EnBW Vertrieb GmbHLiquidiert

70567 Stuttgart, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 19122
Vorher
EnBW Vertriebs- und Servicegesellschaft mbHEnBW Vertrieb mbH
Eingetragen
9.4.1998
Branche
Wärme- und KältehandelBeteiligungsgesellschaftenGroßhandel mit Photovoltaikmodulen
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Der Vertrieb von Energie, Energieprodukten und Energiedienstleistungen aller Art sowie sonstiger Produkte und Dienstleistungen, insbesondere des EnBW-Konzerns

Historie

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Management

NameRolle
Uwe Fritz
seit 27.3.2012
Geschäftsführer
Gerhard Kleih
seit 21.9.2005
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

EnBW Vertrieb GmbH

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012

Bilanz

Aktiva

  Anhang 31.12.2012
Mio. €
31.12.2011
Mio. €
A. Anlagevermögen (1)    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände   57,5 4,0
II. Sachanlagen   8,7 9,7
III. Finanzanlagen   92,1 406,0
    158,3 419,7
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte (2) 0,4 8,6
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 360,4 355,1
III. Flüssige Mittel (4) 0,2 0,1
    361,0 363,8
C. Rechnungsabgrenzungsposten (5) 4,3 0,0
D Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung (6) 0,1 0,1
    523,7 783,6

Passiva

     
A. Eigenkapital (7)    
I. Gezeichnetes Kapital   12,0 12,0
II. Kapitalrücklage   20,7 335,7
III. Gewinnrücklagen   1,4 1,4
    34,1 349,1
B. Sonderposten (8) 0,2 0,0
C. Rückstellungen (9) 140,9 221,5
D. Verbindlichkeiten (10) 263,7 210,7
E. Rechnungsabgrenzungsposten (11) 84,8 2,3
    523,7 783,6

Gewinn- und Verlustrechnung

  Anhang 2012
Mio. €
2011
Mio. €
1. Bruttoumsatzerlöse   5.392,1 5.888,9
2. Strom- und Erdgassteuer   -522,8 -611,2
3. Nettoumsatzerlöse (12) 4.869,3 5.277,7
4. Bestandsveränderung   -8,2 5,2
5. Sonstige betriebliche Erträge (13) 71,0 37,3
6. Materialaufwand (14) -4.597,5 -4.986,9
7. Personalaufwand (15) -50,7 -54,9
8. Abschreibungen   -6,0 -2,3
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen (16) -214,4 -290,8
10. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit   63,5 -14,7
11. Finanzergebnis (17) 19,7 41,8
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   83,2 27,1
13. Außerordentliches Ergebnis (18) -0,2 -12,9
14. Sonstige Steuern   -0,7 -0,3
15. Ergebnis nach Steuern   82,3 13,9
16. Aufwendungen aus Gewinnabführung   -82,3 -13,9
17. Jahresüberschuss / -fehlbetrag   0,0 0,0
18. Vermögensminderung durch Abspaltung   -315,0 0,0
19. Auflösung aus der Kapitalrücklage   315,0 0,0
20. Bilanzgewinn / -verlust   0,0 0,0

Anhang

Entwicklung des Anlagevermögens 2012 in Mio. €

  Anschaffungskosten - Herstellungskosten
  01.01.2012 Zugang Abgang Umbuchung 31.12.2012
Immaterielle Vermögensgegenstände          
Selbstgeschaffene Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 1,6 0,0 0,0 1,6
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 11,9 54,7 0,0 0,0 66,6
Geleistete Anzahlungen 0,2 0,3 0,0 0,0 0,5
  12,1 56,6 0,0 0,0 68,7
Sachanlagen          
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1,2 0,0 0,0 0,0 1,2
Verteilungsanlagen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Erzeugungsanlagen 8,4 1,0 1,4 0,5 8,5
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4,0 0,1 0,7 0,0 3,4
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,7 1,5 0,0 -0,5 1,7
  14,3 2,6 2,1 0,0 14,8
Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 395,2 0,0 315,0 0,0 80,2
Sonstige Beteiligungen 10,8 2,3 1,0 0,0 12,1
  406,0 2,3 316,0 0,0 92,3
  432,4 61,5 318,1 0,0 175,8
  Abschreibungen
  01.01.2012 Zugang Abgang 31.12.2012
Immaterielle Vermögensgegenstände        
Selbstgeschaffene Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 0,1 0,0 0,1
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8,1 3,0 0,0 11,1
Geleistete Anzahlungen 0,0 0,0 0,0 0,0
  8,1 3,1 0,0 11,2
Sachanlagen        
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,2 0,0 0,0 0,2
Verteilungsanlagen 0,0 0,0 0,0 0,0
Erzeugungsanlagen 2,2 2,6 0,9 3,9
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2,2 0,3 0,5 2,0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,0 0,0 0,0 0,0
  4,6 2,9 1,4 6,1
Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,2 0,0 0,2
Ausleihungen an verbundene Unternehmen       0,0
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen       0,0
Sonstige Beteiligungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen       0,0
ein Beteiligungsverhältnis besteht       0,0
Wertpapiere des Anlagevermögens       0,0
Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0
  0,0 0,2 0,0 0,2
  12,7 6,2 1,4 17,5
  Buchwerte
  31.12.2012 31.12.2011
Immaterielle Vermögensgegenstände    
Selbstgeschaffene Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1,5 0,0
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 55,5 3,8
Geleistete Anzahlungen 0,5 0,2
  57,5 4,0
Sachanlagen    
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1,0 1,0
Verteilungsanlagen 0,0 0,0
Erzeugungsanlagen 4,6 6,2
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1,4 1,8
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1,7 0,7
  8,7 9,7
Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 80,0 395,2
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 0,0
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,0 0,0
Sonstige Beteiligungen 12,1 10,8
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen 0,0 0,0
ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 0,0
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,0 0,0
Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0
  92,1 406,0
  158,3 419,7

Allgemeine Grundlagen

Der Jahresabschluss der EnBW Vertrieb GmbH zum 31. Dezember 2012 ist entsprechend den Bestimmungen des HGB, des GmbHG, des EnWG sowie des Gesellschaftsvertrags erstellt und in Millionen Euro ausgewiesen. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die zur übersichtlicheren Darstellung in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten sind im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Mit der EnBWEnergie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe (EnBW AG) als beherrschende Gesellschaft, ist ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Ein Organschaftsverhältnis besteht bezüglich Körperschaft- und Gewerbesteuer, sowie hinsichtlich der Umsatzsteuer.

Der Jahresabschluss der EnBW Vertrieb GmbH wird in den Konzernabschluss der EnBW AG einbezogen, der im elektronischen Bundesanzeiger offen gelegt wird.

Ein gesonderter Teilkonzernabschluss und -lagebericht der EnBW Vertrieb GmbH wird nicht erstellt, da die Einbeziehung in den Konzernabschluss der EnBW AG für die EnBW Vertrieb GmbH gem. § 291 HGB befreiende Wirkung hat.

Der Konzernabschluss der EnBW AG wird entsprechend § 315a Abs. 1 HGB zu dem am Bilanzstichtag verpflichtend in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt.

Mit Spaltungs- und Übernahmevertrag vom 27. Juni 2012 sind sämtliche Geschäftsanteile an der EnBW Gas GmbH im Rahmen einer Abspaltung zur Aufnahme auf die EnBW Regional AG mit Wirkung zum 1. Januar 2012 übertragen worden. Hieraus hat sich ein Vermögensabgang aus Abspaltung in Höhe von 315,0 Mio. € ergeben und die Vergleichbarkeit des Bilanzpostens Finanzanlagen und der Ergebnisübernahmen ist nur noch bedingt gegeben.

Mit dem notariell beurkundeten Verschmelzungsvertrag vom 27. März 2012 und Eintragung im Handelsregister der EnBW Vertrieb GmbH am 24. April 2012 wurde die Gasversorgung Dornstadt GmbH, Dornstadt, eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der EnBW Vertrieb GmbH, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 auf die EnBW Vertrieb GmbH verschmolzen. Die übergegangenen Vermögensgegenstände und Schulden wurden im Jahresabschluss mit dem übernommenen Buchwert angesetzt.

Bilanzierung und Bewertung

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauern um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Die im Jahr 2012 zugegangenen Strombezugsrechte haben eine Nutzungsdauer von 30 Jahren. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Die Herstellungskosten enthalten alle aktivierungspflichtigen Kostenbestandteile, Zinsen für Fremdkapital sind nicht mit einbezogen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, planmäßig abgeschrieben. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten alle aktivierungspflichtigen Kostenbestandteile. Zinsen für Fremdkapital sind nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Die Sachanlagen werden nach der Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer unter Orientierung an den amtlichen AfA-Tabellen abgeschrieben. Für die bis zum Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes im Jahr 2010 zugegangenen Anlagegüter werden die im jeweiligen Zugangsjahr geltenden Vorschriften fortgeführt. Bis einschließlich 2009 wurde auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze abgeschrieben, seit dem Jahr 2010 wird ein linear verlaufender Werteverzehr zu Grunde gelegt. Bewegliche Vermögensgegenstände werden mit Ausnahme der Zugänge in den Jahren 2006, 2007 und 2009 nach der linearen Methode abgeschrieben. Soweit steuerlich zulässig, wurde in den Jahren 2006, 2007 und 2009 für bewegliche Vermögensgegenstände die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Im Zugangsjahr erfolgen die Abschreibungen zeitanteilig (pro rata temporis).

Für geringwertige Anlagegüter im Sinne von § 6 Abs. 2a EStG, wird aufgrund der untergeordneten Bedeutung aus Vereinfachungsgründen ein Sammelposten gebildet. Der Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.

Sowohl für immaterielle Vermögensgegenstände als auch für Sachanlagen werden außerplanmäßige Abschreibungen, soweit handelsrechtlich geboten, vorgenommen. Zuschreibungen erfolgen, sobald die Gründe für in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen entfallen sind.

Die Finanzanlagen sind zu mit Anschaffungskosten oder gegebenenfalls niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert.

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet. Die Bewertung erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Ausfallrisiken werden durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Erlösabgrenzungen enthalten, die durch ein Hochrechnungsverfahren ermittelt werden. Dieses berücksichtigt abhängig vom Kundensegment die Verbrauchswerte der Vergangenheit, die historisch bedingten Temperaturen, die individuellen Lastprofile sowie das Verbrauchs- und Produktionsverhalten vom Vorjahr.

Langfristige Aktiva in fremder Währungwerden mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Erwerbs oder mit dem ungünstigeren Stichtagskurs, kurzfristige mit dem Stichtagskurs bewertet.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 5,0 % gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen einschließlich Karriere-trends wurden mit durchschnittlich 3,0 %, erwartete Inflationsraten mit 2,0 % sowie erwartete Rentensteigerungen mit durchschnittlich 2,1 % berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit einer Rate von 2,0 % berücksichtigt.

Aufgrund der bestehenden Schuldbeitrittserklärungen der EnBW AG werden Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen sowie Altersteilzeitverpflichtungen (Angabe unter Haftungsverhältnissen) von derselben übernommen und die Gesellschaft leistet einen Aufwandsersatz für die Anwartschaften

Für Verpflichtungen aus Langzeitarbeitskonten wurden die ausschließlich mit der Erfüllung der Verpflichtung dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Aktivwert (Deckungskapital) der Rückdeckungsversicherung.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Langfristige Verbindlichkeiten in fremder Währungmit einer Laufzeit von mehr als einem Jahrwerden mit dem Stichtagskurs zum Zeitpunkt der Entstehung oder mit dem ungünstigeren Stichtagskurs, kurzfristige mit dem Stichtagskurs bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Gliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung gehen aus dem oben dargestellten Anlagespiegel hervor.

Im Geschäftsjahr wurde ein Strombezugsrecht (54,7 Mio. €) erworben.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes nach § 285 Nr. 11 HGB der EnBW Vertrieb GmbH ist als Anlage I des Anhangs beigefügt.

(2) Vorräte

  31.12.2012
Mio. €
31.12.2011
Mio. €
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 0,4 8,6

Die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen betreffen noch nicht fertig gestellte Weiterverrechnungsaufträge.

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

  31.12.2012
Mio. €
31.12.2011
Mio. €
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 347,5 345,0
Restlaufzeit>1 Jahr (1,0) (0,0)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7,9 7,0
Restlaufzeit>1 Jahr (0,0) (0,0)
Sonstige Vermögensgegenstände 5,0 3,1
Restlaufzeit>1 Jahr (0,0) (0,0)
  360,4 355,1

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Verbrauchsabgrenzungen für noch nicht in Rechnung gestellte Strom- und Gaslieferungen. In den Forderungen sind erhaltene Anzahlungen (1.050,8 Mio. €) abgesetzt.

(4) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel betreffen Guthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände.

(5) Rechnungsabgrenzungsposten

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist eine geleistete Anzahlung aus Erdgasbezugsverträgen enthalten.

(6) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der aktivische Unterschiedsbetrag ergibt sich aus der Verrechnung von Rückdeckungsvermögen (Sonstige Vermögensgegenstände) mit der Rückstellung für Langzeitarbeitskonten gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB und errechnet sich aus dem Erfüllungsbetrag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts der Vermögensgegenstände.

  Mio. €
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 0,2
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 0,2
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 0,2
Verrechnete Aufwendungen 0,0
Verrechnete Erträge 0,0

(7) Eigenkapital

Das voll eingezahlte Stammkapital ist eingeteilt in Stammeinlagen, die zu 65,0 % der EnBW AG, zu 10,0 % der Neckarwerke Stuttgart GmbH und zu 25,0 % der TWS Beteiligungsgesellschaft mbH gehören.

Die Kapitalrücklage wurde gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB gebildet. Sie ist als Folge des Vermögensabgangs der Geschäftsanteile an der EnBW Gas GmbH (315,0 Mio. €) um 315,0 Mio. € aufgelöst worden. Als Folge der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände sind 1,6 Mio. € hiervon gemäß § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrt.

Bei den Rücklagen handelt es sich um andere Gewinnrücklagen.

(8) Sonderposten

Der Sonderposten enthält staatliche Entwicklungskostenzuschüsse.

(9) Rückstellungen

  31.12.2012
Mio. €
31.12.2011
Mio. €
Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen 0,0 1,1
Sonstige Rückstellungen 140,9 220,4
  140,9 221,5

Ab dem Geschäftsjahr 2012 werden die Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen einschließlich des Sicherungsvermögens für Wertguthaben aus Altersteilzeit (Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen) bei der EnBW AG gebündelt.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 140,9 Mio. € (Vorjahr: 220,4 Mio. €) enthalten insbesondere Verpflichtungen aus der Strom- und Gasbeschaffung (50,5 Mio. €, Vorjahr: 84,1 Mio. €), Rückstellungen für Verluste aus schwebenden Absatzgeschäften (25,8 Mio. €, Vorjahr: 53,9 Mio. €), ausstehende Rechnungen (16,0 Mio. €, Vorjahr: 9,9 Mio. €), Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich (17,2 Mio. €, Vorjahr: 13,7 Mio. €), Rückstellungen für Preisnachlässe (13,8 Mio. €, Vorjahr: 20,5 Mio. €) und Abrechnungsverpflichtungen (11,7 Mio. €, Vorjahr: 17,0 Mio. €).

Die Rückstellungen berücksichtigen alle nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

(10) Verbindlichkeiten

Art der Verbindlichkeit 31.12.2012
Mio. €
31.12.2011
Mio. €
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4,9 7,9
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 228,9 154,4
3. Sonstige Verbindlichkeiten 29,9 48,4
davon aus Steuern (26,1) (44,3)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0,2) (0,3)
  263,7 210,7

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen solche gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 124,8 Mio. € (Vorjahr: 70,1 Mio. €). Diese stammen mit 68,3 Mio. € (Vorjahr: 13,6 Mio. €) aus dem Finanzverkehr und mit unverändert 56,5 Mio. € aus einer Darlehensverbindlichkeit. Im Übrigen stammen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Gemäß der Vereinbarung über das "Konzernclearing" zwischen den Gesellschaften des EnBW-Konzerns sind die jeweiligen Forderungen und Verbindlichkeiten auf dem Verrechnungskonto der EnBW AG saldiert ausgewiesen.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren sind ausschließlich in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen unverändert mit 56,5 Mio. € enthalten. Die übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

(11) Rechnungsabgrenzungsposten

Beim passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Wesentlichen um erhaltene Anzahlungen von Kunden (52,9 Mio. €), die sich eine vertraglich festgelegte Strommenge für die gesamte Vertragslaufzeit von 30 Jahren gesichert haben Darüberhinaus sind erhaltene Anzahlungen aus Erdgasbezugsverträgen (31,3 Mio. €) enthalten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(12) Nettoumsatzerlöse

  2012
Mio. €
2011
Mio. €
Stromerlöse (inclusive Wärme)    
Privatkunden 1.748,3 1.731,7
Industriekunden 2.303,4 2.850,9
Stadtwerke / Verteiler-EVU 413,2 496,3
Summe Stromerlöse 4.464,9 5.078,9
abzüglich Stromsteuer -473,7 -554,6
Stromerlöse (ohne Stromsteuer) 3.991,2 4.524,3
Gaserlöse    
Privatkunden 230,0 236,1
Industriekunden 223,4 296,7
Stadtwerke / Verteiler-EVU 110,7 131,9
Gashandel 325,6 88,7
Summe Gaserlöse 889,7 753,4
abzüglich Erdgassteuer -49,1 -56,6
Gaserlöse (ohne Erdgassteuer) 840,6 696,8
Dienstleistungs- und Serviceerlöse 18,6 37,8
Sonstige Umsatzerlöse 18,9 18,8
  4.869,3 5.277,7

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich im Inland erzielt. In den Umsatzerlösen sind 28,9 Mio. € periodenfremde Erlösschmälerungen (Vorjahr: 61,8 Mio. € periodenfremde Erlöse) enthalten.

(13) Sonstige betriebliche Erträge

Im Geschäftsjahr sind periodenfremde Erträge in Höhe von 53,4 Mio. € (Vorjahr: 9,6 Mio. €) angefallen. Sie betreffen im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen (44,3 Mio. €, Vorjahr: 8,5 Mio. €).

(14) Materialaufwand

  2012
Mio. €
2011
Mio. €
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 3.658,4 4.030,1
davon Strombezugskosten (2.929,5) (3.490,2)
davon Gasbezugskosten (726,0) (537,8)
Aufwendungen für bezogene Leistungen 939,1 956,8
davon Kosten für Netzdienste Strom (826,9) (827,1)
davon Kosten für Netzdienste Gas (89,7) (103,7)
  4.597,5 4.986,9

Im Materialaufwand sind 20,0 Mio. € (Vorjahr: 48,7 Mio. €) periodenfremde Aufwendungen enthalten.

(15) Personalaufwand

  2012
Mio. €
2011
Mio. €
Löhne und Gehälter 42,5 42,7
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8,2 12,2
davon für Altersversorgung (2,6) (6,8)
  50,7 54,9

Bei den Aufwendungen für Altersversorgung handelt es sich ausschließlich um den im Abschnitt Bilanzierung und Bewertung beschriebenen Aufwandsersatz für Anwartschaften bei der Altersversorgung der EnBW AG.

Aus der Umstellung auf die Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes zum 1. Januar 2010 ergab sich im Vorjahr letztmalig ein Effekt im Aufwandsersatz in Höhe von 5,8 Mio. €.

Beschäftigte im Jahresdurchschnitt:

  2012 2011
Leitende Angestellte 24 22
Übrige Arbeitnehmer 465 461
  489 483

Zum 31. Dezember 2012 beträgt die Beschäftigtenzahl 473 (Vorjahr: 502).

Im Geschäftsjahr 2012 sind periodenfremde Personalaufwendungen in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) angefallen.

(16) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Periodenfremde Aufwendungen sind in Höhe von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) zu verzeichnen, im Wesentlichen aus periodenfremden Eingangsrechnungen.

(17) Finanzergebnis

  2012
Mio. €
2011
Mio. €
Abschreibungen auf Anteile an    
verbundenen Unternehmen -0,2 0,0
Erträge aus Beteiligungen 7,3 10,5
davon aus verbundenen Unternehmen (6,1) (9,7)
Erträge aus Ergebnisabführungsvertrag 34,9 35,9
Erträge aus Steuerumlagen 0,0 2,8
Aufwand aus Verlustübernahme -15,3 -5,2
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,5 6,4
davon aus verbundenen Unternehmen (1,0) (3,7)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -8,5 -8,6
davon an verbundene Unternehmen -(6,1) -(7,7)
  19,7 41,8

Der Zinsanteil aus der Zuführung zu den langfristigen Personalrückstellungen bei der EnBW AG reduzierte das Finanzergebnis um 2,7 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €).

Das Finanzergebnis enthält periodenfremde Erträge in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. € Aufwendungen).

(18) Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis betrifft ausschließlich außerordentliche Aufwendungen resultierend aus der Verschmelzung der Gasversorgung Dornstadt GmbH (Vorjahr: Abspaltungsbedingte Aufnahme des Geschäftsfeldes "Gasvertrieb" der EnBW Gas GmbH).

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft haftet für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, für Altersteilzeitverpflichtungen sowie für Verpflichtungen aus sonstigen Betriebsvereinbarungen in Höhe von 128,7 Mio. € (Vorjahr: 120,8 Mio. €) deren Erfüllung die EnBW AG als verbundenes Unternehmen übernommen hat. Die Gesellschaft schätzt das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein, da derzeit keine Anzeichen bestehen, dass die EnBW AG ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen wird.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Insgesamt bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 258,9 Mio. € (davon 186,5 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen).

Die übrigen finanziellen Verpflichtungen bestehen im Rahmen des normalen Geschäftsverkehrs.

Abschlussprüferhonorar

Auf eine Angabe nach § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da der Jahresabschluss der Gesellschaft in den Konzernabschluss der EnBW AG einbezogen wird.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Mit nahestehenden Unternehmen, die nicht im 100 %-igen Anteilsbesitz der EnBW AG stehen, sind Umsatzerlöse aus Strom- und Gaslieferungen in Höhe von 247,2 Mio. € erzielt worden.

Angaben zu den Organen (siehe Anlage II)

Unter der Voraussetzung, dass die variable Tantieme entsprechend dem zurückgestellten Wert festgesetzt wird, erhalten die Mitglieder der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2012 eine Gesamtvergütung in Höhe von 1,1 Mio. €.

Frühere Mitglieder der Geschäftsführung erhielten im Geschäftsjahr 2012 Gesamtbezüge in Höhe von 1,8 Mio. €. Es bestehen Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung in Höhe von 1,4 Mio. €, die bei der EnBW AG passiviert sind.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Vorschüsse und Kredite an die Organmitglieder gewährt. Es wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Organmitgliedern eingegangen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats bezogen unverändert 0,1Mio. € an Vergütung.

Weitere Angaben zu den Organmitgliedern sind in Anlage II zusammengestellt.

Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung

Gemäß § 6b Abs. 2 EnWG sind Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen sowie assoziierten Unternehmen, wenn sie aus dem Rahmen der gewöhnlichen Energieversorgungstätigkeit herausfallen und für die Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage von wesentlicher Bedeutung sind, gesondert auszuweisen.

Die EnBW Operations GmbH übernimmt für die EnBW Vertrieb GmbH die Abrechnungsdienstleistungen sowie das Zähldatenmanagement. Die Leistungen werden anhand eines detaillierten Leistungsverzeichnisses abgerechnet.

Die EnBW Systeme Infrastruktur Support GmbH übernimmt für die EnBW Vertrieb GmbH die Funktionen Rechnungswesen und Steuern, Einkauf und Logistik, Informationsverarbeitung, Personalwesen, Recht und Versicherungen und Gebäudemanagement. Die Leistungen werden anhand eines detaillierten Leistungsverzeichnisses mittels konzerneinheitlicher Verrechnungspreise abgerechnet.

Die EnBW Vertrieb GmbH hat ihre Betriebs- und Verwaltungsgebäude zu marktüblichen Konditionen von den Immobiliengesellschaften des EnBW-Konzerns gemietet.

Im Geschäftsjahr 2012 erfolgte die Verschmelzung mit der Gasversorgung Dornstadt GmbH sowie die Abspaltung sämtlicher Geschäftsanteile an der EnBW Gas GmbH auf die EnBW Regional AG.

Im Geschäftsjahr 2012 wurde der NaturEnergie+ Deutschland GmbH ein Ertragszuschuss gewährt.

 

Stuttgart, 31. Januar 2013

Geschäftsführung

Uwe Fritz

Uli Huener

Gerhard Kleih


Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am: 18.04.2013

Anlage I

Anteilsbesitz (§ 285 Nr. 11 HGB)

Name Sitz Beteiligungsquote (%)
Watt Deutschland GmbH Frankfurt am Main 100,00  
Watt Synergia GmbH Frankfurt am Main 100,00 2)
EnBW      
EnergyWatchers GmbH Stuttgart 100,00  
Yello Strom GmbH Köln 100,00  
Erdgas Südwest GmbH Karlsruhe 79,00  
NaturEnergie+ Deutschland GmbH Rheinfelden 50,00  
grünES GmbH Esslingen 51,00  
Gasversorgung Pforzheim      
Land GmbH Pforzheim 49,00  
LEEN GmbH Karlsruhe 37,50  
espot GmbH Stuttgart 25,10  
Ökotec Management GmbH Berlin 24,90  
Name Sitz Eigenkapital (Mio. €)
Watt Deutschland GmbH Frankfurt am Main 4,9  
Watt Synergia GmbH Frankfurt am Main 0,3  
EnBW      
EnergyWatchers GmbH Stuttgart 0,3  
Yello Strom GmbH Köln 1,1  
Erdgas Südwest GmbH Karlsruhe 47,0  
NaturEnergie+ Deutschland GmbH Rheinfelden 0,0 4)
grünES GmbH Esslingen 0,1  
Gasversorgung Pforzheim      
Land GmbH Pforzheim 12,8 3)
LEEN GmbH Karlsruhe 0,1 3)
espot GmbH Stuttgart 0,1 4)
Ökotec Management GmbH Berlin 0,3 3)
    Ergebnis  
Name Sitz Geschäftsjahr (Mio. €)
Watt Deutschland GmbH Frankfurt am Main 0,0 1)
Watt Synergia GmbH Frankfurt am Main 0,0 1)
EnBW      
EnergyWatchers GmbH Stuttgart 0,0 1)
Yello Strom GmbH Köln 0,0 1)
Erdgas Südwest GmbH Karlsruhe 14,5  
NaturEnergie+ Deutschland GmbH Rheinfelden 0,0 5)
grünES GmbH Esslingen 0,0 4)
Gasversorgung Pforzheim      
Land GmbH Pforzheim 2,3 3)
LEEN GmbH Karlsruhe 0,0 3) 4)
espot GmbH Stuttgart 0,0 4)
Ökotec Management GmbH Berlin 0,2 3)

1) nach Ergebnisabführung

2) mittelbar

3) Ergebnis 31.12.2011

4) unter 0,1 Mio. €

5) nach Gewährung eines Ertragszuschusses durch die Gesellschafter EnBW Vertrieb GmbH und Energiedienst AG

Anlage II

Aufsichtsrat und Geschäftsführung

Aufsichtsrat

Dr. Dirk Mausbeck, Karlsruhe

Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Thomas Landsbek, Wangen-Neuravensburg

Stellv. Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der EnBW Vertrieb GmbH

Stellv. Vorsitzender

Uwe Benkendorff, Düsseldorf

Mitglied des Vorstands der Stadtwerke Düsseldorf AG

Dr. Tobias Canz, Karlsruhe

Projektleiter Fokus der EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Uwe Fritz, Aichtal

Leiter Sales & Operations der EnBW Energie Baden-Württemberg AG

(Bis 15. Februar 2012)

Tobias Hagenmeyer, Stuttgart

Leiter Risikocontrolling der EnBW Vertrieb GmbH

Ulf Heitmüller, Hamburg

Geschäftsführer der EnBW Gas Midstream GmbH

Werner Herkert, Weingarten

Bezirksgeschäftsführer bei ver.di Bezirk Oberschwaben

Hans Kuntzemüller, Freiburg

Präsident des Verwaltungsrats der Energiedienst AG

Thomas Kusterer, Karlsruhe

Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG

(Ab 16. Februar 2012)

Gabriele Maier, Stuttgart

Stellv. Vorsitzende des Betriebsrats der EnBW Vertrieb GmbH, Stuttgart

Eva-Maria Schmidt, Zell

Gewerkschaftssekretärin bei ver.di Bezirk Fils-Neckar-Alb

Richard Willmann, Boxberg

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der EnBW Vertrieb GmbH

Geschäftsführung

Uwe Fritz, Diplom-Ingenieur

Aichtal

(Ab 2. März 2012)

Uli Huener, Master of Science Applied Mathematics

Ratingen

(Ab 2. März 2012)

Gerhard Kleih, Diplom-Ingenieur

Waiblingen

(Stellv. Sprecher der Geschäftsführung bis 1. März 2012)

Ralf Klöpfer, Diplom-Ingenieur

Karlsruhe

(Sprecher der Geschäftsführung)

(Bis 16. Februar 2012)

Lagebericht

der EnBW Vertrieb GmbH, Stuttgart

1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die EnBW Vertrieb GmbH ist als Vertriebsgesellschaft für Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, sowie als Anbieter von Energiedienstleistungen tätig.

1.1 Vertriebsstrategie

1.1.1 Verzahnung mit Konzernstrategie

Ausgehend von den Markttrends wurde in 2012 die Konzernstrategie weiterentwickelt. Das strategische Geschäftsmodell der EnBW basiert auf den Stoßrichtungen "CO2-armer Erzeuger" und "dezentraler Lösungsanbieter". Die Vertriebsstrategie ist mit der Konzernstrategie vollständig verzahnt. Beitrag des Vertriebes ist es, die Schlagkraft am Markt in den Stoßrichtungen "effizienter Commodity Vertrieb" und "Dezentrale Lösungen" zu erhöhen. Klares Ziel ist die Sicherung von Wachstum durch Verbesserungen im Commodity Geschäft und die Entwicklung des Vertriebes von kundenorientierten Lösungen.

1.1.2 Konzernprojekt Fokus

Im Rahmen des Konzernprojekts "Fokus" wurde im Vertrieb das Projekt "trans>4<mission" aufgesetzt. Im Projekt wurde die Grundlage für eine effiziente und wettbewerbsfähige Organisation für den Mehrmarkenvertrieb und die Basis für Wachstum in neuen Geschäftsfeldern geschaffen. Prinzipien der Neuordnung sind die Bündelung von übergreifenden Funktionen und die Differenzierung im Marktauftritt auf Ebene des Teilkonzerns sowie die Skalierbarkeit innerhalb des EnBW-Konzerns.

1.1.3 Wachstumsfeld Lösungen

Kunden werden in wachsendem Umfang ergänzend zur klassischen Commoditywelt ihr Energiesystem selbst gestalten. Die veränderten Kundenwünsche öffnen Spielräume für neue Geschäftsmodelle bis hin zu integrierten dezentralen Lösungen einschließlich Energiemanagement. Den Marktanforderungen wird die EnBW Vertrieb GmbH durch den Aufbau des dezentralen Lösungsanbieters gerecht.

1.2 Markt, Wettbewerb, Produkte

1.2.1 B2B

Das Marktumfeld im Segment B2BStrom ist geprägt von hohem Preiswettbewerb und hoher Berateraktivität im Bereich der Industrie- und Geschäftskunden. Im Bereich B2B Gas setzt sich ein hoher Wettbewerbsdruck aufgrund von Gasüberkapazitäten am Markt auch in 2012 fort. Im Bereich der B2B Lösungen ist die Nachfrage u.a. nach Gebäude-Energie-Effizienz-Projekten im kommunalen Sektor oder Beschaffungs- und Bilanzkreismanagementplattformen im Stadtwerke Sektor weiterhin zunehmend.

Dem Markt- und Wettbewerbsumfeld wird im Bereich B2B Strom durch eine konsequente margenorientierte Portfoliooptimierung begegnet. Produktrisiken werden für den Vertrieb weiter minimiert. Neuabschlüsse werden durch eine Produktmodularisierung und eine effizientere Aufstellung gefördert. Im Bereich B2B Gas konnten durch einen gezielten nationalen Markteintritt Absatzerfolge erreicht werden.

1.2.2 B2C

Das Marktumfeld des Segmentes B2C Strom ist weiterhin durch hohe Wettbewerbsintensität und Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet. Der Gasmarkt B2C war 2012 durch den Eintritt bundesweit agierender Gasanbieter geprägt. Bei den B2C Lösungen ist eine weitere Entwicklung der Nachfrage u.a. nach Photovoltaiklösungen, Elektromobilität oder Energieeffizienzberatungen und -dienstleistungen beobachtbar.

Die Wechselraten im Bereich B2C Strom liegen in 2012 unter dem Vorjahresniveau. Dem Wettbewerb wird über einen optimierten Multikanalansatz und intensivierte Marktbearbeitung in Baden-Württemberg begegnet. Die Marktbearbeitung wird durch regionale Preise, die Nutzung eines regionalen Informations- und Monitoringsystems sowie wertorientierte Kundenbindungsmaßnahmen unterstützt. Nach 19 Monaten Strompreisstabilität in der Grundversorgung und den Sonderprodukten wurden die Preise zum 1. August 2012 leicht angepasst. Aufgrund stark steigender externer Kostenkomponenten für das Jahr 2013 mussten die Preise für Wärmestrom zum 1. Januar 2013 sowie für die Grundversorgung und Sonderprodukte zum 1. Februar 2013 deutlich angehoben werden. Auch im Bereich B2C Gas liegen die Wechselraten unter dem Vorjahresniveau. Die vertrieblichen Maßnahmen zur Kundengewinnung laufen hierbei erfolgreich weiter. Zum 1. August 2012 erfolgte eine Umstellung des Grundversorgungtarifes vom bisherigen Zonenmodell hin zu einem einfachen Arbeits- und Grundpreismodell. Im Bereich Lösungen wird eine verstärkte Vermarktung von Energieeffizienzprodukten angestrebt, die neben zusätzlichen Erlösen auch auf eine Stärkung der Kundenbindung abzielt.

1.3 Energiewirtschaftlicher Ordnungsrahmen

Nachfolgend wird über den aktuellen Stand der wesentlichen relevanten Gesetzgebung und der aktuellen Rechtsprechung berichtet:

› EU-RL Energieeffizienz (EU-RL EnEff)

› Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

› Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

› Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

› BGH-Urteile zu unwirksamen Preisänderungklauseln in Erdgassonderverträgen mit Haushaltskunden

› EuGH-Vorlage Preisanpassungsklauseln Sonderverträge Gas

1.3.1 EU-Richtlinie zur Enerigieeffizienz

Die EU-Richtlinie trat am 4. Dezember 2012 in Kraft. Sie muss innerhalb von 18 Monaten in nationales Recht umgesetzt werden. Ziel der EU-Kommission ist es, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990 um 20% zu steigern. Bis 2016 soll eine Erhöhung der Energieeffizienz um 9% erreicht werden.

Die Richtlinie sieht u.a. vor, dass die Energieeffizienz im Gebäudebereich stark erhöht wird. Sie weist hier Bund und Ländern eine Vorbildfunktion zu und fordert insbesondere eine verstärkte energetische Sanierung von Bundesgebäuden. Die Richtlinie sieht außerdem eine Verpflichtung von Energie-versorgern zur Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen bei ihren Kunden vor. Dadurch soll die Energieeffizienz um 1,5% pro Jahr verbessert werden. Alternative Modelle sind allerdings auch zulässig. Die Bundesregierung sieht ein Verpflichtungssystem bisher kritisch und will sich für freiwillige Maßnahmen einsetzen, die Opposition befürwortet verpflichtende Maßnahmen.

1.3.2 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Die Regelungen aus der Änderung des EnWG vom 4. August 2011 wurden von der EnBW Vertrieb GmbH umgesetzt, Dazu gehört das fristlose Sonderkündigungsrecht bei Änderung der Preise und der AGB sowie neue verpflichtende Angaben bzw. Informationen für Strom- und Gasrechnungen sowie für Energielieferungsverträge (neue graphisch visualisierte Stromkennzeichnung und Ausweis weiterer Energieträger).

Die neu eingerichtete Schlichtungsstelle Energie hat die Arbeit zum 25. Oktober 2011 aufgenommen.

Sie stellt als "neue außergerichtliche Anlaufstelle" für Energieverbraucher zur Klärung und Lösungsfindung für Beschwerden rund um das Thema Energiebelieferung ein geeignetes Mittel neben dem bereits vorhandenen Beschwerdemanagement der EnBW dar. Die EnBW sieht jedoch aufgrund der neu geschaffenen Schlichtungsstelle Energie keine gravierenden Auswirkungen auf den Wettbewerb bzw. die Wettbewerbsintensität. Bis heute hat die EnBW nur wenige Schlichtungsfälle (< 10) erhalten und abgewickelt. Insgesamt hat die EnBW einen positiven Eindruck hinsichtlich des Austauschs und der Abwicklung der Beschwerdefälle mit der Schlichtungsstelle gewonnen.

Am 1. Mai 2012 traten die Änderungen der Grundversorgungsverordnungen für Strom (StromGVV) und Gas (Gas GVV) in Kraft. Die wesentliche Änderung ist die Verkürzung der Kündigungsfrist für Kunden in der Grundversorgung von einem Monat zum Monatsende auf zwei Wochen. Die Wechselprozesse wurden im Rahmen der EnWG-Novelle mit Wirkung zum 1. April 2012 entsprechend angepasst.

Eine Anpassung bzw. Änderung der AGB für Tarif- und Gewerbekunden (B2C) wurde Mitte 2012 durchgeführt.

Die Änderungen der Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität bzw. Gas (GPKE/GeliGas) zum 1. April 2012 wurden umgesetzt.

Die gesetzlichen Regelungen sind zueinander nicht immer konsistent. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sieht aufgrund der letzten Novellierung im Jahre 2011 für Sondervertragskunden vor, dass der Kunde im Rahmen einer Änderung der Vertragsbedingungen (z. B. Preismaßnahme; Allgemeine Bestimmungen) den Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen kann. In der Praxis ist aufgrund der durch die Bundesnetzagentur vorgegebenen Lieferantenwechselprozesse für Strom und Gas kein Wechsel "von einem auf den anderen Tag" - sondern lediglich unter Einhaltung einer Abmeldefrist von 7 Werktagen möglich.

Am 28. Dezember 2012 trat das 3. Gesetz zur Änderung energiewirtschaftlicher Vorschriften in Kraft.

Für den Vertrieb sind aus dieser Gesetzesänderung zwei Neuregelungen von besonderem Interesse.

Mit § 14 b werden Gasnetzentgelte für unterbrechbare Lieferungen (Abschaltverträge) wieder eingeführt. Damit sind für Kunden mit bivalenten Anlagen günstigere Kosten für die Gaslieferung erzielbar.

§ 17 enthält die Grundlage für die neue Offshore-Haftungsumlage. Diese belastet als Umlage auf die Netzentgelte alle Lieferungen an Endverbraucher. Mit der Offshore-Haftungsumlage sollen Schadensersatzzahlungen an Betreiber von Offshore-Windparks bei Verzögerungen des Netzanschlusses finanziert werden.

1.3.3 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

In 2012 wurde das Thema atypische Netznutzung und Netzentgeltbefreiung zu einem Schwerpunkt in der Kundenberatung. Für ca. 60 Kunden mit ca. 80 Abnahmestellen wurden im Auftrag der Kunden Vereinbarungen mit den Netzbetreibern abgeschlossen und Genehmigungsanträge bei den Regulierungsbehörden gestellt. Aufgrund der großen Zahl von Anträgen, die bei der Bundesnetzagentur eingingen, liegen bisher nur einige wenige Genehmigungen vor.

Die Bundesnetzagentur hat am 5. Dezember 2012 einen Beschluss (BK4-12-1656) zur sachgerechten Ermittlung individueller Netzentgelte nach § 19 Abs. 2 S. 1 getroffen. Im Wesentlichen betrifft dies die Einführung einer Mindestdifferenz zwischen der höchsten Leistung innerhalb und außerhalb des Hochlastzeitfensters von 100 kW. Dies wird zur Folge haben, dass für die Mehrzahl der Abnahmestellen, die an das Niederspannungsnetz angeschlossen sind, kein neuer Antrag mehr gestellt werden kann. Welche Folge dies für bereits gestellte Anträge hat, ist derzeit nicht bekannt. Die Bundesnetzagentur begründet diese Verschärfung der Anforderungen damit, dass nur ab einer Mindestleistungsdifferenz eine nachhaltige Entlastung des Verteilnetzes erreicht werden kann.

Außerdem wurde als spätester Termin für die Einreichung von Anträgen der 30. September eines Jahres festgelegt. Bisher konnten Anträge bis zum 31. Dezember eines Jahres gestellt werden.

Das OLG Düsseldorf hat am 14. November 2012 in zwei Eilentscheidungen zu Fragen in Zusammenhang mit Netzentgeltbefreiungen nach § 19 StromNEV Satz 1 festgestellt, dass eine vollständige Netzentgeltbefreiung nicht zulässig sei. Die Hauptverfahren finden am 6. März 2013 statt. Sollte das Gericht im Hauptverfahren zum selben Ergebnis kommen, müsste die Bundesregierung die StromNEV in diesen Punkt neu regeln. Die Auswirkungen auf bereits erteilte Genehmigungen sind noch offen.

1.3.4 BGH-Urteil zu den Folgen unwirksamer Preisänderungsklauseln in Erdgas-Sonderverträgen mit Haushaltskunden

Der Bundesgerichtshof hat am 14. März 2012 in zwei weiteren Urteilen zu Preisänderungsklauseln in Erdgas-Sonderverträgen mit Haushaltskunden entschieden. Der BGH hat dabei erstmals für den Fall einer unwirksamen Preisanpassungsklausel eine ergänzende Vertragsauslegung für angemessen gehalten. Die Höhe etwaiger Rückforderungsansprüche wird damit erheblich reduziert.

1.3.5 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Im Jahr 2012 konnten erstmals Unternehmen mit einem Jahresverbrauch ab 1 GWh (bisher: 10 GWh) an einer Abnahmestelle und einem Stromkostenanteil über 14% einen Antrag auf Entlastung bei der EEG-Umlage stellen (besondere Ausgleichsregelung nach EEG § 40 ff). Grundlage war die Änderung des EEG i.d.F. vom 29. Juli 2012. In Folge dieser Neuregelung stieg die Anzahl der Anträge von ca. 980 auf ca. 3.200 (Abnahmestellen) und die Liefermenge mit EEG-Ermäßigung steigt von ca. 85 auf ca. 107 TWh.

Nach einem Gutachten von Prof. Manssen, Universität Regensburg, im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. verstoße das EEG in der Fassung aus 2009 (Umstellung auf eine reine finanzielle Weiterwälzung der Belastung) angeblich gegen die Verfassung. Es wird eine Parallele zum Kohlepfennig hergestellt. Mit 3 Musterklagen will der Gesamtverband der Textil- und Modeindustrie die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des EEG durch das Bundesverfassungsgericht erreichen.

Eines der drei Musterverfahren betrifft die EnBW Vertrieb GmbH. Am 19. Dezember 2012 fand der Gütetermin vor dem Landgericht Stuttgart statt. Das Urteil wird am 21. Januar 2013 verkündet. Nach der Einschätzung aus der mündlichen Verhandlung wird das Landgericht Stuttgart die Klage abweisen. Auch in einem zweiten Musterverfahren wurde die Klage durch das Landgericht Bochum abgewiesen. Der Gesamtverband der Textil- und Modeindustrie hat bereits im Vorfeld erklärt, dass seine Mitglieder in jedem Fall Berufung und ggf. Revision gegen die Urteile einreichen werden, um doch noch eine Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht zu erreichen.

Die Erfolgschancen der Klagen werden aus Sicht der Rechtsabteilung und der beauftragten Kanzlei als gering eingestuft.

Die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes hat dazu geführt, dass ca. 60 Industriekunden der EnBW Vertrieb GmbH die EEG-Umlage derzeit nur noch unter dem Vorbehalt der Rückforderung bezahlen.

1.3.6 EuGH-Vorlage Preisanpassungsklauseln Sonderverträge Gas

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 14. Juli 2010 eine Kundenklage auf Rückforderung aus Gaslieferverträgen gegen den Gasanbieter EWE bestätigt. Preisanpassungsklauseln in Sonderkundenverträgen sind dann wirksam, wenn sie inhaltlich von den Regelungen der Gas-Grund-versorgungsverordnung (GasGVV) nicht zum Nachteil des Kunden abweichen. Weiterhin hat der BGH festgestellt, dass die vorbehaltslose Zahlung bei unwirksamem Preisänderungsrecht keine still-schweigende Zustimmung zu einer an sich unwirksamen Preiserhöhung darstellt. Hinsichtlich der Geltendmachung von Rückforderungsansprüchen hat der BGH darauf hingewiesen, dass die Grenzen des wirtschaftlich Zumutbaren einzuhalten sind. Eine Anwendung des Urteils ist grundsätzlich auch auf Stromlieferverträge möglich.

Zwischenzeitlich wurde ein Verfahren gegen RWE über die Wirksamkeit von Preisänderungsklauseln in Gas-Sonderverträgen, die das Preisanpassungsrecht aus der Vorgängerregelung der GasGVV übernommen hatte, vom BGH dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt, wonach die vorgenannte Rechtsprechung des BGH überprüft wird; eine Entscheidung des EuGH wird in der ersten Jahreshälfte 2013 erwartet. Nach Einschätzung des EnBW-Rechtsbereichs dürfte - abhängig vom Ausgang des EuGH-Verfahrens und einer evtl. Umsetzung durch den BGH - von einer erhöhten Risikosituation für die gesamte Branche auszugehen sein.

1.4 Gesellschaftsrechtliche Veränderungen

Im Rahmen des Strukturprojekts Gas wurden von der Gesellschaft nach Maßgabe des Spaltungs- und Übernahmevertrags vom 27. Juni 2012 und der Beschlüsse der beteiligten Rechtsträger vom 27. Juni 2012 im Wege der Abspaltung sämtliche Geschäftsanteile sowie der bestehende Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der EnBW Gas GmbHmit Wirkung zum 01. Januar 2012 auf die EnBW Regional AG übertragen. Die Eintragung in das Handelsregister der EnBW Vertrieb GmbH ist am 25. Juli 2012 erfolgt. In diesem Zusammenhang ging auch die EnBW Gasnetz GmbH als 100 %-ige Beteiligung der EnBW Gas GmbH auf die EnBW Regional AG über.

Aufgrund des Verschmelzungsvertrags vom 27. März 2012 und der Beschlüsse der beteiligten Rechtsträger vom 27. März 2012 wurde die Gasversorgung Dornstadt GmbHauf die EnBW Vertrieb GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 verschmolzen. Die Eintragung in das Handelsregister der EnBW Vertrieb GmbH ist am 24. April 2012 erfolgt.

Mit Beschluss vom 30. Juli 2012 hat die Gesellschaft gemeinsam mit der Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG die grünES GmbHmit Sitz in Esslingen gegründet, die am 28. August 2012 in das Handelsregister eingetragen wurde. Gegenstand des Unternehmens ist die Vermarktung von nicht konventionell erzeugten Energien am Groß- und Endkundenmarkt, Investitionen in Erzeugungsprojekten sowie die Erbringung von Dienstleistungen in diesen Bereichen. Die EnBW Vertrieb GmbH ist direkt mit 51 % an dieser Gesellschaft beteiligt.

1.5 Struktur EnBW Vertrieb GmbH

1.5.1 Struktur, Leitung und Kontrolle

Die Geschäftsführungder EnBW Vertrieb GmbH bestand im Geschäftsjahr 2012 überwiegend aus drei Mitgliedern, denen die gemeinschaftliche Leitung der EnBW Vertrieb GmbH obliegt. Die Geschäftsführung verfolgt bei ihrer Arbeit das Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes.

Mit Wirkung zum Ablauf des 16. Februar 2012 hat Herr Ralf Klöpfer sein Amt als Geschäftsführer sowie seine Funktion als Sprecher der Geschäftsführung niedergelegt und ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Herr Gerhard Kleih hat seine Funktion als stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung mit Wirkung zum Ablauf des 01.03.2012 niedergelegt.

In der Sitzung vom 2. März 2012 hat der Aufsichtsrat Herrn Uwe Fritz und Herrn Uli Huener mit sofortiger Wirkung zu weiteren Geschäftsführern der Gesellschaft neben Herrn Gerhard Kleih bestellt.

Die Geschäftsführung hat zudem mit Wirkung zum 2. März 2012 eine neue Ressortverteilung beschlossen. Herr Uwe Fritz ist demnach verantwortlich für das Ressort B2B Vertrieb / Neue Produkte, Herr Uli Huener trägt die Verantwortung für das Ressort B2C Vertrieb und Herr Gerhard Kleih verantwortet das Ressort Zentrale Funktionen.

Der Aufsichtsratder EnBW Vertrieb GmbH besteht aus 12 Mitgliedern.

Herr Uwe Fritz, hat mit Wirkung zum Ablauf des 15. Februar 2012 sein Mandat im Aufsichtsrat der Gesellschaft niedergelegt. Mit Gesellschafterbeschluss vom 14. Februar 2012 wurde Herr Thomas Kusterer von den Gesellschaftern mit Wirkung zum 16. Februar 2012 für die restliche Amtszeit des Gremiums zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt.

Der Aufsichtsrat überwacht und berät die Geschäftsführung bei der Führung ihrer Geschäfte. Er ist in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Die für den Aufsichtsrat geltende Geschäftsordnung enthält zustimmungspflichtige Rechtsgeschäfte und Maßnahmen. Der Aufsichtsrat ist insbesondere zuständig für die Bestellung und Abberufung der Geschäftsführungsmitglieder und die Billigung des Jahresabschlusses. Er erörtert zusammen mit der Geschäftsführung regelmäßig die Geschäftsentwicklung und Planung sowie die Strategie des Unternehmens.

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben gibt es im Aufsichtsrat einen Personalausschuss und einen Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG.

1.5.2 Standorte

Der Hauptsitz(Steuerung, Vertrieb, Finanzen) der EnBW Vertrieb GmbH ist in Stuttgart. Die Vertriebsniederlassungen B2B bearbeiten mit 7 Standorten auf 4 Vertriebsregionen verteilt den nationalen Markt.

2 Unternehmenssituation EnBW Vertrieb GmbH

2.1 Umsatz und Absatz

Die nachfolgenden Angaben zur Unternehmenssituation beziehen sich generell auf die Rechnungslegungsvorschriften des HGB.

Die EnBW Vertrieb GmbH erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz nach Strom- und Erdgassteuern von 4.869,3 Mio. €; das sind 7,7 % weniger als im Vorjahr.

Die Umsatzentwicklung stellt sich wie folgt dar (Strom- und Gaserlöse nach Abzug der Strom- bzw. Erdgassteuer):

Umsatz
in Mio. €
01.01. - 31.12.2012 01.01. - 31.12.2011 Veränderung
in %
Strom Privat- und Gewerbekunden 1.573,1 1.549,5 +1,5
Industriekunden 2.004,9 2.478,3 -19,1
Weiterverteiler 413,2 496,3 -16,7
Gesamt Strom 3.991,2 4.524,1 -11,8
Gas Privat- und Gewerbekunden 206,8 211,6 -2,3
Industriekunden 197,5 264,6 -25,4
Weiterverteiler 110,7 131,9 -16,1
Gashandel 325,6 88,7 *
Gesamt Gas 840,6 696,8 +20,6
Wärme 0,0 0,2 *
Dienstleistungen/ Sonstiges 37,5 56,6 -33,7
Gesamt 4.869,3 5.277,7 -7,7

*) über +/- 100,00 %

Strom-Absatz in Mrd. kWh (ohne Mehrmengen) 01.01. - 31.12.2012 01.01. - 31.12.2011 Veränderung
in %
Privat- und Gewerbekunden 8,6 8,8 -2,3
Industriekunden 21,7 27,3 -20,5
Weiterverteiler 6,8 7,8 -12,8
Gesamt 37,1 43,9 -15,5
Gas-Absatz in Mrd. kWh 01.01. - 31.12.2012 01.01. - 31.12.2011 Veränderung
in %
Privat- und Gewerbekunden 4,2 4,1 +2,4
Industriekunden 5,6 8,4 -33,3
Weiterverteiler 4,1 4,7 -12,8
Gashandel 12,0 3,6 *
Gesamt 25,9 20,8 +24,5

*über +/- 100,0 %

Die Umsatzerlöse haben sich um 408,4 Mio. € auf 4.869,3 Mio. € verringert.

Zum Rückgang der Umsatzerlöse beigetragen hat die um 15,5 % geringere Stromabsatzmenge. Hier wirken sich im B2B-Bereich Kundenverluste sowie Mengenreduktionen mehrerer Industriekunden und Weiterverteiler aus. Im Bereich B2C konnte bei geringerer Menge ein leichter Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnet werden. Hier wirken sich die Preismaßnahmen in der Grundversorgung, bei den Sonderprodukten und der Elektrowärme aus.

Wesentlich für den Rückgang der Umsatzerlöse im B2C- und B2B-Bereich des Gasvertriebs sind Kundenverluste sowie Temperatureinflüsse. Gegenläufig hierzu wirkt im Gashandel die konzerninterne Optimierung der Gasbeschaffung.

2.2 Ergebnis und Geschäftsverlauf

Mio. € 01.01. - 31.12.2012 01.01. - 31.12.2011
EBITDA 69,5 ./. 12,4
EBIT 63,5 ./. 14,7
EBT 82,3 13,9

Das EBIT - das Ergebnis vor Steuern, außerordentlichem Ergebnis und Finanzergebnis - erhöhte sich um 78,2 Mio. €. Die Zunahme in 2012 ist vor allem beeinflusst durch höhere sonstige betriebliche Erträge mit 33,7 Mio. € sowie geringere sonstige betriebliche Aufwendungen (-76,4 Mio. €).

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist im Wesentlichen auf die Zunahme der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (+35,8 Mio. €) zurückzuführen. Die Auflösungen betreffen insbesondere die Strom- und Gasbeschaffung sowie Preisrisiken.

Die Verringerung des Materialaufwandes mit -7,8 % auf 4.597,5 Mio. € ist durch den mengenbedingten Rückgang der Strombezugskosten um 560,7 Mio. € begründet. Gegenläufig wirkt hier ein Anstieg der Gasbezugskosten um 188,2 Mio. € im Wesentlichen verursacht durch den oben genannten Sachverhalt der konzerninternen Optimierung der Gasbeschaffung.

Der Personalaufwand hat sich um 7,7 % verringert (vergleiche hierzu unsere Erläuterungen unter Abschnitt 2.5).

Die Abschreibungen haben sich um 3,7 Mio. € erhöht, was im Wesentlichen auf die Abschreibungen für Konzessionen und ähnliche Rechte zurückzuführen ist.

Die Abnahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (-76,4 Mio. €) ist zum Großteil durch den Wegfall der Aufwendungen aus der Bündelung der Schnittstelle für die Operationsdienstleistungen bei der EnBW Vertrieb GmbH und die Verminderung von Verwaltungsaufwendungen begründet.

Das Finanzergebnis ist um 22,1 Mio. € auf 19,7 Mio. € gesunken. Der Rückgang ist vor allem durch höhere Verpflichtungen zum Ausgleich der Verluste bei Tochtergesellschaften sowie geringere Zinserträge zurückzuführen.

Das EBT - das Ergebnis vor Ertragsteuern - erhöhte sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 um 68,4 Mio. € auf 82,3 Mio. €.

Ergebnismindernd hatte sich im Jahr 2011 der als außerordentlicher Aufwand ausgewiesene Spaltungsverlust aus der Aufnahme des Geschäftsfeldes Gasvertrieb der EnBW Gas GmbH in Höhe von 12,9 Mio. € ausgewirkt.

Hieraus ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr eine um + 68,4 Mio. € auf 82,3 Mio. € verbesserte Ergebnisabführung der EnBW Vertrieb GmbH an die EnBW AG.

2.3 Vermögens- und Kapitalstruktur; Liquidität

Die Bilanzsumme der EnBW Vertrieb GmbH hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2011 um 259,9 Mio. € auf 523,7 Mio. € vermindert. Der Rückgang resultiert insbesondere aus der Übertragung sämtlicher Geschäftsanteile an der EnBW Gas GmbH im Rahmen einer Abspaltung zur Aufnahme in die EnBW Regional AG mit Wirkung zum 1. Januar 2012.

Die Erhöhung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen um 52,5 Mio. € auf 66,2 Mio. € ist im Wesentlichen auf die Aktivierung eines Strombezugsrechts zurückzuführen.

Die Finanzanlagen haben als Folge des Vermögensabgangs der Geschäftsanteile an EnBW Gas GmbH (315,0 Mio. €) um insgesamt 313,9 Mio. € abgenommen.

Das Eigenkapital hat sich um 315,0 Mio. € auf 34,1 Mio. € vermindert und betrifft die Auflösung der Kapitalrücklage zur Kompensation des Vermögensabgangs der Geschäftsanteile an der EnBW Gas GmbH. Hierdurch hat sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft von 44,6 % am 31. Dezember 2011 auf 6,5 % am 31. Dezember 2012 verringert.

Die Rückstellungen haben sich um insgesamt 80,6 Mio. € auf 140,9 Mio. € verringert, was im Wesentlichen auf den Rückgang der Rückstellungen aus der Strom- und Gasbeschaffung (- 33,7 Mio. €), für Verluste aus schwebenden Absatzgeschäften (-28,1 Mio. €) und Strompreisminderungen (-7,7 Mio. €) zurückzuführen ist.

Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und aus Steuern. Sie haben sich im Wesentlichen aufgrund der Ergebnisabführung an die EnBW AG um insgesamt 53,0 Mio. € auf 263,7 Mio. € erhöht.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist um 82,5 Mio. € auf 84,8 Mio. € angestiegen. Dies ist mit 52,9 Mio. € auf langfristige Vorauszahlungen von Kunden für Strombezüge sowie auf Vorauszahlungen aus Erdgasbezugsverträgen mit 31,3 Mio. € zurückzuführen.

Die Finanzierung ist durch die Einbindung in den EnBW Konzern gesichert. Die EnBW Vertrieb GmbH nimmt am Cash Pooling der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, teil. Hierdurch kann die EnBW Vertrieb GmbH Liquiditätsbedarf abdecken, Liquiditätsüberschüsse werden als Guthaben angelegt. Das Cash Pool Konto ist variabel verzinslich. Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, durch die Einbindung in den Cash Pool positive Beiträge zur Liquiditätssituation des EnBW-Konzerns zu erbringen.

Wesentliche außerbilanzielle Finanzierungsformen werden nicht genutzt. Die Geschäftsräume sind gemietet.

2.4 Gesamtwürdigung zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der im Lagebericht des Vorjahres prognostizierte Rückgang der Umsatzerlöse im Stromsegment eingetreten ist. Das erwartete positive Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit konnte erreicht werden.

Insgesamt stellt sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auch im Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts, als zufriedenstellend dar.

2.5 Mitarbeiter

2.5.1 Entwicklung der Mitarbeiterzahlen

Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte die EnBW Vertrieb GmbH 473 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind 29 Personen bzw. 5,8 % weniger als im Vorjahr. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Besetzungsstopp im Zusammenhang mit dem konzernweiten Strategie- und Effizienzprojekt FOKUS.

2.5.2 Personalaufwand

Der Personalaufwand der EnBW Vertrieb GmbH reduzierte sich 2012 um 4,2 Mio. € bzw. 7,7 % auf 50,7 Mio. € (Vorjahr: 54,9 Mio. €). Ursächlich für den Rückgang sind neben der reduzierten Mitarbeiterzahl die im Vorjahr höheren Aufwendungen aus Altersversorgung als Folge der letztmaligen Zuführung aus der Umstellung auf die Vorschriften des BilMoG im Wege des Aufwandsersatzes für Pensionen.

2.5.3 Personal- und Managemententwicklung

Im Rahmen des Projektes trans>4<mission wurde in 2012 eine neue Struktur für den Teilkonzern EnBW Vertrieb GmbH erarbeitet. Die Zielorganisation für den Teilkonzern ist im Vorstand der EnBW AG zur Einbringung in die Konzernzielstruktur im Rahmen von FOKUS am 24./31. Juli 2012 beschlossen worden. Die Verhandlungen mit den Betriebsratsgremien sind noch in Gange. Sie sind stark geprägt von den im B2B-Bereich und im Wachstumsfeld "Dezentraler Lösungsanbieter" (DLA) verfolgten Ziel der Senkung der Gehaltskosten, über das übergeordnet entschieden wird.

Der Veränderungsprozess wird durch einen aktiven, kontinuierlichen Dialog zwischen Geschäftsführung, Führungskräften und Mitarbeitern zu den Themen FOKUS und trans>4<mission begleitet. Kommunikationsmaßnahmen finden auf allen Ebenen über vielfältige Formate statt. Die Führungskräfte nehmen ihre Rolle als Gestalter des gesamten Prozesses war und werden hierbei durch den Personalbereich unterstützt.

Maßnahmen zum Kompetenzaufbau und -sicherung unterstützen den Umbau. Das Kompetenzmodell wurde erfolgreich ausgeweitet. Des Weiteren werden die Mitarbeiter im Rahmen des Sales Campus fit für die Gestaltung der neuen Welt gemacht.

Die EnBW Vertrieb GmbH greift die Erfordernisse einer sich verändernden Arbeitswelt auf und nutzt die Chancen neuer Möglichkeiten der Zusammenarbeit. 22 Mitarbeiter nehmen an dem im Februar 2012 gestarteten Pilotbetrieb "Mobiles Arbeiten" teil. Damit werden die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung aufgegriffen, das Thema Work-Life-Balance wird gestärkt und die Attraktivität als Arbeitgeber erhöht.

3 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Mit Beschluss vom 18. Dezember 2012 haben die Gesellschafter im Wege einer Einbringung 100 % der Anteile an der EnBW Energy Solutions GmbH auf die EnBW Vertrieb GmbH übertragen. Im Rahmen der Einbringung ist das Stammkapital um 1,1 Mio. EUR auf 14,1 Mio. EUR erhöht worden und eine zusätzliche Einstellung in die Kapitalrücklage von 57,2 Mio. EUR erfolgt. Einbringungsstichtag ist der 2. Januar 2013.

Andere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

4 Risikomanagement

Bei der Muttergesellschaft EnBW AG besteht ein konzernweites Risikofrühwarnsystem, in das auch die EnBW Vertrieb GmbH als Teilkonzern eingebunden ist. Dieses System wurde in 2012 im Rahmen des Projekts "VeRIS" (Verzahnung Risikomanagement und Internes Kontrollsystem) als Teilprojekt des Konzernprojekts "INFINO" (Integrierte Finanzorganisation) in Struktur und Prozessen unter Leitung des Konzernrisikomanagements gemeinsam mit Gesellschaftsvertretern weiterentwickelt. Die Risikomanagementberichterstattung erfolgte wie bereits in 2011 quartärlich gesamthaft für den Teilkonzern an die EnBW AG.

Im Rahmen der Berichterstattung zum 4. Quartal 2012 wurde eine Umstellung auf die mittelfristige Planung für die Jahre 2013 bis 2015 vorgenommen. Zentrale Risiken bestehen aus dem Nichtwiederabschluss von Konzessionsverträgen, Rechtsrisiken aus § 307 BGB und der Weiterleitung an den EuGH sowie einem weiter zunehmenden Wettbewerb. Die Risiken werden überwacht und ihnen wird durch spezifische vertriebliche Maßnahmen entgegengewirkt. Konzessionsverluste bergen ein Risiko an Kundenverlusten im jeweiligen Netzgebiet. Die Rechtsrisiken aus § 307 BGB und den beim EuGH zur Verhandlung ausstehenden Verfahren sind bereits oben in den Abschnitten 1.3.4 und 1.3.6 erläutert worden.

Die Risiken aus dem zunehmenden Wettbewerbsdruck sind in Abschnitt 1.2. dargestellt.

Aus dem in Abschnitt 1.4. erläuterten energiewirtschaftlichen Ordnungsrahmen ergeben sich vor allem Risiken aus denkbaren Kostenerhöhungen als Folge gesetzlicher Änderungen von Rahmenbedingungen oder der Rechtsprechung. Insbesondere die Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und der zunehmende Ausbau der dezentralen Erzeugung aus erneuerbaren Energien können zu weiterhin steigenden Kosten aus der EEG-Umlage und / oder weiteren Umlagen führen.

Durch die großen Veränderungen in der Infrastruktur zur Energieversorgung besteht die Möglichkeit, dass sich das Verbrauchsverhalten der Kunden zu einem noch stärker energieeffizienten Verhalten hin entwickelt. Dies könnte zu mengenmäßigen Absatzrückgängen sowohl im B2C- als auch im B2B-Geschäft führen.

Soweit absehbar, sind diese Risiken im Rahmen der Mittelfristplanung berücksichtigt worden.

Im Rahmen des Prüfungsplanes der Konzernrevision der EnBW wurde 2011 / 2012 eine Prüfung des Risikomanagements und des in personell unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und im Aufbau befindlichen operativen Risikocontrollings durchgeführt. Die Prüfungsergebnisse bestätigen die Wirksamkeit des Risikomanagements.

5 Internes Kontrollsystem (IKS)

Im Hinblick auf die Überwachungspflichten des Aufsichtsrates in Folge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) ist bei der EnBW AG ein IKS implementiert worden, in das auch die EnBW Vertrieb GmbH als Teilkonzern eingebunden ist. Das IKS wurde in 2012 im Rahmen des unter Pkt. 4 genannten Projekts "VeRIS" in Struktur und Prozessen analysiert und weiterentwickelt. Die Zwischenberichterstattung erfolgt seit 2011 gesamthaft für den Teilkonzern an die EnBW AG. In 2012 wurde die Watt Deutschland GmbH als 100%-Tochter der EVG erstmals in die Berichterstattung mit aufgenommen.

Im Teilkonzern wurde der jährliche Regelprozess entsprechend der Konzernvorgaben planmäßig weiter umgesetzt. Die Ergebnisse sind in einem Zwischen- und einem vorläufigen Endbericht festgehalten. Im Teilbereich Finanzberichterstattung wurden nahezu keine Kontrollschwächen festgestellt. Der Finanzbereich hat sich vom zuständigen Bereich im Konzernrechnungswesen über die Ergebnisse Bericht erstatten lassen. Die im Teilbereich Unternehmenssteuerung identifizierten Kontrollschwächen sind durch aktive Managementleistung weiter zurückgeführt worden. In der nach EnBW-Kriterien getroffenen Gesamtwürdigung ist das IKS für das Geschäftsjahr insgesamt wirksam.

In 2012 sind keine berichtenswerten Compliance Verstöße bekannt geworden. Die EnBW Vertrieb GmbH ist in die Compliance Organisation des EnBW-Konzerns eingebunden.

6 Prognosebericht

6.1 Erwartete Entwicklung des Marktumfelds und Vertriebsgeschäfts

Für die Jahre 2013 und 2014 gehen wir von einem weiterhin bewegten energiepolitischen Umfeld aus. Die Umsetzung der Energiewende wird die Energiebranche und den Vertrieb beeinflussen.

Der Wettbewerb im Bereich Commodity wird auf hohem Niveau verbleiben. Die ungebrochen lebhafte Diskussion in der Öffentlichkeit lässt auch in Zukunft eine hohe Sensibilität der Endkunden für die Energiepreise erwarten.

Die EnBW Vertrieb GmbH ist durch Ihre Vertriebsstrategie und dem unter 2.5.3 aufgeführten Projekt trans>4<mission gut vorbereitet. Erste Schritte zum Aufbau neuer Geschäftsaktivitäten im Bereich dezentraler Lösungen sind über die Vermarktung neuer Produkte oder über Beteiligungen umgesetzt.

6.2 Künftige Absatz- und Umsatzentwicklung

In 2013 und 2014 rechnen wir tendenziell im Zuge der Margenorientierung und unter den aktuellen Marktbedingungen mit einem jeweils im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht sinkenden Strom- und Gasabsatz. Dies gilt insbesondere im Bereich B2B Strom. Entsprechend gehen wir für das Geschäftsjahr 2013 bereinigt um Konzerneffekte auch von rückläufigen Umsatzerlösen und in 2014 wieder leicht steigenden Umsatzerlösen aus. Mittelfristig streben wir jedoch im Bereich Commodity eine Stabilisierung und im Bereich Lösungen zusätzliche Absatzmengen an.

6.3 Erwartete Ergebnisentwicklung

Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 haben wir in der Mittelfristplanung eine positive Ergebnisentwicklung geplant. Wesentliche Bestandteile sind die Optimierung der Marge, die Umsetzung der Projekte trans>4<mission und Fokus sowie Beiträge im Umfang des Aufbaus eines dezentralen Lösungsgeschäftes.

Die erwartete Ergebnisentwicklung kann angesichts unvorhersehbarer Ereignisse von der tatsächlichen Entwicklung abweichen.

 

Stuttgart, 31. Januar 2013

Geschäftsführung

Uwe Fritz

Uli Huener

Gerhard Kleih

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2012

gemäß § 171 AktG analog

Überwachung der Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat der EnBW Vertrieb GmbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht.

Der Aufsichtsrat unterrichtete sich in zwei ordentlichen Sitzungen am 28. März und am 29. November 2012 sowie drei außerordentlichen Sitzungen am 16. Februar, am 2. März und am 26. Juli 2012 durch schriftliche und mündliche Berichte und Entscheidungsvorlagen der Geschäftsführung umfassend über den Gang der Geschäfte sowie über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der EnBW Vertrieb GmbH. Darüber hinaus wurden Beschlussfassungen im schriftlichen Verfahren durchgeführt, eingeleitet am 23. Januar, am 31. Mai und am 12. Juni 2012. Des Weiteren wurde ein am 11. Juli 2012 eingeleitetes Eilbeschlussverfahren durchgeführt. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand mit der Geschäftsführung über die Führung der laufenden Geschäfte sowie aktuell anstehende Entscheidungen in ständiger Abstimmung.

Besondere Schwerpunkte der Beratungen und Beschlussfassungen im Jahr 2012 waren im Wesentlichen:

- Regelmäßige und ausführliche Berichterstattung der Geschäftsführung.

- Kenntnisnahme und Billigung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2011.

- Zustimmung zum Budget 2012 und Kenntnisnahme der Mittelfristplanung PR1315.

- Berichterstattung zum Risikomanagement, zum Risikocontrolling sowie zu IKS, Revision und Compliance.

- Zustimmung zu der Vergütung und den Zielen der Geschäftsführung.

- Kenntnisnahme des aktuellen Stands der Vertriebsstrategie, einschließlich EDL-Strategie.

- Zustimmung zur Durchführung des Bioerdgasprojekts Geislingen, bestehend aus dem Abschluss eines 20-jährigen Kooperationsvertrags, dem Bezug von Bioerdgas im Volumen von 24 Mio. Euro über die Vertragslaufzeit sowie der Errichtung einer Bioerdgasanlage am Standort Geislingen-Türkheim im Volumen von 3,15 Mio. Euro.

- Kenntnisnahme über die Einbringung der bisher von der EnBW Energie Baden-Württemberg AG gehaltenen Anteile an der EnBW Energy Solutions GmbH in die EnBW Vertrieb GmbH im Wege einer Sachkapitalerhöhung mit Wirkung zum 2. Januar 2013.

- Kenntnisnahme der Inhalte des EnBW-Konzernprojekts Fokus und des Projekts trans>4<mission der EnBW Vertrieb GmbH.

- Kenntnisnahme der Neufassung des Geschäftsverteilungsplans der Geschäftsführung sowie Beschlussfassung über die Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats.

Die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder war bei allen Aufsichtsratssitzungen anwesend.

Arbeit der Ausschüsse

Die EnBW Vertrieb GmbH unterfällt weiterhin dem Anwendungsbereich des MitbestG. Bis zur Abspaltung der EnBW Operations GmbH zum 1. Oktober 2010 beschäftigte die Gesellschaft regelmäßig mehr als 2.000 Arbeitnehmer (§§ 6,7 MitbestG). Gemäß § 325 Abs. 1 UmwG gilt die paritätische Mitbestimmung bei der EnBW Vertrieb GmbH für maximal fünf Jahre weiter, da sie nach der Abspaltung zwar weniger als 2.000 Arbeitnehmer, jedoch regelmäßig mehr als 501 Arbeitnehmer beschäftigt.

Bei der EnBW Vertrieb GmbH sind zwei Ausschüsse des Aufsichtsrats gebildet. Zum einen handelt es sich um den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG der im Geschäftsjahr 2012 nicht einberufen wurde, da keine klärungsbedürftigen Sachverhalte vorlagen. Zum anderen ist der Personalausschuss gemäß § 107 Abs. 3 AktG analog eingerichtet. Der Ausschuss tagte im Geschäftsjahr 2012 vier Mal (am 16. Februar, 2. März, 12. März und 7. November 2012). Dieser Ausschuss hat über die Vertragssituation der Geschäftsführer im Allgemeinen und die Festlegung von deren Jahresabschlussvergütung vorbereitend beraten.

Des Weiteren hat der Personalausschuss über den Inhalt der Aufhebungsvereinbarung des ausgeschiedenen Geschäftsführers Ralf Klöpfer, die den Konzerngrundsätzen bei der Auflösung von Anstellungsverträgen von Geschäftsführern und Vorständen entsprechen, vorbereitend beraten und über die Nebentätigkeit der Geschäftsführer beschlossen.

Ferner hat der Personalausschuss über die Inhalte der Anstellungsverträge einschließlich der Vergütungsbestandteile der Geschäftsführer Uli Huener und Uwe Fritz vorbereitend beraten.

In beiden Ausschüssen führt der Aufsichtsratsvorsitzende den Vorsitz und berichtete dem Aufsichtsrat über die Tätigkeit der Ausschüsse.

Jahresabschlussprüfung

Die KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, wurde per Gesellschafterbeschluss vom 30. März 2012 zum Abschlussprüfer gewählt und erhielt vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats den schriftlichen Auftrag zur Prüfung des Jahresabschlusses.

Gemäß dieses Prüfungsauftrags und der festgelegten Prüfungsschwerpunkte prüfte die KPMG AG den von der Geschäftsführung nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss der EnBW Vertrieb GmbH zum 31. Dezember 2012 sowie den Lagebericht.

Die Prüfung führte zu keinerlei Einwendungen, so dass der Abschlussprüfer einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat.

Prüfungsgegenstand war auch das von der Geschäftsführung einzurichtende Überwachungs-system zur Risikofrüherkennung. Der Abschlussprüfer bestätigte, dass das eingerichtete System seine Aufgaben vollständig erfüllt.

Der Bericht des Abschlussprüfers wurde allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zugesandt. Er wurde in die Aussprache und Prüfung des Jahresabschlusses einbezogen. Der Abschlussprüfer nahm an den Erörterungen des Aufsichtsrats über den Jahresabschluss teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Der Aufsichtsrat hat von dem Prüfungsergebnis zustimmend Kenntnis genommen und hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 gebilligt.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der EnBW Vertrieb GmbH besteht aus 12 Mitgliedern.

Auf der Kapitalseite hat Uwe Fritz (damals Leiter Sales & Operations der EnBW Energie Baden-Württemberg AG) sein Amt zum Ablauf des 15. Februar 2012 niedergelegt. Daher wurde durch Gesellschafterbeschluss vom 14. Februar 2012 Thomas Kusterer (Mitglied des Vorstands der EnBW Energie-Baden-Württemberg AG) mit Wirkung ab dem 16. Februar 2012 zum weiteren Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.

Weiterhin hat auf Kapitalseite Thomas Kusterer (Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG) sein Amt mit Wirkung zum 28. Februar 2013 niedergelegt. Durch Gesellschafterbeschluss vom 18./20./21./25. Februar 2013 wurde Dirk Güsewell (Mitglied der Geschäftsführung der EnBW Erneuerbare Energien GmbH) mit Wirkung ab dem 1. März 2013 zum weiteren Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.

Der Aufsichtsrat spricht den amtierenden und ausgeschiedenen Mitgliedern des Gremiums seinen Dank für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr aus.

Personelle Veränderungen in der Geschäftsführung

Ralf Klöpfer hat mit Wirkung zum Ablauf des 16. Februar 2012 sein Amt als Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung niedergelegt. Des Weiteren hat Gerhard Kleih seine Funktion als stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung zum Ablauf des 1. März 2012 niedergelegt.

Der Aufsichtsrat hat in der außerordentlichen Sitzung vom 2. März 2012 mit sofortiger Wirkung Uli Huener für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Januar 2017 und Uwe Fritz für die Dauer von drei Jahren bis zum 31. Januar 2015 zu weiteren Geschäftsführern der Gesellschaft bestellt.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei den Mitgliedern der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen persönlichen Einsatz und die im Geschäftsjahr 2012 geleistete Arbeit.

 

Stuttgart, 4. April 2013

Der Aufsichtsrat der EnBW Vertrieb GmbH

Dr. Dirk Mausbeck, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der EnBW Vertrieb GmbH, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EnBW Vertrieb GmbH. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.

 

Stuttgart, den 11. Februar 2013

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