804.110,52).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren periodenfremde Aufwendungen (EUR 98.295,36) enthalten. Diese betrifft im Wesentlichen eine Ausgleichszahlung an Mitarbeiter für das Vorjahr (EUR 64.127,08).

Sonstige Angaben

Angaben zum Anteilsbesitz

Angaben zum Anteilsbesitz

Währung Beteiligung
%
Eigenkapital der Firma Ergebnis der Firma
Ausland
pliant OY, Helsinki/Finnland EUR 100 350.000 -6.749,68
pliant SAS, Paris/Frankreich EUR 100 1 4.799,00

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 108 (davon 72 männlich und 36 weiblich).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von EUR 128.868,39 aus Mietverträgen und in Höhe von EUR 892.380,07 aus Lieferantenverträgen.

Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 4.875.247,40 aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien, welche verbundenen Unternehmen zum Abruf gewährt wurden.

Geschäftsführung

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch Herrn Malte Rau (Geschäftsführer) und Herrn Fabian Terner (Geschäftsführer) wahrgenommen.

Nachtragsbericht

Nachtragsbericht

Mit notarieller Urkunde vom 11. April 2024 wurde das Kapital der Gesellschaft von EUR 72.200,00 um EUR 10.084,00 auf EUR 82.284,00 erhöht. Mit der Kapitalerhöhung haben die Erwerber der neuen Anteile als Aufgeld Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 18.088.915,43 getätigt.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den vollständigen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 11.453.492,57 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 26. Juli 2024

Malte Rau, Geschäftsführer

Fabian Terner, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 26.07.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Pliant GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Pliant GmbH (bis 28. September 2023: infinnity financial technologies GmbH), Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pliant GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 26. Juli 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lars Protze, Wirtschaftsprüfer

Rebecca Hilt, Wirtschaftsprüferin

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