PoppingVest GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Eva Pfaudler seit 1.4.2021 | Prokura |
Marc Dr. Lammek seit 19.2.2019 | Geschäftsführer |
Christian Carl-Hermann Dr. Franckenstein seit 17.2.2016 | Geschäftsführer |
Kristina Vollmer seit 20.12.2011 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Westdeutscher Rundfunk Köln, Anstalt des öffentlichen Rechts | 32.46% |
Bayerischer Rundfunk, Anstalt des öffentlichen Rechts | 16.22% |
| 16.22% | |
| 16.22% | |
MDR Media GmbHEigenbeteiligung | 16.20% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 51.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bavaria Film GmbHMünchenKonzernabschluss zum 31. Januar 2023KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23BAVARIA FILM GMBH, MÜNCHEN1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS 1.1 Geschäftsmodell des Konzerns Der Bavaria Film Konzern (Bavaria Film) ist ein führendes Medienunternehmen der Film- und Fernsehbranche mit Hauptsitz in München und fungiert als Holdinggesellschaft der Bavaria Film Gruppe. Die Geschäftsaktivitäten der Gruppe konzentrieren sich auf die vier Geschäftsbereiche (GB) "Content", "Rights & Distribution", "Studios & Services" sowie "Immobilien". Die Bavaria Film GmbH bzw. ihre Tochtergesellschaften sind an allen wesentlichen deutschsprachigen Medienstandorten vertreten, neben München insbesondere auch an den Standorten Köln, Berlin, Stuttgart und Leipzig sowie in Wien. Inhaltlich produzieren die Unternehmen des Geschäftsbereichs "Content" für die Verwertungsstufen TV und Online. Zum Partner- und Kundenkreis gehören TV-Sendeanstalten (Free-TV, Pay-TV), Filmverleiher, Streaming-Plattformen und sonstige Unternehmen. Zu den regelmäßigen Produktionen der Bavaria Film Gruppe zählen unter anderem die Tatorte aus Münster, Köln und Dortmund. Die tägliche ARD-Serie "Sturm der Liebe" ist eine wesentliche Säule des Unternehmens. Dazu kommen u.a. die Serien "Die Rosenheim-Cops", "In aller Freundschaft", "Schloss Einstein", "SOKO Wien/Donau", "SOKO Stuttgart" und Entertainment-Formate wie z.B. "Da kommst Du nie drauf" oder "Die beste Klasse Deutschlands" sowie Factual Entertainment-Formate wie "Trucker Babes". Darüber hinaus ist die Bavaria Film Gruppe auch im Bereich High End Serien / internationale Produktionen / Streamingformate erfolgreich, so Bavaria Fiction mit "Das Boot" und "Der Kaiser" (beides Sky Deutschland) sowie STORY HOUSE Pictures mit "Sisi" (RTL+). Im Geschäftsbereich "Rights & Distribution" ist der Rechtestock und Rechtevertrieb der Bavaria Film Gruppe gebündelt. Ausgewertet werden Rechte der Gruppe an Klassikern wie "Das Boot" und Produktionen wie "Sturm der Liebe" und "Tatort". Über die Beteiligung an der Enterprises Sonor Musik GmbH spielt das Unternehmen eine wesentliche Rolle im europäischen Filmmusikverlagswesen. Im Lizenzbereich werden Merchandisingrechte an beliebten Charakteren wie denjenigen von "Janosch" und bekannten Brands wie "Frida Kahlo" vermarktet. Am leistungsfähigen Studiostandort (zwölf Film- und TV-Studios mit einer Größe zwischen 50 und 3.150 m 2 ) des GB "Studios & Services" werden Dienstleistungen im Bereich Dekorationsbau und Postproduktion erbracht u.a. für Produktionen wie "Aktenzeichen XY", "1, 2 oder 3", "Leute heute" und "Die Anstalt". Zudem konnten auch zahlreiche Show-Formate wie "Joko & Klaas gegen Pro7", "The Taste" und "Last One Laughing" erfolgreich umgesetzt werden. Zum Geschäftsbereich "Immobilien" zählt die Cinema Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH mit dem ca. 6.000 m 2 Bürogebäude zzgl. Lager und Tiefgarage umfassenden "Lichtspiel Loft" sowie innerhalb der Bavaria Film GmbH der Bereich Facility Management, der als Dienstleister für die Vermietung der eigenen Büro-, Studio- und Lagerflächen auf dem Gelände in Geiselgasteig/Grünwald aktiv ist. Der Medienstandort umfasst eine Grundstücksfläche von ca. 30 ha, die ebenfalls im Eigentum der Bavaria Film GmbH ist. Ein wesentlicher Teil der vermietbaren Gesamtfläche ist an die Tochtergesellschaft Bavaria Studios GmbH (vormals Bavaria Production Services GmbH) langfristig verpachtet. Innerhalb des Segments Immobilien befindet sich mit der Bavaria Filmstadt, einer bekannten Touristenattraktion im Großraum München, auch ein seit langem etabliertes B2C-Geschäft der Bavaria Film Gruppe. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Lage der deutschen Film- und Fernsehproduktionsbranche war 2022 nach wie vor noch durch die Auswirkungen der Corona-Krise sowie zudem durch die Folgen des Ukrainekriegs mit Inflation und daraus resultierender Lohn-Preis-Spirale, Energiekrise und teilweisen Lieferengpässen geprägt. Die Corona-bedingten Mehrkosten der Produktionen, zu denen auch die Kosten für die zahlreichen Hygienemaßnahmen gehörten, belasteten die Produktionsbudgets und dementsprechend Produktionsfirmen wie Auftraggeber. 2022 hat sich durch die ansteckenderen Omikron-Varianten bei gleichzeitigem Wegfall vieler Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben die Anzahl der Corona-bedingten Krankheitsausfälle in den Produktionen sowie der deshalb immer wieder erforderlichen Drehunterbrechungen exponentiell erhöht. Zwar konnten einige der dadurch entstandenen Mehrkosten durch den bis 31.12.2022 verlängerten Ausfallfonds II aufgefangen werden, allerdings greift dieser bei Dreharbeiten im Ausland nur sehr bedingt, weshalb die Produktionsfirmen für solche Fälle von Rettungsschirmen oder Einzelvereinbarungen mit den auftraggebenden Sendern oder Plattformen abhängig waren. Die schon vor Beginn der Ukraine-Krise spürbar gestiegene Inflation wurde und wird, insbesondere auf dem Energiesektor, weiter angetrieben und belastet die Branche mit höheren Transport- und Energiekosten. Die allgemeine Teuerung führte und führt bei nationalen wie internationalen Produktionen zu Auswirkungen im Gagengefüge. Lieferengpässe in der Beschaffung von Materialien für den IT-Sektor oder den Studiobau zogen höhere Kosten und mitunter Produktionsverzögerungen nach sich. Die allgemein gestiegenen Kosten belasten auch die Budgets der Auftraggeber und führen zu einer weiteren Umschichtung ihrer Budgets und Etats. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern sind die gestiegenen Kosten nur ein Grund für die veränderte Beauftragungssituation. Um ihrem Programmauftrag auch angesichts des veränderten Mediennutzungsverhaltens gerecht zu werden und insbesondere eine bessere Erreichbarkeit des jüngeren Publikums und damit eine stärkere und breitere Akzeptanz zu erzielen, haben ARD und ZDF einen Umbau ihrer Programme hin zur Stärkung der Mediatheken begonnen. Zur Deckung des Budgetbedarfs für den zusätzlichen programmlichen Schwerpunkt auf High End- und Mediatheken-Formaten mit neuen, unverwechselbaren Programmfarben sind Einsparungen und Umschichtungen der Etats erforderlich. Mit dem Ziel einer Reduzierung der klassischen Etats werden auch erfolgreiche langlaufende Formate auf den Prüfstand gestellt und neben Kosten- und Reichweiten-Aspekten auch auf ihre Akzeptanz bzw. Erfolgsaussichten in den Mediatheken hin analysiert und hinterfragt. Die Umschichtung bedroht, umso mehr in Verbindung mit den inflationsbedingt gestiegenen Kosten, daher vermehrt die Prolongation etablierter Serien und Reihen und wirkt sich insofern auf das Kerngeschäft derjenigen Produktionsfirmen aus, die mit solchen Produktionen ihren Hauptumsatz und entsprechend zuverlässige Ergebnisse erwirtschaften. Zwar besteht auch für sie die Chance, neue serielle Formate für die jüngeren Zielgruppen zu akquirieren, die sich positiv auf die Mediathekennutzung auswirken, jedoch herrscht hier nicht nur ein hoher Wettbewerbsdruck, sondern es sind auch entsprechende Anfangsinvestitionen erforderlich. Der Umbau bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zieht daher die Erfordernis eines entsprechenden Umbaus auch der für diese tätigen Produktionsfirmen nach sich, die in den Ersatz langlaufender Serien und Reihen investieren und dabei zwischenzeitlich womöglich Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Das größte Wachstumsfeld der Branche stellen nach wie vor Aufträge für Streamer und Pay TV-Sender im Segment der hochwertigen Fiction-Produktionen dar. Allerdings wird - wie die jüngsten Entwicklungen etwa bei Netflix oder Lionsgate+ zeigen - dort mittlerweile deutlich mehr auf Rentabilität geachtet. Die mit den etablierten Sendern konkurrierenden Streamer positionieren sich zur Festigung und zum Ausbau ihrer Marktmacht durch lokale, zugleich international auswertbare Eigenproduktionen. Da weitere Player wie Paramount+, Apple+ oder Peacock TV auf den deutschen Markt drängen, ist der Wettbewerb um Nutzer dementsprechend intensiv. Die starke Konkurrenz der Streamer um Abonnenten bei zunehmend schwierigerer Positionierung im Markt hat bereits zu ersten Verdrängungen vom Markt geführt. Angesichts der schwer absehbaren Entwicklungen bei gleichzeitig hohem Erfolgs- und Margendruck der Streamer untereinander muss mit langwierigeren Beauftragungs- und Akquiseprozessen gerechnet werden. Auch ist trotz der zunehmenden Marktmacht der Streamingdienste und ihrer kontinuierlich steigenden Beauftragungen von deutschen Eigen- und Lizenzproduktionen ihr Anteil am Produktionsvolumen in Deutschland insgesamt weiterhin erheblich geringer als der der öffentlich-rechtlichen Sender. Schon seit längerem verzeichnet die Branche einen deutlichen Fachkräftemangel in mehreren Filmberufen mit der Folge eines harten Wettkampfs um Personal unter spürbarem Preisdruck. Der Fachkräftemangel ergibt sich auch durch den demografischen Wandel und dem verstärkten Renteneintritt der sogenannten "Baby-Boomer-Generation" (geburtenstarke Jahrgänge zwischen 1945 und 1965). Hier erhöhen die aufwändigen Großproduktionen für Streamer und Pay TV-Anbieter und deren Recruiting-Maßnahmen, mit denen sie die besten Kreativen und Produzenten zu gewinnen suchen, den Druck auf den Arbeitsmarkt. High End-Produktionen mit oft langer Drehzeit führen zudem zu längerfristiger Bindung von Kreativen, teilweise durch Exklusivverträge, was die Gagengefüge, etwa von Regisseur*innen und Schauspieler*innen, zusätzlich verändert und zu höheren Gagenforderungen auch bei den Produktionen für die klassischen Sender geführt hat. Auch der letzte Tarifabschluss für Film- und Fernsehschaffende brachte einige in Teilen deutliche Mehrkosten aufgrund neuer Regelungen mit sich. Gestiegene Inflation und steigende Lebenshaltungskosten verstärken den Druck auf die Produzenten, angesichts des Fachkräftemangels auch übertarifliche Lohnforderungen zu akzeptieren. Insgesamt blickt die deutsche Film- und Fernsehbranche nach der in den letzten Jahren dank der steigenden Aufträge durch die Streamer euphorischen Stimmung eher wieder zurückhaltender in die Zukunft. Einerseits muss die Teuerung sowohl bei den Löhnen als auch bei den Materialkosten bei gleichzeitig nach wie vor spürbarem Fachkräftemangel kompensiert werden, ohne dass die auftraggebenden, insbesondere öffentlich-rechtlichen Sender nennenswert höhere Budgets zur Verfügung stellen können. Andererseits sind dort ebenso wie bei den Streamern Programmeinschnitte zu erwarten, resultierend als Folge aus dem Programmumbau hin zu mediathekentauglichen Formaten sowie aus der stärkeren Fokussierung auf Refinanzierbarkeit. Die Produktionsfirmen wiederum sind gezwungen, für die erforderlichen Neuakquisitionen mit zeitintensiven Developmentphasen in Vorleistung und damit ins Risiko zu gehen. Der Kampf der linearen Sender und Streamer um Zuschauer*innen bzw. Nutzer*innen und dementsprechend der Produktionsfirmen um Aufträge ist insofern in eine neue Phase eingetreten. 2.2 Geschäftsverlauf Die Bavaria Film GmbH ist kontinuierlich dabei, das Beteiligungsportfolio zu überprüfen, um den Gesamtwert des Unternehmens sukzessive zu erhöhen, Risiken zu steuern und bei zunehmend intensivem Wettbewerb in den jeweiligen Geschäftsfeldern wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei werden auch die Interessen der Arbeitnehmerschaft berücksichtigt. Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtsjahr wie folgt verändert: Die Bavaria Communications GmbH, Grünwald, wurde mit Wirkung zum 1. Februar 2022 auf die Bavaria Entertainment GmbH, Köln, durch die Eintragung ins Handelsregister am 14. Juli 2022, verschmolzen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Dienstleistungsportfolio der Bavaria Studios Gruppe gebündelt und mit dem Ziel fokussiert, Studiobetrieb, technische Dienstleistungen und Dekorationsbau zukünftig in einer Gesellschaft zu führen. Dafür wurde der operative Geschäftsbereich "Studiobetrieb" der Bavaria Studios Holding GmbH (früher Bavaria Studios & Production Services GmbH) in den Geschäftsbetrieb der Bavaria Studios GmbH (früher Bavaria Production Services GmbH) als übernehmende Gesellschaft ausgegliedert. Diese Betriebsausgliederung wurde durch die Eintragung ins Handelsregister am 30. Januar 2023, mit Wirkung zum 01. Februar 2022, vollzogen. Zudem wurde die Verschmelzung der früheren Tochtergesellschaft BAVARIA STUDIOS Art Department GmbH mit der Muttergesellschaft Bavaria Studios GmbH (früher Bavaria Production Services GmbH) als aufnehmende Gesellschaft durch die Eintragung ins Handelsregister am 12. Oktober 2022, mit Wirkung zum 01. Februar 2022, vollzogen. Die Bavaria Film Content GmbH erwarb die an der Produktionsgesellschaft Saar für elektronische Medien m.b.H. (ProSaar) gehaltenen Anteile der Werbefunk Saar GmbH am 26. Januar 2023. Die Produktionsgesellschaft Saar für elektronische Medien m.b.H. (ProSaar GmbH) wurde im Anschluss rückwirkend zum 01. Januar 2023 auf die Bavaria Film Content GmbH verschmolzen. Im Geschäftsjahr 2022/23 erzielte die Bavaria Film Gruppe Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau. Dabei wurden von den 20 (Vorjahr 23) einbezogenen Gesellschaften konsolidierte Umsatzerlöse von TEUR 305.863 (Vorjahr TEUR 305.623) erzielt. Der Geschäftsbereich "Content" weist Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 241.544 (Vorjahr TEUR 234.353) aus. Im Geschäftsjahr 2022/23 war die Bavaria Fiction GmbH mit ihren etablierten Marken erfolgreich am deutschen Fernsehmarkt vertreten: Die Dailynovela "Sturm der Liebe" läuft seit über 17 Jahren. Die ZDF-Vorabend-Serien "SOKO Stuttgart" und "Die Rosenheim-Cops" verzeichnen seit Jahren konstante bis steigende Zuschauerzahlen. Im ZDF-"Herzkino" am Sonntagabend erzielt die Reihe "Inga Lindström" (ZDF) gleichbleibend gute Reichweiten. Die "Tatort"-Produktionen für den WDR zählen zu den Quotenhits der "Tatort"-Reihe. Auch die für die Degeto produzierten Reihen "Toni, männlich, Hebamme", "Käthe und ich" und "Die Drei von der Müllabfuhr" wurden erneut prolongiert. Ferner wurden die Event-Produktion "Der Kaiser" für Sky, die Reihe "Sonderlage" (RTL) mit zwei Episoden sowie der Fernsehfilm "Annie und das geteilte Glück" produziert. Für den BR wurde der Tatort "Game over" hergestellt. Die wesentlichen Umsatzträger des aktuellen Geschäftsjahres der Saxonia Media waren die Serien "In aller Freundschaft", "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte", "Tierärztin Dr. Mertens", "Schloss Einstein", "Wapo Bodensee" und "Wapo Berlin". Im Sommer 2022 fanden die Dreharbeiten für den 90-Minüter "Mord oder Watt" für Radio Bremen/Degeto statt. Die Produktion ist fertiggestellt und hat bei erfolgreicher Ausstrahlung Reihenpotential. Die Bavaria Entertainment GmbH ist Produktionsfirma, Formatentwickler und Full-Service-Produzent für Unterhaltungsformate und Corporate Communications Projekte. Zu den Kunden zählen öffentlich-rechtliche und private Sender sowie internationale Konzerne. Als 100%ige Tochtergesellschaft der Bavaria Film GmbH produziert die Bavaria Entertainment TV-Shows wie "Die Giovanni Zarrella Show" (ZDF), "Da kommst Du nie drauf!" (ZDF), "Das große Deutschland-Quiz" (ZDF), "Meister des Alltags" (SWR) oder "Die beste Klasse Deutschlands" (KiKA). Im Factual Entertainment-Bereich entstehen unter anderem Sendungen wie "Ausgerechnet" (WDR), "Was kostet:..?" (SWR) und "Wunderschön!" (WDR). Für Kunden wie BMW, SAP, Volkswagen oder die Telekom produziert die Bavaria Entertainment zudem Corporate Events und Corporate Video Formate für die Vorstandskommunikation, die in- und externe Kommunikation sowie Schulungsmedien. Die Produktionen der Satel Film GmbH, Wien, umfassten 2022/23 die 17. und 18. Staffel der Serie "SOKO Wien/Donau", die 14. Staffel der kulinarischen Serie "Aufgetischt" sowie eine weitere Folge aus der Reihe "Die Toten von Salzburg" und den TV-Thriller "Der Gejagte". Der Umsatz des Geschäftsbereichs "Rights & Distribution" beträgt TEUR 22.562 (Vorjahr TEUR 24.228). Umsatzerlöse wurden aus den Bereichen Kino/TV-Rechtevertrieb sowie Musikverlag und Merchandising erzielt. Im Geschäftsbereich "Studios & Services" beläuft sich der Umsatz auf TEUR 29.495 (Vorjahr TEUR 35.367). Im Vergleich zum Vorjahr war ein etwas auslastungsschwächeres erstes Quartal zu verzeichnen, bedingt durch rückläufige Umsatzvolumina in den Sparten Kino und Corporate. Die Umsatzerlöse setzen sich zusammen aus Produktionen wie z.B. "Aktenzeichen XY", "Leute heute" sowie aus zahlreichen Entertainment-Formaten wie "The Taste", "Joko & Klaas gegen ProSieben" und "Last One Laughing". Die Gesamtleistung beträgt TEUR 31.505 (Vorjahr TEUR 35.189). Der Bereich "Studios & Services" steht im nationalen Wettbewerb vor allem mit den Studiobetrieben MMC Studios Köln, nobeo in Köln sowie Studio Berlin Adlershof. Am Standort München ist die Unternehmensgruppe der größte Studiobetreiber; weitere Studios werden von Plazamedia, dem Bayerischen Rundfunk und ProSiebenSat.1 betrieben. Die Neugründung der Film- und Fernsehstudios in Penzing bei Landsberg am Lech könnte den Wettbewerb ebenfalls verschärfen. Durch stetige Modernisierungen und Erweiterungen der Studios in Geiselgasteig in den letzten Jahren sowie dem Angebot von Komplettservices können die Kundenwünsche noch gezielter umgesetzt werden. Neben den bereits laufenden, langfristigen Produktionen konnten stetig zusätzliche Projekte im TV-, Entertainment- und Kinobereich sowie Corporate-Kunden akquiriert werden. Der Geschäftsbereich "Immobilien", zu dem neben "Facility Management" und "Bavaria Filmstadt" auch die Cinema Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH gehört, wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 12.206 (Vorjahr TEUR 10.390) erzielt. Die Steigerung zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus deutlich höheren Umsatzerlöse aus dem Bereich der Filmstadt. Nach der coronabedingten Schließung erfreute sich die Filmstadt wieder hoher Besucherzahlen. 2.3 Ertragslage Die Umsatzerlöse des Bavaria Film Konzerns belaufen sich im Geschäftsjahr 2022/23 auf TEUR 305.863 (Vorjahr TEUR 305.623). Die Bestandsveränderungen liegen mit + TEUR 1.550 deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von - TEUR 5.521, dies ist im Wesentlichen auf einen Bestandsaufbau bei Saxonia Media GmbH und Bavaria Studios GmbH zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit TEUR 5.911 (Vorjahr TEUR 5.592) leicht über Vorjahresniveau, was im Wesentlichen auf die Auflösung von Rückstellungen für Betriebsprüfungsrisiken zurückzuführen ist. Die Gesamtleistung liegt mit TEUR 313.364 leicht über dem Vorjahreswert (TEUR 305.700). Der Materialaufwand liegt bei TEUR 123.720 produktionsbedingt leicht über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr TEUR 121.667) und stellt bezogen auf die Gesamtleistung einen Anteil von 39,5 % (Vorjahr 39,8 %) dar. Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2022/23 TEUR 147.336 (Vorjahr TEUR 135.411). Davon entfielen TEUR 91.772 (Vorjahr TEUR 86.081) auf projektbezogen befristete Beschäftigte, deren Kosten in Abhängigkeit von der Art und Anzahl der Produktionen und der Qualifizierung der beschäftigten Mitarbeiter schwanken. Der Anteil der Personalkosten an der Gesamtleistung liegt bei 47,0 % (Vorjahr 44,3 %). Während des Geschäftsjahres waren im Durchschnitt 1.555 (Vorjahr 1.546) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, davon 938 (Vorjahr 878) projektbezogen befristet Beschäftigte. Die Abschreibungen haben sich auf TEUR 8.872 (Vorjahr TEUR 9.509) verringert. In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 179 (Vorjahr TEUR 400) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 20.893 (Vorjahr TEUR 20.264). Darin enthalten sind Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten mit TEUR 2.414 (Vorjahr TEUR 3.357) sowie Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen mit TEUR 3.124 (Vorjahr TEUR 3.519), EDV-/IT-Kosten von TEUR 3.282 (Vorjahr TEUR 2.650) und Kosten für Reparaturen und Instandhaltung in Höhe von TEUR 2.311 (Vorjahr TEUR 1.991). Das Finanzergebnis des Konzerns liegt mit - TEUR 707 unter dem Vorjahreswert (Vorjahr TEUR 397). Im Vorjahr waren einmalige Gewinne aus dem Abgang von Finanzanlagen zu verzeichnen. Das Jahresergebnis nach Steuern und Fremdanteilen beträgt für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/23 TEUR 1.818 (Vorjahr TEUR 6.187). Insgesamt ergibt sich eine Eigenkapital-Rendite vor Ertragsteuern von 15,7 % (Vorjahr 25,9 %). 2.4 Finanzlage Der Finanzmittelfonds (Saldo aus liquiden Mitteln und Kontokorrentverbindlichkeiten bei Kreditinstituten) liegt im Konzern mit TEUR 28.707 leicht unter dem Vorjahresniveau (TEUR 30.674). Ausgehend von einem Jahresüberschuss vor Fremdanteilen in Höhe von TEUR 7.714 (Vorjahr TEUR 12.481) ergibt sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen auf das Anlagevermögen, der Veränderung des Working Capital und von Gewinnen aus dem Abgang von Anlagevermögen ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 16.469 (Vorjahr TEUR 26.782). Für den Cashflow aus Investitionstätigkeit ergibt sich ein Mittelabfluss in Höhe von TEUR 4.740 (Vorjahr TEUR 11.536). Die Veränderung ist auf den Erwerb von Tochtergesellschaften im Vorjahr (im Wesentlichen STORY HOUSE-Gesellschaften) zurückzuführen, die bei TEUR 9.486 lagen. Gegenläufig wirkt sich die Veränderung des Konsolidierungskreises mit TEUR 750 durch die Anpassung der Earn-Out Verpflichtung der wellenreiter.tv und der STORY HOUSE Gesellschaften sowie der Liquidation der Almaro Film und TV Produktions- und Vertriebs G.m.b.H i.L. aus. Tilgungen von langfristigen Krediten in Höhe von TEUR 1.888 sowie Ausschüttungen an Gesellschafter in Höhe von TEUR 10.799 bestimmen im Wesentlichen den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR -13.695 (Vorjahr TEUR -160). In Summe haben sich die Zahlungsmittel im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.967 vermindert. Zur Finanzierung von Projekten bestehen kurzfristige Bankverbindlichkeiten von TEUR 54.048 sowie erhaltene Anzahlungen von TEUR 59.193. Die Finanzierung des Konzerns wird durch den Bestand an liquiden Mittel sowie zusätzlich durch bestehende, nicht in Anspruch genommene kurzfristig verfügbare Kreditlinien in Höhe von TEUR 15.000 gesichert. 2.5 Vermögenslage Die Bilanzsumme ist im Berichtszeitraum auf TEUR 278.045 (Vorjahr TEUR 276.612) gestiegen. Das Anlagevermögen reduzierte sich auf TEUR 90.750 (Vorjahr TEUR 94.568). Die Zugänge beim immateriellen Anlagevermögen betreffen im Wesentlichen entgeltlich erworbene Auswertungs- und Verlagsrechte in Höhe von TEUR 1.217. Die Sachanlagen bewegen sich mit TEUR 69.254 auf dem Niveau des Vorjahres (TEUR 70.688). Ebenso bewegt sich die Summe der Finanzanlagen in Höhe von TEUR 1.451 auf Vorjahresniveau (TEUR 1.301). Die Bilanzposition "Vorräte" beinhaltet hauptsächlich unfertige Produktionen, die teilweise durch erhaltene Anzahlungen vorfinanziert sind. Dem Vorratsvermögen in Höhe von TEUR 72.059 (Vorjahr TEUR 64.403) stehen erhaltene Anzahlungen in Höhe von TEUR 59.193 (Vorjahr TEUR 54.431) gegenüber. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 28.629 (Vorjahr TEUR 34.233). Die sonstigen Vermögensgegenstände sind von TEUR 17.094 auf TEUR 16.491 zurück gegangen, im Wesentlichen aufgrund der Abnahme der Forderungen aus Steuern um TEUR 6.280 allerdings bei gleichzeitiger Erhöhung der übrigen sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 5.677. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind auf TEUR 1.531 (Vorjahr TEUR 889) angestiegen. Die liquiden Mittel liegen im Konzern mit TEUR 66.604 leicht über Vorjahresniveau (TEUR 63.509). Das Konzerneigenkapital hat sich von TEUR 80.480 im Vorjahr auf TEUR 77.231 im Geschäftsjahr reduziert. Der Bilanzgewinn hat sich mit TEUR 19.412 (Vorjahr TEUR 22.093) moderat reduziert. Aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres wurden TEUR 4.499 an die Gesellschafter der Bavaria Film GmbH ausgeschüttet. Auf Konzernbasis ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 27,8 % (Vorjahr 29,1 %). Die Rückstellungen werden insgesamt mit TEUR 62.631 (Vorjahr TEUR 72.673) unter Vorjahresniveau ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen haben sich um TEUR 626 auf TEUR 28.223 erhöht. Daneben haben sich die Steuerrückstellungen um TEUR 1.682 auf TEUR 7.987 reduziert. Dies ist auf gestiegene Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sowie Veränderungen im ertragsteuerlichen Organkreis zurückzuführen. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 26.422 (Vorjahr TEUR 35.407) decken im Wesentlichen Personalkosten, Kosten für Erlösbeteiligungen sowie Kosten für ausstehende Rechnungen ab. Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen ist vor allem auf die Umgliederung der Verpflichtungen aus Kaufpreisnachzahlungen für die STORY HOUSE-Gesellschaften in die Verbindlichkeiten nach dem Ende der earn-out-Phase zurückzuführen. Auf der Passivseite haben sich die Verbindlichkeiten mit TEUR 135.096 gemäßigt gegenüber dem Vorjahr (TEUR 120.459) erhöht. Grund hierfür ist im Wesentlichen die Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 54.048 (Vorjahr TEUR 50.707). Den kurzfristigen Bankverbindlichkeiten zur Projektfinanzierung von TEUR 37.897 stehen projektbezogene Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 43.084 gegenüber. Die Working Capital Ratio (Verhältnis zwischen kurzfristig gebundenem Vermögen und kurzfristigem Fremdkapital) beträgt 109,9 % (Vorjahr 122,0 %). 2.6 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die Bavaria Film GmbH hat das Ziel, den langfristigen Unternehmenserfolg des Konzerns auf Basis klar definierter finanzieller sowie nicht-finanzieller Steuerungsgrößen zu messen und zu bewerten. Die verwendeten finanziellen Steuerungskennzahlen sind der Umsatz und das Jahresergebnis nach Fremdanteilen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2022/23 beläuft sich auf TEUR 305.863 im Vergleich zu TEUR 305.623 im Vorjahr. Die Geschäftsführung der Bavaria Film GmbH erwartete für das Geschäftsjahr 2022/23 stabile Umsatzerlöse. Diese Erwartung wurde erfüllt. Der Jahresüberschuss nach Fremdanteilen ist ein weiterer wichtiger Indikator zur internen Steuerung und Erfolgsmessung. Im Geschäftsjahr 2022/23 erzielte die Bavaria Film GmbH einen Jahresüberschuss nach Fremdanteilen in Höhe von TEUR 1.818 (Vorjahr Jahresüberschuss TEUR 6.187). Für das Geschäftsjahr 2022/23 erwartete die Geschäftsführung ein Jahresergebnis nach Steuern und Fremdanteilen auf Niveau des Geschäftsjahres 2021/22 (TEUR 6.187). Diese Erwartung wurde unter anderem aufgrund gestiegener Aufwendungen nicht erreicht. Neben den gesetzten finanziellen Zielen sind auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren wie Kreativität, beständige Kundenbeziehung oder nachhaltiges Wirtschaften wichtige Faktoren für den weiteren positiven Geschäftsverlauf der Bavaria Film Gruppe. Die Kreativität von Autoren und Produzenten ist nicht bilanzierbar, jedoch spiegeln die Quotenerfolge und Prolongationen von Erfolgsformaten wie z. B. "Sturm der Liebe", "Die Rosenheim-Cops", "In aller Freundschaft" oder den "Tatort"-Produktionen die Beliebtheit bei den Zuschauern und die Qualität der Formate wider. Die Erfolge der Bavaria Film Gruppe werden durch Mitarbeiter*innen erzielt, die mit Qualifikationen und Talenten wie Professionalität, Medienexpertise und Kreativität stets neue Formate entwickeln und bestehende weiterführen. Dieses "Human Capital" ist die Basis für weitere Erfolge in einer immer härter umkämpften TV-Landschaft. Die Popularität der Bavaria Film Produktionen zeigt sich auch in den produzierten Sendeminuten. So konnten im Geschäftsbereich "Content" im Geschäftsjahr 2022/23 konzernweit rd. 41.800 Sendeminuten (Vorjahr rd. 41.800 Sendeminuten) produziert werden. Im Geschäftsbereich "Studios & Services" ist vertrauensvolle und beständige Kundenbindung die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Für einen nachhaltigen Wirtschaftserfolg sind die Pflege des bestehenden Kundenstammes und das Neukundengeschäft auf Basis eines vernetzten Angebots aus einer Hand als Erfolgsfaktor entscheidend. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht Bei leicht steigenden Umsätzen erwartet die Geschäftsführung für den Bavaria Film Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 ein positives Ergebnis nach Steuern und Fremdanteilen deutlich unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2022/23. Der Planung unterstellt ist die schon vor Beginn der Ukraine-Krise spürbar gestiegene Inflation insbesondere auf dem Energiesektor, welche die Branche mit höheren Transport- und Energiekosten belastet. Die allgemeine Teuerung führt bei nationalen wie internationalen Produktionen zu Auswirkungen im Gagengefüge. Lieferengpässe in der Beschaffung von Materialien für den IT-Sektor oder den Studiobau ziehen höhere Kosten und mitunter Produktionsverzögerungen nach sich. Die allgemein gestiegenen Kosten belasten auch die Budgets der Auftraggeber und könnten zu einer weiteren Umschichtung ihrer Budgets und Etats führen. Die Investitionsplanung der Bavaria Film Gruppe für das Geschäftsjahr 2023/24 liegt deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Darin enthalten sind notwendige Erhaltungsmaßnahmen im Bereich Immobilien sowie umfangreiche Investitionen in die IT-Infrastruktur. Für das kommende Geschäftsjahr plant die Geschäftsführung ein Volumen an hergestellten Sendeminuten moderat über dem aktuellen Niveau. Für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung im Geschäftsbereich "Content" ist vor allem die Prolongation der bestehenden Daily-, Serien- und Reihen-Formate der wesentlichen für die Beteiligungserträge relevanten Gesellschaften ausschlaggebend. Inhaltlich produzieren die Unternehmen des Geschäftsbereichs "Content" für die Verwertungsstufen TV und Online. Zum Partner- und Kundenkreis gehören TV-Sendeanstalten (Free-TV, Pay-TV), Filmverleiher, Streaming-Plattformen und sonstige Unternehmen. Es werden Umsatzerlöse auf dem Niveau des Geschäftsjahres erwartet. Das Geschäftsjahr 2023/24 wird - neben der sorgfältigen Pflege der eingeführten Marken, der Verstetigung weiterer serieller Formate und der ständigen Optimierung der Produktionsabläufe - die Entwicklung neuer Formate sowohl für die linearen Sendeplätze als auch für die Mediatheken der klassischen Sender zum Ziel haben. Darüber hinaus werden für private Auftraggeber und Produktionspartner wie z.B. Sky Deutschland, RTL+, Netflix oder Disney+ attraktive Formate konzipiert, um sich angesichts der veränderten Marktbedingungen, der Internationalisierung der Programmangebote und des sich wandelnden Mediennutzungsverhaltens breiter aufzustellen. Zudem stellen die Rekrutierung von Produzent*innen und Producer*innen und weiteren Talents mit unterschiedlichen Kompetenzen ebenso wie die weitere Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen sowie der ESG-Standards eine zukunftsweisende Herausforderung dar. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass erhöhte Risiken in einzelnen Projekten zu Belastungen führen. Im Geschäftsbereich "Rights & Distribution" werden in den drei Geschäftsfeldern "TV/Kino", "Musikverlag" und "Merchandising" weiterhin Umsätze moderat über dem aktuellen Niveau erwartet. Der Geschäftsbereich "Studios & Services" verzeichnet eine sehr gute Auslastung der Studiokapazitäten. Für den Planungszeitraum wird von einer stabilen Fortschreibung der Geschäftstätigkeiten in allen Geschäftsbereichen (Studiobetrieb, Dekobau und Postproduktion) sowie einer wachsenden Profitabilität ausgegangen. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden diverse Optimierungen in der Organisationsstruktur der Bavaria Studios Gruppe vollzogen mit Konzentrierung des operativen Studiogeschäfts und Dekorationsbaus in der Bavaria Studios GmbH. Es werden Umsatzerlöse moderat über dem aktuellen Geschäftsjahr erwartet. Der Geschäftsbereich "Immobilien", zu dem neben "Facility Management" und "Bavaria Filmstadt" auch die Cinema Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH gehört, erwartet stabile Umsätze. Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen voraussichtlicher Entwicklungen abweichen können, wenn sich die den zukunftsbezogenen Aussagen zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen sollten. 3.2 Risikobericht Das Controlling der Tochter- und wesentlichen Beteiligungsunternehmen erfolgt mittels der hierfür implementierten Instrumente (jährliche Unternehmensplanung, Quartalsberichterstattung, monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung, Finanz- und Liquiditätsstatus sowie Risikoberichte). Das Risikomanagementsystem dient der frühzeitigen Erkennung von externen und internen Risiken, um zeitnah geeignete Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Risiken einzuleiten. Gleichzeitig ist es ein Instrument der strategischen Unternehmensplanung und steuerung. Die Risikoidentifikation, Analyse und Behandlung erfolgt auf Basis der Ziele und Strategien, die im Rahmen der jährlichen Budget- und Investitionsplanung sowie in den Forecasts erfasst werden. Die Bewertung erfolgt in Bezug auf Abweichungen von quantitativen Zielen wie Umsatz, Aufwendungen und Ergebnis oder qualitativen Indikatoren. Diese Risikoanalyse sowie die übrigen Frühindikatoren des Risikomanagementsystems haben keine bestandsgefährdenden Risiken erkennen lassen. Ausführungen zu Markt- und Branchenrisiken Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs werden laufend von der Geschäftsführung überwacht. Die mittelbaren Folgen wie die weiter steigende Inflation, die erwartungsgemäß zu höheren Lohn- und Gagenforderungen führt, werden mit den Auftraggebern eng abgestimmt. Etwaige Liefer- und Beschaffungsengpässe werden durch möglichst frühzeitige Beauftragungen und entsprechend längerfristige Planungen abgefedert. Da die Situation insgesamt als volatil einzustufen ist, beurteilt die Geschäftsführung das damit verbundene Risiko als moderat bzw. gilt es als schwer einschätzbar. Die Risiken im Geschäftsbereich "Content" sind in der Gesamtmarktentwicklung und der Konkurrenzsituation auf dem Markt verortet. Ein rückläufiger Absatzmarkt könnte zu einer reduzierten Nachfrage der Produktionen der Bavaria Film Gruppe und somit zu einem Auftragsrückgang führen. Die künftige Entwicklung der Bavaria Film GmbH sowie ihrer Tochter- und Beteiligungsgesellschaften hängt auch davon ab, ob die augenblicklich produzierten Serien und Fernsehproduktionen in dieser Form und in diesem Umfang weiter in Auftrag gegeben werden. Ein weiteres Branchenrisiko ist die Abhängigkeit von wenigen Großkunden. Die Bavaria Film Gruppe erzielt ihren Hauptumsatz aus Aufträgen der beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF. Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung diese Risiken als moderat. Im Bereich "Rights & Distribution" besteht im Profitcenter Musikverlag das branchenübliche Risiko, dass sich das Abrechnungsschema der GEMA ändern könnte. Dieses Risiko wird als moderat beurteilt. Im Bereich "Studios & Services" ist die generelle Marktsituation weiterhin durch einen erhöhten Wettbewerb und einen damit verbundenen Preisdruck gekennzeichnet. Die Unternehmen des Bereichs "Studios & Services" sehen sich zunehmend gezwungen, in ihrer Preis- und Investitionspolitik diesem sich verstärkenden Wettbewerbsdruck zu begegnen. Auch diese Risiken werden von der Geschäftsführung als moderat beurteilt. Ausführungen zu finanziellen Risiken Die künftige Entwicklung des Bavaria Film Konzerns wird wesentlich davon abhängen, wie sich die Beteiligungs- und Tochterunternehmen wirtschaftlich entwickeln. Die künftigen Ergebnisrisiken werden von der Geschäftsführung hinsichtlich ihrer Bedeutung und Auswirkung als moderat beurteilt. Daneben können negative Entwicklungen bei Tochter- und Beteiligungsunternehmen zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen oder Wertberichtigungen auf Forderungen erforderlich machen. Die Geschäftsführung bewertet das Risiko möglicher Wertberichtigungen auf die Ansätze bei der Bavaria Film GmbH für die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen, Beteiligungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen als moderat. Für Ausfallrisiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch Pauschalwertberichtigungen auf offene Posten, soweit diese nicht gegenüber Sendeanstalten bestehen, Vorsorge getroffen. Spezielle Risiken aus Forderungsausfällen sowie aus Währungs- und Zinsschwankungen werden im Rahmen der Möglichkeiten durch den Abschluss von Devisentermingeschäften abgesichert. Da den derivativen Finanzinstrumenten regelmäßig in der vollen Höhe gegenläufige Grundgeschäfte gegenüberstehen, ergeben sich aus der Verwendung dieser Finanzinstrumente keine Risiken i. S. d. § 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Es bestehen steuerliche Risiken in abweichender Auslegung steuerlicher Regelungen und Vereinbarungen durch die Finanzbehörden. Risiken können sich insbesondere aus der laufenden steuerlichen Betriebsprüfung ergeben. Es besteht das Risiko von Steuernachforderungen und Zinszahlungen, hierfür wurden zum 31. Januar 2023 Rückstellungen gebildet. Risiken konkretisieren sich im Bereich der Bewertung von Koproduktionen sowie bei umsatzsteuerlichen Einschätzungen von Gewerken zur Filmproduktion oder im Bereich von Quellensteuern. Das allgemeine Altlastenrisiko bei den Grundstücken der Bavaria Film GmbH betrifft mögliche Kosten für Altlastenbeseitigung bei einer Neubebauung auf dem Betriebsgelände der Bavaria Film GmbH. Es besteht das geringe Risiko, dass weitere Altlasten auf dem Grundstücksbesitz der Gesellschaft entdeckt werden könnten, was zu einer entsprechenden Ergebnisbelastung führen könnte. Ausführungen zu operationellen Risiken Im Geschäftsbereich "Content" besteht das wesentliche Risiko, dass im Falle der Beendigung langlaufender Formate (Serien oder Reihen) eine solche Verringerung des Auftragsvolumens nicht zeitnah durch neue Akquisitionen ersetzt werden kann. Die Bavaria Film Gruppe sichert ihre Marktposition durch qualitativ attraktive Produktionen und kontinuierliches Development innovativer Formate. Bei langfristig angelegten Formaten wie Daily, Serie und Reihe sind gute Einschaltquoten Voraussetzung für Folgeaufträge. Die Pflege der eingeführten Marken und die Qualität der Produktionen hat daher hohe Priorität in der Herstellung von Programmen. Dem Budgetdruck begegnet die Bavaria Film Gruppe durch ständige Optimierung der Produktionsabläufe. Die Risiken werden von der Geschäftsführung als moderat beurteilt. Grundsätzlich kann im Bereich "Rights & Distribution" auch für die Zukunft nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich Verwertungsrisiken im Rechtestock konkretisieren. Dieses Risiko wird als gering beurteilt. Ein übergeordnetes Risiko im Geschäftsbereich "Studios & Services" sind Einsparungen innerhalb bzw. der Wegfall bestehender Produktionen sowie die Abhängigkeit von Hauptkunden. Durch die Modernisierungen der Studios in Geiselgasteig sowie eine ausgeprägte Kundenorientierung wird stetig versucht, Kundenwünsche und -anforderungen bestmöglich zu erfüllen. Entsprechend berücksichtigt die Investitionsstrategie eine weitere Optimierung der Kapazitäten zur Sicherstellung der sich stetig verändernden technischen Anforderungen. Diese Risiken werden von der Geschäftsführung als moderat beurteilt. Das für die operative Abteilung "Facility Management" bestehende Risiko der Standortattraktivität in Geiselgasteig insbesondere im Vergleich zu bundesweiten Wettbewerbern beurteilt die Geschäftsführung als gering. Unter anderem wegen des vergleichsweise geringen Gewerbesteuerhebesatzes zählt Grünwald zu den attraktivsten Standorten Deutschlands. Das Hauptrisiko der "Bavaria Filmstadt" ist grundsätzlich das Nichterreichen der geplanten Besucherzahlen, die in engem Zusammenhang mit den angebotenen Attraktivitäten stehen und darüber hinaus durch das getrübte Ausflugsverhalten der Besucher*innen beeinflusst ist. Dieses Risiko wird von der Geschäftsführung als moderat bewertet. Die Bavaria Film GmbH sieht sich verschiedenen Anforderungen des Energiewirtschaftsgesetzes gegenüber (z. B. buchhalterische Entflechtung, Aufstellung eines Tätigkeitsabschlusses, Gewährung eines Netzzugangs), sofern die von ihr betriebenen Energienetze nicht als Kundenanlage im Sinne des § 3 Nr. 24a EnWG oder § 3 Nr. 24b EnWG gelten. Die Gesellschaft vertritt den Standpunkt, dass das Netz der Bavaria Film GmbH als Kundenanlage einzustufen ist. Unabhängig von dieser Einschätzung prüft die Gesellschaft für die Zukunft Alternativen für den Netzbetrieb auf dem eigenen Gelände. Eine endgültige und rechtssichere Einschätzung zum derzeitigen Betrieb als Kundenanlage wird jedoch erst möglich sein, wenn sich die Regulierungsbehörde eindeutig positioniert und vor allem eine einschlägige Rechtsprechung vorliegt. Das Risiko wird unter Berücksichtigung externer Begutachtung als moderat eingestuft. Ausführungen zu Personalrisiken Es besteht in einzelnen Bereichen eine moderate Abhängigkeit von Schlüsselpersonen, was bei entsprechenden Ausfällen oder personellen Veränderungen zu einem Verlust von Know-how führen kann. Dieses Risiko wird als moderat bewertet. Durch den aktuell herrschenden Fachkräftemangel sowohl im IT- und Finanzbereich als auch in der Produktion und im kreativen Bereich ist es sehr schwer qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Gleichzeitig muss die Projektqualität jederzeit sichergestellt sein. Für neue Mitarbeiter*innen sind höhere Vergütungen zu bezahlen, ohne dass diese über Preiserhöhungen an die Auftraggeber weitergegeben werden können. Die Geschäftsführung bewertet das Risiko als moderat und investiert aktiv in die Weiterbildung sowie in das Recruiting, Personalentwicklung und Employer Branding. Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass Rechnungssteller bestimmter Berufsbilder durch die Sozialversicherungsträger als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eingestuft werden. Diese Einstufung kann regional unterschiedlich ausfallen. Ausführungen zu sonstigen Risiken Die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen, regulatorischen Standards sowie der weiteren in der Bavaria Film-Gruppe geltenden Standards und Verhaltenskodizes hat für die Bavaria Film GmbH und ihre Tochter- und Beteiligungsunternehmen im Wirkungskreis öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten eine hohe Bedeutung. Verstöße gegen diese Regularien finden eine besondere Aufmerksamkeit und können die Entwicklung der Gesellschaft beeinträchtigen. Dem wirkt die Gesellschaft durch ein entsprechendes Compliance Management entgegen. Das Risiko wird daher als gering beurteilt. Gesamtaussage Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Risikolage im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg erhöht hat. Unverändert besteht ein erhöhtes Risiko aus steuerlichen Sachverhalten im Rahmen laufender Betriebsprüfungen sowie aus laufenden Statusfeststellungsverfahren im Bereich der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Beauftragungssituation hat sich sowohl bei den öffentlich-rechtlichen Sendern als auch bei den Streamern spürbar angespannt. Das Risiko, dass langlaufende, umsatzstarke Formate (Serien oder Reihen) nicht verlängert werden und eine solche Verringerung des Auftragsvolumens nicht zeitnah durch die Akquisition neuer Aufträge ersetzt werden könnte, schätzt die Geschäftsführung angesichts des Kostendrucks auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der zunehmenden Ausrichtung der Streamer auf die Refinanzierbarkeit ihrer Formate als moderates Risiko mit in seiner möglichen Folgewirkung hohem Effekt ein. Alle übrigen genannten Risiken werden von der Geschäftsführung kontinuierlich kritisch beobachtet und verfolgt. Neben den genannten Risiken sind der Geschäftsführung keine weiteren bekannt, die zu einer wesentlichen negativen Entwicklung des Unternehmens führen können. Insbesondere sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Bavaria Film GmbH gefährden können. 3.3 Chancenbericht Die systematische Identifikation und Realisierung von Chancen ist unerlässlich, um den Konzernumsatz sowie das Konzernergebnis weiterhin auf hohem Niveau zu halten und die Profitabilität sowie das Wachstum weiter zu steigern. Das Chancenmanagement ist unmittelbar mit der Unternehmensplanung verknüpft, so dass identifizierte Chancen in die Planung eingehen. Für die Bavaria Film GmbH ergeben sich im Geschäftsbereich "Content" insbesondere Chancen durch die Akquisition neuer Formate, die Realisierung der sich in der Entwicklung befindlichen Projekte ihrer Tochter- und Beteiligungsunternehmen sowie die verstärkte Entwicklungstätigkeit im Bereich der internationalen Serien. Die hiermit verbundenen akquisitorischen Anstrengungen (Entwicklungstätigkeit, Pilotfilme, Mood-tapes) sind strategisch motiviert und können kurzfristig zu einer Ertragsbelastung führen, da solche Maßnahmen in der Regel nicht bilanziell aktivierbar sind, sondern im Aufwand verbucht werden. Der Markteintritt der Streamer hat den Markt positiv belebt und die Akquisitionsmöglichkeiten für Produktionsunternehmen vergrößert. Haupttreiber des Wachstums sind insbesondere Netflix, Amazon Prime und Sky sowie die Mediatheken der deutschen Free-TV-Sender. Die mittelbare Dynamisierung des Gesamtmarktes im Kampf um Zuschauermarktanteile erhöht die Nachfrage nach deutschsprachigen Originalprogrammen (local content). In der Bindung kreativer Kräfte wie Produzenten und Autoren an die Bavaria Film Gruppe an ihren verschiedenen Standorten liegt die Chance, das Portfolio an Programmangeboten zu verbreitern, zu verbessern und die verschiedenen Sendeplätze für fiktionales Programm gemäß ihren jeweiligen Anforderungen zu bedienen. Durch erfahrene und in der Branche gut vernetzte Produzenten besteht die Chance, für innovative Formatideen die geeigneten Kreativen zusammenzuführen und dementsprechende Akquisitionen voranzutreiben. Ebenso liegt im hohen Produktions-Know-how der Bavaria Film Gruppe eine Chance das produktionelle Potenzial mit den in den Tochter- und Beteiligungsfirmen verbundenen High Potentials stetig auszubauen. Chancen bestehen auch in der Teilnahme von Produktionen an Festivals und in der Nominierung für und im Erhalten von branchenrelevanten Preisen, die das Renommee der Produzent*innen und der Gesellschaft erhöhen und ihre Attraktivität für Kreative und Auftraggeber steigern. Im Abschluss möglichst langfristiger Verträge mit den Auftraggebern liegt die Chance auf eine bessere Planbarkeit und eine langfristige Pflege und Weiterentwicklung der Marken wie z. B. der Dailynovela "Sturm der Liebe" oder der Serie "In aller Freundschaft". Angesichts der Zunahme von Spartensendern und neuen Playern auf dem (digitalen) Markt wie beispielsweise "FAST Channel" liegt eine weitere Chance darin, auch für mögliche neue Auftraggeber attraktive Angebote zu konzipieren und sich mit Blick auf das veränderte Mediennutzungsverhalten sukzessive breiter aufzustellen. Die Bavaria Film Gruppe strebt an, das gesamte Content Portfolio abzudecken. In diesem Zuge ist auch die Akquisition der STORY HOUSE Gruppe zu sehen. Neben dem dominanten fiktionalen Arm des Content-Bereichs soll mit Factual Entertainment/Dokutainment/Infotainment ein neuer Bereich entstehen. Insgesamt ist im Markt eine hohe Nachfrage der Auftraggeber nach Show/Quiz, Factual Entertainment, Dokumentation/Infotainment sowie Short Content für Social Media / Mediatheken only festzustellen, so dass auch Wachstumserwartungen an die Akquisition geknüpft sind. Daneben sind am Markt Verschiebungen aus budgetären Gründen von fiktionalen Programmen zu nicht-fiktionalen Programmen feststellbar. Die Kompensation von potenziell wegfallenden, langlaufenden ertragsstarken Serien ist nur dann möglich, wenn es gelingt, auch im non-fiktionalen Bereich noch stärker aufgestellt zu sein. Im Geschäftsbereich "Rights & Distribution" liegen im Bereich Musikverlag Chancen im Zukauf weiterer Musikkataloge. Durch personelle Verstärkung im Bereich Ko-Finanzierung und Verwertung soll der Bereich sukzessive ausgebaut werden. Die Bavaria Media GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, durch Kompetenz in der Programmverwertung sowie exzellente Netzwerke mit Talenten, Autoren, Produzenten und internationalen Produktionspartnern eine attraktive Partneradresse für Verwertungsthemen zu werden. Durch moderne State of the Art-Studios und einen qualifizierten Dienstleistungsangebot für die bereichs- und standortübergreifende Kundenbetreuung besteht im Geschäftsbereich "Studios & Services" die Chance die seit vergangenem Jahr deutlich positive Ergebnisentwicklung weiter zu stabilisieren und auszubauen. Neben dem allgemeinen Trend hat auch die COVID-19-Pandemie die Nachfrage nach Studioproduktionen verstärkt. Dies trifft auf eine insgesamt begrenzte Kapazität von Studioflächen im Markt. Durch deutlich verbesserte finanzielle Rahmenbedingungen, durch bundesweite (BKM) sowie durch regionale Förderungen, insbesondere auch den FFF Bayern, erhöht sich die Attraktivität des Medien-Standortes Geiselgasteig sowie München und die Region Bayern für internationale fiktionale Produktionen (Kino/High End-Serien). Aktuell wird mit technologisch führenden Partnern die Möglichkeit eines LED-Studios evaluiert. Durch den im Geschäftsjahr 2021/22 realisierten Neubau des Bürogebäudes "Lichtspiel Loft" mit ca. 6.000 qm vermietbarer Fläche hat das Gelände in Geiselgasteig seinen Anspruch als moderner und führender Studio- und Medienstandort bestätigt. Die Immobilien der Bavaria Film sollen das Kerngeschäft unterstützen und einen stetigen Gewinnbeitrag durch optimale Geländenutzung und -verwertung leisten. Die kontinuierlichen Mieteinnahmen sollen auch zur Deckung der Pensionsverpflichtungen dienen. Nachhaltigkeit ist bereits in vielen anderen Industrien ein zentrales Thema, und auch in der Film- und TV-Branche ist die Transformation hin zu klimafreundlichen Produktionsbedingungen in vollem Gange. Die Bavaria Film GmbH ist Teil des Arbeitskreises Green Shooting, der erstmals einheitliche ökologische Standards für nachhaltige Film- und TV-Produktionen in Deutschland entwickelt hat. Zu diesen Standards hat die Bavaria Film GmbH eine verbindliche Selbstverpflichtung abgegeben und setzt diese seit Anfang 2022 mit allen Content-Töchtern in ihren Produktionen um. In dieser Zeit konnten bereits mehr als 25 Produktionen der Konzerngesellschaften mit dem Label "Green Motion" ausgezeichnet werden. Durch ihre nachhaltige Ausrichtung als "Green Studio" hat die Bavaria Film zudem einen internationalen Wettbewerbsvorteil als weitgehend klimaneutraler Produktionsstandort. Der Aspekt "Sustainability" soll zudem über den Produktionsbereich hinaus auf alle Konzernteile ausgerollt werden. Die Bavaria Fiction strebt hier als eine der ersten Produktionsfirmen bis 2024 eine betriebliche Umweltmanagement-Validierung für den Hauptsitz in Geiselgasteig durch das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) an. Darüber hinaus sieht die Bavaria Film Chancen im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie den stetig wachsenden Herausforderungen auch im administrativen Bereich noch besser gerecht zu werden und Prozesse effizienter und kostengünstiger abzubilden. Aktuell gibt es in der Bavaria Film eine Projektgruppe, die eine ganzheitliche Modernisierung, Digitalisierung und Optimierung der Prozesse der Shared Service-Bereiche der Bavaria Film Holding erarbeitet. Durch die Eliminierung von Sonderprozessen, erhöhte Automatisierung, Standardisierung und Vereinheitlichung von Prozessen werden Arbeitsschritte schneller und effizienter gestaltet, bei gleichzeitiger Reduzierung von Fixkosten. Aufgrund der oben aufgeführten Chancen sieht sich der Bavaria Film Konzern für die nächsten Jahre solide aufgestellt. Nach der Restrukturierung des Beteiligungsportfolios wird die Bavaria Film ihre Chancen nutzen, um weitere positive Ergebnisse zu erzielen und den Marktveränderungen mit äußerst motivierten Mitarbeitern in allen Geschäftsbereichen zu begegnen. Aufgrund der Heterogenität der Geschäftsfelder und der damit verbundenen Vielschichtigkeit der Aktivitäten ist jedoch nicht auszuschließen, dass es bei schnellen Marktveränderungen zu ungeplanten Entwicklungen in einzelnen Tochtergesellschaften kommen kann. 4. Gendererklärung Weibliche und männliche grammatikalische Formen sind gleichgestellt. Soweit in diesem Bericht personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt werden, dient dies ausschließlich der sprachlichen Vereinfachung. Die gewählte Form bezieht sich stets auf alle Personen unabhängig ihrer geschlechtlichen Einordnung. Der vorliegende Lagebericht wurde auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Daten und Unterlagen erstellt und beruht auf heutigem Kenntnisstand.
München, den 21. Juni 2023 Dr. Christian Franckenstein Julia Reuter KONZERN-BILANZ ZUM 31. JANUAR 2023BAVARIA FILM GMBH, MÜNCHENAKTIVA
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23
KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23BAVARIA FILM GMBH, MÜNCHEN1. Angewandte Vorschriften Der Konzernabschluss der Bavaria Film GmbH, München, wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des GmbHG aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Entwicklung des Eigenkapitals wird in einem Eigenkapitalspiegel gemäß DRS 22 in einer gesonderten Aufstellung dargestellt. Darüber hinaus wird eine Kapitalflussrechnung nach DRS 21 aufgestellt. Die Muttergesellschaft Bavaria Film GmbH, München wird beim Registergericht München unter der Nummer HRB 4834 geführt. Im Vorjahr wurde eine Änderung im GuV-Ausweis vorgenommen, um die Klarheit der wirtschaftlichen Aussage zu verbessern. Die Erträge aus Filmförderung wurden bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen, seit dem Geschäftsjahr 2021/2022 werden diese als Erlöse aus der Leistungserbringung den Umsatzerlösen zugeordnet. 2. Konsolidierungskreis und -stichtag Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtsjahr wie folgt verändert: Die Almaro Film und TV Produktions- und Vertriebs G.m.b.H. i.L. ist am 10.08.2022 erloschen. Die Bavaria Film Content GmbH hat die ausstehenden Anteile an der Produktionsgesellschaft Saar für elektronische Medien m. b. H. (ProSaar GmbH) erworben, die Gesellschaft wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 auf die Bavaria Film Content GmbH verschmolzen. Die Bavaria Communications GmbH wurde mit Wirkung zum 01.02.2022 auf die Bavaria Entertainment GmbH verschmolzen. Die BAVARIA STUDIOS Art Department GmbH wurde mit Wirkung zum 01.02.2022 auf die Bavaria Studios GmbH (vormals: Bavaria Production Services GmbH) verschmolzen. Die Bavaria Studios Holding GmbH (vormals: Bavaria Studios & Production Services GmbH) hat ihren operativen Geschäftsbetrieb ausgegliedert und als Kapitalerhöhung in die Bavaria Studios GmbH (vormals: Bavaria Production Services GmbH) eingebracht. Konsolidierte Unternehmen Zum 31. Januar 2023 wurden neben dem Mutterunternehmen, der Bavaria Film GmbH, folgende Gesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen (angegeben ist jeweils der Anteil der unmittelbaren Beteiligung, Enkelverhältnisse sind eingerückt dargestellt):
Zudem wurde die Produktionsgesellschaft Saar für elektronische Medien m. b. H. (ProSaar GmbH) aufgrund der Verschmelzung auf die Bavaria Film Content GmbH mit der Erfolgsrechnung vom 1. Februar 2022 bis 31. Dezember 2022 einbezogen. Nicht konsolidierte Beteiligungen Wegen untergeordneter Bedeutung (jeweils einzeln und in Summe) für den Konzernabschluss wurden folgende verbundene Unternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht einbezogen:
Darüber hinaus wurden folgende assoziierte Unternehmen wegen untergeordneter Bedeutung nach § 311 Abs. 2 HGB in den Konzernabschluss nicht einbezogen:
Konsolidierungsstichtag Der Konzernabschluss sowie die Abschlüsse der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt. Die Cinema Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald wurde mit ihrem Einzelabschluss zum 31. Dezember 2022 einbezogen. Auf die Erstellung eines Zwischenabschlusses wurde in Anwendung von § 299 Abs. 2 HGB verzichtet. 3. Anwendung von § 264 Abs. 3 HGB Jeweils mit Gesellschafterbeschluss vom 30. Juni 2022, 1. Juli 2022, 7. Juli 2022 sowie 28. Februar 2023 hat die Bavaria Film GmbH, München bzw. Bavaria Film Content GmbH, Grünwald, als Gesellschafterin der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen Bavaria Entertainment GmbH, Grünwald, Bavaria Film Content GmbH, Grünwald, Bavaria Media GmbH, Grünwald, und STORY HOUSE Productions GmbH, Berlin, der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung der Jahresabschlüsse und Lageberichte dieser Gesellschaften zugestimmt. Diese Gesellschaften werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung gemäß § 290 ff. HGB in den Konzernabschluss der Bavaria Film GmbH, München, einbezogen. Des Weiteren bestehen mit diesen Tochterunternehmen Ergebnisabführungsverträge. 4. Konsolidierungsgrundsätze Vollkonsolidierung Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften der §§ 300 ff. HGB sowie DRS 23 werden die Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen, d.h. an die Stelle der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile an den einbezogenen Tochterunternehmen treten die Vermögensgegenstände und Schulden der Tochterunternehmen. Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 HGB i.V.m. DRS 23. Demnach werden die konsolidierungspflichtigen Anteile mit dem auf sie entfallenden neubewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss verrechnet. Maßgebend für die Anschaffungskosten der konsolidierungspflichtigen Anteile und das auf sie entfallende Eigenkapital der Tochterunternehmen sind die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Bei der Verrechnung wurde das Eigenkapital mit dem Betrag angesetzt, der dem beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände und Schulden entspricht. Die sich aus der Erstkonsolidierung ergebenden aktiven Unterschiedsbeträge werden gemäß § 309 Abs. 1 HGB über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung von Geschäfts- oder Firmenwerten aus Vorjahren erfolgt nach Maßgabe des § 309 Abs. 1 Satz 1 HGB a. F. Schuldenkonsolidierung Gemäß § 303 HGB wurden Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen eliminiert. Aufwands- und Ertragskonsolidierung Bei der Konsolidierung wurden die Aufwendungen und Erträge aus gegenseitigen Geschäften der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gemäß § 305 HGB aufgerechnet. Eliminierung von Zwischenergebnissen Zwischenergebnisse, die bei konzerninternen Verkäufen von Gegenständen des Anlagevermögens entstanden sind, wurden insoweit eliminiert, als sie einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns besitzen, andernfalls erfolgte gemäß § 304 Abs. 2 HGB keine Berücksichtigung. Konzerninterne Verkäufe von selbst erstellten Auswertungsrechten wurden gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert, sofern mit der Entwicklung der selbst erstellten Rechte vor dem 31. Januar 2009 begonnen wurde. Latente Steuern Die Bildung der latenten Steuern erfolgt nach den gesetzlichen Vorschriften der § 274 HGB und § 306 HGB. Das Wahlrecht, im Konzernabschluss latente Steuern anzusetzen, die im Einzelabschluss nicht gebildet wurden, wird nicht wahrgenommen. 5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach den auf den Jahresabschluss der Bavaria Film GmbH, München, angewendeten Bewertungsmethoden einheitlich bewertet. Diese finden auch bei assoziierten Unternehmen Anwendung. Allgemeine Bewertungsgrundsätze Eigenproduktionen werden als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert, sofern mit ihrer maßgeblichen Entwicklung nach dem 31. Januar 2009 begonnen wurde. Der Zugang wird mit den Herstellungskosten zu Vollkosten bewertet. Von den Einzelkosten werden Eigenleistungen der Gesellschaft zu Ist-Kosten angesetzt. Aktivierungsfähige Gemeinkosten werden in den Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Produktionen berücksichtigt. Zinsen für Fremdkapital werden aktiviert, sofern sie im Rahmen einer externen Projektfinanzierung angefallen sind. Erträge aus Filmförderung werden direkt von den Anschaffungskosten abgezogen, in entsprechender Höhe werden keine Zugänge an selbst erstellen immateriellen Vermögensgegenständen gezeigt. Die zum Stichtag angefallenen Herstellungskosten werden entsprechend DRS 24.62f. anteilig zu den geschätzten Erlösen den verschiedenen aus der Produktion entstehenden Teilrechten zugeordnet. Bereits veräußerte und zur kurzfristigen Veräußerung bestimmte Teilrechte werden im Vorratsvermögen ausgewiesen, langfristig im Unternehmen verbleibende Teilrechte im Anlagevermögen. Die Abschreibung erfolgt erlösabhängig in Abhängigkeit der vereinnahmten Erlöse. Eigenproduktionen, mit deren Entwicklung vor dem 1. Februar 2009 begonnen wurde, werden als selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gemäß § 248 Abs. 2 HGB a. F. nicht aktiviert. Verwertungsrechte, die sich aus Eigenanteilen an Auftragsproduktionen ergeben, sowie selbst erstellte Software werden in Ausübung des Wahlrechts nach § 248 Abs. 2 S. 1 HGB nicht als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Abnutzbare Anlagegegenstände werden linear über die planmäßige Nutzungsdauer abgeschrieben. Dabei wird in der Regel die kürzeste zulässige Nutzungsdauer der jeweils anzuwendenden amtlichen steuerlichen AfA-Tabellen zugrunde gelegt, soweit dies der wirtschaftlichen Nutzungsdauer entspricht. Die Abschreibung im Zugangsjahr erfolgt pro rata temporis. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Entgeltlich erworbene Auswertungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet und über eine Nutzungsdauer entsprechend der Vertragslaufzeit abgeschrieben, darüber hinaus werden Abschreibungen in Abhängigkeit der vereinnahmten Erlöse vorgenommen. Die Abschreibung erfolgt im Zugangsjahr pro rata temporis. Soweit die Auswertungsrechte mit Auswertungssperren versehen sind, wird der Abschreibungsbeginn auf den Zeitpunkt des Auslaufens der Auswertungssperre gelegt. Bei eingeschränkter Verwertungsmöglichkeit der Auswertungsrechte werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Entgeltlich erworbene Verlagsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet und über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren linear pro rata temporis abgeschrieben. Dabei erfolgt die Bestimmung der Anschaffungskosten entsprechend DRS 24 durch die Aufteilung auf Anlage- und Umlaufvermögen mit Hilfe einer Erlösschätzung. Die aktivierungsfähigen Bestandteile der Implementierungskosten werden bei SaaS-Produkten analog zu Mietereinbauten aktiviert und als immaterielles Anlagevermögen angesetzt. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der vereinbarten Mindestvertragslaufzeit. Die Abschreibung von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Das Sachanlagevermögen wird mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und, soweit abnutzbar, linear über die planmäßige Nutzungsdauer abgeschrieben. Dabei wird in der Regel die kürzeste zulässige Nutzungsdauer der jeweils anzuwendenden amtlichen steuerlichen AfA-Tabellen zugrunde gelegt, soweit dies der wirtschaftlichen Nutzungsdauer entspricht. Zugänge werden pro rata temporis abgeschrieben. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Es erfolgt keine Berücksichtigung von allein steuerrechtlich begründeten Wertansätzen. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau werden zu Nennwerten angesetzt. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Wurde bei einem Vermögensgegenstand eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen und stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung zugeschrieben. Der Ansatz von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen erfolgt zum anteiligen Eigenkapital. Die Ausleihungen sind mit dem Nennwert bewertet. Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips. Als Anschaffungskosten gelten die durchschnittlichen Einstandspreise abzüglich Abwertungen aufgrund des strengen Niederstwertprinzips. Bei den Herstellungskosten werden Eigenleistungen (Hallen- und Gerätemieten, Personaleinsatz u.a.) der Gesellschaft zu Ist-Kosten angesetzt. Aktivierungspflichtige Gemeinkosten werden in den Herstellungskosten berücksichtigt. Zinsen für Fremdkapital werden aktiviert, sofern sie im Rahmen einer externen Projektfinanzierung angefallen sind. Für bestehende Verwertungsrisiken werden die erforderlichen Abwertungen vorgenommen. Bereits vereinnahmte Filmfördererträge mindern über die Bestandsveränderung das Vorratsvermögen. Erhaltene Anzahlungen werden auf der Passivseite ausgewiesen und nicht von den Vorräten abgesetzt. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden zu Nennwerten angesetzt. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bewertet. Für erkennbare Einzelrisiken werden Wertberichtigungen gebildet. Dem allgemeinen Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips. Die liquiden Mittel sind mit dem Nennwert bewertet. Als Rechnungsabgrenzungsposten gem. § 250 HGB sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die latenten Steuerabgrenzungen enthalten die sich nach § 306 HGB ergebenden Beträge. Diese werden auf der Basis unternehmensindividueller Steuersätze berechnet. In den Abschlüssen der einbezogenen Unternehmen wird ein sich rechnerisch ergebender aktiver Überhang an latenten Steuern nach dem Wahlrecht des § 274 HGB einheitlich nicht angesetzt. Das Eigenkapital wird mit dem Nominalwert ausgewiesen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit den Barwerten für laufende Renten angesetzt, die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit einem laufzeitäquivalenten Zinsfuß von 1,78 % ermittelt werden. Dieser Zinssatz ergibt sich aus dem gemäß § 253 HGB n.F. verlängerten Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Dabei wurde von dem Wahlrecht des § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht, pauschal den Marktzins für eine Restlaufzeit von 15 Jahren heranzuziehen. Als Bewertungsverfahren wird das modifizierte Teilwertverfahren nach Engbroks verwendet, die Rechnungsgrundlagen basieren auf den Wahrscheinlichkeitswerten nach den RICHTTAFELN 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen sind mit 0,69 % p.a. berücksichtigt, künftige Rentensteigerungen mit 2,20 %. Die Übergangsregelung des Art. 67 Abs. 1 EGHGB bezüglich der Verteilung der durch die rechtlichen Änderungen notwendigen Zuführung über maximal 15 Jahre wird in Anspruch genommen. Die Zuführung wird im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen gemäß § 249 Abs. 1 HGB sind in der Höhe gebildet, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dem Erfüllungsbetrag entspricht. Soweit die Restlaufzeit über einem Jahr liegt, erfolgt eine Abzinsung mit dem durch die Deutsche Bundesbank ermittelten Zinssatz für die jeweilige Laufzeit. Von dem Wahlrecht, zum 31. Januar 2009 vorhandene, nicht mehr zulässige Aufwandsrückstellungen nach den für sie geltenden rechtlichen Regelungen bis zu ihrer Inanspruchnahme beizubehalten, wurde Gebrauch gemacht. Sämtliche Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten gem. § 250 HGB sind auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Umsatzerlöse Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt bei seriellen Produktionen nach Abnahme durch den Kunden bei Erfüllung aller Voraussetzungen sowie im Rahmen der jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen. Filmförderung Die zustehenden, aber noch nicht ausgezahlten, bedingt rückzahlbaren Filmförderungsdarlehen und die nicht rückzahlbaren Zuschüsse werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad der Filme anteilig als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aktiviert. Diese noch nicht ausbezahlten Beträge entstehen rechtlich erst mit der tatsächlichen Einhaltung der Förderbedingungen. Der Fertigstellungsgrad bemisst sich aus dem Verhältnis der zum Stichtag bereits angefallenen Kosten zu den kalkulierten Gesamtkosten. Die als realisiert geltenden Fördermittel werden unter den Umsatzerlösen ausgewiesen und mindern korrespondierend über die Bestandsveränderung die unfertigen Erzeugnisse. Die ertragswirksame Vereinnahmung von bedingt rückzahlbaren Filmförderungsdarlehen erfolgt auf Basis des vorliegenden Bewilligungsbescheids. Die generierten nicht rückzahlbaren Referenzmittel werden vereinnahmt, wenn alle gemäß den Richtlinien der Filmförderer erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Bei den erhaltenen Filmförderungsdarlehen handelt es sich um aufschiebend bedingt rückzahlbare Verbindlichkeiten. Ist der Eintritt der Rückzahlungsbedingung aufgrund bereits erzielter Verwertungserlöse hinreichend wahrscheinlich, wird in Höhe der erwarteten Rückzahlungsverpflichtung eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet. In Höhe der gewährten, bedingt rückzahlbaren Förderdarlehen erfolgt der Ausweis der entsprechenden Beträge unter den Eventualverbindlichkeiten im Anhang. Diese vermindern sich in dem Maß wie Rückzahlungsverpflichtungen eintreten oder aufgrund der jeweiligen Bedingungen der Förderverträge im Zeitablauf entfallen. Währungsumrechnung Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Mittelkurs zum Stichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Einstandskurs oder zum niedrigeren (Forderungen) bzw. höheren (Verbindlichkeiten) Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Rundung von Zahlenangaben Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können. 6. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Aufgliederung des Konzernanlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr (Angaben in TEUR):
Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der STORY HOUSE Productions GmbH sowie der STORY HOUSE Pictures GmbH wird über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Firmenwert spiegelt langfristig orientierte Kundenbeziehungen wider. Der Geschäfts- oder Firmenwert der Verschmelzung der Colonia Media Filmproduktionsgesellschaft mbH, Köln auf die Bavaria Fernsehproduktion GmbH wird über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Firmenwert spiegelt langfristig orientierte Kundenbeziehungen wider. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der Anteilsmehrheit an der Bavaria Fiction GmbH, Grünwald wird über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Firmenwert spiegelt langfristig orientierte Kundenbeziehungen wider. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der Anteilsmehrheit an der Enterprises Sonor Musik GmbH, Grünwald wird über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Firmenwert spiegelt den langfristigen Charakter der Musikrechte wider. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Verschmelzung der Anteile an der Bavaria Entertainment GmbH, Köln mit der wellenreiter.tv GmbH, Köln wird über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Firmenwert spiegelt langfristig orientierte Kundenbeziehungen wider. Das Konzernanlagevermögen wird ohne steuerliche Sonderabschreibungen bewertet, die in der Vergangenheit in den Einzelabschlüssen gemäß § 6b EStG vorgenommen wurden. Daraus entstanden im Vergleich zu den Einzelabschlüssen zusätzliche Abschreibungen auf Sachanlagen von TEUR 143. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.207 (Vorjahr: TEUR 869) enthalten. In den ausgewiesenen Forderungen des Vorjahres gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 16 enthalten. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Ansprüche auf noch nicht ausgezahlte Förderdarlehen und nicht rückzahlbare Zuschüsse in Höhe von TEUR 1.176 (Vorjahr: TEUR 703), die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Von den flüssigen Mitteln unterliegen TEUR 96 Verfügungsbeschränkungen. Konzerneigenkapital Die Veränderung des Konzerneigenkapitals gemäß DRS 22 ist in einer gesonderten Anlage dargestellt. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage besteht in Höhe von TEUR 3.330 nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB und in Höhe von TEUR 122 nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. Konzernbilanzgewinn Die Geschäftsführung schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn des Mutterunternehmens zum 31. Januar 2023 eine Ausschüttung in Höhe von TEUR 4.499 vorzunehmen. Rückstellungen Die Pensionsrückstellungen wären bei Verwendung des Zinssatzes, der sich aus dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre ergibt, um TEUR 1.104 höher anzusetzen als unter Zugrundelegung des Zinssatzes der entsprechend der gesetzlichen Vorgaben verwendeten Durchschnitts der letzten zehn Jahre. In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre. Von den Pensionsrückstellungen sind TEUR 28 in Übereinstimmung mit der Übergangsregelung des Art. 67 Abs. 1 EGHGB nicht in den passivierten Beträgen enthalten. Diese werden spätestens bis zum 31. Januar 2024 über die Geschäftsjahre verteilt zugeführt. Die sonstigen Rückstellungen decken im Wesentlichen Kosten für Erlösbeteiligungen (TEUR 8.792), Personalkosten (TEUR 8.380), Kosten für ausstehende Rechnungen (TEUR 4.138), Prozessrisiken und Schadenersatzansprüche (TEUR 698), Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten (TEUR 684), Rückbauverpflichtungen (TEUR 635) sowie unterlassene Instandhaltung (TEUR 250) und andere bis zum Bilanzstichtag entstandene Aufwendungen sowie betriebstypische Risiken ab. In den sonstigen Rückstellungen sind nach neuem Recht (BilMoG) nicht mehr zulässige Rückstellungen von TEUR 281 enthalten, die gemäß der Übergangsvorschrift des Art. 67 Abs. 3 EGHGB beibehalten werden. Verbindlichkeiten
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben TEUR 2.440 eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Insgesamt hat der Konzern auf das Betriebsgelände der Bavaria Film GmbH, München, Grundschulden in Höhe von TEUR 33.165 zur Besicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestellt. In den ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 342 (Vorjahr: TEUR 391) enthalten. In den ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten. Latente Steuern Es bestehen in den folgenden Positionen Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die zu aktiven latenten Steuern führen: Sachanlagen, Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Pensionsrückstellungen sowie sonstige Rückstellungen. Darüber hinaus bestehen Verlustvorträge aus Körperschaft- und Gewerbesteuer und Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen. Weiter bestehen Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die zu passiven latenten Steuern führen bei immateriellem Anlagevermögen, Sachanlagen, sonstigen Rückstellungen sowie aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen. Die Bildung der latenten Steuern erfolgt nach den gesetzlichen Vorschriften der §§ 274 und 306 HGB. Die Berechnung der Latenzen erfolgt auf der Basis unternehmensindividueller Steuersätze. Für die deutschen Gesellschaften wird die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag mit 15,8 % angesetzt. Für die Gewerbesteuer werden aufgrund unterschiedlicher Hebesätze zwischen 8,4 % und 17,2 % berücksichtigt. Für die österreichischen Gesellschaften gilt ein Steuersatz von 25,0 %. Die latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:
7. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Geschäftsbereiche (Angaben in TEUR):
Die im Ausland erzielten Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 19.816. Sonstige betriebliche Erträge Von den sonstigen betrieblichen Erträgen entfallen TEUR 813 auf Vorfälle von außergewöhnlicher Größenordnung oder außerordentlicher Bedeutung, die sämtlich periodenfremd sind. Sie betreffen vorrangig Rückstellungsauflösungen im Zusammenhang mit steuerlichen Außenprüfungen. Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen weitere periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 2.001 enthalten, die im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren. Materialaufwand Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres beträgt TEUR 15.396 und entfällt vollständig auf Entwicklungskosten. Eine Aktivierung in den selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens fand im Berichtsjahr nicht statt. Personalaufwand Vom Personalaufwand entfallen TEUR 1.445 auf Vorfälle von außergewöhnlicher Größenordnung oder außerordentlicher Bedeutung, diese betreffen die Altersversorgung von Mitarbeitern. Abschreibungen In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 179 (Vorjahr: TEUR 400) enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen TEUR 1.748 auf Vorfälle von außergewöhnlicher Größenordnung oder außerordentlicher Bedeutung und entfallen auf Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen, steuerliche Außenprüfungen, Schadenersatzverpflichtungen sowie die anteilige Zuführung zu den Pensionsrückstellungen entsprechend der Übergangsregelung des Art. 67 Abs. 1 EGHGB. Darin enthalten sind TEUR 264 an periodenfremden Aufwendungen. Darüber hinaus sind weitere periodenfremde sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 574 angefallen, die wesentlich auf periodenfremde Umsatzsteuer entfallen. Zinserträge Es sind periodenfremde Erträge aus der Abzinsung in Höhe von TEUR 159 angefallen Zinsaufwendungen Von den Zinsaufwendungen entfallen TEUR 746 auf Vorfälle von außergewöhnlicher Größenordnung oder außerordentlicher Bedeutung und betreffen die Aufzinsung von Pensionsrückstellungen sowie Zinsen aus Steuernachzahlungen. Darin enthalten sind periodenfremde Zinsenaufwendungen von TEUR 35. Darüber hinaus sind weitere periodenfremde Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 55 angefallen. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag In den Ertragsteuern sind periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von TEUR 1.165 enthalten. Fremdanteile am Ergebnis Die Fremdanteilen am Jahresergebnis entfallen vollständig auf Anteile am Jahresüberschuss. 8. Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds umfasst entsprechend DRS 21 ausschließlich die liquiden Mittel (Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich Kontokorrentverbindlichkeiten bei Kreditinstituten), da die Konzernmutter nicht in einem Cashpool-Verhältnis mit einer übergeordneten Gesellschaft steht. Aufwendungen und Erträge aus Sachverhalten von außergewöhnlicher Größenordnung oder außerordentlicher Bedeutung sind im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit regelmäßig unter der Position "Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung" ausgewiesen, auch wenn sie ebenso anderen Positionen zuordenbar wären (z.B. "Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens"). Die Zusammensetzung der Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung in der Kapitalflussrechnung in den Zeilen 10, 12 und 13 ist den jeweiligen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang zu entnehmen. 9. Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse Die Bavaria Film GmbH, München, hat Produktionserfüllungsbürgschaften für verbundene Unternehmen gegenüber auftraggebenden Sendeanstalten übernommen. Die Inanspruchnahme beträgt zum Stichtag TEUR 18.517 (Vorjahr: TEUR 27.306). Das ZDF bürgt gegenüber der Zusatzversorgungskasse der Bayerischen Gemeinden für Verbindlichkeiten der Bavaria Studios Holding GmbH. Die Bavaria Film GmbH hat sich über eine Rückbürgschaft verpflichtet, dem ZDF eventuell aus dieser Bürgschaft entstehende Ansprüche zu ersetzen, soweit diese auf Altersversorgungsbeiträge von Beschäftigten zurückgehen, die entweder von der Bavaria Film GmbH auf die Bavaria Studios Holding GmbH übergegangen oder nach dem 1. Juli 1997 bei der Bavaria Studios Holding GmbH neu eingestellt worden sind. Aus Bankbürgschaften bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von TEUR 1.562 (Vorjahr: TEUR 44). Da zurzeit keine Tatsachen bekannt sind, die auf eine Inanspruchnahme der einbezogenen Gesellschaften aus den angeführten Haftungsverhältnissen hinweisen, wird nicht von einer Inanspruchnahme ausgegangen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus bedingt rückzahlbaren Film- und Verleihförderungen (TEUR 14.470) sowie aus Miet- und Leasingverhältnissen (TEUR 4.696). Die oben angegebenen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen umfassen Zahlungsverpflichtungen, denen sich die Gesellschaft bis zum nächstmöglichen Kündigungszeitpunkt des jeweils zugrunde liegenden Vertrags nicht entziehen kann. Derivative Finanzinstrumente Im Berichtsjahr wurden durch Devisentermingeschäfte künftige Mittelabflüsse in Höhe von TEUR 528 abgesichert, dies entspricht der erwarteten Höhe der Verbindlichkeiten. Zum Stichtag ergibt sich ein negativer Marktwert in Höhe von TEUR 13. Aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten wird in Höhe der negativen Marktwerte keine Rückstellung gebildet. Die Parameter des zu sichernden Grundgeschäfts (Nominalbetrag, Währung, Laufzeit) und des Sicherungsgeschäfts entsprechen sich weitestgehend, sodass sich individuelle gegenläufige Wertänderungen oder Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäften weitestgehend gegenseitig aufheben. Auf diese Weise ist bereits bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts eine auf Dauer wirksame Sicherungsbeziehung erkennbar. Für die bilanzielle Abbildung wird die sogenannte Einfrierungsmethode verwendet. Hierbei werden die sich auf Basis des abgesicherten Risikos kompensierenden Zahlungsstromänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument nicht bilanziert. Objektnetz Die Bavaria Film GmbH betreibt auf dem räumlich zusammengehörenden Betriebsgelände in Geiselgasteig ein eigenständiges Mittel- und Niederspannungsnetz. Die Gesellschaft vertritt den Standpunkt, dass wesentliche Argumente dafürsprechen, dass die tatbestandsrechtlichen Voraussetzungen des § 3 Nr. 24a EnWG als erfüllt anzusehen sind und das Netz der Bavaria Film GmbH als Kundenanlage einzustufen ist. Nach dieser Rechtsauffassung finden die Regulierungsvorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes von vorneherein keine Anwendung. Daher hat die Bavaria Film GmbH die ergänzenden Vorschriften zur Rechnungslegung gemäß § 6b EnWG nicht angewendet. Honorar des Konzernabschlussprüfers Im Berichtsjahr wurden aus Honoraren des Abschlussprüfers, der Rödl & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, Aufwendungen erfasst, die für die folgenden Tätigkeiten angefallen sind (Angaben in TEUR):
Mitarbeiter Während des Geschäftsjahres waren im Durchschnitt 1.555 Arbeitnehmer beschäftigt, davon 938 projektbezogen befristet Beschäftigte. Bezüge der Geschäftsführung des Mutterunternehmens Hinsichtlich der Angabe der Geschäftsführerbezüge wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Bezüge des Aufsichtsrats Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats belief sich im Geschäftsjahr auf TEUR 241. Bezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung Die für die ausgeschiedene Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen gebildeten Pensionsrückstellungen beliefen sich auf TEUR 5.622, die laufenden Pensionen auf TEUR 538.
München, den 21. Juni 2023 Dr. Christian Franckenstein Julia Reuter KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023
KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Bavaria Film GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Bavaria Film GmbH, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Januar 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Februar 2022 bis zum 31. Januar 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bavaria Film GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Februar 2022 bis zum 31. Januar 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 21. Juni 2023 Rödl
& Partner GmbH
Mainka-Klein, Wirtschaftsprüfer Klopf, Wirtschaftsprüferin Der Konzernabschluss zum 31.01.2023 wurde am 05.07.2023 gebilligt. |
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