ZARGES GmbHLiquidiert

82362 Weilheim in Oberbayern, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 169642
Eingetragen
29.8.2007
Branche
Herstellung von Schlössern und Beschlägen aus unedlen MetallenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit Motorantrieb
Gegenstand
Herstellung, Vertrieb und Montage von sowie Handel mit Gegenständen aus metallischen und nichtmetallischen Werkstoffen, insbesondere in Leichtbauweise, namentlich durch Fortführung des Betriebs der ZARGES GmbH & Co. KG nach deren Umwandlung in die ZARGES GmbH.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Peter Schneiders
seit 8.5.2024
Prokura
Markus Dippold
seit 8.5.2024
Prokura
Tobias Vogler
seit 4.7.2023
Prokura
Robert James King
seit 16.11.2018
Prokura
Maximilian Treptow
seit 28.7.2014
Geschäftsführer
Carsten Rethmeier
seit 24.9.2007
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ZARGES GmbH

Weilheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

der ZARGES GmbH, Weilheim i.OB

I Grundlagen

1) Geschäftsmodell der ZARGES GmbH

a) Organisationsstruktur

Die aktuelle Organisationsstruktur der Zarges Gruppe ergibt sich wie nachfolgend dargestellt. Bis auf die Beteiligung in Polen werden jeweils 100 % der Anteile direkt oder indirekt gehalten. Die Anteile der Zarges Holding GmbH werden von Unternehmen der WernerCo-Gruppe (Werner Global Holdings S.à r.l.) gehalten, welche von der obersten Anteilseignerin, WILLA MIDCO S.à r.l. in Luxembourg, beherrscht wird.

b) Geschäftsbereiche

Die ZARGES GmbH tritt unter klarer Separierung der Geschäftsbereiche "Access" und "Logistik" an den Märkten auf; die Tätigkeit der Bereiche ist in den folgenden Abschnitten "Standorte" und "Produkte & Dienstleistungen" beschrieben. Sitz der Gesellschaft ist Weilheim in Oberbayern.

Das gesamte Produkt- und Dienstleistungssortiment wird im Wesentlichen in die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) sowie Nord- und Osteuropa vertrieben.

c) Standorte

Die Produktionsstätten der ZARGES GmbH liegen für den Bereich Logistik in Weilheim und für Speziallösungen im Bereich Access in Dresden. Ein weiterer Produktionsstandort der Zarges Gruppe, der den Bereich Steigtechnik für die Gruppe abdeckt, befindet sich in Kecskemet, Ungarn. Die Zarges Gruppe verfügt über Vertriebsstandorte in den Niederlanden, Österreich, Dänemark, Frankreich, Schweiz, Schweden, Finnland, Großbritannien, Polen, Tschechien und den USA. Über ein zusätzliches Händlernetzwerk deckt Zarges viele weitere Länder, insbesondere Norwegen, Spanien und Russland ab. Insgesamt ist die Gruppe weltweit in rd. 35 Ländern präsent.

d) Produkte & Dienstleistungen

Die Zarges Gruppe gehört zu den führenden Herstellern für Steigtechnik und Aluminium-Transportlösungen sowie Speziallösungen im Bereich Access in Europa. Produziert werden Leitern, Fahrgerüste, Windturminnenausstattungen/Aufzugsysteme, Wartungsdocks für Flugzeuge und Züge sowie Transportlösungen (Aluminiumkisten), Logistics Medical Produkte sowie Sonderlösungen, mit denen vorwiegend Handel und Industrie in den Heimatmärkten und im Ausland beliefert werden. Die ZARGES GmbH produziert und vertreibt innerhalb der Gruppe die Produkte des Geschäftsbereichs Logistik.

e) Absatzmärkte

Wesentliche Absatzmärkte sind neben Deutschland die anderen EU-Länder, Norwegen und die Schweiz. Der strategische Fokus der Marktbearbeitung liegt auf den Segmenten Fachhandel im Standardgeschäft (Leitern, Kisten, Fahrgerüste) sowie Industriedirektkunden für spezifische Lösungen (Leitern, Wartungsdocks für Flugzeuge und Züge sowie Sonderlösungen). Außer im Großprojektgeschäft gestaltet sich das Wettbewerbsumfeld lokal und damit vergleichsweise kleinteilig. Die ZARGES GmbH trifft auf eine Vielzahl kleinerer Konkurrenten.

f) Externe Einflussfaktoren

Im Wesentlichen stellt die Produktpalette der ZARGES GmbH für die Endkunden Investitionen dar, insbesondere im Handwerk und in der Industrie. Insofern prägt das Investitionsklima dieser Abnehmergruppen maßgeblich das Marktumfeld für die Unternehmensgruppe. Dies gilt sowohl für den mittelfristigen Trend als auch unterjährig für den saisonalen Verlauf der jeweiligen Einzelgruppen.

2) Ziele und Strategien

Für die ZARGES GmbH sind Qualität, Produktivität, Arbeitssicherheit und Umweltschutz wichtige Rahmenbedingungen für ihr Handeln. Sie nutzt ein strategisches Qualitätsmanagement, um Verbesserungen wirtschaftlich laufend sinnvoll umzusetzen. Hierzu werden Kennziffern definiert und mit mittel- und langfristigen Maßnahmen, die zu kontinuierlichen Fortschritten bei der Produktbeschaffenheit führen, verbunden. Darüber hinaus werden alle Geschäftsprozesse möglichst effizient gestaltet. Dies wird durch ein Zusammenspiel von Kostenmanagement und optimiertem Produkt-Mix erreicht. Eine schlanke Organisation sowie die ständige Steigerung von Effizienz in Entwicklung und Produktivität in der Fertigung sind ebenfalls unverzichtbar. Diese Ziele sind auch zukünftig für das fortgeführte Geschäft der ZARGES GmbH uneingeschränkt relevant.

a) Ausrichtung der Gesellschaft

In wesentlichen Umsatzbereichen (insbesondere Steigtechnik und Logistik) und Märkten bewegt sich die ZARGES GmbH in einem sich konsolidierenden Umfeld. Nachdem in den vergangenen Jahren kontinuierlich an der Optimierung der Kostenposition gearbeitet wurde, liegt der Fokus inzwischen auf der Realisierung der hieraus resultierenden Chancen am Markt, insbesondere durch die Etablierung einer integrierten, produktgruppen- und länderübergreifenden Marketing- und Vertriebsstrategie. Durch die zunehmende Kooperation mit Schwesterunternehmen aus dem Verbund der WernerCo Gruppe, insbesondere England und Frankreich, erwartet die ZARGES GmbH die Realisierung von zusätzlichem Nachfragepotenzial in Absatzmärkten und Kundensegmenten, die bisher nicht unmittelbar adressiert wurden ("Cross-Selling").

Kontinuierliche Produktivitätssteigerungen und die Sicherstellung des sehr guten Lieferservice unterstützen diese Ansätze. Qualität und Optimierung der Fertigungsprozesse ("Lean Production") sowie die Steigerung von Anlageverfügbarkeit und Personalproduktivität stehen darüber hinaus im Fokus der kontinuierlichen Werksentwicklung. Zudem richtet sich der Fokus nach wie vor auf die Optimierung ganzheitlicher Unternehmensprozesse (z.B. Innovationsprozess, "Order-to-Cash"-Prozess), um über die Optimierung unternehmerischer Teilprozesse hinaus die Unternehmensgruppe ganzheitlich effizient auszurichten.

Flankierend wird das Thema Innovation und Produktmodularität in den Vordergrund gerückt. Prozess-, Produkt- und Serviceinnovationen unterstützen die Marktbearbeitung. Die Zarges Gruppe will das bestehende Kerngeschäft Steigtechnik (Leitern, Fahrgerüste) und Logistik (Transportlösungen sowie Medical) weiter ausbauen und die Marktdurchdringung intensivieren. Darüber hinaus will die Gruppe ihre Positionen als fokussierter Spezialanbieter im Bereich Militär, Luftfahrt (Air), Bahn (RAIL), Special Solutions Building & Industries stärken und damit die Kundenbasis verbreitern.

b) Strategischer Einkauf

Die Einkaufsorganisation der ZARGES GmbH fußt auf vielschichtigen Kompetenzen, die auch den Rohstoffeinkauf betreffen. Dabei wird der Aluminium-Einkauf für die gesamte Zarges Gruppe einheitlich koordiniert und nach Möglichkeit, je nach Erwartung der Aluminiumpreisentwicklung, mit bis zu 12 Monaten Vorlaufzeit entsprechenden Kontrakten gesichert.

Angesichts laufend schwankender Energie- und Rohstoffkosten sind Einsparungen auf diesem Gebiet von zentraler Bedeutung. Ein werksübergreifendes Einkaufsmanagement nutzt hierbei alle Möglichkeiten, Kosten zu optimieren, bei gleichzeitiger Sicherstellung von Fertigungs- und Lieferqualität.

Auch in diesem Bereich erwartet die Zarges Gruppe durch Kooperation mit Verbundgesellschaften aus der WernerCo Gruppe die zunehmende Realisierung von Einkaufsvorteilen.

3) Forschung & Entwicklung

Forschung und Entwicklung findet bei der Zarges Gruppe sowohl als kontinuierlicher Verbesserungsprozess als auch in speziellen Projekten statt. Ziel ist die Steigerung der Produktqualität sowie die Erhöhung der Produktivität. Projekte werden mit den werksübergreifenden Kompetenzteams vorangetrieben oder in engem Kontakt mit Lieferanten, Kunden sowie bspw. Hochschulen konzipiert.

Auf der Marktseite dominieren Produktinnovationen. Dabei steht stets die strikte Ausrichtung auf Ansprüche aktueller und potenzieller Kunden im Mittelpunkt. Als ein technologischer Führer gehören ständige Innovationen in den Bereichen Funktion, Prozesssicherheit und -effizienz, Arbeitssicherheit und Artikeldesign zum Tagesgeschäft. Um diesen Prozess zu optimieren, stehen Produktmanagement-Teams verschiedener Standorte der Zarges Gruppe auch international kontinuierlich im Austausch.

Der Experten- und Know-how-Austausch ist von besonderer Bedeutung. Die Angleichung der technischen, qualitativen, administrativen sowie datentechnischen Standards innerhalb des Unternehmens wird mit hohem Einsatz betrieben. Die Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht dabei den intensiven Austausch von Erfahrungen und Wissen.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich ein in Maßnahmen zu Prozessstabilisierung und -optimierung in der Fertigung. Dabei steht neben der Kostenreduktion die Verbesserung der Produktqualität und die Aufrechterhaltung eines sehr hohen Service- und Liefergrades im Mittelpunkt.

Auch auf informationstechnologischer Seite wird die Verarbeitung der im Fertigungsprozess generierten Daten permanent optimiert. In der Produktion werden Effizienzsteigerungen durch zunehmend verfeinerte Kontroll- und Messsysteme sichergestellt.

Auch die F&E-Projekte für das kommende Jahr bleiben vielfältig, wobei einige der Projekte langfristig angelegt sind und somit auch in den kommenden Jahren Bestandteil des Entwicklungsprozesses sein werden. Die Projekte betreffen mehrheitlich die Erfüllung von Kundenbedürfnissen sowie von regulatorischen Anforderungen bzgl. höherer Sicherheitsstandards und der Berücksichtigung steigender Effizienzanforderungen.

Auf eine Aktivierung der Entwicklungsleistungen wird in der Regel verzichtet, da diese mehrheitlich in Produkte für das Seriengeschäft fließen. Ausnahmen bestehen lediglich dann, wenn für mehrjährige und wiederkehrende Projektgeschäfte mehrfach anwendbare und verwertbare Kompetenzen erarbeitet werden. Im Berichtsjahr konnten Neuentwicklungen mit einem Wert von 1.153 TEUR (Vorjahr: 655 TEUR) aktiviert werden. Die aktivierten Werte werden über die erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Das verbleibende Potenzial wird kontinuierlich evaluiert.

II Wirtschaftsbericht

1) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

a) Global

Aufgrund der pandemiebedingten Situation lassen sich die wirtschaftlichen Entwicklungen in 2021 kaum mit den Entwicklungen der Vorjahre vergleichen.

Die Weltwirtschaft wuchs im Laufe des Jahres 2021 stark. Die Weltwirtschaft erlebte einen Aufschwung von rd. 6,1 % und lag somit deutlich über dem Niveau des Vorjahres (2020: -3,3 %). Die Industrieproduktion und der Welthandel scheinen sich in 2021 bereits fast vollständig erholt zu haben und von der zweiten Welle der Pandemie kaum beeinträchtigt worden zu sein.

Im Vergleich zur Entwicklung des weltweiten BIP verzeichnete die Wirtschaft in 2021 im Euroraum mit rd. 5,3 % eine erheblichere Steigerung. 1

Aufgrund der Maßgeblichkeit der jeweiligen Branchenkonjunkturen für die einzelnen bearbeiteten Märkte und Segmente ergaben sich keine nennenswerten Verschiebungen zur Wettbewerbssituation und zur Positionierung der Zarges Gruppe in diesem Umfeld über die Märkte hinweg.

b) Deutschland

Im Jahr 2021 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands rund 3,6 Billionen Euro. Somit stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 2,9 %. 2 Grund für den Anstieg war insbesondere die Erholung nach der Corona-Krise 2020 und der damit einhergehenden Shutdowns der Wirtschaft.

In Deutschland erlitt die Anzahl der Erwerbstätigen pandemiebedingt in 2020 einen Rückgang um 0,5 Mio. (-0,1 %) auf 44,8 Mio., aber erhöhte sich in 2021 um 0,2 Mio. (+0,1%) auf 45,0 Mio.

Für die Zarges Gruppe und ihre Wettbewerber als Ausrüster der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes war dieses Umfeld insgesamt und im zeitlichen Verlauf prägend.

2) Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

a) Finanzielle Leistungsindikatoren

Aufgrund der Eigenkapitalstruktur mit Private-Equity-Investoren als Hauptanteilseigner des Gesamtunternehmensverbunds WernerCo sind die wesentlichen Steuerungsgrößen für die Zarges Gruppe und die ZARGES GmbH die Umsatzerlöse und das EBITDA 3. Eine Abweichungsanalyse (Soll-Ist-Entwicklung) erfolgt unter Abschnitt 4) "Lage".

1 Vgl. Institut für Weltwirtschaft (IfW), Kiel: Kieler Konjunkturberichte; Konjunktur im Euroraum im Frühjahr 2022, S. 19.
2 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/02/PD22_074_811.html
3 Das EBITDA ist definiert als operatives Ergebnis vor Zinsen/Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen, bereinigt um nicht wiederkehrende Sachverhalte außerhalb des regulären Geschäftsbetriebs. Nicht wiederkehrende Sachverhalte sind bestimmte Bankgebühren, Restrukturierungskosten und Einmaleffekte.

Umsatzerlöse

Wesentlicher Treiber für den wirtschaftlichen Erfolg ist die Höhe der externen Umsätze mit Kunden. Sowohl auf Gruppen- als auch auf Geschäftsbereichsebene ist die Entwicklung des Umsatzvolumens daher wesentliche Steuerungsgröße. Dies gilt umso mehr, als dass in den vergangenen Jahren erhebliche strukturelle Verbesserungen der Kostenseite vorgenommen wurden und damit Umsatzveränderungen unmittelbar Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Gesamterfolg der Gesellschaft und der Gruppe haben.

EBITDA

Die Berechnung des EBITDA als Steuerungsgröße ergibt sich ausgehend vom Ergebnis vor Steuern durch Herausrechnen der nicht wiederkehrenden Einmalaufwendungen (118 TEUR/Vorjahr: 218 TEUR), sowie der Abschreibungen aus der laufenden Periode (2,5 Mio. Euro/Vorjahr: 2,5 Mio. Euro) sowie der Zinsaufwendungen und Steuern. Für das Berichtsjahr ergab sich in der ZARGES GmbH ein EBITDA vor Einmalaufwendungen von -4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro).

b) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Zu Steuerungszwecken werden nichtfinanzielle Leistungsindikatoren nicht verwendet. Durch das kontinuierliche Durchlaufen des Zyklus "Vorgabe-Messung-Abweichungsanalyse-Gegenmaßnahme" führt auch die Kontrolle nichtfinanzieller Leistungsindikatoren mittelbar zu einer Verbesserung der finanziellen Steuerungsgrößen.

Hervorzuheben sind hier die Größen Kundenreklamationen und Produktqualität, für die es auf Ebene aller Vertriebsorganisationen und der Werke einzuhaltende Vorgaben gibt. Wichtig sind darüber hinaus für die Leistung der Werke der jeweilige Krankenstand, die Anlagenverfügbarkeit und Produktivitätsentwicklung sowie Liefer-/Servicegrad. Für diese Kenngrößen werden ebenfalls Zielwerte definiert und gegebenenfalls mit Hilfe notwendiger Korrekturmaßnahmen auch eingehalten.

3) Geschäftsverlauf

Die ZARGES GmbH tritt unter klarer Separierung der Bereiche Access einerseits und Logistik andererseits an den Märkten auf. Insgesamt trägt die kontinuierliche Fokussierung auf die Kernmarke "ZARGES" zu einer intensiveren Bearbeitung der regionalen und lokalen Kernmärkte bei. Die angestrebte Stärkung der Marktdurchdringung auf allen Vertriebsebenen ist sichtbar und wird für die ZARGES GmbH auch in den kommenden Jahren konsequent fortgesetzt.

Das Umsatzvolumen der ZARGES GmbH lag im Geschäftsjahr 2021 mit 108 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr (99,6 Mio. Euro). Der Anstieg ist insbesondere auf Produktpreiserhöhungen zurückzuführen.

Das EBITDA vor Einmalaufwendungen lag mit - 4,8 Mio. Euro unter dem Niveau des Vorjahreswertes (4,3 Mio. Euro). Das ist insbesondere durch erhöhte Produktionsmaterialkosten und eine Erhöhung der notwendigen Pensionsrückstellung begründet.

4) Lage

a) Ertragslage

Umsatzentwicklung

Der Umsatz (netto) der ZARGES GmbH lag im Geschäftsjahr 2021 mit 108,0 Mio. Euro um rd. 8,4 Mio. Euro oder rd. 8,4 % über dem Vorjahr (99,6 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen zurückzuführen auf Produktpreiserhöhungen für Kundenaufträge um gestiegene Materialkosten zu kompensieren.

Der Export in nahezu alle europäischen Länder stützt sich einerseits auf rechtlich selbständige Vertriebsniederlassungen, andererseits auf starke lokale Partner. Der Export in außereuropäische Länder erfolgt überwiegend in Euro und ist gegenüber Ausfallrisiken besichert.

Schließlich bietet die ZARGES GmbH mit Wartungsdocks für Züge und Flugzeuge (Access Special Solutions) Lösungen für die Instandhaltung in der Luftfahrt- und Schienentransport-Industrie in der DACH-Region und zunehmend auch im weiteren europäischen Ausland an.

Ergebnisentwicklung

Die für die betriebliche Leistungsfähigkeit der ZARGES GmbH relevante Maßeinheit, EBITDA vor Einmaleffekten, betrug in 2021 insgesamt -4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro).

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des EBITDA vor Einmalaufwendungen der ZARGES GmbH in 2020 dar:

Werte in TEUR 2020
UMSATZERLÖSE 99.577
Bestandveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen -550
Sonstige betriebliche Erträge 1.149
Materialaufwand -47.287
Personalaufwand -32.587
Abschreibungen -2.480
Sonstige Aufwendungen -16.224
Operatives Ergebnis 1.598
Nicht wiederkehrende Einmalaufwendungen 218
Abschreibungen 2.480
EBITDA 4.296

EBITDA vor Einmalaufwendungen der ZARGES GmbH in 2021:

Werte in TEUR 2021
UMSATZERLÖSE 108.031
Bestandveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 744
Sonstige betriebliche Erträge 827
Materialaufwand -55.729
Personalaufwand -36.585
Abschreibungen -2.450
Sonstige Aufwendungen -22.186
Operatives Ergebnis -7.348
Nicht wiederkehrende Einmalaufwendungen 118
Abschreibungen 2.450
EBITDA -4.780

Das Beteiligungs- und Finanzergebnis ist um 24,1 % (0,4 Mio. Euro) gesunken, hauptsächlich durch reduzierte Dividenden von Tochtergesellschäften.

Für das Berichtsjahr verbleibt danach ein Jahresfehlbetrag in Höhe von -6,2 Mio. Euro (Vorjahr: Jahresüberschuss von 3,1 Mio. Euro). Dieser wird aufgrund des mit der Alleingesellschafterin abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrags vom Gesellschafter übernommen.

b) Finanzlage

Das Finanzergebnis ist gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund der reduzierte Ausschüttungen von Tochterunternehmen in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr 1,3 Mio. Euro) gesunken. Zur Steuerung und Optimierung des Liquiditätsbedarfs der Tochtergesellschaft führt die ZARGES GmbH einen Cashpool, die Forderungen aus dem Cashpooling betragen zum Abschlussstichtag 28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 10,3 Mio. Euro), die Cashpoolverbindlichkeiten betragen 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 4,1 Mio. Euro).

Wesentliche Investitionen wurden im Berichtsjahr im Sachanlagevermögen getätigt. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen in 2021 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro), insbesondere aufgrund von Investitionen in Maschinen. Inhaltliche Schwerpunkte waren Investitionen in Robotics Maschinen für die Boxenfertigung. Langfristige Investitionsverpflichtungen bestehen nicht. Die zum 31.12.2021 in Arbeit befindlichen Projekte führten in 2022 zu Auszahlungen in Höhe von ca. 0,8 Mio. Euro.

c) Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2021 erhöhte sich die Bilanzsumme der Gesellschaft auf 111,8 Mio. Euro von 80,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Aktiva

Auf der Aktivseite erhöhte sich das Anlagevermögen auf 63,6 Mio. Euro. Die Investitionen in Software, Entwicklungen und technischen Anlagen und Maschinen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,7 Mio. Euro. Die Ausleihungen an unsere Gesellschafterin aus einem erstmals im Mai 2022 kündigbaren Darlehen betragen Mio. EUR 29,9 (Vorjahr: 21,8 Mio. Euro).

Das Umlaufvermögen verzeichnete einen Anstieg von 17,7 Mio. Euro auf 47,8 Mio. Euro. Den um 1,1 Mio. Euro auf 9,8 Mio. Euro gestiegenen Vorräte und um 18,3 Mio. Euro auf 32,4 Mio. Euro gestiegenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen standen ein Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,0 Mio. Euro und insbesondere ein Rückgang der flüssigen Mittel um 1,3 Mio. Euro auf 2,4 Mio. Euro gegenüber.

Aktivseite der ZARGES GmbH:

AKTIVA, Werte in TEUR 31.12.2021 31.12.2020 Veränderung in %
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 2.975 2.251 32,2
Sachanlagen 9.365 7.835 19,5
Finanzanlagen 51.242 40.168 27,6
SUMME langfristige Vermögenswerte 63.582 50.254 26,5
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 9.751 8.675 12,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 630 1.607 -60,8
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 32.369 14.078 129,9
Sonstige Vermögensgegenstände 2.617 2.098 24,7
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.385 3.678 -35,2
Rechnungsabgrenzungsposten 503 504 -0,2
SUMME kurzfristige Vermögenswerte 48.255 30.640 57,5
SUMME AKTIVA 111.837 80.894 38,3

Passiva

Bei unverändertem Eigenkapital von 2,4 Mio. Euro erhöhten sich auf der Passivseite die Pensionsrückstellungen um 6,2 Mio. Euro auf nunmehr 66,4 Mio. Euro. Der Referenzzinssatz zum Bilanzstichtag nach HGB zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegt bei 1,87 % (Vorjahr: 2,30 %).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen auf 29,5 Mio. Euro (Vorjahr: 7,7 Mio. Euro).

Passivseite der ZARGES GmbH:

PASSIVA, Werte in TEUR 31.12.2021 31.12.2020 Veränderung in %
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 100 100 0,0
Rücklagen 1.251 1.251 0,0
Gewinnvortrag 1.069 1.069 0,0
Jahresergebnis 0 0 0,0
SUMME Eigenkapital 2.420 2.420 0,0
Sonderposten mit Rücklageanteil 86 97 -11,3
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 66.428 60.255 10,3
Steuerrückstellungen 0 0 -
Sonstige Rückstellungen 7.032 5.672 24,0
73.460 65.927 11,4
Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 382 362 5,8
Verbindlichkeiten aus LuL 5.223 3.734 39,9
Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 29.458 7.661 284,1
Sonstige Verbindlichkeiten 807 692 16,6
35.870 12.449 187,9
Rechnungsabgrenzungsposten 1 1 0,0
SUMME PASSIVA 111.837 80.894 38,3

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das im Geschäftsjahr 2021 erzielte EBITDA vor Einmaleffekten von -4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro) lag deutlich unter dem Vorjahreswert und aufgrund von Preiserhöhungen und Effekten aus den Pensionsrückstellungen unter unserer Ergebniserwartung. Das Umsatzvolumen entspricht mit 108,0 Mio. Euro der Prognose des Vorjahres und ist durch Produktpreiserhöhungen höher als im Vergleich zum Vorjahr.

III Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1) Prognosebericht

Der Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der ZARGES GmbH. Der Bericht enthält Prognosen der Geschäftsführung zum Geschäftsverlauf und zur Lage der ZARGES GmbH. Diese vorausschauenden Aussagen und Informationen beruhen auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts. Diese wiederum unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse der Gesellschaft. Viele dieser Faktoren liegen außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens. Sollte eines der Risiken eintreten oder sich eine der Ungewissheiten realisieren, oder sollte sich erweisen, dass eine der zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt war, kann die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft sowohl positiv als auch negativ von den Erwartungen und Annahmen der in die Zukunft gerichteten Aussagen und Informationen dieses Prognoseberichts abweichen.

a) Prognoseannahmen

Für 2022 wird mit einem weiteren Anstieg der Produktion um 3,2 % gerechnet. Die globalen Wirtschaftsaussichten haben sich jedoch während des Krieges in der Ukraine erheblich verschlechtert, wobei sich die Aussichten für das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts auf 2,2 % im Jahr 2023 verlangsamen werden. 4

Der internationale Währungsfonds (IWF) hatte seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft für 2022 auf 3,4 % gesenkt. Für 2023 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 2,9 %. Für Deutschland korrigierte der IWF seine Prognose für 2022 nach unten, das Bruttoinlandsprodukt soll danach um 1,9 % wachsen. Für 2023 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 0,1 %. 5 Die Prognose für die Eurozone reduziert das IFW für 2022 auf 3,0 % und für 2023 auf -0,1% - durch den Ukraine-Krieg und deutlich gestiegene Energiepreise. 6

b) Erwartete Geschäfts- und Ertragslage

Vor dem Hintergrund der skizzierten Rahmenbedingungen für 2022 erwarten wir basierend auf den vorläufigen Zahlen eine spürbare Umsatzsteigerung in 2022 sowie basierend auf dem Forecast für 2023 ein etwas höheres Niveau als 2022.

Für die Entwicklung des EBITDA im Geschäftsjahr 2022, bereinigt um Einmaleffekte, gehen wir nach den vorläufigen Zahlen von einem deutlich negativen Ergebnis aus. Für 2023 rechnen wir wieder mit einem ausgeglichenen Ergebnis.

4 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/lfW-Publications/-ifw/Konjunktur/Prognose- texte/deutsch/2022/KKB_97_2022-Q4_Welt.pdf, S. 6
5 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023
6 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kieler-konjunkturberichte/2022/euroraum-im-herbst-2022-rezession-voraus-17605/

2) Risikobericht

Das unternehmerische Handeln im nationalen und internationalen Umfeld setzt die ZARGES GmbH einer Vielzahl von Risiken aus. Der Erfolg des Unternehmens wird wesentlich durch das frühzeitige Erkennen dieser Risiken sowie einen bewussten Umgang mit ihnen beeinflusst. Durch das implementierte Risikomanagementsystem (RMS) wird ein vorausschauendes Handeln sichergestellt. Die Identifizierung und transparente Darstellung der Risiken sowie die getroffenen Steuerungsmaßnahmen sind die Basis für die langfristige Sicherung des Geschäfts und die erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft. Die Risikopolitik ist an die Geschäftsstrategie angepasst. In ihrem Rahmen werden kontinuierlich Vorkehrungen getroffen, um Risiken möglichst zu erkennen, zu vermeiden oder zu minimieren.

Die Risikostruktur setzt sich zusammen aus branchenspezifischen Risiken, die die Mitbewerber in den jeweiligen Geschäftsbereichen gleichermaßen betreffen und aus individuellen Risiken. Generell ist festzuhalten, dass die branchenspezifischen Risiken überwiegen, teilweise durch höhere Werte, teilweise wegen der geringeren Möglichkeiten, durch Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen kompensierend zu wirken.

Risiken und Chancen werden grundsätzlich absteigend in ihrer Bedeutung dargestellt und, sofern möglich, quantifiziert.

a) Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Unter Risikomanagement versteht die ZARGES GmbH nachvollziehbare und systematische Vorgehensweisen zur Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung von potenziellen Risiken sowie Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikohandhabung und Risikoverringerung.

Die Gruppe hat ein umfassendes RMS implementiert, in das auch die ZARGES GmbH einbezogen ist, um Risiken frühzeitig erkennen und in Abwägung mit den entsprechenden Chancen beurteilen, minimieren und steuern zu können.

Die Gesellschaft identifiziert und bewertet die verschiedenen strategischen und operativen Chancen und Risiken. Ziel ist die Sicherstellung einer nachhaltigen und positiven Unternehmensentwicklung. Das Risikomanagementsystem dient insbesondere dazu, mögliche Gefahren für die Erreichung der Unternehmensziele bereits im Vorfeld zu minimieren. Hierbei werden alle im jeweiligen Geschäftsfeld liegenden Chancen sachgerecht gegen Gefahrenpotenziale abgewogen, aufgrund der Analyse bewertet und entsprechende Maßnahmen identifiziert und umgesetzt.

Wesentliche Datengrundlage des Risikomanagements ist das monatliche Berichtswesen, das detailliert sämtliche Umsatzpositionen, Aufwandsarten und Vermögens- und Finanzierungskomponenten quantitativ und qualitativ darstellt. Die einzelnen Positionen werden mit der Planung und dem Vorjahr abgeglichen und einem Soll-Ist- bzw. Ist-Vorjahres-Vergleich unterzogen. Etwaige Abweichungen werden analysiert und kommentiert. Dadurch wird eine regelmäßige und frühzeitige Information über maßgebliche Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinflussen, gewährleistet.

Compliance

Ein gruppenweites Compliance-System soll sicherstellen, dass Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln und internen Richtlinien einhalten. Basis hierfür sind von der Geschäftsführung definierte und gruppenweit kommunizierte Leitsätze, die die wesentlichen Linien des unternehmerischen und zwischenmenschlichen Handelns in der Gruppe zusammenfassen.

Ein Verhaltenskodex hilft allen Mitarbeitern bei der täglichen Arbeit moralisch angemessen und rechtlich korrekt zu handeln. Die Regelungen des Kodex sind Verhaltensrichtlinien, die für alle Mitarbeiter verbindlich sind und zur Vermeidung von Korruption beitragen. Mithilfe eines softwaregestützten E-Learning-Programms werden die Mitarbeiter im Umgang mit moralisch oder rechtlich bedenklichen Situationen geschult.

b) Einzelrisiken

Durch die transparente Aufbereitung der Einzelrisiken, die im Folgenden ihrer Bedeutung nach in absteigender Reihenfolge aufgeführt werden, kann die Risikosituation angemessen gesteuert werden.

Absatzrisiken

Das Geschäft der ZARGES GmbH ist breit aufgestellt, eine wesentliche Abhängigkeit von einem bestimmten Teilbereich besteht nicht, der größte Bereich mit relativ einheitlichem Marktverhalten (Leitern und Stehleitern in Deutschland) erzielt rd. 40 % 7 des Zarges Umsatzes. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Absatz- oder Umsatzzahlen dieser oder aller von der Zarges Gruppe bearbeiteten Teilsegmente gleichzeitig einbrechen, wird als gering eingeschätzt.

In den einzelnen Teilsegmenten besteht ein spezifisches Risikopotenzial. Einflussfaktoren können hierbei solche sein wie Baukonjunktur (Gerüste), Witterung (Bau Mittel- und Nordeuropa), politische Vorgaben (Windenergie, Ungarn), Investitionstätigkeit in der Luftfahrt- und Schienentransport-Industrie (Wartungsdocks für Bahn und Flugzeuge) oder auch generelles Konsum- und Konjunkturklima (Kisten).

Ukraine Krieg

Die von der ZARGES GmbH abschätzbaren Risiken sind in der Prognose enthalten. Aufgrund der Krise 2022 in der Ukraine werden wir die Entwicklung verfolgen und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen auf eventuell gestiegene Energie- und Materialkosten reagieren, die je nach Entwicklung ein moderates bis hohes Ergebnisrisiko darstellen.

Wettbewerbsrisiken

Die ZARGES GmbH ist ein führender europäischer Anbieter von aluminiumbasierten Produkten im Bereich Steigtechnik und Logistiklösungen für professionelle Anwender. Das Wettbewerbsumfeld ist geprägt durch eine Vielzahl kleinerer Anbieter, die jeder für sich lediglich einen Teilausschnitt der von Zarges abgedeckten Märkte bearbeitet. Wettbewerbsrisiken werden daher als gering eingeschätzt.

Beschaffungsrisiken

Diese Risikoklasse betrifft die Verfügbarkeit von zu beziehenden Waren und Dienstleistungen. Durch unser laufendes Lieferantenkontrollverfahren wird eine gleichbleibend hohe Qualität sichergestellt. Die Hauptrisiken im Herstellungsprozess von Aluminium-Produkten sind die schwer vorhersehbaren Energie- und Rohstoffpreise.

Mehr noch als konjunkturelle oder finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen steht die finanzielle Stabilität wichtiger Lieferanten im Fokus. Die operative Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten darf gemäß interner Regelungen definierte Schwellenwerte nicht überschreiten.

Mit der Konzentration auf die Standorte Weilheim LOB, Dresden und Kecskemét steigt auch die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit unserer Logistik-Partner. Daher erfolgt auch hier eine stärkere Zentralisierung und Koordinierung, um dem Risiko einer Unterbrechung unserer Lieferkette zu begegnen. Die Risikotragfähigkeit wird durch den Auf- und Ausbau von Zweitlieferanten verringert. Insgesamt werden die Beschaffungsrisiken als mittel eingestuft.

Aluminium- und Rohstoffkosten

Mit einem jährlichen Gesamtverbrauch von über 1.400 Tonnen nimmt Aluminium in einer Vielzahl an Coil-Formaten und Blechen in hoher Qualität die mit Abstand führende Rolle in der Rangliste der zu beschaffenden Materialien ein.

Während die Produkte bei Leitern und Gerüsten durchgängig aus Sicherheitsgründen hohe Anforderungen an die Material-Festigkeit stellen, ist die Oberflächenbeschaffenheit für die teilweise hier nicht weiterbehandelten Kisten ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.

7 Vgl. Anteil externer Netto-Umsatz Access-Professional in Deutschland, gemessen am gesamten Konzernumsatz.

Aluminiumpreis per Tonne (EURO)

So kommt es auch bei einem als Commodity notierten Material stark auf die Leistungsfähigkeit und Leistungsüberwachung der ausgewählten Lieferanten durch den Einkauf an.

Da die Volatilität der LME-Notierung für Aluminium nur in größeren Zeitabschnitten an unsere Kunden weitergereicht werden kann, werden geeignete, natürliche Sicherungsmittel eingesetzt, um auch kostenseitig die Schwankungen weitgehend zu glätten.

Der Einkauf von Aluminium erfolgt in Euro. Der Euro-Preis pro Tonne Aluminium hielt sich in 2021 mit einem Mittelwert von EUR 2.508 auf einem konstant hohen Niveau und ist im Vergleich zum Vorjahresmittelwert deutlich gestiegen. (Vorjahresmittelwert: EUR 1.501).

Weitere Rohstoffe von strategischer Bedeutung sind Stahl und Kunststoffe. Auch hier sind die Marktvolatilitäten zu denen im Aluminium vergleichbar und die Behandlung im Einkaufsprozess ähnlich.

Durch die getroffenen Maßnahmen wird das Risiko aus Aluminium- und Rohstoffkosten als mittel eingeschätzt.

Industrielle Risiken

Die Auswirkungen von Risiken wie Feuer, Hochwasser oder sonstigen schwerwiegenden Ereignissen, deren Eintritt unwahrscheinlich ist, aber Schäden verursachen könnte, die trotz individueller Absicherung nicht in vollem Umfang zu kompensieren sind, wird allein durch die Aufteilung in unabhängige Werke mit unterschiedlichen Standorten verringert.

Durch die insgesamt zurückhaltende Investitionstätigkeit besteht die Möglichkeit, dass innerhalb der geplanten Lebenszeit ein vorher nicht kalkulierbarer Nachrüst- und Wartungsaufwand anfällt. Hierbei handelt es sich um ein inzwischen limitiertes Kostenrisiko im Rahmen der allgemeinen Tragfähigkeit. Im Bereich Umwelt ist durch interne Prozesse sichergestellt, dass sämtliche Investitionen die geltenden Vorschriften erfüllen; das Risiko wird als gering eingestuft.

Ausfallrisiken

Generell wirkt die stabile Kundenstruktur einer hohen Unsicherheit bezüglich der individuellen Ausfallrisiken entgegen. Maßnahmen zur Minimierung der Ausfallrisiken sind Kreditversicherung, angepasste Zahlungsbedingungen, stringente Einhaltung von Limits und monatliche Einzeldurchsicht von fälligen Forderungen.

Im Projektgeschäft mit Wartungsdocks für Züge und Flugzeuge mit hohen punktuellen Einzelzahlungen ist stets zu vermeiden, dass im Einzelfall erwartete Zahlungen verspätet oder gar nicht eingehen. Die derartigen Abweichungen in der Praxis stellen Liquiditätsschwankungen von unter 1,0 Mio. Euro dar. Derzeit ist daher nicht erkennbar, dass hierdurch die Liquidität der Gesellschaft ernsthaft gefährdet werden könnte.

Liquiditätsrisiken

Zwischen der Gesellschaft und ihrem Gesellschafter besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, der vorsieht, dass die Gesellschaft Gewinne abführt und der Gesellschafter eintretende Verluste ausgleicht. Insoweit Gewinne abgeführt werden, stehen sie nicht zur Finanzierung der Gesellschaft zur Verfügung. Die Gesellschaft hat an ihren Gesellschafter kurzfristige Darlehen ausgereicht. Die Gesellschaft ist davon abhängig, dass der Gesellschafter diese Darlehen im Bedarfsfall zurückführen kann. Zur Sicherung der Liquidität der Gesellschaft und des Gesellschafters haben zwei Unternehmen der Werner Group, die die Zarges Gruppe am 18.01.2018 erworben hat, eine mindestens bis zum 31. Dezember 2024 laufende Liquiditätsausstattungsgarantie abgegeben. Zur Sicherung ihrer Liquidität ist die ZARGES GmbH davon abhängig, dass der Gesellschafter seinen Rückzahlungsverpflichtungen nachkommt und Liquidität aus der Liquiditätsausstattungsgarantie im Bedarfsfall bereitgestellt wird.

Investitionsrisiken

Ersatzinvestitionen oder gar Investitionen mit Kapazitätseffekt tragen sich über einen Zeitraum, der in der Regel den Prognosezeitraum übersteigt, und bergen das Risiko einer Fehlallokation von knapper Liquidität. Kurzfristig bestehen risikoreduzierende Maßnahmen darin, den Produktionsplan und die Kapazitäten laufend der Entwicklung des Auftragseinganges anzupassen.

Personalrisiken

Die ZARGES GmbH ist auf hochqualifizierte Mitarbeiter angewiesen und konkurriert mit zahlreichen Unternehmen um entsprechend geschultes Personal. Durch Kooperationen mit Hochschulen, Betreuung von Praktika und Abschlussarbeiten sowie Ausbildung im Werk Weilheim i.OB wird für die notwendige Verfügbarkeit von potenziell einsetzbaren Kräften gesorgt.

Die zunehmende Einrichtung von breit aufgestellten Prozessen reduziert die Abhängigkeit von individuellen Know-how-Trägern, deren Ausfallwahrscheinlichkeit im Industriedurchschnitt liegt. Insgesamt ergeben sich hieraus Restrisiken innerhalb des Rahmens der allgemeinen Risikotragfähigkeit.

IT-Risiken

Die Risiken im IT-Bereich gliedern sich in Systemausfallrisiken, mangelhafte Systemverfügbarkeit und Angriffe von außen. Das Ziel, für alle Anwendungen gleichermaßen eine Risikominimierung anzustreben, bedeutete eine Vielzahl an Ansätzen.

Die getroffenen Maßnahmen stellen sicher, dass das Risiko einer punktuellen Ergebnisauswirkung wegen Systemausfall als moderat einzustufen ist.

Risiken im Rechnungslegungsprozess

Spezielle rechnungslegungsbezogene Risiken können z.B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Außerdem können durch bestehende Ermessenspielräume von Mitarbeitern beim Ansatz und der Bewertung von Bilanzpositionen weitere rechnungslegungsbezogene Risiken entstehen. Weiterhin können durch die Übertragung rechnungslegungsspezifischer Aufgaben Risiken auftreten. Diesen Risiken wird durch konzernweite entsprechende Vorgaben, Einsatz qualifizierter Mitarbeiter und bedarfsbezogene Hinzuziehung von Spezialisten begegnet.

Zusammenfassend gehen wir davon aus, dass das Risiko einer punktuellen Ergebnisauswirkung aus diesem Bereich als sehr gering einzustufen ist.

Rechtliche Risiken

Aktuell ist kein wesentlicher Sachverhalt im Bereich der rechtlichen Risiken bekannt. Im Rahmen des Risikomanagements werden sämtliche Risiken betrachtet. Es werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um die folgenden Risiken zu minimieren: unzureichend kontrollierte Verpflichtungen, Mängel im Prozess der Vertragsgestaltung, mangelhaftes oder verspätetes Management von Rechtsstreitigkeiten und schlechtes Management der juristischen Ressourcen. Zur Risikovermeidung sind im RMS konkrete Maßnahmen formuliert.

Dennoch gehen wir davon aus, dass das Risiko einer punktuellen Ergebnisauswirkung aus diesem Bereich als sehr gering einzustufen ist.

Umweltrisiken

Durch die Produktion entstehen verfahrensbedingte moderate Risiken, die Umwelt zu verunreinigen. Zur Minimierung dieser Risiken und der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltschutzleistung der Gruppe wurden Umweltschutzprogramme aufgestellt. Diese beinhalten Ziele, aus denen sich wiederum konkrete Umweltschutzmaßnahmen ableiten, die dann im Einzelnen umgesetzt werden und im Rahmen des jährlich erstellten Umweltberichts nachverfolgt werden. Die getroffenen Maßnahmen stellen sicher, dass das Risiko einer punktuellen Ergebnisauswirkung aus diesem Bereich als sehr gering einzustufen ist.

Einschätzung der Gesamtrisikosituation

Nach Analyse der Risikofaktoren, Beurteilung der derzeitigen Gesamtsituation, der vorhersehbaren Entwicklung und weiterer möglicher Veränderungen liegen nach unserer Einschätzung keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Aus der weiteren Entwicklung des Kriegs in der Ukraine können sich Risiken ergeben, die die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage unserer Gesellschaft jetzt und in naher Zukunft wesentlich beeinflussen könnten.

Einschränkender Hinweis

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch festgelegte Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die systematische Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie die sachgerechte Darstellung in der Konzernrechnungslegung.

Auch wenn die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme unter ständiger Beobachtung stehen und kontinuierlich verbessert werden, ist es nicht völlig auszuschließen, dass es insbesondere durch persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerhafte Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände nur zu einer eingeschränkten Wirksamkeit und Verlässlichkeit der Systeme kommt.

3) Chancenbericht

Die Chancen werden im Folgenden ihrer Bedeutung nach in absteigender Reihenfolge aufgeführt:

a) Erweitertes Absatzpotenzial

Die für den Prognosezeitraum angesetzte Absatzplanung berücksichtigt die Auswirkungen der Ukraine-Krise. Verschiedene Institute prognostizierten ab 2022 wiederum ein steigendes Wirtschaftswachstum. Für die Zarges Gruppe entsteht durch jede konjunkturelle Belebung in Deutschland Rückenwind. Eine weitergehende Ausweitung der Investitionsbereitschaft der deutschen Industrie würde für die Zarges Gruppe zu einem Wachstum oberhalb der allgemeinen Konjunkturentwicklung führen.

Ferner kann die Fokussierung auf die Marke "ZARGES", das Anstoßen mehrerer wirksamer Innovationen, der sehr gute Service-/Liefergrad und die Stärkung des Bereichs Logistics-Medical zu Marktanteilsgewinnen führen. Sämtliche Rückmeldungen vom Markt bestätigen hier die Performance-Verbesserung der Zarges Gruppe und führen zu einer greifbaren Chance, bessere Umsatzentwicklungen als geplant zu erreichen.

Durch die effizienten Fixkostenstrukturen würde die Konversion dieser Chancen einen überproportional positiven Effekt auf das EBITDA bewirken.

b) Verbesserte Kostensituation

Fortschritte der noch abzuschließenden Integrationsmaßnahmen, Produktivität der Werke und Beschaffungskosten für die wesentlichen Rohstoffe werden in der Ergebnisprognose in einem Umfang berücksichtigt, der zum Prognosezeitpunkt auf weitestgehend bekannten und gesicherten Maßnahmen fußt. Tatsächlich bietet gerade eine Phase, in der Strukturänderungen noch stattfinden, Verbesserungsoptionen, die sich kurzfristig ergeben und gezogen werden können.

Wir sind dabei, ein Steigtechnik Produkt Standardisierungs-Programm zusammen mit unseren europäischen Schwesterfirmen durchzuführen, das zu einer Verschlankung unseres Produktportfolios führt. Dies konzertiert sich auf Kundennutzen, höher Produktions-Stückzahlen und reduzierte Fertigungskosten.

Für die Zarges Gruppe sollten sich nach der vollständigen Integration aller Marken unter einem Dach Fixkostensynergien ergeben, die zum Zeitpunkt der Auslösung der Integration nicht absehbar waren. Ferner ermöglicht die vollständige Steuerung aller Zarges Werke innerhalb eines gemeinsamen IT-Systems weitere Produktivitätsfortschritte durch verstärkte Werk-Spezialisierung.

Der große Mengendurchsatz an standardisierten Rohstoffen erlaubt insbesondere im Projektgeschäft (Access Special Solutions, Dresden) die unterjährige Wahrnehmung von Spot-Geschäften (Aluminium, Stahl), auch abweichend von den für die Prognosekalkulationen angesetzten Materialkosten. Hieraus können Ergebnisverbesserungspotenziale resultieren mit teilweise hoher Eintrittswahrscheinlichkeit, aber schwer möglicher Quantifizierung.

c) Verbesserte Bilanzstruktur

Eine Verbesserung der Bilanzstruktur bezüglich der Netto-Finanzverschuldung bedeutet eine Verringerung des eingesetzten Kapitals durch weitere Fortschritte im Working Capital Management. Konkret messbar sind diese Fortschritte anhand einer Beschleunigung der Lagerumschlagszahlen, den Grad vereinbarter Anzahlungen im Projektgeschäft (insbesondere RAIL und AIR) und anhand einer Verkürzung der effektiven Zahlungsfristen.

Für die Zarges Gruppe sollten sich nach der Spezialisierung der Werke weitere Ansätze ergeben, die Rohstoffbeschaffung zu optimieren, die Durchlaufzeiten zu verkürzen und somit eine Absenkung der Halbfertigwaren zu erreichen. Auch an einer besseren Kanalisierung der Fertigwarenströme innerhalb der Zarges Gruppe wird gearbeitet.

 

Weilheim, den 11. August 2023

ZARGES GmbH

Die Geschäftsführung

Maximilian Treptow

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

Anhang 31.12.2021 31.12.2020
T€ T€ T€
A. Anlagevermögen (1)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.975 2.251
II. Sachanlagen 9.365 7.835
III. Finanzanlagen (2) 51.242 40.168
63.582 50.254
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (3) 9.751 8.675
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (4)
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 630 1.607
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 32.369 14.078
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.617 2.098
35.616 17.783
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.385 3.678
47.752 30.136
C. Rechnungsabgrenzungsposten (5) 503 504
111.837 80.894

Passiva

Anhang 31.12.2021 31.12.2020
T€ T€ T€
A. Eigenkapital (6)
I. Gezeichnetes Kapital 100 100
II. Kapitalrücklage 1.077 1.077
III. Gewinnrücklage 174 174
IV. Gewinnvortrag 1.069 1.069
V. Jahresergebnis 0 0
2.420 2.420
B. Sonderposten mit Rücklageanteil (7) 86 97
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (8) 68.428 60.255
2. Steuerrückstellungen (9) 0 0
3. Sonstige Rückstellungen (10) 7.032 5.672
73.460 65.927
D. Verbindlichkeiten (11)
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 382 362
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.223 3.734
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 29.458 7.661
4. Sonstige Verbindlichkeiten 807 692
35.870 12.449
E. Rechnungsabgrenzungsposten 1 1
111.837 80.894

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

Anhang 2021 2020
T€ T€ T€
1. Umsatzerlöse (12) 108.031 99.577
2. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (13) 744 -550
108.775 99.027
3. Sonstige betriebliche Erträge (14) 827 1.149
109.602 100.176
4. Materialaufwand (15) 55.729 47.287
5. Personalaufwand (16) 36.585 32.587
6. Abschreibungen (1) 2.450 2.480
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen (17) 22.186 16.224
116.950 98.578
-7.348 1.598
8. Beteiligungs- und Finanzergebnis (18) 1.143 1.505
-6.205 3.103
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (19) 32 17
10. Ergebnis nach Steuern -6.237 3.086
11. Erträge aus Verlustübernahme
Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne) (6) 6.237 -3.086
12. Jahresergebnis 0 0

ANHANG 2021

Die ZARGES GmbH hat ihren Sitz in Weilheim, sie ist beim Registergericht des Amtsgerichts München unter der Handelsregisternummer HRB 169642 eingetragen.

A. Allgemeine Bilanzerläuterungen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB erstellt. Zusätzlich wurde das GmbHG sowie die relevanten Regelungen des Gesellschaftsvertrags beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit werden unverändert zu Vorjahren in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung bestimmte Einzelposten zusammengefasst und im Anhang jeweils gesondert dargestellt (§ 265 Abs. 7 Ziffer 2 HGB).

Die Aufstellung des Abschlusses erfolgte unter Zugrundelegung der Unternehmensfortführung. Zur Sicherstellung der Liquidität wurde seitens der Werner European Holding Limited, Vereinigtes Königreich, und der Werner US Holding Limited, Vereinigtes Königreich, eine Liquiditätsausstattungsgarantie mit einer Laufzeit zumindest bis zum 31. Dezember 2024 abgegeben.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (Entwicklungskosten) werden unter Anwendung von § 248 Abs. 2 HGB zu Herstellungskosten (ohne Berücksichtigung von allgemeinen Verwaltungskosten sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs sowie freiwillige Leistungen für die betriebliche Altersversorgung) aktiviert und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 4 Jahren planmäßig linear abgeschrieben.

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bei Nutzungsdauern zwischen 3 (Software) und 5 Jahren, angesetzt.

Die Sachanlagen sind mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauern betragen bei Gebäuden zwischen 10 und 50 Jahren, Maschinen und technischen Anlagen zwischen 5 und 12 Jahren und bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen zwischen 5 (Computer 3) und 14 Jahren.

Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennbetrag bewertet.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Langfristige verzinsliche Ausleihungen an Gesellschafter sind mit Nominalwerten bilanziert. Zinslose langfristige Ausleihungen sind mit den Barwerten aktiviert.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten mit gleitenden Durchschnittspreisen zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bzw. den nach § 255 Abs. 2 HGB aktivierungspflichtigen Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. D.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, werden entsprechende Abwertungen vorgenommen. Wesentliche Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit Festwerten gemäß § 240 Abs. 3 HGB angesetzt.

Bei den zu Nominalwerten bilanzierten Forderungen, Bankguthaben und übrigen Vermögensgegenständen wird allen erkennbaren Risiken durch angemessene Abwertungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung abgedeckt.

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind ausschließlich für das Jahr 2022 und folgende Jahre verauslagte Kosten für Messen, Lizenzen, Kataloge und Wartung sowie für Versicherungsprämien aktiviert.

Bei den Eigenkapitalposten ist das gezeichnete Kapital zum Nennbetrag angesetzt.

Der Sonderposten mit Rücklageanteil wird unter Anwendung von Art. 67 Abs. 3 EGHGB fortgeführt.

Die Pensionsrückstellungen sind auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Es ergibt sich ein Zuführungseffekt aufgrund der Rechnungszinsänderung von T€ 6.083,4. Der Bewertung wird zum 31. Dezember 2021 gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit 1,87 % ein fristenkongruenter, durchschnittlicher Marktzins der letzten zehn Jahre zugrunde gelegt, wobei eine pauschale Restlaufzeit der Verpflichtungen von 15 Jahren angenommen wird. Zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen werden mit 2,0 %, Rentensteigerungen mit 1,7 % und eine Fluktuation mit 2,5 % berücksichtigt. Ein Karrieretrend wird insofern berücksichtigt, als sich dieser in einem Zuschlag auf die angenommene Regelgehaltserhöhung niederschlägt. Gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB ist die Bewertung der Pensionsrückstellungen zusätzlich mit dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz von 1,35 % vorzunehmen.

Der sich danach ergebende Unterschiedsbetrag zum unter Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinses der letzten zehn Jahre ermittelten Verpflichtungsumfang beträgt T€ 6.006,9. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags mit der Alleingesellschafterin Zarges Holding GmbH entfällt die Einstellung des Unterschiedsbetrags in eine ausschüttungsgesperrte Gewinnrücklage. Der Aufwand aus der Zinssatzänderung wird im Finanzergebnis erfasst.

Der sich bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen ergebende Zuführungsbetrag aus der erstmaligen Anwendung der Bewertungsvorschriften nach BilMoG zum 1. Januar 2010 wird unter Anwendung von Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB ratierlich bis spätestens zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr mit einem Fünfzehntel (T€ 508,2) zugeführt. Der bisher nicht zugeführte Betrag beläuft sich zum Bilanzstichtag auf T€ 1.525.

Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen sind zu ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden entsprechend § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Die hier ausgewiesenen Rückstellungen für Jubiläumsgeldverpflichtungen von T€ 1.419 (Vj. T€ 1.388) wurden gemäß einem versicherungsmathematischen Gutachten passiviert. Die Bewertung erfolgte unter Anwendung eines von der Deutschen Bundesbank monatlich veröffentlichten fristenkongruenten durchschnittlichen Marktzinses der letzten sieben Jahre von 1,35 %, unter Berücksichtigung eines Anwartschaftstrends von 2,0 % und einer Fluktuation von 2,5 % auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck als biometrische Ausscheidewahrscheinlichkeiten nach der PUC-Methode.

Für Verpflichtungen zur Zahlung von Altersteilzeitleistungen wurden nach Maßgabe des Blockmodells eine Rückstellung von T€ 131 (Vj. T€ 205) passiviert. Die Bewertung erfolgte gemäß versicherungsmathematischem Gutachten mit einem Rechnungszinssatz von 0,33 % (gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung) und einem Anwartschaftstrend von 2,0 %.

Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind mit dem Nennwert passiviert. Ausgenommen hiervon sind die langfristig zu tilgenden Rentenverpflichtungen aus noch nicht umgelegten Rentenanwartschaften des PSVaG, die mit dem Barwert passiviert sind.

Umsatzerlöse werden gebucht, wenn die Lieferung oder Leistung erbracht ist (nach erfolgtem Gefahrenübergang). Aufwendungen werden periodengerecht unter Berücksichtigung des Vorsichtsprinzips erfasst.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung von Fremdwährungsposten erfolgt im Entstehungszeitpunkt grundsätzlich mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls.

Gemäß § 256a HGB werden auf fremde Währung lautende Forderungen, Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten bis zu einem Jahr am Abschlussstichtag zum Devisenmittelkurs umgerechnet.

Die Umrechnung von auf fremde Währung lautende Forderungen, Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten über einem Jahr erfolgt grundsätzlich mit dem Umrechnungskurs zum Entstehungszeitpunkt und bei Vermögensgegenständen zum niedrigeren und bei Verbindlichkeiten zum höheren Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.

Zur Absicherung künftiger Auszahlungen über das in Ungarischen Forint (HUF) und Amerikanischen Dollar (USD) geführte Cashpool-Konten an das ungarische bzw. amerikanische Tochterunternehmen waren zum Abschlussstichtag Devisentermingeschäfte zum Kauf von Forint und Dollar abgeschlossen. Die Derivate dienen ausschließlich der Absicherung von Auszahlungen in Forint bzw. Dollar in einem Zeitraum von bis zu 12 Monaten. Die Devisensicherung umfasst zum Bilanzstichtag 36 Geschäfte über nominal THUF 1.932.120 mit einer Laufzeit bis längstens 22. September 2022 sowie 12 über nominal TUSD 13.100 mit einer Laufzeit bis längstens 15 Dezember 2022. Die unter Zugrundelegung der Terminkurse errechneten negativen Marktwerte der Devisentermingeschäfte beliefen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR -415, hierfür ist eine entsprechende Rückstellung gebildet.

Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Posten "Sonstige betriebliche Erträge" oder "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

B. Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz

(1) Anlagevermögen

Zur Aufgliederung und Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens verweisen wir auf den diesem Anhang beigefügten Anlagespiegel (Anlage 1 zum Anhang).

Im Jahr 2021 wurden neue selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (Entwicklungskosten) in Höhe von T€ 1.176 (Vj. T€ 640) aktiviert; sie werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 4 Jahren planmäßig linear abgeschrieben.

Die Abführungssperre aufgrund der selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerte greift nicht, da ausreichend verfügbare freie Rücklagen vorhanden sind.

(2) Finanzanlagen

Die Finanzanlagen betreffen eine Höhe von T€ 21.363 (Vj. T€ 18.289) Anteile an verbundenen Unternehmen. Als Bestandteil dieses Anhangs ist eine Beteiligungsübersicht zum 31. Dezember 2021 beigefügt (Anlage 2 zum Anhang). Die Ausleihungen betreffen Darlehensforderungen an die Gesellschafterin.

(3) Vorräte

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.977,5 3.190,4
(davon: Festwerte für Hilfs- und Betriebsstoffe, Werbematerial) (230,1) (230,1)
Unfertige Erzeugnisse 2.443,1 3.034,8
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.330,2 2.449,9
Summe 9.750,8 8.675,1

Die für die wesentlichen Hilfs- und Betriebsstoffe gemäß § 240 Abs. 3 HGB angesetzten Festwerte von T€ 230,1 wurden zum 31. Dezember 2021 körperlich aufgenommen. Der Bestand an Werbematerial wurde am Bilanzstichtag ermittelt.

(4) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.744 5.759
davon am Bilanzstichtag an Factoring Bank verkauft -7.114 -4.152
630 1.607
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 32.369 14.078
(davon: aus Lieferungen und Leistungen) (3.574) (3.319)
(davon: aus laufendem Finanz- und Verrechnungsverkehr) (28.795) (10.669)
(davon: mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) (0) (0)
Sonstige Vermögensgegenstände 2.617 2.098
(davon: mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) (0) (0)
Summe 35.616 17.783

Die wesentlichen durch eine Warenkreditversicherung abgedeckten Forderungen aus Liefe rungen und Leistungen sind gemäß den vereinbarten Konditionen an eine Factoring Bank ohne Offenlegung an die Kunden, verkauft.

(5) Rechnungsabgrenzungsposten

Hier enthalten sind für 2022 und nachfolgende Jahre verauslagte Kosten für Messen, Lizen zen, Kataloge und Wartung sowie für Versicherungsprämien.

(6) Eigenkapital

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Gezeichnetes Kapital (volleinbezahltes Stammkapital) 100 100
Kapitalrücklage 1.077 1.077
Gewinnrücklage (gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 3 EGHGB) 174 174
Gewinnvortrag 1.069 1.069
Jahresergebnis 0 0
Summe 2.420 2.420

Der im Geschäftsjahr 2021 erzielte Jahresfehlbetrag von T€ 6.237 wurde aufgrund des mit der Alleingesellschafterin geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages von dieser übernommen.

(7) Sonderposten mit Rücklageanteil

Dieser Posten betrifft einen vor Inkrafttreten des BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes) gebildete Sonderposten gemäß § 6b EStG in Höhe von T€ 86. Die Auflösung des Postens erfolgt planmäßig mit T€ 11 p.a.

(8) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wird verwiesen.

(9) Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen betreffen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der Zweigniederlassung in der Schweiz.

(10) Sonstige Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen von T€ 7.032 (Vj. T€ 5.672) enthalten im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich, Bonusrückstellungen, Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen, Drohverlustrückstellungen aus Devisengeschäften, Handelsvertreter-Ausgleichsansprüche, Rückstellungen für noch ausstehende Abrechnungen und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.

(11) Verbindlichkeiten

Gesamt Restlaufzeit < 1 Jahr Restlaufzeit > 1 Jahr Davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
T€ T€ T€ T€
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 382 382 0 0
(Vorjahr) (362) (362) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.223 5.223 0 0
(Vorjahr) (3.734) (3.734) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 29.458 29.458 0 0
(davon: aus Lieferungen und Leistungen) (4.842) (4.842) (0) (0)
(davon: gegenüber Gesellschafter) (0) (0) (0) (0)
(Vorjahr) (7.661) (7.661) (0) (0)
(davon: aus Lieferungen und Leistungen Vorjahr) (1.728) (1.728) (0) (0)
(davon: gegenüber Gesellschafter Vorjahr) (0) (0) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 807 807 (0) 0
(davon: aus Steuern) (444) (444) (0) (0)
(davon: im Rahmen der sozialen Sicherheit) (0) (0) (0) (0)
(Vorjahr) (692) (692) (0) (0)
(davon: aus Steuern Vorjahr) (411) (411) (0) (0)
(davon: im Rahmen der sozialen Sicherheit Vorjahr) (10) (10) (0) (0)
Gesamt 31.12.2021 35.870 35.870 0 0
(Gesamt Vorjahr) 12.449 12.449 0 0

Haftungsverhältnisse

Zur Finanzierung der Werner Gruppe bestehen folgende langfristige Finanzierungsverträge: Besicherter, ursprünglich auf USD 265 Mio. lautender Raten-Kreditvertrag, der für die Akquisition der Zarges Gruppe um USD 95 Mio. aufgestockt wurde, ein USD 100 Mio. ABL- Kreditvertrag und eine 8,75 %-Anleihe über USD 265 Mio. fällig 2025.

Die deutschen Gesellschaften der Zarges Gruppe haben hierfür weitestgehende Kreditsicherheiten übernommen. Diese sind: notariell beurkundeter Vertrag über die Verpfändung von Geschäftsanteilen, Verpfändung aller Bankkonten mit Ausnahme der Factoring-Konten, Sicherungsübereignung des beweglichen und unbeweglichen Anlage- und Umlaufvermögens, Abtretung aller IT-Rechte und Globalabtretung aller gruppeninternen und aller Versicherungsforderungen.

Mit einer Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft wird nicht gerechnet.

Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen insbesondere aus Leasing- und Wartungsverträgen belaufen sich unter der Prämisse einer jeweils frühestmöglichen Kündigung bis längstens 2025 auf ca. T€ 2.591. Das Bestellobligo für Sachanlagen beträgt T€ 779.

C. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

(12) Umsatzerlöse

Vom Gesamtumsatz des Unternehmens mit Gegenständen in Aluminium-Leichtbauweise entfallen:

2021
auf das Inland 56,3 %
andere EU-Länder 25,9 %
(davon: Frankreich) (6,7 %)
(davon: Schweden) (4,0 %)
(davon: Dänemark) (3,3 %)
(davon: Niederlande) (3,1 %)
(davon: Österreich) (2,2 %)
Norwegen 5,1 %
Schweiz 4,6 %
USA 3,1 %
United Kingdom 2,7 %
übrige Länder 2,3 %
100,0 %

(13) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

Die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen vermindert sich um T€409 (Vj. T€ 1.205), die anderen aktivierten Eigenleistungen beliefen sich auf T€ 1.153 (Vj. T€ 655).

(14) Sonstige betriebliche Erträge

In diesem Posten sind mit T€ 312 (Vj. T€ 254) Erträge aus Währungsumrechnungen und mit T€ 108 (Vj. T€ 500) periodenfremde Erträge enthalten. Diese wurden insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 89) und Anlagenabgängen von Betriebsausstattungen T€ 15 (Vj. T€ 4) erzielt. T€ 11 (wie Vj.) entfallen auf den Ertrag aus der Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil. Die weiteren Erträge wurden im Wesentlichen aus der Überlassung von Dienst-Kfz zur privaten Nutzung und der Weiterbelastung von Kosten Dritter erzielt.

(15) Materialaufwand

2021 2020
T€ T€
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 48.858 42.656
Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.871 4.631
Summe 55.729 47.287

(16) Personalaufwand

2021 2020
T€ T€
Löhne und Gehälter 25.196 24.128
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung 11.389 8.459
(davon: für Altersversorgung) (6.731) (3.865)
Summe 36.585 32.587

(17) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Dieser Sammelposten enthält vor allem Vertriebs- und Versandkosten, Werbekosten und Provisionen, Instandhaltungs-, Miet- und Leasingkosten, fremde Dienstleistungen, Beratungs-, Büro- und Verwaltungskosten und mit T€ 630 (Vj. T€ 495) Aufwendungen aus Währungsumrechnungen. Periodenfremde Aufwendungen sind in Höhe von T€ 118 (Vj. T€ 218) insbesondere für Kostenanfall für frühere Jahre angefallen. Daneben sind hierunter sonstige Steuern (Grundsteuern) in Höhe von T€ 33 (Vj. T€ 17) ausgewiesen.

Mit T€ 508 (wie Vorjahr) ist unter diesem Posten der Aufwand der bis spätestens zum 31. Dezember 2024 ratierlichen Ansammlung von einem Fünfzehntel des Unterschiedsbetrags aus der erstmaligen Anwendung der Bewertungsvorschriften des HGB nach BilMoG bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zum 1. Januar 2010 ausgewiesen.

Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers wurden im Geschäftsjahr 2021 Honorare von T€ 96 ausschließlich für Abschlussprüferleistungen erfasst.

(18) Beteiligungs- und Finanzergebnis

2021 2020
T€ T€
Erträge aus Beteiligungen 980 1.315
(davon: aus verbundenen Unternehmen) (980) (1.315)
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0 0
(davon: Erträge aus Abzinsungen) (0) (0)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.127 2.251
(davon: aus verbundenen Unternehmen) (2.127) (2.251)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.964 -2.061
(davon: an verbundene Unternehmen) (-313) (-117)
(davon: Zinsanteil aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen und Jubiläumsrückstellungen) (-1.450) (-1.604)
(davon: Aufwendungen aus Aufzinsungen) (-1) (-1)
Summe 1.143 1.505

(19) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von T€ 32 (Vj. T€ 17) entfallen auf laufende Steuern der Zweigniederlassung in der Schweiz.

D. Sonstige Angaben

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

2021
Lohnempfänger 177
Gehaltsempfänger 205
Summe 382

Geschäftsführer Zum Geschäftsführer der ZARGES GmbH ist bestellt:

Maximilian Treptow, München, Geschäftsführer CFO WernerCo EMEA & APAC

Die Geschäftsführung erhält von der Gesellschaft keine Bezüge.

An ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung wurden Pensionszahlungen in Höhe von T€ 234 geleistet. Die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung gebildeten Pensionsrückstellungen einschließlich Anwartschaften belaufen sich auf T€ 2.083.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu verbundenen Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten.

Da alle Geschäfte mit und zwischen unmittelbar in hundertprozentigem Anteilsbesitz bzw. in einem Fall in Mehrheitsbesitz stehenden, in den Konzernabschluss der WILLA MIDCO S.à r.l. Luxembourg, einbezogenen Unternehmen getätigt werden, entfällt gemäß § 285 Nr. 21 HGB eine weitere Angabe.

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der WILLA MIDCO S.à r.l. mit Sitz in Luxembourg, 2C, rue Albert Borschette, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Konsolidierungskreis aufstellt. Der Konzernabschluss ist am Sitz der WILLA MIDCO S.à r.l., Luxembourg, erhältlich. Die Anteile an der WILLA MIDCO S.à r.l. mit Sitz in Luxembourg werden mehrheitlich durch das Privat Equity House Triton gehalten.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)

Nach Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 stellte die Zarges GmbH alle Aktivitäten mit ihren Handelspartnern innerhalb Russlands ein. Die Verkäufe nach Russland beliefen sich im Jahr 2021 auf insgesamt T€ 970. Aufgrund der Einstellung dieser Aktivitäten reduzierten sich die Verkäufe an Handelspartner innerhalb Russlands im Jahr 2022 auf T€ 118. Die von Zarges eingekauften Materiallieferungen waren vom Krieg nicht direkt betroffen, gleichwohl war ein deutlicher Anstieg der Materialkosten aufgrund der allgemeinen Verschärfung der Marktbedingungen zu verzeichnen. Ein erheblicher Teil dieser Kostensteigerungen wurde jedoch durch höhere Produktpreise an die Kunden von Zarges weitergegeben.

 

Weilheim, den 11. August 2023

ZARGES GmbH

Die Geschäftsführung

Maximilian Treptow

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.21 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.21
1 2 3 4 5 6
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.140.095,46 668.785,98 0,00 -210.370,09 2.598.511,35
Selbst geschaff. gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte 1.327.662,33 1.175.733,85 0,00 0,00 2.503.396,18
Erworbene gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte 686.156,58 0,00 0,00 0,00 686.156,58
anteilige Werkzeugkosten 22.980,00 0,00 0,00 0,00 22.980,00
gel. Anz. imm. Vermögensgegenst. 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4.176.894,37 1.844.519,83 0,00 -210.370,09 5.811.044,11
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.162.227,42 279.194,94 0,00 -7.141,87 9.434.280,49
Technische Anlagen und Maschinen 21.050.566,56 1.126.736,15 1.184.800,00 -423.029,04 22.939.073,67
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.148.248,42 301.345,04 4.849,60 -292.964,77 8.251.478,29
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.189.649,60 1.065.162,64 -1.189.649,60 0,00 1.065.162,64
39.550.692,00 2.862.438,77 0,00 -723.135,68 41.689.995,09
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 18.362.855,51 3.074.000,00 0,00 0,00 21.436.855,51
Ausleihungen an Gesellschafter 21.875.884,43 8.000.201,54 0,00 0,00 29.876.085,97
Sonstige Ausleihungen 15.277,35 0,00 0,00 -339,50 14.937,85
40.254.017,29 11.074.201,54 0,00 -339,50 51.327.879,33
Anlagevermögen 83.981.603,66 15.781.160,14 0,00 -933.845,27 98.828.918,53
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.21 Zugänge Abgänge Stand 31.12.21
1 7 8 9 10
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.088.585,46 628.683,98 -210.370,09 1.506.899,35
Selbst geschaff. gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte 341.399,33 296.654,85 0,00 638.054,18
Erworbene gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte 474.236,58 193.718,00 0,00 667.954,58
anteilige Werkzeugkosten 21.376,00 1.604,00 0,00 22.980,00
gel. Anz. imm. Vermögensgegenst. 0,00 0,00 0,00 0,00
1.925.597,37 1.120.660,83 -210.370,09 2.835.888,11
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.464.588,42 165.732,94 -7.141,87 6.623.179,49
Technische Anlagen und Maschinen 19.142.086,56 492.583,15 -423.029,04 19.211.640,67
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.108.938,42 671.169,64 -290.174,77 6.489.933,29
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
31.715.613,40 1.329.485,73 -720.345,68 32.324.753,45
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 74.200,49 0,00 0,00 74.200,49
Ausleihungen an Gesellschafter 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstige Ausleihungen 11.928,95 0,00 0,00 11.928,95
86.129,44 0,00 0,00 86.129,44
Anlagevermögen 33.727.340,21 2.450.146,56 -930.715,77 35.246.771,00
Buchwerte
Stand 31.12.21 Stand 31.12.20
1 11 12
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.091.612,00 1.051.510,00
Selbst geschaff. gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte 1.865.342,00 986.263,00
Erworbene gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte 18.202,00 211.920,00
anteilige Werkzeugkosten 0,00 1.604,00
gel. Anz. imm. Vermögensgegenst. 0,00 0,00
2.975.156,00 2.251.297,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.811.101,00 2.697.639,00
Technische Anlagen und Maschinen 3.727.433,00 1.908.480,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.761.545,00 2.039.310,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.065.162,64 1.189.649,60
9.365.241,64 7.835.078,60
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 21.362.655,02 18.288.655,02
Ausleihungen an Gesellschafter 29.876.085,97 21.875.884,43
Sonstige Ausleihungen 3.008,90 3.348,40
51.241.749,89 40.167.887,85
Anlagevermögen 63.582.147,53 50.254.263,45

BETEILIGUNGSÜBERSICHT Zarges GmbH 31.12.2021

Lfd. Nr Gesellschaft Land Währung Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital 31.12.2021 Jahresüberschuss/ -fehlbetrag (-) 2021
(in tausend) (in tausend)
1 WernerCo Hungary Kft., Budapest (H) EUR 100,0% 4.459 -4.055
2 ZARGES UK Ltd., Milton Keynes (GB) GBP 100,0% 1.593 409
3 ZARGES AB, Märsta (S) SEK 100,0% 18.305 3.875
4 ZARGES ApS, Albertslund (DK) DKK 100,0% 12.740 4.115
5 ZARGES Sp z. o.o., Sosnowiec (PL) PLN 55,0% 2.303 669
6 ZARGES CZ s.r.o, Brno (CZ) CZK 100,0% 17.437 3.225
7 ZARGAL S.à.r.l., Altorf(F) EUR 100,0% 789 396
8 ZARGES GmbH, Wien (A) EUR 100,0% 625 152
9 ZARGES B.V., Oisterwijk (NL) EUR 100,0% 916 257
10 ZARGES Inc., Charlotte (USA) USD 100,0% -2.001 -856
11 ZARGES Oy i.Gr., Helsinki (FIN) EUR 100,0% 258 112

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ZARGES GmbH, Weilheim i.OB

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ZARGES GmbH, Weilheim i.OB, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ZARGES GmbH, Weilheim i.OB, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 11. August 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Anton Schreitt, Wirtschaftsprüfer

Martin Kolb, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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