Armacell International Holding GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christian Pfeiffer seit 5.6.2025 | Geschäftsführer |
Daniel Hötger seit 12.3.2018 | Geschäftsführer |
Christof Robert Heimlich seit 17.6.2011 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 92.38% | |
| 5.90% | |
Armacell International GmbHEigenbeteiligung | 1.72% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Armacell GmbHMünsterJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Armacell GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Armacell GmbH, Münster, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Armacell GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die in Abschnitt 5 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den J ahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des J ahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, 14. Januar 2025 EY
GmbH & Co. KG
Michael, Wirtschaftsprüfer von der Höh, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 20231. Allgemeine Angaben und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden a. Allgemeine Angaben Die Armacell GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht. Sie hat ihren satzungsmäßigen Sitz in Münster und ist im Handelsregister des Registergerichts Münster unter HRB 86 eingetragen. Der Jahresabschluss der Armacell GmbH, Münster, zum 31. Dezember 2023 wurde unter Beachtung der deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften sowie der ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren beibehalten. Die Größenmerkmale der Armacell GmbH entsprechen denen einer großen Kapitalgesellschaft gem. § 267 Abs. 3 S. 1 HGB. Die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzugeben sind, im Wesentlichen im Anhang aufgeführt. Das Jahresergebnis wird gemäß Ergebnisabführungsvertrag an die Ultima (Deutschland) GmbH, Münster, abgeführt bzw. von ihr ausgeglichen. b. Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, also dem Nennbetrag, bilanziert. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer angesetzt. Selbsterstellte Anlagen werden zu Herstellungskosten unter Einbeziehung anteiliger Gemeinkosten bewertet. Geringwertige Anlagegüter bis € 250 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben, ab € 250 bis € 1.000 in einen Sammelposten eingestellt und einheitlich über 5 Jahre abgeschrieben.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Verwertbarkeit am Bilanzstichtag angesetzt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. In den Herstellungskosten sind neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Gemeinkosten für Material, Fertigung und anteilige Verwaltung enthalten. Die Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und geminderten Verwendbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag bilanziert. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt; dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen Rechnung getragen. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bilanziert. Auf fremde Währung lautende Guthaben werden am Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. Da die Armacell GmbH eine Organgesellschaft i. S. v. § 14 Abs. 1 S. 1 i. V. m. § 17 KStG und § 2 Abs. 2 S. 2 GewStG ist, werden keine latenten Steuern bilanziert. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennwert bilanziert, ist voll eingezahlt und beträgt unverändert T€ 14.367. Der Gewinnvortrag beinhaltet thesaurierte Gewinne aus der Zeit vor der ertragsteuerlichen Organschaft und ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Pensionsrückstellungen werden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze nach der Projected Unit Credit Method ermittelt. Den Berechnungen liegen die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck zu Grunde. Die Rückstellungen werden unter Zugrundelegung des von der Deutschen Bundesbank für die letzten 10 Jahre ermittelten Marktzinssatzes für eine pauschale Laufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,83% (Vorjahr: 1,78%) bewertet. Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB beträgt T€ 1.099 (Vorjahr: T€ 4.965). Des Weiteren werden unverändert zum Vorjahr ein Gehaltstrend von 3,00% p.a., ein Karrieretrend von 0,15% p.a. sowie eine Rentendynamik von 2,10% p.a. für den Versorgungsplan 1993 bzw. 1,00% p.a. für den Versorgungsplan 2005/2012 zugrunde gelegt. Gemäß § 246 Abs. 2 HGB wurde eine Saldierung der Pensionsrückstellungen mit dem Deckungsvermögen vorgenommen. Der Zeitwert und die Anschaffungskosten des mit der Rückstellung verrechneten Deckungsvermögens entspricht dem Aktivwert und beträgt T€ 17.563 (Vorjahr: T€ 18.938). Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beträgt zum Stichtag T€ 87.568 (Vorjahr: T€ 87.077). Des Weiteren wurde der Zinsaufwand aus der Verpflichtung T€ 1.560 (Vorjahr: T€ 1.501) mit dem Zinsertrag aus dem Deckungsvermögen T€ 97 (Vorjahr: T€ 1.427) saldiert. Der sich ergebende Saldo von T€ 1.463 (Vorjahr: T€ 74) ist im Finanzergebnis unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen. Die nach § 67 Abs. 2 EGHGB in der Bilanz zum 31. Dezember 2023 nicht ausgewiesene Rückstellung beläuft sich auf T€ 582 (Vorjahr: T€ 1.464). Der ursprüngliche Unterschiedsbetrag wird bis zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr zu 1/15 angesammelt. Rückdeckungsversicherungsansprüche werden auf Basis von Mitteilungen der Versicherer mit dem jeweiligen Aktivwert zum Bilanzstichtag bewertet. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines individuellen Rechnungszinssatzes und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Es werden ein Zinssatz von 1,04% (Vorjahr: 0,52%) und jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,00% zugrunde gelegt. Die Rückstellungen für Altersteilzeit enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft. Die Jubiläumsverpflichtungen sind mit ihrem Barwert unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 1,75% (Vorjahr: 1,44%) angesetzt. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. c. Währungsumrechnung Auf fremde Währungen lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Auf fremde Währung lautende Geschäftsvorfälle werden im Entstehungszeitpunkt zum historischen Devisenkassamittelkurs umgerechnet. 2 Erläuterungen der Bilanz a. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt. b. Angaben zum Anteilsbesitz Die Beteiligungen bzw. Anteile an verbundenen Unternehmen, die sich im Anteilsbesitz der Gesellschaft befinden, setzen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt zusammen:
* Die Werte beziehen sich auf den
Jahresabschluss 2023 nach italienischen
Rechnungslegungsvorschriften.
c. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 87.612 (Vorjahr: T€ 88.217) bestehen zu T€ 67.611 (Vorjahr: T€ 61.000) aus Forderungen aus Cash-Pooling, zu T€ 20.001 (Vorjahr: T€ 17.106) aus Lieferungen und Leistungen, zu T€ 0 aus Darlehensforderungen (Vorjahr: 5.350) und zu T€ 0 (Vorjahr: T€ 4.761) aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Ultima (Deutschland) GmbH. Die hierin enthaltenen Forderungen gegenüber der Gesellschafterin betragen T€ 1.827 (Vorjahr T€ 2.579). Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. d. Rechnungsabgrenzungsposten In den Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungsbetrag und Ausgabebetrag in Höhe der Transaktionskosten in Höhe von T€ 70 (Vorjahr: T€ 96) für die Aufnahme von Bankdarlehen enthalten, der über die Restlaufzeit der Darlehen aufwandswirksam aufgelöst wird. e. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten unter anderem Beträge für Kundenboni T€ 20.511 (Vorjahr: T€ 18.470), die Restrukturierung T€ 4.751 (Vorjahr: T€ 6.014), ausstehende Eingangsrechnungen T€ 2.229 (Vorjahr: T€ 1.722), Mitarbeiterboni T€ 1.714 (Vorjahr: T€ 1.045), Jubiläumsgeld für Mitarbeiter T€ 673 (Vorjahr: T€ 647) und Altersteilzeit T€ 66 (Vorjahr: T€ 195). f. Verbindlichkeiten Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten ergibt sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel (Werte in Klammern geben Vorjahreszahlen an): Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2023
Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen T€ 15.386 (Vorjahr: T€ 11.167) aus Lieferungen und Leistungen und T€ 5.006 (Vorjahr: T€ 0) Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling. Zur Absicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind folgende Sicherheiten gestellt worden:
3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung a. Umsatzerlöse Die Gesellschaft produziert und vertreibt Dämmstoffe und technische Schäume. Die Umsatzerlöse hierzu teilen sich im Geschäftsjahr nach Ländergruppen wie folgt auf:
Die Gesellschaft erbringt unterschiedliche Dienstleistungen für andere Konzerngesellschaften wie z.B. in der Forschung und Entwicklung. Die Umsatzerlöse hierzu teilen sich im Geschäftsjahr nach Ländergruppen wie folgt auf:
Die Gesellschaft erzielt Erlöse aus Verpachtung. Die Umsatzerlöse hierzu teilen sich im Geschäftsjahr nach Ländergruppen wie folgt auf:
In Summe ergeben sich daraus Umsatzerlöse, nach Ländergruppen aufgeteilt, wie nachfolgend aufgeführt:
b. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus Weiterbelastungen an Konzerngesellschaften. Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Erträge aus der Währungsumrechnung belaufen sich im Geschäftsjahr auf T€ 617 (Vorjahr: T€ 1.044). c. Periodenfremde Erträge Die periodenfremden Erträge im Geschäftsjahr belaufen sich auf T€ 185 (Vorjahr: T€ 289). Diese resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen für das Vorjahr. d. Personalaufwendungen Die Personalaufwendungen betragen T€ 37.631 (Vorjahr: T€ 42.222). Die Personalaufwendungen des Vorjahres enthalten Aufwendungen in Höhe von T€ 6.014 für die Restrukturierung der Gesellschaft (Projekte Channel und Arma25). Die Betriebsstätte Friesenhofen wurde im August 2024 aufgelöst, der Großteil der Produktionsanlagen wurde zum Standort nach Münster verlagert, der übrige Teil wurde an eine Schwestergesellschaft der Armacell GmbH in Serbien ausgelagert. Zusätzlich wurde ein Teil der Verwaltungsaufgaben an ein neugegründetes Shared-Service-Center der Schwestergesellschaft in Polen verlagert. e. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Geschäftsjahr vorrangig aus Weiterbelastungen von Konzerngesellschaften, aus Aufwendungen für Ausgangsfrachten und aus Energiekosten. Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen aus der Währungsumrechnung belaufen sich im Geschäftsjahr auf T€ 429 (Vorjahr: T€ 1.043). Außerdem enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen den sich aus der Anwendung von Artikel 67 Abs. 1 EGHGB ergebenden Verteilungsbetrag in Höhe von T€ 883 (Vorjahr: T€ 883). Periodenfremde Aufwendungen betragen T€ 81 (Vorjahr: T€ 52). f. Abschreibungen Im Berichtsjahr sind außerplanmäßigen Abschreibungen auf Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 2 (Vorjahr: T€ 72) angefallen. 4. Sonstige Angaben a. Haftungsverhältnisse Es besteht eine Mithaftung für an Konzerngesellschaften gewährte Darlehen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Armacell-Gruppe durch einen Finanzinvestor refinanziert wurden. In diesem Zusammenhang sind folgende Sicherheiten gestellt worden:
Eine Passivierung der Haftungsverhältnisse erfolgt nicht, da die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch die verbundenen Unternehmen voraussichtlich erfüllt werden können und daher mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist. b. Mitarbeiter
c Sonstige finanzielle Verpflichtungen
d. Außerbilanzielle Geschäfte Im Jahr 2020 wurde innerhalb der Armacell Gruppe ein ABCP-Programm (Asset Backed Commercial Papers) implementiert. Die Armacell GmbH nimmt an diesem Programm teil und verkauft einen vordefinierten Teil ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um dem Risiko des Forderungsausfalles zu begegnen und das Forderungsmanagement zu optimieren. Zum Stichtag wurden Forderungen von T€ 14.640 (Vorjahr: T€ 14.482) verkauft und ausgebucht. e. Zusammensetzung der Organe Geschäftsführer der Gesellschaft waren die Herren:
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführer belaufen sich im Geschäftsjahr auf T€ 462 (Vorjahr: T€ 362). Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder der bezeichneten Organe und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf T€ 402 (Vorjahr: T€ 393). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen sind zum Geschäftsjahresende Rückstellungen in Höhe von T€ 5.311 (Vorjahr: T€ 5.425) gebildet worden. Die nach § 67 Abs. 2 EGHGB in der Bilanz zum 31. Dezember 2023 noch nicht ausgewiesene Rückstellung beläuft sich auf T€ 0 (Vorjahr: T€ 224). Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr waren die Herren:
Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr insgesamt eine Vergütung von T€ 4 (Vorjahr: T€ 4). Das Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr beläuft sich auf T€ 130. Zwischen der Ultima (Deutschland) GmbH als Organträgerin und der Armacell GmbH als Organgesellschaft wurde mit Abschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages im November 2014 eine ertragsteuerliche Organschaft begründet. Da die Voraussetzungen des § 2 (2) Nr. 2 UStG erfüllt sind, besteht eine umsatzsteuerliche Organschaft mit der Ultima (Deutschland) GmbH. f. Angaben zum Mindeststeuergesetz nach § 285 Nr.30a HGB Die Gesellschaft hat die Auswirkungen des Mindeststeuergesetzes und vergleichbarer ausländischer Gesetze analysiert und rechnet hieraus mit keinen Auswirkungen. g. Konzernverhältnisse Die Muttergesellschaft des kleinsten Konsolidierungskreises ist die Neptune Holdco S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, die den befreienden Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufstellt. Der Konzernabschluss ist über das Handels- und Firmenregister (Registre de Commerce et des Sociétés - RCS) in Luxemburg, Luxemburg, erhältlich. Der Konzernabschluss der Neptune Holdco S.à r.l. wird in Deutschland im Unternehmensregister offengelegt. Mutterunternehmen des größten Konsolidierungskreises ist die Neptune Topco S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg. Der Konzernabschluss ist über das Handels- und Firmenregister (Registre de Commerce et des Sociétés - RCS) in Luxemburg, Luxemburg, erhältlich. Da die Armacell GmbH und ihre Tochtergesellschaft in den befreienden Konzernabschluss der Neptune Holdco S.à r.l. einbezogen werden, ist die Armacell GmbH gemäß § 291 HGB von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen, befreit. Der Konzernabschluss wird nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS erstellt, wobei vom deutschen Recht abweichende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden angewendet werden. Die Abweichungen ergeben sich insbesondere durch:
h. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Für das am 26.04.2022 erworbene Produktionsgelände der ehemaligen Firma Knauf Ceiling Solutions und die damit einhergehende Verlagerung der Produktion vom Standort Friesenhofen nach Münster wurden größere Investitionen getätigt. Die Betriebsstätte Friesenhofen wurde im Jahr 2024 veräußert.
Münster, den 14. Januar 2025 Armacell GmbH Stefan Garmann, Geschäftsführer Daniel Hötger, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens in 2023 nach HGB
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen des Unternehmens Der Armacell Konzern ist ein weltweit aufgestellter Hersteller technischer Isolierungen für den Heizungs- und Sanitärbereich, für die Kälte- und Klimatechnik und für technische Schäume. Die in Deutschland an den Standorten Münster und Friesenhofen produzierende Armacell GmbH befasst sich sowohl mit der Herstellung und dem Vertrieb von Dämmstoffen und Dämmsystemen für haus- und industrietechnische Anwendungen als auch mit dem Produktbereich technischer Schäume. Die hauptsächlich auf Elastomer- und Thermoplasttechnik basierenden Produkte werden zur Dämmung technischer Anlagen verwendet, vor allem in der Baubranche, etwa für die Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik (HLK-K), aber auch in der Automobilindustrie sowie in den Sektoren Verpackung, Schifffahrt und Windenergie. Mit der Entwicklung von Armaflex vor über einem halben Jahrhundert, als ein flexibles Dämmungsprodukt, wurde das neue Branchensegment flexible technische Isolierung geschaffen, das seitdem durch Armacell geprägt wird. Armaflex ist heute eine weltweit vertriebene Marke für flexible Rohrisolierung. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und strengerer Energieeinspargesetze wird die Dämmung von Haustechnik und industriellen Anlagen auch künftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Entwicklung der Armacell GmbH wird durch das Management anhand eines Kennzahlensystems analysiert und gesteuert, welches auf die konzernweite Rechnungslegung nach IFRS gestützt ist. Für die Überwachung des operativen Geschäfts spielen die Beobachtung der Umsatzerlöse sowie das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (EBITDA) auf monatlicher Basis eine wichtige Rolle. In die zur Unternehmenssteuerung verwendeten Umsatzerlöse werden bestimmte Mieterträge und konzerninterne Weiterverrechnungen nicht miteinbezogen, die ab dem Geschäftsjahr 2016 aufgrund der Änderungen durch das BilRUG in den Umsatzerlösen der handelsbilanziellen Berichterstattung auszuweisen sind. Das EBITDA wird für Zwecke der Unternehmenssteuerung um bestimmte Aufwendungen aus konzerninternen Managementumlagen sowie um Einmaleffekte außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bereinigt. Neben den finanziellen Kennzahlen, werden insbesondere in der internen Rechnungslegung auch nichtfinanzielle Kennzahlen zur Steuerung des Unternehmens verwendet. Nichtfinanzielle Kennzahlen für die Produktionssteuerung sind beispielsweise Output-Performance, Line-Speed oder Scrap Rates. Für die Lagersteuerung werden Kennzahlen wie Inbound Volumen und Outbound Volumen, sowie die Anzahl der Picks analysiert, Darüber hinaus gibt es noch allgemeinere nichtfinanzielle Kennzahlen, wie beispielsweise Unfallzahlen oder Abwesenheitsquoten, die zur Steuerung des Unternehmens erhoben und berichtet werden. Die nach IFRS einbezogenen Umsatzerlöse (Bruttoumsatzerlöse ohne Intercompany-Umsätze) der Armacell GmbH liegen im Geschäftsjahr 2023 mit € 210,3 Mio. über dem Vorjahresniveau von € 196,7 Mio., die anvisierten Umsatzziele in Höhe von € 219,6 Mio. wurden nicht erreicht. Die Netto-Umsatzerlöse, hier definiert als Bruttoumsatzerlöse abzgl. sämtlicher Erlösschmälerungen zzgl. Intercompany-Umsätze der Armacell GmbH liegen im Geschäftsjahr 2023 mit € 208,7 Mio. über dem Vorjahresniveau von € 191,6 Mio. und über den anvisierten Umsatzzielen in Höhe von € 208,3 Mio. Das erzielte bereinigte EBITDA in Höhe von € 29,1 Mio. liegt über dem erwarteten bereinigten EBITDA in Höhe von € 28,0 Mio. und liegt unter dem bereinigten EBITDA des Vorjahres in Höhe von € 33,9 Mio. Das bereinigte EBITDA ist hier definiert als das EBITDA nach IFRS bereinigt um Sondereffekte, sogenannte Unusual Items. Die Ermittlung hat sich im Vergleich zum Vorjahresbericht geändert, Intercompany-Fees werden nunmehr nicht mehr hinzugerechnet. Die handelsrechtlichen Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr auf € 222,7 Mio. (Vj. € 202,8 Mio.). Bei der Bilanzierung nach dem HGB erzielt die Armacell GmbH ein EBITDA von € 25,1 Mio. (Vj. € 4,2 Mio.) sowie ein bereinigtes EBITDA von € 20,8 Mio. (Vj. € 8,9 Mio.). Im Gegensatz zur Ermittlung des EBITDA nach IFRS haben sich an der Berechnung des EBITDA nach HGB keine Änderungen ergeben, da Intercompany-Fees bereits in Vorjahren nicht hinzugerechnet wurden. Die Differenz im bereinigten EBITDA zwischen IFRS und HGB beruht im Wesentlichen auf den Unterschieden in der Leasingbilanzierung aufgrund des Standards IFRS 16 sowie den Änderungen in der HGB-Bilanzierung aufgrund BilRUG. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) von April 2024 ist die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % angestiegen (2022: 3,4 % Anstieg) 1. Sowohl die entwickelten Volkswirtschaften als auch die Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichneten Wachstumsgewinne. In Europa entwickelte sich die Wirtschaft mit einer insgesamt positiven Wachstumsrate von durchschnittlich 1,4 % und verschlechterte sich damit im Vergleich zum Vorjahr (2022: durchschnittlich 2,7 %). Deutschland verschlechterte sich um 0,3 % (Vorjahr +1,8 %). Länder wie Spanien, Großbritannien und Polen verzeichneten wiederum positive Wachstumsraten zwischen 0,1 % und 2,5 % (2022: zwischen 1,8 % und 5,8 %) 2. Die Gesellschaft als Teil der Dämmstoffindustrie ist stark abhängig von der Auftragslage der Gewerbetreibenden im Bauhauptgewerbe, selbige sind wiederum abhängig von der oben erwähnten Gesamtwirtschaft sowie dem aktuellen Zinsniveau. Das saison- und kalenderbereinigte Volumenindex des Auftragseingangs im Hochbau It. dem statistischen Bundesamt ist zum Jahresende auf 76,3 (Vorjahr 78,0) gesunken. Der Leitzins lt. EZB stieg zum Jahresende auf 4,5 % (Vorjahr: 2,5 %). Die Dämmstoffindustrie war darüber hinaus 2023 weltweit und in Europa weiterhin durch hohen Wettbewerbsdruck gekennzeichnet.
1 IMF (2024) World Economic Outlook April 2024
2.2. Geschäftsverlauf Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2023 wirkte sich sowohl auf die Armacell-Gruppe als auch auf die Armacell GmbH aus. Auf globaler Ebene verzeichnete die Armacell-Gruppe einen Umsatzanstieg. Die Gesellschaft erzielte im Berichtsjahr handelsrechtliche Nettoumsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren in Höhe von € 208,7 Mio. nach € 191,7 Mio. im Vorjahr. Im Inland gab es in allen wesentlichen Märkten eine erhöhte Nachfrage mit einem entsprechenden Anstieg des Umsatzes. In den übrigen EU-Ländern und in den außerhalb der EU liegenden europäischen Ländern waren ebenfalls jeweils ansteigende Umsatzerlöse zu verzeichnen. In den Ländern außerhalb Europas ist ein Umsatzrückgang zu verzeichnen. 2.2.1. Investitionen Die Gesellschaft investierte in den vergangenen Jahren in den Aufbau neuer und den Ausbau bereits bestehender Produktionsanlagen, vor allem in Gebäude, in Maschinen sowie in Software. Der Umfang der Neuinvestitionen 2023 betrug insgesamt € 12,8 Mio. und verteilte sich zu 59,4 % auf den Ausbau der Produktionsanlagen und sonstiger Sachanlagen, zu 32,5 % auf Grundstücke und Gebäude, und zu 8,1 % auf Software und andere immaterielle Vermögensgegenstände. Die Armacell GmbH hat mit Wirkung zum 26.04.2022 einen anliegenden Produktionsstandort in Münster erworben. Das Gelände umfasst eine Fläche von 65.000m 2 , von denen 30.500m 2 auf Gebäude entfallen. Durch die Akquisition wuchs das Areal der Armacell GmbH an der Robert-Bosch-Straße auf insgesamt 163.348m 2 an. Das Ziel ist es, nach der vollständigen Inbetriebnahme die Produktionskapazität für flexible Elastomere Schäume und auch die Lagerkapazität zu erweitern. Außerdem soll der Bereich Forschung und Entwicklung ausgebaut werden. Der Ausbau des Gebäudes schreitet weiter voran, Wesentliche Umbaumaßnahmen wurden im Juli 2024 abgeschlossen, sodass die geplante Verlagerung der Maschinen vom Standort Friesenhofen nach Münster termingerecht stattfinden konnte. Für 2025 plant die Gesellschaft, die Halle mit weiteren Maschinen zu füllen, Dafür bedarf es noch weiterer kleinerer Umbaumaßnahmen. Der Standort Münster soll weiter zum Center of Excellence für FEF-Produkte im Konzern ausgebaut werden. Ein Teil des Sachanlagevermögens wird an die Armacell Logistics GmbH mittels eines Betriebspachtvertrages vermietet. Diese nutzt die für ihren Betriebsbereich benötigten Vermögensgegenstände zur Erbringung von Serviceleistungen an die Gesellschaft und an Drittfirmen. 2.2.2. Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt an den Standorten Münster und Friesenhofen ohne auszubildende 451 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 476). 2.2.3. Beschaffung Die aufgrund mehrerer Konflikte und globalpolitischer Schwierigkeiten, näheres dazu im Risikobericht, bestehenden Unsicherheiten im Markt haben für Rohstoffpreiserhöhungen und auch teilweise für Verknappungen gesorgt. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses standen vor allem die Energiepreise im Mittelpunkt, die direkten und indirekten Einfluss auf die Rohstoffpreise hatten. Diese Entwicklung sorgte dafür, dass die Rohstoffpreise, trotz sinkender Nachfrage in den Märkten, nur geringfügig nachließen und in einigen Bereichen sogar weiter stiegen. 2.2.4. Forschung und Entwicklung Die Armacell GmbH erbringt Forschungs- und Entwicklungsaufgaben innerhalb des Armacell Konzerns. Dies erfolgt im Auftrag der Armacell Enterprise GmbH & Co. KG. Die Forschung und Entwicklung (F&E) stellt einen wichtigen strategischen Bereich für die Armacell GmbH und den gesamten Konzern dar. Ziel ist es, die Führungsposition in der Anwendung unserer Technik durch die Entwicklung innovativer Produkte zu festigen. Armacell strebt danach, neue Marktsegmente zu entwickeln und innovative neue Produktlösungen auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch weiterhin permanent damit befasst, bestehende Produktlinien weiterzuentwickeln, um Produkteigenschaften zu optimieren und den Kunden einen höheren Mehrwert zu bieten. Die Armacell GmbH hat im Geschäftsjahr 2023 insgesamt € 1,4 Mio. (Vorjahr € 1,7 Mio.) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Berichtsjahr mehr Aufwendungen konzernintern weiterverrechnet. Im Geschäftsjahr 2023 waren bei der Armacell GmbH 29 Mitarbeiter (Vorjahr: 32 Mitarbeiter) im Bereich der Forschung und Entwicklung tätig. 2.3. Lage 2.3.1. Ertragslage Die Armacell GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung in Höhe von € 21,2 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von € 4,8 Mio.), der im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages an die Ultima (Deutschland) GmbH, Münster, abgeführt wird. Die Auftragslage hat sich im Jahr 2023 wie auch im Jahr 2022 als stabil gezeigt. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um € 19,9 Mio. bzw. 9,8% von € 202,8 Mio. auf € 222,7 Mio. Die darin enthaltenen Umsätze aus Warenverkäufen sind im Vergleich zum Vorjahr um € 17 Mio. bzw. um 8,9% gestiegen. Die Umsätze aus Dienstleistungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 26% zu. Ferner sind die Umsätze aus der Verpachtung im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Umsatzsteigerungen wurden sowohl in Deutschland als auch auf europäischen Märkten verzeichnet. In außereuropäischen Ländern gab es einen Umsatzrückgang. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Weiterbelastung von IT- und anderen Dienstleistungen an Konzerngesellschaften, Erträge aus Währungsumrechnung und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Insgesamt sanken die sonstigen betrieblichen Erträge im Vergleich zum Vorjahr um € 1,1 Mio. von € 4,1 Mio. auf € 3,0 Mio. Die Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Erträgen aus Währungskursgewinnen und aus geringeren Weiterbelastungen an Konzerngesellschaften. Der Materialaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um € 7,7 Mio. von € 106,4 Mio. auf € 114,1 Mio., bedingt durch höhere Umsatzerlöse und gestiegene Rohstoffpreise. Der Personalaufwand sank im Vergleich zum Vorjahr um € 4,6 Mio. von € 42,2 Mio. auf € 37,6 Mio. Im Vorjahr wurde eine Restrukturierungsrückstellung gebildet, die Personalaufwendungen in Höhe von € 3,3 Mio. enthält. Die Abschreibungen liegen mit € 4,3 Mio. auf dem Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um € 1,5 Mio. von € 56,0 Mio. auf € 54,5 Mio. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf geringere Intercompany Weiterbelastungen für Managementdienstleistungen zurückzuführen. Die Erträge aus Beteiligungen resultierten aus einer Dividendenausschüttung der Tochtergesellschaft Armacell India Private Limited, Pune/Indien. Die Zinsaufwendungen in Höhe von € 1,3 Mio. (Vorjahr: € 7,5 Mio.) sind im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Mio. gesunken und resultieren im Wesentlichen aus geringeren Zinsen im Rahmen der Pensionsrückstellungen. 2.3.2. Vermögens- und Finanzlage Der Nettobuchwert der immateriellen Vermögensgegenstände ist gegenüber dem Vorjahr um € 0,3 Mio. gestiegen. Der Anstieg reflektiert geleistete Anzahlungen im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände. Der Nettobuchwert des Sachanlagevermögens ist gegenüber dem Vorjahr um € 5,1 Mio. gestiegen, bedingt durch weitere Investitionen, insbesondere aufgrund des Ausbaus des im Jahr 2023 erworbenen Produktionsstandorts in Münster. Bezüglich der Zusammensetzung der Finanzanlagen verweisen wir auf die Erläuterungen im Anhang. Die Finanzanlagen sind im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Der Vorratsbestand ist im Vergleich zum Vorjahr um € 2,8 Mio. gestiegen. Grund dafür ist ein höherer Bestand an unfertigen und fertigen Erzeugnissen, gegenläufig ist der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen gesunken. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um € 0,5 Mio. gesunken. Dies hängt mit einer Verringerung von offenen Forderungen zum Stichtag zusammen. Im Geschäftsjahr sind die Forderungen im Intercompany-Bereich mit € 87,6 Mio. im Vergleich zu € 88,2 Mio. im Vorjahr um € 0,6 Mio. gesunken. Die Verringerung ist auf den normalen Geschäftsverlauf zurückzuführen. Liquide Mittel der Gesellschaft werden im Rahmen des Cash-Poolings an die Armacell International GmbH, Münster, als Cash-Pool-Führerin übertragen. Über das Cash-Pooling wird die Liquidität der deutschen Armacell-Gesellschaften gesteuert. Im Laufe des Geschäftsjahres wurde das Cash-Pooling auf die Armacell International S.A., Luxemburg, als Cash-Pool-Führerin übertragen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich im Vergleich zum Vorjahr um € 0,3 Mio. von € 1,3 Mio. auf € 1,0 Mio. reduziert. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Vorauszahlungen im Rahmen der Beschaffung im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die Verringerung der liquiden Mittel im Vergleich zum Vorjahr um € 0,6 Mio. von € 5,8 Mio. auf € 5,2 Mio. ist auf Kundenzahlungen aus dem ABCP-Programm (sogenannte Asset Backed Commercial Papers) zurückzuführen, die zum Bilanzstichtag noch nicht an die Armacell International S.A. weitergeleitet wurden. Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert € 14,4 Mio. und wird vollständig von der Armacell International GmbH, Münster, gehalten. Die Eigenkapitalquote fiel von 10,76% auf 10,39%. Die langfristigen Rückstellungen enthalten Pensions- und Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Altersteilzeit. Der Anstieg der Pensionsverpflichtungen in Höhe von € 1,9 Mio. von € 68,1 Mio. auf € 70,0 Mio. resultiert im Wesentlichen aus einem geringeren Zeitwert des Deckungsvermögens im Vergleich zum Vorjahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Vergleich zum Vorjahr um € 3,3 Mio. von € 18,4 Mio. auf € 15,1 Mio. gesunken. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben im Wesentlichen eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Im Rahmen der Globalfinanzierung kann die Gesellschaft auf weitere Kredite in ausreichendem Umfang durch die Cash-Pooling-Führerin Armacell International S.A., Luxemburg, zugreifen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um € 0,4 Mio. von € 13,4 Mio. auf € 13,0 Mio. gesunken. Die Entwicklung ist auf einen normalen Geschäftsverlauf zurückzuführen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um € 9,2 Mio. von € 11,2 Mio. im Vorjahr auf € 20,4 Mio. im Berichtsjahr ist mit dem normalen Geschäftsverlauf zu begründen. Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2023 sonstige Verbindlichkeiten von € 1,9 Mio. gegenüber € 5,3 Mio. im Vorjahr aus. Der Rückgang um € 3,4 Mio. gegenüber dem Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen aus der Tilgung fälliger sonstiger Verbindlichkeiten, vorrangig der Begleichung einer Restschuld aus dem Kaufvertrag zur Akquirierung des anliegenden Produktionsstandorts in Münster. Die Liquidität der Gesellschaft war durch die Einbindung in das Cash-Pooling der Armacell International GmbH sowie durch die Inanspruchnahme der vorher erläuterten Kreditlinien jederzeit gewährleistet. 2.3.3. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Die Nettoumsatzerlöse sind im Geschäftsjahr angestiegen. Die Gesellschaft konnte sowohl in Deutschland als auch auf internationalen Märkten jeweils positive Umsatzentwicklungen verzeichnen, lediglich auf dem außereuropäischen Markt sind Umsätze zurückgegangen. Die budgetierten Umsatzerlöse wurden erreicht. Korrespondierend zum Anstieg der Umsatzerlöse erhöhte sich der Materialaufwand entsprechend. Im Wesentlichen bedingt durch im Vergleich zum Vorjahr niedrigere sonstige betriebliche Aufwendungen, geringere Personalaufwendungen sowie geringere Zinsaufwendungen durch Aufzinsung hat sich das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Der Geschäftsverlauf 2023 ist insgesamt zufriedenstellend. 3. Chancen- und Risikobericht Das seit Jahren implementierte Management-Reporting hat sich bei der Erkennung und Begegnung von auf das Unternehmen einwirkenden Risiken bzw. sich bietenden Chancen bewährt. Das Management-Reporting wird als wesentlicher Bestandteil des praktizierten Risikomanagements und als Instrument zur Unternehmenssteuerung verstanden, durch das potenzielle sowie bestehende Chancen und Risiken identifiziert, beobachtet, analysiert bzw. kontrolliert werden können. Im Vergleich zum Vorjahr sind keine wesentlichen Veränderungen bei der Risikobewertung festzustellen. Auf der Beschaffungsseite betrachtet die Gesellschaft als großen Risikofaktor unter anderem Preissteigerungen für Rohmaterialien sowie in diesem Zusammenhang steigende Frachtkosten als auch ansteigende Energiekosten, hervorgerufen durch eine höhere Nachfrage nach Rohmaterialien weltweit, einer Verknappung von verfügbaren Containern aufgrund ungleichmäßigerer regionaler und zeitlicher Verteilung der Nachfrage. Der weiter anhaltende Ukrainekonflikt und der im Oktober 2023 eskalierte Konflikt zwischen Israel und der Hamas führen zu weiteren Verknappungen von Ressourcen und Energieträgern. Zusätzlich führen die Nachwirkungen des Containerschiffunfalls im Suezkanal und anhaltende Angriffe der Huthi-Rebellen (im Jemen) auf Transportschiffe im Roten Meer, die auf den Suezkanal zusteuern, zu steigenden Frachtkosten und bei einer weiteren Verschlimmerung möglicherweise zu deutlich längeren Transportwegen. Den genannten Risiken tritt die Gesellschaft grundsätzlich durch die globale Ausrichtung der Beschaffung entgegen, hinsichtlich der oben genannten besonderen Herausforderungen aber zusätzlich durch eine intensivere Zusammenarbeit mit Lieferanten im Sinne verstärkter Kommunikation. Ziel ist die Vorverlegung von Wunschlieferterminen sowie eine höhere Frequenz in der Aktualisierung von Ablege- und Ankunftszeiten. In der operativen Umsetzung bedeutet dies einerseits intensivere Abstimmungen zwischen den für die Versorgung der Werke zuständigen internen Funktionen, andererseits intensivere Kommunikation mit den Lieferanten und Logistikdienstleistern. Entsprechend war und ist die Versorgung der Werke in Münster und Friesenhofen gesichert und wird aktuell regelmäßig von Seiten der Geschäftsführung und dem globalen Einkauf neu bewertet, sodass rechtzeitig Gegenmaßnahmen wie beschrieben eingeleitet werden können. Außerdem wurden die Sicherheitsbestände wichtiger Rohstoffe erhöht, um das Risiko von drohenden Versorgungsengpässen zu minimieren. Als Kontrollmaßnahme im Hinblick auf ansteigende Energiekosten erfolgt eine regelmäßige Überwachung der Preisentwicklung durch Einkauf und Geschäftsleitung über die Abfrage von Informationen der Bundesnetzagentur. Darauf basierend kann sich eine Neubewertung der Situation ergeben und abgeleitet daraus eine Anpassung des Beschaffungsmodells. Die genannten Maßnahmen sollen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bzw. Vermeidung von Lieferengpässen und Logistikproblemen beitragen. Diese Faktoren führten zu erheblichen Steigerungen bei den Rohstoff- und Betriebskosten. Da sich dieser Trend nicht verlangsamt, war und ist die Gesellschaft zwangsläufig gezwungen als weitere Maßnahme einen außerordentlichen Material- und Betriebskostenzuschlag auf das gesamte Produktsortiment zu erheben. Bei Armacell als global agierendem und auf Wachstum ausgerichtetem Unternehmen kommt der konzernweit in allen Geschäftsbereichen eingesetzten Informationstechnologie (IT) eine stetig wachsende Bedeutung zu. Ähnlich wie bei einem Großteil anderer Produktionsunternehmen auch sieht sich die gesamte Armacell Gruppe dem Risiko einer Bedrohung durch Cyber-Attacken in Bezug auf die IT-Infrastruktur ausgesetzt. Eine Cyber-Attacke könnte beispielsweise den Ausfall von IT gesteuerten Produktionsprozessen verursachen und damit einen Produktionsstillstand bzw. Produktionsausfälle auslösen. Diese könnten zu daraus resultierenden Lieferengpässen oder entsprechenden finanziell negativen Auswirkungen bzw. Schäden führen. Risiken bestehen hier im Hinblick auf die vier Schutzziele Vertraulichkeit, Datensicherheit, Integrität sowie Verfügbarkeit, und sie umfassen insbesondere den unbefugten Zugriff, die Modifikation und den Abzug sensibler elektronischer Unternehmens- oder Kundendaten sowie die mangelnde Verfügbarkeit der Systeme als Folge von Störungen und Katastrophen. Der integre Umgang mit Daten ist ein wesentliches Element für die Korrektheit und Unversehrtheit von Daten sowie die fehlerfreie Funktionsweise von Systemen. Dem Risiko eine Cyber-Attacke begegnet man auf Konzernebene durch Infrastruktur- und Sicherheitsmaßnahmen. Deren Management erfolgt durch ein zentrales Leitungsorgan, dem CIO (Chief Information Officer), welches die lokalen IT-Einheiten in Einklang mit konzernweiten Standards und Best Practice Maßnahmen steuert. Als Folge einer Cyber-Attacke im Dezember 2020 wurden weitere IT-Sicherheitsmaßnahmen implementiert. Eine neue gruppenweit gültige Cyber-Security Policy wurde im Januar 2022 als Präventivmaßnahme verabschiedet. Diese soll als Leitfaden für die gesamte Organisation dienen und möglichen Gefahren für Unternehmensdaten und IT-Infrastruktur vorbeugen. Als weiterer Präventivbaustein wurde für die Mitarbeiter ein Online-Training mit Nachweispflicht implementiert. Es verbleibt ein latentes Risiko einer Cyber-Attacke, weil die getroffenen Schutzmaßnahmen keine absolute Erfolgsgarantie bieten. Aufgrund nahezu ausschließlicher Ein- und Verkäufe in Euro beeinflussen Fremdwährungsvolatilitäten das Ergebnis der Gesellschaft nur in einem geringen Maße. Derivative Produkte setzt die Gesellschaft nicht ein. Daneben besteht grundsätzlich ein mittleres Risiko im Zusammenhang mit dem Ausfall von Forderungen. Durch die Implementierung des ABCP-Programmes wird diesem Risiko begegnet. Liquiditätsrisiken können durch die Einbindung der deutschen Gesellschaften in das Cashpooling Verfahren der Armacell International S.A. kompensiert werden sowie durch die Inanspruchnahme der gruppenweit zur Verfügung stehenden Kreditlinien. In diesem Zusammenhang stellen steigende Zinsen ein niedriges Risiko dar. Armacell hat auf Ebene der deutschen Holdinggesellschaften und der Armacell International S.A. Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen, die diese potenzielle Gefahr einschränken. Die Gesellschaft kann jederzeit auf Kreditlinien der Armacell International S.A. zugreifen. Dem Risiko des Fachkräftemangels stellt sich Armacell durch eine Verbesserung der unternehmenseigenen Personalbeschaffungsstrategien als auch durch das Hinzuziehen externer Recruiter. Zusätzlich werden im Falle kurzfristigen Personalmangels der Service externer Dienstleister in Anspruch genommen. Die Gesellschaft hat auf dem außereuropäischen Markt einen Rückgang der Umsätze festgestellt. Dieser Trend konnte allerdings nicht in den europäischen Ländern festgestellt werden. Die internationale Ausrichtung der Firma trägt zu einer Risikodiversifizierung bei, durch die das Risiko auf mehrere Märkte gestreut wird, sodass Entwicklungen auf einzelnen Märkten keinen größeren Effekt auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens haben. Aufgrund der voraussichtlich anhaltenden Verteuerung von Energie und der weiteren Notwendigkeit, CO 2 -Emissionen zu senken, wird der Bedarf nach hochleistungsfähigen Dämmstoffen steigen. Als Hersteller energieeinsparender Dämmstoffe sieht Armacell damit eine Chance, sowohl mehr Volumen als auch höherwertige Produkte für energieeinsparende Maßnahmen in unseren Hauptabsatzmärkten vertreiben zu können. Große, unternehmerische Chancen finden sich in der stetigen Weiterentwicklung bestehender Produkte und in der Erschließung neuer Anwendungsbereiche. Diese Weiterentwicklung bietet der Armacell GmbH die Möglichkeit, Marktanteile im In- und Ausland zu gewinnen und bestehende Geschäftsbeziehungen weiter auszubauen. Insbesondere weist die Gesellschaft in diesem Zusammenhang auf die Einführung von "ArmaGel" hin, welches das bestehende Produktportfolio ergänzt und abrundet sowie die Weiterentwicklung des Portfolios rund um das Thema "Passive Fire Protection" hin. Zur nachhaltigen Verbesserung von Prozessen treibt die Unternehmensleitung Initiativen voran wie z. B. das fortlaufende WAM (World Class Armacell Mindset) Programm oder wie in jüngster Vergangenheit die "Beyond Better" Kampagne. Innerhalb des WAM-Programms wurden bisher Prozesse im Produktionsbereich bewertet. Dieses Programm wird auch auf administrative Bereiche angewendet. Ziel u. a dieser Maßnahmen ist es einerseits Wachstum zu generieren und durch eine klare Marktorientierung mit flexiblen und reaktionsfähigen Marktstrategien in bestehenden und neuen Märkten erfolgreich zu sein, andererseits fortlaufend an Optimierung der internen Kostenstrukturen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten. Gesamtaussage zur Risikosituation Aus heutiger Sicht bestehen keine Risiken, die den Bestand bzw. die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen oder gefährden. Die Geschäftsleitung und das Management der Armacell GmbH haben sich für die nachfolgenden Jahre bestens vorbereitet und klare Zielsetzungen definiert. Grundsätzlich werden weitere Maßnahmen getroffen, mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, Kosten zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Als größtes Risiko betrachtet die Gesellschaft die Situation um die Preissteigerungen für Rohmaterialien und Frachtkosten. Das Risiko einer Cyber-Attacke wird als jederzeit latentes, jedoch nicht unmittelbar akutes Risiko eingeschätzt. 4. Prognosebericht Aufgrund der derzeitigen und in den Folgejahren prognostizierten ansteigenden Energiekosten und der weiteren Notwendigkeit der Senkung der CO 2 -Emissionen gehen wir in unseren Planungen weiterhin davon aus, dass der Bedarf nach hochleistungsfähigen Dämmstoffen steigen wird. Das Ziel ist durch sehr gute Arbeit im Vertriebsbereich neue Kunden auf den Kernmärkten zu gewinnen, das bestehende Geschäft mit bereits vorhandenen Kunden im Bereich der Elastomere weiter auszubauen sowie durch Produktinnovationen im Bereich Akustik zusätzliches Geschäft zu generieren. Die Situation auf den Rohstoff- und Energiemärkten ist aktuell sehr angespannt. Als Folge der Corona Pandemie und des Ukrainekonflikts steht die Armacell GmbH vor der Herausforderung sowohl steigender Rohstoff- und Energiepreise als auch steigender Frachtkosten. Als Gegenmaßnahmen sollen interne Projekte zur Kostenreduzierung sowie die Weitergabe der Preissteigerungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten an die Kunden dem entgegenwirken. Im Geschäftsjahr 2024 rechnet die Gesellschaft im Vergleich zu 2023 bei anhaltenden Konflikten mit höheren Bruttoumsatzerlösen ohne Intercompany-Umsätze. Die Kennzahl Netto-Umsatzerlöse inklusive Intercompany-Umsätze wird geringfügig sinken. Das bereinigte EBITDA, das für die Unternehmenssteuerung verwendet wird, wird signifikant steigen. Die Gesellschaft plant nach IFRS für das Geschäftsjahr 2024 mit höheren Bruttoumsatzerlösen ohne Intercompany-Umsätze in Höhe von € 212,9 Mio., mit sinkenden Netto-Umsatzerlösen inklusive Intercompany-Umsätze in Höhe von € 253,1 Mio. und mit einem steigenden bereinigten EBITDA in Höhe von € 30,9 Mio.. Eine Budgetierung nach Handelsrecht erfolgt nicht. Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung wurden die geplanten Werte nicht erreicht. Sowohl die Kennzahl Bruttoumsatzerlöse ohne Intercompany-Umsätze als auch die Kennzahl Netto-Umsatzerlöse inklusive Intercompany-Umsätze ist geringer ausgefallen als geplant. Beim bereinigten EBITDA ist inzwischen ein Rückgang zu erwarten. Für 2025 wird erwartet, dass sämtliche Kennzahlen im Vergleich zum aktuellen Forecast des Geschäftsjahres 2024 steigen. 5. Erklärung der Unternehmensführung/Frauenquote 3 Die Armacell GmbH bekennt sich zur gleichberechtigten Förderung von Frauen und Männern im Berufsleben. Bereits heute befinden sich Frauen in Führungspositionen und auch in Zukunft soll im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben die vom Gesetzgeber gewünschte Zielquote erreicht oder sogar überschritten werden. Dementsprechend hat sich die Gesellschaft folgende Zielgrößen gesetzt:
3 Die Angaben im Abschnitt "Erklärung zur
Unternehmensführung/Frauenquote" sind ungeprüft.
6. Sonstige Angaben Die Armacell GmbH unterhält eine Zweigniederlassung im Stadtteil Friesenhofen der Kreisstadt Leutkirch im Allgäu. Die Betriebsstätte wurde im Jahr 2024 veräußert, die Produktion wurde nach Münster und zu einer ausländischen Schwestergesellschaft verlagert.
Münster, den 14. Januar 2025 Armacell GmbH Stefan Garmann Daniel Hötger |
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