GetYourGuide Deutschland GmbH

Sonnenburger Straße 71, 10437 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 132059
Eingetragen
8.2.2011
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung sonstiger reisebezogener Dienstleistungen a. n. g.
Gegenstand
Marketingleistung, insbesondere im touristischen Bereich, den Betrieb von Call Centern sowie in diesem Zusammenhang stehenden Tätigkeiten. Die Gesellschaft ist berechtigt, dem Unternehmensgegenstand auch durch Tochtergesellschaften nachzugehen, gleichartige oder ähnliche Unternehmungen zu erwerben, sich an solchen zu beteiligen, deren Vertretung zu übernehmen und Zweigniederlassungen im In- und Ausland zu errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Genevieve Vancutsem
seit 1.9.2025
Prokura
Juliana von Trotha
seit 2.7.2024
Prokura
Björn Borrmann
seit 31.8.2021
Prokura
Emil Martinsek
seit 22.1.2020
Prokura
Nils Chrestin
seit 11.6.2019
Geschäftsführer
Nikos Kalitta
seit 16.5.2018
Prokura
Johannes Reck
seit 9.12.2014
Geschäftsführer
Tao Tao
seit 8.2.2011
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
GetYourGuide AGCHE
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
GetYourGuide AG
Switzerland
25.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GetYourGuide Deutschland GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 2.552.203,94 0,00
2. Entgeltlich erworbene Software 3.706.442,83 122.676,05
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00
4. Geleistete Anzahlungen 259.922,39 7.701.616,95
6.518.570,16 7.824.294,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.547.376,45 6.879.350,89
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 12.547.376,45 3.397.321,21 10.276.672,10
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 16.137.394,87 16.137.401,64
35.203.341,48 34.238.367,74
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.517.381,11 5.031.236,29
2. Sonstige Vermögensgegenstände 40.620.883,62 45.138.264,73 15.319.623,85 20.350.860,14
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 147.191.783,37 152.763.362,57
192.330.048,10 173.114.222,71
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.672.431,20 1.527.012,10
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 45.797.993,41 0,00
276.003.814,19 208.879.602,55

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 315.935.876,29 303.935.876,29
III. Verlustvortrag -288.526.437,03 -227.177.762,48
IV. Jahresfehlbetrag -73.232.432,67 -61.348.674,55
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 45.797.993,41 0,00
0,00 15.434.439,26
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 10.826.540,68 17.060.683,93
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen 15.420.235,71 8.900.879,45
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 25.820.611,28 7.476.149,04
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.823.153,86 2.934.222,17
4. Sonstige Verbindlichkeiten 222.113.272,66 157.073.228,70
- davon aus Steuern EUR 742.775,16 (i. Vj. EUR 592.577,20) -
265.177.273,51 176.384.479,36
276.003.814,19 208.879.602,55

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 276.251.112,58 83.392.866,44
2. Sonstige betriebliche Erträge 28.449.362,24 26.048.028,03
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -35.463.438,38 -26.227.840,49
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -5.703.661,30 -41.167.099,68 -4.384.017,58 -30.611.858,07
- davon für Altersversorgung EUR 215.523,13 (i. Vj. EUR 198.100,31)-
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.928.521,69 -3.053.355,02
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -314.457.386,63 -126.395.825,92
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 529.953,49 99.510,32
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -10.779.837,51 -10.685.813,78
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme -8.130.015,47 -142.226,55
9. Ergebnis nach Steuern -73.232.432,67 -61.348.674,55
10. Jahresfehlbetrag -73.232.432,67 -61.348.674,55

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

A. Allgemeine Angaben

Die GetYourGuide Deutschland GmbH mit Sitz in 10437 Berlin ist unter der Nummer 132059 im Handelsregister Abteilung B des Amtsgerichts Charlottenburg, Berlin, eingetragen.

Bei der Bilanzierung und Bewertung sind die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften und des GmbH-Gesetzes angewandt worden. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die GetYourGuide Deutschland GmbH, Berlin, und die GetYourGuide Tours & Tickets GmbH, Berlin, schlossen am 26.11.2019 einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag ab, welcher am 12.12.2019 in das Handelsregister eingetragen wurde. Damit ist die körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft zwischen der GetYourGuide Deutschland GmbH als Organmutter und der GetYourGuide Tours & Tickets GmbH als Organgesellschaft ab dem Jahr 2019 gültig.

Aufgrund der finanziellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Eingliederung besteht zwischen der GetYourGuide Deutschland GmbH, Berlin, und ihren Tochtergesellschaften GetYourGuide Tours & Tickets GmbH, Berlin, und GetYourGuide Global Services GmbH & Co. KG, Berlin, gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG eine umsatzsteuerliche Organschaft.

Die selbst geschaffene immateriellen Vermögensgegenstände betreffen selbsterstellte Software. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von vier Jahren vorgenommen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet und, soweit abnutzbar, um planmäßige kumulierte Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren vorgenommen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen wurden linear über die betriebliche Nutzungsdauer von sieben Jahren vorgenommen. Die Nutzungsdauer spiegelt die Erwartungen der Geschäftsführung hinsichtlich der Verwendbarkeit des erhaltenen Know-hows in Form der übernommenen Mitarbeiter sowie der erworbenen Prozess- und Marktkenntnisse wider.

Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen drei und 13 Jahren.

Die Herstellungskosten der Sachanlagen umfassen alle Kostenbestandteile, die handelsrechtlich die aktivierungspflichtige Wertuntergrenze darstellen.

Zugänge werden ausschließlich nach der linearen Methode zeitanteilig abgeschrieben. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 800 werden zum Zeitpunkt ihres Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang gezeigt.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wird nicht in Anspruch genommen.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert ausgewiesen.

Unter den auf der Aktivseite ausgewiesenen Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die Gesellschaft verfügt über abzugsfähige temporäre Differenzen aus dem Unterschied von handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen. Diese resultieren im Wesentlichen aus den Bilanzposten Anlagevermögen und aus steuerlichen Verlustvorträgen. Passive temporäre Differenzen ergeben sich aus der Aktivierung der selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände. Bei der Ermittlung wurde ein Steuersatz von 30,175 % (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer) zugrunde gelegt. In Anwendung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde auf den Ansatz des Aktivüberhangs von latenten Steuern verzichtet.

Durch den Ansatz der selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.552 and der dich daraus ergebenden Verrechnung der aktiven und passiven Steuerlatenzen ergibt sich insgesamt eine Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB von TEUR 2.552.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Jahresabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten.

B. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der Übertragung des Geschäftsbetriebs für das Portal GetYourGuide von der schweizerischen Muttergesellschaft auf die Gesellschaft.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände bestehen, mit Ausnahme der in den sonstigen Vermögensgegenständen subsumierten Mietkaution in Höhe von TEUR 37 (im Vj TEUR 37), wie im Vorjahr mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 3.017 (im Vj TEUR 4.629) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von TEUR 1.500 (im Vj TEUR 402) aus Darlehen. Darüberhinaus enthalten die Forderungen gegen verbundenen Unternehmen Forderungen gegen den Gesellschaftern in Höhe von TEUR 1.327.

3. Eigenkapital

Im Geschäftsjahr wurden TEUR 12.000 der Kapitalrücklage der Gesellschaft zugeführt. Das Eigenkapital der Gesellschaft wurde durch das Jahresergebnis im Berichtsjahr aufgezehrt. Die Gesellschaft weist erstmalig einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag i.H.v TEUR 45.798 zum Geschäftsjahresende aus.

4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Jahresabschluss- und Prüfungskosten (TEUR 395; im Vj TEUR 477), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 3.787; im Vj TEUR 9.857) sowie Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 1.520; im Vj TEUR 1.261).

Die übrigen Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus der Abgrenzung der mietfreien Zeit über die Gesamtlaufzeit des Mietvertrages für die Geschäftsräume der Gesellschaft.

Die Gesellschaft hat in den Jahren 2009 bis 2021 an Mitarbeiter und verschiedene Berater der Gesellschaft virtuelle Aktienoptionen ausgegeben, die gemäß den vereinbarten Optionsbedingungen durch Barausgleich im Zeitpunkt der Optionsausübung bedient werden. Auf Grundlage des Urteils BFH I R11/15 des Bundesfinanzhofs wurde die künftige Zahlungsverpflichtung seit dem 31.12.2017 nicht mehr bilanziert und die gebildete Rückstellung ertragswirksam aufgelöst. Die nicht bilanzierte künftige Zahlungsverpflichtung zum 31.12.2022 beträgt TEUR 32.009 und wurde mittels eines Black-Scholes-Option-Pricing-Modells ermittelt. Am 22. Januar 2019 hat sich die Alleingesellschafterin GetYourGuide AG, Zürich, verpflichtet, von der GetYourGuide Deutschland GmbH im Rahmen des virtuellen Aktienoptionsprogramms geleistete Zahlungen zu erstatten. Die Vereinbarung wurde am 5. März 2021 durch die GetYourGuide AG gekündigt. Die Verpflichtung zur Erstattung vor diesem Datum eingegangener Verpflichtungen besteht fort.

5. Erhaltene Anzahlungen

Die erhaltenen Anzahlungen beinhalten den Anteil der GetYourGuide Deutschland GmbH an Vorauszahlungen von Kunden, für die noch keine Leistungen erbracht wurden.

6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern in Höhe von TEUR 0 (im Vj TEUR 2.721). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.823 (im Vj TEUR 213) resultieren ausschließlich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Verbindlichkeiten haben mit Ausnahme der Sonstigen Verbindlichkeiten analog zum Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben in Höhe von TEUR 88.046 (im Vj TEUR 29.148) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und in Höhe von TEUR 134.067 (im Vj TEUR 124.925) eine Restlaufzeit von zwischen einem und fünf Jahren.

Die GetYourGuide Deutschland GmbH hat ein Wandeldarlehen in Höhe von TEUR 114.283 (im Vj.TEUR 114.283) mit einer festen Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025 aufgenommen. Die Schuldverschreibungen sind bei Eintritt eines Wandlungsereignisses (z.B. Kapitalerhöhung, Share Deal, Asset Deal, IPO) in Aktien der Gesellschafterin GetYourGuide AG wandelbar. Nicht gewandelte Anleihen werden im Jahr 2025 auf Verlangen fällig.

II. Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse aus Vermittlungsprovisionen in Höhe von TEUR 276.251 erzielt.

Die Umsatzerlöse teilen sich nach geographisch bestimmten Märkten wie folgt auf: Inland in Höhe von TEUR 26.006 bzw. 10%, Europa in Höhe von TEUR 122.698 bzw. 44 % sowie Drittländer in Höhe von TEUR 127.547 bzw. 46%.

2. Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind realisierte und unrealisierte Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 15.132 (im Vj TEUR 6.050) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 553 (im Vj TEUR 340) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten realisierte und unrealisierte Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 13.997 (im Vj TEUR 4.165) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 550 (im Vj TEUR 336).

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Der Posten sonstige Zinsen und ähnliche Erträge beinhaltet mit TEUR 76 (im Vj. TEUR 35) Zinsen aus verbundenen Unternehmen.

C. Sonstige Angaben

1. Mutterunternehmen

Die GetYourGuide Deutschland GmbH ist 100%iges Tochterunternehmen der GetYourGuide AG, Zürich (Schweiz). Die GetYourGuide AG stellt als oberstes Mutterunternehmen einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Die GetYourGuide Deutschland GmbH stellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Die Konzernabschlüsse sind am Sitz ihres Mutterunternehmens erhältlich.

2. Beteiligungsverhältnisse

Die Gesellschaft ist am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen beteiligt:

Gesellschaft Beteiligungsquote Währung Eigenkapital Jahresergebnis
%
GetYourGuide Tours & Tickets GmbH, Berlin/Deutschland 100 TEUR 13.548 0
GetYourGuide Spain S.L., Madrid/Spanien 100 TEUR 118 26
GetYourGuide UK Ltd, London/Großbritannien 100 TEUR 157 44
GetYourGuide France SAS, Paris/Frankreich 100 TEUR 263 101
GetYourGuide Middle East FZ LLC, Dubai/VAE 100 TEUR 132 29
GetYourGuide Australia Pty Ltd, Sidney/Australien 100 TEUR 64 4
GetYourGuide Hong Kong Ltd, Kowloon/Hong Kong 100 TEUR 44 9
GetYourGuide Operations Inc, Delaware/USA 100 TEUR 21 5
GetYourGuide Brasil Ltda, Rio/Brasilien 99 TEUR 109 13
GetYourGuide Austria GmbH, Wien/Österreich 100 TEUR 111 21
GetYourGuide South Africa Pty Ltd, Kapstadt/Südafrika 100 TEUR 0 -68
GetYourGuide Japan KK, Tokyo/Japan 100 TEUR 41 5
GetYourGuide Beteiligungs GmbH, Berlin/Deutschland 100 TEUR 14 -5
GetYourGuide Global Services GmbH & Co. KG, Berlin/Deutschland 99 TEUR 172 0
GetYourGuide Netherlands B.V, Amsterdam/Niederlande 100 TEUR 77 21
GetYourGuide Canada Inc., Vancouver/Kanada 100 EUR 7 3

3. Personal

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 472. Bei den Mitarbeitern handelt es sich ausschließlich um Angestellte. Davon waren 67 Mitarbeiter leitende Angestellte und 404 Mitarbeiter Angestellte.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen sowie sonstigen Verträgen in Höhe von TEUR 46.672 (im Vj TEUR 50.302).

5. Abschlussprüferhonorar

. Das Gesamthonorar beträgt TEUR 90 und betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

6. Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer sind:

Johannes Reck (CEO), Berlin

Tao Tao (COO), Berlin

Nils Chrestin (CFO), Berlin

Im Berichtsjahr betrugen die Gesamtbezüge der Geschäftsführer TEUR 951 (im Vj TEUR 976).

D. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 73.232.432,67 in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 28. April 2023

GetYourGuide Deutschland GmbH

Geschäftsführung

Johannes Reck

Tao Tao

Nils Chrestin

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 523.989,14 2.790.601,23 0,00 3.314.590,37
2. Entgeltlich erworbene Software 749.321,99 0,00 4.911.015,72 0,00 5.660.337,71
3. Geschäfts- oder Firmenwert 14.099.161,57 0,00 0,00 0,00 14.099.161,57
4. Geleistete Anzahlungen 7.701.616,95 259.922,39 -7.701.616,95 0,00 259.922,39
22.550.100,51 783.911,53 0,00 0,00 23.334.012,04
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.736.699,46 4.157.948,51 3.397.321,21 261.776,50 19.030.192,68
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.397.321,21 0,00 -3.397.321,21 0,00 0,00
15.134.020,67 4.157.948,51 0,00 261.776,50 19.030.192,68
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 16.137.401,64 0,00 0,00 6,77 16.137.394,87
53.821.522,82 4.941.860,04 0,00 261.783,27 58.501.599,59
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 762.386,43 0,00 0,00 762.386,43
2. Entgeltlich erworbene Software 626.645,94 1.327.248,94 0,00 0,00 1.953.894,88
3. Geschäfts- oder Firmenwert 14.099.160,57 0,00 0,00 0,00 14.099.160,57
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
14.725.806,51 2.089.635,37 0,00 0,00 16.815.441,88
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.857.348,57 1.838.886,32 0,00 213.418,66 6.482.816,23
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4.857.348,57 1.838.886,32 0,00 213.418,66 6.482.816,23
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
19.583.155,08 3.928.521,69 0,00 213.418,66 23.298.258,11
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 2.552.203,94 0,00
2. Entgeltlich erworbene Software 3.706.442,83 122.676,05
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00
4. Geleistete Anzahlungen 259.922,39 7.701.616,95
6.518.570,16 7.824.294,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.547.376,45 6.879.350,89
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 3.397.321,21
12.547.376,45 10.276.672,10
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 16.137.394,87 16.137.401,64
35.203.341,48 34.238.367,74

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Sofern nichts anderes angegeben ist, sind sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können bei Tabellen und Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Grundlagen des Geschäftsmodells

Geschäftsmodell

GetYourGuide Deutschland GmbH (nachfolgend "GetYourGuide" oder "GYG GmbH") betreibt die Technologieplattform www.getyourguide.com und alle damit verbundenen Internet-Domänen und -Auftritte sowie Apps für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS.

Über die Internetpräsenzen der GYG GmbH können Touristen und Reisende weltweit Attraktionen und Touren von lokalen Anbietern, inklusive möglicher Vergünstigungen und Sonderangeboten, zielgerichtet suchen und diese unkompliziert buchen und bezahlen. GetYourGuide übernimmt den kompletten Service, beginnend von der Auswahl der angebotenen Attraktionen und Touren über die Buchung, die datentechnische Auswertung und Abwicklung und die Bezahlung bis hin zum Kundenservice. Für diese Kundenvermittlungen an den Anbieter sowie die Abwicklung der Buchung erhält GetYourGuide von den jeweiligen Anbietern ein Vermittlungshonorar.

Die GetYourGuide Deutschland GmbH gehört zum GetYourGuide AG-Konzern (Schweiz) und wurde im Jahr 2010 gegründet. In den Jahren 2011 bis 2014 übernahm die Gesellschaft im Wesentlichen Serviceleistungen, wie zum Beispiel die internationale Kundenbetreuung für die Muttergesellschaft GetYourGuide AG (Schweiz). Mit Wirkung zum 1. Oktober 2014 wurde das operative Geschäft der GetYourGuide AG im Rahmen einer Sachkapitaleinlage auf die GetYourGuide Deutschland GmbH übertragen.

Das rechtliche Eigentum an der Technologieplattform verbleibt weiterhin bei der Muttergesellschaft GetYourGuide AG und wird durch diese mit folgenden Zielen ständig weiterentwickelt:

Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit bzw. des Usererlebnisses

Erhöhung der Zuverlässigkeit und Reduktion der Ausfallzeiten

Erhöhung der Conversion Rate, d. h. der Buchungsquote von Besuchern der Website

Konzernabschluss

Gemäß § 293 HGB erstellt die Gesellschaft einen Konzernabschluss nach den Vorschriften des Deutschen Handelsgesetzbuches und legt diesen im Unternehmensregister offen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2022 wurden viele Länder von den Auswirkungen globaler Herausforderungen wie Inflation, Konflikten und COVID-19 beeinflusst. Dennoch waren einige Länder in der Lage, überraschend starke Wachstumszahlen im dritten Quartal 2022 zu verzeichnen. Ein Grund dafür war eine höhere als erwartete fiskalische Unterstützung, die zu einer Zunahme von privaten Konsumausgaben und Investitionen führte. Die niedrigen Arbeitslosenraten und die Vielzahl von Arbeitsmöglichkeiten trugen ebenfalls zum Wirtschaftswachstum bei. Die Energiemärkte passten sich schneller als erwartet an die Schocks von Russlands Invasion der Ukraine an. Während die USA weiterhin ein starkes Wachstum verzeichneten, deuten hochfrequente Aktivitätsindikatoren in anderen Ländern auf eine Verlangsamung hin. Die nachfolgende Tabelle zeigt die vom IWF indizierte Entwicklung wesentlicher Volkswirtschaften für das Jahr 2022.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Veränderung in % 2022 2021
Welt 3,4 5,9
USA 2,0 5,6
Eurozone 3,5 5,2
Großbritannien 4,1 7,2
Japan 1,4 1,6
China 3,0 8,1
Indien 6,8 9,0

Quelle: IMF, World Economic Outlook Update, January 2023

Branchenbezogene Entwicklung

Der internationale Tourismus verzeichnete im Jahr 2022 stärkere Ergebnisse als erwartet, unterstützt durch eine große Nachfrage und die Aufhebung oder Lockerung von Reisebeschränkungen in vielen Ländern.

Über 900 Millionen Touristen reisten im Jahr 2022 international, doppelt so viele wie im Vorjahr, aber immer noch 37% weniger als im Jahr 2019. Der internationale Tourismus erreichte 63% des Vorkrisenniveaus, wie von der UNWTO im Mai 2022 prognostiziert.

Europa als größte Zielregion verzeichnete 585 Millionen Ankünfte und erreichte fast 80% des Vorkrisenniveaus (-21% im Vergleich zu 2019). Der Nahe Osten erlebte den stärksten relativen Anstieg mit Ankünften auf 83% des Vorkrisenniveaus (-17% gegenüber 2019).

Afrika und Amerika erholten sich beide zu etwa 65% ihres Vorkrisenniveaus, während Asien und der Pazifik aufgrund stärkerer pandemiebedingter Beschränkungen nur 23% erreichten.

Unter den Subregionen kamen Westeuropa (87%) und die Karibik (84%) am nächsten an ihre Vorkrisenniveaus.

Im Jahr 2022 ist das Tourismusaufkommen stark angestiegen, was zu einer Annäherung an das Vorkrisenaufkommen in vielen geografischen Zielen führte. Für die Zukunft wird erwartet, dass der internationale Tourismus im Jahr 2023 seine Erholung fortsetzen wird. Es wird erwartet, dass die Nachfrage insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum steigen wird, wenn sich mehr Destinationen und Märkte öffnen.

Zahl internationaler Touristenankünfte

in Mio. 2022 2021 Veränderung %
Welt 917,0 455,0 101,6%
Europa 584,9 304,7 92,0%
Nord-, Mittel- und Südamerika 142,24 81,4 74,9%
Asien/Pazifik 84,4 24,8 241,0%
Afrika 45,0 19,4 132,4%
Mittlerer Osten 60,3 24,7 144,4%

Quelle: World Tourism Barometer, Januar 2023

Geschäftsverlauf

Die zur internen Steuerung herangezogenen finanziellen Leistungsindikatoren sind das Ergebnis vor Zins- und Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) sowie die Umsatzerlöse.

Aufgrund der im Berichtsjahr nicht bzw. nur marginal vorhandenen weltweiten Reisebeschränkungen konnte die Gesellschaft ihre Umsatzerlöse mehr als verdreifachen.

Die Entwicklung der Investitionen entsprach den Erwartungen der Geschäftsführung.

Eine ausreichende Kapital- und Liquiditätsausstattung der Gesellschaft war zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. Dazu trugen auch die erfolgte Einzahlung der Gesellschafterin in die Kapitalrücklage der GetYourGuide Deutschland GmbH , die Aufnahme eines Wandeldarlehens im Vorjahr sowie das aktive Management wesentlicher Kostentreiber bei.

Aus Sicht der Geschäftsführung ist die Entwicklung im Berichtsjahr 2022 zufriedenstellend verlaufen. Auf Basis der operativen Entwicklung ist die Geschäftsführung überzeugt, dass die Vermittlungsleistungen der Gesellschaft weltweit ein attraktives und innovatives Produkt mit hohem Kundennutzen darstellen, für das nach wie vor ein hohes globales Nachfragepotenzial besteht.

Lage der Gesellschaft

Ertragslage

in TEUR 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 276.251 83.393 231%
Sonstige betriebliche Erträge 28.449 26.048 9%
Personalaufwand -41.167 -30.612 34%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -314.457 -126.396 149%
EBITDA -50.924 -47.567 7%
EBITDA-Marge in Prozent -18% -57% -68%
Abschreibungen -3.929 -3.053 29%
EBIT -54.853 -50.620 8%
Zinsergebnis -10.250 -10.586 -3%
Aufwendungen aus Verlustübernahme -8.130 -142 5.625%
Jahresfehlbetrag -73.232 -61.349 19%

Bedingt durch den fast vollständigen Wegfall weltweiter Restriktionen im Bereich Tourismus verzeichnete die Gesellschaft einen Umsatzanstieg von 231 % im Vergleich zum Vorjahr. Die mit Anbietern erzielten Umsätze verteilen sich nach Regionen wie folgt:

2022 2021
Inland 10% 11%
Europa 44% 38%
Drittländer 46% 51%

Der Personalaufwand liegt mit TEUR 41.167 bzw. 34 % deutlich über dem Vorjahreswert, begründet durch die erhöhten Einstellungsaktivitäten sowie unterjährige Gehaltsanpassungen bei bestehenden Arbeitsverhältnissen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen deutlich um 149% und sind im Wesentlichen begründet durch die materielle Steigerung der Onlinemarketingaktivitäten sowie deutlich gesteigerte Aufwendungen für Brand Marketing.

Das Zinsergebnis bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres und ist im Wesentlichen gekennzeichnet durch die "payment in kind"-Zinsaufwendungen für das im Jahr 2020 aufgenommene Wandeldarlehen.

Die Aufwendungen aus Verlustübernahme resultieren ausschließlich aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Tochtergesellschaft GetTourGuide Tours & Tickets GmbH und steigen im Jahresvergleich deutlich.

Das EBIT beträgt TEUR -54.853 (im Vj TEUR -50.620) und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr auf Grund der hohen sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 8% verschlechtert.

Finanzlage

Die Finanzlage hat sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2022 2021
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 152.763 170.863
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -3.851 -14.278
Mittelabfluss aus Investitionen -13.721 -3.822
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 12.000 0
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -5.572 -18.100
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 147.192 152.763

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist neben dem Jahresfehlbetrag wesentlich beeinflusst durch den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 18,3 Mio.), und der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Touranbietern (EUR 58,8 Mio.) sowie dem Anstieg sonstiger Vermögensgegenstände (EUR 25,3 Mio.).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet im Wesentlichen die im Abschnitt Vermögenslage dargestellten Investitionen in das Anlagevermögen und den Verlustausgleich gegenüber Tochterunternehmen (TEUR 8.130).

Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit resultieren aus einer Einzahlung der Alleingesellschafterin in die Kapitalrücklage der Gesellschaft.

Zum Bilanzstichtag bestanden zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von TEUR 80.000.

Zum Abschlussstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen sowie sonstigen Verträgen in Höhe von TEUR 46.672 (im Vj.TEUR 50.302).

Vermögenslage

Die Vermögenslage hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Aktiva
Anlagevermögen 35.203 13% 34.238 16% 2,82%
Umlaufvermögen 192.330 70% 173.114 83% 11,10%
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 2.672 1% 1.527 1% 74,98%
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 45.798 17% 0 0% n/a
Summe Aktiva 276.004 100% 208.880 100% 32,14%
Passiva
Eigenkapital 0 0% 15.434 8% -100,00%
Rückstellungen 10.827 4% 17.061 8% -36,54%
Verbindlichkeiten 265.177 96% 176.384 84% 50,34%
Summe Passiva 276.004 100% 208.880 100% 32,14%

Anlagevermögen

Der Anstieg im Anlagevermögen resultiert im Wesentlichen aus baulichen Investitionen im angemieteten Bürogebäude der Gesellschaft.

Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen steigt auf TEUR 192.330 im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 25.301.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält analog zum Vorjahr Vorauszahlungen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Hierbei handelt es sich vor allem um abgegrenzte Lizenzgebühren für Software.

Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

Das Eigenkapital der Gesellschaft wurde durch das Jahresergebnis im Berichtsjahr aufgezehrt. Die Gesellschaft weist erstmalig einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag i.H.v. TEUR 45.798 zum Geschäftsjahresende aus.

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich insbesondere durch den Jahresfehlbetrag von TEUR 73.232 auf TEUR -45.798 verringert, so dass die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag negativ ist (im Vj 7%).

Rückstellungen

Die Verminderung der Rückstellungen begründet sich im Wesentlichen durch die geringeren Zuführungen zu den Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind analog zu dem im Vergleich zum Vorjahr wachsenden Geschäft der Gesellschaft angestiegen und beinhalten neben den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten und verbundenen Unternehmen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Wandeldarlehen sowie erhaltene Anzahlungen von Kunden sowie Verbindlichkeiten gegenüber Tourenanbietern aus vermittelten Reisen.

Gesamtaussage

Nach der sukzessiven Aufhebung der Reisebeschränkungen konnte das Geschäft der Gesellschaft vollumfänglich wieder aufgenommen werden.

Die Nachfrage erholte sich sehr robust, wenn auch aufgrund der zu Geschäftsjahresbeginn bestehenden Reisebeschränkungen später als in der Planung des Vorjahres angenommen.

Insgesamt haben sich die operativen und finanziellen Kennzahlen, wie in der ursprünglichen Prognose erwartet, im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt.

Prognosebericht

Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
Veränderung in % 2023
Welt 2,9
USA 1,4
Eurozone 0,7
Großbritannien -0,6
Japan 1,8
China 5,2
Indien 6,1

Quelle: IWF, World Economic Outlook Update, April 2023

Erwartete branchenbezogene Entwicklung

Der Tourismus erholt sich weltweit trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen wie hoher Inflation und des Krieges in der Ukraine. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine globale Wachstumsprognose für 2023 aufgrund dieser Herausforderungen auf 2,7% gesenkt.

Die internationale Tourismusbranche zeigt jedoch Anzeichen einer starken und stetigen Erholung von der Pandemie, wobei die internationalen Ankünfte in vielen Regionen bereits auf oder über dem Niveau vor der Pandemie liegen.

Diese Erholung hat zu betrieblichen und personellen Herausforderungen für Tourismusunternehmen und Infrastruktur wie Flughäfen geführt. Die Aufhebung von Reisebeschränkungen und das steigende Verbrauchervertrauen werden wichtige Treiber für die weitere Erholung der Branche sein, selbst angesichts steigender wirtschaftlicher Gegenwinde und geopolitischer Herausforderungen. Die Gesellschaft, ein globaler Tourismusanbieter, ist von politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und der Nachfrage in den wichtigsten Quellmärkten abhängig. Die Planung basiert auf den Annahmen des IWF und der langfristigen Prognose der UNWTO.

Erwartete Entwicklung der Gesellschaft

Die erwartete Entwicklung der Gesellschaft wird vor dem Hintergrund der oben beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Entwicklung bewertet. Die Planung basiert auf den Annahmen des IWF und der langfristigen Prognose der UNWTO.

Die Gesellschaft geht für das Geschäftsjahr 2023 von einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse im mittleren bis hohen zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Berichtsjahr aus.

Unabhängig von der aktuell krisenbedingten Situation erwartet die Gesellschaft, dass der bediente Markt im Bereich der Online-Touren- und Ticketvermittlung in den Folgejahren progressiv wachsen wird. Es wird erwartet, an dieser Entwicklung überproportional zu partizipieren.

Bezüglich der Steuerungsgröße EBIT wird für das Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis im mittleren zweistelligen negativen EUR-Mio-Bereich geplant. Jedochwird eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 erwartet. Sofern keine eigenkapitalstärkenden Maßnahmen ergriffen werden, wird dies dazu führen, dass die Gesellschaft weiterhin einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ausweist und dieser deutlich steigen wird.

Finanzierungsrisiken werden nach dem gegenwärtigen Stand der Unternehmensplanung, auf Grund bestehender Liquiditätsbestände und offener Kreditlinien im absehbaren Prognosezeitraum nicht erwartet.

Risiken- und Chancenbericht

Risikobericht

Wirtschaftliche Entwicklung Rahmenbedingungen: Hohe politische Unsicherheiten (beispielsweise Krieg in der Ukraine, Weiterentwicklung der US-Politik, kommende Wahlen in zentralen Staaten der EU) prägen zum Zeitpunkt der Berichtslegung das wirtschaftliche und politische Umfeld. Insbesondere die Situation in der Ukraine ist zum Berichtszeitpunk äußerst instabil und die Aussichten sind mit außerordentlicher Unsicherheit behaftet.

Prinzipiell ist auch die Tourismusindustrie von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Reiseausgaben sind disponibel und preisintensiv und konkurrieren daher stark mit anderen Ausgaben- und Investitionsentscheidungen der Kunden. Es besteht daher das Risiko, dass externe Faktoren Reiselust und Kaufkraft der Kunden negativ beeinflussen könnten. Diese Materialisierung des Risikos könnte deutliche Auswirkungen auf die Wachstumsraten im Bereich Umsatzerlöse haben. Die Gesellschaft schätzt dieses Risiko als mittel ein.

Force Majeure: Naturkatastrophen wie Hurrikane, Tsunamis, Erdbeben oder Vulkanausbrüche sowie Pandemien und Epidemien haben in der Vergangenheit normale Spielraummuster und -niveaus gestört und führen im aktuellen Fall der Coronavirus-Pandemie auch zum Zeitpunkt der Berichterstattung zu signifikanten Störungen im Tourismusmarkt. Die Reisebranche ist empfindlich gegenüber Ereignissen wie Arbeiterunruhen, politischer Instabilität, regionalen Feindseligkeiten, Zunahme von Treibstoffpreisen, Auferlegung von Steuern oder Zuschlägen durch Regulierungsbehörden, Reiseunfällen und Terroranschlägen oder Bedrohungen, die die Reisenden entmutigen können. Der Eintritt von diesen Risiken höherer Gewalt könnte zu einem temporären Rückgang der Vermittlungsleistungen in regional begrenzten Gebieten führen und sich somit negativ auf die Umsatzerlöse der Gesellschaft auswirken. Die Gesellschaft schätzt diese Risiken als mittel ein.

Technologische Entwicklung: Die Entwicklung von GetYourGuide ist geprägt durch eine zunehmende Nutzung der Konsumenten von digitalen Leistungen. Die Gesellschaft profitiert von der Digitalisierung aller Lebensbereiche, insbesondere der Reisedienstleistungen. Alternative Technologien (z. B. Virtual Reality, Funktion von digitalen Assistenten) oder eine generelle Veränderung des Kundenverhaltens (z. B. alternative Kommunikationskanäle wie Snapchat) stellen ein langfristiges Risiko dar, falls die Gesellschaft nicht ausreichend darauf reagiert. Eine fehlende Adaption hinsichtlich der fortschreitenden technologischen Entwicklung kann das geplante Umsatzwachstum der Gesellschaft negativ beeinflussen. Möglicherweise kann sich die Gesellschaft auch mit höheren ungeplanten Aufwendungen konfrontiert sehen, um auf plötzliche technologische Veränderungen und Neuerungen zu reagieren. Die Gesellschaft schätzt dieses Risiko als gering ein.

Wettbewerb: Das Unternehmen sieht sich im Wettbewerb allgemein gut positioniert. Allerdings ist ein Eintreten neuer Wettbewerber zu erwarten. Im bestehenden Markt haben das Agieren von Wettbewerbern und die direkte Vermarktung von Anbietern (vertikale Expansion) Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens. Eine höhere Wettbewerbsintensität kann zu nicht geplanten höheren Marketingaufwendungen führen. Das Risiko wird wie im Vorjahr als mittel eingeschätzt.

Chancenbericht

Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen: Eine Beendigung des Krieges in der Ukraine und eine Reduzierung geopolitischer Spannungen würden sich positiv auf das Konsumentenverhalten im Bereich Touristik auswirken. Ebenso würde ein materielles Sinken der derzeitigen Inflationsraten sich positiv auf die Gesellschaft auswirken. Diese Chance wird als mittel eingeschätzt.

Unternehmensstrategische Chancen: Die Gesellschaft sieht gute Chancen, durch den steigenden Bekanntheitsgrad sowie die technologische Reife der verwendeten Technologieplattform Marktanteile zu gewinnen. Hieraus ergeben sich insbesondere Chancen, die zukünftigen EBIT-Erwartungen zu übertreffen. Die Gesellschaft schätzt diese Chance als mittel ein.

Die steigende positive Wahrnehmung der Marke GetYourGuide bietet gute Chancen, Kunden dauerhaft an die Plattform zu binden und damit Marketingkosten für die Erstkundengewinnung zu reduzieren. Die Gesellschaft schätzt diese Chance der Aufwandsreduzierung als gering ein.

Bedingt durch die stetige Verlagerung von Reise- und Aktivitätsbuchungen vom Offline- in den Onlinebereich ergeben sich für die Gesellschaft Chancen, den bereits hohen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern und in zusätzliches Umsatzwachstum zu konvertieren. Die Gesellschaft geht hier von einer mittleren Chance aus.

Durch die in den Vorjahren begonnene Zusammenarbeit mit bekannten und bedeutenden internationalen Partnern, wie beispielsweise großen Reiseveranstaltern, Reisebüroketten und Fluggesellschaften, sieht die Gesellschaft hervorragende Möglichkeiten, zukünftig Kundengruppen zu erreichen, die bisher keine Affinität zu Onlinemarktplätzen aufweisen. Dies würde sich insbesondere deutlich auf das EBIT auswirken. Die Gesellschaft schätzt diese Chance als mittel ein.

Durch die weitere Errichtung lokaler Vertriebsgesellschaften sieht die Gesellschaft gute Möglichkeiten, die lokale Präsenz gegenüber Tourenanbietern zu stärken, um so weitere Touren und Attraktionen auf der Plattform etablieren zu können. Ein größeres Auswahlspektrum auf der Plattform könnte sich positiv auf die Umsatzerlöse auswirken. Die Gesellschaft schätzt diese Chance als mittel ein.

 

Berlin, 28. April 2023

GetYourGuide Deutschland GmbH

Geschäftsführung

Johannnes Reck

Tao Tao

Nils Chrestin

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die GetYourGuide Deutschland GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der GetYourGuide Deutschland GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GetYourGuide Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 28. April 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Björn Knorr, Director, Wirtschaftsprüfer

Michael Krebs, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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