Nur Hier GmbHLiquidiert

22041 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Lübeck HRB 23875 HL
Eingetragen
13.9.2010
Branche
Einzelhandel mit Back- und SüßwarenHerstellung von Backwaren, ohne DauerbackwarenHerstellung von Dauerbackwaren
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Bäckerei und Konditorei, von Cafégeschäften und Imbissbetrieben sowie Cateringservice und der Einzelhandel mit Lebensmitteln.

Historie

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Nur Hier GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Bilanz zum 31. Dezember 2017

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche und Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 233.644,00   253.718,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 27.500,00   37.500,00
3. geleistete Anzahlungen 120.000,00   93.625,00
    381.144,00 384.843,00
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 739.961,00   778.652,00
2. technische Anlagen und Maschinen 6.998,00   14.794,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 595.032,00   805.748,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 102.733,68   29.094,77
    1.444.724,68 1.628.288,77
III. Finanzanlagen      
- Genossenschaftsanteile   30.000,00 30.000,00
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte      
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 46.740,06   24.463,90
2. fertige Erzeugnisse und Waren 24.165,79   18.186,78
    70.905,85 42.650,66
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 576.616,53   858.332,45
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.210.449,57   2.325.600,45
3. sonstige Vermögensgegenstände 503.583,94   539.787,39
    4.290.650,14 3.723.720,29
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks   712.359,04 629.440,73
C. Rechnungsabgrenzungsposten   20.836,03 3.957,46
    6.950.619,74 6.442.910,93

PASSIVA

     
    Geschäftsjahr Vorjahr
  Euro Euro Euro
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital   100.000,00 100.000,00
II. Gewinnvortrag   3.619.589,45 3.172.844,80
III. Jahresüberschuss   491.160,16 446.744,65
B. Rückstellungen      
1. Steuerrückstellungen 109.614,98   126.330,00
2. sonstige Rückstellungen 138.300,00   172.500,00
    247.914,96 298.830,00
C. Verbindlichkeiten      
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 221.552,52   731.955,73
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 114.938,10 (Vorjahr Euro 510.404,60)      
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 61.046,26   0,00
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 61.046,26 (Vorjahr Euro 0,00)      
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 492.652,01   591.545,67
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 492.652,01 (Vorjahr Euro 591.545,67)      
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.484.423,14   915.556,71
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 1.484.423,14 (Vorjahr Euro 915.556,71)      
5. sonstige Verbindlichkeiten 232.261,20   185.433,37
- davon aus Steuern Euro 2.069,26 (Vorjahr Euro 2.783,61)      
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit Euro 659,57 (Vorjahr Euro 8.755,17)   2.491.955,13 2.424.491,48
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 232.281,20 (Vorjahr Euro 185.433,37)      
    6.950.619,74 6.442.910,93

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2017 bis 31.12.2017

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro
1. Umsatzerlöse   27.232.784,69 27.047.927,31
2. sonstige betriebliche Erträge   1.137.998,97 1.140.693,67
3. Materialaufwand      
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 11.176.071,64   10.529.404,42
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.598.613,85   3.818.619,20
    14.774.685,49 14.348.023,62
4. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter 130.102,42   237.383,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 48.343,90   79.871,82
- davon für Altersversorgung Euro 796,60 (Vorjahr Euro 1.127,70)   178.446,32 317.255,02
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   553.761,31 515.770,33
6. sonstige betriebliche Aufwendungen   12.007.703,32 12.135.437,61
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens   2.400,00 2.400,00
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   67.912,67 5.971,85
- davon aus verbundenen Unternehmen Euro 66.300,26 (Vorjahr Euro 4.043,44)      
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   37.334,58 52.583,39
- davon aus der Abzinsung von Rückstellungen Euro 745,88 (Vorjahr Euro 1.116,80)      
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   393.142,33 359.331,51
11. Ergebnis nach Steuern   496.022,98 468.591,35
12. sonstige Steuern   4.862,80 21.846,70
13. Jahresüberschuss   491.160,18 446.744,65

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

der Nur Hier GmbH, Hamburg

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Firma: Nur Hier GmbH
Sitz: Hamburg
Registergericht: Amtsgericht Hamburg, HRB 115170

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) und des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gem. § 267 Abs. 2 HGB auf. Sie wendet jedoch freiwillig - aber nicht vollumfassend - die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gem. § 267 Abs. 3 HGB an. Die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften nach § 288 Abs. 2 HGB wurden in Anspruch genommen. Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt unter Anwendung der §§ 266 ff. und § 275 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird auf Basis des Gesamtkostenverfahrens aufgestellt.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet.

Die Bewertung wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going-Concern-Prinzip gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) vorgenommen, da dieser Annahme keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten entgegenstehen.

Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige handelsrechtliche Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungsdauer des Firmenwertes wurde dabei korrespondierend zur Laufzeit der Schutzdauer für die eingetragenen Markenrechte sachgerecht mit zehn Jahren festgelegt.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige handelsrechtliche Abschreibungen, ausgewiesen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen ausschließlich linear. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert zwischen TEuro 0,2 und TEuro 0,4 werden, soweit nicht als Erstausstattung behandelt, im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwendbarkeit usw. ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur Berücksichtigung des allgemeinen Ausfall- und Kreditrisikos werden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Einzeln abgrenzbare Debitorenrisiken werden dabei separat beurteilt und entsprechend einzelwertberichtigt.

Forderungen an verbundene Unternehmen werden mit dem Nennwert bewertet.

Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert angesetzt.

Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, werden in dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Rückstellungen sind dabei in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Abschlussstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Jahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank monatlich bekannt gegeben werden.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des in der Bilanz erfassten Anlagevermögens ist in Form eines Brutto-Anlagenspiegels auf der Folgeseite dargestellt.

Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Übersicht der Nutzungsdauer-Bandbreiten

Position Nutzungsdauern
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2 bis 10 Jahre
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 1 bis 33 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 1 bis 10 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 10 Jahre

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen ausschließlich gegen die Gesellschafterin und beinhalten im Wesentlichen kurzfristige Darlehensforderungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag) für 2017, Kautionen von Franchisenehmem und Boniansprüche gegen Lieferanten.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft im Wesentlichen abzugrenzende städtische Gebührenzahlungen sowie Servicegebühren.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag unverändert TEuro 100.

Die Steuerrücksteilungen bestehen für erwartete Steuernachzahlungen (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag) für die Jahre 2015 und 2016 und für Gewerbesteuer-Nachzahlungen 2017.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für kurzfristige Prozessrisiken von TEuro 45 (Vj. TEuro 53), für ausstehende Rechnungen von TEuro 44 (Vj. TEuro 62) sowie für Personallasten von TEuro 22 (Vj. TEuro 28).

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind ausschließlich Darlehensverbindlichkeiten enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten in Höhe von TEuro 1.315 (Vj. TEuro 916) kurzfristige Verbindlichkeiten gegen die Gesellschafterin aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen insbesondere von Pächtern erhaltene Kautionen (TEuro 154, Vj. TEuro 149).

Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel (RLZ = Restlaufzeit) zusammengefasst dargestellt:

RLZ
bis 1 Jahr
RLZ
größer 1 Jahr
davon RLZ
größer 5 Jahre
Gesamt
TEuro TEuro TEuro TEuro
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 114,9 106,7 0,0 221,6
(Vorjahr) (510,4) (221,6) (0,0) (732,0)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 61,0 0,0 0,0 61,0
(Vorjahr) (0,0) (0,0) (0,0) (0,0)
Waren-/Leistungsverbindlichkeiten 492,6 0,0 0,0 492,6
(Vorjahr) (591,5) (0,0) (0,0) (591,5)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.484,4 0,0 0,0 1.484,4
(Vorjahr) (915,6) (0,0) (0,0) (915,6)
sonstige Verbindlichkeiten 232,3 0,0 0,0 232,3
(Vorjahr) (185,4) (0,0) (0,0) (185,4)
Stand zum 31. Dezember 2017 2.385,2 106,7 0,0 2.491,9
(Vorjahr) (2.202,9) (221,6) ) (0,0 (2.424,5)

Durch Bürgschaften oder ähnliche Rechte (Sicherungsübereignungen) erfolgt eine vollständige Besicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Ferner bestehen für Verbindlichkeiten im üblichen Umfang branchenüblich bzw. kraft Gesetzes haftende Sicherheiten.

Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse (§§ 251, 268 Abs. 7 HGB).

Angaben nach § 285 Nr. 3 HGB

Im Rahmen von sale-and-lease-back-Geschäften werden der Gesellschaft regelmäßig neue Filialeinrichtungen zugeführt. Der Zweck liegt in einer Optimierung der Liquidität und der bilanziellen Kennzahlen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden erworbene Filialeinrichtungen für TEuro 1.248 (Vj. TEuro 1.115) an Leasinggesellschaften veräußert und zurückgeleast (sale and lease back). Die hieraus einschließlich ähnlicher Geschäfte in Vorjahren resultierenden Leasingraten belaufen sich auf insgesamt rd. TEuro 1.964 (Vj. TEuro 2.152).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 285 Nr. 3a HGB), die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:

2017 2016
TEuro TEuro
a) Mietverpflichtungen füt die Dauer von drei Monaten bis 140 Monate 25.688 27.472
- davon mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr 4.849 4.577
- davon mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahre 6.370 7.978
b) Leasingverpflichtungen für die Dauer von einem Monat bis 53 Monate 3.236 3.930
- davon mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr 1.084 1.790
- davon mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahre 0 0
c) Bestellobligo aus Investitionsvorhaben 48 79

2. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt und enthalten im Wesentlichen Erlöse aus Backwarenlieferungen und Provisionserlöse aus Franchiseverträgen sowie in geringerem Umfang Kassenumsatzerlöse von eigenen Filialen, Erlöse aus Backwarenlieferungen an die Gesellschafterin sowie sonstige Leistungserlöse.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten insbesondere Erträge aus Weiterbelastungen von Kosten an Franchisenehmer sowie periodenfremde Erträge von TEuro 77 (Vj. TEuro 121), die überwiegend aus Nebenkosten- und Energiekostenerstattungen resultieren.

Der Personalaufwand beinhaltet Löhne und Gehälter sowie Sozialabgaben der in der Verwaltung und im Vertrieb beschäftigten eigenen Mitarbeiter.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen enthalten ausschließlich planmäßige Abschreibungen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Miet- und Leasingaufwendungen sowie Frachtkosten und Energiekosten für die Filialen enthalten, Ferner sind periodenfremde Aufwendungen von TEuro 85 (Vj. TEuro 46) enthalten.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten Zinserträge aus Forderungen an verbundene Unternehmen von TEuro 66 (Vj. TEuro 4).

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen umfassen insbesondere Zinsen für Darlehen von Kreditinstituten.

Neben den zuvor genannten Beträgen enthalten die Posten, der Gewinn- und Verlustrechnung keine weiteren periodenfremden und/oder außergewöhnlichen Aufwendungen und Erträge größeren Umfangs.

IV. Sonstige Angaben

Angaben nach § 285 Nr. 14 HGB

Unsere Gesellschaft gehört zum Konzern der Muttergesellschaft Erste Candy-Beteiligungs GmbH, Hamburg, die einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht gemäß § 290 HGB aufstellt, die im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

Angaben nach § 285 Nr. 17 HGB

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 berechnete Gesamthonorar ist in der entsprechenden Anhangsangabe des Konzernabschlusses zum 31.12.2017 der Erste Candy-Beteiligungs GmbH, Hamburg, enthalten.

Angaben nach § 285 Nr. 23 HGB

Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken im Zusammenhang mit einer variabel verzinslichen Darlehensfinanzierung über Euro 2,5 Mio. war ein Payer-Zinsswap über nominal Euro 2,5 Mio. mit einem Festzinssatz von 2,19% p.a. abgeschlossen. Die Darlehensfinanzierung ist im Hinblick auf Nennbetrag, Laufzeit und Konditionen an dem Zinssatzswap ausgerichtet, so dass Darlehen und Zinssatzswap in der Folge einen effektiven Hedge (Micro-Bewertungseinheit) darstellen. Die Beurteilung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung erfolgt durch den Vergleich der wertbestimmenden Parameter (sog. critical terms match-Methode). Aufgrund der Betragsidentität und der Kongruenz der Laufzeiten, der Zinssätze und der Zins- und Tilgungstermine gleichen sich die gegenläufigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme zwischen dem 04.10.2010 und dem 03.01.2018 vollständig aus. Die Bilanzierung erfolgt nach der sog. "Einfrierungsmethode". Das Darlehen war am 29.12.2017 vollständig getilgt. Der Zinsswap ist am 03.01.2018 ausgelaufen. Nach der mark-to-market-Bewertung ergibt sich Rh. den Zinsswap ein Wert von TEuro -0,6 (Vj. TEuro -8) zum Bilanzstichtag.

Nachtragsberichterstattung

Vorgänge von besonderer Bedeutung mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach dem Ende des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

Zahl der Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 6 Mitarbeiter in Vollzeit (Vj. 8), keine Mitarbeiter in Teilzeit (Vj. 0) sowie keinen Auszubildenden (Vj. 0).

Gesellschaftsorgane

Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr die Herren

 

Kaufmann Ralf von Allwörden, Seedorf

 

Konditormeister Manfred von Allwörden, Grönwohld

 

Kaufmann Jan von Allwörden, Hamburg.

Sie sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Ergebnisverwendung:

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss von T€ 491 zusammen mit dem Gewinnvortrag von T€ 3.620 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, den 31. März 2018

Ralf von Allwörden

Manfred von Allwörden

Jan von Allwörden

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2017

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2017 Zugänge Abgänge Umbuchungen
(+/-)
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2017
EURO EURO EURO EURO EURO
A. Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 595.571,79 12.670,78 0,00 93.625,00 701.867,57
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 100.000,00 0,00 0,00 0,00 100.000,00
3. geleistete Anzahlungen 93.625,00 120.00,00 0,00 -93.625,00 120.000,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 789.196,79 132.670,78 0,00 0,00 921.867,57
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.332.696,02 92.883,12 5.730,88 0,00 1.419.848,26
2. technische Anlagen und Maschinen 61.089,28 0,00 0,00 0,00 61.089,28
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.517.107,61 261.413,41 277.600,87 0,00 2.500.920,15
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 29.094,77 73.638,91 0,00 0,00 102.733,68
Summe Sachanlagen 3.939.987,68 427.935,44 283.331,75 0,00 4.084.591,37
III. Finanzanlagen          
Genossenschaftsanteile 30.000,00 0,00 0,00 0,00 30.000,00
Summe Finanzanlagen 30.000,00 0,00 0,00 0,00 30.000,00
Anlagevermögen insgesamt 4.759.184,47 560.606,22 283.331,75 0,00 5.036.458,94
kumulierte Abschreibungen 01.01.2017 Abschreibung Geschäftsjahr Abgänge Umbuchungen
(-/+)
kumulierte Abschreibungen 31.12.2017
EURO EURO EURO EURO EURO
A. Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 341.853,79 126.369,78 0,00 0,00 468.223,57
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 62.500,00 10.000,00 0,00 0,00 72.500,00
3. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 404.353,79 136.369,78 0,00 0,00 540.723,57
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 554.044,02 131.571,12 5.727,88 0,00 679.887,26
2. technische Anlagen und Maschinen 46.295,28 7.796,00 0,00 0,00 54.091,23
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.711.359,61 278.024,41 83.495,87 0,00 1.905.888,15
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 2.311.698,91 417.391,53 89.223,75 0,00 2.639.866,69
III. Finanzanlagen          
Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Anlagevermögen insgesamt 2.716.052,70 553.761,31 89.223,75 0,00 3.180.590,26
Buchwert
31.12.2017
Buchwert
31.12.2016
EURO EURO
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 233.644,00 253.718,00
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 27.500,00 37.500,00
3. geleistete Anzahlungen 120.000,00 93.625,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 381.144,00 384.843,00
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 739.961,00 778.652,00
2. technische Anlagen und Maschinen 6.998,00 14.794,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 595.032,00 805.748,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 102.733,68 29.094,77
Summe Sachanlagen 1.444.724,68 1.628.288,77
III. Finanzanlagen    
Genossenschaftsanteile 30.000,00 30.300,00
Summe Finanzanlagen 30.000,00 30.000,00
Anlagevermögen insgesamt 1.855.868,68 2.043.131,77

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

I. Grundlagen des Unternehmens

Die Nur Hier GmbH ist ein am Markt gut positioniertes, erfolgreich wirtschaftendes Bäckereiunternehmen. Mit 112 Filialen in Hamburg und Schleswig-Holstein kann unsere Gesellschaft eine gute Marktdurchdringung im Großraum Hamburg vorweisen. Für unsere Kunden steht beim Einkauf der "gute Geschmack" an erster Stelle, gefolgt von hohen Anforderungen an "Frische" und "Qualität" unserer Produkte. Diese Ansprüche formulieren die oberste Maxime, an der die Nur Hier GmbH ihr wirtschaftliches Handeln ausrichtet.

Für unsere Backwaren werden nur Wasser, Mehl, Hefe und Salz sowie weitere natürliche Zusatzstoffe wie Körner oder Saaten höchster Qualität verarbeitet. Backmischungen, Konservierungsstoffe und gentechnisch veränderte Rohstoffe werden möglichst nicht verwendet. Regelmäßige Qualitätskontrollen, auch durch externe Sachverständige, gewährleisten einwandfreie, hochwertige Backwaren- und Konditoreiprodukte. Daneben zählen Mittagsgerichte und Snacks, die ständig weiterentwickelt werden, zum ständig wechselnden Angebot der Nur Hier GmbH.

Der Ausschank von kalten und warmen Getränken, beispielsweise auch von verschiedenen Kaffeespezialitäten, rundet das Angebot in den Filialen" ab und positioniert die Nur Hier GmbH in dem oben beschriebenen Wettbewerbsumfeld an der richtigen Stelle.

II. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Eckdaten

Auch in 2017 erwies sich das Deutsche Bäckerhandwerk als stabile Säule des deutschen Mittelstandes. So konnte sich das Bäckerhandwerk trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen behaupten. Der Jahresumsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Mrd. Euro auf 14,48 Mrd. Euro, der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb erhöhte sich von TEuro 1.218 auf TEuro 1.276.

Mit 11.347 Meisterbetrieben und 273.700 Mitarbeitern zählt das deutsche Bäckerhandwerk auch 2017 zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Deutschlands. In 2017 absolvierten rund 6% der Beschäftigten, also rund 17.300 Lehrlinge ihre Ausbildung zur/m Bäcker/in oder Bäckereifachverkäufer/in.

Alljährlich ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Marktdaten für den Brotmarkt. Laut dieser Studie kauften die privaten Haushalte 2017 in Deutschland rund 1.747.000 Tonnen Brot. Dies entspricht einer Zunahme von 1,3% gegenüber dem Vorjahr. Erstmals seit vielen Jahren hat der Brotverkauf wieder zugenommen. Auch wenn der Wandel der Gesellschaft weiter voranschreitet und die drei Hauptmahlzeiten am heimischen Tisch längst durch viele kleine Snacks zwischendurch ersetzt worden sind, erfreut sich das Brot weiterhin einer großen Beliebtheit bei den Konsumenten. Die Käuferreichweite für Brot lag wie im Vorjahr konstant bei 98,5%, das heißt von 1.000 Haushalten in Deutschland kauften 985 im Jahr 2017 mindestens einmal Brot. Dieser Wert ist seit Jahren stabil. Die durchschnittliche Einkaufsmenge von Brot je Käuferhaushalt lag im Jahr 2017 bei 44,1 kg. Im Jahr 2016 waren es noch 45,9 kg. Dabei ist zu erwähnen, dass es immer mehr Ein- oder Zweipersonenhaushalte in Deutschland gibt. Durchschnittlich fanden pro Käufer und Jahr 46,4 Einkäufe statt (im Vorjahr 47,6).

Neben dem Handel mit Back- und Konditoreiwaren ist der Außer-Haus-Markt der zweite wichtige Absatzkanal für das Bäckerhandwerk. Der private Außer-Haus-Konsum gewinnt in Deutschland stetig an Bedeutung. Immer mehr Menschen nutzen das vielfältige gastronomische Angebot und verzichten zugunsten von regelmäßigen Besuchen in Restaurants, Kantinen, Bäckereien und Imbissen auf das Essen am heimischen Küchentisch. Laut dem CRESTonline Verbraucherpanel der npdgroup Deutschland gaben deutsche Verbraucher in 2017 ca. 4 Prozent mehr für gastronomische Leistungen aus als im Vorjahr (in 2016 insgesamt 75,8 Milliarden Euro).

Von der positiven Umsatzentwicklung profitierten alle vier Marktsegmente (Bediengastronomie und Hotels, Schnellgastronomie und Imbisse, Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung sowie die Erlebnis- und Freizeitgastronomie) gleichermaßen. Zum dritten Jahr in Folge fiel das Plus am stärksten in der Kategorie Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung (+3 Prozent) aus, gefolgt von der Schnellgastronomie (+2 Prozent), der Erlebnis- und Freizeitgastronomie (+2 Prozent) sowie der klassischen Bediengastronomie und Hotellerie (+1 Prozent).

Treibende Kräfte für diesen Umsatzanstieg im deutschen Außer-Haus-Markt sind erneut höhere Ausgaben pro Besuch, wachsende Besucherzahlen in Restaurants, Kantinen und Imbissen sowie ein ausgewogeneres Preis-Leistungs-Verhältnis, welches auch die Qualität der angebotenen Speisen berücksichtigt. In 2017 stiegen die Ausgaben pro Besuch um rund 2 Prozent auf ca. 6,67 Euro an. Die Anzahl der Besuche erhöhte sich um 2 Prozent (Vorjahr: 0,7 Prozent) auf rund 11,9 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Bei geschätzt knapp 81 Millionen Einwohnern in Deutschland ging jeder im vergangenen Jahr durchschnittlich mehr als 143 Mal außer Haus essen und gab dabei insgesamt mehr als 970 Euro (Vorjahr: 930 Euro) aus.

Im Segment der Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung sind die Umsatzzuwächse durch mehr Frequenz und höhere Ausgaben sowie auf die gute Wirtschaftskonjunktur und die damit verbundene hohe Zahl an Erwerbstätigen, die hohe Studentenzahl und die zunehmende Einführung von Ganztagsschulen in Deutschland zurückzuführen.

Die Zeichen im deutschen Außer-Haus-Markt stehen auch weiterhin auf Wachstum. Dies bestätigen auch die anhaltend positiven Ergebnisse des GV-Barometers 2018, dass traditionell im Vorfeld der INTERNORGA Messe in Hamburg erhoben wird und der Ernährungsindustrie eine Orientierung über das Investitions- und Innovationsklima in der Großverbraucher-Branche gibt.

In Zukunft werden vor allem die steigende Bereitschaft der Konsumenten mehr Geld in der Gastronomie auszugeben, der Bedarf, fehlendes Kochwissen durch einen Restaurantbesuch zu kompensieren, sowie der Wunsch nach Transparenz und Nachhaltigkeit, einen zunehmenden Einfluss auf die Entwicklungen im deutschen Außer-Haus-Markt haben. Größere Flexibilität und Mobilität im Alltag führen außerdem dazu, dass die Produkte im Außer-Haus-Markt verstärkt zum Mitnehmen ("to go") verfügbar sein werden.

Entwicklung der Energie- und Rohstoffmärkte

Die Energiekosten sind auch im vergangenen Jahr kontinuierlich gesunken und haben 2017 einen neuerlichen Rutsch vollzogen. Der diesbezügliche Energiekosten-Index (EKI) des Freiburger Öko-Instituts und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt zwischen März 2016 und März 2017 ein Minus von 11,3 Prozent.

Die Kosten für die Öl- und Gasbeschaffung fielen für deutsche Unternehmen im genannten Zeitraum um fast 18 Prozent. Die Stromkosten sanken um gut sechs Prozent.

Die Situation bei den Großhandelspreisen für Mehl und Getreideprodukte haben sich im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls deutlich entspannt.

Der enorme Kostendruck, der das Bäckereihandwerk in den vergangenen Jahren begleitet hat, hat sich aufgrund dieser Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr damit deutlich reduziert.

Bäckerhandwerk im Strukturwandel

Wie schon in den vergangenen Jahren unterliegt das Backgewerbe einem wirtschaftlichen Strukturwandel, der in den letzten Jahren durch einen deutlich erkennbaren Konzentrationsprozess auf dem Backwarenmarkt geprägt ist. Dieser Prozess hat sich auch im Jahr 2017 fortgesetzt. So sank die Anzahl der Betriebe im Bäckereihandwerk von rund 11.737 zu Jahresbeginn auf nunmehr noch 11.347 Betriebe zum Jahresende. Dabei erwirtschafteten schon 2016 die 4,8% der Betriebe mit einem Jahresmindestumsatz von Euro 5 Mio. und mehr 66,9% des Gesamtumsatzes von Euro 14,29 Mrd. Diese bereits in den Vorjahren erkennbare Tendenz hat sich auch 2017 weiter fortgesetzt. Ein ähnliches Bild spiegelt die Mitarbeiteranzahl je Betrieb wieder. Waren hier beispielsweise 2008 durchschnittlich noch 18,8 Mitarbeiter je Betrieb beschäftigt, lag die Anzahl in 2017 schon bei 24,1 Mitarbeitern. Ursachen für diesen Wandel lassen sich in allen Stufen der Wertschöpfungskette, dem Einkauf, der Produktion und dem Vertrieb finden.

Während sich die Beschaffungsseite im Bereich der Rohstoffe und Energie entspannen, ziehen, nicht zuletzt durch die Einführung des Mindestlohns, die Lohnkosten an.

Wie auch schon in den Vorjahren erlauben Fortschritte in der Produktions- und Lebensmitteltechnik eine effizientere und qualitativ höherwertigere Herstellung von Backwaren. Dieses impliziert aber auch einen Investitionsdruck, dem kleine und mittelständische Unternehmen nur mit Mühe nachkommen können.

Neben verschiedenen Vertriebs- und Logistikkonzepten, die eine differenziertere Distribution und Vermarktung der produzierten Backwaren ermöglichen, stellt das veränderte Konsumentenverhalten bzw. verschiedene Ernährungstrends die Bäckereibetriebe vor immer neue Herausforderungen.

Zurzeit stehen zwei große Trends im Fokus, welche das Konsumentenverhalten beeinflussen. Zum einen werden "regionale" Lebensmittel immer beliebter, zum anderen setzt sich die Entwicklung, außer Haus zu essen, ungebremst fort.

Aktuelle Konsumentenbefragungen aus den Jahren 20,16/2017 haben ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Verbraucher mehrmals im Monat regionale Lebensmittel erwirbt. Der Kunde fällt diese Kaufentscheidung bewusst. So hat "regional" "bio" bei der Nachfrage bereits überholt. Der Anteil regionaler Produkte am wöchentlichen Warenkorb liegt bei mindestens 20 Prozent. Drei von vier Konsumenten sind bereit, für regionale Erzeugnisse einen höheren Preis zu bezahlen. Die Verbraucher akzeptieren bei regionalen Produkten grundsätzlich einen Preisaufschlag von bis zu 15 Prozent, Regionalität schafft Identität. Man verbindet ein regionales Produkt mit dem Bild der Landschaft, in der es produziert wird, dadurch entsteht bestenfalls eine Vertrautheit zwischen Erzeuger und Verbraucher. Guter Geschmack allein genügt vielen Käufern nicht mehr, es darf gern auch etwas mehr sein. Die Herkunft der Lebensmittel scheint inzwischen wichtiger als die Vielfalt. Experten überrascht der Trend zu regionalen Produkten nicht. Sie verweisen auf die fortschreitende Globalisierung. Die Menschen wünschen sich in einer hektischen und vernetzten Welt zunehmend Nähe und Identität. Regionalität kann diese Sehnsucht stillen und Vertrauen schaffen. Das Wissen um Herkunft und Frische, kurze Lieferwege und die Förderung lokaler Erzeuger sind dabei wohl die wichtigsten Aspekte. Das aktuelle Internorga GV-Barometer für 2018 stützt diese Erkenntnis aus den Vorjahren.

Dem zweiten wichtigen Trend, dem Essen außer Haus, geht die Verbraucherstudie "Consumer's Choice" (Stand 2017) auf den Grund. Sie untersucht den modernen Ernährungswandel und hinterfragt, welche Lebensmittel eine hohe Nachfrage haben. Ergebnis: Frühstück und Mittagessen werden immer häufiger außer Haus konsumiert. So kochen, laut Studie, nur noch 34 Prozent der deutschen Verbraucher regelmäßig. Die gestiegene Erwerbstätigkeit und Mobilität sind hier wesentliche Einflussfaktoren. Die größten Veränderungen sind jedoch nicht bei den Erwachsenen, sondern bei Kindern und Jugendlichen festzustellen. Von den Drei- bis Fünfjährigen frühstückten beispielsweise vor zehn Jahren noch 77 Prozent zu Hause, heute sind es nur noch 67 Prozent. Und auch das Mittagessen aßen vor zehn Jahren noch 69 Prozent der Kinder zu Hause, heute ist der Anteil auf 41 Prozent gesunken. Die Studie zeigt weiter, dass Verbraucher bewusster konsumieren. Qualität bestimmt heute bei 51 Prozent der Verbraucher, ob ein Produkt gekauft wird. 2001 sei noch der Preis ausschlaggebendes Kriterium gewesen. Auch auf eine nachhaltige und gesunde Ernährung wird mehr Wert gelegt. Immer häufiger werden verschiedene Ernährungstrends und Alternativprodukte ausprobiert und auch kombiniert.

Diese Kundenbedürfnisse durch entsprechende Produkte, Angebote und Ladenkonzepte zu befriedigen, war und bleibt eine der zentralen Herausforderungen des Bäckereigewerbes im Allgemeinen und der Nur Hier GmbH im Speziellen.

Wettbewerbssituation

Die ökonomischen Bedingungen auf dem Backwarenmarkt haben dazu geführt, dass dieser insgesamt durch einen starken Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet ist, bei dem insbesondere kleine Betriebe mit einer geringen Anzahl an Filialen nicht in der Lage sind sich diesem anzupassen. Weiter ist aufgrund des relativ stabilen Brot- und Backwarenkonsums die Menge, die auf dem Markt abgesetzt werden kann, begrenzt. Das verstärkte Engagement von Discountern, SB-Bäckereien und des Lebensmitteleinzelhandels forcieren daher die umschriebene Marktkonsolidierung weiter.

Real wachsende Umsatz- bzw. Marktanteile werden weniger im Bereich von Brot und Backwaren, sondern durch den Verkauf von Snacks und die Erweiterung des gastronomischen Angebotes erzielt. Damit entwickeln sie sich immer mehr zu einer Konkurrenz zu der herkömmlichen Systemgastronomie wie beispielsweise den Fast-Food-Ketten.

b) Geschäftsverlauf

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse der Nur Hier GmbH betrugen im Geschäftsjahr Euro 27,2 Mio. (im Vorjahr Euro 27,0 Mio.). In den Kernbereichen "Lieferungen an Franchisenehmer" und "Franchiseerlöse" erhöhten sich die hierauf entfallenden Umsatzerlöse in 2017 um rd. 2,0% auf Euro 20,7 Mio., während die Erlöse aus dem Verkauf von Backwaren über eigene Filialen geringfügig um Euro 0,2 Mio. auf Euro 6,2 Mio. zurückgingen. Die Erlöse aus Lieferungen an verbundene Unternehmen blieben mit Euro 0,1 Mio. auf Vorjahresniveau. Ferner sind sonstige Leistungserlöse von unverändert Euro 0,2 Mio. enthalten, die im Wesentlichen Grundstückserträge betreffen.

Der gesamte Bruttokassenumsatz unserer Filialen betrug in 2017, ohne Unterscheidung ob sie verpachtet oder im Eigenbetrieb waren, Euro 42,6 Mio. (im Vorjahr Euro 41,6 Mio.).

Sonstige wichtige Ereignisse

Einem Großbrand am unserem damaligen Produktionsstandort Hamburg Lokstedt am 30. Juni 2014 führte im Folgenden zu verschiedenen brandbedingten Auswirkungen und Problemsituationen in der gesamten Wertschöpfungskette, dem Einkauf, der Produktion und dem Vertrieb/Logistik, die die Nur Hier GmbH im Jahr 2016 vor große Herausforderungen stellte. Die entsprechend ergriffenen technischen Gegenmaßnahmen führten in ihrer Folge zum Ende des Jahres 2016 zu einer weitgehenden Normalisierung des Produktions- und Lieferbetriebes bei der Nur Hier GmbH und auch bei der Muttergesellschaft, so dass das Geschäftsjahr 2017 ohne nennenswerte besondere Großereignisse verlief.

Die führte dazu, dass die Nur Hier GmbH, wie schon in den Vorjahren, eine Optimierung ihrer Filialstruktur voran treiben konnte, weg von zu kleinen und/oder ertragsschwachen Filialen hin zu gut platzierten, modernen und größeren Filialen mit entsprechenden Sitzgelegenheiten, welche die sich verändernden Kundenansprüche adaptieren und das Feld des Außer-Haus-Marktes besser erschließen. Weiter forciert wurde in diesem Zusammenhang auch das gastronomische Angebot in Form von Snacks, Salaten und warmen Speisen.

Zusätzlich flankiert wurden diese Maßnahmen durch den Aufbau eines moderneren Kassensystems, welcher 2017 abgeschlossen wurde. Es ermöglicht der Nur Hier GmbH die Wünsche und das Einkaufsverhalten ihrer Kunden besser zu analysieren und ihr entsprechendes Angebot noch besser auf die Marktnachfrage abzustimmen.

c) Ertragslage

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtleistung um Euro 0,2 Mio. auf Euro 27,2 Mio., das betriebswirtschaftliche Rohergebnis reduzierte sich leicht um rd. Euro 0,1 Mio. auf Euro 13,5 Mio. Wie bereits in 2016 sind auch in 2017 keine Versicherungsentschädigungszahlungen aus der Betriebsunterbrechungsversicherung für den Brand in der vormaligen Hamburger Produktionsstätte mehr enthalten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen in Höhe von Euro 3,6 Mio. (im Vorjahr Euro 3,8 Mio.) weiterbelastete Kosten aus Personalgestellungen der Gesellschafterin.

Der eigene Personalaufwand reduzierte sich auf Euro 0,2 Mio.

Die planmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen (TEuro 554) liegen um TEuro 38 über Vorjahresniveau (TEuro 516). Dieses resultiert vornehmlich aus einer Zunahme von Einbauten in gemietete Objekte. Außerplanmäßige Abschreibungen waren nicht erforderlich.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken im Vergleich zum Vorjahr leicht um Euro 0,1 Mio. auf Euro 12,0 Mio. Hierfür waren trotz weiterhin gestiegener Mietaufwendungen im Filialbereich insbesondere die Reduzierung der Mietkosten durch den Umzug der Verwaltung in den Heidenkampsweg sowie eine konsequente Kostenoptimierung in allen Bereichen verantwortlich.

Das Finanzergebnis verbesserte sich insbesondere durch erhöhte Zinserträge auf TEuro 32 (Vorjahr: TEuro -47).

Das Ergebnis vor Ertragsteuern, Zinsergebnis und neutralem Ergebnis (EBIT) stieg um Euro 0,1 Mio. auf Euro 0,7 Mio.

Nach Verrechnung des Steueraufwands für laufende Ertragsteuern (Euro 0,4 Mio.) wird für das abgelaufene Geschäftsjahr ein erhöhter Jahresüberschuss von Euro 0,5 Mio. ausgewiesen.

d) Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme des Geschäftsjahres 2017 ist im Vergleich zum Vorjahr um Euro 0,5 Mio. auf Euro 6,9 Mio. gestiegen, das Eigenkapital hat sich von Euro 3,7 Mio. auf Euro 4,2 Mio. weiter erhöht.

Die Erhöhung des Eigenkapitals ist in voller Höhe auf den Unternehmensgewinn des Geschäftsjahres 2017 zurückzuführen. Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag unverändert TEuro 100.

d1) Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur ist weiterhin ausgewogen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 57,8% auf 60,6%. Das Verhältnis von Anlagevermögen zum Gesamtkapital betrug zum Bilanzstichtag 26,7% (im Vorjahr 31,7%). Das Verhältnis von Eigenkapital zum Anlagevermögen (Anlagendeckung I) lag zum Bilanzstichtag bei 227,0% (im Vorjahr 182,1%). Unter Berücksichtigung des langfristigen Fremdkapitals (Anlagen-deckung II) beträgt das Verhältnis ebenfalls 227,0% (im Vorjahr 182,1%).

Dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von Euro 1,7 Mio. (im Vorjahr Zufluss Euro 2,2 Mio.) standen Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit von Euro 0,3 Mio. (im Vorjahr Abfluss von Euro 0,7 Mio.) sowie Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit von Euro 1,3 Mio. (im Vorjahr Abfluss Euro 1,7 Mio.) entgegen.

Zum Bilanzstichtag betrug das Verhältnis von liquiden Mitteln und kurzfristigem Fremdkapital (Liquidität 1. Grades) 27,0% (im Vorjahr 25,1%). Unter Berücksichtigung der kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (Liquidität 2. Grades) ergab sich ein Verhältnis von 190,0% (im Vorjahr 174,1%).

Bezüglich der Fristigkeitenstruktur der Verbindlichkeiten verweisen wir auf den nach Restlaufzeiten gegliederten Verbindlichkeitenspiegel im Anhang.

Im Rahmen von sale and lease back-Geschäften wurde in Filialeinrichtungen in einem Umfang von Euro 1,2 Mio. investiert. Die Leasingverpflichtungen für die Zukunft (Betrachtungszeitraum von einem bis 53 Monate) belaufen sich insgesamt auf Euro 3,2 Mio. zum Bilanzstichtag.

d2) Investitionen und Finanzierung

Die Investitionen im Bereich des Anlagevermögens betrafen im Wesentlichen Einbauten in fremde Gebäude (Euro 0,3 Mio.), Betriebs- und Geschäftsausstattungen (Euro 0,1 Mio.) sowie Investitionen in den Firmenwert (Euro 0,1 Mio.). Die Investitionen wurden ohne Aufnahme von zusätzlichen Darlehen vollzogen.

Das Unternehmen hat im Berichtsjahr Euro 0,5 Mio. der von Kreditinstituten gewährten Darlehen tilgen können. Eine Kreditneuaufnahme fand nicht statt.

d3) Liquidität

Die Liquidität unserer Gesellschaft belief sich zum Bilanzstichtag 31.12. auf Euro 0,7 Mio. Die Finanzierung der laufenden Geschäfte sowie die Durchführung der geplanten Investitionen waren jederzeit sichergestellt.

d4) Produktion und Beschaffung

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Beschaffungsstruktur weiter verändert. Wie zuvor beschrieben, erfolgt seit dem Brand Ende Juni 2014 der Fremdbezug der Produkte im Wesentlichen von der Heinrich von Allwörden GmbH. Eine noch verbliebene Restproduktion am Standort Hamburg Lokstedt wurde Ende 2016 gänzlich eingestellt und soll erst nach dem Ende großer baulicher Veränderungen Ende 2018 in Kleinmengen wieder aufgenommen werden. Im Bereich der übrigen Beschaffungspartner besteht nach wie vor eine ausreichende Diversifikation. Die Lagerhaltung ist aufgrund der Haltbarkeitsrestriktionen bei den Vorräten eher kurzfristig ausgerichtet.

Unverändert begegnen wir zusätzlichen Belastungen im Bereich der Energiekosten in unserem Filialnetz mit intensiver Marktbeobachtung und Betreuung durch einen externen Berater.

Die bereinigte Materialaufwandsquote (Verhältnis zwischen Materialaufwand ohne Aufwendungen aus Personalgestellung zu Umsatzerlösen) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 38,9% auf 41,0%. Hier lag die Ursache in erhöhten Fremdzukäufen bei der Muttergesellschaft sowie in der Forcierung des Franchisegeschäfts und damit verbunden geringeren eigenen Umsatzerlösen.

d5) Gesamtaussage zum Geschäftsjahr

Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 war von einem ruhigen Verlauf ohne große unerwartete Ereignisse gekennzeichnet, die es uns ermöglichten unsere bestehenden Strukturen und das Tagesgeschäft konzentriert zu optimieren.

Unsere am Jahresanfang gesetzten Ziele haben wir in vollem Umfang erreichen können.

Die seit dem Brand in Hamburg erforderliche Konzentration des Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsprozesses am Standort Mölln der Heinrich von Allwörden GmbH hatte die wirtschaftlichen Verhältnisse des Geschäftsjahres 2016 unserer Gesellschaft maßgeblich verändert und geprägt, wobei das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 ohne nennenswerte Vorkommnisse in den neuen Bahnen verlief.

Vor diesem Hintergrund können wir unsere wirtschaftliche Lage im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt als zufriedenstellend betrachten.

e) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Nur Hier GmbH betreibt zum Bilanzstichtag unverändert insgesamt 112 Filialen. In 2017 gab es zwei Neueröffnungen und zwei Schließungen von Filialstandorten.

Regional teilen sich die Filialen wie folgt auf:

94 Filialen in Hamburg

18 Filialen in Schleswig-Holstein

Zum Jahresende waren 100 Filialen an Franchisenehmer verpachtet. Dieses entspricht einer Quote von 89% (Vorjahr: 91%).

Personalbereich

Während zum 31.12.2016 insgesamt sieben Mitarbeiter für die Nur Hier GmbH tätig waren, wurden am 31.12.2017 fünf Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt. Aushilfen oder Auszubildende waren zum Bilanzstichtag nicht unter den Mitarbeitern. Der Großteil des Personalbedarfs wird durch Personalgestellung unserer Muttergesellschaft abgedeckt.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Risikobericht

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung birgt für die Nur Hier GmbH nur geringe allgemeine Marktrisiken, da Brot und Backwaren Grundnahrungsmittel sind und insofern keine große Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen besteht.

Branchenspezifische Risiken

Das Auftreten von Discount-Bäckereien als Marktteilnehmer wird auch weiterhin zu einer Verschärfung des Wettbewerbs im Bereich Backwaren führen. Discount-Bäckereien bieten jedoch nur ein schmales Sortiment von Backwaren in relativ einfach ausgestatteten Läden an und unterscheiden sich damit deutlich von der Firmenphilosophie der Nur Hier GmbH, die von handwerklich hoher Qualität, gutem Service und Produkt-Vielfalt geprägt ist. In Kombination mit Regionalität, einer guten Ausbildung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie einem freundlichen und kompetenten Service nutzt die Nur Hier GmbH ihre Möglichkeiten, um sich gegenüber Discount-Ware und -Anbietern abzugrenzen. Darüber hinaus plant die Nur Hier GmbH, wie schon in den Jahren zuvor, für die nächsten Jahre weiterhin verstärkte Marketingaktivitäten, die das Profil der Marke "Nur Hier" weiter schärfen sollen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Marketingkampagne fortgesetzt, die die Regionalität der eigenen Produkte in den Vordergrund stellt.

Ertragsorientierte Risiken

Unsere ertragsorientierten Risiken minimieren wir weiterhin durch geeignete Kontrollmaßnahmen. Die zeitnahe Überwachung der Forderungsbestände, insbesondere im Bereich der Franchisenehmer, hat den Bedarf an Risikovorsorgemaßnahmen minimieren können. Auch zukünftig werden die Forderungen zeitnah überwacht. Des Weiteren wird im Rahmen unseres Forderungsmanagements darauf geachtet, dass die Forderungen gegen einzelne Pächter eine gewisse Höhe nicht überschreiten, so dass bei wider Erwarten auftretenden Forderungsausfällen die Höhe des Verlustes überschaubar bleibt. Vor Abschluss neuer Franchise-Verträge erfolgt eine Bonitätsüberprüfung des Pachtinteressenten.

Im Bereich der Franchisenehmer kann nicht ausgeschlossen werden, dass rechtliche Risiken in Form von Ausgleichsansprüchen der Vertriebspartner bestehen. Die Rechtsverhältnisse werden durch uns ständig überprüft und der aktuellen Entwicklung angepasst.

Hinsichtlich der Risiken im Beschaffungsbereich wird ein Anstieg der Energiepreise erwartet, wobei die Preise weiterhin unterhalb des Vorjahresniveaus rangieren. Die Nur Hier GmbH hat allerdings schon seit Jahren einen externen Energieberater mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt, um optimale Vertragsgestaltungen und Einkaufspreise mit den Energieversorgern zu erreichen. Weiter sucht die Nur Hier GmbH nach Möglichkeiten eines effizienteren Energieeinsatzes sowie nach Konzepten zu Energierückgewinnungsmöglichkeiten. Hierzu hat die Nur Hier GmbH nahezu alle ihre Filialen mit fernauslesefähigen Funkzählern ausgestattet, welche eine zeitnahe Erfassung von Verbräuchen ermöglichen und so den ersten Grundstein für ein umfassendes Energiemanagementsystem legen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Nur Hier GmbH dann auch ihr im Jahr 2016 erstmals zertifiziertes Energiemanagementsystem nach der ISO-Norm 50001 erfolgreich rezertifizieren lassen.

Neben steigenden Energiepreisen sind auch Steigerungen im Bereich der anderen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mittelbar über höhere Einkaufspreise bei der Heinrich von Allwörden GmbH möglich, welche, wie schon in der Vergangenheit, durch gut abgestimmte und weitsichtige Einkaufsstrategien auf Konzernebene zumindest teilweise abgefedert werden sollen. Darüber hinaus wird die über alle Unternehmen der von Allwörden-Gruppe gebündelte Nachfrage die jeweilige Verhandlungsposition stärken und zu weiterhin moderaten Fremd-bezugskosten von unserer Muttergesellschaft führen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditätsrisiken sind aufgrund unserer stabilen Kapital- und Finanzierungsstruktur sowie der Integration, in den Verbund der von-Allwörden-Gruppe nicht zu erwarten.

Risiken aus dem Einsatz und der Verwendung von Finanzinstrumenten

Beim Management der Finanzpositionen verfolgt unsere Gesellschaft eine konservative Politik. Die Nur Hier GmbH nutzt derzeit derivative Finanzinstrumente nur in einem einzigen Fall in Form eines Zinssatzswaps zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken im Zusammenhang mit einer variablen Darlehensfinanzierung. Das Darlehen war zum Bilanzstichtag vollständig getilgt. Aufgrund der nur bis zum 03. Januar 2018 reichenden Restlaufzeit des Zinssatzswaps liegen keine nennenswerten Auswirkungen auf das Finanzergebnis der Gesellschaft vor.

Insgesamt sind derzeit keine internen oder externen Risiken erkennbar, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben oder die die Stabilität unserer Gesellschaft gefährden könnten.

b) Prognose- und Chancenbericht

Umsatz- und Ergebnisperspektiven im Geschäftsjahr 2018

Die Nur Hier GmbH wird auch im laufenden Geschäftsjahr ihre starke Marktposition im Hamburg Raum erfolgreich ausbauen und gegen Mitbewerber verteidigen können. Bestätigt durch unsere bisherige erfolgreiche Expansionsstrategie stehen auch in 2017 zum einen die Konsolidierung und Restrukturierung des bestehenden Filialnetzes sowie zum anderen eine konsequente, an oben dargestellten Markterfordernissen ausgerichtete Expansionspolitik im Vordergrund. Ferner rechnen wir neben einem relativ stabilen, aber hart umkämpften Absatz von Backwaren mit Umsatzsteigerungen im Bereich Snacks.

Unter der Annahme stabiler Bezugspreise erwarten wir daher im Jahr 2018 konstante Ergebnisse im Bereich Rohergebnis, Ergebnis nach Steuern und beim Jahresüberschuss gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr.

Wesentliche Chancen der künftigen Entwicklung

Bestätigt durch unsere bisherige erfolgreiche Expansionsstrategie ist auch in 2018 eine moderate Expansion sowie Konsolidierung im Bereich Verkaufsstellen geplant. Weniger profitable Filialen sollen geschlossen und durch eine Verlagerung an attraktivere Standorte ersetzt werden. Daneben sollen weitere neue Standorte gesucht und besetzt werden. Die Entscheidungsfindung diesbezüglich folgt der Maxime Qualität vor Quantität und den weiter oben beschriebenen Kriterien. Dieses Vorgehen soll, den Regeln eines gesättigten Marktes folgend, vornehmlich der Steigerung der Umsatzrentabilität dienen.

Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen wird das Snack-Angebot sowie das Angebot an Kaffee-Spezialitäten in den Filialen auf dem derzeitigen hohen Niveau beibehalten und weiter forciert. Neben der Möglichkeit sich mit qualitativ hochwertigen Snack-Artikeln eindeutig von den Backstationen in Supermärkten und Discount-Bäckereien zu differenzieren, soll so der Außer-Haus-Markt weiter erschlossen werden.

Darüber hinaus sind keine wesentlichen Veränderungen unserer Geschäftsstrategie geplant.

Ziel wird es auch weiterhin sein, die gut besprochene und mit langjähriger Tradition behaftete Marke "Nur Hier" als alteingesessenes Hamburger Unternehmen mit hohen Qualitätsstandards zu bewahren, für strategische Kontinuität zu sorgen und sich gleichzeitig den neuen Herausforderungen eines sich ständig verändernden Marktes zu stellen.

Insgesamt erwarten wir einen positiven Geschäftsverlauf für das Jahr 2018.

 

Hamburg, 31. März 2018

Ralf von Allwörden

Manfred von Allwörden

Jan von Allwörden

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Nur Hier GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handeisrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

 

Ratzeburg, den 11. Juni 2018

Fischer Fock Partnerschaft mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Thomas Fischer, Wirtschaftsprüfer

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