Allianz Direct Versicherungs-AG

Königinstraße 28, 80802 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 95802
Vorher
Vereinte Spezial Versicherung AGAllSecur Deutschland AG
Eingetragen
8.7.1999
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternMit Versicherungsdienstleistungen und Pensionskassen verbundene Tätigkeiten a. n. g.Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
Der unmittelbare und mittelbare Betrieb aller Zweige des privaten Versicherungswesens im In- und Ausland, mit Ausnahme der Lebens- und substitutiven Krankenversicherung sowie die Vermittlung von Versicherungen, Bausparverträgen und die Vornahme sonstiger Geschäfte, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Versicherungsbetrieb stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Simone Genovese
seit 28.1.2026
Prokura
Castorina Flora
seit 28.1.2026
Prokura
Prokura
Naveen Ullikashi
seit 28.1.2026
Prokura
Michael Mrotzeck
seit 28.1.2026
Prokura
Giampaolo Caprice
seit 22.7.2025
Vorstandsmitglied
Robert Heil
seit 27.5.2025
Prokura
Edgar Kliuk
seit 27.5.2025
Prokura
Uwe Stuhldreier
seit 27.5.2025
Vorstandsmitglied
Sven Kircher
seit 21.2.2025
Prokura
Hans-Jörg Neu
seit 21.2.2025
Prokura
Harald Heiner
seit 21.2.2025
Prokura
Oleg Fedorenko
seit 21.2.2025
Prokura
Christoph Romberg
seit 25.7.2024
Prokura
Prokura
Christian Wenniger
seit 10.4.2024
Prokura
Tobias Hammel
seit 19.2.2024
Prokura
Ronny Soergel
seit 3.7.2023
Prokura
Anna Godin
seit 3.7.2023
Prokura
Prokura
Christie Jones
seit 21.12.2022
Prokura
Joanne Joseph
seit 21.12.2022
Prokura
Ayrat Rashitov
seit 21.12.2022
Prokura
Anja Geißler
seit 21.12.2022
Prokura
Natalia Arenas
seit 21.12.2022
Prokura
Apostolos Anagyrou
seit 21.12.2022
Prokura
Horst Rüdiger
seit 1.8.2022
Prokura
Birgit Bacher
seit 3.3.2022
Vorstandsmitglied
Philipp Paul Kroetz
seit 31.1.2022
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
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Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Allianz Direct Versicherungs-AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

INHALT

Mitglieder des Vorstandes

Lagebericht

Allgemeine Rahmenbedingungen

Geschäftsverlauf

Risikobericht

Prognose- und Chancenbericht

Betriebene Versicherungszweige und -arten

Jahresabschluss

Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang

Angaben zu den Aktiva

Angaben zu den Passiva

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Bericht des Aufsichtsrats

Mitglieder des Aufsichtsrats

Hinweis bezüglich Rundungen

Als Folge der Rundungen können sich bei der Berechnung von Summen und Prozentangaben geringfügige Abweichungen gegenüber den im Bericht ausgewiesenen Zahlen ergeben.

MITGLIEDER DES VORSTANDES

PHILIPP KROETZ

Chief Executive Officer

BIRGIT BACHER

Chief Operating Officer

PHILIP HOFFMAN

Chief Financial Officer

LAGEBERICHT

Im Geschäftsjahr 2023 legte die Allianz Direct Versicherungs-AG ihren strategischen Schwerpunkt auf Wettbewerbsfähigkeit und Rückkehr zu profitablem Wachstum in allen Märkten. Dabei erzielte die Allianz Direct Versicherungs-AG bedeutende Fortschritte in mehreren strategischen Bereichen. Dazu zählten die voranschreitende rechtliche Konsolidierung auf einen einzigen europäischen Risikoträger mit einer einheitlichen Technologieplattform, die weitere Skalierung der Technologiekapazitäten über die Allianz Direct hinaus innerhalb der Allianz Gruppe sowie die Steigerung der Kundenzufriedenheit. Zugleich wurde das Kerngeschäft weiter gestärkt und Weichen für fortgesetztes Wachstum und Rentabilitätssteigerungen gestellt.

Das niederländische Allianz Direct Portfolio wurde auf die Allianz Direct Versicherungs-AG übertragen. Darüber hinaus wurde die rechtliche Konsolidierung mit der Verschmelzung der spanischen Tochtergesellschaft der Allianz Direct Versicherungs-AG, Fénix Directo, Compañía de Seguros y Reaseguros, S.A ., Madrid, Spanien auf die spanische Niederlassung der Allianz Direct Versicherungs-AG fortgeführt. Im Jahr 2023 wurde neben der Gründung der französischen Niederlassung in Paris auch eine Firmenübernahme initiiert, die im Februar 2024 zur Übernahme des Geschäfts von Luko Cover SAS führte.

Das für die Gesellschaft selbst und andere Direktversicherungsunternehmen des Allianz Konzerns auf der europäischen Direktplattform verwaltete Versicherungsgeschäft wuchs stark auf insgesamt 2,3 Millionen Versicherungsverträge (2,1 Millionen im Jahr 2022). Zurückzuführen war dies auf Zuwächse beim Umfang des für die Allianz Direct Portfolios in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien verwalteten Geschäfts sowie beim Umfang des für andere Unternehmen des Allianz Konzerns verwalteten Geschäfts, insbesondere in den Niederlanden.

Das Gesamtprämienvolumen der Allianz Direct Versicherungs-AG stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 249 % an. Dieser Zuwachs war im Wesentlichen auf den Transfer des niederländischen Allianz Direct Portfolios und die Verschmelzung von Fenix Directo zurückzuführen. Deutschland verzeichnete im Gesamtjahresvergleich ein Wachstum im Kraftfahrtversicherungsgeschäft. Gegenüber 2022 stieg der Bestand an Kraftfahrtversicherungen signifikant um 14 % und die gesamten Beitragseinnahmen deutlich um 33 %, was auf die verbesserte Performance des Kerngeschäfts und die strategische Partnerschaft mit Check24 zurückzuführen ist.

Das Finanzergebnis im Jahr 2023 wurde erheblich durch den Erwerb des niederländischen Portfolios durch die Allianz Direct Versicherungs-AG sowie die Verschmelzung von Fénix Directo auf die spanische Niederlassung der Allianz Direct Versicherungs-AG beeinflusst. Die niederländische Niederlassung der Allianz Direct Versicherungs-AG weist trotz einer hohen Rentabilität einen versicherungstechnischen Verlust von -45,0 Millionen Euro in HGB aus. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das niederländische Portfolio bei Zugang zu Marktwerten übernommen wurde und die versicherungstechnischen Rückstellungen dem Vorsichtsprinzip folgend im Geschäftsjahr erfolgswirksam gemäß HGB-Bewertungsvorschriften umbewertet wurden. Des Weiteren war eine Erhöhung der Schwankungsrückstellung um -2,6 Millionen Euro notwendig, da die Schadenquoten im niederländischen Portfolio unter dem historischen Durchschnitt der Allianz Direct Versicherungs-AG lagen.

Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung vor Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen der Allianz Direct Versicherungs-AG belief sich auf -53,3 Millionen Euro gegenüber -21,0 Millionen Euro im Jahr 2022. Unter Bereinigung des Einmaleffektes aus dem Übertrag des Portfolios aus den Niederlanden hätte das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungs- und ähnlicher Rückstellungen bei -7,2 Millionen Euro gelegen, nach -21,0 Millionen Euro im Vorjahr.

Das versicherungstechnische Nettoergebnis nach Schwankungsrückstellung belief sich auf -42,9 Millionen Euro gegenüber -10,5 Millionen Euro im Jahr 2022. Die Verschmelzung der Fenix Directo verursachte einen zusätzlichen außerordentlichen Verlust von -8,7 Millionen Euro. Das Gesamtergebnis nach Steuern und vor Verlustübernahme belief sich im Berichtsjahr auf -74,5 Millionen Euro.

ALLGEMEINE RAHMENBEDINGUNGEN

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

RESILIENTE WELTWIRTSCHAFT

Die Eurozone verzeichnete 2023 nur ein mageres Wirtschaftswachstum von 0,5%. Zugleich verharrte die Inflation im Jahresdurchschnitt bei über 5,0%, wenngleich sie zum Jahresende bereits wieder unter 3,0% fiel. Die Wachstumsschwäche ging vor allem auf die Entwicklung in Deutschland zurück: Hier schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 0,3%, da die Industrie weiterhin unter den Folgen des Energiepreisschocks litt. Zudem beeinträchtigten hohe Preise und Zinsen die Bautätigkeit. Die Inflation dagegen blieb mit jahresdurchschnittlich 5,9% hoch. Damit war Deutschland die einzige unter den führenden Wirtschaftsnationen, in der sich die am Anfang des Jahres 2023 aufgekommenen Rezessionsängste bewahrheiteten.

Weltweit verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum dagegen nur leicht auf 2,7% und blieb damit nur geringfügig unter dem Durchschnitt der Zeit vor COVID-19. Dies lag an erster Stelle an der überraschenden Resilienz der US-Wirtschaft: Die angekündigte Rezession fand nicht statt. Dafür waren hauptsächlich die US-Verbraucher verantwortlich, die sich dank eines robusten Arbeitsmarktes und Sparrücklagen aus COVID-19-Zeiten ungebrochen konsumfreudig zeigten. Da sich zudem viele Unternehmen die vormals niedrigen Zinsen langfristig gesichert hatten, machte sich die Zinswende auch in den Unternehmensbilanzen noch nicht voll bemerkbar. Insgesamt konnte die US-Wirtschaft ein relativ starkes Wachstum von 2,5% verzeichnen, während gleichzeitig die Inflation von 8,0% im Jahr 2022 auf 4,1% im Jahr 2023 (Jahresdurchschnitt) kräftig zurückging.

ZINSWENDE ABGESCHLOSSEN

Auf den Finanzmärkten blieb die Zinswende das beherrschende Thema Dabei rückte zunehmend die Frage nach dem Ende des Erhöhungszyklus in den Fokus. Tatsächlich vollzogen die amerikanische Zentralbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) im Juli beziehungsweise September ihre vorerst letzten Zinsschritte. Im Jahr 2023 stiegen damit die Leitzinsen in den USA um 100 Basispunkte auf 5,5% und im Euroraum um 200 Basispunkte auf 4,0% (Einlagenzinssatz). Dem Anstieg der Leitzinsen folgten die Renditen der Staatsanleihen nicht. Zum Jahresende fielen die Renditen deutscher Staatsanleihen um 53 Basispunkte auf 2,0%, während die US-Staatsanleihen nahezu unverändert bei 3,9% verharrten - ein Ausdruck der Erwartung, dass die Zinswende abgeschlossen ist und die nächsten Zinsschritte wieder nach unten gehen werden.

OPTIMISMUS AN DEN AKTIENMÄRKTEN

Trotz der grundsätzlich restriktiven Ausrichtung der Geldpolitik verzeichneten die Aktienmärkte kräftige Kursgewinne. Das Ende der Zinserhöhungen und die Annahme zukünftiger Zinssenkungen führte zu großem Optimismus an den Börsen. So stiegen US-Aktien (S&P 500) um 24,2% und selbst deutsche Aktien (DAX) erzielten, trotz schrumpfender Wirtschaft, ein Plus von 20,3 %. Die deutschen Anleger zeigten sich von dieser Entwicklung jedoch weitgehend unbeeindruckt. In den ersten drei Quartalen 2023 erwarben sie Aktien im Volumen von nur 1,6 Milliarden Euro. In Anleihen dagegen flossen im selben Zeitraum 65 Milliarden Euro.

ERWERBSTÄTIGKEIT STEIGT WEITER

Im Gegensatz zur Wirtschaftsleistung stieg die Zahl der Erwerbstätigen auch im Jahr 2023, mit durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen lag sie 0,7% über dem Niveau des Vorjahres. Dabei spielten Zuwanderung und eine steigende Erwerbsbeteiligung die entscheidenden Rollen. Gleichzeitig blieb der Arbeitskräftemangel aufgrund demographischer Verschiebungen ein zentrales Thema. Dank hoher Lohnabschlüsse und Inflationsausgleichszahlungen stiegen die Durchschnittslöhne um 6,1 %. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte legte daher insgesamt um 5,9%, exakt so stark wie die Inflation, zu. Nach zwei Jahren realer Kaufkraftverluste mussten die Haushalte 2023 keine weiteren Einbußen hinnehmen.

VERÄNDERTES SPARVERHALTEN

Im Jahr 2023 normalisierte sich die Sparneigung. Nach dem die Sparquote während der COVID-19-Pandemie auf 16,5% hochgeschnellt war, lag sie im letzten Jahr bei 11,3%, dies entspricht in etwa dem Niveau der Zeit vor COVID-19. Der Konsum litt weiterhin unter der hohen Inflation. Preisbereinigt gingen die Konsumausgaben der privaten Haushalte um 1,1% zurück; dies betraf nicht zuletzt Nahrungsmittel, deren Preise, weiter kräftig stiegen.

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland profitierte vom Höhenflug der Aktienmärkte. Ende September 2023 betrug das Geldvermögen 7,5 Billionen Euro und lag damit um 3,1% über dem Jahresendwert des Jahres 2022.

Gleichzeitig veränderte die Rückkehr der Zinsen das Sparverhalten deutlich. Zinsprodukte sind wieder die Favoriten der Anleger. Das zeigt sich nicht nur bei Anleihen, sondern auch bei Termineinlagen, die in den ersten drei Quartalen 2023 mit 138 Milliarden Euro dotiert waren. Aus Sichteinlagen dagegen flossen Gelder in Höhe von 103 Milliarden Euro ab. Versicherungsprodukte taten sich in diesem Umfeld schwer. Ihr Anteil an den frischen Spargeldern betrug nur noch 18,3 %.

VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT

Die Inflation wird auch 2024 ein dominierendes Thema für die Versicherungsbranche bleiben, da die Schadeninflation - aufgrund gestiegener Löhne - langsamer sinken dürfte als die Inflation der Verbraucherpreise. Der Druck auf die versicherungstechnischen Ergebnisse sollte dank anhaltender Prämienerhöhungen dennoch nachlassen - wobei das Prämienwachstum andererseits zugleich durch das herausfordernde makroökonomische und geopolitische Umfeld belastet wird.

Aufgrund der weltweit zunehmenden geopolitischen Verwerfungen, klimabedingten Naturgefahren und technologischen Risiken bleibt das Bedürfnis nach Risikoschutz und -prävention ungebrochen groß. Aufgrund ihrer finanziellen Stärke ist die Versicherungsbranche in der Lage, innovative Lösungen für diese Bedürfnisse zu finden. Ihre Relevanz für die Stärkung gesellschaftlicher Resilienz wird daher weiter zunehmen.

Trotz weiterhin hoher Volatilität sollte das Investitionsumfeld 2024 relativ freundlich bleiben. Die gestiegenen Zinsen bieten gute Chancen für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger. Die Investmenterträge der Versicherungsunternehmen dürften weiter steigen.

Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung werden die Prämien - wenngleich abgeschwächt - weiter wachsen, wobei die Zunahme wie im Vorjahr hauptsächlich auf steigenden Preisen beruhen wird. Gleichzeitig bleibt die Schadenentwicklung herausfordernd, was auch strukturellen Faktoren wie zunehmenden klimabedingten Naturkatastrophen geschuldet ist. Die Anlageerträge werden voraussichtlich zulegen. Höhere Löhne belasten die operativen Kosten - Produktivitätssteigerungen durch vollständig digitalisierte Prozesse sind daher essenziell.

GESCHÄFTSVERLAUF

Neuordnung des europäischen Direktversicherungsgeschäfts

Im Rahmen der Konsolidierung des europäischen Direktversicherungsgeschäfts unter der Marke Allianz Direct wurde im Geschäftsjahr 2023 der Direktbestand der Allianz Benelux S.A. auf die Allianz Direct Versicherungs-AG übertragen. Des Weiteren ging das spanische Direktver sicherungsgeschäft der Fénix Directo, Compañía de Seguros y Reaseguros, S.A. ("Fénix Directo") mit Sitz in Madrid, Spanien, durch Verschmelzung der bisherigen Tochtergesellschaft in der Allianz Direct Versicherungs-AG auf.

In Vorbereitung auf das geplante Neugeschäft in Frankreich wurde eine französische Niederlassung neu gegründet, die jedoch zum 31. Dezember .2023 noch kein Versicherungsgeschäft betrieb.

PORTFOLIOTRANSFER VON DER ALLIANZ BENELUX S.A.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG übernahm mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2023 einen Bestand von Erstversicherungsverträgen von der Allianz Benelux S.A.. Für einen Kaufpreis von 30 Millionen Euro erwarb sie überwiegend versicherungstechnische Rückstellungen, liquide Mittel und den Zukunftserfolgswert im Versicherungsbestand.

Im Rahmen der Transaktion wurde bei der Allianz Direct Versicherungs-AG eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 100 Millionen Euro durch die Muttergesellschaft Allianz SE durchgeführt; davon dienten 70 Millionen Euro zur Deckung des gestiegenen Kapitalbedarfs der Allianz Direct Versicherungs-AG, 30 Millionen Euro wurden für den Kauf des Portfolios verwendet.

Die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten wurden bei Zugang zu ihren Zeitwerten in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG angesetzt.

Der Zukunftserfolgswert im Versicherungsbestand wird mit einem Wert von 30 Millionen Euro innerhalb der immateriellen Vermögensgegenstände unter "entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten" ausgewiesen. Er wird über eine Nutzungsdauer von acht Jahren linear abgeschrieben.

Um dem Vorsichtsgedanken des HGB Rechnung zu tragen, erfolgte im Geschäftsjahr 2023 eine Bewertungsanpassung der zu Zeitwerten übernommenen Salden. Hiervon vornehmlich betroffen waren die versicherungstechnischen Rückstellungen. Daraus resultierte ein negativer Einmaleffekt in der Gewinn- und Verlustrechnung von etwa 70 Millionen Euro vor Abgabe an den Rückversicherer. Die erfolgswirksam verbuchte Reserveerhöhung wurde über den Quotenrückversicherungsvertrag anteilig an die Allianz SE zediert, die Nettobelastung belief sich auf etwa 46 Millionen Euro.

VERSCHMELZUNG DER FÉNIX DIRECTO

Per Verschmelzungsvertrag vom 28. Juni 2022 und mit bilanzieller Wirkung zum 01. Januar 2023 wurde die 100%ige Tochter Fénix Directo auf die Allianz Direct Versicherungs-AG verschmolzen. Sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden gingen im Zuge der Gesamtrechtsnachfolge zu diesem Datum in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG auf.

Bei Zugang wurden die spanischen Schlussbilanzwerte als Anschaffungskosten der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden übernommen, soweit sie nicht einem Ansatzverbot des HGB unterlagen.

Aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Beteiligungsbuchwert an dem Tochterunternehmen und dem übernommenen Nettovermögen ergab sich ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 8,7 Millionen Euro, der aufwandswirksam in der Zeile "Außerordentliche Aufwendungen" in der Periode erfasst wurde.

AUSWIRKUNG DER TRANSAKTIONEN AUF VERMÖGENS- UND ERTRAGSLAGE

PRO-FORMA ERÖFFNUNGSBILANZ NACH PORTFOLIOÜBERNAHME UND VERSCHMELZUNG ZUM 01.01.2023

Anhang Allianz Direct 31.12.2022 Portfolioübernahme Benelux per 01.01.2023 Verschmelzung Fenix Directo per 01.01.2023 Allianz Direct 01.01.2023 1
AKTIVA
A. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
I. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 14.929.181 - - 14.929.181
II. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.607.478 30.000.000 117.974 55.725.452
III. Geleistete Anzahlungen 28.389.401 - - 28.389.401
68.926.060 30.000.000 117.974 99.044.034
B. Kapitalanlagen 1,2
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 31.685.253 - -31.617.970 67.283
II. Sonstige Kapitalanlagen 180.834.371 - 57.689.940 238.524.311
212.519.624 - 26.071.970 238.591.594
C. Forderungen 3
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
Versicherungsnehmer 1.906.376 539.843 84.224 2.530.443
Vermittler 2.904.593 - 1.879.594 4.784.187
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 3.962.642 - 1.512.406 5.475.048
davon an verbundene Unternehmen 3.962.642 - 1.512.406 5.475.048
III. Sonstige Forderungen 33.347.665 3.426 28.367.763 61718854
davon an verbundene Unternehmen - - 4.324.126 4.324.126
42.121.275 543.269 31.843.986 74.508.530
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 86.468 - 49.373 135.841
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 344.973 208.878.722 -7.371.293 201.852.402
III. Andere Vermögensgegenstände 1.031.636 3.404.715 1599434 6035786
1.463.077 212.283.438 -5.722.485 208.024.029
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 105.433 - 627.901 733.334
Summe Aktiva 325.135.469 242826707 52.939.345 620.901.521

1 _Pro-Forma Eröffnungsbilanz zum 01.01.2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG nach Portfolioübernahme und Verschmelzung

Anhang Allianz Direct 31.12.2022 Portfolioübernahme Benelux per 01.01.2023 Verschmelzung Fenix Directo per 01.01.2023 Allianz Direct 01.01.2023 1
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4 819.200 - - 819.200
II. Kapitalrücklage 5 66.279.615 - - 66.279.615
III. Gewinnrücklagen 6
1. Gesetzliche Rücklage 51.200 - - 51.200
2. Andere Gewinnrücklagen 181.201 - - 181.201
232.401 - - 232.401
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - - -8.742.104 -8.742.104
67.331.216 - -8.742.104 58.589.112
B. Versicherungstechnische Rückstellungen 7
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 30.119.584 2.592.861 14.936.493 47.648.938
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 11.569.842 - 3.806.651 15.376.493
18.549.742 2.592.861 11.129.842 32.272.445
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 8
1. Bruttobetrag 208.082.181 229.673.070 37.949.979 475.705.230
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 96.226.522 8797357 9.929.222 114.953.101
111.855.659 220.875.713 28.020.758 360.752.129
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 16.304.114 - - 16.304.114
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 9 3.263.742 - 2.867.541 6.131.283
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 185.228 - - 185.228
3.078.514 - 2.867.541 5.946.055
149.788.029 223.468.574 42.018.141 415.274.744
C. Andere Rückstellungen 10 8.461.060 509.878 276.432 9.247.370
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 11 66.938.667 - 7.969.024 74.907.691
E. Andere Verbindlichkeiten 12
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern 1.129.053 1.022.031 80.311 2.231.395
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 2.873.815 - 399.898 3.273.713
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.873.815 - 399898 3.273.713
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 28.368.367 17.826.224 10.937.643 57.132.234
davon aus Steuern 2.826.488 467.806 1.789.386 5.083.680
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 16.223.750 191.229 625.122 17.040.100
32.371.235 18.848.255 11.417.852 62.637.342
F. Rechnungsabgrenzungsposten 245.262 - - 245.262
Summe Passiva 325.135.469 242.826.707 52.939.345 620.901.521

1_ Pro-Forma Eröffnungsbilanz zum 01.01.2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG nach Portfolioübernahme und Verschmelzung

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG AUFGETEILT NACH LÄNDERN NACH PORTFOLIOÜBERNAHME UND VERSCHMELZUNG

Anhang Allianz Direct 2022 Deutschland
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung 13
a) Gebuchte Bruttobeiträge 13 133.361.438 154.855.446
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -69.098.688 -78.583.725
64.262.750 76.271.721
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -136.840 -6.893.481
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 946.481 4.663.193
809.642 -2.230.288
65.072.391 74.041.433
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 14 6.073 7.130
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 775.084 698.606
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 13 -122.086.299 -128.243.275
ab) Anteil der Rückversicherer 61.229.299 16.702.839
-60.857.000 -111.540.436
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 13 -14.242.175 -8.894.766
ab) Anteil der Rückversicherer 6.414.261 57.596.481
-7.827.914 48.701.715
-68.684.914 -62.838.721
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto- Rückstellungen 15 70.535 54.381
6. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung 16 -18.221.952 -16.059.853
7. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -44.901 -529.881
8. Zwischensumme -21.027.684 -4626906
9. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 10.526.422 15.364.814
10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -10.501.262 10.737.908
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen 17 1.797.781 3.572.842
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen 18 -14.391.250 -438.518
-12.593.469 3.134.325
3. Technischer Zinsertrag 14 -6.073 -7.130
-12.599.542 3.127.195
4. Sonstige Erträge 19 13.913.396 12.264.201
5. Sonstige Aufwendungen 19 -21.137.830 -21.655.354
-7.224.434 -9.391.154
6. Nichtversicherungstechnisches Ergebnis -19.823.976 -6.263.959
7. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -30.325.238 4.473.949
8. Außerordentliche Erträge - 1.435.882
9. Außerordentliche Aufwendungen -1.061.146 -15.133.349
10. Außerordentliches Ergebnis 20 -1.061.146 -13.697.467
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 3.952.980 -
davon Konzernumlage 3.952.980 -
12. Erträge aus Verlustübernahme 27.433.403 9.223.517
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilabführungsvertrags abgeführte Gewinne - -
14. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - -
Spanien Niederlande Allianz Direct 2023 1
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 40.825.865 269.217.187 464.898.497
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -26.670.098 -131.830.050 -237.083.873
14.155.767 137.387.137 227.814.625
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge 6.413.070 -1.376.215 -1.856.626
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 2.568.522 8.958.570 16.190.285
8.981.592 7.582.355 14.333.659
23.137.359 144.969.492 242.148.284
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung - - 7.130
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 276.126 23.413 998.146
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -49.890.432 -156.925.806 335.059.513
ab) Anteil der Rückversicherer 20.636.241 -42.686.835 -5.347.756
-29.254.192 -199.612.641 -340.407.269
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 5.029.804 -109.141.426 -113.006.387
ab) Anteil der Rückversicherer 1.867.223 156.768.217 216.231.921
6.897.027 47.626.791 103.225.534
-22.357.164 -151.985.850 -237.181.735
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto- Rückstellungen 1.800.541 -1.512.171 342.750
6. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung -9.061.824 -21.465.824 -46.587.500
7. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -61.081 -12.406.335 -12.997.297
8. Zwischensumme -6.266.043 -42.377.274 -53.270.223
9. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen -2.405.908 -2.605.197 10.353.709
10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -8.671.951 -44.982.471 -42.916.514
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen 1.261.789 2.104.637 6.939.269
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen -26.453 -28.517 -493.492
1.235.336 2.076.120 6.445.777
3. Technischer Zinsertrag - - -7.130
1.235.336 2.076.120 6.438.647
4. Sonstige Erträge 642.101 6.948.994 19.855.295
5. Sonstige Aufwendungen -731.506 -9284139 -324.092.392
-89.405 -2.335.145 -12.553.944
6. Nichtversicherungstechnisches Ergebnis 1.145.931 -259.025 -6.115.297
7. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -7.526.020 -45.241.496 -49.031.810
8. Außerordentliche Erträge - - 1.435.882
9. Außerordentliche Aufwendungen -831.704 -339 -15.965.391
10. Außerordentliches Ergebnis -831.704 -339 -14.529.509
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -580.262 -10.382.509 -10.962.771
davon Konzernumlage -580.262 -10.382.509 -10.962.771
12. Erträge aus Verlustübernahme 8.937.986 55.624.344 74.524.091 3
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilabführungsvertrags abgeführte Gewinne - - -
14. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - - -

1 _Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG nach Portfolioübernahme und Verschmelzung
2 _Die Zeile Sonstige Aufwendungen enthält Aufwendungen der französischen Niederlassung in Höhe von 738 Tausend Euro
3 _Die Zeile Erträge aus Verlustübernahme enthält Erträge der französischen Niederlassung in Höhe von 738 Tausend Euro

Versicherungsgeschäft

Die Allianz Direct Versicherungs-AG betreibt in Deutschland, Spanien und den Niederlanden in verschiedenen Versicherungszweigen ein Direktgeschäft. Im Jahr 2023 wurden die Konsolidierung und Vereinfachung der Struktur der Allianz Direct durch die Übernahme des niederändischen Allianz Direct Portfolios der Allianz Benelux S.A. im April 2023 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2023) und die Verschmelzung von Fénix Directo auf die spanische Niederlassung der Allianz Direct Versicherungs-AG im Juli 2023 fortgesetzt. Darüber hinaus wurde im Jahr 2023 eine Niederlassung der Allianz Direct in Frankreich gegründet, um im Jahr 2024 den Vertrieb von Produkten in den Nichtkraftfahrt-Sparten (d.h. Reise- und Hausratversicherungen) aufzunehmen, unterstützt durch den Erwerb von Vermögenswerten von Demain ES SAS und Luko Cover SAS im Februar 2024.

Im Jahr 2019 war die europäische Direktplattform als neue gemeinsame System- und Prozessplattform für das Geschäft der europäischen Direktversicherer der Allianz an den Start gegangen. Seitdem wickeln wir das Neugeschäft in der Kraftfahrtversicherung über diese Plattform ab. In den Jahren 2020 und 2021 stellten wir das komplette Produktangebot und Portfolio so um, dass für unsere Versicherungsverträge ausschließlich die neue Plattform zum Einsatz kommt.

Mit Wirkung zum Beginn des Jahres 2021 übernahmen wir die Verantwortung für die Entwicklung und den Betrieb der europäischen Direktplattform. In diesem Rahmen schlossen wir auch den konzerninternen Erwerb der zugehörigen immateriellen Vermögenswerte ab. Seitdem stellen wir die Plattform für die Niederlassung in Spanien, das niederländische Allianz Direct Portfolio der Allianz Benelux S.A. und die italienische Gesellschaft Allianz Direct S.p.A. bereit. Im Jahr 2023 weiteten wir diesen Service auf weitere Versicherungsportfolios für Privatkunden der Allianz Benelux S.A. aus. Zum Ende des Berichtsjahres wurden über die Plattform 2,3 Millionen Versicherungsverträge verwaltet.

BEITRAGSEINNAHMEN

Die Bruttobeitragseinnahmen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 248,6 % auf 464898 (2022: 133.361) Tausend Euro.

Der erwartungsgemäße Zuwachs der Beitragseinnahmen beruhte neben dem organischen Wachstum des inländischen Geschäfts auf 154.855 (2022: 116.746) Tausend Euro auch auf dem Portfolio- übertrag des niederländischen Direkt-Versicherungsgeschäfts von der Allianz Benelux S.A. mit erstmaligem Ausweis von Beiträgen in Höhe von 269217 Tausend Euro und der Verschmelzung der spanischen Direktversicherungsgesellschaft Fénix Directo, welche zu einem Beitragswachstum der spanischen Niederlassung auf 40.826 (2022: 16.616) Tausend Euro führte.

Die Bruttobeitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung nahmen gegenüber 2022 um 220,0 % auf 420.124 (2022: 131.276) Tausend Euro zu. Im Inland stiegen die Beitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung um 32,6% auf 153.103 (2022: 115.433) Tausend Euro, in der spanischen Niederlassungen legten die Beiträge im Zuge der Verschmelzung mit Fénix Directo um 135,7 % auf 37.348 (2022: 15.844) Tausend Euro zu und das niederländische Direktgeschäft wurde erstmalig mit Beiträgen in Höhe von 229.673 Tausend Euro ausgewiesen.

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung nahmen die Beitragseinnahmen um 249,5 % auf 297 139 (2022: 85027) Tausend Euro zu. Die inländischen Beitragseinnahmen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung legten um 29,1% auf 97.254 (2022: 75.309) Tausend Euro zu, die Beiträge der spanischen Niederlassung stiegen im Zuge der Verschmelzung mit Fénix Directo um 151,9 % auf 24.476 (2022: 9.718) Tausend Euro und das Geschäft der Niederlande ging erstmals mit 175.409 Tausend Euro ein. Die Rechtsschutzversicherung wird abweichend zum letztjährigen Geschäftsbericht als separater Versicherungszweig und nicht mehr als Bestandteil der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung ausgewiesen.

In den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen stiegen die Beitragseinnahmen um 165,9% auf 122985 (2022: 46.249) Tausend Euro. Im Inland stiegen die Beitragseinnahmen in der Sonstigen Kraftfahrtversicherung um 39,2 % auf 55.850 (2022: 40.123) Tausend Euro, in der spanischen Niederlassungen legten die Beiträge im Zuge der Verschmelzung mit Fénix Directo um 110,1 % auf 12.872 (2022: 6.126) Tausend Euro zu und das niederländische Direktgeschäft wurde erstmalig mit Beiträgen in Höhe von 54.263 Tausend Euro gezeigt.

Die Beitragseinnahmen in der Haftpflichtversicherung nahmen gegenüber dem Vorjahr um 818,5 % auf 3.956 (2022: 431) Tausend Euro zu. Die inländischen Beiträge in der Haftpflichtversicherung legten um 7,5 % auf 463 (2022: 431) Tausend Euro zu und das niederländische Direktgeschäft wurde erstmalig mit Beiträgen von 3.493 Tausend Euro ausgewiesen. In der Verbundenen Hausratversicherung stiegen die Bruttobeiträge um 1317,1% auf 8493 (2022: 599) Tausend Euro an. Im Inland zogen die Beitragseinnahmen in der Verbundenen Hausratversicherung um 5,2 % auf 630 (2022: 599) Tausend Euro an, die spanische Niederlassung verzeichnete nach der Verschmelzung mit Fénix Directo Beiträge von 1 Tausend Euro und das niederländische Direktgeschäft wurde mit Beiträgen von 7.862 Tausend Euro erstmalig ausgewiesen. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung lagen die Beitragseinnahmen nach erstmaligem Ausweis aufgrund Portfolioübertrag von der Allianz Benelux S.A. bei 10712 Tausend Euro. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung wurde nur Geschäft in den Niederlanden gezeichnet.

In der Unfall- und Krankenversicherung wiesen die Beitragseinnahmen von 10.417 (2022: 993) Tausend Euro ein Wachstum von 949,0 % auf. Im Inland stiegen die Beitragseinnahmen in der Unfall- und Krankenversicherung um 12,3 % auf 250 (2022: 222) Tausend Euro, in der spanischen Niederlassungen legten die Beiträge im Zuge der Verschmelzung mit Fénix Directo um 114,6 % auf 1.654 (2022: 771) Tausend Euro zu und das niederländische Direktgeschäft wurde erstmalig mit Beiträgen in Höhe von 8.514 Tausend Euro gezeigt.

In der Rechtsschutzversicherung summierten sich die Beitragseinnahmen auf 10290 Tausend Euro. Im Vorjahr wurden die Beitragseinnahmen der Rechtsschutzversicherung als Bestandteil der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung ausgewiesen. Von den im Berichtsjahrausgewiesenen Beiträgen entfielen 1.814 Tausend Euro auf die spanische Niederlassung und 8 477 Tausend Euro auf das niederländische Direktgeschäft.

GEBUCHTE BRUTTOBEITRÄGE NACH LAND

Die gebuchten Bruttobeiträge verteilten sich wie folgt auf die drei Niederlassungen:

Gebuchte Bruttobeiträge nach Herkunftsland

Veränderung
2023 2022 in %
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Deutschland 154.855.446 116.745.646 32,6
Spanien 40.825.865 16.615.792 145,7
Niederlande 269.217.187 - -
Versicherungsgeschäft insgesamt 464.898.497 133.361.438 248,6

NEUGESCHÄFT

Die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge stieg im Berichtsjahr deutlich an und nahm gegenüber dem Vorjahr um 256,6 % auf 783.917 (2022: 219.808) Neustücke zu. Die Wiederaufnahme des Vertriebs über Vergleichsportale im Jahr 2022 war weiterhin Treiber für das inländische Neugeschäftswachstum. Das inländische Neugeschäft wuchs um 196,0% auf 337.550 (2022: 114.037) Stücke, während sich das Neugeschäft über die spanische Niederlassung im Zuge signifikanter Preiserhöhungen um 32,7% auf 71.184 (2022: 105.771) Stücke rückläufig entwickelte. Weiterer Wachstumstreiber war das niederländische Neugeschäft, welches mit 375.183 Neustücken erstmalig unter der Allianz Direct Versicherungs-AG ausgewiesen wurde. Sowohl in der Kraftfahrtversicherung als auch in den Nichtkraftfahrt-Sparten wurde das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert.

BESTAND

Der Bestand an Verträgen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr erhöhte sich um 251,8% und lag damit am Jahresende 2023 bei 2.179.509 (2022: 619469) Stücken. Das inländische Geschäft verzeichnete im Gesamtjahresvergleich einen Zuwachs um 15,3 % auf insgesamt 610.766 (2022: 529.549) Verträge. Das Geschäft der spanischen Niederlassung nahm um 136,4 % auf 212 566 (2022: 89920) Verträge zu, aufgrund der Verschmelzung mit der spanischen Direktversicherungsgesellschaft Fénix Directo. Der Bestand der niederländischen Niederlassung wurde erstmalig im aktuellen Berichtsjahr mit 1.356.177 Stücken ausgewiesen.

Der Gesamtbestand an versicherten Kraftfahrzeugen konnte im Vergleich zum Vorjahr um 166,5 % gesteigert werden. Am Ende des Geschäftsjahres belief er sich auf 914297 (2022: 343.024) Fahrzeuge.

LEISTUNGEN AN KUNDEN

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle (brutto) der Allianz Direct Versicherungs-AG erhöhten sich um 228,7 % auf 448.066 (2022: 136.328) Tausend Euro. Im Inland nahm der Schadenaufwand einhergehend mit dem Beitragswachstum um 23,5 % auf 137.138 (2022: 111.062) Tausend Euro zu. Der Schadenaufwand der spanischen Niederlassung stieg um 77,5 % auf 44.861 (2022: 25.267) Tausend Euro aufgrund der Verschmelzung mit der spanischen Direktversicherungsgesellschaft Fénix Directo. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle der niederländischen Niederlassung wurden erstmalig mit 266.067 Tausend Euro ausgewiesen, nachdem das niederländische Direkt-Versicherungsgeschäfts von der Allianz Benelux S.A. übertragen wurde.

Wie im Ausblick des Geschäftsberichts 2022 erwartet, kam es zu einem Anstieg der Schadenaufwendungen bei gleichzeitiger Reduktion der Schadenquote. Inflationsbedingte Beitragsanpassungen wirkten sich positiv auf die Schadenquote aus, wurden aber teilweise von negativ wirkenden Schadendurchschnitten kompensiert. Wesentlicher Treiber für den Anstieg der Schadendurchschnitte waren Inflationseffekte. Zur Reduktion der Geschäftsjahresschadenquote, d.h. der Schadenquote vor Abwicklungsergebnis, trug vor allem das niederländische Geschäft bei, welches im Vergleich zum Vorjahresportfolio insgesamt eine bessere Geschäftsjahresschadenquote aufwies.

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung nahm der Schadenaufwand um 206,5 % auf 282.420 (2022: 92.145) Tausend Euro zu. In den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen belief er sich auf 135.251 (2022: 43.452) Tausend Euro und lag damit um 211,3 % über dem Vorjahr.

Der Schadenaufwand in der Haftpflichtversicherung stieg auf 3.204 (2022: 139) Tausend Euro. In der Verbundenen Hausratversicherung betrug der Schadenaufwand 5.620 (2022: 577) Tausend Euro. Der Schadenaufwand der Verbundenen Wohngebäudeversicherung lag bei 8.684 Tausend Euro.

In der Unfall- und Krankenversicherung betrug der Schadenaufwand 12.876 (2022: 4) Tausend Euro.

Der Schadenaufwand der Rechtsschutzversicherung belief sich auf 3 (2022: 0) Tausend Euro.

Das Abwicklungsergebnis (brutto) der Allianz Direct Versicherungs-AG war, wie auch im Vorjahr, im Geschäftsjahr 2023 negativ. Der Abwicklungsverlust betrug 47.492 (2022: 1.068) Tausend Euro und war getrieben durch das negative Abwicklungsergebnis der niederländischen Niederlassung in Höhe von 55.757 Tausend Euro. Ursächlich dafür ist die Tatsache, dass die Eröffnungsbilanz des niederländischen Portfolios zu Marktwerten transferiert wurde und die versicherungstechnischen Rückstellungen im Geschäftsjahr auf HGB Bewertungsvorgaben erfolgswirksam umbewertet wurden. Das inländische Geschäft zeigt einen Abwicklungsgewinn von 5.847 Tausend Euro nach einem Abwicklungsverlust im Vorjahr von 1.206 Tausend Euro. Auch die spanische Niederlassung erzielte einen Abwicklungsgewinn von 2.418 (2022: 138) Tausend Euro.

In Summe über alle Versicherungszweige sank die Schadenquote (brutto), also das Verhältnis von Schadenaufwand zu den verdienten Beiträgen, um 5,5 Prozentpunkte auf 96,8% (2022: 102,3 %).

AUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGSBETRIEB

Der Betriebskostensatz (brutto), der das Verhältnis der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb zu den gebuchten Beitragseinnahmen abbildet, konnte um 8,7 Prozentpunkte auf 20,2 % (2022: 28,9%) gesenkt werden. Diese Verbesserung resultiert aus den Verwaltungskosten. Bei gestiegenen absoluten Verwaltungsaufwendungen konnte der Verwaltungskostensatz mehr als halbiert werden, während der Abschlusskostensatz sowie die absoluten Abschlusskosten im Zuge des hohen Niveaus der Neustückeproduktion über dem Vorjahr lagen.

NIEDERLASSUNGEN

Die Allianz Direct Versicherungs-AG betreibt seit 2021 eine Niederlassung in Spanien mit Fokus auf Kraftfahrtversicherungsprodukten. Im Jahr 2021 wurde auch eine Niederlassung in den Niederlanden gegründet.

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der spanischen Niederlassung beliefen sich auf 40 826 (2022: 16 616) Tausend Euro bzw. lagen bei 8,8% des Gesamtgeschäfts. Treiber für das Beitragswachstum im Geschäftsjahr war die Verschmelzung mit der spanischen Direktversicherungsgesellschaft Fénix Directo.

Im Berichtsjahr wurde an die niederländische Niederlassung das Direkt-Versicherungsgeschäft von der Allianz Benelux S.A. übertragen. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der niederländischen Niederlassung beliefen sich auf 269.217 Tausend Euro. bzw. 57,9 % des Gesamtgeschäfts.

In Vorbereitung auf das geplante Neugeschäft in Frankreich wurde eine französische Niederlassung neu gegründet, die jedoch zum 31. Dezember 2023 noch kein Versicherungsgeschäft betrieb. Ebenso wurde zu Beginn des Jahres 2024 eine Niederlassung in Italien gegründet.

IN RÜCKDECKUNG GEGEBENES VERSICHERUNGSGESCHÄFT

Es bestehen vier Quoten-Rückversicherungsverträge und zwei "Loss Portfolio Transfer"-Rückversicherungsverträge mit der Allianz SE für das Gesamtportfolio. Bis auf einen Quoten-Rückversicherungsvertrag wurden die Verträge auf Funds-Withheld-Basis abgeschlossen. Funds-Withheld-Basis bedeutet, dass die Allianz Direct Versicherungs-AG die Kapitalanlagen in Höhe aller von diesem Quoten-Vertrag betroffenen versicherungstechnischen Rückstellungen einbehält und über diese verfügt. Dafür wird im Gegenzug eine Depotverbindlichkeit in entsprechender Höhe gebildet und ausgewiesen.

Aus den Quoten-Rückversicherungsverträgen ergeben sich im Wesentlichen Auswirkungen auf folgende versicherungstechnische Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung: Verdiente Beiträge, Aufwendungen für Versicherungsfälle, Veränderungen der übrigen versicherungstechnischen Nettorückstellungen und Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb.

Kapitalanlagen

Die Allianz Direct Versicherungs-AG hielt auch im Jahr 2023 an ihrer sicherheitsorientierten Anlagestrategie fest, die darauf abzielt, eine attraktive Rendite bei angemessenem Risiko zu erwirtschaften. Die strategische Anlageallokation bestand im gesamten Berichtsjahr ausschließlich aus festverzinslichen Anlagen.

Der anhaltende Krieg in der Ukraine und die in diesem Zusammenhang verhängten Sanktionen führten zu einem Anstieg der Inflation, insbesondere bei den Preisen für Energie und Lebensmittel. Die Entwicklungen am Kapitalmarkt waren 2023 weiterhin getrieben von geldpolitischen Interventionen der Zentralbanken, um die Inflationsraten einzudämmen. Im Jahresverlauf erreichten die Zinsen ihren bisherigen Höhepunkt, bevor sie zum Jahresende erneut deutlich fielen und insgesamt auf einem niedrigeren Niveau als Ende 2022 schlossen. Das Tempo des Zinsanstiegs übertraf dabei alle seit Einführung des Euro beobachteten Werte. Die Entwicklung sorgte vor allem bei festverzinslichen Wertpapieren zwischenzeitlich für starke Marktwertrückgänge, bot aber auch attraktive Investitionsmöglichkeiten, welche sich in einem deutlich gesteigerten Anlageergebnis in 2023 widerspiegelten.

Der Kapitalanlagenbestand der Allianz Direct Versicherungs-AG wuchs im Berichtsjahr um 127,6% auf 483 608 (2022: 212.520) Tausend Euro. Die Bruttoneuanlage betrug 329.833 (2022: 43.408) Tausend Euro, davon entfielen 180.026 (2022: 3.008) Tausend Euro auf Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und 57.690 (2022: 0) Tausend Euro auf andere festverzinsliche Wertpapiere. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von 30.000 (2022: 0) Tausend Euro getätigt. Der Anteil an verbundenen Unternehmen sank hingegen aufgrund der Verschmelzung von Fénix Directo auf 0 (2022: 31.636) Tausend Euro.

BEWERTUNGSRESERVEN DER KAPITALANLAGEN

Der Saldo der Bewertungsreserven der Kapitalanlagen belief sich zum Berichtsjahresende auf 24.637 (2022: 1.943) Tausend Euro. Hauptgrund für den Zuwachs ist der Marktwertanstieg bei Anleihen durch den Zinsrückgang Ende 2023. Die stillen Lasten betrugen 580 (2022: 1.090) Tausend Euro.

KAPITALANLAGENERGEBNIS

Vor allem aufgrund höherer Kapitalerträge und geringerer Abschreibungen und Verlusten lag das Anlageergebnis mit 6.446 Tausend Euro deutlich über den im Vorjahr erzielten Wert von -12.593 Tausend Euro. Dies ist insbesondere auf höhere Zinsen zur Jahresmitte und einer Bruttoneuanlage, unter anderem durch die Übernahme des niederländischen Portfolios sowie die Verschmelzung von Fenix Directo, in Höhe von 329.833 Tausend Euro zurückzuführen.

Die laufenden Erträge summierten sich auf 6 763 (2022: 1.428) Tausend Euro. Davon entfielen 6.520 (2022: 279) Tausend Euro auf festverzinsliche Anlagen und 243 (2022: 1.149) Tausend Euro auf Ausschüttungen von Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen.

Die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen betrugen 177 (2022: 370) Tausend Euro.

Der Aufwand für Kapitalanlagen sank signifikant auf 493 (2022: 14391) Tausend Euro, wovon 483 (2022: 399) Tausend Euro auf Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen und 4 (2022: 1 368) Tausend Euro auf Verlustrealisierungen aus dem Abgang von Kapitalanlagen entfielen.

Die Abschreibungen auf Kapitalanlagen betrugen 6 (2022: 12 624) Tausend Euro.

Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen belief sich auf 1,9 % (2022: - 6,1%).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNIS

Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 10.354 (2022: 10.526) Tausend Euro sowie der Auflösung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von 1.411 Tausend Euro und einer Auflösung im Vorjahr in Höhe von 464 Tausend Euro war das gesamte versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung, wie auch im Vorjahr, negativ mit einem Verlust von 42.917 (2022 10.501) Tausend Euro. In Deutschland verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis dabei auf einen Gewinn von 10.738 (2022: 4.089) Tausend Euro. Die spanische Niederlassung wies einen Verlust von 8.672 (2022: 14.590) Tausend Euro und die niederländische Niederlassung einen Verlust in Höhe von 44982 Tausend Euro aus. Unter Bereinigung des Einmaleffektes aus dem Übertrag des Portfolios aus den Niederlanden hätte das versicherungstechnische Ergebnis auf eigene Rechnung bei 1.081 Tausend Euro in den Niederlanden gelegen.

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung lag der Verlust nach einer vorgeschriebenen Entnahme aus der Schwankungsrückstellung von 3994 (2022: 10 472) Tausend Euro bei 27788 (2022: 6335) Tausend Euro.

Bei den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen belief sich der Verlust in der versicherungstechnischen Rechnung auf 9046 (2022: 3733) Tausend Euro. Vorangegangen war eine Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 7 896 (2022: 87) Tausend Euro.

Das versicherungstechnische Ergebnis in der Haftpflichtversicherung zeigte einen Verlust von 938 (2022: 78) Tausend Euro nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung von 94 Tausend Euro und einer im Vorjahr erfolgten Zuführung von 54 Tausend Euro.

In der Verbundenen Hausratversicherung entsprach das Ergebnis für eigene Rechnung einem Verlust von 648 (2022: 438) Tausend Euro; einbezogen sind dabei die Zuführung zur Schwankungsrückstellung von 5 Tausend Euro im Vergleich zu einer entsprechenden Entnahme von 21 Tausend Euro im Vorjahr.

Das Ergebnis der Verbundenen Wohngebäudeversicherung endete mit einem Verlust in Höhe von 1830 Tausend Euro. Es wurde zum ersten Mal aufgrund des Portfolioübertrags von der Allianz Benelux S.A. ausgewiesen.

Die Unfall- und Krankenversicherung wies einen Verlust von 6552 Tausend Euro aus nach einem Gewinn im Vorjahr von 120 Tausend Euro.

Die Rechtsschutzversicherung verzeichnete einen Gewinn von 4 257 Tausend Euro nach einer vorgeschriebenen Zuführung zur Schwankungsrückstellung von 1.626 Tausend Euro. Im Vorjahr wurde das Ergebnis der Rechtsschutzversicherung als Bestandteil der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung ausgewiesen.

Die Schaden-Kosten-Quote verzeichnete im Berichtsjahr einen Rückgang um 16,4 Prozentpunkte auf 117,2 % (2022: 133,6 %).

NICHTVERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNIS

Das nichtversicherungstechnische Ergebnis umfasst zum einen das Ergebnis aus Kapitalanlagen nach Abzug des in der versicherungstechnischen Rechnung zu berücksichtigenden technischen Zinsertrags von 7 (2022: 6) Tausend Euro und das übrige allgemeine Ergebnis in Höhe von -12 554 (2022: -7224) Tausend Euro. Enthalten ist darin unter anderem der Dienstleistungsaufwand, der sich aus dem Betrieb der europäischen Direktplattform ABS Direct und den angebotenen Serviceleistungen ergibt, sowie der korrespondierende Dienstleistungsertrag.

Insgesamt verbesserte sich das nichtversicherungstechnische Ergebnis auf - 6.115 (2022: -19 824) Tausend Euro, vor allem aufgrund signifikant geringerer Abschreibungen auf Kapitalanlagen im Geschäftsjahr von 6 (2022: 12.624) Tausend Euro.

AUßERORDENTLICHES ERGEBNIS

Das Außerordentliche Ergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG schließt im Geschäftsjahr 2023 mit einem höheren Verlust in Höhe von 14.529.509 (2022: 1061.146) Euro. Neben außerordentlichen Erträgen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Allianz Benelux Portfolios in Höhe von 1435.882 (2022: 0) Euro entstanden außerordentliche Aufwendungen von 15.965.391 (2022: 1.061.146) Euro. Diese bestehen weit überwiegend aus dem Verschmelzungsverlust im Zusammenhang mit der Verschmelzung der Fénix Directo in Höhe von 8.742.107 Euro sowie aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ablösung und Abschaltung der bisher genutzten IT-Altsysteme der Allianz Direct Versicherungs-AG von 7.057.399 (2022: 936.016) Euro.

GESAMTERGEBNIS

Die Allianz Direct Versicherungs-AG schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Verlust in Höhe von 74.524 (2022: 27.433) Tausend Euro ab. Dieser wird gemäß dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag von der Allianz SE übernommen. Unter Bereinigung des Einmaleffektes aus dem Übertrag des Portfolios in den Niederlanden hätte der Gesamtverlust bei 28.461Tausend Euro gelegen.

Vergleich der Geschäftsentwicklung mit der Prognose

Wie prognostiziert stiegen gesamten Bruttobeitragseinnahmen im Jahr 2023 erheblich an. Das Gesamtprämienvolumen wuchs signifikant um den Faktor 2,5. Dies ist auf die Übernahme des niederländischen Portfolios sowie die Verschmelzung von Fenix Directo zurückzuführen. Auch das organische Wachstum in Deutschland verlief erwartungsgemäß stark, unterstützt durch die Wiederaufnahme des Vertriebs über Vergleichsportale im Sommer 2022.

Erwartungsgemäß verbesserte sich auch die Kostenquote, unterstützt durch fortgesetzte operative Effizienzsteigerungen sowie stärkere Skaleneffekte nach der Übernahme des niederländischen und spanischen Portfolios. Diese Effekte glichen die mit dem starken Wachstum einhergehenden erhöhten Kostenbelastungen aus.

Das versicherungstechnische Ergebnis im Jahr 2023 wurde insbesondere durch die Übernahme des niederländischen Portfolios geprägt. Die niederländische Niederlassung verzeichnete einen versicherungstechnischen Verlust von 45,0 Millionen Euro, der auf die Neubewertung der Rückstellungen vom beizulegenden Zeitwert auf die erforderliche Rückstellungshöhe gemäß HGB sowie auf erforderliche Zuführungen zur Schwankungsrückstellung zurückzuführen war, da die Schadenquoten des niederländischen Geschäfts unter dem historischen Durchschnitt der Allianz Direct Versicherungs AG lagen. Dies war der Hauptgrund für den versicherungstechnischen Verlust der Allianz Direct Versicherungs-AG von 42,9 Millionen Euro.

Das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich im Jahr 2023 wie erwartet deutlich, was auf den Wegfall der im Jahr 2022 vorgenommenen Wertminderungen sowie auf ein relativ günstiges Renditeumfeld zurückzuführen ist.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG ist sowohl im Hinblick auf Produkte, Partner als auch geographisch eine schnell expandierende Gesellschaft. Die Allianz Direct Versicherungs-AG misst die Emission pro Kopf der Mitarbeiter. Ziel ist eine weitere kontinuierliche Senkung der Treibhausgasemissionen pro Kopf. Dazu sollen auch notwendige Geschäftsreisen einen Beitrag leisten. Der Fokus liegt auf der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Videokonferenzen. Flugreisen sollen nur in Anspruch genommen werden, wenn sie unbedingt notwendig sind. Schon im Vorjahr wurden die Standorte der Allianz Direct Versicherungs- AG zu 100% mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Regelmäßig wird der Verbrauch von Wasser, Papier, und Abfall gemessen mit klar definierten Zielen, diesen Verbrauch pro Mitarbeiter weiter zu senken.

Im Hinblick auf Diversität und Internationalität hat die Allianz Direct Versicherungs-AG eine Reihe von Initiativen ergriffen, um diese Themen weiter voranzutreiben. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf den für 2024 festgelegten Zielen in puncto "Kundenbindung" sowie "Mitarbeiterengagement", die nach wie vor im Plan liegen.

Ausgelagerte Funktionen

Für die Allianz Direct Versicherungs-AG sind insbesondere mehrere Allianz Konzernunternehmen als Dienstleister tätig. So war bis November 2023 die Schlüsselfunktion Compliance an die Allianz SE ausgegliedert. Die Schlüsselfunktion Berichts- und Rechnungswesen ist weiterhin an die Allianz SE übertragen.

Die Vermögensanlage und -verwaltung ist auf die Allianz Investment Management SE sowie in Teilbereichen auf die PIMCO Deutschland GmbH und die Allianz Global Investors GmbH ausgegliedert.

Im Übrigen liegt der Schwerpunkt der zahlreichen Ausgliederungen im Bereich der IT-Technologie, weshalb der wichtigste Dienstleister auch die Allianz Technology SE mit ihren Tochtergesellschaften ist.

Sowohl in Deutschland als auch für unsere Niederlassungen im europäischen Ausland gliedern wir zudem operative Aufgaben an andere Allianz Gruppengesellschaften aus.

Finanzlage

Die Liquiditätsplanung ist ein wesentlicher Teil der gesamten Finanzplanung; ihre Basis sind die Liquiditätsströme, die sich vor allem aus den erwarteten Prämien, Schadenzahlungen, Kosten, Kapitalanlagen, Steuerumlagen und Ergebnisabführungen bzw. Dividenden ergeben. Weitere Kernelemente sind die strategische und taktische Kapitalanlageplanung sowie die Eigenmittelplanung. Liquidität fließt der Allianz Direct Versicherungs-AG aus dem operativen Geschäft und aus den Kapitalanlagen zu. Durch unsere Teilnahme am konzernweiten Cash-Pool wird gewährleistet, dass überschüssige Liquidität zu markt- üblichen Konditionen angelegt und kurzfristiger Liquiditätsbedarf ausgeglichen werden kann.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Bereinigt um die Auswirkungen der Übernahme des niederländischen Portfolios und der Verschmelzung von Fénix Directo zeigte der zugrunde liegende Geschäftsverlauf in Deutschland, den Niederlanden und Spanien im Jahr 2023 deutliche Fortschritte. Allerdings verbesserte sich insbesondere die Schadenquote in Deutschland nicht so stark wie erwartet, was in erster Linie auf die hohe Inflation im gesamten Markt zurückzuführen war.

Spanien verzeichnete im Jahr 2023 ein geringeres Wachstum, da der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Schadenquote lag, wo eine deutliche Verbesserung erzielt wurde.

In Deutschland verbesserten sich die Schadenquoten zwar nicht so stark wie erwartet, doch erzielten wir trotz eines starken Wachstums ein höheres versicherungstechnisches Ergebnis. Diese Dynamik dürfte sich auch im Jahr 2024 fortsetzen.

In den Niederlanden erzielten wir erneut ein starkes Wachstum bei attraktiven Margen. Dieser Trend dürfte sich im Jahr 2024 fortsetzen.

Der Gesamtverlust war höher als erwartet. Die Hauptgründe dafür waren die höher als geplante Neubewertungsauswirkung auf die mit dem niederländischen Portfolio übertragenen Rückstellungen sowie eine höher als geplante Schadenquote in Deutschland. Diese Auswirkungen wurden teilweise durch eine besser als geplante Kostenquote und eine Auflösung der Schwankungsrückstellung kompensiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Um die strategischen Schwerpunkte zum Erfolg zu führen, hat sich die Allianz Direct Versicherungs-AG einer Unternehmenskultur verschrieben, in der die erzielte Leistung und das Miteinander gleichermaßen zählen. Dabei fußt die Kultur auf vier "People Attributes". Sie beschreiben das Verhalten in den Unternehmen der Allianz weltweit und helfen dabei, Unternehmensziele zu erreichen und die Spitzenposition im Wettbewerb zu halten:

Spitzenleistung für Kundinnen und Kunden und im Marktvergleich.

Teamorientierte Führung.

Unternehmerisches Denken und Handeln.

Vertrauen.

Diese Verhaltensweisen nachhaltig in das Unternehmen zu implementieren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu begeistern und aktiv einzubinden sind demnach die Schlüssel zum Erfolg. Exzellent qualifizierte Kolleginnen und Kollegen gewinnt und hält das Unternehmen durch ein attraktives Arbeitsumfeld, flache Hierarchien sowie einen hohen Grad an Verantwortung und Selbstbestimmung - auch dank agiler Organisation.

Innerhalb der Unternehmensgruppe der Allianz gilt die Allianz Direct Versicherungs-AG als Pionier: ein komplett digitaler Player mit einem neuen Businessmodell und einer selbstentwickelten IT-Plattform - inmitten eines traditionellen Unternehmens. Für dessen Belegschaft ergibt sich mit Blick auf das People Attribute ",Entrepreneurship", also das unternehmerische Denken und Handeln, eine besondere Chance zur Mitgestaltung. Zudem wurden an allen Standorten eintägige Strategie-Tage veranstaltet. Dabei präsentierte zunächst der Vorstand die strategischen Schwerpunkte und Initiativen. Anschließend erarbeiteten und diskutierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen mit dem Management in interaktiven Arbeitsgruppen die Realisierung und Mitgestaltung der Strategie in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich.

In der Allianz Direct Versicherungs-AG haben Equal Pay und Gender Equality einen hohen Stellenwert. Mit einem Frauenanteil von 50,3 % wird die Quote in der IT-Branche (rund 20 %) übertroffen. Der Anteil von Frauen im Unternehmen soll in den nächsten Jahren deutlich erhöht werden; dazu wird mit gezielten Maßnahmen das Recruiting stärker auf Frauen ausgerichtet, zum Beispiel durch sprachliche Anpassungen bei den Stellenausschreibungen. In Gesprächen mit Bewerberinnen sind bereits jetzt auf Seiten des Unternehmens Frauen grundsätzlich vertreten. Zudem wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal das "Women of Allianz Direct" (WOAD)-Event, organisiert. Diese Initiative zielte darauf ab, die vielfältigen Talente von Frauen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Ländern innerhalb der Organisation zu präsentieren und zu feiern. Das Hauptziel war, Frauen zu ermutigen, ihr Wissen, ihre Stärken und ihre Expertise zu teilen und eine Kultur der Zusammenarbeit und des Empowerments zu fördern. Die Veranstaltung war in Themenblöcke gegliedert, die inspirierende, technische und geschäftliche Themen abdeckten. Eine bemerkenswerte Ergänzung war eine Diskussionsrunde über die Kultur der Allianz Direct Versicherungs-AG, bei der das Engagement des Unternehmens für Vielfalt und Inklusion hervorgehoben wurde.

Das Unternehmen arbeitet weiterhin am unternehmensinternen Anteil von Frauen in Führungspositionen. Zwar wurden im Berichtsjahr mehr Frauen in Führungspositionen eingestellt, doch ist ihr Anteil im Top-Management noch nicht zufriedenstellend hoch.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG ist davon überzeugt, dass kooperative Zusammenarbeit, offene und ehrliche Kommunikation und Führung die Grundpfeiler für den Erfolg und die Kultur des Unternehmens sind. Mit unserer Personalagenda werden die Führungskultur weiterentwickelt und neue Arbeits- und Lernformen etabliert, insbesondere in Richtung agiles Arbeiten. Das Unternehmen bietet moderne Bürowelten und fördert die Flexibilität und Mobilität der Beschäftigten. Bei alledem verdient und findet die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spezielle Beachtung.

Durch das Kaufangebot vergünstigter Mitarbeiteraktien der Allianz SE sowie durch eine variable Vergütungskomponente wurde die Belegschaft im Berichtsjahr 2023 erneut am Unternehmenserfolg beteiligt. Zusätzlich wurde als Anerkennung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2022 auch 2023 jedem Mitarbeitenden eine Gratisaktie angeboten und damit die Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmenserfolg weiter erhöht.

ANZAHL DER BESCHÄFTIGTEN

Die Allianz Direct Versicherungs-AG beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 784 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dabei nicht einberechnet sind Vorstandsmitglieder, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten, Personen im Bundesfreiwilligendienst, in der passiven Altersteilzeit oder im Vorruhestand.

Bezieht man alle genannten Beschäftigten mit ein, ergeben sich die nachstehenden Lohn- und Gehaltssummen, sozialen Abgaben, Aufwendungen für die Altersversorgung und für Unterstützungszahlungen.

Zahlen und Fakten

2023 2022
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 784 1 263
Anteil Frauen in% 50 56
Anteil Männer in% 50 44
Anteil Vollzeitmitarbeiter/-innen im Innendienst in% 77 78
Anteil Teilzeitmitarbeiter/-innen im Innendienst in% 23 22
Alter (Durchschnitt in Jahren) 39,0 39,8
Konzernzugehörigkeit (Durchschnitt in Jahren) 5,8 5,0
Lohn- und Gehaltssumme Tsd € 47.855,0 17.667,8
Soziale Abgaben Tsd € 8.356,9 2.439,6
Aufwand für Altersversorgung Tsd € 927,0 764,8
Aufwand für Unterstützungszahlungen Tsd € 368,7 447,6

1 _Anstieg der Mitarbeiterzahl auf Grund der Portfolioübernahme und Verschmelzung

Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter betrugen im Berichtsjahr 47855 Tausend Euro. Die Summe aus sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung belief sich auf 9653 Tausend Euro.

RISIKOBERICHT

Risikoorganisation

Die unabhängige Risikomanagementfunktion der Allianz Direct Versicherungs-AG wird von einer organisatorischen Einheit innerhalb der Gesellschaft unter Leitung des Chief Risk Officers im Auftrag des Vorstands der Allianz Direct Versicherungs-AG wahrgenommen. Die unabhängige Risikomanagementfunktion überwacht nicht nur die Risiken systematisch mit qualitativen und quantitativen Risikoanalysen und -bewertungen, sondern prüft auch Handlungsalternativen und spricht Empfehlungen an die Geschäftseinheiten beziehungsweise den Vorstand aus. Durch die regelmäßige und bedarfsweise (ad hoc) Berichterstattung des Chief Risk Officers an den Vorstand der Allianz Direct Versicherungs-AG ist gewährleistet, dass der Vorstand über die aktuelle Risikosituation der Allianz Direct Versicherungs-AG entsprechend informiert ist.

Zum laufenden Austausch bezüglich der Risikosituation ist ein Risikokomitee installiert. Das Risikokomitee unterstützt den Vorstand bei der Risikoidentifikation, -bewertung und -steuerung mit Analysen und Empfehlungen im Rahmen seiner in der Geschäftsordnung festgeschriebenen Aufgaben und Kompetenzen. Der Vorstandsvorsitzende, der Finanzvorstand sowie der Chief Risk Officer der Allianz Direct Versicherungs-AG sind ständige Mitglieder des Risikokomitees. Als ständige Gäste sind ein Vertreter von Group Risk und der Versicherungsmathematischen Funktion der Allianz Direct Versicherungs-AG eingeladen.

Die für die Allianz Direct Versicherungs-AG zuständige Risikomanagementfunktion ist in die Risikosteuerung der Allianz SE eingebunden. Zudem wird sichergestellt, dass die für die Risikomanagementfunktion relevanten Standards lokal umgesetzt werden.

Risikostrategie

Das Risikomanagement der Allianz Direct Versicherungs-AG ist auf Wertschöpfung ausgerichtet. Zur Erzielung von Ertrag für unsere Kundinnen und Kunden sowie Aktionären ist die Allianz Direct Versicherungs-AG bereit, kalkulierte Risiken in ihrem Kerngeschäft, der Direktversicherung, einzugehen und zu akzeptieren.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Vorstand der Allianz Direct Versicherungs-AG unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben sowie der Vorgaben der Allianz SE auf eine grundsätzlich konservative Risikoneigung verständigt.

Erfüllung der Anforderungen von Solvency II

Die Erfüllung der Anforderungen von Solvency II hat für die Allianz Direct Versicherungs-AG einen hohen Stellenwert. Dies gilt unter anderem für die Solvabilitätskapitalanforderung und die Anforderungen an das Governance-System. Die Allianz Direct Versicherungs-AG erfüllt aufgrund ihrer kommunizierten und gelebten Prozesse des Kapital- und Risikomanagements die aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Die Schlüsselfunktionen Versicherungsmathematische Funktion, Risikomanagement- und Compliance-Funktion sowie Interne Revision stellen einen wesentlichen Bestandteil des Governance-Systems dar, welches regelmäßig überprüft wird.

Der Risikomanagementprozess wird vom Vorstand der Allianz Direct Versicherungs-AG als zentrales Element gesehen und im Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Own Risk and Solvency Assessment) zusammengefasst. Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit ist hier ein wesentlicher Bestandteil. Die Erkenntnisse aus der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung für das Geschäftsjahr 2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG stützen die Überzeugung, dass das Risikomanagementsystem der Allianz Direct Versicherungs-AG geeignet ist, Risiken klar zu identifizieren und zu bewerten sowie diese sowohl kurz- als auch langfristig zu steuern.

Risikoprofil

Das Risikoprofil der Allianz Direct Versicherungs-AG umfasst insbesondere alle wesentlichen Risiken und deckt sowohl Risiken ab, die sich kurz -, als auch mittel- und langfristig auswirken können. Als Risiko wird die Möglichkeit der Abweichung von einem explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Ziel verstanden.

Die Bewertung von Risiken erfolgt bei der Allianz Direct Versicherungs-AG zum einen über die Standardformel gemäß Solvency II, welche die wesentlichen Treiber der quantifizierbaren Risiken abbildet und als Grundlage für die Berechnung der regulatorischen Solvabilitätskapitalanforderung dient, und zum anderen über die jährliche Risikoinventur im Rahmen des Top Risk Assessment. Dies beinhaltet auch die fortlaufende Bewertung der aus aktuellen Ereignissen, wie zum Beispiel der aktuellen hohen Inflation oder der geopolitischen Situation, resultierenden Risiken. Die gesamthafte Beurteilung aller Risiken im Top Risk Assessment ermöglicht die Ableitung von Risikosteuerungsmaßnahmen.

Die Festlegung der Wesentlichkeit erfolgt über eine Verknüpfung der Eintrittshäufigkeit und der Schadenauswirkung aus Schadenhöhe beziehungsweise Reputationsverlust. Daraus ergibt sich die Gesamtrisikostufe. Risiken, welche im Rahmen des Top Risk Assessment gemäß der Gesamtrisikostufe als hoch beziehungsweise sehr hoch bewertet sind, werden als wesentliche Risiken bezeichnet.

Durch diese Wesentlichkeitseinstufung erfolgt die Bestimmung des Risikoprofils. Auf dieser Basis entscheidet der Gesamtvorstand, ob die identifizierten Risiken in ihrer gegenwärtigen Form akzeptiert werden oder ob ein anderes Risikoniveau angestrebt werden soll. Bei Bedarf werden zusätzliche Maßnahmen zur Risikominderung definiert und umgesetzt.

Die Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderung auf Basis der Standardformel umfasst die Risikokategorien versicherungstechnisches Risiko, Marktrisiko, Kreditrisiko und operationelles Risiko. Das Liquiditätsrisiko, das Reputationsrisiko und das strategische Risiko werden ausschließlich qualitativ bewertet.

Das Konzentrationsrisiko, neue potenzielle Risiken (Emerging Risks) sowie Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) werden nicht als separate Risikokategorien verstanden, sondern als Querschnittsthemen im Rahmen aller Kategorien betrachtet. Nachhaltigkeitsrisiken betreffen Faktoren im Bereich Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (ESG), die bei Eintritt möglicherweise erhebliche negative Auswirkungen auf das Vermögen, die Rentabilität oder das Ansehen der Allianz Direct Versicherungs-AG haben können. Um jedoch ein nachhaltiges Bewusstsein zum Thema ESG zu generieren, wurde dieses Risiko, obwohl nicht als wesentlich eingeschätzt, in das Top Risk Assessment mit aufgenommen und wird als mögliches Emerging Risk weiterhin betrachtet. Obwohl ebenfalls nicht als wesentlich eingestuft, wurde das Transformationsrisiko aufgrund der wachsenden Anzahl an Transformationsprojekten als Emerging Risk in das Top Risk Assessment mit aufgenommen.

Im Folgenden werden die Risiken nach Risikokategorien beschrieben und bewertet sowie etwaige Risikokonzentrationen dargestellt. Zudem werden Maßnahmen zur Steuerung und Minderung von Risiken beschrieben. Die Reihenfolge ist dabei unabhängig von der Bedeutung der Risiken für die Allianz Direct Versicherungs-AG. Sofern in der jeweiligen Risikokategorie nicht anders ausgewiesen, gab es in Bezug auf das Risikoprofil im Berichtszeitraum keine wesentlichen Änderungen.

VERSICHERUNGSTECHNISCHES RISIKO

RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG

Das versicherungstechnische Risiko bezeichnet das Risiko, dass bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen vom erwarteten Aufwand abweicht.

Es besteht für die Allianz Direct Versicherungs-AG im Wesentlichen aus dem Prämien- beziehungsweise dem Reserverisiko. Das Prämienrisiko erfasst für zukünftige Verpflichtungen die negative Abweichung des versicherungstechnischen Ergebnisses von der Erwartung. Das Reserverisiko entsteht aus der Unsicherheit der Vorhersage der Abwicklung bereits eingetretener Schäden.

Die Quantifizierung des versicherungstechnischen Risikos erfolgt anhand der Standardformel. Das versicherungstechnische Risiko wird zusätzlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet und weiterhin als wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft. Hierbei wird unter anderem das Inflationsrisiko betrachtet.

Die für die Berechnung von versicherungstechnischen Rückstellungen verwendeten Rechnungsgrundlagen und Modelle werden regelmäßig qualitätsgesichert und bei Bedarf aktualisiert.

RISIKOUMFANG

Der größte Teil der Solvabilitätskapitalanforderung für das versicherungstechnische Risiko entfällt auf das Prämienrisiko und das Reserverisiko der Nichtkatastrophenschäden, gefolgt von Katastrophenschäden, ausgelöst durch Massenunfallereignisse, Menschen oder Elementarereignisse.

RISIKOKONZENTRATION

Eine Konzentration von Schäden ergibt sich, wenn mehrere versicherte Risiken (zum Beispiel Fahrzeuge) und/oder Sparten von einem Ereignis betroffen sind. Dies ist insbesondere bei Naturkatastrophen, bei von Menschen verursachten Katastrophen, Terror- beziehungsweise Cyber-Angriffen der Fall. Bei einem Cyber-Kumulrisiko kann eine Vielzahl von versicherten Risiken von einem Ereignis betroffen sein, allerdings ist aufgrund der Vernetzung der Risiken eine geografische Eingrenzung nicht zwingend gegeben.

Die zeitliche Konzentration ist die zufallsbedingte außergewöhnliche Häufung von Schadenereignissen in einem Jahr. Insbesondere die zeitliche Konzentration von Großschäden aus Naturkatastrophen kann trotz Rückversicherungsschutz zu außergewöhnlichen Verlusten führen.

Die Konzentration von Schäden aus Naturkatastrophen, von Menschen verursachten Katastrophen, Cyberbeziehungsweise Terrorangriffen kann sich negativ auf die Erreichung finanzieller Ziele auswirken.

Versicherungstechnische Konzentrationen sind Teil des Geschäftsmodells und werden bewusst eingegangen.

RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG

Zur effizienten Risikosteuerung von versicherungstechnischen Risiken zählen insbesondere Prozesse und Instrumente wie beispielsweise risikogerechtes Pricing, der Produktentwicklungsprozess, die Einhaltung von Zeichnungsrichtlinien sowie Rückversicherung.

Im Produktentwicklungsprozess wird die Auswirkung neuer Produkte unter anderem auf die Risikotragfähigkeit und das Risikoprofil der Allianz Direct Versicherungs-AG hin bewertet. Insbesondere etwaige Kumulrisiken neuer Produkte werden frühzeitig identifiziert und adressiert. Neue Risiken, die sich aufgrund einer sich stetig weiterentwickelnden Produktlandschaft ergeben, werden so überwacht und frühzeitig erkannt.

Prämienrisiken werden hauptsächlich über versicherungsmathematische Modelle zur Tarifierung und zur Überwachung von Schadenverläufen und einer statistisch gestützten Risikoselektion, verbunden mit einer nachhaltigen Tarifpolitik gesteuert.

Die Einhaltung angemessener Zeichnungsrichtlinien im Underwriting steuert systematisch die Risikoübernahme. Technisches Underwriting und Vermeidung übermäßig großer Einzel- und Kumulrisiken sind die wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass das Kapital der Allianz Direct Versicherungs-AG geschützt und die Geschäftskontinuität gewährleistet wird. Zur optimalen Verzahnung von Underwriting, aktuarieller Kompetenz, Risikobewertung sowie der Schadenbearbeitung sind angemessene lokale Verfahren und Infrastrukturen etabliert. Diese umfassen auch die Erfassung, Bereitstellung und Verbesserung der Qualität der Daten, die zur Bewertung sowohl von Einzel- als auch von Kumulrisiken benötigt werden. Weiterhin wird ein operatives Schadencontrolling sichergestellt.

Das Reserverisiko wird durch vorsichtige Einzelfallreservierung und ausreichende Bemessung der Reserven mittels aktuarieller Berechnungen und Analysen begrenzt. Dabei werden die notwendigen Reserven von der unabhängigen Versicherungsmathematischen Funktion ermittelt. Zur übergreifenden Steuerung und Überwachung sind spezialisierte Gremien, wie zum Beispiel ein Reserve Committee, eingerichtet.

Die Rückversicherung ist ein Element zur Reduktion der Ergebnisvolatilität und zum Schutz des Kapitals und steuert die Einhaltung des Risikoappetits. Bei der Bewertung der Rückversicherungsstruktur aus Risikosicht werden jährlich die Konsistenz der Rückversicherung mit dem Risikoappetit und die Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit überprüft.

Weiter wird durch die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste gewährleistet, dass etwaige Verluste aus dem Versicherungsgeschäft, das bis zum Ende des Geschäftsjahres geschlossen wurde, gedeckt sind.

MARKTRISIKO

RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG

Das Marktrisiko ergibt sich aus Kursschwankungen an den Kapitalmärkten, welche die Bewertung der Kapitalanlagen (insbesondere Aktien, Rentenpapiere und Immobilien) und die Bewertung der Verbindlichkeiten betreffen. Das Marktrisiko schließt das Zinsänderungs-, Credit-Spread-, Aktien-, Immobilien-, Zinsvolatilitäts-, Aktienvolatilitäts-, Währungs- und Inflationsrisiko mit ein.

Die Quantifizierung des Marktrisikos erfolgt anhand der Standardformel. Es wird jedoch kein Zinsvolatilitäts-, Aktienvolatilitäts- oder Inflationsrisiko bewertet. Das Marktrisiko wird zusätzlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet und als wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft.

GRUNDSATZ DER UNTERNEHMERISCHEN VORSICHT

Die Allianz Direct Versicherungs-AG hat die Vermögensanlage und -verwaltung auf die Allianz Investment Management SE ausgegliedert. Diese tätigt die Kapitalanlage in Übereinstimmung mit dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht (§ 124 VAG). Die Umsetzung des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht ("Prudent Person Principle") umfasst dabei zwei Dimensionen:

Alle Kapitalanlagen werden so getätigt, dass sie die Qualität, Sicherheit, Liquidität, Rentabilität und Verfügbarkeit des Investmentportfolios als Gesamtheit sicherstellen. Dazu gehört insbesondere die Überprüfung, ob das Investmentportfolio die Beschaffenheit und Laufzeit der eingegangenen Versicherungsverbindlichkeiten angemessen berücksichtigt.

Kapitalanlagen sind nur zulässig, wenn die damit verbundenen Risiken angemessen identifiziert, gemessen, überwacht, gesteuert, kontrolliert, berichtet und in die Solvabilitätsbeurteilung einbezogen werden können. Vor Durchführung einer Kapitalanlage überprüft die Allianz Investment Management SE die Vereinbarkeit mit den Interessen der Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer und die Auswirkungen des Investments auf Qualität, Sicherheit, Liquidität, Rentabilität und Verfügbarkeit des Gesamtportfolios.

RISIKOUMFANG

Die für das Marktrisiko spezifische Solvablitätskapitalanforderung der Allianz Direct Versicherungs-AG ist im Vergleich zu den versicherungstechnischen Risiken von untergeordneter Bedeutung. Der größte Teil des Marktrisikos der Allianz Direct Versicherungs-AG entfällt auf Credit-Spread-Risiken 1 und Zinsrisiken.

RISIKOKONZENTRATION

Aufgrund des hohen Anteils an Zinstiteln im Investmentportfolio sieht sich die Allianz Direct Versicherungs-AG mit einer Konzentration der damit verbundenen Risiken konfrontiert, vor allem Zins- und Credit- Spread-Risiken.

Trotz des gegenüber einzelnen Emittenten wohldiversifizierten Investmentportfolios der Allianz Direct Versicherungs-AG bleibt die zugrunde liegende Exponierung gegenüber dem risikofreien Zins für alle Emittenten von Zinstiteln im selben Währungsraum bestehen.

RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG

Das Marktrisiko wird im Wesentlichen über Limite und Vorgaben für das strategische Zielportfolio der Kapitalanlagen gesteuert. Das strategische Zielportfolio reflektiert die Struktur der Verbindlichkeiten, insbesondere die der versicherungstechnischen Rückstellungen, berücksichtigt Kapitalrestriktionen sowie zukünftiges Geschäft und stellt die Robustheit der Risikotragfähigkeit gegenüber adversen Szenarien sicher. Bei der Herleitung der Anlagestrategie werden gemäß dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht die internen Vorgaben für zulässige Anlagen berücksichtigt, welche die Qualität, Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und Verfügbarkeit des Portfolios gewährleisten.

Im gesamten Investmentprozess werden Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Hierfür ist seit dem Jahr 2011 die Umsetzung der Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren ("Principles for Responsible Investment") der UN im Investmentprozess verankert. Zudem hat sich die Allianz im Rahmen der UN-gestützten Net-Zero Asset Owner Alliance verpflichtet, das Pariser Klimaabkommen in ihren Portfolios zu erfüllen.

Das Kapitalanlagemanagement ist an die Allianz Investment Management SE ausgelagert, um Effektivitäts- und Effizienzvorteile zu nutzen. Durch das dadurch verfügbare umfangreiche Know-how sind die Marktrisiken besser beherrschbar. Gleichwohl wird in allen Prozessen, Richtlinien und Entscheidungen die uneingeschränkte Risikoverantwortung der Allianz Direct Versicherungs-AG berücksichtigt.

Neue Finanzmarktprodukte durchlaufen vor Einsatz einen Prozess, der sicherstellt, dass deren Konformität mit geltenden regulatorischen und internen Anforderungen geprüft ist, Risiken identifiziert und bemessen werden, entsprechende Expertise im Unternehmen aufgebaut wird und die Einbindung in alle relevanten Unternehmensprozesse gewährleistet ist.

KREDITRISIKO

RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG

Das Kreditrisiko ergibt sich aufgrund eines unerwarteten Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Geschäftspartners. Das Kreditrisiko resultiert hauptsächlich aus Kapitalanlagen (Investments) und daneben aus dem Ausfall von Forderungen.

Die Quantifizierung des Kreditrisikos erfolgt anhand der Standardformel. Das Kreditrisiko, das sich aus unerwarteten Ausfällen oder Bonitätsveränderungen bei Kapitalanlagen ergibt, wird innerhalb des Moduls Marktrisiko über das Untermodul Credit-Spread-Risiko abgebildet. Der Ausfall von Forderungen wird hingegen im Modul Ausfallrisiko erfasst.

Das Kreditrisiko wird zusätzlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet und weiterhin als nicht wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft.

RISIKOUMFANG

Aufgrund des sehr hohen Anteils von Zinsträgern im Portfolio sind Kreditrisiken ein Treiber des Risikoprofils. Der Umfang ist allerdings durch die hohe Kreditqualität und Diversifikation begrenzt. Die für das Ausfallrisiko spezifische Solvabilitätskapitalanforderung der Allianz Direct Versicherungs-AG ist im Vergleich zu den versicherungstechnischen Risiken und den Marktrisiken von untergeordneter Bedeutung.

Ferner ergeben sich Kreditrisiken aus der engen Verflechtung der Allianz Direct Versicherungs-AG innerhalb der Allianz Gruppe.

RISIKOKONZENTRATION

Festverzinsliche Anlagen sind mit Ausfallrisiken verbunden und machen insgesamt einen sehr hohen Anteil am Investmentportfolio aus. Allerdings sind die Anlagen breit diversifiziert. Ein Konzentrationsrisiko ergibt sich also im Wesentlichen aus Szenarien wie einer Banken- oder Eurokrise, die die Kreditqualität auf dem Markt für festverzinsliche Wertpapiere in der Breite betreffen würde.

1 _In der Standardformel enthält das Credit-Spread-Risiko auch Anteile des Kreditrisikos.

Die Summe der zehn (gemessen am Marktwert) größten Positionen des kreditrisikorelevanten Portfolios aus Kapitalanlagen und Rückversicherung beträgt 504937 Tausend Euro. Dies entspricht 52,0% des gesamten Kreditportfolios. Die zwei größten Gegenparteien sind die Allianz SE und die UniCredit Bank aufgrund großer Volumina im Bereich Rückversicherung beziehungsweise Bankguthaben.

RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG

Das Kreditrisiko wird über Vorgaben für das strategische Zielportfolio und Limite gesteuert. Hierbei wird der Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht stets berücksichtigt.

Kumullimite sorgen für die effektive Begrenzung von zu großen Exponierungen in beispielsweise einzelnen Ländern und Kontrahenten. Klar definierte Prozesse gewährleisten, dass Risikokonzentrationen und die Auslastung von Limiten angemessen überwacht und gesteuert werden. Des Weiteren mindert die Besicherung der Rückversicherungsforderungen das Kreditrisiko.

Neben dem vorhandenen Limitsystem wird eine konservative Anlagestrategie durch eine hohe Qualität der Ratingstruktur des Portfolios der Allianz Direct Versicherungs-AG, einen hohen Anteil besicherter Wertpapiere und hohe Diversifikation sichergestellt.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG hält 100% ihrer Kapitalanlagen in Nominalwerten. Davon haben 99,3 % ein Investment-Grade-Rating. Unter "Investment Grade" fallen Forderungstitel und Emittenten, deren Bonität von führenden Ratingagenturen hoch eingestuft ist. Rund 60,5% haben sogar ein AAA- oder AA-Rating. Damit wird die Qualität der Anlagen von unabhängigen Experten sehr positiv bewertet. Insgesamt 0,7% haben ein Non-Investment-Grade-Rating oder sind nicht geratet.

Für neue Kapitalmarktprodukte wird zudem im Rahmen des "New Financial Instrument"-Prozesses geprüft, ob auch Kreditrisiken im gruppenweiten Risikomodell angemessen reflektiert werden.

LIQUIDITÄTSRISIKO

RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass ein Unternehmen nicht über die notwendigen Barmittel verfügt beziehungsweise nicht in der Lage sein könnte, Anlagen und andere Vermögenswerte in Barmittel umzuwandeln, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Anhand der Standardformel erfolgt keine Quantifizierung des Liquiditätsrisikos. Das Liquiditätsrisiko wird qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet. Zusätzlich wird es über eine Szenarioanalyse im Rahmen der Liquiditätsrisikobeurteilung quantitativ erfasst. Vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells und der getroffenen Vorkehrungen wird das Liquiditätsrisiko für die Allianz Direct Versicherungs-AG als nicht wesentlich eingestuft.

RISIKOUMFANG

Ein Liquiditätsrisiko kann für die Allianz Direct Versicherungs-AG aus erwarteten und unerwarteten Zahlungsverpflichtungen entstehen. Es resultiert in erster Linie aus Zahlungsverpflichtungen aufgrund fälliger Versicherungsleistungen sowie weiterer Zahlungsverpflichtungen gegenüber Vertragspartnern. Ausbleibende Mittelrückflüsse aus Investitionen können gleichermaßen zu Liquiditätsengpässen führen.

RISIKOKONZENTRATION

Die Allianz Direct Versicherungs-AG hat überwiegend in liquide marktgängige Kapitalanlagen verschiedener Anlageklassen investiert, um sicherzustellen, dass auch potenzielle Fälle mit größerem Auszahlungsbedarf auskömmlich abgedeckt werden können. Es wurde im Liquiditätsrisiko keine Risikokonzentration identifiziert.

RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG

Die Auslagerung des Kapitalanlagemanagements an die Allianz Investment Management SE beinhaltet auch die Liquiditätsplanung der Allianz Direct Versicherungs-AG, die in Abstimmung mit der strategischen und taktischen Kapitalanlageplanung und dem geplanten Liquiditätsbedarf erfolgt. Die Risikoverantwortung verbleibt ungeachtet der Auslagerungen bei der Allianz Direct Versicherungs- AG.

Jede Investmententscheidung wird nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht vorgenommen, welcher fordert, dass die Liquidität auf Gesamtportfolioebene stets gewährleistet ist. Außerdem wird im Rahmen einer detaillierten vorausschauenden Liquiditätsplanung der Liquiditätsbedarf ermittelt und die Realisierbarkeit sichergestellt. Das Liquiditätsrisiko wird zudem mittels entsprechender Liquiditätslimite überwacht und gesteuert.

Teil des vollumfänglichen Liquiditätsrisikomanagement-Prozesses ist ein Liquiditätsrisikobericht, der regelmäßig erstellt wird. Hauptmerkmale sind unter anderem die Betrachtung von Mittelzuflüssen und -abflüssen unter adversen Szenarien und über verschiedene Zeithorizonte hinweg sowie eine Bewertung verfügbarer Gegenmaßnahmen einschließlich des Verkaufs liquider Aktiva. Dabei werden Schwellenwerte für Warnstufen und Limitverstöße definiert, welche sicherstellen, dass der Vorstand in der Lage ist, die Liquiditätssituation angemessen zu bewerten.

Erhöhter Liquiditätsbedarf kann über laufende Kapitalrückflüsse sowie den Verkauf von hoch liquiden Kapitalanlagen gedeckt werden Zusätzlich werden kurzfristige Zahlungsverpflichtungen über den konzernweiten Cash-Pool sichergestellt.

Aufgrund der Höhe der Prämieneinnahmen und des zusätzlich großen Bestandes an hoch liquiden Anlagen ist die Allianz Direct Versicherungs-AG in der Lage, ihren Leistungsverpflichtungen jederzeit vollumfänglich nachzukommen.

OPERATIONELLES RISIKO

RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG

Das operationelle Risiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aufgrund von unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen oder aus mitarbeiter- und systembedingten oder aber externen Vorfällen. Das operationelle Risiko umfasst auch das Rechts- und das Compliance-Risiko, das Risiko durch Auslagerungen sowie das IT-Risiko (zum Beispiel Funktionsfähigkeit von EDV-Systemen oder Enterprise Resilience/Cyber-Risiko), jedoch nicht das strategische Risiko oder das Reputationsrisiko.

Das operationelle Risiko wird in der Standardformel quantifiziert, liefert aber durch die vergleichsweise niedrigen finanziellen Schadenauswirkungen einen geringen Beitrag zur Solvabilitätskapitalanforderung. Es wird daher vornehmlich qualitativ bewertet. Aus qualitativer Sicht kommt dem operationellen Risiko eine vergleichsweise hohe Bedeutung zu und es wird für die Allianz Direct Versicherungs-AG weiterhin als wesentlich eingestuft.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG wird sich weiter auf den Kundennutzen fokussieren. Dies führt auch zu Änderungen an der IT-Systemlandschaft. Während sich aus der Umstellung auf neue Prozesse und IT-Systeme klare Vorteile für die Kunden und das Unternehmen ergeben, sind damit auch Risiken verbunden. Diese Risiken - wie etwa der vorübergehende Ausfall eines Systems - werden sorgfältig bewertet und bestmöglich minimiert.

RISIKOUMFANG

Das operationelle Risiko ist eine notwendige Konsequenz aus der Geschäftstätigkeit und lässt sich typischerweise nicht vollständig vermeiden. Folglich wird das operationelle Risiko insoweit akzeptiert, als es für den Geschäftsbetrieb unter Kosten-/Nutzenaspekten unvermeidbar ist. Unter dieser Voraussetzung wird so weit wie möglich eine Minimierung des operationellen Risikos angestrebt.

RISIKOKONZENTRATION

Da für sehr viele Prozesse IT-Unterstützung notwendig ist, sind das Vermeiden von IT-Ausfällen sowie der Schutz von Daten und Systemen im Rahmen der Informationssicherheit von zentraler Bedeutung. Zudem sind innerhalb des Allianz Konzerns und bei der Allianz Direct Versicherungs-AG viele Tätigkeiten ausgelagert. Bei den Auslagerungen werden mögliche Risiken identifiziert und Kontrollen aufgesetzt, die im Rahmen des operationellen Risikomanagements nachgehalten werden.

Die Wiederherstellungsfähigkeit kritischer Geschäftsprozesse wird über das Betriebskontinuitätsmanagement sichergestellt, um die Risikokonzentration in einem Katastrophenszenario zu verringern.

RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG

Im Rahmen des Managements operationeller Risiken werden für Geschäftsprozesse, die mit wesentlichen Risiken behaftet sind, geeignete Kontrollen und Maßnahmen zur Risikomitigierung aufgesetzt. Die Einrichtung und Durchführung adäquater Kontrollen zur Mitigation der identifizierten operationellen Risiken obliegt den risikoverantwortlichen Bereichen. Die Kontrollen sind Bestandteil des internen Kontrollsystems.

Um das Risiko wesentlicher Fehler in der Finanzberichterstattung zu vermindern, haben die Versicherungsunternehmen der Allianz im Rahmen des internen Kontrollsystems (IKS) umfassende Kontrollen implementiert. Dieses Kontrollsystem umfasst sämtliche Komponenten der Finanzberichterstattung. Die Funktionsfähigkeit des IKS für die Finanzberichterstattung wurde für den Berichtszeitraum geprüft und als gegeben angesehen.

Die Angemessenheit und Wirksamkeit von Kontrollen für ausgewählte wesentliche ausgelagerte Prozesse wird durch einen Wirtschaftsprüfer gemäß internationalem Prüfungsstandard (International Standard on Assurance Engagements - ISAE 3402) überprüft.

Zusätzlich werden einzelne operationelle Risiken durch das eigene Versicherungsmanagement begrenzt, zum Beispiel Cyber-Versicherungsschutz.

Das Management des operationellen Risikos wird durch die Meldung operationeller Verluste und in diesem Rahmen aufgesetzte Maßnahmen unterstützt.

WEITERE RISIKEN

STRATEGISCHES RISIKO

Das strategische Risiko ergibt sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen und diesen zugrunde liegenden Annahmen. Hierzu zählt auch das Risiko, dass Geschäftsentscheidungen nicht oder nicht ausreichend an ein geändertes Wirtschaftsumfeld oder Kundenverhalten angepasst werden.

Innerhalb der Standardformel erfolgt keine Quantifizierung des strategischen Risikos. Dieses wird ausschließlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet.

Das strategische Risiko ist aufgrund seiner Geschäftsmodellimmanenz von langfristiger Natur und wird weiterhin grundsätzlich als wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft.

GESCHÄFTSRISIKO

Das Geschäftsrisiko ergibt sich aufgrund einer unerwarteten Änderung des Geschäftsvolumens, der Kostenentwicklung oder der Margen des zukünftigen Geschäftes. Dabei umfasst das Geschäftsrisiko auch das Stornorisiko und anderes nicht vorhersehbares Kundenverhalten.

In der Standardformel erfolgt lediglich eine Quantifizierung des Stornorisikos im Untermodul der versicherungstechnischen Risiken. Die auf das Stornorisiko entfallene Solvabilitätskapitalanforderung ist von sehr geringer Bedeutung. Geschäftsrisiken (Kosten- und Stornorisiko) werden qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet. Dabei wird das Geschäftsrisiko als wesentliches Risiko eingestuft, da es einen hohen Einfluss auf das unmittelbare operative Ergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG hat.

Die Entwicklung des Neugeschäftes und der Kündigungsquoten wird regelmäßig beobachtet und bewertet. Zur Beurteilung des Stornorisikos wird unter anderem die Kundenzufriedenheit laufend systematisch gemessen. Durch verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel gezielte Ansprache treuer Kundinnen und Kunden, systematische Kundenkommunikation oder Stornofrüherkennung wird die Stornowahrscheinlichkeit reduziert. Das Kostenrisiko wird unter anderem im Rahmen der laufenden Controlling-Prozesse sowie der versicherungsmathematischen Prozesse überwacht.

REPUTATIONSRISIKO

Das Reputationsrisiko ergibt sich aus einer möglichen Beschädigung des Ansehens des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Dabei geht es um die Unternehmenswahrnehmung sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch bei (potenziellen) Kundinnen und Kunden, anderen Geschäftspartnern, Nichtregierungsorganisationen, Belegschaft, Aktionären oder Behörden.

Anhand der Standardformel erfolgt keine Quantifizierung des Reputationsrisikos. Dieses wird ausschließlich qualitativ erfasst und ist als eigene Bewertungsdimension bei der Wesentlichkeitseinschätzung aller Risiken enthalten. Ein entsprechender Steuerungs- und Kontrollprozess zur Identifikation, Bewertung und Mitigation des Reputationsrisikos ist installiert. Zur Identifikation von Reputationsrisiken arbeiten sämtliche betroffenen Funktionen auf Konzern- und lokaler Ebene eng zusammen.

Hier sind insbesondere die Risiken in den Bereichen Recht und Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit, IT (zum Beispiel Fehler in IT-Systemen), Betriebskontinuitätsmanagement sowie die Bearbeitung im Betrieb von hoher Bedeutung.

Prinzipien des Risikomanagements

Als Finanzdienstleistungsunternehmen betrachtet die Allianz Direct Versicherungs-AG das Risikomanagement als eine ihrer Kernkompetenzen. Es ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse der Allianz Direct Versicherungs-AG. Das Risikomanagementsystem deckt mit seinem risikoorientierten Ansatz alle Risikodimensionen ab. Elemente des Risikomanagementsystems sind:

Förderung einer starken Risikomanagementkultur, die von einer angemessenen Risikoorganisation und effektiven Risikoprinzipien (Risk Governance) getragen wird.

Durchführung einer umfassenden Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderung, um die Kapitalbasis zu schützen und ein effektives Kapitalmanagement zu unterstützen.

Implementierung und Koordination notwendiger Kontrollen sowie deren Dokumentation für risikorelevante Prozesse und darin enthaltene relevante Risiken.

Einbeziehung von Risikoerwägungen und Kapitalbedarf in die Entscheidungs- und Managementprozesse.

Dieser umfassende Ansatz stellt sicher, dass Risiken angemessen identifiziert, analysiert, bewertet und gesteuert werden. In der Risikostrategie werden der Risikoappetit sowie übergreifende Risikotragfähigkeitslimite definiert. Das ganzheitliche Limitsystem wird in einem internen Limitframework dokumentiert. Eine strenge Risikoüberwachung und die entsprechende Berichterstattung ermöglichen es, frühzeitig Limitauslastungen zu erkennen und darauf zu reagieren.

Risikosituation

Die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen (Solvency II) werden erfüllt. Die aktuelle Risikosituation liegt innerhalb der Risikotragfähigkeit des Unternehmens.

PROGNOSE- UND CHANCENBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Jahr 2024 dürfte nach Einschätzung von Allianz Research wieder ein Jahr der Zinswende werden, diesmal allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Spätestens im zweiten Halbjahr werden die führenden Zentralbanken beginnen, die Leitzinsen zu senken. Dies spiegelt zum einen die Erwartung wider, dass die Inflation weitgehend unter Kontrolle ist. Sowohl in den USA (2,3 %) als auch in der Eurozone (2,5%) wird die jahresdurchschnittliche Inflation wahrscheinlich in Schlagdistanz zu den Inflationszielen liegen. Zum anderen ist die Zinsentwicklung eine Reaktion auf die fortgesetzte Nachfrageschwäche, die sich aus mehreren Quellen speist: die verzögerte Wirkung der Zinsanhebungen auf Investitionen, die nachlassende fiskalpolitische Unterstützung und die aufgezehrten Sparrücklagen. Insgesamt rechnen wir daher für 2024 mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums, das weltweit um 0,3 Prozentpunkte auf 2,4 % fallen dürfte; für die USA erwarten wir einen Rückgang auf 1,4 % (minus 1 Prozentpunkt). Lediglich die Eurozone dürfte mit einer Rate von 0,8% in etwa das Vorjahresniveau erreichen, da für Deutschland eine Rückkehr zu positivem Wachstum unterstellt wird (0,5%).

Auf den Finanzmärkten wird angesichts der weiterhin herrschenden Unsicherheit über Zeitpunkt und Ausmaß der nächsten Zinsschritte die Volatilität hoch bleiben. Da die erwarteten Zinssenkungen in vielen Marktpreisen bereits vorweggenommen wurden, sind Enttäuschungen und entsprechende Marktreaktionen nicht auszuschließen. Insgesamt dürften sich Aktien und Anleihen eher seitwärts bewegen.

Die Aussichten für das Jahr 2024 stehen unter einem besonderen Vorbehalt. 2024 ist ein Superwahljahr: in Ländern, die 60 % der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen, von Indien über die EU bis hin zu den USA, werden die Bürgerinnen und Bürger zu den Wahlurnen gerufen. Die Ergebnisse werden beträchtlichen Einfluss auf die wirtschaftliche und geopolitische Konstellation haben. In erster Linie gilt das natürlich für die US-Wahlen im November, die mit einer möglichen Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus enden könnten. Die damit verbundene politische Unsicherheit fördert Attentismus bei Unternehmen und Haushalten. Zudem drohen auch steigende politische und soziale Spannungen, als Folge einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung in einem schwachen Wirtschaftsumfeld.

Prognose für die deutsche Versicherungswirtschaft

Für 2024 rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weiterhin mit einem positiven Wachstum der Versicherungswirtschaft. Über alle Sparten hinweg wird ein Anstieg der Beitragseinnahmen um circa 3,8% erwartet.

Für die Schaden- und Unfallversicherung insgesamt rechnet der GDV mit einem Zuwachs bei den Beiträgen von 7,7 %.

Dabei wird in der Kraftfahrtversicherung im Geschäftsjahr 2024 von Nachholeffekten ausgegangen. Weiterhin werden auch steigende Reparaturkosten für weitere Beitragssteigerungen sorgen. Der Verband rechnet mit einem Beitragszuwachs von 10%.

Beiträge von indexbezogenen Versicherungen, zum Beispiel der Wohngebäudeversicherung, könnten aufgrund der abgeschwächten Preisentwicklung in 2024 etwas weniger stark steigen als im Jahr 2023.

In der Privaten Sachversicherung insgesamt könnten 2024 die Beitragseinnahmen damit um über 8%, in der Nicht-Privaten Sachversicherung um etwa 10% steigen.

In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung geht der GDV aufgrund steigender Nominallöhne und Umsätze sowie der noch im Jahr 2024 wirkenden Beitragsanpassungsmöglichkeit aus 2023 von einem Plus von 4 % aus.

In der Allgemeinen Unfallversicherung werden in 2024 die Beitragseinnahmen voraussichtlich stagnieren.

In der Rechtsschutzversicherung greift eine ab dem vierten Quartal 2023 mögliche Beitragsanpassung, die sich hauptsächlich im Jahr 2024 auswirkt und so für ein Beitragsplus von 4 % sorgen könnte.

Prognose für die niederländische Versicherungswirtschaft

Für den gesamten Nichtlebensversicherungsmarkt in den Niederlanden wird eine jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2024 bis 2028 der gebuchten Bruttoprämien in Höhe von 3,56 % erwartet.

Für den niederländischen Kraftfahrtversicherungsmarkt werden für 2024 aufgrund der hohen im Jahr 2023 verzeichneten Inflation Nachholeffekte erwartet. Erste Prämienerhöhungen erfolgten in den ersten zwei Monaten des Jahres 2024. Der erwartete Anstieg der gebuchten Bruttoprämien im Markt beträgt 8,9%. Davon entfallen 1,7% auf Zuwächse beim Fahrzeugbestand und der Rest auf Inflationsbereinigungen. Die Inflation dürfte im Jahr 2024 auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2023 liegen. Zum Teil geht die Inflation auch auf die Tarifverträge für Versicherungsunternehmen zurück, die Gehaltserhöhungen von 8% vorsehen. Die Tarifverträge für Mitarbeiter in Autowerkstätten sind noch nicht abgeschlossen, werden sich aber voraussichtlich in der gleichen Größenordnung bewegen. Das Ergebnis dieser Vereinbarung wird in die Verhandlungen mit entsprechenden Parteien einfließen, die im zweiten Quartal 2024 beginnen werden. Insgesamt wies der Kraftfahrtversicherungsmarkt eine Schaden-Kosten-Quote von knapp 100% auf. Daher sollten Entwicklungen der Inflationsrate jeweils unmittelbar in die Tarife einfließen.

Für den Wohngebäudeversicherungsmarkt wird für 2024 ein Anstieg der gebuchten Bruttoprämien um 7,6% erwartet. Davon entfällt 1% auf das Wachstum des gesamten Gebäudebestands und der Rest auf Nachholeffekte infolge der hohen Inflation im Jahr 2023. Dies dürfte sich auch im Jahr 2024 fortsetzen.

In der allgemeinen Haftpflicht- und Reiseversicherung dürften die Bruttoprämien aufgrund steigender Nominallöhne und sonstiger Preisentwicklungen ebenfalls steigen.

Prognose für die spanische Versicherungswirtschaft

Die Versicherungsbranche in Spanien wird auch weiterhin unter den derzeitigen herausfordernden makroökonomischen Bedingungen mit hoher Inflation, hohen Finanzierungskosten und geopolitischer Instabilität zu leiden haben. Für den Kraftfahrtversicherungsmarkt wird erwartet, dass die Beiträge weiterhin steigen werden, um die Rentabilität zu verbessern, die in den letzten Jahren durch Inflation stark beeinträchtigt wurde. Dies geschieht in einem Umfeld, in dem hohe Finanzierungskosten die Zahl der verkauften Neufahrzeuge senken und zur Veralterung des Fahrzeugbestands beitragen.

Veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen

RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

SOLVENCY II REVIEW 2020

Im Juli 2023 hat sich das Europäische Parlament auf seine Position für die Trilog-Verhandlungen zu Änderungen der Solvency-II-Richtlinie (Level 1) geeinigt. Eine Einigung im Trilog zwischen der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat wurde im Dezember 2023 erzielt. Die veröffentlichten Informationen zu vereinbarten Änderungen der Richtlinie (Level 1) entsprechen den Erwartungen. Weitere Änderungen können sich noch aus der Überarbeitung der Delegierten Verordnung (Level 2) ergeben.

Die im Rahmen des Solvency II Review 2020 vorgeschlagenen Änderungen wirken sich auf Themen aus den verschiedensten Bereichen aus - von den Kapitalanforderungen über das Reporting bis zur Proportionalität. Eine vollumfängliche Umsetzungspflicht ist nicht vor Ende 2025 zu erwarten.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG sieht sich aufgrund ihrer Kapitalstärke und ihres wirksamen Risikomanagementsystems im Hinblick auf die geplanten Änderungen gut aufgestellt.

Geschäftsentwicklung

Für die Allianz Direct Versicherungs-AG erwarten wir im aktuellen Jahr eine deutliche Verbesserung der Gesamtrentabilität, da sich die Einmaleffekte aus den im Jahr 2023 durchgeführten Transaktionen normalisieren werden und die zugrunde liegenden Rentabilitätsverbesserungen der niederländischen und spanischen Portfolios stärker zutage treten werden. Allerdings werden sich im Jahr 2024 einige weitere (negative) Auswirkungen aus dem Erwerb von Vermögenswerten und einem Versicherungsportfolio in Frankreich ergeben, die im Laufe des Jahres 2024 integriert werden. Dies wird kurzfristig zu einigen leicht negativen Auswirkungen auf das operative und zu größeren negativen Auswirkungen auf das nichtoperative Ergebnis führen. In Summe erwarten wir, dass ein Jahresergebnis erzielt wird, welches auf dem um Sondereffekte des Jahres 2023 bereinigten Niveau des Vorjahres liegt. Höhere Rentabilität gerade in den Niederlanden lässt eine deutliche Zuführung zur Schwankungsrückstellung erwarten.

Die Übernahme in Frankreich dürfte der Allianz Direct Versicherungs-AG circa 20 bis 25 Millionen Euro an Bruttobeitragseinnahmen einbringen. Darüber hinaus erwarten wir ein anhaltend starkes Wachstum in den Portfolios in Deutschland und den Niederlanden infolge des Vertriebs über unsere eigene Website wie auch über Vergleichsportale. Daneben sondieren wir weiterhin neue Vertriebspartnerschaften. In den Niederlanden erwarten wir erste Umsätze aus einer neuen Partnerschaft mit ING für den Vertrieb von Kraftfahrtversicherungsprodukten (an kleinere Geschäftskunden).

Wir gehen davon aus, dass sich die Schadenquoten durchgängig deutlich verbessern werden. Zurückzuführen ist dies auf die oben beschriebene Normalisierung der Konsolidierungseffekte sowie auf fortgesetzte Preismaßnahmen in allen Märkten, die darauf abzielen, inflationäre Trends auszugleichen und die Schadenquoten zu verbessern.

Auch die Kostenquote hängt in ihrer Gesamtentwicklung von unterschiedlichen Faktoren ab. Getrieben vom geplanten Geschäftswachstum dürften die Kosten für Abschlussaufwendungen weiterhin deutlich steigen, während wir bei den Verwaltungsaufwendungen infolge der fortschreitenden Digitalisierung der Schaden- und Betriebsprozesse und der Realisierung von Skaleneffekten in der neuen Aufstellung von einem leichten Rückgang der Kostenquote ausgehen.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Umweltzielen haben wir uns auch Ziele im Bereich der Kundenbindung und des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesetzt. Wie im Vorjahr stehen Kundenbindung und Mitarbeiterengagement weiterhin im Fokus und wir konnten das hohe Niveau halten. Für die Kundenbindung nutzen wir die Programme (digitale) Net Promoter Score (NPS) und Voice of the Customer (VoC). Sie messen die Zufriedenheit unserer Kundschaft an verschiedenen Kontaktpunkten. Für beide Messgrößen streben wir bis 2024 signifikante Verbesserungen an. Unsere Fortschritte beim Aufbau einer Unternehmenskultur, in der ein gutes Miteinander von Menschen und erzielte Leistung gleichermaßen zählen, ermitteln wir über den Inclusive Meritocracy Index (IMIX). Unser Ziel ist es, den IMIX auf einem konstant hohen Niveau zu halten.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG setzte auch im Jahr 2023 ihre sicherheitsorientierte Anlagestrategie fort mit dem Ziel, eine attraktive Rendite bei angemessenem Risiko zu erwirtschaften. Gemäß der strategischen Anlageallokation für 2023 wurde das Portfolio komplett in festverzinsliche Anlagen investiert und breit diversifiziert.

Dabei wurde weiterhin auf die fundierten Kenntnisse der Allianz Gruppe bei der Kapitalanlage im In- und Ausland vertraut. Aufgrund eines höheren Anlagevolumens, gestiegenen Kapitalmarktzinsen und signifikant niedrigeren Abschreibungen wurde im Berichtsjahr ein deutlich besseres Anlageergebnis im Vergleich zum volatilen Vorjahr erzielt. Das gestiegene Anlagevolumen ist insbesondere auf die Integration des niederländischen Direktversicherungs-Geschäfts und der Verschmelzung der Fenix Directo zurückzuführen.

Der Allianz Direct Versicherungs-AG ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Ein nachhaltiger geschäftlicher Erfolg ist im Interesse der Kunden, der Mitarbeiter und der Aktionäre. Entsprechend der EU-Taxonomy und der Corporate Sustainability Reporting Directive der EU (CSRD) sind über 150 KPIs definiert. Soweit diese für das Privatkunden Sachgeschäft relevant sind, wurden diese von der Allianz Direct Versicherungs-AG an die Allianz Gruppe berichtet.

Im Jahr 2023 wurde ein eigenes Team für Nachhaltigkeit nominiert. Die übergeordnete Verantwortung für Nachhaltigkeit liegt beim Vorstand. Zur effektiven Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele wurde operativ ein Leiter für Nachhaltigkeit etabliert. Die Umsetzung der Nachhaltigkeit betrifft verschiedene operative Bereiche. Diese sind (a) Investitionen, (b) Produkt- und Preispolitik, (c) eigene Emissionen durch operative Tätigkeiten (unter anderem in den Bereichen Strom, Wasser, Papier, Geschäftsreisen), (d) personelle Themen wie beispielsweise Diversität, und (e) gesellschaftliches Engagement.

In der Allianz Gruppe werden die Investitionen der einzelnen Gesellschaften durch Allianz Investment Management (AIM) durchgeführt. AIM als Teil der Allianz Gruppe ist entsprechend auch der Strategie der Nachhaltigkeit der Allianz Gruppe verpflichtet und setzt diese auch für die Anlagen der Allianz Direct Versicherungs-AG um. In diesem Sinn verwaltet AIM die Investitionen auch der Allianz Direct Versicherungs-AG und legt die relevanten Vermögenswerte unter Nachhaltigkeitskriterien an.

Operativ wurden einige Ziele im Jahr 2023 bereits erreicht. Zum Beispiel ist ein Produkt der Allianz Direct Versicherungs-AG als nachhaltig zertifiziert. Im Jahr 2024 werden weitere Produkte nachhaltig zertifiziert werden.

Hinsichtlich der Emissionen aus Geschäftstätigkeit gemessen unter anderem am Verbrauch von Strom, Wasser, Abfall und Papier konnten wir im Jahr 2023 erfolgreich die pro-Kopf-Emissionen deutlich reduzieren (gemessen in jährlichen Treibhausgasemissionen (GHGt)).

Allianz Direct Versicherungs-AG ist als internationale Organisation sehr divers aufgestellt. Bezüglich Geschlecht, sexueller Orientierung, Internationalität, Sprachen und Alter wird eine sehr große Vielfalt von Mitarbeitenden in allen Ländern befürwortet und gelebt. Dies beinhaltet auch die Anforderungen des neuen deutschen Lieferkettensorgfaltpflichtengesetzes (LkSG). Das LkSG betrifft die Gesellschaft als Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass für alle Beschäftigten folgende Bereiche gewährleistet sind:

Sicherheit am Arbeitsplatz (Arbeitsschutz) - entsprechend dem Gesetz wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Arbeitsschutzausschuss gegründet,

Koalitionsfreiheit,

Gleichbehandlung aller Beschäftigten,

Schutz vor Diskriminierung jeglicher Art sowie

Achtung der Menschenrechte.

Die Mitarbeitenden der Allianz Direct Versicherungs-AG sind sehr engagiert in Bezug auf gesellschaftliches Engagement. Im Jahr 2023 wurden einige lokale Initiativen durchgeführt wie beispielsweise IT- Training für Schülerinnen und Schüler (Spanien) sowie Zusammenarbeit mit Socialbee (NGO), um zwei weiblichen Migrantinnen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen (Deutschland). Die Allianz Direct Versicherungs-AG wird auch im Jahr 2024 wieder einige spezifische Initiativen starten, um das gesellschaftliche Engagement noch zu verstärken. Letztendlich ist dieses Engagement auch eine Motivation für die Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie die Aktionäre.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Umweltzielen haben wir uns auch Ziele im Bereich der Kundenbindung und des Engagements der Mitarbeitenden gesetzt. Wie im Vorjahr stehen Kundenbindung und Mitarbeiterengagement weiterhin im Fokus und wir konnten das hohe Niveau halten. Für die Kundenbindung nutzen wir die Programme (digitale) Net Promoter Score (NPS) und Voice of the Customer (VoC). Sie messen die Zufriedenheit unserer Kundschaft an verschiedenen Kontaktpunkten. Für beide Messgrößen streben wir bis 2024 signifikante Verbesserungen an. Unsere Fortschritte beim Aufbau einer Unternehmenskultur, in der ein gutes Miteinander von Menschen und erzielte Leistung gleichermaßen zählen, ermitteln wir über den Inclusive Meritocracy Index (IMIX). Unser Ziel ist es, den IMIX auf einem konstant hohen Niveau zu halten.

 

München, 26. März 2024

Allianz Direct Versicherungs-AG

Der Vorstand

Bacher

Hoffman

Kroetz

BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGE UND -ARTEN

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

ALLGEMEINE UNFALLVERSICHERUNG

Kraftfahrtunfallversicherung

HAFTPFLICHTVERSICHERUNG

Privathaftpflichtversicherung

KRAFTFAHRTVERSICHERUNG

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung,

Sonstige Kraftfahrtversicherung

(Fahrzeugvoll -, Fahrzeugteilversicherung)

VERBUNDENE HAUSRATVERSICHERUNG

VERBUNDENE WOHNGEBÄUDEVERSICHERUNG

RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG

SONSTIGE SCHADENVERSICHERUNG

Reiseversicherung

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Soweit wir in diesem Geschäftsbericht Prognosen oder Erwartungen äußern oder die Zukunft betreffende Aussagen machen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen können sich Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmaßnahmen ergeben. Abweichungen können außerdem aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen (zum Beispiel durch Naturkatastrophen), der Entwicklung von Schadenkosten, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen und, insbesondere im Kapitalanlagebereich, aus dem Ausfall von Kreditnehmern und sonstigen Schuldnern resultieren. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte (zum Beispiel durch Marktschwankungen) und der Wechselkurse sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können entsprechenden Einfluss haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, Zukunftsaussagen zu aktualisieren.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

Stand 31. Dezember Anhang 2023 2023 2022
A. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
I. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 37.563.278 14.929.181
II. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 48.061.555 25.607.478
III. Geleistete Anzahlungen 47.495.127 28.389.401
133.119.960 68.926.060
B. Kapitalanlagen 1,2
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 30.141.880 31.685.253
II. Sonstige Kapitalanlagen 453.466.501 180.834.371
483.608.381 212.519.624
C. Forderungen 3
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
Versicherungsnehmer 6.013.521 1.906.376
Vermittler 1.678.229 2.904.593
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 16.626.398 3.962.642
davon an verbundene Unternehmen: 16.626.398 (3.962.642) €
III. Sonstige Forderungen 68570120 33.347.665
davon an verbundene Unternehmen: 65.345.056 (24.469.199) €
92.888.268 42.121.275
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 96199 86.468
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 113.073.903 344.973
III. Andere Vermögensgegenstände 1.053.874 1.031.636
114.223.976 1.463.077
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 1.481.828 105.433
II. Andere 263.816 -
1.745.644 105.433
Summe Aktiva 825.586.229 325.135.469

PASSIVA

Stand 31. Dezember Anhang 2023 2023 2023 2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4 819.200 819.200
II. Kapitalrücklage 5 166.279.615 66.279.615
III. Gewinnrücklagen 6
1. Gesetzliche Rücklage 51.200 51.200
2. Andere Gewinnrücklagen 181.201 181.201
232.402 232.401
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - -
167.331.216 67.331.216
B. Versicherungstechnische Rückstellungen 7
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 64.668.269 30.119.584
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 31.566.768 11.569.842
33.101.501 18.549.742
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 8
1. Bruttobetrag 585.188.545 208.082.181
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 332.260.096 96.226.522
252.928.449 111.855.659
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 5.950.405 16.304.114
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 9 8.805.239 3.263.742
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 328.934 185.228
8.476.305 3.078.514
300.456.660 149.788.029
C. Andere Rückstellungen 10 14.054.408 8.461.060
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 11 275.411.138 66.938.667
E. Andere Verbindlichkeiten 12
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern 3.854.740 1.129.053
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 13.662.996 2.873.815
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 13.662.996 (2.873.815) €
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - -
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 50.713.331 28.368.367
davon aus Steuern: 19.976.191 (2.826.488) €
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 21.887.848 (16.223.750) €
68.231.067 32.371.235
F. Rechnungsabgrenzungsposten 101.740 245.262
Summe Passiva 825.586.229 325.135.469

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten B.II der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von §341f HGB und §341g HGB sowie unter Beachtung der aufgrund des §88 Absatz 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.

 

München, 2. Februar 2024

Michael Schosser, Verantwortlicher Aktuar

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anhang 2023 2023 2023 2022
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung 13
a) Gebuchte Bruttobeiträge 13 464.898.497 133.361.438
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -237.083.873 -69.098.688
227.814.625 64.262.750
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -1.856.626 -136.840
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 16.190.285 946.481
14333659 809.642
242.148.284 65.072.391
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 14 7.130 6.073
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 998.146 775.084
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 13 -335.059.513 -122.086.299
ab) Anteil der Rückversicherer -5.347.756 61.229.299
-340.407.269 -60.857.000
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
ba) Bruttobetrag 13 -113.006.387 -14242175
bb) Anteil der Rückversicherer 216.231.921 6.414.261
103.225.534 -7.827.914
-237.181.735 -68.684.914
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen 15 342.750 70.535
6. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung 16 -46.587.500 -18.221.952
7. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -12.997.297 -44.901
8. Zwischensumme -53.270.223 -21.027.683
9. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 10.353.709 10.526.422
10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -42.916.514 -10.501.261
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen 17 6.939.269 1.797.781
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen 18 -493.492 -14.391.250
6.445.777 -12.593.469
3. Technischer Zinsertrag 14 -7.130 -6.073
6438647 -12.599.542
4. Sonstige Erträge 19 19855295 13.913.396
5. Sonstige Aufwendungen 19 -32409239 -21.137.830
-12.553.944 -7.224.434
6. Nichtversicherungstechnisches Ergebnis -6.115.297 -19.823.976
7. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -49.031.810 -30.325.237
8. Außerordentliche Erträge 1.435.882 -
9. Außerordentliche Aufwendungen -15.965.391 -1.061.146
10. Außerordentliches Ergebnis 20 -14.529.509 -1.061.146
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 -10.962.771 3.952.980
davon Konzernumlage: - 10.962.771 (3.952.980) €
12. Erträge aus Verlustübernahme 74.524.091 27.433.403
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilabführungsvertrags abgeführte Gewinne - -
14. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - -

ANHANG

Angaben gemäß §264

Absatz 1a HGB

Allianz Direct Versicherungs-AG

Königinstraße 28, 80802 München

Handelsregister B des Amtsgerichts München

Handelsregisternummer HRB 95802

Maßgebliche Rechtsvorschriften

Die Allianz Direct Versicherungs-AG erstellt den Jahresabschluss und den Lagebericht nach Maßgabe der Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV).

Der Jahresabschluss wurde, sofern nicht anders angegeben, in Euro (€) aufgestellt.

Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden

IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND SACHANLAGEN

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer bis zu zehn Jahren, angesetzt. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden zu ihrem Nennwert bilanziert. Im Fall einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden gemäß dem Aktivierungswahlrecht nach § 248 Absatz 2 Satz 1 HGB aktiviert.

Sachanlagen werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer, angesetzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter im Wert bis 250 Euro netto werden sofort abgeschrieben. Für bewegliche Wirtschaftsgüter im Wert ab 250 Euro netto bis 1000 Euro netto, die der selbstständigen Nutzung fähig sind, wird ein steuerlicher Sammelposten gemäß §6 Absatz 2a EStG gebildet, der im Jahr der Bildung und den folgenden vier Jahren pauschal mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst wird.

AUSLEIHUNGEN AN VERBUNDENE UNTERNEHMEN

Unter diesem Posten werden Grundschuldforderungen geführt. Sie werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Abschreibungen werden vorgenommen, sofern am Bilanzstichtag die fortgeführten Anschaffungskosten über dem Marktwert und dem langfristig beizulegenden Wert liegen.

BETEILIGUNGEN

Sie werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten oder dem niedrigeren auf Dauer beizulegenden Wert angesetzt.

Abschreibungen werden vorgenommen, sofern am Bilanzstichtag die fortgeführten Anschaffungskosten über dem Marktwert und dem langfristig beizulegenden Wert liegen.

AKTIEN, ANTEILE ODER AKTIEN AN INVESTMENTVERMÖGEN, INHABERSCHULDVERSCHREIBUNGEN, ANDERE FESTVERZINSLICHE UND NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

Unter diesem Posten führt die Allianz Direct Versicherungs-AG nur Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und Inhaberschuldverschreibungen.

Die nach den Grundsätzen des Umlaufvermögens geführten Wertpapiere werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet und mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren Marktwert angesetzt.

Die nach den Vorschriften des Anlagevermögens bilanzierten Kapitalanlagen sind dazu bestimmt, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Eine Zuordnung der Zweckbestimmung erfolgt bei Zugang der Kapitalanlage. Die Widmung wird jeweils bei Änderung der Anlagestrategie beziehungsweise bei geplanten Verkäufen geprüft. Diese Wertpapiere werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder einem niedrigeren langfristig beizulegenden Wert angesetzt.

Bei dauerhaften Wertminderungen werden Abschreibungen erfolgswirksam durchgeführt. Bei voraussichtlich vorübergehenden Wertminderungen besteht ein Abschreibungswahlrecht.

Das Wahlrecht wurde dahingehend in Anspruch genommen, dass Abschreibungen wegen voraussichtlich vorübergehender Wertminderungen nicht vorgenommen wurden. Weitere Informationen finden sich im Anhang in der Tabelle "Wertpapiere, die der dauernden Vermögensanlage gewidmet wurden".

NAMENSSCHULDVERSCHREIBUNGEN, SCHULDSCHEINFORDERUNGEN UND DARLEHEN

Sie werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Die Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag wird mithilfe der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit erfasst und verteilt.

Abschreibungen werden vorgenommen, sofern am Bilanzstichtag die fortgeführten Anschaffungskosten über dem Marktwert und dem langfristig beizulegenden Wert liegen.

FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Hier werden Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände mit Ausnahme der Sachanlagen betrachtet. Sie werden grundsätzlich mit den Nominalbeträgen angesetzt. Auf die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und auf einen Teil der Sonstigen Forderungen werden Wertberichtigungen vorgenommen, um das Bonitätsrisiko zu berücksichtigen.

ALLIANZ EQUITY-INCENTIVE-PLÄNE

Die Neufassung der Allianz Equity Incentive Hedgingverträge zum 1. Januar 2023 hat zur Folge, dass die Eigenschaft eines Derivats verneint wird. Dies hat keinen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage. Die Bewertungseinheit wurde aufgrund fehlenden Termingeschäfts aufgelöst. Der Ausweis erfolgt im Geschäftsjahr unverändert unter Andere Vermögensgegenstände.

RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Die abgegrenzten Zinsen sind grundsätzlich mit den Nominalbeträgen angesetzt.

AKTIVE LATENTE STEUERN

Aufgrund der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft werden latente Steuern unter analoger Anwendung des § 274 HGB grundsätzlich auf Ebene des Organträgers berücksichtigt.

Wesentliche Abweichungen zwischen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen ergeben sich bei den Spezialfondsinvestments und den Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, die jeweils zu aktiven latenten Steuern führen sowie bei den immateriellen Vermögensgegenständen (Software), die zu passiven latenten Steuern führen.

Die Bewertung der inländischen Steuerlatenzen erfolgt mit einem Steuersatz in Höhe von 31,0 %, Steuerlatenzen in Spanien werden mit einem Steuersatz von 25,0% und Steuerlatenzen in den Niederlanden werden mit einem Steuersatz von 25,8% bewertet.

VERMÖGEN ZUR ERFÜLLUNG VON SCHULDEN AUS ALTERSVERSORGUNGSVERPFLICHTUNGEN

Das Vermögen zur Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen wird gemäß §253 Absatz 1 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in Verbindung mit § 246 Absatz 2 HGB mit den Schulden verrechnet.

Sofern die Schulden den beizulegenden Zeitwert übersteigen, wird der übersteigende Betrag unter dem Posten Rückstellungen ausgewiesen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert den Betrag der Schulden, so wird der übersteigende Betrag unter dem Posten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode des aktiven Unterschiedsbetrags entspricht derjenigen, die in den Abschnitten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie sonstige Rückstellungen beschrieben ist.

VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN

BEITRAGSÜBERTRÄGE

Im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft werden die Beitragsüberträge nach der taggenauen Berechnungsmethode ermittelt. Als nicht übertragsfähige Teile werden die Vertreterbezüge gemäß den steuerlichen Richtlinien abgesetzt. Die von den Bruttobeitragsüberträgen abgesetzten Anteile für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft werden nach denselben Grundsätzen berechnet wie die Bruttobeträge, ebenfalls unter Kürzung nicht übertragsfähiger Teile.

RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE

Die Bruttorückstellung für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wird für die nachstehenden Teilrückstellungen gesondert ermittelt.

Die Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle (ohne Renten) werden grundsätzlich je Schadenfall einzeln nach der zu erwartenden Leistung bemessen.

Die Schadenrückstellungen für Spätschäden (ohne Renten) werden für inzwischen bekannte Fälle wie im vorigen Absatz beschrieben ermittelt. Für unbekannte Fälle, also für bereits eingetretene oder verursachte, aber noch nicht gemeldete Schäden, werden nach den Erfahrungen der Vorjahre ermittelte Spätschadenrückstellungen bilanziert.

Die Renten-Deckungsrückstellung wird im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft für jede einzelne Rente nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Dabei wird die Sterblichkeit gemäß der Sterbetafel DAV 2006 HUR berücksichtigt. Der Rechnungszins richtet sich nach dem Datum, zu dem feststand, dass eine Rentenverpflichtung entsteht.

Für Schäden, bei denen der Eintritt der Rentenverpflichtung vor dem 1. Januar 2017 feststand, beträgt der Rechnungszins 1,25 %, bei Renten mit Eintrittsdatum ab dem 1. Januar 2017 und vor dem 1. Januar 2022 beträgt der Rechnungszins 0,90 % und bei Renten mit Eintrittsdatum ab dem 1. Januar 2022 beträgt der Rechnungszins 0,25 %.

Den bei der Abwicklung der offenen Schäden noch zu erwartenden Schadenregulierungsaufwendungen wird durch Rückstellungen nach Maßgabe des BMF-Schreibens vom 2. Februar 1973 Rechnung getragen.

Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen werden in Höhe ihrer feststellbaren beziehungsweise bestimmbaren Realisierbarkeit angesetzt.

Die Anteile des Rückversicherers an den Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen ermittelt.

SCHWANKUNGSRÜCKSTELLUNG

Die Rückstellung zum Ausgleich der Schwankungen im jährlichen Schadenbedarf wird gemäß §341h HGB in Verbindung mit § 29 RechVersV für den Selbstbehalt ermittelt.

SONSTIGE VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN AUS DEM SELBST ABGESCHLOSSENEN VERSICHERUNGSGESCHÄFT

Stornorückstellung

Die Stornorückstellung wird aufgrund von Erfahrungssätzen der Vorjahre ermittelt, bei denen alle den Stornovorgang betreffenden Vertragskomponenten berücksichtigt werden.

Rückstellung für drohende Verluste

Ausgangspunkt für die Bemessung bildet grundsätzlich die voraussichtliche Beitrags-, Schaden- und Kostenentwicklung der jeweiligen Versicherungszweige und -arten. Die Rückstellung wird unter Berücksichtigung anteiliger Zinserträge aus den versicherungstechnischen Rückstellungen nur für den Selbstbehalt berechnet.

Rückstellung aufgrund der Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft in der Verkehrsopferhilfe e. V. und in der Stichting Waarborgfonds Motorverkeer

Die Rückstellung für Leistungen an den Verein wird für Deutschland auf der Basis der von der Verkehrsopferhilfe e. V. gemeldeten Rückstellungen der Abrechnung 2020 gebildet.

In den Niederlanden wird die Rückstellung für Leistungen an die Stichting Waarborgfonds Motorverkeer basierend auf dem erwarteten Anteil der offenen Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und Staat (inklusive Risikomarge) im Verhältnis zum Beitrag ermittelt.

In Rückdeckung gegebenes Versicherungsgeschäft

Die Anteile der Rückversicherer werden den vertraglichen Bestimmungen entsprechend ermittelt.

ANDERE RÜCKSTELLUNGEN

Die Pensionsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet.

Die Rückstellungen für Jubiläumsgaben werden ebenfalls nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und in voller Höhe passiviert.

Laut §253 HGB ist der Erfüllungsbetrag für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und für sonstige Personalverpflichtungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren abzuzinsen. Sofern die Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zu einer höheren Verpflichtung führt als die Bewertung mit dem zehnjährigen Durchschnittszins, unterliegt der Unterschiedsbetrag nach §253 Absatz 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

Bei der Ermittlung des Diskontierungszinssatzes nimmt die Allianz Direct Versicherungs-AG die Vereinfachungsregelung gemäß §253 Absatz 2 Satz 2 HGB (Restlaufzeit von 15 Jahren) in Anspruch, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde.

Der Effekt aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes wird im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Weitere Erläuterungen zur Bilanzierung der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen finden sich im Anhang unter Angaben zu den Passiva und unter Haftungsverhältnisse.

Die übrigen Rückstellungen werden mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz der Deutschen Bundesbank abgezinst.

DEPOTVERBINDLICHKEITEN AUS DEM IN RÜCKDECKUNG GEGEBENEN VERSICHERUNGSGESCHÄFT

Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft bestehen gegenüber der Allianz SE aus Quoten- Rückversicherungsverträgen bei sämtlichen Niederlassungen. Bis auf einen Quoten-Rückversicherungsvertrag wurden die Verträge auf Funds-Withheld-Basis abgeschlossen, sodass Depotverbindlichkeiten in Höhe aller von diesem Quotenvertrag betroffenen versicherungstechnischen Rückstellungen bilanziert werden.

ANDERE VERBINDLICHKEITEN

Andere Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Grundsätzlich werden alle Geschäftsvorgänge in der Originalwährung erfasst und zum jeweiligen Tageskurs (Devisenkassamittelkurs) in Euro umgerechnet.

Am Abschlussstichtag werden die auf fremde Währung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet und nach den handelsrechtlichen Regeln zur Währungsumrechnung angesetzt. Bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger werden die Gewinne und Verluste aus der Umrechnung gemäß § 256a HGB erfolgswirksam erfasst. Gemäß § 277 Absatz 5 HGB werden die Erträge aus der Währungsumrechnung unter dem Posten Sonstige Erträge und die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung unter dem Posten Sonstige Aufwendungen ausgewiesen.

WERTAUFHOLUNGSGEBOT, ZUSCHREIBUNGEN

Auf Vermögensgegenstände, die in früheren Jahren auf einen niedrigeren Marktwert abgeschrieben wurden, muss zugeschrieben werden, wenn diesen Vermögensgegenständen am Bilanzstichtag wieder ein höherer Wert beigelegt wird. Die Zuschreibungen erfolgen bis zur Höhe der fortgeschriebenen Anschaffungswerte, auf einen niedrigeren langfristig beizulegenden Zeitwert oder auf einen niedrigeren Marktwert.

QUOTEN-RÜCKVERSICHERUNGSVERTRAG

Es bestehen vier Quoten-Rückversicherungsverträge mit der Allianz SE für das Gesamtportfolio: für das deutsche Geschäft ein Vertrag mit einer Quote von 17,5 % ohne Funds-Withheld-Basis und ein Vertrag mit einer Quote von 32,5% auf Funds-Withheld-Basis; für das spanische Portfolio ein Vertrag mit einer Quote von 50 % auf Funds- Withheld-Basis, sowie für das niederländische Geschäft ein Vertrag mit einer Quote von 45 % auf Funds-Withheld-Basis. Funds-Withheld- Basis bedeutet, dass die Allianz Direct Versicherungs-AG die Kapitalanlagen in Höhe aller von diesem Quotenvertrag betroffenen versicherungstechnischen Rückstellungen einbehält und über diese verfügt. Dafür wird im Gegenzug eine Depotverbindlichkeit in entsprechender Höhe gebildet und ausgewiesen.

Aus den Quoten-Rückversicherungsverträgen ergeben sich im Wesentlichen Auswirkungen auf folgende versicherungstechnische Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung: Verdiente Beiträge, Aufwendungen für Versicherungsfälle, Veränderungen der übrigen versicherungstechnischen Nettorückstellungen und Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb.

Neuordnung des europäischen Direktversicherungsgeschäfts

Im Rahmen der Konsolidierung des europäischen Direktversicherungsgeschäfts unter der Marke Allianz Direct wurde im Geschäftsjahr 2023 der Direktbestand der Allianz Benelux S.A. auf die Allianz Direct Versicherungs-AG übertragen. Des Weiteren ging das spanische Direktversicherungsgeschäft der Fénix Directo, Compañía de Seguros y Reaseguros, S.A. ("Fénix Directo") mit Sitz in Madrid, Spanien, durch Verschmelzung der bisherigen Tochtergesellschaft in der Allianz Direct Versicherungs-AG auf.

In Vorbereitung auf das geplante Neugeschäft in Frankreich wurde eine französische Niederlassung neu gegründet, die jedoch zum 31. Dezember .2023 noch kein Versicherungsgeschäft betrieb.

PORTFOLIOTRANSFER VON DER ALLIANZ BENELUX S.A.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG übernahm mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2023 einen Bestand von Erstversicherungsverträgen von der Allianz Benelux S.A.. Für einen Kaufpreis von 30 Millionen Euro erwarb sie überwiegend versicherungstechnische Rückstellungen, liquide Mittel und den Zukunftserfolgswert im Versicherungsbestand.

Im Rahmen der Transaktion wurde bei der Allianz Direct Versicherungs-AG eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 100 Millionen Euro durch die Muttergesellschaft Allianz SE durchgeführt; davon dienten 70 Millionen Euro zur Deckung des gestiegenen Kapitalbedarfs der Allianz Direct Versicherungs-AG, 30 Millionen Euro wurden für den Kauf des Portfolios verwendet.

Die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten wurden bei Zugang zu ihren Zeitwerten in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG angesetzt.

Der Zukunftserfolgswert im Versicherungsbestand wird mit einem Wert von 30 Millionen Euro innerhalb der immateriellen Vermögensgegenstände unter "entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten" ausgewiesen. Er wird über eine Nutzungsdauer von acht Jahren linear abgeschrieben.

Um dem Vorsichtsgedanken des HGB Rechnung zu tragen, erfolgte im Geschäftsjahr 2023 eine Bewertungsanpassung der zu Zeitwerten übernommenen Salden. Hiervon vornehmlich betroffen waren die versicherungstechnischen Rückstellungen. Daraus resultierte ein negativer Einmaleffekt in der Gewinn- und Verlustrechnung von etwa 70 Millionen Euro vor Abgabe an den Rückversicherer. Die erfolgswirksam verbuchte Reserveerhöhung wurde über den Quotenrückversicherungsvertrag anteilig an die Allianz SE zediert, die Nettobelastung belief sich auf etwa 46 Millionen Euro.

VERSCHMELZUNG DER FENIX DIRECTO

Per Verschmelzungsvertrag vom 28. Juni 2022 und mit bilanzieller Wirkung zum 01. Januar 2023 wurde die 100%ige Tochter Fénix Directo auf die Allianz Direct Versicherungs-AG verschmolzen. Sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden gingen im Zuge der Gesamtrechtsnachfolge zu diesem Datum in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG auf.

Bei Zugang wurden die spanischen Schlussbilanzwerte als Anschaffungskosten der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden übernommen, soweit sie nicht einem Ansatzverbot des HGB unterlagen.

Aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Beteiligungsbuchwert an dem Tochterunternehmen und dem übernommenen Nettovermögen ergab sich ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 8,7 Millionen Euro, der aufwandswirksam in der Zeile "Außerordentliche Aufwendungen" in der Periode erfasst wurde.

AUSWIRKUNG DER TRANSAKTIONEN AUF VERMÖGENS- UND ERTRAGSLAGE

PRO-FORMA ERÖFFNUNGSBILANZ NACH PORTFOLIOÜBERNAHME UND VERSCHMELZUNG ZUM 01.01.2023

Anhang Allianz Direct 31.12.2022 Portfolioübernahme Benelux per 01.01.2023 Verschmelzung Fenix Directo per 01.01.2023 Allianz Direct 01.01.2023 1
AKTIVA
A. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
I. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 14.929.181 - - 14.929.181
II. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.607.478 30.000.000 117.974 55.725.452
III. Geleistete Anzahlungen 28.389.401 - - 28.389.401
68.926.060 30.000.000 117.974 99.044.034
B. Kapitalanlagen 1,2
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 31.685.253 - -31.617.970 67.283
II. Sonstige Kapitalanlagen 180.834.371 - 57.689.940 238.524.311
212.519.624 - 26.071.970 238.591.594
C. Forderungen 3
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
Versicherungsnehmer 1.906.376 539.843 84.224 2.530.443
Vermittler 2.904.593 - 1.879.594 4.784.187
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 3.962.642 - 1.512.406 5.475.048
davon an verbundene Unternehmen 3.962.642 - 1512406 5.475.048
III. Sonstige Forderungen 33.347.665 3.426 28.367.763 61.718.854
davon an verbundene Unternehmen - - 4.324.126 4.324.126
42.121.275 543.269 31.843.986 74.508.530
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 86.468 - 49373 135.841
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 344.973 208.878.722 -7.371.293 201.852.402
III. Andere Vermögensgegenstände 1.031.636 3.404.715 1.599.434 6.035.786
1.463.077 212.283.438 -5.722.485 208.024.029
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 105433 - 627.901 733.334
Summe Aktiva 325.135.469 242.826.707 52.939.345 620.901.521

1 _Pro-Forma Eröffnungsbilanz zum 01.01.2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG nach Portfolioübernahme und Verschmelzung

Anhang Allianz Direct 31.12.2022 Portfolioübernahme Benelux per 01.01.2023 Verschmelzung Fenix Directo per 01.01.2023 Allianz Direct 01.01.2023 1
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4 819.200 - - 819.200
II. Kapitalrücklage 5 66.279.615 - - 66.279.615
III. Gewinnrücklagen 6
1. Gesetzliche Rücklage 51.200 - - 51.200
2. Andere Gewinnrücklagen 181.201 - - 181.201
232.401 - - 232.401
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - - -8.742.104 -8.742.104
67.331.216 - -8.742.104 58.589.112
B. Versicherungstechnische Rückstellungen 7
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 30.119.584 2.592.861 14.936.493 47.648.938
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 11.569.842 - 3.806.651 15.376.493
18.549.742 2.592.861 11.129.842 32.272.445
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 8
1. Bruttobetrag 208.082.181 229.673.070 37.949.979 475.705.230
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 96.226.522 8.797.357 9.929.222 114.953.101
111.855.659 220.875.713 28.020.758 360.752.129
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 16.304.114 - - 16.304.114
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 9 3.263.742 - 2.867.541 6.131.283
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 185.228 - - 185.228
3.078.514 - 2.867.541 5.946.055
149.788.029 223.468.574 42.018.141 415.274.744
C. Andere Rückstellungen 10 8.461.060 509.878 276.432 9.247.370
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 11 66.938.667 - 7.969.024 74.907.691
E. Andere Verbindlichkeiten 12
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern 1.129.053 1.022.031 80.311 2.231.395
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 2.873.815 - 399.898 3.273.713
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.873.815 - 399.898 3.273.713
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 28.368.367 17.826.224 10.937.643 57.132.234
davon aus Steuern 2.826.488 467.806 1.789.386 5.083.680
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 16.223.750 191.229 625.122 17.040.100
32.371.235 18.848.255 11.417.852 62.637.342
F. Rechnungsabgrenzungsposten 245.262 - - 245.262
Summe Passiva 325.135.469 242.826.707 52.939.345 620.901.521

1 _Pro-Forma Eröffnungsbilanz zum 01.01.2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG nach Portfolioübernahme und Verschmelzung

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG AUFGETEILT NACH LÄNDERN NACH PORTFOLIOÜBERNAHME UND VERSCHMELZUNG

Anhang Allianz Direct 2022 Deutschland Spanien Niederlande Allianz Direct 2023 1
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung 13
a) Gebuchte Bruttobeiträge 13 133.361.438 154.855.446 40.825.865 269.217.187 464.898.497
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -69.098.688 -78.583.725 -26.670.098 -131.830.050 -237.083.873
64.262.750 76.271.721 14155767 137.387.137 227.814.625
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -136.840 -6.893.481 6.413.070 -1.376.215 -1.856.626
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 946.481 4.663.193 2.568.522 8.958.570 16.190.285
809.642 -2.230.288 8.981.592 7.582.355 14.333.659
65.072.391 74.041.433 23.137.359 144.969.492 242.148.284
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 14 6.073 7.130 - - 7.130
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 775.084 698.606 276.126 23.413 998.146
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 13 -122.086.299 -128.243.275 -49.890.432 -156.925.806 -335.059.513
ab) Anteil der Rückversicherer 61.229.299 16.702.839 20.636.241 -42.686.835 -5.347.756
-60.857.000 -111.540.436 -29.254.192 -199.612.641 -340.407.269
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 13 -14.242.175 -8.894.766 5.029.804 -109.141.426 -113.006.387
ab) Anteil der Rückversicherer 6.414.261 57.596.481 1.867.223 156.768.217 216.231.921
-7.827.914 48.701.715 6.897.027 47.626.791 103.225.534
-68.684.914 -62.838.721 -22.357.164 -151.985.850 -237.181.735
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto- Rückstellungen 15 70.535 54.381 180.0541 -1.512.171 342.750
6. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung 16 -18.221.952 -16.059.853 -9.061.824 -21.465.824 -46.587.500
7. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -44.901 -529.881 -61.081 -12.406.335 -12.997.297
8. Zwischensumme -21.027.684 -4.626.906 -6.266.043 -42.377.274 -53.270.223
9. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 10.526.422 15.364.814 -2.405.908 -2.605.197 10.353.709
10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -10.501.262 10.737.908 -8.671.951 -44.982.471 -42.916.514
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen 17 1.797.781 3.572.842 1.261.789 2.104.637 6.939.269
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen 18 -14.391.250 -438.518 -26.453 -28.517 -493.492
-12.593.469 3.134.325 1.235.336 2.076.120 6.445.777
3. Technischer Zinsertrag 14 -6.073 -7.130 - - -7.130
-12.599.542 3.127.195 1.235.336 2.076.120 6.438.647
4. Sonstige Erträge 19 13.913.396 12.264.201 642.101 6948994 19.855.295
5. Sonstige Aufwendungen 19 -21.137.830 -21.655.354 -731.506 -9.284.139 -32.409.239 2
-7.224.434 -9.391.154 -89.405 -2.335.145 -12.553.944
6. Nichtversicherungstechnisches Ergebnis -19.823.976 -6.263.959 1.145.931 -259.025 -6.115.297
7. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -30.325.238 4.473.949 -7.526.020 -45.241.496 -49.031.810
8. Außerordentliche Erträge - 1.435.882 - - 1.435.882
9. Außerordentliche Aufwendungen -1.061.146 -15.133.349 -831.704 -339 -15.965.391
10. Außerordentliches Ergebnis 20 -1.061.146 -13.697.467 -831.704 -339 -14.529.509
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 3.952.980 - -580.262 -10.382.509 -10.962.771
davon Konzernumlage 3.952.980 - -580.262 -10.382.509 -10962771
12. Erträge aus Verlustübernahme 27.433.403 9.223.517 8937986 55.624.344 74.524.091 3
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilabführungsvertrags abgeführte Gewinne - - - - -
14. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - - - - -

1 _Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2023 der Allianz Direct Versicherungs-AG nach Portfolioübernahme und Verschmelzung
2 _Die Zeile Sonstige Aufwendungen enthält Aufwendungen der französischen Niederlassung in Höhe von 738 Tausend Euro
3 _Die Zeile Erträge aus Verlustübernahme enthält Erträge der französischen Niederlassung in Höhe von 738 Tausend Euro

Angaben zu den Aktiva

1 _ ENTWICKLUNG DER AKTIVPOSTEN A UND B IM GESCHÄFTSJAHR 2023

Bilanzwerte 31.12.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
A.I Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 14.929.181 944.768 28.389.401 -
A.II Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.607.478 30.117.974 - 116.769
A.III Geleistete Anzahlungen 28.389.401 47.495.127 -28.389.401 -
Summe A.I und A.II 68.926.060 78.557.8691 0 116.769
B. Kapitalanlagen
B.I Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 31.636.000 - - 31.636.000
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - 30.000.000 - -
3. Beteiligungen 49.253 92627 - -
Summe B.I 31.685.253 30092627 - 31636000
B.II Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 161.204.937 180.025.900 - 13.126.813
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere - 57.689.940 - 9.143.197
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 2.629.794 34.294.117 2106693 669705
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 16.999.640 27.730.890 -2.106.693 4.163.162
Summe B.II 180.834.371 299740847 - 27.102.877
Summe B.I bis B.II insgesamt 212.519.624 329.834.742 - 58.738.877
Insgesamt 281.445.684 408.391.343 - 58.855.646
Zuschreibungen Abschreibungen Nettoveränderung Bilanzwerte 31.12.2023
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
A.I Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - 6.700.072 22.634.097 37.563.278
A.II Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten - 7.547.128 22.454.077 48.061.555
A.III Geleistete Anzahlungen - - 19.105.726 47.495.127
Summe A.I und A.II - 14.247.200 64.193.900 133.119.960
B. Kapitalanlagen
B.I Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - -31.636.000 -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - 30.000.000 30.000.000
3. Beteiligungen - - 92.627 141.880
Summe B.I - - -1.543.373 30.141.880
B.II Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere - 5.840 166.893.247 328.098.184
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere - - 48.546.743 48.546.743
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen - - 35731105 38.360.899
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen - - 21.461.035 38.460.675
Summe B.II - 5840 272.632.130 453.466.501
Summe B.I bis B.II insgesamt - 5.840 271.088.757 483.608.381
Insgesamt - 14.253.040 335.282.657 616.728.341

1 _Die Zeile Immaterielle Vermögensgegenstände enthält Zugänge in Höhe von 30 000 Tausend Euro aus der holländischen Portfolioübernahme und 117 974 Euro aus Verschmelzung der Fénix Directo
2 _Die Zeile Kapitalanlagen enthält Zugänge in Höhe von 26072 Tausend Euro aus Verschmelzung der Fenix Directo

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

In dieser Position wird seit dem Geschäftsjahr 2023 ein (2022: 0) Genussschein in Höhe von 30.000.000 (2022: 0) Euro geführt, der nach Luxemburger Recht verbrieft ist. Der Genussschein enthält eine erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung, bezogen auf das zugrundeliegende Investment. Es besteht keine Nachschusspflicht.

2 _ ZEITWERTE DER KAPITALANLAGEN (AKTIVA B)

Gliederung nach Bilanzposten

Zeitwerte 31.12.2023 Bilanzwerte 31.12.2023 Bewertungsreserve (Saldo) 31.12.2023 Zeitwerte 31.12.2022 Bilanzwerte 31.12.2022 Bewertungsreserve (Saldo) 31.12.2022
B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - - 31.636.000 31.636.000 -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 31425022 30.000.000 1.425.022 - - -
3. Beteiligungen 141.880 141.880 - 49.253 49.253 -
Summe B.I. 31.566.902 30.141.880 1.425.022 31.685.253 31.685.253 -
B.II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 348.404.391 328.098.184 20.306.207 164237585 161.204.937 3.032.648
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 50.002.329 48.546.743 1.455.586 - - -
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 39.436.031 38.360.899 1.075.132 2.316.065 2.629.794 -313.729
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 38.835.366 38.460.675 374.691 16.223.578 16.999.640 -776.062
Summe B.II. 476.678.117 453.466.501 23.211.616 182.777.228 180.834.371 1.942.857
Kapitalanlagen insgesamt 508.245.019 483.608.381 24.636.638 214.462.481 212.519.624 1.942.857

Die Nettoveränderung der Immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 64.193.900 (2022: 24.451.930) Euro beruht im Wesentlichen auf der Aktivierung der Aufwände für die Weiterentwicklung der europäischen Direktplattform sowie auf dem Zugang des Versicherungsbestandes der Allianz Benelux S.A.

Im laufenden Geschäftsjahr beläuft sich der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten auf 50.553.317 Euro, wovon 47.495.127 Euro auf selbst geschaffene, immaterielle Vermögensgegenstände entfielen und aktiviert wurden.

Der Zeitwert der Kapitalanlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 508.245.019 (2022: 214.462.481) Euro. Der entsprechende Bilanzwert dieser Kapitalanlagen liegt bei 483.608.381 (2022: 212.519.624) Euro. Die Bewertungsreserven von saldiert 24636638 (2022: 1.942.857) Euro setzen sich zusammen aus stillen Reserven in Höhe von 25.216.366 (2022: 3.032.648) Euro und stillen Lasten in Höhe von 579.728 (2022: 1.089.792) Euro.

Bei der Ermittlung der Zeitwerte werden folgende Methoden angewandt:

Der Zeitwert der Beteiligung wird mit den Anschaffungskosten angesetzt.

Für die Zeitwertermittlung der Anteile oder Aktien an Investmentvermögen wird der Börsenjahresschlusskurs herangezogen. Für die Spezialfonds wird der von der Kapitalgesellschaft mitgeteilte Wert angesetzt.

Bei nicht börsennotierten Kapitalanlagen mit fester Laufzeit (Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen) wird der Zeitwert nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird der Effektivzins ähnlicher Schuldtitel verwendet.

Bei Ausleihungen an verbundene Unternehmen (Genussscheine) wird der Zeitwert aus den Net-Asset-Values der zugrunde liegenden Beteiligungen ermittelt und angesetzt.

Wertpapiere, die der dauernden Vermögensanlage gewidmet wurden

Zeitwerte 31.12.2023 Bilanzwerte 31.12.2023 Bewertungsreserven 31.12.2023 Zeitwerte 31.12.2022 Bilanzwerte 31.12.2022 Bewertungsreserven 31.12.2022
Anteile oder Aktien an Investmentvermögen 348.384.166 328.077.959 20.306.207 151.110.707 148.078.058 3.032.649
Inhaberschuldverschreibungen 50.002.329 48.546.743 1.455.586 - - -
Insgesamt 398.386.495 376.624.702 21.761.793 151.110.707 148.078.058 3.032.649

ANGABEN GEMÄSS §285 NR. 18 HGB ZU KAPITALANLAGEN, DIE ÜBER IHREM BEIZULEGENDEN ZEITWERT AUSGEWIESEN WERDEN

Inhaberschuldverschreibungen in Höhe von 4.533.585 (2022: 0) Euro, die nach §341b Absatz 2 HGB wie Anlagevermögen behandelt werden, werden über ihrem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 4.508.040 (2022: 0) Euro ausgewiesen. Es werden Abschreibungen in Höhe von 25.545 (2022: 0) Euro vermieden.

Bei Inhaberschuldverschreibungen wurde untersucht, ob aufgrund einer zinsinduzierten bzw. vorübergehenden Wertminderung die Nennwerte der Rententitel grundsätzlich realisierbar sind. Hierbei wurde zudem das Ausfallrisiko im Rahmen einer Bonitätsprüfung analysiert. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß §253 Absatz 3 Satz 6 HGB wurde jeweils wegen nicht dauerhaften Charakters der Wertminderung verzichtet.

Sonstige Ausleihungen in Höhe von 15.081.869 (2022: 19.629.434) Euro werden über ihrem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 14.527.686 (2022: 18.539.643) Euro ausgewiesen. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß §253 Absatz 3 Satz 6 HGB wurde jeweils wegen nicht dauerhaften Charakters der Wertminderung verzichtet.

Bei diesen Ausleihungen handelt es sich hauptsächlich um zinsinduzierte Wertminderungen, die bis zum Ende der Laufzeit wieder aufgeholt werden.

Es handelt sich hierbei aufgrund unserer Erwartung bezüglich der Marktentwicklung um eine voraussichtlich vorübergehende Wertminderung.

Angaben gemäß §285 Nr. 26 HGB zu Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen

Name des Fonds Zeitwerte Bilanzwerte Bewertungsreserven Ausschüttungen im Geschäftsjahr
Rentenfonds
Allianz VSR Fonds 1,2 348.384.166 328.077.959 20.306.207 187.094
Allianz Direct Fonds 2 20.225 20.225 - -
Insgesamt 348.404.391 328.098.184 20.306.207 187.094

1 _ Fonds enthält Asset Backed Security Papiere in geringem Umfang
2 _Fondsanteile können börsentäglich zurückgegeben werden

Bei Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen mit einem Bilanzwert in Höhe von 328.098.184 (2022: 148.078.123) Euro hält die Gesellschaft mehr als 10% der Anteile.

3 _ FORDERUNGEN (AKTIVA C)

In den Forderungen enthalten sind Forderungen in Höhe von 57 935 Euro mit einer Laufzeit > 1 Jahr.

Angaben zu den Passiva

4 _ GEZEICHNETES KAPITAL (PASSIVA A.I)

Das gezeichnete Kapital der Allianz Direct Versicherungs-AG beträgt 819200 (2022: 819200) Euro. Es ist eingeteilt in 1.600 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 512 Euro je Aktie. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden.

Die Allianz SE, München, hat uns gemäß §20 Abs. 1, Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr 100% der Aktien an unserer Gesellschaft unmittelbar gehören.

5 _ KAPITALRÜCKLAGE (PASSIVA A.II)

Stand 31.12.2022 Einstellung Entnahme Stand 31.12.2023
Kapitalrücklage gem. §272 Absatz 2 Nr. 1 HGB 31.123.155 - - 31.123.155
Kapitalrücklage gem. §272 Absatz 2 Nr. 4 HGB 35.156.460 100.000.000 - 135.156.460
66.279.615 100.000.000 - 166.279.615

Die Kapitalrücklage der Allianz Direct Versicherungs-AG beträgt 166.279.615 (2022: 66.279.615) Euro. Sie setzt sich zusammen aus der Kapitalrücklage gemäß §272 Absatz 2 Nr. 1 HGB in Höhe von 31.123.155 (2022: 31.123.155) Euro und der Kapitalrücklage gemäß §272 Absatz 2 Nr. 4 HGB in Höhe von 135.156.460 (2022: 35.156.460) Euro.

ANGABE GEMÄSS §285 NR. 28 HGB UND §253 ABSATZ 6 SATZ 3 HGB

Aus der Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens zu Personalrückstellungen ergeben sich im Geschäftsjahr 2023 unrealisierte Gewinnen Höhe von 41.560 (2022: 16.257) Euro. Dieser Betrag ist gemäß §268 Absatz 8 HGB abführungsgesperrt. Der mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zum 31. Dezember 2023 ermittelte Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt 4.994.501 Euro. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden liegt bei 4.981.977 Euro. Somit ist ein Betrag in Höhe 12.524 Euro gemäß §253 Absatz 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.

Beide Beträge sind in vollem Umfang durch frei zur Verfügung stehende Eigenkapitalteile gedeckt.

Weiterhin entfallen 37.563.278 (2022: 14.929.181) Euro auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände gemäß §268 Absatz 8 Satz 1 HGB.

6 _ GEWINNRÜCKLAGEN (PASSIVA A.III)

Stand 31.12.2022 Einstellung Entnahme Stand 31.12.2023
Gesetzliche Rücklagen 51.200 - - 51.200
Andere Gewinnrücklagen 181.201 - - 181.201
232.401 - - 232.401

7_ VERSICHERUNGSTECHNISCHE BRUTTORÜCKSTELLUNGEN NACH VERSICHERUNGSZWEIGGRUPPEN, VERSICHERUNGSZWEIGEN UND VERSICHERUNGSARTEN (PASSIVA B)

Insgesamt davon Bruttorückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle davon Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung insgesamt 10.695.438 180.642 9.333.568 - - -
Haftpflichtversicherung 4.690.071 380.624 4.214.770 112.930 - 94.044
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 587.504.027 225.581.271 529.501.119 199.316.120 2.471.995 6.682.881
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 65.471.209 31.016.831 36.156.019 8.277.728 1.631.259 9.527.189
Rechtsschutzversicherung 7.054.082 - 267.749 375.403 1.842.114 -
Verbundene Hausratversicherung 2.938.858 585.730 2.148.147 - 5.037 -
Verbundene Wohngebäudeversicherung 4.752.954 - 3.566.632 - - -
Sonstige Versicherungen 357.503 24.524 541 - - -
Versicherungsgeschäft insgesamt 683.464.142 257.769.622 585.188.545 208.082.181 5.950.405 16.304.114

8 _ RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE (PASSIVA B.II)

Bei der Ermittlung der Rückstellungsbeträge werden Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen mit einem Bruttobetrag in Höhe von 1.440.369 (2022: 1.167.507) Euro abgesetzt.

9 _ SONSTIGE VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN (PASSIVA B.IV)

Davon entfallen 3.793.000 (2022: 2.336.000) Euro auf die Rückstellung für drohende Verluste und 3.364.708 (2022: 557.286) Euro auf die Rückstellung für Verkehrsopferhilfe.

10 _ ANDERE RÜCKSTELLUNGEN (PASSIVA C)

Die in der Bilanz ausgewiesenen anderen Rückstellungen in Höhe von 14.054.408 (2022: 8.461.060) Euro setzen sich aus den folgenden Positionen zusammen:

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Die Gesellschaft hat Pensionszusagen erteilt, für die Pensionsrückstellungen gebildet werden. Ein Teil der Pensionszusagen ist im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (Methusalem Trust e.V.) abgesichert. Dieses Treuhandvermögen stellt saldierungspflichtiges Deckungsvermögen dar, wobei als beizulegender Zeitwert der Aktivwert beziehungsweise der Marktwert zugrunde gelegt wird.

Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der Projected Unit Credit-Methode (dies bezeichnet ein Anwartschaftsbarwertverfahren bezogen auf den verdienten Teil) ermittelt beziehungsweise als Barwert der erworbenen Anwartschaft ausgewiesen. Sofern es sich um wertpapiergebundene Pensionszusagen handelt, wird der Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände angesetzt.

%

Rechnungsannahmen 31.12.2023 31.12.2022
Angewandter Diskontierungszinssatz (10-jähriger Durchschnittszins) 1,83 1,79
Angewandter Diskontierungszinssatz (7-jähriger Durchschnittszins) 1,76 1,45
Rententrend 1 2,00 2,00
Gehaltstrend inklusive durchschnittlicher Karrieretrends 3,25 3,25

1 _Wegen der hohen Inflation wurde wie im Vorjahr ein erhöhter Rententrend für den Zeitraum 2022 bis 2024 von 5,5% pro Jahr verwendet.

Abweichend hiervon wird bei einem Teil der Pensionszusagen die garantierte Rentendynamik von 1,0 % pro Jahr zugrunde gelegt.

Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden die Heubeck- Richttafeln RT2018G verwendet, die bezüglich der Sterblichkeit, Invalidisierung und Fluktuation an die Verhältnisse im Allianz Konzern angepasst wurden. Im Vorjahr wurden unternehmensspezifisch angepasste Heubeck-Richttafeln RT2005G zugrunde gelegt.

Als Pensionierungsalter wird die vertragliche oder gesetzlich frühestmöglich vorgesehene Altersgrenze angesetzt.

31.12.2023 31.12.2022
Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände 4.790.050 4.251.169
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 4.812.360 4.418.748
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 5.229.977 4.864.216
Nicht ausgewiesener Rückstellungsbetrag gemäß Artikel 67 Absatz 2 EGHGB - -
Pensionsrückstellung 417.617 445.468
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung - -

Der mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zum 31. Dezember 2023 ermittelte Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt 5.242.501 (2022: 4.970.561) Euro. Somit ist ein Betrag von 12.524 Euro gemäß §253 Absatz 6 S. 2 HGB ausschüttungsgesperrt.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG bildet Pensionsrückstellungen in Höhe von 417.617 (2022: 445.468) Euro, die sich nach der Saldierung der Verpflichtungen aus Pensionszusagen mit dem Zeitwert der verrechneten Vermögenswerte ergeben. Der zum 31. Dezember 2021 neben der Pensionsrückstellung ausgewiesene passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 274.561 Euro wurde planmäßig abgeschrieben. Er verringerte sich zudem aufgrund des Wechsels eines vom damaligen Betriebsübergang betroffenen Mitarbeiters. Der Wert des passiven Rechnungsabgrenzungsposten beläuft sich somit zum 31. Dezember 2023 auf 101.740 Euro.

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die Gesellschaft hat Verpflichtungen aus Jubiläumsgaben und einem Wertkontenmodell, die unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen werden. Das für das Wertkontenmodell reservierte Vermögen stellt saldierungsfähiges Deckungsvermögen dar, wobei als beizulegender Zeitwert der Aktivwert beziehungsweise der Marktwert zugrunde gelegt wird. Die Bewertung dieser Verpflichtungen erfolgt im Wesentlichen analog zu den Pensionszusagen und auf Basis der gleichen Rechnungsannahmen (mit Ausnahme des Diskontierungszinssatzes).

Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände für das Wertkontenmodell beläuft sich auf 217.063 (2022: 97.001) Euro, der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt ebenfalls 217.063 (2022: 97.001) Euro.

Die Sonstigen Rückstellungen inklusive der Rückstellung für Jubiläumsabgaben betragen insgesamt 13.637.926 (2022: 8.015.591) Euro. Sie enthalten eine Rückstellung für ausstehende Rechnungen für im Geschäftsjahr bezogene Fremdleistungen in Höhe von 7580192 (2022: 4.202.313) Euro und eine Rückstellung im Zusammenhang mit dem AEI (Allianz Equity Incentive) Plan in Höhe von 1.014.817 (2022: 488.497) Euro.

Diese und weitere Rückstellungsbeträge sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

31.12.2023 31.12.2022
Rückstellung für ausstehende Rechnungen 7.580.191 4.202.313
Rückstellung für Erfolgsbeteiligungen 2.000.192 1.594.475
Rückstellung für AEI (Allianz Equity Incentive) Plan 1.014.817 488.497
Rückstellung für Urlaub 1.272.415 464.314
Rückstellung für Gleitzeitansprüche 275.421 186.688

11 _ DEPOTVERBINDLICHKEITEN AUS DEM IN RÜCKDECKUNG GEGEBENEN VERSICHERUNGSGESCHÄFT (PASSIVA D)

Die Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft haben sich um 208.473.423 Euro auf 275411138 Euro erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den Quoteneintritt nach Portfolioübernahme von der Allianz Benelux S.A. in Höhe von 136.003.009 Euro zurückzuführen. Hinzu kommt der im Dezember 2022 geschlossene Loss Portfolio Transfer (LPT) für das deutsche Geschäft mit einem Effekt in Höhe von 53.780.203 Euro.

12 _ ANDERE VERBINDLICHKEITEN (PASSIVA E)

Die in der Bilanz ausgewiesenen anderen Verbindlichkeiten haben im Wesentlichen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

13 _ ANGABEN ZU VERSICHERUNGSZWEIGGRUPPEN, VERSICHERUNGSZWEIGEN UND VERSICHERUNGSARTEN (GUV 1.1, GUV 1.4, GUV 1.10)

Gebuchte Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge
Veränderung
2023 2022 in % 2023 2022
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung 10.417.311 993.098 949,0 10.777.973 971.135
Haftpflichtversicherung 3.956.305 430.717 818,5 4.072.633 450.756
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 297.138.665 85.027.318 249,5 298.565.192 85.037.915
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 122985452 46249101 165,9 119295345 46.126.056
Rechtsschutzversicherung 10290417 - - 10.664.621 -
Feuer- und Sachversicherung 19.205.467 599.330 3.104,5 18.969.708 601.367
davon Verbundene Hausratversicherung 8.493.373 599.330 1.317,1 8.467.995 601.367
davon Verbundene Wohngebäudeversicherung 10.712.094 - 0,0 10.501.712 -
Sonstige Versicherungen 904.880 61.874 1.362,5 696.400 37.369
Versicherungsgeschäft insgesamt 464.898.497 133.361.438 248,6 463.041.871 133.224.598

ANZAHL DER MINDESTENS EINJÄHRIGEN VERSICHERUNGSVERTRÄGE UND DER GEMELDETEN SCHÄDEN

Stück

Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge Anzahl der gemeldeten Schäden
Veränderung Veränderung
2023 2022 in% 2023 2022 in%
Inlands- und Auslandsgeschäft - - - - -
Unfall- und Krankenversicherung 259.385 16.556 1.466,7 792 1 79.100,0
Haftpflichtversicherung 82.207 8.413 877,1 2.322 343 577,0
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 914.297 343.024 166,5 79.939 26.280 204,2
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 700.284 244.062 186,9 90.157 27.394 229,1
Rechtsschutzversicherung 64.748 - - - - -
Feuer- und Sachversicherung 148.907 6.908 2.055,6 14.746 377 3.811,4
davon Verbundene Hausratversicherung 100.456 6.908 1.354,2 7.292 377 1.834,2
davon Verbundene Wohngebäudeversicherung 48.451 - - 7.454 - -
Sonstige Versicherungen 9.681 506 1.813,2 - - -
Insgesamt 2.179.509 619.469 251,8 187.956 54.395 245,5
Verdiente Nettobeiträge Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle Bruttoaufwendungen für Versicherungsbetrieb
2023 2022 2023 2022 2023 2022
Inlands- und Auslandsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung 5.919.177 520.470 12.875.828 3.775 3.090.043 400.358
Haftpflichtversicherung 2.258.512 225.502 3.203.960 138.912 1.450.815 336.312
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 156.064.296 40.988.582 282.419.778 92.145.398 65.880.966 25.154.451
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 61.541.152 23.043.178 135.251.242 43.451.835 18.780.505 12.160.366
Rechtsschutzversicherung 5.825.680 - 2.939 - 85.424 -
Feuer- und Sachversicherung 10.270.872 282.379 14.303.815 577.041 3.689.719 394.940
davon Verbundene Hausratversicherung 4.555.645 282.379 5.620.226 577.041 2.146.904 394.940
davon Verbundene Wohngebäudeversicherung 5.715.228 - 8.683.589 - 1542815 -
Sonstige Versicherungen 268.596 12.281 8.338 11.513 545.154 42.622
Insgesamt 242.148.284 65.072.392 448.065.900 136.328.474 93.522.626 38.489.049
Rückversicherungssaldo Versicherungstechnisches Ergebnis
2023 2022 2023 2022
Inlands- und Auslandsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung 446.226 -448.777 -6.552.111 119.560
Haftpflichtversicherung -110.711 46.874 -937.530 -78.483
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 22.634.862 14.686.367 -27.788.126 -6.335.365
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 20.923.884 5.523.785 -9.046.039 -3.733.096
Rechtsschutzversicherung -4.837.695 - 4.256.715 -
Feuer- und Sachversicherung -1.707.205 -30.467 -2.478.358 -438.145
davon Verbundene Hausratversicherung -779.982 -30.467 -648.411 -438.145
davon Verbundene Wohngebäudeversicherung -927224 - -1.829.948 -
Sonstige Versicherungen -423.656 -19.331 -371.064 -35.733
Insgesamt 36.925.704 19.758.451 -42.916.514 -10.501.262

GEBUCHTE BRUTTOBEITRÄGE NACH HERKUNFT (GUV I.1.A)

Gebuchte Bruttobeiträge nach Herkunft

Veränderung
2023 2022 in %
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
aus dem Inland 154.855.446 116.745.646 32,6
aus den übrigen Mitgliedstaaten der EU sowie anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum 310.043.051 16.615.792 1.766,0
aus Drittländern - - -
Versicherungsgeschäft insgesamt 464.898.497 133.361.438 248,6

Die wesentlichen Änderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zum Vorjahr resultieren vornehmlich aus der Integration des niederländischen Direktportfolios und nur zum kleineren Teil aus der Verschmelzung mit der ehemaligen spanischen Tochtergesellschaft Fenix Directo. Dies gilt insbesondere für die beiden Sparten Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und Sonstige Kraftfahrtversicherung.

Gemessen an den gebuchten Bruttobeiträgen lag der niederländische Anteil an der absoluten Veränderung pro Sparte jeweils bei über 70%, nur bei den sonstigen Versicherungen erklärte Niederlande nur etwas mehr als die Hälfte der Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr.

Beim versicherungstechnischen Ergebnis ergab sich ein ähnliches Bild. Die Übernahme des niederländischen Portfolios trieb maßgeblich die Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses in allen Sparten mit einem gesamten versicherungstechnischen Verlust von 44.982.471 Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr, nachfolgend der Erhöhung der versicherungstechnischen Rückstellungen nach deren Übernahme zu Marktwerten. Der Verlust aus dem niederländischen Geschäft entfiel zur einen Hälfte auf die Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung (27.698.196 Euro) und zur anderen Hälfte auf die Sparten Sonstige Kraftfahrtversicherung (9.458.074 Euro) und Unfall- und Krankenversicherung (7.330.870 Euro).

Das versicherungstechnische Ergebnis in Deutschland verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 6.648.774 Euro auf 10.737.908 Euro getrieben durch die Sonstige Kraftfahrtversicherung, in Spanien kam es zu einer Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses von 5.918.445 Euro vor allem in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Die spanische Niederlassung inklusive des verschmolzenen Geschäftes der Fénix Directo zeigte in 2023 ein versicherungstechnisches Ergebnis von -8.671.951 Euro.

14 _TECHNISCHER ZINSERTRAG FÜR EIGENE RECHNUNG (GUV I.2, GUV II.3)

Die Berechnung und die Übertragung des technischen Zinsertrags von der nichtversicherungstechnischen in die versicherungstechnische Rechnung erfolgten gemäß § 38 RechVersV. Hierin enthalten ist die Zinszuführung zur Brutto-Rentendeckungsrückstellung in der selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung.

15 _ VERÄNDERUNG DER ÜBRIGEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN NETTORÜCKSTELLUNGEN (GUV I.5)

Hiervon entfiel auf die Rückstellung für drohende Verluste eine Auflösung in Höhe von 1.410.541 Euro, im Vorjahr eine Auflösung in Höhe von 464 000 Euro. Auf die Stornorückstellung (brutto) entfiel eine Zuführung von 1.277.075 Euro, im Vorjahr eine Zuführung von 235.434 Euro.

16 _ AUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGS- BETRIEB FÜR EIGENE RECHNUNG (GUV I.6)

2023 2022
a Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 93.522.626 38.489.049
b davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 46.935.127 20.267.096
Aufwendungen insgesamt 46.587.500 18.221.953

Von den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb entfallen 56.939.630 (2022: 15.523.600) Euro auf Abschluss- und 36.582.996 (2022: 22.965.449) Euro auf Verwaltungsaufwendungen.

PROVISIONEN UND SONSTIGE BEZÜGE DER VERSICHERUNGSVERTRETER, PERSONALAUFWENDUNGEN

2023 2022
1 Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 12.638.164 749.920
2 Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des §92 HGB 44.301.466 14.773.680
3 Löhne und Gehälter 47.854.978 17.667.828
4 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 8.725.594 2.887.253
5 Aufwendungen für Altersversorgung 927.028 764.757
Aufwendungen insgesamt 114.447.230 36.843.438

Unter Sonstigen Bezügen der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB sind im Wesentlichen Abschlussaufwendungen aus Kostenallokation enthalten.

17 _ ERTRÄGE AUS KAPITALANLAGEN (GUV II.1)

2023 2022
a Erträge aus anderen Kapitalanlagen
davon aus verbundenen Unternehmen: 0 (34.488) € 6.762.729 1.427.585
b Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 176.540 370.196
Insgesamt 6.939.269 1.797.781

ERTRÄGE AUS KAPITALANLAGEN

Die Erträge aus Kapitalanlagen betrugen im Berichtsjahr 6.939.269 (2022: 1.797.781) Euro.

Bei den Erträgen aus anderen Kapitalanlagen entfielen 6.519.635 Euro auf festverzinsliche Anlagen und 243.094 Euro auf Ausschüttungen von Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen. Im Vergleich zu 2022 haben insbesondere das höhere Anlagevolumen und die höheren Kapitalmarktzinsen zu einem deutlichen Mehrertrag im Berichtsjahr geführt.

Die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen betrugen 176540 Euro.

18 _ AUFWENDUNGEN FÜR KAPITALANLAGEN (GUV II.2)

2023 2022
a Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen 483.362 399.452
b Abschreibungen auf Kapitalanlagen 5.840 12.624.004
c Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 4.290 1.367.794
Insgesamt 493.492 14.391.250

ABSCHREIBUNGEN AUF KAPITALANLAGEN

Die Abschreibungen auf Kapitalanlagen betragen 5840 (2022: 12.624.004) Euro.

Darin enthalten sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 5.840 (2022: 3.860.004) Euro auf Kapitalanlagen, die nach den Vorschriften des Umlaufvermögens nach §253 Absatz 4 HGB bewertet werden.

Von den außerplanmäßigen Abschreibungen entfallen auf Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 5840 (2022: 3.860.004) Euro.

Im Geschäftsjahr erfolgte keine außerplanmäßige Abschreibung auf Kapitalanlagen, die nach den Vorschriften des Anlagevermögens nach §253 Absatz 3 HGB bewertet werden (2022: 8.764.000) Euro.

19 _ÜBRIGES ALLGEMEINES ERGEBNIS

(GUV II.4, GUV II.5)

Das übrige allgemeine Ergebnis schließt mit einem im Vorjahresvergleich höheren Verlust in Höhe 12.553.944 (2022: 7.224.434) Euro. Darin enthalten ist das negative Ergebnis aus erbrachten Dienstleistungen in Höhe von 9.923.812 (2022: 6.404.401) Euro.

Im Übrigen allgemeinen Ergebnis sind im Geschäftsjahr 2023 periodenfremde Erträge aus der Auflösung von anderen Rückstellungen in Höhe von 1.045.124 (2022: 591.376) Euro enthalten.

VERRECHNETE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE IM SINNE DES §285 NR. 25 HGB

Aus der Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden nach § 246 Absatz 2 HGB ergab sich eine Saldierung folgender Aufwendungen und Erträge:

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Sonstige Verpflichtungen
Ertrag aus dem beizulegenden Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 130.063 4.641
Rechnerische Verzinsung des Erfüllungsbetrages der verrechneten Schulden -159.169 -4.641
Effekt aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes für den Erfüllungsbetrag 6.562 -
Nettobetrag der verrechneten Erträge und Aufwendungen -22.544 -

ZINSEN AUS AB- UND AUFZINSUNG

Das Jahresergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG wird durch Abzinsungen in Höhe von 90.011 (2022: 15.000) Euro und Aufzinsungen in Höhe von 112.555 (2022: 70.300) Euro aus langfristigen Rückstellungen beeinflusst.

EFFEKTE AUS DER WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Die Währungsgewinne betragen 721.403 (2022: 223.283) Euro, die Währungsverluste belaufen sich auf 578.177 (2022: 232.823) Euro.

20 _ AUßERORDENTLICHES ERGEBNIS (GUV II.10)

Das Außerordentliche Ergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG schließt im Geschäftsjahr 2023 mit einem höheren Verlust in Höhe von 14.529.509 (2022: 1.061.146) Euro. Neben außerordentlichen Erträgen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Allianz Benelux Portfolios in Höhe von 1.435.882 (2022: 0) Euro sind außerordentliche Aufwendungen von 15.965.391 (2022: 1.061.146) Euro entstanden. Diese bestehen weit überwiegend aus dem Verschmelzungsverlust im Zusammenhang mit dem Merger der Fénix Directo in Höhe von 8.742.104 Euro sowie aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ablösung der bisher genutzten IT-Systeme der Allianz Direct Versicherungs-AG von 7.057.399 (2022: 936.016) Euro.

21 _ STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG (GUV II.11)

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfielen vollständig auf die ausländischen Niederlassungen in den Niederlanden und in Spanien. Die steuerliche Bemessungsgrundlage in beiden Ländern bestimmt sich anhand der lokalen Steuervorschriften. In den Niederlanden betrug der steuerliche Aufwand 10.382.509 Euro. Auf Spanien entfiel ein Steueraufwand in Höhe von 580.262 Euro. Für das deutsche Stammhaus betrugen die Steuern aufgrund des negativen Ergebnisses wie im Vorjahr 0 Euro.

Sonstige Angaben

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFICHTUNGEN

Haftungsverhältnisse bestehen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Grundlage der betrieblichen Altersversorgung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Allianz Gesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2014 eingetreten sind, ist in der Regel die Mitgliedschaft in der Allianz Versorgungskasse VVaG (AVK), die als rechtlich selbstständige und regulierte Pensionskasse der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterliegt. Die Leistungen der AVK werden nach dem Einmalbeitragssystem über Zuwendungen der Trägergesellschaften an die Kasse durch Gehaltsumwandlung und Arbeitgeberbeiträge finanziert.

Zu den Trägergesellschaften gehört neben der Allianz SE, der Allianz Versicherungs-AG und der Allianz Lebensversicherungs-AG unter anderem auch die Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist verpflichtet, anteilige Verwaltungskosten der AVK zu tragen und entsprechend den Rechtsgrundlagen gegebenenfalls Zuschüsse zu leisten.

Außerdem leisten die Trägergesellschaften für bis zum 31. Dezember 2014 eingetretene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zuwendungen an den Allianz Pensionsverein e. V. (APV).

Weil die Anpassungsverpflichtung nach § 16 Absatz 2 BetrAVG im Alttarif des APV nicht rückgedeckt ist, ist zum 31. Dezember 2023 das Deckungsvermögen des APV geringer als die Versorgungsverpflichtungen. Der Fehlbetrag zum 31. Dezember 2023 beträgt 371.928 (2022: 436.772) Euro.

Die Allianz Direct Versicherungs-AG macht von dem Wahlrecht nach Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 EGHGB grundsätzlich Gebrauch, hierfür keine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden, da die gesetzlich vorgeschriebene Anpassung der Renten an den Verbraucherpreisindex durch zusätzliche Beiträge an den APV finanziert wird.

Für die entgeltliche Übertragung der Pensionsverpflichtung im Rahmen eines Betriebsübergangs greift das Wahlrecht nach Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 EGHGB nicht. Deshalb werden in der Bilanz eine Pensionsrückstellung in Höhe von 248.000 (2022: 248.000) Euro und ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 49.587 (2022: 68.690) Euro ausgewiesen. Demzufolge beträgt der nicht bilanzierte Fehlbetrag 123 928 (2022: 188.772) Euro.

Sowohl die AVK als auch der APV wurden für Neueintritte ab 1. Januar 2015 geschlossen.

Für Neueintritte ab 1. Januar 2015 wurde die betriebliche Altersversorgung einheitlich neu geregelt. Die Allianz Direct Versicherungs- AG leistet für diese einen monatlichen Beitrag in eine Direktversicherung bei der Allianz Lebensversicherungs-AG, welcher im Rahmen der Entgeltumwandlung finanziert wird. Außerdem wird monatlich ein Arbeitgeberbeitrag im Rahmen einer Direktzusage gewährt.

Die Allianz SE haftet durch Schuldbeitritt gesamtschuldnerisch für einen Teil der Pensionszusagen der Allianz Direct Versicherungs-AG Diese erstattet die Kosten; die Allianz SE hat die Erfüllung übernommen. Daher werden diese Pensionsverpflichtungen bei der Allianz SE und nicht bei der Allianz Direct Versicherungs-AG bilanziert.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 erstatten die Gesellschaften für ihre Angestellten lediglich noch die Dienstzeitaufwände. Für die Risiken aus Zins, Inflation und Biometrie erfolgt keine Erstattung mehr.

Die gesamtschuldnerische Haftung der Allianz Direct Versicherungs-AG aus diesen Pensionszusagen sowie die diesen Haftungs-verbindlichkeiten gegenüberstehenden Rückgriffsforderungen an die Allianz SE betragen.

31.12.2023 31.12.2022
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 654.598 676.174
Nicht ausgewiesener Rückstellungsbetrag gemäß Artikel 67 Absatz 2 EGHGB - -
Gesamtschuldnerische Haftung bzw. Rückgriffsforderungen gegen die Allianz SE 654.598 676.174

Als Mitglied des Vereins Verkehrsopferhilfe e. V. in Deutschland und der Stichting Waarborgfonds Motorverkeer in den Niederlanden ist die Gesellschaft verpflichtet, anteilig die zur Durchführung des Vereinszwecks erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Hierfür wurde eine Rückstellung gebildet.

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich auf 4.255.745 (2022: 2.512.320) Euro, davon werden 3.379.502 (2022: 1.627.728) Euro gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen.

Aus langfristigen Mietverhältnissen bestehen Zahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 3.379.502 (2022: 1.627.728) Euro.

Aus einem Immobilien-Leasing Vertrag für den Standort Halle besteht für die Allianz Direct Versicherungs-AG eine Zahlungsverpflichtung in Höhe von 686.650 (2022: 884.592) Euro.

UMSETZUNG DER GLOBALEN MINDESTBESTEUERUNG

Der Allianz Konzern fällt in den Anwendungsbereich der OECD-Pillar Two-Modellregelungen (Mindeststeuer). Die Pillar Two-Gesetzgebung wurde in Deutschland, dem Steuerrechtsgebiet, in dem die Allianz SE als Konzernmuttergesellschaft ihren Sitz hat, beschlossen und tritt ab dem 28. Dezember 2023 in Kraft. Da die Pillar Two-Gesetzgebung zum Berichtszeitpunkt noch nicht zur Anwendung kommt, unterliegt die Allianz SE dahingehend keiner Steuerbelastung. Für Allianz Direct Versicherungs-AG wird sich aus der Pillar Two-Gesetzgebung keine zusätzliche Steuerbelastung ergeben, da eine etwaige Mindeststeuer von der Allianz SE zu zahlen ist und eine Ablastung einer etwaigen Mindeststeuer an Konzerngesellschaften gesetzlich nicht vorgesehen ist.

BEZÜGE DES VORSTANDS

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 2023 1.327.999 (2022: 1.679.326) Euro.

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Wie im Vorjahr erhielten die Aufsichtsratsmitglieder der Allianz Direct Versicherungs-AG keine Vergütungen für ihre Tätigkeiten in 2023.

MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind auf den Seiten 3 beziehungsweise 55 genannt. Diese Seiten sind Bestandteil des Anhangs.

ANZAHL DER MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Die Zahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Vorstandsmitglieder, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten, Personen im Bundesfreiwilligendienst, in der passiven Altersteilzeit oder im Vorruhestand im Jahresdurchschnitt.

Stand 31. Dezember 2023

2023 2022
Innendienst-Vollzeitmitarbeiter/-innen 605 205
Innendienst-Teilzeitmitarbeiter/-innen 179 58
Außendienstmitarbeiter/-innen - -
Insgesamt 784 263

NACHTRAGSBERICHT

In Vorbereitung auf das geplante Neugeschäft in Italien wurde Anfang Februar 2024 eine Niederlassung in Mailand, Italien, gegründet, die jedoch zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch kein Versicherungsgeschäft betrieb.

Aufgrund von Urteilen des Handelsgerichts von Bobigny (Tribunal de Commerce de Bobigny) vom 24. Januar 2024 übernahm die Allianz Direct Versicherungs-AG aus den Insolvenzverfahren über die Vermögen der Luko Cover SAS, eines in Paris ansässigen Maklerunternehmens, und deren Muttergesellschaft Demain ES im Wege eines Betriebsübergangs im Wesentlichen alle Vermögenswerte, etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die IT-Infrastruktur und die Markenrechte für einen mittleren, einstelligen Millionenbetrag. Dies ermöglicht es der französischen Niederlassung, den französischen Hausratsversicherungsbestand samt bedeckender Vermögensgegenstände der Luko Insurance AG, eines in Berlin ansässigen Versicherungsunternehmens - vorbehaltlich der Zustimmung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) - im 2. Quartal 2024 zu erwerben. Der entsprechende Bestandsübertragungsvertrag wurde bereits am 14. November 2023 in einem vor-insolvenzrechtlichen Verfahren abgeschlossen.

LEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und die Solvabilitätsübersicht der Allianz Direct Versicherungs-AG geprüft.

Ferner wurden in geringem Umfang zulässige andere Nichtprüfungsleistungen erbracht.

GESAMTHONORAR ABSCHLUSSPRÜFER

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß §285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die Allianz Direct Versicherungs-AG sind im Konzernabschluss der Allianz SE, München, enthalten.

KONZERNZUGEHÖRIGKEIT

Die Allianz Direct Versicherungs-AG gehört zum Allianz Konzern unter Führung der Allianz SE, München. Die Allianz Direct Versicherungs-AG wird in den Konzernabschluss und -lagebericht der Allianz SE, ihrer unmittelbaren Muttergesellschaft, einbezogen, die den Konzernabschluss aufstellt. Konzernabschluss und -lagebericht der Allianz SE werden im März in ihrem Geschäftsbericht veröffentlicht und sodann an die das Unternehmensregister führende Stelle zur Einstellung im Unternehmensregister übermittelt. Konzernabschluss und -lagebericht der Allianz SE können im Unternehmensregister eingesehen oder bei unserer Gesellschaft angefordert werden. Außerdem werden sie auf der Internetseite der Allianz SE verfügbar gemacht.

 

München, 26. März 2024

Allianz Direct Versicherungs-AG

Der Vorstand

Bacher

Hoffman

Kroetz

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Allianz Direct Versicherungs-AG, München

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Allianz Direct Versicherungs-AG, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Allianz Direct Versicherungs-AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU- APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

Bewertung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

(1)

Sachverhalt und Problemstellung

(2)

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3)

Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

BEWERTUNG DER RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE

(1) Sachverhalt und Problemstellung

Im Jahresabschluss weist die Gesellschaft "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" (sog. Schadenrückstellungen) (brutto) in Höhe von € 585,2 Mio (69,3 % der Bilanzsumme) aus. Versicherungsunternehmen haben Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrundeliegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind im Abschnitt "Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden" des Anhangs enthalten.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und da-für, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar-stellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

ÜBRIGE ANGABEN GEMÄß ARTIKEL 10 EU-APRVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. November 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Allianz Direct Versicherungs-AG, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mathias Röcker.

 

München, den 27. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mathias Röcker, Wirtschaftsprüfer

Sandra Stiller, Wirtschaftsprüferin

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens entsprechend den uns nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben beraten und die Geschäftsführung laufend überwacht. Im Geschäftsjahr 2023 hielten wir zwei ordentliche Aufsichtsratssitzungen und eine konstituierende Aufsichtsratssitzung ab.

GEGENSTÄNDE DER BERATUNG

In den beiden ordentlichen Sitzungen im April und im November ließen wir uns schriftlich und mündlich vom Vorstand über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage, die beabsichtigte Geschäftspolitik und grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung der Gesellschaft unterrichten. Dabei wurden uns auch die Gründe für Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen dargelegt und von uns nachvollzogen.

Auch in diesem Jahr hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Strategie des Unternehmens und der Positionierung der Allianz Direct Versicherungs-AG im Wettbewerb befasst. Schwerpunktthemen waren die ergriffenen Maßnahmen zur Stabilisierung und Erreichung der strategischen Ziele insbesondere Produktivitätssteigerungen durch Prozessverbesserungen im Bereich Vertrieb, Service und Schaden. Einen besonderen Schwerpunkt der Beratungen bildeten Wachstumsinitiativen, insbesondere der Eintritt in neue geografische Märkte, Kooperationen mit neuen Vertriebspartnern und neue Produkte. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen bildete die neue Organisationsstruktur in Europa mit der Errichtung von Niederlassungen in verschiedenen europäischen Ländern. Schließlich überprüften wir die fachliche Eignung und Zuverlässigkeit der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder.

GEGENSTÄNDE DER BERATUNG IN DEN AUSSCHÜSSEN

Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2023 zweimal. Ein Schwerpunkt in der Sitzung im April 2023 lag auf der Vorprüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 und der Verabschiedung einer entsprechenden Beschlussempfehlung an das Aufsichtsratsplenum. Zudem befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Qualität der Abschlussprüfung und bereitete den Vorschlag des Aufsichtsratsplenums an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers vor. Der Prüfungsausschuss ließ sich zum Rechnungslegungsprozess und dem Kontrollsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Revision berichten.

In der Sitzung im November 2023 behandelte der Ausschuss die Risikosituation und -strategie und ließ sich zu den Schlüsselfunktionen Compliance und Revision berichten.

JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG

Die zum Abschlussprüfer bestellte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss der Allianz Direct Versicherungs-AG zum 31. Dezember 2023 sowie den Lagebericht geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Prüfungsbericht von PwC für das Geschäftsjahr 2023 wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet. Die Unterlagen wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 8. April 2024 sowie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 11. April 2024 in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer legte die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung dar und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Aufgrund unserer eigenen Prüfung der von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch PwC an. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt. Er ist damit festgestellt.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IN AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Mit Wirkung zum 21. April 2023 schieden Herr Bernd Heinemann und Herr Dr. Thomas Naumann aus dem Aufsichtsrat aus und Herr Michael Buttstedt und Herr Jacob Fuest wurden von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt. Mit Wirkung zum 3. August 2023 wählte die Hauptversammlung Herrn Tomas Kunzmann in den Aufsichtsrat als Nachfolger für Herrn Sjoerd Laarberg, der mit Wirkung zum 29. Juni 2023 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war. Mit Wirkung zum 24. Januar 2024 wählte die Hauptversammlung Herrn Dr. Matthias Baltin in den Aufsichtsrat als Nachfolger für Herrn Jacob Fuest, der mit Wirkung zum 19. Januar 2024 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit.

 

München, 11. April 2024

Anthony J. Bradshaw, Vorsitzender des Aufsichtsrats

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

ANTHONY J. BRADSHAW

Vorsitzender des Aufsichtsrats

DR. LUCIE BAKKER

Mitglied des Vorstands der Allianz Versicherungs-AG

MICHAEL BUTTSTEDT

CFO der Allianz SpA

seit 21. April 2023

UMBERTO COSTANZINI

Chief Technology Officer der Allianz SE

JACOB FUEST

Leiter der Business Division H5 der Allianz SE

seit 21. April 2023

BERND HEINEMANN

Vorsitzender der Geschäftsführung der Allianz Kunde und Markt GmbH

bis 21. April 2023

TOMAS KUNZMANN

CEO der Allianz Partners SAS

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

seit 3. August 2023

SJOERD LAARBERG

CEO der Allianz Nederland Groep NV

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

bis 29. Juni 2023

DR. THOMAS NAUMANN

Executive Vice President der Allianz SE

bis 21. April 2023

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