Stammdaten

Register
Amtsgericht Marburg HRB 5330
Eingetragen
29.12.2007
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikBau von Versorgungseinrichtungen für Elektrizität und TelekommunikationWiederverkaufs- und Vermittlungstätigkeiten für die Telekommunikation
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen jeglicher Art, die Überwachung und Wartung von Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung sowie das Betreiben aller damit zusammenhängenden Hilfsgeschäfte.

Historie

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Management

NameRolle
Jan Menz
seit 2.4.2025
Prokura
Björn Friedrichsen
seit 12.7.2024
Prokura
Christoph Hellrung
seit 22.7.2022
Geschäftsführer
Jörg Dießner
seit 2.4.2020
Prokura
Andreas Hoffmann
seit 26.3.2014
Prokura
Frank Croll
seit 26.3.2014
Prokura
Uwe Knoke
seit 13.12.2013
Geschäftsführer
Andreas Dr. Odenbreit
seit 28.3.2008
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
3U HOLDING AG
Germany
1.000.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

3U Holding AG

Marburg

Konzernabschluss für das Jahr 2019

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im Folgenden möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 informieren:

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2019 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben.

Sitzungen und Teilnahme

Im Geschäftsjahr 2019 haben insgesamt sechs Aufsichtsratssitzungen stattgefunden (23. Januar 2019, 19. März 2019, 23. Mai 2019, 24. August 2019, 10. Oktober 2019 und 13. Dezember 2019), in denen der Aufsichtsrat jeweils vollzählig vertreten war. Die Mitglieder des Vorstands haben an den Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte. In zwei Sitzungen verhandelte der Aufsichtsrat auch ohne Beteiligung von Vorstandsmitgliedern.

Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern und hat keine Ausschüsse gebildet. Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden sowohl in Sitzungen als auch im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Sämtliche Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden ohne Gegenstimmen gefasst. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der strategischen Entwicklung und Ausrichtung des Konzerns befasst. Der Aufsichtsrat hat sich mit dem Vorstand zeitnah über wesentliche Entwicklungen und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen in den verschiedenen Beteiligungsgesellschaften ausgetauscht und diese mit dem Vorstand kritisch erörtert.

Wesentlicher Gegenstand der Erörterungen des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie der internen Diskussionen im Aufsichtsrat war insbesondere die Umsatz-, Ergebnis- und Geschäftsentwicklung des Konzerns sowie die Finanzlage des Unternehmens. Der Aufsichtsrat ließ sich vom Vorstand insbesondere Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Planwerten und definierten Zielen ausführlich erläutern und begründen.

Im Rahmen der Erörterung der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Entwicklung beim Cloud Computing sowie beim IT-Lizenzhandel. Seine besondere Aufmerksamkeit richtete der Aufsichtsrat auf die starke Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Tochtergesellschaft weclapp SE (vormals: weclapp GmbH). Eingehend beriet er die Planungen des Vorstands für ihre Marktpositionierung, ihre strategische Ausrichtung auf beschleunigtes organisches und anorganisches Wachstum, sowie auf Optionen zu dessen Finanzierung.

Ferner setzte sich der Aufsichtsrat mit den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen vor allem für die Telefonie und die erneuerbaren Energien und den damit verbundenen Anpassungsmaßnahmen auseinander. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen dabei unter anderem Regulierungsentscheidungen der Bundesnetzagentur, Chancen und Risiken im Wholesale- sowie im Callby-Call-Bereich sowie das Leistungsportfolio rund um die Rechenzentren.

Im Segment Erneuerbare Energien befasste sich der Aufsichtsrat mit Plänen zum Ausbau des Portfolios an Bestandswindparks. Verschiedene Optionen wurden gründlich geprüft und intensiv zwischen Aufsichtsrat und Vorstand erörtert. Insbesondere der Kauf externer Windparks und Überlegungen zur weiteren strategischen Positionierung des Bereichs spielten in diesem Rahmen eine wichtige Rolle. So unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat laufend über den Stand des Erwerbs des Windparks Roge. Die damit verbundenen Schritte und Maßnahmen wurden vom Aufsichtsrat gebilligt.

Zu den Diskussionsschwerpunkten zählte darüber hinaus der Ausbau des Segments SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) und hier insbesondere die Entwicklung des Onlinehandels, die dort eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Margenverbesserung sowie die Optimierung und Erweiterung der Supply Chain.

Auch beriet der Aufsichtsrat auf Grundlage detaillierter Informationen durch den Vorstand zustimmend über die Veräußerungen des Distributionszentrums in Montabaur und der Liegenschaft in Marburg sowie über die Gründung der Beteiligungsgesellschaft InnoHubs GmbH und den Erwerb eines Gewerbeareals in Würzburg im Zusammenhang mit der Errichtung eines Artificial Intelligence Clusters.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über die Weiterentwicklung der Kapitalmarktstrategie und -kommunikation sowie die Optionen zur Finanzierung des weiteren Unternehmenswachstums durch Eigenkapitalmaßnahmen.

Gegenstände der Aufsichtsratssitzungen waren im Übrigen Compliance- und Corporate-Governance-Themen, und hier insbesondere die den Corporate-Governance-Grundsätzen entsprechende Effizienzprüfung des Aufsichtsrats.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex regt an, dass der Aufsichtsratsvorsitzende in angemessenem Rahmen bereit sein sollte, mit Investoren über aufsichtsratsspezifische Themen Gespräche zu führen. Dieser Aufgabe ist der Aufsichtsratsvorsitzende im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederholt nachgekommen und wird dies auch zukünftig im Rahmen seiner Möglichkeiten tun.

Das Risikomanagement des Unternehmens war auch, neben der Prüfung durch den Aufsichtsrat, Gegenstand einer Überprüfung durch die mit der Prüfung der Abschlüsse beauftragten Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn. Die Prüfung hat bestätigt, dass der Vorstand der Gesellschaft die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Weise ergriffen hat, und dass das bestehende Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Corporate Governance

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch im Berichtsjahr mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex beschäftigt. Im März 2019 und Januar 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat Entsprechenserklärungen gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärungen können auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/Corporate Governance" dauerhaft eingesehen werden. Die jeweils aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 f HGB ist ebenfalls dort einzusehen.

Darüber hinaus berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat im Corporate Governance Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei der 3U HOLDING AG.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2019

Die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn, wurde durch die Hauptversammlung am 23. Mai 2019 zum Abschlussprüfer gewählt und ist dementsprechend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses beauftragt worden. Die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers hatte der Aufsichtsrat angefordert und mit Datum vom 18. März 2019 erhalten.

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der 3U HOLDING AG sowie der nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 sind vom Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die vorgenannten Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet und in der Bilanzsitzung am 19. März 2020 intensiv erörtert. Die verantwortlichen Abschlussprüfer berichteten in dieser Sitzung über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 AktG den Jahresabschluss der 3U HOLDING AG, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für die 3U HOLDING AG eingehend geprüft und keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Abschlussprüfer zugestimmt und sowohl den Jahresabschluss der 3U HOLDING AG als auch den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für ihre Leistungen und ihr Engagement im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019.

 

Marburg, 19. März 2020

Der Aufsichtsrat

Ralf Thoenes, Vorsitzender

Corporate-Governance-Bericht

Der Deutsche Corporate Governance Kodex gilt seit dem Jahr 2002. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Corporate-Governance-Berichts war die Fassung vom Februar 2017 in Kraft. Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat am 9. Mai 2019 eine neue Fassung des Kodex beschlossen. Der neue Kodex wird allerdings erst nach Inkrafttreten des ARUG II beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zur Veröffentlichung eingereicht.

Der Kodex enthält Regelungen, Empfehlungen und Anregungen für eine sachgerechte und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Der Kodex dient dazu, mehr Transparenz zu schaffen, um so das Vertrauen der Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Die 3U HOLDING AG begrüßt die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), die sowohl die Interessen der Unternehmen als auch der Anleger beziehungsweise Investoren berücksichtigen.

Für die 3U HOLDING AG als Konzern mit einer Vielzahl von Beteiligungen ist eine gute und nachhaltige Unternehmensführung (Corporate Governance) von besonderer Bedeutung. Vorstand und Aufsichtsrat sind der Überzeugung, dass eine gute Corporate Governance, welche die unternehmens- und branchenspezifischen Gesichtspunkte berücksichtigt, eine wichtige Grundlage für den Erfolg der 3U HOLDING AG ist. Die Umsetzung und Beachtung dieser Grundsätze werden als zentrale Führungsaufgabe verstanden.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2019 intensiv mit der Corporate Governance der 3U HOLDING AG und des Konzerns sowie mit den Inhalten des Deutschen Corporate Governance Kodex - auch bereits mit dessen Neufassung - befasst. Die 3U HOLDING AG hat in dem Berichtszeitraum wie in den Vorjahren nahezu sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen.

Aufsichtsrat und Vorstand der 3U HOLDING AG haben die vom Aktiengesetz geforderte Entsprechenserklärung im Berichtszeit raum am 12. März 2019 und zuletzt am 17. Januar 2020 abgegeben. Sie kann auf der Internetseite der Gesellschaft (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/Corporate Governance" dauerhaft eingesehen werden.

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der 3U HOLDING AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG.

Die 3U HOLDING AG hat seit der letzten Entsprechenserklärung vom 12. März 2019 den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der derzeit geltenden Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen entsprochen:

Ziffer 3.8: Die D&O-Versicherung der Gesellschaft enthält keinen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat. Die 3U HOLDING AG ist diesbezüglich der Ansicht, dass die Verantwortung und Motivation, mit denen die Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft ihre Aufgaben wahrnehmen, durch einen solchen Selbstbehalt nicht verbessert werden können.

Ziffer 4.1.5: Bei der Besetzung von Führungsfunktionen orientiert sich der Vorstand an den Anforderungen der entsprechenden Funktion und sucht nach der bestmöglichen Person, die diese Anforderungen erfüllt. Stehen mehrere gleich qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten zur Verfügung, achtet der Vorstand bei der Besetzung auf die Vielfalt und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Unternehmen, ohne diese Kriterien zu einem vorrangigen Prinzip zu machen.

Ziffer 5.1.2: Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands an der Eignung und Qualifikation und sucht nach der bestmöglichen Besetzung der Vorstandspositionen. Nach Auffassung der Gesellschaft würde die vom Kodex vorgegebene besondere Gewichtung weiterer Kriterien die Auswahl möglicher Kandidatinnen oder Kandidaten für den Vorstand einschränken.

Ziffer 5.4.1: Auch bei der Besetzung des Aufsichtsrats gilt, dass Eignung, Erfahrung und Qualifikation die maßgeblichen Auswahlkriterien sind. Eine Bindung an Vorgaben hinsichtlich der zukünftigen Besetzung schränkt die Flexibilität ein, ohne dass damit anderweitige Vorteile für das Unternehmen verbunden wären. Dies gilt umso mehr, als der Aufsichtsrat nur aus drei Mitgliedern besteht.

 

Düsseldorf/Marburg, 17. Januar 2020

Für den Aufsichtsrat

Ralf Thoenes

Für den, Vorstand

Michael Schmidt

Weiterentwicklung der Corporate Governance

Die 3U HOLDING AG entwickelt ihr Verständnis der guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung weiter fort. Sie evaluiert Grundzüge und Praxis ihrer Unternehmensführung auch vor dem Hintergrund der öffentlich verfügbaren Neufassung des Corporate-Governance-Kodex vom 9. Mai 2019 im Hinblick auf dessen absehbares Inkrafttreten.

Der professionellen und effizienten Unternehmensleitung und -kontrolle im Konzern liegen Governance-, Risiko- und Compliance-Systeme zugrunde.

In erster Linie müssen Risiken dort verhindert werden, wo sie entstehen können, und wenn dies nicht möglich ist, müssen sie erfasst und reduziert werden. Um dies zu gewährleisten, sind möglichst automatisierte interne Kontrollen in den Geschäftsprozessen implementiert. Da dies nicht in jedem Fall vollumfänglich realisierbar ist, muss über weitere Kontrollmaßnahmen durch das Management die Wirksamkeit des Kontrollsystems sichergestellt werden.

In zweiter Linie erfolgt dies zum Beispiel durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen im Rahmen der Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Compliancemanagementsystems. Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliancemanagementsystem wird ein möglichst hoher Wirkungsgrad bei der Vermeidung und beim Management von Risiken gewährleistet.

Der Risikomanager des Konzerns überwacht durch unabhängige Prüfungen die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse und Systeme zum Risikomanagement im weitesten Sinne. Der Risikomanager berichtet direkt dem Vorstandsvorsitzenden und dem Aufsichtsrat. Das Modell wird durch die externe Überwachung des Abschlussprüfers abgerundet, der die Ergebnisse der Prüfungen durch den Risikomanager in seine Beurteilung einbezieht.

Angemessenes Kontroll- und Risikomanagement

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken gehört zur Corporate Governance bei der 3U HOLDING AG. Für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Chancen und Risiken von grundsätzlicher Bedeutung. Es trägt dazu bei, Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und durch Maßnahmen zu steuern. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der wesentlichen Konzernrisiken. Im Aufsichtsrat steht die Überwachung der Wirksamkeit des Rechnungslegungsprozesses sowie des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems regelmäßig im Fokus. Die 3U HOLDING AG entwickelt die einzelnen Systeme kontinuierlich weiter und passt sie sich ändernden Rahmenbedingungen an. Wesentliche Merkmale unseres Kontroll- und Risikomanagementsystems können Sie dem Chancen- und Risikobericht entnehmen.

Compliance

Compliance als konzernweite Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien ist bei der 3U HOLDING AG eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien gibt es ein klares Bekenntnis: Verstöße werden im Sinne von "Null Toleranz" nicht geduldet. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen.

Ziele des Aufsichtsrats und des Vorstands hinsichtlich ihrer jeweiligen Zusammensetzung und der Zusammensetzung der Führungsebenen unterhalb des Vorstands

Derzeit besteht der Aufsichtsrat aus drei männlichen Mitgliedern. Ihre Bestellung erfolgte bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2022 beschließt. Der Aufsichtsrat steht unverändert hinter seiner Festlegung vom 30. September 2015, dass die Zielgröße für den zu erreichenden Frauenanteil im Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG bei 0% liegt.

Der Vorstand besteht derzeit aus drei männlichen Mitgliedern. Der Aufsichtsrat ist der Meinung, dass die Vorstandspositionen derzeit bestmöglich besetzt sind und eine Vergrößerung des Vorstands in Hinblick auf Unternehmensgröße und -struktur nicht angezeigt ist. Daher steht der Aufsichtsrat unverändert hinter seiner Festlegung vom 30. September 2015, dass die Zielgröße für den zu erreichenden Frauenanteil im Vorstand der 3U HOLDING AG bei 0% liegt.

Zurzeit gibt es in der 3U HOLDING AG nur eine Führungsebene unterhalb des Vorstands, die gegenwärtig aus einem männlichen Mitglied besteht. Der Vorstand steht unverändert hinter seiner Festlegung vom 30. September 2015, dass die Zielgröße für den zu erreichenden Frauenanteil in der Führungsebene unterhalb des Vorstands bei 0% liegt.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine wesentlichen Berater- oder sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge. Die Vertragsbeziehungen im Geschäftsjahr werden im Vergütungsbericht dargestellt. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.

Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der 3U HOLDING AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, deren Leitung satzungsgemäß der Vorsitzende des Aufsichtsrats übernimmt. Die ordentliche Hauptversammlung findet einmal jährlich statt. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Die Anteilseigner können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder durch einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Auf der Webseite der Gesellschaft stehen den Aktionären frühzeitig alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, telefonisch oder per E-Mail Fragen an die Mitarbeiter des Bereichs Investor Relations zu richten.

Transparenz durch hohe Informationsqualität

Unser Dialog mit dem Kapitalmarkt folgt dem Anspruch, alle Zielgruppen umfassend, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren und dabei bewertungsrelevante Fakten in möglichst hoher Qualität bereitzustellen.

Jeweils aktuelle, umfangreiche Unternehmenspräsentationen sind sehr zeitnah auf der Internetseite frei einsehbar. Dort stellt unser Bereich Investor Relations auch umfangreiche Daten und Fakten zur Verfügung, die Analysten und Anleger unterstützen, unsere Geschäfte und deren Wertperspektiven besser zu verstehen und zu bewerten.

Über die wiederkehrenden Termine wie das Datum der Hauptversammlung oder die Veröffentlichungstermine der Zwischenberichte unterrichten wir in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht ist.

Über aktuelle Entwicklungen im Konzern informiert ebenfalls unsere Internetseite. Dort werden im Bereich Investor Relations/IR-News und Presse sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen der 3U HOLDING AG in deutscher und englischer Sprache publiziert.

Die Satzung der Gesellschaft ist dort ebenso abrufbar wie die Konzernabschlüsse, Zwischenberichte und Informationen zur Umsetzung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Alle Interessierten können sich auf der Internetseite zudem in einen IR-Verteiler eintragen, der sie stets aktuell über Neuigkeiten aus dem Konzern informiert.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die aktuelle Erklärung des Vorstands der 3U HOLDING AG zur Unternehmensführung nach § 289 f HGB ist auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad Investor Relations/Corporate Governance/Erklärung zur Unternehmensführung allgemein und dauerhaft zugänglich. In der Erklärung werden die relevanten Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus angewendet werden, erläutert. Des Weiteren wird die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat beschrieben und die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat dargestellt.

Vergütungsbericht

Ausführungen zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats finden sich im Vergütungsbericht des Konzernlageberichts, der sowohl Teil des Konzernlageberichts als auch Teil der Erklärung zur Unternehmensführung ist. Zur Vergütung des Vorstands zählen seit 2018 auch Aktienoptionen als langfristiges Anreizinstrument. Weitere Informationen zum Aktienoptionsplan 2018 können dem Konzernlagebericht, insbesondere dem darin enthaltenen Vergütungsbericht, und dem Konzernanhang entnommen werden.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte sowie Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Gemäß Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung der EU sind Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats oder ihnen nahestehende Personen verpflichtet, meldepflichtige Geschäfte in Aktien der 3U HOLDING AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von EUR 5.000 erreicht oder übersteigt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden der Gesellschaft folgende Eigengeschäfte von Führungskräften gemeldet:

Datum der Transaktion Meldepflichtiger Art des Geschäfts Stückzahl Aktien Kurs
in EUR
Gesamtvolumen
in EUR
14.08.2019 Jürgen Beck-Bazlen (Aufsichtsrat) Kauf 11.000 1,400 15.400,00
19.08.2019 Jürgen Beck-Bazlen (Aufsichtsrat) Kauf 20.000 1,380 27.600,00
13.09.2019 Jürgen Beck-Bazlen (Aufsichtsrat) Schenkung -200.000 0 0
13.09.2019 Felix Bazlen (Person in enger Beziehung zu Aufsichtsrat Jürgen Beck-Bazlen) Schenkung 200.000 0 0

Die folgenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder waren zum 31. Dezember 2019 am Kapital der Gesellschaft wie folgt beteiligt:

Name Funktion Stückzahl Aktien Prozent
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands 8.999.995 25,49%
Andreas Odenbreit Vorstand 20.500 0,06%
Ralf Thoenes Vorsitzender des Aufsichtsrats 25.000 0,07%
Stefan Thies Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats 33.084 0,09%
Jürgen Beck-Bazlen Aufsichtsrat 1.379.000 3,90%

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen

Geschäftsmodell

Die 3U HOLDING AG steht als operative Management- und Beteiligungsholding an der Spitze des 3U Konzerns. Sie steuert und überwacht alle wesentlichen Aktivitäten innerhalb des Konzerns. Die Festlegung der Konzernstrategie sowie die Steuerung der Entwicklung des 3U Konzerns gehören zu ihren Aufgaben. Sie ist verantwortlich für das Rechnungswesen und Controlling im 3U Konzern und betreibt außerdem das konzernweite Risiko- und Chancenmanagement sowie die Bereiche Recht, Investor Relations und Unternehmenskommunikation. Die 3U HOLDING AG übernimmt auch die Allokation der finanziellen Mittel, zum Beispiel für Sachinvestitionen oder Akquisitionen. Ihr obliegen die Personalpolitik, die Personalentwicklung und die Betreuung der obersten Führungsebene des Konzerns. Die Vorstände der 3U HOLDING AG übernehmen die operative Verantwortung in Personalunion auch als Geschäftsführer von Konzerngesellschaften.

Satzungsmäßig gehört zum Geschäftsmodell der 3U HOLDING AG der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen sowie die Verwaltung eigenen Vermögens.

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns liegt überwiegend in Deutschland sowie in den europäischen Nachbarländern.

Das Kerngeschäft des Konzerns ist derzeit in den Segmenten ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik), Erneuerbare Energien und SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) zusammengefasst.

Die 3U HOLDING AG legt in der Konzernstrategie besonderes Augenmerk auf die Hauptwachstumstreiber Cloud Computing (im Segment ITK) und Onlinehandel (im Segment SHK), betreibt daneben aber weitere Geschäftsbereiche in ihren drei Segmenten.

Im Segment ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik) sind mehrere Geschäftsbereiche zusammengefasst.

Die Konzerngesellschaften in der Telekommunikationstechnik bieten Leistungen auf den Gebieten Voice Retail, Voice Business und Data Center Services & Operation an. Unter Voice Retail werden privaten Festnetznutzern diverse Produkte für günstige und zuverlässige Verbindungen angeboten. Geschäftskunden (Voice Business) nutzen die Produkte Voice Terminierung (Wholesale, Resale), also die Durchleitung von Gesprächen über das 3U-eigene Next-Generation-Network bis zum Empfänger, und verschiedene Mehrwertdienste. Die wachsende Nachfrage nach sicheren Rechenzentrumskapazitäten wird im Geschäftsbereich Data Center Services & Operation bedient. Unsere Rechenzentren in Berlin, Hannover und Marburg stellen unter anderem Flächen zur Aufstellung von Servern zur Verfügung, bieten aber auch den Betrieb virtueller Server an (Infrastructure as a Service (IaaS)).

Der wachstums- und margenstärkste Geschäftsbereich im Segment ITK ist das Cloud Computing. Die Konzerngesellschaft weclapp SE entwickelt und betreibt eine cloudbasierte Transaktionsplattform für Unternehmenssoftware, insbesondere Cloud-ERP (Enterprise-Resource-Planning), Warenwirtschaft und CRM (Customer-Relationship-Management). Kunden sind kleine und mittel ständische Unternehmen, die ihre Geschäftsvorfälle umfassend über die weclapp-Plattform abwickeln und hierfür Nutzungsrechte, meist für ein oder mehrere Jahre, erwerben. Erfolgskritisch für das weitere Wachstum im Cloud Computing ist die Fortführung und Weiterentwicklung des Online-Marketings, der Ausbau des Vertriebsnetzwerks im In- und Ausland sowie die beschleunigte Erweiterung der weclapp-Community aktiver Kunden, die ihrerseits Ergänzungen des Systems entwickeln und zur Verfügung stellen, sowie die Ergänzung des Funktionsumfangs des Systems um Elemente der Künstlichen Intelligenz.

Im Segment Erneuerbare Energien agiert 3U als Eigentümer und Betreiber von Windenergie- und Photovoltaikanlagen. Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen wurde im Geschäftsjahr 2019 die Projektentwicklung neuer Windparks einstweilen zurückgefahren. Der Geschäftserfolg in diesem Segment ist daher abhängig von den Witterungsbedingungen und der technischen Qualität und Verfügbarkeit der jeweiligen Anlagen. Unternehmerisch kann Wachstum derzeit durch den Zukauf weiterer Erzeugungskapazitäten erreicht werden.

Im Segment SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) vertreibt und installiert 3U zum einen die geschützte ClimaLevel(r) Multiboden-Technologie als energiesparende Kombination aus Fußbodenheizung, Lüftungsanlage und Kühlsystem sowie weitere Fußbodenheizungssysteme. Kunden sind in der Regel Bauherren oder Generalunternehmer, die zumeist große Gebäude projektieren und errichten (Geschäftskunden, B2B). Der Geschäftserfolg ist hier abhängig von der Baukonjunktur und dem Vertriebserfolg.

Die Selfio GmbH, als größte und wachstumsstärkste Konzerngesellschaft in diesem Segment, bietet Heimwerkern und Selberbauern auf dem Weg des Onlinehandels ein breites Spektrum von Systemen und Produkten aus dem gesamten Baugewerk der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (überwiegend Privatkunden, B2C). Hier zeichnet sich Selfio durch ein umfang reiches Beratungsangebot aus. Erfolgskritisch zur Wahrung und Generierung von Wettbewerbsvorteilen im Onlinehandel ist neben der allgemeinen Baukonjunktur vor allem die Weiterentwicklung des professionellen Online-Marketings, einschließlich des effizienten Managements von Angebot und Preisen sowie der benötigten Einrichtungen und Prozesse der Logistik.

Das Supply-Chain-Management für den Onlinehandel verantwortet die Konzerngesellschaft PELIA Gebäudesysteme GmbH, die aber auch Dritte direkt beliefert. Zwei weitere Gesellschaften betreiben derzeit in kleinem Umfang die Vermietung von professionellem Gerät und Werkzeugen für Handwerker, Heimwerker und Selberbauer sowie die Unterstützung und Belieferung von Handwerksunternehmen.

Wesentliche Standorte

Die Geschäfte im Konzern der 3U HOLDING AG werden von mehreren Standorten aus betrieben. Der Sitz der Muttergesellschaft ist Marburg. Von hier aus erbringt die Holding Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften und betreibt ihr Geschäft des Erwerbs, der Verwaltung und der Veräußerung von Beteiligungen sowie der Verwaltung eigenen Vermögens.

Zudem ist an diesem Standort auch der Geschäftsbereich Telekommunikation mit mehreren Einzelgesellschaften angesiedelt.

Zugleich arbeiten in Marburg vor allem Marketing, Produktmanagement und Kundenbetreuung der weclapp SE, die aber auch an derzeit zwei weiteren Standorten tätig ist. Sitz der Gesellschaft ist Frankfurt am Main. Am Standort Kitzingen sind vor allem Forschung und Entwicklung lokalisiert. Weitere, auch internationale Standorte sind geplant.

Der Onlinehandel in der Selfio GmbH hat seinen Sitz in Bad Honnef.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Logistik des Segments SHK von einem Distributionszentrum in Montabaur aus betrieben. Ein Umzug in eine neue Immobilie ist in Vorbereitung. Die ClimaLevel Energiesysteme GmbH hat ihren Sitz in Köln.

Die Bestandswindparks in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden von Berlin und Marburg aus verwaltet.

Steuerungssystem

Aufbau und Organisation des 3U Konzerns unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung und Verbesserung. Fortlaufende Anpassungen der Organisationsstrukturen gewährleisten hierbei eindeutige Zuständigkeiten. Damit werden Verantwortlichkeiten innerhalb des Überwachungs-, Planungs- und Steuerungssystems klar definiert. Das Überwachungs- und Planungssystem besteht im Wesentlichen aus dem monatlichen Management-Informations-Berichtswesen und dem Risiko-Reporting. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Abstimmungen zwischen Vorstand und Geschäftsführern der Tochtergesellschaften sowie eine monatliche Forecast-/Liquiditätsentwicklung.

Das Steuerungssystem orientiert sich an Umsatzplanungen und an Zielsetzungen für EBITDA und Konzernergebnis für die jeweils folgenden zwölf Monate. Die Planung für die beiden darauf folgenden Geschäftsjahre erfolgt auf der Grundlage der Detailplanung des ersten Planjahres. Die Annahmen für die Umsatzplanung werden auf den jeweiligen Unternehmensebenen analysiert; auf Marktebene fließen Regulierungsvorhaben, Kapitalmarktaussichten und Branchentrends ein. Ergebnisrelevante Veränderungen werden in Form einer Sofortberichterstattung aktuell und direkt zwischen Vorstand und Geschäftsführern kommuniziert und analysiert. Die Organisationsstrukturen und die Elemente des Steuerungssystems bilden somit einen ganzheitlichen Mechanismus zwischen strategischen und operativen Unternehmensebenen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Geschäftsmodelle der verschiedenen Segmente der 3U Gruppe hängen in unterschiedlichem Maße von gesamtwirtschaftlichen und regulatorischen Bedingungen ab. Da 3U ihre Geschäftstätigkeit nach wie vor weit überwiegend in Deutschland betreibt, haben insbesondere die deutsche Konjunktur und die hiesige, aber auch übergreifend die europäische Wirtschafts-, Energie- und Klimapolitik Einfluss auf die Erfolgsaussichten.

Die allgemeine Konjunkturentwicklung wirkt sich auf die Investitionsneigung von Unternehmen und Privathaushalten aus. Im Unternehmensumfeld beeinflusst sie tendenziell die Nachfrage nach geeigneter Unternehmenssoftware, die es neu gegründeten, aber auch mittelständischen Gesellschaften ermöglicht, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und zu automatisieren, Wettbewerbsvorteile zu gewinnen oder zu halten. Intensive Geschäftstätigkeit führt zugleich auch zu erhöhtem Telefonaufkommen, das im Unternehmensumfeld nach wie vor in beträchtlichem Maße über Festnetzverbindungen abgewickelt wird.

Im Rahmen der allgemeinen Entwicklung der Baukonjunktur führen klimapolitische Rahmenbestimmungen und Anreize zu einer tendenziell steigenden Nachfrage nach umweltfreundlicheren Heiz- und Klimatisierungstechnologien. Beschäftigungslage und Lohnniveau beeinflussen zudem die Bereitschaft von Heimwerkern, neue Komponenten und Systeme zu kaufen und einzubauen.

Die Aktivitäten der 3U im Telekommunikationssektor und bei den erneuerbaren Energien sind in hohem Maße regulatorischen Auflagen und deren oft kurzfristigen, schwer kalkulierbaren Veränderungen unterworfen.

Zur Vermeidung von Redundanzen und im Interesse einer leichteren Lesbarkeit wurden Angaben zu den Branchenerwartungen für das Geschäftsjahr 2020 und teilweise darüber hinaus in dieses Kapitel integriert.

Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes

Die Wirtschafts- und Handelstätigkeit wuchs im Jahr 2019 im Weltmaßstab zögerlicher als in den Vorjahren. Das galt auch für Deutschland: Das Bruttoinlandsprodukt stieg erneut an, jedoch um nur noch 0,6 % (BIP-Wachstum 2018: 1,5 %). Dabei war zu bemerken, dass die Industrie- und dabei insbesondere die exportierenden Unternehmen die Wachstumsimpulse der Vorjahre nicht mehr aufrechterhalten konnten. Dafür lassen sich Einflussfaktoren benennen wie die handelspolitischen Konflikte zwischen den USA und China, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, aber auch Schwierigkeiten in der deutschen Automobilindustrie, sich an geändertes Käufer verhalten anzupassen.

Dem standen positive Entwicklungen in manchen anderen Branchen gegenüber: Vor allem die anhaltend lebhafte Bautätigkeit, der private Konsum, der Dienstleistungssektor trugen zum Anstieg des Bruttoinlandsprodukts weiter bei. Dies sorgte auch für ein hohes Beschäftigungsniveau und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit sowie für ein gestiegenes Lohnniveau. Von Januar bis September 2019 wurden 64.800 mehr Gewerbe an- als abgemeldet. Auch vor diesem Hintergrund scheinen sich Befürchtungen, es stünde erstmals seit der Finanzkrise 2008/2009 eine Rezession bevor, nicht zu bewahrheiten.

Zu Anfang des laufenden Geschäftsjahrs 2020 zeigen Wirtschaftsdaten und -erwartungen ein gemischtes Bild. Laut dem ifo-Geschäftsklimaindex werden im verarbeitenden Gewerbe Lage und Aussichten wieder zuversichtlicher beurteilt als zuletzt, während Dienstleistungssektor und Bauhauptgewerbe skeptischer in die Zukunft blicken. Wenn sich die Geschäftstätigkeit nicht abschwächt, sondern erneut Fahrt aufnimmt, dann könnten sich die Geschäftsbereiche der 3U Gruppe in einem günstigen konjunkturellen Umfeld weiterentwickeln.

In der Umsetzung der Wachstumsstrategie der 3U Gruppe wird es, davon unabhängig, darauf ankommen, die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und Dienstleistungen sowie den Vertrieb weiter auszubauen.

Entwicklung der finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Die Geschäftsmodelle insbesondere der 3U HOLDING AG und des Segments Erneuerbare Energien hängen zu einem wesentlichen Teil vom Erwerb von Vermögensgegenständen ab. Dazu zählen Unternehmensbeteiligungen - auch an Windparkbetreibern - sowie Immobilien. Zur Finanzierung dieser Aktivitäten setzt die 3U neben der Innenfinanzierung unterschiedliche Instrumente der Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung ein.

Möglichkeiten und Umfang der Eigenkapitalfinanzierung hängen von der Bewertung des Eigenkapitals der 3U HOLDING AG und insbesondere der weclapp SE ab. Der Wert der 3U HOLDING als börsennotierter Gesellschaft bemisst sich am Börsenkurs der Aktien. Die Kurssteigerung im Verlauf des Geschäftsjahrs 2019 um fast 80 % hatte die Aussichten für die Platzierung von Aktien bei Investoren und damit den Umfang möglicher Eigenkapitaleinwerbung verbessert. Die weitere Kursentwicklung ist insbesondere vor dem Hintergrund der schweren Kurseinbrüche seit Ende Februar 2020 von vielen Einflussfaktoren abhängig, darunter nicht zuletzt von der Entwicklung des allgemeinen Börsenumfelds.

Obwohl der DAX Anfang Januar 2020 ein neues Allzeithoch erreichte, erwarten institutionelle Anleger ausweislich des Sentiment-Index der Frankfurter Wertpapierbörse überwiegend keinen signifikanten Anstieg des Kursniveaus. Andere Beobachter werten im Gegenteil gerade diese Haltung als Indikator weiteren Kurspotenzials. Für ihre Aktie strebt die 3U HOLDING AG durch eine transparente und regelmäßige Information der Marktteilnehmer eine faire Marktbewertung auf einem attraktiven Niveau an. Die Beschlüsse der Hauptversammlungen der 3U HOLDING AG ermächtigen den Vorstand, eigene Aktien und Aktien aus Genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bareinlage zu platzieren, wenn der Ausgabepreis den Börsenkurs nicht wesentlich unterschreitet. Der Vorstand erwartet aus derartigen Platzierungen einen Nettoerlös von mindestens EUR 1,60 pro Aktie.

Die Bewertung des Eigenkapitals der weclapp SE als nicht börsennotierter Gesellschaft hängt wesentlich von der Erwartung potenzieller Investoren ab, die gegebenenfalls für die Zeichnung von Kapitalerhöhungen der weclapp SE gewonnen werden können. Die derzeitigen Gesellschafter der weclapp SE (3U HOLDING AG zu rund 75 %, Ertan Özdil zu rund 25 %) haben sich verständigt, dass sie ihrerseits im Falle einer Kapitalerhöhung einen Unternehmenswert nicht unterhalb des derzeitigen Nominalkapitals von rund EUR 70 Mio. zugrunde legen werden.

Die Bedingungen für Fremdkapitalfinanzierungen werden wesentlich vom nationalen und internationalen Zinsniveau beeinflusst. Auf seiner Sitzung am 23. Januar 2020 beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,00 %, -0,25 % beziehungsweise -0,50 % zu belassen. Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen auf absehbare Zeit weiter auf ihrem aktuellen Niveau verharren oder sogar noch weiter abgesenkt werden.

Das derzeitige Zinsniveau sorgt für niedrige Finanzierungskosten im 3U Konzern, zum Beispiel bei der Fremdkapitalaufnahme für den Erwerb von Vermögensgegenständen, und wirkt sich tendenziell positiv auf das Zinsergebnis aus. Insofern die Geschäftsbanken angesichts der Negativ zinsen der EZB verstärkt dazu übergehen, Geldanlagen ihrer Kunden ihrerseits mit Negativzinsen zu belegen, führen Mittelzuflüsse, etwa durch Verkäufe von Vermögensgegenständen seitens der 3U HOLDING AG, tendenziell zu einer Belastung des Zinsergebnisses.

Entwicklung der Rahmenbedingungen im Segment ITK

Der Markt für Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK) in Deutschland wächst weiter. Das sorgt für ein günstiges Branchenumfeld für die Aktivitäten des Segments ITK im 3U Konzern und eine weiter gute Nachfrage. Der Branchenverband Bitkom erwartet für den Teilmarkt Informationstechnik (Hard- und Software, Dienstleistungen) im Jahr 2020 ein Umsatzwachstum um 2,7 % auf EUR 95,4 Mrd. (2019: EUR 92,9 Mrd.). Das Softwaresegment ist dabei der stärkste Wachstumstreiber und kann das Umsatzvolumen um 6,4 % auf EUR 27,6 Mrd. (2019: EUR 26,0 Mrd.) steigern. Der Wachstum im Teilmarkt Telekommunikation fällt demgegenüber schwächer aus, mit einem Anstieg um 0,9 % auf EUR 68,8 Mrd. (2019: EUR 68,1 Mrd.). Dabei scheint die Nachfrage nach Telekommunikationsdiensten wieder etwas anzuziehen. In diesem Segment erwartet Bitkom einen Anstieg auf EUR 48,8 Mrd. (2019: EUR 48,6 Mrd.).

Den positiven Markttrend unterstreicht auch der Bitkom-ifo-Digitalindex vom Dezember 2019, der in einer regelmäßigen, repräsentativen Umfrage unter den Unternehmen der Branche erhoben wird. Sowohl die aktuelle Geschäftslage (40,7 Punkte, +4,9) als auch die Geschäftserwartungen (14,0 Punkte, +7,7) wurden von den Unternehmen der Digitalbranche deutlich besser bewertet als zuletzt.

Cloud Computing

Cloud Computing ist eine Basistechnologie für die digitale Transformation. Die Technologie verschafft Unternehmen enorme Effizienzgewinne und ist in der digitalen Wirtschaft sehr häufig die Basis neuer Geschäftsmodelle. Cloud Computing bezeichnet aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie beispielsweise Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Plattformen und Netze Dritter.

Das Cloud-Computing-Geschäft im 3U Konzern wird durch die Gesellschaft weclapp SE (bis zum 1. August 2019: weclapp GmbH) betrieben. weclapp bot im Geschäftsjahr 2019 überwiegend kleinen und mittelständischen Kunden in Deutschland gegen eine Nutzungsgebühr Zugang zu ihrer gleichnamigen, cloudbasierten Unternehmenssoftware (ERP, Enterprise Resource Planning), die es den Kunden ermöglicht, ihre für den Geschäftsbetrieb wesentlichen Prozesse mit Hilfe einer einzigen Anwendung umfassend und einheitlich abzubilden.

Neben der allgemeinen Entwicklung des Markts für ERP-Systeme sowie der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der von weclapp angebotenen Lösung ist der Geschäftserfolg abhängig von der Bereitschaft von Kunden und Interessenten, ihre Geschäftsprozesse und Daten auf einer externen Plattform (Cloud) zu bearbeiten und zu speichern.

Systeme des Enterprise-Resource-Planning (ERP) dienen dazu, den Wertschöpfungsprozess des jeweiligen Unternehmens effizienter zu machen und eine stetige Optimierung der unternehmerischen und betrieblichen Abläufe zu ermöglichen. Während in der Vergangenheit sogenannte On-Premises-Lösungen, also auf firmeneigenen Servern installierte und vor Ort zu wartende Systeme, den ERP-Markt dominierten, gewinnen cloudbasierte Lösungen zunehmend Marktanteile. Sie zeichnen sich aus Sicht des Nutzers durch deutlich niedrigeren Implementierungsaufwand und durch vereinfachten Zugang mittels beliebiger internetfähiger, auch mobiler Endgeräte aus. Zudem erfordert die Nutzung von Cloudanwendungen in der Regel kein geschultes internes IT-Personal, und Wartungsaufgaben wie das Aufspielen von Updates und Patches entfallen.

Die Kombination aus zentraler und dezentraler Datenhaltung der Informationswerte ermöglicht darüber hinaus die Kooperation zwischen Unternehmen auf der Plattform sowie insbesondere die Entwicklung und den Einsatz von selbstlernenden Algorithmen (maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz).

Die Vorteile des Cloud Computing auf technischer, finanzieller und organisatorisch-struktureller Ebene machen den Einsatz einheitlicher ERP-Systeme auch für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv. Dazu trägt auch die höhere Akzeptanz von Cloudanwendungen im Allgemeinen bei den Geschäftsführungen bei.

Nach der jüngsten repräsentativen Umfrage von Bitkom Research GmbH im Auftrag der KPMG AG nutzten im Jahr 2018 knapp drei Viertel (73%) aller Unternehmen Rechenleistungen aus der Cloud (2017: 66 %). Weitere rund 19 % der Unternehmen planten oder diskutierten zumindest den Einsatz von Cloud Computing (2017: 21 %). Der Anteil der Skeptiker, für die das Thema Cloud Computing keine Rolle spielt, schrumpfte auf nur noch 8 % (2017: 13 %).

Der Trend, zunehmend cloudbasierte ERP-Lösungen zu verwenden, führt weltweit zu einem stetigen Marktwachstum. Die Analysten von Markets and Markets prognostizieren durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) von 9 % bis zum Jahr 2024, für das sie weltweite Umsätze in Höhe von USD 37,7 Mrd. erwarten.

Diese positive Markt- und Branchenentwicklung begünstigt die Strategie der weclapp SE und kann die Erreichung der ambitionierten Unternehmensziele erleichtern. Die Wachstumsstrategie der weclapp sieht organisches Wachstum ebenso vor wie Zukäufe von Kundenstämmen oder ganzen Unternehmen.

Telekommunikation

Die Telekommunikationsdienstleistungen in der 3U Gruppe unterliegen regulatorischen und allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ihr Erfolg ist daneben abhängig von der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der konzerneigenen technischen Infrastruktur.

3U bietet Endkunden im Geschäftsbereich Voice Retail des Segments ITK Call-by-Call- und Preselection-Nummern für günstiges Telefonieren an. Dieser Markt war zum Schutz des Wettbewerbs regulatorisch abgesichert und wurde durch die Bundesnetzagentur überwacht. Auf diese Weise sollte im Verbraucherinteresse der Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt belebt werden. Im Geschäftsjahr 2019 teilte die Bundesnetzagentur mit, dass der Markt eine Tendenz zu wirksamem Wettbewerb aufweist und damit nicht mehr der Regulierung unterfällt. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dem 3U als Mitglied angehört, trat in Verhandlungen mit der Telekom Deutschland GmbH ein, um dieses Angebot, statt auf regulatorischem Wege, durch privatwirtschaftlichen Vertrag abzusichern. In einer Vereinbarung vom September 2019 hat sich die Telekom Deutschland GmbH freiwillig selbst verpflichtet, ihren Endkunden befristet bis zum 31. Dezember 2022 ungehindert Zugang zu den Angeboten der Vertragspartner zu ermöglichen.

Indessen lässt die allgemeine Entwicklung auf dem Markt für Telefonie erwarten, dass die Nutzung des Festnetzes bei gleichzeitig eher fallenden Preisen tendenziell weiter rückläufig sein wird.

Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen im Festnetz, Internet und Mobilfunk für die privaten Haushalte in Deutschland lagen im Jahr 2019 erneut niedriger als im Vorjahr. Der Verbraucherpreisindex für Telekommunikationsdienstleistungen lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (DeStatis) laut Erhebung vom Dezember 2019 um 0,50 % unter dem Niveau von Dezember 2018.

Laut einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und Dialog Consult zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2019 gingen die Umsätze mit Servicerufnummern (darunter auch Call-by-Call- und Preselection-Nummern) 2019 erneut zurück auf EUR 344 Mio. (2018: EUR 371 Mio.).

Hingegen legten die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten insgesamt um EUR 0,5 Mrd. gegenüber 2018 zu - von EUR 57,9 Mrd. auf EUR 58,4 Mrd. Von diesem Zuwachs profitierten allerdings allein die Mobilfunkbetreiber, während der Umsatz im Festnetz bei EUR 32,8 Mrd. stagnierte. Betrachtet man die Sprachverbindungsminuten, dann setzt sich der seit 2012 zu beobachtende Trend weiter fort: Es wird weniger telefoniert. Das trifft weiterhin insbesondere das Festnetz. Während im Jahr 2019 über Mobilfunk 345 Millionen Minuten pro Tag gesprochen wurde (2018: 330 Mio. Min. pro Tag), die OTT-Anbieter ("Over-the-Top", Dienste wie Skype, What's App und andere) bei 265 Millionen Minuten pro Tag stagnierten, ging der Anteil der Festnetzverbindungen am Telefonaufkommen auf 263 Millionen Minuten pro Tag zurück (2018: 293 Mio. Min. pro Tag).

Erneuerbare Energien in Deutschland

Politische Rahmenbedingungen

Die Sicherstellung einer zuverlässigen, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Anstrengungen der vergangenen Jahre, die Stromerzeugung zunehmend durch erneuerbare Energien abzudecken, haben im Geschäftsjahr 2019 zu einem weiteren Anstieg des so erzeugten Stroms auf 237 TWh geführt (2018: 216 TWh), das entsprach einem Anteil von 46,0 % an der öffentlichen Nettostromerzeugung (2018: 40,0 %).

Die politischen Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland erscheinen jedoch zunehmend widersprüchlich. Obwohl laut einer Befragung der Fachagentur Wind unverändert die Mehrzahl der Bundesbürger den Ausbau der Windenergie grundsätzlich für "sehr wichtig" oder "wichtig" erachtet, fehlt es derzeit am politischen Willen, die Rahmenbedingungen für die Errichtung weiterer Windkraftanlagen in Deutschland wieder zu verbessern. Im Rahmen des jüngst verabschiedeten Klimapakets hat die Bundesregierung Festlegungen getroffen, die den eigenen Zielen zuwiderlaufen.

Zum einen soll der Ausbaupfad im Erneuerbaren-Energien-Gesetz angehoben werden, um bis 2030 einen Anteil von 65 % erneuerbarer Energien an der Stromversorgung zu erreichen.

Zum anderen wurde aber beschlossen, dass alle neuen Windkraftanlagen mindestens 1.000 Meter Abstand zur Wohnbebauung haben sollen. Ein vom Bundeswirtschaftsministerium im November 2019 vorgelegter Gesetzentwurf hat dies so konkretisiert, dass dieser Abstand von jeder Ansammlung von fünf Häusern einzuhalten ist. Dies führt dazu, dass die für den Bau neuer Windkraftanlagen verfügbaren Flächen eingeschränkt und die vereinbarten Ausbau-Ziele keinesfalls zu erreichen sein werden.

Schon 2019 brach der Bau neuer Windkraftanlagen in Deutschland nach dem drastischen Rückgang des Jahres 2018 noch weiter ein. Experten erwarten, dass auch 2020 der Zubau bei nur 1 Gigawatt liegen dürfte. Auch ein erwarteter Zubau bei der Solarenergie auf ähnlichem Niveau wie 2019 (4 GW) und die Fertigstellung der derzeit im Bau befindlichen Wind-Offshore-Parks (etwa 1 GW bis Mitte 2020) kann dies nicht kompensieren. Im Ergebnis dürfte daher der Zuwachs der installierten Leistung erneuerbarer Energien im Jahr 2020 deutlich geringer ausfallen als 2019.

Zu dieser Situation trug nicht zuletzt auch die Landesregierung in Brandenburg bei. Sie erließ Ende 2018 ein zweijähriges Moratorium für die Errichtung neuer Windkraftanlagen. Betroffen sind davon alle seitens 3U derzeit in der Entwicklung befindlichen Neubauprojekte in Brandenburg. Das Moratorium veranlasste 3U, ihrerseits die Entwicklung dieser oder neuer Projekte vorübergehend zurückzufahren. In dieser Zeit werden die bestehenden Projektentwicklungen in geeigneter Weise konserviert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst, um zum Ende des Moratoriums die Projektentwicklungen zeitnah realisieren zu können.

Witterungseinflüsse

Sonneneinstrahlung und Windaufkommen sind grundlegende Faktoren, die den Ertrag der Stromerzeugungsanlagen der 3U Gruppe beeinflussen. Beide sind saisonalen und langfristigen Schwankungen unterworfen, wirkten sich im Geschäftsjahr 2019 aber positiv auf die Erlösentwicklung des Segments Erneuerbare Energien aus.

Im Geschäftsjahr 2019 lag die Sonnenscheindauer in Deutschland bei 1.815 Stunden und damit um rund 18 % über dem vieljährigen Mittel von 1.538 Sonnenstunden.

Das Jahr 2019 beendete die Serie windschwacher Jahre und lag erstmals wieder über dem Mittelwert der vergangenen zwanzig Jahre. Der Windindex lag im Berichtsjahr bei 101,9 % (2018: 97,0 %). Der Windertragsindex sogar bei 104,7 % (2018: 93,1 %).

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die erzielbaren Preise für den erzeugten Strom bestimmen den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs der Anlagen.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die weiter sinkenden Stromgestehungskosten die Wettbewerbsvorteile erneuerbarer Energien gegenüber fossilen Energieträgern und Atomkraft weiter vergrößern. Die Analyse der Bank Lazard der Levelized Cost of Energy ohne Berücksichtigung eventueller Subventionen (LCOE) zeigt: Es ist inzwischen deutlich teurer, Energie auf konventionelle Art zu erzeugen als mittels Wind- und Solarkraft.

Dies ist einer der Einflussfaktoren, die dazu führen, dass der Börsenpreis für Strom aus Sonne und Wind relativ unter dem aus fossilen oder atomaren Quellen liegt. So erreichte 2019 der relative Marktwert von Windstrom 89,5 %, der von Solarstrom 95,3 % des Durchschnitts.

Die Anlagen der 3U erhalten demgegenüber derzeit eine garantierte Vergütung unter dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Nach Auslaufen dieser Förderung werden sie tendenziell schrittweise den erzeugten Strom direkt privaten oder öffentlich-rechtlichen Abnehmern anbieten. Niedrige Stromgestehungskosten führen zu Vorteilen im Wettbewerb um Stromkunden.

Entwicklung der Rahmenbedingungen im Segment SHK

Die Unternehmen des Segments SHK sind auf einem Teilbereich des Bausektors aktiv. Innerhalb der Baubranche wird zunehmend auf eine umwelt- und zugleich preisgerechte Ausstattung mit Komponenten und Systemen insbesondere der Heizungs- und Klimatechnik, aber auch des Sanitärumfelds Wert gelegt. Das gilt sowohl für Bauträger von großen Wohn- und Gewerbeimmobilien, an die sich das Geschäft der ClimaLevel Energiesysteme GmbH wendet, als auch für Häuslebauer und Heimwerker, die insbesondere bei der Selfio GmbH Produkte online bestellen und Rat und Unterstützung erhalten.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Baukonjunktur setzte 2019 den mehrjährigen Aufwärtstrend weiter fort. So lagen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im November 2019 mit rund EUR 7,1 Mrd. 10,3 % höher als im November 2018. Das war der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem November in Deutschland.

Auch die deutsche Baumarktbranche verzeichnete 2019 starkes Nachfragewachstum. Der Branchenumsatz stieg auf EUR 19,5 Mrd. (2018: EUR 18,8 Mrd.). Der SHK-Markt ist auf Expansionskurs und festigt die Position als zweitstärkstes Teilsegment der Branche mit einem Umsatzvolumen von EUR 1,8 Mrd. (2018: EUR 1,75 Mrd.). Auch der übergreifende Do-it-Yourself-Markt - über sämtliche Vertriebskanäle - wuchs weiter auf EUR 248 Mrd. (2018: EUR 244 Mrd.). Laut dem Branchenverband BHB blieb der Umsatz der sonstigen Vertriebswege, einschließlich des Onlinehandels konstant, mit einem Volumen von EUR 31,4 Mrd. und einem Anteil von rund 13 % am Branchenumsatz (2018: EUR 31,4 Mrd., rund 13 %). Der Branchenverband BHB bleibt für das Gesamtjahr 2020 optimistisch und erwartet weiteres Wachstum auf hohem Niveau.

Der Umsatz des Onlinehandels über alle Branchen wuchs laut Angaben des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) im Jahr 2018 um 9,1 % auf EUR 53,3 Mrd. (2017: EUR 48,9 Mrd.). Das entspricht einem Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz von 10,1 % (2017: 9,5%). Das Do-it-Yourself-Segment Heimwerken und Garten hatte seinerseits einen Anteil von 4,3% am Onlineumsatz und zählte zu den am schnellsten wachsenden Teilmärkten.

Politische Rahmenbedingungen

Die Nachfrage nach Komponenten und Systemen insbesondere der Heizungs- und Klimatechnik wird auch durch vielfältige politische Initiativen gefördert, die dazu dienen sollen, den Klimawandel zu dämpfen und die selbst gesteckten und international vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Bereits seit 2014 besteht im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Heizungen. Die Beschlüsse der Bundesregierung vom Dezember 2019 ("Klimapaket") legen besonderes Augenmerk auf die Reduzierung des CO 2-Ausstoßes im Bereich Wohnen und Gebäude - er soll von derzeit rund 120 Mio. t bis zum Jahr 2030 auf 72 Mio. t abgesenkt werden.

In diesem Zuge wird die Regierung ihr Arsenal an Vorschriften und Fördermaßnahmen zur energetischen Sanierung und Umrüstung von Wohngebäuden erweitern. Unter anderem soll mit deren Hilfe der Austausch von Heizungen zugunsten umweltfreundlicherer Heizsysteme beschleunigt vorangetrieben werden. 3U geht davon aus, dass sich diese Maßnahmen als zusätzliche Nachfrage auch auf das Geschäft des Segments SHK positiv auswirken werden.

Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2019 war überwiegend geprägt durch weitere Fortschritte im operativen Geschäft der Segmente sowie durch Erwerb und Veräußerung von Vermögensgegenständen insbesondere seitens der 3U HOLDING AG.

ITK

Im Segment ITK wurde die Konzerngesellschaft weclapp GmbH im Verlauf des Geschäftsjahrs 2019 auf eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts verschmolzen und firmiert seither als weclapp SE. Die Expansion des mehrfach ausgezeichneten Anbieters einer cloudbasierten ERP-Plattform für kleine und mittelständische Unternehmen ist zum einen zurückzuführen auf das erfolgreiche Online-Marketing, dem weclapp auch das bisherige starke Wachstum verdankt. Zum anderen wurde zu Beginn des Geschäftsjahres zusätzlich ein Partnervertrieb aufgebaut, der wachsenden Zuspruch verzeichnet. Das rasche Wachstum drückt sich auch in der Eröffnung eines neuen Firmenstandorts in Frankfurt am Main aus, der zugleich Sitz der Gesellschaft ist. Ihren Kunden in der Schweiz bietet weclapp künftig die Nutzung eines Rechenzentrums in Zürich an. Dieses Angebot wird zu Beginn des laufenden Geschäftsjahrs 2020 technisch umgesetzt.

Alle Telekommunikations-Gesellschaften im Konzern haben zu Beginn des Geschäftsjahrs 2019 sämtliche Interconnects zur Deutschen Telekom erfolgreich auf eine NGN-Zusammenschaltung (Next Generation Network, "Voice over IP") umgestellt. Die NGN-Interconnects zur Deutschen Telekom und zu weiteren namhaften Netzbetreibern sorgen für eine erhebliche Erweiterung der Netzkapazität. 3U schafft dadurch die technischen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Leistungsangebots in ihren sechs Verbindungsnetzen und drei Teilnehmernetzen. Dabei war im Geschäftsjahr 2019 der Umsatz mit Endkunden (Voice Retail) erwartungsgemäß rückläufig. Dem stand Wachstum mit neuen Dienstleistungsangeboten für Geschäftskunden (Voice Business), mit Servicerufnummern sowie in kleinerem Umfang mit virtuellen Servern ("Infrastructure as a Service") gegenüber, welches allerdings den Rückgang im Voice Retail noch nicht kompensieren konnte.

Erneuerbare Energien

Im Segment Erneuerbare Energien machte es das Moratorium des Landes Brandenburg gegen die Entwicklung neuer Windparks erforderlich, die Aktivitäten zur Projektentwicklung vorübergehend zurückzufahren.

Die Erzeugungskapazitäten im Bestand wurden im Laufe des Geschäftsjahrs 2019 durch den Erwerb von 40 % der Anteile an einem Windpark in Mecklenburg-Vorpommern weiter ausgebaut auf nunmehr rund 60 MW.

SHK

Im Segment SHK entwickelte sich der Geschäftsbereich Onlinehandel, der insbesondere von der Selfio GmbH verantwortet wird, umsatzseitig weiter positiv. Zur Unterstützung des erfolgreichen Marketings durch Beratungsangebote wurde im Laufe des Geschäftsjahrs 2019 der Rohbau eines Einfamilienhauses erworben, der als Drehort für neue Ratgebervideos dient. Das Online-Marketing des Segments fand auch 2019 Beachtung bei Kunden und Experten: So zählte Selfio laut einer deutschlandweiten Kundenbefragung erneut zu den besten Onlineshops ihres Marktsegments sowie zu den zehn sichtbarsten Heiztechnik-Anbietern im Internet.

Das Sortiment des Onlinehandels wird laufend überprüft und ergänzt. Unter anderem führt Selfio seit Mitte 2019 auch Eigenmarken.

Die 2019 neu gegründete Konzerngesellschaft samoba GmbH bietet Handwerkern, Häuslebauern und Heimwerkern die Vermietung von hochwertigen Werkzeugen an.

Im Laufe des Geschäftsjahrs wurden im Segment SHK Maßnahmen zur Optimierung und Erweiterung der Supply Chain initiiert, die noch über das laufende Geschäftsjahr 2020 hinaus das Segment- und damit auch das Konzernergebnis belasten. Dem wirken der Ausbau des Eigenmarkenanteils und intensive Optimierungen im Einkauf entgegen.

3U HOLDING AG

Im Rahmen ihres Geschäftsmodells des Erwerbs, Betriebs und der Veräußerung von Vermögensgegenständen hat die 3U HOLDING AG im Geschäftsjahr 2019 mehrere Transaktionen erfolgreich durchgeführt.

So wurde im Mai 2019 ein Vertrag zur Veräußerung des Distributionszentrums in Montabaur geschlossen. Bis zum Umzug in eine neue Logistikimmobilie dient es im Segment SHK auf Mietbasis weiterhin als zentraler Standort für den Umschlag der Waren. Im August wurde das 3U-Firmengelände in Marburg veräußert. 3U sicherte sich das Recht, die aufstehenden Gebäude für weitere fünf Jahre zu mieten. Beide Transaktionen leisteten einen wesentlichen Ergebnisbeitrag und führten zu signifikanten Mittelzuflüssen. Insbesondere die Letztere steht aus Sicht der 3U HOLDING AG im Kontext ihrer Wachstumsstrategie und der damit verbundenen Finanzierungskonzeption. Die zugeflossenen Mittel sollen für mögliche Akquisitionen im Umfeld des Cloud Computing verwendet werden.

Die 3U HOLDING AG gründete in der zweiten Jahreshälfte die Gesellschaft InnoHubs GmbH. Deren Zweck ist es, Immobiliengeschäfte zu betreiben, insbesondere Entwicklung, Bau, Bewirtschaftung und Vermietung einer Immobilie in Würzburg. An der InnoHubs GmbH sind die 3U HOLDING AG zu 75 % und die WüWi Beteiligungsgesellschaft mbH zu 25 % beteiligt. Die InnoHubs GmbH erwarb im Oktober im Gewerbeareal Skyline Hill in Würzburg, unmittelbar angrenzend an die dortige Universität, ein rund 5.700 qm großes Grundstück und beabsichtigt, auf diesem Areal eine Innovations- und Büroimmobilie zu errichten. Der Gebäudekomplex soll in enger Verbindung zur Forschung künftig großen und kleinen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und gemischten Arbeitsgruppen aus Forschung und Wirtschaft Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von zukunftsweisenden Technologien bieten. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) liegen. Die Bauplanung für diesen "Innovation Hub" ist bereits fortgeschritten, die Vermarktung nicht selbst benötigter Flächen wird eingeleitet.

Ertragslage *

Konzernumsatz

Der Konzernumsatz ist gegenüber dem Vorjahr deutlich um EUR 3,48 Mio. oder 7,3 % von EUR 47,97 Mio. auf EUR 51,45 Mio. gestiegen. Die Segmente Erneuerbare Energien und SHK verzeichneten starkes Wachstum, während der Umsatz im Segment ITK in Summe erwartungsgemäß rückläufig war. Die strategisch bedeutsamsten Geschäftsbereiche Cloud Computing und Onlinehandel waren erneut auch die wichtigsten Wachstumstreiber. Sie stehen gemeinsam für fast die Hälfte der Konzernerlöse (2018: rund 40 %). Im Segment ITK wurden 27,3 % (2018: 30,8 %) der Umsatzerlöse erzielt, im Segment Erneuerbare Energien waren es 14,0 % (2018: 13,1 %) und im Segment SHK 59,1 % (2018: 55,6 %). **

* Hinweis: Bei den im Nachfolgenden dargestellten Verteilungen über die einzelnen Quartale ist zu beachten, dass die einzelnen Quartalszahlen keiner Prüfung unterlegen haben.

** Differenz zwischen Summe der Segmentumsatzerlöse und 100 % der Konzernumsatzerlöse sind Erlöse aus sonstigen Aktivitäten.

Die Bestandsveränderung steht auch im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen im Zusammenhang mit der weiteren Windparkprojektentwicklung. Der Anstieg der anderen aktivierten Eigenleistungen resultiert aus konzerninternen Softwareentwicklungsleistungen beim Ausbau der Logistikaktivitäten im Segment SHK.

Die anderen Erträge resultieren weit überwiegend aus der Veräußerung des Firmengeländes in Marburg und liegen mit EUR 8,03 Mio. um 67,8 % höher als im Vorjahr (2018: EUR 4,79 Mio.). Im Geschäftsjahr 2019 konnten insgesamt Veräußerungserlöse aus Immobilienverkäufen in Höhe von EUR 5,2 Mio. (Vorjahr: EUR 2,6 Mio.) erzielt werden. Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum erhöht. In Relation zum Umsatz ist der Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Sein Anteil am Umsatz beträgt 55,9 %, während es im Vorjahreszeitraum 59,7 % der Umsatzerlöse waren. Diese Verbesserung der Materialaufwandsquote ist im Wesentlichen auf gesunkene Durchleitungsgebühren im Telefoniebereich zurückzuführen. Dies führt insgesamt zu einem Rohergebnis von EUR 30,68 Mio., ein Anstieg um 24,1 % gegenüber dem Rohergebnis des Geschäftsjahrs 2018 von EUR 24,72 Mio.

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung werden im 3U Konzern ausschließlich im Cloud Computing, in der Konzerngesellschaft weclapp SE, betrieben. Als Forschungs- und Entwicklungskosten werden diejenigen Personalkosten erfasst, die auf die Beschäftigten in den Entwicklungsteams dieser Konzerngesellschaft entfallen. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 1,40 Mio.

EBITDA

Mit EUR 10,10 Mio. wurde ein um EUR 3,38 Mio. oder 50,3 % höheres EBITDA erwirtschaftet als im Vorjahr (2018: EUR 6,72 Mio.). Neben der verbesserten Materialaufwandsquote trägt der Anstieg der anderen Erträge zur Verbesserung der Ertragslage in beträchtlichem Umfang bei. Der absolute und relative Anstieg des Personalaufwands und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurde durch diese positiven Entwicklungen überkompensiert. Der Anteil des Personalaufwands am Umsatz (Personalaufwandsquote) stieg von 21,5 % im Geschäftsjahr 2018 nur leicht auf 22,7 % im Geschäftsjahr 2019. Daran hat der wachstumsbedingte Personalaufbau im Cloud Computing einen maßgeblichen Anteil, aber auch der temporär höhere Personalbedarf in der Logistik im Segment SHK hat zum Anstieg des Personalaufwands beigetragen. Auch der Anteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen am Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2019 von 16,1 % auf 17,4 % an. Er ist im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen in den Segmenten ITK und SHK zurückzuführen. Im Segment SHK schlugen hier insbesondere die geschäftsbedingt deutlich höheren Verkaufs gebühren von Vertriebsplattformen wie Amazon zu Buche. Im Segment ITK resultierte der Anstieg überwiegend aus höheren Marketing- und Vertriebsaufwendungen im Cloud Computing und aus Beratungs- und Unterstützungsleistungen beim Aufbau eines neuen Dienstleistungsangebots im Bereich Voice Business. In beiden Segmenten fielen Ausbuchungen wertberichtigter Altforderungen an, denen zum Teil sonstige Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen gegenüberstehen.

Durch die erstmalige Anwendung des neuen IFRS 16 als Rechnungslegungsstandard für Leasingverhältnisse wurde das EBITDA des Konzerns entlastet. Die bisher unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Auswirkung: EUR -0,75 Mio.) ausgewiesenen Aufwendungen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnisse haben sich im Geschäftsjahr 2019 aufgrund der Aktivierung von Nutzungsrechten und entsprechenden Leasingverbindlichkeiten in den Abschreibungen (Auswirkung: EUR +0,68 Mio.) bzw. im Zinsaufwand (EUR +0,08 Mio.) niedergeschlagen.

Konzernergebnis

Das Finanzergebnis lag im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahrs. Es entstand ein Steueraufwand in Höhe von EUR 0,25 Mio. (2018: Steuerertrag EUR 0,32 Mio.). Einen wesentlichen Einfluss auf das Steuerergebnis hat die Bildung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen Wertansätzen nach den IFRS und denen der Steuerbilanz. Im Geschäftsjahr 2019 ergab sich im Saldo ein Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von EUR 0,88 Mio. Demgegenüber steht ein laufender Ertragsteueraufwand in Höhe von EUR 1,13 Mio. Dieser resultiert mit EUR 0,84 Mio. aus der Verschmelzung der weclapp GmbH auf die weclapp SE.

Das den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zugerechnete Ergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um EUR 0,09 Mio. Insbesondere im Segment ITK haben die nicht beherrschenden Gesellschafter im Umfang von EUR 0,3 Mio. von der positiven Geschäftsentwicklung profitiert.

Das auf die Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallende Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2019 liegt mit EUR 4,09 Mio. um EUR 2,16 Mio. über dem Konzernergebnis des Vorjahres (EUR 1,93 Mio.).

Der internen Berichterstattung folgend, weist der Konzern die Segmente ITK, Erneuerbare Energien und SHK sowie den Bereich sonstige Aktivitäten/Überleitung aus.

Im Folgenden werden die Segmente mit ihren intersegmentären Umsätzen dargestellt. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - soweit Organschaftsverhältnisse zur 3U HOLDING AG bestehen - vom Organträger, der 3U HOLDING AG, getragen werden.

Segment ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik)

Segmentumsatz

Der Umsatz im Segment ITK ging im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr von EUR 14,78 Mio. auf EUR 14,06 Mio. insgesamt leicht zurück. Der Umsatzrückgang resultiert dabei aus dem Bereich Voice Retail und ist teilweise auf rückläufige Durchleitungsentgelte zurückzuführen. Im Bereich des Cloud Computing konnte der Umsatz um rund 50 % gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet werden.

Die weitere Ertragsverbesserung in diesem Segment resultiert zu großen Teilen aus der erfolgreichen Entwicklung im Bereich des Cloud Computing. Der Bereich Telefonie konnte seine Ertragskraft stabilisieren und trägt weiterhin zu einem bedeutenden Teil zur Marge in diesem Segment bei.

Der Umsatz im Bereich Voice Retail sank aufgrund der weiterhin mengen- und preisbedingt rückläufigen Entwicklung in der Festnetztelefonie von EUR 2,46 Mio. auf EUR 1,95 Mio. Die Umsätze im Bereich Voice Business Customer sanken von EUR 6,77 Mio. auf EUR 5,03 Mio. Im Bereich Data Center Services & Operation konnte im Geschäftsjahr 2019 ein Umsatz von EUR 1,66 Mio. (2018: EUR 1,74 Mio.) erzielt werden. Im Bereich des Cloud Computing konnte der Umsatz von EUR 3,03 Mio. auf EUR 4,64 Mio. gesteigert werden.

EBITDA

Die starke Verbesserung des Rohergebnisses ist wesentlich auf die höheren Erträge aus dem Cloud Computing sowie die gesunkenen Durchleitungsgebühren zurückzuführen. Dem standen höhere Personalaufwendungen und höhere sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüber. Der Personalaufwand stieg insbesondere durch den weiteren, wachstumsbedingten Personalaufbau im Bereich des Cloud Computing von EUR 3,80 Mio. auf EUR 4,70 Mio. Daraus resultiert ein Anstieg des EBITDA in diesem Segment um fast 50 % von EUR 1,90 Mio. auf EUR 2,79 Mio.

Segmentergebnis

Die Bildung latenter Steuern aufgrund von temporären Unterschieden zwischen den Wertansätzen nach IFRS und in der Steuerbilanz führte zu einem Steuerertrag, der allerdings geringer ausfiel als im Vorjahr. Gegenläufig hat sich diesbezüglich der Steueraufwand aus der steuerlichen Aufdeckung stiller Reserven im Rahmen der Verschmelzung der weclapp GmbH ausgewirkt. Dieser Rückgang sowie höhere Abschreibungen führten zu einem unterproportionalen Anstieg des Segmentergebnisses. Es erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr von EUR 1,88 Mio. um 10,9 % auf EUR 2,08 Mio.

Segment Erneuerbare Energien

Segmentumsatz

Nachdem die Projektentwicklung aufgrund des Moratoriums des Landes Brandenburg zurückgefahren werden musste, sind die Umsatzerlöse im Segment Erneuerbare Energien überwiegend von Witterungseinflüssen abhängig. Die Stromerzeugung von Bestandswindparks profitierte vom Windaufkommen, das insbesondere im ersten und vierten Quartal höher ausfiel als in den Vorjahren. Die Umsätze aus der Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen, insbesondere im Solarpark Adelebsen lagen mit EUR 2,02 Mio. nur geringfügig unter dem sehr guten Vorjahrsniveau. Insgesamt stieg der Umsatz von EUR 6,30 Mio. im Vorjahr auf EUR 7,22 Mio. im Berichtsjahr.

EBITDA

Der allgemeinen Entwicklung im Rahmen der Windparkprojektentwicklung wurde durch Fokussierung auf aussichtsreiche Projektentwicklungen und deren Fortführung über die Laufzeit des Moratoriums des Landes Brandenburg Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang wurden Projektentwicklungen, deren Realisierung derzeit als wenig aussichtsreich erscheint, im Umfang von EUR 0,58 Mio. ausgebucht. Im Gesamtjahr 2019 beträgt die Bestandsverminderung im Saldo EUR 0,20 Mio. gegenüber einem Bestandsaufbau von EUR 0,55 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang des Personalaufwands von EUR 0,47 Mio. auf EUR 0,28 Mio. ist auf die Einschränkung der Aktivitäten in der Projektentwicklung zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im Geschäftsjahr 2019 nur wenig über denen des Vorjahrs. Das EBITDA wurde so von EUR 3,98 Mio. im Vorjahr auf EUR 4,90 Mio. im Geschäftsjahr 2019 gesteigert.

Segmentergebnis

Höhere Abschreibungen und Steuern führten dazu, dass sich das Segmentergebnis gegenüber dem Vorjahr von EUR 0,02 Mio. lediglich auf EUR 0,38 Mio. verbesserte. Dabei wurden im Geschäftsjahr 2019 wie im Vorjahr keine Erträge aus der Veräußerung von realisierten Windparkprojektentwicklungen erwirtschaftet.

Segment SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik)

Segmentumsatz

Der Umsatz im Segment SHK überschritt erstmals die Marke von EUR 30 Mio. und stieg von EUR 26,67 Mio. auf EUR 30,38 Mio. Mit diesem Anstieg um EUR 3,71 Mio. oder 13,9 % wurde das starke Umsatzwachstum des Geschäftsjahrs 2018 trotz der höheren Ausgangsbasis nochmals übertroffen (2018: 13,3 %). Dabei resultiert der Anstieg weit überwiegend aus dem Bereich Onlinehandel. Die Umsatzerlöse der Konzerngesellschaft Selfio GmbH wuchsen um 18,3% auf EUR 20,61 Mio. (2018: EUR 17,42 Mio.). Die Materialaufwandsquote lag im Segment SHK mit 76,6 % auf dem Niveau des Vorjahrs (2018: 76,9 %).

EBITDA

Das EBITDA fiel mit EUR -0,09 Mio. jedoch leicht negativ aus und verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr, als EUR 0,41 Mio. erwirtschaftet wurden. Dieser Rückgang des EBITDA resultiert überwiegend aus dem Anstieg der Personalaufwendungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Zuge der Optimierung und Erweiterung der Supply Chain und der Vorbereitung des Umzugs in ein neues Distributionszentrum. Sowohl im Bereich des Onlinehandels als auch im Bereich der Montage von Komponenten der Gebäudeklimatisierung konnte das EBITDA trotz des scharfen Wettbewerbs deutlich gesteigert werden, um 32,4% beziehungsweise 25,6 %.

Segmentergebnis

Auch das Ergebnis des Segments SHK fiel im Geschäftsjahr 2019 mit EUR -0,59 Mio. negativ aus, nach einem leicht positiven Ergebnis von EUR 0,09 Mio. im Vorjahr.

Der Steueraufwand des Geschäftsjahrs 2019 belief sich auf EUR 0,10 Mio. und lag damit auf dem Niveau des Vorjahrs.

Das den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zugerechnete Ergebnis beträgt EUR -0,02 Mio. (2018: EUR 0,05 Mio.).

Sonstige Aktivitäten/Überleitung

Unter sonstige Aktivitäten/Überleitung sind die Holding-Aktivitäten, sonstige Vermietungsaktivitäten von Immobilien und Effekte aus der erforderlichen Konzernkonsolidierung erfasst.

Umsatz

Unter sonstige Aktivitäten/Überleitung wird im Berichtszeitraum ein Umsatz von EUR -0,21 Mio. (2018: EUR 0,23 Mio.) ausgewiesen. Dieser setzt sich aus den Umsätzen der Holding in Höhe von EUR 1,98 Mio. (2018: EUR 2,14 Mio.) und aus den Umsatzkonsolidierungen in Höhe von EUR -2,19 Mio. (2018: EUR -1,91 Mio.) zusammen. Diese Umsatzkonsolidierungen resultieren vor allem aus der Konsolidierung der intersegmentären Umsätze sowie aus der Konsolidierung konzerninterner Dienstleistungen. Die Umsätze enthalten im wesentlichen Vermietungserlöse aus Immobilien, unter anderem am Standort Adelebsen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von EUR 5,77 Mio. (2018: EUR 3,77 Mio.) sind die Erträge aus den Veräußerungen des Distributionszentrums in Montabaur sowie des Firmengeländes in Marburg enthalten.

EBITDA

Das EBITDA beträgt daher EUR 2,49 Mio. (2018: EUR 0,42 Mio.). Neben den sonstigen betrieblichen Erträgen wird es maßgeblich durch die Personalkosten in Höhe von EUR 2,71 Mio. (2018: EUR 2,80 Mio.) und durch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von EUR 2,53 Mio. (2018: EUR 2,69 Mio.) beeinflusst, die im Geschäftsjahr 2019 beide rückläufig waren. Sowohl die Mitarbeiter aus dem strategischen Beteiligungsmanagement als auch aus dem Bereich Finanzen, Personal und Recht sowie aus den konzernübergreifenden Marketingressourcen sind der Muttergesellschaft zugeordnet. Mit diesen Ressourcen trägt die Holding insbesondere zur strategischen Weiterentwicklung der Tochtergesellschaften bei.

Ergebnis

Das Ergebnis aus diesem Bereich trägt zum Konzernergebnis EUR 2,22 Mio. bei. Im Vorjahr hatte das Ergebnis aus diesem Bereich EUR -0,05 Mio. betragen.

Finanzlage

Kapitalstruktur

Im Geschäftsjahr 2019 hat der Konzern Auszahlungen für Investitionen im Saldo in Höhe von EUR 4,37 Mio. (2018: EUR 1,74 Mio.) getätigt. Die Auszahlungen betrafen insbesondere den Erwerb eines Gewerbeareals in Würzburg, von rund 40 % der Anteile an einem Windpark in Mecklenburg-Vorpommern, von IT-Software und die Investition in das Selfio-Musterhaus. Wie im Vorjahr wurden daneben auch Investitionen in die Rechenzentrums-, IT- und Telekommunikations-Infrastruktur und in die Bestandsanlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien getätigt. Wesentliche Liquiditätszuflüsse wurden im Rahmen der Veräußerung des Firmengeländes in Marburg sowie in kleinerem Umfang durch den Verkauf des Distributionszentrums in Montabaur generiert.

Die Finanzmittel legt die 3U HOLDING AG ausschließlich in Tages- und kurzfristigen Festgeldanlagen bei der Baden-Württembergischen Bank, der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und der Deutschen Kreditbank AG an.

Gegenüber dem 31. Dezember 2018 haben sich die liquiden und liquiditätsnahen Mittel zum 31. Dezember 2019 um EUR 8,25 Mio. von EUR 12,30 Mio. auf EUR 20,55 Mio. erhöht. Zusammen mit dem Wegfall von Verfügungsbeschränkungen resultiert daraus der Anstieg der Finanzmittelfonds von EUR 8,38 Mio. zum 1. Januar 2019 auf EUR 17,46 Mio. am 31. Dezember 2019. Ohne die planmäßigen und außerordentlichen Tilgungen von Finanzkrediten hätte der mit EUR 9,17 Mio. positive Cashflow aus der Investitionstätigkeit zu einem noch deutlicheren Aufbau der Liquidität beigetragen.

Die 3U HOLDING AG verfügt weiterhin über eine solide Eigenkapitalquote von 57,8 % (31. Dezember 2018: 55,6%). Der Anstieg der absoluten Höhe des Eigenkapitals von EUR 41,44 Mio. auf EUR 46,51 Mio. ist neben dem Gewinn des Geschäftsjahres 2019 in Höhe von EUR 4,40 Mio. insbesondere auf den Verkauf eigener Aktien zurückzuführen. Der Fremdkapitalanteil an der Bilanzsumme beträgt 42,2 % gegenüber 44,4 % zum 31. Dezember 2018.

Gegenläufig haben sich nur die Auszahlungen an die Aktionäre der 3U HOLDING AG im Rahmen der Dividendenzahlung und an die nicht beherrschenden Gesellschafter in Form von Gewinnausschüttungen ausgewirkt.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2018 wurden im Konzern Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und in Sachanlagen sowie Anlageimmobilien in Höhe von EUR 3,04 Mio. (2018: EUR 1,74 Mio.) getätigt.

Im Segment ITK wurden EUR 0,35 Mio. (2018: EUR 0,41 Mio.) investiert. Die Investitionen im Segment Erneuerbare Energien betrugen EUR 0,07 Mio. nach 1,03 Mio. im Vorjahr. Im Segment SHK bewegten sich die Investitionen mit EUR 0,84 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (2018: EUR 0,08). Die Investitionen in das Anlagevermögen der Holding in Höhe von EUR 1,78 Mio. im Berichtsjahr 2019 (2018: EUR 0,22 Mio.) sind überwiegend in den Erwerb des Gewerbeareals in Würzburg geflossen.

Liquidität

Der operative Cashflow lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei EUR 4,68 Mio. (2018: EUR 0,60 Mio.). Wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung hatte das positive Periodenergebnis, erhöht um Abschreibungen des Geschäftsjahres. Die Gewinne aus den Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens werden aus dem Periodenergebnis herausgerechnet, da diese der Investitionstätigkeit zuzurechnen sind. Diese betreffen im Berichtsjahr 2019 im Wesentlichen die Gewinne aus der Veräußerung des Firmengeländes in Marburg und des Distributionszentrums in Montabaur.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist geprägt durch die hohen Liquiditätszuflüsse aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen und im Vorjahr außerdem aus der Veräußerung von Anlageimmobilien. Dem stehen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen gegenüber. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von EUR 9,17 Mio. (2018: EUR 8,12 Mio.) liegt um EUR 1,05 Mio. über dem des Vorjahres.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist mit EUR -5,62 Mio. (2018: EUR -8,16 Mio.) erneut negativ. Dies resultiert im Wesentlichen aus den Auszahlungen für die planmäßigen und außerordentlichen Darlehenstilgungen sowie aus den Auszahlungen an die Aktionäre der 3U HOLDING AG und an die nicht beherrschenden Gesellschafter.

Die Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war im 3U Konzern im Berichtszeitraum jederzeit gegeben und ist auch für 2020 gewährleistet. Die Liquiditätslage stellt sich zum 31. Dezember 2019 als gut dar.

Die nachstehende Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderung der flüssigen Mittel und ist in Anlehnung an die im Konzernabschluss dargestellte Kapitalflussrechnung (ohne Korrektur des Finanzmittelfonds) aufgestellt.

Kapitalflussrechnung (in TEUR) 2019 2018
Cashflow 8.235 563
Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 4.681 595
Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit 9.170 8.124
Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -5.616 -8.156
Veränderungen Konsolidierungskreis 15 0
Davon zuvor als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte ausgewiesen 0 469
Veränderungen der flüssigen Mittel 8.250 1.032
Flüssige Mittel am Jahresanfang * 12.301 11.269
Flüssige Mittel am Jahresende ** 20.551 12.301

* Inkl. als Sicherheit hinterlegte Festgelder beziehungsweise Gelder mit Verfügungsbeschränkungen in Höhe von TEUR 3.923 (1. Januar 2018: TEUR 3.094) ** Inkl. als Sicherheit hinterlegte Festgelder beziehungsweise Gelder mit Verfügungsbeschränkungen in Höhe von TEUR 3.089 (31. Dezember 2018: TEUR 3.923)

Vermögenslage

Überblick Bilanzpositionen 31.12.2019 31.12.2018
TEUR % TEUR %
Langfristige Vermögenswerte 45.659 56,7 48.035 64,5
Anlagevermögen 42.726 53,1 46.083 61,9
Aktive latente Steuern 2.671 3,3 1.661 2,2
Sonstige Vermögenswerte 262 0,3 291 0,4
Kurzfristige Vermögenswerte 34.819 43,3 26.455 35,5
Vorräte 7.796 9,7 6.990 9,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.911 4,9 4.440 5,9
Sonstige Vermögenswerte 2.561 3,2 2.724 3,7
Liquide Mittel 20.551 25,5 12.301 16,5
Aktiva 80.478 100,00 74.490 100,00
Langfristige Passiva 69.157 85,9 63.382 85,1
Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG 47.208 58,7 42.445 57,0
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -696 -0,9 -1.004 -1,4
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 22.645 28,1 21.941 29,5
Kurzfristige Passiva 11.321 14,1 11.108 14,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.986 3,7 3.181 4,3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 8.335 10,4 7.927 10,6
Passiva 80.478 100,0 74.490 100,0

Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2019 betrug EUR 80,48 Mio. (31. Dezember 2018: EUR 74,49 Mio.) und lag damit gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um EUR 5,99 Mio. höher. Die Veränderungen sind im Umfang von EUR 3,65 Mio. auf die Aktivierung von Nutzungsrechten aufgrund der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 zurückzuführen. Die Veräußerung des Distributionszentrums in Montabaur und des Firmengeländes in Marburg spiegeln sich im Rückgang der Sachanlagen wider. Dieser Vorgang trug andererseits wesentlich zum Anstieg der liquiden Mittel bei.

Die langfristigen Vermögenswerte in Höhe von EUR 45,66 Mio. (31. Dezember 2018: EUR 48,04 Mio.) umfassen neben den neu ausgewiesenen Nutzungsrechten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte (EUR 2,60 Mio. beziehungsweise EUR 2,19 Mio. am 31. Dezember 2018) und die Sachanlagen (EUR 31,11 Mio. beziehungsweise EUR 39,66 Mio. am 31. Dezember 2018) sowie Anlageimmobilien in Höhe von EUR 3,94 Mio. (31. Dezember 2018: EUR 4,11 Mio.). Diese betreffen weiterhin die zur Vermietung vorgesehenen Teile der Liegenschaften in Adelebsen und in Linz am Rhein. Neu hinzugekommen ist das mit Wirkung vom 31. Oktober 2019 erworbene Gewerbeareal in Würzburg.

Bilanzverlängernde Wirkung hatte die erstmalige Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16. Zum 31. Dezember 2019 wurden Nutzungsrechte im Rahmen von Leasingverhältnissen in Höhe von EUR 3,65 Mio. aktiviert und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 4,33 Mio. passiviert.

Die kurzfristigen Vermögenswerte liegen zum 31. Dezember 2019 mit EUR 34,82 Mio. (31. Dezember 2018: EUR 26,46 Mio.) um EUR 8,36 Mio. über denen des Bilanzstichtags des Vorjahrs. Die Veränderung ist vor allem auf den Mittelzufluss aus den im Geschäftsjahr 2019 getätigten Veräußerungen zurückzuführen. Der Anteil der liquiden Mittel an den kurzfristigen Vermögenswerten zum 31. Dezember 2019 betrug 59,02 % (31. Dezember 2018: 46,50 %). Einem stichtagsbedingt höheren Vorratsbestand stehen geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie geringere Ertragssteuerforderungen gegenüber.

Die Finanzkennzahlen haben sich zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 teils wesentlich verbessert. Im Zuge der Veräußerungen des Distributionszentrums und des Firmengeländes wurden über die planmäßigen Tilgungen hinaus in erheblichem Umfang lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abgebaut. Sie lagen in Summe zum 31. Dezember 2019 bei nur noch EUR 17,72 Mio. (31. Dezember 2018: EUR 23,19 Mio.). Der Verschuldungsgrad ging von 79,8 % zum Bilanzstichtag 2018 auf nunmehr 73,0 % zurück. Die Nettoverschuldung von EUR 10,89 Mio. zum 31. Dezember 2018 wurde vollständig zurückgefahren. Die liquiden Mittel überstiegen zum 31. Dezember 2019 die Finanzverbindlichkeiten um EUR 2,83 Mio. Gleichzeitig war das Working Capital um 53,1 % erhöht und erreichte zum Bilanzstichtag EUR 23,50 Mio. (31. Dezember 2018: EUR 15,35 Mio.).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Der Vorstand sieht die wirtschaftliche Lage und insbesondere die derzeitige Entwicklung des Unternehmens zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts als weiter verbessert an. Der 3U Konzern bietet aus Sicht des Vorstands operativ und bilanziell gutes Potenzial, um die positive Entwicklung fortzusetzen.

Im Geschäftsjahr 2019 konnten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Auch das operative Ergebnis (EBITDA) und das Konzernergebnis verbesserten sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr deutlich. Neben Fortschritten im operativen Bereich waren hierfür erfolgreiche Veräußerungen von Immobilien und Liegenschaften durch die 3U HOLDING AG verantwortlich. Ergebnisbelastend wirkten sich Aufwendungen im Zusammenhang mit der Optimierung und Erweiterung der Logistik im Segment SHK aus. Wichtige Finanzkennzahlen konnten im Geschäftsjahr 2019 wesentlich verbessert werden.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden die insgesamt für diesen Zeitraum gesteckten Konzernziele durch die Segmente teilweise erreicht.

Das Segment ITK entwickelte sich auch im Geschäftsjahr 2019 erfreulich. Die Umsatzplanung wurde erfüllt. Das EBITDA und insbesondere das Ergebnis vor Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter übertrafen die Planwerte. Zum EBITDA des Segments konnte der Bereich des Cloud Computing EUR 1,26 Mio. beitragen.

Das Segment Erneuerbare Energien konnte die Planzahlen im Geschäftsjahr 2019 nicht erreichen. Grund dafür ist überwiegend der geplante, aber nicht vollzogene Verkauf eines Windparks. Der Umsatz fiel um rund EUR 1,3 Mio., das EBITDA um rund EUR 3,7 Mio. und das Ergebnis um rund EUR 2,8 Mio. geringer aus als geplant.

Auch das Segment SHK erreichte die Planzahlen im Geschäftsjahr 2019 nicht. Der Umsatz fiel um rund EUR 2,1 Mio. niedriger aus als geplant. Insbesondere der Aufbau zusätzlicher Online-Vertriebsangebote (Vermiet- und B2B-Geschäft) verlief weniger schwungvoll als erwartet. Die daraus resultierende Abweichung vom geplanten Umsatz hat - neben den höher als geplant angefallenen Aufwendungen für die Optimierung der Supply Chain - dazu beigetragen, dass das EBITDA-Ziel um EUR 0,7 Mio. verfehlt wurde. Diese Planabweichung hat sich auch im Ergebnis des Segments niedergeschlagen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Unsere konzernweit gültigen finanziellen Leistungsindikatoren verwenden wir, um Ziele zu setzen, Erfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und das Ergebnis nach Steuern.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden von der regelmäßigen Finanzberichterstattung nicht erfasst und sind nicht Bestandteil der Konzernsteuerung. Sie werden in den verschiedenen Geschäftsbereichen entsprechend den jeweiligen Geschäftsmodellen ermittelt und dienen dort beispielsweise zur Kontrolle und Unterstützung von Marketing- und Vertriebsentscheidungen.

Online-Marketing und Vertrieb

Insbesondere im Cloud Computing und im Onlinehandel hat 3U jahrelange Erfahrung im zielgruppengerechten Online-Marketing aufgebaut und die jeweiligen neuen Kanäle frühzeitig geprüft und genutzt. Nach Einschätzung des Managements hat sich 3U auch hierdurch in jedem der beiden Geschäftsbereiche eine vorteilhafte Wettbewerbsposition erarbeitet, die eine Basis für den aktuellen und künftigen Unternehmenserfolg darstellt.

Die Selfio GmbH als die größte und wachstumsstärkste Gesellschaft im Segment SHK unterscheidet sich in ihrem Marketingauftritt von den Wettbewerbern insbesondere durch die hohe Qualität ihrer vielfältigen Ratgeber-Formate. Dazu zählen unter anderem Blogbeiträge, detaillierte Montageanleitungen - die auch per App verfügbar sind - sowie Videos, die vom hauseigenen Medienteam mit hoher fachlicher und medialer Kompetenz produziert werden. Zur Verbreitung setzt Selfio neben der eigenen Plattform mit Shopanbindung auf verschiedene Social-Media-Kanäle und eigene spezialisierte Internetauftritte.

Zur Erfolgsmessung werden laufend Nutzungskennzahlen erhoben und ausgewertet. Diese unterliegen aufgrund von An- und Abmeldungen einer hohen Volatilität und werden daher hier nur überschlägig angegeben. Der Erfolg des Online-Marketings schlägt sich in der Anzahl der Kunden nieder, die über einen der Vertriebskanäle Bestellungen aufgegeben und eine Rechnung erhalten haben. Der starke Anstieg im Geschäftsjahr 2019 spiegelt den höheren Auftragseingang über Marktplätze wie Amazon, eBay und anderen wider.

1.1.-31.12.2019 1.1.-31.12.2018
Besucher auf selfio.de >1,3 Mio. >1,2 Mio
YouTube-Aufrufe >2,5 Mio. >1,6 Mio.
31. 12. 2019 31. 12. 2018
YouTube-Abonnenten >6.000 >3.000
Facebook-Follower >20.000 >12.000
Anzahl Kunden 127.812 81.999

Auch im Cloud Computing stehen Kundengewinnung und Kundenbindung im Fokus, und auch in diesem strategischen Bereich zählt das Online-Marketing zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren. Die Zahl der Besucher pro Jahr auf weclapp.com hat sich oberhalb von einer Million stabilisiert, auch wenn sie im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr rückläufig war. Der Anteil der registrierten Nutzer, die nach der Testphase einen Lizenzvertrag unterzeichnen, liegt ebenfalls stabil bei mehr als 11 %. Dabei verfolgt die Gesellschaft weclapp SE die Strategie, zunehmend größere Kunden zu gewinnen. Die Erweiterung des strategischen Fokus führte im Geschäftsjahr 2019 zum Aufbau des Partnervertriebs als zusätzlichem Vertriebsweg. Dies schlägt sich unmittelbar auch in finanziellen Kennzahlen nieder. Während die Zahl der Neukunden nicht mehr in gleichem Maße steigt wie in den Anfangsjahren, innerhalb einer Schwankungsbreite auch einmal rückläufig sein kann, verzeichnet 3U im Cloud Computing ein starkes Wachstum des wiederkehrenden Umsatzes pro Monat und Neukunde, aber auch über das gesamte Kundenportfolio.

1.1.-31.12.2019 1.1.-31.12.2018
Besucher auf weclapp.com ca. 1,3 Mio. ca. 1,5 Mio.
Anzahl Neukunden 839 865
Wiederkehrender Umsatz pro Monat und Neukunde (ARPA) ca. EUR 160 ca. EUR 120

Neben der weiteren Durchdringung des deutschen Marktes beginnt weclapp im Geschäftsjahr 2020 auch mit einer gezielten Internationalisierung des Geschäfts. Geplant ist der Markteintritt in verschiedenen europäischen Ländern.

Forschung und Entwicklung

Für den weiteren Erfolg des Cloud Computing ist die kundenorientierte Weiterentwicklung der weclapp-Plattform von entscheidender Bedeutung. Die weclapp SE wird daher ihr Produktmanagement und ihre Entwicklungsteams weiter verstärken.

Die Entwicklungstätigkeit der weclapp findet dabei auch in anderen Bereichen des Konzerns Anwendung. Unter anderem steht derzeit die Entwicklung einer App vor dem Abschluss, mit deren Hilfe Selfio-Kunden ihre Fußbodenheizungen selbst online konfigurieren können.

Übergreifend setzt 3U verstärkt auf die Entwicklung und den Einsatz von Algorithmen für maschinelles Lernen (Künstliche Intelligenz, KI). Auch hier stehen zunächst solche Entwicklungsvorhaben im Vordergrund, die den weclapp-Kunden helfen, Wettbewerbsvorteile zu halten oder zu gewinnen. Das hierfür tätige Entwicklungsteam soll im laufenden Geschäftsjahr erweitert werden. Daneben beabsichtigt 3U, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg eine kleine Einheit für Grundlagenforschung aufzubauen, die aus Beschäftigten von weclapp sowie Beschäftigten und Studierenden der Universität bestehen wird.

Mitarbeiter

Hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind gerade in den technologisch anspruchsvollen Megatrends, in denen die Gesellschaften des 3U Konzerns tätig sind, die Voraussetzung dafür, den Erfolg eines Unternehmens langfristig zu sichern. Verantwortungsvolle Personalentwicklung und stetige Verbesserung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Deshalb ist die nachhaltige Entwicklung und gezielte Förderung der Potenziale aller Mitarbeiter die Kernaufgabe des Personalmanagements des Unternehmens. Durch eine gezielte Personalentwicklung will der Konzern seine Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und dadurch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem 3U Konzern und ihr Engagement für dessen Ziele weiter steigern.

Am 31. Dezember 2019 arbeiteten insgesamt 234 Personen im 3U Konzern (inkl. Vorstand, Aushilfen und Teilzeitkräfte) (31. Dezember 2018: 210 Personen). Im Jahresdurchschnitt waren im Geschäftsjahr 2019 (ohne Vorstände, inkl. Aushilfen und Teilzeitkräfte) 213 Personen im 3U Konzern (2018: 200 Personen) beschäftigt.

Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente beschäftigte der 3U Konzern am Jahresende 205 Mitarbeiter (31. Dezember 2018: 177 Vollzeitäquivalente). Im Jahresdurchschnitt betrug die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeit äquivalente, jeweils ohne Vorstände) 186 (2018: 171). Die Beschäftigten verteilten sich auf die einzelnen Bereiche wie folgt:

Von den 234 Personen (inkl. Vorstand, Teilzeitkräfte und Aushilfen), die insgesamt zum Bilanzstichtag 2019 (31. Dezember 2018: 210) im Konzern arbeiteten, waren 60 Personen weiblich (2018: 56); das entspricht einem Anteil von 25,6 % (2018: 27 %). Die Altersstruktur im Konzern ist über alle Altersstufen verteilt: 32 % (2018: 33 %) der Beschäftigten sind unter 30 Jahre alt, 24 % (2018: 25 %) sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, 26 % (2018: 25 %) zwischen 40 und 50 Jahre alt und 18 % (2018: 17 %) der Beschäftigten sind über 50 Jahre alt. Das Durchschnittsalter im Konzern beträgt 38 Jahre (2018: 38 Jahre).

Die Beschäftigten tragen mit ihren Ideen entscheidend zu mehr Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit bei. Deshalb wird ein kooperatives und kommunikationsförderndes Klima im Konzern begünstigt, in dem alle Beschäftigten motiviert werden, Vorschläge zur Optimierung der Produkte und Arbeitsabläufe, zu Synergien und sonstigen Verbesserungen im Konzern zu machen.

Das Vergütungssystem ist je nach Tätigkeit in feste und variable Anteile gegliedert, damit überdurchschnittliche Leistungen auch entsprechend honoriert werden können.

Engagement und Kreativität zu fördern, soll nicht zuletzt auch der Mitarbeiterbindung dienen. 3U legt Wert darauf, die Erfahrung und Kompetenz zu erhalten und zu sichern, die die Beschäftigten mitbringen, durch ihre Tätigkeit erwerben und in den Dienst der Kunden und des Unternehmens stellen. 2019 schlug sich dieses Bestreben in einem spürbaren Rückgang der Fluktuation nieder. Nur noch 6 % der Beschäftigten verließen das Unternehmen auf eigenen Wunsch (2018: 14 %). Häufigster Grund für das Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis war das Ende einer befristeten Anstellung.

Gesundheit der Mitarbeiter fördern

3U versteht Gesundheit nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als psychisches, körperliches und soziales Wohlbefinden. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu bewahren und zu fördern, werden gezielt Maßnahmen im Konzern umgesetzt. So unterstützt der Konzern die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter. Die Mitarbeiter haben darüber hinaus die Möglichkeit, an internen und externen Schulungs- und Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Die Verbundenheit mit 3U wird durch eine Reihe von Maßnahmen gestärkt, bei denen soziale Aspekte im Vordergrund stehen.

Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird durch Schulungsmaßnahmen erhöht. Wie schon in den Vorjahren erlitt auch im Geschäftsjahr 2019 kein Mitarbeiter durch einen Unfall am Arbeitsplatz eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung.

Die Krankheitstage pro Mitarbeiter im 3U Konzern lagen 2019 mit 9,7 Tagen deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt, der laut dem Fehlzeiten-Report 2019 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK bei 11,8 Tagen lag (2018: 12,1 Tage), aber nur unwesentlich unter dem Vorjahreswert (9,9 Tage).

Unternehmensverantwortung

Auswirkungen unseres Geschäfts auf die Umwelt

Die Wahrnehmung der unternehmerischen Verantwortung ist wesentlicher Bestandteil unserer Konzernstrategie. Wir berücksichtigen systematisch die verschiedenen Belange unserer Stakeholder und verringern die Auswirkungen unseres Geschäfts auf die Umwelt. Dabei suchen wir die Balance zwischen ökonomischen Zielen und gesellschaftlicher Verantwortung. Mit unserem verstärkten Engagement für erneuerbare Energien und dem Ausbau des Segments SHK durch effiziente Lösungen zur Energievermeidung investieren wir aktiv in den Umweltschutz und zeigen damit gesellschaftliches Engagement. Auch in den übrigen Konzernbereichen setzen wir verstärkt auf die Nutzung regenerativer Energien. Wir versuchen, Umweltaspekte beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen zu berücksichtigen.

3U HOLDING AG

Die 3U HOLDING AG steht als operative Management- und Beteiligungsholding an der Spitze des 3U Konzerns. Sie steuert und überwacht alle wesentlichen Aktivitäten innerhalb des Konzerns. Die Festlegung der Konzernstrategie sowie die Steuerung der Entwicklung des 3U Konzerns gehören zu ihren Aufgaben. Sie ist verantwortlich für das Rechnungswesen und Controlling im 3U Konzern und betreibt außerdem das konzernweite Risiko- und Chancenmanagement sowie die Bereiche Recht, Investor Relations und Unternehmenskommunikation. Die 3U HOLDING AG übernimmt auch die Allokation der finanziellen Mittel, zum Beispiel für Investitionen oder Akquisitionen. Ihr obliegen die Personalpolitik, die Personalentwicklung und die Betreuung der oberen Führungsebene des Konzerns. Die Vorstände der 3U HOLDING AG übernehmen die operative Verantwortung in Personalunion auch als Geschäftsführer von Tochtergesellschaften.

Die 3U HOLDING AG beachtet bei der Aufstellung des Jahresabschlusses hinsichtlich der Bilanzierung, der Bewertung und des Ausweises die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG). Sie erstellt den Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf den Einzelabschluss der 3U HOLDING AG. In einzelnen Fällen sind bestimmte Geschäftsvorfälle im Konzernabschluss gemäß IFRS anders abgebildet worden.

Analyse des Jahresabschlusses

Ertragslage

Der Gesamtumsatz der 3U HOLDING AG betrug 2019 EUR 2,24 Mio. (Vorjahr: EUR 2,48 Mio.). Die Umsätze beinhalten im Wesentlichen Managementleistungen für Tochtergesellschaften und Beteiligungen der 3U HOLDING AG sowie Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Der Rückgang der Umsätze resultiert im Wesentlichen aus den Veräußerungen der Immobilien in Marburg und Montabaur im Geschäftsjahr 2019 sowie aus der Veräußerung der Rechenzentrumsimmobilie in Hannover im Laufe des Jahres 2018. Diese geringeren Mieteinnahmen konnten durch höhere Erträge aus der Vermietung in Adelebsen sowie aus höheren Erträgen aus erbrachten Managementleistungen nicht vollständig kompensiert werden.

Die nachfolgend dargestellten betrieblichen Aufwendungen und Erträge stehen insbesondere im Zusammenhang mit der Management- und Beteiligungsfunktion der Gesellschaft. Dementsprechend wird das Ergebnis im Wesentlichen durch die allgemeinen Verwaltungskosten, die sonstigen betrieblichen Erträge sowie das Finanzergebnis geprägt.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagen in Höhe von EUR 5,90 Mio. (Vorjahr: EUR 2,60 Mio.) enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen die Erträge aus der Veräußerung der Verwaltungsimmobilie in Marburg sowie des Lager- und Logistikstandortes in Montabaur. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind außerdem im Wesentlichen Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen und der Zuschreibung von Finanzanlagen in Höhe von EUR 0,15 Mio. (Vorjahr: EUR 0,14 Mio.), sowie Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen und Erträge für Sachbezüge von Mitarbeitern enthalten. In den Erträgen des Vorjahres sind Erträge in Höhe von EUR 0,52 Mio. enthalten, die aus einer Vereinbarung mit dem Solarpark Adelebsen hinsichtlich des Verzichts auf den Rückbau der PV-Anlage gegen eine Einmalzahlung resultieren.

Für die Mitarbeiter und den Vorstand der 3U HOLDING AG fiel ein Personalaufwand in Höhe von EUR 2,61 Mio. nach EUR 2,79 Mio. im Vorjahr an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen IC-Dienstleistungen in Höhe von EUR 0,73 Mio. (Vorjahr: EUR 0,45 Mio.), Wertberichtigungen auf Forderungen, Instandhaltungs- und Raumkosten, Abschluss- und Prüfungskosten, Kfz-Kosten, steuerliche und sonstige Beratungskosten, Aufsichtsratsvergütungen und Kosten der Börsennotierung sowie Kosten für IR- und Pressearbeit.

Das Finanzergebnis in Höhe von EUR 1,02 Mio. (Vorjahr: EUR 0,20 Mio.) resultiert aus Erträgen aus Beteiligungen in Höhe von EUR 0,42 Mio. (Vorjahr: EUR 0,58 Mio.), Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen von EUR 1,17 Mio. (Vorjahr: EUR 0,76 Mio.), Aufwendungen aus Verlustübernahme EUR 0,93 Mio. (Vorjahr: EUR 0,29 Mio.), sowie aus einem positiven Zinsergebnis in Höhe von EUR 0,36 Mio. (Vorjahr: EUR 0,33 Mio.). Ursächlich für das Beteiligungsergebnis sind die erzielten Gewinne der Tochtergesellschaften in den Geschäftsbereichen ITK, Erneuerbare Energien und SHK. Gegenüber dem Vorjahr sind die Aufwendungen aus der Verlustübernahme deutlich angestiegen. Dies resultiert insbesondere aus der Optimierung der Lager- und Logistikaktivitäten bei der Tochtergesellschaft im Geschäftsbereich SHK. Im Geschäftsjahr 2019 wurden außerdem außerplanmäßige Abschreibungen auf den Beteiligungsansatz von Tochtergesellschaften in Höhe von EUR 0,002 Mio. (Vorjahr: EUR 1,18 Mio.) vorgenommen.

Vor allem aufgrund der erzielten sonstigen betrieblichen Erträge aus der Veräußerung der Immobilien in Marburg und Montabaur fiel das Jahresergebnis mit EUR 3,50 Mio. (Vorjahr: EUR 0,01 Mio.) wesentlich besser aus als geplant. Auch im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Jahresergebnis der 3U HOLDING AG deutlich verbessert. Verstärkt hat sich diese Entwicklung durch die im Vorjahr vorgenommenen deutlich höheren Abschreibungen auf den Beteiligungsansatz bei Tochtergesellschaften.

Finanzlage

Zum Bilanzstichtag hat die 3U HOLDING AG ihren Tochtergesellschaften zum Auf-/Ausbau ihrer Geschäftstätigkeiten kurzfristige Darlehen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von EUR 31,56 Mio. (Vorjahr: EUR 27,77 Mio.) ausgereicht. Von diesen Darlehen sind zum 31. Dezember 2019 EUR 6,44 Mio. (Vorjahr: EUR 6,43 Mio.) wertberichtigt.

Die vorhandenen liquiden und liquiditätsnahen Mittel betrugen am 31. Dezember 2019 EUR 12,32 Mio. (Vorjahr: EUR 5,82 Mio.). Im Saldo ergab sich eine Erhöhung der liquiden und liquiditätsnahen Mittel in Höhe von EUR 6,50 Mio. Das Festgeldguthaben ist - wie im Vorjahr - mit EUR 1,50 Mio. als Sicherheit für eigene Kreditlinien verpfändet. Diese sind per 31. Dezember 2019 im Rahmen eines Avalkredits in Höhe von TEUR 570 (Vorjahr: TEUR 797) in Anspruch genommen.

Der Verkauf der Immobilien in Marburg und Montabaur hat wesentlich zur Verbesserung der Finanzlage beigetragen. Tilgungen von kurzfristigen Darlehen durch die Tochtergesellschaften weclapp SE (vormals: weclapp GmbH) und RISIMA Consulting GmbH wurden durch die Ausreichung von weiteren Darlehensbeträgen an die Tochtergesellschaften InnoHubs GmbH, PELIA Gebäudesysteme GmbH, 3U ENERGY AG, ClimaLevel Energiesysteme GmbH, samoba GmbH und 3U Euro Energy Systems GmbH überkompensiert.

Im Zusammenhang mit den Veräußerungen der Immobilien in Marburg und Montabaur sind die dafür bestehenden Darlehen vollständig getilgt worden. Die Darlehensstände betrugen zum 31. Dezember 2018 in Summe EUR 2,20 Mio.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der 3U HOLDING AG belief sich zum 31. Dezember 2019 auf EUR 58,95 Mio. (Vorjahr: EUR 56,39 Mio.) und hat sich damit um 4,5 % erhöht.

Wesentliche Ursache für diesen Anstieg ist die Veräußerung der Immobilien in Marburg und Montabaur sowie die Veräußerung von eigenen Anteilen und der damit verbundene Liquiditätszufluss. Dieser Liquiditätsaufbau führte zusammen mit den höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen trotz des mit EUR 6,29 Mio. (Vorjahr: EUR 13,90 Mio.) deutlich geringeren Sachanlagevermögens zu einem Anstieg der Bilanzsumme.

Die Finanzanlagen haben sich mit EUR 11,53 Mio. (Vorjahr: EUR 11,28 Mio.) gegenüber dem Vorjahr durch die Zuschreibungen auf den Beteiligungsansatz bei Tochtergesellschaften sowie die Gründung der Tochtergesellschaft InnoHubs GmbH und dem Erwerb der weclapp SE (vormals: Atrium 141. Europäische VV SE) leicht erhöht. Der Anteil an der Bilanzsumme ist mit 19,6 % (Vorjahr: 20,0 %) nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Das Umlaufvermögen inklusive aktiver Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 41,09 Mio. (Vorjahr: EUR 31,15 Mio.) lag bei 69,7 % (Vorjahr: 55,2 %) der Bilanzsumme. Wesentlicher Bestandteil dieses Postens waren die konzerninternen kurzfristigen Ausleihungen mit einem Buchwert in Höhe von EUR 25,12 Mio. (Vorjahr: EUR 21,34 Mio.). Zu dieser Veränderung hat insbesondere die Aufnahme von Darlehen durch Tochtergesellschaften zur Finanzierung des Erwerbs von Windparkbeteiligungen und Immobilien beigetragen. Die vorhandenen liquiden und liquiditätsnahen Mittel sind um EUR 6,50 Mio. auf EUR 12,32 Mio. (Vorjahr: EUR 5,82 Mio.) gestiegen.

Das Eigenkapital betrug EUR 50,37 Mio. (Vorjahr: EUR 46,20 Mio.) und hat sich durch das positive Jahresergebnis in Höhe von EUR 3,50 Mio. und den Verkauf eigener Anteile in Höhe von EUR 1,67 Mio. erhöht. Gegenläufig hat sich lediglich die in 2019 erfolgte Dividendenzahlung in Höhe von EUR 0,99 Mio. ausgewirkt. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2019 damit 85,4% (Vorjahr: 81,9 %).

Innerhalb der Verbindlichkeiten wurden die Bankverbindlichkeiten aufgrund der Darlehenstilgungen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Immobilien vollständig abgebaut (Vorjahr: EUR 2,20 Mio.).

Gesamtaussage

Die Vermögens- und Finanzlage war zum 31. Dezember 2019 weiterhin zufriedenstellend und konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. Der Vorstand ist grundsätzlich auch mit der Entwicklung der Ertragslage zufrieden. Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2019 fiel insbesondere durch die Veräußerung der Immobilien in Marburg und Montabaur wesentlich besser aus als geplant. Das Finanzergebnis ist jedoch durch die Übernahme von Verlusten von Tochtergesellschaften unter den Erwartungen geblieben. Die 3U HOLDING AG war jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und dies ist auch für 2020 gewährleistet. Die Vermögenslage ist insbesondere aufgrund der weiterhin sehr guten Eigenkapitalquote nach wie vor als zufriedenstellend zu bezeichnen.

Nachtragsbericht

Am 11. März 2020 hat die 3U HOLDING AG ein 24.000 qm großes Grundstück zur Errichtung eines neuen Distributionszentrums im Industriepark A61 in Koblenz erworben. Der Grundstückskaufpreis beläuft sich auf rund EUR 1 Mio. Die Investitionssumme für Grundstück und Gebäude insgesamt wird voraussichtlich rund EUR 11 Mio. betragen. Es ist beabsichtigt, die Investition im Wesentlichen über ein langfristiges Darlehen zu finanzieren.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Vergleich der prognostizierten und der tatsächlichen Geschäftsergebnisse im Geschäftsjahr 2019

Im Februar 2019 hatte der Vorstand für das Geschäftsjahr 2019 die folgende Prognose abgegeben: Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet der Vorstand mit einer deutlichen Umsatzsteigerung. 2019 sollen Umsatzerlöse im Bereich zwischen EUR 51,0 Mio. und EUR 55,0 Mio. erzielt werden. Es wird ein EBITDA zwischen EUR 7,0 Mio. und EUR 9,0 Mio. erwartet. Das Konzernergebnis wird aufgrund höherer Abschreibungen und höheren Steueraufwands nach derzeitiger Planung erneut zwischen EUR 1,0 Mio. und EUR 2,0 Mio. liegen.

Diese Prognose wurde im August 2019, nach der erfolgreichen Veräußerung einer Liegenschaft in Marburg, wie folgt angehoben: Unverändert erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz von EUR 51 Mio. bis EUR 55 Mio. Beim EBITDA rechnet er mit einem Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern von zwischen EUR 10 Mio. und EUR 12 Mio. (bisherige Prognose: EBITDA zwischen EUR 7 Mio. und EUR 9 Mio.; Ist 2018: EUR 6,7 Mio.). Das führt zu einem Konzernergebnis von voraussichtlich zwischen EUR 4 Mio. und EUR 5 Mio. (bisherige Prognose: Konzernergebnis zwischen EUR 1 Mio. und EUR 2 Mio.; Ist 2018: EUR 1,9 Mio.).

Das tatsächliche Geschäftsergebnis stimmt mit der revidierten Prognose überein. Die Jahresziele entsprechend der revidierten Prognose wurden vollumfänglich erreicht.

Anzumerken ist, dass das ursprünglich prognostizierte Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) ohne den Verkauf der Liegenschaft in Marburg und den des Distributionszentrums in Montabaur verfehlt worden wäre. Dies liegt überwiegend an Aufwendungen für die Erweiterung und Optimierung der Supply Chain im Segment SHK, die höher ausfielen als ursprünglich geplant.

Konjunkturausblick

Laut ihrem Jahreswirtschaftsbericht erwartet die Bundesregierung, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres 2020 zu erholen beginnt. Konkret prognostiziert sie eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,1 %. Die konjunkturelle Dynamik bleibt demzufolge zum Jahresauftakt noch verhalten. Im weiteren Verlauf dürfte die Wirtschaft wieder leicht an Fahrt aufnehmen. Grundsätzlich geht die Regierung von einer weiter zweigeteilten Entwicklung der Wirtschaft aus: Einer robusten Binnenwirtschaft - gestützt durch steigende Einkommen, steuerliche Entlastungen und dynamische Staatsausgaben - stehe die konjunkturelle Schwäche der exportorientierten Industrie gegenüber. Im Laufe des Jahres soll sich aber auch die Produktion der Industrie wieder langsam erholen. Der Gegenwind aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld werde im Zuge der Erholung des Welthandels abflauen. Im Jahresverlauf werde sich die konjunkturelle Dynamik der deutschen Volkswirtschaft spürbar erhöhen. Dies würde für die Unternehmen der 3U Gruppe ein positives Geschäftsumfeld mit sich bringen.

Die Bundesregierung sieht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht keinen wesentlichen Einfluss des Austritts Großbritanniens auf die Konjunktur in Deutschland. Im Gegenteil trügen die aktuellen Beschlüsse der britischen Regierung zu mehr Planungssicherheit bei.

Ob die Ausbreitung des Coronavirus nachhaltige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des 3U Konzerns haben kann und welche dies sein könnten, das kann nach derzeitigem Kenntnisstand nicht verlässlich abgeschätzt werden. Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen im Risikobericht.

Strategische Ausrichtung

Die Voraussetzungen dafür, dieses Umfeld auch erfolgreich zu nutzen, sieht der Vorstand der 3U HOLDING AG als gut an. Durch den in den letzten Jahren betriebenen Ausbau erfolgreicher neuer Geschäftsbereiche verfügt der 3U Konzern heute über profitable Geschäftsmodelle in seinen drei Segmenten. Für den Konzern steht die nachhaltige operative Profitabilität in den einzelnen Segmenten sowie die Wertsteigerung im Bestand befindlicher oder neu erworbener Vermögensgegenstände im Vordergrund. In den letzten Jahren hat 3U sich kontinuierlich verbessert und auch im Jahr 2019 große Fortschritte erzielt.

Der Vorstand geht daher davon aus, dass die Geschäftsbereiche der 3U Gruppe für die Erfüllung der Prognose gut gerüstet sind. Unverändert sind sie in Megatrends aktiv, die ihnen gute Erfolgsvoraussetzungen bieten. Das Management in den kundenbezogen arbeitenden Segmenten ITK und SHK sorgt dafür, dass Produkte und Dienstleistungen die jeweilige Marktnachfrage treffen. Für die laufende Optimierung von Sortiment und Angebot wird Kundenfeedback eingeholt und genutzt.

Effizienzsteigerung und Margenverbesserung bleiben zentrale Aufgaben des Managements auf allen Führungsebenen. Optimierungspotenziale sind identifiziert und werden konsequent genutzt. Die beschriebene Ausgangslage und die initiierten Vorhaben stimmen den Vorstand der 3U HOLDING AG zuversichtlich, die folgend formulierten Ziele zu erreichen.

Ziel aller Aktivitäten ist es, den Wert des 3U Konzerns für die Aktionäre, aber auch für die Beschäftigten und andere Stakeholder nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Anstrengungen kann sich in einem positiven Kursverlauf der 3U-Aktie manifestieren.

Im Segment ITK werden wir im Jahr 2020 wieder ein leichtes Umsatzwachstum ausweisen können.

Mit dem 2019 aufgebauten Next Generation Network verfügen unsere Telekommunikationsaktivitäten über eine hervorragende technische Grundlage, um auf einem nicht mehr wachsenden Markt durch Leistungsfähigkeit und neue Service-Angebote den Umsatz gegenüber den Rückgängen der vergangenen Jahre wieder zu stabilisieren und die Ertragskraft zu steigern. Dabei werden die erwarteten Rückgänge im Geschäftsbereich Voice Retail durch die absehbare Stabilisierung in den übrigen Telefoniebereichen und das geplante starke Wachstum im Cloud Computing überkompensiert.

Die ambitionierte Planung im Geschäftsbereich Cloud Computing basiert auf der erfolgreichen Fortführung der eingeschlagenen Strategie: kontinuierliches Online-Marketing und dessen aktive Implementierung auf außerdeutschen Märkten, konsequenter Ausbau des Partnervertriebs in Deutschland und tendenziell international, kundenorientierte Weiterentwicklung und Ausbau der weclapp-Plattform und Ergänzung des Angebots durch Elemente Künstlicher Intelligenz.

Im Segment ITK wird der wieder höhere Anteil margenstärkeren Geschäfts erneut zu einem deutlichen Anstieg des EBITDA bei leicht höherem Segmentergebnis führen.

Unsere Strategie im Segment Erneuerbare Energien beruht für die Dauer des Moratoriums in Brandenburg einstweilen auf dem erfolgreichen Betrieb der Bestandswindkraftanlagen, dem behutsamen Ausbau unseres Portfolios an Anlagen im Bestand sowie gegebenenfalls der Veräußerung von Windparks. Die Entwicklung in Brandenburg verfolgen wir aufmerksam und werden die Projektentwicklung in sinnvoller Weise fortführen.

Umsatz und Erträge mit Bestandsanlagen hängen neben der technischen Verfügbarkeit im Wesentlichen von der Witterung ab. Abweichungen des Windertragsindexes vom langjährigen Mittel sind dabei normal, aber nicht kalkulierbar. Die Planung für das Geschäftsjahr 2020 basiert auf der Annahme konstanter Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. 3U strebt an, eine seit längerem betriebene Erweiterung des Portfolios an Windenergieanlagen abzuschließen. Neue Möglichkeiten zur Veräußerung des Windparks Lüdersdorf werden eruiert.

Grundsätzlich planen wir im Segment Erneuerbare Energien einen deutlichen Anstieg bei Umsatz, EBITDA und Ergebnis.

Im Segment SHK planen wir ein starkes organisches Umsatzwachstum. Das Geschäft im Onlinehandel, das auch im Geschäftsjahr 2020 der wesentliche Wachstumstreiber sein soll, ist durch harten Wettbewerb gekennzeichnet. Zur Erreichung der Planungsvorgaben ist es eine ständige Aufgabe, den Preisdruck am Markt durch vorteilhafte Einkaufskonditionen mindestens zu kompensieren. Das geplante organische Wachstum des Onlinehandels hängt von der weiteren Umsetzung und dem Ausbau des erfolgreichen Online-Marketings ab.

Es wird mit weiter erhöhten Aufwendungen aufgrund der laufenden Optimierung und Erweiterung der Supply Chain gerechnet. Die bewährten Lieferantenbeziehungen, der Einsatz von Eigenmarken und Volumenvorteile können dazu beitragen, trotz des starken Wettbewerbsdrucks die Ertragskraft zu stärken. Insgesamt wird ein ausgeglichenes EBITDA und ein erneut negatives Ergebnis geplant.

Das starke organische Wachstum der Geschäftsbereiche Cloud Computing und Onlinehandel kann durch strategische Unternehmenszukäufe zusätzlich verstärkt werden. Auf diesem Wege lassen sich der jeweilige Kreis an Kunden und Geschäftspartnern oder auch das Leistungsangebot deutlich erweitern. Der Vorstand wird solche Möglichkeiten aktiv wahrnehmen, soweit der Erwerb wirtschaftlich vorteilhaft ist. Zur Finanzierung eines beschleunigten Wachstums wird auch die Option möglicher Börsengänge der Tochtergesellschaften weiter intensiv geprüft.

Ausblick 3U HOLDING AG

Das Ergebnis der 3U HOLDING AG als operative Management- und Beteiligungsholding wird maßgeblich durch die Verwaltungskosten und das Finanzergebnis beeinflusst. Die Verwaltungskosten der 3U HOLDING AG sollen im Geschäftsjahr 2020 leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen, jedoch gemessen am Konzernumsatzwachstum unterproportional ansteigen. Das Finanzergebnis ist neben anfallenden Zinsaufwendungen stark abhängig von den Erträgen aus Ausschüttungen und aus Gewinnabführungsverträgen beziehungsweise Aufwendungen aus Verlustübernahmen. Insbesondere Wertansätze von Beteiligungen und Wertberichtigungen auf Ausleihungen an Tochtergesellschaften können erheblichen Einfluss auf das Jahresergebnis 2020 haben. Insgesamt wird beim Finanzergebnis von einer Steigerung gegenüber dem des Jahres 2019 ausgegangen. Im Geschäftsjahr 2019 war das Ergebnis der 3U HOLDING AG von dem Gewinn aus der Veräußerung des Distributionszentrums in Montabaur und des Firmengeländes in Marburg geprägt und fiel deutlich besser aus als geplant. Obwohl Erträge aus der Veräußerung von Vermögenswerten in die Planung eingeflossen sind, werden vergleichbare Erträge wie 2019 im Geschäftsjahr 2020 nicht erwartet. Der Vorstand erwartet daher ein deutlich negatives Ergebnis der 3U HOLDING AG im Jahr 2020.

Prognose

Der Vorstand erwartet vor diesem Hintergrund für das Geschäftsjahr 2020 weiteres deutliches Wachstum des Konzernumsatzes. 2020 sollen Umsatzerlöse im Bereich zwischen EUR 58 Mio. und EUR 63 Mio. erzielt werden. Außerdem sind Erträge im unteren einstelligen Millionenbereich aus der Veräußerung von Vermögenswerten in die Planung eingeflossen. Beim EBITDA rechnet er mit einem Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern von erneut zwischen EUR 10 Mio. und EUR 12 Mio. Das führt zu einem Konzernergebnis von voraussichtlich zwischen EUR 2 Mio. und EUR 3 Mio.

Die tatsächlichen Geschäftsergebnisse können aufgrund von Akquisitionen von Unternehmen im Umfeld des Cloud Computing oder durch Veräußerung von operativen Einheiten des Konzerns höher oder niedriger ausfallen als hier prognostiziert. Sich hieraus ergebende Effekte sind jedoch nur begrenzt planbar.

Die Veräußerungen von Vermögensgegenständen im Geschäftsjahr 2019 standen aus Sicht der 3U HOLDING AG im Kontext ihrer Wachstumsstrategie und der damit verbundenen Finanzierungskonzeption. Die erlösten Mittel sollen weit überwiegend für mögliche Akquisitionen im Umfeld des Cloud Computing verwendet werden und könnten damit die Vorbereitung eines möglichen Börsengangs der weclapp SE unterstützen. Aber auch darüber hinaus bleibt der 3U Konzern seiner Strategie treu, erfolgreiche Geschäftsteile langfristig auszubauen, und sie bei entsprechender Nachfrage zu attraktiven Konditionen zu veräußern.

Im Einklang mit der Konzernstrategie arbeitet der Vorstand an einer Reihe von Investitionsvorhaben. Neben dem Zukauf von Unternehmen oder Kundenstämmen im Umfeld des Cloud Computing betrifft dies Bauvorhaben für die Optimierung und Erweiterung der Supply Chain im Segment SHK und für den Innovation Hub in Würzburg sowie den Abschluss des Erwerbs eines Bestandswindparks.

Gleichzeitig jedoch unterliegt die Geschäftstätigkeit der 3U Gruppe einer Reihe von Risiken, deren Eintreten dazu führen kann, dass die Prognose verfehlt wird. Es bieten sich jedoch auch Chancen. Wenn diese erfolgreich ergriffen werden können, dann kann die Prognose gegebenenfalls auch übertroffen werden.

Chancenbericht

Wie auch Risiken werden Chancen im 3U Konzern systematisch identifiziert und ausgewertet. Potenzielle Chancen werden im Rahmen der Risikoinventuren der einzelnen Gesellschaften erörtert und dokumentiert. Die weitergehende Analyse und Beurteilung von Chancen sowie mögliche Maßnahmen obliegen dem Vorstand und der Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaften im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie.

Da Chancen auch immer mit Risiken einhergehen, ist es sinnvoll, Risiken und Chancen, wo möglich, immer gemeinsam zu betrachten, um unter einer umfassenden Kenntnis der Risiken und Risikozusammenhänge potenzielle Gewinnchancen bewusst und kontrolliert nutzen zu können. Im Folgenden sind die wesentlichen Chancen, die innerhalb der einzelnen Segmente identifiziert wurden, dargestellt.

Segment ITK

Wenngleich davon ausgegangen werden muss, dass die Umsätze im klassischen Voice-Retail-Bereich auch langfristig weiter sinken werden, bergen neue Produkte im Bereich Data Center Services & Operation profitable Chancen für das Segment ITK.

Im Bereich Voice Business führt das Next Generation Network als hochaktuelle und leistungsfähige Technologieplattform zur Kostensenkung bei gleichzeitiger Flexibilitätssteigerung. Damit besteht die Chance, in größerem Umfang als geplant zusätzliche Kunden zu gewinnen und auch die Deckungsbeiträge in diesem Bereich weiter zu steigern.

Der Bereich Cloud Computing wächst weiter stark im Inland. Die Gewinnung von Neukunden erfolgt einerseits mittels erfolgreichem Online-Marketing und andererseits in zunehmendem Maße durch ein wachsendes Netzwerk von Vertriebspartnerschaften. Wenn es im Online-Marketing gelingt, die Konvertierungsrate registrierter Besucher zu zahlenden Kunden zu erhöhen, und die Kundenbetreuung Bestandskunden zum Aufstocken der Zahl ihrer Lizenzen über die derzeitige Planung hinaus bewegen kann, dann ergibt sich hieraus zusätzliches Umsatz- und Ertragspotenzial. Die Expansion in andere Länder mit Hilfe von Online-Marketing, Vertriebs- und Finanzpartnern ist Gegenstand der Strategie ab dem Geschäftsjahr 2020. Diese Expansion könnte dank der Wettbewerbsvorteile der weclapp-Plattform schneller vorankommen als geplant. Die Einstellung von qualifiziertem und kundenorientiertem Personal kann zudem die Leistungsfähigkeit von Organisation und Software schneller verbessern als erwartet. Dem stünde gegebenenfalls ein höher als geplant ausfallender Personalaufwand entgegen. Bekanntlich sieht die Konzernstrategie auch die Akquisition von Wettbewerbern oder Kundenstämmen vor. Eine erfolgreiche Umsetzung dieses Strategieelements kann ebenfalls eine überplanmäßige Steigerung von Umsatz und Ertrag mit sich bringen.

Segment Erneuerbare Energien

Die aktuellen Diskussionen über die mittel- und langfristige Energieversorgung sowie die Abkehr von konventionellen Energieträgern stärken die Nachfrage nach Erneuerbaren Energien.

Der 3U Konzern ist mit seinem Portfolio von neuen und älteren Bestandswindparks, dem Solarpark Adelebsen sowie einer großen Anzahl von potenziellen Projekten schon jetzt gut aufgestellt. In die Planung eingegangen sind der Zukauf eines neuen sowie die Veräußerung eines vorhandenen Bestandswindparks. Der eventuelle Zukauf weiterer Windkraftanlagen könnte für zusätzliche künftige Erlöse und Erträge sorgen. Der Verkauf weiterer Gegenstände des Segmentvermögens könnte zu einem einmaligen Mittelzufluss bei Einbuße der daraus zu erwartenden künftigen Beiträge führen. Mit der Fortführung der Projektentwicklung könnte die 3U HOLDING AG künftig verschiedene Verkaufsmöglichkeiten von Windparkprojekten, auch in frühen Phasen, nutzen; sie hält sich aber auch die Option offen, fertiggestellte Windkraftanlagen selbst im Rahmen ihres Engagements im Bereich Erneuerbare Energien zu betreiben und somit zusätzlichen Cashflow zu generieren.

Segment SHK

Die Erweiterung des Produktportfolios, etwa um Wasseraufbereitung, Pumpen, dezentrale Lüftungsgeräte und Rohrinstallationssysteme sowie das Fußbodenheizung-Trockenestrichsystem hat zum Wachstum des Geschäfts im Onlinehandel in den vergangenen Jahren beigetragen und wird dies auch weiter tun. Über die Planung hinaus bieten sich Ertragschancen durch die Einführung neuer Produktgruppen sowie den verstärkten Einsatz von Eigenmarken im Sortiment. Die weiter verbesserte Kundenorientierung kann auch die Zahl der Kunden, die mehrfach kaufen, überplanmäßig erhöhen. Erhebliche Chancen ergeben sich aus der Erweiterung und Optimierung der Supply Chain. Ein frühzeitiger Abschluss dieses Projekts sowie höher als geplant zu realisierende Einsparpotenziale eröffnen künftig zusätzliche Ertragschancen.

Angesichts des Preisdrucks gewinnt der Einkauf zusätzlich an Bedeutung. Durch die einheitliche Steuerung des Einkaufs für die Gesellschaften im Segment SHK können wir ein höheres Einkaufsvolumen generieren, als dies den Einzelgesellschaften möglich wäre. Günstigere Einkaufskonditionen können möglicher weise an die Kunden weitergegeben und zu überdurchschnittlichen Marktanteilsgewinnen führen.

Risikobericht

Risikomanagementsystem der 3U HOLDING AG

Unternehmerisches Handeln ist stets mit Risiken verbunden. Ein bewusstes Eingehen von Risiken zugunsten des unternehmerischen Erfolgs ist unumgänglich und sinnvoll. Der 3U Konzern setzt sich mit allen Risiken und Chancen systematisch auseinander und verfolgt dabei einerseits das Ziel, kontrolliert und bewusst Risiken zu erkennen und zu steuern, und andererseits die sich bietenden Chancen zu nutzen. Die Risikopolitik des 3U Konzerns legt daher das gewünschte Verhältnis zwischen Risiken und Chancen fest und verknüpft diese eng mit den strategischen Unternehmenszielen.

Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements werden regelmäßig durch Risikoeigner und Risikomanager einzelne Risiken betrachtet, bewertet und berichtet. Chancen hingegen werden insbesondere während der Risikoinventuren der einzelnen Gesellschaften identifiziert und dokumentiert. Im Rahmen der jährlichen Mittelfristplanung erfolgen außerdem umfassende Analysen und Auswertungen zu Risiken und Chancen durch die einzelnen Geschäftsführungen und den Vorstand. Das gesamte Risikomanagement mit seinen Prozessen, Dokumentationen und Berichten dient somit der Absicherung der strategischen Unternehmensziele und der Stärkung des Unternehmenserfolgs.

Um eine optimale Unternehmens- und Risikosteuerung zu erzielen, verfügt der Vorstand über ein konzernadäquates Risikomanagementsystem, welches auch den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen entspricht. Dieses konzernweite Risikomanagementsystem umfasst alle Risiken nicht nur der Muttergesellschaft, sondern auch aller Tochtergesellschaften.

Das Risikomanagementsystem passt sich permanent an die sich ändernden Rahmenbedingungen an und unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, um sicherzustellen, dass neben den internen Veränderungen auch externe Faktoren berücksichtigt werden, wie zum Beispiel Gesetzesänderungen oder Marktveränderungen. Darüber hinaus werden auch Methoden, Definitionen und Abläufe betrachtet und bei Bedarf an aktuelle Bedingungen angepasst.

Im Hinblick auf eine optimale Berichterstattung werden im Risikomanagementsystem der 3U HOLDING AG die wesentlichen Risiken von allen Tochtergesellschaften methodisch einheitlich reportet. Zusätzlich werden in den einzelnen Gesellschaften vorhandene spezifische Risiken von diesen bewertet und berichtet.

Das Risikomanagementsystem der 3U HOLDING AG entspricht den gesetzlichen Anforderungen.

Der 3U Konzern hat im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses die Themen Compliance, Rechnungslegungsprozess, IKS und Risikomanagement als eine Gesamtheit von einzelnen Systemen miteinander verbunden. Dabei orientiert sich der 3U Konzern an dem international anerkannten Standard COSO ERM, soweit die Unternehmensführung die dort beschriebene Vorgehensweise für angemessen hält. Vorstand und Aufsichtsrat des 3U Konzerns verdeutlichen damit die Bedeutung der Corporate Governance, die für eine verantwortungsbewusste und auf langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtete Führung und Kontrolle des Unternehmens steht.

Risikomanagementstrategie

Abgeleitet aus den Unternehmenszielen legt der Vorstand die Risikostrategie fest, in der die grundlegenden Rahmenbedingungen für das Risikomanagementsystem vorgegeben werden. Darauf basierend werden strategische und operative Maßnahmen zur Zielerreichung erarbeitet, abgeleitet und umgesetzt. Dabei geht es nicht darum, sämtliche potenziellen Risiken generell und umfassend zu verhindern, sondern Handlungsspielräume auszuloten und zu ergreifen. Festlegung und Umsetzung der Strategie erfolgen stets auf Grundlage umfassender Kenntnisse der Zusammenhänge der einzelnen Risiken untereinander sowie der diesen gegenüberstehenden Chancen.

Verantwortungs- und Reportingkonzept

Das schon seit geraumer Zeit vom Vorstand der 3U HOLDING AG für den gesamten Konzern eingeführte Risikomanagementsystem hat sich als effizient und zielgerichtet bewährt. Alle Mitarbeiter des Konzerns sind angehalten, sich im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben und Verantwortungen risikobewusst zu verhalten. Unmittelbar verantwortlich für die Früherkennung und Steuerung von Risiken sind die jeweiligen operativen Risikoverantwortlichen sowie die gegebenenfalls benannten Risikoeigner. Regelmäßige Informationen und aktualisierte Dokumentationen tragen dazu bei, dass sich alle Mitarbeiter der Vorgaben und der Systematik des Risikomanagements bewusst sind.

Mit Unterstützung einer professionellen Risikomanagementsoftware werden die Prozess- und Arbeitsabläufe im Risikomanagement innerhalb des Konzerns im Hinblick auf Effektivität und Effizienz des Systems dokumentiert und weiter verbessert. Die Software unterstützt sowohl die Risikoverantwortlichen als auch den Risikomanager in der Bewertung und Steuerung der Risiken für alle Konzerngesellschaften.

Die Gesamtverantwortung für die Funktionsfähigkeit und Effektivität des Risikomanagementsystems obliegt dem Vorstand der 3U HOLDING AG. Die Mitglieder des Vorstands sind als Risikoeigner selbst aktive Nutzer der konzernweiten Risikomanagementsoftware R2C und sind somit jederzeit über aktuelle Veränderungen informiert. Darüber hinaus wird regelmäßig durch den Risikomanager im Rahmen des standardisierten Reportings über die aktuelle Risikosituation und deren mögliche zukünftige Entwicklung informiert. Neben dem Vorstand erhält auch der Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG unmittelbar durch den Risikomanager des Konzerns dieses standardisierte Reporting. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind verpflichtet, sich über einen Zugriff auf die Risikomanagementsoftware fortlaufend über die Risikolage in ihren Gesellschaften zu informieren. Durch den Einsatz der Risikomanagementsoftware besteht ein hoher Detaillierungsgrad in der Berichterstattung. Der Vorstand entscheidet nach Rücksprache mit dem Risikomanager und gegebenenfalls den Risikoverantwortlichen über die Vorlagen aus dem Risikomanagement und veranlasst erforderliche Maßnahmen, basierend auf aktuellen Risikoannahmen. Darüber hinaus informiert er regelmäßig den Aufsichtsrat über diese Risikoentwicklung und die veranlassten Maßnahmen.

Über die Effizienz und Effektivität der Prozesse im Risikomanagementsystem sowie die Einhaltung der Regelungen und Richtlinien wird der Aufsichtsrat mindestens einmal jährlich durch den Risikomanager unterrichtet. Dabei wird auch über die weiteren Themen Rechnungslegungsprozess, IKS und Compliancemanagement berichtet, so dass der Aufsichtsrat dadurch die Überwachungspflichten gemäß § 107 Abs. 3 S. 2 AktG systematisch erfüllen kann.

Methodik des Risikomanagementsystems

In dem Risikomanagementsystem des Konzerns der 3U HOLDING AG werden in regelmäßigen Gesprächen und Risikoinventuren bis hinunter auf Abteilungsebene und operative Arbeitsprozesse der einzelnen Tochterunternehmen die Chancen und Risiken des 3U Konzerns erfasst, um entwicklungsbeeinträchtigende und bestandsgefährdende Entwicklungen so früh wie möglich zu identifizieren und aussichtsreiche Entwicklungen zu erkennen und möglichst zu nutzen. Werden akute Risiken erkannt, werden diese ebenfalls in das System integriert und zum nächstmöglichen Berichtszeitpunkt berichtet. Die dabei identifizierten Risiken und Chancen werden nach möglichen Schadenshöhen/Ergebniserwartungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet.

Für die akuten oder im Rahmen einer Risikoinventur identifizierten Risiken werden Indikatoren mit Messwerten und zugehörigen Schwellenwerten festgelegt, die geeignet sind, eine Überwachung und Bewertung der Risiken zu ermöglichen. Die ständige Beobachtung und Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt durch die dezentralen Risikoverantwortlichen und den zentralen Risikomanager anhand operativer und finanzieller Kennzahlen und bildet die Grundlage des regelmäßigen Reportings.

Festlegung des Risikoverständnisses

Das Risiko ist die Möglichkeit einer negativen Abweichung des tatsächlichen Ergebnisses vom erwarteten Ergebnis (Unternehmensziel). Hierbei besteht die Gefahr, dass unerwünschte Ereignisse eintreten (Vermögensverlust beziehungsweise Ertragsminderung) oder die Gefahr, dass erwünschte Ereignisse nicht eintreten (verpasste Chancen).

Abgrenzung der Begriffe Brutto- und Nettorisiko

Die Bewertung der identifizierten Risiken im Rahmen der Risikoinventuren erfolgt über die Methodik der sogenannten Brutto- und Nettorisiken. Bei der Bestimmung der Bruttorisiken werden die kompensierenden Kontrollen der Risikobegrenzung und -steuerung zunächst nicht berücksichtigt. Als kompensierende Kontrollen sind Maßnahmen definiert, die geeignet sind, ein Risiko zu vermeiden, zu vermindern oder zu verlagern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Risiken auf einem vertretbaren Niveau zu akzeptieren, sofern eine weitere Reduktion nicht wirtschaftlich ist.

Eine Betrachtung der Bruttorisiken ist unverzichtbar, weil bei einer reinen Nettobetrachtung die Gefahr besteht, dass aktuell gut kontrollierte, jedoch grundsätzlich bestandsgefährdende Risiken nicht fortlaufend und zeitnah überwacht werden. Dies könnte dazu führen, dass Veränderungen in den Prozessen und daraus eventuell resultierende zusätzliche Risiken nicht rechtzeitig erkannt werden.

Zur Bewertung der Nettorisiken werden die bestehenden kompensierenden Maßnahmen in der Risikobetrachtung berücksichtigt. Sie dienen als Basis für das operative Risikomanagement.

Die Risikobewertungen sowohl der Brutto- als auch der Nettorisiken in den Kategorien Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit werden mit Hilfe von Kennzahlen durchgeführt.

Für die Eintrittswahrscheinlichkeit sind folgende Kennzahlen vergeben:

(1) Unwahrscheinlich Geringer als 5%
(2) Gering Mindestens 5% und kleiner 35%
(3) Mittel Mindestens 35% und kleiner 65%
(4) Hoch Mindestens 65% und kleiner 95%
(5) Fast sicher Mindestens 95% bis 100%

Die Schadenshöhen werden auf Einzelgesellschaftsebene für jede Gesellschaft individuell festgelegt. Einzelne Risiken werden auf Konzernebene aggregiert und gemäß einem Bewertungsschema kategorisiert.

Die Schadenshöhen der Risiken im Konzern orientieren sich am gezeichneten Kapital der 3U HOLDING AG. Die Kennzahlen werden unterschiedlichen Schadenshöhen (Auswirkungen/Schaden) zugeordnet:

(1) Unbedeutend das gezeichnete Kapital wird weniger als 5% beziehungsweise EUR 1,76 Mio. verbraucht
(2) Gering das gezeichnete Kapital wird zu mindestens 5% und weniger 10% beziehungsweise EUR 1,76 Mio. und EUR 3,52 Mio. verbraucht
(3) Spürbar das gezeichnete Kapital wird zu mindestens 10% und weniger 25% beziehungsweise EUR 3,52 Mio. und EUR 8,8 Mio. verbraucht
(4) Hoch (Kritisch) das gezeichnete Kapital wird zu mindestens 25% und weniger 50 % beziehungsweise EUR 8,8 Mio. und EUR 17,6 Mio. verbraucht
(5) Katastrophal (Existentiell) das gezeichnete Kapital wird zu mindestens 50 % beziehungsweise EUR 17,6 Mio. oder mehr verbraucht

Im Anschluss an die Risikoinventuren werden die ermittelten Kennzahlen in die Risikomanagementsoftware R2C übertragen. Im Rahmen des regelmäßigen Reportings werden die Kennzahlen und die Klassen anhand der quantitativen Bewertung in Schadenshöhe in Euro und Eintrittswahrscheinlichkeit in Prozent dargestellt. Aus der Multiplikation dieser beiden Größen ergibt sich dann ein Erwartungswert in Euro. Dieser dient zur Einteilung in vier Risikoklassen.

Die Risikoklasse 1 ist dabei die höchste Kategorie und die darin befindlichen Risiken sind möglicherweise kritisch für den 3U Konzern.

Alle identifizierten Risiken werden über Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe gesteuert. Dabei unterscheiden sich die eingesetzten Maßnahmen in ihrem Umfang abhängig von Art und Klassifizierung des jeweiligen Risikos.

Im Einzelfall kann der Vorstand ein Risiko aus der Steuerung herausnehmen, wenn im Rahmen des monatlichen Reportings über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten die Bewertung in der niedrigsten Risikoklasse 4 liegt.

Im Folgenden werden ausgewählte wesentliche Bruttorisiken der Gesellschaft in ihrer Netto-Betrachtung nach qualitativen Kriterien aufgeführt. Wie im vorangehenden Schaubild dargestellt, ergeben sich aus den einzelnen Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen die Erwartungswerte, die den einzelnen Risikoklassen von 1 bis 4 zugeordnet werden. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Risikoklasse im Vergleich zum Vorjahr an, ein steigender Pfeil meint dabei den Wechsel in eine risikoärmere Klasse.

Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenshöhe Erwartungswert Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Operative Risiken
Segment ITK Gering Gering 4
Segment Erneuerbare Energien Mittel Unbedeutend 4
Segment SHK Gering Unbedeutend 4
Strategische Risiken
Segment ITK Gering Spürbar 3
Segment Erneuerbare Energien Gering Spürbar 3
Segment SHK Gering Gering 4
Regulatorische Risiken
Segment ITK Gering Unbedeutend 4
Segment Erneuerbare Energien Mittel Unbedeutend 4
Segment SHK Mittel Unbedeutend 4
Finanzielle Risiken
Segment ITK Mittel Gering 3
Segment Erneuerbare Energien Gering Gering 4
Segment SHK Gering Unbedeutend 4
→ Unverändert ↓ Gesunken ↑ Gestiegen

Risiken

Die wesentlichen aktuellen und zukünftigen Risiken im Konzern

Aus der Gesamtheit der für den Konzern identifizierten Risiken werden nachfolgend die wesentlichen Risiken in den einzelnen Segmenten genannt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Einzelgesellschaften und aggregiert die des 3U Konzerns bei einem potenziellen Eintritt wesentlich beeinflussen könnten.

Die Risiken in den Segmenten ITK und Erneuerbare Energien waren auch im Berichtsjahr 2019 diejenigen Risiken mit dem höchsten Risikopotenzial in Bezug auf Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dies liegt daran, dass die Erwartungswerte im Hinblick auf die Schadenshöhen bei Eintritt eines Risikos in diesen beiden Segmenten deutlich über den Erwartungswerten der Schadenshöhe bei Eintritt eines Risikos im Segment SHK oder anderer Risiken, die mittelbar oder unmittelbar auf den 3U Konzern wirken, lagen. In den Risikoinventuren der im Konzern befindlichen Gesellschaften wurden überwiegend die Risiken aus den zurück liegenden Risikoinventuren bestätigt, lediglich die Ausprägung in Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit variiert. Die Variierung berücksichtigt dabei die geänderten Markt- beziehungsweise operativen Bedingungen. Aber auch neue Risiken und Risikoszenarien wurden identifiziert und bewertet, andere wurden zum Beispiel aufgrund von Projektbeendigungen gelöscht.

Werden durch Investitionen neue Gesellschaften in den 3U Konzern integriert, werden diese schnellstmöglich einer Risikoinventur unterzogen, um gesellschaftsspezifische Risiken zu identifizieren und zu bewerten. Diese Gesellschaften und Ihre Risiken werden dadurch automatisch Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems.

Risikobewertung angesichts der derzeitigen Virusepidemie und der gesundheitspolitisch gebotenen Maßnahmen

Seit Eintreten der Krise beobachtet der Vorstand die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung sehr genau und bewertet die sich daraus ergebenden Risiken regelmäßig. Frühzeitig hat der Vorstand Vorsichtsmaßnahmen an den Standorten und in den Gesellschaften eingeleitet, die das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz für die Beschäftigten minimiert. Die einzelnen Segmente sind von der derzeitigen Virusepidemie und den gesundheitspolitisch gebotenen Maßnahmen in unterschiedlicher Weise betroffen. Im Segment ITK wird die Geschäftsentwicklung im Telefonie-Bereich derzeit durch die verstärkte Netzauslastung positiv beeinflusst. Dem Risiko einer Überlastung ist 3U durch Erweiterung der Netzkapazitäten entgegengetreten. Mit der cloudbasierten ERP-Plattform weclapp wird dem aktuell erhöhten Bedarf nach ortsunabhängiger Einsatzbereitschaft entsprochen. Ob und inwieweit mögliche Insolvenzen kleiner und mittelständischer Kunden das Geschäft im Cloud Computing negativ beeinflussen können, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit abschätzen. Unser Geschäft im Segment Erneuerbare Energien ist derzeit keinen erkennbaren Risiken aus der derzeitigen Virusepidemie und der gesundheitspolitisch gebotenen Maßnahmen unterworfen. Im Segment SHK verzeichnete der Onlinehandel seit Ausbruch der Epidemie bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen Nachfragerückgang. Die Lieferketten zu unseren Lieferanten waren in diesem Zeitraum intakt. Risiken bestehen aber diesbezüglich im Bereich der Lieferketten und im Bereich der eigenen Auftragsabwicklung. Ein epidemiebedingter Rückgang der Bautätigkeit kann zu Projektverschiebungen im Geschäftsbereich der Montage von Klimasystemen führen.

Aufgrund der guten Liquiditätslage des Konzerns und der von uns eingeleiteten Maßnahmen sehen wir uns aktuell gut gerüstet, um der Krisensituation zu begegnen.

Allgemeine wirtschaftliche Risiken in den Segmenten

Neben den unternehmens- beziehungsweise segmentspezifischen Risiken, die sich aus dem Geschäftsumfeld und den individuellen Branchen der Unternehmen ergeben, gibt es viele Risiken, deren Identifizierung, Bewertung und Steuerung zum Beispiel allgemein gültig und über die Segmentgrenzen hinaus erforderlich sind. Operative Risiken beziehen sich in allen Unternehmenssegmenten zum Beispiel auf Vertragsverpflichtungen, mögliche Ausfälle und Schäden an den technischen Systemen sowie auf das Personal und die Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse. Strategische Risiken beziehen sich unter anderem auf die Regulierung und Änderung von gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Jedes betriebswirtschaftliche Handeln eines Unternehmens basiert auf Verträgen, unter anderem mit Geschäftspartnern. Nahezu alle Teile der Organisationsstruktur im Konzern sind davon betroffen. Vertragsrisiken bestehen zum Beispiel in der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei der Vertragsgestaltung, der Einhaltung von Vertragsfristen und in der Vertragsdurchsetzung mit Geschäftspartnern.

Der Konzern steuert dieses Risiko in Form eines Vertragsmanagements durch die konzerninterne Rechtsabteilung. Darüber hinaus werden bei der Auswahl von Geschäftspartnern spezifische Kriterien geprüft und bewertet. Die Dienstleistungen des Segments ITK basieren im Wesentlichen auf Softwareanwendungen sowie auf Informations- und Telekommunikationstechnologien. Auch in den Segmenten Erneuerbare Energien und SHK ist der Einsatz dieser Technologien von großer Bedeutung. Wesentlich für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Durchführung kritischer Prozesse sind deshalb die IT-Verfügbarkeit und die IT-Infrastruktur. Entsprechende Systemredundanzen, zeitnahe Ersatzinvestitionen und regelmäßige Wartungen halten dieses Risiko auf marktüblichem Niveau. Diesen IT-Risiken begegnet der 3U Konzern unter anderem dadurch, dass sich die Ausrichtung des Informationssicherheitsmanagementsystems an der ISO 27001 orientiert.

In allen Unternehmensteilen des 3U Konzerns wird hoch qualifiziertes Personal benötigt. Das Fehlen oder der Verlust von notwendigem Wissen beziehungsweise von notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen innerhalb der Schlüsselpositionen dieser Unternehmen könnte das Erreichen der jeweiligen Unternehmensziele gefährden und die Möglichkeit beschränken, die sich bietenden Chancen zu realisieren. Daher wird das Personalmanagement aller Unternehmensteile zentral über die 3U HOLDING AG gesteuert. Entsprechend den in der Planung festgelegten Bedarfen werden geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht und eingestellt beziehungsweise bereits vorhandenes Personal qualifiziert. Die Beachtung allgemein üblicher Grundsätze der Mitarbeiterführung bildet die Basis für ein gutes Betriebsklima. Mitarbeiterführung und Mitarbeiterentwicklung bilden die Grundlage einer positiven Unternehmenskultur. Darüber hinaus wird zum Beispiel durch ein leistungsorientiertes Vergütungssystem sowie interne und externe Schulungsmaßnahmen eine hohe Loyalität und Verbundenheit der qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Unternehmen erreicht, was sich in einer beständigen und langfristigen Betriebszugehörigkeit dieser Personen zeigt. Diese Maßnahmen greifen auch, wenn aufgrund von Beteiligungserwerben beziehungsweise durch die Übernahme von Gesellschaften durch die 3U HOLDING AG qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und insbesondere Führungskräfte neu in den Konzern integriert werden.

Um die Konzernziele erreichen zu können, müssen diese mit den Geschäftsprozessen und der damit verbundenen Produktivität des Konzerns abgestimmt sein. Dies gilt auch für Gesellschaften, die durch Kauf oder Beteiligung der 3U in die Konzernstrukturen integriert werden. Der Einsatz von modernen Methoden im Qualitäts- und Prozessmanagement unterstützt die kontinuierliche Verbesserung auch in diesem Bereich. Zusätzlich muss die vertikale oder horizontale Kommunikation innerhalb des Unternehmens effizient sein und sich im Einklang mit den übertragenen Verantwortlichkeiten oder festgelegten Maßnahmen befinden.

Grundlagen, die dies sicherstellen sollen, bilden sowohl Arbeits- und Verfahrensanweisungen wie auch Funktionsbeschreibungen und Richtlinien, die regelmäßig, auch im Rahmen des Qualitätsmanagements, überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.

Compliancemanagement

Das Compliancemanagement ist Teil des konzernweiten Risikomanagementsystems. Um die immer anspruchsvoller werdenden Anforderungen und Erwartungen erfüllen zu können und die sich ergebenden Risiken weiter zu vermindern, wurde das Compliancemanagement kontinuierlich weiter entwickelt. Wesentliche Bestandteile des Compliancemanagements bilden ein Wertemanagementsystem, ein "Whistleblowing"-Prozess sowie weitere aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen. Regelmäßig finden Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen im Hinblick auf einzuhaltende Regeln und Vorgaben statt. Zur weiteren Reduktion der im Umfeld Compliance vorhandenen Risiken, zur Koordinierung und weiteren Optimierung des Compliancemanagements wurde diese Funktion dadurch gestärkt, dass sie separiert und einem weiteren leitenden Mitarbeiter übertragen wurde.

Risiken aus der Regulierung und Änderung von gesetzlichen Rahmenbedingungen

Risiken aus der Regulierung und Änderung von gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Bereichen ITK und insbesondere Erneuerbare Energien werden für die gegenwärtigen Segmente und zukünftigen Beteiligungen des 3U Konzerns auch weiterhin bestehen. Besonders die Diskussionen im Hinblick auf die finanzielle Förderung erneuerbarer Energien haben im Markt für Verunsicherung gesorgt. In der Vergangenheit konnte der 3U Konzern mit der Entwicklung von Windparkprojekten zwar einen wichtigen Schritt im Bereich Erneuerbare-Energien-Projekte machen, eine sachgerechte und nachhaltige Planung von Großprojekten in diesem Segment wird jedoch durch fortdauernde Änderungen der gesetzlichen Grundlagen, wie bspw. durch das ab 2017 eingeführte Ausschreibungsmodell, erschwert. Die Entwicklungen werden auch weiterhin durch den Konzern intensiv beobachtet, um zeitnah reagieren zu können.

Risiken aus dem Segment ITK

Der Geschäftsbereich Voice Retail unterliegt dem Risiko eines weiteren Nachfragerückgangs aufgrund technischer und Marktveränderungen sowie vor dem Hintergrund sich wandelnder regulatorischer Rahmenbedingungen. Die Auswirkung dieser Risiken wird durch mehrere Faktoren reduziert. Zum einen wurde durch die Vereinbarung der Telekommunikationsverbände mit der Telekom Deutschland GmbH der Fortbestand dieses Geschäftsmodells bis zum 31. Dezember 2022 gesichert. Zum andern orientiert sich 3U im Telekommunikationsbereich zunehmend auf profitable Produkte im Geschäftskundenbereich (Wholesale und Mehrwertdienste), nutzt Möglichkeiten der Netzoptimierung sowie ergänzt den Geschäftsbereich um kundenorientierte neue Produkte. Hier liegen die Risiken weniger in regulatorischen Risiken, als vielmehr in allgemeinen Kunden- und Lieferantenbeziehungen (B2B). In dem Zusammenhang stellt eine mögliche Störung der angebotenen Netzdienste ein großes Risiko dar, welchem durch den Ausbau und die Redundanz der Netzinfrastruktur und der dazu gehörenden Prozesse entgegengewirkt wurde. Die bis jetzt erreichten Standards sind jedoch immer nur ein nächster Schritt in einem sich immer wieder weiter entwickeln den technischen und sicherheitsrelevanten Umfeld. Der Schutz von Daten und Anlagen vor unbefugtem Zugriff ist eine ständige Herausforderung. Daher werden zur Verbesserung der Sicherheit im Netz die überwachungstechnische Ausstattung (aktives Monitoring und Sperrsysteme) laufend optimiert und die Qualifikation der Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen intensiviert.

Die für das Segment ITK immer wichtiger werdenden Cloud-Aktivitäten bewegen sich in einem dynamischen Marktumfeld, welches kurzfristige, innovative und kundenbezogene Lösungen fordert. Hier besteht permanent das Risiko, dass die marktlichen Anforderungen und Entwicklungen nicht rechtzeitig erkannt und umgesetzt werden. Daher wird der Markt sehr genau beobachtet und Lösungen entsprechend den Anforderungen der Kunden angepasst. Der Erfolg dieser Bemühungen schlägt sich in der stetig steigenden Anzahl von Anwendern der Cloud-Produkte nieder. Das Risiko einer fehlenden Kundenzufriedenheit insbesondere aufgrund von unterschiedlichsten Erwartungen wird durch den Einsatz regelmäßiger Qualitätsprüfungen und durch engen Kontakt mit den Kunden begegnet. Um den Risiken einer nicht-marktkonformen Produktentwicklung entgegenzuwirken, werden vermehrt Gespräche mit strategischen Partnern und Finanzinvestoren geführt, um das Wachstum und die Expansion in neue Märkte voranzutreiben.

Risiken aus dem Segment Erneuerbare Energien

Neben den allgemeinen Risiken im Konzern bestehen in diesem Segment insbesondere gesetzliche und regulatorische Risiken sowie darüber hinaus Risiken im Umgang mit Lieferanten und Kunden. Die Diskussionen über die staatliche Förderung erneuerbarer Energien haben auch zur Verunsicherung der Verbraucher und Versorger und damit verbunden geringerer Planungssicherheit beigetragen. Mit der Reduzierung der Projektentwicklungstätigkeit aufgrund des Moratoriums in Brandenburg wurden auch die damit verbundene Bewertung der gesetzlichen und genehmigungsrechtlichen Risiken, zum Beispiel aus baurechtlichen Auflagen entsprechend angepasst. Danach wurde das Portfolio der Projektentwicklungen auf wesentliche und aussichtsreiche Projekte reduziert. Der Fokus der Risikoanalyse im Segment Erneuerbare Energien liegt daher aktuell auf der technischen Verfügbarkeit der Windkraftanlagen im Bestand.

Risiken aus dem Segment SHK

Die Risiken im Segment SHK ergeben sich aus dem Gegensatz zwischen einer traditionellen und etablierten Branche und den herausfordernden Ansprüchen internetorientierter B2B- und insbesondere B2C-Kunden. Der Erfolg des Segments ergibt sich aus der Verbindung dieser beiden Welten und fordert vom Management viel Fingerspitzengefühl und Kenntnis der Märkte. Qualifizierte Mitarbeiter, die sich mit Produkten und Märkten sehr gut auskennen und mit den Prozessen und Lieferketten bestens vertraut sind, tragen zu diesem Erfolg maßgeblich bei. Den Risiken zur Lieferfähigkeit und Lieferung wird durch eine qualifizierte Auswahl von geeigneten Lieferanten und Logistikern begegnet. Die mit dem Umzug der Logistik des Segments in ein neues Distributionszentrum verbundenen zusätzlichen Aufwendungen, die derzeit noch bestehenden höheren Logistikkosten und die Kosten zur Implementierung eines neuen Warenwirtschaftssystems sind in der Planung berücksichtigt.

Neue Produkte werden erst nach intensiven Marktanalysen und Konkurrenzbeobachtungen im sehr transparenten Onlinehandel eingeführt, ohne zusätzliche Risiken aufgrund hoher Lagerbestände oder Abhängigkeiten von Produzenten einzugehen. Die in Online märkten etablierten und auch von Kunden bevorzugten Zahlungsarten werden umfangreich angeboten. Durch diese zum weiten Teil risikoarmen Zahlungsmöglichkeiten wie Kreditkarte, Vorauskasse, PayPal oder Sofortüberweisung wird das Risiko von Forderungsausfällen und Kundenstreitigkeiten auf ein Minimum reduziert und zusätzlich werden die internen Arbeitsprozesse schlank und einfach gehalten.

Das Marktumfeld ist durch intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. In zunehmendem Maße beobachtet 3U auch den Einsatz unlauterer Methoden bei einzelnen Wettbewerbern. Insbesondere können Dumping-Angebote zur Verzerrung des gesamten Preisniveaus beitragen und dadurch zu Ertragsminderungen im Segment SHK führen. Dem wirkt 3U durch intensive Marktbeobachtung, ständige Optimierung des Einkaufs und der eigenen Preisstrukturen entgegen.

Finanzrisiken

Der 3U Konzern ist als am Markt präsentes Unternehmen diversen Risiken ausgesetzt. Daher ist es ein zentrales Ziel der Unternehmensführung, die Steuerung und Verminderung von Finanzrisiken im Hinblick auf die Schaffung verlässlicher Planungen zu erreichen.

Wesentliche Risiken betreffen bei möglicher Unterschreitung der geplanten Ergebnisse die Kapitalausstattung und Finanzierungskraft, da eine geringe Eigenkapitalausstattung zu einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Gesellschaft führen kann, dies insbesondere bei Akquisitionen und bei Abschluss von Anschluss- oder Neufinanzierungen.

Ein weiteres wichtiges Finanzrisiko ist das Risiko der Konzentration des Umsatzes auf einen oder wenige wesentliche Kunden. Dieses Risiko korreliert mit dem Ausfallrisiko, das heißt dem Risiko, dass ein Vertragspartner einer finanziellen Transaktion nicht in der Lage sein wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen und der 3U Konzern damit finanziellen Verlusten ausgesetzt ist. Werden durch den 3U Konzern Auslandsgeschäfte getätigt, werden in diesem Zusammenhang Währungsrisiken einer intensiveren Betrachtung und Analyse unterzogen und - wenn ökonomisch sinnvoll - auch Kurssicherungsgeschäfte vorgenommen. Darüber hinaus zählen der Aktienkurs, der Einkauf, die Liquidität sowie die Markt- und Zinsänderungen zu den wesentlichen Bereichen, in denen finanzielle Risiken auftreten könnten.

Dem möglichen Eintreten dieser potenziellen Risiken wird durch ein konzernweit implementiertes Forderungs- und Liquiditätsmanagement entgegengewirkt, welches sicherstellt, dass jederzeit ausreichend Liquidität für das operative Geschäft zur Verfügung steht. Das Forderungsmanagement wird durch abgesicherte Zahlungsarten wie Paypal oder Kreditkartenzahlungen sowie durch konsequente Anzahlungsanforderungen ergänzt. Für alle weiteren Fälle nutzt der 3U Konzern Inkassodienstleister sowie sich bietende rechtliche Möglichkeiten. Forderungsausfälle werden außerdem in Teilbereichen durch Ausfallversicherungen abgedeckt.

Derivative Finanzinstrumente werden im 3U Konzern nur zur Absicherung des Grundgeschäfts verwendet. Bevor derivative Finanzinstrumente zum Einsatz kommen, werden sorgfältige Risikoanalysen und -bewertungen durchgeführt, um durch adäquate Maßnahmen das Risikopotenzial zu minimieren.

Die 3U HOLDING AG hat eine nahezu ambivalente Haltung zu dem aktuell niedrigen Zinsniveau. Auf der einen Seite ist sie davon negativ betroffen, da sie ihre liquiden Mittel ausschließlich in Sichteinlagen und festverzinslichen kurzfristigen Anlagen investiert hat und dadurch aktuell nur geringe Zinseinnahmen generiert beziehungsweise Negativzinsen zu entrichten hat. Gleichzeitig nutzt die 3U HOLDING AG erforderlichenfalls das niedrige Zinsniveau, um sich langfristiges Fremdkapital zu attraktiven Zinssätzen zu sichern. Da das niedrige Zinsniveau in Deutschland vorerst Bestand haben sollte, ist geplant, bei zukünftigen Investitionen in den Ausbau bestehender Geschäftsbereiche weiterhin Fremdkapital einzusetzen.

Einschätzung des Managements zur Gesamtrisikosituation

Von den dargestellten wesentlichen Risiken kann heute und auch in der Zukunft potenziell eine signifikante Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des 3U Konzerns ausgehen. Unsere wesentlichen Herausforderungen umfassen insbesondere die regulatorischen Rahmenbedingungen und den intensiven Wettbewerb. Die Veränderungen in der Risikoentwicklung aller Segmente haben Maßnahmen seitens des Vorstands erforderlich gemacht. Die Verbindung der vielfältigen Managementsysteme Risikomanagement, IKS, Compliance, Controlling, von Prozessbeschreibungen und Planungsprozessen sowie dem regelmäßigen Berichtswesen ermöglicht das frühzeitige Erkennen und Steuern von potenziellen Risiken. Dies schließt nicht aus, dass zukünftig aufgrund getroffener Annahmen Risiken auftreten, die von den Unternehmenserwartungen abweichen und die Entwicklung des 3U Konzerns wesentlich beeinträchtigen können.

Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Der Rechnungslegungsprozess wird für alle Konzerngesellschaften zentral in der Finanzabteilung der 3U HOLDING AG realisiert. Dadurch unterliegen alle Gesellschaften im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess einer einheitlichen Prozess- und Risikobetrachtung.

Das implementierte interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess soll durch geeignete Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen die Einhaltung von Regelwerken, Vorschriften und Gesetzen gewährleisten, dass die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Vollständigkeit in der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung unter Berücksichtigung möglicher Risiken sichergestellt ist. Grundlagen, die dies sicherstellen sollen, bilden sowohl Arbeits- und Verfahrensanweisungen wie auch Funktionsbeschreibungen und Richtlinien, die regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Dazu gehören zum Beispiel eine Bilanzierungsrichtlinie, Kontierungsanweisungen sowie die Unterstützung durch externe Berater. Dabei wird der Rechnungslegungsprozess laufend analysiert, optimiert und entsprechend dokumentiert. Das interne Kontrollsystem besteht aus internen Steuerungs- und Überwachungsfunktionen, die entweder in Prozessabläufen integriert sind oder davon unabhängig durchgeführt werden. Integriert sind beispielsweise die Trennung von Verwaltungs- und Genehmigungsfunktionen auf unterschiedliche Mitarbeiter sowie klare Verantwortlichkeiten im Rahmen der regelmäßigen Prüfungen ("Vier-Augen-Prinzip"). Die in der Vergangenheit ausgeführten Prüfroutinen wurden in Teilbereichen durch einen softwaregestützten Prozess abgelöst. Über Optimierungen des Systems wird der Aufsichtsrat jeweils aktuell informiert. Die eingesetzten Kontrollmechanismen laufen teilweise automatisiert in den eingesetzten Buchhaltungs-Softwaresystemen ab, damit die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsabläufe nicht beeinträchtigt wird. Die eingesetzten IT-Systeme sind unter anderem durch ein Berechtigungskonzept gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Ferner überprüft der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahres- und Konzernabschlussprüfung das Interne Kontrollsystem sowie die eingesetzten IT-Systeme.

Neue gesetzliche Regelwerke sowie die Änderungen bestehender Regularien im Hinblick auf die Rechnungslegung und die dadurch entstehenden Risiken werden unmittelbar auf ihre Auswirkungen für den 3U Konzern untersucht, um gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen.

Die implementierten internen Kontrollen resultieren aus der Identifizierung eines Risikos an dieser Stelle des Rechnungslegungsprozesses. Dieses Risiko kann verschiedener Herkunft sein, unter anderem aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Das Zusammen wirken von Risiko- und Compliancemanagement und internem Kontrollsystem wird im Rechnungslegungsprozess besonders deutlich und wird daher im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ständig optimiert.

Die Funktionen in allen Bereichen des Rechnungslegungsprozesses sind zugeordnet und dokumentiert. Das implementierte und kontinuierlich weiterentwickelte Risikomanagementsystem mit den Komponenten Compliance und internes Kontrollsystem kann bei menschlichem Fehlverhalten, zum Beispiel durch fehlerhafte Kontrollen oder kriminelle Handlungen durch Innentäter, eine vollständige Sicherheit und Richtigkeit der Konzernrechnungslegung dennoch nicht gänzlich gewährleisten.

Sonstige Angaben

Übernahmerelevante Angaben

Übernahmerechtliche Angaben nach § 289a beziehungsweise § 315a HGB

Bestellung und Abberufung des Vorstands und Satzungsänderungen

Der Vorstand wird nach §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Änderungen der Satzung richten sich grundsätzlich nach §§ 179, 133 AktG. Nach § 13 Abs. 2 der Satzung i.V. m. § 179 Abs. 2 S. 2 AktG werden jedoch Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt. Falls das Aktiengesetz außerdem zur Beschlussfassung eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt, soweit gesetzlich zulässig, die einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals.

Grundkapital und Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Das Grundkapital setzt sich zusammen aus 35.314.016 nennwertlosen auf den Inhaber lautende Stückaktien. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften.

Für weitergehende Informationen verweisen wir auf den Anhang unter Ziffer 6.7.

Am Kapital der Gesellschaft waren Organe der Gesellschaft waren zum 31. Dezember 2019 wie folgt beteiligt:

Name Funktion Stückzahl Aktien Stimmrechtsanteil
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands 8.999.995 25,49 %
Andreas Odenbreit Vorstand 20.500 0,06 %
Ralf Thoenes Vorsitzender des Aufsichtsrats 25.000 0,07 %
Stefan Thies Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats 33.084 0,09 %
Jürgen Beck-Bazlen Aufsichtsrat 1.379.000 3,90 %

Aktionäre mit einem Bestand von mehr als drei Prozent der Stimmrechte (außer den Genannten) sind der Gesellschaft nicht bekannt.

Nach § 3 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 26. August 2019 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt EUR 7.062.803,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre nur in den folgenden Fällen ganz oder teilweise ausschließen: 1. bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundener Unternehmen) sowie zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundener Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften; 2. soweit dies erforderlich ist, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandelrechts beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten zustehen würde; 3. für Spitzenbeträge; 4. bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals werden Aktien, die während der Laufzeit des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden, sowie Aktien, auf die ein Wandlungsrecht oder Optionsrecht oder eine Wandlungspflicht oder Optionspflicht aufgrund von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen besteht, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 221 Abs. 4, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind, angerechnet. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Nach § 3 Abs. 5 der Satzung wird das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 3.531.401,00, eingeteilt in bis zu 3.531.401 Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Optionsrechten, welche die Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. Mai 2016 und 3. Mai 2018 ausgegeben hat, von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen. Die neuen Inhaberaktien nehmen vom Beginn desjenigen Geschäftsjahres, für das bei Ausübung des Optionsrechts noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Gewinns gefasst wurde, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen.

Für Mitglieder des Vorstands bestehen für den Fall eines Übernahmeangebots für die 3U HOLDING AG keine Vereinbarungen.

Aktiengeschäfte

Nach Maßgabe des Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU) NR. 596/2014 haben Personen, die bei der 3U HOLDING AG Führungsaufgaben wahrnehmen, eigene Geschäfte mit Aktien der 3U HOLDING AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten, insbesondere Derivaten, der 3U HOLDING AG und der BaFin mitzuteilen. Diese Verpflichtung obliegt auch Personen, die mit einer der vorgenannten Personen in einer engen Beziehung stehen, soweit die Gesamtsumme der Geschäfte einer Person mit Führungsaufgaben und der mit dieser Person in einer engen Beziehung stehenden Personen insgesamt einen Betrag von EUR 5.000,00 bis zum Ende des Kalenderjahres erreicht. Der 3U HOLDING AG wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Geschäfte gemeldet:

Datum der Transaktion Meldepflichtiger Art des Geschäfts Stückzahl Aktien Kurs
in EUR
Gesamtvolumen
in EUR
14.08.2019 Jürgen Beck-Bazlen (Aufsichtsrat) Kauf 11.000 1,400 15.400,00
19.08.2019 Jürgen Beck-Bazlen (Aufsichtsrat) Kauf 20.000 1,380 27.600,00
13.09.2019 Jürgen Beck-Bazlen (Aufsichtsrat) Schenkung -200.000 0 0
13.09.2019 Felix Bazlen (Person in enger Beziehung zu Aufsichtsrat Jürgen Beck-Bazlen) Schenkung 200.000 0 0

Sämtliche Aktiengeschäfte wurden auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/ Directors' Dealings" veröffentlicht.

Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f beziehungsweise § 315d HGB)

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG haben eine Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f beziehungsweise § 315d HGB abgegeben und diese auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/Corporate Governance" allgemein und dauerhaft zugänglich gemacht.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen der 3U HOLDING AG zur Anwendung kommen, und erläutert die Höhe und Struktur der Vergütung. Der Vergütungsbericht wird auf der Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erstellt und beinhaltet ferner die Angaben, die gemäß Handelsgesetzbuch, erweitert durch das Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG), erforderlich sind.

Vergütung des Vorstands

Die Struktur und die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig überprüft. Dabei orientiert er sich an dem am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG).

Alle Vorstandsmitglieder der 3U HOLDING AG erhalten ein jährliches festes Grundgehalt (Fixum), welches in monatlichen Raten ausgezahlt wird. Daneben erhalten alle Vorstandsmitglieder eine variable erfolgsabhängige Vergütung (erfolgsbezogene Komponente). Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem quantitativen Teilziel und einem qualitativen Teilziel zusammen. Bei der quantitativen Teilzielerreichung wird durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr vorrangig der testierte Wert der EBIT- beziehungsweise EBT-Leistung des Konzerns im Verhältnis zu dem budgetierten Wert bewertet; außerordentliche Entwicklungen können dabei berücksichtigt werden. Im Rahmen der qualitativen Zielerreichung bewertet der Aufsichtsrat die Abarbeitung prioritärer Aufgaben des Vorstands sowie die Erfüllung vom Aufsichtsrat gesetzter persönlicher Ziele des Vorstands. Der Aufsichtsrat legt jeweils zu Beginn eines Geschäftsjahres Zielvorgaben unter Berücksichtigung der Lage des Konzerns fest.

Darüber hinaus können den Vorstandsmitgliedern Aktienoptionen im Rahmen von Aktienoptionsplänen gewährt werden. Die Gewährung von Aktienoptionen verfolgt das Ziel, den Beitrag des Vorstands (und auch der übrigen Mitarbeiter des 3U Konzerns) zur Steigerung des Unternehmenswerts zu honorieren und den langfristigen Unternehmenserfolg zu fördern.

Ein Teil der erfolgsabhängigen Vergütung eines Geschäftsjahres wird unter dem Vorbehalt gezahlt, dass der Vorstand die Geschäfte der Gesellschaft auch in den auf das betreffende Geschäftsjahr folgenden zwei Geschäftsjahren nachhaltig führt. Bei der Nachhaltigkeit werden insbesondere die Stabilität der Entwicklung des Konzerns und der Beteiligungsstruktur berücksichtigt. Der Aufsichtsrat bewertet die Nachhaltigkeit in den beiden auf das Geschäftsjahr folgenden Jahren und wird die unter Vorbehalt gezahlten Teilbeträge der erfolgsabhängigen Vergütung zurückfordern, wenn die Nachhaltigkeit der Unternehmensführung nicht gewährleistet ist.

Der Aufsichtsrat ist im Sinne des § 87 Abs. 2 Satz 1 AktG berechtigt, die Bezüge des Vorstands auf die angemessene Höhe herabzusetzen, sofern sich die Lage der Gesellschaft nach der Festsetzung der Bezüge verschlechtert und die Weitergewährung der vereinbarten Bezüge unbillig für die Gesellschaft wäre. Dies gilt auch für die Gewährung etwaiger Aktienoptionen.

Wird die Bestellung zum Vorstandsmitglied im Laufe eines Geschäftsjahres gemäß §84 Abs. 3 AktG aus wichtigem Grund widerrufen, besteht für dieses Geschäftsjahr sowie für etwaig weitere Geschäftsjahre bis zur Beendigung des Anstellungsvertrags des Vorstands kein Anspruch auf eine erfolgsabhängige Vergütung.

Den Vorstandsmitgliedern wurden keine Pensionszusagen gegeben. Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder sind nachfolgend, aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogenen Komponenten, individualisiert ausgewiesen.

Wert der gewährten Zuwendungen für das Berichtsjahr 2019

Gewährte Zuwendungen
(in TEUR)
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018
Festvergütung 300 300 300 300
Nebenleistungen 26 26 26 8
Zwischensumme 326 326 326 308
Einjährige variable Vergütung 100 0 300 100
Mehrjährige variable Vergütung 0 0 0 0
Summe 426 326 626 408
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 426 326 626 408
Gewährte Zuwendungen
(in TEUR)
Andreas Odenbreit Vorstand
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018
Festvergütung 150 150 150 150
Nebenleistungen 21 21 21 21
Zwischensumme 171 171 171 171
Einjährige variable Vergütung 50 0 50 43
Mehrjährige variable Vergütung 0 0 0 0
Summe 221 171 221 214
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 221 171 221 214
Gewährte Zuwendungen
(in TEUR)
Christoph Hellrung Vorstand
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018
Festvergütung 150 150 150 150
Nebenleistungen 26 26 26 26
Zwischensumme 176 176 176 176
Einjährige variable Vergütung 50 0 50 43
Mehrjährige variable Vergütung 0 0 0 0
Summe 226 176 226 219
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 226 176 226 219

Zufluss für das Berichtsjahr 2019

Zufluss
(in TEUR)
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands Andreas Odenbreit Vorstand
2019 2018 2019 2018
Festvergütung 300 300 150 150
Nebenleistungen 26 8 21 21
Zwischensumme 326 308 171 171
Einjährige variable Vergütung 75 75 0 0
Mehrjährige variable Vergütung 0 0 0 0
Summe 401 383 171 171
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 401 383 171 171
Zufluss
(in TEUR)
Christoph Hellrung Vorstand Vorstand gesamt
2019 2018 2019 2018
Festvergütung 150 150 600 600
Nebenleistungen 26 26 73 55
Zwischensumme 176 176 673 655
Einjährige variable Vergütung 0 0 75 75
Mehrjährige variable Vergütung 0 0 0 0
Summe 176 176 748 730
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 176 176 748 730

Außerdem haben im Berichtsjahr (2019) Herr Andreas Odenbreit TEUR 43 und Herr Christoph Hellrung TEUR 43 für das Vorjahr (2018) erhalten. Im Vorjahr (2018) hatten beide für das Jahr 2017 jeweils TEUR 50 als einjährige variable Vergütung erhalten. Als einjährige variable Vergütung hat Herr Michael Schmidt im Berichtsjahr (2019) TEUR 25 für das Vorjahr (2018) erhalten. Im Vorjahr (2018) hatte er für das Jahr 2017 TEUR 25 erhalten.

Aktienoptionsplan 2018

Mit Beschlüssen vom 25. Mai 2016 und 3. Mai 2018 hat die Hauptversammlung ein bedingtes Kapital in Höhe von bis zu EUR 3.531.401,00 zur Ausgabe von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter im Rahmen eines Aktienoptionsplans geschaffen und den Vorstand entsprechend ermächtigt. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand am 6. Dezember 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats Gebrauch gemacht und einen Aktienoptionsplan 2018 aufgelegt.

Angaben zu Aktienoptionen zum 31. Dezember 2019 in Stück:

Name Funktion Aktienoptionen
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands 166.666 Stück
Christoph Hellrung Vorstand 166.666 Stück
Andreas Odenbreit Vorstand 166.666 Stück

Die Aktienoptionen können erst nach Ablauf festgelegter Sperrfristen (Erdienungszeitraum) ausgeübt werden. Die 3U HOLDING AG ist berechtigt, die Ausübung von Optionsrechten in dem Umfang abzulehnen, wie deren Ausübung wegen außerordentlicher, nicht vorhergesehener Entwicklungen zu einer unverhältnismäßig hohen Vergütung des Bezugsberechtigten führen würde.

Sämtliche Vergütungen für Vorstandstätigkeiten wurden von der 3U HOLDING AG gezahlt. Die Tochtergesellschaften haben keine Bezüge gezahlt. Für Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung verweisen wir auf das Kapitel "Konkrete Angaben über Aktienoptionsprogramme".

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 9 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Danach erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste jährliche Grundvergütung in Höhe von EUR 5.000,00, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und der stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache der vorgenannten Vergütung erhält.

Darüber hinaus erhält jedes Aufsichtsratsmitglied eine Tantieme in Höhe von EUR 1.000,00 je EUR 0,01 Dividende, die über EUR 0,05 je Stückaktie hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird sowie eine auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene jährliche Vergütung in Höhe von EUR 1.000,00 je EUR 100.000,00 Ergebnis vor Steuern im Konzernabschluss der Gesellschaft ("EBT"), welches das durchschnittliche Ergebnis vor Steuern im Konzernabschluss ("EBT") für die jeweils drei vorangegangenen Geschäftsjahre übersteigt. Die Gesamtvergütung beträgt jedoch höchstens für den Vorsitzenden EUR 50.000,00, für seinen Stellvertreter EUR 37.500,00 und für die übrigen Aufsichtsratsmitglieder EUR 25.000,00. Außerdem erhält jedes Aufsichtsratsmitglied für jede Aufsichtsrats- oder Ausschusssitzung, an der es teilnimmt, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.500,00. Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern die auf ihre Vergütung und Auslagen anfallende Umsatzsteuer.

Die Aufsichtsratsvergütungen für 2019 betrugen TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 130). Für 2019 wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 54) zurückgestellt.

Name Fixe Vergütung
in TEUR
Sitzungsgelder
in TEUR
2019 2018 2019 2018
Ralf Thoenes (Vorsitzender des Aufsichtsrats) 10 10 15 18
Stefan Thies (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) 8 8 15 18
Jürgen Beck-Bazlen 5 5 15 18
Summe * 23 23 45 53 *
Name Erfolgsabhängige Vergütung
in TEUR
Vergütung gesamt
in TEUR
2019 2018 2019 2018
Ralf Thoenes (Vorsitzender des Aufsichtsrats) 40 24 65 52
Stefan Thies (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) 30 18 53 43 *
Jürgen Beck-Bazlen 20 12 40 35
Summe * 90 54 158 130 *

* Rundungsbedingte Abweichungen in der Summenzeile und in der Angabe Vergütung gesamt

Außerdem erhalten die Aufsichtsräte eine Erstattung ihrer Reisekosten und der sonstigen Auslagen. Im Geschäftsjahr 2019 haben Herr Thoenes in Höhe von TEUR 2,3 (Vorjahr: TEUR 2,3), Herr Thies in Höhe von TEUR 0,7 (Vorjahr: TEUR 1,0) und Herr Beck-Bazlen in Höhe von TEUR 0,7 (Vorjahr: TEUR 1,5) Erstattungen für ihre Auslagen erhalten. Herr Thoenes hat für das Geschäftsjahr 2019 außerdem Sitzungs gelder und Auslagenersatz für seine Aufsichtsratstätigkeit bei der 3U ENERGY AG in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 6) erhalten.

Die Rechtsanwaltssozietät Altenburger Rechtsanwälte, deren Partner der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Thoenes ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr für ihre Beratungsleistungen und Auslagenerstattungen für den 3U Konzern insgesamt TEUR 1,0 (Vorjahr: TEUR 10,2) zzgl. Umsatzsteuer erhalten. Diese wurden gegenüber der weclapp SE erbracht. Im Vorjahr wurden diese Leistungen mit TEUR 5,2 für die 3U ENERGY AG, mit TEUR 4,6 für die 3U TELECOM GmbH und mit TEUR 0,4 für die 3U Euro Energy Systems GmbH erbracht.

Konkrete Angaben über Aktienoptionsprogramme

Mit Beschluss vom 25. Mai 2016 hat die Hauptversammlung ein bedingtes Kapital in Höhe von bis zu EUR 3.531.401,00 zur Ausgabe von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter im Rahmen eines Aktienoptionsplans geschaffen und den Vorstand entsprechend ermächtigt. Mit Beschluss vom 3. Mai 2018 hat die Hauptversammlung die Ermächtigung bis zum 24. Mai 2021 befristet und den Beschluss im Übrigen bestätigt. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand am 6. Dezember 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats Gebrauch gemacht und einen Aktienoptionsplan 2018 aufgelegt.

Aktienoptionsplan 2018

Der Aktienoptionsplan 2018 hat folgende Eckpunkte:

Bezugsberechtigte sind:

Gruppe 1: Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft
Gruppe 2: Prokuristen der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführungen in- und ausländischer verbundener Unternehmen (§ 15 AktG)
Gruppe 3: Mitarbeiter der Gesellschaft in Schlüsselpositionen auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands sowie sonstige Mitarbeiter der Gesellschaft
Gruppe 4: Mitarbeiter der in- und ausländischen verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG) in Schlüsselpositionen auf der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsleitung sowie sonstige Mitarbeiter der in- und ausländischen verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG)

Im Rahmen des Aktienoptionsplans 2018 waren am 31. Dezember 2019 insgesamt 2.635.998 Aktienoptionen ausgegeben. Die Verteilung auf die einzelnen Gruppen sieht wie folgt aus:

Gruppe Ausgegebene Aktienoptionen Maximal mögliche Anzahl auszugebender Aktienoptionen
Gruppe 1: 499.998 500.000
Gruppe 2: 1.400.000 1.900.000
Gruppe 3: 252.000 350.000
Gruppe 4: 484.000 781.401
Gesamt: 2.635.998 3.531.401

Die Ausübung der Optionsrechte gemäß dem Aktienoptionsplan 2018 ist nach Ablauf einer vierjährigen Sperrfrist innerhalb von acht Jahren, beginnend mit dem Tag der Ausgabe der Option, möglich.

Die Optionsrechte dürfen nicht in der Zeit zwischen dem zehnten Tag des letzten Monats eines Quartals und dem Tag der nachfolgenden Bekanntgabe der (vorläufigen) Quartalsergebnisse, dem 1. Januar eines jeden Jahres und dem Tag der nachfolgenden Bekanntgabe des (vorläufigen) Jahresergebnisses sowie dem zehnten Tag des Monats vor Bekanntmachung der Einladungsbekanntmachung zur ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft und dem Tag der ordentlichen Hauptversammlung ausgeübt werden. Die Optionsrechte sind nicht übertragbar.

Jedes Optionsrecht berechtigt zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis. Der Ausübungspreis für die Optionsrechte entspricht dem Durchschnittskurs der Schlusskurse der Aktie an den 15 Handelstagen vor der Auflegung des Aktienoptionsprogramms am 6. Dezember 2018 in Höhe von EUR 1,03 zuzüglich eines Aufschlags von 20 % als Erfolgsziel. Der Ausübungspreis beträgt somit EUR 1,24 je Aktie.

Die durch die Ausübung der Aktienoptionen erhaltenen Aktien darf der Bezugsberechtigte nur unter Beachtung der gesetzlichen Beschränkungen veräußern.

Von den im Rahmen dieses Programms bis zum 31. Dezember 2019 ausgegebenen 2.635.998 Aktienoptionen waren zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2019) 20.000 Aktienoptionen verfallen.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Marburg, den 19. März 2020

Der Vorstand

Michael Schmidt

Christoph Hellrung

Andreas Odenbreit

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019

Bilanz

Aktiva

3U Konzern (in TEUR) Konzernanhang [Ziffer] 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 45.659 48.035
Immaterielle Vermögenswerte [2.3.7] [2.3.8] [2.3.15] [6.1.1] 2.601 2.188
Sachanlagen [2.3.9] [2.3.23] [6.1.2] 31.107 39.664
Nutzungsrechte [2.1] [2.3.10] [2.3.14] [6.1.3] 3.650 0
Anlageimmobilien [2.3.11] [6.1.4] 3.937 4.108
Übrige Finanzanlagen [6.1.5] 1.412 109
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen [6.1.5] 19 14
Aktive latente Steuern [2.3.18] [6.2] 2.671 1.661
Sonstige langfristige Vermögenswerte [6.1.5] 262 291
Kurzfristige Vermögenswerte 34.819 26.455
Vorräte [2.3.16] [6.3] 7.796 6.990
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen [2.3.13] [6.4] [6.11] 3.911 4.440
Ertragsteuerforderungen [6.5] 210 427
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte [6.5] 2.351 2.297
Liquide Mittel [2.3.13] [6.6] [6.11] 20.551 12.301
Aktiva gesamt 80.478 74.490

Passiva

3U Konzern (In TEUR) Konzernanhang [Ziffer] 31.12.2019 31.12.2018
Eigenkapital [6.7] 46.512 41.441
Gezeichnetes Kapital (bedingtes Kapital TEUR 3.531 / 31. Dezember 2018: TEUR 3.531) [6.7.1] 35.314 35.314
Eigene Anteile [2.3.20] [6.7.1] -1.184 -2.184
Kapitalrücklage 11.014 10.349
Gewinnrücklage -844 -844
Sonstige Eigenkapitalpositionen 0 0
Ergebnisvortrag -1.184 -2.123
Konzernergebnis 4.092 1.933
Summe Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG 47.208 42.445
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter [6.7.4] -696 -1.004
Langfristige Schulden 22.645 21.941
Langfristige Rückstellungen [2.3.17] [6.10] 1.111 1.074
Langfristige Finanzverbindlichkeiten [6.8] 16.177 19.648
Langfristige Leasingverbindlichkeiten [2.3.14] [6.1.3] 3.436 0
Passive latente Steuern [2.3.18] [6.2] 893 766
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten [6.8] 1.028 453
Kurzfristige Schulden 11.321 11.108
Kurzfristige Rückstellungen [2.3.17] [6.10] 343 302
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten [6.9] 1.019 153
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten [6.8] 1.543 3.544
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten [2.3.14] [6.1.3] 890 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen [2.3.13] [6.11] 2.986 3.181
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten [2.3.13] [2.3.19] [6.9] [6.11] 4.540 3.928
Passiva gesamt 80.478 74.490

Gewinn- und Verlustrechnung

3U Konzern (in TEUR) Konzernanhang [Ziffer] Geschäftsjahr 1. 1.- 31. 12.
2019 2018
Umsatzerlöse [2.3.1] [5.1] 51.449 47.973
Andere Erträge [5.2] 8.032 4.787
Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Leistungen [5.3] -152 553
Andere aktivierte Eigenleistungen [5.4] 85 39
Materialaufwand [5.5] -28.733 -28.634
Rohergebnis 30.681 24.718
Personalaufwand [5.6] -11.652 -10.292
Sonstige betriebliche Aufwendungen [5.7] -8.931 -7.709
EBITDA 10.098 6.717
Abschreibungen [2.3.8] [2.3.9] [5.8] -4.600 -4.012
EBIT 5.498 2.705
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden [5.9] 6 1
Übriges Finanzergebnis [2.3.4] [2.3.5] [5.9] -854 -873
EBT 4.650 1.833
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag [2.3.6] [5.10] -246 320
Ergebnis vor Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter 4.404 2.153
Periodenergebnis 4.404 2.153
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 312 220
Davon Konzernergebnis 4.092 1.933
Ergebnis je Aktie unverwässert (in EUR) [2.2.5] [5.11] 0,12 0,06
Ergebnis je Aktie verwässert (in EUR) [2.2.5] [5.11] 0,11 0,06

Gesamtergebnisrechnung

3U Konzern (in TEUR) 1. 1.- 31. 12.
2019 2018
Periodenergebnis 4.404 2.153
Davon auf Aktionäre der 3U HOLDING AG entfallend 4.092 1.933
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 312 220
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können 0 0
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können 0 0
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags 0 0
Gesamtes Periodenergebnis 4.404 2.153
Davon auf Aktionäre der 3U HOLDING AG entfallend 4.092 1.933
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 312 220

Eigenkapitalveränderungsrechnung

3U Konzern (in TEUR) Konzernanhang [Ziffer 6.7.1 und 6.7.4] Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Gewinnrücklage/ Ergebnisvortrag und Periodenergebnis der Aktionäre der 3U HOLDING AG
Stand 1. 1. 2018 35.314 -2.184 10.345 -2.301
Dividendenauszahlung für das Geschäftsjahr 2017 0 0 0 -663
Periodenergebnis 2018 0 0 0 1.933
Sonstiges Ergebnis 2018 0 0 0 0
Aktienoptionsplan 2018 0 0 4 0
Einzahlungen durch/Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter 0 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 -3
Stand 31.12.2018 35.314 -2.184 10.349 -1.034
3U Konzern (in TEUR) Sonstige Eigenkapitalpositionen Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Summe Eigenkapital
Konzernanhang [Ziffer 6.7.1 und 6.7.4] Währungsdifferenzen Sicherungsinstrumente
Stand 1. 1. 2018 0 0 41.174 -1.208 39.966
Dividendenauszahlung für das Geschäftsjahr 2017 0 0 -663 -663
Periodenergebnis 2018 0 0 1.933 220 2.153
Sonstiges Ergebnis 2018 0 0 0 0 0
Aktienoptionsplan 2018 0 0 4 0 4
Einzahlungen durch/Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter 0 0 0 -72 -72
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 -3 56 53
Stand 31.12.2018 0 0 42.445 -1.004 41.441
3U Konzern (in TEUR) Konzernanhang [Ziffer 6.7.1 und 6.7.4] Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Gewinnrücklage/ Ergebnisvortrag und Periodenergebnis der Aktionäre der 3U HOLDING AG
Stand 1. 1. 2019 35.314 -2.184 10.349 -1.034
Dividendenauszahlung für das Geschäftsjahr 2018 0 0 0 -994
Periodenergebnis 2019 0 0 0 4.092
Sonstiges Ergebnis 2019 0 0 0 0
Aktienoptionsplan 2018 0 0 56 0
Verkauf eigener Aktien 0 1.000 609 0
Einzahlungen durch/Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter 0 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Stand 31.12.2019 35.314 -1.184 11.014 2.064
3U Konzern (in TEUR) Sonstige Eigenkapitalpositionen Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Summe Eigenkapital
Konzernanhang [Ziffer 6.7.1 und 6.7.4] Währungsdifferenzen Sicherungsinstrumente
Stand 1. 1. 2019 0 0 42.445 -1.004 41.441
Dividendenauszahlung für das Geschäftsjahr 2018 0 0 -994 -994
Periodenergebnis 2019 0 0 4.092 312 4.404
Sonstiges Ergebnis 2019 0 0 0 0 0
Aktienoptionsplan 2018 0 0 56 0 56
Verkauf eigener Aktien 0 0 1.609 0 1.609
Einzahlungen durch/Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter 0 0 0 -19 -19
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 15 15
Stand 31.12.2019 0 0 47.208 -696 46.512

Kapitalflussrechnung

3U Konzern (in TEUR) Konzernanhang [Ziffer 2.2.3 und 7] 1. 1.- 31. 12.
2019 2018
Periodenergebnis 4.404 2.153
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.600 4.055
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 78 72
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -5.298 -2.581
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -276 -979
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -221 -38
+/- Veränderung sonstige Forderungen 21 -1.334
+/- Veränderung sonstige Verbindlichkeiten 1.031 5
+/- Veränderung Steuerforderungen/-schulden inkl. latente Steuern 198 -855
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen 144 97
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 4.681 595
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 13.542 5.286
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.409 -534
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -625 -128
+ Einzahlungen aus Abgängen von Anlageimmobilien 0 4.945
- Auszahlungen für Investitionen in Anlageimmobilien 0 -90
- Auszahlungen aus Zugängen von Vermögenswerten des Finanzanlagevermögens -1.338 -18
- Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 0 -1.337
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 9.170 8.124
Übertrag * 13.851 8.719

* Siehe folgende Seite

3U Konzern (in TEUR) Konzernanhang [Ziffer 2.2.3 und 7] 1. 1.- 31. 12.
2019 2018
Übertrag * 13.851 8.719
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhungen, Verkauf eigener Anteile etc.) 1.639 0
- Auszahlungen an Unternehmenseigner und nicht beherrschende Gesellschafter (Dividenden, Eigenkapitalrückzahlungen, Erwerb eigener Anteile, andere Ausschüttungen) -1.042 -735
- Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-)Krediten -5.472 -7.421
- Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -741 0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -5.616 -8.156
Summe der Cashflows 8.235 563
+/- Veränderung der Verfügungsbeschränkungen im Finanzmittelfonds 834 -679
+/- Konsolidierungsbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 15 -150
+/- Davon als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte ausgewiesen 0 469
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 8.378 8.175
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 17.462 8.378
Gesamte Veränderung des Finanzmittelfonds 9.084 203

* Siehe vorhergehende Seite

Anhang

1 Allgemeine Angaben über den Konzern

Die 3U HOLDING AG (nachfolgend auch als 3U oder Gesellschaft bezeichnet) mit Sitz in Marburg ist die Muttergesellschaft des 3U Konzerns und eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Marburg unter HRB 4680 eingetragen.

Die Geschäftstätigkeit der 3U und ihrer Tochtergesellschaften umfasst die Verwaltung eigenen Vermögens, den Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen sowie die Bereitstellung von Telekommunikationsdienstleistungen und IT-Leistungen im Segment ITK. Die Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien und im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik werden in den Segmenten Erneuerbare Energien und SHK dargestellt.

Die Anschrift der Gesellschaft lautet: Frauenbergstraße 31-33, 35039 Marburg, Deutschland.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss umfasst die 3U HOLDING AG und deren Tochterunternehmen. Der Konzernabschluss der 3U HOLDING AG wurde im Geschäftsjahr 2019 in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) - den International Financial Reporting Standards (IFRS) - aufgestellt. Dabei wurden die zum 31. Dezember 2019 anzuwendenden IFRS beachtet sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Committee (IFRIC) angewendet. Der Konzernabschluss enthält alle Informationen, die gemäß den von der Europäischen Union (EU) übernommenen IFRS sowie aufgrund der zusätzlichen Anforderungen nach § 315e Abs. 1 HGB erforderlich sind. Sofern bestimmte Verlautbarungen vorzeitig angewendet wurden, wird hierauf gesondert hingewiesen.

Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Konzernanhang grundsätzlich detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung werden die Veränderungen des Eigenkapitals sowie die Gesamtergebnisrechnung gezeigt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss der 3U HOLDING AG vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der 3U HOLDING AG wurden gemäß § 315e HGB aufgestellt und werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben im Konzernabschluss erfolgen in Tausend Euro (TEUR) und wurden auf volle TEUR gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können Rundungsdifferenzen in Höhe von rund +/- einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.

Die Konzerngesellschaften führen ihre Bücher und Unterlagen nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) und erstellen gesonderte Abschlüsse nach den jeweiligen lokalen Bestimmungen.

Das Geschäftsjahr der 3U HOLDING AG sowie aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss ist unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Neu angewandte Rechnungslegungsverlautbarungen

3U berücksichtigte alle vom IASB herausgegebenen Standards und Interpretationen, die zum 31. Dezember 2019 in Kraft waren und in EU-Recht übernommen wurden.

Erstmalig angewendet wurden die folgenden Standards:

Änderungen an IFRS 9: "Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung" (1. Januar 2019) *

IFRS 16: "Leasingverhältnisse" (1. Januar 2019) *

IFRIC 23: "Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung" (1. Januar 2019) *

Änderungen an IAS 19: "Leistungen an Arbeitnehmer: Planänderung, -kürzung oder -abgeltung" (1. Januar 2019) *

Änderungen an IAS 28: "Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Venture" (1. Januar 2019) *

Jährliche Verbesserungen der IFRS (AIP) - Zyklus 2015-2017: "Änderungen an IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23" (1. Januar 2019) *

* Anzuwenden für Geschäftsjahre, die an oder ab dem angegebenen Datum beginnen

Für ab dem 1. Januar 2019 beginnende Berichtsperioden ist IFRS 16 "Leasingverhältnisse" verpflichtend anzuwenden. IFRS 16 hat wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss der 3U HOLDING AG, insbesondere die Bilanzsumme, die Ertragslage, den operativen und Finanzierungs-Cashflow sowie die Darstellung der Vermögens- und Finanzlage.

Nach IFRS 16 entfällt die bisherige Unterscheidung zwischen Operating- und Finanzierungsleasingverhältnissen bei Leasingnehmern. Für alle Leasingverhältnisse bilanziert der Leasingnehmer ein Nutzungsrecht an einem Vermögenswert sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird nach den Vorschriften für immaterielle Vermögenswerte über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Bilanzierung der Leasingverbindlichkeit erfolgt entsprechend den Vorschriften für Finanzinstrumente. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung wird gesondert als Abschreibungen auf den Vermögenswert und Zinsen aus der Verbindlichkeit vorgenommen. Lediglich für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasinggegenstände von geringem Wert gibt es Erleichterungen bei der Bilanzierung.

3U hat sich für die Anwendung des modifiziert retrospektiven Ansatzes entschieden. Dabei wird der kumulierte Effekt aus der Umstellung erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Vergleichszahlen der Vorperiode werden nicht angepasst. Zahlungsverpflichtungen aus bisherigen Operating-Leasing-Verhältnissen werden mit Übergang auf IFRS 16 mit dem entsprechenden Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst und als Leasing-Verbindlichkeit passiviert. Die Nutzungsrechte wurden zum 1. Januar 2019 in Höhe der Leasingverbindlichkeit angesetzt.

Wesentliche Wahlrechte und Erleichterungsmöglichkeiten werden wie folgt ausgeübt:

Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

In Verträgen, die neben Leasing-Komponenten auch Nicht-Leasing-Komponenten enthalten, wird keine Trennung vorgenommen. Sie werden als ein Leasingverhältnis abgebildet.

Leasing-Verhältnisse über immaterielle Vermögenswerte werden nicht nach IFRS 16 sondern nach IAS 38 bilanziert.

Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, deren zugrunde liegender Vermögenswert von geringem Wert ist wurden nicht angesetzt.

Zum 1. Januar 2019 ergeben sich aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 nachfolgende Buchwertänderungen:

Unter den Vermögenswerten wurden für Leasingverhältnisse erstmals Nutzungsrechte in Höhe von TEUR 3.404 angesetzt. Ebenso wurden erstmals Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.404 bilanziert.

Aus der Umstellung ergibt sich kein Effekt, der im Eigenkapital zu erfassen ist.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die bilanzierten Nutzungsverhältnisse zum 31. Dezember 2019.

(In TEUR) 31.12.2019
Nutzungsrechte Grundstücke und Bauten 3.155
Nutzungsrechte andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 495
Gesamt 3.650

Für das Geschäftsjahr 2019 ergab sich die nachfolgende Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung.

(In TEUR) 2019
Abschreibungen auf Nutzungsrechte Grundstücke und Bauten 389
Abschreibungen auf Nutzungsrechte andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 294
Abschreibungen auf Nutzungsrechte gesamt 683
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 77

Aus der Erstanwendung der weiteren Standards und Interpretationen haben sich nach Einschätzung des Vorstands keine Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben.

Es bestehen derzeit keine vom IASB veröffentlichte und in EU-Recht übernommene Rechnungslegungsverlautbarungen.

Der IASB hat eine Reihe weiterer Verlautbarungen veröffentlicht, die allerdings noch nicht in EU-Recht überführt wurden.

IFRS 17: "Versicherungsverträge" (1. Januar 2021) *

Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: "IBOR-Reform" (1. Januar 2020) *

Änderungen an IFRS 3: "Definition eines Geschäftsbetriebs" (1. Januar 2020) *

Änderungen am Rahmenkonzept: "Aktualisierung der Verweise auf das Rahmenkonzept" (1. Januar 2020) *

Änderungen an IAS 1 und IAS 8: "Definition der Wesentlichkeit" (1. Januar 2020) *

* Anzuwenden für Geschäftsjahre, die an oder ab dem angegebenen Datum beginnen

Die einzelnen Auswirkungen der Änderungen werden von der Muttergesellschaft 3U HOLDING AG für den Konzern geprüft. Insbesondere aus dem Standard IFRS 17, den Änderungen zu IAS 1, IAS 8, IAS 9 und 39 und den Änderungen zu IFRS 3 und IFRS 7 erwarten wir keine spürbaren Auswirkungen.

2.2 Grundsätze der Konsolidierung

2.2.1 Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

In dem für das Geschäftsjahr 2019 aufgestellten Konzernabschluss sind neben der 3U HOLDING AG 26 (Vorjahr: 23) in- und ausländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die 3U HOLDING AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt und bei denen die 3U HOLDING AG das Beteiligungsunternehmen beherrscht. Beherrschung durch die 3U HOLDING AG liegt nach IFRS 10 vor, wenn die folgenden Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:

die 3U HOLDING AG übt über das Tochterunternehmen Macht aus;

die 3U HOLDING AG ist schwankenden Renditen aus seiner Beteiligung ausgesetzt;

die 3U HOLDING AG beeinflusst die Renditen aufgrund seiner Macht der Höhe nach.

13 (Vorjahr: 15) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowohl einzeln als auch gemeinsam von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert. Hierbei handelt es sich um bisher nicht oder nicht mehr aktive Gesellschaften. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen Vermögenswerte ausgewiesen.

Ein Unternehmenszusammenschluss liegt vor, wenn die 3U HOLDING AG die Beherrschung über ein anderes Unternehmen erlangt. Entsprechend den Regeln der IFRS liegt dem Unternehmenszusammenschluss (Kapitalkonsolidierung) die Erwerbsmethode (Neubewertungsmethode) zugrunde. Die Anschaffungskosten eines erworbenen Tochterunternehmens bemessen sich nach dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung, also der Summe aus hingegebenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden. Anschaffungsnebenkosten werden grundsätzlich als Aufwand erfasst. Die Anschaffungskosten werden auf die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verteilt. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und Schulden werden in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Ein Überschuss der Anschaffungskosten über den vom Mutterunternehmen übernommenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der ansatzfähigen Vermögenswerte und Schulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) angesetzt.

Die Erstkonsolidierung erfolgt mit Wirkung von dem Tag an, an dem die 3U HOLDING AG direkt oder indirekt in ein Beherrschungsverhältnis gegenüber der Tochtergesellschaft eintritt. Nicht beherrschenden Gesellschaftern (non-controlling interests) zustehende Beträge werden im Eigenkapital getrennt ausgewiesen.

Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens werden ab dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens bleiben bis zu dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet. Sofern erforderlich, werden die Bilanzierungsgrundsätze von Tochterunternehmen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze der 3U HOLDING AG angepasst.

Die Einbeziehung von Tochterunternehmen endet zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung nicht mehr gegeben ist oder der Einfluss des Tochterunternehmens auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert.

Transaktionen über den weiteren Kauf oder Verkauf von Eigenkapitalanteilen mit anderen Gesellschaftern, die den beherrschenden Einfluss der 3U HOLDING AG nicht berühren, führen zu keiner Veränderung des Goodwills. Die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen oder erhaltenen Gegenleistung und dem auf die betreffenden nicht beherrschenden Anteile entfallenden Buchwert des Eigenkapitals ist erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital zu verrechnen.

Bei der Veräußerung eines Tochterunternehmens sowie anderer Ereignisse, die zu einer Entkonsolidierung führen, werden die bis dahin einbezogenen Vermögenswerte und Schulden sowie ein zugeordneter Goodwill mit dem Veräußerungserlös verrechnet.

IFRS 11 unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von gemeinsamen Vereinbarungen:

gemeinschaftliche Tätigkeit;

Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture).

Ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien gemeinschaftliche Beherrschung ausüben und Rechte am Nettovermögen des Beteiligungsunternehmens innehaben.

Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn zwei oder mehr Unternehmen eine Vereinbarung treffen, bei der sie unmittelbar Rechte aus den Vermögenswerten und Pflichten aus den Verbindlichkeiten haben.

Die Bilanzierung der Beteiligung an Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) erfolgt unter Verwendung der Equity-Methode gemäß IAS 28.

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf welches der Konzern durch die Möglichkeit der Mitwirkung an dessen finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungsprozessen maßgeblich Einfluss nehmen kann und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) des Konzerns darstellt.

Die Ergebnisse zu Beteiligungen von assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode gemäß IAS 28 einbezogen.

Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden mit den historischen Anschaffungskosten bilanziert und an im Nachgang des Erwerbs entstehende Änderungen des Konzernanteils am Reinvermögen des Gemeinschaftsunternehmens oder assoziierten Unternehmens angepasst sowie um Wertminderungen der einzelnen Anteile verringert. Entspricht oder übersteigt der Anteil an den Verlusten eines Gemeinschaftsunternehmens bzw. eines assoziierten Unternehmens den Wert des Beteiligungsbuchwertes dieses Unternehmens, erfasst 3U keine weiteren Verlustanteile, es sei denn, 3U ist entsprechende Verpflichtungen eingegangen.

2.2.2 Fremdwährungsumrechnung

In den 3U Konzern wurden in den Jahren 2019 und 2018 keine Auslandsgesellschaften einbezogen, deren funktionale Währung (lokale Währung) nicht der Euro ist. Eine Umrechnung der funktionalen Währung ist deshalb nicht erfolgt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem Kurs zum Zeitpunkt der erstmaligen Buchung des Geschäftsvorfalls bewertet. Bis zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste aus der Bewertung von Finanzinstrumenten sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Die Umrechnungskurse für Fremdwährungen stellen sich wie folgt dar:

Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag (1 EUR in Fremdwährungseinheiten) Jahresdurchschnittskurs (1 EUR in Fremdwährungseinheiten)
2019 2018 2019 2018
Währung USD 1,1234 1,1450 1,1195 1,1810

Im Geschäftsjahr 2019 ergaben sich im Saldo wie im Vorjahr keine nennenswerten Aufwendungen und Erträge aus Wechselkursänderungen bei Fremdwährungsgeschäften. Die Erfassung innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen.

2.2.3 Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des 3U Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit (indirekte Methode), aus dem Investitionsbereich und aus dem Finanzierungsbereich unterschieden.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von Tochterunternehmen werden nur die tatsächlichen Zahlungsströme in der Kapitalflussrechnung gezeigt. Der liquiditätswirksame Betrag aus dem Kauf oder Verkauf von Unternehmen wird als Mittelabfluss/-zufluss aus der Investitionstätigkeit erfasst. Die Summe der Cashflows aus dem Erwerb und der Veräußerung von Tochterunternehmen oder sonstigen Geschäftseinheiten wird gesondert dargestellt und als Investitionstätigkeit klassifiziert.

2.2.4 Verwendung von Schätzwerten und Annahmen

Die Aufstellung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards erfordert Schätzungen und Annahmen, welche die Beträge in den Aktiva und Passiva, den Anhangsangaben und der Gewinn- und Verlustrechnung beeinflussen. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer und der Restwerte von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Bewertung von Forderungen, der Ermittlung abgezinster Cashflows im Rahmen von Werthaltigkeitstests und der Bildung von Rückstellungen. Außerdem bestehen Schätzungsunsicherheiten im Hinblick auf den Ansatz latenter Steuern. Die Schätzungen des Managements beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft. Erforderliche Anpassungen erfolgen gemäß IAS 8.

Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen.

Aus der Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns resultieren verschiedene Rechtsstreitigkeiten. Diese werden regelmäßig geprüft, um die erforderlichen Rückstellungen für wahrscheinliche Ansprüche einschließlich der geschätzten Rechtskosten zu bewerten. Im Hinblick auf die Ungewissheit über den Ausgang dieser Verfahren besteht die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung der künftigen operativen Ergebnisse.

Die 3U ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nichtfinanzieller Vermögenswerte vorliegen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderungen überprüft. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.

2.2.5 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem Gewinn, der jeweils den Aktionären der 3U zugerechnet werden kann, bzw. dem Gewinn (nach Steuern), dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahrs ausstehenden Aktien. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) berechnet 3U unter der Annahme, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere und Vergütungspläne, die auf Wertpapieren basieren, umgewandelt bzw. ausgeübt werden.

2.3 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

2.3.1 Grundzüge der Umsatzrealisierung

Die Umsatzerlöse enthalten sämtliche Erlöse, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns resultieren. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen. Sie werden entsprechend der Leistungserbringung erfasst. Dabei wird grundsätzlich zwischen zeitpunkt- und zeitraumbezogenen Leistungsverpflichtungen unterschieden.

Die Umsatzerlöse im Segment ITK resultieren aus der Tätigkeit als Festnetzanbieter mit eigenem Übertragungsnetz und eigener Vermittlungstechnik sowie aus Leistungen im Zusammenhang mit den eigenen Rechenzentren. Außerdem umfasst dieses Segment die Umsatzerlöse aus dem Vertrieb und Betrieb von cloudbasierten CRM- und ERP-Lösungen sowie aus dem IT-Lizenzhandel.

Im Segment Erneuerbare Energien wurden die externen Umsätze mit der Planung und Entwicklung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien sowie aus der Stromproduktion mit eigenen Anlagen erwirtschaftet.

Im Segment SHK resultierten die Umsätze aus der Vermarktung von Produkten des Bereichs Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie aus der Montage von Komponenten der Gebäudeklimatisierung.

Umsatzerlöse im Bereich sonstige Aktivitäten/Konsolidierung werden außerdem aus der Vermietung von Immobilien erzielt.

Umsatzerlöse aus zeitpunktbezogenen Leistungsverpflichtungen werden erfasst, sobald die Leistung vollständig erbracht wurde und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft dem Unternehmen zufließt.

Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen und Dienstleistungsverträgen (Werkleistungen) werden als zeitraumbezogene Leistungsverpflichtung nach Maßgabe des Leistungsfortschritts realisiert. Der Leistungsfortschritt bzw. Fertigstellungsgrad wird in der Regel durch das Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den am Stichtag geschätzten gesamten Auftragskosten bestimmt (Cost-to-Cost-Methode). Der Ausweis der Aufträge erfolgt aktivisch unter den "Vertraglichen Vermögenswerten" bzw. bei drohendem Verlust passivisch unter den "Vertraglichen Schulden". Soweit Anzahlungen die kumulierte Leistung übersteigen, erfolgt der Ausweis passivisch unter den Verbindlichkeiten. Sonstige Verträge auf Basis von Festpreisen werden ebenfalls zeitraumbezogen über die Laufzeit des Vertrags linear erfasst.

Erlöse, die nicht mit dem operativen Geschäft in Verbindung stehen, werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

2.3.2 Gesamtkosten

Die Gesamtkosten umfassen alle im Berichtsjahr angefallenen Kosten.

2.3.3 Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden bei Anfall in der Gewinn- und Verlustrechnung aufwandswirksam erfasst. Erst kurz vor Marktreife ist die technologische Realisierbarkeit des Produkts erreicht. In der Phase bis zur technologischen Realisierbarkeit sind die Prozesse zwischen Forschungs- und Entwicklungsphasen iterativ eng vernetzt. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die nach dem Erreichen der technologischen Realisierbarkeit entstehen, sind unwesentlich. Im Geschäftsjahr 2019 sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,9 Mio.) im Konzern entstanden.

2.3.4 Zinserträge

Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zum Zeitpunkt der Entstehung erfasst. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten zukünftigen Einzahlungen über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert dieses Vermögenswertes abgezinst werden.

2.3.5 Zinsaufwendungen

Entsprechend den Regelungen des IAS 23 werden Zinsaufwendungen für qualifizierte Vermögenswerte, wenn deren Herstellung einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt, als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Im Geschäftsjahr 2019 wurden wie im Vorjahr keine Zinsaufwendungen aktiviert.

Zinsaufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zum Zeitpunkt der Entstehung erfasst. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten zukünftigen Auszahlungen über die Laufzeit der finanziellen Schulden auf den Nettobuchwert dieser Schulden abgezinst werden.

2.3.6 Ertragsteuern

Ertragsteuern werden gemäß IAS 12 nach der Verbindlichkeitenmethode bilanziert. Als Ertragsteuern werden die steuerlichen Aufwendungen und Erstattungen erfasst, die vom Einkommen und vom Ertrag abhängig sind.

Laufende Steuern werden für die geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zum Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Die latenten Steuern umfassen zu erwartende Steuerzahlungen oder -erstattungen aus temporären Bewertungsunterschieden zwischen der Konzernbilanz und den Steuerbilanzen sowie aus der Nutzung von Verlustvorträgen und aus Konsolidierungsbuchungen. Der aktivierte Goodwill führt nicht zu latenten Steuern. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden mit den zukünftig gültigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des effektiven Inkrafttretens der Gesetzesänderung berücksichtigt werden. Soweit die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern in Zukunft nicht hinreichend wahrscheinlich erscheint, erfolgt kein Ansatz.

2.3.7 Geschäfts- oder Firmenwert

Die aus der Kapitalkonsolidierung abgeleiteten Geschäfts- oder Firmenwerte werden entsprechend IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben. Bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich und darüber hinaus bei Vorliegen von Anzeichen für Wertminderungen auf den wirtschaftlichen Nutzen und auf Wertminderungen überprüft (Impairment-Test) und im Falle einer eingetretenen Wertminderung auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.15 verwiesen.

2.3.8 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 ("Intangible Assets") aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und Wertminderungen. Die planmäßigen Abschreibungen werden unter der Position Abschreibungen ausgewiesen.

Die Abschreibungen von abnutzbaren immateriellen Vermögenswerten erfolgen grundsätzlich über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren.

Nutzungsrechte für Grundstücke, auf denen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien errichtet wurden, werden über die vertraglich vereinbarte Nutzungszeit abgeschrieben.

Die unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen Telekommunikationslizenzen werden über zehn Jahre abgeschrieben. Softwarelizenzen für Übertragungs- und IT-Technik werden über drei bis zehn Jahre abgeschrieben.

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.15 verwiesen.

2.3.9 Sachanlagen

Sachanlagen werden gemäß IAS 16 auf Basis der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden ihre Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz eliminiert und der aus einem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich Anschaffungsnebenkosten und nachträglicher Anschaffungskosten sowie den Barwert von Rückbauverpflichtungen. Finanzierungskosten nach IAS 23 werden in die Kosten der Anlagegüter einbezogen.

Abschreibungen werden über die nachfolgenden geschätzten Nutzungsdauern unter Beachtung eines Restbuchwertes linear berechnet und unter der Position Abschreibungen ausgewiesen:

Gebäude 25-40 Jahre Vermittlungstechnik 5 Jahre
Energieerzeugungsanlagen 10-25 Jahre Übertragungstechnik 5-8 Jahre
Betriebsausstattung 4 Jahre Mietereinbauten Laufzeit des Mietvertrags
Geschäftsausstattung 3-13 Jahre

Auf Grund und Boden sowie grundstücksgleiche Rechte werden keine planmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

Die verwendeten Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden in jeder Periode überprüft, um sicherzustellen, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzen aus Gegenständen des Sachanlagevermögens übereinstimmen. Sind die Anschaffungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage wesentlich - gemessen an den gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten - setzt 3U diese Komponenten einzeln an und schreibt diese ab.

Die Kosten für Rückbauverpflichtungen wurden mit der Entstehung der Verpflichtung bei Vertragsabschluss je Standort individuell bewertet und bei Bildung einer entsprechenden Rückstellung aktiviert; sie werden jährlich auf Aktualität überprüft und erforderlichenfalls angepasst.

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.15 verwiesen.

2.3.10 Nutzungsrechte

Zum 31. Januar 2019 wurden erstmals Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 in Höhe von TEUR 3.650 Euro ausgewiesen. Diese betreffen Nutzungsrechte an Grundstücken und Bauten in Höhe von TEUR 3.155 und Nutzungsrechte an anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 495.

Das Nutzungsrecht wird nach den Vorschriften für immaterielle Vermögenswerte planmäßig über die kürzere Periode von Nutzungsdauer oder Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Nutzungsrechte im 3U Konzern haben zum 31. Dezember 2019 eine Laufzeit von bis zu 23 Jahren.

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.14 verwiesen.

2.3.11 Anlageimmobilien

Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder langfristigen Wertsteigerungen gehalten und weder in der Produktion noch für Verwaltungszwecke eingesetzt werden, werden gesondert unter den Anlageimmobilien ausgewiesen. Die Bewertung dieser als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Abschreibungen werden über die nachfolgenden geschätzten Nutzungsdauern linear berechnet:

Gebäude 25-40 Jahre

Auf Grund und Boden sowie grundstücksgleiche Rechte werden keine planmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.15 verwiesen.

2.3.12 Fremdkapitalkosten

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.5 verwiesen.

2.3.13 Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden als Kredite und Forderungen und als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Bei dem erstmaligen Ansatz von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Gesellschaft legt die Klassifizierung ihrer finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres. Nach dem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Gewinne oder Verluste erfolgsneutral unter Berücksichtigung latenter Steuern über das Gesamtergebnis im Eigenkapital erfasst werden. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Finanzinvestition ausgebucht oder an dem eine Wertminderung der Finanzinvestition festgestellt wird, wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 waren keine zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte im Bestand.

Abweichend hiervon werden Beteiligungen nicht zum Zeitwert bewertet, da dieser nicht zuverlässig ermittelbar ist. Die Bilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag, d. h. zu dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Marktübliche Käufe oder Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Finanzielle Vermögenswerte, die als Kredite und Forderungen klassifiziert wurden, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich der möglichen Wertminderungen bewertet, wobei das Unternehmen die Effektivzinsmethode anwendet. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst.

In der Bilanz enthaltene sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte umfassen sonstige kurzfristige Forderungen. Die Vermögenswerte werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt und, soweit Risiken bereits eingetreten sind, einzelwertberichtigt.

Auf Basis einer konzerneinheitlichen Altersstrukturierung werden pauschalierte Einzelwertberichtigungen vorgenommen.

Fremdwährungsforderungen werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Wechselkursbedingte Wertänderungen werden erfolgswirksam erfasst.

Liquide Mittel

Liquide Mittel (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) umfassen alle liquiditätsnahen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt der Anschaffung bzw. der Anlage eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Darin enthalten sind Festgelder, die als Sicherheiten hinterlegt sind. Diese sind nicht Bestandteil des Finanzmittelfonds und werden in der Kapitalflussrechnung herausgerechnet.

Wertminderungen bei Finanzinstrumenten

Liegen bei finanziellen Vermögenswerten der Kategorien Kredite und Forderungen objektive, substanzielle Anzeichen für eine Wertminderung vor, erfolgt eine Prüfung, ob der Buchwert den Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsmittelflüsse, die mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden, übersteigt. Sollte dies der Fall sein, wird eine Wertminderung in Höhe der Differenz vorgenommen. Hinweise auf Wertminderung sind u. a. eine wesentliche Verschlechterung der Bonität, eine besondere Vertragsverletzung, die hohe Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder einer anderen Form der finanziellen Restrukturierung des Schuldners oder das Verschwinden eines aktiven Marktes. Soweit Risiken bereits eingetreten sind, erfolgt eine Einzelwertberichtigung. Bei Wegfall der Gründe für zuvor vorgenommene Wertminderungen werden entsprechende Zuschreibungen - nicht jedoch über die Anschaffungskosten hinaus - getätigt.

Ausbuchung

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten betreffen originäre Verbindlichkeiten. Originäre Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn 3U eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bzw. zum Wert der erhaltenen Zahlungsmittel abzüglich ggf. angefallener Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt bei den Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem Barwert der Miet- bzw. Leasingraten angesetzt. In den Folgeperioden führen die in den Miet- und Leasingraten enthaltenen Tilgungsanteile zu einer Verminderung der Verbindlich keit.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

2.3.14 Leasingverhältnisse

IFRS 16 ersetzt IAS 17 Leasingverhältnisse sowie die dazugehörigen Interpretationen. Nach dem neuen Ein-Modell-Ansatz muss 3U als Leasingnehmer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für die meisten Leasingverhältnisse in der Bilanz ausweisen. Lediglich kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasinggegenstände von geringem Wert wurden nicht angesetzt. Während 3U als Leasingnehmer nicht mehr zwischen Operating- und Finanzierungs-Leasing unterscheiden muss, bleibt für 3U als Leasinggeber diese Unterscheidung erhalten.

IFRS 16 definiert ein Leasingverhältnis als einen Vertrag, bei dem das Recht zur Nutzung (i. S. v. Beherrschung bzw. Kontrolle) eines identifizierten Vermögenswerts (Nutzungsrecht) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt oder für eine Gegenleistung übertragen wird. Der Leasinggegenstand muss identifizierbar sein und 3U als Leasingnehmer muss ihn beherrschen können.

Für alle Leasingverhältnisse bilanziert 3U als Leasingnehmer ein Nutzungsrecht an einem Vermögenswert sowie eine Leasingverbindlichkeit zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggeber 3U den Vermögenswert zur Nutzung überlässt.

Die Leasingverbindlichkeit hat 3U als Leasingnehmer in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingzahlungen zu Beginn des Leasing verhältnisses anzusetzen. Die Leasingzahlungen setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Fixe Leasingzahlungen

Variable Leasingzahlungen, die von der Entwicklung eines Index oder Kurses abhängen

Erwartete Zahlungen für Restwertgarantien

Ausübungspreis einer Kaufoption, sofern die Ausübung hinreichend sicher ist

Strafzahlungen für vorzeitige Vertragsbeendigungen, sofern auf Grund der Laufzeit des Leasingverhältnisses anzunehmen ist, dass der Leasingnehmer diese Option wahrnimmt

Bei der Bewertung ist der dem Leasingverhältnis zu Grunde liegende Zinssatz oder der Grenzfremdkapitalkostensatz von 3U heranzuziehen.

Im Zugangszeitpunkt hat 3U als Leasingnehmer das Nutzungsrecht zu Anschaffungskosten, die sich aus folgenden Komponenten zusammensetzen, zu bewerten:

Zugangswert der Leasingverbindlichkeit

Leasingzahlungen, die vor oder zu Beginn des Leasingverhältnisses geleistet wurden, abzüglich Anreizzahlungen zu Gunsten des Leasingnehmers

Etwaige anfängliche direkte Kosten des Leasingnehmers

Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt entsprechend den Vorschriften für Finanzinstrumente nach IFRS 9 nach der Effektivzinsmethode, d. h. der Buchwert der Leasingverbindlichkeit wird unter Anwendung des zur Abzinsung verwendeten Zinssatzes aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Hieraus ergibt sich ein degressiver Zinsverlauf.

Das Nutzungsrecht wird nach den Vorschriften für immaterielle Vermögenswerte planmäßig über die kürzere Periode von Nutzungsdauer (useful life) oder Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung wird gesondert als Abschreibungen auf den Vermögenswert und Zinsen aus der Verbindlichkeit vorgenommen.

Gemäß den bisherigen Regelungen aus IAS 17 wurde ein Leasingverhältnis als Finance Lease eingestuft, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen werden. Die Klassifizierung von Leasingverhältnissen war daher von dem wirtschaftlichen Gehalt der Vereinbarung und nicht von einer bestimmten formalen Vertragsform abhängig.

Im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses gehaltene Vermögenswerte wurden erstmalig als Vermögenswerte des Konzerns zu ihrem beizulegenden Zeitwert zu Beginn des Leasingverhältnisses oder, falls dieser niedriger ist, zum Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die Abschreibung erfolgte über die Leasingvertragslaufzeit oder die kürzere Nutzungsdauer des Leasing vermögenswertes. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wurde innerhalb der Bilanz als Verpflichtung aus Finanzierungsleasingverhältnissen gezeigt.

Die Leasingzahlungen wurden so in Zinsaufwendungen und Tilgung der Leasingverpflichtung aufgeteilt, dass eine konstante Verzinsung der verbleibenden Verbindlichkeit erzielt wurde. Zinsaufwendungen wurden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Mietzahlungen aus Operating Leasingverhältnissen wurden gemäß den bisherigen Regelungen nach IAS 17 als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst, es sei denn, eine andere systematische Grundlage entspricht eher dem zeitlichen Nutzenverlauf für den Leasingnehmer.

2.3.15 Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte

3U überprüft den Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) mindestens einmal jährlich auf mögliche Wertminderung in Übereinstimmung mit den Konzern-Bilanzierungsvorschriften. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der dem Goodwill zugeordnet wurde, ist mit Schätzungen des Managements verbunden. Die Gesellschaft bestimmt diese Werte mit Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) basieren. Diesen diskontierten Cashflows liegen Drei-Jahres-Prognosen zugrunde, die auf vom Management genehmigten Finanzplänen aufbauen. Die Cashflow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf der besten, vom Management vorgenommenen Einschätzung über künftige Entwicklungen. Cashflows jenseits der Planungsperiode werden ohne Wachstumsraten extrapoliert. Dabei wurden Aufwendungen und Erträge, die aus Erweiterungsinvestitionen resultieren, nicht berücksichtigt.

Im Rahmen der Überprüfung auf Wertminderung wird der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Goodwill jeder einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet, die voraussichtlich von den Synergien aus dem Zusammenschluss profitiert. Wertminderungen des Goodwills dürfen nicht rückgängig gemacht werden. Übersteigt die Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert des ihr zugeordneten Goodwills, ist die darüber hinausgehende Wertminderung durch anteilige Minderung von Buchwerten der der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Vermögenswerte zu erfassen.

Die Goodwills wurden im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen innerhalb der Segmente Erneuerbare Energien und SHK ermittelt. Die in Vorjahren entstandenen Goodwills sind den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "Onlineshop", Projektentwicklung und Gewinnung von Windenergie zugeordnet.

Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte des Unternehmens werden zumindest an jedem Bilanzstichtag einer Überprüfung unterzogen, um festzustellen, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes ermittelt, um die Höhe des entsprechenden Wertminderungsaufwands, falls vorhanden, zu bestimmen. Erzielt der Vermögenswert keine Zahlungsmittelzuflüsse, die unabhängig von anderen Vermögenswerten sind, erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags für den einzelnen Vermögenswert auf Ebene der zahlungsmittel generierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört.

Liegt der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) unter seinem Buchwert, ist dieser auf den erzielbaren Betrag abzuschreiben. Der Wertminderungsaufwand ist sofort ergebniswirksam zu erfassen. Soweit Wertaufholungen nach IAS 36 geboten sind, werden sie ergebniswirksam erfasst.

Zugeschrieben wird auf den neu festgestellten erzielbaren Betrag. Es wird jedoch höchstens bis zu dem Betrag zugeschrieben, der sich als Buchwert ergeben würde, wenn zuvor keine Abwertung stattgefunden hätte.

Langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten, die in einer einzigen Transaktion veräußert werden (Veräußerungsgruppe), die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, werden einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Schulden grundsätzlich zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Auf zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte werden keine planmäßigen Abschreibungen mehr vorgenommen.

2.3.16 Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten angesetzt. Die Anschaffungskosten werden grundsätzlich im Rahmen der Einzelbewertung oder nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Die Herstellungskosten umfassen direkt zurechenbare Kosten und produktionsbezogene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen. Bestandsrisiken, die sich durch eingeschränkte Verwertbarkeit oder eine erhebliche Lagerdauer ergeben, werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.

2.3.17 Rückstellungen

Die Rückstellungen werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten aus einem Ereignis der Vergangenheit besteht, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des künftigen Mittelabflusses zuverlässig geschätzt werden kann. Die Höhe der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten richtet sich danach, wie der Vorstand den Ausgang des Streites aufgrund der zum Bilanzstichtag bekannten Fakten nach bestem Wissen und Gewissen beurteilt. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem voraussichtlichen auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

2.3.18 Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 ("Income Taxes") für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den steuerbilanziellen Werten von Aktiva und Passiva und den Werten der einzelnen Bilanzposten gemäß IFRS gebildet. Latente Steueransprüche werden in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Die Grundlage bildet dabei die aus der vom Management genehmigten Drei-Jahres-Planung abgeleitete Prognose des zu versteuernden Ergebnisses. Die Beurteilung und Bewertung der aktiven latenten Steuern wird an jedem Bilanzstichtag unter Berücksichtigung aktueller Einschätzungen gemäß IAS 12.37 und IAS 12.56 erneut überprüft.

Latente Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden in dem Umfang aktiviert, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen erzielen wird.

Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. zukünftig anzuwenden sind. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, soweit sie Ertragsteuern betreffen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und der Konzern beabsichtigt, den Ausgleich seiner laufenden Steueransprüche und Steuerschulden auf Nettobasis vorzunehmen.

2.3.19 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Steuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern sowie übrige sonstige Verbindlichkeiten. Sie werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem Rückzahlungsbetrag, gegebenenfalls abgezinst, angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs bewertet.

2.3.20 Erwerb eigener Aktien

Eigene Aktien werden als Abzug vom Eigenkapital ausgewiesen. Bei Rückerwerb von eigenen Aktien werden die gesamten Anschaffungskosten der eigenen Anteile in einer Summe vom Eigenkapital abgezogen (one-line-adjustment).

2.3.21 Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Der Konzern gewährt dem Vorstand und den Mitarbeitern aktienkursorientierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente. Die Vergütung durch Eigenkapitalinstrumente wird zum Zusagezeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der zum Zusagezeitpunkt bestimmte beizulegende Zeitwert der aktienkursorientierten Vergütungen durch Eigenkapitalinstrumente wird linear über die Sperrperiode bzw. Wartefrist aufwandswirksam und in der Kapitalrücklage erfasst. Dies geschieht auf der Grundlage der konzerninternen Schätzung der Aktienanzahl, die zu einer Zusatzvergütung berechtigt.

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern seine Schätzungen bzgl. der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die unverfallbar werden. Die Auswirkungen der Schätzungsänderungen werden, sofern vorhanden, über den verbleibenden Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst.

Im Rahmen des Aktienoptionsplans 2018 wurden 2.635.998 Aktienoptionen ausgegeben, von denen zum Bilanzstichtag 20.000 verfallen sind. Die Ausübung der Optionsrechte ist nach Ablauf einer vierjährigen Sperrfrist innerhalb von acht Jahren, beginnend mit dem Tag der Ausgabe der Option, möglich. Zum 31. Dezember 2019 liegt der Aktienkurs (Basiswert der Option) mit EUR 1,69 je Aktie deutlich oberhalb des Ausübungspreises von EUR 1,24 je Aktie. Die aus der Vergangenheit abgeleitete Volatilität des Aktienkurses führt dazu, dass der beizulegende Zeitwert der Option im Zeitpunkt der Ausgabe der Aktienoptionen EUR 0,198 beträgt.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine weiteren Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

2.3.22 Vergleichszahlen

Soweit erforderlich werden Vergleichszahlen angepasst, um die Vergleichbarkeit mit dem laufenden Jahr aufgrund von Ausweisänderungen wiederherzustellen.

2.3.23 Zeitwertermittlung

Der beizulegende Zeitwert wird als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts betrifft jeweils einen bestimmten Vermögenswert bzw. eine bestimmte Schuld. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts werden folglich die Merkmale des betreffenden Vermögenswerts bzw. der betreffenden Schuld berücksichtigt, die ein Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld am Bemessungsstichtag berücksichtigen würde. Solche Merkmale schließen unter anderem Folgendes ein:

a)

Zustand und Standort des Vermögenswerts und

b)

Verkaufs- und Nutzungsbeschränkung bei dem Vermögenswert.

Mit dem Ziel der Erhöhung der Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts und den damit verbundenen Angaben wird eine Bemessungshierarchie festgelegt (sog. "Fair-Value-Hierarchie"). Diese Hierarchie teilt die in den Bewertungstechniken zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen ein. Im Rahmen der Bemessungshierarchie wird in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten (nicht berichtigten) Preisen (Inputfaktoren auf Stufe 1) die höchste Priorität eingeräumt, während nicht beobachtbare Inputfaktoren die niedrigste Priorität erhalten (Inputfaktoren auf Stufe 3).

Inputfaktoren auf Stufe 2 sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind.

3 Konsolidierungskreis

Im Wege der Vollkonsolidierung einbezogene Tochtergesellschaften:

Firma Sitz Land Anteil der 3U HOLDING AG *
010017 Telecom GmbH Marburg Deutschland 100 %
3U ENERGY AG ** Marburg Deutschland 99,998 %
3U ENERGY PE GmbH Berlin Deutschland 99,998 %
3U Euro Energy Systems GmbH ** Marburg Deutschland 99,996 %
3U TELECOM GmbH Marburg Deutschland 100 %
3U TELECOM GmbH Wien Österreich 100 %
Calefa GmbH Montabaur Deutschland 60 %
ClimaLevel Energiesysteme GmbH Köln Deutschland 75 %
Discount Telecom S&V GmbH Marburg Deutschland 100 %
Exacor GmbH Marburg Deutschland 100 %
fon4U Telecom GmbH Marburg Deutschland 100 %
Immowerker GmbH ** Marburg Deutschland 100 %
InnoHubs GmbH Würzburg Deutschland 75 %
LineCall Telecom GmbH Marburg Deutschland 100 %
Märkische Windkraft 110 GmbH & Co. KG ** Berlin Deutschland 99,998 %
OneTel Telecommunication GmbH Marburg Deutschland 100 %
PELIA Gebäudesysteme GmbH Montabaur Deutschland 100 %
Repowering Sachsen-Anhalt GmbH Marburg Deutschland 99,998 %
RISIMA Consulting GmbH Marburg Deutschland 100 %
samoba GmbH ** Bad Honnef Deutschland 70 %
Selfio GmbH Bad Honnef Deutschland 100 %
Solarpark Adelebsen GmbH ** Adelebsen Deutschland 100 %
weclapp SE Frankfurt am Main Deutschland 74,9998 %
Windpark Klostermoor GmbH & Co. Betriebs-KG Kirchroth Deutschland 95,61 %
Windpark Langendorf GmbH & Co. KG Marburg Deutschland 99,998 %
Windpark Langendorf Verwaltungsgesellschaft mbH Marburg Deutschland 99,998 %

* An den Gesellschaften ist die 3U HOLDING AG mittelbar oder unmittelbar beteiligt.

** Es bestehen Beschränkungen hinsichtlich von Darlehenstilgungen bzw. Ergebnisausschüttungen aufgrund einer Patronatserklärung bzw. Rangrücktrittserklärung seitens der Muttergesellschaft oder aufgrund von Kapitaldienstbestimmungen in Darlehensverträgen. Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 6.8 verwiesen.

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Gegenüber dem 31. Dezember 2018 hat sich die im Nachfolgenden dargestellte Veränderung im Konsolidierungskreis ergeben.

Am 28. Februar 2019 wurde die InnoHubs GmbH mit Sitz in Würzburg gegründet. Der Anteil der 3U HOLDING AG an der Gesellschaft beträgt 75 %. Gegenstand der Gesellschaft ist insbesondere die Entwicklung und der Bau einer Immobilie im Würzburger Gewerbegebiet "Skyline Hill" sowie deren Verwaltung, Bewirtschaftung und die Vermietung dieser Immobilie. Mit dem Erwerb des Grundstücks und dem damit verbundenen Beginn der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft wird diese als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Aufgrund der Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit im Jahr 2019 wurden die Gesellschaften samoba GmbH mit Sitz in Bad Honnef und Calefa GmbH mit Sitz in Montabaur ab dem 1. Januar 2019 als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Im März 2019 hatte die 3U HOLDING AG die Atrium 141. Europäische VV SE mit Sitz in Frankfurt zu 75 % erworben. Am 15. März 2019 wurde zwischen der Atrium 141. Europäische VV SE und der weclapp GmbH ein Verschmelzungsvertrag unterzeichnet. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat am 1. August 2019 die Verschmelzung der weclapp GmbH auf die Societas Europaea (SE) ins Handelsregister eingetragen. Ebenso wurde die Gesellschaft in weclapp SE umfirmiert. Wie schon zuvor hält die 3U HOLDING AG rund 75% der Anteile an der weclapp SE. Entsprechend wird die Gesellschaft als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum 31. Dezember 2019 werden neben der 3U HOLDING AG 26 (31. Dezember 2018: 23) in- und ausländische Tochtergesellschaften in den Konsolidierungskreis einbezogen, bei denen die 3U HOLDING AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte bzw. über die Möglichkeit zur Kontrolle verfügt.

13 (31. Dezember 2018: 15) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowohl einzeln als auch gemeinsam von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um nicht aktive Gesellschaften. Sie werden zu Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen bewertet und innerhalb der langfristigen Vermögenswerte ausgewiesen.

Gemeinschaftsunternehmen

Nach der "at equity"-Methode einbezogene Gemeinschaftsunternehmen:

Firma Sitz Land Anteil der 3U HOLDING AG *
Spider Telecom GmbH Marburg Deutschland 50 %

* An der Gesellschaft ist die 3U HOLDING AG unmittelbar beteiligt.

Es wird auf die Ausführungen unter Ziffer 6.1.5 verwiesen.

Übrige Finanzanlagen

Die Windkraft Lüdersdorf II GmbH & Co. OHG ist eine Gesellschaft zur Errichtung und Unterhaltung der Infrastruktur eines Windparkprojektes mit mehreren Betreibergesellschaften. Die Gesellschaft übt keine weitere Geschäftstätigkeit aus.

Die Windparkprojektgesellschaften Windpark Bürgerenergie Ostprignitz-Ruppin 3 GmbH & Co. KG und Windpark Bürgerenergie Teltow-Fläming 3 GmbH & Co. KG sind nicht aktiv.

Am 29. November 2019 hat die 3U HOLDING AG mittelbar mehr als 40 % der Kommanditanteile an der Windpark Roge GmbH & Co. Betriebs-KG erworben. Erst mit Übernahme der Komplementärin Windpark Roge GmbH und der Übernahme der Geschäfts- und Betriebsführung des Windparks zum 1. Januar 2020 werden die Gesellschaften als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzern - abschluss einbezogen.

Die übrigen Gesellschaften üben keine bzw. noch keine wesentliche Geschäftstätigkeit aus. Der Einfluss dieser Gesellschaften auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist sowohl einzeln als auch gemeinsam von untergeordneter Bedeutung.

Firma Sitz Land Anteil der 3U HOLDING AG * Währung Eigenkapital Ergebnis des Geschäftsjahres 2019
3U DYNAMICS GmbH Marburg Deutschland 100 % EUR 46.834,10 -1.400,60
3U MOBILE GmbH Marburg Deutschland 100 % EUR 7.553,27 -789,47
ACARA Verwaltung GmbH Marburg Deutschland 100 % EUR 19.625,05 2.139,00
EEPB Erneuerbare Energien Planungs- und Beratungs gesellschaft mbH Marburg Deutschland 100 % EUR 57.676,27 -335,88
Märkische Windkraft 89 GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR 586,52 -1.913,59
Märkische Windkraft 112 GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR -10.321,76 -1.235,87
Triast GmbH in Liquidation ** Kreuzlingen Schweiz 100 % CHF -1.270,41 -1.839,45
Windkraft Lüdersdorf II GmbH & Co. OHG *** Berlin Deutschland 39,992 % EUR 2.134.966,19 -154.376,34
Windpark DBF GmbH Marburg Deutschland 100 % EUR 4.181,04 -900,47
Windpark Bürgerenergie Ostprignitz-Ruppin 3 GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 9,090 % EUR -2.550,26 -1.205,13
Windpark Bürgerenergie Teltow-Fläming 3 GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 8,330 % EUR -2.376,20 -1.347,57
Windpark Havelland Projekt II GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR -2.992,14 -415,87
Windpark Merzdorfer Heide I GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR -8.517,34 -715,87
Windpark Merzdorfer Heide II GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR -1.401,12 -216,05
Windpark Ruppin Projekt GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR -1.280,94 -245,87
Windpark Ruppin Projekt 2 GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 99,998 % EUR -614,57 -250,87

* An den Gesellschaften ist die 3U HOLDING AG mittelbar oder unmittelbar beteiligt.

** Jahresabschluss 2018

*** Vorläufiger Jahresabschluss 2018

4 Segmentberichterstattung

Entsprechend den Regeln des IFRS 8, Geschäftssegmente, stellt die Segmentberichterstattung der 3U HOLDING AG auf den "Management Approach" in Bezug auf die Segment-Identifikation ab.

Die Informationen, die regelmäßig Vorstand und Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt werden, sind demnach als maßgeblich für die Segmentdarstellung zu betrachten.

Gemäß der internen Berichterstattung weist die 3U in ihrer Segmentberichterstattung die Segmente ITK, Erneuerbare Energien, SHK sowie zusätzlich die sonstigen Aktivitäten und die Überleitung zum Konzern aus.

Das Segment ITK umfasst die Aktivitäten Voice Retail, Voice Business und Data Center Services & Operation sowie die Entwicklung, den Vertrieb und Betrieb von cloudbasierten CRM- und ERP-Lösungen und den Handel mit IT-Lizenzen.

Im Segment Erneuerbare Energien deckt der 3U Konzern im Wesentlichen die Projektentwicklung im Bereich der Windkraft und die Stromerzeugung mit eigenen Anlagen unter Verwendung von Wind- und Sonnenenergie ab.

Neben der Montage von Komponenten der Gebäudeklimatisierung gehört zu dem Segment SHK der Vertrieb von Produkten des Bereichs Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik an Großhändler, Handwerker und Selberbauer. Dieser Vertrieb erfolgt im Wesentlichen über konzerneigene Onlineshops.

Neben den zuvor beschriebenen Segmenten werden die sonstigen Aktivitäten und auch die erforderlichen Konzernkonsolidierungsbuchungen als Überleitung gesondert dargestellt.

Der Ausweis in der Segmentberichterstattung erfolgt nach Intra-Segment-Konsolidierung, während die Inter-Segment-Konsolidierung im Rahmen der Überleitung auf den Konzern erfolgt.

Eine ausführliche Beschreibung der Segmente und ihrer Entwicklung findet sich im zusammengefassten Lagebericht unter der Darstellung des Geschäftsverlaufs.

Segmentberichterstattung 2019 1.1.-31.12.2019 (in TEUR) ITK Erneuerbare Energien SHK Zwischensumme
Umsatz mit Dritten 13.105 7.220 30.378 50.703
Umsätze mit anderen Segmenten/Bereichen 957 0 1 958
Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) 1.956 71 17.661 19.688
Gesamter Umsatz 16.018 7.291 48.040 71.349
Abzüglich Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) -1.956 -71 -17.661 -19.688
Segment-/Konzernumsatz 14.062 7.220 30.379 51.661
Andere Erträge 1.425 681 519 2.625
Bestandsveränderung 0 -200 48 -152
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 0 0 0
Materialaufwand -5.326 -144 -23.265 -28.735
Rohergebnis 10.161 7.557 7.681 25.399
Personalaufwand -4.702 -281 -3.956 -8.939
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.665 -2.372 -3.815 -8.852
EBITDA 2.794 4.904 -90 7.608
Abschreibungen -707 -2.953 -302 -3.962
EBIT 2.087 1.951 -392 3.646
Finanzergebnis * -36 -1.061 -116 -1.213
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden ** 0 0 0 0
Übriges Finanzergebnis -36 -1.061 -116 -1.213
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 353 -500 -99 -246
Periodenergebnis * 2.404 390 -607 2.187
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 324 5 -17 312
Segmentergebnis * /Konzernergebnis 2.080 385 -590 1.875

* Vor Ergebnisabführung

** Die Buchwerte der "at equity" bilanzierten Unternehmen betrugen zum 31. Dezember 2019 TEUR 19 und wurden dem Bereich sonstige Aktivitäten zugeordnet.

Segmentberichterstattung 2019 1.1.-31.12.2019 (in TEUR) Sonstige Aktivitäten Überleitung Konzern
Umsatz mit Dritten 746 0 51.449
Umsätze mit anderen Segmenten/Bereichen 1.231 -2.189 0
Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) 0 -19.688 0
Gesamter Umsatz 1.977 -21.877 51.449
Abzüglich Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) 0 19.688 0
Segment-/Konzernumsatz 1.977 -2.189 51.449
Andere Erträge 5.769 -362 8.032
Bestandsveränderung 0 0 -152
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 85 85
Materialaufwand 0 2 -28.733
Rohergebnis 7.746 -2.464 30.681
Personalaufwand -2.713 0 -11.652
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.531 2.452 -8.931
EBITDA 2.502 -12 10.098
Abschreibungen -718 80 -4.600
EBIT 1.784 68 5.498
Finanzergebnis * 1.013 -648 -848
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden ** 6 0 6
Übriges Finanzergebnis 1.007 -648 -854
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 -246
Periodenergebnis * 2.797 -580 4.404
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 0 0 312
Segmentergebnis * /Konzernergebnis 2.797 -580 4.092
Segmentberichterstattung 2018 1.1.-31.12.2018
(in TEUR)
ITK Erneuerbare Energien SHK Zwischensumme
Umsatz mit Dritten 14.088 6.220 26.670 46.978
Umsätze mit anderen Segmenten/Bereichen 690 76 2 768
Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) 2.531 118 15.626 18.275
Gesamter Umsatz 17.309 6.414 42.298 66.021
Abzüglich Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) -2.531 -118 -15.626 -18.275
Segment-/Konzernumsatz 14.778 6.296 26.672 47.746
Andere Erträge 748 819 335 1.902
Bestandsveränderung 0 546 7 553
Andere aktivierte Eigenleistungen 22 0 0 22
Materialaufwand -7.863 -906 -20.500 -29.269
Rohergebnis 7.685 6.755 6.514 20.954
Personalaufwand -3.800 -468 -3.228 -7.496
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.981 -2.304 -2.879 -7.164
EBITDA 1.904 3.983 407 6.294
Abschreibungen -378 -2.772 -101 -3.251
EBIT 1.526 1.211 306 3.043
Finanzergebnis * -30 -1.059 -69 -1.158
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden ** 0 0 0 0
Übriges Finanzergebnis -30 -1.059 -69 -1.158
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 556 -137 -99 320
Periodenergebnis * 2.052 15 138 2.205
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 176 -6 50 220
Segmentergebnis * /Konzernergebnis 1.876 21 88 1.985

* Vor Ergebnisabführung

** Die Buchwerte der "at equity" bilanzierten Unternehmen betrugen zum 31. Dezember 2018 TEUR 14 und wurden dem Bereich sonstige Aktivitäten zugeordnet.

Segmentberichterstattung 2018 1.1.-31.12.2018
(in TEUR)
Sonstige Aktivitäten Überleitung Konzern
Umsatz mit Dritten 995 0 47.973
Umsätze mit anderen Segmenten/Bereichen 1.142 -1.910 0
Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) 0 -18.275 0
Gesamter Umsatz 2.137 -20.185 47.973
Abzüglich Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) 0 18.275 0
Segment-/Konzernumsatz 2.137 -1.910 47.973
Andere Erträge 3.774 -889 4.787
Bestandsveränderung 0 0 553
Andere aktivierte Eigenleistungen 17 0 39
Materialaufwand 0 635 -28.634
Rohergebnis 5.928 -2.164 24.718
Personalaufwand 2.796 0 -10.292
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.692 2.147 -7.709
EBITDA 440 -17 6.717
Abschreibungen -742 -19 -4.012
EBIT -302 -36 2.705
Finanzergebnis * 1.337 -1.051 -872
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden ** 1 0 1
Übriges Finanzergebnis 1.336 -1.051 -873
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 320
Periodenergebnis * 1.035 -1.087 2.153
Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend 0 0 220
Segmentergebnis * /Konzernergebnis 1.035 -1.087 1.933

* Vor Ergebnisabführung

** Die Buchwerte der "at equity" bilanzierten Unternehmen betrugen zum 31. Dezember 2018 TEUR 14 und wurden dem Bereich sonstige Aktivitäten zugeordnet.

Der Vorstand der 3U legt als wesentliche Erfolgsgröße für den Geschäftserfolg eines Segments den Segmentumsatz mit den intersegmentären Umsätzen, das EBITDA und das Segmentergebnis vor Ergebnisabführung fest, da diese aus seiner Sicht ausschlaggebend für den Segmenterfolg sind. Bei den unter der Position Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) ausgewiesenen Umsätzen handelt es sich um Umsätze, die innerhalb des identischen Segments entstanden sind. Es ist zu beachten, dass die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - soweit Organschaftsverhältnisse mit der 3U HOLDING AG bestehen - vom Organträger, der 3U HOLDING AG getragen werden.

Für den 3U Konzern ergaben sich folgende Cashflow-Kenngrößen:

Cashflow-Kenngrößen 2019 (in TEUR) 1.1.-31.12.2019 ITK Erneuerbare Energien SHK Sonstige Aktivitäten/ Überleitung Konzern
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 2.982 4.745 -1.619 -1.427 4.681
Cashflow aus Investitionstätigkeit -347 -1.407 -796 11.720 9.170
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.987 -2.708 2.784 -3.705 -5.616
Cashflow-Kenngrößen 2018 (in TEUR) 1.1.-31.12.2018 ITK Erneuerbare Energien SHK Sonstige Aktivitäten/ Überleitung Konzern
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 1.588 2.084 -120 -2.957 595
Cashflow aus Investitionstätigkeit -406 -1.383 -75 9.988 8.124
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.428 -1.315 60 -5.473 -8.156

Zum Zwecke der Überwachung der Ertragskraft und der Verteilung von Ressourcen zwischen den Segmenten beobachtet der Vorstand die Vermögenswerte, die dem einzelnen Segment zugeordnet sind. Die liquiden Mittel werden keinem Segment und auch nicht den sonstigen Aktivitäten zugerechnet.

3U Konzern - Vermögenswerte (in TEUR) ITK Erneuerbare Energien SHK Sonstige Aktivitäten/ Überleitung Summe
Vermögenswerte zum 31.12.2019 12.745 35.621 9.560 2.001 59.927
Vermögenswerte zum 31.12.2018 10.542 36.540 5.847 9.260 62.189
3U Konzern - Vermögenswerte (in TEUR) Nicht zugeordnete Vermögenswerte Summe konsolidierte Vermögenswerte
Vermögenswerte zum 31.12.2019 20.551 80.478
Vermögenswerte zum 31.12.2018 12.301 74.490
3U Konzern - Schulden (in TEUR) ITK Erneuerbare Energien SHK Sonstige Aktivitäten/ Überleitung Summe
Schulden zum 31.12.2019 9.701 46.584 10.297 -32.616 33.966
Schulden zum 31.12.2018 8.241 47.238 5.974 -28.404 33.049
3U Konzern - Schulden (in TEUR) Überleitung * Summe konsolidierte Schulden/ Eigenkapital
Schulden zum 31.12.2019 46.512 80.478
Schulden zum 31.12.2018 41.441 74.490

* Eigenkapital/Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Bei der Segmentberichterstattung wurden die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Dienstleistungen zwischen den Segmenten werden marktüblich unter Beachtung des Fremdvergleichsgrundsatzes anhand von gruppenweit einheitlichen Verrechnungspreismodellen abgerechnet. Im Wesentlichen kommt die Cost-Plus-Methode zur Anwendung. Verwaltungsleistungen werden als Kostenumlage berechnet.

Es sind in 2019 langfristige Vermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 4) im Ausland gelegen.

(In TEUR) Abschreibungen Investitionen
2019 2018 2019 2018
Segment ITK 707 378 348 406
Segment Erneuerbare Energien 2.953 2.772 71 1.031
Segment SHK 302 101 835 84
Sonstige Aktivitäten/Überleitung 638 761 1.783 216
Summe 4.600 4.012 3.037 1.737

In den Investitionen im Segment Erneuerbare Energien ist auch die Investition in den Windpark Klostermoor (Konzernkreisveränderung) enthalten.

Umsatzerlöse der Hauptdienstleistungen

(In TEUR) 2019 2018
Bereiche des Segments ITK
Voice Retail 1.952 2.462
Voice Business Customer 5.026 6.766
Data Center Services & Operation 1.659 1.742
IT-Services/Cloud-Anwendungen 4.643 3.031
Consulting/IT-Security/IT-Lizenzhandel 782 777
Summe Segment ITK 14.062 14.778
Bereiche des Segments Erneuerbare Energien
Wind 5.186 4.090
Photovoltaik 2.018 2.098
Sonstiges 16 108
Summe Segment Erneuerbare Energien 7.220 6.296
Bereiche des Segments SHK
Heizen, Kühlen, Lüften 30.379 26.672
Summe Segment SHK 30.379 26.672
Sonstige Aktivitäten 1.977 2.137
Überleitung -2.189 -1.910
Summe Konzern 51.449 47.973

Der 3U Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr im Segment ITK mit dem größten Kunden einen Umsatzanteil in Höhe von TEUR 2.416 bzw. 4,7% (Vorjahr: TEUR 3.230 bzw. 6,7%) erzielt.

Im Berichtsjahr sind intersegmentäre Umsätze im Segment ITK in Höhe von TEUR 957 (Vorjahr: TEUR 690), im Segment Erneuerbare Energien in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 76) und im Segment SHK in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 2) entstanden. In den sonstigen Aktivitäten wurden Umsätze mit den drei Segmenten in Höhe von TEUR 1.231 (Vorjahr: TEUR 1.142) konsolidiert.

Geografische Informationen zu den Umsatzerlösen

(In TEUR) 2019 2018
ITK 14.062 14.778
Davon Inland 11.657 11.053
Davon Ausland 2.405 3.725
Erneuerbare Energien 7.220 6.296
Davon Inland 7.220 6.169
Davon Ausland 0 127
SHK 30.379 26.672
Davon Inland 27.895 24.402
Davon Ausland 2.484 2.270

Die Zuordnung erfolgte für In- und Ausland nach dem Ort der Lieferung bzw. der sonstigen Leistung.

Die Umsätze im Ausland wurden im Wesentlichen in den im Nachfolgenden aufgeführten Ländern erzielt.

(In TEUR) 2019 2018
Österreich 1.843 1.738
Schweiz 957 1.161
Belgien 401 1.339
Niederlande 368 285
Frankreich 184 85
Vereinigte Staaten von Amerika 174 45
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 170 542

5 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Umsatzerlöse

Die aus der Tätigkeit als Telekommunikationsanbieter erzielten Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen. Die Erfassung des Ertrages erfolgt durch Abrechnung im Anschluss an die Erbringung der Telekommunikationsdienstleistungen. Die Erträge aus bereitgestellten oder gehandelten IT-Lizenzen werden im Voraus berechnet und über den Leistungszeitraum abgegrenzt.

Im Segment Erneuerbare Energien erfolgt die Erfassung des Ertrags aus der Energieerzeugung und Einspeisung durch Abrechnung im Anschluss an die Erbringung der jeweiligen Leistung. Die aus der Planung und Errichtung von Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien erzielten Umsatzerlöse werden ebenfalls ohne Umsatzsteuer ausgewiesen.

Im Segment SHK werden die Umsatzerlöse aus dem Vertrieb von Komponenten aus dem Bereich Sanitär, Heizen und Kühlen sowie mit sonstigen Produkten ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen. Die Erfassung des Ertrages erfolgt durch Abrechnung im Anschluss an die Erbringung der Leistungen.

Erlöse aus der Installation von Heiz- und Klimasystemen werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad (Cost-to-Cost-Methode) vereinnahmt und als Umsatzerlöse ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Diese betreffen in 2019 Erlöse in Höhe von TEUR 7.111 (Vorjahr: TEUR 6.478).

Die kumulierten Kosten der am Stichtag noch laufenden Fertigungsaufträge betragen TEUR 1.823 (Vorjahr: TEUR 1.471), die kumulierten ausgewiesenen Gewinne und Verluste TEUR 584 (Vorjahr: TEUR 535).

Die Erlöse aus der Vermietung von Immobilien werden in der Regel monatlich zu Monatsbeginn vereinnahmt.

Die Konzernumsatzerlöse mit Dritten setzen sich aus den Segmenten zusammen, welche in der Segmentberichterstattung dargestellt sind.

Aufteilung der Umsatzerlöse

(In TEUR) 2019 2018
Dienstleistungen 8.955 11.334
Telefondienstleistungen/DCS 8.637 10.969
IT-Services 310 58
Montage- und Installationsdienstleistungen 0 10
Sonstige 8 97
Verkauf von Gütern 38.373 33.639
Energie und Photovoltaik 7.203 6.188
Heizen, Kühlen, Lüften 30.375 26.662
IT-Lizenzen 782 777
Sonstige Produkte 13 12
Lizenzgebühren 4.333 2.973
Lizenzen (Cloud-Anwendungen) 4.333 2.973
Sonstige Aktivitäten 1.977 2.137
Überleitung -2.189 -1.910
Summe Konzern 51.449 47.973

5.2 Andere Erträge

Die Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 2019 2018
Erträge aus Anlagenabgängen 5.286 2.603
Erträge aus der Verminderung von Wertberichtigungen 979 178
Aufwandsentschädigungen zu Auskünften gemäß TKÜV 976 463
Sachbezüge PKW-Nutzung und sonstige Sachbezüge 383 370
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und von Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 100 84
Periodenfremde Erträge 82 140
Versicherungsentschädigungen 62 93
Unterschiedsbetrag aus Erstkonsolidierung 0 232
Übrige 164 624
Summe 8.032 4.787

Den Erträgen aus der Verminderung von Wertberichtigungen stehen Aufwendungen aus Forderungsverlusten und aus Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber.

Unter den Erträgen aus Anlagenabgängen sind auch die Erträge aus der Veräußerung der Immobilien in Marburg und Montabaur in Höhe von insgesamt rund EUR 5,2 Mio. enthalten. Beide Standorte werden im Rahmen eines marktüblichen Mietverhältnisses weiterhin durch den 3U Konzern genutzt (Sale-and-Leaseback-Transaktionen). Die monatlichen Mietzahlungen betragen in Summe TEUR 36. Die Mietverhältnisse haben zum 31. Dezember 2019 grundsätzlich eine verbleibende Mindestlaufzeit von vier Monaten (Montabaur) bzw. drei Jahren (Marburg).

5.3 Bestandsveränderungen

Die Bestandsveränderungen in Höhe von TEUR -152 (Vorjahr: TEUR 553) umfassen im Wesentlichen unfertige Leistungen im Segment Erneuerbare Energien aus der Windpark-Projektentwicklung sowie fertige Erzeugnisse im Segment SHK.

5.4 Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 85 (Vorjahr: TEUR 39). Es handelt sich hierbei um Eigenleistungen bei dem Ausbau der Logistikaktivitäten im Segment SHK.

5.5 Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich im Wesentlichen aus Kosten für Verbindungsleistungen und Netzwerkkosten sowie den Kosten für Rohmaterial und Handelswaren sowie Aufwendungen für bezogene Leistungen im Bereich Erneuerbare Energien zusammen:

(In TEUR) 2019 2018
Materialaufwand/Wareneinsatz 21.060 18.257
Verbindungsleistungen 3.500 5.717
Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.575 2.611
Netzwerkkosten 907 1.149
Aufwendungen Lizenzhandel 602 566
Projektleistungen Erneuerbare Energien 71 228
Kosten der Zusammenschaltung 18 106
Gesamt 28.733 28.634

5.6 Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 2019 2018
Löhne und Gehälter 9.785 8.635
Sozialabgaben 1.714 1.485
Übriger Personalaufwand 153 172
Gesamt 11.652 10.292

Im übrigen Personalaufwand sind Aufwendungen für den Aktienoptionsplan 2018 in Höhe von TEUR 56 (Vorjahr: TEUR 4) enthalten.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (Basis: Kopfzahl) betrug:

Segment 2019 2018
ITK 94 81
Erneuerbare Energien 4 9
SHK 86 81
Holding 29 29
Gesamt 213 200

Die Sozialabgaben beinhalten neben den Arbeitgeberbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung auch Aufwendungen für Ausgleichsabgaben und Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Der Aufwand für Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung betrug insgesamt TEUR 739 (Vorjahr: TEUR 661). Leistungsorientierte Pensionszusagen wurden nicht gegeben.

5.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind folgende Posten enthalten:

(In TEUR) 2019 2018
Instandhaltung 1.411 1.508
Werbe- und Bewirtungskosten 1.004 1.134
Forderungsverluste 989 183
Verkaufsprovisionen/Vermittlungsgebühren 857 139
Raumkosten/Mietaufwand 730 682
Reise- und Fahrzeugkosten 517 800
Technische Beratungskosten 509 317
Fremdleistungen/Fremdarbeiten 379 234
Sonstige Beratungskosten 338 226
Abschluss und Prüfungskosten 290 206
Nebenkosten Geldverkehr 254 237
Telefon-/Versandkosten 241 172
Versicherungen 218 325
Aufsichtsratsvergütung inkl. Reisekosten 172 144
Periodenfremde Aufwendungen 91 103
Rechtsberatungs- und Gerichtskosten 82 67
Beiträge, Gebühren und Spenden 66 66
Sonstige Steuern 62 115
Wertberichtigungen auf Forderungen 39 180
Abfindungen an ausscheidende Arbeitnehmer 0 196
Übrige 682 675
Summe 8.931 7.709

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten.

5.8 Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betragen TEUR 3.917 (Vorjahr: TEUR 4.012). Die Abschreibungen sind damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Unter den Abschreibungen werden außerdem die Abschreibungen auf die nach IFRS 16 zu bilanzierenden Nutzungsrechte ausgewiesen. Die Nutzungsrechte werden grundsätzlich planmäßig über die kürzere Periode von Nutzungsdauer oder Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte betragen TEUR 683 (Vorjahr: TEUR 0).

5.9 Finanzergebnis

In diesen Posten werden Zinsen aus Kontokorrent- und Darlehenskonten sowie die Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, ausgewiesen. Außerdem beinhaltet das Finanzergebnis den Zinsaufwand aus Leasing verbindlich keiten in Höhe von TEUR 77 (Vorjahr: TEUR 0).

(In TEUR) 2019 2018
Zinsen und ähnliche Erträge 8 34
Zinserträge 8 34
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten -672 -824
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten -77 0
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -113 -39
Zinsaufwendungen -862 -863
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 6 1
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 -44
Gesamt -848 -872

5.10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Ertragsteuern sind sowohl die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

(In TEUR) 2019 2018
Laufende Ertragsteueraufwendungen 1.130 134
Latente Steuern -884 -454
Gesamt 246 -320

Die 3U HOLDING AG und ihre deutschen Tochtergesellschaften unterliegen der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer. Im Geschäftsjahr 2019 galt für Gewinne ein Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag. Die Gewerbesteuer betrug in 2019 in Marburg 14 % des Gewerbeertrags. Der Ertragsteuersatz im Konzern (Muttergesellschaft) beträgt 29,825 % (im Vorjahr 29,825 %).

Der verwendete Steuersatz für die ausländischen Gesellschaften beträgt für Österreich 25 %.

Die direkt im Eigenkapital erfassten aktiven latenten Steuern auf Sicherungsinstrumente betrugen im Geschäftsjahr TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 hat die 3U HOLDING AG mit der LineCall Telecom GmbH und der fon4U Telecom GmbH Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen. Die Ergebnisabführungsverträge wurden in der außer ordentlichen Hauptversammlung vom 15. November 2005 beschlossen und im Dezember 2005 im Handelsregister eingetragen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2007 hat die 3U HOLDING AG als herrschendes Unternehmen mit 3U TELECOM GmbH, 010017 Telecom GmbH und Discount Telecom S&V GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Nach Zustimmung der Hauptversammlung wurden diese Ergebnisabführungsverträge Ende 2007 im Handelsregister eingetragen.

Die Ergebnisabführungsverträge wurden in 2014 den steuerrechtlichen Anforderungen entsprechend angepasst. Die Eintragungen im Handelsregister erfolgten Ende 2014.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 hat die 3U ENERGY AG als herrschendes Unternehmen mit der 3U ENERGY PE GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Nach Zustimmung der Hauptversammlung der 3U ENERGY AG wurde dieser Ergebnisabführungsvertrag Ende 2015 im Handelsregister eingetragen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 hat die 3U HOLDING AG als herrschendes Unternehmen mit der Selfio GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Nach Zustimmung der Hauptversammlung der 3U HOLDING AG wurde dieser Ergebnisabführungsvertrag Ende 2016 im Handelsregister eingetragen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 hat die 3U HOLDING AG als herrschendes Unternehmen mit der PELIA Gebäudesysteme GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Nach Zustimmung der Hauptversammlung der 3U HOLDING AG wurde dieser Ergebnisabführungsvertrag Mitte 2017 im Handelsregister eingetragen.

Die folgende Übersicht beinhaltet gemäß IAS 12.81 eine Überleitungsrechnung zwischen dem Steueraufwand, der sich rechnerisch bei Anwendung der deutschen Steuersätze auf das ausgewiesene Jahresergebnis vor Steuern ergibt und dem tatsächlichen Steuer - aufwand in dem vorliegenden Konzernabschluss:

Überleitungsrechnung 2019
TEUR
2019
%
2018
TEUR
2018
%
Ergebnis vor Steuern 4.650 100,0 1.833 100,0
Ertragsteuersatz (29,825 %; Vorjahr: 29,825 %)
Rechnerischer Steueraufwand/-ertrag 1.387 29,8 547 29,8
Nicht abziehbare Ausgaben/steuerfreie Einnahmen -715 -15,4 59 3,2
Effekte aus Wertberichtigung latenter Steuern/Nichtansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge -1.082 -23,3 -846 -46,2
Nutzung steuerlicher Verlustvorträge, im Vorjahr kein Ansatz -179 -3,8 -66 -3,6
Effekt aus Steuersatzdifferenzen ausländischer Steuerhoheiten 0 0,0 0 0,0
Abweichungen aus unterschiedlichen Gewerbesteuerhebesätzen -7 -0,2 2 0,1
Effekte aus Steuersatzänderungen 0 0,0 21 1,1
Aperiodische Steuereffekte 891 19,2 -24 -1,3
Übrige -49 -1,1 -13 -0,7
Effektiver Steueraufwand 246 5,3 -320 -17,5

5.11 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten und dem Gewinn aus nicht fortgeführten Aktivitäten, die jeweils den Stammaktionären der 3U HOLDING AG zugerechnet werden können, bzw. dem Gewinn (nach Steuern), dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien.

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf den folgenden Daten:

2019 2018
Basis für das Ergebnis je Aktie (auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallender Anteil in TEUR) 4.092 1.933
Anzahl der ausgegebenen Stammaktien (ohne Aktien im Eigenbestand)
Stand 1. Januar 33.130.376 33.130.376
Stand 31. Dezember 34.130.376 33.130.376
Gewichteter Durchschnitt der Anzahl der Stammaktien für das unverwässerte Ergebnis 33.163.253 33.130.376
Auswirkung der verwässernden potenziellen Stammaktien:
* Ausgabe 2.379.998 Optionen am 6. Dezember 2018 2.372.700 163.014
Ausgabe 248.000 Optionen im September 2019 Ausgabe 8.000 Optionen im Dezember 2019 76.778 263
Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien für das verwässerte Ergebnis 35.612.994 33.293.390
Ergebnis je Aktie unverwässert (in EUR) 0,12 0,06
Ergebnis je Aktie verwässert (in EUR) 0,11 0,06

* Im Geschäftsjahr 2019 sind 20.000 Aktienoptionen verfallen.

6 Angaben zur Bilanz

6.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des laufenden Geschäftsjahres werden im Konzernanlagespiegel (Anlage zum Anhang) gesondert dargestellt.

6.1.1 Immaterielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.679 1.585
Geschäfts- oder Firmenwert 603 603
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 319 0
Gesamt 2.601 2.188

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte wurden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen nach der linearen Methode bewertet. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Nutzungsrechte für Grundstücke und Softwarelizenzen für Übertragungs- und IT-Technik. Wir verweisen zu den Abschreibungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Nutzungsrechte für Grundstücke wurden über die vertraglich geregelte Laufzeit abgeschrieben.

Im Rahmen der Anschaffung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Onlineshop" wurde ein Goodwill in Höhe von TEUR 170 ermittelt. Dieser ist nach der Neustrukturierung der Segmente dem Segment SHK zugeordnet. Ebenso wurde im Rahmen der Erwerbe der Aufwind & ORBIS Havelland GmbH & Co. KG zusammen mit der Aufwind & ORBIS Havelland Verwaltungs-GmbH (nach erfolgter Anwachsung 3U ENERGY PE GmbH) ein Goodwill in Höhe von TEUR 411 sowie der Windpark Langendorf GmbH & Co. KG mit der Komplementär-GmbH zusammen mit der Repowering Sachsen-Anhalt GmbH ein Goodwill in Höhe von TEUR 22 aufgedeckt und dem Segment Erneuerbare Energien zugeordnet.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden im Rahmen der Wertminderungstests die Nutzungswerte (value in use) ermittelt, welche in sämtlichen Fällen die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überstiegen haben, so dass Wertminderungen auf die Goodwills im Geschäftsjahr 2019 und auch bisher nicht zu erfassen waren.

Für die Berechnung der Nutzungswerte sind die wesentlichen Annahmen bei dem Onlineshop der Anstieg der Umsatzerlöse, der sich auf die Wachstumsraten der Vergangenheit sowie auf die erwartete Marktentwicklung stützt. Die Annahme der Umsätze in der Projektentwicklung basiert auf den in der Vergangenheit erhaltenen Angeboten für einzelne Windparkprojekte sowie auf erwarteten Veräußerungspreisen anderer Projektentwickler sowie der erwarteten Zielrendite von Investment Fonds und Infrastruktur-Anleger und der daraus abgeleiteten durchschnittlichen Renditeerwartung von Windparkinvestoren. Außerdem wird erwartet, dass die notwendigen Genehmigungen für die geplanten Windparkprojekte erteilt werden. Die Umsätze im Windpark Langendorf wurden auf Basis der gesicherten EEG-Vergütung, einer erwarteten Vergütung nach der EEG-Laufzeit, die sich an dem aktuellen Börsenwert zuzüglich eines angemessenen Zuschlags orientiert, und einer Verfügbarkeit von mindestens 97 % ermittelt.

Bei der Ermittlung der Nutzungswerte zum 31. Dezember 2019 wurde ein gewichteter Kapitalkostensatz vor Steuern (WACC) von 8,73 % (Vorjahr: 10,32 %) für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Onlineshop", 9,53 % (Vorjahr: 6,16 %) für die Projektentwicklung (3U ENERGY PE GmbH) und 6,58% (Vorjahr: 6,61%) für die Gewinnung von Windenergie (Windpark Langendorf GmbH & Co. KG) herangezogen. Wachstumsraten wurden in dem Kapitalkostensatz nicht angesetzt. Änderungen der zentralen Annahmen können grundsätzlich einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte haben. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse wurden neben Veränderungen in dem Kapitalkostensatz auch Veränderungen in der erwarteten Einspeisevergütung im Rahmen der WP-Projektentwicklungen, die unmittelbaren Einfluss auf die erzielbaren Umsatzerlöse haben, angenommen. Auch im Rahmen der Sensitivitätsanalyse ergab sich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils ein erzielbarer Betrag der den Buchwert überschreitet. Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen unter Ziffer 2.3.15.

6.1.2 Sachanlagevermögen

Die Buchwerte des Sachanlagevermögens sind dem Konzernanlagespiegel zu entnehmen.

Der im Geschäftsjahr 2016 neu errichtete Windpark Lüdersdorf wurde in 2017 unter den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten gezeigt und wird im Berichtsjahr im Wesentlichen unter den technischen Anlagen und Maschinen ausgewiesen. Die im Geschäftsjahr 2014 erworbenen Windkraftanlagen des Windparks Langendorf wurden unter den technischen Anlagen und Maschinen ausgewiesen. Das damit im Zusammenhang stehende Grundstück für das Umspannwerk des Windparks Langendorf wurde unter den Grundstücken und Bauten aktiviert. Der Solarpark Adelebsen wird mit allen technischen Komponenten unter den technischen Anlagen und Maschinen ausgewiesen, während das Grundstück, auf dem die Freiflächenanlage des Solarparks errichtet wurde, unter den Grundstücken und Bauten gezeigt wird.

6.1.3 Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten

Gemäß IFRS 16 wurden zum 31. Dezember 2019 Nutzungsrechte im Rahmen von Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 3.650 (Vorjahr: TEUR 0) unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. IFRS 16 wurde erstmals zum 1. Januar 2019 angewendet. Im Geschäftsjahr 2018 wurden keine Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen bilanziert. Eine Anpassung der Vorjahreszahlen ist in Übereinstimmung mit IFRS 16 nicht erfolgt. Nutzungsrechte wurden im Wesentlichen für Leasingverhältnisse bilanziert, bei denen der 3U Konzern als Leasingnehmer Verträge für Kfz-Leasing und Leasing von technischen Büroausstattungen sowie Miete für Gebäude und Windparkflächen abgeschlossen hat. Es bestehen Verlängerungsoptionen bei den Windparkflächen von fünf Jahren. Darüber hinaus bestehen keine weiteren Verlängerungs- oder Kaufoptionen.

Zum 31. Dezember 2019 werden langfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.436 (Vorjahr: TEUR 0) und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 890 (Vorjahr: TEUR 0) ausgewiesen.

Leasingverbindlichkeiten für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert werden gemäß IFRS 16.6 nicht als Leasingverbindlichkeit erfasst, sondern im laufenden Aufwand berücksichtigt. Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse beträgt im Geschäftsjahr 2019 TEUR 361 (Vorjahr: TEUR 0). Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert führten im Geschäftsjahr 2019 zu einem Aufwand in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 0).

Der nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogene Aufwand für variable Leasingzahlungen beträgt im Geschäftsjahr 2019 TEUR 55 (Vorjahr: TEUER 0).

Als Zahlungsmittelabfluss für Leasingverhältnisse, die als Leasingverbindlichkeit erfasst wurden und solche, die als kurzfristiges Leasingverhältnis bzw. als Leasingverhältnis über einen Vermögenswert von geringem Wert nicht erfasst wurden, sind im Geschäftsjahr 2019 TEUR 1.114 (Vorjahr: TEUR 0) angefallen.

6.1.4 Anlageimmobilien

Unter den Anlageimmobilien werden grundsätzlich die Anlageimmobilien ausgewiesen, die nicht oder nur unwesentlich eigenbetrieblich genutzt werden. Dies betrifft Teile der Gewerbeimmobilie in Adelebsen sowie ab August 2018 auch die Immobilie in Linz, die bis Ende Juli 2018 noch durch den Onlinehandel genutzt wurde. Zu diesen Immobilien zählte bis Ende Mai 2018 auch die Rechenzentrumsimmobilie in Hannover mit ihrem nicht eigen betrieblich genutzten Teil. Für die Gewerbeimmobilie in Adelebsen wurde lediglich der Teil, auf dem die Freiflächenanlage des Solarparks errichtet wurde, nicht als Anlageimmobilie ausgewiesen. Die Gebäude und das übrige Grundstück werden unter den Anlageimmobilien gezeigt.

Die Miet- und Pachterträge aus Anlageimmobilien betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 434 (Vorjahr: TEUR 520). Operative Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2019 für die Anlageimmobilien in Höhe von TEUR 74 (Vorjahr: TEUR 95) entstanden. Davon entfallen TEUR 74 (Vorjahr: TEUR 95) auf vermietete Anlageimmobilien und TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) auf Immobilien, mit denen während des Geschäftsjahres 2019 bzw. 2018 keine Mieteinnahmen erzielt wurden.

Die Bewertung der Anlageimmobilien erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. Einzelheiten sind in der Entwicklung des Konzernanlagevermögens dargestellt. Die Zeitwerte dieser Anlageimmobilien betrugen zum 31. Dezember 2019 rund TEUR 6.850 (Vorjahr: TEUR 6.300). Im Berichtsjahr sind nachträgliche Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 90) angefallen.

Der Zeitwert (Fair-Value-Hierarchiestufe 3) für die Anlageimmobilie in Adelebsen wurde auf Basis einer Bewertung nach der Ertragswertmethode durch einen unabhängigen Gutachter (Zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung) ermittelt. Der Zeitwert für die Anlageimmobilie in Linz wurde analog ermittelt. Hierbei wurden folgende Annahmen getroffen:

2019 2018
Adelebsen Linz Adelebsen Linz
Bodenwertverzinsung/Liegenschaftszinssatz 6,15 % 6,00 % 6,16 % 6,00 %
Bewirtschaftungskosten 20,00 % 15,00 % 20,00 % 15,00 %
Restnutzungsdauer der Gebäude 29 Jahre 33 Jahre 30 Jahre 34 Jahre
Abgabefreier Bodenrichtwert 23,00 EUR/m 2 90,00 EUR/m 2 23,00 EUR/m 2 90,00 EUR/m 2

6.1.5 Finanzanlagen und sonstige langfristige Vermögensgegenstände

Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Zum 31. Dezember 2019 wurde die Spider Telecom GmbH, Marburg, nach der Equity-Methode bilanziert. Über die Spider Telecom GmbH werden wesentliche Deckungsbeiträge für den Telefonienetzbetrieb erwirtschaftet. Die zusammenfassende Finanzinformation nach IFRS für diese Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

Spider Telecom GmbH

Spider Telecom GmbH (in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Summe kurzfristige Vermögenswerte 112 140
Summe langfristige Vermögenswerte 0 0
Summe kurzfristige Schulden 68 107
Summe langfristige Schulden 0 0
Abschreibungen 0 0
Zinserträge 0 2
Zinsaufwand 0 0
Steuern -11 3
Umsatzerlöse 207 332
Gewinn/Verlust (-) nach Steuern 19 8

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind in den kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 51 (Vorjahr: TEUR 22) enthalten. In den kurzfristigen Schulden sind Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten. Langfristige Finanzverbindlichkeiten bestanden weder zum 31. Dezember 2019 noch zum 31. Dezember 2018.

Bilanzstichtag der Gesellschaft ist der 31. Dezember 2019 bzw. der 31. Dezember 2018.

Die Spider Telecom GmbH hat mit ihrem weiteren Gesellschafter einen Leistungsverrechnungsvertrag geschlossen. Im Geschäftsjahr wurden auf der Grundlage dieses Vertrags Leistungen in Höhe von TEUR 155 (Vorjahr: TEUR 157) verrechnet.

Der Wertansatz für dieses nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen hat sich wie folgt entwickelt:

Wertansatz (in TEUR) 2019 2018
Stand am 1. Januar 14 13
Vereinnahmte Gewinnausschüttung 1 1
Anteiliges Jahresergebnis 6 1
Stand am 31. Dezember 19 14 *

* Rundungsbedingte Abweichung in der Summenzeile

Es bestehen keine Beschränkungen der Fähigkeit des Gemeinschaftsunternehmens, Finanzmittel in Form von Bardividenden oder Darlehens- oder Vorschusstilgungen an den Anteilseigner zu transferieren.

Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen bestehen gegenüber diesen Unternehmen nicht.

Übrige Finanzanlagen

Unter den übrigen Finanzanlagen werden die Projekt-Vorratsgesellschaften aus dem Bereich der Windparkprojektentwicklung sowie sonstige Gesellschaften, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowohl einzeln als auch gemeinsam von untergeordneter Bedeutung ist, ausgewiesen.

Am 29. November 2019 hat die 3U HOLDING AG mittelbar mehr als 40 % der Kommanditanteile an der Windpark Roge GmbH & Co. Betriebs-KG erworben. Bis zur Übernahme der Geschäfts- und Betriebsführung des Windparks zum 1. Januar 2020 werden die Anteile unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesen.

Sonstige langfristige Vermögenswerte

Ausleihungen

Seit dem 1. Januar 2015 besteht ein Darlehensvertrag mit einer Laufzeit von 48 Monaten und einer Verzinsung in Höhe von 2,5 %. Das Darlehen war durch Sicherungsübereignung von Anlage- und Vorratsvermögen gesichert. Im Geschäftsjahr 2017 wurde der Darlehensbuchwert durch weitere Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt TEUR 486 an den Wert der Sicherheiten angepasst. Der Darlehensbuchwert zum 31. Dezember 2018 hat TEUR 155 betragen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde, zuletzt mit Schlusszahlung vom 1. Dezember 2019 in Höhe von EUR 142.500, vollständig getilgt. Der bereits wertberichtigte Betrag der Darlehensforderung wurde der bestehenden Vereinbarung mit Erhalt der Schlusszahlung ausgebucht.

6.1.6 Finanzierungsleasing

Finanzierungsleasingverträge, bei denen der 3U Konzern Leasingnehmer ist, werden ab dem Geschäftsjahr 2019 gemäß IFRS 16 bilanziert. Zum 31. Dezember 2018 bestanden im Wesentlichen Leasingverträge für IT-Hardware, die über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben werden. Die Nettobuchwerte der bilanzierten Vermögenswerte betrugen zum 31. Dezember 2018 TEUR 89. Die Verpflichtungen für Mindestleasingzahlungen aus diesen Leasingverhältnissen betrugen insgesamt TEUR 96.

6.1.7 Operating Leasing

Operating Leasing-Verhältnisse, bei denen der 3U Konzern Leasingnehmer ist, werden ab dem Geschäftsjahr 2019 gemäß IFRS 16 bilanziert. Im 3U Konzern bestanden zum 31. Dezember 2018 Verträge im Rahmen von Operating Leasing, bei denen der 3U Konzern Leasingnehmer ist, im Wesentlichen für Kfz-Leasing und Leasing von technischen Büroausstattungen sowie Miete für Gebäude und Windparkflächen. Die Verpflichtungen für Mindestleasingzahlungen aus diesen Leasingverhältnissen betrugen im Vorjahr insgesamt TEUR 6.013. Der Aufwand aus dem Operating Leasing belief sich im Jahr 2018 auf TEUR 763.

Es bestehen Verlängerungsoptionen bei den Windparkflächen von fünf Jahren. Darüber hinaus bestehen keine weiteren Verlängerungs- oder Kaufoptionen.

Als Leasinggeber hat der 3U Konzern Immobilienleasingverträge abgeschlossen. Die Mindestleasingzahlungen aus diesen Leasingverhältnissen betragen insgesamt TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 617). Von diesem Betrag sind TEUR 112 (Vorjahr: TEUR 333) innerhalb eines Jahres und TEUR 29 (Vorjahr: TEUR 284) länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahren sowie TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) länger als fünf Jahre fällig.

6.2 Latente Steuern

Latente Steuern wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode gemäß IAS 12 berechnet.

Die 3U HOLDING AG nimmt die nach IAS 12 gebotene Saldierung vor, wonach Aktiv- und Passivposten aus latenten Steuern saldiert auszuweisen sind, wenn diese aufrechenbar (für das betreffende Steuersubjekt) gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen. Im Berichtsjahr wurden passive latente Steuern mit aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.759 (Vorjahr: TEUR 1.235) saldiert.

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzten sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:

Latente Steuern (in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 1.740 203 87 198
Sachanlagen 437 1.724 457 1.537
Nutzungsrechte 0 667 0 0
Vorräte 62 243 0 243
Sonstige Aktiva 18 126 53 3
Rückstellungen 42 35 35 20
Verbindlichkeiten 748 5 2 0
Verlustvorträge 1.734 0 2.262 0
Zwischensumme 4.781 3.003 2.896 2.001
Saldierung -2.110 -2.110 -1.235 -1.235
Gesamt 2.671 893 1.661 766

Zeitlich unbegrenzt nutzbare Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betragen unter Berücksichtigung der landesrechtlichen steuerlichen Vorschriften insgesamt TEUR 19.930 (Vorjahr: TEUR 23.003) für Körperschaftsteuer bzw. TEUR 25.098 (Vorjahr: TEUR 26.522) für Gewerbesteuer und betreffen im Wesentlichen die Verlustvorträge bei den im Aufbau befindlichen oder inaktiven Gesellschaften sowie bei der 3U HOLDING AG.

Zum Bilanzstichtag bestehen steuerpflichtige temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 183 (Vorjahr: TEUR 167), auf welche keine latenten Steuern passiviert worden sind, da weder Veräußerungen noch Gewinnausschüttungen geplant sind.

Im Organkreis der 3U ENERGY AG wurden in 2019 latente Steuern in Höhe von TEUR 58 (Vorjahr: TEUR 163) angesetzt, deren Realisierung von künftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Auflösung bestehender passiver latenter Steuern sind.

6.3 Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 219 339
Unfertige Leistungen 4.557 4.757
Fertige Leistungen und Waren 3.020 1.894
Gesamt 7.796 6.990

Mit dem Nettoveräußerungswert sind Vorräte in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) angesetzt worden. Zuschreibungen sind weder im Jahr 2019 noch im Jahr 2018 erfolgt.

Unter den unfertigen Leistungen werden die Windparkprojektentwicklungen des Konzerns ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen - wie zum Vorjahreszeitpunkt - keine Sicherungsübereignungen.

6.4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertberichtigungen 4.226 5.402
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 191 281
Wertberichtigungen -506 -1.243
Gesamt 3.911 4.440

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen gegen verbundene Unternehmen, welche nicht konsolidiert worden sind oder mit denen ein assoziiertes Beteiligungsverhältnis besteht, wie folgt enthalten:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Sonstige Forderungen 178 218
Wertberichtigungen -105 -105
Gesamt 73 113

In Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen werden konzerneinheitlich Wertberichtigungen auf die Forderungen vorgenommen.

Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen betreffen die noch nicht teilabgerechneten Forderungen aus Planungsleistungen und Materialbereitstellungen für kundenspezifische Aufträge zur Installation von Heiz- und Kühlsystemen. Anzahlungen darauf wurden keine erhalten.

Sicherheitseinbehalte für laufende Aufträge bestanden zum 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 241 (Vorjahr: TEUR 274).

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als ein Jahr oder aufgrund der Mitteilung eines Inkassounternehmens uneinbringlich sind oder mit deren Ausfall mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit gerechnet werden muss, nimmt der Konzern eine Wertminderung in voller Höhe vor. Das Vorgehen ist durch Erfahrungen aus der Vergangenheit belegt, wonach bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als ein Jahr sind, grundsätzlich nicht mehr mit einem Zufluss gerechnet werden kann.

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos, da der Kundenbestand bei den nicht wertberichtigten Forderungen breit ist. Entsprechend ist der Vorstand der Überzeugung, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

In den Wertminderungen sind einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 506 (Vorjahr: TEUR 1.243) gegenüber Schuldnern berücksichtigt, über deren Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, die älter als ein Jahr sind bzw. mit deren Ausfall mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit gerechnet werden muss. Die erfasste Wertminderung resultiert aus der Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert des erwarteten Liquidationserlöses.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Die wichtigsten finanziellen Vermögenswerte des Konzerns sind Bankguthaben und Kassenbestände, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen. Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich inklusive der Wertberichtigung für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen, die auf den Vergangenheitserfahrungen des Managements und Schätzungen des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds des Unternehmens basieren. Das Ausfallrisiko bei den liquiden Mitteln ist beschränkt, da diese in der Regel bei Banken gehalten werden, denen internationale Rating-Agenturen hohe Kreditwürdigkeit bescheinigt haben.

6.5 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte und kurzfristige Ertragsteuerforderungen

Diese setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Forderungen aus Steuererstattungen 1.259 1.406
Vorauszahlungen 405 327
Sonstiges 897 991
Gesamt 2.561 2.724

In den Forderungen aus Steuererstattungen sind Ertragsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 210 (Vorjahr: TEUR 427) enthalten.

Der Buchwert der sonstigen Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Für Ausführungen zum Ausfallrisiko wird auf Ziffer 8.2 verwiesen.

6.6 Liquide Mittel

Der Posten liquide Mittel beinhaltet Festgelder, Guthaben bei Banken und Kassenbestände mit einer ursprünglichen Fälligkeit von drei Monaten oder weniger. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Für Ausführungen zum Ausfallrisiko wird auf Ziffer 8.2 verwiesen.

6.7 Eigenkapital

6.7.1 Gezeichnetes Kapital

Das begebene Grundkapital setzt sich seit dem 27. November 2012 zusammen aus 35.314.016 nennwertlosen, auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00 je Aktie. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht.

Die Gesellschaft verfügt nur über eine Klasse von Aktien. Diese gewährleisten keinen festen Gewinnanspruch. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der Gesellschaft. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.

Genehmigtes Kapital

Im Rahmen der Hauptversammlung am 27. August 2014 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 26. August 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 7.062.803,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausgeschlossen werden kann.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 wurde das genehmigte Kapital 2014 mit Wirksamwerden eines neuen genehmigten Kapitals aufgehoben und ein neues genehmigtes Kapital 2019 in Höhe von bis zu EUR 7.062.803,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss geschaffen.

Bedingtes Kapital

Die Gesellschaft verfügt über ein bedingtes Kapital in Höhe von EUR 3.531.401,00 (Vorjahr: EUR 3.531.401,00). Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter der Gesellschaft bzw. des Konzerns. Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2018 wurden 2.635.998 Aktienoptionen ausgegeben; zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 waren davon 20.000 verfallen. Jedes Optionsrecht berechtigt zum Erwerb einer auf den Inhaber lautenden Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis von EUR 1,24. Die Ausübung der Optionsrechte ist nach Ablauf einer Sperrfrist innerhalb von acht Jahren, beginnend mit dem Tag der Ausgabe der Optionen, möglich.

Rücklagen

Die Gesellschaft bilanziert zum 31. Dezember 2019 eine Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 11.014 (Vorjahr: TEUR 10.349) sowie eine Gewinnrücklage in Höhe von TEUR -844 (Vorjahr: TEUR -844). Im Zusammenhang mit der Übernahme von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter entwickelte sich die Gewinnrücklage negativ.

Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 11.014 (Vorjahr: TEUR 10.349) enthält das Aufgeld gegenüber dem Nominalbetrag aus der Ausgabe von Aktien der 3U HOLDING AG in Höhe von TEUR 22.169 (Vorjahr: TEUR 21.499). Das Aktienoptionsprogramm 2018 hat in 2019 zu einer Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 56 (Vorjahr: TEUR 4) geführt.

Eigene Anteile

Die eigenen Anteile haben sich wie folgt entwickelt:

(In Stück) 2019 2018
Stand 1. Januar 2.183.640 2.183.640
Erwerb eigene Anteile 0 0
Verkauf eigene Anteile 1.000.000 0
Stand 31. Dezember 1.183.640 2.183.640

Dividendenzahlungen

Für das Geschäftsjahr 2018 wurde eine Dividende in Höhe von EUR 0,03 (Vorjahr: EUR 0,02) je gewinnbezugsberechtigtem Anteil ausgeschüttet (insgesamt TEUR 994, Vorjahr: insgesamt TEUR 663). Für das Geschäftsjahr 2019 schlagen Vorstand und der Aufsichtsrat vor, je gewinnbezugsberechtigtem Anteil EUR 0,04 auszuschütten. Die gesamte Dividendenzahlung würde gemäß diesem Vorschlag TEUR 1.365 betragen.

6.7.2 Aktienrückkaufprogramme

Der Vorstand der 3U HOLDING AG hat auf Grundlage der durch die Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 erteilten Ermächtigung beschlossen, in der Zeit vom 1. Mai 2013 bis längstens zum 30. Mai 2017 bis zu 10 % der eigenen Aktien (bis zu Stück 3.531.401 Aktien) über die Börse zurückzukaufen. Die Aktien können zu allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 vorgesehenen Zwecken verwendet werden. Im Rahmen des am 2. Mai 2013 begonnenen Aktienrückkaufprogramms wurden bis zum 30. Mai 2017 2.183.640 Aktien (Vorjahr: 2.183.640 Aktien) zu einem Durchschnittskurs von knapp EUR 0,57 zurückgekauft; das entspricht 6,18 % des Grundkapitals von EUR 35.314.016,00.

6.7.3 Mitarbeiterbeteiligungsprogamm

Aktienoptionsplan 2018

Der Aktienoptionsplan 2018 hat folgende Eckpunkte:

Bezugsberechtigte sind:

Gruppe 1: Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft
Gruppe 2: Prokuristen der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführungen in- und ausländischer verbundener Unternehmen (§ 15 AktG)
Gruppe 3: Mitarbeiter der Gesellschaft in Schlüsselpositionen auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands sowie sonstige Mitarbeiter der Gesellschaft
Gruppe 4: Mitarbeiter der in- und ausländischen verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG) in Schlüsselpositionen auf der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsleitung sowie sonstige Mitarbeiter der in- und ausländischen verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG)

Im Rahmen des Aktienoptionsplans 2018 waren am 31. Dezember 2019 insgesamt 2.635.998 Aktienoptionen ausgegeben. Die Verteilung auf die einzelnen Gruppen sieht wie folgt aus:

Gruppe Ausgegebene Aktienoptionen Maximal mögliche Anzahl auszugebender Aktienoptionen
Gruppe 1: 499.998 500.000
Gruppe 2: 1.400.000 1.900.000
Gruppe 3: 252.000 350.000
Gruppe 4: 484.000 781.401
Gesamt: 2.635.998 3.531.401

Die Ausübung der Optionsrechte gemäß dem Aktienoptionsplan 2018 ist nach Ablauf einer vierjährigen Sperrfrist innerhalb von acht Jahren, beginnend mit dem Tag der Ausgabe der Option, möglich.

Die Optionsrechte dürfen nicht in der Zeit zwischen dem zehnten Tag des letzten Monats eines Quartals und dem Tag der nachfolgenden Bekanntgabe der (vorläufigen) Quartalsergebnisse, dem 1. Januar eines jeden Jahres und dem Tag der nachfolgenden Bekanntgabe des (vorläufigen) Jahresergebnisses sowie dem zehnten Tag des Monats vor Bekanntmachung der Einladungsbekanntmachung zur ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft und dem Tag der ordentlichen Hauptversammlung ausgeübt werden. Die Optionsrechte sind nicht übertragbar.

Jedes Optionsrecht berechtigt zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis. Der Ausübungspreis für die Optionsrechte entspricht dem Durchschnittskurs der Schlusskurse der Aktie an den 15 Handelstagen vor der Auflegung des Aktienoptionsprogramms am 6. Dezember 2018 in Höhe von EUR 1,03 zuzüglich eines Aufschlags von 20 % als Erfolgsziel. Der Ausübungspreis beträgt somit EUR 1,24 je Aktie.

Die durch die Ausübung der Aktienoptionen erhaltenen Aktien darf der Bezugsberechtigte nur unter Beachtung der gesetzlichen Beschränkungen veräußern.

Die Entwicklung der Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:

(In Stück) 2019 2018
Stand 1. Januar 2.379.998 0
Ausgegeben 256.000 2.379.998
Verfallen 20.000 0
Stand 31. Dezember 2.615.998 2.379.998

6.7.4 Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Die Kapitalanteile nicht beherrschender Gesellschafter betragen TEUR -696 (Vorjahr: TEUR -1.004).

Die Kapitalanteile nicht beherrschender Gesellschafter teilen sich auf die einzelnen Konzerngesellschaften wie folgt auf:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
ClimaLevel Energiesysteme GmbH 57 57
Calefa GmbH -33 -
InnoHubs GmbH 5 -
samoba GmbH -22 -
weclapp SE / 2018: weclapp GmbH -757 -1.111
Windpark Klostermoor GmbH & Co. Betriebs-KG 54 50
Summe -696 -1.004

Bei den Gesellschaften mit wesentlichen Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter ergeben sich nachfolgende Finanzkennzahlen:

ClimaLevel Energiesysteme GmbH

31.12.2019 31.12.2018
Anteil in % 25 25,0
Umsatz in TEUR 7.411 7.309
EBITDA in TEUR 402 320
Vermögen in TEUR 1.895 1.774
Schulden in TEUR 1.662 1.545
Gesamt Cashflow in TEUR 164 -217
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 48 50

Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Betrag von TEUR 49 (Vorjahr: TEUR 72) an die nicht beherrschenden Gesellschafter ausgeschüttet. Im Vorjahr wurde ein Betrag von TEUR 5 in den Ergebnisvortrag umgebucht.

weclapp SE / 2018: weclapp GmbH

31.12.2019 31.12.2018
Anteil in % 25,0002 25,0002
Umsatz in TEUR 4.645 3.032
EBITDA in TEUR 1.258 807
Vermögen in TEUR 1.675 644
Schulden in TEUR 5.899 5.086
Gesamt Cashflow in TEUR 203 56
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 324 176

Windpark Klostermoor GmbH & Co. Betriebs-KG

Die Anteile der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2018 erworben.

31.12.2019 31.12.2018
Anteil in % 4,39 4,39
Umsatz in TEUR (2018: ab Erstkonsolidierung) 748 304
EBITDA in TEUR 492 53
Vermögen in TEUR 1.618 1.367
Schulden in TEUR 544 411
Gesamt Cashflow in TEUR 216 26
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 5 -6

6.8 Finanzverbindlichkeiten und sonstige langfristige Verbindlichkeiten

Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Bankdarlehen, die für die Finanzierung von Immobilien, Solarparks und Windparks abgeschlossen wurden.

Die Darlehen zur Finanzierung der Standorte Marburg und Montabaur wurden mit der Veräußerung der Immobilien vorzeitig getilgt. In diesem Zusammenhang ergaben sich Vorfälligkeitsentgelte in Höhe von TEUR 68.

Das Darlehen für den Standort Marburg valutierte zum 31. Dezember 2018 mit TEUR 1.238. Das Darlehen hatte eine Laufzeit bis zum 30. Dezember 2029 und war mit Grundschulden in Höhe von EUR 2,25 Mio. besichert.

Zwei Darlehen mit je TEUR 750 wurden ursprünglich zur Finanzierung des Immobilienerwerbs in Montabaur abgeschlossen. Die Darlehen hatten eine Laufzeit bis zum 30. Mai 2027 und waren mit Grundschulden in Höhe von je TEUR 750 besichert. Die Darlehen valutieren zum 31. Dezember 2018 mit je TEUR 479.

Für die Immobilie in Linz am Rhein wurde ein Darlehen in Höhe von TEUR 300 abgeschlossen und durch eine Grundschuld in gleicher Höhe besichert. Das Darlehen valutiert mit TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 32) und hat grundsätzlich eine Laufzeit bis zum 30. Oktober 2027. Im Februar 2020 wurde das Darlehen im Rahmen der jährlichen Sondertilgungsmöglichkeit vollständig getilgt.

Im Geschäftsjahr 2014 wurde die Finanzierung des Solarparks Adelebsen über TEUR 14.141 abgerufen. Das Darlehen hat eine Laufzeit von 18 Jahren und ist durch die Abtretung des Anspruchs aus der Stromeinspeisung, durch Raumsicherungsübereignung der PV-Anlage und durch Eintragung beschränkter persönlicher Dienstbarkeiten im Grundbuch gesichert. Das Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2019 mit TEUR 9.287 (Vorjahr: TEUR 10.131). Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Fremdfinanzierung des Solarparks durch Aufnahme eines weiteren Darlehens über TEUR 1.000 mit identischem Laufzeitende erhöht. Die Sicherung dieses Darlehens erfolgt über die für das ursprüngliche Darlehen gestellten Sicherheiten. Das Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2019 mit TEUR 733 (Vorjahr : TEUR 800). Im Rahmen der beiden Darlehen wurde außerdem ein Guthaben in Höhe von TEUR 694 (Vorjahr: TEUR 694) auf einem Kapitaldienstreservekonto verpfändet.

Der Erwerb der Immobilie in Hannover wurde ursprünglich durch ein Darlehen in Höhe von TEUR 6.000 finanziert. Das Darlehen hatte eine Laufzeit bis zum 1. Mai 2017 und valutierte zum 31. Dezember 2016 mit TEUR 5.175. Es war durch Grundschulden in Höhe von TEUR 6.000 besichert. Darüber hinaus wurden die Rechte und Ansprüche aus den Miet- und Pachtverträgen für diese Immobilie abgetreten. Im Zusammenhang mit dieser Darlehensgewährung bestand eine Verpflichtung zur Einhaltung von Finanzkennzahlen (financial covenants); bei Nichteinhaltung dieser Kennzahlen hat die Bank das Recht, weitere Sicherheiten anzufordern bzw. das Darlehen zu kündigen. Als weitere Sicherheit dient das Guthaben in Höhe von TEUR 1.500, welches im Rahmen der Kreditlinie verpfändet wurde. Im Geschäftsjahr 2017 wurden zwei Zwischenfinanzierungen für die Immobilie über TEUR 4.000 abgeschlossen. Die erste Zwischenfinanzierung hatte eine Laufzeit bis zum 31. August 2017. Die zweite Zwischenfinanzierung war befristet bis zum 29. Juni 2018. Die Sicherheiten aus dem Ursprungsdarlehen wurden jeweils auf die Zwischenfinanzierungen übertragen. Mit dem Verkauf der Immobilie in 2018 wurde das Darlehen planmäßig zum 29. Juni 2018 getilgt.

Im Geschäftsjahr 2015 wurde die Finanzierung für den Erwerb des Windparks Langendorf in Höhe von TEUR 9.000 abgerufen. Das Darlehen hatte eine Laufzeit bis zum 30. Dezember 2019 und valutierte am 31. Dezember 2019 mit TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.767). Es war durch die Abtretung des Anspruchs aus der Stromeinspeisung, durch Raumsicherungsübereignung der 15 Windenergie anlagen, durch Eintragung beschränkter persönlicher Dienstbarkeiten im Grundbuch und durch Eintragung einer Grundschuld in Höhe von TEUR 100 gesichert. Im Rahmen dieses Darlehens wurde außerdem ein Guthaben in Höhe von TEUR 700 (Vorjahr: TEUR 700) auf einem Kapitaldienstreservekonto verpfändet. Nach der vollständigen Darlehenstilgung wurden die Sicherheiten zum 31. Dezember 2019 freigegeben.

Für die langfristige Finanzierung des Windparks Lüdersdorf wurde ein Darlehensvertrag über einen Gesamtdarlehensbetrag von EUR 8,9 Mio. abgeschlossen. Das Darlehen valutiert am 31. Dezember 2019 mit TEUR 7.591 (Vorjahr: TEUR 8.115) und hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2034. Es ist durch die Abtretung des Anspruchs aus der Stromeinspeisung und durch Raumsicherungsübereignung der Windenergie anlagen gesichert. Im Rahmen dieses Darlehens wurde außerdem ein Guthaben in Höhe von TEUR 285 auf einem Kapitaldienstreservekonto verpfändet.

Unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wird der Teil der Darlehen ausgewiesen, der innerhalb eines Jahres fällig ist.

Darüber hinaus besteht eine Kreditlinie in Höhe von EUR 1,5 Mio., die per 31. Dezember 2019 im Rahmen eines Avalkredits durch Bürgschaften in Höhe von TEUR 570 (Vorjahr: TEUR 797) in Anspruch genommen ist. Diese Kreditlinie ist durch Hinterlegung von EUR 1,5 Mio. Festgeldern besichert. Dieses Festgeld diente im Vorjahr außerdem als Sicherheit für das Darlehen für die Immobilie in Hannover.

Außerdem besteht ein Avalkredit beim Windpark Langendorf in Höhe von TEUR 460. Dieser wurde im Rahmen von Vertragserfüllungsbürgschaften vollständig in Anspruch genommen. Dieser Avalkredit ist durch Hinterlegung von Tagesgeldern in Höhe von TEUR 460 besichert.

Von den Darlehensverbindlichkeiten sind zum 31. Dezember fällig:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Innerhalb eines Jahres 1.443 3.439
Zwischen ein und fünf Jahren 5.738 6.634
Nach fünf Jahren 10.439 12.968
Gesamt 17.620 23.041

Die Darlehen werden mit Zinssätzen zwischen 2,19 % und 3,63 % p. a. verzinst.

Unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wird außerdem die von der EEPB Erneuerbare Energien Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH in 2016 gewährte Ausleihung in Höhe von TEUR 55 ausgewiesen.

In den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten wird auch der langfristige Anteil der Verpflichtungen aus dem Verkauf von IT-Lizenzen ausgewiesen (TEUR 1.028, Vorjahr: TEUR 453). Diese betreffen neben dem IT-Lizenzhandel auch die Verpflichtungen aus den Lizenzverkäufen der weclapp SE bzw. weclapp GmbH im Vorjahr.

6.9 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten

Diese setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Verpflichtungen zur Kaufpreiszahlung/-erstattung 990 990
Sonstige Steuern 560 366
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 139 99
Personalverpflichtungen 751 544
Ertragsteuern 1.019 153
Sonstige Verbindlichkeiten 2.100 1.929
Gesamt 5.559 4.081

Die Verpflichtung zur Kaufpreiszahlung betrifft den Restkaufpreis aus dem Erwerb des Windparks Langendorf, die Verpflichtung zur Zahlung einer nachträglichen Kaufpreisanpassung aus dem Erwerb der Windparkprojektentwicklungen sowie eine nachträgliche Kaufpreisanpassung aus der Veräußerung des Windparks Schlenzer. Die Fälligkeitsvoraussetzungen waren in Höhe der ausgewiesenen Beträge zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 ebenso wie zum 31. Dezember 2018 noch nicht erfüllt.

Die Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter enthalten überwiegend Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen.

6.10 Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 31.12.2019 Kurzfristig 31.12.2019 Langfristig 31.12.2018 Kurzfristig 31.12.2018 Langfristig
Rückbauverpflichtungen 0 1.111 0 1.074
Prozessrisiken 0 0 8 0
Übrige 343 0 294 0
Gesamt 343 1.111 302 1.074

Die Entwicklung stellt sich wie folgt dar:

(In TEUR) Stand 1. 1. 2019 Inanspruchnahme Auflösung/ Abgang Aufzinsung Zuführung/ Zugang Stand 31.12.2019
Rückbauverpflichtungen 1.074 0 0 37 0 1.111
Prozessrisiken 8 0 8 0 0 0
Übrige 294 213 28 0 290 343
Gesamt 1.376 213 36 37 290 1.454

Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen sind langfristiger Natur und wurden gebildet für die Wiederherstellung des Urzustandes von diversen Technikstandorten und Windparkgrundstücken.

Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Jahresabschlusskosten.

6.11 Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Aufgliederung der bilanziellen Buchwerte nach den Bewertungskategorien des IAS 39/IFRS 7.8

2019 (in TEUR) Ausleihungen Liquide Mittel Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Bewertungskategorie nach IAS 39 3. Stufe 3. Stufe 3. Stufe 3. Stufe 2./3. Stufe
Kredite und Forderungen 0 20.551 3.911 2.613 0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 0 0 0 0 30.600
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zu Zeitwerten bewertet werden 0 0 0 0 0
Derivative mit Hedgebeziehung 0 0 0 0 0
Gesamt 0 20.551 3.911 2.613 30.600
2018 (in TEUR) Ausleihungen Liquide Mittel Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Bewertungskategorie nach IAS 39 3. Stufe 3. Stufe 3. Stufe 3. Stufe 2./3. Stufe
Kredite und Forderungen 0 12.301 4.440 2.588 0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 0 0 0 0 30.754
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zu Zeitwerten bewertet werden 0 0 0 0 0
Derivative mit Hedgebeziehung 0 0 0 0 0
Gesamt 0 12.301 4.440 2.588 30.754

Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen, liquiden Mitteln, von kurzfristigen Forderungen und von Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Der Grund dafür ist vor allem die kurze Laufzeit solcher Instrumente bzw. deren marktübliche Verzinsung.

Die Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz sind entsprechend einer dreistufigen Hierarchie zu klassifizieren. Die Hierarchie ergibt sich nach Art und Qualität der beizulegenden Zeitwerte (Marktpreise). Folgende Stufen existieren:

1. Stufe: öffentlich bekannte Marktpreise für das betreffende Finanzinstrument (z. B. Börsenpreise).

2. Stufe: Marktpreise, welche nicht allgemein zugänglich sind und eventuell von Preisen für ähnliche Finanzinstrumente oder unterlegten Gütern hergeleitet werden.

3. Stufe: Preise, die nicht auf Marktdaten beruhen.

Der Zeitwert des abgeschlossenen Zinsswaps wurde im Vorjahr entsprechend Stufe 2 ermittelt. Die Bewertung erfolgte auf der Basis von Marktdaten am Bewertungsstichtag und unter Verwendung allgemein anerkannter Bewertungsmodelle. Für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert flossen bei den Zinsswaps marktbeobachtbare Zinskurven sowie Volatilitäten aktiver Märkte ein.

Die Verbindlichkeiten gliedern sich in langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 20.641 (Vorjahr: TEUR 20.101) und kurz fristige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 9.959 (Vorjahr: TEUR 10.653). Der Gesamtzinsaufwand/-ertrag aus den finanziellen Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zu Zeitwerten bewertet werden, betrug im Geschäftsjahr 2019 TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

Die Nettoverluste aufgrund von Abwertungen wegen möglicher Ausfallrisiken einschließlich Veränderung von Wertberichtigung aus Krediten und Forderungen betrugen TEUR 39 (Vorjahr: TEUR 180).

Hinsichtlich finanzieller Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, lagen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen einer potenziellen Wertminderung vor.

Das maximale Ausfallrisiko aller finanziellen Vermögenswerte ergibt sich aus deren Buchwerten, für Ausführungen hierzu verweisen wir auf Ziffer 6.4 bzw. 6.5.

Die überfälligen nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 717 (Vorjahr: TEUR 556) sind in Höhe von TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 98) älter als zwölf Monate bzw. in Höhe von TEUR 138 (Vorjahr: TEUR 14) zwischen sechs und zwölf Monate alt. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte die überfällig und nicht wertberichtigt sind, sind sowohl in 2019 (TEUR 50) als auch in 2018 (TEUR 32) in voller Höhe älter als zwölf Monate.

Weder bei finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, noch bei finanziellen Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zu Zeitwerten bewertet werden, ergaben sich im Berichtsjahr und im Vorjahr Nettogewinne/-verluste.

Es wird ebenfalls auf die Ausführungen unter Ziffer 2.3.13 verwiesen.

Im Segment ITK bestehen Nettingvereinbarungen, die dazu berechtigen, zum Zahlungszeitpunkt finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten zu saldieren. Zum 31. Dezember 2019 bestehen finanzielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 173 (Vorjahr: TEUR 240,4) (Betrag nach Saldierung: TEUR 70/Vorjahr: TEUR 158,2) und finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 196 (Vorjahr: TEUR 239,6) (Betrag nach Saldierung: TEUR 93/Vorjahr: TEUR 157,4), die einer Nettingvereinbarung unterliegen und die zum Bilanzstichtag nicht saldiert wurden.

Gewährte Sicherheiten bestehen grundsätzlich für Finanzverbindlichkeiten und werden unter Ziffer 6.8 erläutert.

6.12 Haftungsverhältnisse sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am 31. Dezember bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Bis zu einem Jahr 66 993
Länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 24 2.068
Länger als fünf Jahre 0 3.117
Gesamt 90 6.178

Das in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthaltene Bestellobligo beträgt TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 129).

In diesen Verpflichtungen waren im Vorjahr insbesondere die Verpflichtungen aus den langfristigen Grundstückspachtverträgen, die im Rahmen des Betriebs der Windparks notwendig sind, enthalten. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Mietverträge für Büroräume, Technikflächen, technische Geräte und PKWs aus Ziffer 6.1.3 bzw. 6.1.7, soweit diese nicht nach IFRS 16 als Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit bilanziert wurden. Die betreffenden Verträge haben eine Restlaufzeit von 1 bis 10 Jahren.

Für die Besicherung der eigenen Kreditlinie der 3U besteht wie im Vorjahr eine Verfügungsbeschränkung in Höhe von EUR 1,5 Mio. (hinterlegte Sicherheiten). Ebenfalls bestehen Verfügungsbeschränkungen für Kapitaldienstreservekonten im Zusammenhang mit der Finanzierung des Solarparks Adelebsen in Höhe von EUR 0,69 Mio. (Vorjahr: EUR 0,69 Mio.), für den Windpark Langendorf in Höhe von EUR 0,00 Mio. (Vorjahr: EUR 0,70 Mio.) und für den Windpark Lüdersdorf in Höhe von EUR 0,29 Mio. (Vorjahr: EUR 0,29 Mio.). Außerdem wurden für einen Avalkredit beim Windpark Langendorf Tagesgelder in Höhe von EUR 0,46 Mio. als Sicherheit hinterlegt.

Die 3U HOLDING AG hat zugunsten der nicht vollkonsolidierten Tochtergesellschaft 3U MOBILE GmbH eine bis zum 31. März 2020 befristete Patronatserklärung abgegeben. In dieser übernimmt die 3U HOLDING AG die uneingeschränkte Verpflichtung, die Gesellschaft finanziell so auszustatten, dass sie jederzeit und vollumfänglich zur fristgemäßen Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern in der Lage ist. Die Gesellschaft ist nicht operativ tätig und es bestehen keine Außenverpflichtungen, die im Rahmen der abgegebenen Patronatserklärung ein wesentliches Risiko darstellen können.

6.13 Rechtsstreitigkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Aus der Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns resultieren verschiedene Rechtsstreitigkeiten. Im Hinblick auf die Ungewissheit über den Ausgang dieser Verfahren besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung der künftigen operativen Ergebnisse. Zum 31. Dezember 2019 wurden Rückstellungen für offene Rechtsstreite in einer Gesamthöhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 8) gebildet.

7 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds setzt sich aus Festgeldern, Bankguthaben und Kassenbeständen zusammen.

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Festgelder 1.500 1.500
Guthaben bei Banken und Kassenbestände 19.051 10.801
Liquide Mittel gesamt 20.551 12.301
Abzüglich als Sicherheit hinterlegte Guthaben/bzw. Guthaben mit Verfügungsbeschränkungen 3.089 3.923
Finanzmittelfonds 17.462 8.378

Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Ermittlungsmethode gewählt.

Nach der Bereinigung um zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen (im Wesentlichen Abschreibungen) und unter Berücksichtigung der Veränderung des Working Capitals erlangte der 3U Konzern aus laufender Geschäftstätigkeit einen Finanzmittelzufluss in Höhe von TEUR 4.681 (Vorjahr: Zufluss TEUR 595).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR 9.170 (Vorjahr: TEUR 8.124) und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR -5.616 (Vorjahr: TEUR -8.156). Wechselkursbedingte Änderungen haben sich wie im Vorjahr nicht ergeben.

Die liquiden Mittel, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, haben sich im Zusammenhang mit der Darlehenstilgung des Windparks Lüdersdorf und dem Entfall der Sicherheitshinterlegung aus dem Verkauf der Immobilie in Hannover vermindert.

In Summe ergibt sich eine zahlungswirksame Finanzmittelfondszunahme in Höhe von TEUR 9.084 (im Vorjahr: Zunahme TEUR 203).

Von den zum Periodenende ausgewiesenen liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 20.551 (Vorjahr: TEUR 12.301) unterliegen insgesamt TEUR 3.089 (Vorjahr: TEUR 3.923) einer Verfügungsbeschränkung. Diese werden offen von den liquiden Mitteln abgesetzt, sodass der Finanzmittelfonds entsprechend gemindert wird.

Den im Geschäftsjahr 2019 vereinnahmten Zinserträgen in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 34) stehen Zinszahlungen in Höhe von TEUR 860 (Vorjahr: TEUR 864) gegenüber.

Dividenden wurden im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von EUR 0,03 pro Aktie (Vorjahr: EUR 0,02) an die Anteilseigner der 3U HOLDING AG ausgezahlt/ausgeschüttet.

Für den Verkauf/Erwerb von Anteilen an Tochtergesellschaften sind dem Konzern liquide Mittel in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) zugeflossen und TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.337) abgeflossen. Die Kauf- bzw. Verkaufspreise wurden im Vorjahr in liquiden Mitteln geleistet bzw. sind bei Fälligkeit in liquiden Mitteln zu leisten.

Im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochtergesellschaften wurden liquide Mittel in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 0) erstmals konsolidiert.

Die Finanzmittelzu- und -abflüsse setzen sich wie folgt zusammen:

(In TEUR) 2019 2018
Zufluss Abfluss Saldo Zufluss Abfluss Saldo
Erwerb 0 0 0 0 1.337 1.337
Verkauf 0 0 0 0 0 0
Gesamt 0 0 0 0 1.337 1.337

Aus der Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften ergibt sich wie im Vorjahr keine Veränderung des Finanzmittelfonds.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Windpark Klostermoor GmbH & Co. Betriebs-KG wurden im Vorjahr liquide Mittel in Höhe von TEUR 335 übernommen.

In 2019 sind im Saldo Ertragsteuern in Höhe von TEUR 47 gezahlt worden (Vorjahr: TEUR 651).

Die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

Veränderung der Finanzverbindlichkeiten (in TEUR) 31.12.2018 Zahlungswirksame Veränderungen Zahlungsunwirksame Veränderungen 31.12.2019
Zugang nach IFRS 16 * Veräußerung Veräußerungsgruppe
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 19.603 -3.426 0 0 0 16.177
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.493 -1.950 0 0 0 1.543
Leasingverbindlichkeiten 96 826 3.404 0 0 4.326
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 23.192 -4.550 3.404 0 0 22.046

* Erstanwendung

8 Sonstige Angaben

8.1 Kapitalmanagement

Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Als Zielgröße ist dabei die Eigenkapitalquote definiert. Dabei wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können.

Das bilanzielle Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2019 bzw. 2018:

31.12.2019 31.12.2018 Veränderung
Eigenkapital in TEUR 46.512 41.441
Eigenkapital in % vom Gesamtkapital 57,79 55,63 +2,16 %- Punkte
Fremdkapital in TEUR 33.966 33.049
Fremdkapital in % vom Gesamtkapital 42,21 44,37 -2,16 %- Punkte
Gesamtkapital (Eigenkapital und Fremdkapital) in TEUR 80.478 74.490

Das Eigenkapital umfasst das gesamte Kapital, die Rücklagen des Konzerns und die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter. Das Fremdkapital ist definiert als lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, Rückstellungen und übrige Verbindlichkeiten.

8.2 Finanzrisiken

Der 3U Konzern ist aufgrund der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nur geringen Zinsänderungs- und Kreditrisiken ausgesetzt, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Im Rahmen des Auslandsgeschäfts ist der 3U Konzern auch Währungsrisiken ausgesetzt, die einen entsprechenden Einfluss haben können. Soweit erforderlich, steuert er die Risiken auch mithilfe derivativer Finanzinstrumente. Grundsätzlich werden jedoch nur die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzern haben. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrumente abgeschlossen.

Im Folgenden wird auf die einzelnen Risiken sowie das Risikomanagement eingegangen.

Fremdwährungsrisiko

Währungsrisiken bestehen insbesondere, wenn Forderungen, Schulden, Zahlungsmittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden.

Der 3U Konzern übt seine Geschäftstätigkeit überwiegend im Inland aus und fakturiert in EUR. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung haben für den Konzern kaum Bedeutung, so dass grundsätzlich nur geringe Fremd währungsrisiken bestehen. Es besteht hierzu eine Richtlinie, um die Risiken z. B. durch Termingeschäfte abzusichern. Darin ist festgelegt, dass diese Geschäfte währungsbetrags- und fristkongruent abgeschlossen werden.

Zum 31. Dezember 2019 bestanden wie im Vorjahr keine Devisentermingeschäfte.

Der Buchwert der auf fremde Währung lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden des Konzerns am Stichtag 31. Dezember 2019 entfällt auf die Aktivitäten des Segments ITK und lautet wie folgt:

Vermögen: TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 8)
Schulden: TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0)

Ausfallrisiko

Ein Kreditrisiko besteht für 3U dahingehend, dass der Wert der Vermögenswerte beeinträchtigt werden könnte, wenn Transaktionspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Zur Minimierung der Kreditrisiken werden Geschäfte nur mit Schuldnern guter Bonität bzw. unter Einhaltung von vorgegebenen Risikolimits abgeschlossen.

Die Ausfallrisiken bewegen sich im marktüblichen Rahmen; eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt dem Rechnung. Der Konzern ist keinen wesentlichen Ausfallrisiken einer Vertragspartei oder einer Gruppe von Vertragsparteien mit ähnlichen Merkmalen ausgesetzt. Der Konzern definiert Vertragsparteien als solche mit ähnlichen Merkmalen, wenn es sich hierbei um nahestehende Unternehmen handelt.

Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt überwiegend in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten abgeleitet werden. Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, sind erfahrungsgemäß nicht mehr einbringlich und werden zu 100 % wertberichtigt.

Liquiditäts-/Neufinanzierungsrisiko

Das Liquiditätsrisiko des 3U Konzerns besteht grundsätzlich darin, dass der Konzern möglicherweise seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Im Jahr 2019 haben sich die Liquiditätsreserven des Konzerns deutlich positiv entwickelt. Die Rückführung von Darlehen im Rahmen planmäßiger Tilgungen wurde durch den positiven Geschäftsverlauf und durch Mittelzuflüsse aus der Veräußerung von Sachanlagen überkompensiert. Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Der Planungshorizont erstreckt sich auf ein Jahr.

Der Konzern kann Kreditlinien in Anspruch nehmen. Als Avalkredit wurden zum Bilanzstichtag TEUR 1.030 (Vorjahr: TEUR 797) im Rahmen von Bankbürgschaften in Anspruch genommen.

3U erwartet, dass sie ihre sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann. Des Weiteren geht 3U davon aus, dass sich das gegenwärtige Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital weitestgehend konstant entwickeln wird.

Zinsänderungsrisiko

Bei den verzinslichen Schulden der 3U sind überwiegend Festzinsen vereinbart.

Daher wurde auf Sensitivitätsanalysen i. S. d. IFRS 7.40 verzichtet.

Das Risiko steigender Zinsen aus Bankdarlehen wird zeitnah überwacht.

8.3 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhalten die 3U HOLDING AG und ihre Tochtergesellschaften Geschäftsbeziehungen zu Gemeinschaftsunternehmen, die als nahestehende Unternehmen des Konzerns gelten. Hierbei handelt es sich um die Spider Telecom GmbH. Diese Geschäfte betreffen ausschließlich Liefer- und Leistungsbeziehungen mit diesen nahestehenden Unternehmen. Sie wurden zu Bedingungen vorgenommen, die unter den Konzernunternehmen vertraglich vereinbart und marktkonform sind. Hierbei kam die Kostenaufschlagsmethode zur Anwendung.

Kurzfristige Forderungen zu diesen Unternehmen bestanden bei Tochtergesellschaften der 3U HOLDING AG zum 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 15) und kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 26). Bei der 3U HOLDING AG bestanden kurzfristige Forderungen zu diesen Unternehmen in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 1) und kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

Im Geschäftsjahr 2019 resultieren aus diesen Geschäftsbeziehungen bei Tochtergesellschaften der 3U HOLDING AG Erträge in Höhe von TEUR 64 (Vorjahr: TEUR 161) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 205 (Vorjahr: TEUR 296). Bei der 3U HOLDING AG betrugen diese Erträge TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 9) und Aufwendungen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

Geschäfte mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen betreffen im Wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen, die zu marktüblichen Bedingungen vorgenommen wurden und zu marktüblichen Konditionen erbrachte Beratungsleistungen. Diese Geschäfte wurden mit nahestehenden Personen/Unternehmen von Gesellschaften/Geschäftsführern von Konzerngesellschaften durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2019 betrifft dies Erträge in Höhe von TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 2) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 100 (Vorjahr: TEUR 43). Zum 31. Dezember 2019 bestanden kurzfristige Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) und kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

Sonstige Geschäfte mit nahestehenden Personen wurden nur in unbedeutendem Umfang und ebenfalls zu marktüblichen Bedingungen vorgenommen.

Die 3U HOLDING AG hat zugunsten der nicht konsolidierten Tochtergesellschaft 3U MOBILE GmbH eine bis zum 31. März 2020 befristete Patronatserklärung abgegeben.

Von der EEPB Erneuerbare Energien Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH hat die 3U HOLDING AG ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von TEUR 55 (Vorjahr: TEUR 55) erhalten.

Außerdem bestand im Vorjahr eine Forderung gegen einen Gesellschafter/Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft in Höhe von TEUR 22 zum 31. Dezember 2017. Diese Forderung wurde im Geschäftsjahr 2018 vollständig ausgeglichen.

Zu Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft waren im Berichtsjahr bestellt:

Michael Schmidt Lahntal
Sprecher des Vorstands der 3U HOLDING AG
Andreas Odenbreit Marburg
Vorstand der 3U HOLDING AG
Aufsichtsratsmitglied der 3U ENERGY AG
Aufsichtsratsmitglied der weclapp SE, Frankfurt am Main
Christoph Hellrung Hattingen
Vorstand der 3U HOLDING AG
Aufsichtsratsmitglied der weclapp SE, Frankfurt am Main

Die in 2019 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands betrugen TEUR 873 (Vorjahr: TEUR 841).

In der variablen Vergütung 2019 sind 33,33% bzw. 100 % der maximal möglichen variablen Vergütung für 2019 von TEUR 300 (Michael Schmidt), TEUR 50 (Andreas Odenbreit) bzw. TEUR 50 (Christoph Hellrung) enthalten.

Name Fixe Vergütung * (in TEUR) Variable Vergütung (in TEUR) Vergütung gesamt (in TEUR)
2019 2018 2019 2018 2019 2018
Michael Schmidt (Sprecher des Vorstands) 326 308 100 100 426 408
Andreas Odenbreit 171 171 50 43 221 214
Christoph Hellrung 176 176 50 43 226 219
Summe 673 655 200 ** 186 *** 873 841

* Fixe Vergütung inklusive Nebenleistungen

** In Höhe von TEUR 75 bereits in 2019 gezahlt, ein Restbetrag in Höhe von TEUR 125 ist kurzfristig fällig.

*** In Höhe von TEUR 75 bereits in 2018 gezahlt, ein Restbetrag in Höhe von TEUR 111 war zum 31. Dezember 2018 kurzfristig fällig.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden an die Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Im Vorjahr wurden 499.998 Aktienoptionen ausgegeben.

Name Funktion Aktienoptionen
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands 166.666 Stück
Andreas Odenbreit Vorstand 166.666 Stück
Christoph Hellrung Vorstand 166.666 Stück

Sämtliche Vergütungen für Vorstandstätigkeiten bei der 3U HOLDING AG werden von der 3U HOLDING AG gezahlt. Die Tochtergesellschaften haben keine Bezüge gezahlt.

Bis zum 8. Juni 2018 bestand eine bis zum 31. Dezember 2018 befristete unverzinsliche Darlehensforderung gegen das Vorstandsmitglied Michael Schmidt in Höhe von TEUR 17. Dieses Darlehen wurde am 8. Juni 2018 vollständig getilgt. Außerdem hat das Vorstandsmitglied Michael Schmidt im Geschäftsjahr 2019 Waren bei Tochtergesellschaften zu marktüblichen Bedingungen im Wert von TEUR 9 bezogen.

Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2019 in Stück:

Name Funktion Aktien Anzahl Aktienoptionen
Anzahl Wert
in EUR *
Michael Schmidt Sprecher des Vorstands 8.999.995 166.666 32.950
Andreas Odenbreit Vorstand 20.500 166.666 32.950
Christoph Hellrung Vorstand 0 166.666 32.950
Ralf Thoenes Vorsitzender des Aufsichtsrats 20.500 0 0
Stefan Thies Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats 33.084 0 0
Jürgen Beck-Bazlen Aufsichtsrat 1.379.000 0 0

* Wert zum Gewährungszeitpunkt

Die Aktienoptionen können erst nach Ablauf festgelegter Sperrfristen (Erdienungszeitraum) ausgeübt werden. Ihr Wert wird auf die Erdienungszeiträume verteilt und als Aufwand im jeweiligen Geschäftsjahr berücksichtigt.

In 2019 sind TEUR 56 (Vorjahr: TEUR 4) als Personalaufwand für Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter erfasst worden. Davon entfallen rechnerisch TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 1) auf Aktienoptionen der Mitglieder des Vorstands.

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtsjahr sowie im Vorjahr bestellt:

Ralf Thoenes Düsseldorf
Rechtsanwalt in der Sozietät Altenburger in Düsseldorf
Aufsichtsratsvorsitzender der 3U HOLDING AG
Weitere Aufsichtsrats- oder Beiratsmandate: Aufsichtsratsvorsitzender der 3U ENERGY AG, Marburg;
Aufsichtsratsvorsitzender der weclapp SE, Frankfurt am Main
Stefan Thies Heinsberg
Diplom-Kaufmann und Steuerberater in der Thies & Thies Steuerberatungsgesellschaft
Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der 3U HOLDING AG
Jürgen Beck-Bazlen Ostfildern
Bauphysiker, tätig in der EGS-plan Ingenieurgesellschaft für Energie-, Gebäude- und Solartechnik mbH
Aufsichtsratsmitglied der 3U HOLDING AG
Weitere Aufsichtsrats- oder Beiratsmandate: Aufsichtsratsmitglied der Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Ostfildern mbH, Ostfildern, bis zum 24. Juli 2019

Die Aufsichtsratsvergütungen für 2019 betrugen TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 130). Für 2019 wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 54) zurückgestellt.

Name Fixe Vergütung
in TEUR
Sitzungsgelder
in TEUR
2019 2018 2019 2018
Ralf Thoenes (Vorsitzender des Aufsichtsrats) 10 10 15 18
Stefan Thies (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) 8 8 15 18
Jürgen Beck-Bazlen 5 5 15 18
Summe * 23 23 45 53 *
Name Erfolgsabhängige Vergütung
in TEUR
Vergütung gesamt
in TEUR
2019 2018 2019 2018
Ralf Thoenes (Vorsitzender des Aufsichtsrats) 40 24 65 52
Stefan Thies (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) 30 18 53 43 *
Jürgen Beck-Bazlen 20 12 40 35
Summe * 90 54 158 130 *

* Rundungsbedingte Abweichungen in der Summenzeile und in der Angabe Vergütung gesamt

Außerdem erhalten die Aufsichtsräte eine Erstattung ihrer Reisekosten und der sonstigen Auslagen. Im Geschäftsjahr 2019 haben Herr Thoenes in Höhe von TEUR 2,3 (Vorjahr: TEUR 2,3), Herr Thies in Höhe von TEUR 0,7 (Vorjahr: TEUR 1,0) und Herr Beck-Bazlen in Höhe von TEUR 0,7 (Vorjahr: TEUR 1,5) Erstattungen für ihre Auslagen erhalten. Herr Thoenes hat für das Geschäftsjahr 2019 außerdem Sitzungsgelder und Auslagenersatz für seine Aufsichtsratstätigkeit bei der 3U ENERGY AG in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 6) erhalten.

Die Rechtsanwaltssozietät Altenburger Rechtsanwälte, deren Partner der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Thoenes ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr für ihre Beratungsleistungen und Auslagenerstattungen für den 3U Konzern insgesamt TEUR 1,0 (Vorjahr: TEUR 10,2) zzgl. Umsatzsteuer erhalten. Diese wurden gegenüber der weclapp SE erbracht. Im Vorjahr wurden diese Leistungen mit TEUR 5,2 für die 3U ENERGY AG, mit TEUR 4,6 für die 3U TELECOM GmbH und mit TEUR 0,4 für die 3U Euro Energy Systems GmbH erbracht.

Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht dargestellt.

8.4 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 11. März 2020 hat die 3U HOLDING AG ein 24.000 qm großes Grundstück zur Errichtung eines neuen Distributionszentrums im Industriepark A61 in Koblenz erworben. Der Grundstückskaufpreis beläuft sich auf rund EUR 1 Mio. Die Investitionssumme für Grundstück und Gebäude insgesamt wird voraussichtlich rund EUR 11 Mio. betragen. Es ist beabsichtigt, die Investition im Wesentlichen über ein langfristiges Darlehen zu finanzieren.

8.5 Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar inkl. Nebenkosten des Abschlussprüfers Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft beträgt für das Geschäftsjahr 2019 (Vorjahr):

Abschlussprüfungsleistungen TEUR 205 * (Vorjahr: TEUR 205 * )
Andere Bestätigungsleistungen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0)
Steuerberatungsleistungen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0)
Sonstige Leistungen TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 0)
Gesamt TEUR 236 (Vorjahr: TEUR 205)

* Davon Nachberechnungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0)

8.6 Erklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG haben die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebenen Erklärungen abgegeben und dauerhaft zugänglich gemacht (www.3u.net).

8.7 Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Herr Michael Schmidt, Lahntal, hat mit Schreiben vom 28. November 2012 gemäß § 21 Abs. 1 des WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der 3U HOLDING AG, Marburg, Deutschland, am 27. November 2012 die Schwelle von 25 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 25,49% (das entspricht 8.999.995 Stimmrechten) betragen hat.

Herr Jürgen Beck-Bazlen, Ostfildern, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 4. Februar 2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der 3U HOLDING AG, Marburg, Deutschland am 2. Februar 2015 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,028% (das entspricht 1.069.418 Stimmrechten) betragen hat.

Die 3U HOLDING AG hat gemäß § 40 Abs. 1 Satz 2 WpHG mitgeteilt, dass ihr Anteil an eigenen Aktien am 19. Dezember 2019 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 3,352% (das entspricht 1.183.640 Stimmrechten) betragen hat.

Weitere Angaben

Die folgenden Gesellschaften der 3U HOLDING AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

010017 Telecom GmbH, Marburg

3U TELECOM GmbH, Marburg

Discount Telecom S&V GmbH, Marburg

fon4U Telecom GmbH, Marburg

LineCall Telecom GmbH, Marburg

OneTel Telecommunication GmbH, Marburg

Die 3U HOLDING AG ist das oberste, beherrschende Unternehmen des 3U Konzerns.

Zeitpunkt der Freigabe des Abschlusses zur Veröffentlichung

Der Vorstand der 3U HOLDING AG hat den Konzernabschluss am 19. März 2020 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Nach Veröffentlichung kann der Abschluss nicht mehr geändert werden.

 

Marburg, den 19. März 2020

Der Vorstand

Michael Schmidt

Christoph Hellrung

Andreas Odenbreit

Anlage zum Anhang: Entwicklung des Anlagevermögens 2019

3U Konzern
(in TEUR)
Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1. 1. 2019 Zugänge Umbuchungen Abgänge
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.338 625 0 0
2. Kundenstamm 331 0 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 616 0 0 0
Summe Immaterielle Vermögenswerte 7.285 625 0 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.649 1.625 0 10.036
2. Technische Anlagen und Maschinen 47.052 219 0 202
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.199 268 0 59
4. Anlagen im Bau 244 297 0 232
Summe Sachanlagen 63.144 2.409 0 10.529
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen * 3.404 929 0 0
Summe Nutzungsrechte 3.404 929 0 0
III. Anlageimmobilien
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 5.084 3 0 0
Summe Anlageimmobilien 5.084 3 0 0
Summe Anlagevermögen 78.917 3.966 0 10.529
3U Konzern
(in TEUR)
Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
Zugänge Veräußerungsgruppe Konzernkreisveränderungsgruppe Stand 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0 6.963
2. Kundenstamm 0 0 331
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 616
Summe Immaterielle Vermögenswerte 0 0 7.910
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 4.238
2. Technische Anlagen und Maschinen -10 0 47.059
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 0 3.408
4. Anlagen im Bau 0 0 309
Summe Sachanlagen -10 0 55.014
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen * 0 0 4.333
Summe Nutzungsrechte 0 0 4.333
III. Anlageimmobilien
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 10 0 5.097
Summe Anlageimmobilien 10 0 5.097
Summe Anlagevermögen 0 0 72.354
3U Konzern
(in TEUR)
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. 1. 2019 Zugänge Umbuchungen Abgänge
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.753 212 0 0
2. Kundenstamm 331 0 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 13 0 0 0
Summe Immaterielle Vermögenswerte 5.097 212 0 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.792 283 0 2.942
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.292 2.980 -4 107
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.396 262 0 45
4. Anlagen im Bau 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 23.480 3.525 -4 3.094
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen * 0 683 0 0
Summe Nutzungsrechte 0 683 0 0
III. Anlageimmobilien
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 976 180 4 0
Summe Anlageimmobilien 976 180 4 0
Summe Anlagevermögen 29.553 4.600 0 3.094
3U Konzern
(in TEUR)
Kumulierte Abschreibungen
Zugänge Veräußerungsgruppe Konzernkreisveränderungen Stand 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0 4.965
2. Kundenstamm 0 0 331
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 13
Summe Immaterielle Vermögenswerte 0 0 5.309
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 133
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 0 21.161
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 0 2.613
4. Anlagen im Bau 0 0 0
Summe Sachanlagen 0 0 23.907
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen * 0 0 683
Summe Nutzungsrechte 0 0 683
III. Anlageimmobilien
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 0 0 1.160
Summe Anlageimmobilien 0 0 1.160
Summe Anlagevermögen 0 0 31.059

Die Darstellung erfolgt gerundet. Hierdurch können sich in der Summenbildung Rundungsdifferenzen ergeben.

* Zugang zum 1. Januar 2019 im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16

3U Konzern
(in TEUR)
Buchwerte
Stand 31.12.2019 Stand 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.998 1.585
2. Kundenstamm 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 603 603
Summe Immaterielle Vermögenswerte 2.601 2.188
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.105 9.857
2. Technische Anlagen und Maschinen 25.898 28.760
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 795 803
4. Anlagen im Bau 309 244
Summe Sachanlagen 31.107 39.664
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen * 3.650 0
Summe Nutzungsrechte 3.650 0
III. Anlageimmobilien
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 3.937 4.108
Summe Anlageimmobilien 3.937 4.108
Summe Anlagevermögen 41.295 45.960

Die Darstellung erfolgt gerundet. Hierdurch können sich in der Summenbildung Rundungsdifferenzen ergeben.

* Zugang zum 1. Januar 2019 im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16

Anlage zum Anhang: Entwicklung des Anlagevermögens 2018

3U Konzern
(in TEUR)
Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1. 1. 2018 Zugänge Umbuchungen Abgänge
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.536 128 -29 0
2. Kundenstamm 331 0 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 616 0 0 0
Summe Immaterielle Vermögenswerte 6.483 128 -29 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.434 46 -670 4.200
2. Technische Anlagen und Maschinen 36.256 227 317 25
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.968 250 0 19
4. Anlagen im Bau 520 11 -287 0
Summe Sachanlagen 57.178 534 -640 4.244
III. Kundenstamm
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 8.579 90 670 4.255
Summe Anlageimmobilien 8.579 90 670 4.255
Summe Anlagevermögen 72.240 752 1 8.499
3U Konzern
(in TEUR)
Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
Zugänge Veräußerungsgruppe Konzernkreisveränderungen Stand 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 703 0 6.338
2. Kundenstamm 0 0 331
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 616
Summe Immaterielle Vermögenswerte 703 0 7.285
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 39 12.649
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.331 946 47.052
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 0 3.199
4. Anlagen im Bau 0 0 244
Summe Sachanlagen 0 0 63.144
III. Kundenstamm
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 0 0 5.084
Summe Anlageimmobilien 0 0 5.084
Summe Anlagevermögen 10.034 985 75.513

Die Darstellung erfolgt gerundet. Hierdurch können sich in der Summenbildung Rundungsdifferenzen ergeben.

3U Konzern
(in TEUR)
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. 1. 2018 Zugänge Umbuchungen Abgänge
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.516 202 -2 1
2. Kundenstamm 331 0 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 13 0 0 0
Summe Immaterielle Vermögenswerte 4.860 202 -2 1
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.802 392 0 402
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.842 2.954 2 15
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.163 246 0 13
4. Anlagen im Bau 79 0 -79 0
Summe Sachanlagen 19.886 3.592 -77 430
III. Kundenstamm
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 1.117 218 79 438
Summe Anlageimmobilien 1.117 218 79 438
Summe Anlagevermögen 25.863 4.012 0 869
3U Konzern
(in TEUR)
Kumulierte Abschreibungen
Zugänge Veräußerungsgruppe Konzernkreisveränderungen Stand 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 38 0 4.753
2. Kundenstamm 0 0 331
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 13
Summe Immaterielle Vermögenswerte 38 0 5.097
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 2.792
2. Technische Anlagen und Maschinen 498 11 18.292
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 0 2.396
4. Anlagen im Bau 0 0 0
Summe Sachanlagen 498 11 23.480
III. Kundenstamm
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 0 0 976
Summe Anlageimmobilien 0 0 976
Summe Anlagevermögen 536 11 29.553
3U Konzern
(in TEUR)
Buchwerte
Stand 31.12.2018 Stand 31. 12. 2017
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.585 1.020
2. Kundenstamm 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 603 603
Summe Immaterielle Vermögenswerte 2.188 1.623
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.857 14.632
2. Technische Anlagen und Maschinen 28.760 21.414
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 803 805
4. Anlagen im Bau 244 441
Summe Sachanlagen 39.664 37.292
III. Kundenstamm
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 4.108 7.462
Summe Anlageimmobilien 4.108 7.462
Summe Anlagevermögen 45.960 46.377

Die Darstellung erfolgt gerundet. Hierdurch können sich in der Summenbildung Rundungsdifferenzen ergeben.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die 3U Holding AG, Marburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der 3U Holding AG, Marburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der 3U Holding AG, Marburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die unter "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1.

Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte

2.

Verkauf von Grundstücken

Zu 1) Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte

a)

Risiko für den Abschluss

Zum Abschlussstichtag weist die Konzernbilanz Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 603 aus.

Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in den Abschnitten "2.3.7 Geschäfts- und Firmenwerte" und "6.1.1 Immaterielle Vermögenswerte" des Konzernanhangs enthalten.

Gemäß IAS 36.90 sind zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, mindestens jährlich einer Wertminderungsprüfung zu unterziehen.

Im Rahmen dieser Prüfung werden komplexe Bewertungsmodelle verwendet, welche auf den Erwartungen über die zukünftige Entwicklung des jeweiligen operativen Geschäfts sowie der daraus resultierenden Zahlungsströme basieren. Des Weiteren ist die Bewertung wesentlich von den verwendeten Diskontierungszinssätzen abhängig. Das Ergebnis der Wertminderungsprüfung unterliegt daher maßgeblich dem Einfluss ermessensbehafteter Werte. Vor diesem Hintergrund waren diese Sachverhalte aus unserer Sicht im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

b)

Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die angewandte Methode der Durchführung des Werthaltigkeitstests mit den Erfordernissen des IAS 36 abgestimmt. Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der für die Diskontierung angesetzten gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Die den Werthaltigkeitstests zugrunde gelegten Planungen haben wir plausibilisiert. Dabei haben wir auch anhand einer Analyse der Plan-Ist-Abweichungen in der Vergangenheit die Planungstreue der Gesellschaft beurteilt. Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit der Bewertungen haben wir diese in Stichproben nachvollzogen. Die Berechnungsergebnisse des Mandanten haben wir anhand ergänzender Analysen, zu denen auch Sensitivitätsanalysen gehören, validiert.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Annahmen bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen nach dem Ergebnis unserer Prüfung angemessen.

Zu 2) Verkauf von Grundstücken

a)

Risiko für den Abschluss

Im Geschäftsjahr 2019 hat die 3U Holding AG, Marburg, mit der Sparkasse Marburg-Biedenkopf A.d.ö.R. mit Datum vom 13. August 2019 einen notariellen Kaufvertrag über ihre Grundstücke (inklusive Gebäude) in Marburg abgeschlossen. Nutzen und Lasten gehen ab dem Tag der vollständigen Zahlung des Kaufpreises auf den Käufer über, aber nicht vor dem 1. November 2019.

Des Weiteren hat die 3U Holding AG, Marburg, im Geschäftsjahr 2019 mit der Bettwaren Stendebach & Co. mit Datum vom 9. Mai 2019 einen notariellen Kaufvertrag über ihr Grundstück (inklusive Gebäude) in Montabaur abgeschlossen. Nutzen und Lasten gehen ab dem Tag der vollständigen Zahlung des Kaufpreises auf den Käufer über, aber nicht vor dem 1. Juli 2019.

Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde in diesem Zusammenhang insgesamt ein nennenswerter Veräußerungserlös und Veräußerungsgewinn realisiert. Der Veräußerungserlös hat zu einer deutlichen Verbesserung der Finanzlage und der Veräußerungsgewinn zu einer wesentlichen Verbesserung der Ertragslage im Geschäftsjahr 2019 beigetragen.

Aufgrund der insgesamt wesentlichen betragsmäßigen Auswirkung des Verkaufs der Grundstücke in Marburg und Montabaur und deren Anmietung (sale-and-lease-back) auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erachten wir den Sachverhalt für einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt im Geschäftsjahr.

Die Angaben der Gesellschaft zu den Grundstücksverkäufen sind in dem Abschnitt "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung" des Konzern-Anhangs enthalten.

b)

Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zur Würdigung der sachgerechten bilanziellen Behandlung der Grundstücksveräußerungen zunächst ein Verständnis von den Regelungen des jeweiligen zugrundeliegenden notariellen Kaufvertrags verschafft und dessen bilanzielle Auswirkungen gewürdigt. Darüber hinaus haben wir die Realisierung des jeweiligen Veräußerungsgewinns sowie die Abbildung der entsprechenden Transaktion in der Finanzbuchführung der Gesellschaft nachvollzogen und beurteilt. Damit einhergehend haben wir auch die von der Gesellschaft vorgenommenen Abgangsbuchungen im Bereich des Sachanlagevermögens nachvollzogen. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die bilanzielle Abbildung des Grundstücksverkaufs sachgerecht erfolgt ist.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die im Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f bzw. 315d HGB)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Verweis auf die gesondert veröffentlichte Konzernerklärung zur Unternehmensführung

die im zusammengefassten Lagebericht als nicht geprüft gesondert gekennzeichneten Informationen

den Bericht des Aufsichtsrats,

den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex,

die übrigen Teile des Geschäftsberichts, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlageberichtsangaben und deren dazugehörigen Bestätigungsvermerk und

die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der in Abschnitt "Sonstige Angaben" des Lageberichts enthaltenen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Bestandteilen des zusammengefassten Lageberichts oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zuammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichenbeabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammen gefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Gemäß § 318 Abs. 2 HGB gelten wir als Abschlussprüfer des Konzern abschlusses, da kein anderer Prüfer bestellt wurde. Wir wurden am 8. August 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der 3U Holding AG, Marburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Martin Theis.

 

Bonn, 19. März 2020

Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Burkhard Völkner, Wirtschaftsprüfer

Martin Theis, Wirtschaftsprüfer

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