Stammdaten

Register
Amtsgericht Lübeck HRB 19257 HL
Vorher
Aerobic AcquiCo GmbH
Eingetragen
12.9.2019
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
a) der Erwerb und das Halten von Beteiligungen an Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland und im Ausland. b) ferner die Erbringung von zentralen Dienstleistungen (z.B. strategischen, M&A-bezogenen, administrativen und/oder kaufmännischen Dienstleistungen) gegen Entgelt an in- und ausländische Tochter- und andere Gruppengesellschaften, an denen die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar eine Beteiligung hält, sowie deren Finanzierung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Eugen Zeller
seit 27.7.2021
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Aerobic BidCo SARLLUX
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
All4Labels HoldCo GmbH
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

All4Labels HoldCo GmbH

Witzhave

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz

Aktiva

in TEUR Anhang 31. Dez. 2021 31. Dez. 2020
Immaterielle Vermögenswerte E.1 639.280 615.071
Sachanlagen E.2 189.925 191.634
Nutzungsrechte H 55.780 40.360
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden E.3 0 4.231
Langfristige finanzielle Vermögenswerte G 1.770 1.812
Sonstige langfristige Vermögenswerte E.5 252 178
Aktive latente Steuern E.12 2.859 245
Langfristige Vermögenswerte 889.866 853.531
Vorräte E.4 76.794 72.408
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte G 5.178 6.644
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte E.5 71.413 65.308
Forderungen gegen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden E.5 0 377
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte E.5 30.891 39.415
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern F.7 4.807 10.475
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente E.6 31.387 41.606
Kurzfristige Vermögenswerte 220.470 236.233
Bilanzsumme 1.110.336 1.089.764

Passiva

in TEUR Anhang 31. Dez. 2021 31. Dez. 2020
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital E.7 25 25
Kapitalrücklage E.7 309.502 305.237
Andere Rücklagen E.7 -9.894 -13.549
Verlustvortrag E.7 -63.522 -21.959
Ergebnis nach Steuern E.7 -38.419 -41.563
Anteile anderer Gesellschafter E.7 7.842 3.635
Gesamtes Eigenkapital 205.534 231.826
Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten E.10 / G 656.179 627.238
Langfristige Rückstellungen 886 849
Langfristige Pensionsverpflichtungen E.9 755 3.120
Passive latente Steuern E.12 48.158 52.937
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten E.10 5.001 234
Langfristige Schulden 710.981 684.378
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten E.10 / G 66.624 51.303
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten E.11 80.393 62.457
Kurzfristige Rückstellungen E.8 29.534 43.093
Sonstige kurzfristige Schulden E.11 14.690 14.706
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern F.7 2.580 2.001
Kurzfristige Schulden 193.821 173.560
Fremdkapital 904.802 857.938
Bilanzsumme 1.110.336 1.089.764

Konzern Eigenkapitalveränderungsrechnung

in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Ergebnis nach Steuern und Verlustvortrag Andere Rücklagen
Stand zum 31. Dez. 2019 25 259.803 -21.959 203
Kapitalerhöhung 0 45.433 0 0
Ergebnis der Periode 0 0 -41.563 0
Währungsumrechnung 0 0 0 -11.160
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0 0 0
Erwerb von Minderheitenanteilen 0 0 0 -2.955
Sonstiges 0 0 0 364
Stand zum 31. Dez. 2020 25 305.236 -63.522 -13.548
Kapitalerhöhung 0 4.266 0 0
Ergebnis der Periode 0 0 -38.419 0
Währungsumrechnung 0 0 0 1.322
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0 0 0
Sonstiges 0 0 2.332
Stand zum 31. Dez. 2021 25 309.502 -101.941 -9.894
in TEUR Zwischensumme Anteil anderer Gesellschafter Eigenkapital
Stand zum 31. Dez. 2019 238.072 743 238.815
Kapitalerhöhung 45.433 0 45.433
Ergebnis der Periode -41.563 -122 -41.685
Währungsumrechnung -11.160 0 -11.160
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 3.757 3.757
Erwerb von Minderheitenanteilen -2.955 -743 -3.698
Sonstiges 364 0 364
Stand zum 31. Dez. 2020 228.192 3.635 231.826
Kapitalerhöhung 4.266 0 4.266
Ergebnis der Periode -38.419 -43 -38.462
Währungsumrechnung 1.322 55 1.377
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 4.195 4.195
Sonstiges 2.332 0 2.332
Stand zum 31. Dez. 2021 197.693 7.842 205.534

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Gesamtergebnis

in TEUR Anhang 1. Jan. - 31. Dez. 2021 1. Jan. - 31. Dez. 2020
Gesamtergebnisrechnung
Umsatzerlöse F.1 528.008 467.528
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen F.2 -447.914 -407.239
Bruttoergebnis vom Umsatz 80.094 60.289
Vertriebs-, Marketing- und Entwicklungskosten F.2 -57.005 -47.509
Verwaltungskosten F.2 -40.387 -37.038
Sonstige Erträge F.3 14.774 12.226
Sonstige Aufwendungen F.4 -987 -1.228
Verluste oder Gewinne aus der Veräußerung von Anlagevermögen E.2 -890 410
Ergebnis vor Zinsen und Steuern -4.401 -12.850
Finanzielle Erträge F.6 933 1.027
Finanzielle Aufwendungen F.6 -43.168 -46.436
Finanzergebnis -42.236 -45.409
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 216 527
Ergebnis aus Erstkonsolidierungen -840 7.503
Ergebnis vor Steuern -47.261 -50.229
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag F.7 -2.138 -1.955
Latente Steuern E.12 10.937 10.498
Ergebnis nach Steuern -38.462 -41.686
in TEUR 1. Jan. - 31. Dez. 2021 1. Jan. - 31. Dez. 2020
Sonstiges Ergebnis
Währungsumrechnungsdifferenzen 1.322 -11.160
Reklassifizierbares Ergebnis 1.322 -11.160
Gesamtes sonstiges Ergebnis 1.322 -11.160
Gesamtergebnis -37.140 -52.846
Ergebnis zurechenbar auf
davon Ergebnisanteil der Gesellschafter der All4Labels HoldCo GmbH -38.419 -41.563
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter -43 -122
-38.462 -41.686
Gesamtergebnis zurechenbar auf
davon Ergebnisanteil der Gesellschafter der All4Labels HoldCo GmbH -37.097 -52.724
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter -43 -122
-37.140 -52.846

Konzern Kapitalflussrechnung

in TEUR 1. Jan. - 31. Dez. 2021 1. Jan. - 31. Dez. 2020
Laufende Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Steuern -47.262 -50.229
Abschreibungen 62.005 54.539
Finanzergebnis (- Gewinn / + Verlust) 42.236 45.409
Ergebnis aus Erstkonsolidierungen und Anteilen an Joint Ventures 625 -8.030
Gewinn aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten 890 -410
Veränderung Working Capital 20.244 12.644
Veränderung andere Vermögenswerte 8.404 4.756
Veränderung Rückstellungen und andere Verbindlichkeiten -17.081 -985
Ertragsteuererstattungen / Ertragsteuerzahlungen 2.690 -7.003
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 72.751 50.691
Investitionstätigkeit
Erwerb von Tochtergesellschaften, abzüglich der erworbenen Barmittel -32.494 -106.421
Investitionen in Sachanlagen -27.538 -23.108
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -3.808 -2.132
Einzahlung aus der Veräußerung von Vermögenswerten 5.537 2.369
Erhaltene Zinsen 933 1.027
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -57.370 -128.265
Cashflow vor der Finanzierungstätigkeit 15.381 -77.574
Finanzierungstätigkeit
Kapitaleinzahlungen 4.266 31.168
Einzahlung aus Gesellschafterdarlehen 1.765 12.399
Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten 14.833 99.918
Gezahlte Zinsen und Leasingkosten -47.557 -39.193
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -26.693 104.292
Veränderung der Zahlungsmittel -11.312 26.718
Zahlungsmittel Anfangsbestand 41.606 14.649
Veränderung der Zahlungsmittel -11.312 26.718
Veränderung der Zahlungsmittel aus Wechselkursänderungen 1.093 239
Zahlungsmittel Endbestand 31.387 41.606

Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021

Inhalt

A. Berichtendes Unternehmen

B. Grundlage der Aufstellung

C. Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze

D. Schätzungen und Beurteilungen

E. Angaben zur Konzernbilanz

F. Angaben zur Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

G. Finanzinstrumente - Beizulegende Zeitwerte und Risikomanagement

H. Leasingverhältnisse

I. Sonstige Angaben

A. Berichtendes Unternehmen

Die All4Labels HoldCo GmbH 1 , Witzhave, (im Folgenden auch als "All4Labels" oder das "Unternehmen" bezeichnet) ist eine in Deutschland ansässige Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit eingetragenem Sitz in der Möllner Landstraße 15, 22969 Witzhave, Deutschland. Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Lübeck (unter HRB 19248 HL) eingetragen. Die Gründung des Unternehmens erfolgte zum 22. Februar 2019. Dieser Konzernabschluss per 31. Dezember 2021 umfasst die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, sowie ihre Tochtergesellschaften, Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint-Ventures (im Folgenden zusammenfassend als "All4Labels Gruppe", "Konzern" oder "Gruppe" bezeichnet).

Die All4Labels Gruppe ist einer der weltweit führenden Etikettenhersteller und Pionier im Bereich Digitaldrucklösungen mit einer Spezialisierung auf die Branchen Home Care, Personal Care, Food und Beverage. Die Gruppe verfügt über ein globales Netzwerk von 29 Produktionsstandorten (Vj.: 29), an denen rund 3.200 (Vj.: 3.000) Mitarbeiter beschäftigt werden. Die All4Labels Gruppe ist ein langjähriger Partner für lokale und multinationale Kunden in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika. Das Unternehmen wird von seinen Kunden zunehmend als One-Stop-Shop für innovative Verpackungslösungen für Selbstklebeetiketten, Shrink Sleeves, Sicherheitsetiketten und flexible Verpackungslösungen anerkannt.

Dieser Konzernabschluss wurde zum 29. April 2022 durch die Geschäftsführung aufgestellt und freigegeben.

B. Grundlage der Aufstellung

1. Entsprechungserklärung

Übereinstimmend mit § 315e Abs. 3 in Verbindung mit § 315e Abs. 1 des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) wurde der Konzernabschluss der All4Labels Gruppe für das am 31. Dezember 2021 endende Jahr nach Maßgabe der internationalen Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards - IFRS), die in der Europäischen Union (EU) durch Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards angenommen wurden, sowie der zusätzlichen Vorgaben des deutschen Handelsrechts aufgestellt. Der Begriff "IFRS" beinhaltet alle geltenden internationalen Berichtsstandards (International Reporting Standards) und internationalen Rechnungslegungsstandards (International Accounting Standards - IAS) sowie alle Interpretationen und Änderungen durch das IFRS Interpretations Committee (IFRIC) und das frühere Standing Interpretations Committee (SIC). Auch die Eröffnungsbilanz wurde auf Grundlage dieser Standards ermittelt.

2. Allgemeine Darstellung

Dieser Konzernabschluss wird in Euro (EUR) aufgestellt, der funktionalen Währung und der Berichtswährung der Muttergesellschaft der All4Labels Gruppe. Sofern nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Die Konzernbilanz ist nach dem Fristigkeitsprinzip gegliedert.

Die Abschlüsse aller Gruppenunternehmen, für die dieser Konzernabschluss gilt, wurden zum gleichen Stichtag wie dieser Konzernabschluss aufgestellt.

Da die Beträge (in TEUR) und Prozentsätze gerundet wurden, können Rundungsdifferenzen bestehen.

3. Unternehmenszusammenschlüsse

a. Etichettificio Dany S.r.l.

Mit Closing vom 28. Juli 2021 erwarb die All4Labels Italy NMS S.r.l., Nocera Superiore/Italien, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, 100 % der Anteile und Stimmrechte an der Etichettificio Dany S.r.l., Riccione/Italien. So erlangte die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, die Beherrschung bzw. die Kontrolle über die Etichettificio Dany S.r.l., Riccione/Italien. Durch die Übernahme von Etichettificio Dany S.r.l., Riccione/Italien, Italiens führendem Hersteller von Haftetiketten für lokale Kunden in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie der Haushalts- und Körperpflegeindustrie, baut All4Labels sein Angebot an Etiketten für verschiedene Branchen weiter aus.

Aufgrund der Kombination von langjähriger Expertise und Marktkenntnis mit langjährigen Kundenbeziehungen, wird sie dazu beitragen, die Position von All4Labels in diesen wirtschaftlich attraktiven Bereichen zu stärken.

Für die 5 Monate bis zum 31. Dezember 2021 steuerte die Etichettificio Dany S.r.l., Riccione/Italien, Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 5,2 und Gewinne in Höhe von Mio. EUR 0,3 zu den Ergebnissen des Konzerns bei. Wenn die Übernahme am 1. Januar 2021 erfolgt wäre, schätzt das Management, dass der Beitrag zum Konzernumsatz in Höhe von Mio. EUR 12,3 und der Gewinn-Beitrag zum Konzernergebnis für das Geschäftsjahr in Höhe von Mio. EUR 1,1 ausgefallen wären. Bei der Ermittlung dieser Beträge ist das Management davon ausgegangen, dass die vorläufig bestimmten Zeitwertanpassungen, zu denen es am Übernahmedatum kam, gleich ausgefallen wären, wenn die Übernahme am 1. Januar 2021 erfolgt wäre.

i. Übertragene Gegenleistungen

Nachstehend sind die zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte jeder Hauptgruppe von Gegenleistungen zusammengefasst:

Mio. EUR
Zahlungsmittel 17,5
Gesamte übertragene Gegenleistung 17,5

Ein Betrag in Höhe von Mio. EUR 6,0 wurde als Reinvestition der Veräußerer in All4Labels mittels Kapitaleinlage und Gesellschafterdarlehen wieder eingelegt.

ii. Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Verbindlichkeiten

Die verfügbaren Informationen zur Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert sind bei Aufstellung des Konzernabschlusses vorläufig ermittelt worden.

Nachstehend sind die nach erfolgter Purchase Price Allocation (PPA) vorläufig erfassten Beträge der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden im Erwerbszeitpunkt zusammengefasst:

Werte inkl. PPA 2021
Mio. EUR
Immaterielle Vermögenswerte 6,7
Sachanlagen inkl. Nutzungsrechte nach IFRS 16 3,8
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 0,0
Vorräte 0,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 4,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1,3
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 0,1
Rückstellungen -0,3
Langfristige Finanzverbindlichkeiten -2,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -1,0
Passive latente Steuern -1,9
Identifizierbares erworbenes Nettovermögen laut PPA 10,0

Die verwendeten Bewertungstechniken zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes der erworbenen wesentlichen Vermögenswerte waren dabei wie folgt:

Erworbene Vermögenswerte Bewertungstechnik
Kundenverträge und damit verbundene Kundenbeziehungen Mehrgewinnmethode
Maschinen und Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nettobuchwert
Vorräte Retrograde Methode

Auf Grundlage der bekannten Informationen hat die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, keine Eventualverbindlichkeiten übernommen.

iii. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Anschaffungsnebenkosten

Dem All4Labels-Konzern entstanden Anschaffungsnebenkosten in Höhe von Mio. EUR 0,3 für Rechts- und Beratungskosten sowie Due-Diligence-Kosten. Diese Kosten sind im Posten "Verwaltungskosten" erfasst.

iv. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde infolge des Erwerbs wie folgt erfasst:

Mio. EUR
Übertragene Gegenleistung 17,5
Abzüglich des beizulegenden Zeitwertes der identifizierbaren Nettovermögenswerte -10,0
Geschäfts- oder Firmenwert 7,5

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert im Wesentlichen aus dem Produktions-Know-How von der Etichettificio Dany S.r.l., Riccione/Italien, sowie dem damit verbundenen Potenzial neue Kunden in den Bereichen zu gewinnen.

Es wird erwartet, dass keiner der erfassten Geschäfts- oder Firmenwerte für steuerliche Zwecke ab-zugsfähig ist.

b. All4Labels Russia OOO

All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, war bis zum 31. Juli 2021 ein assoziiertes Unternehmen, über das der Konzern Anteile von 51 % verfügte. Gemäß Vorgaben des Gesellschaftsvertrages waren wesentliche Entscheidungen einstimmig zu treffen. Der Konzern hatte daher keine Verfügungsmacht über das Unternehmen.

Mit einer Satzungsänderung zum 04. August 2021 erlangte die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, mittelbar über die All4Labels Solingen GmbH die Beherrschung gem. IFRS 3.43 ohne Übertragung einer Gegenleistung. Der Konzern verfügt weiterhin über 51 % der Anteile. Insoweit ist die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, kein assoziiertes Unternehmen mehr, sondern eine Tochtergesellschaft, die ab dem 1. August 2021 im Rahmen der Erwerbsmethode vollkonsolidiert wird. Im Rahmen dieser Erstkonsolidierung erfolgte eine Neubewertung aller Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert.

Die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, engagiert sich hauptsächlich in der Herstellung und dem Handel mit bedruckten Verpackungslösungen in Russland mit Hauptaugenmerk auf multinationale Kunden. Hier stellt All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, drucksensible Etiketten, Shrink-Sleeves und andere Arten der Verpackung her. All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, ist nicht börsennotiert.

Für die 5 Monate bis zum 31. Dezember 2021 steuerte die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 4,4 und einen Gewinn in Höhe von TEUR 43,2 zu den Ergebnissen des Konzerns bei. Wenn die Übernahme am 1. Januar 2021 erfolgt wäre, schätzt das Management, dass der Beitrag zum Konzernumsatz in Höhe von Mio. EUR 11,1 und der Gewinn-Beitrag zum Konzernergebnis für das Geschäftsjahr in Höhe von Mio. EUR 0,5 ausgefallen wären. Bei der Ermittlung dieser Beträge ist das Management davon ausgegangen, dass die vorläufig bestimmten Zeitwertanpassungen, zu denen es am Übernahmedatum kam, gleich ausgefallen wären, wenn die Übernahme am 1. Januar 2021 erfolgt wäre.

i. Übertragene Gegenleistungen

Die Satzungsänderung zum 04. August 2021 erfolgte ohne Gegenleistung.

ii. Gewinn aus dem Abgang der At-Equity Anteile

Die für den Übergang von der Finanzinvestition auf die Vollkonsolidierung anzuwendenden Konsolidierungsregeln gem. IFRS 3.42 sind auch für den Wechsel von der Equity-Methode auf die Vollkonsolidierung infolge des Zukaufs von Anteilen anzuwenden. Dies bedeutet, dass die bisherige Equity-Bewertung, mit der auch die Kapitalkonsolidierung zum damaligen Erwerbszeitpunkt der Altanteile und deren Fortführung auf den Übergangskonsolidierungsstichtag verbunden war, vollständig ergebniswirksam erfasst wird. Der ermittelte Betrag aus dem Abgang von den At-Equity Anteilen beläuft sich auf Mio. EUR -0,8 und wird in der Gesamtergebnisrechnung unter der Position "Ergebnis aus der Erstkonsolidierung" ausgewiesen.

iii. i. Ausgegebene Eigenkapitalinstrumente

Der beizulegende Zeitwert der ausgegebenen Eigenkapitalanteile an der All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, basierte auf einem Ertragswertverfahren zum 1. August 2021.

iv. Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Verbindlichkeiten

Die verfügbaren Informationen zur Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert sind bei Aufstellung des Konzernabschlusses final ermittelt worden.

In der nachstehenden Tabelle sind die erfassten Beträge der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten am Übernahmedatum zusammengefasst:

Mio. EUR
Sachanlagen inkl. Nutzungsrechte nach IFRS 16 3,9
Immaterielle Vermögenswerte 1,3
Vorräte 1,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,3
Aktive latente Steuern 0,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1,2
Sonstige Verbindlichkeit -0,3
Passive latente Steuern -0,4
Identifizierbares erworbenes Nettovermögen 8,1

Die verwendeten Bewertungstechniken zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes der erworbenen wesentlichen Vermögenswerte waren dabei wie folgt:

Erworbene Vermögenswerte Bewertungstechnik
Kundenverträge und damit verbundene Kundenbeziehungen Mehrgewinnmethode
Maschinen und Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nettobuchwert
Vorräte Mehrgewinnmethode

Zum Erwerbszeitpunkt bestehen keine als uneinbringlich klassifizierte Forderungen.

Auf Grundlage der bekannten Informationen hat die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, keine Eventualverbindlichkeiten übernommen.

v. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Anschaffungsnebenkosten

Dem All4Labels-Konzern entstanden keine berichtspflichtigen Anschaffungsnebenkosten.

vi. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde infolge des Erwerbs wie folgt erfasst:

Mio. EUR
Fair Value Ermittlung des Unternehmenswertes 8,5
Davon entfallen auf Anteile Minderheiten 4,1
Abzüglich des beizulegenden Zeitwertes der identifizierbaren Nettovermögenswerte -8,1
Geschäfts- oder Firmenwert 0,4

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert hauptsächlich aus erwarteten Synergien aus der vollständigen Eingliederung des Unternehmens in das bestehende Geschäft des Konzerns. Es wird erwartet, dass keiner der erfassten Geschäfts- oder Firmenwerte für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.

c. Labelprint24 Gruppe

Mit Closing vom 22. November 2021 erwarb die All4Labels Online HoldCo GmbH, Witzhave, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, 74,99 % der Anteile und Stimmrechte an der Harder Online GmbH, Zeithain. So erlangte All4Labels Online HoldCo GmbH, Witzhave, die Beherrschung bzw. Kontrolle über Harder Online GmbH, Zeithain.

Die Labelprint24 Gruppe umfasst fünf Unternehmen, die hauptsächlich Verpackungsmaterial herstellen (z. B. Etiketten, Faltschachteln und Doypacks). Die Hauptproduktion und der Vertrieb ist die Harder Online GmbH mit Sitz in Zeithain. Die harder online Schweiz GmbH, Alpnach/ Schweiz, vertreibt die Produkte der Harder Online GmbH, Zeithain, auf dem Schweizer Markt. Die harder online tubes GmbH, Zeithain, fertigt Laminattuben an. Der Geschäftsschwerpunkt der zebrahouse s.r.o., Ústí nad Labem-město/ Tschechien, bezieht sich auf die interne Entwicklung von Softwarelösungen der Labelprint24 Gruppe. Die pack-on GmbH, Weingarten, fungiert als Online-Plattform für den Vertrieb von Standardprodukten mit geringer Beratungsintensität.

Aufgrund der Beherrschung von All4Labels Online HoldCo GmbH, Witzhave, hat die All4Labels Gruppe die Möglichkeit wirtschaftliche und produktionsbezogene Synergien zu erzielen und das Potenzial des Produktportfolios zu erweitern.

Für den Monat Dezember 2021 steuerte die Labelprint24 Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 1,5 und Gewinne in Höhe von Mio. EUR 0,2 zu den Ergebnissen des Konzerns bei. Wenn die Übernahme am 1. Januar 2021 erfolgt wäre, schätzt das Management, dass der Beitrag zum Konzernumsatz in Höhe von Mio. EUR 15,2 und der Gewinn-Beitrag zum Konzernergebnis für das Geschäftsjahr in Höhe von Mio. EUR 1,3 ausgefallen wären. Bei der Ermittlung dieser Beträge ist das Management davon ausgegangen, dass die bestimmten Zeitwertanpassungen, zu denen es am Übernahmedatum kam, gleich ausgefallen wären, wenn die Übernahme am 1. Januar 2021 erfolgt wäre.

i. Übertragene Gegenleistungen

Nachstehend sind die zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte jeder Hauptgruppe von Gegenleistungen zusammengefasst:

Mio. EUR
Zahlungsmittel 18,9
Finanzielle Verbindlichkeit Put-Option 4,8
Gesamte übertragene Gegenleistung 23,7

ii. Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Verbindlichkeiten

Die verfügbaren Informationen zur Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert sind bei Aufstellung des Konzernabschlusses vorläufig ermittelt worden.

Nachstehend sind die nach erfolgter Purchase Price Allocation (PPA) vorläufig erfassten Beträge der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden im Erwerbszeitpunkt zusammengefasst:

Mio. EUR
Immaterielle Vermögenswerte 9,2
Sachanlagen inkl. Nutzungsrechte nach IFRS 16 9,9
Vorräte 1,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 1,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2,5
Langfristige Finanzverbindlichkeiten -8,6
Passive latente Steuern -2,2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten -1,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1,7
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -4,9
Identifizierbares erworbenes Nettovermögen laut PPA 6,4

Die verwendeten Bewertungstechniken zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes der erworbenen wesentlichen Vermögenswerte waren dabei wie folgt:

Erworbene Vermögenswerte Bewertungstechnik
Kundenverträge und damit verbundene Kundenbeziehungen Mehrgewinnmethode
Maschinen und Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nettobuchwert
Vorräte Retrograde Methode

Auf Grundlage der bekannten Informationen hat die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, keine Eventualverbindlichkeiten übernommen.

iii. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Anschaffungsnebenkosten

Dem All4Labels-Konzern entstanden Anschaffungsnebenkosten in Höhe von Mio. EUR 0,9 für Rechts- und Beratungskosten sowie Due-Diligence-Kosten. Diese Kosten sind im Posten "Verwaltungskosten" erfasst.

iv. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde infolge des Erwerbs wie folgt erfasst:

Mio. EUR
Übertragene Gegenleistung 23,7
Abzüglich des beizulegenden Zeitwertes der identifizierbaren Nettovermögenswerte -6,4
Geschäfts- oder Firmenwert 17,3

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert im Wesentlichen aus dem Produktions-Know-How von der Labelprint24 Gruppe, sowie dem damit verbundenen Potenzial neue Kunden in den Bereichen zu gewinnen.

Es wird erwartet, dass keiner der erfassten Geschäfts- oder Firmenwerte für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.

4. Anwendung der IFRS

Die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, - in ihrer Eigenschaft als oberste Muttergesellschaft - ist verpflichtet, den Konzernabschluss nach Maßgabe der Bestimmungen aus § 290 Abs. (1) HGB aufzustellen. In Übereinstimmung mit § 315e Abs. (3) HGB hat das Unternehmen die Bilanzierungsoption der Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß IFRS gewählt.

5. Neue IFRS-Rechnungslegungsvorschriften im Geschäftsjahr 2021

Die folgenden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen Standards und Änderungen an bestehenden Standards hatte die All4Labels-Gruppe für das Geschäftsjahr 2021 erstmalig verpflichtend anzuwenden:

Standard/Interpretation Gegenstand des Standards / der Interpretation oder Änderung Erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Pflicht zu Anwendung von IFRS 9 bis zum 1. Januar 2023. 1. Januar 2021
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Anpassung einiger spezifischer Anforderungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften und Erforderlichkeit von Zusatzinformationen über sicherungsgeschäftliche Beziehungen im Kontext der durch die IBOR-Reform verursachten Unsicherheit - Phase 2. 1. Januar 2021
Änderungen an IFRS 16 COVID-19-bezogene Mieterleichterungen nach dem 30. Juni 2021. 1. April 2021
IFRS 17 Ersetzung von IFRS 4 und Einführung von Grundsätzen für die Erfassung, Bewertung, Darstellung und Offenlegung geschlossener Versicherungsverträge. 19. November 2021

Die erstmalige Anwendung der genannten Standards und Änderungen hatte keinen wesentlichen Einfluss auf den vorliegenden Abschluss.

6. Neue IFRS-Rechnungslegungsvorschriften mit EU-Endorsement ab dem Geschäftsjahr 2022

Die All4Labels-Gruppe ist noch nicht verpflichtet, die folgenden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen Standards und Änderungen an bestehenden Standards in ihrem Abschluss für das Geschäftsjahr 2021 anzuwenden, und keiner wurde vorzeitig angewendet.

Standard/Interpretation Gegenstand des Standards / der Interpretation oder Änderung Erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 37 Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung. 1. Januar 2022
Änderungen an IFRS 3 Aktualisierung eines Verweises in IFRS 3 auf das Rahmenkonzept für die Rechnungslegung ohne Änderung der Rechnungslegungsvorschriften. 1. Januar 2022
Änderungen an IAS 16 Verbot für Unternehmen, von den Kosten für Sachanlagen Einnahmen abzuziehen, die aus dem Verkauf von Artikeln erzielt werden, die produziert wurden, während das Unternehmen den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Verwendungszweck vorbereitet. Stattdessen wird ein Unternehmen diese Verkaufserlöse und verbundenen Kosten bei den Gewinnen oder Verlusten angeben. 1. Januar 2022
Änderungen an IAS 37 Erläuterung, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung dessen berücksichtigt, ob ein Vertrag verlustbringend ist. 1. Januar 2022
Jährliche Verbesserungen 2018-2020 Geringfügige Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IAS 41 und an den erläuternden Beispielen zu IFRS 16. 1. Januar 2022
Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 Anpassung und Klarstellung von Angabeerfordernissen im Anhang. 2. März 2022
Änderungen an IAS 8 Klarstellung der Definition Schätzungsänderungen. 2. März 2022

Die All4Labels-Gruppe erwartet keine wesentlichen Einflüsse auf den Konzernabschluss des Folgejahres aus der erstmaligen Anwendung der vorbezeichneten neuen Standards und Änderungen.

7. Neue IFRS-Rechnungslegungsvorschriften ohne EU-Endorsement

Darüber hinaus hat das IASB die folgenden neuen Standards und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, die zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Konzernabschlusses zur Veröffentlichung noch nicht von der EU übernommen wurden. Die Gesellschaft hat keinen dieser Standards vorzeitig angewandt und plant derzeit auch keine vorzeitige Anwendung dieser Standards.

Standard/Interpretation Gegenstand des Standards / der Interpretation oder Änderung Erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 1 Klarstellung der Klassifizierung einer Verbindlichkeit. 1. Januar 2023
Änderungen an IAS 12 Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einer einzigen Transaktion. 1. Januar 2023
Änderungen an IFRS 17 Verschiebung der Erstanwendung des IFRS 17 auf den 1. Januar 2013 und der Erstanwendung des IFRS 9 für Versicherer sowie Klarstellung, Änderung und Ergänzung des Standards. 1. Januar 2023
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Klarstellung bezüglich der Bilanzierung von Gewinnen und Verlusten beim Verkauf oder bei der Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und seinem assoziierten Unternehmen oder Joint-Venture. unbestimmt

Die All4Labels-Gruppe erwartet zum heutigen Zeitpunkt keine wesentlichen Einflüsse auf zukünftige Konzernabschlüsse aus der erstmaligen Anwendung der genannten, noch durch die EU freizugebenen Standards und Änderungen.

8. Konsolidierungskreis

a. Konsolidierungsgrundsätze

i. Unternehmenszusammenschlüsse

Die All4Labels Gruppe bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn die Kontrolle auf die Gruppe übergegangen ist. Die beim Erwerb übertragene Gegenleistung wird generell zum (beizulegenden) Zeitwert bewertet, wie auch die identifizierbaren erworbenen Nettovermögenswerte. Mit dem Erwerb verbundene Anschaffungsnebenkosten werden als ergebniswirksam erfasst und als "Verwaltungskosten" gebucht, außer wenn sie auf die Emission von Schuldverschreibungen oder Eigenkapitalinstrumenten (equity securities) bezogen sind. Alle Gewinne aus Erwerben zu einem Preis unter Marktpreis werden unmittelbar unter Gewinnen oder Verlusten erfasst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zunächst zu den Anschaffungskosten (d.h. der Mehrbetrag, der die Summe aus der übertragenen Gegenleistung und dem Betrag übersteigt, der für Minderheitsbeteiligungen und frühere Beteiligungen an den identifizierbaren erworbenen Nettovermögenswerten und übernommenen Verbindlichkeiten angegeben wird) bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu den Anschaffungskosten abzüglich aller eventuell kumulierten Wertminderungen bewertet.

Die übertragene Gegenleistung beinhaltet keine Beträge in Verbindung mit der Erfüllung zuvor bestehender Beziehungen. Solche Beträge werden generell unter Gewinnen oder Verlusten bilanziert.

Etwaige bedingte, vom Erwerber zu übertragenden Gegenleistungen werden zum Zeitwert am Erwerbsdatum angegeben. Als Eigenkapital klassifizierte bedingte Gegenleistungen werden nicht neu bewertet und ihre spätere Erfüllung wird unter Eigenkapital erfasst. Sonstige bedingte Gegenleistungen werden zum Zeitwert an jedem Stichtag bewertet und Änderungen des Zeitwerts unter Gewinnen und Verlusten erfasst.

Wenn anteilsbasierte Vergütungsprämien (Ersatzprämien) gegen Prämien einzutauschen sind, die von den Mitarbeitern des erworbenen Unternehmens gehalten werden (Prämien des erworbenen Unternehmens), dann wird der gesamte oder ein Teil des Betrags der Ersatzprämien des Erwerbers in die Bewertung der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses übertragenen Gegenleistung einbezogen. Diese Bestimmung beruht auf der marktbasierten Bewertung der Ersatzprämien im Vergleich zur marktbasierten Bewertung der Prämien des erworbenen Unternehmens und dem Umfang, in dem sich die Ersatzprämien auf Dienste vor dem Unternehmenszusammenschluss beziehen.

ii. Tochtergesellschaften

Als Tochtergesellschaften gelten Unternehmen, die durch die All4Labels Gruppe kontrolliert bzw. beherrscht werden. Die Gruppe "kontrolliert" ein Unternehmen, wenn sie aufgrund ihrer Beteiligung am Unternehmen den positiven oder negativen, variablen Ergebnissen des Unternehmens ausgesetzt ist bzw. Ansprüche daran sowie die Möglichkeit hat, diese Ergebnisse durch ihre Beherrschungsmacht über das Unternehmen zu beeinflussen.

Die Finanzabschlüsse von Tochtergesellschaften werden ab dem Datum in den Konzernabschluss einbezogen, an dem diese Kontrolle beginnt, und ab dem Datum nicht mehr einbezogen, an dem diese Kontrolle endet.

Wenn die Gruppe die Kontrolle über eine Tochtergesellschaft verliert, bucht sie die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Tochtergesellschaft sowie alle damit verbundenen nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalkomponenten aus. Resultierende Gewinne oder Verluste werden unter Gewinnen oder Verlusten erfasst. Alle beibehaltenen Beteiligungen an der früheren Tochtergesellschaft werden zum Zeitwert bei Verlust der Kontrolle bewertet.

iii. Anteile anderer Gesellschafter

Nicht beherrschende Anteile werden zunächst entsprechend ihrem proportionalen Anteil an den identifizierbaren Nettovermögenswerten des erworbenen Unternehmens am Erwerbsdatum bewertet.

Änderungen der Beteiligungsquote an einer Tochtergesellschaft, die nicht zum Verlust der Kontrolle führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.

iv. Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen

Die Beteiligungen der All4Labels Gruppe an nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen umfassen Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint-Ventures.

Als Joint-Venture gilt eine Vereinbarung, bei der die Parteien, die die Vereinbarung gemeinsam kontrollieren, Rechte an den Nettovermögenswerten und keine Rechte an den sonstigen Vermögenswerten (the assets) oder Pflichten in Bezug auf die Verbindlichkeiten des Joint-Ventures haben.

Als assoziierte Unternehmen gelten Unternehmen, in denen die Gruppe einen signifikanten Einfluss, jedoch keine Kontrolle oder gemeinsame Kontrolle über die finanziellen und operativen Vorgänge bzw. Richtlinien hat.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen oder Joint-Ventures werden nach der Equity-Methode bilanziert. Bei der erstmaligen Erfassung wird die Investition in das assoziierte Unternehmen oder Joint-Venture zu den Anschaffungskosten ohne Transaktionskosten bilanziert. Nach der ersten Erfassung enthält der Konzernabschluss den Anteil der Gruppe am Gewinn oder Verlust und das OCI der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen oder Joint-Ventures - bis zu dem Datum, an dem der signifikante Einfluss oder die gemeinsame Kontrolle endet.

v. Im Rahmen der Konsolidierung eliminierte Transaktionen

Während des Konsolidierungsprozesses werden alle gruppeninternen Aktiva und Passiva, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows eliminiert, die sich auf Transaktionen zwischen Unternehmen der All4Labels Gruppe beziehen. Darüber hinaus werden Gewinne und Verluste aus gruppeninternen Transaktionen, die in den Aktiva, wie z.B. Beständen und Anlagevermögen, erfasst sind, vollständig eliminiert.

Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen werden in Höhe des Anteils der Gruppe am Beteiligungsunternehmen mit der Investition verrechnet. Nicht realisierte Verluste werden auf die gleiche Weise wie nicht realisierte Gewinne eliminiert bzw. verrechnet, jedoch nur, soweit es keinen Hinweis auf eine Wertminderung gibt.

b. Abgrenzung des Konsolidierungskreises

Der Konsolidierungskreis von All4Labels umfasst per 31. Dezember 2021 die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, und ihre 44 Tochtergesellschaften. Insgesamt haben 25 Unternehmen ihren eingetragenen Sitz in Deutschland, während 19 Unternehmen ihren eingetragenen Sitz in anderen Ländern haben.

Im Konzernabschluss per 31. Dezember 2020 wurde ein assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, war bis zum 31. Juli 2021 ein assoziiertes Unternehmen. Im Rahmen einer Satzungsänderung zum 04. August 2021 erlangt die All4Labels HoldCo GmbH mittelbar über die All4Labels Solingen GmbH die Beherrschung gem. IFRS 3.43 ohne Übertragung einer Gegenleistung. Der Konzern verfügt weiterhin über 51 % der Anteile. Insoweit ist die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, kein assoziiertes Unternehmen mehr, sondern eine Tochtergesellschaft, die ab August 2021 im Rahmen der Erwerbsmethode vollkonsolidiert wird.

Der Stichtag für die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften ist wie auch bei der Muttergesellschaft der 31. Dezember 2021. In Übereinstimmung mit § 264b HGB bzw. § 264 Abs. (3) HGB sind die in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen Gesellschaften von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und Lageberichtes sowie von der Prüfung und der Offenlegung ihres Jahresabschlusses befreit.

Unternehmen von untergeordneter Wichtigkeit für die Finanzlage, Cashflows und Finanzergebnisse der Gruppe wurden aus Gründen der Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Wir verweisen auf Abschnitt I.6 des Anhangs Anteilsbesitzliste, der eine ausführliche Auflistung der Beteiligungen der Gruppe gemäß § 313 HGB enthält.

c. Änderung des Konsolidierungskreises

Abgesehen von den Unternehmenszusammenschlüssen, wie im Abschnitt B.3 des Anhangs Unternehmenszusammenschluss beschrieben, hat es im Jahr 2021 folgende weitere Änderungen des Konsolidierungskreises gegeben:

Die All4Labels Beteiligungs GmbH, Witzhave, wurde auf die All4Labels Group GmbH, Witzhave, die Ritter Beteiligungs GmbH, Enger, auf die Ritter Haftetiketten GmbH, Enger, die All4Labels München GmbH, Witzhave, auf die All4Labels Folienprint GmbH, Gallin, die All4Labels Erfurt Verwaltungs GmbH, Gebesee, und die All4Labels Systems Verwaltungs GmbH, Solingen, auf die All4Labels Solingen GmbH, Solingen, die All4Labels IT GmbH, Witzhave, auf die All4Labels IT GmbH, Witzhave, (vormals: All4Labels Lübbecke GmbH, Lübbecke) und die All4Labels Appia Etichette S.r.l., Andezeno/Italien, auf die All4Labels Italy NMS S.r.l., Nocera Superiore/Italien, verschmolzen.

C. Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze

1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte

a. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zu den Anschaffungskosten bewertet, als Mehrbetrag der Erwerbskosten eines Unternehmens gegenüber dem Anteil der Gruppe am Zeitwert der Nettovermögenswerte des erworbenen Unternehmens am Erwerbsdatum berechnet und als immaterieller Vermögenswert dargestellt. Der Geschäfts- oder Firmenwert spiegelt die erwarteten Synergieeffekte des Unternehmenszusammenschlusses für die zahlungsmittelgenerierende Einheit wider, der der Geschäftsoder Firmenwert zugewiesen ist.

Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird einem jährlichen Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 unterzogen. Ein Werthaltigkeitstest wird auch durchgeführt, wenn Ereignisse oder Umstände eintreten, die darauf hindeuten, dass es eine Wertminderung gegeben hat. Siehe hierzu Abschnitt C.3.a des Anhangs Wertminderung - Nicht-finanzielle Vermögenswerte für weitere Einzelheiten zur Durchführung von Werthaltigkeitstests.

b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu ihren Anschaffungskosten und intern generierte immaterielle Vermögenswerte zu ihren Herstellungskosten bilanziert, soweit die Bedingungen für das Ansetzen von intern generierten immateriellen Vermögenswerten nach Maßgabe von IAS 38 erfüllt sind. Gemäß IAS 38 werden Entwicklungsaufwendungen nur aktiviert, wenn die Aufwendungen verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und das Unternehmen beabsichtigt und über ausreichende Ressourcen verfügt, die Entwicklung zum Abschluss zu bringen sowie den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Andernfalls werden sie unter Gewinnen oder Verlusten als angefallen erfasst.

Spätere Aufwendungen werden nur aktiviert, wenn sie den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts, auf den sie sich beziehen, erhöhen. Alle sonstigen Aufwendungen bzw. Ausgaben, wie etwa für intern generierte Geschäfts- oder Firmenwerte und Marken, werden unter Gewinnen oder Verlusten als angefallen erfasst.

Die Abschreibung wird berechnet, um die Kosten immaterieller Vermögenswerte abzüglich ihres geschätzten Restwertes linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer abzuschreiben, und wird im Allgemeinen unter Gewinnen oder Verlusten erfasst.

Die geschätzten Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten sind wie folgt:

Jahre
Software 3-5
Patente 5
Lizenzen 5
Sonstige immaterielle Werte 5

Die Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden zu jedem Stichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit getestet und - wenn notwendig - abgewertet (siehe Abschnitt C.3.a des Anhangs Wertminderung - Nicht-finanzielle Vermögenswerte).

2. Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet. Fremdfinanzierungskosten werden nicht als Teil der Erwerbskosten aktiviert.

Spätere Ausgaben werden als nachträgliche Anschaffungskosten aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der zukünftige wirtschaftliche Nutzen dieser Ausgaben der All4Labels Gruppe zugutekommt.

Die Abschreibung wird nach der linearen Methode über die geschätzte Nutzungsdauer berechnet und im Allgemeinen unter Gewinnen oder Verlusten erfasst. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Die geschätzten Nutzungsdauern von Sachanlagen sind wie folgt:

Jahre
Gebäude und Einrichtungen 10-33
Maschinen und Ausrüstung 5-13
Allgemeine Systeme 10
IT-Ausstattung 5
Geringwertige Vermögenswerte 5

Die Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden zu jedem Stichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Alle Gewinne oder Verluste bei Ausbuchung eines Vermögenswerts (berechnet als die Differenz zwischen dem Netto-Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts) werden bei Ausbuchung des Vermögenswerts unter Gewinnen oder Verlusten erfasst.

3. Wertminderung

a. Nicht-finanzielle Vermögenswerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird einem Werthaltigkeitstest unterzogen, sobald es einen Hinweis auf seine Wertminderung gibt, mindestens jedoch einmal pro Jahr. Sachanlagen und andere immaterielle Vermögenswerte, die einer systematischen Abschreibung und Amortisation unterliegen, werden auf Wertminderung überprüft, sobald Ereignisse oder Anzeichen darauf hindeuten, dass der Buchwert möglicherweise nicht erzielbar ist.

Ein Wertminderungsverlust wird als Verlust in der Höhe erfasst, um die der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Wert übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der folgenden Werte: der Zeitwert eines Vermögenswerts oder der Zeitwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, jeweils abzüglich der Verkaufskosten und des Nutzungswerts. Bei der Bewertung des Nutzungswerts werden die geschätzten zukünftigen Cashflows auf ihren Gegenwartswert abgezinst, wobei ein Vorsteuer-Diskontsatz verwendet wird, der die aktuellen Markteinschätzungen des Zeitwerts des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt.

Zum Zweck des Werthaltigkeitstests in Bezug auf einen Geschäfts- oder Firmenwert wird der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Geschäfts- oder Firmenwert der CGU oder Gruppe von CGUs zugewiesen, von der erwartet wird, dass sie von den Synergien des Zusammenschlusses profitiert. Diese Zuweisung erfordert einen "Operating Segment Ceiling Test" und spiegelt die niedrigste Ebene wider, auf der dieser Geschäfts- oder Firmenwert für interne Berichtszwecke überwacht wird.

Um zu bestimmen, ob eine Wertminderung potentiell erforderlich ist, werden die Vermögenswerte zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash-generating units - CGUs) zusammengefasst, und zwar auf der niedrigsten Ebene, auf der Cashflows identifiziert werden können, die weitgehend unabhängig von den Cashflows aus den sonstigen Aktivitäten der Gruppe sind. Es wurde ein Werthaltigkeitstest in Bezug auf die aus den Unternehmenszusammenschlüssen resultierenden Geschäfts- oder Firmenwerte zum Stichtag durchgeführt. Es liegen keine Hinweise vor, dass eine Wertminderung vorliegt.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der Bestandteil des Buchwerts einer nach der Equity-Methode bilanzierten Investition ist, wird nicht separat erfasst und daher keinem separaten Werthaltigkeitstest unterzogen. Stattdessen wird der Gesamtbetrag der nach der Equity-Methode bilanzierten Investition als einzelner Vermögenswert einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn es objektive Anzeichen dafür gibt, dass die nach der Equity-Methode bilanzierte Investition einer Wertminderung unterliegen könnte.

Nicht-finanzielle Vermögenswerte neben dem Geschäfts- oder Firmenwert, die von einer Wertminderung betroffen sind, werden am Ende jedes Geschäftsjahres überprüft, um festzustellen, ob die zuvor angegebene Wertminderung rückgängig gemacht bzw. berichtigt werden (to reverse) muss. Wenn der Wert eines Vermögenswerts in der Folge steigt, werden erfasste Wertminderungen berichtigt und der Buchwert bis maximal zu den amortisierten Kosten des Vermögenswerts zugeschrieben. Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten werden nicht berichtigt.

b. Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte

Wertminderungen werden gemäß dem "Expected-Loss-Model" erfasst. Dieses Wertminderungsmodell gilt für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis (FVOCI) bewertet werden (mit Ausnahme von Investitionen in Eigenkapitalinstrumente), für aus IFRS 15 resultierende Vertragswerte, Einnahmen aus Verträgen mit Kunden, Leasingforderungen, Kreditzusagen und Finanzgarantieverträge.

Wertberichtigungen für Verluste werden auf der Grundlage der erwarteten Kreditverluste über 12 Monate oder auf der Grundlage der erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit bewertet. Erwartete Kreditverluste über 12 Monate resultieren aus möglichen Zahlungsverzügen oder -ausfällen innerhalb von 12 Monaten nach dem Stichtag. Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit resultieren aus allen möglichen Zahlungsverzügen oder -ausfällen während der voraussichtlichen Laufzeit eines Finanzinstruments.

Die Bewertung erwarteter Kreditverluste über die gesamte Laufzeit wird angewendet, wenn sich das am Stichtag bestehende Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat; andernfalls gilt die Bewertung erwarteter Kreditverluste über 12 Monate. Bei der Bestimmung, ob sich das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat, sowie bei der Einschätzung der erwarteten Kreditverluste berücksichtigt die Gruppe vernünftige und vertretbare Informationen, die relevant und ohne unangemessene Kosten oder unzumutbaren Aufwand erhältlich sind. Dazu gehören sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf der bisherigen Erfahrung der Gruppe und einer fundierten Kreditwürdigkeitsprüfung beruhen, die zukunftsgerichtete Informationen beinhaltet. Das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts hat sich seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht, wenn vertraglich vereinbarte Zahlungen am Stichtag mehr als 30 Tage überfällig sind.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet die All4Labels Gruppe das vereinfachte Verfahren im Sinne von IFRS 9 an. Dementsprechend sind die über die gesamte Laufzeit erwarteten Kreditverluste ab der ersten Erfassung aufzuzeichnen.

Das Kreditrisiko wird als gering eingestuft, wenn der Kreditnehmer über eine starke Fähigkeit verfügt, seinen vertraglichen Cashflow-Verpflichtungen kurzfristig nachzukommen, und es keine Anzeichen dafür gibt, dass Veränderungen der wirtschaftlichen Lage und geschäftlichen Bedingungen diese Fähigkeit längerfristig und nachhaltig beeinträchtigen könnten. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Schuldtitel ein Kreditrisiko-Rating hat, das der allgemein anerkannten Definition von "Investment Grade" entspricht. Die Gruppe betrachtet dieses als Baa3 oder höher gemäß Moody's oder als BBB- oder höher gemäß Standard & Poor's oder Fitch.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertragliche Vermögenswerte mit und ohne signifikante Finanzierungskomponenten, Forderungen aus Leasingverträgen und kurzfristige Forderungen gegenüber verbundenen Parteien wird nur die Bewertung der erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit angewendet. Bei diesem Vorgehen sind die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit ab der ersten Erfassung einer Forderung zu erfassen.

Zu jedem Stichtag überprüft die Gruppe, ob bei finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten gebucht werden, und bei Schuldverschreibungen, die zum FVOCI gebucht werden, ein erhöhtes Kreditrisiko besteht. Für einen finanziellen Vermögenswert besteht ein "erhöhtes Kreditrisiko", wenn eines oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die eine nachteilige Auswirkung auf die erwarteten zukünftigen Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert haben.

Hinweise bzw. Anzeichen, dass bei einem finanziellen Vermögenswert ein Verzug, ein Ausfallrisiko bzw. ein erhöhtes Kreditrisiko besteht, sind unter anderem die folgenden beobachtbaren Daten:

Eine Insolvenz oder ein vergleichbares Ereignis, das auf signifikante finanzielle Schwierigkeiten und einen wahrscheinlichen Verzug/Zahlungsausfall der Gegenpartei hindeutet.

Ein wahrscheinlicher Forderungsverzicht.

Eine Vertragsverletzung, aufgrund derer zu vermuten ist, dass eine oder mehrere Forderungen wahrscheinlich uneinbringlich sind.

Sonstige Gründe bei der Beurteilung des Kreditmanagements, aufgrund derer zu vermuten ist, dass die Forderungen wahrscheinlich uneinbringlich sind. (z.B., wenn beim finanziellen Vermögenswert eine Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen vorliegt)

Wenn es Anzeichen für eine Uneinbringlichkeit gibt, wird der finanzielle Vermögenswert ausgebucht. Wenn sich die Kreditwürdigkeit verbessert, wird die Wertberichtigung rückgängig gemacht.

Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswertes wird abgeschrieben, wenn der Konzern nach angemessener Einschätzung nicht davon ausgeht, dass der finanzielle Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist. Bei seinen Geschäftskunden erhöht der Konzern die Wertberichtigung signifikant, wenn der finanzielle Vermögenswert mehr als 180 Tage überfällig ist, basierend auf vergangenen Erfahrungen bei der Realisierung solcher Vermögenswerte. Der Konzern erwartet keine signifikante Einziehung des abgeschriebenen Betrags. Abgeschriebene finanzielle Vermögenswerte können dennoch Vollstreckungsmaßnahmen zur Einziehung überfälliger Forderungen unterliegen.

4. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument im Sinne von IAS 32 ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

a. Ansatz und erstmalige Bewertung

In der All4Labels Gruppe werden alle Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Verbindlichkeiten zum Handelstag angesetzt. Ein finanzieller Vermögenswert (sofern es sich dabei nicht um eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente handelt) oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird zunächst zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich - bei einem Posten, der nicht FVPL-bewertet ist - der Transaktionskosten bewertet, die dem Erwerb oder der Emission direkt zurechenbar sind. Eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente wird zunächst zum Transaktionspreis bewertet.

b. Klassifizierung und Folgebewertung

i. Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zu dem Datum ausgewiesen, an dem All4Labels Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Am Erwerbsdatum müssen sie in Bewertungskategorien klassifiziert werden, nach denen sich die weitere Bilanzierung richtet.

Forderungen aus dem im Unternehmen durchgeführten ABS-Factoring-Programm werden teilweise ausgebucht oder in der Bilanz ausgewiesen, wenn die Risiken und Chancen, insbesondere das Kredit- und Ausfallrisiko, nicht im Wesentlichen übertragen wurden.

Das "Continuing Involvement" bzw. "fortgeführte Engagement", welches aus den ABS-Factoring-Programm Rücklagen (Yield, Loss und Dilution) resultiert, wird in der Bilanz als kurzfristiger finanzieller Vermögenswert und in gleicher Höhe unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die ABS-Factoring-Programm Rücklagen (Yield, Loss und Dilution) stellen den Teil der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar, welche nicht vom Factoring-Geber an die All4Labels Group ausbezahlt werden. Sie sind unter den sonstigen Vermögenswerten in der Bilanz ausgewiesen und stellen Forderungen gegenüber den Factoring-Geber dar.

Die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte beruht auf dem Geschäftsmodell, in dem die Vermögenswerte verwaltet werden, und auf ihren Cashflow-Eigenschaften. Diese Bedingungen sind kumulative Kriterien.

Es ist daher notwendig, das Geschäftsmodell zu analysieren, in dem der zu klassifizierende Vermögenswert gehalten wird. Dabei geht es um die Untersuchung der Art und Weise, wie finanzielle Vermögenswerte verwaltet werden, die zur Vereinnahmung von Zahlungsströmen gehalten werden. Das Unternehmen reklassifiziert finanzielle Vermögenswerte nur dann, wenn sich das entsprechende Geschäftsmodell ändert.

IFRS 9 - Finanzinstrumente unterscheidet drei Geschäftsmodelle:

Halten: Der Zweck dieses Geschäftsmodells ist das Halten der finanziellen Vermögenswerte und das Generieren der vertraglichen Zahlungsströme. Dieses Modell ist ein wesentliches Geschäftsmodell in der All4Labels Gruppe.

Halten und Verkaufen: Dieses Geschäftsmodell zielt auf die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme oder auf den Verkauf der finanziellen Vermögenswerte ab. Dieses Modell ist ebenso ein wesentliches Geschäftsmodell in der All4Labels Gruppe.

Sonstige: Dieses Geschäftsmodell umfasst alle übrigen Geschäftsmodelle, zum Beispiel im Zusammenhang mit erfassten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten, die wahrscheinlich im Rahmen einer echten Forderungsverkaufs-Factoringvereinbarung verkauft werden. Dieses Modell ist von geringerer Bedeutung im Vergleich zu den anderen Geschäftsmodellen in der Gruppe.

Neben der Analyse des Geschäftsmodells müssen auch die beim Erwerb des Finanzinstruments geltenden Vertragsbedingungen beurteilt werden (SPPI-Kriterium - nur Tilgungen und Zinszahlungen). Das SPPI-Kriterium ist erfüllt, wenn die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts an vorgegebenen Terminen für Zahlungsströme sorgen, die ausschließlich Tilgungen und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag sind. Die vertraglichen Zahlungsströme, die ausschließlich Tilgungen und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag sind, entsprechen der zugrunde liegenden Kreditvereinbarung.

Auf Grundlage dieser beiden Bedingungen wird zwischen den folgenden Bewertungskategorien unterschieden:

Bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortized cost - AmC): Der finanzielle Vermögenswert, bei dem es sich um ein Schuldinstrument handelt, wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, das darauf abzielt, Vermögenswerte zu halten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen. Darüber hinaus können die vertraglichen Zahlungsströme als Tilgungen und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag eingestuft werden. Zinserträge werden mit der Effektivzinsmethode im Finanzergebnis erfasst. Gewinne oder Verluste, die sich aus einer Ausbuchung ergeben, werden zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten unter Gewinnen oder Verlusten gebucht. Wertminderungsverluste werden ebenso separat in der Erfolgsrechnung/Gewinn- und Verlustrechnung (income statement) erfasst.

Bewertet zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis - Schulden (FVOCI): Der finanzielle Vermögenswert, bei dem es sich um ein Schuldinstrument handelt, wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Ziel sowohl die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch der Verkauf finanzieller Vermögenswerte ist. Darüber hinaus können die vertraglichen Zahlungsströme als Tilgungen und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag klassifiziert werden. Änderungen des Buchwerts werden im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Aufwendungen aus Wertminderungen sowie Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste werden unter Gewinnen oder Verlusten gebucht. Der im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesene kumulierte Gewinn oder Verlust wird vom Eigenkapital in die Erfolgsrechnung/Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert, wenn der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird. Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode im Finanzergebnis erfasst. Fremdwährungsgewinne und -verluste werden unter sonstige Erträge und Aufwendungen gebucht.

Bewertet zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis - Eigenkapital (FVOCI): Im Falle eines finanziellen Vermögenswertes, der ein Eigenkapitalinstrument ist und nicht zu Handelszwecken gehalten wird, werden Änderungen des Buchwertes im sonstigen Gesamtergebnis erfasst, wenn die Zeitwert-Option angewendet wird. Die All4Labels Gruppe nutzt diese Option nicht. Der kumulierte Gewinn oder Verlust im sonstigen Gesamtergebnis wird nicht in die Erfolgsrechnung/Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert, wenn der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird. Dividenden werden unter sonstige Erträge aus Beteiligungen gebucht.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL): Der finanzielle Vermögenswert, bei dem es sich um ein Schuldinstrument handelt, ist nicht zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis mit Reklassifizierung (FVOCI) zu bewerten, da entweder das SPPI-Kriterium nicht erfüllt wurde oder das Geschäftsmodell "Sonstige" angewendet wird. In der All4Labels Gruppe werden finanzielle Vermögenswerte und Schulden aus dem ABS-Factoring-Programm dieser Kategorie zugeordnet. Eine Klassifizierung in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL)" kann auch dann korrekt sein, wenn die Zeitwert-Option auf Schuldinstrumente angewendet wird, die eigentlich der Kategorie "bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten" oder "bewertet zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis mit Reklassifizierung (FVOCI)" zugeordnet werden sollten. Die All4Labels Gruppe beabsichtigt derzeit jedoch nicht, die Zeitwert-Option auf Schuldinstrumente anzuwenden. Der finanzielle Vermögenswert, der ein Eigenkapitalinstrument darstellt, ist erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wenn eine Handelsabsicht besteht oder wenn keine Handelsabsicht besteht und die Zeitwert-Option nicht angewendet wird. Erträge oder Aufwendungen aus einem finanziellen Vermögenswert, der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, werden in der Erfolgsrechnung/Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.

Investitionen, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 - Finanzinstrumente fallen und der Definition von Eigenkapital entsprechen, sind generell zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dividenden werden unter Gewinnen oder Verlusten erfasst, wenn der Rechtsanspruch festgestellt wird, außer wenn dieser sich auf eine teilweise Rückerstattung der Erwerbskosten bezieht. Zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente werden ausnahmslos erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

ii. Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu fortgeführten Anschaffungskosten oder FVPL bewertet klassifiziert. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird als FVPL-bewertet eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert wird, wenn sie ein Derivat ist oder wenn sie beim erstmaligen Ansatz als solches ausgewiesen wird. Bei nicht zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten kann die Zeitwert-Option gewählt werden. Wird die Zeitwert-Option angewendet, wird der Teil der Änderung des Zeitwerts, der auf Änderungen des Kreditrisikos der Verbindlichkeit zurückzuführen ist, im sonstigen Gesamtergebnis gebucht. Die Zeitwert-Option wird derzeit im Unternehmen nicht angewendet. FVPL-bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden zum Zeitwert bewertet, und Nettogewinne und -verluste werden einschließlich etwaiger Zinsaufwendungen unter Gewinnen oder Verlusten gebucht. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen sowie Fremdwährungsgewinne und -verluste werden unter Gewinnen oder Verlusten erfasst. Jeglicher Gewinn oder Verlust durch Ausbuchung wird ebenfalls unter Gewinnen oder Verlusten gebucht.

c. Ausbuchung

i. Finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte an den Kapitalflüssen aus dem Vermögenswert erlöschen oder er die Rechte am Erhalt der vertraglichen Kapitalflüsse in einer Transaktion überträgt, bei der praktisch alle mit dem Eigentum am Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden oder in der der Konzern praktisch alle mit dem Eigentum am Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält und die Kontrolle über den Vermögenswert abgibt.

Der Konzern tritt in Transaktionen ein, in denen er in der Konzernbilanz angesetzte Vermögenswerte überträgt, aber alle oder praktisch alle mit dem Eigentum an den übertragenen Vermögenswerten verbundenen Risiken und Chancen behält. In diesen Fällen werden die übertragenen Vermögenswerte nicht ausgebucht.

ii. Finanzielle Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn er seinen vertraglichen Pflichten nachkommt, diese beendet werden oder erlöschen. Weiterhin bucht der Konzern eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn ihre Bedingungen geändert werden und sich aus der geänderten Verbindlichkeit grundsätzlich andere Kapitalflüsse ergeben; in diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit auf Grundlage der geänderten Bedingungen zum Kapitalwert angesetzt.

Bei der Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit wird die Differenz zwischen erloschenem Buchwert und gezahlter Vergütung (einschließlich übertragener Sachwerte oder übernommener Verbindlichkeiten) als Gewinn beziehungsweise Verlust angesetzt.

d. Aufrechnung

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden dann und nur dann saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn ein durchsetzbares Recht zur Aufrechnung dieser Beträge besteht und der Konzern beabsichtigt, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des Vermögenswerts die zugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Am 31. Dezember 2021 bestanden keinerlei derartige Verträge.

e. Derivate und Sicherungsgeschäfte

Derivate werden generell über die Gewinn- und Verlustrechnung klassifiziert und zum Kapitalwert bewertet, sofern sie nicht der Sicherungsbilanzierung unterliegen. Bei der All4Labels Gruppe kommt keine Sicherungsbilanzierung zur Anwendung.

In finanzielle Verbindlichkeiten eingebettete Derivate werden vom Grundgeschäft getrennt, wenn der wirtschaftliche Charakter und die Risiken des eingebetteten Derivats nicht als eng mit dem wirtschaftlichen Charakter und den Risiken des Grundgeschäfts verbunden erachtet werden. Am 31. Dezember 2021 bestanden keinerlei eingebettete Derivate.

5. Vorräte

Bestände werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet. Der erzielbare Nettowert ist definiert als der in der normalen Geschäftstätigkeit geschätzte Verkaufspreis abzüglich der für den Abschluss und die Durchführung des Verkaufs noch erforderlichen Vertriebskosten.

Konzernweit basieren die Einstandskosten von Rohstoffen auf dem FIFO-Prinzip (First In/First Out) sowie der gewogenen Durchschnittsbewertung der Kosten. Die Kosten erworbener Fertigwaren basieren auf der gewogenen Durchschnittsbewertung der Kosten. Unfertige und fertigte Erzeugnisse werden zu den Herstellungskosten bewertet und - wenn niedriger - auf den beizulegenden Zeitwert abgewertet. Die Herstellungskosten setzen sich aus den Einzelkosten sowie den fertigungsbedingten Materialkosten, Gemeinkosten und den Abschreibungen zusammen.

6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich im Wesentlichen aus dem Kassenbestand und dem Bankguthaben mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten zusammen. Sie werden zum Nominalwert bewertet.

7. Rückstellungen

Rückstellungen werden erfasst, wenn die All4Labels Gruppe aufgrund eines vergangenen Ereignisses aktuell eine rechtliche oder faktische Verpflichtung hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen einschließlich des wirtschaftlichen Nutzens führen wird, deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Rückstellungen werden auf Grundlage der bestmöglichen Schätzung bewertet. Langfristige Rückstellungen werden zum Zeitwert erfasst. Zur Berechnung des Zeitwerts werden erwartete künftige Kapitalflüsse (vor Steuereffekten) abgezogen, der aktuelle Marktbewertungen des Zeitwerts des Geldes widerspiegelt. Die langfristigen Rückstellungen werden mit den entsprechenden Zinssätzen diskontiert und der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

8. Leasingverhältnisse

Zum Inkrafttreten eines Vertrags schätzt der Konzern ein, ob der Vertrag selbst ein Leasingverhältnis begründet oder ein solches enthält. Das ist der Fall, wenn der Vertrag das Nutzungsrecht an einem benannten Sachwert über einen bestimmten Zeitraum gegen ein Entgelt überträgt. Das wird vom Unternehmen anhand der entsprechenden Definition in IFRS 16 ermittelt.

a. Als Leasingnehmer

Zum Beginn oder nach Änderung eines ein Leasingverhältnis enthaltenden Vertrags ordnet die All4Labels Gruppe die im Vertrag genannte Vergütung anhand des relativen Einzelverkaufspreises zu.

Zum Datum des Inkrafttretens des Leasingverhältnisses weist der Konzern ein Nutzungsrecht an einem Vermögenswert sowie eine Leasingverbindlichkeit aus. Das Nutzungsrecht wird als erstmaliger Buchwert angesetzt. Dieser entspricht dem gegen spätestens zum Inkrafttreten des Vertrags geleistete Leasingzahlungen angepassten Anfangsbetrag der Leasingverbindlichkeit plus eventuelle anfängliche Selbstkosten und die geschätzten Kosten für den Abbau, das Entfernen oder die Wiederherstellung des Basiswerts oder seines Aufstellungsorts abzüglich erhaltener Leasinganreize.

Anschließend wird das Nutzungsrecht am Vermögenswert ab dem Datum des Inkrafttretens bis zum Ende der Leasinglaufzeit linear abgeschrieben, sofern der Leasingvertrag der All4Labels Gruppe das Eigentum am zugrundeliegenden Vermögenswert nicht zum Ende der Leasinglaufzeit überträgt und sofern eine Ausübung der Kaufoption durch die All4Labels Gruppe nicht wahrscheinlich ist. Für den Fall, dass die Nutzung der Kaufoption wahrscheinlich ist, wird das Nutzungsrecht am Vermögenswert über die Nutzungsdauer des Basiswerts abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird auf der gleichen Grundlage wie die der Sachanlagen bestimmt. Zusätzlich verringert sich der Wert des Nutzungsrechts am Vermögenswert regelmäßig gegebenenfalls durch Wertminderungen und durch Anpassungen der Leasingverbindlichkeit.

Beim erstmaligen Ansatz wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung der Abzinsung mit dem im Leasingverhältnis innewohnenden Zinssatz oder mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Unternehmens. Als Abzinsungsfaktor setzt die All4Labels Gruppe generell den Grenzfremdkapitalzinssatz an. Dieser wird als risikoadjustierter Zinssatz abgeleitet, der die Bedingungen des Leasingvertrags und die Währung des geleasten Vermögenswerts wiedergibt.

In die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einfließende Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen, den Basispreis gemäß einer vom Konzern wahrscheinlich wahrgenommenen Kaufoption sowie die in einem optionalen Verlängerungszeitraum geleisteten Leasingzahlungen, sofern der Konzern die Verlängerungsoption wahrscheinlich nutzt.

Die Leasingverbindlichkeit wird anhand der Effektivzinsmethode zum Restbuchwert bewertet. Eine Neubewertung erfolgt nach einer aufgrund eines geänderten Indexes oder Satzes vorgenommenen Anpassung künftiger Leasingzahlungen, nach Änderung des vom Unternehmen gemäß einer Restwertsicherungsklausel wahrscheinlich zu zahlendem Betrag, nach Änderung der Einschätzung des Unternehmens zur Wahrnehmung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Beendigungsoption oder nach Änderung einer de facto festen Leasingzahlung.

Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert.

In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den anderen finanziellen Verbindlichkeiten aus.

Der Konzern hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Die All4Labels Gruppe erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses linear als Aufwand.

Zum Beginn oder nach Änderung eines einen Leasingbestandteil enthaltenden Vertrags ordnet der Konzern die im Vertrag genannte Vergütung jedes Leasingbestandteils anhand des relativen Einzelverkaufspreises zu.

b. Als Leasinggeber

Schließt die All4Labels Gruppe einen Leasingvertrag als Leasinggeber ab, stuft sie das Leasingverhältnis als operatives oder Finanzierungsleasing ein. Dazu nimmt All4Labels eine Gesamtbewertung zur Übertragung praktisch aller mit dem Eigentum an einem Basiswert verbundenen Risiken und Chancen durch das Leasingverhältnis vor. Wenn ja, handelt es sich um eine Finanzierungsleasing-, andernfalls um ein operatives Leasingverhältnis. Dabei berücksichtigt das Unternehmen bestimmte Indikatoren, zum Beispiel ob sich das Leasingverhältnis über den größten Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswerts erstreckt.

Handelt All4Labels als Zwischenleasinggeber, werden die aus Haupt- und Unterleasingverhältnis entstehenden Zinsen separat gebucht. Das Unterleasingverhältnis wird nach dem Wert des Nutzungsrechts am Vermögenswert gemäß Hauptleasingverhältnis und nicht nach dem zugrundeliegenden Vermögenswert bewertet. Ist das Hauptleasingverhältnis kurzfristig mit beanspruchter Freistellung für kurzfristige Leasingverhältnisse durch das Unternehmen angelegt, wird das Unterleasingverhältnis als operatives Leasingverhältnis eingestuft.

Enthält eine Vereinbarung sowohl Leasing- als auch Nicht-Leasingkomponenten, wendet der Konzern zur Zuordnung der vertragsgemäßen Vergütung die Bestimmungen nach IFRS 15 an.

Auf die Nettoinvestitionen im Leasingverhältnis wendet der Konzern die Ausbuchungs- und Wertminderungsanforderungen der IFRS 9 an (siehe Abschnitt C.0 Finanzinstrumente). Der Konzern überprüft weiterhin regelmäßig die geschätzten und zur Berechnung der Bruttoinvestition des Leasingverhältnisses verwendeten nicht garantierten Restwerte.

Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden vom Konzern über die Laufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses linear als Ertrag in den 'Sonstigen Erträgen' erfasst.

9. Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen als Aufwandsposten sowohl tatsächliche als auch latente Steuern. Sie werden in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzt, sofern sie sich nicht auf einen Unternehmenszusammenschluss beziehen oder direkt als Eigenkapital oder unter 'Sonstiges Ergebnis' ausgewiesen werden.

a. Tatsächliche Steuern

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern tatsächlich gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewiesen.

Die tatsächlichen Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im Geschäftsjahr ausgewiesenen tatsächlichen Steuern auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. Zinserstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es überwiegend wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. Sollten neben unsicheren Steuerpositionen steuerliche Verlustvorträge bestehen, so wird keine Steuerverbindlichkeit oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktive latente Steuer für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge angepasst.

b. Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden grundsätzlich als langfristige Posten dargestellt.

Latente Steuern werden im Hinblick auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden für Konzernrechnungslegungszwecke und den verwendeten Beträgen für steuerliche Zwecke erfasst. Latente Steuern werden nicht erfasst für

temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.

temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern, und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Zukünftig zu versteuernde Gewinne werden auf Basis der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen ermittelt. Sollte der Betrag nicht ausreichen, um latente Steueransprüche vollständig zu aktivieren, werden die zukünftig zu versteuernden Gewinne - unter Berücksichtigung der Umkehr temporärer Differenzen - auf Basis der individuellen Geschäftspläne der Tochterunternehmen ermittelt. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird; Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu versteuernder Ergebnisse verbessert.

Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag neu beurteilt und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung gestatten wird.

Latente Steuern werden anhand der Steuersätze bewertet, die erwartungsgemäß auf temporäre Differenzen angewendet werden, sobald sie sich umkehren, und zwar unter Verwendung von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gültig oder angekündigt sind. Latente Steuern reflektieren eine etwaig enthaltene Unsicherheit in den Ertragsteuern.

Die Bewertung latenter Steuern spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Erwartung des Konzerns im Hinblick auf die Art und Weise der Realisierung der Buchwerte seiner Vermögenswerte bzw. der Erfüllung seiner Schulden zum Abschlussstichtag ergeben.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

10. Erlöserfassung

Erlöse werden auf Grundlage der in einem Kundenvertrag angegebenen Vergütung bewertet. Die zu erfassende Erlössumme sowie der Zeitpunkt bzw. der Zeitraum werden anhand eines Fünfschrittmodells bestimmt. Das Grundprinzip dieses Modells ist die Erlöserfassung in einer Form, die die Übertragung von Waren oder Leistungen an einen Kunden wiedergibt. Der zu erfassende Erlösbetrag entspricht der Vergütung, auf die der Konzern vertragsgemäß für diese Waren oder Leistung Anspruch hat.

Durch Anwendung des Fünfschrittmodells auf Kundenverträge lassen sich bei der All4Labels Gruppe die Verträge und ihre jeweiligen Leistungspflichten erkennen. Anschließend wird der Transaktionspreis als stellvertretend für die Vergütung für die übertragenen Waren oder Leistungen bestimmt und den Leistungspflichten zugeordnet. In Kundenverträgen festgelegte variable Vergütungen - zum Beispiel Rabatte, Nachlässe, Prämienvereinbarungen oder andere Arten der Preisminderung - werden analysiert, bewertet und in die Erlöserfassung aufgenommen. Da All4Labels erwartet, dass der Zeitraum zwischen der Übertragung der Kontrolle über eine in Aussicht gestellte Ware oder Leistung und der vom Kunden geleisteten Vergütungszahlung höchstens ein Jahr beträgt, wendet das Unternehmen die praktische Vereinfachung aus IFRS 15.60 an und passt den wahrscheinlichen Vergütungsbetrag für eine Finanzierungskomponente nicht an. In Schritt vier wird die Vergütung den ermittelten Leistungsverpflichtungen zugeordnet. Bei Kundenverträgen mit mehreren Leistungsverpflichtungen erfolgt die Zuordnung auf Grundlage der Einzelveräußerungspreise sowie möglichst auf beobachtbare Preise. Ansonsten erfolgt die Zuordnung auf Grundlage der Kosten plus Marge. Der Erlös wird erfasst, sobald die zugehörige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde, also sobald die Verfügungsmacht über die Waren oder Leistungen auf den Kunden übergeht. Dies kann entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg erfolgen. Verfügungsmacht ist in diesem Zusammenhang als die Möglichkeit definiert, den Nutzen aus der Ware oder Leistung zu ziehen und den weiteren Gebrauch zu bestimmen.

Die durch das Vertragsverhältnis begründeten Garantien und Gewährleistungen stellen keine separate Leistungsverpflichtung dar, da sie lediglich eine Zusicherung darstellen, dass die gelieferte Ware oder Leistung den vertragsgemäßen Vorgaben entspricht. Es bestehen keinerlei Rückgabe-, Erstattungs- oder sonstigen Verpflichtungen. Der Konzern bilanziert Gewährleistungen daher weiterhin nach IAS 37. Zu den Bilanzierungsregeln für belastende Verträge siehe Abschnitt C.7 Rückstellungen.

Kunden wird für die Zahlung für Leistungsverpflichtungen gemäß Kundenvertrag zumeist ein Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen ab Rechnungsstellung gewährt. In bestimmten Fällen und Regionen erhalten Kunden auch ein Zahlungsziel von mehr als 90 Tagen. Rechnungen werden zum Datum der Erfüllung der Leistungsverpflichtung gestellt.

Erlöse aus Produktveräußerungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem die Verfügungsmacht auf den Kunden übergeht. Das ist zumeist bei Anlieferung der jeweiligen Waren der Fall, da der Konzern aktuell einen Rechtsanspruch auf Zahlung hat, der Besitz an den Waren auf den Kunden übergegangen ist und der Konzern nachweisen kann, dass der Kunde den Vermögensgegenstand abgenommen hat. Das gilt auch, wenn der Kunde die Waren aus dem jeweiligen Konsignationsbestand übernimmt.

Erlöse aus Leistungsvereinbarungen mit bestimmten Kunden beziehen sich hauptsächlich auf die Entwicklung spezieller Produktlinien. Sie werden über einen Zeitraum erfasst, über den der Kunde den Nutzen aus der fortlaufend erbrachten Leistung zieht. Der Fertigstellungsgrad wird am Fortschritt in Richtung der vollständigen Befriedigung der jeweiligen Leistungsvereinbarung gemessen. Diese Leistungen stellen eine eindeutige und separat benennbare Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden dar, für die der Konzern vertragsgemäß in der Höhe vergütungsberechtigt ist, die direkt dem Wert entspricht, den der Kunde aus der bisherigen Leistungserbringung des Konzerns erhält. Der Konzern wendet daher die praktische Vereinfachung gemäß IFRS 15.B16 an und erfasst Erlöse aus Leistungsvereinbarungen zum Ausstellungszeitpunkt und in der Höhe der jeweiligen Rechnungen. Das geschieht mindestens monatlich auf Grundlage der zur Leistungserbringung jeweils aufgewendeten Arbeitsstunden.

Bestimmte Kundenverträge beinhalten Anreize wie zum Beispiel die Gewährung von Rabatten je nach erworbener Menge. Diese stellen eine variable Vergütung dar und werden zum Schätzwert als Abzug von den zugehörigen Erlösen erfasst.

11. Leistungen an Arbeitnehmer

a. Kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer

Kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer (außer Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) werden voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ende des Bilanzzeitraums vollständig beglichen, in dem die Arbeitnehmer die Leistung erbringen.

Die Kosten dieser Leistungen werden unmittelbar nach Erbringung der jeweiligen Arbeitnehmerleistungen gebucht. Die Verpflichtung zur Zahlung wird über den Betrag erfasst, den die All4Labels Gruppe voraussichtlich begleichen muss, wenn sie rechtlich oder verbindlich zur Zahlung für die Leistung des Arbeitnehmers verpflichtet ist und sich die Höhe der Zahlung zuverlässig schätzen lässt.

b. Sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer

Diese umfassen alle Leistungen an Arbeitnehmer, die keine kurzfristigen Leistungen, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder Abfindungsleistungen darstellen.

Die Nettoverpflichtung des Konzerns hinsichtlich langfristiger Leistungen an Arbeitnehmer beläuft sich auf die Höhe künftiger Leistungen, die Arbeitnehmer für ihre Leistung in der aktuellen und früheren Perioden erdient haben. Zur Ermittlung des Istwerts wird die Leistung diskontiert. Neubewertungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode erfasst, in der sie entstehen.

c. Abfindungsleistungen

Abfindungsleistungen werden als Gegenleistung für die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses erbracht, wenn (a) eine Gesellschaft die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses mit einem Arbeitnehmer vor dem normalen Renteneintrittsalter beschließt oder (b) ein Arbeitnehmer beschließt, die für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses angebotenen Leistungen zu akzeptieren.

Diese Leistungen werden zum früheren der folgenden Zeitpunkte gebucht: wenn der Konzern das Angebot über die jeweiligen Leistungen nicht mehr zurücknehmen kann oder der Konzern Restrukturierungskosten erfasst. Leistungen werden nach dem Barwert erfasst, wenn sie voraussichtlich nicht innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag vollständig beglichen werden.

12. Umrechnung von Fremdwährungen

Die Jahresabschlüsse werden in den jeweiligen funktionalen Währungen erstellt, die der gesetzlichen Landeswährung der jeweiligen Gesellschaft entspricht.

Nachfolgend sind die Wechselkurse der wichtigsten Konzernwährungen in Euro zusammengefasst:

Währungsumrechnung 1 EUR

Währung ISO Code Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2021 31.12.2020 2021 2020
Argentinischer Peso ARS 116,94680 102,85660 112,43894 100,69320
Brasilianischer Real BRL 6,31010 6,37350 6,38039 5,8900
Schweizer Franken CHF 1,03310 1,08020 1,08140 1,07300
Chinesischer Yuan Renminbi CNY 7,19470 8,02250 7,63392 7,8708
Britischer Pfund GBP 0,84028 0,89900 0,85999 0,8892
Mexikanischer Peso MXN 23,14380 24,41600 23,98858 24,5118
Rumänische Leu RON 4,94900 4,86830 4,92090 4,8380
Russischer Rubel RUB 85,30040 91,46710 87,22744 82,6455
US-Dollar USD 1,13260 1,22710 1,18349 1,1413
Dänische Krone DKK 7,43640 n/a 7,43705 n/a
Tschechische Krone CZK 24,85800 n/a 25,64681 n/a
Südafrikanischer Rand ZAR 18,06250 18,02190 17,47771 18,768500

a. Fremdwährungstransaktionen

In einer anderen als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft denominierte Transaktionen werden zu dem am Datum der Transaktion geltenden Wechselkurs umgerechnet. In Fremdwährungen denominierte monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - werden zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft umgerechnet. Nach ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung angegebene nicht monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zu dem zum Zeitpunkt der Festlegung des Kapitalwerts geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Auf Basis historischer Kosten in Fremdwährung angegebene nicht monetäre Positionen werden zu dem am Datum der Transaktion geltenden Wechselkurs umgerechnet.

Wechselkursgewinne und -verluste bei operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie zur Absicherung von Währungsrisiken eingesetzte Derivate werden als Erlöse vor dem Finanzergebnis, Gewinnen (Verlusten) aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen und Ertragsteuern (EBIT) erfasst. Aus der Umrechnung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie aus Derivaten zur Absicherung der jeweiligen Währungsrisiken erzielte Wechselkursgewinne und -verluste werden unter dem Finanzergebnis ausgewiesen.

b. Ausländische Geschäftsbetriebe

Zur Aufnahme in den Konzernabschluss werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (einschließlich Geschäftswert) von Tochtergesellschaften, die nicht den Euro als funktionale Währung verwenden, in den am Ende des Berichtszeitraums geltenden Kassakurs umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten werden in historische Kurse, Posten der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung zu jeder Berichtsperiode in den gewichteten Durchschnittskurs umgerechnet. Die sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als sonstiges Ergebnis erfasst und als kumuliertes sonstiges Ergebnis ausgewiesen. Die Auswirkung der unter dem Kapitalwert der Anteilseigner erfassten Währungsumrechnung wird rückwirkend als Gewinn oder Verlust erfasst, sobald die Konsolidierung der Tochtergesellschaft endet.

Posten der konsolidierten Kapitalflussrechnung werden zum gewichteten durchschnittlichen Wechselkurs der jeweiligen Periode umgerechnet. Das gilt jedoch nicht für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, deren Umrechnung zu dem am Ende des Berichtszeitraums geltenden Kassakurs erfolgt.

D. Schätzungen und Beurteilungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind Beurteilungen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf die Anwendung der Bilanzierungsgrundsätze des Konzerns, die ausgewiesenen Erträge und Aufwände im Jahresverlauf, die ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die Darlegung von Eventualforderungen und -verbindlichkeiten zum Datum des Konzernabschlusses auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Im Zuge der Anwendung der Bilanzierungsgrundsätze des Konzerns nimmt die Geschäftsführung neben den für Schätzungen erforderlichen Beurteilungen weitere Beurteilungen vor, die sich erheblich auf die im Geschäftsbericht erfassten Beträge auswirken können.

Beurteilungen, Schätzungen und Vorannahmen werden kontinuierlich bewertet und basieren auf historischen Erfahrungswerten und weiteren Faktoren wie erwartete künftige Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als vernünftig und angemessen gelten. Geänderte Schätzungen werden prospektiv erfasst.

Vor allem in den folgenden Bereichen finden sich wichtige, zu Bilanzierungszwecken vorgenommene Schätzungen und Vorannahmen:

Hinsichtlich der späteren Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwertes und immaterieller Vermögenswerte mit unbefristeter Laufzeit bei der Durchführung jährlicher Werthaltigkeitstests sind wesentliche Schätzungen erforderlich. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und des Nutzungswerts. Zu den zentralen Annahmen bei der Bestimmung des Nutzungswerts gehören die Wachstumsrate und die Abzinsungssätze als Vorsteuerzinssatz. Weitere wichtige Beurteilungen der Geschäftsführung sind bei der Erstellung von Prognosen künftiger Betriebsergebnisse erforderlich, die für die Bewertungsmethode "diskontierte Zahlungsströme" benötigt werden. Siehe hierzu auch Abschnitt C.3.a Wertminderung - Nicht-finanzielle Vermögenswerte und Abschnitt E.1 Immaterielle Anlagevermögen und Geschäftswert.

Nutzungsdauern und Restwerte immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen werden ausgehend von Erfahrungswerten geschätzt. Die Geschäftsführung überprüft die Schätzungen zu einzelnen oder Gruppen von Vermögenswerten mit ähnlichen Eigenschaften jedes Jahr auf Grundlage der Qualität von Wartungsprogrammen, geänderten Umweltanforderungen und technischen Entwicklungen. Ergeben sich dabei wesentliche Änderungen, werden die Werte entsprechend angepasst. Siehe hierzu auch Abschnitt C.1 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte, Abschnitt C.2 Sachanlagen, Abschnitt E.1 Immaterielle Anlagevermögen und Geschäftswert sowie Abschnitt E.2 Sachanlagen.

Im Rahmen der Wahrnehmung von Verlängerungs- und Beendigungsoptionen zu Leasingverhältnissen gilt ein Ermessensspielraum hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Wahrnehmung entsprechender Optionen. In gleicher Weise bewertet die All4Labels Gruppe auch mögliche wirtschaftliche Nachteile. Ist bei Verträgen mit beiderseitigem Beendigungsrecht aus wirtschaftlicher Perspektive eine Beendigung nicht mit erheblichen Nachteilen verbunden, wird die Laufzeit der Vereinbarung unter Berücksichtigung der in der jeweiligen Vereinbarung hinterlegten Kündigungsfrist und eines möglichen Übergangszeitraums ermittelt. Rechnet der Konzern mit erheblichen Nachteilen, fließt das in die Bewertung der Laufzeit der Vereinbarung ein und die Laufzeit wird verlängert, bis sich die Nachteile beseitigen ließen. Siehe hierzu auch Abschnitt C.8 Leasingverhältnisse und Abschnitt H Leasingverhältnisse.

Auch für die Erfassung von tatsächlichen und latenten Steuern sind Schätzungen erforderlich. Bei der Auslegung von Besteuerungsvorschriften bestehen Unsicherheiten. Differenzen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den Konzernannahmen oder den künftigen Änderungen an den Konzernannahmen können daher zu anderen steuerbaren Gewinnen in künftigen Perioden führen. Darüber hinaus sind zur Verwendung latenter Steuerpositionen künftige Steuerergebnisse erforderlich, sofern sich die latenten Steuerverbindlichkeiten der jeweiligen Steuereinheit nicht auf mindestens den gleichen Betrag belaufen. Siehe hierzu auch Abschnitt C.9 Ertragsteuer und Abschnitt E.8 Rückstellungen.

Die sonstigen Rückstellungen unterliegen einer starken Schätzungenauigkeit hinsichtlich der Summe der Verpflichtungen oder des Eintrittszeitpunkts. Hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Realisierung einer Verpflichtung oder künftiger Entwicklungen wie den zur Bewertung von Verpflichtungen benötigten Schätzwerten muss der Konzern gelegentlich Annahmen aus Erfahrungswerten treffen. Diese können besonders bei langfristigen Rückstellungen Schätzungenauigkeiten unterliegen. Siehe hierzu auch Abschnitt C.7 Rückstellungen und Abschnitt F.7 Ertragsteuern.

Die Verbindlichkeit aus der Put-Option aus dem Erwerb der Labelprint24 Gruppe (siehe hierzu auch Abschnitt B.3 Unternehmenszusammenschluss) wird gemäß IAS 32.BC12 als bereits eingetreten angesehen. Die Bewertung erfolgt nach den vertraglichen Regelungen und wird aufgrund der sofortigen Ausübbarkeit nach IFRS 13.47 nicht diskontiert.

Auf vergangenen Ereignissen basierende aktuelle Verbindlichkeiten werden nicht erfasst, wenn die Erfüllung der jeweiligen Verpflichtung unwahrscheinlich ist. Die Geschäftsführung prüft, ob die Erfüllung einer Verpflichtung tatsächlich unwahrscheinlich ist. Hierbei stützt sich die Geschäftsführung auf die Beurteilung von Anwälten oder Steuerberatern. Siehe hierzu auch Abschnitt I.2 Eventualverbindlichkeiten.

Ein Ermessensspielraum besteht hinsichtlich der Bestimmung der Zeit und Höhe der Erlöserfassung gemäß IFRS 15. Besteht bereits ein verbindlicher Veräußerungsvertrag, kann sich die Erlöserfassung auf einen Zeitraum gemäß dem voraussichtlichen Vervollständigungsgrad auch zusätzlich auf die Erlöserfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt beziehen. Siehe hierzu auch Abschnitt C.10 Erlöserfassung und Abschnitt F.1 Erlöse.

Die Bewertung eines erwarteten Ausfalls auf Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte umfasst die Beurteilung und Bewertung der Forderungen jeweils einzeln und gruppiert hinsichtlich der Bonität des jeweiligen Kunden, der geografischen Region, der Analyse von Friststrukturen und historischen Vorgaben sowie künftiger wirtschaftlicher Verhältnisse. Im Falle von Anpassungen bei Forderungsbilanzen beruht die Bestimmung von Kreditverlusten oder Änderungen an Transaktionspreisen auf den jeweiligen Fakten und Umständen. Siehe hierzu auch Abschnitt C.3.b Wertminderung - Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte und Abschnitt E.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen.

E. Angaben zur Konzernbilanz

1. Immaterielle Anlagevermögen und Geschäftswert

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.1 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte.

a. Aufgliederung der Vermögenswerte

Die nachfolgende Tabelle fasst die Entwicklung der immateriellen Anlagevermögen und des Geschäftswerts zusammen:

in TEUR Anhang Goodwill Kunden-
beziehungen
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 31. Dez. 2019 402.038 123.626
Zugänge zum Konsolidierungskreis B.3 54.777 42.458
Zugänge 0 0
Abgänge 0 0
Umbuchung 0 0
Währungsumrechnung 0 -4.062
Stand am 31. Dez. 2020 456.815 162.022
Zugänge zum Konsolidierungskreis B.3 21.706 14.797
Zugänge 0 0
Abgänge 0 0
Umbuchung 0 0
Währungsumrechnung 0 415
Stand am 31. Dez. 2021 478.521 177.234
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 31. Dez. 2019 0 -1.810
Abschreibungen 0 -12.238
Abgänge 0 0
Währungsumrechnung -4 126
Stand am 31. Dez. 2020 -4 -13.922
Abschreibungen 0 -15.201
Abgänge 0 0
Währungsumrechnung 4 -103
Stand am 31. Dez. 2021 0 -29.226
Buchwert
Stand am 31. Dez. 2020 456.811 148.100
Stand am 31. Dez. 2021 478.521 148.008
in TEUR Software, Patente und Lizenzen Selbstgeschaffene i
mmaterielle
Vermögenswerte
Summe
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 31. Dez. 2019 11.423 692 537.779
Zugänge zum Konsolidierungskreis 794 0 98.029
Zugänge 2.082 50 2.132
Abgänge -58 0 -58
Umbuchung 506 -506 0
Währungsumrechnung -85 0 -4.147
Stand am 31. Dez. 2020 14.662 236 633.735
Zugänge zum Konsolidierungskreis 2.554 0 39.057
Zugänge 3.808 526 4.334
Abgänge 0 0 0
Umbuchung 0 0 0
Währungsumrechnung 31 0 447
Stand am 31. Dez. 2021 21.055 762 677.573
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 31. Dez. 2019 -627 -35 -2.472
Abschreibungen -4.076 -82 -16.396
Abgänge 71 0 71
Währungsumrechnung 11 0 133
Stand am 31. Dez. 2020 -4.621 -117 -18.664
Abschreibungen -4.236 -111 -19.547
Abgänge 51 0 51
Währungsumrechnung -34 0 -133
Stand am 31. Dez. 2021 -8.839 -228 -38.293
Buchwert
Stand am 31. Dez. 2020 10.041 119 615.071
Stand am 31. Dez. 2021 12.216 534 639.280

Die Geschäftswerte ergeben sich aus den Unternehmenszusammenschlüssen der All4Labels Group, All4Labels Italy S.p.A., All4Labels Shop GmbH, All4Labels Russia OOO, Etichettificio Dany S.r.l. und der Labelprint24 Gruppe. Weitere Angaben hierzu siehe auch Abschnitt B.3 Unternehmenszusammenschluss.

Zum 31. Dezember 2021 bestanden die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte hauptsächlich aus Entwicklungskosten mit einem Buchwert von netto TEUR 534 (Vj.: TEUR 119) einschließlich von noch nicht fertiggestellten Vermögenswerten zum Wert von TEUR 157 (Vj.: TEUR 17), die noch nicht der Abschreibung unterlagen. Es wurden keine Fremdkapitalkosten als Kostenelement des immateriellen Anlagevermögens erfasst.

Abschreibungen des immateriellen Anlagevermögens beliefen sich auf insgesamt TEUR 19.547 (Vj.: TEUR 16.396) und betreffen vornehmlich die Abschreibungen auf die aktivierten Kundenbeziehungen, welche im Rahmen der Kaufpreisallokationen aufgedeckt wurden.

Zum 31. Dezember 2021 unterlag kein Teil des immateriellen Anlagevermögens einer Eigentumsbeschränkung.

Zum 31. Dezember 2021 hatte die All4Labels Gruppe keine offenen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellem Anlagevermögen aus bereits abgeschlossenen Verträgen.

b. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten und Impairment Testing

Zu den Geschäfts- oder Firmenwerten aus den Unternehmenszusammenschlüssen wurden zum Berichtsstichtag Werthaltigkeitstest durchgeführt, aus denen sich keine Hinweise auf eine Wertminderung ergeben. Alle Geschäftswerte wurden auf Ebene der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE bzw. CGU) einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den ZGEs des Konzerns ein Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

CGU
in Mio. EUR 31.12.2021 31.12.2020
All4Labels Group 403,4 403,4
All4Labels Italy S.p.A. 48,7 48,7
All4Labels Shop GmbH 4,7 4,7
Labelprint24 Gruppe 13,9 0,0
Etichettificio Dany S.r.l. 7,4 0,0
All4Labels Russia OOO 0,4 0,0
Geschäftswerte 478,5 456,8

All4Labels Group

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet, siehe Abschnitt G.2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

in Prozent 2021 2020
Abzinsungssatz 6,1 6,2
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate 6,7 4,6

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 22,7 % (Vj.: 23,2 %) und einem Marktzinssatz von 7,8 % (Vj.: 7,8 %) geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten vier Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation steigen werden.

Der geschätzte erzielbare Ertrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um annähernd Mio. EUR 205 (Vj.: Mio. EUR 294).

All4Labels Italy S.p.A.

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet, siehe Abschnitt G.2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

in Prozent 2021 2020
Abzinsungssatz 6,5 6,7
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate 4,9 6,3

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 22,7 % (Vj. 23,2 %) und einem Marktzinssatz von 7,5 % (Vj. 7,8 %) geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten vier Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation steigen werden.

Der geschätzte erzielbare Ertrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um annähernd Mio. EUR 45 (Vj. Mio. EUR 106).

All4Labels Shop GmbH

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet, siehe Abschnitt G.2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

in Prozent 2021 2020
Abzinsungssatz 5,5 6,2
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate 2,8 0,0

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 22,7 % (Vj.: 23,2 %) und einem Marktzinssatz von 7,8 % (Vj.: 7,8 %) geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten vier Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation steigen werden.

Der geschätzte erzielbare Ertrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um annähernd Mio. EUR 13 (Vj.: Mio. EUR 12).

Labelprint24 Gruppe

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet, siehe Abschnitt G.2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

in Prozent 2021
Abzinsungssatz 5,5
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate 3,3

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 22,7 % und einem Marktzinssatz von 7,8 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten vier Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation steigen werden.

Der geschätzte erzielbare Ertrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um annähernd Mio. EUR 29.

Etichettificio Dany S.r.l.

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet, siehe Abschnitt G.2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

in Prozent 2021
Abzinsungssatz 6,8
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate 5,9

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 22,7 % und einem Marktzinssatz von 7,8 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten vier Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation steigen werden.

Der geschätzte erzielbare Ertrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um annähernd Mio. EUR 4.

All4Labels Russia OOO

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet, siehe Abschnitt G.2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

in Prozent 2021
Abzinsungssatz 9,5
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate 9,2

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 22,7 % und einem Marktzinssatz von 7,8 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten vier Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation steigen werden.

Der geschätzte erzielbare Ertrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um annähernd Mio. EUR 1.

2. Sachanlagen

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.2 Sachanlagen.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Entwicklung der Grundstücke und Gebäude sowie der Maschinen zusammen:

in TEUR Anhang Grundstücke
und Gebäude
Maschinen Summe
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 31. Dez. 2019 62.494 112.829 175.323
Zugänge zum Konsolidierungskreis B.3 14.894 21.958 36.852
Zugänge 2.218 20.890 23.108
Abgänge -674 -1.876 -2.550
Währungsumrechnung -3.386 -6.855 -10.241
Stand am 31. Dez. 2020 75.546 146.946 222.492
Zugänge zum Konsolidierungskreis B.3 600 8.142 8.742
Zugänge 732 26.806 27.538
Abgänge -3.716 -3.929 -7.645
Währungsumrechnung -301 761 460
Stand am 31. Dez. 2021 72.861 178.726 251.587
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 31. Dez. 2019 -565 -3.679 -4.244
Zugänge zum Konsolidierungskreis B.3 -158 -681 -839
Abschreibungen -2.410 -24.389 -26.799
Abgänge -10 589 579
Währungsumrechnung 27 417 444
Stand am 31. Dez. 2020 -3.116 -27.743 -30.859
Zugänge zum Konsolidierungskreis B.3 -363 -307 -670
Abschreibungen -2.479 -27.902 -30.381
Abgänge 363 855 1.218
Währungsumrechnung -263 -707 -969
Stand am 31. Dez. 2021 -5.857 -55.804 -61.662
Buchwert 0
Stand am 31. Dez. 2020 72.430 119.203 191.633
Stand am 31. Dez. 2021 67.004 122.921 189.925

Für das Jahr 2021 wurden keine Wertminderungen erfasst.

Im Jahr 2021 wurden keine Fremdkapitalkosten als Kostenelement des Sachanlagevermögens erfasst.

Die Geschäftsführung hat keinen Bedarf einer Neubewertung gemäß Art, Wesen und Risiko des Eigentums festgestellt.

Sachanlagen unterliegen zum Bilanzierungsstichtag keinen wesentlichen Eigentumsbeschränkungen.

Einzelheiten zum Nutzungsrecht am Vermögenswert sind Abschnitt H Leasingverhältnisse zu entnehmen.

Der Betrag für vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen gemäß IAS 16.74 lit c) beträgt zum 31. Dezember 2021 Mio. EUR 8,9.

3. Nach der Equity-Methode bilanzierte Anteile

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt B.8.iv. Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen.

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Investitionskosten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31. Dez. 2021 31. Dez. 2020
Beteiligung an assoziierten Unternehmen 0 4.231
Beteiligungen 0 4.231

Die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, war bis zum 31. Juli 2021 ein assoziiertes Unternehmen. Im Rahmen einer Satzungsänderung zum 04. August 2021 erlangte die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, mittelbar über die All4Labels Solingen GmbH die Beherrschung gem. IFRS 3.43 ohne Übertragung einer Gegenleistung. Der Konzern verfügt weiterhin über 51 % der Anteile. Insoweit ist die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland, kein assoziiertes Unternehmen mehr, sondern eine Tochtergesellschaft, die ab dem 1. August 2021 im Rahmen der Erwerbsmethode vollkonsolidiert wird.

All4Labels Russia engagiert sich hauptsächlich in der Herstellung und dem Handel mit bedruckten Verpackungslösungen in Russland mit Hauptaugenmerk auf multinationale Kunden. Hier stellt All4Labels Russia drucksensible Etiketten, Shrink-Sleeves und andere Arten der Verpackung her. All4Labels Russia ist nicht börsennotiert.

Das Unternehmen wurde im Vorjahr als assoziiertes Unternehmen bilanziert und wird nunmehr vollkonsolidiert. Siehe Abschnitt B.3 Unternehmenszusammenschluss.

Im Geschäftsjahr 2021 bestanden keine speziellen Vereinbarungen mit den anderen Gesellschaftern oder den eigentlichen Unternehmen.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Finanzangaben des bis zum 31. Juli 2021 nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmens gemäß ihren eigenen Jahresabschlüssen, nach Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts zum Zeitpunkt des Erwerbs und die Überleitung von lokalem Bilanzierungsgrundsätzen zu den IFRS Bilanzierungsgrundsätzen zusammen. Sie legt auch die summarischen Finanzangaben über den Buchwert der Konzernbeteiligung dar:

in TEUR All4Labels Russia OOO, St. Petersburg, Russland
31.07.2021 31.12.2020
Beteiligungsquote 51 % 51 %
Langfriste Vermögenswerte 4.026 3.666
Kurzfristige Vermögenswerte 4.353 3.841
Langfriste Schulden 241 377
Kurzfristige Schulden 1.495 1.258
Nettovermögen (100 %) 6.644 5.873
Anteile am Nettovermögen 3.388 2.995
Geschäftswert 963 963
Kapitaleinlage 1.005 144
Währungsumrechnungsdifferenzen 11 129
Buchwert der gehaltenen Beteiligung 5.367 4.231
01.01.2021 - 31.07.2021 2020
in TEUR
Umsatzerlöse 5.695 8.341
Herstellungskosten der Umsatzerlöse -4.472 -6.822
Aufwendungen und Erträge -386 -725
Abschreibung -326 -426
Finanzergebnis -2 -13
Taxes -86 -115
Ergebnis (100 %) 423 239
Anteile am Ergebnis 216 122

4. Vorräte

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.5 Vorräte.

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 37.031 27.599
Fertige Erzeugnisse 36.427 41.854
Unfertige Erzeugnisse 4.114 3.897
Obsoleszenz -778 -942
Vorräte 76.794 72.408

Für 2021 wurden Materialaufwendungen in Höhe von TEUR 268.241 (Vj.: TEUR 237.407) unter den "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" ausgewiesen.

Aufgrund von Wertberichtigungen wurden die Bestände um TEUR 778 (Vj.: TEUR 942) reduziert. Die Wertberichtigung wurde als Aufwand im Jahr 2021 erfasst. Wertberichtigungen werden unter den "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" ausgewiesen.

5. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.3.b Wertminderung - Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 70.170 64.831
Vorauszahlungen an Lieferanten 1.243 476
Forderungen aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 377
Sonstige langfristige Vermögenswerte 252 32
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 30.891 39.415
Erstattungsansprüche aus Ertragssteuern 4.807 10.475
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 107.363 115.606

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Unternehmenszusammenschluss GPS (Forderungen Treuhänder) 13.197 19.796
ABS Forderungen 5.178 6.644
Umsatzsteuerforderung 2.916 4.955
Vorauszahlungen 2.713 3.169
Lieferanten-Boni 2.652 1.672
Abgegrenzte Erträge 1.155 788
Kredite an Mitarbeiter 168 164
Kautionen 411 140
Sonstige Vermögenswerte 2.501 2.087
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 30.891 39.415

Die Kredit- und Marktrisiken des Konzerns sowie die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in Abschnitt G.4 des Anhangs erörtert.

6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Am 31. Dezember 2021 beliefen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns auf TEUR 31.387 (Vj.: TEUR 41.606). Sie setzten sich aus dem Kassenbestand, Schecks und Bankguthaben zusammen und unterlagen keinerlei Einschränkungen.

Zum 31. Dezember 2021 waren alle wesentlichen Bankkonten an Drittdarlehensgeber verpfändet.

7. Eigenkapital

Siehe Eigenkapitalveränderungsrechnung zur Darstellung der Eigenkapitalentwicklung.

Am 31. Dezember 2021 umfasste das gezeichnete Kapital 25.000 Geschäftsanteile im Wert vom TEUR 25 im Besitz der Triton V LuxCo 10 S.à r.l., Luxemburg. Das Stammkapital war zum Bilanzstichtag vollständig eingezahlt.

Die Kapitalrücklage beträgt TEUR 309.502 (Vj.: TEUR 305.237) und betrifft ausschließlich Einlagen aus Kapitalerhöhungen; wir verweisen auf Abschnitt I.3.c des Anhangs.

Die Anderen Rücklagen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rücklage für Währungsumrechnung -9.640 -10.961
Übrige -254 -2.587
Andere Rücklagen -9.894 -13.548

Zur Rücklage für Währungsumrechnung gehören alle Fremdwährungsunterschiede aus der in Fremdwährungen geführten Geschäftsberichte sowie der Effektivanteil von Fremdwährungsunterschieden aus der Absicherung von Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.

Die übrigen Rücklagen umfassen im Wesentlichen Rücklagen aus den Minderheitenerwerben an der Ritter Haftetiketten GmbH, Enger, Deutschland, der All4Labels Smart + Secure GmbH, Witzhave, Deutschland und der All4Labels South Africa (Pty.), Muizenberg, Südafrika sowie die Veränderungen aus der Inflationsbereinigung nach IAS 29 für die All4Labels Argentina S.A., Pablo Podesta, Argentinien.

Gewinnausschüttung

Die All4Labels HoldCo GmbH in Witzhave hat im letzten Geschäftsjahr keine Gewinnausschüttungen vorgenommen. Auch für das aktuelle Geschäftsjahr ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Ausschüttung vorgesehen.

Kapitalmanagement

Zur Bewahrung des Vertrauens von Investoren, Kreditoren und des Markts und zur Stützung der künftigen Geschäftsentwicklung möchte die All4Labels Gruppe generell eine starke Kapitaldecke über den gesamten Wirtschaftszyklus beibehalten. Die Kapitalstruktur ist ein Pfeiler zur Erreichung des Konzernziels, den Gesellschaftern und Partnern attraktive Finanzerträge zu ermöglichen.

Der Konzern überwacht und steuert die laufende Geschäftstätigkeit mit Hilfe von finanziellen Leistungsindikatoren, die vornehmlich die Umsatzerlöse und das bereinigte EBITDA betreffen. Darüber hinaus überwacht die Geschäftsführung mit Hilfe des Cash Conversion Cycle (CCC) aktiv die Kapitalbindungsdauer im Konzern.

Geschäftsführung und Gesellschafter streben einen Ausgleich zwischen den möglichen höheren Erträgen, einer höheren Kreditaufnahme und der Sicherheit durch eine gesunde Kapitalstruktur an.

8. Rückstellungen

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.7 Rückstellungen.

Die All4Labels Gruppe verfügt zum 31. Dezember 2021 vornehmlich über kurzfristige Rückstellungen, die sich wie folgt zusammensetzen:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Unternehmenszusammenschluss GPS (Verb. Gesellschafter) 13.197 19.796
Personalrückstellungen - Urlaub, Bonus und Abfindungen 9.807 16.182
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 1.404 982
Rückstellungen für Kundenboni 1.298 535
Sonstige 3.828 5.598
Sonstige Rückstellungen 29.534 43.093

Die Rückstellungen für die Gesellschafter der Italy S.p.A. (vormals: GPS Rotomet S.r.l.) betreffen einen Teil des Kaufpreises, der erst nach dem Eintritt bestimmter Kriterien zur Zahlung im Geschäftsjahr 2022 fällig wird.

Die Personalrückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Bonusrückstellungen (TEUR 3.471), Rückstellungen für Urlaub und Überstunden (TEUR 2.614) sowie aus Abfindungen (TEUR 770). Die Abfindungsrückstellung im Vorjahr (TEUR 6.593) umfassen insbesondere die Kosten im Zusammenhang mit den Werksverlagerungen, die nahezu vollständig im Berichtsjahr gezahlt wurden.

Die Rückstellungen für Kundenboni betreffen an Kunden zu zahlenden Boni für das Berichtsjahr, die im Folgejahr fällig werden.

9. Pensionsverpflichtungen

Die in der Bilanz erfassten Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 755 (Vj.: TEUR 3.120) stellen Verpflichtungen im Sinne von beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plans) dar. Die Verpflichtungen für Beiträge zu beitragsorientierten Plänen werden als Aufwand erfasst, sobald die damit verbundene Arbeitsleistung erbracht wird.

10. Finanzielle Verbindlichkeiten

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.4 Finanzinstrumente.

Zum 31. Dezember 2021 umfassten die Konzernschulden im Wesentlichen drei langfristige Darlehen, zwei Darlehen mit einem Nominalbetrag in Höhe von Mio. EUR 400 und ein Bond mit einem Nominalbetrag in Höhe von Mio. EUR 80. Darüber hinaus hält die All4Labels Gruppe eine revolvierende Rahmenkreditlinie mit einem Nominalbetrag in Höhe von Mio. EUR 75 (Konsortialdarlehen). Die Rahmenkreditlinie wurde bis zum Ende des Berichtszeitraums in Höhe von Mio. EUR 48,3 (Vj.: Mio. EUR 29,2) gezogen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Rahmenkreditlinie auf Mio. EUR 75 aufgestockt. Die langfristigen Darlehen haben eine Laufzeit bis zum 9. November 2026 und die Rahmenkreditlinie bis zum 7. Mai 2026.

Die Konsortialdarlehen sind durch Geschäftsanteile sowie die wesentlichen Bankkonten der Gruppe besichert. Die Verzinsung ist variabel und basiert auf einem kurzfristigen Referenzzinssatz plus einer Margin. Die Margin ist abhängig vom Verschuldungsgrad. Der Verschuldungsgrad ergibt sich aus der Quote der konsolidierten Netto-Verschuldung im Verhältnis zum konsolidierten bereinigten EBITDA wie im Darlehensvertrag definiert.

Die Darlehensverträge enthalten unter anderem auch Verpflichtungen zur ordnungsgemäßen Führung der Geschäfte, Berichtspflichten, Einschränkungen bezüglich der Verschuldung und Verwendung liquider Mittel sowie finanzielle Covenants. Die finanziellen Covenants haben zum Ziel, eine Mindestliquidität sicherzustellen. Bei Unterschreiten einer bestimmten Liquiditätsgrenze in Abhängigkeit der Ausnutzung der Rahmenkreditlinie wird der Verschuldungsgrad für den Rahmenkredit gemessen. Dieser darf einen vorbestimmten Grad nicht überschreiten ansonsten müssen fristgerecht Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung eingeleitet werden. Bei Nichteinhaltung von Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag kann dieser durch die Kreditgeber gekündigt werden. Die Gesellschaft überwacht im Rahmen ihrer Treasury Prozesse die Einhaltung der Bedingungen des Darlehensvertrages.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Abschnitt G Finanzinstrumente.

11. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitte C.4.c und C.4.d des Anhangs.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 80.393 (Vj.: TEUR 62.457) bestehen im Wesentlichen zu Lieferanten von Materialien, Dienstleistungen und Investitionsgütern.

Zum Berichtsstichtag gliedern sich die sonstigen Verbindlichkeiten wie folgt:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 5.724 3.504
Personalverbindlichkeiten 3.772 3.838
Steuerverbindlichkeiten 2.983 3.367
Verbindlichkeiten aus dem ABS Programm 1.102 720
Sonstige 1.109 3.277
Sonstige Verbindlichkeiten 14.690 14.706

12. Latente Steuern

Siehe Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.9 Ertragsteuern.

Zum Stichtag werden in der Bilanz aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.859 (Vj.: TEUR 245) sowie passive latente Steuern in Höhe von TEUR 48.158 (Vj.: TEUR 52.936) ausgewiesen.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den folgenden Bilanzposten und steuerlichen Verlustvorträgen bzw. Steuergutschriften:

2021 2020
in TEUR Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte 9.167 51.307 1.920 45.812
Sachanlagen 5.947 18.554 1.143 16.204
Vorräte 141 256 479 404
Finanzanlagen/At Equity Beteiligungen 828 226 0 132
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 84 242 293 1
Passiva
Finanzverbindlichkeiten 897 5.829 53 4.850
Sonstige Verbindlichkeiten 219 133 190 -852
Rückstellungen 490 39 1.656 34
Zwischensumme 17.773 76.586 5.734 66.585
Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften 13.513 0 8.253 93
Summe latente Steuern - unsaldiert 31.286 76.586 13.987 66.678
Saldierung -28.427 -28.427 -13.742 -13.742
Nettobetrag latente Steuern 2.859 48.159 245 52.936

Aktive latente Steuern werden mit passiven latenten Steuern saldiert, wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und ein Anspruch auf Verrechnung eines tatsächlichen Steuererstattungsanspruchs mit einer tatsächlichen Steuerschuld besteht. Beim Ausweis der aktiven und passiven latenten Steuern in der Konzernbilanz wird nicht zwischen kurz- und langfristig unterschieden.

Auf inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 1.928, auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 1.744 und auf Zinsvorträge in Höhe von TEUR 64.162 wurden keine latenten Steuern angesetzt, da deren Nutzung derzeit nicht wahrscheinlich ist. Diese Verlust- und Zinsvorträge unterliegen keiner zeitlichen Nutzungsbeschränkung.

Weiterhin wurden im Ausland für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 4.177 keine latenten Steuern gebildet. Von diesen Verlustvorträgen sind TEUR 3.303 zeitlich unbegrenzt nutzbar, TEUR 854 verfallen innerhalb der nächsten fünf Jahre und TEUR 20 innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Differenzen auf Anteile an Tochterunternehmen führen nicht zum Ansatz passiver latenter Steuern, da der Konzern die Dividendenpolitik der Tochterunternehmen bestimmt und gegen Dividendenzahlungen bei Gemeinschaftsunternehmen ein Veto einlegen kann. Der Konzern kann also die Auflösung der temporären Differenzen steuern. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass es auf absehbare Zeit keine Auflösungen geben wird.

Vor diesem Hintergrund wurden im aktuellen Geschäftsjahr auf temporäre Unterschiede in Höhe von Mio. EUR 1,3 (Vj.: 0 ) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften keine latenten Steuerschulden angesetzt.

In der All4Labels Gruppe sind mehrere Jahre noch nicht endgültig steuerlich veranlagt. Das Management ist der Auffassung, ausreichend Vorsorge für diese offenen Veranlagungsjahre getroffen zu haben. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Steuerzahlungen kommen kann, welche die im Abschluss gebildete Vorsorge übersteigen. Aufgrund von zukünftiger Rechtsprechung oder Änderung der Auffassungen der Finanzverwaltungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Steuererstattungen für vergangene Jahre kommen kann.

Der Saldo von aktiven und passiven latenten Steuern hat sich im Berichtsjahr wie folgt verändert:

in TEUR 2021 2020
Stand zum 01. Januar -52.692 -49.064
Währungskursänderungen 2 2.261
Änderung des Konsolidierungskreises -3.547 -16.387
davon Änderung aus PPA -2.579 -12.511
Ertrag (+) / Aufwand (-) in der Gewinn- und Verlustrechnung 10.937 10.498
Stand zum 31. Dezember -45.300 -52.692

F. Angaben zur Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.10 Erlöserfassung.

a. Aufschlüsselung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen

Der Konzern generiert seine Umsatzerlöse im Wesentlichen durch den Verkauf von Etiketten an seine Kunden. Weitere Erlösquellen bestehen aus Einnahmen aus Services, Platten und Sonstige.

Die Umsatzerlöse aus Kundenverträgen teilen sich nach den relevanten Produktgruppen wie folgt auf:

in TEUR 2021 2020
Labels 505.889 445.841
Service, Platten & Sonstige 22.119 21.687
Umsatzerlöse nach Produktgruppe 528.008 467.528

b. Aufschlüsselung der Umsatzerlöse nach geographischen Märkten

Die nachfolgende Tabelle schlüsselt die Umsatzerlöse aus Kundenverträgen nach den wichtigsten Marktregionen auf:

in TEUR 2021 2020
Europa 455.671 397.632
Amerika 56.497 53.251
Rest of World 15.840 16.645
Umsatzerlöse nach geographischen Märkten 528.008 467.528

c. Vertragsvermögenswerte

Nur einige Verträge mit bestimmten Kunden enthalten mehr als eine Leistungsverpflichtung. Hier sind neben der Lieferung von Produkten auch Pflichtdienstleistungen vereinbart. Letztere werden auf Basis der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden regelmäßig (mindestens monatlich) in Rechnung gestellt. Daher entstehen weder Vertragsguthaben noch -verbindlichkeiten.

Zum 31. Dezember 2021 liegen keine verbliebenen berichtspflichtigen Leistungsverpflichtungen vor.

2. Aufwendungen nach Aufwandsart

Die Aufwendungen verteilen sich nach den folgenden Aufwandsarten auf:

in TEUR 2021 2020
Rohstoffe, Verbrauchsmaterialien, Waren und Bestandsveränderung -268.241 -237.186
Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer -127.322 -123.867
Abschreibung und Amortisierung -62.005 -54.539
Frachten und Verpackungen -19.884 -15.805
Beratungsgebühren -18.185 -16.503
Wartungs-, Reparatur-, Werkzeug und Entsorgungskosten -15.419 -11.620
Energiekosten -9.422 -9.267
IT und Telekommunikationskosten -5.795 -3.232
Marketing-, Werbe-, Reise- und Vertriebskosten -4.010 -2.999
Sonstige Kosten -15.024 -18.549
Gesamte Umsatz-, Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungs- und Verwaltungskosten -545.307 -493.567

3. Sonstige Erträge

in TEUR 2021 2020
Erträge aus Subventionen 2.499 1.587
Erträge aus Versicherungsfällen 2.446 4.670
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2.392 197
Verkauf nicht bilanzierte Maschinen 2.374 0
Erträge aus der Auflösung von Verbindlichkeiten 1.790 265
Erträge aus Lieferantenboni 1.321 1.015
Erträge aus Transfers an Arbeitnehmer 662 266
Erträge aus Steuerrückzahlungen 574 2.532
Sonstiges 716 1.694
Sonstige Erträge 14.774 12.226

4. Sonstige Aufwendungen

in TEUR 2021 2020
Übrige Steueraufwendungen -232 -439
Übrige -755 -789
Sonstige Aufwendungen -987 -1.228

5. Personalausgaben und Personalbestand

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.11 Leistungen an Arbeitnehmer.

Die nachfolgenden Personalgesamtausgaben werden in der Ergebnisrechnung vom 31. Dezember 2021 unter den Funktionskosten geführt:

in TEUR 2021 2020
Löhne und Gehälter -104.068 -103.329
Soziale Abgaben und Pensionsaufwendungen -23.254 -20.538
Davon aus Altersversorgung -197 -116
Total -127.322 -123.867

Differenzierung nach Funktionen:

in TEUR 2021 2020
Herstellungskosten vom Umsatz: -101.346 -102.792
Löhne und Gehälter -82.798 -85.822
Sozialversicherungsbeiträge -18.548 -16.970
Vertrieb und Marketing: -13.134 -10.886
Gehälter -10.278 -8.729
Sozialversicherungsbeiträge -2.856 -2.157
Allgemeine Verwaltung: -12.842 -10.189
Gehälter -10.992 -8.778
Sozialversicherungsbeiträge -1.850 -1.411
Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer -127.322 -123.867

Die Gesamt- und durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten nach Region verteilt sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt:

Durchschnitt 2021 Durchschnitt 2020
Europa 2.265 2.182
Süd- und Mittelamerika 641 628
Übrige Regionen 135 117
Mitarbeiter 3.041 2.927

6. Nettofinanzierungskosten

in TEUR 2021 2020
Zinserträge 933 1.027
Finanzielle Erträge 933 1.027
Zinsaufwendungen vorrangige Finanzschulden -26.395 -23.559
Zinsaufwendungen Gesellschafterdarlehen -7.721 -6.887
Zinsaufwendungen sonstige Darlehen -2.113 -1.625
Zinsaufwendungen Leasing -1.353 -1.334
Factoring Kosten -1.239 -1.035
Währungskursverluste -456 -8.682
Sonstige Finanzierungskosten -3.891 -3.314
Finanzielle Aufwendungen -43.168 -46.436

7. Ertragsteuern

Siehe die Bilanzierungsgrundsätze in Abschnitt C.9 Ertragsteuern.

Bei im Inland ansässigen Kapitalgesellschaften fallen Körperschaftsteuer in Höhe von 15 % sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer an. Zusätzlich unterliegen diese Gesellschaften sowie inländische Personengesellschaften der Gewerbeertragsteuer, deren Höhe sich entsprechend den gemeindespezifischen Hebesätzen unterscheiden. Im Konzern belaufen sich diese auf Werte zwischen 10,85 % (Vj: 11,20 %) und 15,825 % (Vj: 16,625 %). Die kombinierten Ertragsteuersätze für inländische Gesellschaften liegen damit zwischen 26,325 % (Vj: 27,025 %) und 29,825 % (Vj: 32,45 %).

Weiterhin werden für im Ausland ansässige Tochtergesellschaften vergleichbare tatsächliche ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Die Steuersätze im Konzern lagen im Jahr 2021 zwischen 13,51 % (Vj: 7,83 %) und 34 % (Vj: 34 %).

Die Änderung der angewendeten Ertragsteuersätze gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen zurück zuführen auf die Änderung der gewerbesteuerlichen Zerlegung innerhalb der inländischen Organschaft.

Der gesamte Steueraufwand des Berichtsjahres teilt sich wie folgt auf:

in TEUR 2021 2020
Tatsächlicher Steueraufwand / -ertrag 2.138 1.955
Laufendes Jahr 2.796 745
Anpassung für Vorjahre -659 1.210
Latenter Steueraufwand / -ertrag -10.937 -10.498
Latente Steuern aus zeitlichen Unterschieden -6.103 -8.378
Latente Steuern aus Verlustvorträgen -4.834 -2.120
Steueraufwand / -ertrag -8.800 -8.543

Bei der folgenden Überleitungsrechnung werden die einzelnen gesellschaftsbezogenen und mit dem jeweiligen länderspezifischen Steuersatz erstellten Überleitungsrechnungen unter Berücksichtigung von Konsolidierungsmaßnahmen zusammengefasst. Dabei basiert der erwartete Steueraufwand auf dem Nominalsteuersatz der All4Labels HoldCo GmbH:

in TEUR 2021 2020
Konzernjahresergebnis vor Ertragsteuern -47.262 -50.228
Erwarteter (Konzern-) Steuersatz in % 27,025 27,025
Erwarteter Steuerertrag -12.773 -13.574
Unterschiede aus abweichenden Steuersätzen -415 -1.389
Effekte aus Steuersatzänderungen 9 -159
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge -1.055 -6.709
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen 5.524 12.617
Veränderung permanenter Steuereffekte aus bilanziellen Sachverhalten -719 398
Effekt aus gewerbesteuerlichen Korrekturen 3.534 186
Laufender und latenter Steueraufwand / -ertrag für Vorjahre -4.979 -480
Veränderung der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern 1.933 503
Steuereffekte aus At-Equity-Bilanzierungen assoziierter Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 0 -2
Sonstige Steuereffekte 141 66
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -8.800 -8.543

G. Finanzinstrumente - Beizulegende Zeitwerte und Risikomanagement

1. Bilanzierungsklassifizierungen und beizulegende Zeitwerte

Die nachstehenden Tabellen enthalten die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wobei langfristige und kurzfristige Posten zusammen dargestellt werden. Darüber hinaus werden die zugehörigen Bewertungskategorien gemäß IFRS 9, Finanzinstrumente, und die zur Berechnung des beizulegenden Zeitwertes maßgeblichen Stufen der Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13, Bemessung des beizulegenden Zeitwertes, ausgewiesen. Wir setzen im gewöhnlichen Geschäftsverlauf verschiedene Arten von Finanzinstrumenten ein, die entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten (AmC) oder zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Gesamtergebnis (FVtOCI) oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVtPL) bewertet eingestuft werden. Diejenigen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden bzw. für die der beizulegende Zeitwert ausgewiesen werden muss, haben wir in Abhängigkeit von den zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendeten Inputwerten und von deren Bedeutung für die Bewertungstechniken einer dreistufigen Bewertungshierarchie zugeordnet.

Finanzielle Vermögenswerte zum 31. Dezember 2021:

Buchwerte
Stand zum 31. Dez. 2021
in TEUR Obligatorisch zu FVtPL FVtOCI AmC Fair Value Stufe der Fair-Value-Hierarchie
Finanzielle Vermögenswerte zum Marktwert bewertet
Anteile und andere Investitionen 1.127 1.127 3
Forderungen ABS-Factoring-Programm 5.178 5.178 2
Zwischensumme 6.305 0 0 6.305
Finanzielle Vermögenswerte nicht zum Marktwert bewertet
Langfristige Vermögenswerte 590 590
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 71.413 71.413
Sonstige finanzielle Forderungen 53 53
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31.387 31.387
Zwischensumme 0 0 103.443 103.443
Finanzielle Vermögenswerte 6.305 0 103.443 109.748

Finanzielle Vermögenswerte zum 31. Dezember 2020:

Buchwerte
Stand zum 31. Dez. 2020
in TEUR Obligatorisch zu FVtPL FVtOCI AmC Fair Value Stufe der Fair-Value-Hierarchie
Finanzielle Vermögenswerte zum Marktwert bewertet
Anteile und andere Investitionen 1.122 1.122 3
Forderungen ABS-Factoring-Programm 6.644 6.644 2
Zwischensumme 7.766 0 0 7.766
Finanzielle Vermögenswerte nicht zum Marktwert bewertet
Langfristige Vermögenswerte 602 602
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 65.308 65.308
Forderungen aus At-Equity-Beteiligungen 377 377
Sonstige finanzielle Forderungen 87 87
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 41.606 41.606
Zwischensumme 0 0 107.981 107.981
Finanzielle Vermögenswerte 7.766 0 107.981 115.747

Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021:

Buchwerte
Stand zum 31. Dez. 2021
in TEUR Obligatorisch zu FVtPL FVtOCI AmC Fair Value Stufe der Fair-Value- Hierarchie
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Marktwert bewertet
Verbindlichkeiten aus ABS-Factoring-Programm 5.178 5.178 2
Zwischensumme 5.178 0 0 5.178
Finanzielle Verbindlichkeiten nicht zum Marktwert bewertet
Konsortialdarlehen 389.745 389.745
Rahmenkreditlinie 46.783 46.783
Verbindlichkeiten gegenüber Banken 11.498 11.498
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 132.615 132.615
Verbindlichkeiten aus Anleihen 82.782 82.782
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 80.393 80.393
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 465 465
Leasing-Verbindlichkeiten 53.736 53.736
Zwischensumme 0 0 798.017 798.017
Finanzverbindlichkeiten 5.178 0 798.017 803.195

Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020:

Buchwerte
Stand zum 31. Dez. 2020
in TEUR Obligatorisch zu FVtPL FVtOCI AmC Fair Value Stufe der Fair-Value-Hierarchie
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Marktwert bewertet
Verbindlichkeiten aus ABS-Factoring-Programm 6.644 6.644 2
Zwischensumme 6.644 0 0 6.644
Finanzielle Verbindlichkeiten nicht zum Marktwert bewertet
Konsortialdarlehen 388.619 388.619
Rahmenkreditlinie 29.240 29.240
Verbindlichkeiten gegenüber Banken 10.463 10.463
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 123.129 123.129
Verbindlichkeiten aus Anleihen 82.076 82.076
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 62.457 62.457
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 323 323
Leasing-Verbindlichkeiten 38.037 38.037
Zwischensumme 0 0 734.344 734.344
Finanzverbindlichkeiten 6.644 0 734.344 740.988

2. Bemessung der beizulegenden Zeitwerte

Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die entweder zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden oder für die der beizulegende Zeitwert im Anhang zum Konzernabschluss angegeben wird, wurden mithilfe der folgenden Bewertungsmethoden und Inputwerte ermittelt:

Stufe 1: Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente in Stufe 1 der Fair-Value-Hierarchie wird mit quotierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Instrumente berechnet.

Stufe 2: Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente in Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie wird anhand von Preisen auf dem aktiven Markt für ein ähnliches Instrument oder mit einer Messmethode bestimmt, bei der alle wichtigen Inputfaktoren auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird als Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows ermittelt. Schätzungen zu zukünftigen variabel verzinslichen Cashflows basieren auf quotierten Swap-Sätzen, Futures-Preisen und Interbanken-Kreditzinsen. Die geschätzten Cashflows werden unter Anwendung einer Zinsertragskurve diskontiert, die aus vergleichbaren Quellen zusammengestellt wird und die den relevanten Benchmark-Interbankensatz widerspiegelt, der von Marktteilnehmern zu diesem Zweck bei der Preisfestsetzung für Zinsswaps verwendet wird. Die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts unterliegt einer Kreditrisikoanpassung, die das Kreditrisiko des Konzerns und der Gegenpartei abbildet; Grundlage hierfür bilden die von aktuellen Kreditausfall-Swaps oder Anleihepreisen abgeleiteten Credit Spreads. Der beizulegende Zeitwert der Finanzverbindlichkeit ist der Barwert der erwarteten Barmittelzu- oder -abflüsse, diskontiert unter Anwendung risikobereinigter Diskontsätze, die der Laufzeit des zu bewertenden Postens entsprechen und am Ende des Berichtszeitraums wirksam sind.

Stufe 3: Bewertungsverfahren, bei dem die wesentlichen Inputfaktoren nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und die liquiden Mittel haben im Allgemeinen kurze Restlaufzeiten. Infolgedessen entsprechen die Buchwerte zum Ende des Berichtszeitraums im Allgemeinen annäherungsweise ihren beizulegenden Zeitwerten und sind in der Fair-Value-Hierarchie in der Tabelle nicht angegeben. Die beizulegenden Zeitwerte der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten und der Leasingverbindlichkeiten wurden durch Abzinsung aller zukünftigen Cashflows mit den anwendbaren Zinssätzen für die entsprechenden Restlaufzeiten unter Berücksichtigung eines unternehmensspezifischen Credit Spread ermittelt, sofern ihre Buchwerte zum Berichtsdatum nicht annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Die All4Labels Gruppe erfasst mögliche Neuklassifizierungen zwischen den verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie am Ende des Berichtszeitraums. Im Geschäftsjahr 2021 hat es keine Übertragungen zwischen den verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie gegeben.

3. Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten

In der Konzerngewinn- und Verlustrechnung wurden die folgenden Aufwendungen und Erträge aus Finanzinstrumenten erfasst:

Ergebnis aus Zinsen
in TEUR Dez 21 Dez 20
Finanzielle Vermögenswerte 932 1.027
Finanzielle Verbindlichkeiten -37.582 -33.106
Total -36.650 -32.079
Sonstiges Ergebnis Summe
in TEUR Dez 21 Dez 20 Dez 21 Dez 20
Finanzielle Vermögenswerte 0 0 932 1.027
Finanzielle Verbindlichkeiten -5.585 -13.330 -43.168 -46.436
Total -5.585 -13.330 -42.236 -45.409

Die Zinsaufwendungen und Erträge aus Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis (Anmerkung F.6 Nettofinanzierungskosten) ausgewiesen. Der Nettofinanzverlust aus den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 34.116 (Vj.: TEUR 30.446) bezieht sich in erster Linie auf die Konsortialdarlehen und Gesellschafterdarlehen.

4. Finanzrisikomanagement

Der Konzern unterliegt folgenden Risiken aus der Nutzung von Finanzinstrumenten:

Kreditrisiko (siehe (4)(b)),

Liquiditätsrisiko (siehe (4)(c)) und

Marktrisiko (siehe (4)(d)).

a. Risikomanagementrichtlinien

Die All4Labels Gruppe ist verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt, wie bspw. Marktrisiken (d. h. Fremdwährungsrisiko und Zinssatzrisiko), dem Kreditrisiko und Liquiditätsrisiko.

Die Risikomanagementrichtlinien der All4Labels Gruppe dienen der Identifizierung und Analyse der Risiken, denen der Konzern unterliegt, der Festlegung angemessener Grenzen und Kontrollmechanismen sowie der Überwachung der Einhaltung dieser Grenzen. Sie steuert die Risiken über ihre Finanzorganisation auf konzernweiter Basis. Die Risikomanagementrichtlinien und Systeme werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und der Geschäftstätigkeiten des Konzerns widerzuspiegeln. Dabei strebt der Konzern durch seine Ausbildungs- und Führungsstandards und Verfahren ein diszipliniertes und konstruktives Kontrollumfeld an, in dem alle Mitarbeiter ihre Aufgaben und Pflichten verstehen.

Der Konzern erwirbt derivative Finanzinstrumente nur zur Risikominderung und nicht für spekulative Zwecke, d. h. er schließt ohne ein entsprechendes Grundgeschäft keine Derivate ab.

b. Kreditrisiko

Zu den Kreditrisiken aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Vertragsforderungen oder anderen finanziellen Vermögenswerten gehört das Risiko, dass Forderungen entweder verspätet oder gar nicht eingehen, wenn ein Kunde oder ein anderer Vertragspartner seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt. Die Summe der positiven Buchwerte ist gleich dem maximalen Ausfallrisiko der All4Labels Gruppe aus finanziellen Vermögenswerten. Das Ausfallrisiko ist in erster Linie durch die Bonität der Kunden und des Sektors beeinflusst und wird daher durch zentrale und lokale Kreditmanager analysiert und überwacht. Zu den Verantwortlichkeiten der Kreditmanagementfunktion gehört auch das gebündelte Forderungsrisikomanagement. Die Bonität und die Zahlungshistorie der Vertragspartner werden regelmäßig analysiert. Zusätzlich nutzt der Konzern ein ABS-Factoring-Programm, um das Kreditrisiko zu reduzieren, siehe Hinweise unter C.4.b.

Das Kreditrisiko für nicht-derivative finanzielle Forderungen wird auch dadurch begrenzt, dass Vereinbarungen nur mit Partnern mit nachgewiesener Bonität abgeschlossen werden oder Sicherheiten gestellt werden oder eine Warenkreditversicherung vereinbart wird. Mit Stand vom 31. Dezember 2021 hielt das Unternehmen keine Sicherheiten. Dementsprechend existieren keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder vertragliche Vermögenswerte, für die aufgrund von gehaltenen Sicherheiten keine Wertminderung erfasst wurde.

Allerdings lässt sich das Ausfallrisiko nicht mit absoluter Gewissheit ausschließen, und jedem Restrisiko wird durch die Erfassung von erwarteten Kreditverlusten für identifizierte Einzelrisiken und auf der Grundlage von Erfahrungen unter Berücksichtigung aller relevanten zukünftigen Komponenten begegnet. Finanzielle Vermögenswerte, die weder überfällig noch im Wert gemindert sind, haben dementsprechend ein erstklassiges Bonitätsrating. Die Ausfallrisiken werden auf der Grundlage unternehmensweit anwendbarer Standards bestimmt. Die Verfahren zur Berechnung der Wertminderungen sind im Abschnitt "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze" beschrieben (siehe Anmerkung C.3 Wertminderung).

Ist die Bonität einer Forderung wertgemindert, werden entsprechende Aufwendungen im Wertberichtigungskonto verbucht.

Während der Laufzeit erwartete Kreditausfälle werden weitgehend anhand von Schätzungen und Bewertungen berechnet, die auf der Bonität des jeweiligen Kunden, den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und einer Analyse der historischen Forderungsverluste basieren. Die Bonität eines Kunden wird anhand seiner Zahlungshistorie und seiner Zahlungsfähigkeit bewertet und orientiert sich an den Bonitätsdefinitionen externer Rating-Agenturen. Dabei wird regelmäßig überprüft, ob etwaige Risiken in Verbindung mit den verschiedenen Kundengruppen, Sektoren oder Ländern berücksichtigt werden müssen. Im Geschäftsjahr 2021 war keine derartige Zuordnung des Ausfallrisikos erforderlich.

Die All4Labels Gruppe bestimmt die Ausfallraten für zu erwartende Kreditverluste unter Berücksichtigung der historischen Ausfälle, die den verschiedenen überfälligen Berichtszeiträumen zugewiesen sind, und berücksichtigt dabei im Allgemeinen auch eine zukunftsorientierte Komponente. Die Risikopositionen der Berichtszeiträume werden auf konzernweiter Ebene berechnet.

H.

Die folgenden Tabellen enthalten Angaben zur Kreditrisikoexposition und zu den erwarteten Kreditausfällen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertragliche Vermögenswerte von Kunden mit Stand vom 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2021:

31. Dezember 2021 Gewogene durchschnittliche Verlustrate Bruttobuchwert Verlustrisiko Beeinträchtigte Bonität
in TEUR
Aktuell (nicht überfällig) 0,18 % 57.836 -98 Nein
1-180 Tage überfällig 0,82 % 10.585 -86 Nein
Mehr als 180 Tage 84,90 % 1.463 -1.242 Ja
69.884 -1.426
31. Dezember 2020 Gewogene durchschnittliche Verlustrate Bruttobuchwert Verlustrisiko Beeinträchtigte Bonität
in TEUR
Aktuell (nicht überfällig) 0,19 % 56.741 -102 Nein
1-180 Tage überfällig 0,98 % 8.302 -82 Nein
Mehr als 180 Tage 73,24 % 1.678 -1.229 Ja
66.720 -1.413

Die folgende Tabelle enthält Angaben zu vorgenommenen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

in TEUR 2021 2020
Stand zum 31. Dezember -1.413 -917
Zugänge zum Konsolidierungskreis -71 -227
Abgeschriebene Beträge -129 -368
Nettoneubewertung der Wertberichtigungen 187 99
Stand am 31. Dezember -1.426 -1.413

Mit Stand vom 31. Dezember 2021 beliefen sich wertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Bonität beeinträchtigt war, auf TEUR 2.517 (Vj.: TEUR 2.495).

Die Wertberichtigungen wegen Kreditausfällen für andere finanzielle Vermögenswerte, überwiegend Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, werden anhand einer allgemeinen Herangehensweise bewertet, beispielsweise in Höhe der Kreditverluste aufgrund von Ausfallereignissen, die in den nächsten zwölf Monaten erwartet werden, es sei denn, das Kreditrisiko hat sich seit der erstmaligen Erfassung wesentlich erhöht. Ist das Kreditrisiko erheblich gestiegen, weil sich das externe Rating verschlechtert hat, muss die erfasste Wertberichtigung für Kreditausfälle auf den erwarteten lebenslangen Kreditausfällen basieren.

Aufgrund der Investment Grade Ratings sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und sonstige finanzielle Vermögenswerte des Konzerns in Höhe von TEUR 31.387 (Vj.: TEUR 41.606) (siehe Abschnitt E.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) mit einem geringen Kreditrisiko behaftet, was eine Nachverfolgung ihres Kreditrisikos unnötig macht. Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten betrachtet das Unternehmen das Kreditrisiko als nicht wesentlich erhöht, es sei denn, die finanziellen Vermögenswerte sind mehr als 30 Tage überfällig oder die Ausfallwahrscheinlichkeit ändert sich (relativ) um mehr als 20 %. Zum Berichtsdatum wurden keine liquiden Mittel wertberichtigt. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten, die zur Bestimmung der erwarteten Kreditverluste für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und andere finanzielle Vermögenswerte verwendet werden, basieren auf am Markt quotierte Kreditausfall-Swapspreads; diese Credit Spreads berücksichtigen zukunftsorientierte makroökonomische Faktoren. Die erwarteten Kreditausfälle für diese Posten waren zum Stichtag unwesentlich.

Das mit derivativen Finanzinstrumenten verbundene Kreditrisiko besteht in dem Risiko, dass die Gegenparteien ihren Zahlungspflichten nicht vollständig nachkommen. Um dieses Risiko zu mindern, werden derartige Verträge nur mit ausgewählten Banken abgeschlossen.

Der Geschäftsführung der All4Labels Gruppe liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Schuldner ihren Zahlungspflichten in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weder überfällig noch wertgemindert sind, nicht nachkommen können. Abgesehen von den als Wertberichtigungen erfassten Beträgen gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Gegenparteien anderer finanzieller Vermögenswerte, d. h. derivativer finanzieller Vermögenswerte und verschiedener anderer finanzieller Vermögenswerte, nicht in der Lage sein werden, ihren zukünftigen vertraglichen Pflichten nachzukommen.

c. Kreditrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern Schwierigkeiten hat, seinen Verpflichtungen im Zusammenhang mit seinen finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen, die durch Zahlung von Bargeld oder andere finanzielle Vermögenswerte beglichen werden. Der Konzern verfolgt im Rahmen seiner Steuerung des Liquiditätsrisikos das Ziel, dafür zu sorgen, dass sowohl unter normalen als auch unter angespannten Bedingungen stets Liquidität in ausreichender Höhe zur Verfügung steht, um Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu erfüllen, ohne inakzeptable Verluste zu erleiden oder eine Schädigung der Reputation des Konzerns zu riskieren.

Daher wird durch das zentrale Cash Management regelmäßig eine Liquiditätsprognose erstellt. Um den Finanzbedarf zu decken, werden verschiedene marktgängige Finanzinstrumente eingesetzt. Das Unternehmen nutzt Eigenkapital, Factoring, Cash-Pooling-Vereinbarungen und bestehende Kreditlinien auf der Grundlage der einschlägigen rechtlichen und steuerlichen Vorschriften, um sicherzustellen, dass es dem Finanzierungsbedarf seiner Geschäftstätigkeit und seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann. Wenn Ereignisse zu unerwarteten Finanzierungsanforderungen führen, kann das Unternehmen auf vorhandene Liquidität und vereinbarte Bankkreditlinien zurückgreifen. Genauere Informationen zu den bestehenden genutzten und ungenutzten Kreditzusagen finden sich unter Anmerkung E.9 Finanzielle Verbindlichkeiten.

Darüber hinaus setzt die All4Labels Gruppe ein Programm zum Forderungsverkauf ein, um die Liquidität zu steuern und ihr Working Capital zu verbessern. Zu diesem Zweck nutzt das Unternehmen das ABCP Programm bei einer renommierten Geschäftsbank. Mit Stand vom 31. Dezember 2021 wurden Forderungen mit einem beizulegenden Zeitwert von TEUR 44.048 (Vj.: TEUR 46.184) verkauft. Die Überwachung des Forderungsinkassos verbleibt nach dem Verkauf bei der All4Labels Gruppe. Im Falle eines Forderungsausfalls infolge der Insolvenz der Gegenpartei verbleibt das Risiko in der ABS Struktur und nicht bei der All4Labels.

Zum 31. Dezember 2021 standen der All4Labels ungenutzte Kreditlinien in Höhe von Mio. EUR 26,7 (Vj.: Mio. EUR 20,8) zur Verfügung.

Die Leasingverbindlichkeiten erhöhten sich bis zum 31. Dezember 2021 von TEUR 38.037 auf TEUR 53.736.

Nachstehend finden sich die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Verbindlichkeiten zum Stichtag und zum Vorjahr. Die Beträge sind brutto und nicht diskontiert und verstehen sich einschließlich der vertraglich vereinbarten Zinsen.

Vertragliche Cashflows
31. Dezember 2021
in TEUR Buchwert Summe Bis 1 Jahr 1-5 Jahre Größer als 5 Jahre
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Gesellschafterdarlehen 132.615 217.896 0 0 217.896
Bonds 82.782 110.129 4.542 105.587 0
Bankdarlehen 448.004 560.404 69.666 487.686 3.052
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 80.393 80.393 80.393
Verbindlichkeiten ABS-Factoring-Programm 5.178 5.178 5.178
Leasing-Verbindlichkeiten 53.736 53.736 12.419 34.716 6.601
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 487 487 487
803.195 1.028.223 172.685 627.989 227.549
Vertragliche Cashflows
31. Dezember 2020
in TEUR Buchwert Summe Bis 1 Jahr 1-5 Jahre Größer als 5 Jahre
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Gesellschafterdarlehen 123.129 214.934 214.934
Bonds 82.076 105.200 3.185 18.118 83.897
Bankdarlehen 428.321 562.706 50.570 87.717 424.418
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 62.457 62.457 62.457
Verbindlichkeiten ABS-Factoring-Programm 6.644 6.644 6.644
Leasing-Verbindlichkeiten 38.037 40.724 12.034 23.047 5.643
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 323 323 323
740.988 992.988 134.890 129.206 728.892

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Mittelabflüsse in der Fälligkeitsanalyse zu erheblich unterschiedlichen Zeitpunkten oder in erheblich unterschiedlichen Beträgen eintreten werden.

d. Marktrisiko

Das Marktrisiko ist das Risiko, dass sich Veränderungen bei den Marktpreisen - z.B. Devisenkurse, Zinssätze und Aktienkurse - auf den Ertrag des Konzerns oder den Wert seines Bestands an Finanzinstrumenten auswirken. Die Zielsetzung des Marktrisikomanagements besteht darin, die Marktrisikogefährdung innerhalb akzeptabler Parameter zu steuern, bei gleichzeitiger Optimierung des Ertrags.

Währungsrisiko

Der internationale Charakter der Geschäftstätigkeiten des Konzerns bringt Lieferungen und Zahlungen in verschiedenen Währungen mit sich. Wechselkursschwankungen bergen das Risiko von Verlusten, da Vermögenswerte, die auf Währungen mit einem fallenden Wechselkurs lauten, an Wert verlieren, während Verbindlichkeiten, die auf Währungen mit einem steigenden Wechselkurs lauten, teurer werden. Zur Absicherung dürfen nur derivative Instrumente eingesetzt werden, die in unternehmensweiten Richtlinien definiert wurden und im Risikomanagementsystem ausgewiesen und bewertet werden können. Der Einsatz von Finanzinstrumenten, die diese Kriterien nicht erfüllen, ist generell nicht erlaubt.

Der Konzern verfolgt das Ziel, die Fremdwährungsrisiken auf akzeptablem Niveau zu halten. Er akzeptiert die Risiken nur in dem zur Finanzierung der ausländischen Tochtergesellschaften und zum Erhalt des Geschäftsbetriebs notwendigen Ausmaß.

Die wesentlichen operativen Währungsrisiken des Konzerns nach Währungen, basierend auf den Nennwerten am Ende eines jeden Berichtszeitraums, stellen sich wie folgt dar:

in TEUR BRL MXN RON CNY
31. Dez 21
Schätzung Währungsrisiko aus Transaktionen (nicht derivativ) 56.595 13.888 14.528 17.596
Devisentermingeschäfte 0 0 0 0
Währungsrisiko von Transaktionen 56.595 13.888 14.528 17.596
in TEUR ZAR CHF RUB ARS
31. Dez 21
Schätzung Währungsrisiko aus Transaktionen (nicht derivativ) 5.868 8.648 8.516 6.592
Devisentermingeschäfte 0 0 0 0
Währungsrisiko von Transaktionen 5.868 8.648 8.516 6.592
in TEUR BRL MXN RON CNY
31. Dez 20
Schätzung Währungsrisiko aus Transaktionen (nicht derivativ) 57.701 3.861 12.396 14.783
Devisentermingeschäfte 0 0 0 0
Währungsrisiko von Transaktionen 57.701 3.861 12.396 14.783
in TEUR ZAR CHF RUB ARS
31. Dez 20
Schätzung Währungsrisiko aus Transaktionen (nicht derivativ) 3.037 6.354 4.703 4.116
Devisentermingeschäfte 0 0 0 0
Währungsrisiko von Transaktionen 3.037 6.354 4.703 4.116

Das geschätzte operative Währungsrisiko stellt das Währungsrisiko aus der Geschäfts- und der Investitionstätigkeit innerhalb von sechs Monaten nach dem Ende eines jeden Berichtszeitraums dar. Das verbleibende operative Währungsrisiko spiegelt die kombinierte Exposition aller Konzernunternehmenseinheiten wider, die keinen lokalen Beschränkungen für Devisentransaktionen mit der Finanzorganisation des Konzerns unterliegen. Somit stellt dieses Risiko die Differenz zwischen den abgesicherten Positionen, und zwar sowohl erfasste Positionen als auch in Form von erwarteten zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows, die noch nicht erfasst wurden, einerseits und den in der Bilanz erfassten Absicherungsinstrumenten andererseits dar.

Aufgrund dieser Expositionen wurde das Währungsrisiko für All4Labels als tragbar eingestuft, so dass das Unternehmen die Währungsrisiken nicht mit separaten Absicherungsinstrumenten absichert. Darüber hinaus werden Währungsrisiken in Lateinamerika aus wirtschaftlichen Gründen nicht abgesichert.

IFRS 7 verlangt, dass Unternehmen die Auswirkungen hypothetischer Schwankungen in den Devisenkursen auf den Gewinn bzw. Verlust und auf das Eigenkapital mithilfe von Sensitivitätsanalysen angeben. Die Devisenkursänderungen werden am Ende des Stichtags auf alle Finanzinstrumente des Konzerns angewandt. Die Analyse umfasst Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, nicht aber derivative Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken eingesetzt werden.

Eine normalerweise mögliche Stärkung (Schwächung) des Euro um 10 % gegenüber allen anderen Währungen zum 31. Dezember 2021 hätte sich mit den nachstehend angegebenen Beträgen auf die Bewertung der auf Fremdwährung lautenden Finanzinstrumente und das Eigenkapital sowie den Gewinn bzw. Verlust ausgewirkt. Im Rahmen dieser Analyse wird davon ausgegangen, dass alle anderen Variablen, insbesondere Zinssätze, konstant bleiben, ohne dass etwaige Auswirkungen durch erwartete Verkäufe und Käufe berücksichtigt werden.

Erträge oder Aufwendungen
in TEUR Stärkung Schwächung
2021 2020 2021 2020
BRL -4.241 -4.698 5.183 5.742
MXN -1.089 -272 1.330 333
RON -887 -788 1.085 963
CNY -1.378 -1.181 1.684 1.443
ZAR -464 -219 567 268
CHF -391 -322 477 394
RUB -547 -336 668 410
ARS -377 -279 461 341
CZK -69 0 84 0

Zum Stichtag ergibt sich kein Effekt auf das Eigenkapital, da die Anforderungen gemäß IFRS 7 nicht erfüllt sind.

Zinsänderungsrisiko

Variable Zinsvereinbarungen führen zu dem Risiko steigender Zinssätze für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und sinkender Zinssätze für verzinsliche Finanzanlagen. Diese Zinssatzrisiken werden im Rahmen unserer Zinsmanagementtätigkeiten bewertet und eingeschätzt, zum Teil auf der Grundlage einer ständigen Überwachung der aktuellen und erwarteten lang- und kurzfristigen Zinsentwicklungen, und bei Bedarf mithilfe von derivativen Zinssicherungsinstrumenten gehandhabt. Gegenstand dieser Tätigkeiten sind die verzinslichen Nettofinanzschulden des Unternehmens. Zinsabsicherungsgeschäfte dienen derzeit ausschließlich der Überwachung der identifizierten Zinssatzrisiken aus dem ABS-Factoring-Programm.

Die Hauptquellen für Unwirksamkeiten dieser Absicherungsbeziehungen lauten:

Die Wirkung des eigenen Kreditrisikos der Gegenpartei und des Konzerns auf den beizulegenden Zeitwert der Swaps, die sich nicht in der Veränderung im beizulegenden Zeitwert der abgesicherten Cashflows widerspiegelt, welche auf die Änderung der Zinssätze zurückzuführen ist, und

Unterschiede in den Anpassungsterminen zwischen den Swaps und den Kreditaufnahmen.

Das Profil der verzinslichen Finanzinstrumente, die der Nettoverschuldung zugeordnet sind, stellt sich unter Berücksichtigung der Wirkung der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns wie folgt dar:

in TEUR 31. Dez 21 31. Dez 20
Fest verzinsliche Instrumente
Finanzielle Vermögenswerte 109.748 115.747
Finanzielle Verbindlichkeiten 361.489 316.486
471.237 432.232
Variabel verzinsliche Instrumente
Finanzielle Verbindlichkeiten 441.706 424.502
441.706 424.502

Eine normalerweise mögliche Veränderung um 100 Basispunkte in den Zinssätzen zum Stichtag hätte das Ergebnis vor Steuern um die nachstehend angegebenen Beträge erhöht (gemindert). Bei dieser Analyse wird davon ausgegangen, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Devisenwechselkurse, konstant bleiben.

Ergebnis vor Steuern
in TEUR 100 BP Zunahme 100 BP Abnahme
2021 2020 2021 2020
Variabel verzinsliche Instrumente -2.205 -2.181 0 0
Zinssatzswaps 0 0 0 0
Cashflow-Sensitivität (netto) -2.205 -2.181 0 0

Die durch All4Labels abgeschlossenen Konsortialdarlehen verzinsen sich variabel ausgehend von einem kurzfristigen Referenzzinssatz zuzüglich einer Marge. Die Marge ergibt sich nach einem Konditionstableau in Abhängigkeit der konsolidierten Netto-Verschuldungsquote. Diese ermittelt sich aus der konsolidierten Netto-Verschuldung im Verhältnis zum konsolidierten bereinigten LTM EBITDA. Die Einhaltung der Konditionstableaus und die Verbesserung der konsolidierten Netto-Verschuldungsquote wird dabei aktiv überwacht.

Die Netto-Verschuldung definiert sich aus der Summe der ausstehenden Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

H. Leasingverhältnisse

Bezüglich Informationen zu den Bilanzierungsmethoden siehe Anmerkung C.8 Leasingverhältnisse.

1. Konzern als Leasingnehmer

Die All4Labels Gruppe least Maschinen und Anlagen für Produktionseinrichtungen in Deutschland und im Ausland. Die Laufzeiten der Leasingverträge betragen zwischen zwei und zehn Jahren. Die Vertragsvereinbarungen können Optionen zur Verlängerung der Leasinglaufzeiten nach einer unkündbaren Laufzeit sowie Kaufoptionen enthalten. Die Leasingvereinbarungen beinhalten fixe Zahlungen.

Der Konzern mietet Gebäude zu Büro- und Produktionszwecken an. Der Konzern hat Räumlichkeiten in Deutschland, Italien, Mexiko, in der Schweiz, in Südafrika, China, Rumänien, Frankreich und Tschechien angemietet. Die Gebäude werden zum Teil als Produktionsbereiche, Warenlager, Bürogebäude und Verwaltungsräume genutzt. Die Laufzeiten der Leasingverträge betragen zwischen ein und zehn Jahren, mit der Option zur Erneuerung des Leasingverhältnisses nach Ablauf der festen Laufzeit.

Darüber hinaus hat die All4Labels Gruppe Firmenfahrzeuge geleast. Die Laufzeit der Leasingverträge für die Firmenfahrzeuge beträgt zwischen drei und vier Jahren. Es bestehen keine Verlängerungsoptionen, und die Leasingverträge beinhalten fixe Zahlungen.

Im kleineren Rahmen least der All4Labels Konzern auch einen Teil der IT-Ausrüstung. Werden die zugrundeliegenden Vertragsverhältnisse nicht als kurzlaufende Leasinggeschäfte oder als geringwertige Vermögenswerte eingestuft, werden RoUA-Vermögenswerte und Leasingverbindlichkeiten erfasst. Die vertragliche Laufzeit der Drucker beträgt zwischen vier und fünf Jahren, und die Leasingvereinbarungen enthalten fixe Leasingzahlungen.

a. Vermögenswerte aus einem Nutzungsrecht (RoUA-Vermögenswerte)

RoUA-Vermögenswerte in Bezug auf Leasingobjekte, die nicht der Definition als Finanzinvestition entsprechen, werden als Sachanlagen ausgewiesen (siehe Anmerkung E.2 Sachanlagen).

Die aus Leasingverträgen erfassten RoUA-Vermögenswerte beziehen sich auf Maschinen und Ausstattung, Grundstücke, Gebäude und Leasingfahrzeuge an verschiedenen Standorten weltweit. In geringem Umfang werden Nutzungsrechte für die IT-Ausrüstung aktiviert.

Die Zugänge bei den RoUA-Vermögenswerten beliefen sich für das Berichtsjahr auf TEUR 23.985 (Vj.: TEUR 8.354). Die Abschreibungen der Vermögenswerte betragen im Berichtsjahr TEUR 11.901 (Vj.: TEUR 10.778) und Abgänge des Nutzungsrechts wurden vornehmlich aus dem Maschinenpark in Höhe von TEUR 3.676 (Vj.: TEUR 2.502) entnommen.

Geschäftsjahr 2021

Entwicklung der Nutzungsrechte

in TEUR Maschinen und Ausstattung Grundstücke und Gebäude Fahrzeuge IT-Ausstattung Summe
Bilanz zum 31. Dezember 2020 21.707 17.581 829 243 40.360
Reklassifizierung des Nutzungsrechts 3.784 4.543 584 -136 8.776
Zugänge RoUA zum Konsolidierungskreis 6.099 2.753 154 0 9.006
Zugänge RoUA zu Nutzungsrechten 8.129 5.464 1.152 233 14.979
Abgänge von RoUA -2.335 -885 -356 -100 -3.676
Fremdwährungseffekte RoUA 163 12 4 0 178
Abschreibungsbetrag des GJ -7.919 -3.174 -739 -69 -11.901
Umgliederung RoUA in das Sachanlagevermögen -1.942 -1.942
Bilanz zum 31. Dezember 2021 27.686 26.295 1.628 171 55.780

b. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge

Im Berichtsjahr wurden die folgenden Beträge in der GuV-Rechnung erfasst:

in TEUR 2021 2020
Leasingvereinbarungen nach IFRS 16
Abschreibungsbetrag des GJ -11.901 -10.778
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten -1.353 -1.334
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse -131 -1.055
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert -41 -3
Gesamte Leasingaufwendungen -13.426 -13.170

c. In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge

Im Berichtsjahr wurden die folgenden Beträge in der Kapitalflussrechnung erfasst:

in TEUR 01. Jan. - 31. Dez. 2021 01. Jan. - 31. Dez. 2020
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 15.661 16.229

Neben den Zahlungsmittelabflüssen für den Zins- und Tilgungsanteil der erfassten Leasingverbindlichkeiten beinhaltet der Zahlungsmittelabfluss für Leasing auch Leasingzahlungen für nicht erfasste Leasingverträge für geringwertige Vermögenswerte sowie für kurzlaufende Leasingverträge.

d. Verlängerungsoptionen

Verschiedene Sachanlagen-Leasingverträge enthalten Verlängerungsoptionen. Verlängerungsoptionen dürfen nur von der All4Labels Gruppe und nicht von den Leasinggebern ausgeübt werden. Zum Zeitpunkt des Leasingbeginns analysiert der Konzern, ob die Inanspruchnahme der Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Sobald wesentliche Ereignisse oder wesentliche Änderungen in den Umständen, die im Einflussbereich des Konzerns liegen, eintreten, prüft der Konzern erneut, ob eine Inanspruchnahme der Verlängerungsoption hinreichend sicher ist.

Der Konzern hat ermittelt, dass die potenziellen zukünftigen Leasingzahlungen, sollte er die Verlängerungsoption ausüben, zu einer Erhöhung der Leasingverbindlichkeit von TEUR 7.612 (Vj.: TEUR 7.273) führen würde.

e. Zukünftige Leasingverhältnisse

Bis zum Ende des Berichtszeitraums hatte der Konzern Leasingvereinbarungen abgeschlossen, deren Anfangsdatum in die Folgeberichtsperiode fällt.

Dementsprechend sind diese zum Stichtag des aktuellen Geschäftsjahres, den 31. Dezember 2021, noch nicht unter den Leasingverbindlichkeiten erfasst. Die zukünftigen Verbindlichkeiten beziehen sich auf Maschinen der sich neu im Konsolidierungskreis befindlichen Gesellschaften und diverse Firmenwagenvereinbarungen.

Wenn die bereits eingegangenen, aber noch nicht angelaufenen Leasingvereinbarungen bereits zum 31. Dezember 2021 rechtlich verpflichtend wären, schätzt das Management, dass diese zu den folgenden Leasingverbindlichkeiten führen dürften:

in TEUR 31. Dez. 2021 31. Dez. 2020
Weniger als ein Jahr 506 237
Zwischen ein Jahr und fünf Jahren 1.917 1.496
Mehr als fünf Jahre 2.173 30
Summe 4.596 1.763

2. Konzern als Leasinggeber

Die All4Labels Gruppe tritt nur in Zusammenhang mit einer Untervermietung seiner als Gewerberäumlichkeiten angemieteten Objekte als Leasinggeber auf. Die Mietverträge entsprechen Operating-Leasingverhältnissen, da das Unternehmen die wesentlichen Chancen und Risiken in Verbindung mit dem Eigentum des Vermögenswertes behält. Im Jahr 2021 sind keine wesentlichen Mieteinnahmen ausgewiesen.

I. Sonstige Angaben

1. Zusätzliche Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Cashflows. Dabei wird nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeiten unterschieden. Die zum Stichtag ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus Kassenbeständen und Bankguthaben zusammen. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um kurzfristige, hochliquide Finanzanlagen, die sich kurzfristig in übliche Barmittel konvertieren lassen und keinem wesentlichen Wertschwankungsrisiko unterliegen.

Die Cashflows auslaufender Geschäftstätigkeit werden indirekt vom Gewinn vor Steuern für den Berichtszeitraum abgeleitet.

Die Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden anhand der tatsächlichen Zahlungen bestimmt.

Die Bewegungen in den Finanzverbindlichkeiten lassen sich wie folgt auf die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit überleiten:

in TEUR 2021 2020
Bilanz zum 1. Januar 678.541 561.920
Veränderungen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten 14.833 99.918
Einzahlung Gesellschafterdarlehen 1.765 12.399
Gesamtveränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit 16.598 112.317
Veränderung der Finanzverbindlichkeiten aus nichtzahlungswirksamen Vorgängen
Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 15.699 -7.408
Zinskapitalisierung Gesellschafterdarlehen 7.721 6.887
Sonstige Änderungen 4.245 4.824
Gesamtveränderung der Finanzverbindlichkeiten aus nichtzahlungswirksamen Vorgängen 27.665 4.304
Bilanz zum 31. Dezember 722.803 678.541

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält Auszahlungen durch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 15.661 (Vj.: TEUR 16.229). Die Auszahlungen für den Zinsanteil der Leasingverbindlichkeiten sind Bestandteil der gezahlten Zinsen.

2. Eventualverbindlichkeiten

Die All4Labels Gruppe kann im gewöhnlichen Geschäftsverlauf zum Gegenstand von Klagen, Untersuchungen und sonstigen Forderungen werden, einschließlich Umwelt-, Arbeits-, Produkt-, Kunden- und anderer Auseinandersetzungen.

Zum Bilanzstichtag 2021 sowie im Vorjahr 2020 bestanden keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten.

3. Nahestehende Personen und Unternehmen

a. Oberstes beherrschendes Unternehmen

70,3 % der Anteile der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, sind indirekt im Besitz der Aerobic LuxCo SARL, Luxemburg, die ihrerseits zu 100 % von der Triton MasterLuxco 5 SARL, Luxemburg, gehalten wird. 21,0 % der Anteile der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, sind im Besitz der ehemaligen Gesellschafter der All4Labels Group, Witzhave, des Managements und Mitglieder des Advisory Boards der Muttergesellschaft. 8,7 % der Anteile an der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, werden mittelbar über die Aerobic S.C.A., Luxemburg, insoweit unmittelbar zu 4,3 % über Triton MasterLuxco 5 SARL gehalten.

Damit befindet sich der wesentlichste Anteil der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, im Besitz und unter Kontrolle der Triton Masterluxco 5 SARL, Luxemburg. Triton Masterluxco 5 SARL, Luxemburg, und deren Tochtergesellschaften sowie die Investmentgesellschaften der ehemaligen Gesellschafter der All4Labels Group, Witzhave, sind demzufolge nahestehende Unternehmen der All4Labels Gruppe.

b. Transaktionen mit Managementpersonal in Schlüsselpositionen

i. Vergütung des Managementpersonals in Schlüsselpositionen

Die Mitglieder der Geschäftsführung der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, sind das Managementpersonal in Schlüsselpositionen im Sinne von IAS 24.9.

Die der Geschäftsführung von All4Labels im Geschäftsjahr 2021 gewährte Gesamtvergütung belief sich auf TEUR 1.521 (Vj.: TEUR 1.007) und betrifft ausschließlich kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer. Die kurzfristigen Leistungen an Arbeitnehmer umfassen vor allem erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Komponenten - wie zum Beispiel Festvergütungen, Tantiemen und Firmenwagennutzungen.

ii. Transaktionen mit Managementpersonal in Schlüsselpositionen

Im Einklang mit IAS 24 berichtet der Konzern auch über Transaktionen zwischen dem Konzern und seinem Managementpersonal in Schlüsselpositionen bzw. deren Familienangehörigen.

Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine berichtspflichtigen Transaktionen mit diesen nahestehenden Personen und Unternehmen. Insbesondere wurden den Mitgliedern der Geschäftsführung bzw. deren Familienangehörigen im Geschäftsjahr 2021 weder Vorschüsse noch Darlehen gewährt.

c. Transaktionen mit anderen nahestehenden Personen und Unternehmen

Mit Datum vom 28. Juli 2021 steuerte die Triton V LuxCo 10 S.à r.l., Luxemburg, Barmittel in Höhe von Mio. EUR 4,3 zu den Kapitalrücklagen der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, bei. Der Zweck dieser Kapitaleinlage bestand in der Weiterleitung der Einlage an die All4Labels Italy NMS, Nocera Superiore, Italien, um den Unternehmenserwerb der Etichettificio Dany S.r.l. , Riccione, Italien (siehe Anmerkung B.3 Unternehmenszusammenschluss) zu finanzieren.

Mit Vertrag vom 28. Juli 2021 stellte die Triton V LuxCo 10 S.à r.l., Luxemburg, der All4Labels Management GmbH, Witzhave, ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt Mio. EUR 1,8 zur Verfügung. Das Darlehen hat eine Laufzeit von neun Jahren und muss endfällig getilgt werden. Der Zinssatz beträgt 6,30 % p.a.

Das Gesellschafterdarlehen von Triton V LuxCo 10 S.à r.l., Luxemburg, besteht zum Stichtag in Höhe von Mio. EUR 132,6 (Vj.: Mio. EUR 123,1). Hierin enthalten sind Gesellschafterdarlehenszinsen in Höhe von Mio. EUR 15,6 (Vj.: Mio. EUR 7,9). Der Zinssatz beträgt 6,30 % p.a.

Im Geschäftsjahr 2021 stellte die Triton V LuxCo 10 S.à r.l., Luxemburg, der All4Labels Management GmbH, Witzhave, Management Fees in Höhe von Mio. EUR 0,3 (Vj.: Mio. EUR 2,1) für erbrachte Dienstleistungen in Rechnung. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den "Verwaltungsaufwendungen" ausgewiesen.

4. Mitglieder der Geschäftsführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung des Konzerns im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Tag der Aufstellung des Konzernabschlusses lauten:

Herr Adrian Tippenhauer (CEO), seit 7. November 2019

Herr Dr. Günther Weymans (COO), seit 19. Mai 2021

5. Honorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar, welches der unabhängige Abschlussprüfer für seine konzernweiten Tätigkeiten in Rechnung gestellt hat, lässt sich wie folgt aufgliedern:

in TEUR 31. Dez 21 31. Dez 20
Abschlussprüfungsleistungen 609 597
davon für das Vorjahr 167 175
Summe 609 597

6. Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 (2) HGB

Die Muttergesellschaft ist die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, Deutschland. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über den Anteilsbesitz des Unternehmens im Einklang mit § 313 (2) HGB. Die Angaben zum Eigenkapital und zum Ergebnis gemäß § 313 (2) Nr. 4 HGB wurden insoweit nicht gemacht, als dass sie für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemäß § 313 (3) Satz 4 HGB von untergeordneter Bedeutung sind.

Name des Unternehmens Firmensitz, Land Anteile in % Fußnote
Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften
All4Labels Management GmbH Witzhave, Deutschland 100 1, 21
All4Labels Group GmbH Witzhave, Deutschland 100 2, 21
All4Labels Hamburg GmbH & Co. KG Witzhave, Deutschland 100 3, 20
All4Labels Hamburg Verwaltungs GmbH Witzhave, Deutschland 100 5, 21
All4Labels IT GmbH Witzhave, Deutschland 100 4, 21
All4Labels Solingen GmbH Solingen, Deutschland 100 3, 21
Weilchensee 973. V V GmbH Witzhave, Deutschland 100 3, 21
All4Labels Erfurt GmbH Gebesee, Deutschland 100 4, 21
All4Labels Erfurt Service GmbH & Co KG Gebesee, Deutschland 100 4, 20
All4Labels Systems GmbH Solingen, Deutschland 89,2 5, 21
All4Labels International GmbH Witzhave, Deutschland 100 7, 21
All4Labels Kassel GmbH Staufenberg, Deutschland 100 7, 21
All4Labels Smart + Secure GmbH Witzhave, Deutschland 100 7, 21
All4Labels Folienprint GmbH Gallin, Deutschland 100 7, 21
LeoMat GmbH Linau, Deutschland 100 7, 21
Ritter Haftetiketten GmbH Enger, Deutschland 100 7, 21
All4Labels Shop GmbH Trittau, Deutschland 100 6, 21
Palamo GmbH Witzhave, Deutschland 100 8, 21
QR-Marketing GmbH Hamburg, Deutschland 100 11, 21
All4Labels Online HoldCo GmbH Witzhave, Deutschland 100 3, 21
Harder-online GmbH Zeithain, Deutschland 74,99 8, 21
Harder-online tubes GmbH Zeithain, Deutschland 100 17, 21
Pack-on GmbH Weingarten, Deutschland 100 17, 21
All4Labels Trittau Service GmbH & Co. KG Trittau, Deutschland 100 3, 18, 20
All4Labels Trittau GmbH & Co. KG Trittau, Deutschland 100 3, 18, 20
All4Labels South Africa (Pty.) Muizenberg, Südafrika 100 10
All4Labels Argentina S.A. Pablo Podesta, Argentinien 100 3
All4Labels Holding Brasil Ltda. Salto Weissbach, Brasilien 100 3
All4Labels Grafica do Brasil Ltda. Salto Weissbach, Brasilien 100 13
All4Labels Holding Mexico S.A. de C.V. Mexico City, Mexiko 100 14
All4Labels Mexico S.A. de C.V. Mexico City, Mexiko 100 15
Guangzhou All for Labels Packaging Printing Co., Ltd. Guangzhou, China 100 10
Hangzhou All for Labels Packaging Printing Co., Ltd. Hangzhou, China 100 10
All4Labels Denmark Holding ApS Kopenhagen, Dänemark 100 3
All4Labels UK Ltd. Wirral, Großbritannien 100 10
All4Labels France SARL Blois, Frankreich 100 4
All4Labels Italy NMS S.R.L. Nocera Superiore, Italien 100 3
All4Labels Italy S.p.A. Schio, Italien 100 3
Etichettificio Dany S.r.l. Riccione, Itialien 100 16
All4Labels Romania S.R.L. Aricestii Rahtivani, Rumänien 100 4
All4Labels Schweiz AG St. Gallen, Switzerland 100 10
Rako Security Label NTH Zug, Schweiz 100 11
Harder-online Schweiz GmbH Alpnach, Schweiz 100 17
Zebrahouse s.r.o. Ústí nad Labem-město, Tschechien 100 17
Nicht einbezogene Unternehmen
Tochterunternehmen
All4Labels Hamburg Service GmbH & Co. KG Witzhave, Deutschland 100 3, 18
Joint Ventures
Sentronik GmbH Witzhave, Deutschland 50 11, 18
Andere Unternehmen
Novatron Electronics Hangzhou, China 40 12, 19
MBRC GmbH Linau, Deutschland 24,9 9, 19

Fußnoten:

1 Beteiligung gehalten über All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, Deutschland.

2 Beteiligung gehalten über All4Labels Management GmbH, Witzhave, Deutschland.

3 Beteiligung gehalten über All4Labels Group GmbH, Witzhave, Deutschland.

4 Beteiligung gehalten über All4Labels Solingen GmbH, Solingen, Deutschland.

5 Beteiligung gehalten über All4Labels Erfurt GmbH, Gebesee, Deutschland.

6 Beteiligung gehalten über All4Labels Systems GmbH, Solingen, Deutschland.

7 Beteiligung gehalten über All4Labels Hamburg GmbH & Co. KG, Witzhave, Deutschland.

8 Beteiligung gehalten über All4Labels Online HoldCo GmbH.

9 Beteiligung gehalten über LeoMat GmbH, Linau, Deutschland.

10 Beteiligung gehalten über All4Labels International GmbH, Witzhave, Deutschland.

11 Beteiligung gehalten über All4Labels Smart + Secure GmbH, Witzhave, Deutschland.

12 Beteiligung gehalten über Rako Security Label NTH AG, Zug, Schweiz.

13 Beteiligung gehalten über All4Labels Holding Brasil Ltda., Salto Weissbach, Brasilien.

14 Beteiligung gehalten über All4Labels Grafica do Brasil Ltda., Salto Weissbach, Brasilien.

15 Beteiligung gehalten über All4Labels Holding Mexico S.A. de C.V., Mexico City, Mexiko.

16 Beteiligung gehalten über All4Labels Italy NMS S.r.l., Nocera Superiore, Italien.

17 Beteiligung gehalten über Harder Online GmbH, Zeithain, Deutschland.

18 Keine Einbeziehung in den Konzern aufgrund keiner wesentlichen Geschäftsaktivität.

19 Keine Einbeziehung in den Konzern aufgrund von fehlendem wesentlichem Einfluss.

20 Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264b HGB.

21 Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264 III HGB.

7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Russland-Ukraine Konflikt

Auch wenn die Auswirkungen des Russland-Ukraine Konfliktes auf unsere Geschäftstätigkeit bislang überschaubar sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei zukünftigen und anhaltenden Einschränkungen der weltweiten Lieferketten auch unsere Geschäftstätigkeit schwerer betroffen sein wird und sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns ggf. deutlich schlechter als prognostiziert entwickelt. Der Beitrag der All4Labels Russia zu den Konzernumsatzerlösen (rund 2 %) und zum Konzern-EBITDA (rund 1 %) ist aus der Risikobetrachtung von untergeordneter Bedeutung.

Erwerb der Limo Labels A/S

Mit Wirkung zum 14. März 2022 wurden 100 % der Anteile an der Limo Labels A/S, Stevnstrup/ Dänemark, erworben, um die globale Wachstumsstrategie von All4Labels und den Ansatz, Partnerschaften mit führenden Familienunternehmen im Verpackungssektor einzugehen, fortzuführen. Mit der Transaktion und dem neuen Team, bestehend aus dem langjährigen Management und Mitarbeitern, sowie den erstklassigen Produktionsstätten in Dänemark ist es das Ziel des Konzerns, sich im Bereich hochwertiger Etikettenlösungen zu stärken und die Marktanteile zu erhöhen. Die Limo Labels A/S hat im Geschäftsjahr 2021 Umsatzerlöse von rund Mio. EUR 35,5 erwirtschaftet.

Weiteres

Es liegen keine weiteren berichtspflichtigen Ereignisse vor.

 

Witzhave, den 29. April 2022

All4Labels HoldCo GmbH

Die Geschäftsführung

Adrian Tippenhauer

Dr. Günther Weymans

Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

I. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1. Allgemeines

Die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, (im Folgenden für den Konzern: All4Labels, Gruppe oder Konzern) stellt im Geschäftsjahr einen Konzernabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 nach den IFRS auf.

Die All4Labels Management GmbH, Witzhave, ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, und erwarb mit dem Abschluss vom 7. November 2019 100 % der Anteile und Stimmrechte an der All4Labels Group GmbH, Witzhave, einschließlich ihrer Tochtergesellschaften. So erlangte die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, die Beherrschung bzw. Kontrolle über diese Gruppe.

2. Geschäftsmodell des Konzerns/Geschäftsbereiche

All4Labels ist einer der weltweit führenden Etikettenhersteller und Pionier im Bereich Digitaldrucklösungen mit einer Spezialisierung auf die Branchen Home Care, Personal Care, Food und Beverage. Die Gruppe verfügt über ein globales Netzwerk von 29 Produktionsstandorten (Vj.: 29), an denen rund 3.200 Mitarbeiter (Vj.: 3.000) beschäftigt werden. All4Labels ist ein langjähriger Partner für lokale und multinationale Kunden in Europa, Lateinamerika, Asien und Afrika. Die Gruppe wird von seinen Kunden zunehmend als One-Stop-Shop für innovative Verpackungslösungen für Selbstklebeetiketten, Shrink Sleeves, Sicherheitsetiketten und flexible Verpackungslösungen anerkannt.

Umsatzverteilung nach Regionen und Produktgruppen

Die länderspezifische Umsatzverteilung beläuft sich auf 86 % (Vj.: 85 %) Europa, 11 % (Vj.: 11 %) Süd- und Mittelamerika und 3 % (Vj.: 4 %) auf übrige Regionen.

Haftetiketten

Die Gesellschaften in diesem Bereich produzieren hauptsächlich klebende und nichtklebende Etiketten aller Art und betreiben hiermit in Zusammenhang stehende Handelsgeschäfte.

Die Unternehmen haben ihren Sitz in Witzhave, Staufenberg, Gebesee, Solingen, Enger, Zeithain, St. Gallen/Schweiz, Blois/Frankreich, Nocera Superiore/Italien, Schio/Italien, Riccione/Italien, Ploiesti/Rumänien, Kapstadt/Südafrika, Blumenau/Brasilien, Mexico City/Mexico, Pablo Podestá/Argentinien, Hangzhou/China sowie Guangzhou/China. Hinzu kommen Produktionsstandorte in Trittau, Gehrde, Mailand/

Italien und Salerno/Italien. Der Bereich Haftetiketten ist der für den Konzern mit rd. 86 % (Vj.: 92 %) Anteil am konsolidierten Umsatz in 2021 der wirtschaftlich Bedeutsamste.

Bedruckung von flexiblen Verpackungen und Sleeves

In diesem Bereich werden bedruckte Folienrollen für die Verpackung von Lebensmitteln und Non-Food-Artikeln hergestellt. Ein weiteres Feld sind "Shrink Sleeves". Diese Schrumpffolien werden für Promotions und die hochwertige Verpackung von Flaschen im sogenannten "full body sleeve" eingesetzt. Produziert wird in Gallin, in Nocera Superiore/Italien, Schio/Italien sowie in Blumenau/Brasilien. Die Unternehmen dieses Bereiches erwirtschafteten ca. 11 % (Vj.: 5 %) des konsolidierten Konzern-Umsatzes in 2021.

Smart & Secure

Die Unternehmen produzieren für den Markt der elektronischen Artikelsicherung (EAS), Identifikation sowie Markenschutz. Im Bereich der EAS werden alle drei am Markt befindlichen Technologien EM (elektro-magnetisch), RF (radio-frequent) und AM (akusto-magnetisch) bedient. Neben der Eigenproduktion werden auch Fremdprodukte gehandelt. Als moderne Technologie werden Produkte im Bereich RFID (Radiofrequenz-Identifikation) angeboten.

Der Bereich Markenschutz produziert fälschungssichere, mit diversen Sicherheitsmerkmalen versehene Hologrammetiketten. Einsatzbereiche sind u.a. der Echtheitsnachweis für Kfz-Ersatzteile und hochwertige Merchandise-Artikel.

Die eigene Produktion erfolgt am Standort Trittau. In 2021 entfielen auf diesen Bereich ca. 3 % (Vj.: 3 %) des konsolidierten Konzern-Umsatzes.

Sonstiges

Innerhalb des Bereiches "Sonstiges" sind vornehmlich die übergeordneten Holding-Gesellschaften des All4Labels-Konzerns sowie die All4Labels IT GmbH, welche in der Softwareentwicklung sowie -wartung tätig ist, ausgewiesen. Die Tätigkeiten dieser Gesellschaften erfolgen zum weitaus überwiegenden Teil für die konsolidierten Unternehmen des All4Labels-Konzerns.

3. Forschung und Entwicklung

In dem innovativen Geschäft der Verpackungen, mit dem Schwerpunkt Dekoration und Information, sehen wir uns wachsenden Kundenanforderungen gegenüber. Eine hohe technische Beratungskompetenz auf globaler Projektebene, unter Einbeziehung neuester technologischer Entwicklungen sichert dabei die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Dies jeweils auch auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten, u.a. im Ausbau alternativer Verpackungslösungen, als ferner in der vertikalen Integration innerhalb unserer Wertschöpfungskette. Darauf beruhend sind enge Verzahnungen mit unseren Kunden als Innovationsträger möglich.

Hierbei rücken Schwerpunkte wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in den Fokus. Diese sehen wir als Schlüsselstrategien für ein zukünftiges Wachstum innerhalb der Verpackungsindustrie an: Die Verpackung als nachhaltiges und interaktives ("smart")-Medium in neuen Beschaffungskanälen. Dies erfordert sowohl eine enge Verzahnung mit den Schlüsseltechnologien unserer Lieferanten als auch unabhängigen Start-Ups.

Inspiriert durch diese Bedürfnisse des Marktes und unserer Kunden sehen wir in der engen Verknüpfung von Produktmanagement, Technologie und Marketing unsere Aufgabe in der Entwicklung und Implementierung heutiger und zukünftiger Innovationen.

Zum 31. Dezember 2021 beschäftigte die All4Labels Gruppe 56 Mitarbeiter (Vj.: 39 Mitarbeiter) in den Bereichen Marketing, Produktmanagement und Technologie.

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für den All4Labels-Konzern sind insbesondere wirtschaftliche Entwicklungen im europäischen und deutschen Markt von Bedeutung. Durch die Zusammenschlüsse in 2018 und 2020 mit All4Labels Grafica do Brasil (vormals Baumgarten)/Brasilien, der All4Labels Mexico S.A./Mexico und der All4Labels Argentina/Argentinien wurde auch der mittel- und südamerikanische Markt sowie mit der All4Labels Italy NMS (vormals: Nuceria) und der All4Labels Italy S.p.A. (vormals: GPS Rotomet) der italienische Markt bedeutsam. Die Wachstumsstrategie wurde in 2021 im italienischen Markt mit der Etichettificio Dany und im deutschen Markt mit der Labelprint24-Gruppe fortgeführt.

Der Absatz im Hauptbereich des All4Labels-Konzerns ist grundsätzlich abhängig vom Absatz/Konsum der Produkte, für die die jeweiligen Etiketten, Folien und weiteren Produkte geliefert werden.

Das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Deutschland ist nach dem Rückgang von -4,6 % in 2020, in 2021 auf 2,9 % gestiegen. 1 Die privaten Konsumausgaben, welche über den Produktabsatz unserer Kunden einen mittelbaren Einfluss auf unsere Produkte haben, stiegen um 3,1 %, im Vergleich zum Vorjahresrückgang von 5,5 %. 2 In Italien erhöhte sich das BIP-Wachstum von -9,0 % in 2020 auf 6,6 % in 2021 3 und in der Europäischen Union entwickelte sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum von -6,4 % in 2020 auf 5,4 % in 2021. 4

1 Bloomberg - ECFC - Abruf 24.03.2022

2 Statista, Februar 2022, Höhe der privaten Konsumausgaben in Deutschland von 1991 bis 2021

3 Bloomberg - ECFC - Abruf 24.03.2022

4 Bloomberg - ECFC - Abruf 24.03.2022

In 2021 lag das Wachstum des BIP in Brasilien bei 4,8 % nach -3,9 % in 2020. In Mexiko stieg das BIP um 4,8 % im Vergleich zum Vorjahr nach einem Rückgang von 8,2 % in 2020. 5

5 Bloomberg - ECFC - Abruf 24.03.2022

Der Weltmarkt für Etiketten wird von 2021 bis 2026 mit einer Rate von 3,8 % pro Jahr von 72,2 Mrd. m 2 im Jahr 2021 auf 87,2 Mrd. m 2 im Jahr 2026 mit einem Wert von 48,6 Mrd. US-$ wachsen. Selbstklebende Pressure Sensitive Adhesive (PSA)-Etiketten und Nassleimetiketten werden weltweit weiterhin dominieren. Der Verbrauch von PSA-Etiketten wird von 31,4 Mrd. m 2 im Jahr 2021 auf 39,0 Mrd. m 2 mit einem Wert von 30,8 Mrd. US-$ im Jahr 2026, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4,4 %, wachsen.

Der Verbrauch von Sleeve-Etiketten aus Schrumpffolie wird mit robusten 6,1 % pro Jahr von 8,7 Mrd. m 2 im Jahr 2021 auf 11,6 Mrd. m 2 mit einem Wert von 7,3 Mrd. US-$ im Jahr 2026 wachsen. 6

6 Smithers - The Future of Labels and Release Liners to 2026

Geografisch betrachtet ist der Absatz von Haftetiketten auf dem asiatischen Markt, bei einer prognostizierten Wachstumsrate von 5,5 % pro Jahr bis zum Jahr 2026, mit Abstand am größten. 7

7 Smithers - The Future of Labels and Release Liners to 2026

Für den europäischen Markt für Haftlaminate wird ein Wachstum von 2,1 % im westlichen Europa und 4,5 % in Zentral- und Osteuropa erwartet. 8

8 Smithers - The Future of Labels and Release Liners to 2026

Die traditionellen, konventionellen Drucktechniken werden zunehmend durch digitale Drucktechniken ergänzt, womit gestiegene Kundenanforderungen an Losgrößen und Dekorationsanforderungen zunehmend kundenspezifischer zu realisieren sind. Der Anteil der digitalen Drucktechnik am weltweiten Etikettendruckmarkt soll von 9,4 % in 2021 auf 12,0 % in 2026 ansteigen 9. Als Konzern im Bereich des Etikettendrucks ist es von hoher Bedeutung, regelmäßig in moderne Produktionstechniken zu investieren und maßgeschneiderte Lösungen für den Kunden anzubieten. Dies stärkt die Kundenbindung und bietet Chancen, das Kundenportfolio auszubauen.

9 Smithers - The Future of Labels and Release Liners to 2026

2. Leistungsindikatoren des Konzerns

Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren der All4Labels Gruppe sind die Umsatzerlöse und das bereinigte EBITDA.

Das bereinigte EBITDA ermittelt der Konzern ausgehend vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern zzgl. der Abschreibungen und Sondereffekte. Die Bereinigung des EBITDA zur Steuerung des Konzerns erfolgt in Übereinstimmung mit den Kreditvereinbarungen um die wesentlichen Sondereffekte. In 2021 sind dies Effekte, die aus den Bereichen Business Development und M&A, System- und Organisationsoptimierungen sowie Restrukturierungssmaßnahmen resultieren. Die Effekte betreffen insbesondere Unternehmenserwerbe und die Abwicklung von im Vorjahr begonnen Standorttransfers von Produktionsaufträgen auf andere Standorte und die damit verbundenen Anlaufkosten. Des Weiteren gab es im Rahmen dieser Umstellungsphase Aufwendungen für generelle Beratungskosten und Beratungskosten durch Steuer-, Buchhaltungs- und Rechtsberatung. Zusätzlich wurden noch andere Einmaleffekte und Kosten, die durch COVID-19 verursacht wurden, wie zum Beispiel Kosten durch erhöhte Reinigungskosten und Anschaffungen von Desinfektionsartikeln und Selbsttests, bereinigt.

Im Vorjahresbericht wurde das bereinigte EBITDAL beschrieben. Nach IFRS 16 werden Leasing und Mietverträge bilanziert und die ergebniswirksamen Leasingaufwendungen werden durch die Bilanzierung von Nutzungsrechten eliminiert und anstattdessen entstehen ergebniswirksame Abschreibungen der Nutzungsrechte. Die Definition vom bereinigten EBITDAL entspricht somit der Definition vom bereinigten EBITDA, wenn IFRS 16 angewendet wird. All4Labels weist in der Ertragslage keine nennenswerten Leasingaufwendungen für sogenannte "short-term-" und "low-value-Verträge" aus, die nicht bilanziert werden.

3. Geschäftsverlauf des Konzerns

Das Geschäftsjahr 2021 war vor allem, wie das Vorjahr, durch die Akquisition von neuen Unternehmen, den Umstellungsaktivitäten und dem Transfer aus den Restrukturierungen der Gruppe geprägt. Die Unternehmenserwerbe in 2021 betreffen die Gesellschaften: Dany Etichettificio in Italien, All4Labels Russia in Russland und Labelprint24 Gruppe in Deutschland. Die vier im Vorjahr geschlossenen Werke und die Verlagerung dessen Geschäftes zu anderen Werken wurde abgeschlossen.

Die Umsatzerlöse konnten von Mio. EUR 467,5 im Vorjahr auf Mio. EUR 528,0 im Berichtsjahr gesteigert werden, lagen jedoch leicht unter dem im letztjährig prognostizierten Bereich von Mio. EUR 530 bis Mio. EUR 560. Der Geschäftsverlauf lag im Schatten von COVID-19 und Rohstoffpreissteigerungen, die nur mit einem Zeitverzug an den Kunden weitergereicht wurden. Die Nachfragerückgänge in einigen Kernbereichen konnten nur schwer kompensiert werden, da sich die Neukundenakquise im COVID-19-Umfeld aufgrund geringer Wechselbereitschaft der Kunden, als herausfordernd und schwierig darstellt.

4. Lage des Konzerns

4.1 Ertragslage

Die Ergebnisrechnung des Konzerns ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt und stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 01. Jan. - 31. Dez. 2021 01. Jan. - 31. Dez. 2020
Umsatzerlöse 528.008 467.528
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -447.914 -407.239
Rohertrag 80.094 60.289
Vertriebs-, Marketing- und Entwicklungskosten -57.005 -47.509
Verwaltungskosten -40.387 -37.038
Sonstige Erträge 14.774 12.226
Sonstige Aufwendungen -987 -1.228
Verluste/ Gewinne aus der Veräußerung von Anlagevermögen -890 410
Ergebnis vor Zinsen und Steuern -4.401 -12.850
Finanzergebnis -42.236 -45.409
Ergebnisanteil von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 216 527
Ergebnis aus der Erstkonsolidierung -840 7.503
Ergebnis vor Steuern -47.261 -50.229
Steuern vom Einkommen und Ertrag -2.138 -1.955
Latente Steuern 10.937 10.498
Ergebnis nach Steuern -38.462 -41.686

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns betragen in 2021 TEUR 528.008 (Vj.: TEUR 467.528). Demgegenüber stehen Herstellungskosten zur Erzielung der Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 447.914 (Vj.: TEUR 407.239).

Wesentliche Aufwandsposten im Rahmen der Herstellungskosten sind, der Wertschöpfungskette entsprechend, der Materialaufwand mit TEUR 268.241 (Vj.: TEUR 237.407) sowie der Personalaufwand mit TEUR 127.322 (Vj.: TEUR 123.867). Die produktionsbezogenen Abschreibungen belaufen sich auf TEUR 39.849 (Vj.: TEUR 38.010).

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Umsatzerlöse der Berichtsperiode 2021 beträgt 50,8 % (Vj.: 50,8 %). Die Quote konnte aufgrund von Prozessverbesserungen, die u.a. zu weniger entsorgtem Material führten, trotz Preisanstiegen konstant gehalten werden. Die Personalaufwandsquote, ebenfalls bezogen auf die Umsatzerlöse, liegt für die Berichtsperiode 2021 bei 24,1 % (Vj.: 26,5 %). Diese Verbesserung resultiert aus den Restrukturierungsmaßnahmen.

Das Konzern-Jahresergebnis 2021 (Ergebnis nach Steuern) von TEUR -38.462 (Vj.: TEUR -41.686) steht insbesondere unter dem Eindruck der Unternehmenserwerbe in 2019 bis 2021 sowie der abgeschlossenen und laufenden Restrukturierungen und den damit verbundenen hohen Einmalaufwendungen. Die Einmaleffekte betreffen insbesondere mit TEUR 3.493 die Standortransfers sowohl wie Abfindungen für das laufende Jahr in Höhe von TEUR 4.156. Des Weiteren gab es Einmalaufwendungen für generelle Beratungskosten (TEUR 3.745), Beratungskosten für Steuer-, Buchhaltungs- und Rechtsberatung (TEUR 2.982), Kosten für die Geschäftsentwicklung und M&A (TEUR 7.694) sowie System- und Organisationsverbesserungen in Höhe von TEUR 5.031. Zusätzlich wurden noch andere Einmaleffekte, durch COVID-19 (TEUR 5.226) und durch den Brandschaden (TEUR 1.283) verursachte Kosten, bereinigt.

Das bereinigte EBITDA beläuft sich auf TEUR 91.214 und leitet sich wie folgt vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern über:

in TEUR 01.01.2021 - 31.12.2021
Ergebnis vor Zinsen und Steuern -4.401
+ Abschreibungen + 62.005
+ Geschäftsentwicklung und M&A + 7.694
+ Covid und andere Einmaleffekte + 5.226
+ System- und Organisationsverbesserungen + 5.031
+ Abfindungsaufwendungen + 4.156
+ Beratungsaufwendungen + 3.745
+ Standortschließungen und Transfers + 3.493
+ Steuer-, Buchhaltungs- und Rechtsberatung + 2.982
+ Brandschaden + 1.283
Bereinigtes EBITDA + 91.214

Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein bereinigtes EBITDA zwischen Mio. EUR 90 und Mio. EUR 105 prognostiziert. Trotz der durch COVID-19 negativ beeinflussten Umsatzerlöse und der gestiegenen Kosten auf dem Rohstoffbeschaffungsmarkt, konnte die EBITDA Prognose im Geschäftsjahr 2021 durch ein effizientes Kostenmanagement erreicht werden.

4.2 Vermögenslage und Kapitalstruktur

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 889.866 80,1 % 853.531 78,3 %
Kurzfristige Vermögenswerte 220.470 19,9 % 236.233 21,7 %
Bilanzsumme 1.110.336 100,0 % 1.089.764 100,0 %
Passiva
Gesamtes Eigenkapital 205.534 18,5 % 231.826 21,3 %
Langfristige Schulden 710.981 64,0 % 684.378 62,8 %
Kurzfristige Schulden 193.821 17,5 % 173.560 15,9 %
Fremdkapital 904.802 81,5 % 857.938 78,7 %
Bilanzsumme 1.110.336 100,0 % 1.089.764 100,0 %

Die Bilanzsumme des All4Labels Konzerns erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von TEUR 1.089.764 um TEUR 20.572 auf TEUR 1.110.336 zum 31. Dezember 2021.

Das Vermögen der All4Labels Gruppe verteilt sich zum Geschäftsjahresende zu 80,1 % (Vj.: 78,3 % ) auf langfristig gehaltene Vermögenswerte und zu 19,9 % (Vj.: 21,7 %) auf kurzfristig gehaltene Vermögenswerte.

Die langfristig gehaltenen Vermögenswerte betreffen vornehmlich immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen.

Die immateriellen Vermögenswerte betragen zum Geschäftsjahresende TEUR 639.280 (Vj.: TEUR 615.071) und betreffen größtenteils die aus den Unternehmenszusammenschlüssen resultierenden Goodwills in Summe mit TEUR 478.521 (Vj.: TEUR 456.811) und die aus den Kaufpreisallokationen aufgedeckten Kundenbeziehungen mit TEUR 148.008 (Vj.: TEUR 148.100). Der Erhöhung der immateriellen Vermögenswerte stehen in 2021 Abschreibungen in Höhe von TEUR 20.898 (Vj.: TEUR 16.396) gegenüber, die vor allem die Abschreibungen der Kundenbeziehungen betreffen.

Das Sachanlagevermögen beträgt zum Geschäftsjahresende TEUR 189.925 (Vj.: TEUR 191.634) und resultiert vornehmlich aus den Produktionsstandorten (Grundstücke und Gebäude) und den zur Produktion verwendeten Maschinen und anderen Anlagen. Wir verweisen auf den Anlagespiegel im Abschnitt E. 1. und 2. des Anhangs.

Die kurzfristig gehaltenen Vermögenswerte in Höhe von TEUR 220.470 (Vj.: TEUR 236.233) betreffen im Wesentlichen Vorratsvermögen in Höhe von TEUR 76.794 (Vj.: TEUR 72.408), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 71.413 (Vj.: TEUR 65.308) sowie die Zahlungsmittelbestände des Konzerns in Höhe von TEUR 31.387 (Vj.: TEUR 41.606). Die Erhöhung des Vorratsvermögen und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren weitgehend aus den Unternehmenserwerben in 2021.

Das Eigenkapital des Konzerns beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 205.534 (Vj.: TEUR 231.826). Im Berichtsjahr erhöhte sich die Kapitalrücklage infolge von durchgeführten Kapitalerhöhungen um TEUR 4.266 auf TEUR 309.502 (Vj.: TEUR 305.237). Die anderen Rücklagen in Höhe von TEUR -9.894 (Vj.: TEUR - 13.549) betreffen insbesondere die Rücklage für Wechselkursänderungen (TEUR -9.640 Vj.: TEUR -10.960) und sonstige Veränderungen, wie die Inflationsbereinigung nach IAS 29 und Erwerbe von Minderheitenanteilen (TEUR -254 Vj.: TEUR 2.955). Die Konzern-Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag beträgt 18,5 % (Vj.: 21,3 %).

Das Fremdkapital des Konzerns setzt sich im Wesentlichen aus langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 722.803 (Vj.: TEUR 678.541) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 80.393 (Vj.: TEUR 62.457) zusammen. Die Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten steht weitgehend im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben in 2021 und die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen basiert vor allem aus Unternehmenserwerben in 2021 und Maßnahmen zur Verbesserung der Zahlungsziele mit Lieferanten.

Die Finanzverbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten als wesentliche Finanzierungsquelle des Konzerns in Höhe von TEUR 531.263 (Vj.: TEUR 510.397), die vornehmlich zur Finanzierung der Unternehmenserwerbe sowie zur Umfinanzierung der All4Labels Group GmbH, Witzhave, und deren Tochtergesellschaften vorhandenen Darlehen aufgenommen worden sind. Darüber hinaus enthalten die Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 132.615 (Vj.: TEUR 123.129), welche ebenfalls zur Finanzierung der Unternehmenserwerbe aufgenommen worden sind, sowie Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen im Sinne des IFRS 16 in Höhe von TEUR 53.736 (Vj.: TEUR 38.037). Hinsichtlich der Fristigkeit der Finanzverbindlichkeiten verweisen wir auf Abschnitt G.4.c des Anhangs.

4.3 Finanzlage

Die Finanzlage des All4Labels-Konzerns ist vor allem durch Unternehmenserwerbe, die Verbesserung des Working Capital Managements, die Investitionen in die Erneuerung und Erweiterung des Maschinenparks und die Restrukturierungsmaßnahmen geprägt. Im Jahr 2021 wurden die Dany Etichettificio in Italien, All4Labels Russia in Russland und Labelprint24 Gruppe in Deutschland erworben, wir verweisen auf Abschnitt B.3 des Anhangs.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Jahr 2021 TEUR 72.751 (Vj.: TEUR 50.691). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich in 2021 auf TEUR -57.370 (Vj.: TEUR -128.265). Hiervon entfallen TEUR 32.494 (Vj.: TEUR 106.421) auf Auszahlungen für den Erwerb der bereits aufgeführten drei Gesellschaften und Investitionen in Sachanlagen in Höhe von TEUR 27.538 (Vj.: TEUR 23.108).

Somit ergibt sich ein Cashflow vor Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 15.381 (Vj.: TEUR -77.574).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt 2021 TEUR -26.693 (Vj.: TEUR 104.292). Hiervon entfallen TEUR 4.266 (Vj.: TEUR 31.168) auf Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen und TEUR 1.765 (Vj.: TEUR 12.399) auf die Einzahlungen aus Gesellschafterdarlehen. Des Weiteren entfallen TEUR 14.833 (VJ: TEUR 99.918) auf Einzahlungen und Auszahlungen von anderen Finanzinstrumenten, wie die Veränderung der Rahmenkreditlinie. Dazu kommen noch Zins- und Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 47.557 (Vj.: TEUR 39.193), im Wesentlichen bedingt durch die Aufnahme von den Finanzverbindlichkeiten. Zur Analyse der Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten insgesamt verweisen wir auf Abschnitt I.1 des Anhangs.

Zusammen mit den wechselkursbedingten Änderungen des Finanzmittelfonds hat sich der Zahlungsmittelbestand in der Berichtsperiode 2021 um TEUR -10.219 (Vj.: Erhöhung um TEUR 26.957) verringert. Die Liquidität ist über ausreichend nicht in Anspruch genommene Kreditrahmen in Höhe von TEUR 26.665 (Vj.: TEUR 20.760) gesichert.

4.4 Gesamtaussage zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Der Geschäftsverlauf sowie die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des abgelaufenen Geschäftsjahres sind stark durch die Unternehmenserwerbe und die Restrukturierungs- und Umstellungsaktivitäten beeinflusst. Die wirtschaftliche Situation des All4Labels-Konzerns wird durch den Konzernabschluss zutreffend widergespiegelt.

4.5 Personal

Durch interne Schulungen werden die Mitarbeiter kontinuierlich weitergebildet. Die Arbeitsmarktsituation, insb. in Deutschland, führt zu einem erhöhten Wettbewerb und gestiegenen Anforderungen im Personalbeschaffungsbereich. Diesen Herausforderungen begegnet All4Labels mit einem strukturierten Ansatz zur Personalbeschaffung sowie einem erhöhten Fokus in den Bereichen Mitarbeiterförderung und Mitarbeiterentwicklung.

Per Ende 2021 wurden 3.184 Mitarbeiter (Vj.: 2.963 Mitarbeiter) beschäftigt, hiervon entfielen ca. 66 % in den gewerblichen und 34 % in den kaufmännischen Bereich. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Zugänge zum Konsolidierungskreis zurückzuführen.

III. CHANCEN UND RISIKEN

Wie den dargestellten "Grundlagen des Konzerns" und der Aufgliederung der Umsatzerlöse zu entnehmen ist, haben die Gesellschaften in unterschiedlichen Produktbereichen und geografischen Märkten unterschiedlich starken Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Gesamtkonzerns. Entsprechendes Gewicht haben auch positive wie negative Ereignisse und Entwicklungen (Chancen und Risiken) auf die Konzernplanung.

1. Chancenbericht

Mit dem Unternehmenserwerb in 2019 ergeben sich neue Chancen für den All4Labels-Konzern. Mit dem Gesellschafter, Triton, besteht die Möglichkeit zusätzliches Kapital sowie Branchen- und Fachwissen in die Gruppe einzubringen, um die Expansion von All4Labels zu unterstützen. Darüber hinaus kann das internationale Netzwerk von Triton genutzt werden, um All4Labels bei der Entwicklung seiner globalen Reichweite zu unterstützen. Die Digitalisierung stellt dabei einen Schwerpunkt dar. Triton hat Erfahrung im Einsatz digitaler Technologien, um Unternehmen dabei zu helfen, effizienter zu werden. Es wird mit All4Labels an weiteren Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen arbeiten. Zugleich bestehen bei Triton langjährige Erfahrungen in der Optimierung operativer und administrativer Abläufe und Strukturen.

Bereits in den Jahren 2016 und 2018 hat sich die vorherige All4Labels Gruppe (Konzern der All4Labels Group GmbH) infolge der durchgeführten Zusammenschlüsse zu einem global agierenden Konzern entwickelt. Mit Baumgarten/Brasilien und Nuceria/Italien öffnete All4Labels zusätzliche Potentiale sowohl in seinen Kernsegmenten (Etiketten und Sleeves) als auch in weiteren Produktsegmenten wie bspw. Faltschachteln. All4Labels versteht sich als weltweit agierender Systemanbieter. Nach wie vor ergeben sich über diese Zusammenschlüsse Möglichkeiten zum Wachstum in den verschiedenen Marktsegmenten wie z. B. Beauty & Personal Care, Home Care und Beverage. Weitere Wachstumschancen ergeben sich, wie bereits erwähnt, aus den Erwerben der letzten zwei Geschäftsjahre der All4Labels Italy S.p.A. (vormals: GPS Rotomet S.r.l), All4Labels Shop, All4Labels Argentina, Dany Etichettificio, All4Labels Russia und Labelprint24 Gruppe.

Durch die Übernahme von Etichettificio Dany, Italiens führendem Hersteller von Haftetiketten für lokale Kunden in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie der Haushalts- und Körperpflegeindustrie, baut All4Labels sein Angebot an Etiketten in diesen Branchen weiter aus.

Der Zusammenschluss mit der Labelprint24 Gruppe ist für All4Labels ein weiterer, wichtiger Schritt im Aufbau zu einem führenden Anbieter von Online-Verpackungs-Dienstleistern. Mit dem innovativen Geschäftsmodell von Labelprint24 - modernste digitale Drucktechnik mit einem hohen Grad an Automatisierung und einem intelligenten Vertrieb über das Internet - wird All4Labels seine Wachstumsstrategie in neuen Märkten fortsetzten. Die kombinierten Unternehmen bieten zukünftig eine innovative Plattform und ein breites Spektrum an hochwertigen Verpackungslösungen von denen Kunden international profitieren werden.

Die Ausweitungen im Kunden- sowie im Produktportfolio ermöglichen weiteres organisches Wachstum und bieten darüber hinaus Ergebnispotentiale durch Cross-Selling-Effekte.

Mit dem sich immer stärker abzeichnenden Trend den Kunden digitale Lösungen anzubieten, sieht sich gerade die All4Labels Gruppe mit ihrer globalen Digitaldruck-Erfahrung exzellent aufgestellt. Dies geht einher mit der konsequenten Verfolgung der Innovationsführerschaft in diesem Bereich und der nachdrücklichen Penetration des Marktes.

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen. Daraus ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken für den Konzern. Die Suche nach nachhaltigen Lösungen stellt einen Entwicklungsschwerpunkt des Konzerns dar, um positive Impulse aus dem Trend abzuleiten.

Mit der Smart & Secure GmbH treibt die All4Labels Gruppe neue Technologien, wie die RFID (Radio Frequency Identification; Datenübermittlung via Funkerkennung) konsequent voran.

Darüber hinaus hat die All4Labels Gruppe im Jahr 2020 ihre Aktivitäten auf dem stark wachsenden Online-Markt verstärkt, indem sie durch die Gründung der Palamo GmbH in die Entwicklung des Online-Geschäfts investiert. Die Zusammenführung der Palamo und der Laberprint24 Gruppe kann weitere positive Synergieeffekte ermöglichen.

Mit der langjährigen und umfassenden Erfahrung der All4Labels Gruppe als Systemanbieter von Supply-Chain-Lösungen sollen alle Konzernbereiche erfolgreich am Markt platziert werden. Die strategische Verbindung digitaler Innovationen mit Beratungs- und Innovationskraft in Supply-Chain-Fragen lässt die All4Labels Gruppe auch in Zukunft als kompetenten Partner für Kunden erscheinen.

2. Risikobericht

Die Risikomanagementrichtlinien der All4Labels Gruppe dienen der Identifizierung und Analyse der Risiken, denen der Konzern unterliegt, der Festlegung angemessener Grenzen und Kontrollmechanismen sowie der Überwachung der Einhaltung dieser Grenzen. Wir steuern die Risiken über unsere Finanzorganisation auf konzernweiter Basis. Die Risikomanagementrichtlinien und Systeme werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und der Geschäftstätigkeiten des Konzerns widerzuspiegeln. Dabei strebt der Konzern durch seine Ausbildungs- und Führungsstandards und Verfahren ein diszipliniertes und konstruktives Kontrollumfeld an, in dem alle Mitarbeiter ihre Aufgaben und Pflichten verstehen.

In allen Bereichen (Etikettendruck, flexible Verpackungen und Sleeves sowie Smart & Secure) existieren Abhängigkeiten vom Markterfolg der belieferten Kunden und damit von der allgemeinen Konsumentwicklung. Der Konzern ist, je nach dem Branchenschwerpunkt der Kunden, auch unterschiedlich stark - positiv wie negativ - von spezifischen Branchenentwicklungen betroffen.

Absatzrisiko

Risiken bestehen somit folglich zunächst vornehmlich in der konkreten wirtschaftlichen Entwicklung und dem wirtschaftlichen Verhalten der Geschäftspartner. Auf Kundenseite fordert ein schnelllebiger Absatzmarkt eine stetige Weiterentwicklung der Gruppe. Als Konzern ist es wichtig, sich stets auf die aktuellen Bedürfnisse seiner Kunden einzustellen. Da diese Bedürfnisse sich stetig ändern, besteht hierbei das Risiko, dass langfristige Investitionen nicht für die zukünftigen Kundenanforderungen ausgelegt sind. Daher ist es wichtig, flexibel aufgestellt zu sein und eine konsequente, langfristige Konzernstrategie zu verfolgen.

Beschaffungsrisiko

Auf Lieferantenseite ist auf Alleinstellungsmerkmale von Lieferanten oder die produktionstechnische Abhängigkeit von wenigen Maschinen zu achten. Die Herausforderung bzw. das Risiko besteht darin, in einem begrenzten Anbieter-Portfolio zu günstigen Konditionen einkaufen zu müssen. Dem Einsatz und der Entwicklung von Alternativprodukten bzw. -verfahren wird daher permanent nachgegangen.

Aufgrund unserer besonderen Liefer- und Leistungsbeziehungen zu unseren Lieferanten ist davon auszugehen, dass es trotz einer möglichen Verknappung auf einzelnen Rohstoffmärkten zu keinen wesentlichen Engpässen in der Beschaffung kommen wird. Den gestiegenen Einkaufskosten, insbesondere im Bereich der Haftlaminate, wurden bzw. werden mit einer angepassten Preisstellung sowie mit spezifischen Maßnahmen im Beschaffungsansatz entgegengewirkt. Allerdings stellt eine weltweite Verknappung der Rohstoff-Ressourcen auch für die All4Labels-Gruppe ein permanentes Risiko dar. Wir verweisen auf die Ausführungen im Abschnitt 5. Prognosebericht.

Marktrisiko

Die Ausweitung der Geschäftstätigkeiten der All4Labels Gruppe in den mittel- und südamerikanischen Markt birgt neben Chancen auch gewisse Risiken. Die brasilianische wie auch die mexikanische Industrie verzeichneten bis 2017 kein bzw. kaum Wachstum, erholten sich jedoch in 2018 und 2019 geringfügig. Nach anfänglichem Wachstumsrückgang zu Beginn des Jahres 2020, wächst der industrielle Sektor im Jahr 2021 wieder stärker.

Rechtliche und steuerliche Risiken

Wir sind zudem vielfältigen, steuerlichen und rechtlichen Regelungen unterworfen. Bestehende und drohende Rechts- und Steuerstreitigkeiten werden kontinuierlich erfasst, analysiert und hinsichtlich ihrer juristischen und finanziellen Auswirkungen bewertet und ggf. in der bilanziellen Risikovorsorge entsprechend berücksichtigt.

IV. RISIKOBERICHTERSTATTUNG ÜBER DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

Währungsrisiko

Der internationale Charakter der Geschäftstätigkeiten des Konzerns bringt Lieferungen und Zahlungen in verschiedenen Währungen mit sich. Wechselkursschwankungen bergen das Risiko von Verlusten, da Vermögenswerte, die auf Währungen mit einem fallenden Wechselkurs lauten, an Wert verlieren, während Verbindlichkeiten, die auf Währungen mit einem steigenden Wechselkurs lauten, teurer werden. Zur Absicherung dürfen nur derivative Instrumente eingesetzt werden, die in konzernweiten Richtlinien definiert wurden und im Risikomanagementsystem ausgewiesen und bewertet werden können. Der Konzern verfolgt das Ziel, die Fremdwährungsrisiken auf akzeptablem Niveau zu halten. Er akzeptiert die Risiken nur in dem zur Finanzierung der ausländischen Tochtergesellschaften und zum Erhalt des Geschäftsbetriebs notwendigen Ausmaß.

Kreditrisiko

Der Konzern verfügt über einen solventen und bonitätsstarken Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die Ausnahme. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügen die Unternehmen über ein angemessenes Debitorenmanagement. Zusätzlich nutzt der Konzern ein Asset-Backed-Securitization-Programm und lokale Factoring-Programme, um die Risiken zu minimieren. Die Verbindlichkeiten werden in der Regel unter Abzug von Skonto innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern Schwierigkeiten hat, seinen Verpflichtungen im Zusammenhang mit seinen finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen, die durch Zahlung von Bargeld oder andere finanzielle Vermögenswerte beglichen werden. Der Konzern verfolgt im Rahmen seiner Steuerung des Liquiditätsrisikos das Ziel, dafür zu sorgen, dass sowohl unter normalen als auch unter angespannten Bedingungen stets Liquidität in ausreichender Höhe zur Verfügung steht, um Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu erfüllen.

Daher wird durch das zentrale Cashmanagement regelmäßig eine Liquiditätsprognose erstellt. Um den Finanzbedarf zu decken, werden verschiedene marktgängige Finanzinstrumente eingesetzt. Der Konzern nutzt Eigenkapital, Asset-Backed-Securitization- und Factoring-Programme, Cash-Pooling-Vereinbarungen und bestehende Kreditlinien auf der Grundlage der einschlägigen rechtlichen und steuerlichen Vorschriften, um sicherzustellen, dass es dem Finanzierungsbedarf seiner Geschäftstätigkeit und seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann.

Im langfristigen Bereich refinanzierte sich der Konzern in 2019 über ein Konsortialdarlehen und Gesellschafterdarlehen, für die Rückzahlungsvereinbarungen größer als 5 Jahre bestehen. Der kurzfristige Bereich wird vornehmlich über Eigenmittel und eine ausreichende refinanzierte Rahmenkreditlinie gesteuert. Beim Erwerb der GPS Rotomet S.r.L in 2020 ist der Finanzierungsrahmen erweitert worden.

Der Darlehensvertrag enthält unter anderem auch Verpflichtungen zur ordnungsgemäßen Führung der Geschäfte, Berichtspflichten, Einschränkungen bezüglich der Verschuldung und Verwendung liquider Mittel sowie finanzielle Covenants. Die finanziellen Covenants haben zum Ziel, eine Mindestliquidität sicherzustellen. Bei Unterschreiten einer bestimmten Liquiditätsgrenze in Abhängigkeit der Ausnutzung der Rahmenkreditlinie wird der Verschuldungsgrad für den Rahmenkredit gemessen. Dieser darf einen vorbestimmten Grad nicht überschreiten, ansonsten müssen fristgerecht Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung eingeleitet werden. Bei Nichteinhaltung von Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag kann dieser durch die Kreditgeber gekündigt werden. Die Gesellschaft überwacht im Rahmen ihrer Treasury Prozesse die Einhaltung der Bedingungen des Darlehensvertrages und sieht aktuell keine Hinweise, dass die Einhaltung der Verpflichtungen gefährdet sein könnte.

Darüber hinaus können Finanzierungen von größeren Investitionen in das Anlagevermögen (z. B. Maschinen) über entsprechend langfristige Finanzierungsverträge vorgenommen werden, dies betrifft sowohl Leasing- als auch Darlehensgeschäfte. Die einzelnen Gesellschaften finanzieren sich längerfristig innerhalb des Konzerns. Automatisierte Finanzierungsprozesse, wie z.B. ein bestehendes Cash-Pooling, sind auf die wesentlichen Unternehmen der Gruppe ausgeweitet worden. Die All4Labels Gruppe versucht aktiv das Liquiditätsrisiko durch verschiedene Maßnahmen zu reduzieren.

Zinsrisiko

Zur Vermeidung von Zinsänderungsrisiken bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten werden teilweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Währungsrisiken werden zurzeit nur im geringeren Ausmaß gesondert, z. B. durch Devisentermingeschäfte oder Ähnliches, gesichert. Die Überwachung der Fremdwährungs- und Zinsrisiken erfolgt durch das im Finanzwesen angesiedelte "Group Treasury" des Konzerns. Im Zuge der Ausweitung der Konzernaktivitäten in Wachstumsregionen entsteht ein erweiterter Bedarf an Fremdwährungstransaktionen, dem durch die Einführung einer Fremdwährungs-Management-Policy Rechnung getragen wird.

Das Finanz- und Risikomanagement hat zum Ziel, den Konzernbestand gegen finanzielle Risiken abzusichern.

V. PROGNOSEBERICHT

Infolge der Unternehmenserwerbe geht die Geschäftsleitung von der Hebung erheblicher Synergien, aus der weiteren Integration der Gesellschaften, im Konzernverbund in den kommenden Jahren aus, welche sich über sämtliche Bereiche des Konzerns erstrecken und in positiven Auswirkungen in den Folgejahren widerspiegeln. Darüber hinaus wird von den neuen Gesellschaftern zusätzliches Kapital, Branchen- und Fachwissen eingebracht, um die Expansion des Konzerns zu unterstützen.

Erwerb der Etichettificio Dany, All4Labels Russia und Labelprint24 Gruppe

Mit Wirkung zum 28. Juli 2021 wurden 100 % der Anteile der Etichettificio Dany S.r.l., Riccione/ Italien erworben, um die globale Wachstumsstrategie von All4Labels und den Ansatz, Partnerschaften mit führenden Familienunternehmen im Etikettensektor einzugehen, fortzuführen. Mit der Transaktion in Italien ist es das Ziel des Konzerns, sich in den Bereichen Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie der Haushalts- und Körperpflegeindustrie zu stärken und die Marktanteile zu erhöhen. Der All4Labels Konzern geht im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb von merkbaren Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus.

Die All4Labels Russia OOO, St. Petersburg/Russland wird seit dem 1. August 2021 vollkonsolidiert. Bis zum 31. Juli 2021 wurde die Gesellschaft At-Equity bilanziert. Der All4Labels Konzern geht durch die Änderung der Konsolidierungsmethode von leichten Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus.

Mit Wirkung zum 22. November 2021 wurden 74,99 % der Anteile an der Labelprint24 Gruppe erworben. Der Zusammenschluss mit der Labelprint24 Gruppe ist für All4Labels ein weiterer, wichtiger Schritt im Aufbau zu einem führenden Anbieter von Online-Verpackungs-Dienstleistungen. Mit dem innovativen Geschäftsmodell von Labelprint24 - modernste digitale Drucktechnik mit einem hohen Grad an Automatisierung und einem intelligenten Vertrieb über das Internet - wird All4Labels seine Wachstumsstrategie in neuen Märkten fortsetzen. Der All4Labels Konzern geht im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb von merkbaren Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus.

Prognose 2022

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet die Geschäftsführung Umsätze zwischen Mio. EUR 560 und Mio. EUR 585 und ein bereinigtes EBITDA zwischen Mio. EUR 100 und Mio. EUR 110. In den Erwartungen spiegeln sich die durch die COVID-19-Pandemie bedingt insgesamt schwächere Nachfrage und verlangsamte Geschäftstätigkeit sowie die negativen Auswirkungen des Rohstoffbeschaffungsmarktes und des starken Euros wider. Positiv tragen die Unternehmenserwerbe des Jahres 2021 und neu gewonnene Geschäfte zum Ergebnis bei. Für das Folgejahr wird eine weitere Verbesserung von Umsatz und EBITDA erwartet, sofern sich die weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in einem für den Konzern weiter überschaubaren Rahmen halten und die Auswirkungen am Rohstoffbeschaffungsmarkt rückläufig sind.

Beschaffungsmarkt für Rohstoffe

Signifikant steigende Rohstoff-, Fracht und Energiepreise von Lieferanten und Dienstleistern an den All4Labels Konzern führen zu merklichen Belastungen in den Herstellkosten. Neben den Preissteigerungen auf der Beschaffungsmarktseite führen auch verlängerte Lieferzeiten von Rohmaterialen, u.a. bedingt durch die Materialknappheit durch Verzögerung in den Lieferketten aufgrund der Auswirkungen durch COVID-19 sowie anhaltende Streiks bei Lieferanten, zu erhöhten Kosten in der Materialbeschaffung und Produktion. All4Labels entgegnet den Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite mit Kostensenkungsmaßnahmen in anderen Bereichen, Prozessverbesserungen in der Produktion zur Reduzierung der Material- und Energiekosten sowie mit konsequent umzusetzenden Preisanpassungen auf der Verkaufsseite. Bei anhaltenden und zukünftig neuen Kostensteigerungen und Lieferengpässen im Beschaffungsmarkt kann sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns ggf. deutlich schlechter als prognostiziert entwickeln.

Russland / Ukraine Konflikt

Auch wenn die Auswirkungen des Russland-Ukraine Konfliktes auf unsere Geschäftstätigkeit bislang überschaubar sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei zukünftigen und anhaltenden Einschränkungen der weltweiten Lieferketten auch unsere Geschäftstätigkeit schwerer betroffen sein wird und sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns ggf. deutlich schlechter als prognostiziert entwickelt. Der Beitrag der All4Labels Russia zu den Konzernumsatzerlösen (rund 2 %) und zum Konzern-EBITDA (rund 1 %) ist aus Sicht der Risikobetrachtung von untergeordneter Bedeutung.

 

Witzhave, den 29. April 2022

All4Labels HoldCo GmbH

Adrian Tippenhauer

Dr. Günther Weymans

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der All4Labels HoldCo GmbH, Witzhave, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 29. April 2022

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marion Lammers, Wirtschaftsprüferin

Max Schürtz, Wirtschaftsprüfer

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