VNG Handel & Vertrieb GmbH

Braunstraße 7, 04347 Leipzig, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 33088
Vorher
S II Sachsenross Zweite Beteiligungsgesellschaft mbHVNG Vertriebs-GmbH Thüringen/BayernVNG Erste Beteiligungsgesellschaft mbH
Eingetragen
5.11.2007
Branche
Wärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernElektrizitätshandel
Gegenstand
Die eigene Tätigkeit und die Leitung einer Gruppe von Unternehmen auf dem Geschäftsfeld der Beschaffung von sowie der Versorgung und des Handels mit Energie, einschließlich erneuerbarer Energien und Energieträger; dies schließt den Eigenhandel mit Energie, den Handel mit energiebezogenen Zertifikaten, die Erbringung von energiebezogenen Dienstleistungen und sonstige mit dem Handel von Energie in Verbindung stehende Geschäfte ein.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Thomas Schrepffer
seit 16.2.2023
Prokura
Prokura
Stephan Haupt
seit 2.2.2023
Geschäftsführer
Attila Wiebe
seit 22.5.2018
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
100.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VNG Handel & Vertrieb GmbH

Leipzig

Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VNG Handel & Vertrieb GmbH

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VNG Handel & Vertrieb GmbH, Leipzig, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VNG Handel & Vertrieb GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n. F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

 

Leipzig, 12. April 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bätz, Wirtschaftsprüfer

Salzer, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Anhang 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.775 3.982
II. Sachanlagen 120 181
III. Finanzanlagen 131.824 84.688
134.719 88.851
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 1 611.017 792.323
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2 1.305.911 2.921.719
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 65 36
1.916.993 3.714.078
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.172 2.199
2.052.884 3.805.128

Passiva

Anhang 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 3 100 100
II. Kapitalrücklage 37.740 37.740
37.840 37.840
B. Rückstellungen 4 63.242 32.731
C. Verbindlichkeiten 5 1.951.752 3.734.557
D. Rechnungsabgrenzungsposten 50 0
2.052.884 3.805.128

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anhang 1.1.-31.12.2023
T€
1.1.-31.12.2022
T€
1. Rohergebnis 6 152.034 -1.011.531
2. Sonstige betriebliche Erträge 7 36.049 486.356
3. Personalaufwand 8 27.662 23.346
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.130 1.980
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 30.667 22.125
6. Beteiligungs- und Finanzergebnis 10 -7.234 -8.892
7. Ergebnis nach Steuern 120.390 -581.518
8. Sonstige Steuern 1 0
9. Erträge aus Verlustübernahme 0 581.518
10. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 11 120.389 0
11. Jahresüberschuss 0 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Die VNG Handel & Vertrieb GmbH, Leipzig (VNG H&V), ist beim Amtsgericht Leipzig unter der Handelsregisternummer HRB 33088 registriert.

Der Jahresabschluss der VNG H&V wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Die VNG H&V ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB.

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde als sog. Fast-Close-Abschluss aufgestellt. Mit der Verkürzung des Aufstellungszeitraums (Fast Close) ist insbesondere der Einsatz von Schätzverfahren zur Ermittlung des Gaseinkaufs und -verkaufs im Monat Dezember verbunden. Diese Schätzungen wurden auf der Grundlage sämtlicher Informationen, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses verfügbar waren, vorgenommen.

In der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung sind einzelne Positionen zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit der Darstellung zusammengefasst; sie werden im Anhang gesondert erläutert. Die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung vorgeschriebenen Vermerke sowie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz oder dem Anhang anzubringen sind, werden ebenfalls im Anhang aufgeführt.

Der Gastag ist in der Gaswirtschaft etabliert. Gemäß § 23 Abs. 1 Satz 2 GasNZV beginnt dieser um 06.00 Uhr und endet um 06.00 Uhr des folgenden Tages. Deshalb sind zum Bilanzstichtag, wie auch in Vorjahren, alle gaswirtschaftlich relevanten Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zum Ende des Gastags 01.01.2024 06.00 Uhr ausgewiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Mit der VNG AG, Leipzig (VNG AG), ist ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Ein Organschaftsverhältnis besteht bezüglich Körperschaft- und Gewerbesteuer.

Der vorliegende Abschluss wurde unter der Prämisse der Fortführung des Unternehmens aufgestellt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen Vermögensgegenstände des immateriellen Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen werden mit ihren um die linearen Abschreibungen geminderten Anschaffungskosten bewertet. Die Abschreibungszeiträume der immateriellen und materiellen Vermögensgegenstände bemessen sich an den voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauern der Vermögensgegenstände.

Geringwertige Vermögensgegenstände im Sinne von § 6 Abs. 2 EStG werden im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung voll aufwandswirksam berücksichtigt.

Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des immateriellen Anlagevermögens und des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für die außerplanmäßigen Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Die Bilanzierung von Finanzanlagen erfolgt zu ihren Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung der als Handelswaren ausgewiesenen Gasbestände erfolgt nach der Lifo-Methode mit Layer-Bildung (Monats-Layer) unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips (§ 253 Abs. 4 HGB).

Entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nennwerten aktiviert. Erkennbare Risiken sind durch Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Maße berücksichtigt worden.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag bilanziert.

Eigenkapital

Das Eigenkapital ist zum Nennbetrag bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken.

Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich im Falle von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und im Falle sonstiger Rückstellungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergibt, abgezinst. Für die Abzinsung werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB die von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung herausgegebenen Abzinsungszinssätze zugrunde gelegt. Das Abzinsungswahlrecht für Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wird nicht ausgeübt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Künftige Gehaltssteigerungen (4,25 % für 2024, 2,5 % für 2025, 2,5 % für 2026 und ab 2027 2,25 % p.a.) sowie Rentenanpassungen (2,6 % in 2024, 2,1 % in 2025 und ab 2026 2,00 % p.a.) werden, soweit zutreffend, berücksichtigt. Für die Abzinsung wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal der durchschnittliche 10-Jahres-Marktzinssatz bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren von 1,83 % p.a. (31. Dezember 2022: 1,79 % p.a.) verwendet.

Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB anzugeben und beträgt zum Abschlussstichtag 2 T€ (31. Dezember 2022: 10 T€).

Zur Erfüllung von mit Altersversorgungsverpflichtungen vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen für Lebensarbeitszeitkonten sind entsprechende Mittel in Fondsanteilen angelegt. Die Fondsanteile werden von der FIL Investment Services GmbH treuhänderisch für die VNG H&V verwaltet.

Die Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten dienen (Fondsanteile) und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (sogenanntes Deckungsvermögen gemäß §246 Abs. 2 S. 2 HGB), verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wurde durch die beauftragte Verwaltungsgesellschaft unter Zuhilfenahme von Marktpreisen (Börsenkursen) auf dem aktiven Markt bewertet.

Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtung aus Lebensarbeitszeitkonten korrespondiert zum Stichtag mit dem Zeitwert des Deckungsvermögens.

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt die Zuführung zu langfristigen Rückstellungen, soweit sie dem Grunde nach erstmalig passiviert werden, nach dem Nettoprinzip.

Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst.

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen bestehen nicht.

Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten bestehen nicht.

Latente Steuern

Latente Steuern werden aufgrund des bestehenden Organschaftsverhältnisses mit der Gesellschafterin VNG AG im Jahresabschluss der VNG H&V nicht ausgewiesen.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung des in der Bilanz zusammengefassten Postens Anlagevermögen und die Entwicklung des Anlagevermögens sind im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Umlaufvermögen

(1) Vorräte

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Waren (Bestand an Erdgasvorräten in Speichern) 599.543 783.169
Schadstoffemissionsrechte 11.474 9.154
611.017 792.323

Durch die Anwendung der Lifo-Methode ergab sich zum 31. Dezember 2023 ein Unterschiedsbetrag gemäß § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB in Höhe von 231.499 T€ (31. Dezember 2022: 300.304 T€) auf der Basis einer Bewertung zum kontrahierten Verkaufspreis.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023
T€
21.12.2022
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 416.985 812.795
Forderungen gegen verbundene Unternehmen davon aus 225.227 1.169.849
Lieferungen und Leistungen 212.390 573.639
Ergebnisabführung 10.644 593.365
Steuern 2.193 6
Cash-Management 0 2.839
Sonstige Vermögensgegenstände 663.699 939.075
1.305.911 2.921.719

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltene - aus Verträgen mit Netting-Klausel bzw. mit Zahlungsnettingvereinbarungen resultierende - Forderungen wurden mit den entsprechenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen saldiert ausgewiesen. Die Saldierung hat einen Effekt von -446.117 T€ (Vorjahreseffekt: -1.180.284 T€).

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen die Gesellschafterin VNG AG in Höhe von 678 T€ (31. Dezember 2022: 584.586 T€) enthalten.

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind verfügungsbeschränkte Konten für Margin- und Sicherheitsleistungen in Höhe von 546.110 T€ (31. Dezember 2022: 853.409 T€) enthalten.

Zudem sind in den sonstigen Vermögensgegenständen Wertpapiere in Höhe von 135 T€ enthalten, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und der Erfüllung von Verpflichtungen aus Zeitwertkonten dienen. Die Bewertung erfolgte mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Weiterhin werden unter den sonstigen Vermögensgegenständen Forderungen gegen das Finanzamt in Höhe von 24.966 T€ ausgewiesen, in denen 34.916 T€ verrechnete Umsatzsteuerverbindlichkeiten enthalten sind, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen.

In den sonstige Vermögensgegenständen haben 8.550 T€ (31. Dezember 2022: 0 T€) eine Restlaufzeit größer einem Jahr.

(3) Eigenkapital

Das Stammkapital der VNG H&V beträgt 100 T€.

Fremdkapital

(4) Rückstellungen

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 140 150
Sonstige Rückstellungen 63.102 32.581
63.242 32.731

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für Risiken aus dem Gasgeschäft in Höhe von 37.275 T€ (31. Dezember 2022: 15.652 T€), für die Verpflichtung zur Abgabe von nationalen Emissionszertifikaten in Höhe von 10.848 T€ (31. Dezember 2022: 10.266 T€), für den Personalbereich in Höhe von 6.720 T€ (31. Dezember 2022: 3.844 T€), für Prozesskosten in Höhe von 4.700 T€ (31. Dezember 2022: 202 T€), für ausstehende Rechnungen in Höhe von 2.437 T€ (31. Dezember 2022: 2.052 T€) und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von 1.005 T€ (31. Dezember 2022: 565 T€).

Für Verpflichtungen aus Zeitwertkonten wurden Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Der Erfüllungsbetrag entspricht zum Stichtag dem Zeitwert, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Wertpapiere und beträgt 135 T€.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

(5) Verbindlichkeiten

31.12.2023
T€
Restlaufzeit bis zu 1 Jahr (Vorjahr)
T€
1 bis 5 Jahre (Vorjahr)
T€
über 5 Jahre (Vorjahr)
T€
31.12.2022
T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 393.461 393.461 0 0 1.435.935
(1.435.935) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.290.752 1.290.752 0 0 1.054.249
(1.054.249) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 267.539 257.756 8.908 875 1.244.373
(1.242.726) (1.000) (647)
(darunter aus Steuern) 2.577 2.577 0 0 116.417
(116.417) (0) (0)
1.941.969 8.908 875
1.951.752 (3.732.910) (1.000) (647) 3.734.557

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.290.752 T€ (31. Dezember 2022: 1.054.249 T€) bestehen im Wesentlichen gegenüber der Gesellschafterin VNG AG mit 1.084.167 T€ (31. Dezember 2022: 485.504 T€). Diese resultieren mit 120.389 T€ (31. Dezember 2022: 0 T€) aus der Gewinnabführung, mit 963.585 T€ (31. Dezember 2022: 485.436 T€) aus dem Liquiditätsmanagement und mit 193 T€ (31. Dezember 2022: 68 T€) aus Lieferungen und Leistungen.

Die weiteren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 206.549 T€ (31. Dezember 2022: 568.745 T€) resultieren aus Lieferungen und Leistungen sowie mit 36 T€ (31. Dezember 2022: 0 T€) aus Steuern.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB belaufen sich auf 197,7 Mio. €, darunter 72,8 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um das Bestellobligo, um Verpflichtungen aus Miet- und Dienstleistungsverträgen sowie um Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung der Transport- und Speicherkapazitäten sowie gebuchter Floating Storage and Regasification Unit's.

Weiterhin besteht eine finanzielle Verpflichtung aus einem zukünftigen Unternehmenserwerb in Höhe von 100 Mio. €, die vollumfänglich gegenüber einem verbundenen Unternehmen besteht.

Zur Deckung des Gasbedarfs wurden vertragliche Verpflichtungen gegenüber Gaslieferanten eingegangen. Diese betragen rund 14.768,8 Mio. € bis zum Jahr 2029, davon betreffen 992,4 Mio. € verbundene Unternehmen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(6) Rohergebnis

2023
T€
2022
T€
Umsatzerlöse 26.239.811 38.818.971
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 26.086.039 39.828.945
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.738 1.557
Materialaufwand 26.087.777 39.830.502
152.034 -1.011.531

Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus dem Gasgeschäft und entfallen mit 38 % (Vorjahr: 37 %) auf das Inland und mit 62 % (Vorjahr: 63 %) auf das europäische Ausland.

Des Weiteren sind 11.085 T€ periodenfremde Erlöse innerhalb der Umsatzerlöse sowie 11.485 T€ periodenfremde Materialaufwendungen enthalten.

Von den Umsatzerlösen sind entsprechend § 277 Abs. 1 HGB Aufwendungen für Energiesteuer in Höhe von 25.414 T€ (Vorjahr: 32.043 T€) abgesetzt worden.

(7) Sonstige betriebliche Erträge

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Zuschreibungen auf eine Beteiligung in Höhe von 32.615 T€ (Vorjahr: 14.923 T€), periodenfremde Erträge in Höhe von 2.026 T€ (Vorjahr: 7.080 T€), die im Wesentlichen aus der Auflösung von Pauschalwertberichtigungen und Rückstellungen resultieren, sowie Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1.335 T€ (Vorjahr: 3.871 T€) enthalten.

(8) Personalaufwand

2023
T€
2022
T€
Löhne und Gehälter 24.434 20.344
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.228 3.002
27.662 23.346

Der Personalaufwand enthält Aufwendungen für die Altersversorgung in Höhe von 156 T€ (Vorjahr: 191 T€).

(9) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen erfasst, die aus der Währungsumrechnung mit 1.883 T€ (Vorjahr: 3.260 T€) resultieren.

(10) Beteiligungs- und Finanzergebnis

2023
T€
2022
T€
Erträge aus Beteiligungen 6.514 3.369
(davon aus verbundenen Unternehmen 6.514 T€; Vorjahr 3.369 T€)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 10.644 11.847
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7.262 1.331
(davon aus verbundenen Unternehmen 86 T€; Vorjahr 197 T€)
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 13.612
(davon auf verbundene Unternehmen 0 T€; Vorjahr 13.612 T€)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 31.654 11.827
(davon an verbundene Unternehmen 30.810 T€; Vorjahr 7.924 T€)
-7.234 -8.892

(11) Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne

Das positive Jahresergebnis von 120.389 T€ für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die VNG AG komplett abgeführt.

Bewertungseinheiten zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken

Zur Absicherung von Währungsrisiken aus schwebenden Geschäften im Gashandelsgeschäft in Höhe von 12.490 TCZK wurden konzerninterne Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 500 T€ abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag haben die Termingeschäfte negative Marktwerte in Höhe von 37 T€, denen positive Marktwerte von 20 T€ gegenüberstehen.

Zur Absicherung der Währungsrisiken eines schwebenden Geschäfts in Höhe von 239.359 TUSD wurden konzerninterne Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 216.606 T€ abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag haben die Termingeschäfte negative Marktwerte in Höhe von 3.538 T€, denen positive Marktwerte von 13 T€ gegenüberstehen.

Die Devisentermingeschäfte stehen in einer Sicherungsbeziehung (Mikro-Hedge) zu den jeweiligen schwebenden Geschäften. Da sich die gegenläufigen Wertänderungen aus den schwebenden Geschäften und den Devisenterminkontrakte jeweils ausgleichen, werden die Devisentermingeschäfte nicht bilanziert.

Bilanzierung Gashandelsaktivitäten

Gashandelsportfolio

Die VNG H&V ist im Gashandelsgeschäft den Risiken aus Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten ausgesetzt. Diese Risiken werden unter Berücksichtigung von natürlichen Absicherungseffekten aus bestehenden Vertriebs-, Beschaffungs-, Speicher- und Transportverträgen sowie durch entsprechende Sicherungsgeschäfte aktiv begrenzt. Im Rahmen der Portfoliobewirtschaftung wird die Gesamtposition der sich aus den einzelnen Segmenten des Gashandels ergebenden Unterpositionen fortlaufend überwacht und gesteuert. Den entsprechenden Vertragsportfolien werden Geschäfte zugeordnet, welche in einem sachlichen sowie zeitlichen Zusammenhang stehen und deren Risiken gemeinsam gesteuert werden. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Geschäfte, die weder in eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB einbezogen noch für kurzfristige Arbitragegeschäfte abschlossen wurden.

Entsprechend des von der VNG H&V implementierten Risikomanagementvorgehens für Gashandelsgeschäfte erfolgt für die in Vertragsportfolien zugeordneten Geschäfte keine Bewertung nach dem Einzelbewertungsgrundsatz des § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB. Die Bewertung wird portfoliobasiert und nach Lieferjahren getrennt für das gesamte Gashandelsportfolio vorgenommen.

Im Gashandelsportfolio der VNG H&V werden auch Commodity-Swaps eingesetzt. Es handelt sich dabei um außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente mit Vertragspartnern aus dem Bankenbereich, die über eine einwandfreie Bonität verfügen.

Der Einsatz dieser Instrumente erfolgt nach einheitlichen Richtlinien und unterliegt strengen internen Kontrollen. Der Einsatz von Commodity-Derivaten zu Handelszwecken ist im Rahmen strenger Limitierungen sowie täglicher Überwachungen zulässig. Das Nominalvolumen der Geschäfte mit einer Laufzeit bis 2025 beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 150.192 T€. Positiven Marktwerten von 45 T€ stehen negative Marktwerte von 9.019 T€ gegenüber.

Portfolio für kurzfristige Arbitragegeschäfte

Im Rahmen der Gashandelsaktivitäten verfügt die VNG H&V zudem über ein Portfolio für kurzfristige Arbitragegeschäfte mit Ein- und Verkaufsgeschäften, welches im Rahmen einer Bewertungseinheit nach § 254 HGB bilanziert wird. Die innerhalb enger Risikolimite gehandelten Gaseinkaufsverträge mit einem Nominalvolumen von 4.349.940 T€ und Gasverkaufsverträge mit einem Nominalvolumen von 4.327.909 T€ werden dabei auf Portfoliobasis zusammengefasst. Positiven Marktwerten in Höhe von 13.986 T€ stehen über alle Jahresscheiben hinweg zum Bilanzstichtag negative Marktwerte von 720 T€ gegenüber. Die maximale Restlaufzeit der in die Bewertungseinheit einbezogenen Geschäfte beläuft sich auf 36 Monate.

Weiterhin wurden European Union Allowances (EUA) Futures mit einem Nominalvolumen von 14.347 T€ im BUY und 14.422 T€ im SELL gehandelt. Positiven Marktwerten in Höhe von 75 T€ stehen über alle Jahresscheiben hinweg zum Bilanzstichtag keine negativen Marktwerte gegenüber. Die maximale Restlaufzeit der in die Bewertungseinheit einbezogenen Geschäfte beläuft sich auf 24 Monate.

Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird prospektiv und retrospektiv anhand der zur Steuerung des Portfolios definierten Risikokennzahlen (Value-at-Risk) überprüft.

Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wird grundsätzlich die Einfrierungsmethode angewendet.

IV. Sonstige Angaben

Angaben nach § 6b Abs. 2 EnWG

Aus der Nutzung von Speicherkapazitäten der VNG Gasspeicher GmbH, Leipzig (VGS), durch die VNG H&V, entstanden Materialaufwendungen in Höhe von 28.155 T€. Dem stehen Umsatzerlöse aus Verkäufen von Erdgas an die VGS in Höhe von 5.503 T€ gegenüber. Aus der Nutzung von Transportkapazitäten der ONTRAS Gastransport GmbH, Leipzig (ONTRAS), resultieren Materialaufwendungen in Höhe von 12.893 T€. Des Weiteren betreffen Geschäfte größeren Umfangs gemäß § 6b Abs. 2 EnWG für die VNG erbrachte kaufmännische Dienstleistungen mit Umsatzerlösen in Höhe von insgesamt 2.621 T€. Demgegenüber stehen von der VNG bezogene kaufmännische Dienstleistungen in Höhe von insgesamt 1.985 T€. Darüber hinaus findet innerhalb der VNG-Gruppe ein Cash-Pooling zu marktüblichen Zinsen statt.

Mitarbeiter

Die VNG H&V beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 221 Mitarbeiter. Davon waren 211 Angestellte, 9 Aushilfen/Werkstudenten und ein gewerblicher Arbeitnehmer. Darüber hinaus befand sich durchschnittlich eine Person in der Altersteilzeit-Passivphase.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Sachverhalte eingetreten, die für die Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der VNG Handel & Vertrieb GmbH von Bedeutung wären.

Aufstellung des Anteilsbesitzes nach § 285 Nr. 11 HGB

Zum 31. Dezember 2023 hält die VNG H&V unmittelbar oder mittelbar Anteile an den nachstehend aufgeführten Unternehmen. Bei den angegebenen Werten für Eigenkapital und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag handelt es sich jeweils um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen; die Werte sind gerundet.

Anteil am Kapital Anteil unmittelbar
%
Anteil mittelbar
%
Name und Sitz der Gesellschaft Eigenkapital
100,00 ENERGIEUNION GmbH, Schwerin 6.223.414
100,00 HANDEN Sp. z o.o., Warschau (Republik Polen) 101.598.548
100,00 VNG Austria GmbH, Gleisdorf (Österreich) 5.926.997
100,00 VNG Energie Czech s.r.o., Prag (Tschechische Republik) 3.509.123
100,00 VNG Italia S.r.l., Bologna (Italien) 43.445.003
49,00 Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH, Düsseldorf 25.000
100,00 G.EN. Gaz Energia Sp. z o.o., Warschau (Republik Polen) 16.217
100,00 EnergieFinanz GmbH, Schwerin 960.988
100,00 G.EN. Operator Sp. z o.o., Tarnowo Podgórne (Republik Polen) 42.348.432
100,00 goldgas GmbH, Wien (Österreich) 6.560.004
100,00 SPIGAS S.r.l., Bologna (Italien) 16.171.689
50,00 EnergyIncore GmbH, Schwerin 93.079
38,00 MIOGAS & LUCE S.r.l., Rozzano (Italien) 19.516.101
20,00 CANARBINO S.p.A., Mailand (Italien) 117.321.479
Anteil am Kapital Anteil unmittelbar
%
Jahresergebnis
100,00 0 3) 4)
100,00 7.941.490 1) 5) 6)
100,00 940.296 1)
100,00 1.799.018 1) 5) 6)
100,00 -485.122 1)
49,00 0 7)
-18.677 1) 5) 6)
18.512 1)
6.153.453 1) 5) 6)
3.129.954 1)
-2.661.975 1)
21.932 1)
2.360.122 2)
19.140.708 2)

1) Angaben gemäß Jahresabschluss zum 31.12.2022.

2) Angaben gemäß Jahresabschluss zum 31.03.2023.

3) Angaben gemäß Jahresabschluss zum 31.12.2023.

4) Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag.

5) Eigenkapital umgerechnet zum Mittelkurs am 31.12.2022.

6) Jahresüberschuss umgerechnet zum Durchschnittskurs 2022.

7) Die Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH, Düsseldorf wurde neu gegründet und ist seit dem 02.02.2023 im Handelsregister Düsseldorf eingetragen, bislang sind keine Jahresabschlussdaten verfügbar. Angaben gemäß Handelsregistereintragung

Geschäftsführung

Konstantin Nikolaus Alram Heinrich Hubertus Herzog von Oldenburg Geschäftsführer
Stephan Haupt (ab 01.02.2023) Geschäftsführer
Kerstin Schultheiß (bis 31.01.2023) Geschäftsführerin

Hinsichtlich der Angabe der Bezüge wurde von der Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Konzernabschluss

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe (EnBW), stellt für den größten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss nach den in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und einen Konzernlagebericht auf. Die VNG H&V wird in diesen Konzernabschluss als vollkonsolidiertes Unternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der EnBW werden beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht und sind über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) abrufbar.

Der EnBW-Konzern fällt in den Anwendungsbereich der OECD-Modellregelungen zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung (Säule 2-Modellregeln). Die Regelungen sind demnach auf die VNG H&V anzuwenden. Das Mindeststeuergesetz ist in Deutschland, der Jurisdiktion, in der die VNG H&V steuerlich ansässig ist, am 28. Dezember 2023 in Kraft getreten und gilt, sofern nichts anderes bestimmt ist, erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen.

Eine Erläuterung etwaiger Auswirkungen der Anwendung der Säule 2-Regelungen auf die VNG H&V:

Die Säule 2-Regelungen sehen für in Deutschland ansässige Gesellschaften die Einführung einer nationalen Ergänzungsteuer vor, sollte das Mindeststeuerniveau von 15 % in Deutschland nicht erreicht werden. Die Gesellschaft unterliegt dann einer Ergänzungssteuer in Höhe der Differenz zwischen dem Säule 2-Effektivsteuersatz und dem in Deutschland geforderten Mindeststeuerniveau von 15 %. Es wird basierend auf dem länderbezogenen Bericht (CbCR) für 2022 sowie Planzahlen für die Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen, davon ausgegangen, dass die in Deutschland ansässigen Gesellschaften des EnBW-Konzerns bereits dem geforderten Mindeststeuerniveau von 15 % unterliegen und es nicht zur Anwendung der Ergänzungssteuerregelungen kommt.

Die VNG AG, Leipzig (VNG AG), stellt für den kleinsten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss nach den in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und einen Konzernlagebericht auf. Die VNG H&V wird in diesen Konzernabschluss als vollkonsolidiertes Unternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der VNG AG werden beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht und sind über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) abrufbar.

Die VNG H&V ist gemäß § 291 HGB von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes befreit.

Auf die Angabe des Gesamthonorars des Abschlussprüfers wird gemäß § 285 Nr. 17 HGB (Aufnahme der Angaben in einen das Unternehmen einbeziehenden Konzernabschluss) verzichtet.

 

Leipzig, den 6. März 2024

VNG Handel & Vertrieb GmbH

Stephan Haupt, Geschäftsführer

Konstantin von Oldenburg, Geschäftsführer

Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- oder Herstellungskosten 1.1.2023
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
31.12.2023
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 30.628 388 1.801 66 29.281
2. Geleistete Anzahlungen 66 442 0 -66 442
30.694 830 1.801 0 29.723
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 58 0 0 0 58
2. Technische Anlagen und Maschinen 71 0 70 0 1
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 878 67 678 0 267
1.007 67 748 0 326
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 139.151 0 0 0 139.151
2. Beteiligungen 0 14.522 0 0 14.522
3. Sonstige Ausleihungen 308 0 0 0 308
139.459 14.522 0 0 153.981
171.160 15.419 2.549 0 184.030
Abschreibungen 1.1.2023
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Zuschreibungen
T€
31.12.2023
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 26.712 2.037 1.801 0 26.948
2. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
26.712 2.037 1.801 0 26.948
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 24 8 0 0 32
2. Technische Anlagen und Maschinen 32 6 37 0 1
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 770 79 676 0 173
826 93 713 0 206
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 54.771 0 0 32.614 22.157
2. Beteiligungen 0 0 0 0 0
3. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
54.771 0 0 32.614 22.157
82.309 2.130 2.514 32.614 49.311
Buchwerte 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.333 3.916
2. Geleistete Anzahlungen 442 66
2.775 3.982
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 26 34
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 39
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 94 108
120 181
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 116.994 84.380
2. Beteiligungen 14.522 0
3. Sonstige Ausleihungen 131.824 308
134.719 88.851

Lagebericht zum Geschäftsjahr 2023

A. Die VNG Handel & Vertrieb im Überblick

1. Geschäftsmodell

Die VNG Handel & Vertrieb GmbH (VNG H&V) versorgt Stadtwerke, Industrieunternehmen, in- und ausländische Handelsunternehmen und Weiterverteiler mit Erdgas und Biogas und bietet zusätzlich Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Produkt Gas an. Zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehören ein erfahrener und gut vernetzter Vertrieb mit einem vielfältigen Kundenportfolio, eine marktnahe Beschaffung, ein effizienter Marktzugang, eine zuverlässige Handelslogistik sowie ein integriertes Portfolio- und Risikomanagement. Die Produktpalette und die Dienstleistungsangebote für Erdgas, Biogas und dekarbonisierte Gase werden kontinuierlich markt- und kundenorientiert weiterentwickelt. Die dynamischen Entwicklungen auf dem Markt erfordern zudem eine ständige Anpassung der Beschaffungs-, Absicherungs- und Bewirtschaftungsstrategien in einem volatilen Preisumfeld. Darüber hinaus erbringt die VNG H&V auch Dienstleistungen im Bereich der Office- und Business-IT innerhalb der VNG-Gruppe (im Folgenden auch kurz "VNG").

Als Führungsgesellschaft des Handelssegments der VNG-Gruppe konnte die VNG H&V auf ihre langjährigen, vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen mit Kunden, Handelspartnern und ihren Beteiligungen bauen. Neben dem deutschen Kernmarkt vertreibt die VNG H&V gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften in Österreich, Polen und Tschechien Erdgas auf allen Wertschöpfungsstufen. Die ENERGIEUNION GmbH ergänzt als Tochtergesellschaft die Aktivitäten in Deutschland mit dem Zugang zum Stromhandelsmarkt und ihrem Angebot zu umfassenden Portfoliomanagement- und Abrechnungsdienstleistungen. In Italien engagiert sich die VNG H&V über ihre Beteiligungen vor allem im Haushaltskundensegment. Darüber hinaus wird der konzernweite Austausch und die Zusammenarbeit mit Strom- und Gashandelsgesellschaften der EnBW-Gruppe weiter vorangetrieben.

Die fortschreitende Automatisierung, Beschleunigung betrieblicher Abläufe und Marktzugänge, kontinuierliche Verbesserung der Prozess- und Kosteneffizienz sowie ein adäquates Risikomanagement in den vergangenen Jahren bildeten die Basis für die Stabilität der operativen Abläufe und dynamische Steuerungsentscheidungen der Gesellschaften auch in hochvolatilen Preisphasen mit hoher Unsicherheit. Für die Gasversorgung der Zukunft entwickelt die VNG H&V ein Portfolio erneuerbarer und dekarbonisierter Gase und unterstützt dabei auch Kunden und Lieferanten bei ihren eigenen Dekarbonisierungsbemühungen. Vor dem Hintergrund der verstärkten globalen und europäischen Anstrengungen zur Bewältigung der Klimakrise richtet VNG ihre Handels- und Vertriebsaktivitäten langfristig auf dekarbonisierte Gase aus. Im Geschäftsjahr 2023 hat VNG H&V als Konsortialpartner im Energiepark Bad Lauchstädt mit dem Joint Venture Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH den ersten deutschen großvolumigen Liefervertrag für grünen Wasserstoff unterzeichnet. Mit weiteren norwegischen Partnern wurden Absichtserklärungen über den Import von grünem beziehungsweise dekarbonisiertem Ammoniak vereinbart. Mit dem Erwerb der bmp greengas GmbH wird VNG H&V zudem das Biogasgeschäft signifikant ausbauen und ihren Kunden ein breites Portfolio grüner Gase anbieten können; die Transaktion soll im Geschäftsjahr 2024 abgeschlossen werden.

2. Strategische Ausrichtung und Ziele

Die Konzernstrategie "VNG 2030+" gibt Leitlinien für die zukünftige Positionierung der VNG H&V und ihrer Beteiligungen. Im Berichtsjahr hat die Strategie im Lichte des weiterhin dynamischen und herausfordernden energiepolitischen Umfelds ein Update erhalten. Die Weichenstellung erfolgte vor dem Hintergrund der gestiegenen Inflation, einem unübersichtlichen energiepolitischen Subventionswettlauf und verstärkter dynamischer Regulierungstrends. Kern des Updates ist die Beschleunigung für die weitere Transformation hin zu dekarbonisierten Gasen. Die Ereignisse des Jahres 2022, allen voran der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die daraus resultierenden Wirtschaftssanktionen und die faktische Beendigung von Gasimporten aus Russland sind weitere Gründe für die Beschleunigung.

Im Rahmen der "Midstream Excellence" basieren die Handelsaktivitäten auf den drei Säulen eines direkt in die betrieblichen Abläufe integrierten Großkundenvertriebs, einer auf Assets gestützten Portfoliobewirtschaftung sowie mittel- und langfristiger Gasbezugsverträge. Nach dem Wegfall russischer Importmengen entwickelt VNG H&V neue Beschaffungsmöglichkeiten zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit ihres Absatzportfolios. Zusätzlich werden auch weitere Commodities, Tradingchancen und Marktgebiete sowie innovative Dienstleistungen für Geschäftskunden forciert. Eine rege Handelstätigkeit auf dem bilateralen OTC-Markt sowie an den europäischen Energiebörsen bietet allen Marktteilnehmern eine für ein effizientes Risikomanagement notwendige Liquidität. VNG H&V strebt weiterhin einen substanziellen Marktanteil im Gasvertrieb an Stadtwerke- und Industriekunden an. Das Absatzportfolio soll durch eine diversifizierte Beschaffung und durch eine schrittweise Transformation des Bezugsportfolios hin zu erneuerbaren und dekarbonisierten Gasen gedeckt sein. Darüber hinaus wird die Versorgungssicherheit durch großvolumige Buchungen von Gasspeicherkapazitäten gesichert.

Der Absatz von Wasserstoff an Industrieunternehmen ist deutlich in den Fokus gerückt. Hierbei setzt die VNG H&V neben der Wasserstoffproduktion aus inländischer Elektrolyse auch auf internationale Partnerschaften, um die Bereitstellung von Wasserstoff bedarfsgerecht zu realisieren.

Finanzielle Leistungsindikatoren und Ziele:

Die strategische Ausrichtung der VNG-Gruppe und ihrer Gesellschaften ist mit wirtschaftlichen Kennziffern untersetzt und steht in Einklang mit der Finanzstrategie des Konzerns. Das adjusted EBIT gilt als zentraler Indikator der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des operativen Geschäfts; dabei bleiben einmalige, nicht planbare Ergebniseffekte unberücksichtigt, Beteiligungsergebnisse werden einbezogen. Im Fokus der Steuerung, der Überwachung der Prognosequalität sowie der Berichterstattung an das Management, die Gesellschafterin VNG AG sowie deren Aufsichtsgremien und Aktionäre stehen dabei Informationen über die VNG-Gruppe und deren Geschäftsbereiche. Diese Zahlen werden im Konzernabschluss des Mehrheitsaktionärs der VNG AG, der EnBW AG, nach den Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Für die VNG H&V, deren Einzelabschluss nach den deutschen handelsrechtlichen Grundsätzen des HGB erstellt wird, ist neben den konzerninternen Steuerungsgrößen vor allem das Ergebnis nach Steuern relevant; als wesentliche Bestandteile werden das Rohergebnis, das Beteiligungsergebnis sowie die übrigen saldierten Positionen innerhalb des betrieblichen Ergebnisses als sog. Nettokosten regelmäßig gemonitort und berichtet.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und Ziele:

Für die VNG H&V spielt die Einhaltung von Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsstandards sowie das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern eine wesentliche Rolle für den nachhaltigen Geschäftserfolg. Darüber hinaus sind vor allem die Zufriedenheit und das Vertrauen der Mitarbeiter der Gesellschaft essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg. Darüber hinaus wird die Mitarbeiterzufriedenheit regelmäßig z. B. durch standardisierte Erhebungen überprüft und durch Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfelds und der Arbeitssicherheit gefördert. Im Fokus der Erhebungen standen die Aspekte Zufriedenheit, Bindung an und Identifikation mit dem Unternehmen, Einsatzbereitschaft und Engagement sowie das Vertrauen in die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft. Weiterhin liegt ein Fokus auf dem Aufbau und der Stärkung von Kompetenzen der Mitarbeiter für den Transformationsprozess durch fachliche und methodische Weiterbildungen wie beispielsweise dem Aufbau von Wasserstoffkompetenz und der Entwicklung von Projektmanagementfähigkeiten.

3. Personal- und Organisationsentwicklung

Personelle und organisatorische Veränderungen:

Die grundlegende Organisationsstruktur der VNG H&V hat weiterhin Bestand. Die Struktur gliedert sich maßgeblich in zwei Teilbereiche der Geschäftsführungsressorts nach Markt- sowie Marktfolge- und Steuerungsfunktionen. Im operativen Geschäftsbetrieb erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Strukturen und Personalressourcen zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesseffizienz, Optimierung der Abläufe und Umsetzung der strategischen Vorhaben. Hierbei wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr punktuelle Anpassungen in der Organisationsstruktur vorgenommen. Zur Umsetzung des Transformationspfades zur Dekarbonisierung des Geschäfts wurden zusätzliche Projektmanagementstrukturen und weitere Stellen in den fachlichen Linienfunktionen der VNG H&V geschaffen. Das hybride Arbeitsmodell von Präsenz und Homeoffice hat sich weiter etabliert. Alle operativen Prozessänderungen konnten in der notwendigen Geschwindigkeit und Stabilität umgesetzt werden. Damit stellte die Belegschaft erneut ihre Bereitschaft und Flexibilität auch unter außerordentlichen Rahmenbedingungen unter Beweis.

Personalentwicklung:

Erhalt und Ausbau der hochspezialisierten Mitarbeiterkompetenzen sind entscheidend für einen nachhaltigen Geschäftserfolg im Know-how-intensiven Handelsumfeld. Die Förderung persönlicher und fachlicher Kompetenzen über individuelle Weiterbildungsmaßnahmen, die Gewährung von flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten sowie die Maßnahmen zur Altersvorsorge und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind dabei wesentliche Einflussfaktoren. Mitarbeiterinitiativen, Ideenmanagement und innovative Arbeitsmethoden ermöglichen die Teilnahme an Innovations- und Entscheidungsprozessen.

Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit:

VNG H&V bietet ihren Mitarbeitern eine Vielzahl an Möglichkeiten, um ihre Gesundheit zu erhalten, zu stärken oder zu verbessern. Neben zusätzlichen betriebsärztlichen Leistungen zählen dazu beispielsweise eine betriebliche Krankenzusatzversicherung, freiwillige Präventionsmaßnahmen und ergonomische Arbeitshilfen. Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden neben flexiblen Arbeitszeitregelungen auch eine Reihe von Beratungs- und Vermittlungsangeboten etwa zur Suche nach Kinderbetreuungsplätzen angeboten. Über die gesetzlichen Regelungen hinaus engagiert sich die Gesellschaft für die Arbeitssicherheit aller Mitarbeiter.

4. Innovation, Forschung und Entwicklung

Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung richten sich nach den strategischen Zielen und der Werthaltigkeit einzelner Vorhaben. Mit Unterstützung des neuen Cloud-Dienstleisters wurde die Betriebsfähigkeit in der Azure-Cloud sichergestellt und erste Anwendungen wurden migriert. Neben der Cloud-Migration wurden im vergangenen Geschäftsjahr zwei weitere strategische Themen, IT-Sicherheit und IT-Notfallmanagement, angegangen. Zwei hochpriorisierte Projekte wurden ins Leben gerufen, um diese Themen verantwortungsvoll voranzutreiben. Darüber hinaus steht die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung betrieblicher Abläufe, die Erschließung zusätzlicher Handels- und Vertriebskanäle, der Ausbau der Handels- und Risikomanagementsysteme sowie die IT-Applikationslandschaft über die Funktionsbereiche hinweg im Fokus der Projekttätigkeit. Die Investitionen der Gesellschaft lagen auch im vergangenen Geschäftsjahr hauptsächlich im IT-Bereich. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells wurden Projekte zur Modifikation der Produktpalette abgeschlossen. Dazu gehören unter anderem die Produktentwicklung von Flüssiggas (LNG), Bio-LNG und THG-Quoten sowie Überarbeitung von Dienstleistungen für das Bilanzkreismanagement und Serviceleistungen im Rahmen des umfangreichen Angebots der Strategischen Partnerschaft.

Von besonderer Bedeutung ist das Projekt Energiepark Bad Lauchstädt. Der Energiepark Bad Lauchstädt ist ein Leuchtturmprojekt zur Errichtung einer integrierten Wertschöpfungskette für Grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab. In Zusammenarbeit von ONTRAS Gastransport GmbH, VNG Gasspeicher GmbH, VNG Handel & Vertrieb GmbH (VNG H&V), VNG AG und den Konsortialpartnern Uniper Hydrogen GmbH, Terrawatt Planungsgesellschaft mbH und DBI Gastechnologisches Institut Freiberg gGmbH soll der Beweis für die großtechnische Machbarkeit aller wesentlichen, für eine Wasserstoffwirtschaft relevanten Wertschöpfungsbestandteile erbracht werden. Im Jahr 2023 wurde mit der finalen Investitionsentscheidung des Konsortiums ein zentraler Meilenstein erreicht. Anschließend ist im Juni 2023 die Bauphase gestartet. Die Errichtung des Windparks und des Elektrolyseurs sowie die Umwidmung der Transportpipeline wurden durch die Konsortialpartner vorangetrieben. Weiterhin wurde die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland GmbH als erster Ankerkunde gebunden. Der dazu verhandelte und abgeschlossene Wasserstoffliefervertrag gilt als der erste seiner Art und Größenordnung in Deutschland.

B. Wirtschaftsbericht

1. Marktumfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung:

Die Energiekrise 2022 mit zuvor nie dagewesenen Preisspitzen im Strom- und Erdgasgroßhandel zeigte deutliche Nachwirkungen im Jahr 2023. Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und der Metallindustrie sanken weiter, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die hohen Energiepreise reagiert hatte. In Summe war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Das Zinsniveau stieg im Jahresverlauf 2023 weiter an. Die Notenbanken setzten dabei ihre im Jahr 2022 eingeschlagene Politik zur Bekämpfung der hohen Inflationsraten fort. Da die amerikanische Zentralbank im Vergleich zur europäischen Zentralbank früher die Zinsanhebung stoppte und eine mögliche Zinswende in Aussicht stellte, stieg der Euro gegenüber dem US-Dollar. Im Jahresdurchschnitt lag der Wechselkurs 2023 mit 1,08 US-Dollar/EUR somit über dem Vorjahr (2022: 1,05 US-Dollar/EUR).

Entwicklung des Energieverbrauchs:

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2023 gesunken. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen rechnet mit einem Rückgang um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Einfluss auf den Rückgang des Energieverbrauchs hatte die zurückgehende wirtschaftliche Leistung in Deutschland vor allem im Bereich der energieintensiven Industriezweige. Der einzige verbrauchssteigernde Effekt ging von der demographischen Entwicklung aus (durch den Zuzug von rund 1,35 Millionen Personen wuchs die Gesamtbevölkerung auf knapp 85,5 Millionen Menschen). Im Jahr 2023 verzeichnete der Erdgasmarkt Deutschlands einen um 5 Prozent rückläufigen Verbrauch auf rund 810 TWh. Der Nachfragerückgang betraf sowohl die Industrie als auch private Haushalte und den Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD). Zur Stromerzeugung wurde gegenüber dem Vorjahr geringfügig mehr Erdgas (+1 Prozent) eingesetzt. Insgesamt geht der Verbrauch witterungsbedingt und vor allem durch anhaltende Einsparungen bei den Verbrauchern zurück.

Entwicklung des Erdgasangebots:

Im Jahr 2023 gingen die Erdgaslieferungen von Russland nach Europa auf Jahresbasis noch einmal deutlich zurück, da die Lieferroute Nord Stream nun das ganze Jahr entfiel. Die russischen Gastransite durch die Ukraine fanden auf einem niedrigen Niveau weiterhin statt, während die Lieferungen über Turk Stream nach Bulgarien leicht stiegen. Die Gasproduktion in Norwegen fiel im Vergleich zum Rekordjahr 2022 etwas geringer aus, hauptsächlich bedingt durch ungeplante und länger als ursprünglich vorgesehen andauernde Wartungsmaßnahmen. Resultierend aus dem weiteren Rückgang der Gasnachfrage in Europa ist der Bedarf an LNG-Lieferungen nicht noch weiter angestiegen und die LNG-Lieferungen nach Europa blieben auf dem hohen Niveau von 2022.

Preisentwicklungen:

Die VNG H&V und wesentliche Tochterunternehmen unterliegen vielfältigen marktbezogenen Einflussfaktoren wie der Entwicklung der Rohstoffpreise, der Währungskurse und des Zinsniveaus. Diese können sowohl die Geschäftsentwicklung als auch die Bewertung wesentlicher Vermögenswerte beeinflussen.

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent lag im Jahresdurchschnitt 2023 mit 82 US-Dollar/Barrel (USD/bbl) deutlich unter dem durchschnittlichen Niveau von 2022 von 99 USD/bbl. Auch die Handelspanne bei Brent war mit 72-97 USD/bbl geringer als im Vorjahr (76-128 USD/bbl). Die Ölmarktteilnehmer verfolgten 2023 stark die Zinsentscheidungen der Notenbanken. Die Zinsanhebungen schürten Rezessionsängste bzw. limitierten die wirtschaftliche Entwicklung und damit den Energieverbrauch. Die Produzentengruppe der OPEC+ versuchte mit einer Ausdehnung von freiwilligen Produktionskürzungen gegenzusteuern, konnte einen Preisrückgang jedoch nicht nachhaltig verhindern. Im Oktober brachte der Krieg zwischen Israel und der Hamas geopolitische Risiken in den Markt. Die Preisunterstützung daraus währte nur kurz, da der Konflikt sich nicht auf benachbarte ölreiche Länder ausdehnte. Während im dritten Quartal der Markt positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung schaute (Ölpreise im Jahresverlauf am höchsten), drehte die Stimmung im vierten Quartal deutlich Richtung Pessimismus und die Ölpreise verloren ihre Zugewinne.

Der Gasmarkt zeigte sich 2023 überraschenderweise deutlich entspannter als ursprünglich erwartet, was sich auch im Rückgang der Gaspreise widerspiegelte. Der komplette Wegfall der Nord Stream-Mengen wurde vom Effekt der schwachen Gasnachfrage mehr als kompensiert. Auch der LNG-Nachfrageanstieg in Asien hielt sich 2023 in Grenzen. Somit musste Europa nicht in einen harten Bieterwettbewerb mit Asien um LNG-Mengen treten. Teilweise verkauften asiatische Abnehmer Mengen aus ihren Langfristbezügen auch nach Europa. Die Gaspreise auf der Kurve zeigten grob zwei Entwicklungen: Preisrückgänge im Winter (Q1 und Q4) und volatile Seitwärtsbewegungen im Sommer (Q2 und Q3). Das TTF-Kalenderjahr 2024 startete zu Jahresbeginn oberhalb von 70 EUR/MWh, handelte im März zwischenzeitlich unter 50 EUR/MWh, unterbot Anfang November nachhaltig die Marke von 50 EUR/MWh und schloss Ende Dezember bei weniger als 35 EUR/MWh. Die Spotpreise durchliefen eine geringfügig andere Entwicklung. Diese erreichten ihr lokales Tief Anfang Juni bei unter 25 EUR/MWh, stiegen im Oktober an und gaben danach erneut nach. Der Mittelwert der Leitnotierung am niederländischen Handelspunkt TTF für die Lieferung am nächsten Tag lag 2023 bei rund 40 EUR/MWh (2022: 123 EUR/MWh).

Die europäischen Speicherfüllstände bewegten sich im gesamten Jahr auf hohen Leveln und spiegelten damit in Summe die entspanntere Marktlage im Vergleich zum Krisenjahr 2022. Die für die Bewirtschaftung der Speicherkapazitäten wichtigen saisonalen Sommer-Winter-Spreads boten im Jahr 2023 ausreichend Anreize zum Einspeichern. Der Spread für das Speicherjahr 2023 (Handel bis Ende März) notierte Ende März kurz vor Erfüllung bei knapp 10 EUR/MWh (Winter 23/24 teurer als Sommer 23). Im Juli lag das Premium des Q1/24 (zweite Hälfte des Winter 23/24) gegenüber dem Spotpreis oberhalb von 20 EUR/MWh.

Der Preis für europäische CO2-Zertifikate bewegte sich im Jahr 2023 im Mittel mit 85 EUR/t leicht über dem Mittel von 2022 (81 EUR/t) und hatte eine Handelsspanne zwischen 66 und 100 EUR/t (neues Allzeithoch). Nach Erreichen der 100 EUR/t Ende Februar setzte die schwache wirtschaftliche Entwicklung mit seinem rückläufigen Energieverbrauch die CO2-Preise unter Druck, wobei sich der CO2-Preis häufig in einem Bereich befand, der bei der Stromerzeugung den Wechsel von Kohle auf Erdgas anreizt.

2. Energiepolitisches Umfeld

Während das Jahr 2022 energiepolitisch aufgrund der Folgen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs auf die Ukraine seit dem 24. Februar 2022 für die Energieversorgung im Allgemeinen und die Erdgasversorgung im Speziellen geprägt war durch Krisenbewältigung und die Sicherung der Versorgungssicherheit, kam es im Jahr 2023 zu einer relativen Stabilisierung. Auf Bundes- und EU-Ebene wurden aus Sicht von VNG auch zentrale energiepolitische Gesetzgebungsverfahren vorangetrieben und teilweise abgeschlossen, die nicht primär der Krisenbewältigung dienten. Insbesondere die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes stand dabei im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und medialen Berichterstattung.

Auf bundespolitischer Ebene kam es gegen Jahresende infolge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 15. November 2023 zum zweiten Nachtragshaushalt 2021 zu massiver Verunsicherung bezüglich der weiteren Finanzierung energiepolitischer Vorhaben.

Energiepolitische Entwicklungen auf bundespolitischer Ebene:

Das Bundeskabinett hat Ende Juli nach längeren Verzögerungen die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie beschlossen. Um den prognostizierten Wasserstoffbedarf von jährlich 95 bis 130 TWh inklusive Derivaten ab 2030 zu bedienen, wurde unter anderem das Ziel für die einheimische Elektrolysekapazität bis 2030 von 5 GW auf 10 GW verdoppelt. Weiterhin wurden beispielsweise die Erstellung einer Importstrategie und eines Konzepts für Wasserstoffspeicher sowie ein Wasserstoffbeschleunigungsgesetz angekündigt, die aber bis Jahresende nicht vorlagen.

Hinsichtlich der Planungen des bis 2032 in Deutschland geplanten Wasserstoff-Kernnetzes wurden weitere Schritte getätigt. Der Bundestag verabschiedete am 22. Dezember 2023 eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes, welche die Beantragung und Genehmigung des Wasserstoff-Kernnetzes regelt. Zudem verabschiedete das Bundeskabinett am 15. November 2023 einen Entwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, mit der die Netzentwicklungsplanung für Gas und Wasserstoff sowie die Finanzierung des Wasserstoff-Kernnetzes über ein Amortisationskonto geregelt werden sollen. Das parlamentarische Verfahren läuft 2024 weiter und wird voraussichtlich Ende des ersten Quartals abgeschlossen werden. Die Fernleitungsnetzbetreiber Gas haben am 15. November 2023 ihren Antragsentwurf für das Wasserstoff-Kernnetz mit einer Länge von rund 9.700 Kilometer bei der Bundesnetzagentur vorgelegt, der anschließend bis 8. Januar 2024 konsultiert wurde. Der formelle Antrag muss durch die Fernleitungsnetzbetreiber bis zum 21. Mai 2024 der Bundesnetzagentur vorgelegt werden.

Mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG-Novelle) und dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) wurden 2023 zwei weitere zentrale Gesetzesvorhaben der Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung abgeschlossen. Die Gesetze traten zum 1. Januar 2024 in Kraft. Das WPG verpflichtet die Bundesländer dazu, eine flächendeckende Wärmeplanung für ihr Hoheitsgebiet durchzuführen Kern der GEG-Novelle ist die Einführung der Vorgabe von 65 Prozent erneuerbaren Energien beim Einbau neuer Heizungsanlagen, in Neubaugebieten ab 2024 und in Bestandsgebieten nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung. Zu den explizit genannten Erfüllungsoptionen zählen unter anderem der Einsatz von Biomethan und H2-fähigen Heizungsgeräten, wobei für letztere Technologie nach Vorlage der kommunalen Wärmeplanung ein Transformationsplan des Gasnetzes notwendig ist.

Das Bundesverfassungsgericht hat am 15. November 2023 entschieden, dass die Umwidmung von nicht abgerufenen Kreditermächtigungen zur Bekämpfung der Folgen der Coronapandemie in Höhe von 60 Mrd. € in den Klima- und Transformationsfonds verfassungswidrig war. Um die daraus resultierende Finanzierungslücke für das Haushaltsjahr 2023 zu schließen, wurde am 15. Dezember 2023 ein Nachtragshaushalt verabschiedet. Aufgrund der kurzfristigen Anpassungsbedarfe lag bis Ende 2023 kein Haushalt für das Haushaltsjahr 2024 vor.

Auf Bundesebene sind diverse energiepolitische Vorhaben in Verzug. Eigentlich hätten 2023 unter anderem eine Carbon-Management-Strategie, ein Wasserstoffbeschleunigungsgesetz, eine H2-Importstrategie, eine Nationale Biomassestrategie, eine Nationale Hafenstrategie und eine Kraftwerksstrategie vorgelegt werden sollen.

Energiepolitische Entwicklungen auf europapolitischer Ebene:

EU-Parlament und Rat der EU haben im November und Dezember 2023 Einigungen zur Gasbinnenmarktrichtlinie und -verordnung erzielt. Die formale Zustimmung der Institutionen und die Veröffentlichung im Amtsblatt der EU standen Ende 2023 noch aus. Die Gasbinnenmarktrichtlinie regelt unter anderem die Entflechtung von Wasserstoffnetzen. Die vertikale Entflechtung soll analog zur Praxis im Gas- und Strommarkt erfolgen. Demnach sind alle drei Entflechtungsmodelle für Erdgas (OU, ITO und ISO) gleichermaßen auf Wasserstoffnetze anwendbar - ohne ein Enddatum für ihre Anwendung. Die horizontale Entflechtung entfällt für Verteilnetzbetreiber. Für Fernleitungsnetzbetreiber ist zwar grundsätzlich eine horizontale Entflechtung vorgesehen - also die Schaffung einer separaten Gesellschaft für Wasserstoffnetzbetreiber - jedoch wurde eine Opt-out-Möglichkeit für die Mitgliedstaaten geschaffen. Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht muss laut vorläufiger Einigung im Wesentlichen innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten erfolgen.

Im November 2023 einigten sich EU-Parlament und Rat der EU zudem auf eine Verordnung zur Verringerung der Methanemissionen. Diese enthält für Öl-, Erdgas- und Kohleinfrastrukturen innerhalb der EU-Regelungen zur Beobachtung, Überprüfung und Beseitigung von Methan-Leckagen. Ab 2027 sollen neue Importverträge für Öl, Gas und Kohle nur abgeschlossen werden können, wenn die Exporteure dieselben Überwachungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungspflichten erfüllen wie die EU-Produzenten. Die formale Zustimmung der Institutionen und die Veröffentlichung im Amtsblatt der EU standen Ende 2023 noch aus.

Im November wurde die novellierte Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Kernpunkte sind die Erhöhung des Ziels für den Anteil erneuerbarer Energien (EE) 2030 von bisher 32 Prozent auf 42,5 Prozent sowie die Festlegung verschiedener Ziele für einzelne Sektoren. In den Sektoren Industrie und Verkehr wurden verpflichtende Quoten für den Einsatz erneuerbaren Wasserstoffs festgelegt.

Ein im Februar 2023 durch die EU-Kommission vorgelegter delegierter Rechtsakt zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II) zur Regelung der Anforderungen an den Strombezug für die Erzeugung von strombasierten Kraftstoffen nicht biogenen Ursprungs (sogenannte RFNBOs - Renewable Fuels of Non-Biological Origin) wie erneuerbarem Wasserstoff für die Anrechenbarkeit auf die Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor trat nach Ablauf der Einspruchsfristen von EU-Parlament und Rat der EU final in Kraft. Die Vorgaben gelten gemäß RED III auch für die Anrechnung auf die EE-Ziele anderer Sektoren.

3. Geschäftsverlauf der VNG Handel & Vertrieb GmbH

Im Kerngeschäft der VNG H&V werden großvolumige Einkaufsmengen in bedarfsgerechte Verkaufsverträge im Geschäftskundenvertrieb transformiert. Entstehende Portfoliopositionen werden über die Handelsmärkte strukturiert und Preisstellungen an den Terminmärkten abgesichert. Darüber hinaus werden Transport- und Speicherkapazitäten marktgebiets- bzw. jahresübergreifend vorausschauend bewirtschaftet. In der Steuerung des operativen Geschäfts werden Portfoliopositionen damit zu einem großen Teil von eigentlichen Belieferungszeiträumen entkoppelt. Die Erfolgsrechnung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), die innerhalb der VNG- bzw. EnBW-Gruppe relevant ist, trägt dem Rechnung. Im handelsrechtlichen Ergebnis kann es teilweise zu erheblichen Abweichungen im Ergebnisausweis kommen.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde das diversifizierte Gesamtportfolio aus Gaslieferverträgen, Speicher- und Transportkapazitäten händlerisch erfolgreich bewirtschaftet und erzielte ein außerordentlich positives operatives Ergebnis. Darüber hinaus ergänzten Arbitrage-Geschäfte zur Nutzung kurzfristiger Volatilitäten das Geschäft. Ein weniger volatiles Marktpreisumfeld als im Vorjahr begünstigte die Akquise neuer Geschäftskunden. Die Versorgungssicherheit für Stadtwerke, Weiterverteiler, Industriekunden und Kraftwerke wurden von VNG H&V jederzeit zuverlässig gewährleistet. Das Krisenjahr 2022 mit den einmalig hohen Belastungen aus Ersatzbeschaffungskosten hat VNG H&V hinter sich gelassen und konnte die Stärken des diversifiziert aufgestellten Handelsportfolios nutzen.

Die VNG H&V setzte 2023 rund 85 Mrd. kWh durch ihre klassische Vertriebstätigkeit ab (Vorjahr: 110 Mrd. kWh). Auf die Absatzmengen wirkten die eingeschränkten Vertriebsaktivitäten im Vorjahr sowie genutzte Gaseinsparpotenziale bei den Kunden dämpfend. Der Rückgang der Absatzmengen gegenüber dem Vorjahr ist zurückzuführen auf reduzierte Mengen bei der Kundengruppe Stadtwerke und Weiterverteiler, während Mengen von Industriekunden und Kraftwerke stabil blieben. Für Bestands- und Neukunden konnten zusätzliche Bedarfe eingedeckt werden und die Akquise neuer Geschäftskunden lag über dem Vorjahresniveau. Der Rückgang der Handelsmengen folgt der reduzierten Vertriebsleistung. Handelsmengen sind dabei insbesondere auf das Risikomanagement für Einkaufs- und Vertriebsverträge zurückzuführen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten kontrahiert werden, jedoch umgehend am Markt glattgestellt werden. Darüber hinaus werden Ein- und Ausspeisungen in Gasspeicher durch Termingeschäfte im Handel gesichert. Die eingespeicherte Gasmenge sank von rund 15 Mrd. kWh zum Jahresbeginn auf etwa 14 Mrd. kWh zum Jahresende moderat. VNG H&V erfüllte die regulatorisch vorgegebenen Mindestfüllstände in den Gasspeichern vollständig und leistete damit einen nennenswerten Beitrag zur verlässlichen Gasversorgung in Deutschland. Die Versorgungssicherheit für Stadtwerke, Weiterverteiler, Industriekunden und Kraftwerke konnte damit jederzeit gewahrt werden. Durch den Wegfall der russischen Liefermengen ab 2022 verlagerte sich der Gasbezug auf andere bilaterale Lieferverträge mit etablierten Partnern sowie auf Handelsaktivitäten an den europäischen Spot- und Terminmärkten. Die langjährigen Verbindungen zu norwegischen Gasproduzenten blieben stabil. Mit dem staatlichen algerischen Energieunternehmen Sonatrach konnten über einen mittelfristigen Gasliefervertrag erstmals Gasmengen für beginnende Lieferungen ab 2024 mit einem nordafrikanischen Produzenten kontrahiert werden.

C. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Die VNG H&V ist ein 100 %-iges Tochterunternehmen der VNG AG. Zwischen der Muttergesellschaft und VNG H&V besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag, der die periodengleiche Vereinnahmung des handelsrechtlichen Jahresergebnisses bei VNG AG zur Folge hat. Die Finanzierung der VNG H&V ist durch einen Finanzierungsrahmen der VNG AG bestehend aus einem Cashpool- und Avalrahmenvertrag vollständig gesichert. Zudem besteht eine ertragssteuerliche Organschaft mit der Muttergesellschaft.

1. Ertragslage

Die handelsrechtliche Ertragslage der VNG H&V hat sich - gemessen am EBIT und am Ergebnis vor Steuern - gegenüber dem Vorjahresergebnis außerordentlich verbessert. Das Krisenjahr 2022 mit den einmalig hohen Belastungen aus Ersatzbeschaffungskosten hat die VNG H&V hinter sich gelassen und konnte die Stärken des diversifiziert aufgestellten Handelsportfolios nutzen. Das klassische Vertriebsgeschäft und die Bewirtschaftung kontrahierter gaswirtschaftlicher Assets, wie Speicherverträge und flexible Ein- und Verkaufsverträge, sowie die Nutzung kurzfristiger Marktvolatilitäten durch den Handel waren wesentliche Ergebnistreiber. Erträge aus Währungsgewinnen und eine Beteiligungszuschreibung führten zu weiteren positiven betrieblichen Ergebnissen. Darüber hinaus konnten Wertberichtigungen auf Forderungen aufgelöst werden. Trotz eines straffen Kostenmanagements stiegen jedoch einzelne Aufwandspositionen durch Sondereffekte. Die Personalaufwendungen erhöhten sich infolge eines Mitarbeiteraufbaus und laufenden Tarifsteigerungen.

Das Rohergebnis als Saldo der Umsatzerlöse und Materialaufwendungen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 152 Mio. EUR und lag damit sehr deutlich über dem von der Ersatzbeschaffung geprägtem Vorjahresniveau (2022: rd. -1.011 Mio. EUR). Die wesentlichen Ergebnistreiber waren der Gasvertrieb an Großkunden und das Handelsgeschäft an den europäischen Gasmärkten. Das diversifizierte Gesamtportfolio aus Gaslieferverträgen, Speicher- und Transportkapazitäten wurde händlerisch erfolgreich bewirtschaftet und erzielte ein außerordentliches operatives Ergebnis. Ein weniger volatiles Marktpreisumfeld als im Vorjahr begünstigte die Akquise neuer Geschäftskunden. Das Rohergebnis enthält zusätzliche Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen vor allem für das Bilanzkreismanagement und für ergänzende Dienstleistungen im Rahmen der Produktgruppe "Strategische Partnerschaft" für Kunden sowie aus Dienstleistungen für andere Konzerngesellschaften innerhalb der VNG-Gruppe.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von rd. 36 Mio. EUR enthalten im Wesentlichen eine Zuschreibung einer in Vorjahren wertberichtigten polnischen Beteiligung aufgrund der positiven Wertentwicklung in Höhe von rd. 33 Mio. EUR. Darüber hinaus sind Rückstellungsauflösungen, Erträge aus der Herabsetzung der Pauschalwertberichtigung aus dem Vorjahr und sonstige Erträge von insgesamt rd. 3 Mio. EUR. enthalten.

Der Personalaufwand betrug rund 28 Mio. EUR und lag rd. 18 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Erhöhung des Personalaufwandes wurde durch einen deutlichen Mitarbeiteranstieg im Rahmen des Transformationsprozesses, durch Tarifsteigerungen sowie variable Vergütungen verursacht. Zum Bilanzstichtag 2023 waren 235 Mitarbeiter und zwei Geschäftsführer bei VNG H&V beschäftigt (Vorjahr: 217 Mitarbeiter und 2 Geschäftsführer).

Die Abschreibungen entfielen auf die planmäßige Nutzung von Vermögensgegenständen und betreffen maßgeblich Hard- und Software des operativen Geschäftsbetriebs.

Sonstige betriebliche Aufwendungen fielen überwiegend für IT-bezogene Lizenzgebühren, Aufwendungen für Warenkreditversicherungsleistungen, Büromieten und weitere Positionen des operativen Geschäftsbetriebs an. Einigen Aufwandspositionen standen Umsatzerlöse im Rahmen der konzerninternen Dienstleistungserbringung gegenüber. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind weiterhin einmalige Effekte für Beratungskosten für die Neuausrichtung des polnischen Beteiligungsportfolios und vorsorgliche Rückstellungen für Schiedsverfahren und strittige Speicherkosten enthalten. Insgesamt liegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen damit um rd. 8,5 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres.

Das Beteiligungsergebnis von rd. 17 Mio. EUR umfasst Ausschüttungen von ausländischen Beteiligungen (rd. 6,5 Mio. EUR) und Erträge aus der Gewinnabführung einer inländischen Beteiligung (rd. 10,6 Mio. EUR).

Das Zinsergebnis von per Saldo rund -24 Mio. EUR resultiert aus den Sicherheitshinterlegungen bei den Börsen sowie aus Avalprovisionen und Zinsaufwendungen im Rahmen der Cashpool-Finanzierung durch die Muttergesellschaft VNG AG.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die VNG H&V ein Ergebnis nach Steuern von rund 120 Mio. EUR. Dieser Gewinn wird an die Muttergesellschaft VNG AG im Rahmen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag abgeführt.

2. Finanzlage

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund -1.042 Mio. EUR. Trotz positiver Effekte aus dem marktpreisbedingten Abbau des Vorratsvermögens in den Speichern belasten Variation-Margin-Zahlungen aus dem Börsenhandel aufgrund des deutlich gesunkenen Marktpreisniveaus stark.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Saldoin Höhe von rund 10 Mio. EUR berücksichtigt Auszahlungen in das Finanzanlagevermögen und in Sachanlagen. Die Erhöhung der Finanzanlagen resultiert maßgeblich aus Kapitaleinzahlungen in Höhe von rd.15 Mio. EUR in die neu gegründete Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH, an der die VNG H&V 49 Prozent hält. Weiterhin sind Auszahlungen für Investitionen insbesondere zur Weiterentwicklung der handelsbezogenen IT-Systeme enthalten. Einzahlungen aus Dividenden von Tochtergesellschaften und anderen Beteiligungen sowie Zinsen wirken verbessernd.

Die Verbindlichkeiten aus Cashpool erhöhten sich um rund 481 Mio. EUR, Zinsen wurden in Höhe von rund 32 Mio. EUR gezahlt. Im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags wurden von der VNG AG rund 582 Mio. EUR für das Jahresergebnis 2022 ausgeglichen. Damit belief sich der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit auf etwa 1.032 Mio. EUR. Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode beträgt rund 65 Tsd. EUR (Anfangsbestand: rund 36 Tsd. EUR).

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Bilanzstichtag 2022 um rund 1,7 Mrd. EUR auf 2,1 Mrd. EUR deutlich gesunken. Ein wesentlicher Treiber für die Bilanzsumme ist der preisbedingt deutliche Rückgang der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie der Gasvorräte in den Speichern. Darüber hinaus sanken die Sicherheitsleistungen aus dem Börsenhandel zum Ausgleich von Marktwertschwankungen und der Sicherung von Kreditrisiken für künftige Lieferungen deutlich.

Das Anlagevermögen stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Im Wesentlichen wirkte dabei mit rd. 33 Mio. EUR die Zuschreibung einer in Vorjahren wertberichtigten polnischen Beteiligung aufgrund der positiven Wertentwicklung und die Ausstattung der Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH mit Eigenkapital zur Errichtung eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 30 MW im Rahmen des Reallabors Energiepark Bad Lauchstädt. Die planmäßigen Abschreibungen lagen leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Aufgrund des Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages mit der Muttergesellschaft VNG AG bleibt die Höhe des Eigenkapitals stabil. Die Rückstellungen stiegen gegenüber dem Vorjahr durch die vorsorgliche Bildung für Schiedsverfahren und strittige Speicherkosten.

D. Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagementsystem

Die VNG H&V und ihre Tochtergesellschaften sind wie alle Konzerngesellschaften in das übergeordnete Risikomanagementsystem der VNG- bzw. EnBW-Gruppe eingebunden. Neben der operativen Messung und Überwachung von Risiken wird quartalsweise eine umfassende Inventur durchgeführt, in der die Chancen und Risiken aller Gesellschaften als Abweichung von entsprechenden Ergebnisprognosen systematisch erfasst und bewertet werden. Für alle wesentlichen Einzelrisiken werden Steuerungsinstrumente festgelegt und konsequent angewendet. Über die Methoden der turnusgemäßen Risikobewertung hinaus existiert ein ad-hoc-Meldesystem auf der Basis festgelegter Schwellenwerte, das ein frühzeitiges Erkennen von Planabweichungen gewährleistet und damit Veränderungen im Chancen-/Risikoportfolio aufzeigt. Darüber hinaus überwacht und entscheidet ein regelmäßig tagendes Risikogremium der Gesellschaft die wesentlichen Risikopositionen des laufenden Geschäfts sowie die allgemeine Risikopolitik. Das tägliche Handelsgeschäft der VNG H&V wird mithilfe einer adäquaten Buchstruktur über ein integriertes Handels- und Risikomanagementsystem überwacht und gesteuert. Hierfür dienen sowohl physische als auch finanzielle Positionslimits, Value-at-Risk-Grenzen und Stopp-Loss-Schwellen. Die im Zuge der Handelstätigkeit entstehenden Kreditrisiken werden unter Abwägung der Bonität und Besicherung einzelner Vertragspartner streng limitiert und permanent überwacht. Abgesehen von den allgemeinen Geschäftsrisiken sind Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der VNG H&V nachhaltig und wesentlich beeinträchtigen könnten, nach derzeitigem Kenntnisstand nicht erkennbar. Alle Verträge zum Bezug russischen Gases wurden zum 1.1.2023 beendet.

2. Chancen und Risiken im Handelsgeschäft

Chancen und Risiken aus dem Handelsgeschäft ergeben sich vor allem aus den Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten. Wichtige Risikofaktoren sind neben Veränderungen des Marktpreisniveaus auch Preisunterschiede zwischen den europäischen Gashandelsplätzen und Preisspreads zwischen saisonalen Terminprodukten. Weiterhin können Temperaturentwicklungen insbesondere in der Winterperiode Einfluss auf das Handelsergebnis haben. Die Positionen aus Ein- und Verkaufsverträgen werden zu einem Gesamtportfolio zusammengeführt, kontinuierlich überwacht und gesteuert. Dabei kommen neben natürlichen Absicherungseffekten des Portfolios spezifische Hedging-Strategien zur Begrenzung negativer Ergebnisentwicklungen zum Einsatz, die den jeweiligen Risikofaktoren Rechnung tragen und auch derivative Finanzinstrumente einschließen können. Die Aktivitäten im Handel erfolgen unter Beachtung konkreter Risiko- und Verlustlimitierungen für das operative Geschäft und die Tochtergesellschaften. Ausgehend vom geplanten Ergebnis wird das Verhältnis von Chancen und Risiken regelmäßig ermittelt und mit der Geschäftsleitung bzw. Vertretern der Gesellschafterin erörtert. Bezogen auf die genannten Risikofaktoren können sich im Extremfall in Summe maximale Ergebnisabweichungen im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich ergeben.

Die VNG H&V verfügt über ein strukturell diversifiziertes, marktnahes Bezugsportfolio. Auf der Absatzseite entwickelt die Gesellschaft stetig neue Produkte und erschließt zusätzliche Vertriebskanäle im klassischen Großhandelsgeschäft. Daneben werden die sich aus dem Markt und im Spot- und Terminhandel ergebenden Chancen zur Optimierung des Gesamtportfolios konsequent und kontinuierlich genutzt.

Wesentliche Kreditrisiken resultieren aus Erdgasliefer- und -handelsverträgen mit nationalen und internationalen Geschäftspartnern. Kreditrisiken entstehen auch aus vereinbarten Finanzinstrumenten zur Absicherung von Rohstoffpreispositionen. Die Bonitätseinschätzung der Geschäftspartner (Kunden und Lieferanten, Handelspartner sowie Finanzinstitute) wird im Rahmen eines etablierten Kreditrisikomanagements auf Basis verfügbarer Informationen und mit marktüblichen Verfahren evaluiert sowie fortlaufend überwacht. Zur Steuerung von Kreditrisiken werden im Energiemarkt übliche Sicherungsinstrumente (z. B. Garantien, Barhinterlegungen) verwendet. Zudem ist das Kundenportfolio weitestgehend durch eine Kreditausfallversicherung gedeckt.

Angesichts des stark erhöhten Preisniveaus für Erdgas im Spot- und Terminhandel hat sich das Handelsvolumen an den bilateralen OTC-Märkten seit 2021 stark verringert. Zur Absicherung von Risiken und der Optimierung von Portfoliopositionen wurde deshalb vermehrt an den europäischen Energiebörsen gehandelt. Die damit einhergehenden Liquiditätsrisiken aus Marginzahlungen werden mit einem systematischen Liquiditätsmanagement täglich überwacht und berichtet. Mithilfe von Prognosen, Szenarioanalysen und Stresstests wird die Einhaltung von Liquiditätslimits sichergestellt. Bei Bedarf werden gegensteuernde Maßnahmen eingeleitet. Die Anforderungen aus der Energie- und Finanzmarktregulierung sind weiterhin hoch. Die bestehenden Verpflichtungen aus EMIR (European Market Infrastructure Regulation), REMIT (Regulation an Energy Market lntegrity and Transparency), MAR (Market Abuse Regulation) und MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive) verfolgen das Ziel der europaweiten Verbesserung der Markttransparenz sowie des Verbots von Marktmanipulation und werden erfüllt. Zur Erfüllung der Verpflichtungen aus MiFiD II, MAR (Market Abuse Regulation) und REMIT sind entsprechende IT-Systeme im Einsatz und werden kontinuierlich erweitert.

Das Handelsgeschäft und die fortlaufende Änderung der Rahmenbedingungen stellen hohe Anforderungen an die Stabilität, Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit der Geschäftsprozesse. Die VNG H&V gewährleistet durch stetige Überwachung der Prozesse und Weiterentwicklung der Business-IT-Systeme ein hohes Maß an Prozesssicherheit und arbeitet hier kontinuierlich an weiteren Verbesserungen. Eine übergeordnete IT-Strategie und IT-Governance gibt hierfür den Rahmen vor.

Geschäftstypische Chancen und Risiken der Tochtergesellschaften werden durch die operativ tätigen Gesellschaften in enger Zusammenarbeit mit den Fachbereichen der VNG H&V methodisch und hinsichtlich der generellen Risikopolitik abgestimmt. Insbesondere Marktpreis- und Kreditrisiken sowie weitere wesentliche Einzelrisiken sind in das Risikomanagementsystem der VNG H&V eingebunden.

3. Compliance-Managementsystem

Die VNG H&V ist in das Compliance-Managementsystem (CMS) der VNG- bzw. EnBW-Gruppe eingebunden. Dieses soll ein rechtskonformes Verhalten aller Mitarbeiter sicherstellen, um das Vertrauen der Kunden, Geschäftspartner, Gesellschafter und der Öffentlichkeit in die VNG H&V nicht zu gefährden. Neben organisatorischen Vorkehrungen und Richtlinien existieren ein umfangreiches Berichtswesen sowie zielgerichtete und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter. Wirksamkeit und Angemessenheit des CMS wurden durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und zertifiziert. Demnach sind die Grundsätze und Maßnahmen des CMS geeignet, mit hinreichender Sicherheit sowohl Risiken für wesentliche Verstöße gegen Gesetze und interne Regeln in den Bereichen Korruptionsprävention, Kartellrecht und Handelsregulierung innerhalb der VNG H&V rechtzeitig zu erkennen als auch solche Regelverstöße zu verhindern.

4. Finanzwirtschaftliche Risikosteuerung

Die VNG H&V ist insbesondere Risiken aus der Änderung von Rohstoffpreisen, Devisenkursen und Zinssätzen sowie Kreditrisiken ausgesetzt. Die grundsätzlich konservative Ausrichtung des Unternehmens spiegelt sich in seinem systematischen Finanzrisikomanagement wider. Die Funktionen des Handels, der Abwicklung und des Finanzrisikocontrollings sind organisatorisch voneinander getrennt.

Die im Rahmen des Finanzrisikomanagements eingesetzten derivativen Standard-Finanzinstrumente dienen ausschließlich dazu, vorhandene Risiken aus Grundgeschäften abzusichern. Warentermingeschäfte werden zum Management von Preisrisiken aus Gaseinkaufs- und Gasverkaufsverträgen eingesetzt. Zur täglichen Messung und Überwachung dieser Risiken werden statistische Risikomaße herangezogen und die potenziellen Barwertänderungen des Handelsportfolios limitiert. Fremdwährungs- und Zinsexposures der Gesellschaft werden, sofern möglich, bei der Muttergesellschaft VNG AG konzentriert und abgesichert. Verträge mit Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone werden grundsätzlich in deren Heimatwährung abgeschlossen. Als Sicherungsinstrumente werden überwiegend Devisentermingeschäfte und natürliche Portfoliohedgeeffekte berücksichtigt. Durch einen ausreichenden Bestand an Liquiditätsreserven in Form von fest zugesagten Kreditlinien sowie durch die Optimierung der gruppeninternen Liquiditätsallokation ist die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet. Kernelemente der Konzernfinanzierung der VNG-Gruppe sind eine solide Konsortialkreditlinie und Schuldscheindarlehen mit verschiedenen Finanzierungspartnern. In der jahresübergreifenden rollierenden Liquiditätsplanung aller wesentlichen Konzerngesellschaften wird regelmäßig der künftige Spitzenfinanzierungsbedarf ermittelt. Dieser Bedarf ist durch die Finanzierungslinie bei VNG AG stets ausreichend gedeckt.

E. Prognosebericht

VNG H&V und die zugehörigen Tochtergesellschaften leisten auch im kommenden Jahr ihren Beitrag zum konzernweiten Ziel, Garant für Versorgungssicherheit mit Gas zu bleiben, der man seit 65 Jahren ist. Gerade im Handelsbereich sind dabei die Anstrengungen weiter konzentriert voranzutreiben, die Gasbeschaffung kurz, mittel und langfristig auf eine breitere Basis zu stellen und den ausgefallenen Bezug russischen Erdgases zu ersetzen. Mit dem vorhandenen Netzwerk und der langjährigen Erfahrung gilt es zum Beispiel, die bewährte Lieferpartnerschaft mit Norwegen weiter auszubauen und darüber hinaus Beziehungen zu neuen Lieferanten zu begründen. Damit sind neben pipelinegebundenen Gasimporten auch LNG-Geschäfte im Blick.

Starke operative Performance und Steuerung im aktuellen Marktumfeld erforderlich: Das Geschäftsjahr 2023 war von einer außerordentlichen Marktlage geprägt, in der es VNG H&V gelungen ist, hohe Erträge zu erwirtschaften. Das volatile Marktumfeld konnte gewinnbringend genutzt werden und führte zu einem außerordentlich hohen adjusted EBIT, welches mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich geplant ausfiel. Für das Geschäftsjahr 2024 zeichnet sich eine Beruhigung am Markt ab, es besteht jedoch Unsicherheit, ob es sich um einen eingeschwungenen und nachhaltigen Zustand handelt. Dies erfordert für die VNG H&V und ihre Tochterunternehmen im Jahr 2024 weiterhin eine starke operative Performance, um gesetzte Ziele zu erreichen.

Für 2024 wird insgesamt ein im Vorjahresvergleich stark rückläufiges Ergebnis nach Steuern im zweistelligen Millionenbereich angestrebt. Das Rohergebnis wird leicht sinkend und auf einem positiven Niveau, erwartet. Aus der Bewirtschaftung mittel- und langfristig gebuchter Speicher- und Transportkapazitäten und dem Vertriebsgeschäft mit Stadtwerken und Industriekunden sind signifikante Ergebnisbeiträge geplant. Allerdings besteht aufgrund der Stichtagsbezogenheit der Geschäftsergebnisse erhebliche Unsicherheit zur periodenscharfen Ergebnissicht im Handelsrecht. Handelsrechtliche Erträge aus der Speicheroptimierung fallen im Gegensatz zur operativ Time-Spread-Strategie maßgeblich in der Periode der Ausspeisung an. Weitere Optimierungserträge im Marktumfeld sind schwer planbar und angesichts der Preisausschläge an den Spot- und Terminmärkten mit Unsicherheit behaftet. Nicht zuletzt kann sich die geopolitische Entwicklung auf das Preisgefüge und die Erdgasnachfrage auswirken. Insgesamt ist weiterhin eine starke operative Performance erforderlich, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Für die Personalaufwendungen werden branchenübliche tarifliche und außertarifliche Steigerungen antizipiert. Die übrigen Aufwendungen des operativen Geschäftsbetriebs werden auf dem Niveau des Jahres 2023 erwartet, da die Bemühungen zum Halten der laufenden Kosten auf dem erreichten niedrigen Niveau aufrecht erhalten bleiben sollen. Als Mindestzielstellung für das handelsrechtliche EBIT gilt die Deckung der laufenden Kosten durch das Rohergebnis, die sonstigen betrieblichen Erträge und das Beteiligungsergebnis.

 

Leipzig, den 6. März 2024

Stephan Haupt

Konstantin Herzog von Oldenburg

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

15 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.