Zapp Immobilien-Verwaltungs-GmbH
Selbe AdresseVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
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Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Zapp AGRatingenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020Der Konzernabschluss wurde am 12. Mai 2021 gebilligt. Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat nahm auch im Jahr 2020 die ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben wahr. Er hat die Arbeit des Vorstands der Zapp AG regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Dabei informierte der Vorstand den Aufsichtsrat durch schriftliche und mündliche Berichte umfassend über die Entwicklung des Unternehmens im Jahr 2020, über die Planung für das Jahr 2021 und über alle wesentlichen Entscheidungen. In Quartalsberichten hat der Vorstand den Aufsichtsrat detailliert über die wirtschaftliche Lage der Zapp-Gruppe in allen Geschäftsbereichen unterrichtet. Soweit für Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands Zustimmungen erforderlich waren, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats die entsprechenden Vorlagen sorgfältig geprüft und auf der Basis schriftlicher oder mündlicher Informationen die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Im Geschäftsjahr 2020 fanden drei ordentliche Aufsichtsratssitzungen und eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung statt. Schwerpunkt der Sitzung im Mai war die Berichterstattung des Wirtschaftsprüfers über das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 und die Erörterung des Jahres- und Konzernabschlusses, des Lageberichts und der Wirtschaftsprüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2019. Darüber hinaus berichtete der Vorstand über die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2020. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres sowie die strategische Positionierung der Zapp-Gruppe waren Schwerpunktthemen der September-Sitzung. In der Dezember-Sitzung berichtete der Vorstand insbesondere über die Geschäftslage im Jahr 2020 sowie die Planung 2021. In einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung im April informierte der Vorstand über die durch die Covid-19 Pandemie entstandene Krise und deren Auswirkungen auf die Zapp-Gruppe. Der plötzlich eingetretene Rückgang in Auftragseingang und Umsatz stellte die Zapp Gruppe vor extreme Herausforderungen. Vorstand und Aufsichtsrat standen darüber hinaus das ganze Jahr auch außerhalb der turnusmäßigen Sitzungen ständig in enger Abstimmung über das laufende Krisenmanagement. Neben Ergebnis- und Liquiditätssicherung lag der Fokus auf der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 25. Juni 2020 hat der Aufsichtsrat der Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Steuerberatungsgesellschaft, Köln, den Auftrag zur Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2020 erteilt. Der Abschlussprüfer hat diese Abschlüsse geprüft und die Abschlüsse mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 12. Mai 2021 billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss der Zapp AG für das Geschäftsjahr 2020. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu. Nach einem guten ersten Quartal wurde das Geschäftsjahr 2020 ab dem zweiten Quartal zu einem Krisenjahr, vergleichbar mit der Finanzkrise in 2009. Dem Management ist es gelungen, die Zapp-Gruppe erfolgreich durch diese Pandemie zu führen. Neben den kostensenkungs- und liquiditätssichernden Maßnahmen ist die Zapp-Gruppe jetzt auch durch die umgesetzten strukturellen und strategischen Maßnahmen für die Zukunft gut ausgerichtet. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zapp- Gruppe weltweit für die in dieser Krise geleistete sehr gute professionelle Arbeit, auch in Bezug auf die nicht immer leicht einzuhaltenden Hygienevorschriften. Dies hat zur Sicherheit und Gesundheit beigetragen und die Fortführung unserer Produktion an allen Standorten ermöglicht.
Ratingen, den 12. Mai 2021 Für den Aufsichtsrat Dr. Manfred Puhlmann, Vorsitzender Konzernlagebericht für 2020KONJUNKTUR: CORONA-PANDEMIE STÜRZT WELTWIRTSCHAFT IN EINE KRISE VON HISTORISCHEM AUSMASS 1 Die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 wurde weltweit durch die rasante Ausbreitung des Corona-Virus dominiert, die zu einem Konjunktureinbruch von historischem Ausmaß geführt hat. In Deutschland befand sich die Wirtschaft - insbesondere die Industrie, deren Wirtschaftsleistung bereits im Jahr 2019 deutlich eingebrochen war - bereits im ersten Quartal 2020 in einer spürbaren Rezession, die sich in einem BIP-Rückgang von 2,0 % zeigte. Im zweiten Quartal brach das BIP infolge des deutschlandweiten Lockdowns um historische 9,7% ein. Im dritten Quartal war im Zuge sinkender Infektionszahlen und zunehmender Lockerungen eine deutliche Belebung mit einem BIP-Anstieg von 8,5 % zu beobachten. Die begonnene Erholung wurde durch steigende Infektionszahlen zum Jahresende, die zu einem erneuten Lockdown führten, jedoch stark gebremst, sodass das BIP im vierten Quartal mit einem Zuwachs von lediglich 0,3 % nahezu stagnierte. Für das Jahr 2020 ergibt sich damit ein BIP-Rückgang von 5,3 % (Vorjahr: + 0,6 %), der etwa dem der globalen Finanzkrise im Jahr 2009 entspricht und der stärkste Rückgang der Nachkriegszeit ist. Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum verlief ähnlich, jedoch waren die Konjunktureinbrüche in vielen Teilen Europas noch größer als im Inland. Nachdem das Wachstum infolge deutlicher Einbrüche in der Industrieproduktion - u. a. bedingt durch die erlahmte Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit - bereits zum Jahresende 2019 fast im gesamten Euroraum zum Erliegen gekommen war, war bereits im ersten Quartal 2020 eine beginnende Rezession zu beobachten. Das Corona-Virus, welches sich im Laufe des zweiten Quartals in ganz Europa ausbreitete, ließ das BIP in der Folge um historische 11,7 % einbrechen. Auch hier folgte nach dem tiefen Einbruch ein starker Aufschwung mit einem kräftigen Wachstum im dritten Quartal, welches durch die zweite Infektionswelle zum Jahresende erneut zum Erliegen kam. Für das Gesamtjahr 2020 ergibt sich damit ein BIP-Rückgang von insgesamt 6,8 % (Vorjahr: + 1,2 %). Die Corona-Pandemie erreichte die USA als eine der letzten Regionen - allerdings mit weitaus größerem Ausmaß als erwartet - und so setzte der Abschwung zwar mit leichter Verzögerung ein, ließ die Wirtschaft dann jedoch in eine Rezession von historischem Ausmaß absinken. Im Sommer kam es getrieben durch den privaten Konsum zu einer starken Belebung. Dieser Aufschwung wurde im Herbst jedoch gestoppt, als man gezwungen war, Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe zu schließen, wodurch der Konsum gebremst wurde und die Arbeitslosigkeit anstieg. Im Jahr 2020 ging das BIP um 3,5 % zurück (Vorjahr: + 2,3 %). In China hat sich die Wirtschaft schneller erholt als erwartet und die Corona-Pandemie scheint aufgrund eines schnellen und konsequenten Lockdowns nahezu überwunden. Die Verluste aus dem ersten Quartal konnten durch das Wachstum im weiteren Jahresverlauf ausgeglichen werden, sodass das BIP im Jahr 2020 um 2,3 % (Vorjahr: + 6,1 %) anstieg. Der Nickel ist nach einem Preissturz im ersten Quartal im weiteren Jahresverlauf stetig gestiegen und erreichte im Dezember einen Höchststand von etwa 17.500 USD/t (Vorjahr: 18.200 USD/t). Der Legierungszuschlag lag im Jahresdurchschnitt mit 1.700 EUR/t leicht unter dem Vorjahr (1.823 EUR/t). In nahezu allen für die Zapp-Gruppe relevanten Kundenindustrien waren plötzliche und deutliche Nachfragerückgänge zu verzeichnen. Im Automobilbereich waren bereits im Vorjahr Absatzrückgänge von etwa 40 % zu beobachten, man blickte aufgrund positiver Tendenzen zunächst allerdings leicht optimistisch auf das erste Quartal 2020. Der erhoffte Aufschwung setzte jedoch nicht ein, vielmehr verschärfte sich die Situation mit Beginn der Corona- Pandemie. Auch im zuvor starken Segment Medizintechnik reduzierten sich Auftragseingang und Umsatz plötzlich in erheblichem Maße. Es wurden schlagartig weniger Operationen durchgeführt, was den Absatz an Produkten in diesem Bereich reduzierte. DIE ZAPP-GRUPPE: STRUKTURELLE ANPASSUNG DER STANDORTE AUF REDUZIERTE NACHFRAGE IM FOKUS; KOSTENREDUZIERUNGEN ERFOLGREICH UMGESETZT Grundlagen der Zapp-Gruppe Die Zapp-Gruppe ist mit rund 1.160 Mitarbeitern an 15 Standorten in Deutschland, Großbritannien, Schweden, USA sowie in China, Hongkong und Indien weltweit aufgestellt und ein führender Anbieter metallischer Halbzeuge. Damit ist sie in allen wichtigen Industrieregionen der Welt vertreten. Hinzu kommt ein weltweites Netz von Handelspartnern. Die Kernkompetenzen umfassen die Kaltumformung von Präzisionshalbzeugen mit dem Schwerpunkt rostfreier Edelstahl sowie Speziallegierungen. Die Leistungen schließen die Herstellung, die Beratung, die Konfektionierung und den Handel mit Hochleistungswerkstoffen ein. Der Konzern gliedert sich in vier Geschäftsbereiche: Precision Strip, Precision Wire und Materials Engineering, ergänzt um Systems als kaufmännischer und technischer Bereich. Der Geschäftsbereich Precision Strip ist für das Kaltumformen von Präzisionsband zuständig, der Geschäftsbereich Precision Wire verarbeitet die Produktformen Draht, Stab und Profil. Materials Engineering als dritter Geschäftsbereich umfasst spezielle Beratungen und Lieferungen von Hochleistungswerkstoffen. Im Geschäftsbereich Systems sind die kaufmännischen und technischen Leitungsfunktionen der Gruppe zusammengefasst. UMSATZ UND ERGEBNIS: BEDINGT DURCH CORONA-PANDEMIE MIT DEUTLICHEM RÜCKGANG ZUM VORJAHR Für die Weltwirtschaft und für die gesamte Zapp-Gruppe war das abgelaufene Geschäftsjahr ein äußerst schwieriges Jahr mit noch nie dagewesenen Herausforderungen. Bereits im Jahr 2019 konnte die Zapp-Gruppe aufgrund des allgemeinen konjunkturellen Abschwungs nicht an die sehr guten Umsätze und Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen. Vor allem die schwächelnde Automobilindustrie hat die Zapp-Gruppe stark belastet und führte zu einem deutlichen Nachfrageeinbruch. Für das erste Quartal 2020 wurde jedoch zunächst wieder mit einer steigenden Nachfrage gerechnet, da die Bestände entlang der Lieferketten in der Automobilindustrie mittlerweile leergefahren waren und die Nachfrage langsam wieder ein Normalniveau erreichte. Die Geschäftslage verbesserte sich zu Jahresbeginn zwar leicht, der erwartete spürbare Anstieg blieb jedoch aus. Stattdessen führte der historische Konjunktureinbruch infolge der Corona-Pandemie zu einem plötzlichen und völlig unerwarteten Nachfrageeinbruch in nahezu sämtlichen relevanten Kundenindustrien. Der Auftragseingang der Zapp-Gruppe erreichte einen Wert von 340,2 Mio. EUR und lag damit um 24,7 Mio. EUR bzw. 7 % unter den Bestellungen des Vorjahres (364,9 Mio. EUR). Die Entwicklung der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der Zapp-Gruppe - Umsatz und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) - war dabei in allen Geschäftsbereichen gleichermaßen rückläufig infolge des plötzlichen konjunkturellen Einbruchs. Umsatz: Die Zapp-Gruppe erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 357,4 Mio. EUR (Vorjahr: 405,5 Mio. EUR) und verzeichnet damit einen Rückgang von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsbereich Precision Wire verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr starke Nachfragerückgänge. Der Umsatz lag mit 179,8 Mio. € um 13% unter dem Vorjahr (207,4 Mio. EUR). Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass infolge der Umgliederung des Geschäfts der britischen Tochtergesellschaft in den Geschäftsbereich Materials Engineering der Umsatz dieses Standortes seit dem Geschäftsjahr 2020 nicht mehr im Geschäftsbereich Precision Wire berücksichtigt wird. Im Vorjahr entfielen auf den britischen Standort etwa 15,4 Mio. EUR Drittkundenumsatz. Die Auftragseingänge erreichten ein Niveau von 165,2 Mio. EUR (Vorjahr: 175,5 Mio. EUR) und lagen damit um 6 % unter den eingegangenen Bestellungen des Vorjahres. Trotz des allgemein schwachen konjunkturellen Umfeldes gelang dem Geschäftsbereich im ersten Quartal 2020 ein guter Start in das neue Geschäftsjahr. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich die Nachfrage im Automobilbereich weiter erholt, wenn auch nicht auf das Niveau vergangener Jahre. Das Medizingeschäft blickte auf einen starken Jahresstart zurück. Bereits im Februar mussten jedoch erste Umsatzrückgänge in China hingenommen werden, wobei die Nachfrage hier schnell wieder anzog. Parallel mit der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus folgte dann jedoch der Nachfrageeinbruch an den Standorten in Ergste und Summerville. Am Standort Sandviken konnte hingegen noch ein gutes erstes Halbjahr erreicht werden, bevor sich auch hier die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv bemerkbar machten. Wie in allen Geschäftsbereichen wurden ab April erhebliche Maßnahmen zur Kostenreduzierung in Verbindung mit Betriebsstillständen, Kurzarbeit und Personalreduzierungen eingeleitet. Die Bestände konnten trotz des sehr plötzlichen Umsatzrückgangs reduziert und damit die Kapitalbindung vermindert werden. Noch nicht begonnene Investitionen wurden verschoben oder gestrichen. Aufgrund der ausbleibenden Nachfrage am Standort Summerville und der Übernahme der Drahtfertigung in Sandviken wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr beschlossen, die Drahtproduktion von Summerville nach Schweden zu verlagern. Grund für diese Entscheidung ist neben einer vorhandenen modernen Anlagenstruktur in Sandviken auch die umfangreiche Fertigungskompetenz mit langjähriger Produkt- und Markterfahrung sowie vorhandene Kapazitäten. Die Drahtproduktion in Summerville wird in der Folge zu einem Service Center umstrukturiert, welches sowohl die Öl- und Gasprodukte aus Sandviken als auch die Medizinprodukte aus Ergste in den amerikanischen Markt vertreibt. Nicht mehr rentable alte Anlagen in Summerville werden im Laufe des Jahres 2021 abgeschaltet und die Personalausstattung an die Größe eines Service Centers angepasst. Auch der Geschäftsbereich Precision Strip verzeichnete starke Umsatzrückgänge. Das Umsatzvolumen lag mit 109,0 Mio. EUR um 9 % unter dem Vorjahr (119,8 Mio. EUR). Die Auftragseingänge lagen mit 104,2 Mio. EUR um 8 % unter den eingegangenen Bestellungen des Vorjahres (113,2 Mio. EUR). Nachdem der Nachfragerückgang im Automobilbereich bereits im Vorjahr vor allem den Standort Unna stark belastet hatte, hat sich die Situation im abgelaufenen Geschäftsjahr bedingt durch den starken Konjunktureinbruch nicht wie erhofft entwickelt. Infolge der plötzlich ausbleibenden Nachfrage in allen für die Bandproduktion relevanten Kundenindustrien war es in Unna trotz der erfolgreichen Entwicklungen der vergangene Jahre mit neuen technisch anspruchsvollen Produkten nicht möglich, das geplante Wachstum zu realisieren. Stattdessen kam es zu starken Umsatzeinbrüchen. Entsprechende ergebnis- und liquiditätssichernde Maßnahmen wurden, wie an allen anderen Standorten, sofort eingeleitet. Der Fokus lag in der Aufrechterhaltung einer stabilen Produktion unter verschärften Hygieneregeln, auf der Sicherstellung der Versorgungssicherheit des Werks und unserer Kunden sowie einem verschärften Kostenmanagement. An den US-Standorten, insbesondere in den beiden Service Centern an der Ost- und Westküste, machte sich die Corona-Pandemie und der folgende konjunkturelle Einbruch mit leichter Verzögerung ab dem dritten Quartal bemerkbar. Das Service in China verzeichnete hingegen das stärkste Geschäftsjahr seit der Gründung dieses Standortes. Nachdem China bereits im ersten Quartal unter der Corona-Pandemie gelitten hatte, diese jedoch vergleichsweise schnell unter Kontrolle hatte, stiegen die Umsätze im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich. Im Geschäftsbereich Materials Engineering lag der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 77,2 Mio. EUR um lediglich 2% unter dem Vorjahresniveau (78,9 Mio. EUR). Hierin enthalten sind jedoch erstmals 13,1 Mio. EUR Umsatz des in den Geschäftsbereich Materials Engineering umgegliederten Standortes in Großbritannien. Ohne Berücksichtigung dieses Umsatzes hat der Geschäftsbereich Materials Engineering im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang von 19 % zu verzeichnen. Der Auftragseingang steigt im Vorjahresvergleich um 2 % und erreicht ein Volumen von 78,9 Mio. EUR (Vorjahr: 77,4 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist jedoch ebenfalls auf den nun enthaltenen britischen Standort zurückzuführen. Ohne diesen wären die Auftragseingänge rückläufig. Während der Bereich der pulvermetallurgischen Werkstoffe, insbesondere vom Nachfrageeinbruch im Automobilsektor, hart getroffen wurde, konnte im Bereich der Nickel- und Titanwerkstoffe durch zusätzlich gewonnene Projekte in der Prozessindustrie ein höherer Umsatzrückgang vermieden werden. Auch in der Corona-Krise wurde durch die Implementierung zunehmend digital unterstützter Vertriebs- und Produktionsprozesse sowie durch die Zusammenlegung der Service Center beider Bereiche am Standort Unna daran gearbeitet, den Geschäftsbereich zu optimieren und für die Zukunft optimal aufzustellen. Durch die umgesetzten Struktur- und Prozessoptimierungen konnte auch die Ergebnisqualität weiter verbessert werden. Bereits im Jahr 2019 wurde damit begonnen, die Abläufe innerhalb der Zapp-Gruppe auf den Brexit vorzubereiten. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Fokus darin, die Strukturen zu optimieren und alternative Lieferketten aufzubauen, um die bestmögliche Versorgung der Kunden am Standort Sheffield in Großbritannien zu gewährleisten. Zudem wurden die systemtechnischen und zolltechnischen Prozesse frühzeitig auf den bevorstehenden Brexit umgestellt. Ergebnis: Die Zapp-Gruppe verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des Nachfrageeinbruchs einen deutlichen Ergebnisrückgang mit einem negativen Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von - 13,8 Mio. EUR. Damit liegt das EBT um 28,3 Mio. EUR unter dem EBT des Vorjahres von 14,5 Mio. EUR. Eine deutliche Ergebnisverschlechterung zeigt sich vor allem im Geschäftsbereich Precision Wire. Hier reduzierte sich das EBT um 22,5 Mio. EUR auf - 16,6 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR). Neben dem Nachfrageeinbruch wurde das Ergebnis vor allem durch die vorgenommene Sonderabschreibung der Anlagen am US-Standort Summerville in Höhe von 10,5 Mio. EUR belastet. Das EBT des Geschäftsbereichs Precision Strip lag mit 1,9 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresergebnis (1,8 Mio. EUR). Der infolge des Nachfrageeinbruchs geringere Rohertrag konnte vor allem durch reduzierte Personalkosten und geringe Abschreibungen kompensiert werden. Das EBT des Geschäftsbereichs Materials Engineering verschlechtert sich um 6,3 Mio. EUR auf 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 6,8 Mio. EUR). Hierin enthalten sind im abgelaufenen Geschäftsjahr jedoch erstmals 1,2 Mio. EUR Ergebnis des nun im Geschäftsbereich Materials Engineering eingegliederten Standortes in Großbritannien. Wie erwartet haben die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie zu einem deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch geführt. Eine Prognose für die Ergebnislage der Zapp-Gruppe im Geschäftsjahr 2020 wurde im Lagebericht 2019 jedoch nicht vorgenommen, da aufgrund der Krisensituation und der nicht absehbaren konjunkturellen Entwicklung keine verlässliche Prognose abgegeben werden konnte. An sämtlichen Standorten wurde ab April auf die stark reduzierte Nachfrage reagiert und Maßnahmen zur Kostenreduzierung in Verbindung mit Betriebsstillständen und Kurzarbeit eingeleitet. Die Reduzierung der Bestände und die Anpassung der Produktionsleistung an die verringerte Nachfrage spiegeln sich auch in dem deutlichen Bestandsabbau in Höhe von 8,4 Mio. EUR (Vorjahr: Bestandsaufbau i. H. v. 3,7 Mio. EUR) wider. Die Gesamtleistung reduziert sich gegenüber dem Vorjahr damit um 60,2 Mio. EUR bzw. 15% auf 349,0 Mio. EUR. Der Materialaufwand reduziert sich entsprechend der geringeren Gesamtleistung ebenfalls um 35,7 Mio. EUR bzw. 14 % auf 218,5 Mio. EUR. Der Personalaufwand sinkt im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,3 Mio. EUR bzw. 7 % auf 82,6 Mio. EUR. Dies resultiert neben der Anpassung der Personalkapazitäten an die reduzierte Nachfrage und dem damit verbundenen sukzessiven Personalabbau an allen Standorten, mit dem bereits im Vorjahr begonnen wurde, vor allem auch aus Einsparungen im Zuge von Kurzarbeit sowie Aussetzung der Gehaltserhöhungen und Bonuszahlungen. Belastet wurde der Personalaufwand hingegen durch die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 2,2 Mio. EUR. Die Abschreibungen liegen mit 34,0 Mio. EUR um 10,4 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres (23,6 Mio. EUR). Hier spiegelt sich die Sonderabschreibung der Anlagen am US-Standort in Summerville in Höhe von 10,5 Mio. EUR wider. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen abzgl. sonstiger betrieblicher Aufwendungen liegt mit 23,7 Mio. EUR etwa auf dem Niveau des Vorjahres (23,4 Mio. EUR). Durch die strikte Reduzierung aller Kostenbudgets konnten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen zwar reduziert werden, dem steht u. a. jedoch der Wegfall der Stromkostenerstattung am Standort Unna entgegen, die das Vorjahresergebnis um 1,9 Mio. EUR entlastete. Bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag ergibt sich infolge des Verlustes inklusive latenter Steuern ein Steuerertrag in Höhe von 4,2 Mio. EUR (Vorjahr: Steueraufwand 4,4 Mio. EUR). Der Jahresfehlbetrag beträgt 11,1 Mio. EUR (Vorjahr: Jahresüberschuss 8,7 Mio. EUR). Bilanz: Die Bilanzsumme reduziert sich um 42,5 Mio. EUR auf 340,7 Mio. EUR. Bei einem Investitionsvolumen von 27,5 Mio. EUR und Abschreibungen von 34,0 Mio. EUR hat sich das Anlagevermögen seit Jahresbeginn um 9,6 Mio. EUR auf 163,3 Mio. EUR reduziert. Neben den Abschreibungen haben auch Währungseffekte aus der Umrechnung des Anlagevermögens ausländischer Tochtergesellschaften dieses seit Jahresbeginn reduziert. Das Vorratsvermögen konnte seit Jahresbeginn um 30,7 Mio. EUR auf 141,0 Mio. EUR reduziert werden. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Bestandsreduzierung und zur Anpassung der Bestände an das geringere Umsatzvolumen haben im Jahresverlauf Wirkung gezeigt und in der Folge zu einer starken Reduzierung der Bestände geführt. Die Lagerreichweite der Zapp-Gruppe hat sich mit durchschnittlich 4,7 Monaten gegenüber dem Vorjahr ebenfalls verbessert. Der Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich umsatzbedingt gegenüber dem Vorjahresende um 3,1 Mio. EUR auf 23,6 Mio. EUR reduziert. Im Rahmen des mit der PB Factoring GmbH, Bonn, bestehenden Factoring-Vertrages wurden zum Jahresende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 19,1 Mio. EUR (Vorjahr: 19,9 Mio. EUR) verkauft. Bei einem Jahresfehlbetrag von 11,1 Mio. EUR hat sich das Eigenkapital um 15,5 Mio. EUR auf 161,7 Mio. EUR reduziert. Eigenkapitaldifferenzen aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital seit Jahresbeginn um 4,4 Mio. EUR vermindert. Die Eigenkapitalquote steigt dennoch durch die Bilanzverkürzung auf 47,5 %. Die Steuerrückstellungen sind entsprechend des Ergebnisrückgangs deutlich geringer als im Vorjahr. Die sonstigen Rückstellungen sind im Vorjahresvergleich angestiegen. Dies ist unter anderem auf die gebildeten Rückstellungen für Restrukturierungen zurückzuführen. Dem stehen geringere Rückstellungen für Boni sowie umsatzbedingt geringere Gewährleistungsrückstellungen gegenüber. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vorjahresvergleich um 15,9 Mio. EUR auf 13,1 Mio. EUR reduziert. Hier spiegeln sich die umgesetzten Maßnahmen zur Bestandsreduzierung und das in der Folge deutlich geringere Einkaufsvolumen wider. Cashflow: Der Brutto-Cashflow 2 liegt mit 23,3 Mio. EUR infolge der negativen Ergebnisentwicklung um 9,1 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Durch den deutlichen Abbau des Working Capital steigt der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf 43,6 Mio. EUR. Nach Investitionen in Höhe von 27,5 Mio. EUR, Zinszahlungen in Höhe von 3,2 Mio. EUR sowie Währungsdifferenzen in Höhe von insgesamt - 0,3 Mio. EUR ergibt sich ein Free-Cashflow 3 in Höhe von 12,6 Mio. EUR. Dieser spiegelt sich im entsprechenden Abbau der Nettofinanzverbindlichkeiten zum Jahresende wider. Während die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten mit 39,4 Mio. EUR aufgrund des Abbaus von Working Capital deutlich unter Vorjahr liegen (73,9 Mio. EUR), sind die langfristigen Bankverbindlichkeiten durch die Aufnahme neuer Darlehen auf 74,8 Mio. EUR (Vorjahr: 53,6 Mio. EUR) angestiegen. Neben der Ausweitung und mittelfristigen Sicherstellung der Kreditlinien wurde durch verringerte Investitionen und den erheblichen Bestandsabbau die Finanzierung des Unternehmens gesichert, sodass die Zapp-Gruppe sowohl im abgelaufenen als auch im laufenden Geschäftsjahr gut durch die Pandemie kommen wird. Durch die regelmäßige und fortlaufende Überwachung der Liquidität sowie ein angemessenes Niveau verfügbarer nicht ausgenutzter Kreditlinien wird sichergestellt, dass die Zapp-Gruppe ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Für weitere Aufgliederungen und Erläuterungen zur Kapitalstruktur sei an dieser Stelle auf den Anhang verwiesen.
2 Der Brutto-Cashflow ermittelt sich aus dem
Jahresüberschuss, den Abschreibungen und der
Veränderung der langfristigen Rückstellungen.
Zum 31. Dezember 2020 verfügt die Zapp-Gruppe über weitere 87,7 Mio. EUR nicht ausgenutzte Kreditlinien. WESENTLICHE INVESTITIONEN: STRATEGISCH WICHTIGE INVESTIONEN ALS BASIS FÜR PROFITABLES WACHSTUM IN ZUKUNFTSMÄRKTEN PLANMÄSSIG UMGESETZT Aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds wurde auch die Investitionstätigkeit heruntergefahren und nur die bereits im Vorjahr begonnenen Investitionen fertiggestellt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr geplante, aktuell jedoch noch nicht begonnene Investitionen, wurden weitestgehend zurückgestellt. Langfristig geplante und strategisch wichtige Infrastrukturmaßnahmen wurden jedoch planmäßig umgesetzt. Das Investitionsvolumen lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei insgesamt 27,5 Mio. EUR. Am Standort Ergste wurden mit Investitionen in neue Schleifstraßen, einem Prüfzentrum für Medizinprodukte, einer Walzanlage für kleine Profile, der Versandhalle und der neuen Rohmateriallagerfläche trotzdem umfangreiche Maßnahmen umgesetzt, die die Basis für ein profitables Wachstum in den Märkten der Zukunft sichern. Auch die Investitionstätigkeit in Unna fokussierte sich auf die Durchführung zukunftsorientierter Maßnahmen, die den Standort und die gesamte Zapp-Gruppe in den Folgejahren weiter erfolgreich wachsen lassen werden. So wurde der Erwerb des Nachbargrundstückes erfolgreich abgeschlossen. Dieser wurde teilweise gegenfinanziert durch den Verkauf eines im Bestand befindlichen Grundstückteils, welches strategisch ungünstig gelegen, dem Produktionsstandort Unna keine Expansionsmöglichkeit bot. Investitionen in moderne Anlagentechniken wurden konsequent fortgeführt. So wurde beispielsweise die neue Folienschere in einem neu errichteten Sauberraum in Betrieb genommen. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung fehlerfreier Produktion der Invar-Dünnstfolien. Die Zusammenlegung der Service Center HPA und TA in Unna wurde zum Jahresende ebenfalls abgeschlossen. Zukünftig teilen sich die Bereiche die Hallen, den Anlagenpark und das Personal. Hierdurch können Prozesssynergien erreicht und Abläufe flexibler gestaltet werden. Dieses große Service Center kann zukünftig auch weitere Aufgaben übernehmen, wie z. B. Anarbeitungsdienstleistungen für Werkskunden anderer Geschäftsbereiche. Am Standort Taicang in China wurden die Baumaßnahmen zur Erweiterung der Hallenkapazität abgeschlossen. Die neue Lagerhalle sowie die Bürogebäude können seit Beginn des Jahres 2020 genutzt werden. Die Hallenerweiterung ist Basis für weiteres Wachstum in diesem immer wichtiger werdenden Wirtschaftsraum. MITARBEITER: ANPASSUNG DER KAPAZITÄTEN AN GERINGERE AUSLASTUNG Die Zapp-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 1.157 Mitarbeiter und damit 69 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Die gesamte Organisation wurde gezielt an das reduzierte Nachfrageniveau angepasst. Der bereits im Vorjahr begonnene Personalabbau wurde an allen Standorten sukzessive weiter vorangetrieben. Dies geschah im Wesentlichen über das Auslaufen befristeter Anstellungen. Durch Kurzarbeit konnte ein weiterer Personalabbau verhindert werden. Die Zapp-Gruppe beschäftigte 46 Auszubildende. UMWELT UND QUALITÄT: IMMER IM FOKUS Umwelt: Umweltschutz und Nachhaltigkeit genießen in der Zapp-Gruppe traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Qualifizierte Fachleute beurteilen sämtliche Investitionsvorhaben über technische und wirtschaftliche Aspekte hinaus auch auf umweltrelevante Wirkungen. Dabei spielen sowohl Energieverbräuche (insbesondere Strom und Gas) als auch der Schutz der Umwelt vor Emissionen oder Belastungen des Bodens eine besondere Rolle. Qualität und Innovation: Die Zapp-Gruppe gilt in ihren speziellen Anwendungsgebieten weltweit als einer der Qualitätsführer und unternimmt jede Anstrengung, um dieses Level zu halten. So ist das Unternehmen nach allen erforderlichen Vorschriften zertifiziert, inklusive der Automobilzulieferindustrie wie auch der Medizintechnik und Luft- und Raumfahrt. Fortlaufend unterziehen sich die Geschäftsbereiche den Audits von Kunden oder seitens des TÜV, sodass jederzeit höchste Qualitätsansprüche gesichert sind. Auch richten sich sämtliche Prozesse und Investitionen auf das Bewahren von Qualitätsstandards. Die Verfahrenstechniker der Abteilung Forschung und Entwicklung (F&E) entwickeln nicht nur bestehende oder neue Verfahren weiter, sondern dokumentieren zudem die entsprechenden Vorgänge und Verfahren. Nur dies ermöglicht letztlich reproduzierbare Qualität und damit einen Mehrwert für den Kunden. Neben Qualität und Produktivität bestimmen Innovationen die Investitionsstrategie der Gruppe. Neue Maschinen und Anlagen sind stets so ausgerichtet, dass sie durch innovative Produktionsverfahren den Eintritt in technisch noch anspruchsvollere und komplexere Anwendungen ermöglichen. CORPORATE GOVERNANCE, CORPORATE COMPLIANCE UND NACHHALTIGKEIT: GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMERISCHEN ERFOLGS Verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance) steht bei Zapp seit jeher im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie. Das nachhaltige Steigern des Unternehmenswerts ist allumfassendes Unternehmensziel. Unternehmerisches Handeln orientiert sich dabei selbstverständlich an den Rechtsordnungen der Länder, in denen die Zapp-Gruppe tätig ist. Die Zapp-Gruppe verfügt dementsprechend über ein umfangreiches Compliance-Programm, das sie jährlich aktualisiert und weiterentwickelt. Ziel ist das Überwachen aller Geschäftsprozesse im Hinblick auf bestehende oder neue rechtliche Rahmenbedingungen. Dies schließt permanente Schulungen der Mitarbeiter in den relevanten Rechtsgebieten ein. Gelebte Nachhaltigkeit bildet den wesentlichen Innovationsmotor eines Unternehmens, fördert den kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Performance und sichert damit die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Dies ist der Grund, weshalb nachhaltiges und verantwortliches Wirtschaften bei Zapp die Kultur des Unternehmens prägt. Als diversifizierter Industriekonzern bieten wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten weltweit innovative Produktlösungen, die den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden sichern und einen positiven Beitrag zu einer globalen dauerhaften Entwicklung leisten. Nachhaltigkeit verstehen wir als Verantwortung gegenüber all unseren Stakeholdern - begonnen bei den Mitarbeitern, über die Kunden und Lieferanten bis hin zum regionalen und gesellschaftlichen Umfeld, in dem wir tätig sind. Eine Verantwortung, der wir stets gerecht werden wollen und auch können, weil wir sie als integralen Bestandteil unserer Unternehmenskultur im operativen Geschäft aktiv leben. Die Bereiche Corporate Governance, Corporate Compliance und Nachhaltigkeit waren nicht Gegenstand der diesjährigen Abschlussprüfung. CHANCEN UND RISIKEN Neben Corporate Governance und Corporate Compliance trägt ein adäquates Risikomanagement-System dazu bei, die strategischen Unternehmensziele zu erreichen und den Bestand des Unternehmens zu sichern. Es ist eingebettet in das wertorientierte Führungs- und Planungssystem der Zapp-Gruppe und somit Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses. Auf dieser Basis unterrichtet sich das Management - auch über monatlich festgelegte Besprechungsroutinen - zeitnah über die Veränderungen sämtlicher Risikopositionen des Unternehmens. Zu den wesentlichen Risikofeldern gehören Beschaffungs- und Absatzrisiken, Risiken aus der Wertschöpfungskette sowie Risiken der kaufmännischen Prozesse wie etwa Human Resources oder Finanzen. Zu erwähnen sind exemplarisch das Ausfallrisiko von Forderungen oder die Sicherstellung der Liquidität und die Finanzierung der Gruppe. Diese Risiken managt die Gruppe aktiv mit entsprechenden Instrumenten. Dies gilt ebenso für die Absicherung von Währungsrisiken. Dafür setzt das Unternehmen marktgängige Devisentermingeschäfte ein. So wird auf Basis der geplanten Verkaufs- und Einkaufsvolumina in Fremdwährung regelmäßig ein Teilbetrag der hieraus zukünftig zu erwartenden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten durch korrespondierende Devisentermingeschäfte abgesichert. Dem Risiko eines Nachfragerückgangs aufgrund von Konjunktureinbrüchen begegnet die Zapp-Gruppe als diversifizierter Industriekonzern mit drei international agierenden Geschäftsbereichen und einer Vielzahl an Kundenindustrien. Konjunkturschwächen in einzelnen Regionen oder Branchen können somit zumindest z. T. durch die Präsenz in anderen Kundenindustrien und Märkten aufgefangen werden. Den Risiken aus der Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten wird durch den Abschluss langfristiger Einkaufs- und Verkaufskontrakte begegnet. Aus der rückläufigen Entwicklung variabler Legierungszuschläge können jedoch sogenannte Windfall Losses entstehen, wenn der Legierungszuschlag auf der Verkaufsseite unter den Legierungszuschlag auf der Einkaufsseite fällt. Diesem Ergebnisrisiko stehen jedoch Windfall Profits im Falle steigender Legierungszuschläge gegenüber, wenn der Legierungszuschlag auf der Verkaufsseite über den Legierungszuschlag auf der Einkaufsseite steigt. Bestandsgefährdende Risiken für die Zapp-Gruppe sind nicht identifiziert. Auch die Chancen der Zapp-Gruppe erfahren ein aktives Management. Dazu gehören in allen Geschäftsbereichen insbesondere die permanente Suche nach neuen Marktchancen, das planmäßige Ausweiten des Produkt- und Anwendungsprogramms sowie das Besetzen weiterer wachstumsstarker Nischenmärkte. Hierzu gibt es spezielle Projektgruppen, die Marktkenntnisse über einzelne Anwendungen mit dem technisch Machbaren sowie dem ökonomisch Sinnvollen verknüpfen. In Gesprächsrunden mit dem Vorstand werden die erzielten Ergebnisse besprochen und weitere Vorgehensweisen beschlossen. Darüber hinaus sind Planungsprozesse installiert, die im Rahmen von Drei- bis Fünfjahresplanungen (Mittelfrist- und strategische Planungen) die Ausrichtung des Unternehmens auf neue Potenziale bestimmen. Notwendige aufbau- und ablauforganisatorische Änderungen im Unternehmen werden daraus abgeleitet und umgesetzt. Insgesamt sind die verschiedenen Elemente des Risikomanagements an den aktuellen Herausforderungen und Risiken der Gruppe ausgerichtet. So wird sichergestellt, dass keine bestandsgefährdenden Risiken vorliegen und mögliche Chancen auch wahrgenommen werden können. Mit den strategisch ausgerichteten Investitionen der letzten Jahre sowie den bereits in Planung befindlichen Projekten bietet sich der Zapp-Gruppe die Chance, zunehmend technologisch begründete Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten. Die Basis für profitables Wachstum in den Märkten der Zukunft wurde damit gelegt. Der Standort Unna arbeitet konsequent weiter an den technisch komplexen Anforderungen neuer Produkte. Hierzu gehören insbesondere Invar-Dünnstfolien, die unter anderem für die Herstellung von OLED-Bildschirmen benötigt werden. Durch die Entwicklungsarbeit wurde die technische Kompetenz des Standortes erheblich erweitert und angehoben, sodass auf dieser Basis zukünftig neue und technisch anspruchsvolle Märkte und Anwendungen erschlossen werden können. Auch am Standort Ergste wurde weiter in den Ausbau neuer Technologien, vor allem im weiterhin starken Wachstumsmarkt Medizintechnik, investiert. Durch den Ausbau und die Erweiterung der Standortinfrastruktur in Ergste und Unna wurde zudem ein weiterer Grundstein für strategisches und nachhaltiges Wachstum in der Zapp-Gruppe gelegt. Die Hallenerweiterung am Standort Taicang in China ist auch eine wichtige Basis für weiteres Wachstum im immer wichtiger werdenden asiatischen Wirtschaftsraum. Auch die immer enger werdende geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit aller Standorte sowie die zunehmende Digitalisierung unserer Prozesse wird zur Effizienz- und damit auch Ergebnissteigerung beitragen. AUSBLICK 2021: BELEBUNG IM ERSTEN QUARTAL TROTZ ANHALTENDEM LOCKDOWN UND DRITTER CORONA-WELLE IN DEUTSCHLAND Nach den dramatischen Auftragseingangs- und Umsatzeinbrüchen im zweiten und dritten Quartal 2020 hat die Geschäftstätigkeit im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres bereits wieder zugenommen. Dieser positive Trend hat sich im ersten Quartal 2021 weiter fortgesetzt. Insbesondere an den Standorten Ergste und Unna liegen die Auftragseingänge weit über denen des ersten Quartals 2020. Dies zeigt, dass die Bestände entlang der Lieferketten unserer Kunden in der Zeit der Krise auf ein Minimum reduziert worden sind, mit der Folge jetzt notwendiger schneller Auffüllung zur Sicherstellung der eigenen Lieferfähigkeit. Der anhaltende Lockdown und die dritte Corona-Welle in Deutschland führen zwar dazu, dass die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr 2021 leicht nach unten prognostiziert werden, für das erste Quartal wird sogar wieder mit negativen Wachstumsraten gerechnet. Ursache sind hier vor allem die Bereiche Dienstleistung, Handel und Touristik. Die für uns wichtigen Industriebereiche sind allerdings stabil und zeigen wieder steigende Nachfrage. Diese wird zuletzt unterstützt durch die asiatischen Märkte, die die Pandemiezeit bereits überwunden haben. Und auch an unseren US-Standorten ist eine Belebung der Konjunktur erkennbar, nicht zuletzt unterstützt durch die positiven Nachrichten im Rahmen des dortigen Impfprozesses. Für alle unsere Produktionsstandorte bedeutet dies, dass wir mit aller Anstrengung unsere während der Krise reduzierten Kapazitäten wiederaufbauen müssen. Da wir die Anpassung in der Krise neben strukturellen Anpassungen vor allem mit Instrumenten wie Kurzarbeit und Betriebsstillständen vorgenommen haben, können wir jetzt schnell zusätzlich notwendige Schichten aufbauen. Auch die in den letzten Monaten initiierten Maßnahmen zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung helfen uns, die notwendigen Kapazitäten für die erhöhte Nachfrage bereit zu stellen. In einigen Bereichen stellen wir auch schon wieder zusätzliche Mitarbeiter ein. Insgesamt aus Ergebnis- und Liquiditätssicht ein sehr erfreulicher Start in das neue Geschäftsjahr. Die aktuelle Auftragslage lässt auch auf ein zweites Quartal mit ähnlichem Umsatzniveau schließen. Ob sich das im zweiten Halbjahr so positiv fortsetzt, bleibt angesichts der noch andauernden Pandemie abzuwarten. Aber alle Zeichen deuten darauf hin, dass wir spätestens im dritten Quartal - auch bei stotterndem Impfprozess in Deutschland - wieder ein normalisiertes Wirtschaftsleben haben werden. Dies gilt auch für die USA. Unter diesen Umständen ist es dann nicht ausgeschlossen, dass die Zapp-Gruppe bei entsprechend anhaltendem Wachstum wieder ein Umsatz- und Ergebnisniveau erreichen kann, welches an das sehr gute Jahr 2018 anknüpft, also besser als 2019 vor Beginn der Corona-Pandemie.
Ratingen, 30. März 2021 Zapp AG Vorstand Dr. Stefan Seng Gerald Otto Zwickel Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2020
Konzernanhang für 2020Allgemeine Hinweise Sitz der Zapp AG ist Ratingen. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 44176 im Register des Amtsgerichts Düsseldorf eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden neben der Muttergesellschaft alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Folgende Unternehmen wurden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 berücksichtigt:
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Zapp AG einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet; Vermögensgegenstände wurden höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie der Sach- und Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen. Planmäßige Abschreibungen wurden nach der linearen oder degressiven Methode vorgenommen. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bei den immateriellen Vermögensgegenständen liegt zwischen 3 und 5 Jahren. Bei Gebäuden und Bauten auf fremden Grundstücken wird eine Nutzungsdauer zwischen 10 und 50 Jahren unterstellt. Bei den technischen Anlagen und Maschinen liegt die Nutzungsdauer zwischen 6 und 25 Jahren und bei den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 5 und 25 Jahren. Vorräte wurden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Dabei wurden die Werte bei den inländischen und ausländischen Gesellschaften mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren (Lifo-Verfahren) ermittelt. Die Herstellungskosten enthielten Einzelkosten zuzüglich angemessener Gemeinkosten. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Die Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden in angemessener Höhe aktiviert. Dem Bestands- und Vertriebsrisiko wurde durch Abschreibungen bzw. durch die Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel wurden zu Nennwerten abzüglich der Wertabschläge für Einzelrisiken und für das allgemeine Kreditrisiko bzw. bei unverzinslichen Forderungen und Restlaufzeiten über einem Jahr zu Barwerten bilanziert. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden für Ausgaben gebildet, welche Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der Projected Unit Credit Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck ermittelt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt unter der Berücksichtigung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten zehn Jahre in Höhe von 2,30 % (Vj. 2,71 %), der sich bei einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden aufgrund des beitragsorientierten Pensionsplans mit 0 % und erwartete Rentensteigerungen mit 5,34 % alle drei Jahre berücksichtigt. Für die Fluktuation wurden keine Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Bei der Bemessung der Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste. Sie wurden in der Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Latente Steuern wurden gebildet für Bewertungsunterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz, Verlustvorträge, die in den nächsten fünf Jahren genutzt werden, Anpassungen an einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und ergebniswirksame Konsolidierungsbuchungen. Hierbei kam der Steuersatz zum Tragen, der im Zeitraum der Auflösung der Differenzen anzuwenden wäre. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch Bildung von Bewertungseinheiten i.S.d. § 254 HGB bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Währungsumrechnung Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Bilanzen erfolgt zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Abschlussstichtag. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (ohne Jahresergebnis), das zu historischen Kursen umgerechnet wird, mit dem jeweiligen Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Euro-Referenzkurse zum Vorjahr entstehenden Differenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals wurden erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen. Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit dem Durchschnitt des Euro- Referenzkurses. Die Jahresergebnisse der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnungen wurden in die Bilanzen übernommen und die Differenzen zur Stichtagskursumrechnung erfolgsneutral über die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung nach den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, erfolgt grundsätzlich nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Für den Teil der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die bereits 2009 zum Konsolidierungskreis gehörten, erfolgt die Kapitalkonsolidierung weiterhin nach der Buchwertmethode (gem. Art. 66 EGHGB finden § 301 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 HGB in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes auf Erwerbsvorgänge Anwendung, die in Geschäftsjahren erfolgt sind, die nach dem 31. Dezember 2009 begonnen haben) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem auf den Konzern entfallenden Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung (01. Januar 1998) bzw. danach zum Zeitpunkt der Neugründung, des Anteilserwerbs oder der Kapitalerhöhung. Überstieg der Buchwert das anteilige Eigenkapital, so wurden die im Unterschiedsbetrag enthaltenen stillen Reserven den einzelnen Bilanzpositionen zugeordnet und über die Nutzungsdauer ergebniswirksam abgeschrieben. Verbleibende Unterschiedsbeträge wurden als Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F. mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Lag das anteilige Eigenkapital über dem Beteiligungsbuchwert, wurde ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet. Umrechnungsbedingte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden erfolgsneutral behandelt und unter den Gewinnrücklagen als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen. Eventualverbindlichkeiten wurden im erforderlichen Umfang konsolidiert. Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen. Konzerninterne Umsatzerlöse wie auch andere konzerninterne Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet. Das Geschäftsjahr der Zapp Precision Metals (India) Pvt Ltd. beginnt am 01. April und endet am 31. März eines jeden Jahres. Es wird gem. § 299 HGB ein Zwischenabschluss auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt. In den Abschreibungen des Geschäftsjahres sind Sonderabschreibungen für die Anlagen am US-Standort Summerville i.H.v. EUR 10,5 Mio. enthalten. Aufgrund der ausbleibenden Nachfrage am Standort Summerville und der Übernahme der Drahtfertigung in Sandviken wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr beschlossen, die Drahtproduktion von Summerville nach Schweden zu verlagern. Die Drahtproduktion in Summerville wird in der Folge zu einem Service Center umstrukturiert, welches sowohl die Öl- und Gasprodukte aus Sandviken als auch die Medizinprodukte aus Ergste in den amerikanischen Markt vertreibt. Nicht mehr rentable alte Anlagen in Summerville werden im Laufe des Jahres 2021 abgeschaltet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Pauschalwertberichtigung wurde im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr in Höhe von 1,0 % gebildet. Eigenkapital Das Grundkapital ist eingeteilt in 11.000 Stückaktien, die auf den Inhaber lauten. Das gezeichnete Kapital von TEUR 11.000 und die Kapitalrücklage von TEUR 10.000 entsprechen den bei der Zapp AG ausgewiesenen Bilanzposten. Die Entwicklung des Eigenkapitals ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Zum 31. Dezember 2020 wurde gemäß § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 246 Abs. 2 HGB das der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienende und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 5.634 (Vj. TEUR 5.088) mit dem Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 23.356 (Vj. TEUR 22.683) verrechnet. Aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem Durchschnittszinssatz der letzten zehn Jahre ergibt sich gegenüber einer Bewertung mit dem Durchschnittszinssatz der letzten sieben Jahre ein ausschüttungsgesperrter Unterschiedsbetrag für den Konzern der Zapp AG von insgesamt TEUR 2.375 (Vj. TEUR 2.391). Hiervon entfallen TEUR 947 (Vj. TEUR 948) auf die Bewertung der Pensionsrückstellungen bei der Zapp AG sowie TEUR 1.054 (Vj. TEUR 1.046) auf die Bewertung der Pensionsrückstellungen bei den Tochtergesellschaften Zapp Precision Metals GmbH, TEUR 176 (Vj. TEUR 193) auf die Zapp Materials Engineering GmbH und TEUR 198 (Vj. TEUR 204) auf die Zapp Systems GmbH. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen personalbezogene Rückstellungen (u. a. Jubiläumsrückstellungen, Urlaubsrückstellungen, Tantiemen, Rückstellungen für Altersteilzeit und Abfindungen), Gewährleistungsrückstellungen, Rückstellungen für Umweltschäden sowie Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen. Zum 31. Dezember 2020 wurde gemäß § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 246 Abs. 2 HGB das der Erfüllung der Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen dienende und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 1.017 (Vj. TEUR 730) mit dem Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Altersteilzeit in Höhe von TEUR 2.053 (Vj. TEUR 1.507) verrechnet. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Besondere Sicherheiten sind nicht gestellt worden. Verbindlichkeitenspiegel in TEUR
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen in diesem Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht. Latente Steuern Die Zapp-Gruppe weist saldiert aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 5.651 (Vj. TEUR 160) aus. Diese resultieren aus passiven latenten Steuern im Anlagevermögen aus der unterschiedlichen Behandlung der Versicherungserstattung für den Brandschaden in Ergste in Handels- und Steuerbilanz (TEUR -3.580, Vj. TEUR -4.521) und aus weiteren temporären Differenzen im Anlagevermögen der übrigen in- und ausländischen Tochtergesellschaften (TEUR -955, Vj. TEUR -4.360). Der Rückgang der passiven latenten Steuern im Anlagevermögen der US-Gesellschaften ist vor allem auf die im Geschäftsjahr vorgenommene Sonderabschreibung für die Stabfertigung in den USA zurückzuführen. Darüber hinaus bestehen aktive latente Steuern bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und sonstigen personalbezogenen Rückstellungen (TEUR 4.639, Vj. TEUR 3.872), unterschiedlichen Wertansätzen bei den Vorräten (TEUR 2.710, Vj. TEUR 2.850), aktivierten Verlustvorträgen (TEUR 1.943, Vj. TEUR 1.136) sowie sonstigen Posten (TEUR 589, Vj. TEUR 547). Aus Konsolidierungseffekten - insbesondere aus der Eliminierung der Zwischengewinne - resultieren aktive latente Steuern in Höhe von insgesamt TEUR 305 (Vj. TEUR 636). Abweichend zum Vorjahr wurden die unter den sonstigen Posten enthaltenen aktiven latenten Steuern sowie die im Vorratsvermögen enthaltenen aktiven latenten Steuern aus der Eliminierung der Zwischengewinne zur besseren Erläuterung separat dargestellt.
In Deutschland wird aufgrund der körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organschaft der inländischen Tochtergesellschaften zur Zapp AG mit einem Steuersatz von 32,56 % gerechnet. Für die ausländischen Tochtergesellschaften kommen die entsprechenden lokalen Steuersätze zum Zeitraum der Auflösung der Differenzen zum Tragen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen nachfolgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:
Weiterhin bestehen zum Bilanzstichtag bereits verbindliche Bestellungen sowie Abnahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.987. Abschlussprüfungshonorar Das im Geschäftsjahr angefallene Abschlussprüfungshonorar lässt sich wie folgt aufteilen:
Bewertungseinheiten Folgende Bewertungseinheiten wurden unter Anwendung der Einfrierungsmethode gebildet:
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.414 (Vj. TEUR 2.055). Sonstige Angaben Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
§ 264 Abs. 3 HGB und § 264b Nr. 3 HGB Die deutschen Tochter-Kapitalgesellschaften Zapp Precision Metals GmbH, Schwerte, die Zapp Materials Engineering GmbH, Ratingen, die Zapp Systems GmbH, Ratingen, die Argeste Edelstahlverarbeitung Beteiligungs-GmbH, Ratingen, die Zapp Immobilien-Verwaltungs-GmbH, Ratingen, sowie die Zapp Immobilien GmbH & Co. KG, Ratingen, nehmen die nach § 264 Abs. 3 HGB und § 264b Nr. 3 HGB möglichen Erleichterungen in Anspruch. Gesamtbezüge des Aufsichtsrates Die Bezüge des Aufsichtsrates der Zapp AG beliefen sich satzungsgemäß auf TEUR 255 (Vj. TEUR 255). Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder der Geschäftsleitung und Vorstände der Zapp AG Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung der Zapp AG und ihre Hinterbliebenen betrugen die Bezüge TEUR 144. Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung der Zapp AG und ihre Hinterbliebenen belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf TEUR 4.602. Auf die Angabe der Bezüge des Vorstands wird mit Hinweis auf die §§ 314 Abs. 1 Nr. 6a und b, 285 Satz 1 Nr. 9a und b i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter ist nachfolgend dargestellt.
Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben. Konzernverhältnisse Der Konzernabschluss der Zapp AG wird seinerseits in den Konzernabschluss der Zapp Verwaltungs-GmbH, Ratingen, als höchster Konzernspitze einbezogen. Die Unterlagen werden im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. ErgebnisverwendungsvorschlagDer Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Mutterunternehmens in Höhe von EUR 11.078.159,46 auf neue Rechnung vorzutragen. Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2020
Ratingen, 30. März 2021 Vorstand Dr. Stefan Seng Gerald Otto Zwickel Konzern-Kapitalflussrechnung für 2020
Eigenkapitalspiegel 31. Dezember 2020
BESTÄTIGUNGSVERMERK Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ZAPP AG, Ratingen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Zapp AG, Ratingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Zapp AG, Ratingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 14. April 2021 Rödl
& Partner GmbH
Wambach, Wirtschaftsprüfer Groll, Wirtschaftsprüfer |
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