UnnaWasser & Mehr GmbH
Selbe AdresseWassergewinnung mit Fremdbezug zur Verteilung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dietmar Biermann seit 16.11.2012 | Prokura |
Jürgen Dipl.-Betriebswirt Schäpermeier seit 13.7.2011 | Geschäftsführer |
Matthias Kortmann seit 3.1.2011 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Kreisstadt Unna | 76.00% |
| 24.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 51.00% | |
| 50.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Stadtwerke Unna GmbHUnnaJahres- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Stadtwerke Unna GmbHI. Gesellschaftsstruktur und Geschäftsfelder Die Stadtwerke Unna GmbH ist Dienstleisterin für rund 60.000 Einwohner des Versorgungsgebietes sowie für eine wachsende Zahl externer Kunden. Gesellschafter der Stadtwerke sind die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH mit einem Anteil von 76 Prozent sowie die Rheinland Westfalen Energiepartner GmbH mit einem Anteil von 24 Prozent. Als kommunaler Energiedienstleister bieten die Stadtwerke Unna GmbH mit ihrem Produktportfolio den 32.500 Kunden einen maßgeschneiderten Service in den Versorgungsbereichen Strom, Erdgas und Wärme. Die Breitbandversorgung wird als eine weitere wichtige Säule des Produktportfolios gesehen und entsprechend weiterentwickelt. Das Versorgungsnetz erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet von Unna. Den größten Teil der Energie beziehen die Stadtwerke Unna von Vorlieferanten, wobei ein Teil auch regenerativ vor Ort erzeugt wird. Um diese Aufgaben zu bewältigen, sind die Stadtwerke Unna GmbH an Erzeugungs- und Speicherkapazitäten und Handels- und Dienstleistungsgesellschaften beteiligt. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Lage Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) war laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,3 Prozent niedriger gegenüber dem Vorjahr. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Russland-Ukraine-Krieg, die Rekordinflation und die Corona-Pandemie fiel die ökonomische Regenerierung im Jahr 2022 jedoch geringer aus, 2023 kam es nun sogar zu einer Rezession. Die Energiekrise und geopolitische Spannungen verunsicherten Produzenten, Investoren sowie die Konsumenten. Der Welthandel verlor an Dynamik, mit negativen Folgen für die deutsche Exportwirtschaft. Die Energiepreise, die 2022 infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine extrem gestiegen waren, stabilisierten sich auf hohem Niveau und belasteten insbesondere die Industrieproduktion. Steigende Zinsen verschlechterten die jahrelang günstigen Finanzierungsbedingungen, was besonders die Bauwirtschaft bremste. Insgesamt dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur. Im Zuge dessen rutschte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 ins Minus. Diese gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Stadtwerke Unna GmbH und stehen damit im Fokus der Geschäftsführung der Stadtwerke Unna GmbH. 2. Energiepolitische Lage Neben den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stand der Klimawandel im Mittelpunkt internationaler, europäischer und deutscher energiepolitischen Entscheidungen. Im Jahr 2023 wurde auf EU-Ebene im Rahmen des Green-Deals ein Gesetzespaket, welches den EU-Emissionszertifikatehandel mit einer Kürzung der Emissionszertifikate um 62 % bis 2030 im Vergleich zu 2005 vorsieht, verabschiedet. Des Weiteren wurden die Erneuerbare-Energien-Richtlinie sowie die Energieeffizienzrichtlinie überarbeitet und mit ambitionierten Zielen versehen. So soll der Anteil an erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieerzeugung bis 2030 auf 42,5 Prozent steigen und im selben Jahr der Energieverbrauch im Vergleich zu 2020 um 11,7 Prozent reduziert werden. Eine Vorbildfunktion soll der öffentliche Sektor einnehmen, indem er jährlich 3 Prozent des Gebäudebestands renoviert. Im Rahmen einer Festlegung zur Dekarbonisierung des Gasbinnenmarktes wurden Leitplanken zur Netzregulierung, wie die Eigentümerentflechtungsregeln von Wasserstoffnetzbetreibern oder Beimischungsregeln bei grenzüberschreitenden Leitungen geschaffen. Mit der Richtlinie soll die Verbreitung erneuerbarer und CO 2 -armer Gase im Energiesystem erleichtert werden. Als weiterer wichtiger Punkt wurde die Reform des EU-Strommarktdesigns angegangen. Die Reform hat zum Ziel, die Abhängigkeit der Strompreise von den volatilen Preisen für fossile Brennstoffe zu verringern, die Verbraucher vor Preisspitzen zu schützen, den Einsatz erneuerbarer Energien zu beschleunigen und den Verbraucherschutz zu verbessern. Auf bundesdeutscher Ebene arbeite die Bundesregierung an der Dekarbonisierung und dem Klimaschutz, um die Abhängigkeit von Öl-, Gas- und Kohleimporten weiter zu verringern. Diese Maßnahmen haben erhebliche Auswirkungen auf die Stadtwerke Unna GmbH sowohl im Jahr 2023 als auch weiter in der Zukunft. Wesentliche Punkte waren: - Einführung der Energiepreisbremsen zur Abfederung der Energiepreiskrise. - Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und des Wärmeplanungsgesetzes (WPG). Beide Gesetze bilden die Grundlage für die Wärmewende. Das GEG gibt vor, dass neu eingebaute Gasheizungen ab 2024 mit einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien betrieben werden müssen. Das WPG verankert bundesweit die kommunale Wärmeplanung, mit dem Ziel, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung voranzutreiben. - Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzt (EnWG) wird zum einen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur größeren Unabhängigkeit der Bundesnetzagentur umgesetzt. Zum anderen wird die Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur (Wasserstoffkernnetz) vorangetrieben und die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie realisiert. Neben dem Wasserstoffhochlauf, bei dem weitere Wasserstofferzeuger und -verbraucher sowie Wasserstoffspeicher angebunden werden können, sollen Regelungen zur Finanzierung des Wasserstoffkernnetzes etabliert werden. - Das Solarpaket I soll in erster Linie die Förderung für besondere Solaranlagen (Agri-PV, Floating-PV, Moor-PV und Parkplatz-PV) neu geregelt. Der Zubau auf dem Dach soll erleichtert, Mieterstrom vereinfacht, die Nutzung von Steckersolargeräten (Balkonkraftwerke) erleichtert und Netzabschlüsse beschleunigt werden. - Mit der Vorlage der Eckpunkte einer Kraftwerksstrategie soll ein Rahmen für den kurz- und mittelfristigen Zubau von neuen und perspektivisch klimaneutralen Kraftwerken geschaffen werden. Am 15.11.2023 erklärte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) den zweiten Nachtragshaushalt 2021 für verfassungswidrig, wodurch dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) 60 Milliarden Euro weniger zur Verfügung stehen. Es erfolgte eine sofortige Haushaltssperre des KTF. Das Urteil hat direkte und konkrete Auswirkungen auf geplante staatliche Beihilfen, da ein substantieller Anteil der avisierten Förderungen für die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft betroffen sind. Ebenfalls wurde der Wirtschaftsstabilitätsfonds mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro mit einer Haushaltssperre versehen. Für die Stadtwerke Unna GmbH sind die Entwicklungen der energiepolitischen Lage für das Geschäftsmodell in allen Wertschöpfungsstufen von wesentlicher Bedeutung. Daher wird die Lage genau beobachtet und analysiert, um die Effekte auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage zu antizipieren. 3. Energiewirtschaftliche Lage Die Entwicklung an den Beschaffungsmärkten haben wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Stadtwerke Unna GmbH. Nach Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur sank der Stromverbrauch 2023 insgesamt um 5,3 Prozent auf 456,8 TWh (2022: 482,6 TWh). Die (Netto-)Stromerzeugung stieg um 9,1 Prozent auf 448,5 TWh (2022: 493,2 TWh). Der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Verbrauch lag im Berichtsjahr 2023 bei 55,0 Prozent (2022: 48,42 Prozent). Den größten Beitrag dazu leisteten Windkraftanlagen - vor allem an Land. On- und Offshore-Anlagen kamen gemeinsam auf einen Anteil von 31,1 Prozent. Photovoltaik deckte 12,1 Prozent und Biomasse 8,4 Prozent. Die übrigen 3,4 Prozent entfielen auf Wasserkraft und sonstige Erneuerbare. Insgesamt lag in 2023 die Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit 251,2 TWh rund 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 233,7 TWh. Die Wind-Onshore-Erzeugung war mit 118,6 TWh etwa 18 Prozent höher als im Vorjahr (100,6 TWh). Die Erzeugung aus Wind-Offshore-Anlagen lag mit 23,5 TWh um 4,9 Prozent unter dem Vorjahreswert von 24,7 TWh. Die Einspeisung durch Photovoltaik blieb mit 55,2 TWh auf dem Niveau des Vorjahres (55,3 TWh). Die sonnenärmere Witterung nach dem Rekordjahr 2022 wurde dabei durch den starken Leistungszubau in 2023 kompensiert. Die Erzeugung aus konventionellen Energieträgern betrug insgesamt 197,2 TWh. Im Vergleich zu 2022 sank sie somit um 24,0 Prozent. Insgesamt war die Erzeugung durch Steinkohle 2023 um 36,8 Prozent und die durch Braunkohle um 24,8 Prozent geringer als 2022. Im Vergleich zum Vorjahr war die Erzeugung durch Erdgas um 31,3 Prozent höher. Trotz des Krieges in der Ukraine und der Bemühungen, Gas zu sparen, wurde weiterhin Erdgas zur Stromerzeugung genutzt. Im vergangenen Jahr hat Deutschland 5,0 Prozent weniger Gas verbraucht als im Jahr zuvor. Am meisten Gas wurde aus Norwegen importiert. LNG-Terminals machten einen Anteil von 7,2 Prozent an den deutschen Gasimporten aus. Bereits im Dezember 2022 hat das Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven als erstes deutsches Terminal den Betrieb aufgenommen, es folgten Brunsbüttel mit ersten Gasflüssen im März 2023 und Lubmin im April 2023. Das LNG-Terminal in Stade wurde als viertes deutsches Terminal noch im Dezember 2023 fertiggestellt und übergeben. Die ersten Gasflüsse werden dort im Februar 2024 erwartet. Insgesamt wurden im Jahr 2023 69.656 GWh Erdgas über deutsche LNG-Terminals nach Deutschland importiert. Dies entspricht einem Anteil von 7,2 Prozent an den gesamten deutschen Gasimporten. Die gesetzlichen Füllstandsvorgaben der Gasspeicher wurden jeweils übertroffen. Am 4. November waren sie zu 100 Prozent gefüllt. Im Jahr 2023 hat Deutschland insgesamt 810.412 GWh Gas verbraucht. Damit sank der Verbrauch um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (849.828 GWh). Auf den Verbrauch der Haushalts- und Gewerbekunden entfielen rund 41,0 Prozent und auf den Verbrauch der Industrie entfielen 59,0 Prozent. Die Einsparbemühungen der Industrie und Haushalts- und Gewerbekunden zeigten Wirkung. So verbrauchte die Industrie 18,3 Prozent und die Haushalts- und Gewerbekunden 16,4 Prozent weniger Gas gegenüber dem Durchschnittsverbrauch der Jahre 2018 - 2021. Der durchschnittliche Großhandelspreis für Strom betrug im vergangenen Jahr 95,18 Euro/MWh. Damit betrug er weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes von 235,45 Euro/MWh und sank auf das Niveau von 2021. Infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 waren die Preise für Gas und Kohle deutlich gestiegen. Auch zeigte sich die Entwicklung der Strompreise sehr volatil und eng mit der Entwicklung der Gaspreise verknüpft. Ab Oktober 2022 sanken die Großhandelsstrompreise wieder. Zwar stieg der Durchschnittspreis im Januar 2023 nochmals an, in den Folgemonaten setze sich jedoch die Entwicklung der sinkenden Preise fort. Der geringste Großhandelsstrompreis des Jahres 2023 trat mit -500,00 Euro/MWh am Sonntag, den 2. Juli zwischen 14.00 und 15.00 Uhr auf. In dieser Stunde lag die Einspeisung allein durch die Erneuerbaren mit 49,5 GWh über dem Stromverbrauch von 43,6 GWh. Weitere 7,2 GWh speisten in dieser Stunde Konventionelle ein. 4,1 GWh Strom wurden aufgewendet, um Pumpspeicher zu befüllen. Der Preis für die Emissionszertifikate nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) lag im Berichtsjahr 2023 bei 30 EUR/t und hat sich damit um 5 EUR/t erhöht. Für 2024 steigt der Preis auf 45 EUR/t. Ab dem 01.10.2023 beträgt die Bilanzierungsumlage für den Zeitraum 01.10.2023 bis zum 01.10.2024 im Marktgebiet der Trading Hub Europe 0,00 EUR/MWh für SLP- und RLM-Entnahmestellen. Im vergangenen Gaswirtschaftsjahr lagen die Umlagen bei 5,70 €/MWh für SLP bzw. bei 3,90 €/MWh bei RLM. Neben den energiewirtschaftlichen Entwicklungen sind auch die Entwicklungen im Breitbandbereich für die Geschäftsentwicklung der Stadtwerke Unna GmbH von Bedeutung. Der Bundesverbands Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) hat mit seiner BREKO-Marktanalyse 2023 einen umfassenden Gesamtmarktüberblick vorgelegt. Deutschland ist mit einer Glasfaserabdeckung von 35,6 Prozent auf einem guten Weg, die Ausbauziele der Bundesregierung zu erreichen. Neben Daten von über 241 im BREKO organisierten Netzbetreibern stützt sich die BREKO Marktanalyse 2023 auf Ausbauzahlen aller relevanter am Glasfaserausbau in Deutschland beteiligter Unternehmen, sodass sie eine umfassende Gesamtanalyse zum Glasfaserausbau in Deutschland darstellt. Insgesamt wurden 17.3 Mio Glasfaseranschlüsse ("homes passed") seit Ende 2020 durch die Netzbetreiber im Jahr 2021 und in der ersten Hälfte des Jahres 2022 gebaut. Insgesamt erhöhte sich deutschlandweit die Zahl der Glasfaserhausanschlüsse auf 12,7 Mio. im Vergleich zu Ende 2020. Den größten Teil dieser Anschlüsse realisieren mit 8,8 Mio. und 71 Prozent die alternativen Netzbetreiber, also die Wettbewerber der Deutschen Telekom. Mit seinem Wachstum an Glasfaseranschlüssen liegt Deutschland europaweit auf dem dritten Platz nach Frankreich und Großbritannien. 4. Geschäftsverlauf Das Geschäftsjahr 2023 war insgesamt von den Verwerfungen an den Energiemärkten geprägt, die sich auch in den Verkaufspreisen der Endkunden widerspiegelten. Die Ergebniserwartung konnte im Jahresverlauf zum einen aufgrund der sich deutlich verbesserten Speicherbewirtschaftung und zum anderen durch das Nichteintreten von Risikopositionen in der Energiebeschaffung erhöht werden. Die Umsatzerlöse stiegen aufgrund der extrem hohen Marktpreise, die sich in den Verkaufspreisen der jeweiligen Sparten niedergeschlagen haben, und die Speicherbewirtschaftung führte zu Umsatzerlösen von rund 35 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich daher die Umsatzerlöse deutlich um 30 Mio. € auf über 140 Mio. €. Im Berichtsjahr sollte mit dem geförderten NGA-Ausbau begonnen werden. Aufgrund von Verzögerungen bei der Fördermittelvergabe konnte jedoch mit dem Ausbau nicht begonnen werden, sodass die geplanten Investitionen von 6.645 T€ in das nächste Jahr übertragen worden sind. 5. Lage der Gesellschaft Umsatz- und Ergebnisentwicklung Die Stadtwerke Unna GmbH schließt das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresüberschuss vor Gewinnsteuern von 12.442 T€ ab. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung um 4.074 T€ im Vergleich zum Vorjahr und liegt damit deutlich über der ursprünglichen Planung, aber im Rahmen der Ergebniserwartung, die sich im laufenden Geschäftsjahr eingestellt hat, da wesentliche Risikopositionen nicht eingetreten sind. Die Gewinnabführung beträgt 4.119 T€ und erhöht sich damit um 437 T€. Die Gesellschafter der Stadtwerke Unna GmbH haben aus dem Jahresergebnis 4.300 T€ zur Eigenkapitalstärkung zur Verfügung gestellt. Weitergehende Erläuterungen werden in der Beschreibung der Ertragslage gegeben. Die gesamten Umsatzerlöse des Berichtsjahres sind gegenüber 2022 um insgesamt 30.211 T€ auf 142 Mio. € gestiegen. Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung der Abgabemengen seit 2020 und die Veränderungen der Mengen und der dazugehörigen Umsatzerlöse in den Versorgungsbereichen Strom, Erdgas und Wärme im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr:
Tabelle 1: Abgabemengen und Umsatzerlöse 2023 - Erdgasversorgung ohne Speicherbewirtschaftung
Abbildung 1: Entwicklung der Abgabemengen und Gradtagszahlen 2020 - 2023 Die Gradtagszahlen des Geschäftsjahres 2023 liegen auf dem Vorjahresniveau. Für das Jahr 2023 wurde eine Gradtagszahl von 2.768,2 und für 2022 von 2.767,7 ermittelt. Daher sind die Mengenrückgänge im Erdgas- und Wärmebereich aufgrund von Einsparbemühungen bei den Kunden zurückzuführen. Aufgrund des deutlich gestiegenen Marktpreises bei Strom und Erdgas, was auch eine Preissteigerung in der Wärmeversorgung bedingte, konnten die Umsatzerlöse gesteigert werden. Aufgrund des Preiseffekts konnte der Mengenrückgang in den Sparten kompensiert werden. Ertragslage Die Stadtwerke Unna realisierten ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 12.442 T€. Unter Berücksichtigung der Steuern und der Eigenkapitalstärkung durch die Einstellung von 4.300 T€ in andere Gewinnrücklagen entspricht dies einer Gewinnabführung von 4.119 T€. Die Gewinnabführung erhöhte sich um 437 T€ bzw. 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Tabelle 2: Rohertrag Der Rohertrag des Berichtsjahres ist gegenüber dem Vorjahr um 3.687 T€ gestiegen. Die Steigerung des Rohertrages ist insbesondere auf den Gasbereich inkl. der Speicherbewirtschaftung zurückzuführen.
Tabelle 3: ordentliches Betriebsergebnis Das ordentliche Betriebsergebnis von 12.785 T€ entspricht einer Erhöhung um 41 Prozent bzw. 3.691 T€ gegenüber dem Vorjahr. Die Steigerung der Betriebsaufwendungen konnte durch die Erhöhung des Rohertrags deutlich überkompensiert werden.
Tabelle 4: Finanzergebnis Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 383 T€ verbessert. Ausschlaggebend war die Abschreibung auf Finanzanlagen im Vorjahr. Weiterhin haben sich die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens um 254 T€ reduziert. Hier sind die Zinserträge aus den ausgereichten Gesellschafterdarlehen an die Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG und die Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG, die insgesamt nicht liquiditätswirksam realisiert wurden, enthalten. Der Rückgang lässt sich auf die Tilgungsleistungen der Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG zurückführen. Der Zinsaufwand hat sich durch die Darlehensaufnahmen in Verbindung mit einem gestiegenen Zinsniveau erhöht. In den Erträgen aus Beteiligungen sind die ausgezahlten Gewinnanteile der Personengesellschaften Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG und der Biogaspool II für Stadtwerke GmbH & Co. KG sowie der Kapitalgesellschaften Trianel GmbH und Stadtwerke Döbeln GmbH enthalten. Finanzlage Im Rahmen des Finanzmanagements der Stadtwerke Unna GmbH wird das Ziel einer langfristigen und stabilen Unternehmensfinanzierung sowie die Sicherstellung der kurzfristigen Liquidität der operativen Geschäftstätigkeit unter Berücksichtigung der Kapitalkosten verfolgt. Dabei wird eine möglichst fristenkongruente Finanzierung des Vermögens angestrebt. Der Gesamtfinanzierungsbedarf wird aus den Mittelzuflüssen aus der laufenden Geschäftstätigkeit und externen Finanzierungsquellen gedeckt. Das Innenfinanzierungspotenzial umfasste einen operativen Cashflow in Höhe von 21.539 T€ (Vorjahr: 7.881 T€). Im Rahmen der Außenfinanzierung stehen der Stadtwerke Unna GmbH Bankdarlehen sowie kurzfristige Kreditlinien zur Verfügung. Im Jahr 2023 haben die Gesellschafter insgesamt 790 T€ in die Kapitalrücklage eingezahlt und es wurde zusätzlich aus dem Jahresüberschuss vor Gewinnabführung 4.300 T€ in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Das Eigenkapital erhöhte sich damit um 5.090 T€. Die Veränderung des Finanzmittelbestandes sowie der Bewegungen innerhalb der operativen Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden anhand der nachfolgenden Kapitalflussrechnung dargestellt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 9.996 T€ resultiert hauptsächlich aus der Gewinnabführung (4.119 T€) sowie aus Zins- (1.155 T€) und Tilgungszahlungen (6.030 T€). Zuflüsse lassen sich auf Eigenkapitalzuführungen in Höhe von 790 T€, sowie Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen 518 T€ zurückführen.
Tabelle 5: Kapitalflussrechnung Die Finanzverbindlichkeiten haben sich um insgesamt 6.030 T€ reduziert. Aufgrund der Erhöhung der liquiden Mittel sank die Nettoverschuldung daher um 9.836 T€ gegenüber dem Vorjahr auf 45.916 T€.
Tabelle 6: Nettoverschuldung Insgesamt wurden 8.761 T€ investiert. Der Großteil entfiel auf die Investitionen in die Energienetze.
Tabelle 7: Investitionen je Geschäftsfeld Vermögenslage Die Bilanzsumme lag mit rund 123.435 T€ um 358 T€ über dem Wert zum Jahresende 2022. Das langfristige Vermögen von 84.253 T€ lag mit 2.635 T€ (3 Prozent) über dem Vorjahresniveau und ist auf die Investitionen im Berichtsjahr zurückzuführen. Die Finanzanlagen reduzierten sich insgesamt um 249 T€, da die Beteiligung Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG im Berichtsjahr die verbliebenen ausgereichten Gesellschafterdarlehen von 269 T€ vollständig getilgt hat. Die gestundeten Zinsen wurden vollständig in Höhe von 442 T€ zurückgezahlt. Die Anlagenquote liegt im Berichtsjahr bei rund 68 Prozent. Das kurzfristige Vermögen, das auch das im Erdgasspeicher Epe eingelagerte Gas enthält, liegt bei 32 Prozent. Die bilanzielle Eigenkapitalquote hat sich gegenüber dem Vorjahr (14,8 Prozent) auf 18,8 Prozent aufgrund der Eigenkapitalstärkung von insgesamt 5.090 T€ erhöht. Die langfristigen Schulden sind gegenüber dem Vorjahr auf 57.092 T€ (bzw. um 10 Prozent) gesunken. Die langfristigen Rückstellungen haben sich um 194 T€ leicht reduziert. Die kurzfristigen Schulden haben sich um 1.908 T€ gegenüber dem Vorjahr erhöht.
Tabelle 8: Bilanzstruktur 6. Berichterstattung nach § 6b EnWG und § 3 Messstellenbetriebsgesetz Die Stadtwerke Unna GmbH stellt Tätigkeitsabschlüsse, bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, für die Tätigkeiten Stromverteilung, Gasverteilung, öffentliche Ladeinfrastruktur (Ladepunkte) sowie Messstellenbetrieb auf. Mit den Tätigkeitsabschlüssen erfüllt die Stadtwerke Unna GmbH die Berichtspflichten nach § 6b EnWG und § 3 MsbG. In der Rechnungslegung führen wir nach § 6b EnWG und § 3 MsbG jeweils getrennte Konten für die Tätigkeiten der Strom- und Gasverteilung, öffentliche Ladeinfrastruktur (Ladepunkte) sowie für den modernen Messstellenbetrieb und andere Tätigkeiten. Grundsätzlich werden die Kosten und Erlöse der jeweiligen Tätigkeiten direkt über Kostenstellen zugeordnet. Sofern dies nicht möglich ist oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand realisierbar wäre, erfolgt eine sachgerechte Aufteilung mittels Schlüsselung. Bei der Zuordnung und bei der Wahl der Kostenschlüssel wurde das Stetigkeitsgebot beachtet. Der Gesamtumsatz der Stadtwerke Unna beträgt im Berichtsjahr 141.980 T€. Davon entfallen auf den Tätigkeitsbereich Stromverteilung 27.807,8 T€, auf die Gasverteilung 12.813,4 T€, auf öffentl. Ladepunkte 21,3 T€ und Messstellenbetrieb 275,5 T€. Das jeweilige Ergebnis vor Gewinnabführung betrug für die Stromverteilung 1.518,7 T€, für die Gasverteilung 548,7 T€. für öffentl. Ladepunkte 4,2 T€ und für den Messstellenbetrieb 38,3 T€. Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 betrug die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Stromverteilung 41.482,0 T€, des Tätigkeitsbereichs Gasverteilung 18.843,2 T€, der öffentl. Ladepunkte 24,7 T€ und des Messstellenbetriebes 1.332,7 T€. 7. Berichterstattung zur öffentlichen Zwecksetzung Über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und Zweckerreichung der Stadtwerke Unna GmbH im Geschäftsjahr 2023 ist gemäß § 108 Abs. 3 Nr. 2 GO NRW sowie § 18 Abs. 1 Gesellschaftsvertrag der Stadtwerke Unna jährlich zu berichten. Die öffentliche Zwecksetzung der Stadtwerke Unna GmbH ist im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben. Gegenstand ist die Energie- und Wasserversorgung, die Energieerzeugung, die Wassergewinnung sowie der Energiehandel und die Telekommunikation. Dazu gehören die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen, die sowohl der Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme als auch der Entsorgung sowie der Telekommunikation dienen, sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte und Dienstleistungen. Gegenstand ist weiter die Übernahme von Betriebsführungsaufgaben für Einrichtungen der Kreisstadt Unna sowie für Gesellschaften, an denen die Kreisstadt Unna beteiligt ist. Die Stadtwerke Unna GmbH waren im Berichtsjahr entsprechend ihrer Aufgabenstellung laut Gesellschaftsvertrag tätig und haben somit den öffentlichen Zweck gemäß GO NRW erfüllt. 8. Finanzielle Leistungsindikatoren Die Steuerung der Gesellschaft erfolgt auf Basis der handelsrechtlichen Rechnungslegung, wobei das Ergebnis vor Ertragsteuern der zentrale Leistungsindikator ist. Daneben werden eine Reihe von weiteren Steuerungsgrößen definiert, um im Rahmen der Risikoberichterstattung auf wesentliche finanzielle Frühindikatoren reagieren zu können. 9. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Neben den finanziellen Leistungsindikatoren spielen nichtfinanzielle Leistungsindikatoren ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Stadtwerke Unna GmbH. So wird das Umweltmanagementsystem nach dem EU-Ökoaudit und der ISO 14001 jährlich zertifiziert. Detailliert informiert die Umwelterklärung über die Ziele der Umweltpolitik, die Kennzahlen und die Maßnahmen. Neben der Umweltleistung wird auch das technische Managementsystem für die Strom- und Gasnetze im Rahmen der TSM-Zertifizierung und die IT-Sicherheit als Betreiber kritischer Infrastruktur im Rahmen der ISMS-Zertifizierung regelmäßig überprüft. Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt. Die betriebliche Ausbildung hat bei den Stadtwerken Unna traditionell einen hohen Stellenwert. Die fortschreitende Digitalisierung der Energiewirtschaft und der angestrebte Ausbau der Breitbandinfrastruktur macht es erforderlich, auch für einen mittelständischen Energieversorger neue Berufsbilder auszubilden. So wird neben dem klassischen Anlagenmechaniker (Versorgungstechnik) und Elektroniker (Betriebstechnik) auch die Ausbildung zum Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker sowie zum Fachinformatiker Systemintegration angeboten. Die Nachwuchsförderung ist daher fest in den Unternehmenszielen verankert, so dass viele Mitarbeiter ihre Berufslaufbahn mit einer Ausbildung im Hause begonnen haben. Dieser Weg zahlt sich weiter aus und wird im Durchschnittsalter der Belegschaft deutlich. Das Durchschnittsalter im Berichtsjahr 2023 liegt bei 41,2 Jahre, wobei 20 Prozent der Belegschaft über 55 Jahre alt ist. Neben dem Durchschnittsalter ist auch die Beschäftigungsdauer ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Ein Drittel der Belegschaft ist länger als 20 Jahre beschäftigt. Herausfordernd wird die Phase, in der die sogenannten Babyboomer den Renteneintritt vollziehen, da insbesondere Führungskräfte Ende der Dekade bzw. Anfang der 30er Jahre in Rente gehen. Neben der Ausbildung von Mitarbeitern muss dem beständig an Komplexität gewinnenden Arbeitsumfeld und dem Wandel der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden. Die Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zielgerichtet und umfassend den jeweils gegebenen Herausforderungen anzupassen. Hier investieren die Stadtwerke Unna gezielt in bedarfsgerechte Qualifizierungsmaßnahmen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel steht auch zusehends die Stadtwerke Unna GmbH vor die Herausforderung, geeignetes Personal für die Stellenneu- bzw. -wiederbesetzung zu finden. Der kontinuierliche Ausbau der Attraktivität als Arbeitgeber steht bei allen personalwirtschaftlichen Maßnahmen im Vordergrund. Da die Mitarbeiter ein wichtiges Gut für die Stadtwerke Unna darstellen, ist die Arbeitssicherheit und das Gesundheitsmanagement ebenfalls ein wichtiger Baustein der personalwirtschaftlichen Arbeit. Neben sehr hohen Standards der Arbeitssicherheit haben die Stadtwerke Unna ein aktives sowie gleichsam facettenreiches und systematisches Gesundheitsmanagement eingeführt. III. Chancen- und Risikobericht Die Stadtwerke Unna GmbH hat seit dem Jahre 2002 ein Risikomanagementsystem, welches die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) erfüllt, implementiert. Dieses Risikomanagement ist kein statisches Berichtssystem, sondern unterliegt vielmehr einem ständigen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Aufgrund der stetig komplexeren und dynamischeren Unternehmensumwelt steigen die Anforderungen an das Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette (Erzeugungskapazitäten, Netze und Vertrieb), denen das Unternehmen mit einer überarbeiteten Risikoberichterstattung begegnet. Neben dem allgemeinen Risikomanagementhandbuch für das Gesamtunternehmen wurden spezielle Risikomanagementhandbücher für die Strom- sowie die Gas- und Wärmebeschaffung im Unternehmen etabliert. Die Implementierung der Beschaffungsrisikohandbücher führt dazu, dass sich die Stadtwerke Unna GmbH den Anforderungen der marktorientierten Beschaffungsvorgänge leichter stellen kann. Aus den identifizierten Einzelrisiken wurde die nachfolgende Risikosystematik entwickelt:
Abbildung 3: Risikosystematik Ziel des Risikomanagements ist einerseits die systematische Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihrer Auswirkungen, um durch die frühzeitige Erkennung sowie Bewältigung bestandsgefährdender Entwicklungen deren Vermeidung oder Begrenzung zu gewährleisten sowie einen Risikotransfer zu ermöglichen. Es soll die Steuerung der Risiken sowie der damit verbundenen Chancen im Rahmen einer ganzheitlichen Unternehmenssteuerung ermöglichen. Das Risikomanagement beinhaltet somit die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen, Regelungen und Reaktionen zur Risikoerkennung, -erfassung, -analyse, -bewertung und -bewältigung sowie -akzeptanz. Wesentlicher Teil des gesamten Prozesses ist auch die Dokumentation und die Berichterstattung. Fair-Value-Risiken bestehen im Wesentlichen im Bereich der Beteiligungen der Stadtwerke Unna GmbH. Beteiligungsrisiken werden durch eine enge Begleitung der erweiterten Geschäftsführung begegnet. In diesem Zusammenhang ist die wesentliche Beteiligung an der Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG zu nennen. Im September 2015 erfolgte die verzögerte offizielle Inbetriebnahme des Windparks. Der Baubeginn der 40 Windenergieanlagen startete mit der Errichtung der Fundamentstrukturen und dem Setzen der Tripods im September 2011. Mit der Inbetriebnahme und Überführung der Anlagen in den Regelbetrieb erfolgte die Vergütung nun vollständig gemäß den Vergütungssätzen des EEG. Die Unsicherheiten hinsichtlich der Vermarktungserlöse nach Auslaufen der EEG-Vergütungen und der Risiken aus der Betriebsphase (Regelbetrieb) bestehen weiter. Die Produktion des Windparks lag im Jahr 2023 unter den Erwartungen. Es wurden 505 GWh Strom produziert. Seit dem Jahr 2018 hat die Gesellschaft begonnen, die ausgereichten Gesellschafterdarlehen zurückzuführen. Im Berichtsjahr wurde der Restbestand von 269 T€ vollständig getilgt. Der durchgeführte Impairmenttest führte zu keiner Abwertung der Beteiligung. Die durchgeführte Bewertung bildet den Fair Value ab. Die Beteiligung an der Trianel Erdgasspeicher Epe GmbH & Co. KG stellt kein Fair-Value-Risiko dar, da über den abgeschlossenen Speichernutzungsvertrag die Ertragssituation der Gesellschaft gesichert ist. Die Geschäftsführung der Gesellschaft ist sehr bemüht, die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft zu verbessern und so die Kosten auf Seiten der Speichernutzer zu reduzieren. Im April 2028 enden die derzeit langfristig abgeschlossenen Speicherzugangsverträge, die bislang den weit überwiegenden Ertragsanteil darstellen. Daher wird künftig die Aufgabe darin bestehen, den Betrieb über Neuvermarktungen auch über 2028 hinaus sicherzustellen. Die Kraftwerksgesellschaft Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG profitiert deutlich von der derzeitigen Marktentwicklung, wodurch im nächsten Jahr Rückzahlungen auf die gestundeten Zinsen erwartet werden und die Darlehen vorzeitiger zurückgezahlt werden können. Die derzeit bestehende Warmreserve wird durch Gesellschafterdarlehen abgesichert, so dass kein Abwertungsbedarf besteht. Die Diskussionen im Zuge der Gasmangellage um ein Gasverstromungsverbot sind nicht eingetreten. Es wurden 920.116 MWh (1.374.119 MWh im Vorjahr) Strom produziert. Durch die Umsetzung des ATEP (Advanced Turbine Efficiency Program) ergibt sich eine technisch und wirtschaftlich rentierende Modernisierung der Anlage durch den Einsatz neuer Gasturbinenschaufeln. Ebenso wird damit sichergestellt, dass die neuen Emissionsgrenzwerte eingehalten werden. Ausfallrisiken bestehen insbesondere im Bereich des Endkundengeschäfts, und zwar sowohl im Vertriebsbereich als auch im Netzbereich durch den Ausfall von Transportkunden. In Folge des im zweiten Quartal begonnen Preisanstiegs haben einige Lieferanten Insolvenz anmelden müssen. Zukünftig wird zu beobachten sein, wie sich das erhöhte Preisniveau auf die Zahlungsfähigkeit der Endkunden auswirkt. Die Bundesregierung hat für die Endkunden im Rahmen Preisbremsengesetze von den hohen Energiepreisen entlastet. Mit der Rückkehr der Drittvertriebe in den Heimatmarkt Unna steigt auch wieder das Ausfallrisiko auf der Netzseite. Vor dem Hintergrund der Investitionen in den flächendeckenden Glasfaserausbaus in Unna haben die Gesellschafter 790 T€ in die Kapitalrücklage eingezahlt und es wurden weitere 4.300 T€ aus dem Jahresüberschuss vor Gewinnabführung in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Insgesamt steht die Branche vor einer komplexen Aufgabe: der Bewältigung der Energie- und Wärmewende, die zukünftig noch über das bekannte Maß hinaus zusätzliche Investitionen notwendig machen. Diese Investitionen stellen eine zusätzliche Herausforderung an die Finanzierungsfähigkeit der Stadtwerke Unna GmbH dar. Die Fair-Value-Risiken haben in ihrer Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit die Einstufung unwahrscheinlich und hinsichtlich des Nettorisikos ein Volumen zwischen 580 T€ und 1.300 T€. Cash-Flow-Risiken bestehen insbesondere im Bereich der Mengen- und Margenplanung. Nach den heftigen Preisanstiegen zu Beginn des Berichtsjahres hat sich die Situation an den Beschaffungsmärkten wieder beruhigt. Auch sind verstärkt wieder andere Vertriebe in den Heimatmarkt Unna eingestiegen, so dass hier das Risiko besteht, dass gewonnen Kunden wieder abwandern. Risiken aus der Speicherbewirtschaftung werden derzeit nicht gesehen, da auch für das Jahr 2024 ein deutlich positiver Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Risiken aus der Umstrukturierung der Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG bestehen nicht. Das Kraftwerk wird in Abhängigkeit der Marktentwicklung im Rahmen eines flexiblen Minimalbetriebs eingesetzt. Die Gesellschaft kann zur Finanzierung der Warmreserve Gesellschafterdarlehen bei den Gesellschaftern abrufen. Zinsrisiken aus langfristigen Finanzierungen auf Basis variabler Zinssätze sind mit Zinsfestschreibungen begrenzt worden. Im Berichtsjahr wurden neue Kredite von insgesamt 8.000 T€ aufgenommen. Allerdings wurden diese Kredite zu deutlich höheren Kosten aufgenommen als in den vergangenen Jahren. Der normale geplante Darlehensbedarf bis 2027 ist über die Kreisstadt Unna sichergestellt. Zusätzliche Investitionen, die bei der Wirtschaftsplanung nicht absehbar waren, müssen über den Kapitalmarkt finanziert werden. Marktpreisrisiken im Strom- und Gasgeschäft werden durch eine strukturierte Beschaffung unter Zuhilfenahme von externen Anbietern begegnet. Hierfür werden verschiedene Techniken der Portfolioverwaltung angewendet. Im Zuge der Einführung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes mussten für die benötigten Zertifikate eine Rückstellung gebildet werden. Die Cash-Flow-Risiken haben in ihrer Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit die Einstufung "wahrscheinlich" und hinsichtlich des Nettorisikos im Mittel ein Volumen zwischen 1.400 T€ und 3.500 T€. Operationelle Risiken bestehen im Betrieb der technischen Anlagen, die das Risiko von Nichtverfügbarkeiten bergen. In den Verteilnetzen können ungeplante Versorgungsunterbrechungen auftreten, denen mit gezielten Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten begegnet wird. Die bestehenden Risiken können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Gesellschaft lässt sich alle fünf Jahre nach dem Branchenstandard "Technisches Sicherheitsmanagement (TSM)" zertifizieren. Die operationellen Risiken haben in ihrer Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit die Einstufung "wahrscheinlich" und hinsichtlich des Nettorisikos im Mittel ein Volumen zwischen 720 T€ und 1.600 T€. Sonstige Risiken stellen vor allem das Regulierungsrisiko und das rechtliche/politische Risiko dar. Dem internen Regulierungsmanagement kommt in einer immer komplexer werdenden Regulierungspraxis eine besondere Bedeutung zu. Hier erfolgt ein hoher fachlicher Austausch mit anderen Netzbetreibern vergleichbarer Größe und eine energiewirtschaftliche und juristische Beratung. Rechtliche oder politische Risiken werden über die Verbände (insbesondere dem Verband kommunaler Unternehmen) beobachtet. Am 8. November 2022 hat die Bundesnetzagentur mit der KANU-Festlegung (BK9-22/614) die Möglichkeit eröffnet, für zukünftige Investitionen in die Gasnetze kürzere kalkulatorische Nutzungsdauern anzusetzen, sodass diese Investitionen bis 2045 abgeschrieben und damit bis dahin vollständig refinanziert werden, um das Ziel der Treibhausgasneutralität 2045 zu erreichen. Hintergrund ist der 2045 vorgesehene Ausstieg aus der Erdgasnutzung. Die Stadtwerke Unna GmbH hat die Nutzungsdauern für die Investitionen in die Gasnetzinfrastruktur entsprechend der KANU-Festlegung kalkulatorisch angepasst. Für den handelsrechtlichen Abschluss wurden die Nutzungsdauern für alle Anlagengegenstände des Sachanlagevermögens entsprechend den Vorgaben angepasst. Kalkulatorisch muss zwingend eine Festlegung erfolgen, wie mit Altanlagen (Investitionen vor 2023) hinsichtlich der Anpassung der Nutzungsdauern umgegangen werden kann, da nach über den 31.12.2044 noch kalkulatorische Restbuchwerte vorhanden sind. Ein Risiko für die Stadtwerke Unna GmbH besteht nicht, da die Gasinfrastruktur handelsrechtlich zum 31.12.2044 vollständig abgeschrieben ist. Bei der zukünftigen Entwicklung der Stadtwerke Unna GmbH spielt der demographische Wandel eine immer entscheidendere Bedeutung. Nicht nur, weil in dieser Dekade altersbedingt viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insbesondere aus den Führungsebenen ausscheiden werden, sondern auch für die zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen bei der Bewältigung der Energie- und Wärmewende sowie der Digitalisierung. Hier steht insbesondere die Rekrutierung und Qualifikation von Mitarbeitern im Fokus. Aufgrund der unterjährig zufließenden Liquidität und der verfügbaren Kreditlinien konnten die Stadtwerke Unna ihren Mittelbedarf jederzeit decken. Die Liquiditätsplanung ist ein wesentliches Instrument, um weiterhin allen notwendigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Neben den dargestellten Risiken bieten sich den Stadtwerken Unna in diesem Marktumfeld Chancen im Bereich der Energiedienstleistungen und des Breitbandausbaus. Mit energieeffizienten Lösungen und maßgeschneiderten Produkten sowie zusätzlichen Dienstleistungen begegnen die Stadtwerke Unna den Herausforderungen des Marktes. So können neben der Energielieferung zusätzliche Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden. Die sonstigen Risiken haben in ihrer Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit die Einstufung wahrscheinlich und hinsichtlich des Nettorisikos im Mittel ein Volumen zwischen 130 T€ und 380 T€. Für die Gesamtbeurteilung der Risikolage kann zusammengefasst werden, dass es eine Vielzahl von Risiken und Chancen für die zukünftige Entwicklung der Stadtwerke Unna GmbH gibt. Keine dieser Risiken sind jedoch weder im Geschäftsjahr 2023 eingetreten noch für das Geschäftsjahr 2024 gegenwärtig erkennbar als bestandgefährdend einzuordnen. Insgesamt hat sich die Risikolage gegenüber dem Jahr 2022 nicht grundlegend verändert. Die massiven politischen Eingriffe haben eine begrenzte Laufzeit. Nicht auszuschließen ist, dass bei einer erneuten Verschlechterung der Lage, die Maßnahmen verlängert bzw. verschärft werden. V. Prognosebericht Die für 2024 gesteckten Ziele bedürfen einer Überarbeitung, da die Einsparbemühungen der Kundinnen und Kunden und der gestiegene Wettbewerbsdruck im Zuge des gesunkenen Marktpreisniveaus dazu führen, dass das Planergebnis einer Anpassung unterzogen werden muss. Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 sieht die Wirtschaftsplanung ein erwartetes Jahresergebnis vor Ertragsteuern von 9.110 T€ vor. Die erwartete Gewinnabführung liegt bei 6.330 T€.
Unna, 24.05.2024 Stadtwerke Unna GmbH Jürgen Schäpermeier Bilanz zum 31. Dezember 2023der Stadtwerke Unna GmbHAktivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023A. Unternehmensangaben
B. Allgemeine Angaben (1) Erläuterungen zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss der Stadtwerke Unna GmbH (SWU) wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften, des GmbH-Gesetzes (GmbHG) sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Aufgrund der Geschäftstätigkeit im Bereich Energieversorgung wurde die Darstellung des Sachanlagevermögens um die branchentypischen Posten "Erzeugungsanlagen" und "Verteilungsanlagen" erweitert. Für die Gewinn- und Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang zu machen sind, weitestgehend im Anhang gemacht. Die Gesellschaft ist nach § 3 Nr. 38 EnWG ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen. (2) Konzernzugehörigkeit Die SWU wird in den Konzernabschluss der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH, Unna (WBU) (HRB 3475) einbezogen. Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden nach § 325 HGB beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht und dort bekannt gemacht. Diese Unterlagen sind im Internet unter www.bundesanzeiger.de zugänglich. C. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Aktiva Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei technischer oder wirtschaftlicher Wertminderung. In den Herstellungskosten sind neben den direkt zurechenbaren Fertigungs- und Materialkosten auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten und der Fertigungsgemeinkosten enthalten. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Aufgrund untergeordneter Bedeutung werden abnutzbare Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten von über 250 € und kleiner 1.000 € in einen Sammelposten gebucht und linear über fünf Jahre abgeschrieben. Abnutzbare Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten 250 € nicht übersteigen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über einen Zeitraum von 3 bis 7 Jahren abgeschrieben. Den Abschreibungen der Erzeugungs- und Verteilungsanlagen liegen Nutzungsdauern zwischen 15 und 45 Jahren zugrunde. Finanzanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet, sofern die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Die Ausleihungen werden zum Nennwert bzw. mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Im Vorjahr wurde eine Wertberichtung an der Beteiligung Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG in Höhe von 430 T€ vorgenommen. Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Marktwerten bewertet. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nominalwerten ausgewiesen; erkennbaren Risiken wird durch Einzel- bzw. Pauschalwertberichtigungen angemessen Rechnung getragen. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert angesetzt. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes von aktuell 32,7 %; dieser umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Für das Geschäftsjahr 2023 ergaben sich aktive latente Steuern, die in Anwendung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht bilanziert wurden. Passiva Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nominalwert angesetzt. Die empfangenen Ertragszuschüsse beinhalten die vereinnahmten Baukostenzuschüsse. Die bis 2002 empfangenen Ertragszuschüsse werden mit 5 % p.a. ihres Ursprungsbetrages und die seit 2003 empfangenen Ertragszuschüsse entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst. Investitionszuschüsse werden entsprechend den Abschreibungen der dazugehörigen Anlagen über die sonstigen betrieblichen Erträge aufgelöst. Die Bewertung der Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode). Den versicherungsmathematischen Rückstellungsberechnungen liegen als Rechnungsgrundlagen die Richttafeln 2018 G von K. Heubeck zugrunde. Der Rechnungszins für die Abzinsung der Jubiläumsverpflichtungen zum 31.12.2023 beläuft sich auf 1,74 % p.a. (im Vorjahr 1,44 % p. a.). Weiterhin wurden ein Gehalts- sowie ein Beitragsbemessungsgrundlagentrend von jeweils unverändert 1,0 % p. a. zugrunde gelegt. Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Der Ansatz erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Langfristige Rückstellungen werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Im Bereich der sonstigen Rückstellungen wurde teilweise das Beibehaltungswahlrecht des Artikel 67 Absatz 1 Satz 2 EGHGB ausgeübt (Beibehaltung von Aufwandrückstellungen). Erträge und Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung von Rückstellungen sowie aus Änderungen der Zinssätze werden gesondert unter dem Posten sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesen. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag zum Bilanzstichtag ausgewiesen. D. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Jahr 2023 ist aus dem Anlagespiegel ersichtlich, der Bestandteil des Anhangs ist. Anteilsbesitz
1) Werte 2022 2) Werte 2023 Darüber hinaus hat sich die SWU im Geschäftsjahr 2018 mit einem Geschäftsanteil von 500,00 € an der BREKO Einkaufsgemeinschaft eG beteiligt; ferner wurde ein Eintrittsgeld von 5 T€ geleistet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von 3.956 T€ (Vorjahr 6.109 T€), betreffen mit 102 T€ (Vorjahr 671T€) sonstige Forderungen und in Höhe von 3.747 T€ Forderungen aus Energiehandelsgeschäften mit der Trianel GmbH. In dieser Position sind auch die Forderungen aus der Abrechnung der Wasserkunden, die im Namen und auf Rechnung der Gelsenwasser AG von der SWU als Dienstleistung abgerechnet wurden, in Höhe von 107 T€ gegenüber der UnnaWasser & Mehr GmbH ausgewiesen. Im Vorjahr ergab sich eine Verbindlichkeit. Von den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, haben keine eine Laufzeit von mehr als ein Jahr. In den Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ist gleichlautend zu den sonstigen Verbindlichkeiten, die Verbindlichkeit aus der Wasserabrechnung, für die Gelsenwasser AG, gegenüber der UnnaWasser & Mehr GmbH in Höhe von 107 T€ ausgewiesen. Gezeichnetes Kapital
Im Geschäftsjahr wurde ein Teil des Jahresüberschuss 2023, in Höhe von 4.300 T€ (Vorjahr 1.600 T€), in die sonstigen Gewinnrücklagen eingestellt. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 5.890 T€ (Vorjahr 7.276 T€) beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Energiegeschäft in Höhe von 4.483 T€, davon Rückstellungen für Drohverluste in Höhe von 2.697 T€ und für CO 2 -Zertifikate für das Jahr 2023 von 1.605 T€. Darüber hinaus werden Personalverpflichtungen von insgesamt 751 T€ (Vorjahr 734 T€) bilanziert. Sie entfallen hauptsächlich auf Jubiläumsverpflichtungen (267 T€) sowie noch nicht genommenen Urlaub und Gleitzeitguthaben (398 T€). Aus der Ausübung des Beibehaltungswahlrechts des Artikel 67 Absatz 1 Satz 2 EGHGB werden Aufwandrückstellungen von 244 T€ (Vorjahr 244 T€) bilanziert. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 2.683 T€ durch Ausfallbürgschaften der Kreisstadt Unna gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, entfallen auf Energielieferungen der Trianel GmbH (67 T€). Im Vorjahr entfielen diese im Wesentlichen auf die Abrechnung der Wasserkunden (249 T€) und waren gegenüber der UnnaWasser & Mehr GmbH ausgewiesen. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern entfallen im Wesentlichen 4.119 T€ (Vorjahr 3.682 T€) auf Unternehmensverträge, 3.758 T€ (Vorjahr 2.953 T€) auf Steuerumlagen sowie 931 T€ (Vorjahr 63 T€) auf Lieferungen und Leistungen. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind gleichlautend zu den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, die Verbindlichkeit aus der Wasserabrechnung, für die Gelsenwasser AG, gegenüber der UWM ausgewiesen. Haftungsverhältnisse Die Stadtwerke Unna GmbH hat Patronatserklärungen zugunsten der Verpflichtungen der Trianel GmbH in Höhe von insgesamt 779 T€ abgegeben. Zusätzlich bestehen Verpflichtungen aus gesamtschuldnerischer Haftung gemäß § 12 EEG. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird jeweils als gering eingeschätzt. Diese Einschätzung beruht vor allem auf den Bonitätsbeurteilungen der Primärverpflichteten sowie auf Erkenntnissen vergangener Geschäftsjahre. Die Gesellschaft ist Mitglied in der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Kann die VBL ihren Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern der Gesellschaft nicht mehr nachkommen, so besteht eine subsidiäre Einstandspflicht der Gesellschaft. Die Höhe der mittelbaren Pensionsverpflichtung gem. Art. 28 Abs. 1 EGHGB beträgt nach Schätzung gem. § 23a der VBL-Satzung zum 31.12.2023 21.700 T€. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aufgrund des geltenden Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes bei der VBL pflichtversichert. Die Versorgung bemisst sich seit dem 01.01.2002 nach dem Betriebsrentengesetz. Der Gesamtumlagesatz der VBL beträgt 7,30 % des versorgungsfähigen Entgeltes. Durch tarifvertragliche Regelung beträgt der Umlageanteil des Arbeitgebers 5,49 %, der des Arbeitnehmers 1,81 %. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Das Bestellobligo zum Bilanzstichtag beträgt 975 T€. Aus Verträgen zur Energiebeschaffung bestehen Abnahmeverpflichtungen bis 2027 (Gas) bzw. 2027 (Strom). E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse (ohne Strom- und Energiesteuer)
Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Geschäftsjahr Erträge aus Anlagenabgängen in Höhe von 1.012 T€ ausgewiesen. Diese resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf der Straßenbeleuchtung an die Kreisstadt Unna. Personalaufwand Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug 153 (ohne Geschäftsführer und Auszubildende), die sich wie folgt zusammensetzt:
Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Aufwendungen enthalten auch die Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen (3 T€; Vorjahr 4 T€). F. Sonstige Angaben Angaben nach § 6b Abs. 2 EnWG Es bestanden folgende Geschäfte größeren Umfangs außerhalb der Energieversorgung mit verbundenen und assoziierten Unternehmen gemäß § 6b Abs. 2 EnWG, die nicht lediglich von untergeordneter Bedeutung sind: - Die Gesellschaft erbringt Leistungen aus der Personalgestellung und aus der Übernahme der Betriebsführung für den Gesellschafter WBU in Höhe von 480 T€ (Vorjahr 500 T€). Honorar des Abschlussprüfers Die Angaben im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB werden im Konzernabschluss der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH, Unna, gemacht. Aufgrund dieses Vorgehens ist die Gesellschaft hier von weiteren Angaben befreit. Organe der Gesellschaft und Organbezüge Aufsichtsrat
An den Aufsichtsrat wurden 19.875,00 € (Vorjahr 17.250,00 €) für Sitzungsgelder ausgezahlt. Geschäftsführung Jürgen Schäpermeier Herr Schäpermeier hat im Jahr 2023 feste Geschäftsführerbezüge in Höhe von 223 T€ (Vorjahr 209 T€) und Sachbezüge in Höhe von 2,7 T€ (Vorjahr 4,5 T€) erhalten. Angaben bezüglich derivativer Finanzinstrumente, Bewertungseinheiten Die Gesellschaft setzt Termingeschäfte ein, um zukünftige Marktpreisrisiken im SLP-Stromportfolio zu eliminieren. Aus diesem Grund hat die Gesellschaft in 2009 einen Vertrag über Grundlast-Braunkohle-Stromlieferungen inklusive CO 2 -Beistellung für den SLP-Bereich abgeschlossen (Sicherungsgeschäft). Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Positionen:
Die Marktwerte der Termingeschäfte ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Die Bewertung erfolgt auf Basis quotierter Marktpreise. Der Marktwert gibt an, wie sich eine Glattstellung am Bilanzstichtag auf das Ergebnis ausgewirkt hätte. Es liegt zum Bilanzstichtag ein negativer Marktwert vor. Die Gesellschaft bilanziert zum Bilanzstichtag eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB. Darin werden in Höhe des Volumens als Grundgeschäfte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen im SLP-Stromportfolio sowie Termingeschäfte inkl. CO 2 -Beistellung einbezogen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Marktpreisrisiken im vollen Umfang über die Laufzeit ausgleichen werden. Die Buchung erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Zur Bestimmung der prospektiven Wirksamkeit wird die "critical terms match" Methode angewendet. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Schluss des Geschäftsjahres 2023 offenkundig geworden sind und Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben, liegen nicht vor. Vorschlag für die Verwendung des JahresergebnissesDie Geschäftsführung hat gemäß Beschlussfassung der Gesellschafterversammlung einen Teil des Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 4.300.000,00 € in die sonstigen Gewinnrücklagen eingestellt. Der verbleibende Jahresüberschuss wurde gemäß Ergebnisabführungsvertrag an die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH abgeführt.
Unna, 24. Mai 2024 Stadtwerke Unna GmbH Jürgen Schäpermeier Entwicklung des Anlagevermögens der Stadtwerke Unna GmbH zum 31.12.2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Stadtwerke Unna GmbH, Unna Vermerk über die Prüfung des Abschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Stadtwerke Unna GmbH, Unna - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Stadtwerke Unna GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Stadtwerke Unna GmbH zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und - vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Stadtwerke Unna GmbH. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Stadtwerke Unna GmbH vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Stadtwerke Unna GmbH zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Stadtwerke Unna GmbH vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Stadtwerke Unna GmbH vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/bestaetigungsvermerk/1-v2-hgb-ja-non-pie eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG Prüfungsurteil Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten - Elektrizitätsverteilung, - Gasverteilung, - Messstellenbetrieb, - Ladepunkte (Entwicklung, Verwaltung oder Betrieb von Ladepunkten für Elektromobile nach § 7c Absatz 2 EnWG) nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG sowie § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft. - Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. - Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten. Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, - ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und - ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG entsprechen. Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG beinhaltet. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG: sowie nach § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.
Düsseldorf, 24. Mai 2024 Göken,
Pollak und Partner Treuhandgesellschaft mbH
Reuter, Wirtschaftsprüfer Pencereci, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2023Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Karl Dittrich, gibt den nachfolgenden "Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2023" zur Veröffentlichung ab: Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Unna GmbH nahm die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag obliegenden Aufgaben wahr. Er ließ sich während des Berichtszeitraums in sechs Sitzungen und durch Vorlage von Berichten umfassend über die Entwicklung der Unternehmensaufgaben sowie die Lage der Gesellschaft und grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik unterrichten. Ferner hat er sich in einer Klausurtagung mit dem Stand der Energiewende und den sich daraus ergebenden Herausforderungen für das Unternehmen ausführlich informiert und anschließend über Handlungsoptionen diskutiert. Die Sicherstellung der Energieversorgung als Folge der durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hervorgerufenen Energiekrise war zum Jahresbeginn 2023 weiterhin ein Themenschwerpunkt in den Sitzungen. Dabei wurden die gesetzlichen Grundlagen zu den Preisbremsen ebenso besprochen wie die jeweilige Marktsituation. Daraus wurden im Dialog zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung unternehmerische Entscheidungen abgeleitet. Mit einsetzender zunehmender Beruhigung auf den Energiemärkten wurden verstärkt strategische auf die Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke Unna GmbH ausgerichtete Handlungsoptionen diskutiert. Eine wesentliche Entscheidung, die in mehreren Aufsichtsratssitzungen besprochen und vorbereitet wurde, war der Beschluss zum vollständigen Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in Unna. Das Projekt wird bis 2027 gemeinsam mit dem Partner Westconnect umgesetzt. In einer Sitzung beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit einer Studie eines Beratungsunternehmens zum voraussichtlichen Investitionsvolumen, das sich aufgrund der Energiewende in den kommenden Jahren für die Stromversorgung wahrscheinlich ergeben wird. Zum Jahresende beschloss der Aufsichtsrat nach einer ausführlichen Berichterstattung und einer anschließenden Diskussion die Wirtschaftsplanung 2024 und er informierte sich über die mittelfristige Perspektive bis 2028. Der für das Geschäftsjahr vom 01.01. - 31.12.2023 vorgelegte Jahresabschluss ist von der Göken, Pollak & Partner Treuhandgesellschaft mbH, Niederlassung Düsseldorf, geprüft und dem Gremium in seiner Sitzung am 24. Juni 2024 erläutert worden. Der Aufsichtsrat hat den Prüfungsbericht zur Kenntnis genommen. Er hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss gebilligt und ihn der Gesellschafterversammlung zur Feststellung empfohlen. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und spricht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit aus.
Unna, 24. Juni 2024 Der Aufsichtsrat Karl Dittrich, Vorsitzender ErgebnisverwendungsbeschlussDer Jahresüberschuss von 4.119.008,14 € wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages am Tag nach der Feststellung des Jahresabschlusses an die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH abgeführt. Gemäß § 3 Abs. 5 des Ergebnisabführungsvertrages erfolgt die Auszahlung der Ausgleichszahlung an den außenstehenden Gesellschafter Westenergie AG ebenfalls am Tage nach der Feststellung des Jahresabschlusses der Stadtwerke Unna GmbH durch die Gesellschafterversammlung. Tätigkeitsabschlüsse für Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 S. 1 EnWG und § 3 Abs.4 S. 2 MsbG für das Geschäftsjahr 2023Tätigkeitsbilanz Elektrizitätsverteilung Stadtwerke Unna GmbH zum 31. Dezember 2023Aktivseite
Tätigkeits-Gewinn- und Verlustrechnung Elektrizitätsverteilung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023Stadtwerke Unna GmbH
Tätigkeitsbilanz Gasverteilung Stadtwerke Unna GmbH zum 31. Dezember 2023Aktivseite
Tätigkeits-Gewinn- und Verlustrechnung Gasverteilung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023Stadtwerke Unna GmbH
Tätigkeitsbilanz Messstellenbetrieb Stadtwerke Unna GmbH zum 31. Dezember 2023Aktivseite
Tätigkeits-Gewinn- und Verlustrechnung Grundzuständiger Messstellenbetrieb für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023Stadtwerke Unna GmbH
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