Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 152211
Eingetragen
20.8.2013
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Bekleidung und BekleidungszubehörErbringung von LogistikdienstleistungenEinzelhandel mit Bekleidung
Gegenstand
die Entwicklung, Vermarktung und Erbringung von Internetdienstleistungen durch Tochtergesellschaften im In- und Ausland (e-Commerce - Handel mit Waren verschiedener Art, insbesondere Kleidung und Schuhe), Erbringung von Logistikdienstleistungen, digitalen Dienstleistungen und alle mit dem vorgenannten Unternehmensgegenstand zusammenhängenden Dienstleistungen

Finanzübersicht

Historie

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Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
EASTREALTY Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Lamoda GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk

Rechnungslegung

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Lamoda GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Lamoda GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Lamoda GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichtes geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts - Wesentliche Wertminderung des Finanzanlagevermögens nach dem Bilanzstichtag

Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt "Sonstige Angaben" des Anhangs und im Abschnitt "3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts, in denen die Geschäftsführung beschreibt, dass die nach dem Bilanzstichtag im Februar 2022 eskalierte Situation in der Ukraine zu einer verschärften geopolitischen Instabilität in der GUS-Region sowie zu erheblichen Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Entwicklung in Russland und damit des wesentlichsten Absatzmarktes der Lamoda-Gruppe geführt hat.

Darüber hinaus wird ausgeführt, dass die Konzernmuttergesellschaft Global Fashion Group S.A., Luxemburg, mit Datum vom 7. Oktober 2022 verkündet hat, das Lamoda-Geschäft, das im Wesentlichen die im Jahresabschluss ausgewiesene Beteiligung an der russischen Tochtergesellschaft umfasst, an einen russischen Investor zu veräußern. Die Vereinbarung unterliegt bestimmten aufschiebenden Bedingungen einschließlich behördlicher Genehmigungen. Aus dem Verkauf werden Erlöse in Höhe von ca. EUR 100 Millionen zuzüglich einer Abgeltung der zum 30. September 2022 bestehenden Cash-Bestände erwartet.

Vor diesem Hintergrund geht die Geschäftsführung gegenwärtig von einer relevanten Wertminderung der zum Bilanzstichtag im Finanzanlagevermögen der Lamoda GmbH, Berlin, ausgewiesenen Beteiligung an der russischen Tochtergesellschaft aus. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 verpflichtend eine außerplanmäßige Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes vorzunehmen, die damit zu einer wesentlichen Auswirkung auf die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 führt.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichtes, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichtes in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichtes getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichtes relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichtes mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, 25. November 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mandler, Wirtschaftsprüfer

Weindorf, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 353.210.920,30 353.210.920,30
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Waren 6.644.571,30 2.129.989,77
2. Geleistete Anzahlungen 1.764.062,38 1.074.509,72
8.408.633,68 3.204.499,49
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.000,00 21.000,00
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.105.686,58 5.828.864,80
3. Sonstige Vermögensgegenstände 75.254,00 91.870,65
6.191.940,58 5.941.735,45
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 878.580,38 47.867,47
15.479.154,64 9.194.102,41
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.966,68 0,00
368.694.041,62 362.405.022,71

Passiva

31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 136.622,00 136.622,00
II. Kapitalrücklage 366.510.664,81 274.104.664,81
III. Verlustvortrag -13.234.861,46 -13.814.855,72
IV. Jahresüberschuss 1.440.685,47 579.994,26
354.853.110,82 261.006.425,35
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 55.443,00 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 254.317,07 255.910,08
309.760,07 255.910,08
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.513.127,38 8.563.404,59
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.043,35 92.579.282,69
13.531.170,73 101.142.687,28
368.694.041,62 362.405.022,71

Gewinn- und Verlustrechnung für 2021

2020
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 102.049.985,25 81.163.090,15
2. Sonstige betriebliche Erträge 239.130,20 469.532,05
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 1.030,10 (Vj. EUR 147.880,77)
102.289.115,45 81.632.622,20
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 96.989.476,67 77.343.957,99
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 45.620,43 80.645,71
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 265.232,90 170.039,28
b) Soziale Abgaben 16.843,05 16.212,59
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.253.969,18 2.891.922,38
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 131.644,19 (Vj. EUR 51.696,98)
100.571.142,23 80.502.777,95
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.430,56 72.964,71
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.430,56 (Vj. EUR 72.964,71)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 200.941,38 590.425,79
davon an verbundene Unternehmen EUR 199.562,21 (Vj. EUR 552.660,83)
-199.510,82 -517.461,08
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 55.443,00 7.584,07
9. Ergebnis nach Steuern 1.463.019,40 604.799,10
10. Sonstige Steuern 22.333,93 24.804,84
11. Jahresüberschuss 1.440.685,47 579.994,26

ANHANG für 2021

Lamoda GmbH, Berlin

ALLGEMEINE ANGABEN

Die Lamoda GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft nach § 267 HGB.

Der Jahresabschluss wurde gemäß den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für Kaufleute (§§ 242 ff. HGB) und den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

Die Gesellschaft ist unter der Firma Lamoda GmbH mit Sitz in Berlin im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin Charlottenburg unter der Nummer HRB 152211 B eingetragen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die für die Aufstellung des Abschlusses maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter der Annahme der Unternehmensfortführung.

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewandt.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Waren werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt, soweit kein Wertberichtigungsbedarf vorliegt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt.

Zur Fremdwährungsumrechnung ist festzustellen, dass die betreffenden Vermögensgegenstände und Schulden zum Zeitpunkt der Zugangsbewertung mit dem jeweiligen Euro-Referenzkurs (Devisenkassamittelkurs) umgerechnet werden.

Die Folgebewertung der Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von größer als einem Jahr erfolgt unter Beachtung des Imparitäts- und Realisationsprinzips, wonach Kursverluste aufwandswirksam und Kursgewinne hingegen nicht berücksichtigt werden. Die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als 1 Jahr werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Auszahlungsbeträge, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages passiviert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag. Sofern die Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, werden diese nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER BILANZ

Die Entwicklung und Gliederung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist aus dem Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) ersichtlich, ebenso die Abschreibungen des Geschäftsjahres.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 6.105.686,58 (Vorjahr: EUR 828.100,91) sowie Darlehensforderungen in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 5.000.763,89).

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Kapitalrücklage hat sich durch eine zusätzliche Einlage der Muttergesellschaft um EUR 92.406.000,00 erhöht.

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit handelsüblichen Sicherungsrechten belegt.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 18.043,35 (Vorjahr: EUR 406.358,62) sowie Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 92.172.924,07) enthalten. Die Darlehensverbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr 2021 vollständig getilgt. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von EUR 18.043,35 (Vorjahr: EUR 92.579.282,69) enthalten.

Wesentliche Bilanzdifferenzen, aus denen aktive oder passive latente Steuern resultieren, ergeben sich nicht. Grundsätzlich wird der Berechnung ein Steuersatz von 30,18 % zugrunde gelegt. Auf körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge wurden keine latenten Steueransprüche berücksichtigt, da eine Steuerentlastung innerhalb von fünf Jahren nicht erwartet wird.

Im Posten Steuerrückstellungen sind die nachfolgenden wesentlichen Rückstellungen enthalten:

2021 2020
EUR EUR
Gewerbesteuerrückstellung 29.446,00 0,00
Körperschaftsteuerrückstellung 25.997,00 0,00

Im Posten Sonstige Rückstellungen sind die nachfolgenden wesentlichen Rückstellungen enthalten:

2021 2020
EUR EUR
Aufbewahrungspflichten 50,00 50,00
Personalkosten 4.700,00 4.700,00
Abschluss- und Prüfungskosten 31.930,00 21.000,00
Ausstehende Rechnungen 30.650,57 58.032,08
Nachforderungszinsen aus Steuerzahlungen 141.493,00 141.493,00
Steuerberatungskosten 35.533,50 30.635,00
Umsatzsteuerrisiken 9.960,00 0,00

ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gesellschaft erzielt Umsatzerlöse ausschließlich mit verbundenen Unternehmen. Diese entfallen gesamt und somit mit EUR 102.049.985,25 (Vorjahr: EUR 81.163.090,15) auf ausländische Erlöse.

Periodenfremde Erträge betrugen EUR 151.607,62 (Vorjahr: EUR 181.720,94). Außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 4 HGB wurden nicht vorgenommen.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Währungsumrechnung von EUR 5.147,80 (Vorjahr: EUR 147.880,77) enthalten. Die im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesenen Aufwendungen aus Währungsumrechnung betragen EUR 135.761,89 (Vorjahr: EUR 51.696,38).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten darüber hinaus periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 122.203,63 (Vorjahr: EUR 92.423,86).

Zum Stichtag bestehen keine wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 1.440.685,47 auf neue Rechnung vorzutragen.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Mit Datum vom 15. Juli 2021 hat die Lamoda GmbH der Vagabond RUS LLC eine Bürgschaftserklärung in Höhe von RUB 76.100.000,00 ausgestellt. Die Bürgschaft erfolgte im Zusammenhang mit dem Liefervertrag zwischen der Tochtergesellschaft Kupishoes LLC und der Vagabond RUS LLC vom 8. Juli 2014 (offene Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2021: RUB 7.161.706,80).

Mit Datum vom 1. Juli 2021 hat die Lamoda GmbH der Geox Rus LLC eine Bürgschaftserklärung in Höhe von RUB 65.575.603,00 ausgestellt. Die Bürgschaft erfolgte im Zusammenhang mit dem Liefervertrag zwischen der Tochtergesellschaft Kupishoes LLC und der Geox Rus LLC vom 18. März 2015 (offene Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2021: RUB 27.235.774,50).

Mit Datum vom 1. Oktober 2018 hat die Lamoda GmbH der Nike LLC eine Bürgschaftserklärung ausgestellt. Die Bürgschaft erfolgte im Zusammenhang mit dem Liefervertrag zwischen der Tochtergesellschaft Kupishoes LLC und der Nike LLC vom 1. Oktober 2018 und gilt für alle der Kupishoes LLC entstehenden vertraglichen Verpflichtungen (offene Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2021: RUB 476.135.236,26).

Mit Datum vom 30. Juni 2020 hat die Lamoda GmbH der Swatch Group eine Bürgschaftserklärung ausgestellt. Die Bürgschaft erfolgte im Zusammenhang mit dem Liefervertrag zwischen der Tochtergesellschaft Kupishoes LLC und der Swatch Group vom 3. Juni 2020 und gilt für alle der Kupishoes LLC entstehenden vertraglichen Verpflichtungen (offene Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2021: RUB 1.668.760,00).

Mit Datum vom 17. Dezember 2020 hat die Lamoda GmbH der LLC Management Company "AT Management" eine Bürgschaftserklärung in Höhe von RUB 2.460.032.018,00 ausgestellt. Die Bürgschaft erfolgte im Zusammenhang mit dem Servicevertrag zwischen der Tochtergesellschaft Kupishoes LLC und der LLC Management Company "AT Management" vom 11. Dezember 2020.

In Anbetracht der erwarteten positiven Ertrags- und Liquiditätsentwicklung der Kupishoes LLC wird das Risiko der Inanspruchnahme aus diesen Eventualverbindlichkeiten zum Abschlussstichtag als gering eingestuft.

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES

Das Unternehmen ist zu mindestens 1/5 an folgenden Unternehmen unmittelbar oder mittelbar beteiligt:

Name der Gesellschaft Sitz Anteil Eigenkapital Ergebnis
% (in TEUR) (in TEUR)
LLC Kupishoes Russland 100 14.318 -7.319
LLC Fashion Delivered Russland 100 -17 -4
eCom Solutions LLC Russland 100 -44 -4
TOO Fashion Delivered Kasachstan 100 849 -365
Lamoda Service TOO Kasachstan 100 1 0
LLC Pic-UP Russland 100 -3.702 -440
Blanko 20. GmbH & Co. KG Deutschland 100 -7.237 -96
LLC Fashion Delivered Ukraine 100 1.741 283
LLC Fashion Delivered Weißrussland 100 12.209 3.739

SONSTIGE ANGABEN

Mutterunternehmen

Gemäß § 285 Nr. 14 HGB lautet der Name und Sitz des Mutterunternehmens wie folgt:

Global Fashion Group S.A.

Heienhaff 5, Senningerberg

Luxemburg-1736

Arbeitnehmer

Die Zahl der Angestellten i.S.d. § 267 Abs. 5 HGB beträgt 1 Person (Vorjahr: 1 Person).

Geschäftsführung und Vertretung

Die Geschäftsführung setzt sich wie folgt zusammen:

Name, Vorname ausgeübter Beruf Ort
Weber, Michael Kaufmann Berlin

Der Geschäftsführer ist alleinvertretungsberechtigt. Der Geschäftsführer ist gemäß Handelsregistereintragung von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB unterlassen.

Konzernkreis

Die Gesellschaft wird zum 31. Dezember 2021 in den Konzernabschluss der Global Fashion Group S.A., Luxemburg, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen erstellt. Der Konzernabschluss der Global Fashion Group S.A. soll beim elektronischen Bundesanzeiger hinterlegt werden und wirkt befreiend im Sinne des § 291 HGB.

Prüfungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 30.

Nachtragsbericht

Zu den Auswirkungen der eskalierten Situation in der Ukraine und der dadurch verschärften geopolitischen Instabilität in der GUS-Region auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lamoda GmbH verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt "3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht" im Lagebericht.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Situation in der Ukraine hat die Lamoda GmbH am 28. September 2022 eine Einlage in das Eigenkapital der in der Krisenregion tätigen Tochtergesellschaft Blanko 20. GmbH & Co. KG durch eine Schuldübernahme für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Kupishoes LLC in Höhe von EUR 8.548.825,30 geleistet. Das Finanzanlagevermögen der Lamoda GmbH hat sich zunächst entsprechend um diesen Betrag erhöht. In einem zweiten Schritt wurden am 29. September 2022 die Anteile an der Blanko 20. GmbH & Co. KG an eine Konzerngesellschaft außerhalb der Lamoda Gruppe für einen Kaufpreis in Höhe von EUR 1,00 veräußert. Der Verlust aus der Veräußerung in Höhe von EUR 8.550.274,30 belastet entsprechend das Jahresergebnis der Lamoda GmbH im Geschäftsjahr 2022. Zudem wurden Darlehensforderungen gegen eine indirekte Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 2.479.596,99 ergebniswirksam wertberichtigt.

Mit Datum vom 7. Oktober 2022 verkündete die Global Fashion Group den Verkauf des Lamoda-Geschäfts, das im Wesentlichen die im Jahresabschluss ausgewiesene Beteiligung an der russischen Tochtergesellschaft umfasst, an den Investor Iakov Panchenko. Die Vereinbarung unterliegt bestimmten aufschiebenden Bedingungen einschließlich behördlicher Genehmigungen. GFG erwartet aus dem Verkauf Erlöse von ca. EUR 100 Millionen zuzüglich der Abgeltung bestehender Cash-Bestände, welche im Lamoda-Geschäft zum 30. September 2022 gehalten wurden.

Nach dem Bilanzstichtag sind darüber hinaus keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

 

Berlin, 24. November 2022

Lamoda GmbH

Michael Weber

Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 353.210.920,30 0,00 0,00 353.210.920,30
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
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Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 353.210.920,30 353.210.920,30

Lagebericht Für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft

1.2 Forschung und Entwicklung

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen sowie Geschäftsverlauf

2.2 Ertrags-, Finanz-, Vermögenslage

3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1 Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Lamoda-Gruppe ist ein in Deutschland, Russland und dessen Nachbarstaaten tätiger (Teil-) Konzern im Bereich Fashion e-Commerce. Hierbei fungiert die in Deutschland ansässige Lamoda GmbH ("Lamoda") als Holding- und Service-Gesellschaft, während das operative Geschäft über die Tochtergesellschaften der Gruppe abgewickelt wird. Neben den Kernkategorien "Bekleidung" und "Schuhe" werden über die Onlineshops auch Produkte aus den Sortimenten "Accessoires" und "Beauty" vertrieben.

In 2021 hielt die Lamoda GmbH unmittelbare und mittelbare Beteiligungen an operativen Tochtergesellschaften in Russland, Weißrussland, Kasachstan und in der Ukraine. Neben dieser Funktion als Holdinggesellschaft umfasst die Servicetätigkeit der Lamoda vorwiegend die Beschaffung von Modewaren.

Ende 2014 wurde die Gründung der Global Fashion Group S. A. umgesetzt. In diesem Zusammenhang sind die Lamoda GmbH und ihre Tochtergesellschaften zusammen mit weiteren e-Commerce Gesellschaften mit Aktivitäten in den Regionen Lateinamerika, Indien, Südost-Asien und Mittlerer Osten unter einer luxemburgischen Holdinggesellschaft vereinigt worden. Die Lamoda GmbH wird seitdem als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Luxemburger Holdinggesellschaft einbezogen.

1.2 Forschung und Entwicklung

Die Lamoda GmbH selbst betreibt weder Forschung noch Entwicklung.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen sowie Geschäftsverlauf

Für die Lamoda GmbH hat das operative Geschäft der russischen Tochtergesellschaft den größten Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der eigenen Geschäftsentwicklung als Servicegesellschaft. Aus diesem Grund bestimmt die gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung in Russland auch die Geschäftstätigkeit der Lamoda GmbH.

Nach einem Corona-bedingten Rückgang des BIP in 2020, sah Russlands Wirtschaft einen starken Erholungseffekt im ersten Halbjahr 2021 und ein moderates Wachstum im dritten Quartal 2021. Der globale Anstieg der Rohstoffpreise stützte die russische Wirtschaft zusätzlich. Für 2021 wird ein BIP-Wachstum in Russland von ca. 4,3% erwartet. 1

1 Worldbank: 46th Issue of the Russia Economic Report (1. Dezember 2021)

Beschleunigt durch die Nebenwirkungen der Corona-Krise, verzeichnete der E-Commerce Markt in Russland auch in 2021 rasante Zuwächse. Der E-Commerce-Umsatz in Russland ist von ca. 36,7 Mrd. USD in 2020 auf ca. 42,6 Mrd. USD in 2021 gestiegen. 2 Mit 96 Millionen Menschen mit Online-Zugang hat Russland mehr Internet-Nutzer als jedes andere europäische Land.

Der Lamoda-Teilkonzern sowie die operative Tochtergesellschaft Kupishoes LLC konnten von dieser Entwicklung profitieren und bauten Ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich aus. Auch die Lamoda GmbH konnte vor diesem Hintergrund ihre Umsatzerlöse als Servicegesellschaft gegenüber dem Vorjahr deutlich ausbauen.

2.2 Ertrags-, Finanz-, Vermögenslage

2021 2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 102.050 81.163
Sonstige betriebliche Erlöse 239 470
Materialaufwand -97.035 -77.425
Personalkosten -282 -186
Sonstiger betrieblicher Aufwand -3.254 -2.892
Betriebsergebnis (EBIT) 1.718 1.130
Finanzergebnis -200 -517
Steuern vom Einkommen und Ertrag -55 -9
Sonstige Steuern -22 -24
Jahresergebnis 1.441 580

Die Umsatzerlöse der Lamoda GmbH lagen mit TEUR 102.050 deutlich über Vorjahresniveau (TEUR 81.163) und oberhalb des prognostizierten Wertes von ca. TEUR 96.000. Der Grund liegt primär in einer stärker als geplanten Konsumentennachfrage im russischen Endkundengeschäft. In den Umsatzerlösen sind im Wesentlichen Umsätze aus Warenlieferungen enthalten.

Der Materialaufwand hat sich korrelierend zum Umsatzanstieg um TEUR 19.610 im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 152 (Vorjahr: TEUR 182) sowie Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 148) enthalten.

Aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens lag der sonstige betriebliche Aufwand leicht über dem Vorjahresniveau. Darin enthalten sind Aufwendungen für Logistik in Höhe von TEUR 2.552 (Vorjahr: TEUR 2.283) sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 52) enthalten.

Es wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.441 (Vorjahr: TEUR 580) erzielt.

2 https://www.statista.com/outlook/dmo/ecommerce/russia

2021 2020
TEUR % TEUR %
Anlagevermögen 353.211 96 353.211 97
Umlaufvermögen 15.483 4 9.194 3
368.694 100 362.405 100
Eigenkapital 354.853 96 261.006 72
Verbindlichkeiten 13.841 4 101.399 28
368.694 100 362.405 100

Im Anlagevermögen sind mit TEUR 353.211 (Vorjahr: TEUR 353.211) Beteiligungen an der russischen und der ukrainischen Tochtergesellschaft ausgewiesen.

Das Umlaufvermögen enthält vorranging mit TEUR 8.409 (Vorjahr: TEUR 3.204) Vorräte und mit TEUR 6.106 (Vorjahr: TEUR 5.829) Forderungen gegen Tochterunternehmen aus dem laufenden Geschäftsverkehr. Der Anstieg des Umlaufvermögens resultiert primär aus einem erhöhten Waren- und Forderungsbestand zum Stichtag im Zusammenhang mit dem gestiegenen Geschäftsvolumen. Im Vorjahr ausgewiesene Darlehensforderungen gegen Tochterunternehmen (TEUR 5.000) wurden im Geschäftsjahr 2021 vollständig beglichen.

Die Lamoda GmbH ist eigenfinanziert und verwendet ihre Mittel primär zur Finanzierung ihrer Tochtergesellschaften bzw. für die Abwicklung der Warenbeschaffung und -lieferungen an ihre Tochtergesellschaften.

Um das Wachstum der Lamoda-Gruppe weiter zu unterstützen, stellten die Gesellschafter in 2021 weiteres Eigenkapital in Höhe von TEUR 92.406 zur Verfügung, das von der Lamoda GmbH zur Rückzahlung bestehender Gesellschafterdarlehen verwendet wurde. Hieraus resultiert eine Erhöhung der Eigenkapitalquote auf 96 % (Vorjahr: 72 %).

Zum Stichtag betragen die liquiden Mittel TEUR 879 (Vorjahr: TEUR 48). Die Lamoda GmbH war jederzeit in der Lage, ihre Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Gesellschaft finanziert ihr operatives Geschäft durch den Weiterverkauf eingekaufter Waren an die Tochtergesellschaft.

Die Vermögens- und Finanz- und Ertragslage der Lamoda GmbH war im Geschäftsjahr 2021 durch eine positive Entwicklung geprägt. Das Umsatzniveau stellt eine positive Ausgangslage für die Zukunft dar.

3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Beschleunigt durch die Corona-Krise wird im Handelsgeschäft mit einer weiteren Verlagerung klassischer Absatzwege hin zum Onlinegeschäft gerechnet. Insbesondere der Anstieg von Smartphone-Nutzern (mobile Internetnutzung) wird die Verbreitung von internetbasierten Geschäftsmodellen weiter beschleunigen. Der Ausbau und die Weiterentwicklung des Onlinegeschäfts durch die Tochtergesellschaften werden auch weiterhin im Mittelpunkt der Lamoda-Gruppe stehen und bieten außerordentliche Chancen große Vermögenswerte aufzubauen.

Aus der andauernden COVID-19-Pandemie erwarten wir auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen derzeit kaum negative Beeinträchtigung für unser Geschäftsmodell.

Die Tochtergesellschaften der Lamoda GmbH betreiben ihr Geschäft in Schwellenländern, die im Vergleich zu westlichen Industriestaaten ein höheres politisches, wirtschaftliches und rechtliches Risiko aufweisen. Hieraus können sich auch nachteilige Auswirkungen auf die Wertentwicklung der Beteiligungen ergeben.

Die im Februar 2022 eskalierte Situation in der Ukraine hat zu einer verschärften geopolitischen Instabilität in der GUS-Region sowie zu erheblichen Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft und des Welthandels geführt. Aufgrund von wirtschaftlichen Sanktionen betrifft dies insbesondere auch die wirtschaftliche Entwicklung in Russland und damit den wesentlichsten Absatzmarkt der Lamoda-Gruppe. Inwieweit sich nachhaltige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lamoda GmbH ergeben, kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden. Mit Datum vom 28. September 2022 hat die Lamoda GmbH als Einlage in das Eigenkapital Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 8.548.825,30 im Rahmen einer befreienden Schuldübernahme von der in der Ukraine tätigen Tochtergesellschaft Blanko 20. GmbH & Co. KG übernommen, was sich entsprechend beteiligungsbuchwerterhöhend ausgewirkt hat. Mit Datum vom 29. September 2022 hat die Lamoda GmbH in einem zweiten Schritt eine Vereinbarung zum Verkauf der Kommanditanteile an der Blanko 20. GmbH & Co. KG an die Bigfoot GmbH für einen symbolischen Wert von EUR 1,00 mit effektivem Übergangsdatum zum 30. September 2022 geschlossen. Der Verlust aus der Veräußerung in Höhe von EUR 8.550.274,30 belastet entsprechend das Jahresergebnis der Lamoda GmbH im Geschäftsjahr 2022. Zudem wurden Darlehensforderungen gegen eine indirekte Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 2.479.596,99 ergebniswirksam wertberichtigt.

Mit Datum vom 7. Oktober 2022 verkündete die Global Fashion Group den Verkauf des Lamoda-Geschäfts, das im Wesentlichen die im Jahresabschluss ausgewiesene Beteiligung an der russischen Tochtergesellschaft umfasst, an den Investor Iakov Panchenko. Die Vereinbarung unterliegt bestimmten aufschiebenden Bedingungen einschließlich behördlicher Genehmigungen. GFG erwartet aus dem Verkauf Erlöse von ca. EUR 100 Millionen zuzüglich der Abgeltung bestehender Cash-Bestände, welche im Lamoda-Geschäft zum 30. September 2022 gehalten wurden.

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Ereignisse und geschilderten Risikofaktoren sowie der Annahme einer marktwertgerechten Bewertung der Lamoda Gruppe im Rahmen der Kaufpreisfindung kann gegenwärtig von einer relevanten Wertminderung der Beteiligung an der russischen Tochtergesellschaft ausgegangen werden. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wäre im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 eine außerplanmäßige Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes vorzunehmen. Die genannten Ereignisse werden eine entsprechende Auswirkung auf die Vermögens- sowie Ertragslage der Lamoda GmbH zum 31. Dezember 2022 entfalten.

Aufgrund der umfangreichen Eigenkapitalausstattung sowie der gesicherten Finanzierungsstruktur bestehen jedoch derzeit auch im Falle einer massiven Beeinträchtigung durch die aktuelle Krise keine bestandsgefährdenden Risiken für die Lamoda GmbH in ihrer Funktion als Holdinggesellschaft.

Vor dem Hintergrund der Umsatzsteigerung der Lamoda-Gruppe im ersten Kalender-Halbjahr 2022 (+36.1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), wird für 2022 insgesamt mit einer positiven Umsatzentwicklung aus der Servicetätigkeit bei der Lamoda GmbH gerechnet. Es wird erwartet, dass die Umsatzerlöse auf rund TEUR 110.000 ansteigen werden. Zugleich wird ein positives Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit vor Sondereffekten erwartet. Getrieben wird der erwartete Umsatzanstieg durch einen weiteren Ausbau des Absatzvolumens beim Endkundengeschäft, welches im Wesentlichen durch die Tochtergesellschaft Kupishoes LLC betrieben wird.

 

Berlin, 24. November 2022

Die Geschäftsführung

Michael Weber

Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2021

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