Stammdaten

Register
Amtsgericht Steinfurt HRB 11933
Eingetragen
30.4.2018
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
(I) Die Verwaltung eigener Vermögenswerte, (II) die Übernahme, der Erwerb, die Veräußerung, das Halten, die Führung und die Verwaltung von Beteiligungen an Gesellschaften im In- und Ausland in verschiedenen Rechtsformen, auch als persönlich haftende Gesellschafterin, (III) die unterstützende Erbringung von Dienstleistungen und Gewährung von Darlehen an verbundene Unternehmen, (IV) die Leitung von Tochtergesellschaften, soweit für diese Tätigkeiten keine besondere (behördliche) Erlaubnis erforderlich ist.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Geschäftsführer
Cornelius Everke
seit 1.7.2024
Geschäftsführer
Michael Josef Koch
seit 4.6.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Pylos Beacon Holdings S.à r.l.LUX
92.75%
7.25%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Pylos Beacon Holdings S.à r.l.
Luxembourg
92.75%
Pylos Beacon MEP GmbH & Co. KG
Germany
7.25%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

OASE Living Water GmbH

Hörstel

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

I. Grundlagen der Gruppe

Die OASE Gruppe mit Hauptsitz in Hörstel (Nordrhein-Westfalen), Produktionsstätten in Deutschland, Italien, Niederlanden, China, Großbritannien, USA und dem Competence Center für Professional Fountain Design in Singapur ist in zwei Geschäftsfeldern aktiv:

Im Consumer Business (Wassergärten, Ent- und Bewässerung und Aquaristik) stehen im Segment Wassergarten seit Jahrzehnten Pumpen, Filter, Teichbauequipment sowie Zubehör und Accessoires für Garten-, Schwimm- oder Koiteiche, Bachläufe und Wasserspiele im Mittelpunkt. Die Position von OASE in den USA wurde im Oktober 2018 durch den Erwerb von Meridienne International, Inc. d/b/a Atlantic-OASE mit Sitz in Aurora, Ohio/USA, weiter ausgebaut. Durch Akquisitionen sowie Produkte aus eigener Entwicklung und der konsequenten Nutzung des eigenen weltweiten Vertriebsnetzes ist OASE auch im Segment Aquaristik ein zunehmend relevanter Marktteilnehmer im Premiumbereich. Weiterhin wurden die Aktivitäten auch im Segment Ent-/Bewässerung durch ein umfangreiches Pumpensortiment ausgeweitet. Im Frühjahr 2019 wurde mit dem Wasserpflege und -technologiespezialisten Söll GmbH ein weiteres Unternehmen erworben. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Akquisition eines Unternehmens in Australien betrieben, um die dortige Marktposition auszubauen. Diese Übernahme wurde im Geschäftsjahres 2023 erfolgreich abgeschlossen.

Im Professional Business (Fountain Technology und Water Technology) ist OASE einer der weltweit führenden Systemanbieter für Showfontänen und architektonische Wasserspiele, die meist in enger Kooperation mit lokalen Partnern, im Einzelfall auch in eigener Regie (Design & Build) weltweit realisiert werden. Ein Beispiel ist die faszinierende Anlage am Unirii Square in Bukarest, Rumänien, mit einer Länge von 1,4 km und über 2.000 Water Jets. Darüber hinaus setzt OASE durch den Ausbau seiner Aktivitäten im Bereich Wassertechnologie (und hier insbesondere bei der Therapie von Seen) neue Akzente in der Diversifizierung.

Die zentralen Leistungsindikatoren (KPI) für die OASE Gruppe sind Umsatzerlöse (vgl. hierzu Abschnitt II.2.). und das um Sondereffekte bereinigte EBITDA sowie die sich daraus ergebende EBITDA-Marge (vgl. hierzu Abschnitt III.1.).

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Lage und Entwicklung der Branche

a) Gesamtwirtschaftliche Lage

Die Weltwirtschaft verliert an Schwung. Die an der Gemeinschaftsdiagnose (GD) beteiligten Forschungsinstitute bescheinigen der Weltkonjunktur nach kräftigem Start in das Jahr 2023 eine deutliche Verlangsamung über den Sommer. Diese resultiere im Wesentlichen aus einer schwachen Industrieproduktion und den in den meisten Weltregionen stark gestiegenen Zinsen, welche vor allem die Wohnungsbauinvestitionen hemmen. Als weiterer dämpfender Faktor wird die verhaltene Entwicklung in China, die wesentlich aus der Verschuldung im dortigen Immobiliensektor resultiert, ausgemacht. Sind kurzfristig geldpolitische Straffungen, Haushaltskonsolidierungen und Basiseffekte aus der Erholung nach der Pandemie die wesentlichen Faktoren, so dürften auf mittlere Sicht die schwache Produktivitätsentwicklung, geringes Tempo bei Strukturreformen und die Gefahr einer geoökonomischen Fragmentierung wachstumshemmend wirken. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften dürften zudem die demografischen Herausforderungen zu einer verringerten Erwerbsbeteiligung beitragen.

Die Inflation sinkt nur langsam von sehr hohem Niveau. Die in fast allen Weltregionen sehr hohe Inflation sehen die Institute der GD mittelfristig wieder sinken und den durch sie erzeugten Kaufkraftentzug zunehmend durch Lohnzuwächse kompensiert. In den USA wird die Erreichbarkeit der 2 %-Inflationsmarke für Mitte 2024, für Europa gegen Ende 2024 erwartet. Über die Wintermonate wird noch nicht mit einer Erholung der Industrieproduktion gerechnet, aber die Realeinkommenszuwächse im Zuge der Lohnanpassungen sollten allmählich zur Belebung des Konsums beitragen. Sehr ähnlich wird die Lage von internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds IWF oder der OECD gesehen. Deren jüngste Prognosen (IWF: 10.10., OECD: 19.09.) bestätigen, dass sich die Weltwirtschaft verlangsamt, wobei die Inflation gegenüber dem Mehrjahreshoch des letzten Jahres zurückgeht. Der IWF sieht die Inflationsraten von 6,9 % im Jahr 2023 auf 5,8 % im Jahr 2024 sinken, wobei die meisten Länder nicht vor 2025 in die Nähe der Zielmarken ihrer Zentralbanken kämen. Auch die OECD erwartet im Jahresmittel im Jahr 2024 weder in den USA noch in der Eurozone eine Inflationsrate von kleiner gleich 2 % und rechnet selbst für Japan mit 2,1%. Ungeachtet der jüngsten Volatilität der Ölpreise hat die Stabilisierung der weltweiten Rohstoffpreise die Gesamtinflation in den meisten Ländern auf das Niveau von Anfang 2021 zurückgeführt und damit die Krise bei den Lebenshaltungskosten gemildert.

Der Welthandel wächst sehr langsam. Der IWF erwartet, dass das Wachstum des Welthandels von 5,1 % im Jahr 2022 auf 0,9 % im Jahr 2023 zurückgeht, bevor es 2024 auf 3,5 % ansteigt. Damit läge des Handelswachstum deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2000-2019 von 4,9 %. Der prognostizierte Rückgang im Jahr 2023 spiegelt die Entwicklung der globalen Nachfrage wider, aber auch die Verschiebung ihrer Zusammensetzung hin zu inländischen Dienstleistungen. Weitere Faktoren sind die verzögerten Auswirkungen der Dollaraufwertung, die den Handel aufgrund der weit verbreiteten Fakturierung von Produkten in Dollar verlangsamt, sowie zunehmende Handelsschranken.

Lieferkettenschwierigkeiten sind weitgehend durch neue Probleme abgelöst. Während sich die durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten weitgehend erholt haben, zeigt das globale Verarbeitende Gewerbe angesichts des schwachen Produktivitätswachstums, des Auslaufens der Stützungsmaßnahmen im Zuge der Covid-Krise und der schwierigen finanziellen Bedingungen Schwächen. Darüber hinaus haben die nach der Pandemie eingetretene Verschiebung der Nachfrage in Richtung des Dienstleistungssektors sowie die erhöhte Unsicherheit über die künftige geoökonomische Lage zu einer Investitionszurückhaltung geführt. Zudem gerät ein erhofftes Zugpferd der Weltkonjunktur ins Straucheln: Es gibt Anzeichen dafür, dass der Aufschwung durch die Wiederöffnung Chinas nur von kurzer Dauer war und sich die Dynamik verlangsamt hat.

Die Entwicklung der Kerninflation ist mittelfristig bedeutend. Infolge der strafferen Geldpolitik und sinkender Rohstoffpreise hat sich die Gesamtinflation verringert. Auch die Krise bei den Lebenshaltungskosten hat sich aufgrund der nachlassenden Lebensmittel- und Energiepreise abgeschwächt. In den ärmsten Volkswirtschaften bleibt die Last aber drückend. Zudem erweist sich die Kerninflation als hartnäckig und bleibt in den meisten Volkswirtschaften über dem Zielwert. Diese Hartnäckigkeit nährt die Erwartung, dass die Zinssätze auch längerfristig hoch bleiben könnten. Angesichts steigender Schuldendienstkosten und eines starken Dollars dürfte dies die Verschuldung in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern noch bedenklicher werden lassen.

Die mittelfristigen Aussichten sind so trübe wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Prognosen des IWF für das globale Wachstum fünf Jahre im Voraus sind von einem Höchststand von 4,9 % im Jahr 2013 auf nur noch 3,1 % im Jahr 2023 gesunken. Dabei sinkt das Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer relativ stärker als das der fortgeschrittenen Volkswirtschaften, so dass der Aufholprozess der Lebensstandards deutlich langsamer verläuft. Gleichzeitig bringt dies Herausforderungen für die Schuldentragfähigkeit und für Investitionen zur Bekämpfung und Beherrschung des Klimawandels mit sich. 1

Der Stichtagskurs des Euro/USD hat sich im Vorberichtsvergleich von 0,975 auf 1,06 verändert. Das Jahreshoch im Berichtszeitraum 2023 erreichte der Euro Mitte Juli 2023, als er bei 1,1255 US-Dollar notierte. Der Stichtagskurs des Euro/GBP veränderte sich von 0,883 GBP per Ende September 2022 auf 0,87 GBP per 30. September 2023.

b) Entwicklung der Branche

Consumer Business

Nach dem Ende der Corona-Krise mit teils heftigen Einschränkungen für das tägliche Leben und auch für das Konsumverhalten hatten die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz eigentlich auf ein Stück mehr Normalität im Jahr 2023 gesetzt. Dass sich dies angesichts der Polykrise mit drastischen Verteuerungen in nahezu allen Lebensbereichen nicht erfüllte, wurde im Jahresverlauf immer deutlicher und so ist auch die DIY-Branche (Do It Yourself Branche) in Deutschland erstmals seit etlichen Jahren nominal mit einem aufgelaufenen Minus von -3,1% (flächenbereinigt -3,4 %) konfrontiert. Doch die Händler, Lieferanten und Dienstleister haben in den vergangenen Jahren immer wieder Krisenfestigkeit bewiesen - und die Unternehmen sehen zudem echte Chancen auf Besserung. Doch zunächst bleiben für 2023 'rote Zahlen' festzuhalten. Zu stark waren die negativen Effekte aus internationalen Kriegen und Krisen, aber auch dem politischen Wirrwarr besonders in Deutschland und der daraus resultierenden tiefen Verunsicherung der Kundinnen und Kunden, die sich z.B. bei investiven Gütern zurückhielten und insbesondere dem Baustoffsektor teils zweistellige Umsatzrückgänge hinterließen. Zwar ging die Inflation im Jahr 2023 kontinuierlich zurück, aber unterschiedliche preistreibende Effekte und auch die sogenannte "Gierflation" in vielen Wirtschaftsbereichen hielten fast alle Preise auf hohem Niveau. Aber die Händler der DIY-Branche konnten hier sogar bremsend wirken. Ihre Läger waren nach den logistischen Verwerfungen der Corona-Phase vorausschauend gut gefüllt und die Produkte konnten somit oft noch zu "alten" Einkaufspreisen an die Verbraucher abgegeben werden.

Politik beeinflusst die Verbraucherstimmung

Weitere Negativ-Effekte, die in dieser Ausprägung nicht zu erwarten waren, gingen bezeichnenderweise von der Politik aus. Richtungsstreitigkeiten - beispielhaft sei hier das Heizungsgesetz genannt - hinterließen bei den Verbrauchern tiefgreifende Verunsicherung mit direkter Auswirkung auf die DIY-Sortimente. So brachen z.B. nach der späten Verabschiedung des Gesetzes die Umsätze im Bad-/Sanitärsektor zusätzlich ein. Zu allem Unglück - sagt der Volksmund - kommt oft noch Pech dazu. Und dieses Pech hieß für die Branche im Jahr 2023 "Wetter". Winterwetter bis fast zum Mai verdarb das verbraucherstimmungsrelevante Frühlingsgeschäft, und der immer wieder verregnete Sommer ließ das Gartenjahr - über viele Jahre eine sichere Bank für die Branche - ebenfalls deutlich negativ dastehen.

Das Jahr in Zahlen:

Die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland haben das Jahr 2023 mit einem Minus von 3,1 % (auf bereinigter Fläche -3,4 %) abgeschlossen und dabei einen Gesamtbruttoumsatz von 21,24 Mrd. Euro erzielt. Dabei zeigte sich der Jahresverlauf sehr uneinheitlich und die Stimmungslage der Verbraucher in Deutschland lässt sich deutlich in den Ausschlägen ablesen. Besonders der März mit anhaltend schlechtem Wetter und den fortgesetzten Hiobsbotschaften rund um Energiepreise, Baukrise und politischen Streitereien beeinflussten die Konsumlaune und ließen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat gleich zweistellig sinken. Der Juni wirkte dagegen mit einem Plus von 8,3 % quasi als Stimmungsaufheller. Insgesamt schafften es allerdings nur drei Monate 2023 flächenbereinigt ins Plus. Der Blick auf die Sortimente spiegelt diese Entwicklung dann auch folgerichtig wider. Freizeit/Saisonwaren (-11,2 %), Gartenausstattung (-11,1 %) und Fliesen (-11,0 %) litten besonders unter der Zurückhaltung der Kundinnen und Kunden. Zugelegt haben die Produktgruppen Gartenchemie/Erden/Saatgut (+8,8 %), Haushaltswaren (+5,5 %) und Automotive (3,9 %). Dies ist mit dem Wunsch auf Werterhalt bei Heim und auch dem Kfz zu erklären.

Auch die Nachbarländer können sich von der Gesamtsituation nicht entkoppeln und weisen für 2023 ein aufgelaufenes Umsatzminus aus. In Österreich sank der Gesamtumsatz auf 3,07 Mrd. Euro (-3,2 %). Hier lag die Inflation über das Gesamtjahr sogar höher als in Deutschland (7,8 %). Mit der Produktgruppe Bauelemente (-14,8 %) und Fliesen (-11,7 %) litten besonders bau- und renovierungsnahe Sortimente, in den Garten haben die Österreicher aber deutlich investiert. Bei Gartenmöbeln gab es ein Plus von 7,6 %, Gartenchemie/Erden/Saatgut legten sogar um 12,3 % zu. In der Schweiz sank bei einer anhaltend niedrigen Inflationsquote (durchschn. 2,1 %) der Gesamtumsatz am stärksten (-4,9 %) auf 3,53 Mrd. CHF. Hier zeigten sich bei den Sortimenten deutliche Diskrepanzen: Während die Gartenmöbel und die Gartenausstattung mit einem Rückgang von -14,9 % bzw. -14,0 % als schwächste Produktgruppen 2023 in den Büchern standen, ging es für Gartenchemie/Erden mit 1,7 % ins leichte Plus. Auch hier geht offenbar Werterhalt vor Aufwertung. 2

Auch unsere DIY-Kunden etwa in den USA hatten ein schwieriges Geschäftsjahr mit teilweise signifikanten Umsatzeinbußen. 3

Positive Impulse hingegen lieferte der Absatzweg über Landscaper / Contractor, so dass sich unser Consumer Business in den USA erfreulich darstellte.

Professional Business

Die Vorzeichen für 2023 standen auf Wachstum. Der internationale Fontänenmarkt litt zuvor stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Bereits als Auftrag erhaltene Projekte konnten zu der Zeit wegen testpositivbedingt stillgelegter Baustellen nicht abgewickelt werden. Der Projektstau löste sich im Jahr 2022 und das Fontänengeschäft wuchs signifikant mit zweistelligem Prozentsatz. Gleichzeitig sicherte ein starker Auftragseingang den hohen Auftragsbestand ab und sollte einen guten Auftakt im Geschäftsjahr 2023 ermöglichen.

Diese positiven Erwartungen konnten im Jahr 2023 leider nicht erfüllt werden. Viele vorgesehene Projekte sind nicht mehr bzw. nicht in dem vorgesehenen Volumen eingetroffen.

Der europäische Markt besteht weiterhin aus eher kleinen Projekten privater Investoren. Die in der Vergangenheit sehr dynamische Marktentwicklung in der Türkei ist aufgrund der politischen Situation mehr oder weniger zum Erliegen gekommen.

Nach einem verhaltenen Wachstum in den vorangegangenen Jahren war in Nordamerika eine spürbare Marktbelebung im Jahr 2022 zu erkennen. Entgegen der Annahme in den vergangenen Jahren war die Marktlage in Nordamerika im Jahr 2023 unter denen des Vorjahres, aber dennoch deutlich über den Jahren 2020 und 2021. Daher wird das Marktpotential in Nordamerika weiterhin als hoch angesehen und die im Jahr 2023 begonnenen Investitionen in diesen Markt weiter verstärkt.

Insgesamt ist in der Branche eine Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit der Investition und Wartungsgedanken zu erkennen. Die nachgefragten Systemlösungen haben zunehmend einen "One Supplier" Ansatz mit technischer Planungs- und Beratungskompetenz und die Realisierungszeitspannen werden zunehmend kürzer.

2. Geschäftsverlauf

a) Allgemein

Zum Ende des Kalenderjahres 2022 zeichnete OASE einen Kaufvertrag mit dem australischen Unternehmen AQUATEC Equipment, die Übernahme erfolgte Anfang Mai 2023 mit dem Closing. Das Zielunternehmen war bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur der Distributor für OASE in Australien, sondern auch für weitere eigene und dritte Marken. Mit dieser Akquisition stärkt die Gruppe ihren asiatisch-pazifischen Teil des Geschäfts und balanciert ihre Geschäftsfelder durch den im Vergleich zur Nordhalbkugel azyklischen Saisonverlauf besser aus.

Darüber hinaus war das Geschäftsjahr 2023 durch fünf wesentliche Faktoren geprägt:

Die OASE Gruppe wurde Ende Oktober 2022 Opfer einer Cyberattacke. Eine Ransomware-Gruppe hat im Rahmen des Angriffes Daten gestohlen und verschiedene Serversysteme verschlüsselt. Den Angriff hat die OASE Gruppe zeitnah entdeckt und durch direkte Gegenmaßnahmen alle Produktions- und Logistikstandorte unmittelbar vom Internet getrennt. Gleichzeitig wurden die betroffenen Systeme heruntergefahren, um weiteres Gefahrenpotenzial auszuschließen. Die Polizei und Cybersicherheitsbehörden wurden umgehend informiert und gemeinsam mit Spezialisten für Cyberabwehr die Systeme vollständig überprüft. Umgehend war der OASE interne Krisenstab implementiert, um die entsprechenden Notfallpläne umzusetzen. Die Spezialisten arbeiteten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Systemlandschaft. Das führende ERP Programm SAP konnte neu aufgesetzt werden, dennoch war das erste Halbjahr von großen Einschränkungen in der Systemlandschaft geprägt.

Höher als zu erwartende Bestände bei den Kunden führten bereits in der Vorsaison, die als Indikator für die Hauptsaison angesehen wird, zu einer geringeren Nachfrage des Handels. Die Umsatzerlöse blieben in diesem Zeitraum inkl. des Cyberattacken Effekts rund 30 % unter denen des Vorjahres.

Die globalen Wetterkapriolen des Jahres 2023 führten zu einem sehr späten Saisonstart. Die Saison startete erst Mitte Mai und fand bereits im Juli aufgrund des verregneten Sommers wieder ein Ende. Auf Deutschland bezogen schreibt der Deutsche Wetterdienst für das Frühjahr 2023, dass es sich um den nassesten Frühling in Deutschland seit 10 Jahren gehandelt hat. 4 Im Juli fielen laut Deutschem Wetterdienst mit durchschnittlich 100 Liter pro Quadratmeter rund 15 % mehr Regen als in der Vergleichsperiode von 1991 bis 2020.

Darüber hinaus führte die anhaltende Inflation zu einer reduzierten Konsumentennachfrage nach OASE Produkten. Coronakrise und der Ukrainekrieg haben die Inflation stark anwachsen lassen. Im Oktober lag die Inflationsrate in Deutschland bei 11,6 % und in den USA bei 7,7 %. In den meisten Industrieländern befand sich die Inflation auf einem ähnlichen Niveau wie in der Hochinflationsphase in den 1970er Jahren. 5

Als letzter Einflussfaktor ist die rückläufige Konsumentennachfrage nach den starken Corona Jahren 2021 und 2022 zu nennen. In diesen beiden Jahren wurden Investitionen in Gartenteiche vorgezogen. 2023 ist als Jahr der Normalisierung anzusehen. Die Umsatzerlöse der OASE Gruppe erreichten die Höhe des Vorcoronajahres 2019.

Die Geschäftsführung hatte den Bruttoumsatz für das Geschäftsjahr 2023 im Bereich Consumer Business mit einer rund 12 %-igen Wachstumsrate geplant. Die Planung basierte auf Produktinnovationen, Sortimentsoptimierung sowie auf dem Ausbau der Distribution in Nordamerika, China sowie sämtlichen europäischen Tochtergesellschaften, dieses zudem über die wichtigen Segmente Wassergarten und Aquaristik, aber auch der Annahme, dass die durchweg positive Entwicklung im Jahr 2021 im Bereich Consumer in 2023 erreicht werden würde. Darüber hinaus wurde eine entsprechende Umsatzerweiterung um rund 10 Mio. € durch die Übernahme der Aquatec Equipment in Australien im Budget berücksichtigt.

Die Geschäftsführung plante für den Bereich Professional Business aufgrund der Projekt-Pipeline sowie der erfolgreichen Neuausrichtung vom Generalunternehmer zum vorwiegenden System- und Komponentenlieferanten ein deutliches Umsatzwachstum von rund 50 %.

Das Consumer Business startete mit einem unterproportionalem Frühbezug, was aber auch durch die erwähnte Cyberattacke und den damit einhergehenden Einschränkungen der Systeme nicht ausschließlich dem Markt zugerechnet werden kann. Grundsätzlich stand aber auch das Consumer Business unter dem Einfluss der Liquiditätssicherung auf Seiten der Kunden, die Bestandsoptimierungen konsequent weitergeführt und die Bestandsverfügbarkeiten weiter auf die Lieferanten übertragen haben. Trotz des unterproportionalen Frühbezugs sind wir von einer guten Saison ausgegangen, da der Auftragseingang während der Saison deutlich über dem Vorjahr lag. Aufgrund des extrem spät einsetzenden Sommers im Jahr 2023 und einem frühen Ende der Saison im August 2023 konnten wir unter dem Strich aber die Umsatzerwartungen an das Jahr nicht erfüllen.

Die makroökomischen Effekte einer Mischung aus hoher Inflation, hohen Energiepreisen sowie des russischen Angriffskrieges führten in Europa, das rund Zweidrittel unseres Geschäftes beeinflusst, zu spürbarer Zurückhaltung der Verbraucher. Unsere direkten Kunden reagierten daraufhin mit teilweise massivem Abbau von Lagerbeständen und einer darauffolgenden Abstinenz bei Nachbestellungen. In unserer Wahrnehmung war der Abverkauf unserer Produkte zum Endkunden hin besser als der Hineinverkauf zu unseren Absatzmittlern.

Das mittelbare und unmittelbare Geschäft im Online-Bereich entwickelte sich uneinheitlich. Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Onlineshops in UK, USA und Deutschland überarbeitet beziehungsweise gestartet. Nach wie vor wird der deutlich größere Umsatzanteil über den stationären Handel abgewickelt. OASE geht davon aus, dass dies auch für einen heute absehbaren Zeitraum so bleiben wird und richtet sich entsprechend für alle relevanten Absatzkanäle aus.

In Summe lag unser Consumer Geschäft damit unter den Ergebnissen des Vorjahres.

Professional Business

Im Professional Business hat die zunehmende Fokussierung auf das Servicemanagement und die Systemlösungen in einer noch intensiveren und engeren Zusammenarbeit mit lokalen Partnern resultiert. Das sehr stabile Netzwerk in den lokalen Märkten führt zu einer guten Marktpenetration und Markenbekanntheit bei den Investoren. OASE ist dabei als System- und Komponentenlieferant tätig und wird mit dieser Positionierung als Partner auf Augenhöhe wahrgenommen.

Durch die Fokussierung auf das Servicemanagement und dem über Jahre konsequent aktiv entwickelten Kompetenzprofil der lokalen Partner sind diese in der Lage, die Projekte in den lokalen Märkten unter Nutzung der herausragenden Systemtechnik von OASE weitestgehend selbständig einzusetzen. Die Verbundenheit mit der Marke OASE konnte weiter gesteigert werden.

Auch wenn sich für OASE das Fontänengeschäft bewusst mehr und mehr zum Liefergeschäft entwickelt, ist es für die lokalen Partner ein klassisches Projektgeschäft mit typischen projektspezifischen Herausforderungen. Selbst größere Auftragsvolumen wurden mit Flexibilität und dem weltweit agierenden OASE Team sowie dem internationalen Partnernetzwerk auf der Lieferantenseite hoch professionell bearbeitet.

Das Geschäftsjahr 2023 lag dann zwar unter der ambitionierten ursprünglichen Planung, aber dennoch deutlich über dem Jahr 2021 und unter dem Vorjahresniveau. Der Bereich Wassertechnologie stabilisierte den Umsatz auf dem stark gestiegenen Wert des Vorjahres. In diesen Bereich wird OASE weiter investieren und durch zusätzliches Vertriebspersonal bzw. entsprechende Marketingmaßnahmen die Vermarktungsintensität verstärken.

Im Jahr 2023 konnten wir den Umsatz im Bereich Water Technology auf dem im Jahr 2021 stark gestiegenen Niveau halten. Die überaus positiven Perspektiven in diesem Bereich werden wir durch gezielte Investitionen in Personal Marketing erschließen. Entgegen den Erwartungen konnten die Umsatzsteigerungen im Jahr 2023 nicht erfüllt werden, was im Wesentlichen an der notwendigen Überzeugung von potenziellen Kunden im Kontext der neuen, ökologischen Technologie liegt. Um diesem Aspekt verstärkt Rechnung zu tragen wurden Kooperationen mit Universitäten und Meinungsbildnern verstärkt. Zudem wurde auch entschieden, den Weltwassertag im März 2024 als wissenschaftlich-technische Plattform zu etablieren, um die Effizienz und Effektivität weiter zu verdeutlichen.

Zusätzlich positiv festzuhalten ist, dass sich generell die Struktur und Qualität des Auftragseingangs weiter verbessert haben. Dabei zielen wir in erster Linie auf Projekte kleinerer und mittlerer Größenordnung ab. So reduzieren wir Klumpenrisiken und optimieren gleichzeitig den Deckungsbeitrag einzelner Projekte.

b) Umsatzentwicklung

Die Umsätze des Konzerns setzen sich nach geographischen Märkten und strategischen Geschäftsfeldern wie folgt zusammen:

2023
Mio. €
2022
Mio. €
Aufgliederung nach geographischen Märkten
Deutschland 38,8 45,0
EU 65,2 78,5
Übrige Welt 59,8 66,1
TOTAL 163,8 189,6
Aufgliederung nach Geschäftsfeldern
CONSUMER 143,3 165,6
PROFESSIONAL 20,5 24,0
163,8 189,6

Das ursprünglich für 2023 geplante Umsatzvolumen wurde im Consumer und im Professional Business nicht erreicht. Der Nettoumsatz beläuft sich in Summe auf rd. Mio. € 163,8.

Umsatz nach Ländergesellschaften 2023 2022
Mio. € % Mio. € %
Deutschland, inkl. Exportländer 52,5 32,1 62,4 32,9
USA 40,5 24,7 48,4 25,5
Großbritannien 15,4 9,4 18,1 9,5
Frankreich 13,5 8,2 14,1 7,5
Singapur 4,4 2,7 3,5 1,8
Belgien 5,4 3,3 6,9 3,7
Ungarn 7,4 4,5 7,5 3,9
Niederlande 4,8 2,9 6,2 3,3
Vereinigte Arabische Emirate 1,7 1,0 4,8 2,5
China 5,9 3,6 7,4 3,9
Italien 3,4 2,1 4,2 2,2
Polen 3,1 1,9 3,1 1,6
Spanien 2,3 1,4 2,9 1,5
Japan 0,2 0,1 0,2 0,1
Indien 0,0 0,0 0,0 0,0
Australien (ab 01.06.2023) 3,3 2,0 0,0 0,0
163,8 100,0 189,6 100,0

c) Produktion und Logistik

Das abgelaufene Geschäftsjahr kann aus Sicht Produktion und Logistik in zwei Bereiche gegliedert werden. Das erste Halbjahr war stark geprägt von den primären Auswirkungen der Cyberattacke vom 29.10.2022 und deren Behebung. Des Weiteren war das gesamte Jahr trotz der Tatsache, dass die OASE-Gruppe nach 8 Tagen bereits wieder lieferfähig war, von Einschränkungen in Folge der Cyberattacke geprägt, was zu deutlichen Mehraufwänden in allen Geschäftsprozessen geführt hat. Durch die partiell fehlende Verfügbarkeit von Systemen und Schnittstellen mussten digitale Prozesse manuell ausgeführt werden und Planungsanpassungen ohne die Verfügbarkeit von Supply-Chain-Execution Systemen ebenfalls manuell durchgeführt werden. Durch die Zerstörung von Daten mussten zudem weite Teile von produktionsrelevanten Druckdaten neu erstellt werden. Auch die Auftragsannahme war aufgrund fehlender IT-Systeme zu Beginn nur manuell möglich. Das ERP-System inklusive der betriebsnotwendigen EDI-Schnittstellen der OASE Gruppe waren nur stark eingeschränkt nutzbar und erst in der 2. Jahreshälfte wieder vollständig wie zuvor verfügbar. Große Auswirkungen hatte die Cyberattacke insbesondere auf das eCommerce Geschäft, da die Schnittstellen abgeschaltet werden mussten und kundenseitig die Reintegration bis Ende Dezember 2022 in Anspruch genommen hat.

Der zweite Bereich des Geschäftsjahres war von einer sehr spät einsetzenden Saison im Bereich Wassergarten geprägt, die zudem aufgrund des Wetters früh endete. Das OASE-Produktionssystem, das ausgelegt ist, auch wirtschaftliche kleine Losgrößen herzustellen, versetzte uns in die Lage, schnell auf die saisonbedingte rückläufige Bedarfsentwicklung zu reagieren und Anpassungen in der Beschaffungsplanung ab April 2023 mit einhergehender Anpassung der Produktionskapazitäten umzusetzen.

Die hohe Flexibilität der Mitarbeiter, aber auch die optimierten Produktionsprozesse, haben es der OASE-Gruppe erlaubt, jederzeit auf die Markterfordernisse reagieren zu können. Bei allen Kapazitätsanpassungen wurde stets höchster Wert auf die Sicherheit der Mitarbeiter gelegt.

Die Produktion in Deutschland hat auch in der Saison 2023 von ihrer lokalen Netzwerkstruktur und der damit verbundenen hohen Flexibilität profitiert. Auf starke Bedarfsschwankungen sowie Schwankungen aufgrund der schwierigen Versorgungssituation in der gesamten Lieferkette, konnte gerade in dieser Saison adäquat reagiert werden.

Makro-ökonomisch und als Gegenmaßnahme zu den gegenseitigen wirtschaftlichen Sanktionen zwischen den USA und China sowie den damit einhergehenden Importzöllen wurde in enger Zusammenarbeit mit OASE durch einen bestehenden Lieferanten ein Werk in Mexiko aufgebaut. Damit können wettbewerbsfähige Produkte marktnah produziert werden, was auch weitere Vorteile im Kontext kurzfristiger Bedarfsschwankungen mit sich bringt. Der Standort wurde im abgelaufenen Jahr erweitert und es wurden weitere Produktlinien aus Asien nach Mexiko verlagert.

Da sich im Zuge des Brexits die Laufzeiten aus dem Zentrallager in Deutschland ins Vereinigte Königreich durch die aufwändigen Verzollungsprozesse, einhergehend mit Personalengpässen bei den Zollbehörden Großbritanniens, deutlich verlängert haben, wurde die Entscheidung getroffen, den Markt aus einem lokalen Logistik-Center heraus zu beliefern. Aufgrund der überproportional gestiegenen Kosten der lokalen Logistik-Dienstleister in den vergangenen 18 Monaten wurde im Rahmen einer Kostenanalyse eine Umstrukturierung des Standorts Norwich beschlossen. Aufgrund der Einführung des OASE-Produktionssystems und der damit einhergehenden Verschlankung der Produktionslinien war es möglich, den Kontraktlogistiker abzubauen und die Versandlogistik überwiegend in die eigene Struktur zu überführen. Damit ist es ebenfalls möglich, Personal flexibel im Produktions- und Logistik-Bereich einzusetzen, was etwaige Schwankungen im Bereich Produktion glätten kann. Im Zuge der Weiterentwicklung wird ebenfalls SAP WM eingeführt, um die Prozesse weiter zu optimieren. Aufgrund der Cyberattacke kam es zu Verzögerungen im Projekt, die aber keine Auswirkungen auf die Versorgung des Marktes hatte.

Im Zuge weiterhin bestehender Unsicherheiten, als Folgen des Brexits, gilt es weiterhin kritisch zu prüfen, welche Standortvorteile produktions- und logistikseitig für die OASE Gruppe genutzt werden können.

Nach der Verlagerung des Standorts im Geschäftsjahr 2021 wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls Optimierungen des Produktionslayouts auch im Zuge der Neueinführung eines Produktes durchgeführt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres mussten die Produktionskapazitäten am Standort Italien im Kontext des rückläufigen Bedarfs im Bereich OEM angepasst werden. Die Einführung des OASE-Produktionssystems hat auch hier zur Erhöhung der Flexibilität beigetragen, um wirtschaftlich kleine Losgrößen fertigen zu können. Zudem konnten durch Kurzarbeitsprogramme in Italien größere Einschnitte im Personalbereich vermieden werden, um die notwendige Kapazität für die Folgejahre nicht zu verlieren.

OASE konzentriert sich am Standort Hörstel auf die hochwertigen und wissensgesteuerten Prozesse des Produktions- und Qualitätsmanagements. Das bestehende Produktionsprinzip wurde weiterentwickelt und mittels Material- und Informationsflussanalysen konnten weitere Verbesserungen erzielt werden. Dabei wurden auch die logistischen Prozesse überprüft, um die Bestandsreichweiten an den Fertigungslinien auf die Kundenbedarfe abzustimmen. In diesem Zusammenhang kommen nun auch Routenzüge zum Einsatz, um die logistischen Prozesse an die Variabilität der Produktion anzupassen. Ziel ist, das wirtschaftliche Herstellen kleiner Losgrößen, um flexibel auf die Kundenanforderungen reagieren zu können. Die Neugestaltung der Produktionsbereiche führt zu einer Flächenoptimierung im Werk, die künftig für neue Projekte oder Insourcing zur Verfügung stehen. Die erarbeiteten Grundprinzipien des "OASE Production System" werden in die Abläufe der anderen Standorte integriert. Für einfache Tätigkeiten wurden - wie bereits in der Vergangenheit - lokale Partner in die Produktions- und Logistikabläufe integriert. Das Kanban-Konzept in der Produktion gewährleistet einen gleichmäßigeren Materialfluss und trägt zur Verbesserung der Prozesse bei. Weiter ausgebaut wurde im vergangenen Geschäftsjahr die datengestützte Analyse und Steuerung komplexer Geschäftsprozesse entlang der gesamten globalen Lieferkette mittels Business Intelligence (BI).

Die über die letzten 3 Jahre zu leistenden Entgelterhöhungen am Standort Hörstel konnten teilweise durch Beschaffungsprojekte und Kostenmanagement ausgeglichen werden. Durch die Kombination der unterschiedlichen Fähigkeiten der Werke, kann OASE sowohl preissensible als auch technologieintensive Massenprodukte in eigener Regie herstellen. Am Standort in China wurde zudem die Automatisierung von Produktionsabläufen vorangetrieben.

d) Beschaffung

Analog zu den Herausforderungen in den Bereichen Produktion und Logistik war auch der Bereich Beschaffung im vergangenen Jahr weiterhin stark von der Cyberattacke und darauffolgend der kurzen Saison im Bereich Wassergarten geprägt. Die hohe Flexibilität der Mitarbeiter gepaart mit datengestützten Analysen erlaubte eine konsequente Steuerung der sich täglich ändernden Lage.

Die Einkaufspreise waren weltweit im vergangenen Geschäftsjahr weiterhin von Inflation und Energiekrise stark geprägt. Kosten für See- und Luftfracht in 2023 konnten ab dem zweiten Quartal 2023 deutlich gesenkt werden und stabilisierten sich im Laufe des Geschäftsjahres. Das Management der Rohstoffpreise sowie der Verfügbarkeit von Komponenten wird in den kommenden Monaten weiterhin hohe Aufmerksamkeit erfordern.

Das Management der Lagerbestände stellte in diesem Jahr aufgrund des noch immer volatilen Beschaffungsmarktes in Verbindung mit den genannten Einflussfaktoren erneut eine besondere Herausforderung dar.

In Summe war das vergangene Jahr aus Sicht der Beschaffung erneut eines der herausforderndsten Jahre und äußerst anspruchsvoll. Die sich täglich ändernden Rahmenbedingungen und Lieferverzögerungen wurden versiert und mit hohem personellem Aufwand und persönlichem Einsatz gemeistert. Die Komplexität der Herausforderungen zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugenommen und betrifft ausnahmslos alle Warengruppen.

Der direkte Dialog und das gute partnerschaftliche Verhältnis zu allen Lieferanten, aber auch das reaktionsschnelle Identifizieren und Qualifizieren von alternativen Lieferquellen führte weitestgehend zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit in der Firmengruppe.

e) Investitionen, Forschung und Entwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 mussten viele der Investitionsprojekte unter den Rahmenbedingungen der Cyberattacke verschoben werden. Aufgrund der zeitweiligen Nicht-Verfügbarkeit von Konstruktions- und Testsystemen konnten Marktverfügbarkeiten nicht sichergestellt werden. Darüber hinaus wurde Personal aus der Entwicklung temporär der IT zur Verfügung gestellt, um die Auswirkungen der Cyberattacke unter Kontrolle zu bekommen und zu beheben. Diese bewusste und notwendige Entscheidung hat es OASE ermöglicht, schnell zu reagieren und zugleich die Kosten für externe Berater zur Aufarbeitung der Folgen der Cyberattacke zu reduzieren.

Ein weiterer wesentlicher Investitionsschwerpunkt lag und liegt in der Vernetzung unserer Produkte mit OASE CONTROL, z.B. die zentrale Steuerung wichtiger Funktionen im und am Teich bzw. im Garten über das Heimnetzwerk, mit einer App mit Hilfe der OASE Cloud. Dieses wird auch für das Aquaristik- und Terraristiksegment aufgebaut. Dabei forcieren wir den Aufbau eigenen Knowhows und investieren in eigene personelle Kapazitäten.

Zudem verstärkt OASE seine Performance im Portfolio der Consumables, unterstützt durch seinen Standort in Hof und die Kompetenzen der Tochter-Firma Söll. In dieser Kooperation entstand auch eine 360°-Range für die Rundumpflege in der Aquaristik, OASE AquariumActiv.

Darüber hinaus baut die Gruppe ihre Laborkompetenz im Wasser-Technologie-Sortiment konsequent aus. Mit dem effektiven Blaualgenvernichter CyanoClear, der erfolgreich in internationalem Gewässer getestet wurde, bis zur Wasseraufbereitung durch die OASE WaterBox, mit der unter anderem Uranrückstände aus Trinkwasser filtriert werden können.

Die jahrzehntelange Erfahrung, in Engineering und Vermarktung innovativer Pumpen- und Wassertechnik bilden die Grundlage für die Erschließung dieser wachsenden Bereiche.

Die Reduzierung des Energieverbrauches, Langlebigkeit sowie Nachhaltigkeit der Produkte wird weiterhin im Fokus der Entwicklungstätigkeit stehen. Dies geht einher mit den gesellschaftlichen Erwartungen an Produkte dieser Art. Wie bereits im vergangenen Jahr wird überdies mit hoher Ressourcenbindung in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dem Marketing und dem Produktmanagement in die Geschäftsfelder OASE Indoor Aquaristik am Standort in Italien und in Produkte zur biOrb-Range investiert.

Die Investitionen bei den immateriellen Vermögensgegenständen wurden insbesondere zu Beginn des Geschäftsjahres durch die Cyberattacke behindert. Aufgrund Nicht-Verfügbarkeit von Hard- und Software konnte die Forschungs- und Entwicklungsarbeit nicht wie in den Vorjahren fortgeführt werden. Zudem wurden viele Mitarbeiter aus dem Bereich Forschung & Entwicklung im Bereich IT zur Unterstützung bei der Behebung der Auswirkungen der Cyberattacke eingesetzt. Die Entwicklungsaufwendungen für Innovationen beliefen sich im Berichtszeitraum auf T€ 2.685. Zudem wurde im Rahmen der Aquatec Acquisition ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von T€ 4.210 geschaffen sowie die immateriellen Vermögensgegenstände um weitere T€ 22 erhöht. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Erstkonsolidierung zum 30. Oktober 2017 hat sich zudem als Ergebnis einer Anpassung im Rahmen einer Betriebsprüfung nachträglich um T€ 787 erhöht. Die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögensgegenstände betrugen im Berichtszeitraum T€ 12.439; davon entfielen auf die Abschreibung auf Geschäfts- oder Firmenwerte T€ 3.008.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen lagen im Berichtszeitraum bei insgesamt T€ 2.490, T€ 154 stammen hierbei aus der Aquatec Acquisition. Die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr T€ 3.574.

f) Finanzierungsmaßnahmen

Mit Übernahme der OASE Gruppe durch Argand Partners (Argand Partners Fund, Argand Partners SEA Fund QP, Argand Partners SEA Fund AI, Argand Partners Institutional Co-Invest Fund und Argand Partners Team Co-Invest Fund) konnte eine bis in das Jahr 2024 reichende Finanzierung mit HayFin Funds (HayFin DLF II LuxCo 2 Sàrl, Luxemburg; HayFin Onyx LuxCo 2 SCA, Luxemburg; HayFin Opal 2020 A UKCO 2 Limited, Großbritannien; HayFin PT LuxCo 2 Sàrl, Luxemburg und HayFin REST LuxCo Sàrl, Luxemburg) als Arranger aufgesetzt werden. Die langfristigen Senior Fazilitäten über insgesamt € 148 Mio. teilen sich in einen 7-jährigen Term Loan und eine Betriebsmittel- und eine revolvierende Saisonkreditlinie mit jeweils 6 Jahren Laufzeit auf. Der Kreditvertrag wurde am 30. Oktober 2017 unterschrieben. Die OASE Living Water GmbH als neue Muttergesellschaft wurde zum Erwerbszeitpunkt mit einem Eigenkapital in Höhe von € 63 Mio. sowie einem Gesellschafterdarlehen von € 10 Mio. ausgestattet und mit den getätigten Akquisitionen im Jahr 2019 erfolgte eine Erhöhung der Kapitalrücklage auf € 67,7 Mio. Weitere Finanzierungsmaßname ist ein Gesellschafterdarlehen der Pylos Beacon, Luxemburg, an eine deutsche Holdinggesellschaft. Dieses Gesellschafterdarlehen ist mit einem Rangrücktritt belegt, was somit in einem wirtschaftlichen Eigenkapital von € 78 Mio. resultiert. Aufgrund aufgelaufener Zinsen und weiterer Einlagen der Gesellschafter (u.a. zur Finanzierung des Kaufs der australischen Gesellschaft Aquatec) während des Geschäftsjahres belaufen sich die Gesellschafterdarlehen zum 30.09.2023 nun auf € 17,1 Mio. €. Aufgrund des Rangrücktritts dieser Darlehen beträgt das wirtschaftliche Eigenkapital der OASE Gruppe somit unter Berücksichtigung der aufgelaufenen Verluste € 37,0 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres 2023.

Die bestehenden Kreditlinien (Betriebsmittelkredite und Saisonkreditlinie) von insgesamt € 35 Mio. zeigten sich im Verlauf des Jahres 2023 als ausreichend.

Im Winter 2022/2023 wurden Verhandlungen mit der Bank bzw. dem Debt Funds, über die Verlängerung der Kontokorrentlinie und der Saisonlinie, sowie über eine Anpassung der Covenants vor dem Hintergrund einer Akquisition in Australien erfolgreich abgeschlossen. Zur Finanzierungsvereinbarung ab September 2024 und zur Nicht-Erfüllung der festgelegten Covenants ab dem Ende des Geschäftsjahres 2023 verweisen wir auf die Angaben im Anhang.

g) Personal und Aus- und Weiterbildung

OASE verfolgt das Ziel, qualifiziertes Personal langfristig an sich zu binden und bei Bedarf gut ausgebildete Fachkräfte zu rekrutieren. Im Geschäftsjahr wurden in der OASE Gruppe durchschnittlich rund 882 Mitarbeiter inkl. Zeitarbeiter beschäftigt und verzeichnet damit gegenüber Vorjahr einen Rückgang um 68 Mitarbeiter.

Um auch langfristig den Nachwuchs zu sichern und sich als attraktiver Arbeitgeber in der Region zu präsentieren, nimmt OASE in Deutschland seit Jahren an Firmenkontaktmessen sowie Job- und Berufswahlmessen teil. Durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen und Abschlussarbeiten verschafft sich OASE die Möglichkeit, kompetente und den Anforderungen des Unternehmens entsprechende Jungakademiker - insbesondere Ingenieure - zu gewinnen. In der Berufsausbildung setzt OASE seit langem auf die Ausbildung von Industriekaufleuten, bildet aber auch Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Mediengestalter Digital & Print aus. Darüber hinaus ist das Unternehmen bereits seit 2008 Kooperationspartner des Instituts für duale Studiengänge der Hochschule Osnabrück und bildet Ingenieurnachwuchs im dualen Studiengang Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen aus.

Auch die Weiterbildung der Mitarbeiter genießt bei OASE einen hohen Stellenwert und setzt dabei auf einen Mix aus kollektiven und individuellen Maßnahmen. Während sich Kommunikationstrainings in deutscher und englischer Sprache an die gesamte Belegschaft richten, basiert die Fach- und Führungskräfteentwicklung bei OASE auf gezielten individuellen Maßnahmen. Das OASE die Herausforderungen des Marktes und hier besonders die Rahmenbedingungen innerhalb der Corona-Krise bislang gemeistert hat, verdankt das Unternehmen insbesondere dem gut ausgebildeten und engagierten Personal. Die Schlagkraft und Motivation der Belegschaft auf Dauer zu erhalten, ist eine vorrangige strategische Aufgabe, die aufgrund der demografischen Entwicklung immer weiter an Bedeutung gewinnt.

h) Umweltschutz

OASE ist dem Umweltschutz schon durch seinen Geschäftszweck verpflichtet. Der Gartenteich als Biotop spielt eine außerordentlich wichtige Rolle für die Tier- und Pflanzenwelt.

Mit unserem Anspruch als technologisch führender Anbieter trägt OASE mit innovativen Lösungen zur Ressourcenschonung bei. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung energieeffizienter Produkte wie z.B. die Teichpumpen AquaMax ECO oder Einsatz von LED-Technologie. Höchste Qualität unserer Produkte sichert den Einsatz über viele Jahre und ist damit ein wertvoller Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Die Umweltrisiken in den Fertigungsstätten der OASE Gruppe sind von untergeordneter Bedeutung. Die Verwertung bzw. Beseitigung von Abfällen ist vertraglich geregelt, bei der Beschaffung von Gütern wird explizit auf die Umweltverträglichkeit geachtet.

Soweit möglich werden Werbematerialien klimaneutral auf FSC-zertifiziertes Papier gedruckt.

Der Paketversand wurde innerhalb Europas auf klimaneutralen Versand und, wo möglich, auf Versandpackung aus Biopolymeren oder Recyclingmaterial umgestellt. Die Werke in Europa wurden mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt, im Werk in Italien partiell durch Photovoltaik selbst erzeugt.

3. Darstellung der Lage

a) Ertragslage

Nachfolgend werden zum Einblick in die Ertragslage die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung in zusammengefasster Form und nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen gegliedert und im Vergleich den Vorjahreszahlen gegenübergestellt.

Die im Geschäftsjahr erzielte Gesamtleistung beläuft sich auf Mio. € 173,3. Der Umsatz an sich entfiel dabei auf den Bereich Consumer mit Mio. € 143,3 und mit Mio. € 20,5 auf das Professional Geschäft. Der Unterschiedsbetrag in den Umsatzerlösen des internen Berichtswesens des Managements zur Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von € 8,7 Mio. ergibt sich aus den Umsatzerlösen der erworbenen australischen Firma Aquatec für den Zeitraum ab Beginn des Geschäftsjahres (Oktober 2022) bis zum Erstkonsolidierungszeitpunkt im Mai 2023. Entsprechend fallen die anderen GuV Positionen wie Personal-, Materialaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen um die Aquatec Beträge für diesen Zeitraum im internen Berichtswesen höher aus.

Die Berücksichtigung der Aquatec Beiträge im internen Berichtswesen des Managements entspricht der Behandlung von Aquatec gemäß des Bankenvertrags. So wurde im Bankenvertrag vereinbart, dass das adjustierte EBITDA der OASE Gruppe das adjustierte EBITDA der Firma Aquatec für das gesamte Geschäftsjahr 2023 enthalten muss.

Ertragslage auf Basis des internen Berichtswesen des Managements

2022/23 2021/22 Veränderung
T€ % T€ % T€ %
Umsatzerlöse 172.437 99,5 189.623 97,3 -17.186 -9,1
Bestandsveränderungen -1.137 -0,7 1.994 1,0 -3.131 < -100,0
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.949 1,1 3.306 1,7 -1.357 -41,1
Gesamtleistung 173.249 100,0 194.923 100,0 - 21.674 - 11,1
Materialaufwand 82.892 47,8 80.036 41,1 2.856 3,6
Rohergebnis 90.357 52,2 114.887 58,9 - 24.530 - 21,4
Personalaufwand 39.931 23,0 45.054 23,1 -5.124 -11,4
Abschreibungen 16.013 9,2 15.143 7,8 869 5,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 42.060 24,3 41.135 21,1 924 2,2
Sonstige betriebliche Erträge 1.784 1,0 2.386 1,2 -602 -25,2
Betriebsergebnis - 5.863 - 3,4 15.940 8,2 - 21.802 < - 100,0
Finanzergebnis -11.854 -6,8 -7.378 -3,8 -4.475 60,7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 17.716 - 10,2 8.562 4,4 - 26.278 < - 100,0
neutrales Ergebnis / Management Anpassung -10.964 -6,3 -16.601 -8,5 5.637 -34,0
Steuern -151 -0,1 -2.360 -1,2 10.008 < -100,0
Konzernjahresergebnis - 28.830 - 16,6 - 10.398 - 5,3 - 10.633 > 100,0

Rohergebnis vor Anpassungen internes Berichtswesen

2022/23 2021/22 Veränderung
T€ % T€ % T€ %
Rohergebnis 85.891 49,6 104.753 53,7 -18.862 -18,0

Die OASE Gruppe hat die Verkaufspreise während des abgelaufenen Geschäftsjahres aufgrund gesunkener Nachfrage gesenkt. Gleichzeitig belasteten die während der Corona-Zeit aktivierten sehr hohen Frachtkosten den Materialaufwand im Geschäftsjahr. Dieses führte dazu, dass sich die Materialaufwandsquote ( vor Anpassungen internes Berichtswesen) erhöht hat. Es wurde ein zum Vorjahr gesunkenes Rohergebnis von T€ 85.891 erzielt. Das niedrigere Rohergebnis ist unter anderem Resultat der anhaltenden Kaufzurückhaltung seit März 2022, der dadurch bedingten, aktiveren Reduzierung der Warenbestände bei unseren Kunden, sowie der im ersten Halbjahr großen Probleme bei der Bearbeitung von Aufträgen aufgrund der Cyberattacke.

Die Personalaufwendungen haben sich um T€ 5.124 gegenüber dem Vorjahr reduziert, eine Reduktion von 11,4 %, welche vor allem der Cyberattacke und der damit verbundenen Neutralisierung von Personalkosten im internen Berichtswesen des Managements zuzurechnen ist, da viele Mitarbeiter nicht in ihrem vorgesehenen Bereich arbeiten und Umsatz bzw. Erträge nicht wie gewohnt aufgrund der Einschränkungen erzeugt werden konnten. Die OASE Gruppe war im ersten Halbjahr vollumfänglichen Personalkosten im operativen Bereich ausgesetzt, gleichzeitig konnte der operative Bereich allerdings nicht seine Tätigkeiten aufgrund der Einschränkungen wie gewohnt ausführen.

Die Erhöhung der Abschreibungen ist ein Resultat gestiegener Investitionen und der Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte (Mio. € 3,0, davon Mio. € 0,2 im Zusammenhang mit dem Erwerb von Aquatec) geschuldet.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (nach Management Anpassungen) um T€ 924 ist u.a. durch die gestiegenen Beraterkosten aufgrund der Cyberattacke getrieben sowie durch die Konsolidierung und Hinzunahme der Aquatec Aufwendungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen vor Anpassungen internes Berichtswesen

2022/23 2021/22 Veränderung
T€ % T€ % T€ %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 42.718 26,1 46.875 24,1 -4.157 -8,9

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen ( vor Anpassungen internes Berichtswesen) und deren Reduktion im Vergleich zum Vorjahr sind vor allem den außerordentlichen Aufwendungen des Vorjahres geschuldet, die insbesondere aus Investitionen in die Wachstumsstrategie zur Erschließung neuer Länder, dem neuen Markenauftritt, der strategischen Bewertung der fortgeführten Wachstumsstrategie und den intensiven Investitionen in weltweiten Referenzprojekten für das Segment Wassertechnologie sowie der Erhöhung der Rohstoffpreise, der Explosion von Eingangsfrachten, die direkten Energiekosten der OASE Gruppe sowie die Ausgangsfrachten mit den weltweiten Treibstoffzuschlägen resultierten.

Das neutrale Ergebnis bzw. Anpassungen aus dem internen Berichtswesen stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

2022/23
T€
2021/22
T€
Neutrale Erträge aus
Abgang von Anlagevermögen 18 0
Erfassung der Betriebsprüfungsergebnisse (periodenfremd) 787 0
805 0
Neutrale Aufwendungen
Ausweitung der Finanzierung 814 85
Personalanpassungsmaßnahmen 779 559
Wachstumsstrategie 2.338 1.672
Digitalstrategie 27 185
Kosten aufgrund Cyberattacke (u.a. Beratungskosten für IT und andere Bereiche, unproduktive Personalkosten wg. Nicht-Verfügbarkeit von Hardware/Software) 7.153 0
Organisationsoptimierungen 200 321
Strategische Bewertung 0 1.821
Erfassung der Betriebsprüfungsergebnisse (periodenfremd) 59 58
Pensionen und Altersteilzeit 245 0
Globale Lieferkettenstörung, Preisexplosionen (Logistik, Material, Energie) als Folge der Covid Maßnahmen 0 11.855
11.615 16.556
Übrige Neutrale Aufwendungen aus
Monitoring Fee (Beiratsvergütung) 54 46
Verwaltungsgebühren (u.a. Waiver) 85 0
Sonstige 15 0
154 46
- 10.964 - 16.602

Die neutralen Erträge und Aufwendungen entsprechen mit Ausnahme der Aufwendungen aus der Wachstumsstrategie im Wesentlichen der Definition der außergewöhnlichen Aufwendungen und Erträge gem. § 314 Abs. 1 Nr. 23 HGB bzw. der periodenfremden Aufwendungen und Erträge gem. § 314 Abs. 1 Nr. 24 HGB.

Das Geschäftsjahr wird mit einem Konzernjahresfehlbetrag von Mio. € -28,8 (Vorjahr: Mio. € - 10,4) abgeschlossen.

Das - auf Basis der Anpassungen im internen Berichtswesen - bereinigte EBITDA/die EBITDA-Marge der Gruppe, welche/s nachstehend detailliert dargestellt wird, beträgt Mio. € 10,2 /5,9 % (Vorjahr Mio. € 31,1 /16,4 %).

Das adjusted EBITDA (internes Berichtswesen der Gruppe) resultiert auf Basis der Definition im gültigen Finanzierungsvertrag, definiert als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, bereinigt um einmalige, außerordentliche, periodenfremde Aufwendungen und Erträge sowie Kosten, die mit der angestrebten Wachstumsstrategie bzw. strategischen Initiativen und Geschäftsoptimierungen einhergehen.

Weiterhin haben Veränderungen bei den latenten Steuern das Ergebnis mit Mio. € 1,8 entlastet. Diese resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen in Bewertungen (ein Großteil im Einzelabschluss der OASE Management GmbH) sowie aus Konsolidierungsdifferenzen auf Ebene der OASE Gruppe aufgrund der regelmäßigen Abschreibungen der Step-ups im Anlagevermögen.

EBITDA Brücke OASE 2022/23
T€
2021/22
T€
Konzernergebnis - 28.830 - 10.398
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -221 2.124
sonstige Steuern 371 236
Operatives Ergebnis -28.680 -8.039
Zinsaufwand/Ertrag - Cash relevant 11.374 6.784
Zinsaufwand/Ertrag - nicht Cash relevant 478 466
Zinsaufwand/Ertrag - Aufzinsung BILMOG & Agio 2 127
Finanzergebnis/Financial Result 11.854 7.378
Betriebsergebnis -16.826 -661
Abschreibung Geschäfts- oder Firmenwert 3.008 2.787
Übrige Abschreibungen / inkl. Disposal Asset 12.987 12.361
Board Fee 54 46
Portfolio Consulting Fee 480 531
Neutrales Ergebnis/ Management Anpassungen 10.447 16.025
Management Adj. EBITDA OASE KONZERN 10.150 31.089
Marge % 5,9% 16,4%

Die in der EBITDA Brücke dargestellten einmaligen Effekte resultieren im Wesentlichen aus einmaligen Kosten im Bereich der periodenfremden Aufwendungen (T€ 245), strategischen Kosten zur konsequenten Weiterführung der Wachstumsstrategie der Länder und Segmente (T€ 2.338), Aufwendungen im Rahmen der Finanzierung (T€ 814), Aufwendungen für die Optimierung der Organisation inkl. Digitalisierung (T€ 27) sowie sonstige außerordentliche Personalthemen (T€ 779). Der Bereich Wachstumsstrategie umfasst unter anderem auch die Aufwendungen und Erträge der im Mai 2023 akquirierten australischen Gesellschaft Aquatec für den Zeitraum von Oktober 2022 bis zum Erstkonsolidierungszeitpunkt im Mai 2023. Zudem bestehen einmalig, außerordentlich hohe externe Aufwendungen aufgrund der Cyberattacke zu Beginn des Geschäftsjahres. Diese Aufwendungen umfassen entstandene Beratungskosten zur Wiederherstellung der Systeme, Verbesserung der Sicherheit sowie unproduktive Personalkosten in den ersten Monaten während und nach der Attacke ausgefallener Hard- und Software. Gegenläufig zu den Aufwendungen liefen neutrale Erträge aus Betriebsprüfungsergebnissen (T€ 787) und Erträge aus Abgängen des Anlagevermögens (T€ 18).

b) Finanzlage

Die Entwicklung der Finanz- und Liquiditätslage wird anhand der folgenden, aus der Bewegungsbilanz abgeleiteten, indirekt ermittelten, verkürzten Kapitalflussrechnung dargestellt. Sie basiert auf der Finanzmittelfondsrechnung, wobei der Finanzmittelfonds als Bestand liquider Mittel definiert ist. Die ausführliche Kapitalflussrechnung ist Bestandteil des Konzernabschlusses.

01.10.22 - 30.09.23
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -954
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -11.122
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -8.068
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds - 20.144
Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres 6.423
Wechselkursbedingte Veränderung Finanzmittelfonds -429
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds -1.007
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres -15.157

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt T€ -954. Der negative operative Cashflow ist vor allem dem negativen Gesamtergebnis resultierend aus geringerem Umsatz (u.a. aufgrund der Cyberattacke) geschuldet. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beinhaltet im Wesentlichen die Akquisition der australischen Gesellschaft Aquatec sowie die üblichen Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und Sachanlagen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus den Zinszahlungen in Höhe von T€ 11.436 und der Aufnahme eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von T€ 3.368.

Der Finanzmittelbestand hat sich somit zum 30. September 2023 um T€ -21.580 von T€ 6.423 im Vorjahr auf T€ -15.157 reduziert.

c) Vermögenslage

Nachfolgend haben wir zum Einblick in die Vermögenslage die Bilanz zum 30. September 2023 nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten (Bindung des Vermögens sowie Fristigkeit der Fremdmittel) aufbereitet und den Vergleichszahlen des Vorberichts gegenübergestellt:

30.09.2023 30.09.2022 Veränderung
T€ % T€ % T€
Vermögensstruktur
Langfristig gebundenes Vermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 124.302 54,6 129.586 53,9 -5.283
Sachanlagen 22.961 10,1 24.592 10,2 -1.631
Finanzanlagen 523 0,2 531 0,2 -8
147.786 64,9 154.709 64,4 -6.923
Kurzfristig gebundenes Vermögen
Vorräte 43.503 19,1 47.683 19,8 -4.180
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 26.729 11,7 27.519 11,5 -790
Liquide Mittel 8.420 3,7 9.076 3,8 -656
Rechnungsabgrenzungsposten 1.278 0,6 1.282 0,5 -4
79.929 35,1 85.560 35,6 -5.631
227.716 100,0 240.269 100,0 - 12.553

Auf der Aktivseite hat sich das immaterielle Anlagevermögen aufgrund der Investitionen überschreitende Abschreibungen um T€ 5.283 auf T€ 124.302 reduziert. Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen entfallen vor allem auf den Geschäfts- oder Firmenwert der Aquatec Akquisition in Höhe von 4.944 sowie Investitionen in selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 2.238.

Die Vorräte liegen unter den Beständen des Vorjahres. Diese Verringerung um € 4,2 Mio. resultiert u.a. mit € 1,5 Mio. aus dem stichtagsbezogenen Umrechnungskurs sowie der Bilanzierung geringerer Eingangsfrachten gegenüber dem Vorjahr, welche während der Corona-Zeit stark gestiegen waren.

30.09.2023 30.09.2022 Veränderung
Kapitalstruktur T€ % T€ % T€
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage 67.728 29,7 67.728 28,2 0
Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung -1.674 -0,7 74 0,0 -1.748
Konzernverlustvortrag -17.309 -7,6 -6.911 -2,9 -10.398
Konzernergebnis -28.830 -12,7 -10.398 -4,3 -18.432
19.915 8,7 50.493 21,0 - 30.578
Mittel- und langfristige Fremdmittel
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.412 1,1 2.571 1,1 -159
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditgebern 112.099 49,2 113.702 47,3 -1.604
Gesellschafter 17.120 7,5 13.267 5,5 3.853
131.631 57,8 129.540 53,9 2.091
Kurzfristige Fremdmittel
Steuer- und sonstige Rückstellungen 14.285 6,3 16.212 6,7 -1.928
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 901 0,4 324 0,1 578
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.577 10,4 2.653 1,1 20.924
aus Lieferungen und Leistungen 10.622 4,7 12.809 5,3 -2.187
Sonstige 5.664 2,5 5.421 2,3 243
Rechnungsabgrenzungsposten 42 0,0 39 0,0 2
Latente Steuern 21.080 9,3 22.778 9,5 -9.497
76.171 33,4 60.236 25,1 8.136
227.716 100,0 240.269 100,0 - 12.553

Die Gesellschafterdarlehen (mit Rangrücktritt belegt) zusammen mit dem Eigenkapital ergeben eine substanzielle Eigenmittelquote von 16,3 %.

Die langfristigen Fremdmittel entfallen im Wesentlichen auf Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Debt Funds (T€ 112.099) und Gesellschaftern (T€ 17.120). Die Finanzierung erfolgt über Debt Funds, so dass die Darlehensverbindlichkeiten aus der Finanzierung unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden, die sich ergebende Differenz im Debt Funds, resultiert ausschließlich aus der stichtagsbezogenen Umrechnung des USD Debt Funds (T€ -1.629 im Vergleich zum Aufnahmezeitpunkt 2017). Die Veränderung bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfolgte im Wesentlichen durch die weitere Inanspruchnahme der Revolverkreditlinie (T€ 19.917).

Die Reduzierung der kurzfristigen Rückstellungen ist inklusive Ergebnis bedingt geringerer Steuerrückstellungen im Wesentlichen auf geringere ausstehende Rechnungen von Lieferanten zum Stichtag 2023 zurückzuführen sowie auf eine Umklassifizierung in die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 620.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen stichtagsbedingt T€ 2.187 unter den Verbindlichkeiten zum 30. September 2022. Die Lieferanten wurden zum Großteil im Rahmen der Zahlungsziele unter Inanspruchnahme von Skonto bezahlt. Die Reduzierung ist ein Resultat der reduzierten Materialbeschaffung gegen Ende der Saison.

d) Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und der Lage

Die ursprüngliche Prognose, dass sich Umsatz und korrelierendes EBITDA gegenüber dem Vorjahr positiv entwickeln würde, hat sich nicht materialisiert, sprich Umsatz und Ergebnis konnten nicht gleichermaßen weiterentwickelt werden. Tatsächlich wurde der Vorjahresumsatz um 13,6 % unterschritten. Das bereinigte EBITDA (internes Berichtswesen) und die EBITDA-Marge des Vorjahres wurden sehr deutlich unterschritten. Insgesamt stellt sich daher die Geschäftsentwicklung vor dem Hintergrund der oben dargestellten Entwicklungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als herausfordernd dar. Als Gegenmaßnahmen wurden im Geschäftsjahr 2022/2023 eine Mittelfriststrategie entwickelt, Optimierungsprojekte (u.a. Fokussierung auf Kernmärkte, Komplexitätsreduktion des Sortiments, Optimierung der Logistikprozesse, Weiterentwicklung des BI Berichtswesens) gestartet sowie Kosteneinsparungsprogramme implementiert, von denen ab dem Geschäftsjahr 2023/2024 positive Effekte erwartet werden.

III. Prognosebericht

Die Aussichten bleiben bescheiden, die Unterschiede nehmen zu. Der IWF geht im Oktober 2023 davon aus, dass sich das globale Wachstum auf 3,0 % in 2024 und 2,9 % im nächsten Jahr (von 3,5 % im Jahr 2022) abschwächen wird. Dies wird vor allem auf die nachlassende Erholung nach der Pandemie, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die strafferen geldpolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen zurückgeführt. Die OECD erwartet für dieses Jahr 2,9 % und für nächstes Jahr 2,7 %. Hinter den Gesamtzahlen - die allesamt vor dem jüngsten Nahost-Konflikt veröffentlicht wurden - verbergen sich wachsende Unterschiede zwischen den Regionen. Besonders ausgeprägt ist die Verlangsamung in der Eurozone, wo das Wachstum von 3,6 % im Jahr 2022 auf 0,7 % (IWF) bzw. 0,6 % (OECD) in diesem Jahr zurückgehen dürfte. Für die meisten großen Schwellenländer außer Brasilien, China und Russland wird in diesem Jahr ebenfalls eine Abschwächung erwartet.

Unverändert gilt aus unserer Sicht, dass sich der Handel nur mit der Listung von OASE als kompetenter Anbieter für Teichtechnik positionieren kann. OASE ist die unumstrittene "must have" Marke für den Wassergarten. Gleichzeitig entwickelt OASE die relativ neuen Geschäftsfelder Aquaristik und Wassertechnologie aktiv weiter und setzt weiter zunehmend Akzente.

Angesichts der weiter oben dargestellten sich aufhellenden wirtschaftlichen Aussichten und der damit einhergehenden Verbesserung des Konsumklimas, geht die Geschäftsführung von einem insgesamt günstigen Marktumfeld sowohl für das Consumer als auch das Professional Business aus.

Unter Berücksichtigung der allgemeinen Konjunktureinschätzung, bestehender Risiken und Einschätzung der Marktposition hat die Geschäftsführung in den Monaten Juli bis September 2023 ihre Planung aufgestellt und für 2024 Umsatzwachstum geplant.

Im Consumer Business begründet sich die Erwartung auf

Fokussierung auf das Premium Segment der Gewinnung neuer Distribution

Innovation in bestehenden Produktsegmenten

Ausbau des erfolgten Eintritts in neue Geschäftsfelder unter der Marke OASE (Aquaristik)

Integration und Ausbau der neuen Tochtergesellschaft Aquatec Equipment Pty LTD, Australia

Wachstum in Nordamerika, Middle East und APAC bei allen dortigen Tochtergesellschaften

Ausweitung des Online-Geschäfts in USA und China einer weitergehenden Marktkonsolidierung einer durchschnittlichen Wetterentwicklung einem weiter anhaltenden Trend zu den Themen Garten, Wellness, Familie (Stichworte Outdoor Living & Cocooning).

Für das Professional Business erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2024 einen deutlichen Ausbau des Projektgeschäfts. Diese Erwartung stützt sich auf die Fortsetzung der positiven Entwicklung im Komponenten- und Systemgeschäft aufgrund der einzigartigen und führenden Systemtechnik und dem globalen Netzwerk von Distributionspartnern. Gestützt wird diese Einschätzung durch die vielversprechende Order-Pipeline sowie einen potentiellen Großauftrag aus Indien. Zusätzlich erwartet das Management den weiteren Ausbau der Ergebnisse im Bereich Wassertechnologie, da wir dort immer mehr neue Fachpartner gewinnen können. Des Weiteren investiert OASE zusätzliche Ressourcen in den erfolgreichen Aufbau dieses Geschäftsfeldes.

Die Geschäftsführung setzt weiterhin auf eine positive Margenverbesserung durch Skaleneffekte sowie kontinuierliche Entwicklung von Produkt-, System- und Prozessinnovation.

Laut der ursprünglichen Planung erwartet die Geschäftsführung für das aktuelle Geschäftsjahr (Oktober 2023 bis September 2024) leicht steigende Umsatzerlöse mit unterschiedlicher Ausprägung in den einzelnen Segmenten. Das EBITDA sowie die EBITDA-Marge wird leicht über dem Niveau von 2022 liegen.

Die Auswirkung der geopolitischen Konflikte in der Ukraine und in Israel, die Zinspolitik der EZB und der FED, das Risiko von Cyberattacken, die Entwicklung der Inflation sowie anstehende Tarifverhandlungen sind für die Volkswirtschaften weiterhin ein unplanbares Ereignis. Wie sich die globale Wirtschaftstätigkeit in den kommenden Monaten entwickeln wird, hängt unter anderem von der Entwicklung dieser Themen ab. Um die Auswirkungen für OASE bewerten zu können, erstellt OASE deshalb regelmäßig Risikoanalysen in den Bereichen Supply Chain, Logistik und Cyber Security und Finanzen. Dieser Prozess zur Risikobewertung wurde fest installiert, um erforderliche Maßnahmen zur Risikominimierung für die OASE zu implementieren.

Chancen- und Risikobericht

Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung von OASE.

Die OASE Gruppe verfügt über verschiedene Systeme und Reports zur Erfassung und Kontrolle von geschäftlichen und finanziellen Risiken . Aufgabe des Risikomanagements ist es, eine valide Abschätzung der mit der Planung und Ausführung unserer Geschäftsstrategie verbundenen Chancen und Risiken durch das verantwortliche Management sicherzustellen.

Zur Minimierung von Risiken hat OASE ein Risikomanagementsystem aufgebaut, dessen Elemente darauf ausgelegt sind, die unternehmerischen Risiken frühzeitig zu erkennen und effizient gegenzusteuern. Dieses System wird permanent an neue interne und externe Veränderungen angepasst. Hierdurch gewährleisten wir, dass das verantwortliche Management frühzeitig über mögliche Risiken informiert ist und dass unmittelbar eventuell notwendige Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Ein wesentliches Element zur laufenden Überwachung der wirtschaftlichen Risiken stellt dabei das Berichtswesen dar, mit dem neben den externen Daten monatlich detaillierte, interne Berichte und Auswertungen -hinsichtlich der KPIs sowie z.B. zum Net Working Capital, Reichweitenanalysen, Auftragseingang, Leistungserstellung, Cashflow - erstellt werden. Darüber hinaus wurde ein eigenes Risk Management Berichtswesen implementiert, das mehrmals im Jahr aktualisiert und mit Gegenmaßnahmen versehen wird. Laufend werden Abweichungen von Budgets, die Erfüllbarkeit von Prognosen sowie das Auftreten neuer monetärer und nichtmonetärer Risiken untersucht. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich möglicher Verbesserungspotenziale für ein effizientes und wirksames Risikomanagement werden zeitnah umgesetzt.

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist die OASE Gruppe Risiken ausgesetzt, die negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Im Folgenden werden wesentliche Risikofelder beschrieben, die Einfluss auf das Geschäftsergebnis der OASE Gruppe haben könnten.

Die kurzfristigen Risiken sind nach wie vor eher abwärtsgerichtet. Die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung hat sich nach der Beilegung des Streits um die US-Schuldenobergrenze Anfang Juni 2023 und dem Rückgang der Risiken im Bankensektor Anfang des Jahres 2024 verringert. Dennoch dominieren in der Gesamtbetrachtung die Risiken nach wie vor über die Chancen.

Konjunkturverlauf und Nachfrageschwankungen

Wesentliche externe Risiken für die OASE Gruppe sind der saisonale Konjunkturverlauf in Abhängigkeit vom Wetter in den Ländern und die damit verbundenen Nachfrageschwankungen in den jeweiligen Märkten. Durch eine systematische Analyse der Stimmungslage und der Auftragseingänge in den jeweiligen Absatzmärkten versucht OASE, ihre Strategie und Aktivitäten möglichst frühzeitig an künftigen Veränderungen auszurichten und insbesondere Leerkosten zu vermeiden.

Der Krieg in der Ukraine und der Nahost-Konflikt könnten sich verschärfen und die Preise für Lebensmittel und Brennstoffe weiter in die Höhe treiben. Der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise könnte sich fortsetzen und zu einer erneuten Krise der Lebenshaltungskosten führen, die vor allem die Schwächsten treffen würde.

Die Wachstumsdynamik Chinas könnte sich weiter abschwächen, sollte sich die Krise im dortigen Immobiliensektor verschärfen, mit negativen grenzüberschreitenden Auswirkungen. Klima- und geopolitische Schocks könnten zu einem weiteren Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise führen. Eine breitere geoökonomische Fragmentierung birgt das Risiko größerer Verzerrungen und politischer Unsicherheit.

Gerade das Jahr 2023 hat gezeigt, welche Auswirkungen der Klimawandel und die damit einhergehenden Hitze- und Unwetterperioden auf den Saisonverlauf und die Nachfrage nach OASE Produkten haben kann. Dieses Risiko kann für die kommenden Jahre nicht ausgeschlossen werden. Es ist davon auszugehen, dass sich Unwetterereignisse noch verstärken werden.

Hohe Lagerbestände und Working Capital Optimierungen des Handels, wie sie in den letzten beiden Jahren zu verfolgen gewesen sind, führen zu einer geringeren Nachfrage in der Frühbezugsphase des Jahres. Hier ergibt sich für 2024 eine Chance, sollten die Bestandshöhen im Handel wieder ein Normalniveau erreichen.

Die steigende Inflation hat im Jahr 2023 zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung beim Konsumenten geführt, weil das verfügbare Haushaltseinkommen primär zur Absicherung der Grundbedürfnisse benutzt wurde. Hierauf haben sowohl die EZB als auch die FED mit einer stückweisen Anhebung der Leitzinsen reagiert, um die Geldwertstabilität sicherzustellen. Die gestiegenen Zinsen haben sich positiv auf die Inflation ausgewirkt. Ungewiss ist, wie sich die Leitzinsen im Jahre 2024 entwickeln werden. Prognosen gehen davon aus, dass die Leitzinsen in den kommenden Quartalen wieder gesenkt werden. Eine Auswirkung auf das Kaufverhalten bleibt abzuwarten. Da die Reallöhne in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie liegen, könnte es dort, wo die Arbeitsmärkte angespannt sind, Spielraum für eine Erholung der Realeinkommen geben. Sollte dies der Fall sein, würde dies einen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben, sofern sich die Gewinnmargen der Unternehmen nicht entsprechend verringern. Weitere Inflationsschocks, bspw. durch Lohn-Preis-Spiralen oder kriegsbedingte Embargos, könnten eine noch restriktivere Geldpolitik auslösen, die Wirtschaftstätigkeit belasten und zu einer Neubewertung an den Finanzmärkten und einer Verschärfung der globalen Finanzbedingungen führen, was schließlich eine Staatsschuldenkrise in einer größeren Gruppe von Volkswirtschaften auslösen könnte.

Finanzierungsrisiken

Die von einem Konsortium derzeit und auch in Zukunft gewährten Darlehen und eingeräumten Kreditlinien hängen von der Erfüllung bestimmter Finanzkennzahlen in der Gruppe ab. Sollte sich die Unternehmensplanung nicht wie erwartet realisieren lassen, besteht das Risiko, dass Finanzkennzahlen nicht eingehalten werden und somit eine Verletzung des Kreditvertrages vorliegt. In diesem Fall hätten die Kreditgeber das Recht, die Kreditvereinbarung zu kündigen und die Rückzahlung der bestehenden Darlehen zu verlangen. Die 2018 vereinbarten Bank Covenants haben gegen Ende des Geschäftsjahres 2022 nicht den sich stark verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen standgehalten und wurden deshalb mit den finanzierenden Banken und Debt Fonds adjustiert und die Laufzeit der Revolverlinien bis Ende 2024 verlängert. Zur Finanzierungsverlängerung über 2024 hinaus sei auf den Nachtragsbericht im Anhang verwiesen sowie auf das Kapitel "Update zum Prognosebericht" am Ende des Lageberichts.

Am Standort in Hörstel wird seit 2009 wöchentlich ein 13-Wochen Cash Forecast erstellt, der aus den Plänen der jeweiligen Niederlassungen konsolidiert wird, um Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen. Dieser wird dem Hauptgesellschafter wöchentlich kommuniziert und zweiwöchentlich den Kreditgebern zur Verfügung gestellt. Zur Erhöhung der Prognosequalität wurde zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 das Liquiditätsmodell zusammen mit einem renommierten Beratungshaus in diesem Bereich überarbeitet und weiter verbessert.

Eine weitere Verschlechterung der globalen Finanzierungsbedingungen könnte die Verschuldungsproblematik verschärfen. Die Renditeaufschläge für Staatsanleihen liegen in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern über dem Niveau vor der Pandemie, und etwa ein Viertel der Staatsanleihen von Schwellenländern wird als notleidend eingestuft. Ein weiterer Anstieg der Kreditkosten würde die Kosten für den Schuldendienst sowie die Prolongations- und damit die Ausfallrisiken erhöhen. Eine unerwartet starke Aufwertung des US-Dollars würde die nachteiligen Auswirkungen auf Volkswirtschaften mit einem hohen Anteil an US-Dollar-Schulden noch verstärken.

Materialpreise und Herstellkosten

Risiken für das operative Ergebnis der OASE Gruppe entstehen aus weiterhin möglichen weltweiten Preissteigerungen vorwiegend auf dem Energie- und Rohstoff- und Transportmarkt. Zusätzlicher Einflussfaktor ist die Entwicklung der Währung USD und RMB. Hier werden lokal Kurssicherungen in RMB und GBP getätigt. Kursschwankungen im US-Dollar sowie RMB und GBP bergen Beschaffungsrisiken gegenüber dem Euro und haben somit direkten und indirekten Einfluss auf das Geschäft der OASE Gruppe. Bedingt durch unsere internationalen Produktionsstandorte ist es uns gelungen, das FX Exposure (USD/GBP/RMB) für die Gruppe zu reduzieren. Zudem stehen weiterhin nicht-strategische Kosten sowie die fortlaufende Überprüfung von effizienten Prozessen in der Garantie- und Kulanzabwicklung im Focus. Ferner ist der konsequente Ausbau eines kosteneffizienten Lieferantennetzwerkes, unter Beibehaltung der Flexibilität, die im saisonalen Geschäft benötigt wird, von immanenter Bedeutung.

Auswirkung auf die Ertragslage zeigt auch der übliche Preisdruck auf den Märkten, in denen OASE aktiv ist. Im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf den internationalen Schiffverkehr im roten Meer, ist die Entwicklung bei den Logistikkosten, sprich Containerpreise, kaum einschätzbar. Auf die volatilen Preise kann nicht adäquat reagiert werden, auch auf Basis bestehender Verträge mit wichtigen Ketten und Einkaufsorganisationen. Das Management begegnet diesem Risiko durch umfangreiche Prozessoptimierung (z.B. Produktionsverlagerung von Asien nach Mittelamerika) und weitere Kostenreduzierung. Somit wird durch die Fortführung des Arbeitszeitmodells (40-Stunden- statt 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich) in der Serienfertigung am Standort Hörstel ein Einspareffekt erzielt.

Risiken der Auftragsabwicklung

Im Geschäftsfeld Professional ist die OASE Gruppe bei der Auftragsabwicklung operativen Risiken ausgesetzt. Hierunter fallen typischerweise unerwartete technische und kaufmännische Schwierigkeiten oder auch Störungen in der Wertschöpfungskette durch Probleme bei unseren Partnern bzw. Subunternehmen. Wir begegnen diesen Risiken durch ein systematisches und umfassendes Projektmanagement / Projektcontrolling. Unsere weltweiten Lieferanten müssen strenge Qualitätsprüfungen durchlaufen und ihre Bonität wird umfassend und laufend durch uns überprüft. Im Rahmen der Business Continuity Plans haben wir als Reaktion auf die Folgen aus der Ausbreitung von Coronavirus Maßnahmen zur Überwachung und Sicherung unserer Lieferketten- und -beziehungen implementiert.

Investitionsrisiko

Investitionsentscheidungen sind aufgrund ihrer langfristigen Tragweite und ihres Volumens mit Risiken verbunden. Daher werden Investitionen erst nach Durchführung eines einheitlichen Genehmigungsverfahrens, das eine sorgfältige Prüfung der Annahmen und der Wirtschaftlichkeit umfasst, getätigt. Die Hierarchie der erforderlichen Genehmigungen richtet sich nach der Höhe der Investitionssumme und damit nach ihrer Bedeutung für das Unternehmen. Auch der Beirat ist im Rahmen der Budgetdiskussion in die Investitionsplanung eingebunden.

Zins- und Währungsrisiken sowie Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Aus der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten resultieren Liefer- und Zahlungsströme in unterschiedlicher Währung. Daraus entsteht ein Verlustrisiko, weil Vermögensgegenstände, die in einer Währung mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, an Wert verlieren. Gleichzeitig werden Verbindlichkeiten in einer Währung mit steigendem Wechselkurs teurer. Das Netto-Exposure wird regelmäßig erfasst, bewertet und anhand fortlaufend überprüfter Devisenkurserwartungen werden diese Wechselkursrisiken gegebenenfalls mit geeigneten Finanzinstrumenten (Forwards) abgesichert. Zu den Auswirkungen des Euro-Dollar Wechselkurses vgl. auch Abschnitt 2.

Soweit für unsere Verbindlichkeiten variable Zinssätze vereinbart sind, besteht neben der Chance sinkender auch das Risiko steigender Zinsen. Diese Risiken werden im Rahmen des Zinsmanagements bewertet, eingeschätzt und gesteuert. Im Jahre 2023 haben gestiegene Leitzinsen zu einer deutlich höheren Zinsbelastung in der OASE Gruppe geführt. Prognosen für das Jahr 2024 gehen davon aus, dass die Leitzinsen in der Europäischen Union und in den USA in den nächsten Quartalen wieder gesenkt werden. Hierin liegt eine Chance für die Profitabilität der OASE Gruppe.

Im Rahmen des Finanzcontrollings werden die Zahlungsüberschüsse oder -unterdeckungen in den einzelnen Währungen auf Basis einer regelmäßigen Liquiditätsvorschau permanent überwacht.

Das Forderungsausfallrisiko wird durch Prüfung der Bonität von Kunden sowie durch ein leistungsfähiges Mahnwesen wirksam begrenzt. Für Geschäfte in als riskant eingestuften Ländern gilt zudem die Vorgabe, diese Forderungen durch übliche Ausfuhr-Sicherungsinstrumente, wie beispielsweise Letter of Credit, abzusichern.

IT-Risiken

In einer zentralisierten und standardisierten IT-Umgebung besteht das Risiko der Abhängigkeit von Systemen oder Rechenzentren. Gegen Datensicherheitsrisiken durch Zugriff auf die IT-Systeme setzen wir u.a. Firewall-Systeme und Virenscanner ein. Ein interner Datenschutzbeauftragter außerhalb von Geschäftsleitung und IT-Organisation ist bestellt.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde zudem das Informations-Sicherheitsteam (IST) gegründet und mit internen und externen Ressourcen besetzt, um Risiken schnell und effizient zu bewerten und unmittelbar Maßnahmen abzuleiten. Prozesse wie "Data Breach" und "Major Incident" wurden global definiert und ausgerollt. Zudem wurde neben dem Datenschutzbeauftragten ein Informationssicherheitsbeauftragter (ISB) benannt, der die Geschäftsleitung in der Weiterentwicklung der Thematik Informationssicherheit unterstützt. Durch externe Experten durchgeführte "Penetration-Tests" wurden durchgeführt, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und abzustellen. Der IT Security Score unserer eingesetzten Cloud-Applikationen ist über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmensgrößen, was die umgesetzten Maßnahmen bestätigt.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens im Kontext Cyber Sicherheit nach der Richtlinie VDS10000 wurde konsequent weiter fortgeführt und wird in jedem Geschäftsprozess Einzug halten.

Technologische Führerschaft ist ohne hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht denkbar. Bestqualifizierte MitarbeiterInnen für die OASE zu gewinnen, zu halten und zu integrieren ist daher eine der zentralen Aufgaben aller Führungskräfte.

Trotz aller eingeführten Prozesse und umgesetzten Maßnahmen war die OASE Gruppe einer massiven Cyberattacke am 29.10.2022 ausgesetzt. Die Server-Umgebung musste vollständig neu aufgesetzt werden und in diesem Zusammenhang wurde auch ein vollständig neues System zur Infrastruktursicherheit aufgesetzt.

Durch die Wiederherstellung der Systeme konnte der operative Betrieb nach 8 Tagen wieder aufgenommen werden, auch wenn die vollständige Wiederherstellung aller Systeme Beeinträchtigungen über das gesamte Geschäftsjahr mit sich zog. Im Verlauf der Neuausrichtung der IT Sicherheit bei OASE wurden neue Schulungskonzepte firmenweit etabliert, kontinuierliche Trainings via Phishing-Simulationen durchgeführt und ein extern betriebenes 24/7 "Security Operations Center" aufgesetzt. Zudem wurden auf allen Ebenen Härtungsmaßnahmen durchgeführt, um einen erneuten Angriff besser abwehren zu können.

Chancen

Den allgemeinen Risiken stehen auch Chancen gegenüber. Sie ergeben sich im Besonderen bei einer sich belebenden Konjunktur und der damit einhergehenden Neigung der Verbraucher zu erhöhten privaten Konsumausgaben.

Weitere Chancen ergeben sich aus der Erschließung neuer Märkte durch den Ausbau der Distribution in bestehenden Märkten sowie der Fortführung der Entwicklung neuer innovativer Produkte im Bereich Water Technology und Water Treatment durch die Söll GmbH sowie aus der generellen OASE Position im Markt.

Weiterhin ist zu vermerken, dass die Risiken für den Bankensektor in den letzten Monaten nachgelassen haben und die Gesamtinflation schneller als erwartet zurückgegangen ist. Wenn sich diese Tendenz fortsetzt und auch die Kerninflation erfasst, würde die Notwendigkeit einer geldpolitischen Straffung geringer und eine weichere Landung möglich. Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Fortschritte bei grünen Technologien könnten das Produktivitätswachstum wieder ankurbeln. Als positiv bemerkt der IWF die Resilienz der Arbeitsmärkte, besonders in den entwickelten Volkswirtschaften, von denen bislang kaum Signale für Lohn-Preis-Spiralen ausgingen.

Ausblick und Gesamtbild der Risikolage

Wesentliche Risiken für die Geschäftsentwicklung von OASE können sich aus der Veränderung im wirtschaftlichen Umfeld, insbesondere aus den Auswirkungen des Ukraine- und Nahostkonfliktes auf die weltwirtschaftliche Lage, in der Wettbewerbssituation und der Akzeptanz neuer Produkte und Produktfelder in den Märkten ergeben. Soweit die Risiken absehbar sind, werden diese im Planungsprozess und in der Bilanzierung berücksichtigt. Mit einer wachsenden internationalen Ausrichtung des operativen Geschäftes ist OASE vermehrt Veränderungen von Währungsparitäten ausgesetzt. Das Währungsrisiko wird durch den Einsatz von Währungssicherungsmaßnahmen minimiert. Hinzu kommt ein Zinsrisiko. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 erwartet das Management eine deutliche Verbesserung im Absatz sowie Umsatz und aufgrund einer optimierten Kostenbasis auch eine bessere Profitabilität, die über dem Niveau von 2021/2022 liegen wird.

Zusammenfassend muss man feststellen, dass sich die Chancen- und Risikolage im Vergleich zum Vorjahr verschoben hat. An die Stelle von Beschaffungs-, Logistik- und Energiekostenrisiken sind nun Klima-, Zins- und Inflationsrisiken getreten, so dass die Risikolage im Jahr 2024 auf vergleichbarem Risikolevel verbleibt.

Update zum Prognosebericht

Aufgrund der auslaufenden Finanzierung zum 31. Oktober 2024 musste vor Finalisierung des OASE-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022/2023 die Finanzierung der OASE Gruppe sichergestellt sein, um das Going-Concern-Prinzip als grundlegendes Bewertungsprinzip in der Rechnungslegung anwenden und aufrecht erhalten zu können. Dies hat zu einer Verzögerung in der Erstellung und Prüfung des Konzernabschlusses geführt, so dass zum Zeitpunkt der Finalisierung des Prozesses bereits vorläufige Ergebnisse zum zuvor prognostizierten Geschäftsjahr 2023/2024 vorliegen. Hierzu wird im Folgenden Stellung genommen und hierzu aufbauend eine kurze Prognose für das Geschäftsjahr 2024/2025 gegeben.

Ausblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2023/2024:

Die im Prognosebericht für das Geschäftsjahr 2023/2024 erwartete positive Geschäftsentwicklung hat sich für die Gruppe leider nicht realisiert. Der Umsatz nach HGB wird voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen, wobei einige Bereiche die Prognosen verfehlten. Insbesondere im Professional Bereich blieben die Umsätze hinter den Erwartungen zurück.

Das Fountain Technology Geschäft, das durch projektgetriebenes und daher schwierig planbares Geschäft geprägt ist, war von zeitlichen Verzögerungen betroffen. Trotz zusätzlicher Investitionen in Personal und externe Beratung konnte im Bereich Water Technology der angestrebte Marktdurchbruch noch nicht erzielt werden.

Der Umsatz im Consumer Bereich lag leicht über Vorjahr, was jedoch größtenteils auf die Aquatec Akquisition in 2023 zurückzuführen ist, deren Umsatzbeiträge nach HGB erst ab Mai 2023 im Geschäftsjahr 2022/2023 berücksichtigt wurden. Es hat sich gezeigt, dass der Markt im Consumer Bereich nach dem schwachen Jahr 2023 keine Erholung verzeichnete und sogar weiter nachgab.

Insgesamt erwiesen sich die Umsatzerwartungen für das Geschäftsjahr 2023/2024 als zu ambitioniert. Insbesondere für das Fountain Technology Geschäft konnten die Erwartungen nicht erfüllt werden. Ein Großprojekt, das im Jahr 2024 realisiert werden sollte, wurde verschoben, was zu einem weiteren Rückgang des geplanten Umsatzes führte.

Auf der Ergebnisseite hat sich die Situation weiter verschlechtert. Neben inflationsbedingten Kostensteigerungen und Investitionen im Wachstumsmarkt Water Technology belasteten unternehmensinterne Maßnahmen wie Managementwechsel und strategische Beratungsprojekte das Ergebnis 2023/2024 zusätzlich. Der Konzernjahresfehlbetrag des Geschäftsjahres sank auf voraussichtlich etwa -37 Mio. € und das bereinigte EBITDA auf ca. € 2,0 Mio. Beide Kennzahlen liegen damit ebenfalls deutlich unterhalb der Erwartungen. Der erneute Konzernjahresfehlbetrag wird voraussichtlich zu einer bilanziellen Überschuldung zum 30. September 2024 führen. Zur Liquiditätssicherung erhielt die Gruppe im ersten Halbjahr 2023/2024 finanzielle Unterstützung vom Gesellschafter in Form nachrangiger Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt 9,5 Mio. €.

Seit dem Ende der COVID-19-Pandemie sieht sich die OASE Gruppe zunehmend einem Mengenproblem ausgesetzt. Aufgrund inflationsbedingter Preissteigerungen konnte der Umsatz in den Jahren 2023 und 2024 zwar in etwa stabil gehalten werden, jedoch gingen die verkauften bzw. produzierten Mengen überproportional zurück. Dieses Ungleichgewicht hat sich erheblich auf die Fixkostenstruktur ausgewirkt, da ein Großteil der Fixkosten durch geringere Absatzmengen nicht mehr gedeckt werden kann. Die daraus resultierende Fixkostenbelastung ist ein zentrales Problem für die Profitabilität der Gruppe.

Das Management ist sich dieser Problematik bewusst. Zur Behebung des Problems wurden im Geschäftsjahr 2023/2024 zahlreiche unprofitable SKUs (Stock Keeping Units) aus dem Sortiment genommen. Durch diese gezielte Bereinigung und Fokussierung auf profitable Produkte soll die Fixkostenbasis mittelfristig entlastet und die Profitabilität gesteigert werden. Die OASE Gruppe hat zudem eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung entwickelt, um den negativen Auswirkungen weiter und gezielt entgegenzuwirken.

Prognose für 2025

Der IWF rechnet für 2025 mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,2 %, 1,8 % für die Industriestaaten und 0,8 % für Deutschland. Gerade in Bezug auf den deutschen Markt sind dies im Vergleich zu für 2024 prognostizierten 0,2 % Wachstum positivere Aussichten. Nichtsdestotrotz ist nicht mit einem generellen rein konjunkturgetriebenen starken Wachstum für die OASE Gruppe zu rechnen. Stattdessen setzt das Management für die nächsten Geschäftsjahre ab 2024/2025 auf jährliche Steigerungsraten, die vor allem mit Hilfe von Strategiewechsel und durch bereits erfolgte Investitionen im Bereich Water Technology erreicht werden sollen. Grundsätzlich setzt sich das Management im Rahmen der Planung für die folgenden Jahre eher moderate Wachstumsraten, die auf Basis vordefinierter Maßnahmen erreicht werden können, und die damit die Basis für mögliche Ausgaben korrespondierend auf einem niedrigerem Niveau festsetzt. Projekte und Umsatzsteigerungen mit weniger hoher Eintrittswahrscheinlichkeit werden an dieser Stelle nicht berücksichtigt.

Allgemein soll durch gezielteres Marketing und Ausbau des D2C E-Commerce im Consumer Bereich der Umsatz gesteigert werden. Gleichzeitig wird erwartet, dass durch den Ausbau des Vertriebswegs D2C die Margen gesteigert werden können. Für den Consumer Bereich geht das Management von mindestens 4 % Wachstum aus. Der Bereich Fountain Technologie soll um mindestens 15 % steigen, was schon allein aufgrund verschobener Projekte in 2024 aktuell realistisch erscheint. Der Bereich Water Technology wurde als der Wachstumsmarkt für die OASE Gruppe identifiziert. Die von OASE entwickelten und angebotenen Produkte in diesem Bereich stechen im Markt heraus. Durch die bereits genannten, erfolgten Investitionen im Geschäftsjahr 2023/2024 soll der Markt für OASE erobert und der Vertrieb gestärkt werden. Das Management geht in diesem Bereich von jährlichen Wachstumsraten von mindestens 100 % für die nächsten Jahre aus. Insgesamt geht das Management für das Geschäftsjahr 2024/25 von einer mindestens moderaten Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr aus.

Neben den hier genannten Wachstumsraten sind mehrere Großprojekte im Bereich Fountain und Water Technology in Aussicht. Aufgrund nicht genauer Abschätzbarkeit des Eintritts und des zeitlichen Eintritts dieser Projekte, werden diese nicht in der Planung berücksichtigt, bieten allerdings großes Aufwärtspotential.

Wie bereits erläutert, wurden im Jahr 2024 bereits viele SKUs zur Steigerung der Profitabilität aus dem Sortiment genommen. Auswirkungen hieraus auf die Profitabilität werden im Geschäftsjahr 2024/2025 erwartet. Die in 2024 implementierte Deckungsbeitragsrechnung wird auch künftig kontinuierlich weiterentwickelt und für Analysen genutzt, um das Mengenproblem nachhaltig zu lösen und die Fixkostenquote zu optimieren. Das Management plant in diesem Zusammenhang für das Geschäftsjahr 2024/2025 weitere SKUs aus dem Sortiment zu nehmen und so die Profitabilität der Gruppe zu steigern. Insgesamt wird eine Reduktion des Sortiments von ca. 15 % erwartet. Auf der Profit Seite verspricht sich das Management hierdurch mittelfristig eine Verbesserung um mindestens 2 Mio. €.

Zusätzlich zur Produktportfolio-Bereinigung wurde die Neuorganisation der Vertriebs- und Marketingstruktur der Gruppe eingeleitet, um die Absatzentwicklung in den Kernmärkten effizienter zu steuern. Diese Neuausrichtung zielt darauf ab, die Vertriebskanäle optimal auf die Bedürfnisse der wichtigsten Marktsegmente abzustimmen und durch eine verstärkte Marktfokussierung die Umsatz- und Absatzpotenziale in den Kernmärkten optimal auszuschöpfen. Die gezielte, effiziente Ausrichtung der Marketingmaßnahmen auf diese Schlüsselmärkte soll nicht nur das Mengenproblem adressieren, sondern auch die Kostenstruktur deutlich verbessern.

Die kontinuierliche Anpassung der Produkt- und Marktstrategie ist ein wesentlicher Bestandteil der Turnaround-Strategie der Gruppe und wird durch regelmäßige Überprüfung und Feinjustierung in den kommenden Geschäftsjahren weiterentwickelt.

Auf der Kostenseite plant das Management - der wirtschaftlich schwierigen Situation geschuldet - große Einsparungen für das Geschäftsjahr 2024/2025. Diese wurden im Rahmen der Finanzierungsverlängerung mit den Kreditgebern vereinbart und umfassen beispielsweise im Bereich G&A Einsparungen von mindestens 1 Mio. €. Im Bereich Personal sind Einsparungen in Höhe von 3,3 Mio. € durch Reduktion der Mitarbeiterzahl vorgesehen. Insgesamt sind diese Maßnahmen darauf ausgelegt, die Kernsteuerungsgröße EBITDA der OASE Gruppe im Vergleich zu den letzten beiden Geschäftsjahren wesentlich zu verbessern und so die Einhaltung der neuen Covenants zu ermöglichen, da das EBITDA einen wesentlicher Parameter in der Berechnung der Covenants darstellt.

Verlängerung der Finanzierung

Wie zuvor erläutert war die OASE Gruppe im Berichtsjahr und im Geschäftsjahr 2023/2024 mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Die allgemeine Marktlage, gepaart mit branchenspezifischen und unternehmensinternen Faktoren, führte zu einer signifikanten Belastung der finanziellen Performance und beeinflusste das Ergebnis des Unternehmens negativ. Nichtsdestotrotz konnte mit den bisherigen Kreditgebern eine Einigung über die Verlängerung der Kreditlinien Ende September 2024 erzielt werden. Die Entscheidung der Finanzpartner, die Kreditlinien des Unternehmens zu verlängern und die finanzielle Unterstützung fortzusetzen, zeigt das anhaltende Vertrauen in die künftige Erholung und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens. Diese Entscheidung stellt eine notwendige, aber auch solide Grundlage für die Sicherung der Liquidität und die Fortsetzung der Geschäftsaktivitäten dar und unterstreicht das gemeinsame Ziel, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an einer langfristigen Wachstumsstrategie festzuhalten. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ab Juni 2024 ein neuer CEO die Leitung der OASE Gruppe übernommen hat, und ab Oktober 2024 ein neuer CFO den Finanzbereich verantwortet. Gleichzeitig wurden zwei neue Positionen in der OASE Gruppe etabliert - einen Chief Marketing Officer sowie einen Chief Transformation Officer.

In der nahen Zukunft konzentriert sich der Konzern darauf, Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz einzuleiten, um den Turnaround zu erreichen. Die Unternehmensleitung ist zuversichtlich, dass die eingeleiteten operativen und strategischen Initiativen mittelfristig eine positive Wirkung auf die Profitabilität entfalten werden. Insbesondere auch dank der finanziellen Unterstützung des Gesellschafters, welcher im Rahmen der Finanzierungsverlängerung Ende September 2024 wirtschaftliches Eigenkapital in Form eines weiteren Gesellschafterdarlehens in Höhe von 4 Mio. € eingebracht hat, ist die OASE Gruppe in der Lage, die notwendigen Schritte zur Stärkung seiner Wettbewerbsposition einzuleiten und weiterhin am Markt aktiv zu bleiben. Zudem wird der Gesellschafter gemäß des Bankenvertrags bis spätestens 31. März 2025 Eigenkapital in Höhe von 2 Mio. € zur finanziellen Stärkung der OASE Gruppe einbringen.

Risiken im Zusammenhang mit der Finanzierung

Das Unternehmen unterliegt im Rahmen seiner Kreditverträge wie in der Vergangenheit bestimmten finanziellen Covenants, die es regelmäßig einzuhalten gilt. Diese Covenants sind insbesondere an Kennzahlen um das EBITDA, den Verschuldungsgrad sowie an die Liquidität gekoppelt und dienen den Kreditgebern als zusätzliche Absicherung. Die Einhaltung dieser finanziellen Auflagen ist daher von entscheidender Bedeutung für die Fortführung der bestehenden Finanzierung und zur Vermeidung von möglichen Vertragsbrüchen ("Covenant-Breaches").

Das Management stellt fest, dass das Risiko eines Covenant-Breaches aufgrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht ausgeschlossen eingestuft werden muss. Das Unternehmen ist sich dieser Gefahr bewusst und hat ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, das darauf abzielt, die finanzielle Stabilität und die Liquidität mittelfristig zu stärken und einen Turnaround zu erreichen. Zu den definierten Maßnahmen zählen insbesondere Effizienzsteigerungsprogramme sowie zusätzliche Kostensenkungsinitiativen, die eine unmittelbare und positive Auswirkung auf die Liquidität und die Ertragslage haben sollen.

Es bestehen allerdings wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit einem möglichen Covenants-Breach, der erfolgreichen Umsetzung der bereits eingeleiteten bzw. geplanten operativen und strategischen Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung, der weiteren finanziellen Unterstützung durch den Gesellschafter sowie dem erfolgreichen Abschluss der Ende Januar 2026 auslaufenden Bankenfinanzierung, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der OASE-Gruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Für den Fall, dass die genannten Maßnahmen und Optionen erfolgslos bleiben und die Kreditgeber von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen, wäre der Bestand der Unternehmensgruppe gefährdet, da die OASE-Gruppe möglicherweise nicht in der Lage wäre, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf die Bankverbindlichkeiten fristgerecht zurückzuzahlen.

Sollte es dennoch zu einem Covenants-Breach kommen, sieht der bestehende Bankenvertrag eine Möglichkeit zur "Heilung" durch einen Nachschuss von Eigenkapital vor. Der Gesellschafter hat sich hierfür bereits zur Bereitstellung von bis zu 5 Mio. € verpflichtet. Weitere potenzielle Covenants-Breaches, die nicht vollständig ausgeschlossen werden können, müssten im Ernstfall durch Nachverhandlung mit den Kreditgebern oder durch zusätzliche, freiwillige Unterstützung des Gesellschafters abgedeckt werden, um eine Fortsetzung der Finanzierung zu gewährleisten.

Das Management und der Gesellschafter stehen in regelmäßigem Austausch mit den Kreditgebern. Trotz der bestehenden Risiken ist das Unternehmen zuversichtlich, durch die definierten Maßnahmen sowie die Unterstützung des Gesellschafters die finanzielle Stabilität langfristig sichern zu können.

 

Hörstel, den 12. November 2024

OASE Living Water GmbH

Thorsten Muck

Michael Koch

Cornelius Everke

1 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2023/12/11-weltwirtschaft.html
2 https://www.bhb.org/fileadmin/user_upload/240304_PM-BHB-Gesamtjahr23.pdf
3 https://corporate.lowes.com/newsroom/press-releases/lowes-reports-fourth-quarter-2023-sales-and-earnings-results-02-27-24
4 DWD.de, 2023
5 (BPB.de, 2023)

Konzernbilanz zum 30. September 2023

Aktiva

30.09.2023
T€
30.09.2022
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 7.838 9.348
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 71.974 76.346
3. Geschäfts- oder Firmenwert 44.490 43.116
4. Geleistete Anzahlungen 0 775
124.302 129.585
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.696 16.273
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.460 4.571
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.167 3.404
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 638 345
22.961 24.593
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2 0
2. Rückdeckungsversicherung 521 531
523 531
147.786 154.709
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 12.771 17.389
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.892 4.765
3. Fertige Erzeugnisse 25.822 25.529
4. Geleistete Anzahlungen 1.018 0
43.503 47.683
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23.136 24.452
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.593 3.067
26.729 27.519
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 8.420 9.076
78.652 84.278
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.278 1.282
227.716 240.269
30.09.2023
T€
30.09.2022
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 34 34
II. Kapitalrücklage 67.694 67.694
III. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung -1.674 74
IV. Konzernverlustvortrag -17.309 -6.911
V. Konzernjahresfehlbetrag -28.830 -10.398
19.915 50.493
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.412 2.571
2. Steuerrückstellungen 2.098 2.564
3. Sonstige Rückstellungen 12.187 13.648
16.697 18.783
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.577 2.653
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 901 324
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.622 12.809
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 17.120 13.267
5. Sonstige Verbindlichkeiten 117.762 119.123
(davon aus Steuern T€ 1.337, Vorjahr T€ 1.323)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 404, Vorjahr T€ 412)
169.982 148.176
D. Rechnungsabgrenzungsposten 42 39
E. Passive latente Steuern 21.080 22.778
227.716 240.269

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

01.10.2022- 30.09.2023
T€
01.10.2021- 30.09.2022
T€
1. Umsatzerlöse 163.769 189.623
2. Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -1.137 1.994
3. andere aktivierte Eigenleistungen 1.949 3.306
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.530 2.386
(davon aus der Währungsumrechnung T€ 510, Vorjahr T€ 1.827)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 72.942 83.548
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 5.748 6.622
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 38.817 37.882
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 7.699 7.899
(davon für Altersversorgung T€ 355, Vorjahr T€ 294)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 16.013 15.143
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 42.718 46.875
(davon aus der Währungsumrechnung T€ 1.832, Vorjahr T€ 1.745)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 68 18
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11.922 7.396
(davon aus der Aufzinsung T€ 32, Vorjahr T€ 127)
(davon an verbundene Unternehmen T€ 485, Vorjahr T€ 466)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -221 2.124
(davon Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern T€ 1.698, Vorjahr T€ 1.287)
12. Ergebnis nach Steuern -28.459 -10.162
13. Sonstige Steuern 371 236
14. Konzernjahresfehlbetrag -28.830 -10.398

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

I. Allgemeine Angaben

Die OASE Living Water GmbH ist beim Handelsregister Steinfurt, HRB 11933, gemeldet.

Der Konzernabschluss der OASE Living Water GmbH zum 30. September 2023 wurde gemäß §§ 290 ff. HGB unter Beachtung der deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

II. Konsolidierungskreis und Konzernstichtag

Der Konsolidierungskreis besteht neben der OASE Living Water GmbH aus 10 deutschen und 30 ausländischen Gesellschaften. In den Konzernabschluss einbezogen werden die folgenden Unternehmen, an denen die OASE Living Water GmbH unmittelbar oder mittelbar 100 % der Anteile hält:

Gesellschaft OASE Living Water GmbH Anteil
in %
Unmittelbare Beteiligungen
OASE Parent GmbH, Hörstel 100
Mittelbare Beteiligungen
OASE Management GmbH, Hörstel 100
OASE Holding GmbH, Hörstel 100
OASE FT GmbH, Hörstel 100
OASE GmbH, Hörstel 100
OASE HOLDING FRANCE S.A., Sausheim / Frankreich 100
OASE S.A., Wasquehal / Frankreich 100
OASE Holding Netherlands B.V., Nijkerk / Niederlande 100
OASE B.V., Nijkerk / Niederlande 100
OASE HOLDING U.K. Ltd, Andover / Großbritannien 100
OASE (UK) Ltd., Andover / Großbritannien 100
OASE International Holding GmbH, Hörstel 100
PfG GmbH, Hörstel 100
OASE Living-Water Taicang Co. Ltd., Taicang / China 100
OASE Fountain Equipment (Taicang) Co. Ltd. / China 100
Aquanique GmbH, Hof 100
Söll GmbH, Hof 100
Aquacheck GmbH, Hof 100
OASE Asia Pacific Pte Ltd, Singapore / Singapur 100
OASE B.V., Merchtem / Belgien 100
OASE España Casa Jardin, S.L., Madrid / Spanien 100
OASE Middle East FZ-LLC / Dubai 100
OASE North America Inc., West Palm Beach, CA / USA 100
OASE Sp. Z o.o., Warschau / Polen 100
OASE Kereskedelmi Kft., Budapest / Ungarn 100
OASE Italia S.r.L., Cartigliano / Italien 100
OASE Japan GK, Yokohama, Japan 100
OASE India, Neu Delhi, Indien 100
OASE Equity, Inc., West Palm Beach,FL/USA 100
OASE Invest, Inc., West Palm Beach, FL/USA 100
GeoGlobal Partners, LLC, West Palm Beach, FL/USA 100
GeoGlobal New York, Inc, West Palm Beach, FL/USA 100
Pond Planet, LLC, West Palm Beach, FL/USA 100
GMJ Company, LLC, West Palm Beach, FL/USA 100
China Eagle Holdings Limited, Hong Kong 100
Eagle Legend Limited, Hong Kong 100
GMJ Logistics and Business Support (Shenzhen) Co. Ltd., Shenzhen, China 100
Meridienne International Inc., Aurora, OH/USA (Atlantic) 100
OASE Holding Australia Pty Ltd., Sydney / Australien 100
Aquatec Equipment Pty Ltd., Forrestdale / Westaustralien 100

Neu im Konsolidierungskreis ist die OASE Australia Holding Pty Ltd. und die Aquatec Equipment Pty Ltd. Aus der Erstkonsolidierung ergaben sich mit Ausnahme der Aktivierung eines Geschäfts- oder Firmenwertes (siehe unten) keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage.

Die Ask 4 Solutions Pty Ltd. wird aus Gründen der untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert.

Im Berichtsjahr ist der Bilanzstichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen der 30. September. Bei vier Unternehmen mit abweichenden Stichtagen wurden Zwischenabschlüsse aufgestellt.

1. Konsolidierungsgrundsätze

Die Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie die Erträge und Aufwendungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach dem Recht der OASE Living Water GmbH vollständig aufgenommen und einheitlich bewertet.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 HBG durch Verrechnung der Anschaffungskosten der Anteile der Tochterunternehmen mit dem auf diese Anteile entfallenden Eigenkapitalanteil zum Zeitpunkt des Erwerbs. Die Erstkonsolidierung erfolgte mit Datum zum 30. Oktober 2017. Der bei Verrechnung von Beteiligungsbuchwert und Eigenkapital der einbezogenen Gesellschaften entstehende Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Dieser Geschäfts- oder Firmenwert wird planmäßig über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben und beträgt zum Geschäftsjahresende T€ 33.129. Die planmäßige, lineare Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes über einen Zeitraum von 20 Jahren basiert insbesondere auf der Einschätzung über die Stabilität und die voraussichtliche Bestandsdauer der Geschäftsbeziehungen der OASE Gruppe innerhalb der Branche.

Die Erstkonsolidierung der Söll GmbH, der Aquacheck GmbH, der T.P.S.-TOP Product Services GmbH, die Lavaris Lake GmbH, der Immobilis Partizipis GmbH sowie der 1. MB Mittelstandsbeteiligung UG (haftungsbeschränkt), alle Hof, wurde zum 1. März 2019 vorgenommen. Der bei Verrechnung von Beteiligungsbuchwert und Eigenkapital der einbezogenen Gesellschaften entstandene Betrag von T€ 751 wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben. Der Geschäfts- oder Firmenwert beträgt zum Geschäftsjahresende T€ 578.

Die Erstkonsolidierung der Meridienne International Inc. d/b/a Atlantic Water Gardens, Mantua, Ohio/USA, erfolgte zum 1. Oktober 2018. Der bei Verrechnung von Beteiligungsbuchwert und Eigenkapital entstandene Betrag von T€ 7.437 wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben. Der Geschäfts- oder Firmenwert beträgt zum Geschäftsjahresende T€ 6.052.

Die Erstkonsolidierungen der im Geschäftsjahr 2022/2023 gegründeten OASE Holding Australia Pty Ltd., Sydney / Australien sowie der Aquatec Equipment Pty Ltd., Forrestdale / Westaustralien, erfolgten zum 12. Mai 2023. Der bei Verrechnung von Beteiligungsbuchwert und Eigenkapital der Aquatec Equipment Pty Ltd., Forrestdale / Westaustralien, entstandene Betrag von T€ 4.210 wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und nach § 309 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB planmäßig über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Der Geschäfts- oder Firmenwert beträgt zum Geschäftsjahresende T€ 3.995.

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten sind, soweit erforderlich, konsolidiert worden.

Eine Zwischengewinneliminierung wird gemäß § 304 Abs. 1 HGB für konzerninterne Lieferungen und Leistungen aus Absatzgeschäften vorgenommen.

Sämtliche Aufwendungen und Erträge zwischen in den Konzern einbezogenen Unternehmen werden entsprechend § 305 Abs. 1 HGB eliminiert.

Auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen werden Steuerabgrenzungen nach § 306 HGB vorgenommen, soweit sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleicht und soweit es sich nicht um einen nach § 301 Abs. 3 HGB verbleibenden Unterschiedsbetrag handelt. Steuerbe- und -entlastungen werden saldiert ausgewiesen.

III. Währungsumrechnung

Bei der Umrechnung der auf Fremdwährungen lautenden Jahresabschlüsse einbezogener ausländischer Unternehmen wurden die Kapitalpositionen der einbezogenen Unternehmen mit historischen Kursen und die anderen Posten der Bilanz mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung wurden mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Das in der Bilanz ausgewiesene Jahresergebnis ergibt sich als Saldo der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung. Umrechnungsdifferenzen wurden erfolgsneutral in einen Ausgleichsposten im Eigenkapital eingestellt. Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung entstehende währungskursbedingte Aufrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral in den Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt.

Für die Umrechnung von Währungen derjenigen Länder, die nicht der europäischen Währungsunion angehören, wurden folgende Wechselkurse angewendet:

Wechselkurse 2023 2022
Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
1 € = 1 € = 1 € = 1 € =
US-Dollar USD 1,06 1,069 0,975 1,078
Britisches Pfund Sterling GBP 0,87 0,869 0,883 0,848
Ungarischer Forint HUF 391,25 386,685 421,410 382,920
Chinesischer Renminbi Yuan CNY 7,58 7,541 6,989 7,079
Polnischer Zloty PLN 4,64 4,604 4,870 4,674
Arabischer Dirham AED 3,89 3,927 3,59 3,960
Japanische Yen JPY 158 149,422 142,320 134,210
Indische Rupie INR 87,94 88,039 80,109 82,750
Australischer Dollar AUD 1,65 1,612 1,51 1,52

IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden zu Herstellungskosten (Entwicklungskosten) aktiviert, sofern zum Abschlussstichtag zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Entstehung eines Vermögensgegenstandes besteht. Zu den Herstellungskosten zählen die einzeln zurechenbaren Kosten durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des durch den Entwicklungsprozess veranlassten Werteverzehrs von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens. Die Wahlbestandteile nach § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB werden in die Herstellungskosten mit einbezogen, diese sind in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung enthalten. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden planmäßig nach der linearen Methode pro rata temporis über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei selbsterstellter Software beträgt die Nutzungsdauer 3 Jahre und bei den sonstigen selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen 5 Jahre.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear über den voraussichtlichen Werteverzehr. Die Nutzungsdauer der Software beträgt 3 bis 7 Jahre, für die Marken zwischen 10 und 30 Jahren und für den Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung 20 Jahre (vgl. Abschnitt II).

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden zur Berücksichtigung voraussichtlich dauernder Wertminderungen vorgenommen. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt. Die Nutzungsdauer für Gebäude beträgt 15-33 Jahre, für die technischen Anlagen und Maschinen 2 bis 15 Jahre sowie für die Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 2 und 15 Jahre. Anlagegegenstände werden linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von € 150,00 bis € 1.000,00 werden in einem Sammelposten erfasst, der gewinnmindernd über fünf Jahre aufgelöst wird. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis € 150,00 werden im Jahr der Anschaffung direkt als Aufwand gebucht.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden mit den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Fertige und unfertige Erzeugnisse werden mit den Konzernherstellungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Konzernherstellungskosten umfassen Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten sowie anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von einem Jahr werden mit ihrem Nennwert angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit ihrem Nennwert oder mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Den erkennbaren Risiken im Forderungsbestand wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Ausfallrisiko der Forderungen wird durch angemessene Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Entsprechendes gilt für geleistete Anzahlungen, die in den sonstigen Forderungen mit Ihrem Nennwert enthalten sind.

Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten werden bei in Euro lautenden Beträgen mit dem Nominalwert angesetzt. Beträge in fremder Währung werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen.

Latente Steuern wurden nach §§ 274 und 306 HGB gebildet. Sie enthalten künftige Steuerminder- oder Steuermehrbelastungen, die sich aus temporären Differenzen zwischen der Konzernbilanz, den Einzelbilanzen und den Steuerbilanzen ergeben. Latente Steuern werden unter Verwendung des Steuersatzes berechnet, der nach gegenwärtiger Rechtslage zum voraussichtlichen Ausgleichszeitpunkt der temporären Differenzen maßgebend sein wird.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Als versicherungsmathematisches Bewertungsverfahren für Versorgungsanwartschaften wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck verwendet. Die Einkommensdynamik war nicht zu berücksichtigen und die Rentendynamik wurde mit 1,00 % angenommen. Für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre (1,81%) zugrunde gelegt.

Der sich aus der Anwendung des § 253 Abs. 6 HGB in Bezug auf die Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit der Verlängerung des Durchschnittsbildungszeitraums von sieben auf zehn Jahre ergebende, ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt zum 30. September 2023 T€ 24.

Rückdeckungsversicherungsansprüche werden auf Basis der Mitteilungen der Versicherer mit dem jeweiligen Aktivwert zum Bilanzstichtag bewertet. Darüber hinaus wurden diese Ansprüche und die Pensionsverpflichtung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet.

Rückstellungen für Altersteilzeit werden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Gehaltssteigerungen wurden entsprechend berücksichtigt. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank ausgegebenen Marktzinssatz entsprechend der restlichen Laufzeit abgezinst. Die Verpflichtungen werden gemäß §246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den zum Stichtag zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Deckungsvermögen verrechnet.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie allen zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung tragen. Langfristige Rückstellungen werden nach der Bruttomethode erfasst und mit dem von der Deutschen Bundesbank ausgegebenen Marktzinssatz abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag gebildet, die Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Tag darstellen.

Vermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Kurs im Zeitpunkt ihrer Entstehung eingebucht und gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden nicht vom Posten Vorräte offen abgesetzt, sondern separat in den Verbindlichkeiten ausgewiesen (§ 268 Abs. 5 S. 2 HGB).

V. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens der OASE-Gruppe ist in der Anlage zum Konzernanhang dargestellt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert hat sich wie folgt entwickelt:

T€
01.10.2022 43.116
Zugänge aus Betriebsprüfung 787
Zugänge aus Erstkonsolidierung 4.210
Abschreibungen -3.008
Währungsdifferenzen -615
30.09.2023 44.490

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bzw. Konstruktionen betragen im Geschäftsjahr Mio. € 6,16. Hiervon entfallen T€ 2.238 auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagenvermögens. Die auf den Konzernumsatz bezogene F&E Quote beträgt 3,8 %.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind analog zum Vorjahrinnerhalb eines Jahres fällig.

In der Konzernbilanz sind latente Steuern in Höhe von T€ 21.080 passiviert, die sich wie folgt zusammensetzen:

30.09.2022
T€
Veränderungen
T€
Währungs - effekte
T€
30.09.2023
T€
Aktive latente Steuern aus temporären Differenzen 2.346 299 -109 2.536
Passive latente Steuern aus temporären Differenzen -3.132 331 0 -2.801
Passive latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen -22.248 980 0 -21.267
Aktive latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen 256 197 0 453
- 22.778 1.807 - 109 - 21.080

Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen werden unter Verwendung eines Steuersatzes von 30 %, 30,35 %, 27 % oder 19 % berechnet, der nach gegenwärtiger Rechtslage zum voraussichtlichen Ausgleichszeitpunkt der temporären Differenzen maßgebend sein wird. Latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz werden unter Verwendung von Steuersätzen von 25 %, 27 % und 30,35 % ermittelt.

Gemäß § 246 Abs. 2 HGB wurde eine Saldierung der Pensionsrückstellungen mit dem Deckungsvermögen vorgenommen. Der Zeitwert des mit der Rückstellung verrechneten Deckungsvermögens entspricht dem Aktivwert und beträgt T€ 1.834. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beträgt zum Stichtag T€ 3.653. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen (T€ 65) wurden mit den Zinsaufwendungen (T€ 96) gemäß § 246 Abs. 2 HGB saldiert. Der sich ergebende Saldo von T€ 31 ist im Finanzergebnis unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Gemäß § 246 Abs. 2 HGB wurde eine Saldierung der Altersteilzeitrückstellung mit dem Deckungsvermögen vorgenommen. Der Zeitwert des mit der Rückstellung verrechneten Deckungsvermögens entspricht dem Aktivwert und beträgt T€ 194. Der Erfüllungsrückstand der Rückstellungen für Altersteilzeit beträgt zum Stichtag T€ 286.

Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:

Gesamt davon mit einer Restlaufzeit
Verbindlichkeiten T€ bis zu 1 Jahr
T€
über 1 Jahr
T€
davon mehr als 5 Jahre
T€
gegenüber Kreditinstituten 23.577 23.577 0 0
(2.653) (2.653) (0) (0)
aus erhaltenen Anzahlungen 901 901 0 0
(324) (324) (0) (0)
aus Lieferungen und Leistungen 10.622 10.622 0 0
(12.809) (12.809) (0) (0)
gegenüber Gesellschaftern 17.120 0 17.120 0
(13.267) (0) (13.267) (0)
Sonstige 117.762 5.663 112.099 0
(119.123) (5.421) (113.702) (0)
169.982 40.763 129.219 0
(148.176) (21.207) (126.969) (0)
Werte in Klammern geben die Werte zum 30.09.2022 an

Für Verpflichtungen aus abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen wurden folgende Sicherheiten gewährt:

Verpfändung der Anteile an Tochtergesellschaften,

Sicherungsabtretung der Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen,

Globalsicherungsabtretung sämtlicher Forderungen,

Verpfändung der Patente, Marken, Dienstleistungszeichen, Designs, Firmennamen und geschäftlichen Bezeichnungen, Urheberrechte und verwandten Schutzrechte), Datenbankrechte, Urheberpersönlichkeitsrechte, Knowhow und gewerblichen Schutzrechte,

Verpfändung sämtlicher Bankkonten und

Abtretung von Gewährleistungs- und Zahlungsansprüchen aus Erwerbsverträgen.

Zum Bilanzstichtag betrug der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus dieser Finanzierungsvereinbarung € 112,1 Mio.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 23.577 sind durch Grundpfandrechte in gleicher Höhe abgesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern entfallen in Höhe von T€ 17.120 (Vorjahr T€ 13.267) auf Verbindlichkeiten aus Darlehen und Zinsen.

VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich nach strategischen Geschäftsfeldern und geographischen Märkten wie folgt zusammen:

2023
Mio. €
2022
Mio. €
Aufgliederung nach strategischen Geschäftsfeldern
Consumer Business (Wassergärten) 143,3 165,6
Professional Business (Fountain Technology, Lake Management) 20,5 24,0
163,8 189,6
Aufgliederung nach geographischen Märkten
Deutschland 38,8 45,0
Europa 65,2 78,5
Übrige 59,8 66,1
163,8 189,6

Periodenfremde Aufwendungen und Erträge

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen aus Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von T€ 189 enthalten. In den Steuern vom Einkommen und Ertrag sind Aufwendungen aus periodenfremden Steuern in Höhe von T€ 485 enthalten.

Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung/Bedeutung

Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung bzw. Bedeutung in Höhe von insgesamt € 9,4 Mio. angefallen. Diese entfallen im Wesentlichen auf Aufwendungen in Verbindung mit der Änderung der Finanzierungsvereinbarung (€ 0,8 Mio.), Personalaufwendungen (€ 0,8 Mio.) im Wesentlichen aufgrund von Personalanpassungsmaßnahmen im Zuge des Wechsels in der Geschäftsführung und Abfindungszahlungen aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen sowie Aufwendungen (€ 7,2 Mio.) im Zusammenhang mit dem Cyberangriff Ende Oktober 2022.

Die Folgen des Cyberangriffs hatten einen maßgeblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis der OASE Gruppe im Geschäftsjahr 2023. In den ersten Monaten des Geschäftsjahres waren umfangreiche organisatorische und funktionelle Anpassungen notwendig, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Die außerordentlichen Aufwendungen, welche durch die unternehmensweiten Störungen der Geschäftsprozesse und der IT-Infrastruktur verursacht wurden, betreffen die folgenden Bereiche:

Unproduktive Personalkosten aufgrund von Nicht-Verfügbarkeit von Hardware/Software (Vertrieb und Produktion),

Ineffiziente Personalkosten wegen eingeschränktem Zugriff auf Hardware/Software (R&D-Abteilung) und Kosten der eigenen IT-Abteilung für die Wiederherstellung der Systemlandschaft,

Externe Beratungskosten für IT und andere Bereiche.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge außerordentlicher Größenordnung aus der Betriebsprüfung der Jahre 2016-2018 von € 0,7 Mio. enthalten.

Abschreibungen

Die Abschreibungen enthalten Abschreibungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von T€ 3.008.

VII. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden die folgenden Haftungsverhältnisse aus Avalen:

T€
Gewährleistungsbürgschaften 29
Mietbürgschaften 56
Erfüllungsbürgschaften 45
130

Wir gehen davon aus, dass wir die Verpflichtungen gegenüber den Kunden/Lieferanten vollständig erfüllen werden, so dass die eventuelle Rückgriffsanspruche aus Avalen nicht zu passivieren waren.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren aus Leasingverpflichtungen und Mietverträgen und betragen insgesamt T€ 14.478. Davon sind innerhalb eines Jahres T€ 3.723 und innerhalb von zwei bis fünf Jahren T€ 10.755 zu leisten. Zweck der Leasinggeschäfte ist die Fremdfinanzierung des Anlagevermögens. Vorteile der Leasinggeschäfte sind im Wesentlichen in der geringeren Kapitalbindung zu sehen. Potenzielle Risiken bestehen aufgrund der langfristigen Vertragsbindung. Die Risiken und Vorteile aus Leasingverhältnissen sind für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns unwesentlich. Eine wesentliche und außerhalb des normalen Geschäftsbetriebs wahrscheinliche Inanspruchnahme besteht nicht. Neben den dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sowie Haftungsverhältnissen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage des Konzerns von Bedeutung wären.

Beschäftigte

Die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr beschäftigten MitarbeiterInnen betrug:

2023 2022
Angestellte 582 538
Gewerbliche Mitarbeiter 300 335
882 873
davon Geschäftsführer 3 3
879 870

Abschlussprüferhonorar

Das Abschlussprüferhonorar für das Geschäftsjahr 2023 schlüsselt sich wie folgt auf:

Abschlussprüfungsleistungen T€ 128
Sonstige Leistungen T€ 2

Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften

Für die Tochterunternehmen OASE Parent GmbH, OASE Management GmbH, OASE Holding GmbH, OASE GmbH, OASE FT GmbH, OASE International Holding GmbH, PfG GmbH und Aquanique GmbH wird für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen und der Jahresabschluss nicht offengelegt.

Geschäftsführung

Zu Geschäftsführern der OASE Living Water GmbH sind bestellt:

Thorsten Muck, Norden, Vorsitzender der Geschäftsführung

Birgit Kempe-Heeger, Mettingen, Geschäftsführerin Finanzen & Controlling (bis zum 31.12.2022)

Michael vom Brocke, Remscheid, Geschäftsführer Finanzen & Controlling (vom 1.1.2023 bis zum 31.03.2024)

Michael Koch, Polling, Geschäftsführer Operation (seit 16.05.2024)

Cornelius Everke, Meerbusch, Geschäftsführer (seit 03.06.2024)

Auf die Angabe von Geschäftsführerbezügen nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB wird unter Berücksichtigung von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Nachtragsbericht gemäß § 314 Abs. 2 Nr. 25 HGBzur Verlängerung der Finanzierung

Die im Zusammenhang mit der Übernahme der OASE Gruppe im Jahr 2017 durch Argand Partners aufgesetzte Finanzierung wurde im September 2024 verlängert. Dies betrifft insbesondere die Senior Loan Facility, deren ursprüngliche Laufzeit bis Ende Oktober 2024 angesetzt war. Die Finanzierung, arrangiert von Hayfin Funds, wurde zu unveränderten Konditionen verlängert.

Die Fälligkeit der Darlehen wurde auf den 28. Februar 2026 festgelegt, mit der Option auf Verlängerung bis zum 31. Dezember 2027. Die bestehende Kontokorrentlinie läuft nun bis zum 31. Januar 2026, mit der Option auf eine Verlängerung bis zum 30. September 2027.

Ab dem Ende des Geschäftsjahres 2023 konnte der Konzern die festgelegten Finanzkennzahlen (Covenants) nicht mehr erfüllen. Die Kreditgeber stimmten einer vorübergehenden Aussetzung der Covenants zu. Im Rahmen der Finanzierungsverlängerung im September 2024 wurden die Covenants neu verhandelt und für den noch ausstehenden Zeitraum dauerhaft ausgesetzt. Künftig unterliegen die gewährten Darlehen und eingerichteten Kreditlinien weiterhin der Erfüllung bestimmter Finanzkennzahlen, deren Struktur mit den Kreditgebern neu abgestimmt wurde. In diesem Rahmen wurde seitens der Kreditgeber auch die aktuell wirtschaftlich schwierige Situation der OASE Gruppe berücksichtigt, sodass die Finanzkennzahlenanforderungen erst wieder ab dem Jahr 2026 auf einem Niveau wie in der Vergangenheit liegen werden.

Es bestehen allerdings wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit einem möglichen Covenants-Breach, der erfolgreichen Umsetzung der bereits eingeleiteten bzw. geplanten operativen und strategischen Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung, der weiteren finanziellen Unterstützung durch den Gesellschafter sowie dem erfolgreichen Abschluss der Ende Januar 2026 auslaufenden Bankenfinanzierung, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der OASE-Gruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Für den Fall, dass die genannten Maßnahmen und Optionen erfolgslos bleiben und die Kreditgeber von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen, wäre der Bestand der Unternehmensgruppe gefährdet, da die OASE-Gruppe möglicherweise nicht in der Lage wäre, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf die Bankverbindlichkeiten fristgerecht zurückzuzahlen.

Im Zuge der Finanzierungsverlängerung hat der Gesellschafter zusätzlich ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 4 Mio. € als wirtschaftliches Eigenkapital eingebracht, um die finanzielle Stabilität des Konzerns zu stärken.

Gleichzeitig wurden den Kreditgebern Einsparungsmaßnahmen im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (General & Administrative Expenses - G&A) sowie im Bereich der Personalkosten zugesagt. Zur Umsetzung der Personalmaßnahmen werden Abfindungszahlungen für das Geschäftsjahr 2025 eingeplant.

Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Profitabilität des Konzerns zu stärken und die Einhaltung der mit den Kreditgebern vereinbarten Covenants mittel- und langfristig sicherzustellen.

Der Gesellschafter hat zudem seine fortwährende Unterstützung der OASE Gruppe zugesagt und bei Bedarf die Zuführung weiteren Kapitals in Aussicht gestellt. Im Bankenvertrag wurde hierzu eine weitere Einzahlung in Höhe von 2 Mio. € Eigenkapital durch den Gesellschafter bis spätestens 31.03.2025 vereinbart. Zudem wurde die Bereitstellung notwendiger liquider Mittel von bis zu 5 Mio. € wirtschaftliches Eigenkapital im Bedarfsfall vertraglich zugesagt. Aufgrund dieser Maßnahmen und der Zusagen des Gesellschafters ist die Geschäftsführung zuversichtlich, dass die Liquidität des Konzerns für die nächsten 12 Monate gegeben ist und die Weichen für eine Einhaltung der Covenants auch nach 12 Monaten gestellt werden können.

Für das Jahr 2026 konnte im Bereich Kontraktlogistik ein neuer Dienstleistungsvertrag verhandelt werden, der über 5 Jahre (wirksam ab 1.10.2025) eine signifikante Einsparung in der Größenordnung von 7 Mio. € über die Vertragslaufzeit gegenüber dem aktuellen Dienstleistungsvertrag für Lager- und Versandlogistik mit sich bringt.

 

Hörstel, den 12. November 2024

Thorsten Muck

Michael Koch

Cornelius Everke

Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 30. September 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2022
T€
Währungsdifferenz
T€
Zugänge
T€
Zugänge aus der Veränderung des Konsolidierungskreises
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 17.760 6 2.238 0
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 112.535 -199 447 22
3. Geschäfts- oder Firmenwert 56.571 -756 0 4.210
4. Geleistete Anzahlungen 775 0 0 0
187.642 -949 2.685 4.233
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 35.252 -464 31 0
2. Technische Anlagen und Maschinen 27.351 -794 862 0
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.045 -221 820 154
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 345 -12 623 0
77.993 -1.491 2.336 154
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0 0 2 0
2. Rückdeckungsversicherung 531 0 16 0
531 0 18 0
266.166 -2.440 5.039 4.386
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Zugänge aus BP Anpassung
T€
Umbuchungen
T€
Abgänge
T€
30.09.2023
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 157 0 20.162
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 690 0 113.495
3. Geschäfts- oder Firmenwert 787 0 0 60.812
4. Geleistete Anzahlungen 0 -775 0 0
787 72 0 194.469
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 0 34.820
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 169 200 27.388
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 76 272 15.601
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 -317 0 638
0 -72 472 78.447
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0 0 0 2
2. Rückdeckungsversicherung 0 0 26 521
0 0 26 523
787 0 498 273.439
Abschreibungen
01.10.2022
T€
Währungsdifferenz
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
30.09.2023
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.413 66 3.845 0 12.324
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 36.188 -253 5.585 0 41.520
3. Geschäfts- oder Firmenwert 13.455 -141 3.008 0 16.321
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
58.056 -329 12.438 0 70.165
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.980 -220 1.364 0 20.124
2. Technische Anlagen und Maschinen 22.781 -667 1.000 186 22.928
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.640 -174 1.211 243 12.434
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
53.401 -1.061 3.575 428 55.486
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0 0 0 0 0
2. Rückdeckungsversicherung 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
111.456 -1.390 16.013 428 125.651
Restbuchwerte
30.09.2023
T€
30.09.2022
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 7.838 9.348
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 71.974 76.346
3. Geschäfts- oder Firmenwert 44.490 43.116
4. Geleistete Anzahlungen 0 775
124.302 129.586
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.696 16.273
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.460 4.571
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.167 3.404
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 638 345
22.961 24.593
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 2 0
2. Rückdeckungsversicherung 521 531
523 531
147.786 154.709

Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

1.10.2022 - 30.09.2023
T€
1.10.2021 - 30.09.2022
T€
Konzernjahresfehlbetrag -28.830 -10.398
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 16.013 15.143
+ Abnahme/Zunahme der Rückstellungen -1.842 -1.954
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge -503 0
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.607 -1.175
-/+ Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.853 -1.576
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -18 4
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 11.854 7.378
+/- Aufwendungen/Erträge aus außerordentlichen Posten 8.399
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag -221 2.124
+ Einzahlungen aus außerordentlichen Posten 728
- Auszahlungen aus außerordentlichen Posten -9.127
-/+ Ertragsteuerzahlungen -3.223 -1.073
+ Erhaltene Zinsen 62 18
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -954 8.491
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 61 8
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -2.685 -6.327
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.336 -2.728
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 26 25
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -18 -16
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -6.170 0
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -11.122 -9.038
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Gesellschafterdarlehn 3.368 1.132
- Gezahlte Zinsen -11.436 -6.766
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -8.068 -5.660
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -20.144 -6.207
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds -429 -443
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds -1.007 0
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.423 13.073
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode -15.157 6.423

Zusammensetzung des Finanzmittelfonds:

30.09.2023
T€
30.09.2022
T€
Liquide Mittel
Kassenbestand, Kontokorrentforderungen an Kreditinstitute * 8.420 9.076
Jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten
Kontokorrentverbindlichkeiten -23.577 -2.653
-15.157 6.423

* sind als Sicherheiten an Kreditgeber verpfändet

Eigenkapitalspiegel zum 30. September 2023

Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital
T€
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB
T€
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
T€
Konzernverlustvortrag
T€
Stand 30.09.2021 34 67.694 -908 -7.329
Vortrag Konzernjahresüberschuss des Vorjahres 0 0 0 418
Währungsumrechnung 0 0 982 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0
Stand 30.09.2022 34 67.694 74 -6.911
Vortrag Konzernjahresüberschuss des Vorjahres 0 0 0 -10.398
Währungsumrechnung 0 0 -1.748 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0
Stand 30.09.2023 34 67.694 -1.674 -17.309
Mutterunternehmen
Konzernjahresergebnis
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand 30.09.2021 418 59.909
Vortrag Konzernjahresüberschuss des Vorjahres -418 0
Währungsumrechnung 0 982
Konzernjahresüberschuss -10.398 -10.398
Stand 30.09.2022 -10.398 50.493
Vortrag Konzernjahresüberschuss des Vorjahres 10.398 0
Währungsumrechnung 0 -1.748
Konzernjahresüberschuss -28.830 -28.830
Stand 30.09.2023 -28.830 19.915

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die OASE Living Water GmbH, Hörstel

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der OASE Living Water GmbH, Hörstel, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der OASE Living Water GmbH, Hörstel, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt "VII. Sonstige Angaben", Unterabschnitt "Nachtragsbericht gemäß § 314 Abs. 2 Nr. 25 HGB zur Verlängerung der Finanzierung", im Konzernanhang sowie die Angaben im Abschnitt "III. Prognosebericht", insbesondere im Unterabschnitt "Risiken im Zusammenhang mit der Finanzierung", des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand des Konzerns von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten operativen und strategischen Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung, der Einhaltung der mit den finanzierenden Banken vereinbarten Finanzkennzahlen bzw. der weiteren finanziellen Unterstützung durch den Gesellschafter sowie dem erfolgreichen Abschluss der Anfang 2026 auslaufenden Bankenfinanzierung abhängig ist. Wie in Abschnitt "VII. Sonstige Angaben", Unterabschnitt "Nachtragsbericht gemäß § 314 Abs. 2 Nr. 25 HGB zur Verlängerung der Finanzierung", im Konzernanhang sowie im Abschnitt "III. Prognosebericht", insbesondere im Unterabschnitt "Risiken im Zusammenhang mit der Finanzierung", des Konzernlageberichts dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlageberichtsind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 13. November 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Tobias Kruse Schmidt, Wirtschaftsprüfer

ppa. Marcel Schmöcker, Wirtschaftsprüfer

*****

Der Konzernabschluss zum 30.09.2023 wurde am 12.11.2024 gebilligt.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

9 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.