Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 83139
Eingetragen
29.5.2008
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Grundstoffen, lebenden Tieren, textilen Rohstoffen und HalbwarenGroßhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und FuttermittelnGroßhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln
Gegenstand
Handel mit Wirtschaftsgütern aller Art, insbesondere landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Finanzübersicht

Historie

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Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert50.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main
49.80%
Beteiligung am Stammkapital mit insgesamt: 100%
0.20%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main
Germany
24.900 €
49.80%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Rabo Trading Germany GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Rabo Trading Germany GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Rabo Trading Germany GmbH, Frankfurt am Main - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Rabo Trading Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftiger-weise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Eschborn/Frankfurt am Main, 22. Mai 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Peter-Carsten Schreiber, Wirtschaftsprüfer

Peter Hallas, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Waren 683.770.253,14 798.494.905,47
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 99.782.291,30 0,00
2. Forderungen gegen Gesellschafter 30.897.317,35 40.953.050,73
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.994.756,91 14.950.362,83
4. Sonstige Vermögensgegenstände 30.015.698,89 39.847.604,51
171.690.064,45 95.751.018,07
855.460.317,59 894.245.923,54

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 5.194.381,12 5.194.381,12
III. Jahresüberschuss 0,00 0,00
5.219.381,12 5.219.381,12
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Sonstige Rückstellungen 97.479,78 120.639,29
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 29.994.830,32 39.806.200,13
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 806.925.231,50 832.265.218,08
3. Sonstige Verbindlichkeiten 13.223.394,87 16.738.714,57
850.143.456,69 888.810.132,78
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 95.770,35
855.460.317,59 894.245.923,54

Gewinn- und Verlustrechnung für 2023

2023 2022
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 2.579.644.809,90 3.110.626.234,02
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.293.315,52 5.011.743,28
2.582.938.125,42 3.115.637.977,30
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren 2.544.359.893,95 3.084.383.029,01
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 20.023.692,57 25.129.156,49
2.564.383.586,52 3.109.512.185,50
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.106.540,96 2.233.498,23
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 2.107 (Vj. TEUR 2.233)
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 21.072.038,85 3.612.497,14
davon an verbundene Unternehmen TEUR 20.626 (Vj. TEUR 3.523)
-18.965.497,89 -1.378.998,91
7. Ergebnis nach Steuern -410.958,99 4.746.792,89
8. Erträge aus Verlustübernahme/ Aufwand aus Gewinnabführung 410.958,99 -4.746.792,89
9. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang 2023

1. Allgemeine Anmerkungen

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§242ff. und 264ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Die Gesellschaft ist unter der Firma Rabo Trading Germany GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main im Handelsregister des Amtsgerichtes Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 83139 eingetragen.

Um die Klarheit der Darstellung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und einzelne davon-Vermerke in diesem Anhang gemacht.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Vermögensgegenstände und Schulden sind einzeln bewertet. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste wurden berücksichtigt.

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie die Waren wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Für das Vorrats vermögen bestehen Andienungsrechte, die bei der Bewertung berücksichtigt wurden. Für die Beurteilung der Werthaltigkeit dieser Andienungsrechte wurde die Bonität des Kontrahenten berücksichtigt.

Für die Waren findet generell eine fortlaufende Bestandsabstimmung statt. Die Bestände werden durch regelmäßige Warenprüfungen kontrolliert. Die Tranchen werden in der Regel nicht miteinander vermischt und sind identifizierbar.

Bei der Bewertung wurden branchenübliche Stichtagskurse herangezogen.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Einzelwertberichtigungen gebildet.

In der Position Forderungen gegen Gesellschafter sind die Bankguthaben zugunsten der Rabo Trading Germany GmbH bei der Muttergesellschaft Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main, enthalten.

Insofern besteht eine Mitzugehörigkeit dieses Postens zur Position Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks.

Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind wie im Vorjahr Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main) mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr enthalten. Insofern besteht eine Mitzugehörigkeit zum Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten für abgegrenzte Lagergelder enthalten. Die Berechnung wurde anhand der durchschnittlichen Lagerdauer unter Berücksichtigung des Jahresendbestandes vorgenommen.

Fremdwährungsbeträge wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet (§ 256a HGB) und in EUR umgerechnet. Die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten haben ausschließlich eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und werden demnach gemäß §256a S. 2 HGB bewertet. Es werden Bewertungseinheiten für Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten gebildet.

Die Termin-, Options- und Swap-Positionen dienen der Abdeckung der Preis- und Währungsrisiken des Bestandes und wurden zum Marktpreis bewertet.

§ 254 HGB zur Bildung von Bewertungseinheiten wurde angewandt. Verwiesen wird hier auf den gesonderten Abschnitt des Risikoberichtes im Lagebericht.

3. Bilanzerläuterungen

Per Bilanzstichtag hatte die Rabo Trading Germany GmbH kein Anlagevermögen.

Das Umlaufvermögen besteht im Wesentlichen aus Vorratsbeständen an Agrargütern in Höhe von TEUR 683.770 (Vorjahr TEUR 798.495).

Die gesamten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

In den Forderungen gegen Gesellschafter sind Vorsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 9.616 (Vorjahr TEUR 2.857) aus umsatzsteuerlicher Organschaft, Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 20.870 (Vorjahr TEUR 38.096) sowie die Verlustübernahme TEUR 411 (Vorjahr TEUR 0) enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen Steuererstattungsansprüche gegen das niederländische Finanzamt in Höhe von TEUR 9.425 (Vorjahr TEUR 16.885), Steuererstattungsansprüche gegen das dänische Finanzamt in Höhe von TEUR 12.429 (Vorjahr TEUR 12.674) und Steuererstattungsansprüche gegen das französische Finanzamt in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 2.127). Des Weiteren ist in den sonstigen Vermögensgegenständen eine Forderung gegenüber einer Versicherung in Höhe von TEUR 8.162 enthalten. Die finale Regulierung des Schadens ist noch nicht abgeschlossen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr Vorjahr
TEUR TEUR
Abschluss- und Prüfungskosten 39 35
Zertifizierungskosten (GMP und RedCert) 29 30
Provisionen für Swaps 18 26
Warenprüfung 3 16
Rechts- und Steuerberatung 8 14
97 121

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten noch zu zahlende Kaufpreisanteile in Höhe von TEUR 29.970 (Vorjahr TEUR 39.802), die bei Ausübung des der Rabo Trading Germany GmbH eingeräumten Optionsrechtes oder bei Weiterverkauf der erworbenen Warenbestände fällig werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten Kredite mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr in Höhe von TEUR 804.922 (Vorjahr TEUR 826.700), Zinsabgrenzungen für diese Kredite in Höhe von TEUR 2.004 (Vorjahr TEUR 818) sowie Verbindlichkeiten aus der Erfüllung des Gewinnabführungsvertrages in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 4.747).

In den Bilanzposten enthaltene Fremdwährungsbeträge wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 531 Mio. reduziert und setzen sich wie folgt zusammen:

Umsatzerlöse nach geographischen Regionen

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. EUR Mio. EUR
Deutschland 1.457 1.775
Europäische Union 1.123 1.336
2.580 3.111

Umsatzerlöse nach Warengruppen

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. EUR Mio. EUR
Getreide/Ölsaaten 921 1.436
Nüsse 780 1.019
Milchprodukte 687 520
Sonstige (u.a. Dünger, Kaffee, Kakao, Säfte, Zucker) 192 136
2.580 3.111

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr Vorjahr
TEUR TEUR
Erträge aus Kurs-/Währungsdifferenzen 1.728 3.556
Qualitätsvergütungen / Prämien 1.561 1.435
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 4 21
3.293 5.012

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um TEUR 1.718 gesunken. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Erträge aus Kurs-/Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 1.828 und der Erhöhung der Erträge aus Qualitätsvergütungen / Prämien in Höhe von TEUR 126.

Den Erträgen aus Kursdifferenzen steht ein entsprechender Aufwand gegenüber, da alle Geschäfte in Fremdwährungen durch entsprechende Finanzierungen gedeckt werden.

Die Qualitätsvergütungen werden aufgrund guter Qualitätsmerkmale der Raps- bzw. Getreidelieferungen als Zuzahlungen geleistet. Bei entsprechenden, schlechten Qualitäten sind auch Abschläge marktüblich.

In 2023 hat die Rabo Trading Germany GmbH Zahlungen für Qualitäten in Höhe von TEUR 1.415 (Vorjahr TEUR 1.264) erhalten.

Diese Zahlungen resultierten auf Grund nationaler Rapslieferungen. In 2023 fanden keine internationalen Rapslieferungen statt.

Materialaufwand

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. EUR Mio. EUR
Aufwendungen für bezogene Waren 2.544 3.084

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr Vorjahr
TEUR TEUR
Vermittlungsprovisionen 6.066 11.172
Lagergelder 7.120 6.268
Aufwendungen aus Kurs-/Währungsdifferenzen 1.962 3.246
Management Fee 2.853 2.744
Übrige betriebliche Aufwendungen 2.023 1.699
20.024 25.129

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um TEUR 5.105 verringert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Reduzierung der Vermittlungsprovisionen in Höhe von TEUR 5.106.

Der Aufwand für Lagergelder richtet sich überwiegend nach dem veräußerten Bestandsvolumen von Getreide und Ölsaaten.

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind Zahlungen für Qualitäten in Höhe von TEUR 1.415 (Vorjahr TEUR 1.264) enthalten, die die Rabo Trading Germany GmbH in 2023 geleistet hat.

Diese Zahlungen resultierten aus nationalen Rapslieferungen. In 2023 fanden keine internationalen Rapslieferungen statt.

Zinsergebnis

Geschäftsjahr Vorjahr
TEUR TEUR
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.107 2.233
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -21.072 -3.612
-18.965 -1.379

Bei den Zinsaufwendungen handelt es sich ausschließlich um den Aufwand für die zur Vorratsfinanzierung gehaltenen Kreditlinien bei der Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main.

Die Erhöhung der Zinsaufwendungen resultiert aus dem im Geschäftsjahr gestiegenem Zinsniveau, durch das auch die Refinanzierungskosten für das benötigte Fremdkapital gestiegen sind.

Das Zinsergebnis hat sich zum Vorjahr um TEUR 17.586 verschlechtert.

Aufwendungen aus Ergebnisabführung

Zwischen der Rabo Trading Germany GmbH und der Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main (Gesellschafter), besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Das gesamte Ergebnis nach Steuern in Höhe von TEUR -411 wird vom Gesellschafter ausgeglichen.

5. Sonstige Angaben

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 25. Alleinige Gesellschafterin ist die Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main, mit einer Stammeinlage von TEUR 25.

Geschäftsführer der Rabo Trading Germany GmbH:

Hackenberg, Stephan General Manager Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main
Fandrich, Christoph Managing Director Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main

Für die Rabo Trading Germany GmbH bestanden oder bestehen keine weiteren Organe (Beirat).

Die Rabo Trading Germany GmbH verfügt über keine eigenen Mitarbeiter. Die Geschäftsführer sind bei dem Gesellschafter (Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt am Main) beschäftigt und erhalten somit keine Gehälter von der Rabo Trading Germany GmbH, Frankfurt am Main.

Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der durch Warenbestände gesichert ist, beläuft sich auf TEUR 29.670 (Vorjahr TEUR 39.802). Der Ankauf der Warenbestände erfolgt bis zur vollen Kaufpreiszahlung in der Regel unter Eigentumsvorbehalt.

Lieferverpflichtungen aus Termingeschäften i. S. d. § 285 Nr. 3 HGB bestehen in Höhe von TEUR 86.077 (Vorjahr TEUR 99.915). Denen steht ein ordnungsgemäßer Vorhalt des entsprechenden Warenbestandes entgegen und dient diesem als Preisabsicherung.

Preis- und Währungsrisiken des Bestandes sind durch entsprechende Termin-, Options- und Swap-Geschäfte vollständig abgedeckt (Bewertungseinheiten).

Das Honorar des Abschlussprüfers i. S. d. § 285 Nr. 17 HGB für das Geschäftsjahr beträgt für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 61. Weitere angabepflichtige Leistungen wurden durch unseren Abschlussprüfer nicht erbracht.

Nach § 285 Nr. 14 und Nr. 14a HGB ist das Mutterunternehmen die Coöperatieve Rabobank U.A., Utrecht, Niederlande. Sie stellt sowohl den Konzernabschluss für den kleinsten als auch für den größten Kreis von Unternehmen auf, in den die Rabo Trading Germany GmbH einbezogen wird. Der Konzernabschluss wird in Utrecht, Niederlande, veröffentlicht.

Es wurden nach § 285 Nr. 21 HGB keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen durchgeführt.

Nach wie vor werden die Märkte stark durch äußere Einflüsse, wie die Inflationsentwicklung, die Energiemärkte und den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, bestimmt. Neben den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ist und bleibt die Landwirtschaft jedoch maßgeblich durch die Witterung beeinflusst.

Basierend auf dem derzeitigen Kenntnisstand geht die Geschäftsführung davon aus, dass im Geschäftsjahr 2024 ein Rohertrag in einer Spanne von EUR 15-20 Mio. erreicht werden kann. Es fanden keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstichtag statt.

 

Frankfurt am Main, den 22.05.2024

Stephan Hackenberg

Christoph Fandrich

Lagebericht 2023

Grundlagen des Unternehmens

Die Rabo Trading Germany GmbH (im Folgenden auch "RTG" oder "Gesellschaft" genannt) mit der Muttergesellschaft Coöperatieve Rabobank U.A., Zweigniederlassung Frankfurt a.M., ist eine Handelsgesellschaft für Agrarrohstoffe mit Schwerpunkt auf Getreide, Ölsaaten und Milchprodukte. Die Gesellschaft wurde 1999 gegründet.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft steht weiterhin vor den Herausforderungen einer anhaltenden zu hohen Inflation und gedämpften Wachstumsaussichten. Das globale BIP-Wachstum war im Jahr 2023 erst stärker als erwartet, schwächte sich im weiterem Jahresverlauf aber ab, da die Auswirkungen der strengeren finanziellen Bedingungen, des schwachen Handelswachstums und des geringeren Vertrauens der Unternehmen und Verbraucher bezüglich deren Zukunftsaussichten zunehmend spürbar wurden. Erhöhte geopolitische Spannungen zum Ende des Jahres trugen ebenfalls wieder zur Unsicherheit über die kurzfristigen Aussichten bei. Die Gesamtinflation ist mittlerweile in fast allen Volkswirtschaften gesunken, was den Druck auf die Einkommen der privaten Haushalte verringert hat. Die Kerninflation der G7 Volkswirtschaften liegt im 3. Quartal 2023 auf einer Jahresrate von unter 3 Prozent. Es wird erwartet, dass die zunehmende Divergenz zwischen den Volkswirtschaften in naher Zukunft fortbestehen wird, wobei sich das Wachstum in den Schwellenländern im Allgemeinen besser hält als in den entwickelten Volkswirtschaften und das Wachstum in Europa im Vergleich zu dem in Nordamerika und den großen asiatischen Volkswirtschaften, relativ gedämpft ist. 1

Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. 2 Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung schreibt dazu in seinem Jahresgutachten 2023: "Die Corona-Pandemie und die Energiekrise haben in Europa und insbesondere in Deutschland deutliche Spuren hinterlassen. Die deutsche Wirtschaftsleistung liegt derzeit nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn der Corona-Pandemie vor knapp vier Jahren. Deutschland verzeichnet damit seit Beginn der Corona-Pandemie das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Zwar kam Deutschland zunächst noch vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie. Während der Energiekrise entwickelte sich die deutsche Wirtschaft jedoch sehr schwach." 3

Auch die internationalen Agrarmärkte zeigten 2023 einen turbulenten Verlauf. Nachdem in 2022 die Preise für nahezu alle landwirtschaftlichen Güter massiv gestiegen waren, war das Jahr 2023 von eher rückläufigen Preisen geprägt. Nach wie vor werden die Märkte stark durch äußere Einflüsse, wie die Inflationsentwicklung, die Energiemärkte und den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, bestimmt. Neben den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ist und bleibt die Landwirtschaft jedoch maßgeblich durch die Witterung beeinflusst.

1 OECD Economic Outlook, Volume 2023 Issue 2 | OECD iLibrary (oecd-ilibrary.org)
2 BMWK - Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20231
3 Sachverständigenrat für Wirtschaft: Jahresgutachten (sachverstaendigenrat-wirtschaft.de)

Auf günstige Bedingungen im Herbst und Winter 2022 folgte ein eher kühler und regnerischer Start in den Frühling 2023. Dies sorgte in vielen Regionen für gut aufgefüllte Bodenwasservorräte, erschwerte allerdings auch die Aussaat und das Auflaufen der Sommerungen. Trockenheit und Hitze im Frühsommer sorgten für Stress, schlechte Vegetationsbedingungen und teilweise sogar Notreife. Ab Ende Juli wurde die Ernte dann abrupt durch regnerisches kühles Wetter unterbrochen. Die andauernden Niederschläge sorgten vielfach dafür, dass das Getreide ins Lager ging und teilweise auswuchs. Neben Ertragseinbußen wirkte sich dies vor allem negativ auf die Qualität hinsichtlich Fallzahl, Protein und Mykotoxin Belastung aus. Die Ernteunterbrechung hielt bis Mitte August an. Erst dann erlaubte warmes, aber unbeständiges Wetter eine Wiederaufnahme der Ernte. 4

Laut Erntebericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (im Folgenden "BMEL"), wird sich die deutsche Getreideernte für das Jahr 2023 insgesamt (ohne Körnermais) voraussichtlich auf rund 38,0 Millionen Tonnen belaufen und damit um 4,1% kleiner ausfallen als im Vorjahr. 5

Die wichtigste und ertragreichste Getreidekultur ist in Deutschland nach wie vor der Winterweizen. Die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,7 % auf 2,81 Millionen Hektar verringert. Damit entfallen 46% der gesamten Getreidefläche auf Winterweizen, dessen Erntemenge sich insgesamt auf ca. 20,8 Millionen Tonnen beläuft, ein Minus von 6,0 % zum Vorjahr. Hauptgrund für die geringere Erntemenge ist der niedrigere Hektarertrag, der mit 73,9 Dezitonnen etwa 3,4 % unter dem Vorjahr lag. 6

Auch im Jahr 2023 konnte die Rapsfläche noch einmal um ca. 7,8% auf insgesamt 1,17 Millionen Hektar zulegen und bewegt sich damit wieder in Richtung des Niveaus vor den Trockenjahren 2018-2020. Insgesamt fällt die deutsche Winterrapsernte mit voraussichtlich 4,2 Millionen Tonnen zufriedenstellend aus. Gegenüber dem sehr erfreulichen Vorjahr bedeutet dies dennoch einen Mengenrückgang um drei Prozent. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2022 sind es aber 13 Prozent mehr. 7

Weltweit geht der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner Schätzung vom 15. Februar 2024 von einer globalen Getreideproduktion (ohne Reis) von 2.310 Mio. Tonnen für das Erntejahr 2023/24 aus. Dies geht im Wesentlichen auf eine deutliche bessere globale Maisernte zurück, die mit einem Zuwachs von 71 Mio. Tonnen die kleineren Ernte im Weizen und in der Gerste mehr als ausgleichen kann. Eine weltweite Rekordnachfrage sorgt dafür, dass die globalen Endbestände im siebten Jahr in Folge auf nun 589 Mio. Tonnen zurückgehen. 8 Auch in der Europäischen Union fällt die Getreideernte insgesamt niedriger als im Vorjahr aus. Von den verschiedenen Getreidearten sind Körnermais und Gerste mit minus 13% und minus 7% im Vergleich zum Vorjahr am stärksten betroffen. 9

4 Erntebericht 2023 Webfassung1 (bmel.de); Seite 12
5 Erntebericht 2023 Webfassung1 (bmel.de); Seite 13
6 Erntebericht 2023 Webfassung1 (bmel.de); Seite 13
7 Erntebericht 2023 Webfassung1 (bmel.de); Seite 20
8 gmr (igc.int)

Der zweite, für die RTG umsatzmäßig nach wie vor sehr wichtige Bereich, ist wieder der Milchsektor. Nach den extremen Preisspitzen im Vorjahr hat sich die Lage auf dem Milchmarkt 2023 etwas normalisiert. Die Preise für Molkereiprodukte sanken auf breiter Front im Vergleich zu ihren historischen Höchstständen im Frühjahr 2022, blieben aber im langfristigen Vergleich in den meisten Segmenten überdurchschnittlich hoch. Das Milchangebot stieg wieder leicht an, nachdem es zwei Jahre in Folge gesunken war. Die Milcherzeugerpreise sanken im Vergleich zum Allzeithoch des Vorjahres deutlich, erreichten aber mit rund 45 Cent je Kilogramm den zweithöchsten Stand aller Zeiten. 10

Die Lage am Buttermarkt war 2023 von schwächeren Preisen als im Rekordjahr 2022 und einer Erholung der Nachfrage gekennzeichnet. Die Butterpreise gaben im Vergleich zum Vorjahr merklich nach. 11 Der Käsemarkt in Deutschland ist 2023 wieder zu Wachstum zurückgekehrt. Der Käsekonsum hat sich im Jahresverlauf zunehmend positiv entwickelt. Die Käsepreise bei kurzfristigen Abschlüssen haben 2023 im Vergleich zum Vorjahr nachgegeben. Die Notierungen erreichten im Jahresschnitt aber ihren zweithöchsten Stand in der Preishistorie der vergangenen Jahrzehnte. 12 Nach einem Höhenflug im Vorjahr haben die Preise für Magermilchpulver 2023 wieder nachgegeben und sind im Jahresschnitt auch leicht unter das Niveau von 2021 gesunken. Sie fielen aber höher aus als im Zeitraum zwischen 2015 und 2020. Am internationalen Markt insgesamt sind wieder höhere Mengen gehandelt worden als im Vorjahreszeitraum. Allerdings machte sich ein stärkerer Wettbewerb aus Neuseeland bemerkbar. 13

Preisvolatilität

Preisvolatilität ist charakteristisch für die Agrarmärkte und hat verschiedene Ursachen. Wichtige kontinuierliche Treiber sind die Faktoren Bevölkerungswachstum, Witterungseinflüsse und sich ändernde Ernährungsgewohnheiten. Der rückläufige Preistrend, der bereits Mitte 2022 begonnen hatte, setzte sich im Berichtsjahr weiter fort.

Im Erntebericht 2023 des BMEL heißt es dazu: "Als Indikator für die globale Entwicklung der Nahrungsmittelpreise wird in der Regel der Food Price Index der FAO herangezogen. Dieser Index misst die monatlichen Veränderungen internationaler Preise für eine Gruppe von Agrarprodukten, die die Grundlage für die Herstellung wichtiger Lebensmittel bilden. Derzeitiger Bezugszeitraum für die Indexdarstellung ist der Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 (Wert = 100). Bereits im Jahr 2021 stieg der FAO-Indikator nach Jahren der Stabilität stetig an. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine und dem daraus resultierenden Wegfall bedeutender Exportmengen von Getreide und Ölsaaten beschleunigte sich der Anstieg zu Beginn des Jahres 2022 massiv. Im März 2022 erreichte der Gesamtindex mit 159,7 seinen bisherigen Höchststand. Im weiteren Verlauf des Jahres 2022 ging der Index dann schrittweise zurück. Diese Entwicklung setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2023 fort.

9 Short-term - European Commission (europa.eu)
10 ZMB-Jahresrückblick 2023.pdf (milk.de); Seite 1
11 ZMB-Jahresrückblick 2023.pdf (milk.de); Seite 7
12 ZMB-Jahresrückblick 2023.pdf (milk.de); Seite 7
13 ZMB-Jahresrückblick 2023.pdf (milk.de); Seite 8

Zuletzt lag der Index im Juli 2023 bei 123,9 und damit deutlich unter dem Niveau, das er vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine erreicht hatte (Januar 2022: 135,6). Dabei gab es sehr unterschiedliche Entwicklungen bei den einzelnen Produktgruppen. Getreide, Öle und Milcherzeugnisse folgten in etwa dem Verlauf des Gesamtindex, wenngleich auf unterschiedlichem Niveau. Die Indizes für diese Produkte stiegen nach Kriegsbeginn zunächst sehr schnell an. Den höchsten Wert erreichten dabei die Öle im März 2022 mit 251,8. Seitdem ist, wie beim Gesamtindex, ein schrittweiser Rückgang zu beobachten. Aktuell liegen die FAO-Indizes für Getreide, Öle und Milcherzeugnisse sogar unter dem Vorkriegsniveau." 14

Wirtschaftsbericht 2023

Geschäftsentwicklung

Die Rabo Trading Germany GmbH hat sich im Jahr 2023 auf ihre Haupthandelsaktivitäten konzentriert. So macht der Umsatz mit Getreide- und Ölsaaten etwa 35,7% (Vorjahr: 46,1%) vom Gesamtumsatz aus. Der restliche Umsatz wird überwiegend mit Nüssen 30,2% (Vorjahr: 32,7%), Molkereiprodukten 26,6% (Vorjahr: 16,7%), Kakao 4,8% (Vorjahr: 2,6%)und Kaffee 0,6% (Vorjahr: 1,4%) erzielt. Ca. 56,5% (Vorjahr: 57,1%) der Umsatzerlöse werden in Deutschland generiert und die übrigen Umsatzerlöse innerhalb der Europäischen Union.

Der Geschäftsverlauf der Rabo Trading Germany GmbH war im Berichtsjahr den oben beschriebenen Rahmenbedingungen, bestehend aus stark volatilen Marktpreisen, wiederholt schwer abzuschätzenden Erntemengen und einer generellen Marktunsicherheit, ausgesetzt. Die Entwicklung der Bestände zeigte auch im Berichtsjahr wieder den klassischen Verlauf mit einem starken Anstieg während und nach der Ernte (2. Kalenderhalbjahr) und einer sukzessiven Reduktion der Bestände in der ersten Hälfte des darauffolgenden Jahres.

Darstellung der Lage

Die Ertragslage der Rabo Trading Germany GmbH hängt neben den zu erzielenden Handelsmargen stark von der allgemeinen Geschäftsentwicklung, vom Geschäftsvolumen und von den absoluten Marktanteilen ab. Bezogen auf die wichtigsten Handelsgüter hatte die Rabo Trading Germany GmbH zum Bilanzstichtag 2023 ca. 4% (Vorjahr 3%) der deutschen Getreide- und über 11% (Vorjahr 5%) der deutschen Rapsernte bilanziert. Dadurch konnte die Rabo Trading Germany GmbH auch im Jahr 2023 über einen signifikanten Marktanteil berichten.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 38,8 Mio. auf EUR 855,5 Mio. gesunken (Vorjahr EUR 894,2 Mio.). Dies ist maßgeblich auf das im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Vorratsvermögen zurückzuführen, welches mit EUR 683,8 Mio. (Vorjahr EUR 798,5 Mio.) den Hauptteil der Aktiva ausmacht. Maßgeblichen Einfluss auf das Vorratsvermögen und damit auch die Bilanz hatte in diesem Jahr das deutlich gesunkene Preisniveau. Die Vorräte von insgesamt ca. 2,2 Mio. Tonnen (Vorjahr 1,8 Mio. Tonnen) bestehen hauptsächlich aus Getreide und Körnermais (1,6 Mio. Tonnen; Vorjahr 1,4 Mio. Tonnen) und Ölsaaten (0,5 Mio. Tonnen; Vorjahr 0,2 Mio. Tonnen).

14 Erntebericht 2023 Webfassung1 (bmel.de); Seite 31

Der Bilanzposten Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände ist um EUR 75,9 Mio. auf EUR 171,7 Mio. gestiegen (Vorjahr EUR 95,8 Mio.). Zum Stichtag bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 99,8 Mio. (Vorjahr TEUR 0). Die Forderungen gegen Gesellschafter sind von EUR 41,0 Mio. auf EUR 30,9 Mio. gefallen. Sie setzen sich aus einem Vorsteuererstattungsanspruch in Höhe von EUR 9,6 Mio. (Vorjahr EUR 2,9 Mio.), einem Ertrag aus Verlustübernahme in Höhe von EUR 0,4 Mio. (Vorjahr EUR 0 Mio.) und einem Bankkontobestand in Höhe von EUR 20,9 Mio. (Vorjahr EUR 38,1 Mio.) zusammen. Der Forderungsbestand gegen verbundene Unternehmen resultiert aus Margin Calls, die sich zum Bilanzstichtag auf Konten der Muttergesellschaft befanden, und weist zum Bilanzstichtag einen Wert von EUR 11,0 Mio. (Vorjahr EUR 15,0 Mio.) auf.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um EUR 9,8 Mio. auf EUR 30,0 Mio. verringert. In diesem Posten sind Vorsteuererstattungsansprüche gegen das niederländische Finanzamt in Höhe von EUR 9,4 Mio. und gegen das dänische Finanzamt in Höhe von EUR 12,4 Mio. enthalten.

Die Gesellschaft finanziert sich überwiegend durch Fremdkapital. Zur Finanzierung der Vorräte stellt der Gesellschafter der Gesellschaft jederzeit Liquidität in ausreichenden Größenordnungen zur Verfügung. Trotz der durch die Gesellschaftsstruktur gegebenen geringen Eigenkapitalquote ist die Liquidität dadurch jederzeit gesichert. Der im Juli 2008 geschlossene und im Dezember 2014 geänderte Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag beinhaltet die ausdrückliche Vereinbarung über die Verpflichtung des Gesellschafters zur Verlustübernahme. Die Finanzlage der Gesellschaft kann somit weiterhin als stabil bezeichnet werden.

Ertragslage

Entscheidender Faktor für die Ertragslage ist der Rohertrag als Saldo von Umsatzerlösen und Materialaufwand. Insgesamt sanken die Umsatzerlöse im Berichtsjahr um EUR 531 Mio. (-17,1%) auf EUR 2.579,6 Mio. deutlich ab. Die Umsatzerlöse im Getreide- und Ölsaatensegment verringerten sich um rund 36% (EUR -514,1 Mio.) gegenüber dem Vorjahr auf nun EUR 921,3 Mio., was im Wesentlichen auf den starken Preisrückgang zurückzuführen ist. Auch der Umsatz mit Nüssen (EUR -239,3 Mio.) und Kaffee (EUR -27,3 Mio.) sank gegenüber dem Vorjahr. Dem steht eine Steigerung der Umsatzerlöse im Bereich der Milchprodukte in Höhe von EUR +166,8 Mio. (+32,1% zum Vorjahr) gegenüber. Erstmals konnten auch größere Umsätze (EUR 26,0 Mio.) im Bereich Zucker getätigt werden. Insgesamt erhöhte sich der Rohertrag um EUR 9,0 Mio. auf EUR 35,3 Mio.

Auf der Kostenseite sind die Aufwendungen für bezogene Waren im Vergleich zum Vorjahr im Einklang mit den Umsatzerlösen gesunken (-17,5%). Niedrigere Einstandspreise werden in der Regel weitergegeben. Außerdem kam es zu einem Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (EUR -5,1 Mio. im Vergleich zum Vorjahr). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung der Vermittlungsprovisionen in Höhe von EUR 5,1 Mio. und dem Rückgang der Aufwendungen für Kurs-/Währungsdifferenzen in Höhe von EUR 1,3 Mio.

Das Zinsergebnis hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verschlechtert. Durch die mehrmaligen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank sind auch die Refinanzierungskosten der Rabo Trading Germany GmbH überraschend deutlich gestiegen. Im Saldo fiel so ein Nettozinsaufwand von ca. EUR 19,0 Mio. (Vorjahr EUR 1,4 Mio.) im angelaufenen Geschäftsjahr an.

Insgesamt liegt das Ergebnis nach Steuern mit EUR -0,4 Mio. um EUR 5,2 Mio. unter dem Vorjahresergebnis. Aufgrund des mit der Muttergesellschaft bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages wird das Ergebnis nach Steuern vollständig von der Gesellschafterin übernommen, so dass sich ein Jahresüberschuss von EUR 0 ergibt.

Besondere außerbilanzielle Verpflichtungen bestehen nicht. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat die Gesellschaft zum Jahresende Verpflichtungen aus Termingeschäften in Höhe von EUR 86,1 Mio. (Vorjahr EUR 99,9 Mio.).

Die Rabo Trading Germany GmbH hat sich im Markt etabliert und unterhält trotz des hohen Wettbewerbs langjährige Geschäftsbeziehungen zu ihren Kunden. Besondere Risiken im Vorrats- oder Forderungsvermögen werden nicht gesehen. Die Finanzierung ist durch den Gesellschafter gesichert. Die Ertragslage ist auf einem marktüblichen Niveau, jedoch machen sich insbesondere die verschlechterten Refinanzierungskonditionen bemerkbar, welche aber in Form von Margenaufschlägen in der Regel an die Kunden weitergeben werden können. Insgesamt ist die Lage der Gesellschaft stabil. Die Auftragslage wird von der Geschäftsführung als weiterhin zufriedenstellend angesehen.

Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung

Die RTG erwartet, dass die Preisvolatilität an den Agrarrohstoffmärkten weiterhin hoch bleiben wird, was nur durch ein gutes Risiko-/ Positionsmanagement kontrolliert werden kann. Die Rabo Trading Germany GmbH führt eine wöchentliche Mark-to-Market Bewertung durch, um die gegebenenfalls bestehende Notwendigkeit zur Durchführung ungeplanter Spotverkäufe frühzeitig zu erkennen und so potenzielle Verluste aus dem Verkauf möglichst zu vermeiden. Zusätzlich werden die Bonitäten der Käufer weiterhin eng überwacht.

Risikomanagement

Die RTG unterscheidet folgende Risiken:

1.

Liquiditätsrisiko

2.

Zinsänderungsrisiko

3.

Bonitätsrisiko

4.

Marktpreisrisiko/Positionsmanagement

5.

Operative Risiken

Das Risikomanagement gehört zu den zentralen Bausteinen in der RTG-Unternehmensführung. Für alle Handelsbereiche und den Finanzbereich gelten gemäß der definierten Risikotragfähigkeit Richtlinien, die die Maximalgrenzen für einzugehende Risiken festschreiben. Das Risikomanagement der Rabo Trading Germany GmbH ist in die IT- und Organisations-Infrastruktur der Muttergesellschaft eingebunden. Diese umfasst neben dem klassischen Risikomanagement auch eine klare Ausrichtung an den Markt- und Kundenanforderungen und erfasst somit auch Chancen auf nachhaltiges und profitables Wachstum.

Folgende Prozessschritte gibt das Risikomanagement vor:

1.

Risikoidentifizierung: Die RTG überprüft kontinuierlich gesamtwirtschaftliche und branchenwirtschaftliche Entwicklungen ebenso wie interne Unternehmensprozesse, die Auswirkungen auf die Lage der Gesellschaft und ihren Kunden haben können.

2.

Risikosteuerung: Die Bewertung der identifizierten Risiken bildet für das Management die Entscheidungsgrundlage zur Risikosteuerung. Beurteilt wird vor allem, ob Risiken vermieden oder durch geeignete Maßnahmen minimiert werden können oder aber durch Abschluss bestimmter Verträge transferiert oder akzeptiert werden müssen.

3.

Berichterstattung und Risikoüberwachung: Die wöchentliche Mark-to-Market Bewertung dient dem Management zur Dokumentation der risikorelevanten Vorgänge und zur kontinuierlichen Überwachung des vorhandenen Risikopotenzials in der Gesellschaft.

1. Liquiditätsrisiko

Die Waren sind bis zum Zeitpunkt des Verkaufs über Termingeld finanziert. Generell werden die Waren gegen Vorkasse veräußert bzw. sind die Zahlungen sofort fällig. In 2023 gab es erstmals ein nennenswertes Volumen an Forderungen, welches mit Zahlungszielen versehen war. Der Eingang der Zahlungen wird mittels einer "offene Posten Liste" überwacht. Forderungen, die älter als drei Tage sind und sich nicht bereits in Klärung befinden, werden umgehend angemahnt. Der Gesellschafter stellt der Rabo Trading Germany GmbH jederzeit ausreichende Kreditlinien zur Verfügung, damit diese ihren finanziellen Verpflichtung vollumfänglich nachkommen, sowie ihr Geschäft ordnungsgemäß ausführen kann.

2. Zinsänderungsrisiko

Die Refinanzierungskosten sind in den Verkaufspreisen kalkulatorisch berücksichtigt. Die Termingelder zur Finanzierung der Waren sind auf den voraussichtlichen Verkaufszeitpunkt abgestimmt, so dass Zinsänderungsrisiken begrenzt sind. Sollten sich Verkäufe verschieben, kann der Verkaufspreis entsprechend angepasst werden. Für die kommende Saison ist die Vereinbarung höherer Margen mit Kunden erforderlich, um das gestiegene Zinsniveau zu kompensieren und damit das Ertragsniveau wieder zu verbessern.

3. Bonitätsrisiko

Das Ausfallrisiko der Vertragspartner wird über ein eigenes Bonitätsmanagement beurteilt, aus dem sich die Handelslimite für jeden Kunden ableiten. Als Grundlage für die Beurteilung der Bonität werden die finanziellen Verhältnisse der Vertragspartner analysiert. Die Verkäufe von Waren finden ausschließlich unter Eigentumsvorbehalt statt bis der Kaufpreis durch die Käufer beglichen wurde.

4. Marktpreisrisiko/ Positionsmanagement

Die Rabo Trading Germany GmbH geht keine offenen Long- oder Short Positionen ein. Alle Warenpositionen sind durch physische Verkaufskontrakte (Forward-Kontrakte) oder Optionen geschlossen. Um ein aus dem Ausfallrisiko von Kontraktpartnern resultierendes Marktpreisrisiko zu minimieren, unterliegen alle Positionen einer wöchentlichen Mark-to-Market Bewertung. Bei fallenden Marktpreisen kann ggfs. ein Margin Call oder eine Bankbürgschaft vom Vertragspartner eingefordert werden, um die Kaufverpflichtung des Abnehmers abzusichern.

Das Risiko einer Wertänderung auf Grund eines niedrigeren Marktpreises oder auf Grund von Fremdwährungsrisiken am Abschlussstichtag wird gemäß § 254 HGB durch sogenannte Mikro-Hedge Beziehungen gesichert. Die Beurteilung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung erfolgt bei Vertragsabschluss auf Basis der für Grundgeschäft und Sicherungsinstrument maßgeblichen Risikoparameter. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wurde die Einfrierungsmethode angewandt.

Die von der Gesellschaft bilanzierten Vorräte i. H. v. EUR 683,8 Mio. wurden vollständig in Bewertungseinheiten einbezogen. Durch die Forward-Kontrakte bzw. Optionen und Swaps ist sichergestellt, dass bei Abwicklung der Geschäfte mindestens die Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände erzielt werden. Im Falle von Forward-Kontrakten bzw. Optionen erfolgt dies über die Kalkulation des Andienungspreises als Summe von Anschaffungskosten plus Marge. Im Falle der Verwendung von Swaps entspricht der Ankaufspreis dem an der Börse abgesicherten Kurs abzüglich Kosten für den Swap.

5. Operative Risiken

Die gesamten operativen Prozesse sind festgelegt und in den sogenannten AOICs (Administrative, Operational and Internal Controls) dokumentiert, mit dem Ziel, die inhärenten, operativen Risiken zu minimieren.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Die Risikolage ist geordnet.

Prognose- und Chancenbericht

Im Geschäftsjahr 2023 ist erneut sehr deutlich geworden, dass die derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Rahmendaten Effekte hervorbringen können, die so zu Beginn eines Jahres nicht absehbar sind. Dennoch konnte sich die Gesellschaft gut behaupten und der Rohertrag um EUR 9,0 Mio. gesteigert werden. Mit insgesamt EUR 35,3 Mio. konnte auch die Vorjahresprognose von EUR 15-20 Mio. deutlich übertroffen werden. Allerdings haben deutliche Kostensteigerungen, insbesondere im Zinsaufwand, dazu geführt, dass das Vorjahresergebnis (Ergebnis nach Steuern) nicht erreicht werden konnte.

Die ursprüngliche Annahme der Geschäftsführung, dass die Preise für die für die Gesellschaft relevanten Agrarrohstoffe in 2023 auf einem zwar im Vorjahresvergleich ermäßigtem, aber dennoch hohem Niveau verharren werden, traf so nicht ein. Wie weiter vorne ausgeführt, fielen die Notierungen für zum Beispiel Weizen, Raps oder Milchpulver weiter zurück. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen, einer etwas geringeren Ernte in Deutschland und den historisch niedrigen weltweiten Lagerbeständen ist das eine bemerkenswerte Entwicklung, die sich so zumindest in der letzten Dekade noch nicht ereignet hat. Ob die seit Mitte/ Ende März 2024 eingetretene Korrektur der Marktpreise um rund 10% bei den Weizen- und Rapspreisen eine Trendwende darstellt, bleibt abzuwarten. Nach einem allgemein als "zu feucht" empfundenen Frühjahr 2024 hat sich die Witterungslage derzeit eher normalisiert. Die Trockenheit in den Böden konnte sich durch den Niederschlag in den letzten Wochen deutlich verbessern. In Summe ist derzeit für 2024 in Deutschland von einer durchschnittlichen Ernte von Getreide und Ölsaaten auszugehen. Weiterhin wird sich aus heutiger Sicht an den knappen globalen Versorgungsbilanzen während des Kalenderjahres 2024 nichts Fundamentales ändern und es bleibt abzuwarten, wie die globale Versorgungslage die handelbaren Mengen in den für die Rabo Trading Germany GmbH relevanten Märkten beeinflussen wird.

Die Rabo Trading Germany GmbH handelt mit sehr preisvolatilen Gütern wie Getreide, Ölsaaten, Düngemitteln oder Milchprodukten und unterliegt somit den damit verbundenen Risiken und Chancen aus Preisschwankungen. Diese Preisvolatilitäten haben im Jahr 2023 trotz der anhaltenden globalen Konflikte im Vergleich zu 2022 abgenommen und auch Nachrichten über Frachtbegrenzungen in den für den Welthandel wichtigen Passagen Panama- und Suezkanal sowie die Eskalation im Konflikt zwischen Israel und einiger seiner Nachbarstaaten, haben dies nur wenig beeinflusst. Ebenso hatten die Nachrichten über global niedrige Lagerbestände relative wenig Einfluss auf das vorherrschende Preisniveau. Und auch wenn für 2024 weltweit eine etwas höhere Getreideproduktion zu erwarten ist, geht der IGC, wie weiter vorne ausgeführt, von einem weiteren Rückgang der Jahresendbestände aus, da die Nachfrage die Produktion weiterhin übersteigt.

Im April 2024 hat der Internationale Währungsfonds seinen Ausblick für die Weltwirtschaft erneut überprüft. Während das Wachstum für die Weltwirtschaft leicht um 0,1% auf 3,2% nach oben angepasst wurde, hat sich für Deutschland die Prognose von 0,5% auf nunmehr 0,2% abgeschwächt. 15 Damit wird Deutschland innerhalb der Europäischen Union voraussichtlich das Land mit der schwächsten Wachstumsrate sein. Ob die allgemein erwarteten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank tatsächlich stattfinden und möglicherweise einen positiven Impuls für das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr liefern, bleibt abzuwarten. Die hohen Zinsen führen jedoch auch kundenseitig zu einer strikteren Bevorratung, was abgesehen von den höheren Refinanzierungskosten der RTG auch das Geschäftsvolumen für Geschäftsansätze mit der Rabo Trading Germany GmbH beschränkt.

Im Agrarbereich führen diese Rahmenbedingungen in den Märkten zu großen Risiken. Die niedrigen Preise für Agrarrohstoffe führen tendenziell zu einer geringeren Wertschöpfung, welche zusätzlich durch hohe Finanzierungskosten belastet wird. Andererseits gibt es weiterhin Ausnahmen/ Besonderheiten im Markt, wie zum Beispiel derzeit die Rohwaren Kakao oder Kaffee, wo sich die Preise in den letzten Monaten teils um über 100% verteuert haben, was zusätzliche Perspektiven und Chancen eröffnet. Mittelfristig geht die Gesellschaft weiterhin davon aus, dass die Maßnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit der europäischen Union von russischem Öl und Gas dem Komplex der nachwachsenden Energieträger wie Getreide und Ölsaaten einen Wachstumsschub verleihen wird. Damit einher geht auch zusätzliches Wachstumspotential im Handel mit Gas oder Emissionszertifikaten.

Zusätzlich möchte die Gesellschaft auch weiterhin ihr Kerngeschäft, den Handel mit Agrarrohstoffen, auch regional weiter Ausbauen und denkt derzeit über eine Erweiterung in Polen sowie eine Neuerschließung des österreichischen und einiger skandinavischer Märkte nach.

Im Geschäftsjahr 2023, konnte sich die Gesellschaft gemessen an Rohertragsmarge und Marktanteile gut behaupten. Die vom Unternehmen im Bereich Preis-, Zins-, Währungs-, Bonitäts- und Liquiditätsrisikomanagement getroffenen Maßnahmen haben auch im Geschäftsjahr 2023 dazu beigetragen, die Gesellschaft vor ungewünschten Verlusten zu bewahren. Es ist nicht geplant hiervon auch bei der Erschließung zusätzlicher bzw. neuer Umsatzträger abzurücken.

15 International Monetary Fund, World Economic Outlook April 2024, S. 139

Dennoch werden die oben genannten Belastungen auch ihren Einfluss auf die Gesellschaft haben. In Summe geht die Rabo Trading Germany GmbH davon aus, dass ein Rohertrag im Bereich von EUR 1520 Mio. erreicht werden kann, mit gleichzeitig einer deutlichen Erholung des Ergebnisses nach Steuern.

Über den Gesellschafter wird die Rabo Trading Germany GmbH auch im Jahr 2024 jederzeit mit ausreichend Liquidität versorgt werden. Ein maßgeblicher, negativer Einfluss der oben genannten Faktoren auf die wirtschaftliche Lage der Gesellschafterin ist derzeit nicht absehbar.

 

Frankfurt am Main, den 22.05.2024

Rabo Trading Germany GmbH

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