Stammdaten

Register
Amtsgericht Aachen HRB 18923
Vorher
Utimaco TS GmbH
Eingetragen
31.3.2014
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieBeteiligungsgesellschaftenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) die Herstellung und der Vertrieb von Software mit dem Schwerpunkt Sicherheitslösungen für Telekommunikationsnetz- und dienstebetreiber einschließlich Wahrung von Lizenzen, EDV-Beratung und Schulung sowie der Vertrieb dazugehöriger Hardware. Die Gesellschaft darf alle Geschäfte tätigen, die dem Unternehmensgegenstand zu dienen geeignet sind, sie kann sich an Unternehmen mit ähnlichem Gegenstand beteiligen und Zweigniederlassungen errichten.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Sabrina Lösch
seit 27.11.2025
Prokura
Michael Rücker
seit 27.11.2025
Prokura
Arne Pfaus
seit 27.11.2025
Prokura
Geschäftsführer
Kay Maier
seit 1.10.2025
Geschäftsführer
Stefan Zeichner
seit 31.3.2014
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.81% identifiziert99.18% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
0.81%

Ungelöste Beteiligungen (4)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Utimaco Safeware AG
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Utimaco Management GmbH

Aachen

Konzernabschluss zum 31. März 2022 und Konzernlagebericht

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021/2022

1. Gegenstand des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

Der Utimaco-Konzern (Utimaco, Utimaco-Management, Utimaco IS und Utimaco TS mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften und Niederlassungen, hier auch: UMG-Konzern) ist im Markt für professionelle IT-Sicherheitslösungen für Firmen- und Behördenkunden aktiv und besteht aus den Geschäftsbereichen Information Security (IS) und Telecommunication Solutions (TS). Der UMG-Konzern entwickelt IT-Software- und Hardware-Lösungen und vertreibt diese international direkt oder auch über Vertriebspartner an seine Endkunden. Die Hauptsitze des Konzerns sind Aachen/Deutschland und Campbell/USA.

Die Utimaco Management GmbH stellt den Konzernabschluss nach IFRS auf. In der Konzerngesamtergebnisrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewendet. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des Folgejahres. Das Geschäftsjahr 2021/2022 läuft entsprechend vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022.

1.2 Geschäftsbereiche und Forschung & Entwicklung

1.2.1 Geschäftsbereiche

Die Utimaco-Gruppe konzentriert sich im Wesentlichen auf die Geschäftsfelder Hardware Security Modules (HSM), Key Management, Public Key Infrastructures (PKI) und Datenverschlüsselung - im Geschäftsbereich Information Security (IS) - und Lawful Interception Mediation und Data Retention Solutions - im Geschäftsbereich Telecommunication Solutions (TS).

Der Geschäftsbereich Information Security (IS) umfasst Aktivitäten zur Absicherung von sensiblen Daten und enthält tamper-protected, Software-basierte Hochsicherheitslösungen, Key Management Lösungen, Public Key Infrastructure Lösungen oder Lösungen zur Datenverschlüsselung (Data Protection).

HSMs sichern hier u. a. elektronische Identitäten im Zusammenhang mit dem deutschen Personalausweis ab, dienen der Absicherung von Kundendaten in Telekommunikationsnetzen und Versorgungsnetzwerken (Gas/Wasser/Strom), beispielsweise bei der Messung von Energiedaten (Smart Metering/Smart Grid) oder unterstützen die Absicherung von Mautabrechnungssystemen und der Authentizität von Banktransaktionen. Die Absicherung von Identitäten und Daten gewinnt darüber hinaus auch bei Cloud-basierten Anwendungen und vernetzten Fahrzeugen zunehmend an Bedeutung. Dabei wirkt das HSM immer als Vertrauensanker in Netzwerken für Verschlüsselungsoperationen sensitiver Daten, die nur innerhalb der sicheren HSM-Einheit durchgeführt werden können und so vor Angriffen geschützt werden. Die HSM-Produkte von Utimaco werden sowohl direkt als auch über OEM- und Vertriebs-Partner weltweit vertrieben.

HSMs werden zur Anwendung in kryptographischen Operationen mit höchsten Sicherheitsanforderungen eingesetzt. Der UMG-Konzern fokussierte sich historisch vornehmlich auf Anwendungen im Industrieumfeld, die ein universelles HSM (sog. General Purpose HSM, GP-HSM) verwenden. Mit der Übernahme des Atalla-Geschäfts von Micro-Focus im Geschäftsjahr 2019 in den USA wurde Utimacos Portfolio durch ein sogenanntes Payment-HSM ergänzt, womit insbesondere der Bedarf im Banken- und Finanzsektor bedient wird. Zusätzlich wurde die Key Management-Software "Enterprise Secure Key Manager" (ESKM) von Atalla in das breite Portfolio integriert und bietet Utimacos Kunden eine Lösung zum Schutz von gespeicherten Daten auf Servern an.

Mit den Akquisitionen von Geobridge im Geschäftsjahr 2020 verstärkte Utimaco das Portfolio im Bereich von Krypto-Schlüsseln und MyHSM im Geschäftsjahr 2021 um das Produkt "HSM-as-a-Service".

Im vergangenen Geschäftsjahr wurde Utimacos neue u.trust Anchor Lösung auf dem Markt präsentiert. Neben der marktführenden Performance handelt es sich hierbei um eine konvergente Kryptographie Plattform, die sowohl General Purpose als auch Payment Anwendungsfälle vereint abbilden kann. Durch die voranschreitende Digitalisierung und ihre neuen Angriffsszenarien werden mit dieser Plattform nicht nur heutige Herausforderungen, sondern auch schon zukünftige Szenarien abgedeckt.

Im Mai 2021 verstärkte die Akquisition der exceet Secure Solutions die "Plattform of Trust" Strategie der Utimaco. Neben ihrer Public Key Infrastructure Lösung hat die exceet Secure Solutions Produkte im Bereich IoT, elektronische Signaturen und Timestamping im Portfolio. Zusätzlich konnte die Integration den Professional Service Bereich der Utimaco verstärken und somit die Kompetenz kundenspezifische Lösungen anzubieten ausbauen.

Zusätzlich hat der UMG-Konzern im Juni 2021 die Realia Technologies SL ("Realsec") in Madrid/Spanien und die damit verbundenen Tochtergesellschaften in den USA und Mexiko im Rahmen eines Share-Deals übernommen. Mit der Realsec Akquisition verstärkt die Utimaco ihre regionale Präsenz im spanischsprechenden Raum und integriert eine breite Expertise im Bereich HSM, Public Key Infrastructure & Key Management. Die Cybersecurity Lösungen der Realsec sollen unter anderem die aufstrebenden Blockchain und IoT Anwendungsfälle stärken.

Der Geschäftsbereich IS erzielte im Geschäftsjahr 2021/2022 einen Umsatz von TEUR 75.846 gegenüber TEUR 61.446 im vorherigen Geschäftsjahr. Der Geschäftsbereich IS hat damit die Vorjahresprognose, hier war von einem Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich ausgegangen worden, übertroffen. Das Umsatzwachstum des Geschäftsjahres 2022 betrug demnach 23,5 %, und war neben organischem Wachstum auch auf die erstmalige Einbeziehung der exceet Secure Solutions (die zum 1. Oktober 2021 auf die Utimaco IS Deutschland verschmolzen wurde) und die Realia Gruppe zurückzuführen.

Der Geschäftsbereich Telecommunication Solutions (TS) entwickelt Software-Lösungen für Netzbetreiber und Telekommunikationsanbieter zur gesetzeskonformen Überwachung und Auswertung von Telekommunikationsdiensten. Das Hauptprodukt dieses Geschäftsbereiches ist die LIMS (Lawful Interception Management System) Software. Darüber hinaus gibt es weitere Produkte wie etwa das Datenspeicherprodukt (Data Retention Systems, Vorratsdatenspeicherung), die eine weitere zentrale Rolle bei der Kriminalitätsbekämpfung spielen.

Die TS-Lösungen basieren auf einer zentralen Management-Plattform für alle zu überwachenden Kommunikationsdienste eines Telekommunikationsanbieters und bilden die Schnittstelle zu den zuständigen öffentlichen Sicherheitsbehörden und deren Überwachungszentren. Zudem finden sie bei der Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsverbindungsdaten Anwendung. Die TS-Lösungen unterstützen eine Vielzahl von Netzwerkelementen verschiedenster Hersteller, die über proprietäre Schnittstellen verfügen, so dass sie sich in praktisch beliebige Kommunikationsnetzstrukturen eines Festnetz-, Mobilfunk- oder Internet-Providers integrieren lassen.

Das Design der TS-Lösungen entspricht den internationalen Lawful-Interception-Standards nach ETSI 1 und CALEA 2 und gesetzlichen Vorschriften zur Telekommunikationsüberwachung und erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen. Zukunftsweisend ist die Utimaco-Gruppe mit ihren Produkten bei dem Aufbau der Infrastruktur für den neuen Standard 5G vertreten. Bei der Verarbeitung der privaten Daten werden durch Verschlüsselung, revisionsfähige Protokollierung und Funktionsteilung nach dem Vier-Augen-Prinzip höchste Sicherheitsanforderungen berücksichtigt. Der Vertrieb von Utimacos TS-Lösungen erfolgt hauptsächlich über Vertriebspartner wie z. B. die Telekommunikationsnetzausrüster (OEMs) sowie über lokale Vertriebspartner an Kunden weltweit.

Das vergangene Geschäftsjahr stand ganz im Zeichen der Weiterentwicklung der Management Plattform. Damit können neue Anwendungsfälle, die im Rahmen der Etablierung des 5G Standards entstehen, leicht adaptiert werden. Durch die stärkere Vernetzung der Welt und der steigenden Anzahl von verbundenen Geräten erhöht sich nach Ansicht der gesetzlichen Vertreter die Menge der transferierten Daten zu autorisierten Third Parties. Beispielhaft sei hier der Automobilmarkt genannt, indem das Fahrzeug mit seiner Sensorik & Kommunikationsfähigkeit vom Funktionsumfang immer mehr einem Smartphone ähnelt.

Der Geschäftsbereich TS erzielte im Geschäftsjahr 2021/2022 einen Umsatz von TEUR 24.548 gegenüber TEUR 21.780 im vorangegangenen Geschäftsjahr. Auch der Geschäftsbereich TS hat damit die Vorjahresprognose im Wesentlichen erreicht. Das Umsatzwachstum des Geschäftsjahres 2022 betrug demnach 12,7 %.

Utimaco hat das Ziel und die Strategie, einer der führenden Anbieter für zuverlässige Lösungen für Cybersecurity oder zur gesetzeskonformen Überwachung von Telekommunikations-Diensten zu sein und dabei das Marktwachstum von 10-15 % zu übertreffen.

1 European Telecommunications Standards Institute

2 Commission on Accreditation for Law Enforcement Agencies

1.2.2 Forschung & Entwicklung (F&E)

Der Markt für professionelle IT-Sicherheitsprodukte ist unverändert durch hohe technologische Anforderungen bei mitunter kurzen Innovationszyklen von wenigen Jahren und steigender technischer Komplexität sowie hohe regulatorische Anforderungen in vielen Bereichen gekennzeichnet. Das Produktportfolio des UMG-Konzerns erfordert daher eine fortlaufende Anpassung an technologische und regulatorische Entwicklungen und die kontinuierliche Verbesserung aufgrund steigender Sicherheitsanforderungen. Die Weiterentwicklung des TS- und IS-Produktportfolios war ein wesentlicher Schwerpunkt in der Forschung und Entwicklung.

Im Geschäftsbereich IS war die F&E hauptsächlich auf die Einführung der neuen HSM-Generation u.trust Anchor und den weiteren funktionalen Ausbau sowie Erreichung zusätzlicher Zertifizierungen fokussiert. Die Integration neu erworbener Technologien durch die Übernahme der Firmen exceet secure solutions und Realia Technologies SL spielte ebenso eine wesentliche Rolle.

Im Geschäftsbereich TS war die F&E-Arbeit im Berichtszeitraum vor allem auf die Produktentwicklung für die fünfte Generation (5G) des Mobilfunks und der damit verbundenen neuen Anwendungsfälle fokussiert.

Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 5.428 (i. Vj. TEUR 4.666) aktiviert. Das entspricht 30,0 % (i. Vj. 28,2 %) der gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten i. H. v. TEUR 19.263 (i. Vj. TEUR 16.511). Auf die aktivierten Entwicklungskosten entfielen Abschreibungen in Höhe von TEUR 154. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte betrafen u. a. verschiedene Projekte im Rahmen von Software- und Hardwareentwicklungen und setzten sich aus internen und externen Kosten zusammen. Für die Projekte werden entsprechend umfangreiche Projektpläne erstellt und laufend aktualisiert sowie kontrolliert. Im Rahmen dieser Projektpläne werden Annahmen über zukünftige Entwicklungen und die Umsetzung dieser Projekte getroffen, die trotz der umfangreichen Entwicklungserfahrung mit Unsicherheiten und Risiken verbunden sind.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Branchenentwicklung

Nach der Erholung der Weltwirtschaft in 2021 geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook vom 27. Juli 2022 davon aus, dass sich diese Entwicklung verlangsamt. Der Prognose zufolge wird ein weltweites Wachstum von 3,2 % erwartet. Gleichzeitig liegt die Inflation, die lt. Information der Bundesregierung vom 15. Juli 2022 in Europa bei 8,5 % und Deutschland bei 7,6 % sowie lt. Information der FED bei 9,1 % (vgl. Reuters vom 13. Juli 2022) liegt, signifikant über dem Niveau der Vorjahre.

Der Marktfokus des UMG-Konzerns liegt in beiden Geschäftsbereichen des globalen IT-Cyber-Security-Marktes. Die weltweiten Ausgaben im Bereich Informationssicherheit steigen kontinuierlich, wie zahlreiche Studien u. a. von Gartner, IDC, ABI Research oder PWCs Strategy& zeigen.

Die Corona-Pandemie hat im vorangegangenen Geschäftsjahr zu einer Reihe besonderer Beobachtungen und Veränderungen im Markt geführt. Zum einen sorgen Unterbrechungen in den Lieferketten insbesondere bei Chip-Herstellern für eine Verknappung von Bauteilen und dementsprechend zu Verzögerungen in der Auslieferungen Hardware Produkte. Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach Cybersecurity Produkten und Lösungen, katalysiert durch voranschreitende Digitalisierung in Unternehmen und damit die steigende Nachfrage nach Softwarelösungen aus der Cloud, die entsprechend abgesichert werden müssen.

Hinzukommen geopolitische Ereignisse, wie der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die eine Reihe von gezielten Angriffen auf Unternehmen und kritischer Infrastrukturen ausgelöst haben. Das BSI hat deswegen bereits am 25.02 die Gefährdungsstufe auf "orange" gesetzt und publiziert regelmäßig Einschätzungen für den Cyberraum und potenzielle Gefahren. Viele Unternehmen erhöhen in diesen Zeiten die Sicherheitsanforderungen. Gleichzeitig wird durch die Warnung vor der russischen Anti-Virus-Software "Kaspersky" die Bedeutung von deutschen bzw. europäischen IT-Security Anbietern deutlich.

Utimaco ist ein globaler Anbieter von Cybersecurity- und Compliance-Produkten in einem in hohem Maße spezialisierten Markt.

Der UMG-Konzern ist in den Bereichen "Data Security", "Other Information Security Products" und "Cloud Security" aktiv.

Während der Gesamtmarkt im Zeitraum bis 2026 um durchschnittlich 8,4 % jährlich wachsen soll, sind in den Marktsegmenten, in denen der UMG-Konzern aktiv ist, höhere Wachstumsraten von bis zu 15 % zu erwarten.

Den neusten Marktstudien zufolge lassen sich drei wesentliche Disruptionen im Markt für die beiden Utimaco-Geschäftsbereiche erkennen, die eine entscheidende Rolle spielen werden: (1) nutzungsabhängige IT-Sicherheitsangebote wie Cloud und As-a-Service-Modelle; (2) umfassende Plattformsicherheit für das Internet der Dinge und (3) die Rolle von Regulierungen, Standards und Compliance.

In diesem Rahmen spielt auch zunehmend die Balance zwischen Datenschutz und Datensicherheit auf der einen Seite, und gesetzeskonformem Datenzugriff und Datenanalyse zum Schutz der Gesellschaft eine wichtige Rolle.

Die allgemeine digitale Transformation führt zur Schaffung digitaler Daten und Vermögenswerte, was zu einem erhöhten Bedürfnis für Cybersicherheit führt. Des Weiteren nimmt die Anzahl von Datenverletzungen ständig zu, da der Wert der potenziell betroffenen Vermögenswerte kontinuierlich steigt. Hiervon sind viele Wirtschaftsbereiche betroffen - von der Automobil- bis zur Bankwirtschaft, vom produzierenden Gewerbe bis zu staatlichen Organisationen. Zur Sicherung kritischer digitaler Infrastruktur und um diese vor Cyberkriminalität zu schützen, erlassen Regierungen zunehmend strengere Vorschriften. Dabei ist Compliance ein essenzieller Treiber für die Lösungen beider Utimaco-Geschäftsbereiche.

Beispiele für diese Wachstumstreiber, die einen konkreten Bezug zu den Utimaco-Geschäftsbereichen haben, sind dabei z. B. die Verlagerung immer weiterer Daten und Geschäftsprozesse in die Cloud oder auch das Blockchain-Konzept, welches insbesondere das Finanz- und Zahlungswesen verändert. Bei den Cyber-Attacken werden immer mehr Daten kompromittiert oder entwendet. Die Rechenleistungen steigen kontinuierlich an, so dass bald auch die gängigen Verschlüsselungstechniken nicht mehr ausreichen, um Daten zu schützen, was den Trend zur "Post-Quantum-Verschlüsselung" immer wichtiger macht. Auf der Regulierungsseite versucht der Staat, den Rahmen für die moderne IT-Gesellschaft zu setzen und die zahlreichen Verbesserungschancen, die sich hierdurch bieten, nutzbar zu machen, andererseits Missbräuche oder Fehlentwicklungen zu begrenzen. Zusätzliches Geschäfts kann sich aus positiven Regulierungsgrundlagen wie der europäischen eIDAS-Verordnung 3 , die der digitalen Signatur als Rechtsgrundlage zum Durchbruch verhelfen soll, oder die damit verbundene Zahlungsrichtlinie PSD21, die den europaweiten Wettbewerb mit der Teilnahme auch von Nichtbanken verstärken soll.

3 Siehe hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EU)_Nr._910/2014_(eIDAS-Verordnung)

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren

Zur zielgerichteten Adressierung seiner Märkte ist der UMG-Konzern in Geschäftsbereiche organisiert. Die Steuerung des Konzerns erfolgt durch die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren. Als wesentliche interne Steuerungsgröße dienen die Umsatzerlöse. Zu Darstellungszwecken wird nach den Geschäftsbereichen Information Security (IS) und Telecommunication Solutions (TS) verdichtet. Weiterhin wird das EBITDA vor Sondereinflüssen (EBITDA adjusted) für die Utimaco Gruppe als interne Steuerungsgröße herangezogen.

Der im Vorjahr prognostizierte hohe Anstieg der Umsatzerlöse wurde im Geschäftsjahr durch einen Anstieg um TEUR 17.168 auf TEUR 100.394 erreicht. Das im Vorjahr prognostizierte EBITDA adjusted (definiert als EBITDA vor Sondereffekten, die den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb beeinflussen - die wesentlichen Anpassungen betreffen hier die Aufwendungen aus dem Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm, Wertberichtigungen sowie einmalige sonstige Aufwendungen) in Höhe von EUR 26,6 Mio. wurde im Geschäftsjahr mit EUR 23,1 Mio. nicht ganz erreicht. Gegenüber dem im Vorjahr erzielten EBITDA adjusted von EUR 20,4 Mio. entspricht dieses dem erwarteten deutlichen Anstieg.

2.3 Ertragslage

Ausgehend von den Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 100.394 (i. Vj. TEUR 83.226) betrug das Bruttoergebnis (Umsatz abzüglich Umsatzkosten) im Berichtszeitraum TEUR 72.894 (i. Vj. TEUR 60.552), was einer Bruttomarge von 73 % (i. Vj. 73 %) entspricht.

Der Umsatzanstieg und die höheren Umsatzkosten sind im Wesentlichen durch organisches Wachstum zu erklären; die Bruttomarge bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Bruttomarge bereinigt um diese Sondereffekte und Abschreibungen betrug im vergangenen Geschäftsjahr 77 %.

Der operative Kostenblock (Vertriebskosten, Verwaltungsaufwendungen, Forschung- und Entwicklungsaufwendungen) betrug im Geschäftsjahr 2021/2022 TEUR 78.704 (i. Vj. TEUR 53.322). Dieses entspricht einem Anteil der Umsatzerlöse von 78 % (i. Vj. 64 %). Aus einem Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm hat sich hier ein Aufwand in Höhe von TEUR 2.548 (i. Vj. TEUR 2.133) ergeben.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern beträgt TEUR -5.600 (i. Vj. 7.519), die Abschreibungen betragen TEUR 12.577 (i. Vj. TEUR 4.999). Das Ergebnis nach Steuern beträgt TEUR -7.905 nach TEUR 2.123 im Vorjahr. Das EBITDA (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich im Geschäftsjahr 2021/2022 auf TEUR 6.975 (i. Vj. TEUR 12.518). Das EBITDA vor Sondereffekten, die den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb beeinflussen, ermittelt sich wie folgt:

1.4.2021 bis 31.03.2022
TEUR
1.4.2020 bis 31.03.2021
TEUR
EBITDA 6.975 12.518
+ Earn-outs 4.531 0
+ Sondereffekte aus dem operativen Geschäft 3.154 2.031
+ Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2.548 2.133
+ PPA-Adjustments 2.403 1.435
+ Projektkosten (Übernahmen) 1.874 0
+ Sonstige 1.565 2.320
EBITDA (adjusted) 23.050 20.437

Das Finanzergebnis von TEUR -6.066 (i. Vj. TEUR -3.805) betrifft vor allem den Zinsdienst für die aufgenommene Akquisitionsfinanzierung sowie die Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug für den Berichtszeitraum TEUR -11.666 (i. Vj. TEUR 3.714).

Auf dieses Ergebnis entfiel ein Steuerertrag (i. Vj. Steueraufwand) von TEUR 140 (i. Vj. TEUR -1.591). Innerhalb dieses Ertragssteuerergebnisses wird ein latenter Steuerertrag in Höhe von TEUR 1.423 (i. Vj. TEUR 603) ausgewiesen.

2.4 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme im UMG-Konzern betrug zum 31. März 2022 TEUR 239.240 (i. Vj. TEUR 217.982).

Die langfristigen Vermögenswerte belaufen sich zum Bilanzstichtag 31. März 2022 auf TEUR 187.834 (i. Vj. TEUR 167.955) und sind wesentlich beeinflusst durch die Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 143.241 (i. Vj. TEUR 133.436).

Die kurzfristigen Vermögenswerte betragen per 31. März 2022 TEUR 51.407 gegenüber TEUR 50.027 zum 31. März 2021. Die Veränderung erklärt sich durch die Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 20.128, i. Vj.: TEUR 23.821), sowie die Zunahme der liquiden Mittel mit TEUR 14.190 gegenüber TEUR 13.280 im Vorjahr und der Vorräte mit TEUR 8.610 (i. Vj. TEUR 7.182).

Auf der Passivseite wird im Wesentlichen die Finanzierung des Erwerbs des UMG-Konzerns im Jahre 2019 sowie der Akquisitionen von Geobridge im März 2020 und MYHSM im Dezember 2020) abgebildet. Das Eigenkapital in Höhe von TEUR 85.084 entspricht 35,6 % der Bilanzsumme (i. Vj. 93.793, 43,0 % der Bilanzsumme) und entfällt mit TEUR 95.063 auf die Kapitalrücklage, die im Wesentlichen zum Zweck des Erwerbs im Jahre 2017 dotiert wurde. Die Veränderung der Kapitalrücklage in 2022 um TEUR 2.548 resultiert aus einem variablen Vergütungssystem. Das langfristige Fremdkapital beläuft sich auf TEUR 71.322 nach TEUR 68.983 im Vorjahr.

Die Finanzierung der Gruppe erfolgte zum Abschlussstichtag über zwei langfristige Facilities mit einer Laufzeit bis 2026 bzw. 2027 durch ein Bankenkonsortium sowie eine situationsabhängige Inanspruchnahme der zugesagten freien Kreditlinien. Diese wurden mit dem Eigentümerwechsel im Juni 2022 abgelöst.

Im Rahmen der bestehenden Finanzierungsvereinbarung wurden Zielvorgaben (Covenants) bezüglich dem EBITDA adjusted sowie dem Nettoverschuldungsgrad (beides ermittelt nach den Vorgaben des Konsortialkreditvertrages) vereinbart.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich im Geschäftsjahr 2021/2022 auf TEUR 34.926 nach TEUR 14.621 im Vorjahr. Der Anstieg ist dabei im Wesentlichen auf die höheren Abschreibungen (TEUR + 8.687 ggü. dem Vorjahr) und die gestiegenen Verbindlichkeiten (TEUR + 20.394 ggü. dem Vorjahr) zurückzuführen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR -28.155 und berücksichtigt Investitionen in langfristige Vermögenswerte des Anlagevermögens. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt insbesondere den Mittelabfluss aus der Tilgung von Finanzschulden (TEUR -6.323) und Zinsen (TEUR -3.795).

Die Liquidität des Konzerns war im laufenden Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt gesichert.

2.5 Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Utimaco blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2021/2022 zurück und hat mit dem Erwerb von exceet Secure Solutions und Realsec überdies hinaus weitere wichtige strategische Erweiterungen vorgenommen. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird als gegenüber dem Vorjahr verbessert und insgesamt als gut eingeschätzt.

3. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mit Ablauf des Geschäftsjahres 2021/2022 waren 451 Angestellte im UMG-Konzern beschäftigt (i. Vj. 345 Angestellte). Das bedeutet einen Anstieg von 106 Mitarbeitern, was auf dem weiteren Ausbau der Geschäftsbereiche basiert.

4. Risiko- und Chancenbericht

Die nachfolgenden Risiken sind nach absteigender Bedeutung geordnet und vor Risikobegrenzungsmaßnahmen dargestellt.

Die Geschäftsführung informiert die Gesellschafter regelmäßig über alle für den Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Potenzielle Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet.

Die globale Corona-Pandemie war im letzten Geschäftsjahr ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation zwischen dem Board (Beirat) und Geschäftsleitung, aber auch auf vielen unterschiedlichen Ebenen innerhalb der UMG-Konzerns. Erfreulicherweise haben sich beide Bereiche weiterhin während der Krisenmonate sehr krisenresistent gezeigt und entsprechend positiv entwickelt: Trotz der anfänglichen durch die Pandemie verbreiteten Unsicherheit hat sich schnell eine positive Auswirkung auf die Auftragslage herausgezeichnet, getrieben durch die beschleunigte Digitalisierung in vielen Branchen. Die Entwicklung der vergangenen Monate bestätigt die Annahme der Geschäftsleitung, dass Utimaco auch mittel- und langfristig zu den Gewinnern der sich weiter entwickelnden Digitalisierung zählen wird.

Der UMG-Konzern hat zur Durchführung und Absicherung seiner Geschäfte Verfahrensweisen implementiert, die es der Geschäftsführung ermöglichen, bestandsgefährdende Risiken für den Konzern frühzeitig zu erkennen. Auf Basis eines konzernweit angewandten Systems zur Risikofrüherkennung und -überwachung werden Risiken identifiziert, bewertet, gesteuert und überwacht.

Das operative Risikocontrolling besteht aus permanent aktualisierten Risikoinformationen. Die Geschäftsführung informiert sich durch ein umfangreiches Berichtswesen kontinuierlich und erhält zusätzlich bei Bedarf entsprechende Informationen.

Der UMG-Konzern ist Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ beeinflussen und im Extremfall den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Überschaubare Risiken akzeptiert die Geschäftsleitung, wenn die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine nachhaltige Wertsteigerung und positiven Deckungsbeitrag erwarten lassen. Zurzeit sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar, deren Eintritt wahrscheinlich ist.

Innerhalb des Cyber-Security-Marktes ergeben sich, bedingt durch interne organisatorische Veränderungen der Kunden des UMG-Konzerns, durch grundlegende Veränderungen ihrer IT-Umgebungen und durch ständig neue Bedrohungsszenarien Verschiebungen in den Nachfragesegmenten bzw. es können neue Teilsegmente entstehen. Aufgrund der regelmäßigen Analysen der Wettbewerbssituation und des Produktportfolios sieht Utimaco mittelfristig kein wesentliches Risiko, dass Wettbewerbsprodukte von Hardware-, Betriebssystem- und andere Softwareanbieter zu Verschiebungen in der Nachfrage führen können. Durch einen regelmäßigen Austausch mit den Kunden und durch kontinuierliche Marktbeobachtungen gelingt es dem UMG-Konzern, Marktveränderungen bzw. -verschiebungen rechtzeitig zu erkennen und für die aus solchen Veränderungen resultierenden Bedürfnisse eine adäquate Lösung anzubieten.

Der UMG-Konzern zeichnet sich durch ein sehr diverses Kundenportfolio in vielen Länder der Welt aus. Investitionszurückhaltung infolge unsicherer oder schlechter Konjunkturaussichten sowie knapper verfügbare Kreditmittel bei einzelnen Geschäftspartnern gleichen sich in der Regel durch Chancen in anderen Bereichen aus.

Der Markt für IT-Security-Produkte und -Lösungen ist durch hohen technischen Fortschritt und kurze Innovationszyklen von wenigen Jahren bei steigender technischer Komplexität und hohen Regulierungsanforderungen gekennzeichnet. Für den Markterfolg von Utimacos IT-Security-Produkten ist weiterhin deren Sicherheit und technische Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Daher versteht Utimaco Innovation als Investition in die Zukunft.

Der IT-Security-Markt war in der Vergangenheit immer wieder durch Konsolidierungsprozesse gekennzeichnet. Die Übernahme der Utimaco Safeware AG durch die Sophos im Jahr 2009, die Integration des Data-Protection-Geschäfts in die Sophos-Gruppe, der Verkauf der Utimaco Safeware AG im Jahre 2013 und der Erwerb des Atalla-Geschäftes sowie die GEOBRIDGE und MYHSM-Akquisitionen sind nur Beispiele, welche den Konzern direkt berührten. Daneben sind zahlreiche Wettbewerber des UMG-Konzerns ebenfalls von größeren IT-Security-Anbietern aufgekauft oder verkauft worden. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Dadurch können sich neue Wettbewerbschancen und -risiken für den Konzern ergeben.

Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu Absatzrisiken führen und damit die künftige Ertragslage des Konzerns negativ beeinflussen. Aus Akquisitionen sind in der Bilanz Geschäftswerte und weitere immaterielle Vermögenswerte aktiviert, deren Werthaltigkeit maßgeblich von der künftigen Ertragslage und den Cashflows der Geschäftsbereiche abhängen. Eine nachhaltig nachlassende Ertragskraft kann somit zu einem Abwertungsbedarf bei den Geschäftswerten oder immateriellen Vermögenswerten führen. Das Risiko wird als gering eingestuft.

Der UMG-Konzern geht bei Verkäufen im Geschäftsbereich TS typische Projektgeschäfte ein, die z. B. durch Vorleistungen und Abnahmeprozesse gekennzeichnet sind. Ein intensives Projektcontrolling, verstärktes Projektmanagement sowie kontinuierliche Projektbesprechungen und -berichte versetzen den Konzern in die Lage, alle relevanten Risiken, die als gering eingeschätzt werden, bei der Realisierung dieser Projekte zeitnah zu erfassen und zu kommunizieren.

Veränderte regulatorische, rechtliche und politische Rahmenbedingungen können Risiken aber vor allem auch Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung beinhalten, die es gilt, in jedem Einzelfall zu beurteilen. Haftungsrisiken im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit entgegnet der UMG-Konzern bestmöglich durch entsprechende Versicherungen.

Der UMG-Konzern ist aufgrund der sehr guten Bonität der Kunden (große Unternehmen und Behörden) und der von den Kunden zu leistenden Anzahlungen nur sehr geringen Ausfallrisiken bezüglich seiner Forderungen ausgesetzt.

Im Rahmen der Übernahme-Transaktionen hat der Konzern den Kaufpreis zum Teil über Kredite finanziert. Hieraus können die üblichen Risiken entstehen, die aus vertraglich vereinbarten Finanzkennzahlen (Covenants) resultieren, die im Rahmen von Darlehensverträgen zu erreichen sind. Für die bei Laufzeitende noch nicht zurückgeführten Kreditbeträge besteht das übliche Refinanzierungsrisiko.

Aufgrund der durchgeführten Refinanzierung im Rahmen des Eigentümerwechsels schätzen wir das Refinanzierungsrisiko als gering ein. Auf Basis der erwarteten Entwicklung des Konzerns gehen wir davon aus, dass die vereinbarten Finanzkennzahlen auch unter der neuen Refinanzierung auch zukünftig eingehalten werden können.

Mitarbeiter und Führungskräfte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Utimaco. Speziell bei der Mitarbeitergewinnung und Führungskräfteentwicklung sieht Utimaco weitere Potentiale, die man in der näheren Zukunft nutzen möchte.

Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos wird die Risikosituation als beherrschbar eingeschätzt und es bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Utimaco-Konzerns gefährden.

Chancen ergeben sich weiterhin für Utimaco dadurch, dass bei Regierungen und Unternehmen der Bereich Datensicherheit an Präsenz gewinnt, insbesondere vor dem Hintergrund von globalen Krisen wie dem Ukraine-Krieg. Als Anbieter von Lösungen für Cybersecurity und Compliance wird Utimaco viele Institutionen beim Aufbau adäquater Strukturen unterstützen können.

5. Prognosebericht

Die von Utimaco in den vergangenen Geschäftsjahren durchgeführten Marktanalysen, u. a. in Zusammenarbeit mit externen Marktexperten und Analysten, zeigen in den von Utimaco bearbeiteten Marktsegmenten deutliche Wachstumsraten.

Die Geschäftsfelder IS und TS bilden grundsätzlich eigenständige Bereiche. Dennoch zeichnen sich zunehmend auch gemeinsame Zielmärkte ab, vor allem durch die Einführung von 5G-Netzen und zunehmend verbundene IoT-Geräte, die eine Vielzahl an Informationen und Daten generieren, speichern und verarbeiten. Hier spielen sowohl Datensicherheit und Datenschutz eine Schlüsselrolle als auch die Möglichkeit des gesetzeskonformen Zugangs zu bestimmten Daten durch die Behörden zum Schutz der Freiheit und Sicherheit der Bürger. Beide Geschäftsbereiche sind in ihrem Markterfolg durch den überwiegend indirekten Vertriebsansatz auch vom Erfolg ihrer jeweiligen OEM- und Vertriebspartner abhängig.

Im Geschäftsbereich IS sieht die Planung für das Geschäftsjahr 2022/2023 ein konstant hohes organisches Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich vor. Dieses resultiert aus der Vermarktung der neuen HSM-Generation u.trust Anchor sowie das mit strategischen Projektinitiativen erweiterte Produkt- und Lösungsportfolio und eine breitere geographische Aufstellung mit Vertriebspräsenz in allen großen Regionen weltweit. Die Planung wird gestützt durch die zahlreichen positiven Marktopportunitäten und -entwicklungen, die es für die Utimaco-Produkte über Branchen wie Financial Services, Automotive, Energy & Utilities, Cloud Service Provider, Telecommunication Provider und Regierungsinstitutionen gibt. Darüber hinaus werden die Neuakquisitionen zum Umsatzwachstum beitragen.

Der Geschäftsbereich IS baut dabei gezielt sein weltweites Netz von OEM- und Value adding reselling- Partners aus, um diese Wachstumschancen global zu nutzen. Im Geschäftsbereich IS wird mit einem Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich gerechnet.

Im Geschäftsbereich TS wird für das folgende Geschäftsjahr 2022/2023 ein ansteigender Umsatz erwartet, der absolut in etwa dem Anstieg des laufenden Jahres entspricht. Utimaco beabsichtigt dabei einerseits seine Marktführerschaft im Marktsegment der Mediationssoftware für Lawful-Interception-Einrichtungen weiter auszubauen. Außerdem werden zunehmend benachbarte Technologien und deren Nachfrage am Markt analysiert, um eine Erweiterung des Kernprodukt-Portfolios zu evaluieren.

Wie für die zwei Teilbereiche wird auch für den Gesamtkonzern ein deutlicher Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2022/2023 erwartet.

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 wird zudem unter der Annahme eines weiterhin günstigen Branchenumfelds mit einem deutlichen Anstieg des adjusted EBITDAs gerechnet. Die Akquisition von exceet Secure Solutions und Realsec und - nach Abschluss der Berichtsperiode - ebenfalls Celltick, wirken sich positiv auf das nachhaltige organische Wachstum von Utimaco aus. Somit wird insgesamt eine weiterhin positive Entwicklung der Ertragslage erwartet.

Dank an die Mitarbeiter

Die Geschäftsführung bedankt sich an dieser Stelle bei den weltweit tätigen Mitarbeitern für ihren vorbildlichen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Allen neuen Mitarbeitern in der Utimaco-Gruppe wünschen wir viel Erfolg. Den ausgeschiedenen Mitarbeitern danken wir für die geleistete Arbeit und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.

 

Aachen, 1. September 2022

Stefan Auerbach, Geschäftsführer

Malte Pollmann, Geschäftsführer

Martin Stamm, Geschäftsführer

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022

Anhang 1.4.2021 bis 31.3.2022
TEUR
1.4.2020 bis 31.3.2021
TEUR
Umsatzerlöse (8) 100.394 83.226
Umsatzkosten (9) -27.500 -22.674
Bruttoergebnis 72.894 60.552
Sonstige Erträge (10) 231 321
Vertriebskosten (11) -29.312 -21.098
Verwaltungsaufwendungen (12) -30.127 -15.713
Forschung- und Entwicklungsaufwendungen (13) -19.263 -16.511
Sonstige Aufwendungen (14) -23 -32
Betriebsergebnis -5.600 7.519
Finanzerträge (15) 0 5
Finanzaufwendungen (15) -6.066 -3.810
Finanzergebnis -6.066 -3.805
Ergebnis vor Steuern -11.666 3.714
Ertragsteuern (16) 140 -1.591
Ergebnis nach Steuern -11.526 2.123

Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022

Anhang 1.4.2021 bis 31.3.2022
TEUR
1.4.2020 bis 31.3.2021
TEUR
Gewinn / Verlust -11.526 2.123
Posten, die nachträglich nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können, wenn bestimmte Gründe vorliegen
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (28) 60 -81
Neubewertung von gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten 0 0
Ertragsteuern (16) -19 26
Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnungsdifferenzen aus ausländische Tochterunternehmen (6) 308 290
Ertragsteuern (16) -100 -94
Sonstiges Ergebnis 249 141
Gesamtergebnis -11.277 2.264

IFRS-Konzernbilanz zum 31. März 2022

Aktiva

Anhang 31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (17) 34.477 25.038
Geschäfts- oder Firmenwerte (18) 143.241 133.436
Nutzungsrechte (19) 5.042 5.366
Sachanlagen (20) 3.500 2.924
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) 104 104
Aktive latente Steuern (16) 1.470 1.087
Langfristige Vermögenswerte 187.834 167.955
Vorräte (22) 8.610 7.182
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (23) 20.128 23.821
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (24) 1.863 1.424
Vertragsvermögenswerte (8) 3.623 3.451
Sonstige Vermögenswerte (24) 1.389 868
Ertragssteuerforderungen (16) 1.603 0
Zahlungsmittel (25) 14.190 13.281
Kurzfristige Vermögenswerte 51.407 50.027
Bilanzsumme 239.240 217.982

Passiva

Anhang 31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Gezeichnetes Kapital (26) 31 31
Kapitalrücklage (26) 95.063 92.515
Sonstige Rücklagen (26) 388 20
Bilanzgewinn/-verlust (26) -10.398 1.227
Eigenkapital 85.084 93.793
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer (27) 1.017 1.041
Finanzschulden (28) 63.020 60.422
Leasingverbindlichkeiten (29) 3.430 4.700
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Passive latente Steuern (16) 3.718 1.493
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (33) 137 1.327
Langfristiges Fremdkapital 71.322 68.983
Ertragsteuerverbindlichkeiten (16) 1.295 1.247
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer (27) 91 91
Rückstellungen (30) 4.926 2.978
Finanzschulden (28) 11.659 11.041
Leasingverbindlichkeiten (29) 1.869 987
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (31) 14.669 4.339
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (32) 10.358 8.428
Vertragsverbindlichkeiten (8) 33.126 22.789
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (33) 4.012 2.905
Sonstige Verbindlichkeiten (33) 829 401
Kurzfristiges Fremdkapital 82.833 55.206
Bilanzsumme 239.240 217.982

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. März 2022

Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Sonstige Rücklage
TEUR
Rücklage Währungsumrechnung
TEUR
Stand: 1. April 2020 31 90.382 -36 -124
Einlage in Kapitalrücklage 0 2.133 0 0
Gewinn 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 -53 171
Stand: 31. März 2021 31 92.515 -89 47
Stand 1. April 2021 31 92.515 -89 47
Einlage in Kapitalrücklage 0 2.568 0 0
Gewinn 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 -20 60 308
Stand: 31. März 2022 31 95.063 -29 355
Neubewertung Beteiligungen
TEUR
Bilanzgewinn
TEUR
Gesamtes Eigenkapital
TEUR
Stand: 1. April 2020 61 -918 89.397
Einlage in Kapitalrücklage 0 0 2.133
Gewinn 0 2.122 2.122
Sonstiges Ergebnis 0 23 141
Stand: 31. März 2021 61 1.227 93.793
Stand 1. April 2021 61 1.227 93.793
Einlage in Kapitalrücklage 0 0 2.568
Gewinn 0 -11.526 -11.526
Sonstiges Ergebnis 0 -99 249
Stand: 31. März 2022 61 -10.398 85.084

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022

Anhang 2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern -11.666 3.713
+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte (17, 19, 20) 13.326 3.752
+/- Anstieg/Rückgang der Rückstellungen (30) 1.925 829
+/- Anstieg/Rückgang der Rücklagen 2.548 2.133
-/+ Anstieg/Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Vermögenswerte (8, 23, 24) 2.561 -336
-/+ Anstieg/Rückgang der Vorräte (22) -1.428 -73
+/- Anstieg/Rückgang der Verbindlichkeiten und Schulden (8, 31, 32, 33) 22.145 2.066
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 1.132 948
+ Finanzergebnis (15) 6.066 3.805
- Gezahlte Ertragsteuern (16) -1.320 -2.218
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 35.289 14.621
- Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen (abzüglich erworbener liquider Mittel) (5) -17.435 -1
- Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (17, 20) -11.458 -6.568
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -28.893 -6.569
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden (28) 6.000 1.000
- Tilgung von Finanzschulden (28) -6.323 -5.550
- Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten (29) -1.996 -1.446
- Gezahlte Zinsen (15) -3.306 -3.538
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -5.625 -9.534
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 771 -1.483
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode (25) 13.280 14.992
+ Auswirkungen von Währungsumrechnungen auf die Zahlungsmittelfonds 139 -229
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (25) 14.190 13.280

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021/2022

1. Allgemeines

Die Utimaco Management GmbH, Aachen, (Amtsgericht Aachen, HRB 21098) nachfolgend auch "Gesellschaft" oder "UMG" genannt, ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht. Die UMG ist die Muttergesellschaft eines Konzerns. Der Sitz der UMG befindet sich in der Germanusstraße 4, 52080 Aachen/Deutschland.

Die Utimaco Verwaltungs GmbH, Aachen, hält sämtliche Anteile an der Utimaco Management GmbH. Die Utimaco Verwaltungs GmbH wird seit dem 1. Juni 2022 mehrheitlich und mittelbar von der SGT Capital/Cayman Islands, beherrscht und kontrolliert. Bis zum Verkauf an SGT mit Closing zum 1. Juni 2022 wurde die Utimaco Verwaltungs GmbH mehrheitlich und mittelbar von der EQT Mid Market Europe Limited Partnership, Amsterdam/Niederlande, beherrscht und kontrolliert.

Der Konzernabschluss der UMG, nachfolgend auch "Konzern", "UMG-Konzern" oder "Utimaco-Gruppe" genannt, ist in Euro (EUR) aufgestellt, da der überwiegenden Anzahl der Konzerntransaktionen diese Währung zugrunde liegt und der Euro damit die funktionale Währung des Konzerns darstellt. Sofern nicht anders angegeben, erfolgt der Ausweis in Tausend Euro (TEUR). Sofern in einzelnen Tabellen keine Währungseffekte aufgeführt werden, sind Währungsumrechnungen nicht vorhanden oder von untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auch innerhalb einzelner tabellarischer Darstellungen auftreten können. Dies betrifft auch die dargestellten Summen und Zwischensummen des Konzernabschlusses.

Die Konzerngesamtergebnisrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des Folgejahres. Das Geschäftsjahr 2021/2022 läuft entsprechend vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022, das Geschäftsjahr 2020/2021 als Vergleichsperiode vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021.

Die Gesellschafter haben am 1. September 2022 die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt.

2. Geschäftstätigkeit

Die Utimaco-Gruppe konzentriert sich im Wesentlichen auf die Geschäftsfelder Lawful Interception Mediation Solutions - Geschäftsbereich Telecommunications Solutions (TS) - und Information Security (IS) - Geschäftsbereich IS.

Der Geschäftsbereich Telecommunications Solutions (TS) entwickelt Lösungen für Netzbetreiber und Telekommunikationsanbieter zur gesetzeskonformen Überwachung und Auswertung von Telekommunikationsdiensten unterschiedlichster Art. Das Hauptprodukt dieses Geschäftsbereiches ist die LIMS (Lawful Interception Management System) Software. Darüber hinaus gibt es weitere Produkte wie etwa das Datenspeicherprodukt (Data Retention Systems, Vorratsdatenspeicherung).

Die im Geschäftsbereich Information Security (IS) zusammengefassten Aktivitäten fokussieren sich auf die Absicherung von sensiblen Daten und enthalten Software-basierte Hochsicherheitslösungen wie etwa Hardware-Sicherheitsmodule (HSM), Key Management Produkte (ESKM) oder Produkte zur Datenverschlüsselung (Data Protection).

Mit dem zum 31. Dezember 2020 erworbenen Unternehmen MYHSM, verstärkt der UMG-Konzern den Bereich der "As-a-Service"-Angebote, insbesondere aber nicht ausschließlich im Finanzbereich. Durch diese Erweiterung des Cloud-Portfolios ist der UMG-Konzern nach unserer Auffassung optimal gerüstet für die weiter beschleunigte Digitalisierung.

Mit der zum 29. April 2021 übernommenen exceet Secure Solutions GmbH hat der UMG-Konzern einen Spezialisten für sichere Lösungen in den Bereichen IT-Sicherheit und Internet der Dinge (IoT) übernommen. Zudem hat der UMG-Konzern zum 30. Juni 2021 die Unternehmensgruppe REALIA TECHNOLOGIES S.L., Madrid/Spanien, übernommen. Die Realia Technologies Unternehmensgruppe ist auf die Entwicklung von Verschlüsselung, digitaler Signatur, PKI und Cybersecurity für Blockchain- & IoT-Lösungen spezialisiert.

3. Grundlagen der Erstellung des Abschlusses

Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde unter ergänzender Anwendung der Bestimmungen des § 315e HGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind.

Die Utimaco Management GmbH stellt als Konzernmutter verpflichtend einen Konzernabschluss auf.

Die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2021/2022 erfolgt nach verpflichtend anzuwendenden Standards und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

4. Erstmalige Anwendung von Standards und Interpretationen und noch nicht angewandte Standards und Interpretationen

Im Geschäftsjahr wurden folgende Verlautbarungen bzw. Änderungen der IFRS mit EU-Endorsement und erstmaliger Anwendungspflicht im Geschäftsjahr 2021/2022 erstmals angewandt:

Standards/Interpretation Stichtag der Anwendungspflicht Datum EU-Endorsement
Diverse Standards Änderungen an IFRS 16: Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19 1. Juni 2020 offen
Änderungen von IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16: Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2 1. Januar 2021 offen
Änderungen an IFRS 16: Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19 nach dem 30. Juni 2021 1. April 2021 offen

Die nach dem 31. März 2021 erstmals anzuwendenden neuen oder geänderten IFRS haben sich nicht wesentlich auf den Konzernabschluss der UMG ausgewirkt.

Bereits veröffentlichte, aber noch nicht angewandte Standards und Interpretationen:

Standards/Interpretation Stichtag der Anwendungspflicht Datum EU-Endorsement
IAS 16 Sachanlagen - Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet 1. Januar 2022 offen
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 1. Januar 2022 offen
IFRS 1 Erstanwendung durch ein Tochterunternehmen 1. Januar 2022 offen
IFRS 9 Gebühren beim 10%-Barwerttest vor Ausbuchung finanzieller Schulden 1. Januar 2022 offen
IAS 37 Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags 1. Januar 2022 offen
IAS 41 Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert 1. Januar 2022 offen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses - Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1. Januar 2023 offen
IFRS 17 Versicherungsverträge including Amendments to IFRS 17 (issued on 25. June 2020) 1. Januar 2023 offen
IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 Angabe der Rechnungslegungsmethoden 1. Januar 2023 offen
IAS 8 Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen 1. Januar 2023 offen

Die nach dem 31. März 2022 erstmals anzuwendenden neuen oder geänderten IFRS werden sich auf den Konzernabschluss der UMG allenfalls unwesentlich auswirken. Die Gesellschaft wird die neuen Standards ab dem Zeitpunkt anwenden, ab dem eine Anwendung verpflichtend ist. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant.

5. Konsolidierungskreis und Unternehmenszusammenschlüsse

In den Konzernabschluss wurden nach IFRS 10 als Mutterunternehmen die Utimaco Management GmbH sowie vier (i. Vj. vier) inländische und acht (i. Vj. sechs) ausländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Utimaco Management GmbH unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Anteile verfügt und darüber Beherrschung bzw. Kontrolle ausübt. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter sind nicht vorhanden.

Folgende Tochterunternehmen wurden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:

Firma, Sitz Kapitalanteil
in %
Utimaco GmbH, Aachen 100
Utimaco IS GmbH, Aachen 100
Utimaco TS GmbH, Aachen 100
Utimaco Inc., Campbell/USA 100
Utimaco IS PTE. Limited, Singapur/Singapur 100
Geobridge Corporation, Ashburn/USA 100
MYHSM Limited, Aylesbury/UK 100
REALIA TECHNOLOGIES S.L., Madrid/Spanien 100
REALSEC MEXICO SA DE CV, Mexiko (Stadt)/Mexiko 100
Utimaco TS S.r.l., Mailand/Italien 100
Utimaco TS UK Limited, London/UK 100
uti-maco safeguard systems international GmbH, Aachen 100

Es wurden alle Tochtergesellschaften, die von der UMG beherrscht werden, sofern sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung sind, vollkonsolidiert.

Erwerb Geschäftsbereich exceet Secure Solutions GmbH

Mit dem zum 29. April 2021 zu 100 % erworbenen Geschäftsbereich exceet Secure Solutions GmbH (exceet), Düsseldorf, wurde ein Spezialist für den Bereich Internet of Things (IoT) erworben. Mit dieser Akquisition macht Utimaco den nächsten Schritt, ein umfassendes Lösungs- und Dienstleistungsportfolio anzubieten. exeet Secure Solutions wurde im Jahr 2000 gegründet und hat sich auf die Absicherung elektronischer Geschäftsprozesse spezialisiert. Heute umfasst das Portfolio neben Lösungen in den Bereichen der IT-Sicherheit und IoT auch sichere IoT-Gateways mit hardwarebasierter Verschlüsselung, Public Key Infrastructure (PKI)-Lösungen und -Produkte sowie Lösungen für elektronische Signaturen und Zeitstempel. Das Portfolio von exceet wird die Position von Utimaco im Bereich PKI, as a service, IoT und elektronische Signatur ergänzen und stärken.

Der Erwerb des Geschäftsbereichs exceet stellt einen Unternehmenszusammenschluss nach IFRS 3 dar. Mit Kaufvertrag vom 28. April 2021 wurde vereinbart, sämtliche Anteile an der exceet von der Utimaco IS GmbH zu erwerben.

Als Gegenleistung für den Unternehmenszusammenschluss wurde ein Kaufpreis in Höhe von TEUR 4.430 vereinbart. Der Kaufpreis wurde ausschließlich in bar bezahlt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des Unternehmenszusammenschlusses zum Erwerbszeitpunkt.

Hauptgruppen der erfassten Vermögenswerte und Schulden Buchwert zum Zeitpunkt des Erwerbs
TEUR
Neubewertung Vermögenswerte und Schulden
TEUR
Buchwert bei Erstkonsolidierung
TEUR
Entwicklungsleistungen und Technologie 634 3.921 4.555
Sachanlagen 111 0 111
Vorräte 10 0 10
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (entspricht dem Bruttowert sowie dem Fair Value) 261 0 261
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 370 0 370
Liquide Mittel 237 0 237
Aktivische Rechnungsabgrenzungsposten 943 0 943
Summe Vermögenswerte 2.566 3.921 6.487
Passive latente Steuern 156 1.224 1.380
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 182 0 182
Sonstige kurzfristige Schulden 827 0 827
Passivische Rechnungsabgrenzungsposten 1.562 0 1.562
Summe Schulden 2.727 1.224 3.951
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens -161 2.697 2.536
Geschäfts- oder Firmenwert 1.894

Im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 30. April 2021 wurden die Entwicklungsleistungen und Technologie als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. Die darauf anfallenden latenten Steuern sind entsprechend passiviert. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über die erwartete Nutzungsdauer von fünf Jahren.

Der sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Nettovermögen ergebende Geschäfts- oder Firmenwert repräsentiert im Wesentlichen den Wert der erwarteten Ertrags- und Kostensynergien aus dem Erwerb des Geschäftsbereichs exceet, der Branchenexpertise der Mitarbeiter sowie weiteren nicht separierbaren immateriellen Vermögenswerten. Die Gesamtsumme des Geschäfts- oder Firmenwerts ist erwartungsgemäß steuerlich nicht abzugsfähig.

Die exceet Secure Solutions GmbH (exceet), Düsseldorf, ist mit Verschmelzungsvertrag vom 22. September 2021 und Eintragung ins Handelsregister am 26. Oktober 2021 auf die Utimaco IS GmbH, Aachen, verschmolzen. Bis zum Zeitpunkt der Verschmelzung erwirtschaftete die Exceet Umsatzerlöse von TEUR 1.554 und einem Ergebnis nach Steuern von TEUR -744, wäre die Gesellschaft ab dem 1. April 2021 einbezogen worden, hätte die Gesellschaft Umsatzerlöse von TEUR 1.801 und ein Ergebnis von TEUR -477 vor Steuern zum Konzernergebnis beigetragen.

Erwerb Geschäftsbereich Realsec

Mit dem zum 31. Mai 2021 zu 100 % erworbenen Geschäftsbereich Realia (Realsec), Madrid/Spanien, wurde ein Anbieter von IT-Sicherheitslösunge und Hardware-Sicherheitsmodulen übernommen. Realsec ist bei seinen Kunden hoch angesehen für die Lösungen bezüglich Verschlüsselung, digitale Signature, PKI und cybersecurity für blockcahin und IoT. Mit seiner Zentrale in Madrid und der starken regionalen Präsenz in Latainamerika ergänzt Realsec Utimacos globale Präsenz im Spanisch-sprechenden Teil der Welt.

Der Erwerb des Geschäftsbereichs Realsec stellt einen Unternehmenszusammenschluss nach IFRS 3 dar. Mit Kaufvertrag vom 31. Mai 2021 wurde vereinbart, sämtliche Anteile an der Realsec durch die Utimaco IS GmbH zu erwerben. Die Zahlung des Kaufpreises erfolgte ausschließlich in bar.

Als Gegenleistung für den Unternehmenszusammenschluss wurde ein Kaufpreis in Höhe von TEUR 15.862 vereinbart. Der vereinbarte und an Umsatzziele gebundene Earn-out beträgt maximal TEUR 2.000. Zum Erwerbs- und zum Abschlussstichtag beträgt der ermittelte Fair Value TEUR 137.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des Unternehmenszusammenschlusses zum Erwerbszeitpunkt.

Hauptgruppen der erfassten Vermögenswerte und Schulden Buchwert zum Zeitpunkt des Erwerbs
TEUR
Neubewertung Vermögenswerte und Schulden
TEUR
Buchwert bei Erstkonsolidierung
TEUR
Entwicklungsleistungen und Technologie 539 7.014 7.553
Sachanlagen und sonstige langfristige Vermögenswerte 1.298 0 1.298
Aktive latente Steuern 140 0 140
Vorräte 327 0 327
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (entspricht dem Bruttowert sowie dem Fair Value) 886 0 886
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 688 0 688
Liquide Mittel 620 0 620
Summe Vermögenswerte 4.498 7.014 11.512
Passive latente Steuern 21 2.150 2.171
Sonstige langfristige Schulden 712 0 712
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 177 0 177
Sonstige kurzfristige Schulden 2.223 0 2.223
Passivische Rechnungsabgrenzungsposten 642 0 642
Summe Schulden 3.775 2.150 5.925
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens 723 4.864 5.587
Geschäfts- oder Firmenwert 10.275

Im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 1. Juni 2021 wurden die Entwicklungsleistungen und Technologie als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. Die darauf anfallenden latenten Steuern sind entsprechend passiviert. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über die erwartete Nutzungsdauer von fünf Jahren. Die Gesamtsumme des Geschäfts- oder Firmenwerts ist erwartungsgemäß steuerlich nicht abzugsfähig.

Der sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Nettovermögen ergebende Geschäfts- oder Firmenwert repräsentiert im Wesentlichen den Wert der erwarteten Ertrags- und Kostensynergien aus dem Erwerb des Geschäftsbereichs Realsec, der Branchenexpertise der Mitarbeiter sowie weiteren nicht separierbaren immateriellen Vermögenswerten.

Im Zeitraum seit Erstkonsolidierung erwirtschaftete die Realia Gruppe Umsatzerlöse von TEUR 4.635 und einem Ergebnis nach Steuern von TEUR -692, wäre die Gesellschaft ab dem 1. April 2021 einbezogen worden, hätte die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 5.148 und ein Ergebnis nach Steuern von TEUR -1.679 zum Konzernergebnis beigetragen.

6. Rechnungslegungsmethoden

Im Folgenden werden die im Konzernabschluss angewandten Rechnungslegungsmethoden dargestellt. Darüber hinausgehende Informationen zu einzelnen Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung und der Konzernbilanz sowie entsprechende Zahlenangaben ergeben sich aus den nachfolgend dargestellten Erläuterungen.

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung der Verpflichtungen aus den Leistungen an Arbeitnehmer (siehe dazu nachstehende Erläuterungen).

Umsatzrealisierung und Umsatzausweis

Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen zu realisieren erwartet, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter bzw. Produkte und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Zur Ermittlung der zu erfassenden Umsatzerlöse sieht der Standard ein fünfstufiges Schema vor, das folgende Schritte beinhaltet:

Schritt 1: Bestimmung des relevanten Vertrags

Schritt 2: Identifizierung separater Leistungsverpflichtungen im Vertrag

Schritt 3: Bestimmung der gesamten Gegenleistung

Schritt 4: Allokation der gesamten Gegenleistung auf identifizierte Leistungsverpflichtungen

Schritt 5: Umsatzrealisierung bei Erfüllung einer Leistungsverpflichtung

Klassen von Umsatzerlösen

Die Umsatzerlöse im UMG-Konzern stammen grundsätzlich aus den folgenden übergeordneten Produkten bzw. Dienstleistungen:

Veräußerung und Lieferung von Software einschließlich entsprechender Hardware

Gebühren für die Lizenzen an Softwareprodukten bzw. Softwarekomponenten

Wartungs- und Supportleistungen

Vereinbarungen über die Entwicklung kundenspezifischer Software

Schulungs- und sonstige Serviceleistungen

Bestimmung des relevanten Vertrags

Der Konzern geht teilweise mehrere Verträge mit demselben Kunden ein. Für Bilanzierungszwecke werden diese Verträge grundsätzlich wie ein Vertrag behandelt, wenn die Verträge gleichzeitig oder mit geringem Zeitabstand geschlossen werden und wirtschaftlich miteinander zusammenhängen. Es werden keine Verträge zusammengefasst, deren Abschlusstermin mehr als drei Monate auseinanderliegen, da diese Verträge dann nicht mehr als mit geringem Zeitabstand abgeschlossen betrachtet werden können. Ermessensausübungen sind erforderlich bei der Beurteilung, ob zwei oder mehr Verträge miteinander verbunden sind, wofür unter anderem zu berücksichtigen ist, ob sie als Paket mit einem einzigen wirtschaftlichen Zweck ausgehandelt wurden, ob die Gegenleistung für den einen Vertrag von der Erfüllung des anderen Vertrags abhängt oder ob einige oder alle Produkte in den Verträgen eine einzige Leistungsverpflichtung darstellen.

Bei neuen Vereinbarungen mit bestehenden Kunden kann es sich entweder um einen neuen Vertrag oder um eine Änderung bzw. Leistungserweiterung vorheriger Verträge mit dem Kunden handeln. Bei der Festlegung, welcher Fall vorliegt, wird auch berücksichtigt, ob es eine Verbindung zwischen der neuen Vereinbarung und den bestehenden Verträgen gibt, ob die Produkte und Dienstleistungen der neuen Vereinbarung eng mit den in früheren Verträgen verkauften Produkten und Dienstleistungen verbunden sind, und wie die Preisgestaltung der Produkte und Dienstleistungen in der neuen Vereinbarung aussieht. Bei der Festlegung, ob eine Änderung des Vertragspreises eine Vertragsänderung oder eine Änderung variabler Gegenleistungen darstellt, wird untersucht, ob die Preisänderung sich aus der Änderung des Vertrags ergibt oder aus der Inanspruchnahme unveränderter bestehender Vertragsbestimmungen.

Identifizierung der Leistungsverpflichtungen

Die im UMG-Konzern vorhandenen Verträge mit Kunden enthalten oftmals verschiedene Produkte und Dienstleistungen. In der Regel sind unterschiedlichen Produkte und Dienstleistungen, wie in den Klassen von Umsatzerlösen beschrieben, als separate Leistungsverpflichtungen einzustufen, und der ihnen zugeordnete Teil des Vertragspreises wird separat erfasst. Die Bestimmung, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung als separate Leistungsverpflichtung betrachtet wird, ist jedoch grundsätzlich mit Ermessungsausübungen verbunden. Insbesondere bei den Beratungsleistungen und Implementierungsaktivitäten ist die Beurteilung mit Ermessensausübungen verbunden, ob diese Dienstleistungen eine erhebliche Integration, kundenspezifische Anpassungen oder Änderungen der Softwarelizenzen darstellen, auf die sie sich beziehen. In diesem Zusammenhang wird insbesondere berücksichtigt, welche Art von Service durch den Konzern erbracht wird und wie der Umfang der einzelnen Dienstleistungen im Vergleich zu der originären Leistungsverpflichtung ist. Im Regelfall sind die Dienstleistungen im Bereich der Implementierung der Software als eigenständige Leistungsverpflichtung erfasst. Anpassungen an der lizensierten Software oder Softwarekomponenten werden regelmäßig kundenspezifisch vorgenommen. Die Leistungen sind Bestandteil der Leistungsverpflichtung aus Gebühren für die Lizenzen an Softwareprodukten bzw. Softwarekomponenten. Wartungs- und Supportleistungen, Vereinbarungen über die Entwicklung kundenspezifischer Software, Reparaturen sowie Schulungsleistungen sind dem Grunde nach immer als eigenständige Leistungsverpflichtung berücksichtigt. Nicht eigenständig abgrenzbare Produkte und Dienstleistungen, die als kombinierte Leistungsverpflichtungen in einem eigenständig abgrenzbaren Bündel zusammengefasst werden, liegen im UMG-Konzern derzeit nicht vor.

Beim Verkauf von Produkten und Dienstleistungen werden teilweise Kunden-Optionen zum Erwerb zusätzlicher Produkte oder Dienstleistungen (zum Beispiel Erhöhung Useranzahl, zusätzliche Hardware, kundenindividuelle Softwareanpassungen) angeboten. Bei der Bestimmung, ob solche Optionen dem Kunden ein wesentliches Recht gewähren, das dieser Kunde ohne den Abschluss dieses Vertrags nicht erhalten würde (Option mit einem wesentlichen Recht), müssen im Ermessen vom Konzern grundsätzlich Entscheidungen im Einzelfall getroffen werden. Bei dieser Beurteilung wird auch berücksichtigt, ob die Option dem Kunden das Recht auf einen Rabatt einräumt, der über dem Rabatt liegt, der für die entsprechenden, zusammen mit der Option verkauften Produkte oder Dienstleistungen gewährt wird. Aktuell liegen im UMG-Konzern keine Optionen mit einem wesentlichen Recht vor.

Bestimmung des Transaktionspreises

Im Rahmen der Bestimmung der Gegenleistung sind Ermessensentscheidungen notwendig. Im Einzelnen wird in die Bestimmung des Transaktionspreises auch die Schätzung mit einbezogen, ob und in welchem Umfang dem Kunden nachträgliche Zugeständnisse oder Zahlungen gewährt werden und ob der Kunde die vertraglich vereinbarten Gebühren den Erwartungen entsprechend zahlen wird. Bei diesen Ermessensentscheidungen werden sowohl die bisherigen Erfahrungen mit dem entsprechenden Kunden als auch die branchen- und länderspezifischen Erfahrungen mit einbezogen.

Die Verträge mit Kunden enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten.

Aufteilung des Transaktionspreises

Die Aufteilung des Transaktionspreises wird anhand objektiver Kriterien vorgenommen. Grundsätzlich gibt es in der Ausgestaltung unsere Produkt- und Dienstleistungsbepreisung ein einheitliches Vorgehen. Da die Einzelveräußerungspreise für ein Angebot beobachtbar und weitgehend einheitlich für alle Kunden sind, sind nur im geringen Maße Schätzungen und Ermessensentscheidungen hinsichtlich der Aufteilung erforderlich. Grundsätzlich können die einzelnen Produkte und Dienstleistungen wie die Lieferung von Hardware, Gebühren für die Lizenzen an Softwareprodukten bzw. Softwarekomponenten, Wartungs- und Supportleistungen, Vereinbarungen über die Entwicklung kundenspezifischer Software, Reparaturen sowie Schulungs- und sonstige Serviceleistungen auf dieser Grundlage einzeln, objektiv und transparent hinsichtlich ihrer Transaktionspreise bestimmt werden. Ein Preis für ein Bündel von Produkten und Dienstleistungen wird nicht vereinbart, die Preisgestaltung richtet sich nach den einzelnen Komponenten und damit auch noch den einzelnen Leistungsverpflichtungen.

Realisierung von Umsatzerlösen

Grundsätzlich erfolgt mit Erfüllung einer Leistungsverpflichtung durch Übertragung des Produktes oder der Dienstleistung an den Kunden die Erlösrealisierung. Die Übertragung geschieht mit Erlangung der Beherrschung über den Vermögenswert bzw. den aus ihm resultierenden Nutzungen durch den Kunden. Der Kunde muss entsprechend Beherrschung über die Leistung bzw. den Vermögenswert erlangen, so dass er die Fähigkeit der Bestimmung seiner Verwendung und des Erhalts aller wesentlicher Vorteile im Zusammenhang mit diesem gewinnt, ohne dass ein Dritter darauf zugreifen kann.

Zur Bestimmung des Leistungszeitpunkts der Erlösrealisation im UMG-Konzern erfolgt nach dem Datum, an dem der Kunde die Beherrschung über die Leistung erhält und der UMG-Konzern eine Leistungsverpflichtung erfüllt. Als Kriterien werden dafür der gegenwärtige Zahlungsanspruch, der Übergang des rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentums sowie die Abnahme durch den Kunden berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wird ein Umsatz zeitpunktbezogen realisiert, wenn das Produkt physisch in den Besitz gelangen könnte bzw. für den physischen Transfer bereit ist und für logistische Zwecke zur Verfügung gestellt wird, das Produkt als Eigentum des Kunden identifiziert wird und durch den Utimaco-Konzern auch keine anderweitige Möglichkeit besteht, das Produkt zu verwenden. Wirtschaftlich substanzielle Garantien oder Rücknahmevereinbarungen, die das Veräußerungsgeschäft überlagern, bestehen nicht. Die durch den Kunden oftmals durchzuführende Abnahme lässt sich auf Basis von sehr verlässlichen Einschätzungen und Tests hinsichtlich der Mängelfreiheit als so gut wie sicher annehmen.

Erlöse aus der Veräußerung und Lieferung von Hardware werden erfasst, sobald der Kunde Zugriff auf und somit Verfügungsgewalt über die Hardware hat. Die Hardware hat grundsätzlich einen alternativen Nutzen für den Kunden. Für die Hardware werden auf Grundlage von Erfahrungswerten Gewährleistungsrückstellungen gebildet. Die Höhe wird dabei nach der gesetzlichen Gewährleistungsfrist ermittelt, Garantien über die gesetzliche Gewährleistung hinaus sind grundsätzlich nicht vorhanden.

Erlöse aus den Gebühren für die Lizenzen an Softwareprodukten bzw. Softwarekomponenten werden zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfasst, je nachdem, ob eine Lizenz mit bestimmten kundenspezifischen Anpassungen an der Standardsoftware von der Utimaco-Gruppe oder eine vollständig kundenspezifische Software (mit individueller Entwicklung) geliefert wird.

Die Erteilung von Lizenzen für unsere Standardsoftware-Produkte, mit einzelnen kundenindividuellen Anpassungen, erfolgt in der Regel, indem die Utimaco-Gruppe Zugriff auf die Software durch einen Lizenzschlüssel gewährt. Mit Zugriff zur Software hat der Kunde die Möglichkeit der Nutzung ohne Beschränkungen und ohne zeitliche Restriktionen (Right of Access). Eine alternative Nutzungsmöglichkeit der Utimaco-Gruppe ist oftmals vorhanden, da die Lizenzen zwar angepasst werden, im Grundsatz aber keine wesentlichen individuellen Veränderungen stattfinden, so dass die Lizenz nicht an einen anderen Kunden übertragen werden könnte. Im Konzern werden in diesen Fällen, die den überwiegenden Teil der Gesamterlöse der Utimaco-Gruppe darstellen, Erlöse für diese Lizenzen zu dem Zeitpunkt, an dem der Kunde Zugriff hat und somit Verfügungsgewalt über die Software hat, realisiert. In Abgrenzung zur vollständig kundenspezifischer Software wird keine Leistungsverpflichtung über einen bestimmten Zeitraum erbracht, da dem Kunden der Nutzen erst zum Zeitpunkt des Zugriffs und nicht über einen Zeitraum zufließt. Es entsteht somit keine Verfügungsgewalt des Kunden über den Vermögenswert, diese erfolgt im Regelfall erst mit Übergabe des Lizenzschlüssels. Durch die Leistung der Utimaco-Gruppe wird kein Vermögenswert erstellt oder verbessert, über den der Kunde währenddessen Verfügungsgewalt erlangt. Sofern der Kunde den Auftrag vorzeitig beendet bzw. kündigt, fließt dem Kunden durch die bis dahin durchgeführten Leistungen kein Nutzen zu. Auch eine Fremdvergabe der noch ausstehenden Lieferungen bzw. Leistungen ist nicht möglich.

Bei der Entscheidung, dass die Lizenzangebote den Kunden ein Recht auf Nutzung (Right of Use) des geistigen Eigentums der Utimaco-Gruppe und nicht ein Recht auf Zugriff (Right of Access) des geistigen Eigentums einräumen, ist auch die Nützlichkeit der Software für den Kunden ohne nachfolgende Updates berücksichtigt worden. Dies betrifft sowohl den Geschäftsbereich IS als auch den Geschäftsbereich TS.

Für die Entwicklung von kundenspezifischer Software wird in der Regel eine Vereinbarung abgeschlossen, bei der für die Bedürfnisse des Kunden eine individuelle Software entwickelt wird, für die die Utimaco-Gruppe keinen alternativen Nutzen hat. Zudem gibt die Vereinbarung einen uneingeschränkten Rechtsanspruch auf Zahlung der bereits erbrachten Leistung. Diese Entwicklungsverträge, sofern sie abgeschlossen werden, betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich TS und werden als Umsatzerlöse über den Zeitraum der Softwareentwicklung erfasst. Ermessensausübungen sind erforderlich bei der Wahl einer geeigneten Methode für die Ermittlung des Leistungsfortschritts gegenüber der vollständigen Erfüllung dieser Leistungsverpflichtungen. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der Verhältnisse der bislang angefallenen direkten Kosten für die Entwicklung der Software zu den realistisch geschätzten Direktkosten, die erforderlich sind, um die Entwicklungen abzuschließen, ermittelt. Diese Methode für die Bestimmung des Leistungsfortschritts bildet die Übertragung der Entwicklungsleistungen auf den Kunden genau ab, da im Wesentlichen alle diese Kosten aus Kosten für internes Personal oder externe Unternehmen bestehen, die die Entwicklungsarbeit leisten. Bei der Schätzung der Gesamtkosten für die Entwicklung werden auch ähnliche, in der Vergangenheit durchgeführte Projekte berücksichtigt.

Erlöse aus Wartungs- und Supportleistungen werden in der Regel nach der abgelaufenen Zeit und somit ratierlich über die Laufzeit des Supportvertrags realisiert. Zu den Wartungs- und Supportleistungen zählen im Wesentlichen, auf Leistungsverpflichtungen Ressourcen bereitzuhalten, um bei Bedarf des Kunden technischen Produktsupport erbringen zu können und je nach Verfügbarkeit nicht spezifizierte Updates, Upgrades und Erweiterungen bereitzustellen. Den Kunden fließt der Nutzen aus diesen Supportleistungen zu und die Nutzung erfolgt zeitgleich mit Erbringung der Leistung.

Schulungs- und sonstige Serviceleistungen werden grundsätzlich über den Zeitraum der Leistungserbringung erfasst. Entsprechend werden bei diesen Services, bei denen die Dienstleistung (zum Beispiel der Zugriff auf Schulungsunterlagen) jederzeit zur Verfügung steht, die Umsatzerlöse nach der abgelaufenen Zeit und somit ratierlich über die Laufzeit der Leistungserbringung erfasst.

Reparaturen von Hardware werden zeitpunktbezogen nach durchgeführter Reparatur und Lieferung der reparierten Hardware an den Kunden realisiert, so dass dieser darauf wieder zugreifen kann.

Ermessensausübungen sind erforderlich bei der Bestimmung, ob Umsatzerlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum zu erfassen sind. Für Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt werden, muss der Leistungsfortschritt auf Grundlage einer Schätzung mit der Methode gemessen werden, die den Leistungsfortschritt am besten widerspiegelt.

Alle oben genannten Ermessensausübungen und Schätzungen können erhebliche Auswirkungen auf die zeitliche Verteilung und die Höhe der zu realisierenden Umsatzerlöse haben.

Vertragssalden

Im UMG-Konzern werden Forderungen für Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt werden, grundsätzlich nach und nach, wenn die Leistungsverpflichtung erfüllt wird, erfasst. Zeitgleich erfolgen in diesen zeitraumbezogenen Projekten zumeist Abschlagsrechnungen auf Grundlage des Leistungsfortschritts. Ob der Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung unbedingt und daher als Forderung auszuweisen ist, hängt auch davon ab, ob die Abschlagsrechnungen in gleicher Höhe des Leistungsfortschritts aus der zeitraumbezogenen Erlösrealisierung vorgenommen werden. Dies erfordert das Ausüben von Ermessen.

Vertragsverbindlichkeiten bestehen überwiegend aus fälligen Rechnungen oder erhaltenen Zahlungen vor der Umsatzrealisierung. Zum Stichtag werden hier Abgrenzungen von erhaltenen Zahlungen, insbesondere durch zeitraumbezogene Wartungsverträge, in Höhe von TEUR 33.126 (i. Vj. TEUR 22.789) ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung erfolgt diesbezüglich, wenn die Verfügungsgewalt der zugesagten Produkte oder Dienstleistungen auf die Kunden übergeht.

Hinsichtlich der Fälligkeiten werden je nach Region und Kunden Zahlungsziele von 30 bis 120 Tagen vertraglich vereinbart.

Kosten der Auftragserlangung und Vertragserfüllungskosten

Aus der Aktivierung von inkrementellen Kosten für die Erlangung eines Kundenvertrags, insbesondere durch Verkaufsprovisionen für Vertriebsmitarbeiter, entstehen grundsätzlich Vermögenswerte im Konzern. Gemäß IFRS 15 sind diese Verkaufsprovisionen für neue Verträge linear über die erwartete Dauer des Vertrags, einschließlich wahrscheinlicher Vertragsverlängerungen, abzuschreiben. Die Bestimmung der erwarteten Dauer des Vertrags erfordert das Ausüben von Ermessen. Innerhalb der Utimaco-Gruppe werden diese Kosten der Auftragserlangung zum Zeitpunkt ihres Anfalls unmittelbar als Aufwand erfasst, da der Abschreibungszeitraum kurzfristig ist und nicht mehr als ein Jahr beträgt. Der Ausweis erfolgt unmittelbar in den Vertriebs- und Marketingkosten.

Vertragserfüllungskosten sind innerhalb des UMG-Konzerns nur von untergeordneter Bedeutung. Entsprechend findet keine Aktivierung und Abschreibung über die Vertragslaufzeit statt.

Utimaco als Agent

Grundsätzlich ist der UMG-Konzern als Prinzipal mit seinen getätigten Umsätzen zu klassifizieren. In wenigen Fällen tritt der UMG-Konzern als Verkäufer von Data-Protection-Produkten an deutsche Behördenkunden auf. Um die Verfügbarkeit einiger speziell für deutsche Behördenkunden zertifizierter Produkte längerfristig zu gewährleisten, hat der UMG-Konzern Lizenzvereinbarungen geschlossen, die es Utimaco oder einem von ihr beauftragten Dritten erlaubt, diese Produkte für spezifische Kunden und Vertreter der deutschen Bundesregierung fortzuentwickeln.

Die entsprechenden Umsatzerlöse ergeben sich aus den Abrechnungen an Kunden abzüglich der entstanden Wareneingänge.

Realisierung von sonstigen Erträgen und Zinserträgen

Sonstige Erträge werden entsprechend ihrer Realisierung erfasst. Zinserträge werden effektivzinsgerecht erfasst.

Aufwandsrealisierung

Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwand erfasst. Zinsen werden effektivzinsgerecht als Aufwand erfasst.

Währungsumrechnung

Transaktionen in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet. Am jeweiligen Abschlussstichtag werden monetäre Posten zum Stichtagskurs umgerechnet, nicht monetäre Posten werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion umgerechnet. In der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfolgt die Umrechnung der Posten zum Durchschnittskurs. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Innerhalb der Utimaco-Gruppe sind im aktuellen Geschäftsjahr sowie in den Vorjahren überwiegend integrierte ausländische Einheiten vorhanden. Als selbstständige ausländische Einheit gelten die Utimaco Inc. sowie die Geobridge Corporation mit der funktionalen Währung USD und die MYHSM mit der funktionalen Währung GBP. Die integrierten ausländischen Tochterunternehmen haben, wie auch die UMG als Mutterunternehmen, den Euro als funktionale Währung. Transaktionen in USD oder anderen ausländischen Währungen werden aus funktionaler Sicht als Fremdwährungstransaktionen erfolgswirksam umgerechnet.

Im Geschäftsjahr wurden Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe TEUR 516 erfasst. Davon wurden TEUR 205 erfolgswirksam gebucht (i. Vj. TEUR 516, davon wurden TEUR 345 erfolgswirksam gebucht) und TEUR 308 (i. Vj. TEUR 171) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Dabei wurden die folgenden Kurse für die Währungsumrechnungen in Euro der wesentlichen ausländischen Währungen verwendet:

Stichtag 31.3.2022 Durchschnitt 2021/2022 Stichtag 31.3.2021 Durchschnitt 2020/2021
US-Dollar (USD) 1,11010 1,10190 1,1725 1,1671
Britische Pfund (GBP) 0,84595 0,83638 0,8521 0,8925
Mexikanische Pesos (MXN) 22,0903 22,6476 n/a n/a

Geschäfts- oder Firmenwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte ("Goodwill") aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung (Anschaffungskosten) über die identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich - bei Vorliegen von Anhaltspunkten auch unterjährig - entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf Betrachtungsebene der zahlungsmittelgenerierender Einheiten ("ZGEs") - auf Wertminderungen überprüft. Die Zuordnung von neu entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt jeweils zu den ZGEs, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss Nutzen ziehen. Die ZGEs entsprechen dabei grundsätzlich operativen Geschäftsbereichen, da Geschäfts- oder Firmenwerte nur auf dieser Ebene gesteuert werden.

Zur Ermittlung einer möglichen Wertminderung wird der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit ihrem Buchwert verglichen. Der erzielbare Betrag ergibt sich aus dem höheren Wert aus Nutzungswert ("value in use") und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten ("fair value less cost of disposal"). Eine Wertminderung liegt nur dann vor, wenn der erzielbare Betrag kleiner als der Buchwert ist. Eine spätere Zuschreibung infolge Wegfalls der Gründe für einen in vergangenen Geschäftsjahren erfassten Wertminderungsaufwand erfolgt nicht.

Zum 31. März 2022 werden im UMG-Konzern die folgenden Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen:

Geschäftsbereich 31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
LIMS (TS) 68.893 68.893 0
HSM (IS) 58.592 58.592 0
INC / Atalla HSM / Payment HSM 5.135 4.866 269
Geobridge Corporation 0 860 -860
MYHSM 227 225 2
Exceet 1.894 0 1.894
Realia 8.500 0 8.500
Total 143.241 133.436 9.805

Im laufenden Geschäftsjahr wurde der Geschäfts- oder Firmenwert der Geobridge Corporation um TEUR 860 erfolgsneutral abgewertet und als Abgang der historischen Anschaffungskosten im Konzernanlagespiegel dargestellt, da diese maßgeblich durch die ebenfalls im Geschäftsjahr erfolgsneutral verbuchte Earn-out Zahlung in Höhe von TUSD 3.001 resultiert.

Darüber hinaus wurde im laufenden Geschäftsjahr ein weiterer Abgang der historischen Anschaffungskosten der Geschäfts- oder Firmenwerte im Konzernanlagespiegel in Höhe von TEUR 1.918 im Rahmen der nachträglichen Anpassung der Kaufpreisallokation von Realia innerhalb des 12 Monatszeitraums erfasst.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte liegen in Form von Software, Kundenbeziehungen, Entwicklungsleistungen und Technologien, Auftragsbeständen, Lizenzen, Patenten und als Markenrechte vor. Sie weisen zum 31. März 2022 einen Buchwert von insgesamt TEUR 34.477 (i. Vj. TEUR 25.038) auf. Darin enthalten sind selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte, die mit den in der Entwicklung direkt zurechenbaren Kosten angesetzt werden. Diese umfassen insbesondere Personalkosten und herstellungsbezogene Gemeinkostenbestandteile. Es liegen keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer vor.

Die folgenden Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern werden von der Gesellschaft angewandt:

Immaterielle Vermögenswerte Abschreibungsmethode Nutzungsdauer
Software Lineare Abschreibung 3 - 5 Jahre
Kundenbeziehungen Lineare Abschreibung 10 Jahre
Entwicklungsleistungen und Technologien Lineare Abschreibung 5 - 7 Jahre
Markenrechte Lineare Abschreibung 6 Jahre
Sonstige entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte Lineare Abschreibung 3 - 5 Jahre
Auftragsbestand Lineare Abschreibung 2 Jahre

Die selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände enthalten zwei wesentliche Positionen, eine mit einem Restbuchwert von TEUR 6.710 und einer Restnutzungsdauer von 58 Monaten und eine mit einem Restbuchwert vom TEUR 3.259 mit einem Restbuchwert von 58 Monaten.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen (über eine Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren) und Wertminderungen, bewertet. Abgänge werden sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen ausgewiesen.

Wertminderungen von sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

Ein Werthaltigkeitstest wird bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer sowie bei Sachanlagen bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte durchgeführt. Eine Wertminderung wird dann ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert grundsätzlich einzeln ermittelt. Sofern dies nicht möglich ist, erfolgt die Ermittlung auf Basis einer Gruppe von Vermögenswerten, die weitgehend unabhängige Cashflows (ZGE) generieren. Die ZGE stellt die kleinste Gruppe von Vermögenswerten dar, die Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeugen, unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder andere zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst. Bei Entfall des Grundes für eine in den Vorjahren erfasste Wertminderung erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten.

Vorratsvermögen

Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert nach IAS 2.36 (a) angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen ausschließlich direkt zurechenbaren Kosten. Finanzierungskosten sind nicht Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Kosten der nicht genutzten Produktionskapazitäten (Leerkosten) werden unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Folgebewertung erfolgt anhand der Durchschnittsmethode.

Leasing

Bei den im Konzern vorliegenden Leasingverhältnissen wird eine Aufteilung in Laufzeiten von bis zu einem Jahr und Laufzeiten über ein Jahr vorgenommen. Der UMG-Konzern bilanziert geringwertige und kurzfristige Leasingverhältnisse nicht. Der Aufwand aus den Leasingraten wird für diese Leasingverhältnisse unmittelbar in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bei nicht geringwertigen Leasingverträgen mit einer Vertragslaufzeit von über einem Jahr wird die zu passivierende Leasingverbindlichkeit als Barwert der mit hoher Wahrscheinlichkeit an Leasingnehmer zu entrichtenden Zahlungen ermittelt. Für die Leasingverhältnisse wird grundsätzlich ein einheitlicher Grenzfremdkapitalzinssatz im Sinne eines Portfolios angewendet. Ihre Fortschreibung erfolgt nach der Effektivzinsmethode. Das im Gegenzug anzusetzende Nutzungsrecht an dem zugrunde liegenden Vermögenswert ist zu Beginn des Leasingverhältnisses mit seinen Anschaffungskosten anzusetzen. In ihre Ermittlung gehen neben den Leasingzahlungen etwaige anfängliche direkte Kosten des Leasingnehmers und Rückbaukosten ein. Das aktivierte Nutzungsrecht ist planmäßig abzuschreiben und bei entsprechenden Hinweisen auf eine Wertminderung zu prüfen.

Gegenstand der abgeschlossenen Leasingverträge sind insbesondere Immobilienmieten und PKWs.

Als Zinssatz wird der im Konzern anwendbare Grenzfremdkapitalzinssatz auf Grundlage der vorhandenen Finanzierungsstruktur beträgt im Durchschnitt 3,5 % (i. Vj. 3,5 %).

Weitere Angaben zu den Leasingverhältnissen werden unter Angabe 19, 29 und 39 aufgeführt.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, soweit am Abschlussstichtag mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten entstanden ist, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen, denen eine große Zahl gleichartiger Ereignisse zugrunde liegt, werden mit ihrem Erwartungswert bilanziert.

Erfolgsunsicherheiten sind mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig unter Kontrolle des Konzerns stehen. Eventualschulden sind zudem gegenwärtige Verpflichtungen, die einen wahrscheinlichen Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen nicht erwarten lassen oder deren Höhe nicht verlässlich geschätzt werden kann.

Ertragsteuern (tatsächliche und latente Steuern)

Der Ertragssteueraufwand stellt die Summe des laufenden (tatsächlichen) Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der tatsächliche Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Geschäftsjahr ermittelt. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den tatsächlichen Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden Steuersätze berechnet.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt entsprechend der "Liability Method". Dies bedeutet, vorbehaltlich eines ausdrücklichen Ansatzverbots sind für sämtliche temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der IFRS-Bilanz und deren steuerlichen Werten latente Steuern zu bilden. Das gilt unabhängig von dem Zeitpunkt, zu dem sich die temporären Differenzen abbauen. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze (und Steuervorschriften) bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei sind die am Abschlussstichtag gültigen Regelungen maßgeblich, sofern diese nicht bereits für die Zukunft geändert wurden.

Latente Steuern, die sich auf unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Auf steuerliche Verlustvorträge werden aktive latente Steuern gebildet, soweit deren Realisierbarkeit wahrscheinlich ist.

Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird; Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Aussicht auf steuerliches Einkommen verbessert, das zur Nutzung von Aufwendungen aus der Umkehr temporärer Differenzen oder von Verlusten genutzt werden kann.

Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag neu beurteilt und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung gestatten wird.

Erfolgsunsicherheiten (Eventualschulden und -forderungen)

Erfolgsunsicherheiten sind mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig unter Kontrolle des Konzerns stehen. Eventualschulden sind zudem gegenwärtige Verpflichtungen, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, bei denen der Abfluss von Ressourcen, die wirtschaftlichen Nutzen verkörpern, unwahrscheinlich ist oder bei denen der Umfang der Verpflichtung nicht verlässlich geschätzt werden kann. Eventualschulden werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wenn sie im Rahmen eines Unternehmenserwerbs übernommen wurden. Eventualforderungen werden nicht angesetzt. Sofern ein Abfluss von wirtschaftlichem Nutzen nicht unwahrscheinlich ist, werden im Konzernanhang Angaben zu Eventualschulden gemacht. Gleiches gilt für Eventualforderungen, sofern deren Zufluss wahrscheinlich ist.

Zahlungsmittel

Zu den Zahlungsmitteln gehören Barmittel und Sichteinlagen. Als Zahlungsmitteläquivalente gelten kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimme Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.

Im Konzern sind derzeit nur Zahlungsmittel und keine Zahlungsmitteläquivalente vorhanden. Entsprechend ergibt sich der Zahlungsmittelfonds lediglich aus Zahlungsmitteln in Form von Barmitteln und Sichteinlagen.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

In Abhängigkeit des vom Unternehmen gewählten Geschäftsmodells und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme werden finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme zu halten und deren Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten in Form von Tilgungs- und Zinszahlungen führen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme und im Verkauf des Vermögenswerts besteht und deren Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten in Form von Tilgungs- und Zinszahlungen führen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn sie weder zur Vereinnahmung von Zahlungsströmen noch zur Vereinnahmung von Zahlungsströmen und zum Verkauf gehalten werden.

Die finanziellen Vermögenswerte des UMG-Konzerns umfassen Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Vermögenswerte. Der UMG-Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des UMG-Konzerns umfassen Finanzschulden gegenüber Banken, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten. Der UMG-Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Verbindlichkeiten mit dem erstmaligen Ansatz fest.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sobald die vertragliche Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die Differenz zwischen dem Buchwert einer finanziellen Verbindlichkeit, die ausgebucht oder auf eine andere Partei übertragen wurde, und der gezahlten Gegenleistung, einschließlich übertragener nicht zahlungswirksamer Vermögenswerte oder übernommener Verbindlichkeiten, wird als sonstige Erträge bzw. Finanzierungsaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wertminderungen werden nach dem Modell des erwarteten Verlusts (Expected Loss Model) bewertet. Das Modell sieht grundsätzlich drei Stufen vor, für den Konzern sind lediglich Stufe 1 und Stufe 2 von Relevanz. Stufe 1 subsummiert alle finanziellen Vermögenswerte und bemisst den erwarteten Verlust innerhalb der nächsten 12 Monate. Stellt sich für einen finanziellen Vermögenswert eine signifikante Bonitätsverschlechterung ein, ist der finanzielle Vermögenswert in Stufe 2 umzugliedern. In Stufe 2 wird der erwartete Verlust für die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts ermittelt. Das Unternehmen berücksichtigt die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht das Unternehmen das Ausfallrisiko im Hinblick auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes. Dabei werden verfügbare angemessene und belastbare zukunftsorientierte Informationen berücksichtigt. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn keine begründete Erwartung mehr besteht, dass die andere Vertragspartei ihrer vertraglichen Verpflichtung nachkommen wird.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Bankverbindlichkeiten werden mit Forderungen gegen dieselbe Bank verrechnet, wenn die Forderungen den Verbindlichkeiten durch Abtretung als Sicherheit dienen und die Fälligkeiten der Forderungen und Verbindlichkeiten nahezu identisch sind.

Konsolidierungsgrundsätze

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Danach werden die Anschaffungskosten auf die erworbenen, einzeln identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden und Eventualschulden entsprechend ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt verteilt. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt, ein nach nochmaliger Überprüfung verbliebener passiver Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam vereinnahmt. Anschaffungsnebenkosten werden aufwandswirksam erfasst.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden konsolidiert. Zwischenergebnisse werden, soweit wesentlich, eliminiert.

Leistungen an Arbeitnehmer

Bilanzierung und Bewertung von Verpflichtungen für Pensionen erfolgen gemäß IAS 19. Zu unterscheiden sind dabei grundsätzlich beitrags- und leistungsorientierte Pensionspläne. Bei beitragsorientierten Plänen treffen den Arbeitgeber und damit den Konzern über die regelmäßige Entrichtung bestimmter Beiträge hinaus keinerlei Verpflichtungen. Im Gegensatz zu leistungsorientierten Pensionsplänen sind zur Bewertung von Verpflichtungen oder Aufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich. Entsprechend entstehen keine versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste. Der UMG-Konzern trägt bei den beitragsorientierten Zusagen keine versicherungsmathematischen Risiken bzw. diese Risiken werden durch den Versorgungsträger vollständig kompensiert. Es liegt eine reine Beitragszusage vor (defined contribution obligation). Die Beitragszusage wird dabei indirekt über Dritte organisiert, es besteht in voller Höhe ein Deckungsvermögen. Aufwendungen an staatliche Rentenversicherungsträger für beitragsorientierte Pläne zur Rentenversicherung werden im Konzernabschluss im Personalaufwand erfasst.

Die Nettoverpflichtung des Konzerns im Hinblick auf leistungsorientierte Pläne wird für jeden Plan separat berechnet, indem die künftigen Leistungen geschätzt werden, welche die Arbeitnehmer in der laufenden Periode und in früheren Perioden erdient haben. Dieser Betrag wird abgezinst, es ist kein Planvermögen vorhanden. Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen wird jährlich von einem anerkannten Versicherungsmathematiker nach der Methode der laufenden Einmalprämien durchgeführt. Resultiert aus der Berechnung ein potenzieller Vermögenswert für den Konzern, ist der erfasste Vermögenswert auf den Barwert eines wirtschaftlichen Nutzens in Form etwaiger künftiger Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen an den Plan begrenzt. Zur Berechnung des Barwertes eines wirtschaftlichen Nutzens werden etwaig geltende Mindestdotierungsverpflichtungen berücksichtigt.

Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst grundsätzlich die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze (ohne Zinsen). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode verwendet wurde. Dieser Abzinsungssatz wird auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu diesem Zeitpunkt angewendet. Dabei werden etwaige Änderungen berücksichtigt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode bei der Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eintreten. Nettozinsaufwendungen und andere Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Werden die Leistungen eines Plans verändert oder wird ein Plan gekürzt, wird die entstehende Veränderung der die nachzuverrechnende Dienstzeit betreffenden Leistung oder der Gewinn oder Verlust bei der Kürzung unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Konzern erfasst Gewinne und Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans zum Zeitpunkt der Abgeltung. Zum aktuellen Stand liegt für die leistungsorientierten Verpflichtungen kein Planvermögen vor.

7. Schätzungen (Annahmen) und Ermessensentscheidungen

Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses müssen von der Geschäftsführung Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die einen Einfluss auf die Posten des Konzernabschlusses und die Erläuterungen zum Konzernabschluss haben. Die tatsächlichen Entwicklungen können von den vorgenommenen Schätzungen und Annahmen abweichen. Nachfolgend werden wesentliche Schätzungen und Annahmen weiter erläutert.

Geschäfts- oder Firmenwert und sonstige immaterielle Vermögenswerte

In Bezug auf die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind Annahmen und Schätzungen insbesondere bei Werthaltigkeitsprüfungen erforderlich. Sie betreffen insbesondere die Schätzung der zukünftigen Cashflows, der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und die Ableitung der Diskontierungszinssätze.

Zum 31. März 2022 bestehen im UMG-Konzern Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 143.241 (i. Vj. TEUR 133.436). Sonstige immaterielle Vermögenswerte werden zum 31. März 2022 mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 34.477 (i. Vj. TEUR 25.038) ausgewiesen.

Verpflichtungen aus Unternehmenszusammenschlüssen

Im Rahmen des zum 31. März 2020 durchgeführten Unternehmenszusammenschlusses Geobridge wurden variable Kaufpreiszahlungen auf Grundlage eines Earn-outs vereinbart. Anhand festgelegter Parameter bemisst sich diese Kaufpreisverpflichtung an der Unternehmensplanung der Geobridge Corporation in den folgenden drei Geschäftsjahren. Die Auszahlungen erfolgen auch ratierlich über die drei Geschäftsjahre. Die variable Kaufpreiszahlung richtet sich nach dem Erreichen festgelegter Parameter in den 3 Jahren nach dem Unternehmensverkauf. Trotz einer detaillierten Einschätzung und Bewertung der variablen Verpflichtung sind hier in den Folgejahren Unsicherheiten und Risiken hinsichtlich der Höhe und der damit verbundenen Zahlungsabflüsse vorhanden. Zum Stichtag 31. März 2022 besteht eine derartige Verpflichtung in Höhe des Fair Value und beträgt TEUR 1.156 (i. Vj. TEUR 0) für das dritte Jahr der Earn-out Periode. Die wesentliche Kennzahl für das Erreichen des Earn-outs sind die Umsatzerlöse. Aufgrund des Erreichens der vereinbarten Umsatzschwelle kam es im Geschäftsjahr 2021/2022 zu einer Earn-out Zahlung für das zweite Jahr in Höhe von TUSD 3.001.

Zudem wurden im Rahmen des zum 31. Dezember 2020 durchgeführten Unternehmenszusammenschlusses MYHSM sowie des Erwerbs der Realia-Gruppe im Juni 2021 variable Kaufpreiszahlungen auf Grundlage eines Earn-outs vereinbart.

Anhand festgelegter Parameter bemisst sich diese Kaufpreisverpflichtung an der Unternehmensplanung der MYHSM Limited in den folgenden drei Geschäftsjahren sowie an einem definierten Umsatz der Realia-Gruppe für das Kalenderjahr 2021.

Trotz einer detaillierten Einschätzung und Bewertung der variablen Verpflichtung sind bei MYHSM in den Folgejahren Unsicherheiten und Risiken hinsichtlich der Höhe und der damit verbundenen Zahlungsabflüsse vorhanden. Zum Stichtag 31. März 2022 sowie zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zum 31. Dezember 2020 ergibt sich hieraus nach Einschätzung der Geschäftsführung keine Verpflichtung.

Die Realia-Gruppe hat die für das Geschäftsjahr definierten Umsatzziele erreicht, für die hieraus entstehenden Earn-out Verpflichtungen wurde zum 31. März 2022 eine Verbindlichkeit zum Fair Value in Höhe von TEUR 137 passiviert.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte

Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 5.428 (i. Vj. TEUR 4.666) aktiviert. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte betreffen verschiedene Projekte im Rahmen von Softwareentwicklungen und setzen sich aus internen- und externen Kosten zusammen. Für die Projekte werden entsprechend umfangreiche Projektpläne erstellt und laufend aktualisiert sowie kontrolliert. Im Rahmen dieser Projektpläne werden Annahmen über zukünftige Entwicklungen und die Umsetzung dieser Projekte getroffen, die trotz der umfangreichen Entwicklungserfahrung mit Unsicherheiten und Risiken verbunden sind.

Ertragsteuern

Für die Bildung von Steuerverbindlichkeiten müssen Annahmen getroffen werden über die zukünftige Höhe der Steuer und den Steuermessbetrag. Außerdem ist zu bestimmen, ob eine Wertberichtigung oder ein Nicht-Ansatz bei den aktiven latenten Steuern notwendig ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass aktive latente Steuern, die aus temporären Differenzen und Verlustvorträgen herrühren, die in Zukunft gegen zu versteuernde Gewinne verrechnet werden können, ist zu beurteilen. Es bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie der Höhe und des Zeitpunktes künftiger zu versteuernder Einkünfte. Zur Beurteilung der Frage, ob latente Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen nutzbar, d. h. werthaltig sind, wird auf die steuerliche Ergebnisplanung des UMG-Konzerns sowie konkret umsetzbare Steuerstrategien zurückgegriffen. Grundlage hierfür ist eine fünfjährige Mittelfristplanung.

Zum 31. März 2022 bestehen im UMG-Konzern aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.470 (i. Vj. TEUR 1.087). Zum 31. März 2022 bestehen passive latente Steuern in Höhe von TEUR 3.718 (i. Vj. TEUR 1.493). Insgesamt wurden aktive und passive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.919 (i. Vj. TEUR 1.738) saldiert.

Rückstellungen

Die Bestimmung von Rückstellungen ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen verbunden. Der Konzern bildet eine Rückstellung insbesondere für variable Vergütungen in Höhe von TEUR 3.561 (i. Vj. TEUR 3.270) sowie Gewährleistungen in Höhe von TEUR 97 (i. Vj. TEUR 86). Sonstige Rückstellungen werden für Einzelrisiken gebildet, deren Zahlungszeitpunkte oder Beträge unsicher sind. Für den Wertansatz für Rückstellungen sind Annahmen über zukünftige Entwicklungen notwendig, die mit Unsicherheiten und Risiken verbunden sind. So ist die Höhe nicht mit Sicherheit zu bewerten und unterliegt Schätzungen, die auf Erfahrungswerten beruhen.

Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Die Rückstellungen für Leistungen an ehemaligen Arbeitnehmern sind grundsätzlich durch leistungsorientierte Pläne gedeckt. Die Aufwendungen für Altersversorgung für die Arbeitnehmer werden in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Verfahren ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Rechnungszinses, der erwarteten Rententrends und der Lebenserwartung beruhen. Falls Änderungen der Annahmen in Bezug auf die genannten Parameter erforderlich sind, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf die künftige Höhe der Aufwendungen für Altersversorgung haben.

Zum 31. März 2022 bestehen im UMG-Konzern Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer in Höhe von insgesamt TEUR 1.017 (i. Vj. TEUR 1.041).

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Bestimmung des Transaktionspreises umfasst Ermessensentscheidungen, ob und in welchem Umfang dem Kunden nachträgliche Zugeständnisse oder Zahlungen gewährt werden und ob der Kunde die vertraglich vereinbarten Gebühren den Erwartungen nach zahlen wird. Die in diesem Zusammenhang notwendigen Ermessensentscheidungen haben Einfluss auf die Höhe der Umsatzerlöse bzw. die Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Derzeit sind die Forderungsverluste im Konzern von untergeordneter Bedeutung.

Zudem sind bei der Entwicklung von kundenspezifischer Software Ermessensentscheidungen notwendig, um den Leistungsfortschritt auf Basis der Verhältnisse der bislang angefallenen Kosten für die Entwicklung der Software zu den realistisch geschätzten Direktkosten zu berechnen. Sofern es hier zu abweichenden Kosten kommt, hätte dies auf das Gesamtergebnis einen unmittelbaren Einfluss. Im Konzern sind diese Aufträge im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr insgesamt noch von untergeordneter Bedeutung.

Da es erfahrungsgemäß nur zu geringen Zahlungsausfällen kommt und nachträgliche Preisänderungen sehr unüblich sind sowie alle Kunden einen Bonitätsscheck durchlaufen und Kunden mit geringer Bonität in Vorkasse treten müssen, ist insgesamt nur von einer untergeordneten Bedeutung der Ermessensentscheidungen zu rechnen. Als beste Schätzung für den erwarteten Fehler der Ermessensentscheidungen wird der Durchschnitt der letzen zwei Jahre der "Forderungen in Klärung" in Höhe von TEUR 135 (i. Vj. TEUR 135) erwartet.

8. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden betreffen im Wesentlichen die Geschäftsbereiche IS sowie TS. Der Geschäftsbereich IS betrifft die Utimaco IS GmbH, Utimaco Inc., Geobrigde sowie MYHSM. Zudem werden noch Umsatzerlöse mit dem kleineren Geschäftsbereich Data Protection erzielt.

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen teilen sich wie folgt auf:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Auslandsumsätze (Drittland) 59.128 45.431
Innergemeinschaftliche Umsätze (EU) 19.563 18.523
Inlandsumsätze 21.703 19.272
Summe 100.394 83.226

Die Umsatzerlöse über die Geschäftsbereiche lassen sich wie folgt darstellen:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Information Security 75.846 61.446
Licences 44.608 38.309
Maintenance 28.806 23.137
Übrige 2.432 0
Telecommunications Solutions 24.548 21.780
Licences 17.574 14.977
Maintenance 6.946 6.768
Übrige 28 35
Summe 100.394 83.226

Der Anstieg der Umsatzerlöse im Bereich IS resultiert dabei insbesondere aus der ganzjährigen Einbeziehung von exceet und Realsec in den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 sowie generellen organischen Wachstum.

Zum Stichtag werden unter den Vertragsverbindlichkeiten Abgrenzungen von erhaltenen Zahlungen, insbesondere durch zeitraumbezogene Wartungsverträge, in Höhe von TEUR 33.126 (i. Vj. TEUR 22.789) ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung erfolgt diesbezüglich, wenn die Verfügungsgewalt der zugesagten Produkte oder Dienstleistungen auf die Kunden übergeht.

Für Vertragsvermögenwerte werden zum Stichtag TEUR 3.622 (i. Vj. TEUR 3.451) angesetzt. Bei den Vertragsvermögenswerte handelt es sich um Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

9. Umsatzkosten

Die Zusammensetzung der Umsatzkosten für die verschiedenen Geschäftsbereiche stellt sich wie folgt dar:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Information Security -23.130 -18.318
Telecommunications Solutions -4.370 -4.356
Summe -27.500 -22.674

Der Materialaufwand auf Basis des Gesamtkostenverfahrens beträgt TEUR 17.641 (i. Vj. TEUR 17.336).

10. Sonstige Erträge

Innerhalb der sonstigen Erträge werden insbesondere Kostenerstattungen, Auflösungen von Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie Sachbezüge ausgewiesen.

11. Vertriebskosten

Die Vertriebskosten setzen sich wie folgt zusammen:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Personalkosten -20.549 -15.391
Abschreibungen -2.691 -1.743
Fremdleistungen, Rechts- und Beratungskosten -2.810 -1.412
Marketingkosten und Events -1.295 -501
Reisekosten -479 -51
Sonstige -1.488 -2.000
Summe -29.312 -21.098

12. Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Personalkosten -7.818 -7.205
Fremdleistungen, Rechts- und Beratungskosten -14.162 -4.720
Abschreibungen -5.857 -1.759
Mietnebenkosten -383 -478
Versicherungen und Beiträge -512 -424
Fahrzeug- und Reisekosten -315 -120
Sonstige -1.081 -1.007
Summe -30.128 -15.713

13. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bestehen aus den folgenden Positionen:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Personalkosten -12.297 -11.683
Fremdleistungen -3.549 -2.283
Abschreibungen -2.119 -534
Sonstige -1.298 -2.011
Summe -19.263 -16.511

14. Sonstige Aufwendungen

In den sonstigen Aufwendungen sind verschiedene Aufwendungen enthalten, die sich nicht verursachungsgerecht auf andere Posten verteilen lassen.

15. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis umfasst:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Finanzerträge 0 5
Finanzaufwendungen -6.066 -3.810
Summe -6.066 -3.805

Innerhalb der Finanzaufwendungen werden insbesondere Zinsaufwendungen aus der Unternehmensfinanzierung in Höhe von TEUR 2.532 (i. Vj. TEUR 3.045) ausgewiesen.

16. Steuern

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit Sitz in Aachen/Deutschland, unterliegen der deutschen Körperschaftssteuer (einschließlich des Solidaritätszuschlags) und der Gewerbesteuer. Der Konzernsteuersatz beträgt wie im Vorjahr 32,5 %. Bei der Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlagen kommt es regelmäßig zu Hinzurechnungen und Kürzungen bestimmter Aufwendungen und Erträge. Die Höhe der Ertragsteuern bemisst sich an dem so ermittelten zu versteuernden Einkommen bzw. am so ermittelten Gewerbeertrag. Latente Steuern wurden aufgrund von temporären Differenzen zwischen Steuerwert (tax basis) und dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz berechnet. Soweit eine Realisierung der künftigen rechnerischen Steuervorteile aus aktiven latenten Steuern nicht wahrscheinlich ist, werden diese wertberichtigt.

Bei den Konzerngesellschaften mit Sitz im Ausland werden die entsprechend anfallenden Ertragsteuern ermittelt. Die Gesellschaften unterliegen mit ihren Einkünften in den jeweiligen Ländern der Besteuerung. Auch hier kommt es regelmäßig zu Anpassungen der steuerlichen Bemessungsgrundlage. Latente Steuern wurden aufgrund von temporären Differenzen zwischen Steuerwert und dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz berechnet. Soweit eine Realisierung der künftigen rechnerischen Steuervorteile aus aktiven latenten Steuern nicht wahrscheinlich ist, werden diese wertberichtigt.

Die Unternehmen des Konzerns unterliegen weltweit den jeweiligen steuerlichen Rechtsvorschriften. Bei der Beurteilung der europaweiten Steueransprüche und Steuerschulden kann insbesondere die Interpretation steuerlicher Vorschriften mit Unsicherheiten behaftet sein. Eine unterschiedliche Sichtweise der jeweiligen Finanzbehörden bezüglich der richtigen Interpretation von steuerlichen Vorschriften kann nicht ausgeschlossen werden. Änderungen der Annahmen über die richtige Interpretation von steuerlichen Normen fließen in die Bilanzierung ungewisser Ertragsteueransprüche und -schulden ein. Bilanzierte unsichere Ertragsteuerpositionen werden mit dem wahrscheinlichsten Wert angesetzt.

Zwischen der Utimaco IS GmbH und der Utimaco GmbH sowie zwischen der Utimaco TS GmbH und der Utimaco GmbH wurden Gewinnabführungsverträge abgeschlossen. Zudem wurde ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der Utimaco GmbH und Utimaco Management GmbH abgeschlossen; auch hier liegt eine ertragsteuerliche Organschaft vor.

Die latenten Steuern und tatsächlichen Aufwendungen für Steuern vom Ertrag stellen sich für die Geschäftsjahre wie folgt dar:

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Tatsächlicher Steueraufwand -1.283 -2.194
Latenter Steuerertrag (i. Vj. latenter Steueraufwand) 1.423 603
Summe Ertragsteuern 140 -1.591

Bei der Berechnung latenter Steuern im Inland wurde ein Steuersatz in Höhe von 32,5 % angewandt. Dieser setzt sich zusammen aus dem Steuersatz für Körperschaftsteuern zuzüglich Solidaritätszuschlag und aus dem Steuersatz für die Gewerbesteuer.

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzposten und steuerliche Verlustvorträge zum 31. März 2022:

Aktive latente Steuern 31.3.2022
TEUR
Passive latente Steuern 31.3.2022
TEUR
Stand netto zum 31.3.2022
TEUR
Stand netto zum 31.3.2022
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Selbst erstellte Immaterielle Vermögenswerte 0 -1.937 -1.937 -1.937
Nutzungsrechte 0 -1.280 -1.280 -1.280
Immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben -497 -2.386 -2.883 -2.883
Sachanlagevermögen 0 0 0 0
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 -34 -34 -34
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 228 0 228 228
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -207 0 -207 -207
Eigenkapital
Währungsumrechnung 116 0 116 116
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 117 0 117 117
Leasingverbindlichkeiten 1.668 0 1.668 1.668
Finanzschulden 0 0 0 0
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 242 0 242 242
Sonstige Verbindlichkeiten 2 0 2 2
Verlustvorträge
Steuerliche Verlustvorträge 1.714 0 1.714 1.714
Steueransprüche (-schulden) 3.383 -5.636 -2.254 -2.254
Saldierung
Steueransprüche (-schulden) netto
davon langfristig 31.3.2022
TEUR
davon kurzfristig 31.3.2022
TEUR
Erfasst in der GuV 31.03.22
TEUR
Erfasst im neutralent Ergebnis 31.03.2022
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Selbst erstellte Immaterielle Vermögenswerte -1.937 0 -604
Nutzungsrechte -813 -467 375
Immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben -2.394 -489 1.261
Sachanlagevermögen 0 0 13
Sonstige langfristige Vermögenswerte -34 0 -4
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 228 0 -108
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 -207 -231
Eigenkapital
Währungsumrechnung 0 116 70 -101
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 117 0 -134 -19
Leasingverbindlichkeiten 1.376 292 -90
Finanzschulden 0 0 763
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 0 242 103
Sonstige Verbindlichkeiten 0 2 -51
Verlustvorträge
Steuerliche Verlustvorträge 1.111 603 190
Steueransprüche (-schulden) -2.345 92
Saldierung 1.919
Steueransprüche (-schulden) netto -2.254

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzposten und steuerliche Verlustvorträge zum 31. März 2021:

Aktive latente Steuern 31.3.2021
TEUR
Passive latente Steuern 31.3.2021
TEUR
Stand netto zum 31.3.2021
TEUR
Stand netto zum 31.3.2021
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Selbst erstellte Immaterielle Vermögenswerte 0 -1.333 -1.333 -1.333
Nutzungsrechte 0 -1.655 -1.655 -1.655
Immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben 170 -912 -742 -742
Sachanlagevermögen 0 -14 -14 -14
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 -29 -29 -29
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 336 0 336 336
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24 0 24 24
Eigenkapital
Währungsumrechnung 46 0 46 46
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 251 0 251 251
Leasingverbindlichkeiten 1.759 0 1.759 1.759
Finanzschulden 0 -763 -763 -763
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 187 -49 139 139
Sonstige Verbindlichkeiten 52 0 52 52
Verlustvorträge
Steuerliche Verlustvorträge 1.524 0 1.524 1.524
Steueransprüche (-schulden) 4.350 -4.755 -406 -406
Saldierung
Steueransprüche (-schulden) netto
davon langfristig 31.3.2021
TEUR
davon kurzfristig 31.3.2021
TEUR
Erfasst in der GuV
TEUR
Erfasst im neutralen Ergebnis
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Selbst erstellte Immaterielle Vermögenswerte -1.333 0 167
Nutzungsrechte -1.187 -467 -266
Immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben -930 188 179
Sachanlagevermögen -13 0 104
Sonstige langfristige Vermögenswerte -29 0 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 336 0 272
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 24 0
Eigenkapital
Währungsumrechnung 0 46 0 -94
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 251 0 -79 26
Leasingverbindlichkeiten 1.468 291 -549
Finanzschulden -633 -130 -130
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 0 139 280
Sonstige Verbindlichkeiten 0 52 52
Verlustvorträge
Steuerliche Verlustvorträge 924 600 2.603
Steueransprüche (-schulden) 1.147 741
Saldierung 1.738
Steueransprüche (-schulden) netto -406

Die Verbindlichkeiten der tatsächlichen Steuern in der Konzernbilanz lassen sich wie folgt darstellen:

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Ertragssteuerforderungen 1.603 0
Ertragssteuerverbindlichkeiten 1.295 1.247

Die Ertragssteuerfoderungen bestehen in voller Höhe aus Steuerüberzahlungen in Italien, Singapur, Deutschland und den USA

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betreffen Gewerbesteuerverpflichtungen in Höhe von TEUR 284 (i. Vj. TEUR 631) sowie Körperschaftsteuerverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.011 (i. Vj. TEUR 616).

Die folgende Tabelle zeigt die steuerliche Überleitungsrechnung von dem im Geschäftsjahr erwarteten Ertragsteueraufwand zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird der im Geschäftsjahr 2021/2022 anwendbare Ertragsteuersatz von 32,5 % (i. Vj. 32,5 %) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert.

Steuerüberleitung 2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Konzernergebnis vor Ertragsteuern -11.666 3.714
Konzernsteuersatz (%) 32,5 32,5
erwarteter Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) +3.792 -1.207
Steuersatzdifferenzen -855 224
Steuerlich nichtabzugsfähige Aufwendungen -611 -7
steuerfreie Erträge -31 0
Ausländische Quellensteuer -131 -111
Steueraufwendungen für frühere Perioden -140 -517
Periodenfremde latente Steuern (Auflösung DTA auf VV wegen Verlustrücktrag) -443 0
Steuereffekte aus nicht aktivierten DTA aus Verlustvorträgen -182 0
Steuereffekte aus Hinzurechnungen und Kürzungen für lokale Steuern -112 0
Permanente Differenzen 0 27
Sonstige Steuereffekte -1.147 0
Tatsächlicher Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) +140 -1.591
Effektive Steuerbelastung (%) -1,2 42,8

Die angesetzten latenten Steuern auf Verlustvorträge wurden für US-Gesellschaften angesetzt, da die Gesellschaften in den letzten Jahren steuerliche Gewinne erzielten und für die Zukunft weitere Gewinne erwartet werden.

Für MYHSM wurden keine latenten Steuern auf die zum Stichtag vorhandenen Verlustvorträge in Höhe von TEUR 957 angesetzt.

Die Steuersatzdifferenzen betreffen die Gesellschaften Utimaco Inc. (Steuersatz 28,0 %), Utimaco TS Srl. (Steuersatz 24,0 %) sowie die Utimaco TS UK Limited (Steuersatz 19,0 %).

Bei der Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen würde grundsätzlich ein Veräußerungsgewinn entstehen, der zu 95 % steuerlich unberücksichtigt bleibt.

17. Sonstige Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung des Anlagevermögens geben nachfolgender Anlagespiegel wieder:

Für die ausgewiesenen sonstigen immateriellen Vermögenswerte bestehen keine Eigentums- und Verfügungsbeschränkungen.

Die Amortisationen werden in der Gesamtergebnisrechnung funktional aufgeteilt und entsprechend ausgewiesen.

18. Geschäfts- oder Firmenwerte

Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwert resultieren aus verschiedenen Unternehmenszusammenschlüssen. Zum Stichtag hat der UMG-Konzern die nachfolgenden Geschäfts- oder Firmenwerte aktiviert.

Geschäfts- oder Firmenwert 31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
LIMS (TS) 68.893 68.893 0
HSM (IS) 58.592 58.592 4
Atalla HSM / Payment HSM 5.131 4.866 269
Geobridge Corporation 0 860 -860
MYHSM 227 225 2
Exceet 1.894 0 1.894
Realia 8.500 0 8.500
UTI GmbH 4 0 4
Total 143.241 133.436 9.805

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den ZGEs des Konzerns (Geschäftsbereichen) ein Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

ZGE 31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
LIMS (TS) 68.893 68.893 0
HSM (IS) / UTI GmbH 58.596 58.592 4
INC / Atalla HSM / Payment HSM 5.135 4.866 269
Geobridge Corporation 0 860 -860
MYHSM 227 225 2
Realia / Exceet (Realsec) 10.394 0 10.394
Total 143.241 133.436 9.805

Geschäfts- oder Firmenwert LIMS (TS)

Der erzielbare Betrag des Geschäftsbereichs (= ZGE) basiert auf ihrem Nutzungswert, der durch Diskontierung der aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE geplanten künftigen Cashflows ermittelt wurde. Der Buchwert der ZGE fiel niedriger aus als ihr ermittelter erzielbare Betrag von TEUR 182.446 sodass im Geschäftsjahr kein Wertminderungsaufwand erfasst wurde.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

wesentlichen Annahmen 2021/2022
%
Abzinsungssatz 5,9
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt der kommenden fünf Jahre) 8,7

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 71,7 % und einem Marktzinssatz von 8,2 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der gesetzlichen Vertreter der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt und wie folgt bereinigt:

Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation stiegen werden.

Wesentliche Einmalkosten wurden in das geplante EBITDA einbezogen und spiegeln verschiedene mögliche regulatorische Entwicklungen in einer Reihe europäischer Länder wider, in denen die ZGE tätig ist. Es wird angekommen, dass andere Umweltkosten sich mit der Inflation in späteren Jahren erhöhen.

Geschäfts- oder Firmenwert HSM (IS) / UTI GmbH

Der erzielbare Betrag des Geschäftsbereichs (= zugeordnete ZGE) basiert auf ihrem Nutzungswert, der durch Diskontierung der aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE geplanten künftigen Cashflows ermittelt wurde. Der Buchwert der ZGE fiel niedriger aus als ihr ermittelter erzielbare Betrag von TEUR 193.489 sodass im Geschäftsjahr kein Wertminderungsaufwand erfasst wurde.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

wesentlichen Annahmen 2021/2022
%
Abzinsungssatz 7,0
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt der kommenden fünf Jahre) 15,4

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 47,6 % und einem Marktzinssatz von 8,2 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der gesetzlichen Vertreter der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt und wie folgt bereinigt:

Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation stiegen werden.

Wesentliche Einmalkosten wurden in das geplante EBITDA einbezogen und spiegeln verschiedene mögliche regulatorische Entwicklungen in einer Reihe europäischer Länder wider, in denen die ZGE tätig ist. Es wird angekommen, dass andere Umweltkosten sich mit der Inflation in späteren Jahren erhöhen.

Geschäfts- oder Firmenwert Atalla HSM / Payment HSM

Der erzielbare Betrag des Geschäftsbereichs (= zugeordnete ZGE) basiert auf ihrem Nutzungswert, der durch Diskontierung der aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE geplanten künftigen Cashflows ermittelt wurde. Der Buchwert der ZGE fiel niedriger aus als ihr ermittelter erzielbare Betrag von TEUR 96.165 sodass im Geschäftsjahr kein Wertminderungsaufwand erfasst wurde. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Geschäfts- oder Firmenwert Atalla HSM durch Währungsumrechnungseffekte um TEUR 265 erhöht.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

wesentlichen Annahmen 2021/2022
%
Abzinsungssatz 9,0
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt der kommenden fünf Jahre) 12,7

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 47,6 % und einem Marktzinssatz von 10,1 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der gesetzlichen Vertreter der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt und wie folgt bereinigt:

Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation stiegen werden.

Wesentliche Einmalkosten wurden in das geplante EBITDA einbezogen und spiegeln verschiedene mögliche regulatorische Entwicklungen in einer Reihe europäischer Länder wider, in denen die ZGE tätig ist. Es wird angekommen, dass andere Umweltkosten sich mit der Inflation in späteren Jahren erhöhen.

Geschäfts- oder Firmenwert Geobridge

Der erzielbare Betrag des Geschäftsbereichs (= zugeordnete ZGE) basiert auf ihrem Nutzungswert , der durch Diskontierung der aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE geplanten künftigen Cashflows ermittelt wurde. Der Buchwert der ZGE fiel höher aus als ihr ermittelter erzielbare Betrag von TEUR -1.352 sodass im Geschäftsjahr 2021/2022 ein Wertminderungsaufwand von TEUR 860 erfasst wurde. Die Betrachtung des Fair Value abzüglich der Kosten der Veräußerung führt grundsätzlich zu einem gleichen Ergebnis.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

wesentlichen Annahmen 2021/2022
%
Abzinsungssatz 9,0
Nachhaltige Wachstumsrate 0,0

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 47,6 % und einem Marktzinssatz von 10,1 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der gesetzlichen Vertreter der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt und wie folgt bereinigt:

Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation stiegen werden.

Wesentliche Einmalkosten wurden in das geplante EBITDA einbezogen und spiegeln verschiedene mögliche regulatorische Entwicklungen in einer Reihe europäischer Länder wider, in denen die ZGE tätig ist. Es wird angekommen, dass andere Umweltkosten sich mit der Inflation in späteren Jahren erhöhen.

Geschäfts- oder Firmenwert MYHSM

Der erzielbare Betrag des Geschäftsbereichs (= zugeordnete ZGE) basiert auf ihrem Nutzungswert, der durch Diskontierung der aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE geplanten künftigen Cashflows ermittelt wurde. Der Buchwert der ZGE fiel niedriger aus als ihr ermittelter erzielbare Betrag von TEUR 168 sodass im Geschäftsjahr kein Wertminderungsaufwand erfasst wurde. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Geschäfts- oder Firmenwert MYHSM durch Währungsumrechnungseffekte um TEUR 2 erhöht.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

wesentlichen Annahmen 2021/2022
%
Abzinsungssatz 12,5
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt der kommenden fünf Jahre) 2,0

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 47,6 % und einem Marktzinssatz von 10,4 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der gesetzlichen Vertreter der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt und wie folgt bereinigt:

Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation stiegen werden.

Wesentliche Einmalkosten wurden in das geplante EBITDA einbezogen und spiegeln verschiedene mögliche regulatorische Entwicklungen in einer Reihe europäischer Länder wider, in denen die ZGE tätig ist. Es wird angekommen, dass andere Umweltkosten sich mit der Inflation in späteren Jahren erhöhen.

Geschäfts- oder Firmenwert Realia / Exceet (Realsec)

Der erzielbare Betrag des Geschäftsbereichs (= zugeordnete ZGE) basiert auf ihrem Nutzungswert, der durch Diskontierung der aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE geplanten künftigen Cashflows ermittelt wurde. Der Buchwert der ZGE in Höhe von TEUR 16.331 fiel niedriger aus als ihr ermittelter erzielbare Betrag von TEUR 26.335 sodass im Geschäftsjahr kein Wertminderungsaufwand erfasst wurde.

Im laufenden Geschäftsjahr wurde jedoch ein Abgang der historischen Anschaffungskosten der Geschäfts- oder Firmenwerte im Konzernanlagespiegel in Höhe von TEUR 1.918 betreffend Realsec im Rahmen der nachträglichen Anpassung der Kaufpreisallokation innerhalb des 12 Monatszeitraums erfasst.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Wert stellen die Beurteilung der gesetzlichen Vertreter der zukünftigen Entwicklungen in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen.

wesentlichen Annahmen 2021/2022
%
Abzinsungssatz 10,5
Nachhaltige Wachstumsrate 1,0
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt der kommenden fünf Jahre) 10,7

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten bei einem möglichen Verschuldungsgrad von 47,6 % und einem Marktzinssatz von 8,2 % geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der gesetzlichen Vertreter der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt und wie folgt bereinigt:

Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatzvolumens und Preisanstiegs in den nächsten fünf Jahren prognostiziert. Es wurde angenommen, dass die Verkaufspreise in den nächsten fünf Jahren entsprechend der vorhergesagten Inflation stiegen werden.

Wesentliche Einmalkosten wurden in das geplante EBITDA einbezogen und spiegeln verschiedene mögliche regulatorische Entwicklungen in einer Reihe europäischer Länder wider, in denen die ZGE tätig ist. Es wird angekommen, dass andere Umweltkosten sich mit der Inflation in späteren Jahren erhöhen.

Der geschätzte erzielbare Betrag der ZGE übersteigt deren Buchwert um 490 TEUR. Die gesetzlichen Vertreter haben festgestellt, dass eine für möglichen gehaltene Änderung von drei wesentlichen Annahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Die nachstehen Tabelle zeigt deren Betrag, um den sich diese beiden Annahmen jeweils ändern müssten, damit der geschätzte erzielbare Betrag gleich dem Buchwert ist.

Erforderliche Änderung, damit der erzielbare Betrag dem Buchwert entspricht 2021/2022 %-Punkte
Abzinsungssatz +0,7
Nachhaltige Wachstumsrate -0,9
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt der kommenden fünf Jahre) -1,7

19. Nutzungsrechte

Im Rahmen der Anwendung des IFRS 16 werden bestimmte Leasingverhältnisse gemäß den einschlägigen Regelungen der Bilanzierung als Nutzungsrechte erfasst und über die Laufzeit des Leasingverhältnisses planmäßig abgeschrieben.

Die Entwicklung der Nutzungsrechte lässt sich wie folgt darstellen:

Geschäfts- Bauten
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Software und Lizenzen
TEUR
Gesamt
TEUR
Anschaffungskosten
Stand 1. April 2021 9.643 665 0 10.309
Zugänge 1.065 180 0 1.245
Stand am 31. März 2022 10.709 845 0 11.554
Abschreibungen
Stand 1. April 2021 4.626 317 0 4.943
Zugänge 1.340 227 0 1.567
Stand am 31. März 2022 5.966 546 0 6.512
Nettobuchwert am 1. April 2021 5.018 348 0 5.366
Nettobuchwert am 31. März 2022 4.743 299 0 5.042

Für die ausgewiesenen Nutzungsrechte bestehen keine Verfügungsbeschränkungen. Der Konzern hat nicht das rechtliche Eigentum an diesen Vermögenswerten.

Die Entwicklung der Nutzungsrechte im Vorjahr lässt sich wie folgt darstellen:

Geschäftsbauten
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Software und Lizenzen
TEUR
Gesamt
TEUR
Anschaffungskosten
Stand 1. April 2020 9.420 592 0 10.012
Zugänge 223 246 0 469
Abgänge 0 173 0 173
Stand am 31. März 2021 9.643 665 0 10.309
Abschreibungen
Stand 1. April 2020 3.476 270 0 3.746
Zugänge 1.150 219 0 1.369
Abgänge 0 173 0 173
Stand am 31. März 2021 4.626 317 0 4.943
Nettobuchwert am 1. April 2020 5.944 322 0 6.267
Nettobuchwert am 31. März 2021 5.018 348 0 5.366

Für die ausgewiesenen Nutzungsrechte bestehen keine Verfügungsbeschränkungen. Der Konzern hat nicht das rechtliche Eigentum an diesen Vermögenswerten.

Es bestehen variable Leasingzahlungen in Form von Nebenkosten bei den gemieteten Büroimmobilien. Die Mietnebenkosten belaufen sich auf TEUR 518 (i. Vj. TEUR 491).

Bei den gemieteten Büroimmobilien bestehen grundsätzlich Verlängerungsoptionen. Der Konzern ermittelt die Nutzungsrechte und die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten auf Grundlage der unkündbaren Grundmietzeit ohne Verlängerung. Wesentliche Kündigungsrechte über die gesetzlich bestimmten außerordentlichen Kündigungsrechte hinaus bestehen nicht.

20. Sachanlagen

Im laufenden Geschäftsjahr wurde die Darstellung des Anlagenspiegels (diesbezüglich wird auf Abschnitt 17 verwiesen) angepasst, um eine bessere Übersichtlichkeit zu erreichen.

Für die ausgewiesenen Sachanlagen bestehen keine Eigentums- und Verfügungsbeschränkungen.

Die Abschreibungen werden in der Gesamtergebnisrechnung funktional aufgeteilt und entsprechend ausgewiesen.

21. Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 104 (i. Vj. TEUR 104) betreffen im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 104 Beteiligungen an der isits AG, Bochum, mit einem Kapitalanteil von 14,91 %. Die Anteile an dieser Gesellschaft haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und auf den Konzern-Cashflow.

22. Vorräte

Die Vorräte in Höhe von TEUR 8.610 (i. Vj. TEUR 7.182) betreffen unfertige Leistungen TEUR 134 (i. Vj. TEUR 47) sowie fertige Erzeugnisse und Waren TEUR 8.476 (i. Vj. TEUR 7.135). Der wesentliche Vorratsbestand resultiert dabei aus dem Geschäftsbereich IS. Im laufenden Geschäftsjahr wurden Vorräte mit einem Betrag von TEUR 17.776 (i. Vj. TEUR 17.336) als Aufwand innerhalb der Umsatzkosten erfasst. Die Zusammensetzung der Vorräte kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Unfertige Leistungen 134 47
Fertige Erzeugnisse 7.538 6.709
Waren 938 426
Summe 8.610 7.182

23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Forderungen Lieferungen und Leistungen Inland 4.106 4.117
Forderungen Lieferungen und Leistungen (EU) 5.948 5.295
Forderungen Lieferungen und Leistungen Ausland 10.074 14.409
Summe 20.128 23.821

Der Forderungsrückgang ergibt sich aus dem verbesserten Forderungsmanagement. Der Konzern hat Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 127 (i. Vj. TEUR 267) gebildet.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

weder wertgemindert noch überfällig davon überfällig und nicht wertgemindert
Buchwert 31.3.2022
TEUR
zum 31.3.2022
TEUR
<30 Tage zum 31.3.2022
TEUR
31-60 Tage zum 31.3.2022
TEUR
61-90 Tage zum 31.3.2022
TEUR
91-120 Tage zum 31.3.2022
TEUR
>121 Tage zum 31.3.2022
TEUR
20.128 15.841 2.659 869 403 92 264
weder wertgemindert noch überfällig davon überfällig und nicht wertgemindert
Buchwert 31.3.2021
TEUR
zum 31.3.2021
TEUR
<30 Tage zum 31.3.2021
TEUR
31-60 Tage zum 31.3.2021
TEUR
61-90 Tage zum 31.3.2021
TEUR
91-120 Tage zum 31.3.2021
TEUR
>121 Tage zum 31.3.2021
TEUR
23.821 20.366 1.242 508 660 409 636

Die Forderungen bestehen im Wesentlichen gegen langjährige Kunden. In den letzten Jahren gab es keine Forderungsausfälle.

Zum 31. März 2022 sind wie im Vorjahr keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheit verpfändet.

24. Sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Geleistete Anzahlungen 500 721
Kautionen 335 220
Steuerforderungen 190 0
Übrige 838 483
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.863 1.424
Forderungen aus Quellensteuer 1.362 868
Übrige 27 0
Summe sonstige Vermögenswerte 1.389 868
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte 3.252 2,292

25. Zahlungsmittel

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Bankguthaben 14.189 13.279
Kassenbestand 1 2
Zahlungsmittel 14.190 13.281

Die Zahlungsmittel setzen sich hauptsächlich aus Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Es liegen keine Verfügungsbeschränkungen vor.

26. Eigenkapital

Das Stammkapital in Höhe von EUR 30.642 ist den Gesellschaftern der Utimaco Management GmbH, Aachen, zuzurechnen und voll eingezahlt. Der rechnerische Wert je GmbH-Anteil beträgt EUR 1,00.

Im Zusammenhang mit der Finanzierung des Erwerbs sämtlicher Anteile an der Utimaco GmbH, Aachen, im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse der Geschäftsbereiche IS und TS im Januar 2017 wurde in die Kapitalrücklage jeweils der Betrag eingestellt, der bei der Ausgabe der Geschäftsanteile über deren rechnerischen Wert hinaus als Agio vereinnahmt wurde. Im laufenden Geschäftsjahr wurde hier der Zeitwert des EPP (Employee Participation Program) erfasst. In diesem Zusammenhang wird auf die Erläuterungen im Abschnitt 44 verwiesen.

Die Kapitalrücklage beträgt EUR 95.063 (i. Vj. EUR 92.515) und beinhaltet insbesondere Gesellschaftereinlagen sowie das EPP. Die Erhöhung resultiert aus dem Anstieg des EPP.

In den sonstigen Rücklagen wird das kumulierte sonstige Ergebnis aus der Währungsumrechnung der in Fremdwährung valutierenden Auslandsgesellschaften sowie aus der Neubewertung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmern ausgewiesen.

Hinsichtlich weiterer Angaben zum Eigenkapital wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.

27. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Im Konzernabschluss des UMG-Konzerns werden beitragsorientierte sowie leistungsorientierte Versorgungspläne ausgewiesen.

Der UMG-Konzern trägt bei den beitragsorientierten Zusagen keine versicherungsmathematischen Risiken bzw. diese Risiken werden durch den Versorgungsträger vollständig kompensiert. Es liegt eine reine Beitragszusage vor (defined contribution obligation). Die Beitragszusage wird indirekt über Dritte organisiert. Zum Stichtag entsteht aus diesen beitragsorientieren Zusagen wie im Vorjahr kein wesentlicher Ergebnis- oder Zahlungseffekt.

Für die leistungsorientierten Versorgungspläne (defined benefit obligation) wird eine entsprechende Verpflichtung als Nettoschuld ausgewiesen:

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Altzusagen) 1.108 1.133
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 1.108 1.133
Kurzfristig 91 91
Langfristig 1.017 1.041

Der UMG-Konzern zahlt Beiträge in leistungsorientierte Pläne in Deutschland für Leistungen nach Beendigung von ursprünglichen Arbeitsverhältnissen. Der im UMG-Konzern bestehende leistungsorientierte Plan "Altzusagen" hat keine aktiven Mitarbeiter als Teilnehmer, die Planteilnehmer bestehen aus einem unverfallbar Ausgeschiedenen (i. Vj. einem unverfallbar Ausgeschiedenen) mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren (i. Vj. 59,0 Jahren) und 5 Rentnern (i. Vj. fünf Rentnern) mit einem Durchschnittsalter von 79,2 Jahren (i. Vj. 78,2 Jahren). Die Nettoverpflichtung aus den leistungsorientierten Plänen teilt sich zum Stichtag 31. März 2022 in Höhe von TEUR 52 (i. Vj. TEUR 62) auf die unverfallbar Ausgeschiedenen und in Höhe von TEUR 936 (i. Vj. TEUR 1.071) auf die Rentner auf.

Diese leistungsorientierten Pläne belasten den Konzern mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko und Markt-(Anlage-)Risiko. Zudem wird der UMG-Konzern durch die leistungsorientierten Verpflichtungen durch Zahlungsabflüsse finanziell in den kommenden Jahren belastet. Der kurzfristige Anteil der Verpflichtung beläuft sich zum 31. März 2022 auf TEUR 91, zumindest in dieser Höhe ist innerhalb von einem Jahr mit einem Zahlungsabfluss zu rechnen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand für die Verpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und deren Bestandteilen:

31.3.2022
TEUR
31.3.2021
TEUR
Bilanzansatz Nettoverpflichtung zum Anfang des Geschäftsjahres 1.133 1.137
Nettozinsaufwand auf die bilanzierte Nettoverpflichtung 8 4
Laufender Dienstzeitaufwand 0 0
Im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasste Anpassungseffekte -60 81
Vom Arbeitgeber direkt bezahlte Versorgungsleistungen -93 -89
Weitere Pensionsverpflichtungen 120 0
Bilanzansatz Nettoverpflichtung zum Ende des Geschäftsjahres 1.108 1.133

Die Anpassungseffekte im sonstigen Ergebnis (OCI) führen dabei zu den folgenden versicherungsmathematischen Verlusten (i. Vj. Gewinne):

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Erfasst im sonstigen Ergebnis (OCI) 60 -81
davon erfahrungsbedingte Anpassungen -18 -117
davon Änderung finanzieller Annahmen 78 36
davon Änderung der demographischen Annahmen 0 0

Die Analyse der erwarteten Leistungsverpflichtungen ergibt das folgenden Fälligkeitsprofil:

Fälligkeitsprofil der Verpflichtung TEUR
Erwartete Leistungszahlungen 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 91
Erwartete Leistungszahlungen 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 88
Erwartete Leistungszahlungen 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 85
Erwartete Leistungszahlungen 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 81
Erwartete Leistungszahlungen 1. April 2026 bis zum 31. März 2030 78
Erwartete Leistungszahlungen 1. April 2027 bis zum 31. März 2031 318

Versicherungsmathematische Annahmen

Im Folgenden sind die wichtigsten, zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen aufgeführt:

In Prozent 31.3.2022 31.3.2021
Rechnungszins 0,74 % 0,40 %
Inflationsrate 2,00 % 2,00 %
Einkommenstrend 0,00 % 0,00 %
Rententrend 2,00 % 2,00 %

Der Inventurstichtag für die Planteilnehmer war am 26. Januar 2022 (i. Vj. 11. Februar 2021).

Die Annahmen über die künftige Lebenserwartung beruhen wie im Vorjahr auf veröffentlichten Statistiken und Sterbetafeln von Heubeck 2018 G. Die folgenden derzeitigen Lebenserwartungen liegen den Werten der leistungsorientierten Verpflichtung zum Abschlussstichtag zugrunde.

Zum 31. März 2022 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung (Macaulay Duration) bei 8,45 Jahren (i. Vj. 9,25 Jahren).

Sensitivitätsanalyse

Bei Konstanthaltung der anderen Annahmen hätten die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung mit den nachstehenden Beträgen beeinflusst. Gehaltssteigerungen sind nicht mehr möglich. Obwohl die Analyse die vollständige Verteilung der nach dem Plan erwarteten Cashflows nicht berücksichtigt, liefert sie einen Näherungswert für die Sensitivität der dargestellten Annahmen:

Effekt
in TEUR
31.3.2022 31.3.2021
Erhöhung Minderung Erhöhung Minderung
Rechnungszins (0,25 % Veränderung) -20 21 -25 27
Rententrend (0,25 % Veränderung) 20 -20 26 -25
Sterblichkeit (Lebenserwartung um 1 Jahr) 109 -110 126 -125

28. Finanzschulden

Die Finanzschulden beinhalten insbesondere langfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten im Rahmen einer konzernweiten Unternehmensfinanzierung in Höhe von TEUR 63.020 (i. Vj. TEUR 60.422). Der kurzfristige Anteil beläuft sich inklusive Zinsabgrenzungen auf TEUR 11.659 (i. Vj. TEUR 11.041).

Die Finanzschulden sind mit folgenden Sicherheiten belegt:

Verpfändung der Anteile an der Utimaco IS GmbH, der Utimaco TS GmbH und Utimaco Inc.

Verpfändung sämtlicher Bankkonten, wobei die Gesellschaft bis auf Widerruf des Kreditgebers zur Verfügung über die Bankkonten im laufenden Geschäftsbetrieb berechtigt ist

29. Leasingverbindlichkeiten

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten langfristige Verpflichtungen aus dem Leasing von Gebäuden, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Firmenfahrzeugen und Lizenzen in Höhe von TEUR 5.299 (i. Vj. TEUR 5.687). Der kurzfristige Anteil beläuft sich auf TEUR 1.869 (i. Vj. TEUR 987).

Bei nicht geringwertigen Leasingverträgen mit einer Vertragslaufzeit von über einem Jahr wird die zu passivierende Leasingverbindlichkeit als Barwert der mit hoher Wahrscheinlichkeit an Leasingnehmer zu entrichtenden Zahlungen ermittelt. Ihre Fortschreibung erfolgt nach der Effektivzinsmethode. Das im Gegenzug anzusetzende Nutzungsrecht an dem zugrunde liegenden Vermögenswert ist zu Beginn des Leasingverhältnisses mit seinen Anschaffungskosten anzusetzen. In ihre Ermittlung gehen neben den Leasingzahlungen etwaige anfängliche direkte Kosten des Leasingnehmers und Rückbaukosten ein. Das aktivierte Nutzungsrecht ist planmäßig abzuschreiben und bei entsprechenden Hinweisen auf eine Wertminderung zu prüfen.

Die Entwicklung der Leasingverbindlichkeiten lässt sich anhand der folgenden Tabellen für das aktuelle Geschäftsjahr sowie das Vorjahr darstellen:

Geschäftsbauten
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
Leasingverbindlichkeiten
Stand 1. April 2021 5.348 338 5.686
Tilgungen -1.529 -240 -1.769
Zinsaufwand 204 23 227
Zugänge aus Unternehmenserwerben 240 -72 168
Zugänge (+) / Abgänge (-) 796 191 987
Stand am 31. März 2022 5.059 240 5.299
Gezahlte Leasingraten 1.733 263 1.996
Geschäftsbauten
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
Leasingverbindlichkeiten
Stand 1. April 2020 6.355 307 6.662
Tilgungen -1.230 -217 -1.446
Zinsaufwand 243 14 257
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0
Zugänge (+) / Abgänge (-) -20 234 215
Stand am 31. März 2021 5.348 338 5.687
Gezahlte Leasingraten 1.473 231 1.703

Als Zinssatz wird der jeweils anwendbare Grenzfremdkapitalzinssatz auf Grundlage der vorhandenen Finanzierungsstruktur herangezogen. Dieser beträgt im Durchschnitt 3,5 % (i. Vj. 3,5 %).

Die Leasingzahlungen im Geschäftsjahr beliefen sich auf TEUR 1.996.

30. Rückstellungen

Die kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Buchwert 31.3.2021
TEUR
Währungskursdifferenzen
TEUR
Verbrauch
TEUR
Auflösung
TEUR
Zuführung
TEUR
Buchwert 31.3.2022
TEUR
Variable Vergütungen 2.804 -2.273 -531 4.728 4.728
Gewährleistungen 86 0 0 11 97
Sonstige 88 0 0 13 101
Summe Rückstellungen 2.978 -2.273 -531 4.752 4.926

Die variablen Vergütungen enthaltenen Bonuszahlungen an Organe und Mitarbeiter. Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für geschätzte Gewährleistungskosten auf Basis von innerhalb der Gewährleistung durchgeführten Lieferungen und Leistungen und Erfahrungswerten gebildet. Die Rückstellungen entfallen mit TEUR 4.926 auf kurzfristige Rückstellungen.

31. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von TEUR 14.669 (i. Vj. TEUR 4.339) von der Utimaco Verwaltungs GmbH als Gesellschafterin der Utimaco Management GmbH.

32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig und betragen zum Stichtag TEUR 10.358 (i. Vj. TEUR 8.428).

33. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig und betreffen die folgenden Positionen:

31.3.2022 31.3.2021
Personalkosten und Urlaubsverpflichtungen 1.371 2.036
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 293 136
Geleistete Anzahlungen 618 617
Sonstige 1.730 116
Summe sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.012 2.905
Verbindlichkeiten aus Steuern 636 355
Sonstiges 193 46
Summe sonstige Verbindlichkeiten 829 401
Summe kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 4.841 3.306

34. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Hierbei wird zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der Zahlungsmittelfonds der Kapitalflussrechnung umfasst frei verfügbare Zahlungsmittel als integraler Bestandteil der Zahlungsmitteldisposition. Zahlungsmittel umfassen Kassenbestände und Sichteinlagen bei Banken mit einer Restlaufzeit zum Anschaffungszeitpunkt von bis zu drei Monaten, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen.

Sonstige Angaben

35. Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. März 2022 bestehen keine Eventualverbindlichkeiten.

36. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Wertansätze, beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorie

Die Finanzinstrumente werden zum Erfüllungstag in der Bilanz erfasst.

Mit Ausnahme der finanziellen langfristigen Vermögenswerte weisen alle finanziellen Vermögenswerte zum 31. März 2022 und 31. März 2021 kurze Restlaufzeiten auf oder liegen als Zahlungsmittel vor. Daher entsprechen ihre Buchwerte zum Abschlussstichtag zumindest näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Ebenfalls fallen sämtliche Finanzinstrumente in die Kategorie "AC" (amortised cost).

Die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 104 (i. Vj. TEUR 104) betreffen in voller Höhe Beteiligungen. Die Beteiligungen werden in der Kategorie "FVtOCI" (Fair Value through OCI) in der Stufe 2 ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligung beträgt TEUR 104 (i. Vj. TEUR 104).

Bewertungskategorien nach IFRS 9

Der Vergleich der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und der finanziellen Verbindlichkeiten mit dem entsprechenden Fair Value nach IFRS 9 zum 31. März 2022 lässt sich anhand der folgenden Tabelle entnehmen:

Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert zum 31. März 2022
TEUR
Fair Value zum 31. März 2022
TEUR
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVtOCI 104 104
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 20.128 20.128
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte AC 1.863 1.863
Zahlungsmittel AC 14.190 14.190
Passiva
Darlehen gegenüber Kreditinstituten AC 63.020 63.020
Kurzfristige Finanzschulden AC 11.659 11.659
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen AC 14.669 14.669
Langfristige Leasingverbindlichkeiten AC 3.430 3.430
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten AC 1.869 1.869
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 10.358 10.358
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten AC 137 139
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten AC 4.012 4.012

Der Vergleich der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und der finanziellen Verbindlichkeiten mit dem entsprechenden Fair Value nach IFRS 9 zum 31. März 2021 lässt sich anhand der folgenden Tabelle entnehmen:

Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert zum 31. März 2021
TEUR
Fair Value zum 31. März 2021
TEUR
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVtOCI 104 104
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 23.821 23.821
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte AC 1.424 1.424
Zahlungsmittel AC 13.280 13.280
Passiva
Langfristige Finanzschulden AC 60.422 60.422
Kurzfristige Finanzschulden AC 11.041 11.041
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen AC 4.339 4.339
Langfristige Leasingverbindlichkeiten AC 4.700 4.700
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten AC 986 986
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 8.428 8.398
Vertragsverbindlichkeiten AC 22.789 22.789
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten AC 1.327 1.327
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten AC 2.905 2.905

In den Finanzschulden wird die Bankenfinanzierung des UMG-Konzerns ausgewiesen. Das langfristige Darlehen wird aufgeteilt in kurzfristige Annuitäten in Höhe von TEUR 11.659 (i. Vj. TEUR 11.041), die innerhalb von zwölf Monaten zu einem Liquiditätsabfluss führen, sowie den langfristigen Anteil. Der Zinssatz für die langfristige Finanzierung des Konzerns setzt sich zusammen aus einer marktunabhängigen Marge in Abhängigkeit vom Verschuldungsgrad des UMG-Konzerns sowie dem EURIBOR als marktabhängige und variable Zinskomponente. Durch die variable marktabhängige Zinskomponente ergibt sich ein Fair Value in Höhe des Buchwerts zum jeweiligen Stichtag. Die Finanzstufen werden in der Stufe 2 ausgewiesen.

37. Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten

Die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie sind wie folgt dargestellt:

aus Folgebewertung
Aus Zinsen 2021/2022
TEUR
Änderungen beizulegender Zeitwerte 2021/2022
TEUR
Wertminderung 2021/2022
TEUR
Aus Abgang 2021/2022
TEUR
Netto-Ergebnis 2021/2022
TEUR
Beteiligungen (FVtOCI) 0 0 0 0 0
Darlehen und Forderungen (AC) 0 0 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) -6.066 0 0 0 -6.066
Summe -6.066 0 0 0 -6.066
aus Folgebewertung
Aus Zinsen 2020/2021
TEUR
Änderungen beizulegender Zeitwerte 2020/2021
TEUR
Wertminderung 2020/2021
TEUR
Aus Abgang 2020/2021
TEUR
Netto-Ergebnis 2020/2021
TEUR
Beteiligungen (FVtOCI) 0 0 0 0 0
Darlehen und Forderungen (AC) 5 0 0 0 5
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) -3.810 0 0 0 -3.810
Summe -3.805 0 0 0 -3.805

38. Überleitung der Schulden aus Finanzierungstätigkeit

Buchwert 31.3.2021
TEUR
Zahlungswirksam
TEUR
Zahlungsunwirksam
TEUR
Buchwert 31.3.2022
TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzschulden 60.422 2.215 383 63.020
Kurzfristige Finanzschulden 11.041 218 400 11.659
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 4.700 0 -1.270 3.430
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 986 -1.767 2.650 1.869
Summe 77.149 666 2.163 79.978

Im Vorjahr hatte sich die folgenden Überleitung der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit ergeben:

Buchwert 31.3.2020
TEUR
Zahlungswirksam
TEUR
Zahlungsunwirksam
TEUR
Buchwert 31.3.2021
TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzschulden 62.174 -2.058 306 60.422
Kurzfristige Finanzschulden 15.075 -4.634 600 11.041
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 5.427 0 -727 4.700
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 1.235 -1.235 986 986
Summe 83.911 -7.927 1.165 77.149

39. Risikomanagement des Konzerns

Das Risikomanagementsystem des Utimaco-Konzerns ist ein integraler Bestandteil der Geschäftspraxis des gesamten Konzerns und umfasst die einzelnen organisatorischen Prozesse auf verschiedenen Ebenen und sämtliche Risikoarten. Der UMG-Konzern hat zur Durchführung und Absicherung der Geschäfte Verfahrensweisen entwickelt, die es der Geschäftsführung ermöglichen, bestandsgefährdende Risiken für den Konzern frühzeitig und über alle relevanten Konzerngesellschaften zu erkennen. Auf Basis eines konzernweit angewandten Systems zur Risikofrüherkennung und -überwachung werden Risiken identifiziert, bewertet, gesteuert und überwacht. Ein wesentlicher Bestandteil sind dabei die Geschäftsplanungs- und Controlling-Prozesse. Die Aufgaben der Risikoidentifikation und -bewertung werden von jeder Organisationseinheit wahrgenommen. Inhaltlich ähnliche Risiken werden zu Risikoarten, zum Beispiel Risiken im regulatorischen Umfeld, finanzwirtschaftliche Risiken zusammengefasst. Diese werden dann regelmäßig an die zuständigen Entscheidungsträger kommuniziert, welche die Risikosteuerung wahrnehmen.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Finanzielles Risikomanagement

Der Konzern ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, die sich aus den betrieblichen Geschäftstätigkeiten und den Finanztätigkeiten des Konzerns ergeben. Die für den Konzern bedeutendsten finanziellen Risiken ergeben sich aus der Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit der Gegenparteien des Konzerns und dem Liquiditätsrisiko. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden von der Geschäftsführung festgelegt und in regelmäßigen Gesellschafterversammlungen (Board Meetings) von den Gesellschaftern überwacht. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen dem Konzern-Controlling.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Kreditrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass Gegenparteien (Kunden und sonstige Schuldner) einer Transaktion nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und dem Konzern daraus ein finanzieller Schaden entsteht. Das maximale Kreditrisiko (Ausfallrisiko) entspricht ohne Berücksichtigung von Verrechnungsvereinbarungen und ohne Berücksichtigung jeglicher zusätzlicher Sicherheiten oder sonstiger Kreditverbesserungen maximal dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte des Konzerns. Der Konzern trägt dem Kreditrisiko durch die Bildung von entsprechenden Wertminderungen sowie Ausfallversicherungen für Forderungen Rechnung. Das Kreditrisiko wird in der Regel durch Diversifikation reduziert, welche durch eine Vielzahl von Schuldnern erreicht wird. Weiterhin wird das Kreditrisiko durch Einholung von Käuferanzahlungen gemindert.

IFRS 9 führte ein Wertminderungsmodell ein, basierend auf erwarteten Kreditverlusten (Expected Credit Loss Model). Dieses Modell ist auf alle finanziellen Vermögenswerte anzuwenden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Zur Ermittlung der Wertminderungen auf Lieferungen und Leistungen wird das vereinfachte Verfahren angewandt. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste, über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt. Die Einschätzung der erwarteten Ausfälle ergibt sich aus der Analyse historischer Forderungsausfälle, der Altersstruktur, der versicherten Forderungen sowie aktuellen Branchenentwicklungen und der Beurteilung der Kreditwürdigkeit einzelner Kunden. Wesentliche Forderungsausfallrisiken sieht die Gesellschaft historisch bedingt nicht. Aufgrund der guten Bonität der Kunden werden nur geringe Ausfallrisiken auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erwartet und deshalb nur Wertberichtigungen im geringen Umfang gebildet.

Bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich unter anderem um ein ausgereichtes Darlehen.

Durch die Einsicht in die Ertragsplanung der Gesellschaft werden die Ausfallrisiken jährlich individuell abgeschätzt. Aktuell bestehen nach unserer Einschätzung keine wesentlichen Ausfallrisiken.

31.3.2022 Entspricht Einstufung bei externer Ratingagentur Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Bruttobuchwert
TEUR
Wertberichtigung
TEUR
Beeinträchtigte Bonität
Geringes Risiko BBB- bis AAA 0,30% 14.190 0 Nein
Mittleres Risiko BB- bis BB+ 0,60% 21.991 0 Nein
Total 36.181 0

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken ergeben sich, wenn die kurzfristig fälligen finanziellen Verpflichtungen die kurzfristig verfügbaren finanziellen Vermögenswerte übersteigen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt durch konzernweite Finanzplaninstrumente und wird laufend überwacht.

Der Konzern verfügt im Rahmen der im Vorjahr durchgeführten Umfinanzierung über Kontokorrentlinien, die zum Stichtag vollständig ausgenutzt sind. Im Vorjahr wurden diese ebenfalls vollständig ausgenutzt.

In Zusammenhang mit der im Vorjahr durchgeführten Umfinanzierung wurde die Einhaltung von Zielvorgaben (Covenants) bezüglich dem EBITDA adjusted sowie dem Nettoverschuldungsgrad (beides ermittelt nach den Vorgaben des Konsortialkreditvertrages) vereinbart. Sollten diese Finanzkennzahlen nicht eingehalten werden, besteht grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko durch dann vorzunehmende Sondertilgungen bzw. durch mögliche Kündigungsrechte der finanzierenden Bank. Im Rahmen der Treasury Prozesse wird die Einhaltung der Finanzkennzahlen aus dem Darlehensvertrag überwacht. Aktuell sieht die Geschäftsführung keine Hinweise, dass die Einhaltung der Finanzkennzahlen gefährdet sein könnte.

Sämtliche kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten führen im folgendem Geschäftsjahr 2022/2023 zu einem Liquiditätsabfluss in Höhe des Buchwertes zum Stichtag 31. März 2022. Bezüglich der Refinanzierung verweisen wir auf den Nachtragsbericht.

Zinssatzrisiken

Unter dem Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes oder von bestimmten Zinsauf- oder Zinsabschlägen schwanken.

Der Zinssatz für die langfristige Finanzierung des Konzerns setzt sich zusammen aus einer marktunabhängigen Marge in Abhängigkeit vom Verschuldungsgrad des UMG-Konzerns sowie dem EURIBOR bzw. LIBOR als marktabhängige und variable Zinskomponente. Auch im Rahmen der im Geschäftsjahr 2020/2021 durchgeführten Umfinanzierung sind dort keine wesentlichen Änderungen aufgetreten. Wäre der EURIBOR um 1 % höher gewesen, hätte sich das Finanzergebnis entsprechend um EUR 0,7 Mio. verschlechtert. Bei einer Reduzierung des EURIBOR um 1 % wäre das Finanzergebnis um EUR 0,7 Mio. höher ausgefallen. Fällt der EURIBOR unter 0 %, ändert sich das Finanzergebnis nicht. Diese Sensitivitäten gelten unverändert zum Vorjahr.

Fremdwährungsrisiken

Als Fremdwährungsrisiko wird das Risiko definiert, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Fremdwährungsumrechnung bzw. der Umrechnungskurse in fremden Währungen schwanken. Dies betrifft insbesondere den US-Dollar sowie Britische Pfund.

Die Sensitivität des EURO/USD-Kurses betrifft aus Sicht des Konzerns im Wesentlichen die Gesellschaften Utimaco Inc. sowie die Geobridge Corporation mit den entsprechenden Geschäftsbereichen. Sofern der USD-Kurs um 10 % gegenüber dem EURO-Kurs steigt, verringert sich das EBT um EUR 0,6 Mio. Wenn der EURO-Kurs um 10 % gegenüber dem USD-Kurs steigt, erhöht sich das EBT um EUR 0,6 Mio.

Die Sensitivität des EURO/Pfund-Kurses betrifft aus Sicht des Konzerns im Wesentlichen die Gesellschaft MYHSM und TS UK Ltd. mit den entsprechenden Geschäftsbereichen. Sofern der Pfund-Kurs um 10 % gegenüber dem EURO-Kurs steigt, verringert sich das EBT um EUR 0,1 Mio. Wenn der EURO-Kurs um 10 % gegenüber dem Pfund-Kurs steigt, erhöht sich das EBT um EUR 0,1 Mio.

Neben diesen beiden Tochtergesellschaften mit den Geschäftsbereichen ist der Konzern noch weiteren Währungseffekten ausgesetzt. Eine Sensitivität lässt sich aufgrund der verschiedenen Kunden und Auftragsvolumina nicht ermitteln.

Der Konzern wendet kein aktives Hedging an. Da nahezu die gesamten Geschäftsbereiche Atalla und Geobridge in USD tätig sind, wirken sich die Währungseffekte sowohl auf die Umsatzerlöse als auch auf die Kosten aus. Die kumulierten Währungsumrechnungseffekte aus den Geschäftsbereichen Atalla sowie Geobridge werden als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital erfasst.

Kapital

Die Gesellschaft unterliegt als Gesellschaft mit beschränkter Haftung den Mindestkapitalanforderungen des deutschen Rechts. Zusätzlich unterliegt der Konzern üblichen und branchenspezifischen Mindestkapitalanforderungen. Diese Mindestkapitalanforderungen werden laufend überwacht und wurden im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr erfüllt. Dividenden wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht bezahlt und sind auch für das Folgejahr nicht vorgesehen.

Der Konzern definiert das verwaltete Kapital als das Konzerneigenkapital. Die Ziele der Verwaltung des Kapitals sind:

Die Möglichkeit, die Unternehmensfortführung sicherzustellen, um den Kunden weiterhin die Produkte des Konzerns anbieten zu können.

Die finanziellen Mittel bereitzuhalten, um dem Konzern weitere Investitionen zu ermöglichen.

Das Kapital wird mit Hilfe der Eigenkapitalquote überwacht. Diese ermittelt sich wie folgt:

31. März 2022 31. März 2021
Eigenkapital (TEUR) 85.084 93.793
Bilanzsumme (TEUR) 239.240 217.982
Eigenkapitalquote (%) 35,6 43,0

40. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen in Schlüsselpositionen

Als nahestehende Personen in Schlüsselpositionen gelten die Mitglieder der Geschäftsführung, die Gesellschafter sowie die Geschäftsführung und Mitglieder des Managements der Gesellschafter. Als nahestehende Personen wurden die Geschäftsführer der Utimaco Management GmbH identifiziert.

Die Geschäftsführung der Utimaco Management GmbH als Konzernmutter setzt sich wie folgt zusammen:

Stefan Auerbach, CEO

Malte Pollmann, CSO

Martin Stamm, CFO

Die Mitglieder der Geschäftsführung gehören keinem anderen Kontrollgremium an.

Die Vergütung für die Geschäftsführung beträgt im laufenden Geschäftsjahr TEUR 2.473 (i. Vj. TEUR 1.922) und ist in entsprechender Höhe im Aufwand für laufende und variable Bezüge erfasst, davon entfallen TEUR 1.100 auf das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm.

Die Utimaco Verwaltungs GmbH hält sämtliche Anteile an der Utimaco Management GmbH. Die Utimaco Verwaltungs GmbH wird mehrheitlich und mittelbar von der EQT Mid Market Europe LP, Amsterdam, beherrscht und kontrolliert.

Von der Utimaco Verwaltungs GmbH wurde ein kurzfristiges Kontokorrentdarlehen an den UMG-Konzern gewährt. Das Darlehen hat zum Stichtag eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und wird in Höhe von 4,25 % verzinst. Zum Stichtag beläuft sich die Verbindlichkeit auf TEUR 14.669.

Sämtliche Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden unter den gleichen Bedingungen abgewickelt wie Geschäftsvorfälle mit unabhängigen Geschäftspartner

41. Personal

Zu den jeweiligen Stichtagen waren im Konzern die folgende Anzahl an Angestellten beschäftigt:

31. März 2022 31. März 2021
Entwicklung 181 167
Vertrieb 178 103
Verwaltung 83 75
465 345

Im Durchschnitt wurden dabei 360 Angestellte (i. Vj. 323) beschäftigt. Die Personalkosten lassen sich wie folgt aufteilen:

2021/2022 2020/2021
Löhne und Gehälter 35.613 30.234
Soziale Abgaben 6.798 5.449
Aufwendungen für Altersversorgung 570 357
Personalaufwand: 42.981 36.040

42. Befreiung nach § 264 III HGB

Die folgenden Tochterunternehmen machen für das Geschäftsjahr 2021/2022 von der Befreiung des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch:

Utimaco IS GmbH, Aachen

Utimaco TS GmbH, Aachen

Utimaco GmbH, Aachen

uti-maco safeguard systems international GmbH, Aachen

43. Honorare des Abschlussprüfers

Durch den Abschlussprüfer wurden Honorare von insgesamt TEUR 471 berechnet. Diese betrafen mit TEUR 216 Abschlussprüfungsleistungen für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses sowie sonstige Leistungen in Höhe von TEUR 256.

Sämtliche angegebenen Honorare und Auslagen betreffen Nettobeträge ohne die gesetzliche Umsatzsteuer

44. EPP-Programme

Das EPP (Employee Participation Program), das 2018 aufgelegt wurde, ist ein Programm, bei dem ein gewisser Mitarbeiterkreis an der Unternehmenswertsteigerung beteiligt wird. Der Ausgleich auf Ebene der Utimaco Verwaltungs GmbH erfolgt in Anteilen oder als Barausgleich. Die Zahlung erfolgt im Zeitpunkt eines sog. Liquidity Events, für das es mehrere mögliche Ereignisse gibt, einen Unternehmensverkauf (Verkauf der Anteile oder der wesentlichen Vermögenswerte) oder einen IPO. Der Zeitwert der Verpflichtung wird zum jeweiligen Stichtag anhand von Finanz-Kennziffern bestimmt. Dieser beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 4.681 (i. Vj. TEUR 2.133).

Bei der Utimaco Management GmbH ist dieser Betrag nach den Regelungen des IFRS 2 zur anteilsbasierten Vergütung zwischen Gruppenunternehmen als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu bilanzieren (IFRS 2.42B). Da sich fortlaufend ein gewisser Anteil für das Liquidity Event erdient wird, ist diese Aufwandsposition in der laufenden Periode zu erfassen. Im Geschäftsergebnis wurde demgemäß ein Aufwand in Höhe von TEUR 2.548 erfasst, dieser entfällt in voller Höhe auf virtuelle anteilsbasierte Vergütungszusagen durch Barausgleich oder Ausgleich durch frei übertragbare Eigenkapitalinstrumente aus Sicht der Bezugsberechtigten. Die Kapitalrücklage wurde entsprechend um diesen Betrag erhöht.

Bewertet wird das EPP, indem die bisher ausgegebenen virtuellen Anteile mit dem zum Abschlussstichtag ermittelten potenziellen Wert berechnet und hiervon der jeweiligen Ausgabewert abgezogen wird, da vertraglich vereinbart ist, dass der Ausgleich über die Wertsteigerung zwischen Ausgabe und Liquidity Event erfolgt. Aufgrund des bisherigen Nichtvorliegens eines solchen Events liegt kein Ausübungspreis vor.

45. Ereignisse nach dem Stichtag

Mit Datum vom 12. August 2021 hat die SGT Ultimate BidCo GmbH die Anteile an der Utimaco Verwaltungs GmbH vom bisherigen Anteilseigner erworben. Die Transaktion war an regulatorische Bedingungen geknüft, so dass die SGT Ultimate BidCo GmbH am 1. Juni 2022 alle Anteile an der Utimaco Verwaltung GmbH sowie aller direkten und indirekten Tochtergesellschaften erworben hat.

Mit dem Eigentümerwechsel am 1. Juni 2022 erfolgte eine Refinanzierung der bestehenden Darlehen.

Erwerb Geschäftsbereich Celltick

Am 30. April 2022 hat die Utimaco TS GmbH einen Anteilskaufvertrag für den Erwerb sämtlicher Anteile an der CELLTIC Technologies Ltd., Tel Aviv/Israel, nachfolgend auch "Celltick" genannt, unterzeichnet. Mit seiner Zentrale in Tel Aviv und der starken regionalen Präsenz in Indien ergänzt Celltick Utimacos globale Präsenz.

Der Erwerb von Celltick stellt einen Unternehmenszusammenschluss nach IFRS 3 dar.

Als Gegenleistung für den Unternehmenszusammenschluss wurde ein nach aktuellem Stand ein Kaufpreis in Höhe von TEUR 3.752 vereinbart.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des Unternehmenszusammenschlusses zum Erwerbszeitpunkt.

Hauptgruppen der erfassten Vermögenswerte und Schulden Buchwert zum Zeitpunkt des Erwerbes
TUSD
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.285
Beschränktes Geld 625
Steuerforderungen 712
Sachanlagen 393
Forderungen aus Lieferungen 4.534
Sonstige Forderungen 946
Liquide Mittel 169
Summe Vermögenswerte 9.664
Vertragsverbindlichkeiten 349
Kurzfristiges Darlehen 450
Darlehensverbindlichkeiten incl. Zinsen 10.851
Kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten 72
Steuerverbindlichkeiten 32
Andere Verbindlichkeiten 2.316
Summe Schulden 14.070
Eigenkapital -4.406
Summe Verbindlichkeiten und Eigenkapital 9.664

 

Aachen, 1. September 2022

Stefan Auerbach, Geschäftsführer

Malte Pollmann, Geschäftsführer

Martin Stamm, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/22

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.4.2021
EUR
Währungskursdifferenzen
EUR
Zugänge aus Unternehmenserwerben
EUR
Zugänge
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 10.399.020,59 -542.396,16 16.055.959,17 2.685.147,42
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 20.752.666,73 0,00 0,00 1.199.163,06
3. Geschäfts- oder Firmenwert 133.436.377,11 -591.926,16 13.171.918,90 2.585,72
4. Nutzungsrechte 0,00 0,00 0,00 6.701.320,20
164.588.064,43 -1.134.322,32 29.227.878,07 10.588.216,40
II. Sachanlagen
1. Mietereinbauten 1.472.971,42 0,00 0,00 20.949,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.770.157,50 -724.645,15 20.210,73 2.984.012,82
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 13.995,67 0,00 0,00 129.518,67
6.257.124,59 -724.645,15 20.210,73 3.134.480,49
170.845.189,02 -1.858.967,47 29.248.088,80 13.722.696,89
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Abgänge
EUR
31.3.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 28.597.731,02
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 192.804,32 21.759.025,47
3. Geschäfts- oder Firmenwert 2.778.067,16 143.240.888,41
4. Nutzungsrechte 0,00 6.701.320,20
2.970.871,48 200.298.965,10
II. Sachanlagen
1. Mietereinbauten 0,00 1.493.920,42
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 778.834,40 6.270.901,50
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 109.446,91 34.067,43
888.281,31 7.798.889,35
3.859.152,79 208.097.854,45
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
1.4.2021
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.3.2022
EUR
31.3.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 228.266,19 7.884.097,30 0,00 8.112.363,49 20.485.367,53
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 5.885.646,09 2.038.376,05 156.915,32 7.767.106,82 13.991.918,65
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 143.240.888,41
4. Nutzungsrechte 0,00 1.659.623,51 0,00 1.659.623,51 5.041.696,69
6.113.912,28 11.582.096,86 156.915,32 17.539.093,82 182.759.871,28
II. Sachanlagen
1. Mietereinbauten 358.176,08 183.907,54 0,00 542.083,62 951.836,80
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.974.847,74 1.560.268,12 778.234,66 3.756.881,20 2.514.020,30
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 34.067,43
3.333.023,82 1.744.175,66 778.234,66 4.298.964,82 3.499.924,53
9.446.936,10 13.326.272,52 935.149,98 21.838.058,64 186.259.795,81

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Utimaco Management GmbH, Aachen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Utimaco Management GmbH, Aachen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Utimaco Management GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, den 1. September 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Obergarz, Wirtschaftsprüfer

Claßen, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

11 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.