Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 31785
Eingetragen
1.9.2022
Branche
Herstellung von Batterien und AkkumulatorenElektrizitätshandelGroßhandel mit Photovoltaikmodulen
Gegenstand
die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Batteriespeichersystem und von Ladeinfrastrukturen sowie der Energiehandel.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Simon Schandert
seit 1.9.2022
Vorstandsmitglied
Daniel Hannemann
seit 1.9.2022
Vorstandsmitglied

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (6)

Ungelöste Beteiligungen (5)

Gesellschafter
Beta

5 von 10 Anteilseignern sichtbar

Name
Ort
Anteil
Daniel Hannemann
Lutherstadt Wittenberg
40.25%
IBG Risikokapitalfonds III GmbH & Co. KG
Germany
21.49%
S**** S********
11.88%
Liechtenstein Invest Deutschland Holding GmbH
Germany
9.06%
M****** F*********
6.86%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

TESVOLT AG

Lutherstadt Wittenberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftsmodell und Struktur der Gesellschaft

Die TESVOLT AG ist ein Anbieter von stationären Energiespeicherlösungen sowie Lösungen zur dezentralen Nutzung regenerativ erzeugter grüner Energie für gewerbliche und industrielle Kunden 1 und Netzanwendungen (Commercial & Industrial Market/ C&I). Der Sitz der Gesellschaft ist in Lutherstadt Wittenberg/ Deutschland. Die Geschäftstätigkeiten umfassen Forschung und Entwicklung, Produktion, die europaweite Vermarktung sowie die weltweite Projektrealisation von Energiespeicherlösungen für gewerbliche und industrielle Anwendungen.

TESVOLT fertigt seine Gewerbespeicherlösungen in seiner Gigafactory. Zusätzlich zu Verwaltung und Produktion am Hauptsitz in Lutherstadt Wittenberg/ Deutschland verfügt TESVOLT seit Frühjahr 2023 über eine weitere Produktion für Containerlösungen in Lutherstadt Wittenberg sowie über Bürostandorte in Berlin/ Deutschland, Leipzig/ Deutschland und im Raum Köln-Bonn/ Deutschland.

TESVOLT ist Hersteller von Batterie-Systemen, welche durch den TÜV zertifiziert sind. Sie bestehen aus einem eigenentwickelten Batterie-Management-System sowie aus Lithium-Batteriezellen/-modulen externer Anbieter. Das integrierte TESVOLT Battery Optimizer-System überwacht und steuert gezielt den Ladezustand der Zellen, was neben anderen Faktoren für einen besonders hohen Wirkungsgrad der TESVOLT Batteriespeicher von bis zu 98 Prozent sorgt. In Kombination mit einer Active Power Unit und dem dadurch ermöglichten Batteriemonitoring bietet TESVOLT Batteriemanagement-Komponenten zur Optimierung der Performance.

In der Fertigung verfolgt TESVOLT ein mehrstufiges Qualitätssicherungskonzept. Im Rahmen unserer teilautomatisierten Teststrecke und Zyklisierungslinie wird jedes Batteriemodul gezielt be- und entladen und auf Unregelmäßigkeiten bezüglich Temperatur, Spannung und Innenwiderständen geprüft. Für größtmögliche Sicherheit sorgt im Anschluss die vollautomatisierte End-of-Line-Prüfung. Hierbei wird jede Batteriezelle geprüft, weniger leistungsstarke Batteriemodule werden aussortiert.

TESVOLT Energiespeicherlösungen stärken die Effizienz der Integration regenerativer Energien in Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft sowie bei Energieversorgern, da sie einen Ausgleich zwischen Erzeugern und Verbrauchern schaffen. Anwendungsbereiche sind bspw. die Erhöhung des Eigenverbrauchs, die Reduktion von Lastspitzen (sog. Peak Shaving), Frequenzregelleistungen zur Netzstabilisierung, die Gewährleistung von Versorgungssicherheit, die Sicherstellung von Ersatzstromfunktionalität, die Stromversorgung in netzfernen Gebieten sowie die Erreichung unternehmerischer Nachhaltigkeitsziele.

TESVOLT bedient die beiden Segmente "Front-of-the-Meter/ FTM" und "Behind-the-Meter/ BTM".

Im Segment FTM wird Strom von einem Erzeuger, bspw. durch einen Wind- oder Solarpark, erzeugt und gespeichert. Dies geschieht bevor der Strom durch das Netz geleitet wird und durch einen Stromzähler zum Verbraucher gelangt. Versorgungsunternehmen nutzen Gewerbespeicher als Pufferspeichersysteme, um die Volatilität der regenerativen Stromerzeugung auszugleichen und die Netzstabilität aufrechtzuerhalten.

Im Segment BTM werden TESVOLT Batteriespeichersysteme ",hinter dem Stromzähler" installiert. So wird bspw. regenerativ erzeugte Energie dort produziert, gespeichert und verbraucht, ohne einen Stromzähler zu passieren oder mit dem Stromnetz zu interagieren. Gewerbe und Industrie nutzen

Gewerbespeicher u.a. um Energiebedarfe trotz Volatilität erneuerbarer Energien flexibel und effizient gestaltet zu können.

1 Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

TESVOLT Energiespeichersysteme sind in Leistungsbereichen von 10 Kilowattstunden (kWh) bis in den oberen zweistelligen Megawatt-Stundenbereich (MWh) verfügbar. Sie kommen mit Anschlüssen an Hoch- oder Niedervolt sowie als On-Grid- oder Off-Grid-Lösungen zum Einsatz und eignen sich ausgezeichnet als Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. TESVOLT Lösungen sind sowohl für den Indoor- als auch den Outdoor-Einsatz verfügbar und sind modular erweiterbar.

In Kombination mit dem TESVOLT Energiemanagement-System (EMS) lassen sich alle Energieflüsse des Speichers sowie eingebundener Erzeuger und Verbraucher (bspw. Ladepunkte, Photovoltaik-Anlagen, Blockheizkraftwerke) sektorenübergreifend und standortunabhängig erfassen, steuern und überwachen. Die Einstellung individueller Betriebsführungsstrategien erlaubt es, unterschiedliche Anwendungen - wie bspw. Eigenverbrauchsoptimierung oder intelligente Lastspitzenkappung - zu kombinieren (Multi-Use) und das System so an die Bedürfnisse von Gewerbe und Industrie optimal anzupassen.

Der Vertrieb von TESVOLT erfolgt zweistufig über Installationspartner an die Anwender, im Großprojekt- und Maritim-Geschäft bieten wir Engineering-Leistungen und Produkte in Kombination direkt an und führen die Projektabwicklung beim B2B-Kunden durch. Zur fachgerechten Installation und Inbetriebnahme unserer TESVOLT Produkte beim Kunden bieten wir unseren Installations-Partnern vertiefendes Expertenwissen der sogenannten TESVOLT Academy in Form von Präsenzkursen, Online-Seminaren und E-Learnings an. Unsere Partner erhalten ergänzend zu diesem Qualifizierungsprozess digital unterstützende Services, bspw. bei der Projektplanung oder der Inbetriebnahme, über das TESVOLT Partner Portal.

Hinsichtlich der Beteiligungsstruktur haben sich im Berichtsjahr Veränderungen ergeben. Im Rahmen der bestehenden Verträge in Bezug auf die Beteiligung an der Stercom Power Solutions GmbH, Weyarn/ Deutschland (im Folgenden: "Stercom") hat die TESVOLT AG weitere Geschäftsanteile erworben und ist mit 51,12 Prozent seither Mehrheitsgesellschafter, sodass Stercom nunmehr ein mit der TESVOLT AG verbundenes Unternehmen ist. Aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen besteht jedoch weiterhin kein beherrschender Einfluss der TESVOLT AG. Stercom verfügt über Expertise im Zell- und Batteriemanagement für gewerbliche Stromspeicher sowie über serienreife Produkte und Fertigungskapazitäten für On Board Charger (OBC) für Flur- und Baustellenfahrzeuge. Ziel des zusätzlichen Anteilserwerbs ist, seitens Stercom vorhandenes Know How noch stärker strategisch an TESVOLT zu binden. Stercom ist zudem ein für TESVOLT bedeutender Lieferant.

Darüber hinaus ist TESVOLT im Rahmen einer Minderheitsbeteiligung an der Wendeware AG, Kaiserslautern/ Deutschland mit einer gegenseitigen Liefer- und Leistungsbeziehung beteiligt. Wendeware ist ein innovativer Softwarehersteller im Bereich Energiemanagement. Die Beteiligung soll wichtige technologische Fortschritte im Bereich der Energiespeicherlösungen im Rahmen von TESVOLTs Wachstumsstrategie ermöglichen.

Neben den vorgenannten Beteiligungen hält TESVOLT seit Frühjahr 2023 zudem eine 100-prozentige Beteiligung an der neu gegründeten TESVOLT Real Estate ONE GmbH & Co. KG, die neben Stercom somit ebenfalls ein mit der TESVOLT AG verbundenes Unternehmen ist. Die Gesellschaft dient im Rahmen der Standorterweiterung TESVOLTs in Lutherstadt Wittenberg als Objektgesellschaft, über die die Finanzierung des Neubaus im Rahmen eines Leasingmodells dargestellt wird. Im Berichtsjahr 2023 verzeichnete die Gesellschaft noch keine bedeutende Geschäftstätigkeit.

1.2. Ziele und Strategien

Das grüne Rückgrat einer gelingenden Energiewende sind Lösungen, die dezentral gewonnene grüne Energie speichern und bedarfsgerecht zwischen Verbrauchern und Erzeugern managen. Der Anstieg regenerativer Energien bspw. aus Windkraftanlagen oder Photovoltaik führt witterungs- und jahreszeitenbedingt zu Schwankungen und einer Zunahme der Volatilität der Stromerzeugung. Die Integration von Flexibilitäten, wie beispielsweise Batteriespeicher, in die Energiemärkte stellt eine wichtige Maßnahme zur Entlastung des Stromnetztes sowie für eine stabile Energieversorgung dar.

TESVOLT Speichertechnologien schaffen unmittelbar einen Beitrag zur Energiewende und treiben die Dekarbonisierung der Wirtschaft (Commercial & Industrial Market/ C&I) voran. Als ,Green Link" schaffen unsere Lösungen die notwendigen Flexibilitäten zwischen dezentraler nachhaltiger Energieproduktion und bedarfsgerechtem wirtschaftlichen Verbrauch.

Unsere Unternehmensziele und die Geschäftsstrategie von TESVOLT richten sich konsequent an unserer Vision ,Für eine Welt, in der alle selbstbestimmt grüne Energie nutzen können' aus. Im Rahmen unserer jährlichen Budgetplanung erarbeiten wir entsprechend der Vision und Unternehmensstrategie die zu deren konkreten Umsetzung abgeleiteten operativen Maßnahmen für die folgenden drei Geschäftsjahre. In unterjährigen, quartalsweisen so genannten OKR-Runden ["O" = Objectives: qualitativ, "KR" = Key Results: quantitativ] erfolgen darüber hinaus Schärfung, Priorisierung und Controlling der Strategieausführung und Zielerreichung in den Unternehmensbereichen.

Unser Ziel ist es, differenzierende TESVOLT Lösungen schnell zur Marktreife zu bringen und unseren innovativen Marktvorsprung stetig auszubauen. Technologische Innovationen bieten und entwickeln wir dabei entlang der Produktsegmente Large Residential & Small Commercial, Commercial & Industrial und Small Utility mit Netzanschlusspunkten ,Behind the Meter/ BTM' und ,Front of the Meter/ FTM'.

Unsere Fertigungsstrategie sieht den konsequenten Ausbau der Eigenfertigung in der TESVOLT Gigafactory in solchen Bereichen vor, in denen wir durch selbst entwickelte Innovationen Mehrwert für unsere Kunden schaffen und uns am Markt gezielt von Wettbewerbern unterscheiden. Im Bereich stark standardisierter Commodities mit hohen Skaleneffekten setzt TESVOLT strategisch bevorzugt auf Effizienzvorteile starker Auftragsfertiger in Kombination mit eigenen typoffenen TESVOLT Systemen.

In Ergänzung zu unserem Kerngeschäft (Commercial & Industrial Market/ C&I) unterstreichen spezifische Anwendungen im Maritim-Bereich unsere Marktstellung. Im Berichtsjahr wurde TESVOLT für spezifische Anwendungen im Maritim-Bereich mit dem "Maritime Technology Award" anlässlich des ,Mediterranean Maritime Forums' sowie des ,Hamburg Maritime Forums' ausgezeichnet.

Unsere Internationalisierungsstrategie folgt dem Ziel, die Marke TESVOLT als Qualitäts- und Gattungsmarke für Gewerbe- und Industriespeichersysteme in Kernmärkten in Europa, Großbritannien sowie über strategische Handelspartner in Australien, Afrika und Südamerika auszubauen.

1.3. Steuerungssystem

Unternehmenssteuerung

Die Umsatzerlöse sowie der Rohertrag 2 stellen für TESVOLT die grundlegenden Steuerungskennziffern dar. Im Rahmen der Budgetierung und im daraus resultierenden Soll-Ist-Vergleich werden die Umsätze laufend überwacht.

Das EBITDA 3 stellt für den Vorstand eine geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft von TESVOLT dar.

Der Cashflow, als Kennzahl für Mittelherkunft und -verwendung sowie als Determinante der frei zur Verfügung stehenden liquiden Mittel, wird als eine weitere Steuerungskennzahl eingesetzt.

2 Handelsrechtliche Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand und Bestandsveränderung.
3 Betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern.

Vor dem Hintergrund der hohen Wachstumsdynamik des TESVOLT Geschäfts und der weiteren Internationalisierung wird zudem die Anzahl der Mitarbeitenden als bedeutsame nicht-finanzielle Steuerungsgröße herangezogen.

Darüber hinaus hat sich TESVOLT im Berichtsjahr mit den Themen zu ESG (Environmental, Social, Governance) auseinandergesetzt, erste Erkenntnisse gesammelt und erste Schritte im Sinne eines ESG-Reporting evaluiert. Daraus planen wir 2024 eine Weiterentwicklung unseres Kennzahlensystems, basierend auf den ESG-Erhebungen und den allgemeinen Steuerungskennzahlen.

Leitung und Kontrolle

TESVOLT ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung und die Entwicklung der langfristigen Unternehmenspolitik.

Vorsitzender des Vorstands/ CEO, TESVOLT-Gründer Daniel Hannemann, verantwortlich für Geschäftsentwicklung, Vertrieb, Skalierung, Digitalisierung.

Technikvorstand/ CTO, TESVOLT-Gründer Simon Schandert verantwortlich für Produkt- und Technologiestrategie, Forschung und Entwicklung sowie Personal.

Finanzvorstand/ CFO, Philipp Koecke verantwortlich für die strategische Finanzplanung, Investor Relations/ Kapitalmarktkommunikation.

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand und wirkt an herausgehobenen unternehmenspolitischen Entscheidungen bzw. zustimmungspflichtigen Geschäften mit. Er setzt sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender des Aufsichtsrats, Oliver Borrmann. Gründer und Managing Partner der bmp Ventures AG, die den IBG Risikokapitalfonds III des Landes Sachsen-Anhalt verwaltet, der in TESVOLT investiert ist.

Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Claudia Thonet. Gründerin und Geschäftsführerin von Claudia Thonet Agile Consulting. Eine Beratungsgesellschaft für Organisationsentwicklung, die TESVOLT im Rahmen der Transformation in ein agiles Unternehmen unterstützt hat und weiterhin in der Organisationsentwicklung berät.

Mitglied des Aufsichtsrats, Johannes Meran. Managing Partner und CEO der Liechtenstein Gruppe, die sich im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein befindet und sich im Rahmen der Finanzierungsrunde im Herbst 2021 an TESVOLT beteiligt hat.

Mitglied des Aufsichtsrats, Ralf Christian. Ehemaliger CEO der Siemens-Division Energy Management. In Führungspositionen hat er bei Siemens und General Electric über zwei Jahrzehnte die weltweite Energiewirtschaft mitgeprägt. Ralf Christian war zudem an der Gründung von Fluence Energy beteiligt, einem globalen Anbieter von Energiespeicherlösungen aus den USA.

Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig im Rahmen eines internen Reportings über die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft informiert. Grundlage in den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen waren unter anderem die Berichte des Vorstands zu den für das Unternehmen relevanten Schwerpunktthemen wie unter anderem zu Strategie, laufender Geschäftsentwicklung und wirtschaftlicher Situation, Finanz- und Investitionsplanung, Risikolage, Risikomanagement und Compliance.

Einmal jährlich findet eine ordentliche Hauptversammlung der TESVOLT AG statt, zu der die Aktionäre eingeladen werden und ihr Stimmrecht ausüben können.

Die TESVOLT AG ist einer verantwortungsvollen Unternehmenskultur (Corporate Governance) verpflichtet. TESVOLT sorgt mittels interner Compliance-Regelungen für die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und internen Regelungen. Die Aufstellung und Einhaltung interner Richtlinien ist dabei ein wesentliches Element der Unternehmensführung.

1.4. Forschung und Entwicklung

Auch im Geschäftsjahr 2023 mit Blick auf 2024/25 stand das Vorantreiben der nächsten technologischen Generation in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit, Schnittstellenlösungen und Ressourceneffizienz auf unserer Entwicklungsagenda.

Unser agiles Framework begünstigt im Rahmen von OKR-Zyklen eine klare Fokussierung der Arbeitsinhalte sowie eine hohe Flexibilität der Projektabläufe. Die tägliche, kurz getaktete Synchronisation innerhalb der Fachteams fördert die eng abgestimmte Zusammenarbeit. Die Kundenbedürfnisse werden primär über Product Owner (PO) berücksichtigt und finden sich in den Backlogs der Fachteams zur sprintbasierten Bearbeitung. Die iterative Arbeit in Inkrementen fördert eine schnelle gemeinsame Reife zwischen den einzelnen Gewerken und begünstigt eine zeitsparende Abwicklung von Entwicklungsprojekten sowie eine schnelle Markteinführung neuer Produkte und Services.

Die strukturierte Beobachtung von Second-Source-Optionen sowie das frühzeitige Erkennen von Veränderungen und Potentialen im Batteriezellbereich nehmen darüber hinaus einen strategisch hohen Stellenwert unserer Entwicklungsarbeit ein. Die Steigerung der Automatisierung in der Systemverifikation - teils im virtuellen Umfeld - begünstigt eine hohe Entwicklungs-Geschwindigkeit. Supplier Assessments begünstigen zudem die Verbindlichkeit in der Qualitätssicherung unserer TESVOLT Produkte.

Mit dem Ziel einer optimalen Betriebsführung und maximalen Wirtschaftlichkeit für gewerbliche Kunden wurden auch im Berichtsjahr wieder kontinuierliche Produktaufwertungen bspw. in Bezug auf Stabilität und Betriebsrobustheit sowie Firmware-Updates unternommen.

Überdies nahmen im Berichtsjahr die Erfüllung hoher Sicherheitsstandards sowie die Zertifizierung der eingesetzten Kombinationen von Komponenten und Bauteilen untereinander einen wichtigen Stellenwert der Arbeit unserer Entwicklungsteams ein. Das mehrstufige TESVOLT Sicherheitskonzept erfüllt im Wettbewerbsvergleich hohe Sicherheitsanforderungen. Auf Systemebene überwacht das TESVOLT Batterie-Management-System zudem die Spannung jeder einzelnen Zelle. Das Gesamtsystem unterliegt damit einer ständigen Plausibilitätsüberwachung: Wird der normierte Bereich verlassen, wird das System automatisch in einen sicheren Zustand überführt.

Im Ergebnis konnte TESVOLT 2023 als einer der wenigen Hersteller am Markt, die Sicherheit seiner Stromspeicher für Gewerbe und Industrie mit der Zertifizierung des unabhängigen Prüfinstituts TÜV Rheinland belegen. Das Zertifikat nach IEC 62619 bestätigt die elektrische sowie funktionale Sicherheit der europaweit verfügbaren Produkte. Ergänzend zu Tests zur funktionalen und elektrischen Sicherheit wurden auch Brandversuche, Abuse-Tests und Verbundtests durchgeführt, die das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten überprüft haben. TESVOLT setzt sich zusammen mit anderen Qualitätsherstellern in Gremien wie dem Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) sowie auf europäischer Normungsebene dafür ein, dass zusätzliche Zertifizierungen und Prüfungen Pflicht für Hersteller werden.

Für Gewerbekunden in hochsensiblen Umgebungen mit speziellen Umweltauflagen - wie etwa in Wasserschutzgebieten oder Regionen mit Waldbrandgefahr - entwickelten wir gemeinsam mit unserem Partner DENIOS SE, Bad Oeynhausen/ Deutschland die Produktserie POWER SAFE in der Range von 80 kWh bis hin zu großen MW-Energiespeichern.

Das TESVOLT Leistungsklasse-Portfolio konnte 2023 mit Produktentwicklungen im Segment Large Residential & Small Commercial sowie im Bereich der containerbasierten Speichersysteme im MWh-Bereich skaliert werden.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt folgt der Idee, das Potential installierter Batteriespeichersysteme durch Einbindung in ein Speicherverbundkraftwerk (virtueller Großspeicher/ Virtual Power Plant) zu nutzen und unseren Kunden neue Vermarktungsformen für Speicher mit mehr Flexibilität zu ermöglichen.

Im Geschäftsjahr 2023 fielen bei TESVOLT insgesamt Forschungs- und Entwicklungskosten von EUR 4,8 Mio. (Vorjahr: EUR 3,0 Mio.) an. Hiervon wurden im Geschäftsjahr 2023 Entwicklungskosten in Höhe von EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1,8 Mio.) aktiviert. Durchschnittlich beschäftigte TESVOLT im Berichtsjahr 35 (Vorjahr: 19) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung.

1.5. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

TESVOLT folgt mit Kultur, Abläufen, Werten, Prinzipien und Handlungen einer agilen Unternehmensorganisation.

Dem Ziel folgend, die agile Organisationsstruktur entlang des Unternehmenswachstums hinsichtlich Kundenfokussierung, Innovationskraft und Internationalisierung maximal skalierbar zu gestalten, wurde im Berichtsjahr der Roll-out einer holakratischen Organisationsstruktur gestartet, die in 2024 vollständig implementiert wird. Schlanke Prozesse, flexible Strukturen, geteilte Führung als zentrale Aspekte der Holakratie, dienen dazu, komplexe Aufgaben und Projekte auf Basis flacher Hierarchien, in cross-funktionalen Teams entlang der Customer Journey effizienter abzuwickeln. Entscheidungsfindung und Verantwortung sind auf mehrere Rollen verteilt und werden durch klare Regeln und Prozesse wahrgenommen: Der Wissensaustausch wird gefördert, Kompetenzen werden bewusster eingesetzt, Spezialisierung in Fachthemen gestärkt, Innovationen und kreative Lösungen gefördert.

TESVOLT steht mit seiner Vision zur Energiewende für ein überzeugendes zeitgemäßes Arbeitgeberversprechen. Flache Hierarchien und moderne digitale Arbeitsformen (Remote Work) überzeugen Kandidatinnen und Kandidaten darüber hinaus und helfen uns beim Werben, Finden und Binden von Fachkräften. Bürostandorte in den Metropolregionen Berlin, Köln-Bonn und Leipzig ermöglichen bundesweit ortsunabhängiges Arbeiten. So konnten im Berichtsjahr strategisch relevante Positionen unter anderem in den Bereichen Digitalisierung, Forschung und Entwicklung, Product Management, Supply Chain, ESG, Logistics, Customer Service, Public Affairs und Agility besetzt werden.

Die strategische Personalplanung konnte die erforderlichen Personal- und Kompetenzstrukturen vorausschauend an das erwartete Unternehmenswachstum anpassen.

Stichtagsbezogen zum 31.12.2023 beschäftigte TESVOLT 236 (Vorjahr: 168) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende, Studenten und geringfügig Beschäftigte) und konnte somit um 68 neue Mitarbeitende und Fachkräfte wachsen. Zum Stichtag waren 16 junge Menschen in Ausbildung/ Studium bei TESVOLT beschäftigt.

Zur Stärkung der Kompetenzen steht jedem Mitarbeiter ein festes Weiterbildungs-Budget zur Verfügung. Überdies bieten wir eine E-Learning-Plattform, über die einerseits verpflichtende Weiterbildungen unter anderem zu Arbeitsschutz, Compliance, agilen Arbeitsweisen sowie andererseits optional verfügbare persönliche und soziale Weiterbildungsangebote absolviert werden können. Im Berichtsjahr 2023 wurden den Mitarbeitenden unter anderem zweisprachige compliance-relevante Lernpfade angeboten, deren Absolvierung zur Sensibilisierung teils unternehmensweit, teils in relevanten Bereichen verpflichtend sind.

Am Arbeitsmarkt konnte sich TESVOLT als starke Arbeitgebermarke auch im Werben um Fachkräfte positionieren: So wurde TESVOLT auch 2023 wieder als einer der, TOP-Arbeitgeber/ Mittelstand' vom Magazin FOCUS ausgezeichnet. Zudem kletterte TESVOLT bei einem Ranking des Business-Lifestyle-Magazins BUSINESS PUNK in Kooperation mit Statista unter die Finalisten der ,Top Startup Arbeitgeber". Auf der europaweiten Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu gehörte TESVOLT weiterhin zu den 5 Prozent der beliebtesten Arbeitgeber in der DACH-Region und trägt das ,Top Company Siegel' 2023 und 2024. Darüber hinaus erhielt TESVOLT von kununu die Nominierung ,SHEquality - Top Female Workplaces 2024'.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1.1. Gesamtwirtschaftliche Konjunkturentwicklung

Das Geschäftsjahr 2023 war weiterhin durch geopolitische und wirtschaftliche Turbulenzen geprägt. Insbesondere der Krieg in der Ukraine, die Konflikte in Nahost, die sich verschlechternden Beziehungen zwischen der westlichen Welt (insb. USA) und China sowie die daraus folgenden weltweiten Auswirkungen im Hinblick auf die globalen Lieferketten, die Energiemärkte und die Preisentwicklung in den verschiedenen Märkten, haben die auch schon im Vorjahr global bestehenden wirtschaftlichen Probleme im Berichtsjahr weiter verschärft.

Vor diesem Hintergrund zeigte sich die Weltwirtschaft mit einem geschätzten globalen BIP-Wachstum von 3,3 Prozent im Berichtsjahr 2023 widerstandsfähiger als erwartet. Einen Anteil hieran hat die stabile Entwicklung in den USA mit einem Wachstum von 2,4 Prozent, das BIP-Wachstum - trotz erheblicher wirtschaftlicher Probleme - in China mit 5,4 Prozent und Indien mit 6,4 Prozent für 2023.

In Europa und Deutschland hingegen haben die oben genannten Entwicklungen auch in 2023 zu einer schlechten konjunkturellen Situation geführt. Das Wachstum im Euroraum lag im Jahr 2023 bei nur 0,6 Prozent. In Deutschland war die Wachstumsrate mit -0,2 Prozent sogar negativ.

Die durchschnittliche Inflation verharrte im Euroraum 2023 auf einem relativ hohen Niveau und damit verblieb auch das Zinsniveau auf einem durchschnittlich hohen Level, was sich sowohl auf die Investitionsneigung wie auch den privaten Konsum im Euroraum negativ auswirkte. Darüber hinaus litt insbesondere die deutsche Wirtschaft unter den dauerhaft höheren Energiepreisen sowie aufgrund ihrer Exportorientierung auch unter der schwachen Auslandsnachfrage sowohl aus dem Euroraum wie auch insbesondere aus China.

Deutschland hat, aufgrund einer im Ursprung sehr starken Abhängigkeit vom russischen Gas, die energetischen Folgen des Kriegs gegen die Ukraine besonders hart getroffen. Im internationalen Vergleich wirkte sich dies in Deutschland für Verbraucher und Industrie auch 2023 in Form eines der höchsten Strompreise weltweit aus. Nach Zahlen des ifo Instituts lag der Preis für Industriestrom in Deutschland mehr als dreimal so hoch wie in den USA. So fiel es immer mehr Unternehmen mit energieintensiven Prozessen in Deutschland schwer, wirtschaftlich arbeiten zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein noch tieferer Einbruch in Deutschland wurde durch wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Umstellung der Energieversorgung und zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiekrise verhindert. Die Investitionsbereitschaft am Standort Deutschland wurde Ende 2023 zudem durch haushaltspolitische Diskussionen und deren Folgen für 2024 belastet.

2.1.2. Branchenbezogene Konjunkturentwicklung

Die Entwicklung des Marktes für Energiespeichersysteme war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 in allen durch TESVOLT bedienten Regionen weiterhin durch ein dynamisches Wachstum des Gesamtmarktes geprägt.

Im Marktsegment Gewerbe und Industrie (C&l) waren 2023 weiterhin deutliche Wachstumsraten zu verzeichnen. So wuchs der globale Markt für Gewerbe- und Industriespeicher (Behind the Meter/BTM) 2023 bei einer neuinstallierten Leistung von 7,2 (Vorjahr: 3,7) GWh im Vorjahresvergleich um 95 Prozent. Auch im Bereich Großspeicher (Front of the Meter/ FTM/ Utility) profitiert der Markt vom steigenden Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie der zunehmenden Volatilität im Strommarkt und der Notwendigkeit der netzstabilisierenden Wirkung durch Stromspeicher. So stellte das Segment der Großspeicher (FTM) das stärkere Marktsegment (vgl. mit BTM im Bereich C&I) mit einer neuinstallierten Leistung von global 81,5 GWh im Berichtsjahr dar. Dies ist eine Entwicklung von plus 111 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt stieg die kumulierte installierte Leistung an Gewerbe- und Industriespeichern/ BTM global auf 22,1 GWh, im Marktsegment FTM auf 153,5 GWh. Damit liegen global betrachtet die Marktsegmente gewerblicher Stromspeicher C&I (BTM und FOM) mit einer gesamten im Berichtsjahr neuinstallierten Leistung von zusammen 88,7 GWh (kumuliert: 175,6 GWh) deutlich über dem der Heimspeicher (Residential) mit einer in 2023 neu installierten Leistung von 16,0 GWh in 2023 (kumuliert 46,7 GWh).

Die europäische Region (EU-27 plus Schweiz und UK) ist mit 17,5 Prozent der drittgrößte Markt erwarteter neuinstallierter Energiespeichersysteme (Residential, C&I, FOM), Nordamerika mit 29,9 Prozent erwarteter Neuinstallationen in 2023 der zweitgrößte Markt weltweit, der Asien-Pazifik-Raum mit 46 Prozent erwarteter Neuinstallationen in 2023 der größte Markt weltweit. Im Marktsegment Gewerbe und Industrie/ BTM wurde 2023 in der europäischen Region (EU-27 plus Schweiz und UK) eine Gesamtleistung von rund 393 MWh (Vorjahr: 329 MWh) neu installiert, was sich auf eine kumulierte Gesamtleistung von rund 1,86 GWh in 2023 belief.

Der deutsche Markt mit 172 MWh (Vorjahr: 150) MWh neu installierter Batteriespeicherleistung und einer kumulierten Gesamtleistung von 751 MWh war auch im Berichtsjahr der größte europäische Markt im Bereich Gewerbe und Industrie/ BTM. Im FTM-Marktsegment/ Großspeicher wurde im Berichtsjahr 1,3 GWh (Vorjahr: 786 MWh) Leistung neu installiert. Kumuliert waren dies in 2023 im FTM-Segment/ Großspeicher 3,2 GWh [Quelle: Source: IHS Markit/S&P Global, Grid Connected Battery Storage Tracker, 1H-2023, Aug 2023].

Für die Speicherbranche sind die politischen Rahmenbedingungen in der Energie- und Klimapolitik marktwirtschaftlich von großer Bedeutung.

In Dubai fand Ende des Berichtsjahres die 28. UN-Klimakonferenz kurz COP 28 (United Nations Framework Convention on Climate Change / "Vertragsstaatenkonferenz") statt. Einen wichtigen Meilenstein stellt im Abschlusspapier die Absichtserklärung dar, einerseits den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdreifachen sowie gleichzeitig die Energieeffizienz zu verdoppeln. China und die USA hatten bereits im November 2023 bei einem Treffen beschlossen, sich auf dieses Ziel zu verpflichten. Laut der International Energy Agency (IEA) ist die Verdreifachung der erneuerbaren Energien ein "ambitioniertes, aber erreichbares Ziel".

Noch nie wurden so viel politische Prozesse gleichzeitig im Bereich Energie und Klima auf Europa-, Bundes- und Landesebenen verhandelt wie aktuell. Grundlegende Herausforderung bleibt die Kohärenz zwischen europäischer und nationaler Industriepolitik.

Der europäische Klima- und Energierahmen sieht mit dem EU-Klimagesetz ein EU-Emissionsreduktionsziel bis 2030 von mindestens 55 Prozent ("Fit for 55") gegenüber den Werten von 1990 vor.

Auf Ebene der EU-Industriepolitik wurde die EU-Batterieverordnung im Juli 2023 im Official Journal der EU veröffentlicht. Diese tritt für alle 27 Mitgliedstaaten Anfang 2024 verbindlich in Kraft. Sie beinhaltet zahlreiche Anpassungen für Unternehmen im Bereich Batteriespeicher auf Ebene der Normen, im Bereich Kreislaufwirtschaft und bei ausgewählten Zielen der Sustainable Development Goals, wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung, kurz ESG (Environmental, Social and Corporate Governance).

Einen wesentlichen Punkt in der Unterstützung des Green New Deels auf Europa-Ebene stellt die Europäische Industriepolitik (Bestandteil des Legislativpakets "Fit for 55") vor allem mit der Maßnahmen RED III-Richtlinie (novellierte Fassung der "Renewable Energy Directive"). Diese wurde vom EU-Parlament und Rat 2023 verabschiedet. Die neuen Vorgaben der RED III müssen innerhalb von 18 Monaten in nationales Recht der Mitgliedsstaaten umsetzt werden. Die RED III-Richtlinie schreibt zudem vor, dass kleine Speicher in das Stromnetz einspeisen dürfen.

In Deutschland wurde im Rahmen der Novelle des EEG in Deutschland, die am 1. Januar 2023 in Kraft trat, nahezu eine Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch vereinbart: Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen. Mit der Novelle wurde die EEG-Förderung über den Strompreis beendet und der Finanzierungsbedarf für die erneuerbaren Energien wird seitdem aus Steuermitteln finanziert.

Zudem hat die deutsche Bundesregierung im Berichtsjahr die Neufassung des Klimaschutzgesetzes auf den Weg gebracht und ein neues umfassendes Klimaschutzprogramm vorgelegt. Damit bekräftigt sie ihre ehrgeizigen Klimaziele, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent im Vergleich zu 1990, bis zum Jahr 2040 um mindestens 88 Prozent zu reduzieren und bis 2045 treibhausgasneutral zu sein. Das Klimaschutzprogramm, als Gesamtplan für die Klimaschutzpolitik, listet die wichtigsten Maßnahmen in den Bereichen Verkehr, Energie, Gebäude, Industrie und Landwirtschaft auf [Quelle: Bundesregierung beschließt aktualisiertes Klimaschutzgesetz | Bundesregierung].

Auf Bundesebene war 2023 die Änderung des Energiewirtschaftsrechtes dahingehend ein wichtiger Schritt, dass die Befreiung der Zahlung von doppelten Netzentgelten für Speicher bis 2029 beschlossen wurde und von der Bundesnetzagentur übernommen wird. Diese Einstufung steht im Einklang mit der Empfehlung der Europäischen Kommission "Energiespeicherung - Eckpfeiler einer dekarbonisierten und sicheren Energiewirtschaft in der EU" (2023/C 103/01) vom 14. März 2023.

Ein weiterer Erfolg für die Branche und unsere Kunden ist die Anpassung der Verordnung elektrotechnische- Eigenschaften-Nachweisversordnung, kurz NELEV, die vom Bundeskabinett entschieden wurde. Sie besagt, dass ab Anfang 2024 die Grenze für die Zertifizierungspflicht beim Einbau von Batteriespeichern angehoben wird. Das erleichtert den Verkauf kleinerer Gewerbebatteriespeicher erheblich.

Bei der stetigen Weiterentwicklung des Rechtsrahmens für Stromspeicher kam Ende des Berichtsjahrs der vom BMWK (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) vorgelegten "Stromspeicher-Strategie' eine große Bedeutung zu. Sie würdigt die Bedeutung von Speichertechnologien zur Erreichung der energiepolitischen Klimaziele sowohl für die Energiespeicherung als auch für die Stabilität des Stromsystems und des Stromnetzes. Ausgeführt werden Handlungsfelder und Maßnahmen für eine anhaltende Ausbaudynamik und optimale Systemintegration von Stromspeichern.

2.2. Geschäftsentwicklung der Gesellschaft

Die TESVOLT AG konnte im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzwachstum von 23 Prozent erzielen, damit einen Teil des langfristig angestrebten Wachstumspfads umsetzen und von der anhaltend hohen Nachfrage im weiterhin dynamischen Markt für Energiespeichersysteme profitieren. Gleichwohl blieben die Umsatzerlöse, ausgelöst durch unvorhergesehene externe Faktoren, hinter den gesteckten Erwartungen zurück. Hierbei wirkte sich eine kundenseitig gestiegene Zurückhaltung bei der Beschaffung von Investitionsgütern aus, welche insbesondere auf die sich eintrübende konjunkturelle Entwicklung sowie gestiegene Finanzierungszinsen zurückzuführen war. Des Weiteren führte die anhaltende Diskussion um die temporäre Einführung eines Industriestrompreises zu einer vorübergehenden Kaufzurückhaltung in Bezug auf die Nachfrage nach TESVOLT Produkten. Auch trugen lieferantenseitig verursachte Verzögerungen bei der Einführung einer neuen Produktgruppe zum Verfehlen der Umsatzerwartungen bei.

Die allgemeine Kaufzurückhaltung und der hieraus resultierende, verglichen zu den Planungen, niedrigere Umsatzzuwachs führten 2023 in Kombination mit den höheren Kosten durch den Aufbau und die Professionalisierung der Strukturen (insbesondere die gestiegene Mitarbeiterzahl zur Umsetzung des Unternehmenswachstums der nächsten Jahre) zu einem Jahresfehlbetrag von EUR 5,8 Mio. Im Vorjahr wurde ein Jahresüberschuss von EUR 2,8 Mio. erwirtschaftet.

Darüber hinaus war das Geschäftsjahr 2023 durch die Umsetzung weiterer Investitionen in das Anlagevermögen der Gesellschaft sowie durch Mittelzuflüsse aus der Aufnahme weiterer Fremdfinanzierungen geprägt. Einerseits wurden zur Finanzierung des Working Capitals die EUR-Kreditlinien um EUR 12,75 Mio. deutlich ausgeweitet. Andererseits konnten im Rahmen einer Finanzierungsrunde Wandeldarlehen mit einer Laufzeit von 5 Jahren im Volumen von EUR 6,5 Mio. von Investoren eingeworben werden, die die Kapitalbasis der TESVOLT AG weiter stärken. Zeitgleich mit der Aufnahme der Wandeldarlehen beteiligte sich wiederholt ein IBG-Fonds im Rahmen einer stillen Beteiligung im Umfang von weiteren EUR 3,5 Mio. mit gleicher Laufzeit. Insgesamt verbriefen die Wandeldarlehen und die stille Beteiligung das Recht zur Wandlung in bis zu 7.569 Aktien.

In diesem Zusammenhang wurde bedingtes Kapital in Höhe von bis zu TEUR 10 durch Ausgabe von bis zu 10.000 neue Stückaktien geschaffen. Weiterhin wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis August 2028 um insgesamt TEUR 44 durch Ausgabe von bis zu 43.734 neuen Aktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2021 aufgelegten anteilsbasierten Vergütungsprogramms auf Basis virtueller Geschäftsanteile wurden im Geschäftsjahr keine weiteren virtuellen Anteile ausgegeben. Dank der in fast allen europäischen Ländern erfolgten Zertifizierung neuer TESVOLT Schrank- und Containersysteme mit erweiterten Funktionalitäten ist 2023 die Grundlage für die weitere strategische Internationalisierung gelegt worden.

In Bezug auf die geplante Standorterweiterung der Produktionskapazitäten in Lutherstadt Wittenberg kam es zu erhöhten Auflagen, welche zu Veränderungen in der Planung des zeitlichen Ablaufs und des Investitionsvolumens führten.

3. Lage der Gesellschaft, einschließlich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse der TESVOLT AG stiegen im Vorjahresvergleich um 23 Prozent und betrugen für das Berichtsjahr 2023 EUR 88,1 Mio. (Vorjahr: EUR 71,4 Mio.). Die Umsetzung der Wachstumsstrategie der Gesellschaft und die anhaltend hohe Nachfrage nach den durch TESVOLT produzierten und vertriebenen Energiespeichersystemen führte zum erzielten Umsatzwachstum.

Regional wurden die Umsätze mit EUR 58,2 Mio. (Vorjahr: EUR 53,0 Mio.) im Inland, mit EUR 21,1 Mio. (Vorjahr: EUR 8,1 Mio.) in der Europäischen Union sowie mit EUR 8,8 Mio. (Vorjahr: EUR 10,3 Mio.) im nicht-EU Ausland erzielt.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden interne, auf die Entwicklung von Prototypen, neuen Produktvarianten und On- Demand-Anwendungen entfallene Kosten von EUR 2,3 Mio. in der Gewinn- und Verlustrechnung als andere aktivierte Eigenleistungen erfasst (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.).

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen auf EUR 2,6 Mio. leicht zurück (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.), was insbesondere auf verringerte Erträge aus Fremdwährungsumrechnung zurückzuführen ist. Weitere sonstige betriebliche Erträge entfielen im Wesentlichen auf Erträge aus Schadenersatzleistungen, verrechnete Sachbezüge und Lohnfortzahlungen sowie auf die planmäßige Auflösung des in Vorperioden für vereinnahmte Investitionszuschüsse gebildeten Sonderpostens.

Der Materialaufwand stieg im Vorjahresvergleich hauptsächlich infolge des weiter gesteigerten Produktionsvolumens. Die in Relation zu den Umsatzerlösen berechnete Quote aus Materialaufwand und Bestandsveränderung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse stieg im Vorjahresvergleich leicht um 4,7 Prozentpunkte auf 73,3 Prozent für das Geschäftsjahr 2023.

Das gestiegene Geschäftsvolumen zeigte sich auch im Anstieg des Rohertrags (Umsatzerlöse zu- bzw. abzüglich Bestandsveränderung sowie abzüglich Materialaufwand), welcher im Vorjahresvergleich um 4,9 Prozent von EUR 22,5 Mio. auf EUR 23,6 Mio. zunahm.

Wesentlicher Treiber des im Geschäftsjahr 2023 um EUR 5,9 Mio. auf EUR 17,1 Mio. gestiegenen Personalaufwands war der im Vorjahr im Rahmen der Umsetzung der Wachstumsstrategie initiierte Aufbau der Mitarbeiterzahl. Im Geschäftsjahr 2023 erhöhte sich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl auf 224 (Vorjahr: 142). In Relation zu den Umsatzerlösen betrug der Personalaufwand 19,4 (Vorjahr: 15,6) Prozent.

Die Abschreibungen stiegen im Vorjahresvergleich infolge der im Vorjahr sowie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 getätigten Investitionen um EUR 0,7 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Vorjahresvergleich von EUR 11,8 Mio. auf EUR 13,9 Mio. Hauptsächlich waren für diesen Anstieg eine gestiegene Inanspruchnahme von Fremdarbeiten und - Dienstleistungen (EUR +0,5 Mio.), gestiegene Rechtsberatungssowie Abschluss- und Prüfungskosten (EUR +0,5 Mio.), gestiegene Miet-, Leasingsowie Fahrzeugkosten (EUR +0,4 Mio.) als auch im Vorjahresvergleich höhere Aufwendungen für IT, EDV sowie Softwarelizenzen (EUR +0,3 Mio.) ausschlaggebend. So trugen beispielsweise die Anmietung eines zusätzlichen Standorts zur Auslagerung der Containerfertigung sowie im Geschäftsjahr durchgeführte Updates und Verbesserungen des IT-Umfelds zum Anstieg der Aufwendungen bei. Gegenläufig wirkten sich gesunkene Kosten der Personalbeschaffung, -fortbildung und -entwicklung (EUR -0,5 Mio.) sowie rückläufige Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung (EUR -0,4 Mio.) aus.

Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete TESVOLT ein EBITDA von EUR -2,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4,8 Mio.).

Der im Vorjahresvergleich deutliche Anstieg der Zinsen und ähnliche Aufwendungen ist auf die zusätzliche Inanspruchnahme verschiedener Formen der Fremdfinanzierung, wie die im Geschäftsjahr neu ausgegebenen Wandeldarlehen, die zusätzlich eingeräumte stille Beteiligung sowie die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen. Darüber hinaus trug der Anstieg des allgemeinen Marktzinsniveaus bei den neu aufgenommenen sowie variabel verzinslichen Verbindlichkeiten der Gesellschaft zur Zunahme bei.

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von EUR 5,8 Mio. (Vorjahr: Jahresüberschuss von EUR 2,8 Mio.).

3.2. Vermögenslage

Die TESVOLT AG verfügte zum 31. Dezember 2023 insgesamt über Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 67,6 Mio. (Vorjahr: EUR 65,4 Mio.), wovon EUR 18,6 Mio. (Vorjahr: EUR 14,5 Mio.) auf das Anlagevermögen und EUR 49,0 Mio. (Vorjahr: EUR 50,9 Mio.) auf das Umlaufvermögen und die Rechnungsabgrenzungsposten der Gesellschaft entfielen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände stiegen im Vergleich zum Vorjahresstichtag infolge der Investitionen von EUR 8,7 Mio. (Vorjahr: EUR 7,2 Mio.). Davon entfielen EUR 5,0 Mio. (Vorjahr: EUR 4,0 Mio.) auf aktivierte Entwicklungskosten zur Erstellung von Prototypen, Produktvarianten und zukünftigen Anwendungen sowie zur Entwicklung eigener Softwarelösungen und -anwendungen. Die Zugänge zu den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen entfielen vor allem auf Softwarelizenzen.

Der Anstieg der Sachanlagen ist ebenfalls auf die im Geschäftsjahr 2023 durchgeführten Investitionen zurückzuführen. Diese betrugen EUR 1,7 Mio. (Vorjahr: EUR 2,1 Mio.) und somit annähernd auf Vorjahresniveau.

Die Finanzanlagen der Gesellschaft erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen durch den im Februar des Geschäftsjahres durchgeführten Erwerb von zusätzlich 26,23 Prozent der Anteile an der Stercom Power Solutions GmbH, Weyarn, an welcher zuvor bereits eine Beteiligung von 24,89 Prozent bestand.

Das Vorratsvermögen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag vor allem durch einen höheren Bestand an Fertigerzeugnissen (+EUR 3,7 Mio.). Der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bewegte sich dahingegen auf dem Niveau des Vorjahresstichtags.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um EUR 5,7 Mio., was vor allem auf wenige Einzelforderungen aus vor dem Stichtag realisierten Umsätzen mit Großkunden zurückzuführen ist, diese werden im ersten Quartal des Jahres 2024 beglichen. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten mit rund EUR 1,7 Mio. die für die geplante Erweiterung der Produktionskapazitäten aktivierten Vermögenswerte, die an die TESVOLT Real Estate One GmbH & Co KG übertragen werden sollen (siehe auch unter 1.1). Weiterhin sind hinterlegte Mietkautionen enthalten, welche sich kaum verändert haben. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten stiegen im Vorjahresvergleich um EUR 0,4 Mio.

In Bezug auf die Veränderung der flüssigen Mittel verweisen wir auf Erläuterungen in Abschnitt 3.3 "Finanzlage".

3.3. Finanzlage

Die TESVOLT AG erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR -19,7 Mio. (Vorjahr: EUR -11,7 Mio.). Insbesondere der Aufbau des Working Capital zum Stichtag durch die Ausweitung des Vorratsvermögens und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch die Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen führten zu operativen Mittelabflüssen. Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist auf den angesichts ausreichender Bestände reduzierten Komponenteneinkauf zurückzuführen.

Die in Abschnitt 3.2 "Vermögenslage" dargestellten Investitionen in das Anlagevermögen der Gesellschaft führten zu einem Cashflow aus der Investitionstätigkeit von EUR -7,7 Mio. (Vorjahr: EUR -7,4 Mio.).

Die Finanzierung der Mittelabflüsse aus dem operativen Geschäft sowie der im Geschäftsjahr getätigten Investitionen erfolgte einerseits durch eine Inanspruchnahme verfügbarer Kontokorrentlinien (zum Stichtag EUR 5,7 Mio.) und andererseits durch neue Wandeldarlehen von EUR 6,5 Mio. sowie einer stillen Beteiligung von EUR 3,5 Mio. Insgesamt ergab sich ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von EUR 8,9 Mio. (Vorjahr: EUR 5,2 Mio.).

Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug zum Abschlussstichtag EUR 36,2 Mio. (Vorjahr: EUR 42,1 Mio.). Der im Geschäftsjahr 2023 eingetretene Jahresfehlbetrag führte zum Stichtag zu einer im Vorjahresvergleich rückläufigen Eigenkapitalquote von 54 Prozent (Vorjahr: 64 Prozent).

Aufgrund der verfügbaren Betriebsmittellinien in Höhe von insgesamt EUR 24,8 Mio. (davon EUR 19 Mio. am Stichtag frei), der operativen Mittelzuflüsse im ersten Quartal des Jahres 2024 und der Rückkehr zu positiven Liquiditätsbeiträgen aus dem operativen Geschäftsbetrieb stehen der Gesellschaft jederzeit in ausreichendem Umfang liquide Mittel zur Verfügung, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und die im Rahmen der weiterhin verfolgten Wachstumsstrategie notwendigen Investitionen zu tätigen.

3.4. Einschätzung des Vorstands zum Geschäftsverlauf

TESVOLT konnte im Geschäftsjahr 2023 den im Vorjahr beschrittenen Wachstumspfad weiter fortsetzen und ein entsprechendes Umsatzwachstum erzielen. Gleichzeitig führte ein durch konjunkturelle sowie politische Unsicherheiten ausgelöster Nachfragerückgang dazu, dass ein Umsatzwachstum erzielt werden konnte, dieses jedoch unter dem für das Geschäftsjahr erwarteten Umsatzniveau lag. Gleiches gilt für den Rohertrag, dessen Steigerung hinter den an die Geschäftsentwicklung der Berichtsperiode gestellten Erwartungen zurückblieb (siehe hierzu Erläuterungen unter 2.2 Geschäftsentwicklung der Gesellschaft).

Der Aufbau der zur Umsetzung der langfristigen Wachstumsstrategie der Gesellschaft notwendigen Strukturen sowie die damit verbundene weitere Zunahme der Mitarbeiterzahl führte in Verbindung mit den in der Berichtsperiode unter den Erwartungen bleibenden Ergebnisbeiträgen aus dem operativen Geschäft zu einem deutlichen Rückgang des EBITDA, nachdem im Vorjahr mit einem moderaten Anstieg gerechnet worden war. Entsprechend blieb auch der Cashflow hinter den Erwartungen zurück, sodass Kreditlinien in Anspruch genommen wurden.

Der Vorstand beurteilt die Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2023 daher als nicht völlig zufriedenstellend. Dieses ist jedoch als Übergangsphase anzusehen und es ist von einer weiteren Umsetzung des eingeschlagenen Wachstumskurses sowie positiver Effekte aus bereits eingeleiteten Einsparmaßnahmen auszugehen.

4. Nachtragsbericht

In Bezug auf die Berichterstattung über weitere Ereignisse nach dem Abschlussstichtag verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang zum Jahresabschluss der TESVOLT.

5. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

5.1. Risikomanagement und internes Kontrollsystem

Die TESVOLT AG ist einer verantwortungsvollen Unternehmenskultur verpflichtet und sorgt mittels interner Compliance-Regelungen für die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und internen Regelungen. Die Einhaltung dieser Regelungen sicherzustellen, ist dabei ein wesentliches Element der Unternehmensführung. Um den rechtlichen und organisatorischen Anforderungen Rechnung zu tragen, verantwortet die Stabsstelle Governance, Risk and Compliance (GRC) unser Risikomanagementsystem (RMS), unser Internes Kontrollsystem (IKS) sowie unser Compliance Management System (CMS).

Unser CMS dient dem Zweck, mögliche Regelverstöße - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - über einen systematischen und strukturierten Ansatz soweit möglich zu verhindern. Ebenso liegt ein Schwerpunkt auf der präventiven sowie aufklärenden Sensibilisierung der Mitarbeitenden. So werden - ergänzend zu den verbindlichen Compliance-relevanten Richtlinien (bspw. zur Einhaltung des Wettbewerbs- und Kartellrechts, zur Vermeidung von Korruption und Bestechung, zur Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, zur Einhaltung von Menschenrechten) - allen Mitarbeitenden Online-Trainings, Arbeitshilfen und Ansprechpartner zur Verfügung gestellt. Auf relevante Richtlinien wird verwiesen und zu den Kernpunkten sensibilisiert. Vorwerfbares, bewusstes Fehlverhalten wird im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen geahndet. Fachspezialisten übernehmen zudem Verantwortung für Compliance-relevante Teilrechtsgebiete wie Informations- und Cybersicherheit, Arbeitssicherheit, Datenschutz, technische Compliance, Nachhaltigkeit, CSRD und EU-Taxonomie. TESVOLT verfügt über ein Hinweisgeber-System mit einer Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern.

Risikomanagement bedeutet bei TESVOLT, einen strukturierten Umgang mit Risiken mittels einer systematischen Erhebung und Bewertung sicherzustellen sowie mit zielgerichteten Maßnahmen zu senken. Risiken werden in unserer internen Risikoberichterstattung definiert als mögliche künftige Ereignisse oder künftige Entwicklungen, die zu einer negativen Abweichung von unseren prognostizierten (finanziellen und nicht finanziellen) Zielen führen könnten.

Die Prozesse sind in einem Risikomanagement-Handbuch festgelegt. TESVOLT wendet die Methodik eines kombinierten Ansatzes (,Top Down' and ,Bottom Up') bei der Erfassung und Bewertung seiner Unternehmensrisiken an. Die Risikobeauftragten in den Teams werden regelmäßig zur strukturierten Erhebung, Bewertung und Inventur von strategischen, operativen, finanziellen und Compliance-relevanten Risiken aufgefordert. Die dafür erforderliche Gesamterhebung wurde auch 2023 über die Risiken aus allen Teams und des Vorstands durchgeführt.

Ziel der finalen Aggregation der finanziellen Risiken (Schadenswirkung) mittels Monte-Carlo-Simulation (MCS) ist, auf Basis bewerteter Einzelrisiken der Teams sowie der Risikoeinschätzung des Vorstandes, eine Aussage über die Gesamtrisikoexposition von TESVOLT zu ermitteln.

Abschließend beurteilt der Vorstand die Gesamtrisikoexposition in einem Workshop. Er wird durch unser RMS dazu in die Lage versetzt, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen bzw. die Risiken im Rahmen der täglichen Geschäftsentscheidungen zu berücksichtigen. Über den etablierten Prozess des RMS und die dazugehörigen Schulungen ist Risikobewusstsein Teil der Kultur des Unternehmens.

Als integraler Bestandteil der Corporate Governance von TESVOLT gewährleistet das IKS mit seinen Regelungen eine ordnungsgemäße Funktionsweise der Organisation und ihrer Prozesse. Insbesondere das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sorgt mittels der in die abschlussrelevanten Prozesse implementierten Kontrollfunktionen dafür, dass wesentliche Fehler in deren Abläufen vermieden oder aufgedeckt und korrigiert werden.

Darüber hinaus verfügt TESVOLT über ein Qualitätsmanagementsystem (QMS), welches nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 9001 zertifiziert ist. Die regelmäßige Überwachung des Systems durch den TÜV Rheinland stellt sicher, dass die Forderungen des Standards beständig erfüllt werden.

Die notwendige und geforderte Selbstüberwachung des QMS im Rahmen geplanter interner Audits erfolgt in einem integrierten Ansatz mit den Governance-Funktionen, um Synergien bei der Prüfung interner und externer Vorgaben zu realisieren.

2023 wurde die Digitalisierung der Unternehmensprozesse weiter forciert. So wurde bspw. die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit durch ein einheitliches Ticketsystem verbessert, um Kunden schneller und zielgerichteter in ihren Anfragen unterstützen zu können. Weiterhin wurde eine digitale Prozess- und Dokumentenlandschaft geschaffen, die allen Mitarbeitenden einen schnellen, einfachen und intuitiven Zugang zu allen geschäftsprozessrelevanten Informationen ermöglicht.

5.2. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

TESVOLT unterliegt im Rahmen seiner operativen Tätigkeit Risiken aus Wechselkursschwankungen. Dies insbesondere, da wesentliche Teile des Bezugs von Batteriespeichern regelmäßig in USD zu begleichen sind. Gleichzeitig werden Ausgangsrechnungen an Kunden mit Sitz außerhalb der Eurozone teilweise in Fremdwährung fakturiert. Im Zeitablauf veränderbare Wechselkurse führen zu grundsätzlich ergebniswirksamen Bewertungseffekten der zu den jeweiligen Stichtagen offenen und in Fremdwährung zu begleichenden Forderungen und Verbindlichkeiten. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die bei Begleichung dieser Forderungen und Verbindlichkeiten entstehenden Zahlungsströme von deren Werten im Entstehungszeitpunkt abweichen.

Um die Gesellschaft vor unerwarteten Ergebnis- und Zahlungsstromabweichungen aufgrund von Wechselkursrisiken zu schützen, schließt der Vorstand, basierend auf den geplanten in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströmen, regelmäßig Devisentermingeschäfte (Absicherungsgeschäfte) ab. Ebenso werden USD-Bestände zur Absicherung von USD-Verbindlichkeiten genutzt.

Zum 31. Dezember 2023 bestanden Devisentermingeschäfte in einem Volumen von USD 9,23 Mio. und ein USD- Bestand von USD 0,1 Mio. zur Absicherung von im Jahr 2024 erwarteten Zahlungsmittelabflüssen in USD.

5.3. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

5.3.1. Chancen der zukünftigen Entwicklung

Chancen sind als mögliche positive Abweichung von unseren geplanten Zielen zu verstehen. Chancen der zukünftigen Entwicklung ergeben sich für TESVOLT im Wesentlichen aus der prognostizierten starken europa- und weltweiten Nachfrage nach Energiespeichersystemen und den daraus resultierenden Wachstumspotentialen im In- und Ausland. Befördert wird dies durch die anhaltenden Erfordernisse des Strommarktes nach Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie der weltweit angestrebten Energiewende und dem damit einhergehenden anhaltenden Trend zum Ausbau erneuerbarer Energien. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass die ungebrochene Entwicklung hin zur E-Mobilität sowie die immer konkreter angestrebten Maßnahmen im Rahmen der Klimaschutzpolitik, zu einer weiterhin steigenden Nachfrage nach den von uns hergestellten Energiespeichersystemen in den Bereichen Verkehr, Energie, Gebäude, Industrie und Landwirtschaft führen werden.

Chancen für eine Steigerung des Absatzes unserer gewerblichen Energiespeichertechnologien sehen wir aufgrund unserer C&I Markterfahrung sowie skalierbarer Leistungsklasse-Anwendungen und Vertriebsstrukturen kurzfristig im europäischen Markt und mittelfristig in Wachstumsmärkten wie den USA.

Chancen günstiger Finanzierungen ergeben sich aus der anstehenden ESG-Regulatorik und den zunehmend erforderlichen Nachhaltigkeitskriterien bei Finanzierungsentscheidungen und Finanzprodukten sowie dem Trend hin zu Investitionen in nachhaltige und "grüne" Produkte und Unternehmen.

Aufgrund der hohen Anpassungsfähigkeit unserer agilen TESVOLT Innovationskultur, bedingt durch ein schrittweises, aufwandsreduziertes, iteratives Vorgehen in der Produktentwicklung, können neue marktführende Technologien schnell entwickelt (,Time to Market') werden, woraus sich Markt- und Absatzchancen ergeben (s. Kapitel 1.4 Forschung und Entwicklung).

5.3.2. Risiken der zukünftigen Entwicklung

Um eine einheitliche Berichterstattung zu ermöglichen, werden die potenziellen Auswirkungen von Risiken auf Basis ihres Erwartungswertes für TESVOLT in Schadenklassen kategorisiert. Die Ausprägung der potenziellen, finanziellen Auswirkungen erfolgt dabei als relativer Bezug zur Risikotragfähigkeit von TESVOLT. Folgend werden nur Risiken mit einer potenziell höheren Auswirkung aufgeführt.

Risiken aus nachteiliger konjunktureller Entwicklung

Ein weiter anhaltender konjunktureller Einbruch aufgrund geopolitischer oder wirtschaftlich potentiell nachteiliger Entwicklungen könnte in den von uns bedienten Märkten grundsätzlich zu einer verminderten Investitionstätigkeit unserer Kunden und damit einer verringerten Nachfrage nach den von uns angebotenen Energiespeichersystemen führen.

Anhaltende Polykrisen, wie der Krieg in der Ukraine und die Nahostkonflikte, angespannte Beziehungen zwischen der westlichen Welt und China, ein drohender China-Taiwan Konflikt könnten das Risiko für die globalen Lieferketten, die Verfügbarkeit von Ressourcen und Rohstoffen verschärfen. Dies könnte sich wiederum negativ auf die zeitliche oder auch mengenmäßige Einhaltung von Lieferverpflichtungen und die Preisgestaltung unseren Kunden gegenüber auswirken. Lieferengpässe könnten ebenso zu Preisanpassungen bei unseren Lieferanten sowie unzureichenden Verfügbarkeiten bei kritischen Komponenten führen.

Risiken aus gestiegenen Finanzierungskosten und hoher Inflation

Darüber hinaus ist die Zinsentwicklung in unseren Märkten kritisch zu beobachten, da durch höhere Zinsen die Finanzierungskosten unserer Kunden steigen und dementsprechend die Investitionsneigung zurückgehen könnte.

In Kombination mit dauerhaft hohen Energiepreisen stellen steigende Zinsen und eine weiterhin anhaltend hohe Inflation Risiken in Bezug auf unser Wachstum dar. Sollten diese welt- und europaweiten Unsicherheitsfaktoren zu einem weiteren Einbruch der wirtschaftlichen Entwicklung und einer Verschärfung einer Rezession führen, so könnte sich dies deutlich nachteilig auf die Nachfrage nach den von TESVOLT hergestellten Produkten auswirken.

Höhere Zinsen führen auch für TESVOLT im Rahmen von Anschluss- oder Neufinanzierungen zu erhöhten Finanzierungskosten. Darüber hinaus könnte es bedingt durch eine gesamtwirtschaftlich schwierige Situation sowie den weiteren Regulierungsdruck auf die Banken zu einer stärkeren Zurückhaltung bei der Kreditvergabe kommen.

Insbesondere bei einer anhaltend schlechteren konjunkturellen Entwicklung als erwartet, welche zu entsprechend negativen Entwicklungen auf die Erreichung unserer Umsatzziele führen könnte, müsste mit Kosteneinsparmaßnahmen gegengesteuert werden, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, was sich negativ auf unsere Wachstumsstrategie auswirken könnte.

TESVOLT reagiert auf diese hohe Komplexität weltweiter Krisen und konjunktureller Unsicherheiten unter anderem durch eine unterjährige Risikobewertung, ein effektives Risikomanagement sowie zielgerichtete Projekte zur Umsatzsicherung.

Beschaffungsseitigen Risiken wird insbesondere durch eine Fokussierung auf strategisch wichtige Lieferanten mit hoher Lieferfähigkeit und mittelfristige Liefervereinbarungen begegnet. Auch sollen Wertschöpfungsketten im eigenen Unternehmen weiter vertieft werden, um bei der Umsetzung des geplanten Wachstums in Bezug auf strategisch entscheidende Komponenten unabhängiger von Zulieferunternehmen zu werden.

Steigender Wettbewerb, Verdrängung durch Konkurrenten und Abhängigkeit von Großkunden

Es besteht das Risiko, dass TESVOLT aufgrund seiner Größe, insbesondere in Bezug auf die notwendigen Produktionskapazitäten, die Kapitalausstattung sowie das notwendige Vertriebsnetzwerk, Wettbewerbsnachteile gegenüber Konkurrenten erleidet. Zum Beispiel könnte sich dies im Wettbewerb um knappe Lieferkapazitäten für Batteriespeicher oder einem erhöhten Druck zur Aufrechterhaltung wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen nachteilig bemerkbar machen. Weiterhin besteht das Risiko, dass Marktwettbewerber preiswerte Batteriespeichermodele bei teils vergleichsweiser niedriger Qualität anbieten.

Der Wegfall einzelner Großkunden mit denen TESVOLT wesentliche Umsatzerlöse erzielt, könnte sich darüber hinaus nachteilig auf die Ertragslage des Unternehmens auswirken.

TESVOLT reagiert auf diese Herausforderungen durch Programme zur Kostensenkung sowie einer fokussierten Innovations- und Differenzierungsstrategie unter anderem bei den Parametern Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit, Schnittstellenlösungen, Ressourceneffizienz sowie neue Einbindungs- und Vermarkungsformen im Speicherverbund.

Im Rahmen einer stetig voranschreitenden Digitalisierung der Prozesse bei TESVOLT, stärkt ein neu implementierter digitaler Qualifizierungsprozess der TESVOLT Academy den Aufbau vertrauensvoller Fachpartnerstrukturen mit fundierten Qualitätskenntnissen in Bezug auf Konfiguration und Projektplanung, Installation und Inbetriebnahme sowie After-Sales.

Markteintritt durch Nachahmer und technologischer Fortschritt

Ein Marktsegment wie das der Energiespeichersysteme, das einem hohen technologischen Fortschritt mit entsprechend raschen Produktlebenszyklen unterliegt, stellt ein generelles Risiko für Unternehmen in dynamischen Marktumfeldern dar. Sollten Nachahmer mit ähnlichen Produkten, in die von TESVOLT bedienten Märkte eintreten oder sollten die von TESVOLT hergestellten Energiespeichersysteme infolge technologischen Fortschritts im Vergleich zu von Konkurrenten angebotenen Produkten in ihren Preis-, Qualitäts- oder Leistungsmerkmalen nicht mehr wettbewerbsfähig sein, so könnte dies signifikante nachteilige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens haben. Ferner könnten nicht ausreichend etablierte Second Sources für einzelne Komponenten zu Lieferverzögerungen führen.

Ein Vorteil, der von TESVOLT angebotenen Energiespeichersysteme ist, dass sie von der Technologie der zugrunde liegenden Batteriezellen unabhängig sind und Typ offen konzipiert werden. Sollten sich Zelltechnologien durch technischen Fortschritt grundlegend verändern so können TESVOLT Energiespeichersysteme flexibel darauf angepasst werden. Die strukturierte Beobachtung von Second-Source- Optionen sowie das frühzeitige Erkennen von Veränderungen und Potentialen im Batteriezellbereich als wesentlicher Schwerpunkt unserer Entwicklungsarbeit wirkt diesen Risiken entgegen.

TESVOLT lässt Patente, mögliche Patentverletzungen und Markenschutzrechte durch externe Spezialisten vertreten und legt darüber hinaus einen besonderen Fokus auf eine intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur Stärkung bestehender Märkte und Erschließung zukünftiger Marktpotentiale. Der Schutz von Intellectual Property (IP) wird zudem zunehmend in die Geschäftsbereiche, bspw. in die Prozesse von Forschung und Entwicklung, integriert. Gleichzeitig bereitet sich TESVOLT darauf vor, die Anforderungen der neuen Batterieverordnung (BattVO) zu erfüllen und erstellt entlang der EU-weiten Normen eine Unternehmensstrategie zur Umsetzung ab 2024.

IT-Sicherheits- und Cyberrisiken

Weltweite Krisen, die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie die steigende internationale Vernetzung verschärfen für Unternehmen generell das E-Crime-Risiko (bspw. Angriffe über Pishing-Mails, Öffnen von Schad-/ Ransom-Software, Erpressungssoftware). Trotz bestehender Schutz-, Notfall- und gezielter Backupmaßnahmen bei TESVOLT, kann dies zum Ausfall zentraler IT-Systeme, dem Verlust der Datenintegrität, einer Preisgabe vertraulicher Daten aus Forschung und Geschäftstätigkeit, einer Manipulation von IT-Systemen oder einer erhöhten Beeinträchtigung von IT-Systemen durch Virusattacken führen. Der Ausfall von geschäftskritischen IT-Anwendungen kann einen direkten Einfluss auf die Lieferfähigkeit und die Qualität unserer Produkte haben.

TESVOLT hat unter anderem entsprechende Maßnahmen zur Sicherheitsschulung der Mitarbeitenden, die Einstellung von Experten im Bereich IT-Risk sowie eine IT-Sicherheitsdokumentation aufgesetzt. Des Weiteren ist TESVOLT in Vorbereitung eines auf ISO 27001 basierenden Informationsschutz-Managementsystems, welches Sicherheitsrichtlinien und organisatorische sowie technische Maßnahmen zur Prävention und Behandlung von IT-Sicherheitsvorfällen beinhaltet.

Risiken aus dem fortschreitenden Fachkräftemangel

TESVOLT könnte es aufgrund des fortschreitenden Fachkräftemangels nicht gelingen, als attraktiver Arbeitgeber in benötigtem Umfang qualifizierte Expertinnen und Experten zur Abdeckung des erwarteten Wachstumskurses zu gewinnen). Dies könnte sich nachteilig auf die organisatorische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Gesellschaft auswirken und die Umsetzung des erwarteten Expansionskurses und der damit verbundenen Ausweitung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft gefährden.

TESVOLT begegnet diesem Risiko durch die Aufrechterhaltung und regelmäßige Aktualisierung eines wettbewerbsfähigen Gehaltsgefüges, die Umsetzung entsprechender Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung, - entwicklung und -fortbildung, ortsunabhängiger digitaler Arbeitsangebote (Remote Work) sowie attraktiver Bürostandorte in den Metropolregionen Berlin, Köln-Bonn und Leipzig. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere weiteren Ausführungen in Abschnitt 1.5 "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"

5.3.3. Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage der Gesellschaft

Die Geschäftsführung schätzt die Chancen- und Risikolage der Gesellschaft trotz der weltweiten konjunkturellen Risiken insgesamt als beherrschbar ein.

Im Prognosezeitraum sind keine Risiken ersichtlich, denen nicht durch geeignete Gegenmaßnahmen begegnet werden könnte oder aus welchen eine potenzielle Bestandsgefährdung der Gesellschaft droht.

5.4. Prognosebericht

Die Prognose der TESVOLT AG für das Geschäftsjahr 2024 geht von einem positiven Geschäftsverlauf aus. Die Prognose enthält alle zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts bekannten Vorfälle und Ereignisse, die Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft haben könnten. Gleichwohl ist es möglich, dass die tatsächliche Entwicklung von dieser Prognose abweicht, wenn politische, wirtschaftliche oder strukturelle Entwicklungen eintreten, die der Vorstand weder planen oder vorhersehen oder noch in irgendeiner Form beeinflussen kann.

5.4.1. Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Vor dem Hintergrund der geopolitischen Konflikte und den wirtschaftlichen Folgewirkungen, den zumindest im US- und Euroraum hohen Zinsen sowie den konjunkturellen Schwierigkeiten Chinas, wird 2024 voraussichtlich ein wirtschaftlich schwieriges Jahr werden. Gemäß dem S&P Global Credit Outlook 2024 wird das Wachstum des globalen BIP bei nur 2,8 Prozent liegen. Für Europa wird eine Stagnation (0,8 Prozent), für die USA ein kleines Wachstum von 1,5 Prozent sowie für China ein - im historischen Durchschnitt niedriger - Wert von 4,6 Prozent erwartet. Auch für Deutschland wird nur ein Wachstum von 0,5 Prozent vorhergesagt.

Obwohl weltweit die meisten Zentralbanken angekündigt haben, dass der Zinsgipfel erreicht ist, ist für 2024 noch nicht davon auszugehen, dass Zinssenkungen in einem so hohen Maß stattfinden werden, dass sie die Konjunktur positiv beeinflussen können.

In Deutschland rechnet die Bundesnetzagentur auch 2024 weiterhin mit anhaltend hohen Strompreisen. Darüber hinaus belasten in Deutschland die haushaltspolitische Diskussion in 12/2023 und deren negative Folgen für 2024 die generelle Investitionsbereitschaft.

Diese Aussichten sind mit einem außerordentlich hohen Maß an Unsicherheit behaftet und hängen insbesondere von der weiteren Entwicklung der geopolitischen Konflikte ab.

Die hier vorgestellten Prognosen für das BIP und die globale wirtschaftliche Entwicklung beruhen auf dem S&P Global Macro Update 2024 vom 27. November 2023.

5.4.2. Branchenausblick

Obwohl das makroökonomische Umfeld für TESVOLT angesichts des konjunkturellen Gegenwinds herausfordernd wird, profitiert der Markt für Batteriespeichertechnologien von der in Deutschland, Europa und nun auch USA eingeleiteten Energiewende.

Für die Energiespeicherbranche wird 2024 in allen für TESVOLT relevanten Regionen mit einem weiterhin dynamisch wachsenden Marktumfeld gerechnet; aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Deutschland, Europa und der Welt vermutlich nicht mit derselben Geschwindigkeit der letzten Jahre.

Besonders bei den Energiespeicherlösungen größer als 30 kWh gehen Marktschätzungen von einem weltweiten Wachstum aus. Global wird im Segment C&I (BTM) ein Zuwachs von etwa 32 Prozent (9,5 GWh neu installierte Leistung in 2024) geschätzt, im Bereich Großspeicher/ FOM ein Zuwachs von knapp 40 Prozent (113,3 GWh neu installierte Leistung in 2024). Der Asien-Pazifik-Raum wird 2024 geschätzt einen Anteil von 44,5 Prozent am weltweiten C&I Markt einnehmen. Der nordamerikanische Markt bleibt 2024 voraussichtlich mit rund 29 Prozent der zweitgrößte Markt weltweit im Segment C&I. Der Anteil Europas am globalen Markt gewerblicher Energiespeicheranlagen wird bei geschätzt 20 Prozent liegen. Schätzungen zufolge werden in Europa (EU-27 plus Schweiz und UK) 2024 rund 52 Prozent zusätzliche Leistung an Gewerbespeichern im Vergleich zu 2023 neu installiert. (Quelle: Source: IHS Markit/S&P Global, Grid Connected Battery Storage Tracker, 1H-2023, Aug 2023).

5.4.3. Erwartete Geschäfts- und Ertragsentwicklung der TESVOLT AG

Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet der Vorstand mit gegenüber dem Vorjahr weiterhin moderat steigenden Umsatzerlösen. Ausschlaggebend hierfür wird insbesondere die hohe europäische Nachfrage im Markt für Energiespeichersysteme sein. Der Heimatmarkt Deutschland wird eine mögliche führende Rolle insbesondere aufgrund der gestiegenen Stromkosten - durch unter anderem die Erhöhung der Netzentgelte für alle seit 1. Januar 2024 - einnehmen. Positive Impulse auf die Umsatzentwicklung werden darüber hinaus aus dem weiteren Aufbau und der Professionalisierung der internationalen Vertriebsorganisation erwartet. Die vertriebliche Skalierbarkeit wird durch eine hohe Digitalisierung aller Vertriebsprozesse sichergestellt.

Für den Rohertrag wird - wie für die Umsatzerlöse - ein moderater Anstieg erwartet. Für die Rohertragsmarge in Relation zu den Umsatzerlösen wird mit einer Entwicklung auf Vorjahresniveau gerechnet.

In Bezug auf das EBITDA rechnet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2024 mit einer Entwicklung in den positiven Bereich.

Mit wieder funktionierenden Lieferketten und der vorhandenen Warenverfügbarkeit sehen wir eine leichte Preisreduktion über alle Bereiche hinweg. Weiter fallende Rohstoffpreise werden wie bereits 2023 an unsere Kunden weitergegeben.

In Bezug auf den operativen Free-Cashflow rechnet der Vorstand zum Jahresende mit einem positiven Effekt aus dem dynamisch wachsenden Geschäft. Dieser könnte durch gegenläufige Mittelabflüsse aufgrund der Ausweitung des Working Capital kompensiert werden. Insgesamt rechnet der Vorstand daher mit einem deutlich verbesserten Cashflow zum Jahresende 2024.

Um die vorgesehenen Umsatzziele zu erreichen, wird im Geschäftsjahr 2024 die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Fachkräfte moderat erhöht.

Durch das angestrebte Wachstum der Gesellschaft und dem damit verbundenen gestiegenen Geschäftsvolumen werden die Aufwendungen weiter steigen. Es wird gleichwohl mit einem leicht negativen bis nahezu ausgeglichenen Jahresergebnis gerechnet.

Zur Sicherstellung des weiteren Unternehmenswachstums wurden entsprechende Maßnahmen 2023 eingeleitet. Im Geschäftsjahr 2024 plant TESVOLT umfangreiche Investitionen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Lutherstadt Wittenberg. Im Januar und Februar 2024 hat die Gesellschaft diverse Verträge im Zusammenhang dem geplanten Bau einer neuen Gigafactory am Stammsitz in Lutherstadt Wittenberg abgeschlossen. Gegenstand dieser Verträge ist die Umsetzung des Baus und die Finanzierung des Neubaus sowie diverser Betriebsvorrichtungen über die in 2023 gegründete Objektgesellschaft TESVOLT Real Estate ONE GmbH & Co. KG sowie der RIBATO Verwaltung GmbH, einer Tochter der LHI Gruppe, im Rahmen von Leasing- bzw. Mietkauffinanzierungen. Das diesbezügliche Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund EUR 24 Mio. Darin enthalten sind Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von EUR 5 Mio. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die entsprechenden Ausführungen im Nachtragsbericht, enthalten im Anhang zum Jahresabschluss.

Alle Einschätzungen sind weiterhin abhängig von den Folgekosten des notwendigen, aber teuren Klimaschutzes, anhaltender (bspw. Ukrainekrieg, Nahost-Konflikt) oder potenziell neuer geopolitischer Krisen (Taiwan/China) sowie der Entwicklung von Inflation und Zinspolitik. Die Auswirkungen lassen sich nicht verlässlich und vollständig abschätzen.

 

Lutherstadt Wittenberg, den 30. April 2024

Daniel Hannemann, Vorstandsvorsitzender

Simon Schandert, Vorstand Technik

Philipp Koęcke, Vorstand Finanzen

Bilanz zum 31. Dezember 2023

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.970.741,73 4.006.754,57
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.314.487,86 1.679.367,90
3. Geleistete Anzahlungen und in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 2.452.486,08 1.554.759,07
8.737.715,67 7.240.881,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.088.134,51 989.474,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 874.883,00 841.286,15
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.427.803,62 1.423.786,09
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 417.538,35 499.523,35
4.808.359,48 3.754.069,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.104.888,18 0,00
2. Beteiligungen 2.683.307,00 3.515.708,88
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 252.260,27 0,00
5.040.455,45 3.515.708,88
18.586.530,60 14.510.660,24
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 28.151.378,37 28.308.306,94
2. Unfertige Erzeugnisse 56.369,94 47.819,11
3. Fertige Erzeugnisse 7.618.524,98 3.945.679,39
4. Geleistete Anzahlungen 108.866,18 566.189,23
35.935.139,47 32.867.994,67
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.654.442,48 3.928.616,71
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.940.460,68 274.793,92
11.594.903,16 4.203.410,63
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 464.385,80 13.205.604,25
47.994.428,43 50.277.009,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.021.446,63 594.492,03
67.602.405,66 65.382.161,82
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 87.468,00 87.468,00
- davon bedingtes Kapital EUR 10.000,00 (i. Vj. EUR 0,00)
II. Kapitalrücklage 45.173.245,92 45.173.245,92
III. Bilanzverlust -9.023.913,74 -3.201.365,96
36.236.800,18 42.059.347,96
B. Sonderposten für Zuwendungen 82.321,76 155.753,03
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 3.429.608,56 3.836.606,74
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.415.480,12 2.297.595,84
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.428.081,48 3.309.970,32
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.391.049,95 12.375.329,63
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 146.713,23 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 38.088,34 515.333,72
6. Sonstige Verbindlichkeiten 10.434.262,04 832.224,58
- davon aus Steuern EUR 245.344,78 (i. Vj. EUR 818.816,19)
- davon im Rahmen der Sozialen Sicherheit EUR 16.957,87 (i. Vj. EUR 10.987,39)
27.853.675,16 19.330.454,09
67.602.405,66 65.382.161,82

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 88.115.856,92 71.449.670,15
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3.681.396,42 3.658.895,55
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.323.533,49 2.184.506,53
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.587.901,74 3.066.102,53
96.708.688,57 80.359.174,76
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -67.795.954,89 -52.472.048,40
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -451.325,72 -177.034,73
-68.247.280,61 -52.649.083,13
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -14.096.718,44 -9.257.097,06
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.008.426,49 -1.911.082,97
-17.105.144,93 -11.168.180,03
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.612.001,56 -1.931.514,94
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.911.919,54 -11.754.945,87
-5.167.658,07 2.855.450,79
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 112.152,24 41.812,09
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -762.040,93 -58.081,83
11. Ergebnis nach Steuern -5.817.546,76 2.839.181,05
12. Sonstige Steuern -5.001,02 -12.505,20
13. Jahresfehlbetrag/-überschuss -5.822.547,78 2.826.675,85
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -3.201.365,96 -6.028.041,81
15. Bilanzverlust -9.023.913,74 -3.201.365,96

ANHANG für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft firmiert unter dem Namen TESVOLT AG und ist beim Amtsgericht Stendal unter der Nummer HRB 31785 eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften, dem Aktiengesetz sowie den ergänzenden Vorschriften der Satzung aufgestellt.

Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB Anwendung.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht zur Aktivierung von Entwicklungskosten in Anspruch. Unter dem Posten selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden Aufwendungen aus der bereits abgeschlossenen Entwicklung von Produktspezifikationen, einschließlich der Entwicklung und Prüfung zugehöriger Prototypen, sowie selbst erstellte Software aktiviert. Die Bewertung erfolgt zu den jeweiligen Herstellungskosten, welche die bei der Entwicklung angefallenen Material- und Fertigungskosten, ggf. anfallende Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den durch die Entwicklungstätigkeit verursachten Werteverzehrs des Anlagevermögens beinhalten. Dabei werden nur verlässlich ermittelt- und zuordenbare Herstellungskosten in die Aktivierung einbezogen. Eventuell als Forschungskosten zu klassifizierende Aufwendungen werden grundsätzlich nicht aktiviert.

Die Aktivierung der Aufwendungen für Entwicklungsprojekte erfolgt nach der Bruttomethode. Für die Herstellung von Software angefallene bezogene Leistungen werden dagegen direkt als Zugang gebucht.

Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen und die Software werden über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Entwicklungsaufwendungen, welche sich auf noch nicht abgeschlossene Projekte beziehen, werden nicht planmäßig abgeschrieben und innerhalb des Postens immaterielle Vermögensgegenstände im Unterposten in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände ausgewiesen.

Entwicklungsaufwendungen, die einer Förderung unterliegen, werden auf Grund der Verrechnung mit den zugehörigen nicht rückzahlbaren Zuschüssen nicht aktiviert.

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten sowie abzüglich Anschaffungspreisminderungen aktiviert und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen zwischen 1 und 10 Jahren.

Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Nutzungsdauern liegen zwischen einem und bis zu 21 Jahren. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig.

Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) mit einem Wert bis zu EUR 250 werden sofort aufwandswirksam erfasst. Sachanlagen, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000 betragen, werden mit ihren Anschaffungskosten in das Anlagevermögen übernommen und als GWG-Sammelposten über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Aufgrund seiner untergeordneten Bedeutung wurde dieses steuerliche Bewertungsverfahren auch im handelsrechtlichen Jahresabschluss angewandt.

Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen sind, ebenso wie auch auf immaterielle Vermögensgegenstände, zu Nennbeträgen angesetzt.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden zu Anschaffungskosten bzw. - wenn zutreffend - dem niedrigeren ihnen beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten, unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Sofern eine mindestens kostendeckende Veräußerung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen nach deren Verarbeitung hinreichend sicher ist, erfolgt keine Abwertung auf die niedrigeren Wiederbeschaffungskosten. Bei der Bewertung des Bestands zum Abschlussstichtag wird unterstellt, dass zuerst angeschaffte Artikel auch zuerst verbraucht werden ("first in - first out").

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden gemäß § 255 Abs. 2 HGB zu Herstellungskosten, unter Beachtung des Niederwertprinzips, bewertet. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Herstellung veranlasst ist. Die unfertigen Erzeugnisse werden entsprechend ihres Fertigungsgrades mit anteiligen Herstellungskosten bewertet. Die Waren werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Die geleisteten Anzahlungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen. Es wurden keine Pauschalwertberichtigungen vorgenommen.

Die flüssigen Mittel sind grundsätzlich zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Sofern Fremdwährungsbestände in eine Sicherungsbeziehung eingebunden sind, werden sie aufgrund der Einfrierungsmethode mit dem Wert angesetzt, mit dem sie zum Zeitpunkt der Einbindung in die Sicherungsbeziehung bewertet waren.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet vor dem Abschlussstichtag getätigte Auszahlungen, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Gesellschaft übt das Wahlrecht zum Ausweis erhaltener Zuschüsse und Fördermittel für Investitionen für entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten angeschaffte Konzessionen, dahingehend aus, als dass diese offen passivisch in einem Sonderposten für Zuwendungen abgegrenzt werden, statt sie von den Anschaffungskosten der geförderten Vermögensgegenstände abzuziehen. Die planmäßige ertragswirksame Auflösung des Sonderpostens erfolgt entsprechend der Erfüllung der zugrunde liegenden Förderbedingungen durch die Gesellschaft sowie analog zur planmäßigen Abschreibung der bezuschussten Vermögensgegenstände. Für selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden die erhaltenen Zuschüsse und Fördermittel von den Anschaffungskosten der geförderten Vermögensgegenstände abgezogen.

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Erfüllungsbeträge nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dotiert und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Abschlussstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank monatlich bekannt gegeben werden.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bei der Bilanzierung der latenten Steuern nimmt die Gesellschaft das Wahlrecht wahr, latente Steuern aus aktivischen sowie passivischen temporären Differenzen miteinander zu verrechnen. Verbleibt ein Aktivüberhang, so nimmt die Gesellschaft das hierfür bestehende Ansatzwahlrecht nicht in Anspruch.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden - soweit vorliegend - im Rahmen der Zugangsbewertung grundsätzlich mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls bewertet. Die Folgebewertung erfolgt, soweit die Forderungen und Verbindlichkeiten nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Verluste aus Kursänderungen bis zum Abschlussstichtag werden stets, Gewinne aus Kursänderungen nur bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger berücksichtigt.

In Bezug auf die Bilanzierung von zur Absicherung von Wechselkursrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäften in USD hatte die Gesellschaft im Vorjahr das Wahlrecht ausgeübt, diese ökonomischen Sicherungsbeziehungen sowie vorhandene USD-Bestände durch die Bildung einer Bewertungseinheit im Rahmen eines Portfolio-Hedging mit Zahlungsströmen aus der Begleichung von Rechnungen aus Wareneinkäufen in USD bilanziell nachzuvollziehen. Dabei hat sie die sogenannte Einfrierungsmethode angewendet, nach welcher sich ausgleichende Wertschwankungen nicht in der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung nachvollzogen werden. Für im Geschäftsjahr neu abgeschlossene Absicherungsgeschäfte hat sie auf die Ausübung dieses Wahlrechts verzichtet.

Sofern Forderungen und Verbindlichkeiten in eine Sicherungsbeziehung eingebunden waren, wurden sie aufgrund der Anwendung der Einfrierungsmethode mit dem entsprechend gesicherten Wechselkurs bewertet.

Die Haftungsverhältnisse gemäß §§ 251, 268 Abs. 7 HGB werden nach den für Verbindlichkeiten geltenden Grundsätzen unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme ausgewiesen. Die Risikoeinschätzung der Inanspruchnahme erfolgt auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung.

C. Erläuterungen zur Bilanz

In Bezug auf die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 verweisen wir auf den Anlagespiegel (Anlage zum Anhang).

Die wesentlichen Kennzahlen in Bezug auf die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

Firmenname Land Sitz Anteilshöhe
Stercom Power Solutions GmbH Deutschland Weyarn 51,12%
Wendeware AG Deutschland Kaiserslautern 25,01%
TV Real Estate ONE GmbH & Co.KG Deutschland Pullach i. Isartal 100,00%
TESVOLT Korea Republik Südkorea Seoul 100,00%
Jahresergebnis Eigenkapital Abschluss-
Firmenname in TEUR in TEUR stichtag
Stercom Power Solutions GmbH 1.027,3 1.944,1 31.12.2023
Wendeware AG -1.204,8 263,4 31.12.2023
TV Real Estate ONE GmbH & Co.KG -0,8 9,2 31.12.2023
TESVOLT Korea -56,2 21,1 31.12.2020

Der Jahresabschluss der Stercom Power Solutions GmbH ist vorläufig und noch nicht festgestellt.

Die TESVOLT Korea Ltd. befindet sich im Prozess der Liquidation. Sie wurde im Geschäftsjahr 2021 aufgrund dauernder Wertminderung zu 100% wertberichtigt.

Ein Konzernabschluss wird aufgrund der Befreiungsvorschrift des § 290 Abs. 5 HGB nicht aufgestellt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten aktivierte Vorleistungen (TEUR 699) und ein Grundstück (TEUR 867), die im Zusammenhang mit einem geplanten Neubau an die Tesvolt Real Estate ONE GmbH & Co KG übertragen werden sollen (antizipativer Abgrenzungsposten; siehe hierzu auch unter F. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag). Weiterhin sind hinterlegte Kautionen von TEUR 214 (Vorjahr: TEUR 213), welche eine Restlaufzeit von über einem Jahr haben, enthalten. Die restlichen dort ausgewiesenen Beträge haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Des Weiteren enthielten die sonstigen Vermögensgegenstände Forderungen aus Fördermitteln von TEUR 29 (Vorjahr: TEUR 48) sowie aus Steuern TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 0).

Die Guthaben bei Kreditinstituten enthalten in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 159) Beträge, welche als Hinterlegung vertraglichen Verfügungsbeschränkungen unterliegen.

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert EUR 87.468. Das gezeichnete Kapital setzt sich aus auf den Namen lautende Stückaktien (Nennwert pro Aktie EUR 1) zusammen. Sämtliche Aktien sind im Rahmen der Hauptversammlung mit der Berechtigung zur Ausübung von je einer Stimme untereinander gleichberechtigt.

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 10.000 durch Ausgabe von bis zu 10.000 neue, auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, soweit die Darlehensgeber der Wandeldarlehen, welchen die Hauptversammlung am 24. August 2023 zugestimmt hat, bzw. welche aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung bis zum 31. Dezember 2024 ausgegeben wurden,die das Wandlungsrecht in Anspruch genommen haben, oder für die die Wandlungspflicht zum Tragen kommt.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 23. August 2028 einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu EUR 43.734,00 durch Ausgabe von bis zu 43.734 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktion gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert EUR 45.173.246.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten eine Rückstellung über EUR 0,5 Mio., die sich aus einer Verpflichtung ergibt, bei Erfüllung bestimmter Kriterien weitere Zuzahlungen in das Eigenkapital der Wendeware AG zu leisten. Im Übrigen entfallen die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen auf Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 618, Vorjahr: TEUR 795), für Gewährleistungen (TEUR 879; Vorjahr: TEUR 564), für Cash Back (TEUR 373, Vorjahr: TEUR 0), ausstehende Rechnungen (TEUR 323, Vorjahr: TEUR 360) und für Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 305, Vorjahr: TEUR 151).

Die Gesellschaft setzt Devisenbestände und Devisentermingeschäfte (Sicherungsinstrumente) ein, um bereits getätigte und geplante Wareneinkäufe in Fremdwährung abzusichern (Grundgeschäfte). Zum Abschlussstichtag wurden die bestehenden USD-Terminkäufe in einem Volumen von USD 9,2 Mio. und der bestehende USD- Bestand in Höhe von 0,1 Mio., denen entsprechende in USD getätigte Wareneinkäufe gegenüberstehen, keine Bewertungseinheiten gebildet. Hieraus ergaben sich zum Bilanzstichtag drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 101, die entsprechend erfasst wurden. Im Vorjahr bestanden hingegen für in USD getätigte Wareneinkäufe in einem Volumen von USD 17,0 Mio., die durch USD-Bestände in Höhe von USD 3,0 Mio. und USD-Terminkäufe in Höhe von USD 14,0 Mio. abgesichert waren, Bewertungseinheiten in der Form eines Portfolio-Hedges. Bei den USD-Terminkäufen wurde im Vorjahr jeweils nur die Kassakomponente in die Bewertungseinheit mit einbezogen. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen lag daher aufgrund der Laufzeit- und Volumenkongruenz sowie der Währungsidentität bei 100%. Die gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme haben sich bis Ende April 2023 vollständig ausgeglichen. Im Vorjahr wurden aufgrund der Einfrierungsmethode drohende Verluste aus schwebenden USD-Terminkäufen in Höhe von TEUR 427 und Währungskursgewinne aus bereits erfassten Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen in Höhe von TEUR 235 bilanziell nicht erfasst.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 38 betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und bestehen gegenüber der Wendeware AG.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 147 und betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Stercom Power Solution GmbH.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: 0).

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen u. a. Wandeldarlehen i.H.v. TEUR 6.621 und eine stille Beteiligung i.H.v. TEUR 3.543, die sämtlich gegenüber Gesellschaftern bestehen (Vorjahr: TEUR 0). Die Wandeldarlehen sowie die stille Beteiligung sind endfällig zum 31. August 2028 und verbriefen in bestimmten Fällen eine Pflicht und in anderen Fällen das Recht auf Wandlung des Darlehens bzw. der stillen Beteiligung in insgesamt bis zu 7.569 Stückaktien während der Laufzeit. Die Wandeldarlehen werden spätestens bei Endfälligkeit gewandelt.

Die Fälligkeit der Verbindlichkeiten stellte sich zum Abschlussstichtag wie folgt dar:

< 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.729 1.647 39 7.415
(Vorjahr) (611) (1.648) (39) (2.298)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.428 - 3.428
(Vorjahr) (3.310) - - (3.310)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.391 - - 6.391
(Vorjahr) (12.375) - - (12.375)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 147 - - 147
(Vorjahr) - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 38 - - 38
(Vorjahr) (515) - - (515)
Sonstige Verbindlichkeiten 265 10.169 - 10.434
(Vorjahr) (832) (-) - (832)
Verbindlichkeiten gesamt 15.998 11.816 39 27.853
(Vorjahr) (17.643) (1.648) (39) (19.330)

Die zum Abschlussstichtag bestehenden Verbindlichkeiten sind grundsätzlich im branchenüblichen Umfang bzw. entsprechend der allgemeinen gesetzlichen Regelungen besichert.

Zur Absicherung der gegenüber Kreditinstituten bestehenden Darlehensverbindlichkeiten wurde mit den Gläubigerbanken ein Sicherheitenpoolvertrag geschlossen. Aus diesem geht hervor, dass eine Globalzession für Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen sowie eine Raumsicherungsübereignung des Warenlagers bestehen. Die zunächst vereinbarten Verpfändungen von Bankguthaben sind mit Nachtrag 3 zum Sicherheitenpoolvertrag im Juli 2023 auf TEUR 0 reduziert worden (Vorjahr: TEUR 126). Darüber hinaus ist eine Fertigungslinie im Zusammenhang mit einem Mietkauf sicherungsübereignet.

Des Weiteren sind Bankguthaben von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 33) zur Absicherung einer Mietbürgschaft verpfändet.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse betreffen ausschließlich den Verkauf von Batteriespeichersystemen und den damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Regional wurden die Umsätze mit EUR 58,2 Mio. (Vorjahr: EUR 53,0 Mio.) im Inland, mit EUR 21,2 Mio. (Vorjahr: EUR 8,1 Mio.) in der Europäischen Union sowie mit EUR 8,7 Mio. (Vorjahr: EUR 10,3 Mio.) im nicht-EU Ausland erzielt.

Im Geschäftsjahr 2023 fielen Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 4.792 (Vorjahr: TEUR 3.012) an. Von den Entwicklungskosten wurde ein Betrag von TEUR 2.037 (Vorjahr: TEUR 1.775) als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Währungsumrechnung von TEUR 867 (Vorjahr: TEUR 2.569). Aufgrund der im Vorjahresabschluss erfolgten Ausübung des Wahlrechts zur Einbindung abgeschlossener Sicherungsgeschäfte in Bewertungseinheiten im Rahmen eines Portfolio Hedgings wurden Währungsgewinne in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 235) aufgrund der im Vorjahr angewendeten Einfrierungsmethode nicht erfasst.

Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung enthalten in Höhe von EUR 97.535,00 (Vorjahr: EUR 62.679,70) Aufwendungen für die Altersversorgung.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 29) vorgenommen. Davon entfallen TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 29) auf das immaterielle Anlagevermögen sowie TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) auf Finanzanlagen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von TEUR 681 (Vorjahr: TEUR 1.071). Aufgrund der im Vorjahresabschluss erfolgten Ausübung des Wahlrechts zur Einbindung abgeschlossener Sicherungsgeschäfte in Bewertungseinheiten im Rahmen eines Portfolio Hedgings wurden Währungsverluste in Höhe von EUR 0 (Vorjahr: TEUR 427) aufgrund der im Vorjahr angewendeten Einfrierungsmethode nicht erfasst.

Periodenfremde Aufwendungen (2023: 140 TEUR; Vorjahr: 20 TEUR) und periodenfremde Erträge (2023: 20 TEUR; Vorjahr: 27 TEUR) hatten für die Ertragslage keine wesentliche Bedeutung.

E. Sonstige Angaben

Mitarbeiteranzahl

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Gesellschaft 224 Mitarbeiter (Vorjahr: 142), wovon 35 (Vorjahr 19) im Bereich Forschung und Entwicklung tätig waren.

Abschlussprüferhonorare

Abschlussprüfungsleistungen 322 TEUR (Vorjahr: TEUR 77)
Andere Bestätigungsleistungen 132 TEUR (Vorjahr: TEUR 149)
Steuerberatungsleistungen 2 TEUR (Vorjahr: TEUR 5)
Sonstige Leistungen 4 TEUR (Vorjahr: TEUR 0)

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Abschlussstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen in folgender Höhe:

Verpflichtungen aus < 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Bestellobligo 13.912 0 0 13.912
langfristigen Miet- und Leasingverträgen 1.264 3.071 1.559 5.894
Summe 15.176 3.071 1.559 19.806
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (1.393) - - (1.393)
(davon gegenüber assoziierten Unternehmen) (32) - - (32)

Die Gesellschaft nutzt langfristige Miet- und Leasingverpflichtungen, um die Höhe des im Unternehmen gebundenen Kapitals zu begrenzen und um eine den betrieblichen Erfordernissen entsprechende Flexibilität bezüglich der genutzten Vermögensgegenstände zu gewährleisten.

Im Geschäftsjahr 2021 hat die Gesellschaft ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm auf Basis virtueller Geschäftsanteile mit einer mehrjährigen Laufzeit aufgelegt, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker an die Gesellschaft zu binden und sie im Falle eines Exits am gesteigerten Unternehmenswert der Gesellschaft partizipieren zu lassen. Ein Exit im Sinne des anteilsbasierten Vergütungsprogramms tritt insbesondere ein, wenn sich wesentliche Veränderungen der Gesellschafter- oder Vermögensstruktur ergeben. Die Gesellschaft hat das jederzeitige einseitige Recht und auch die Absicht, die Erfolgsbeteiligung in Aktienoptionen oder Aktien zu wandeln.

Alle im Rahmen des anteilsbasierten Vergütungsprogramms bis zum 31. Dezember 2023 ausgegebenen virtuellen Anteile sind grundsätzlich verfallbar. Ein vollumfänglicher Verfall aller Anteile ist beim Nichteintreten eines Exit-Vorgangs innerhalb von 15 Jahren nach Zuteilung sowie bei Kündigung oder einem Verstoß gegen wesentliche Pflichten des Vertrages über die Einräumung der Beteiligung durch die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter, sowie bei verhaltensbedingter oder fristloser Kündigung mit wichtigem Grund durch die Gesellschaft möglich. Abgesehen von der im vorherigen Absatz genannten grundsätzlichen Verfallbarkeit der virtuellen Anteile, werden jeweils Teile der gewährten virtuellen Anteile innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren unverfallbar (bedingtes Vesting).

Da die Vergütung für die eingeräumten Optionen insofern unabhängig von der erbrachten Arbeitsleistung des Mitarbeiters ist und sich ausschließlich im Exit-Fall materialisiert, besteht bis zu diesem Zeitpunkt noch keine bilanzielle, wohl aber eine mögliche künftige Verpflichtung.

In Anlehnung an die letzten Kapitalerhöhungen und Transaktionen unter den Gesellschaftern, ergäbe sich zum Bilanzstichtag eine potenzielle rechnerische Vergütung für alle bis zum Bilanzstichtag ausgegebenen Anteile in Höhe von EUR 12,4 Mio. (Vorjahr: 12,7 Mio.) Die tatsächliche Höhe hängt jedoch von der Wertentwicklung der TESVOLT AG sowie dem Eintritt bzw. der Umsetzung weiterer vertraglich festgelegter Bedingungen ab.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse aus Gewährleistungsverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen

Zum Stichtag haftet die Gesellschaft aus Gewährleistungsverträgen, die sie u.a. zugunsten der TESVOLT Real Estate ONE GmbH & Co.KG abgeschlossen hat, für Beiträge in Höhe von TEUR 21.

Nach unseren Erkenntnissen können die zugrunde liegenden Verpflichtungen der betreffenden Gesellschaft in allen Fällen erfüllt werden. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften gegenüber verbundenen Unternehmen

Zum Stichtag haftet die Gesellschaft aus Bürgschaften, die sie zugunsten der Stercom Power Solutions GmbH ausgestellt hat, für einen Betrag in Höhe von EUR 150.

Nach unseren Erkenntnissen können die zugrunde liegenden Verpflichtungen von Stercom Power Solutions GmbH erfüllt werden. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

Ausschüttungssperre

Infolge der Ausübung des Wahlrechts zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände besteht in Höhe von TEUR 7.243 (Vorjahr: TEUR 5.562) eine Ausschüttungssperre im Sinne von § 268 Abs. 8 HGB. Diese setzt sich zusammen aus einem Betrag in Höhe von TEUR 5.143 aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände nach Abzug darauf entfallender passiver latenter Steuern sowie aus entsprechend angesetzter aktiver latenter Steuern in Höhe von TEUR 2.100.

Latente Steuern

Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgeständen und aus der Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Darüber hinaus besteht eine latente Steuerforderung aufgrund bislang nicht genutzter steuerlicher Verlustvorträge. Insgesamt werden die passiven latenten Steuern durch aktive Steuerlatenzen überkompensiert. Es wurde ein Steuersatz von 29% angewandt, der sich aus dem kombinierten Ertragsteuersatz aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zusammensetzt.

Vorstand

Der Vorstand der Gesellschaft setzte sich während des Geschäftsjahres aus den folgenden Personen zusammen:

Herr Daniel Hannemann, Vorstandsvorsitzender und Vertrieb der TESVOLT AG

Herr Simon Schandert, Vorstand Technik der TESVOLT AG

Herr Philipp Koecke, Vorstand Finanzen der TESVOLT AG

In Bezug auf die Angabe der Vergütungen des Vorstands wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft setzte sich während des Geschäftsjahres wie folgt zusammen:

Herr Oliver Borrmann, Vorsitzender, Managing Partner bmp Ventures AG

Frau Claudia Thonet, stellvertretende Vorsitzende, Geschäftsführerin Claudia Thonet Agile Consulting GmbH

Herr Johannes Meran, CEO Liechtenstein Group

Herr Ralf Christian, selbständiger professional Advisor

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 8).

F. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Im Januar und Februar 2024 hat die Gesellschaft diverse Verträge im Zusammenhang dem geplanten Bau einer neuen Gigafactory am Stammsitz in Lutherstadt Wittenberg abgeschlossen. Gegenstand dieser Verträge ist die Umsetzung des Baus und die Finanzierung des Neubaus sowie diverser Betriebsvorrichtungen über die in 2023 gegründete Objektgesellschaft TESVOLT Real Estate ONE GmbH & Co. KG sowie der RIBATO Verwaltung GmbH, einer Tochter der LHI Gruppe im Rahmen von Leasing- bzw. Mietkauffinanzierungen mit Laufzeiten von 25 bzw. 13,5 Jahren. Das diesbezügliche Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund EUR 24 Mio. Darin enthalten sind Investitionszuschüsse der Öffentlichen Hand in Höhe von EUR 5 Mio. Die Verträge beinhalten insbesondere auch Freistellungsvereinbarungen, in denen die TESVOLT AG für den Zeitraum der Bauphase (ca. 1,5 Jahre) zugunsten der TESVOLT Real Estate ONE GmbH & Co. KG und der RIBATO Verwaltung GmbH erklärt hat, alle Risiken zu tragen, die sich aus der Planung und dem Bau des Objekts und der Betriebsvorrichtungen ergeben. Darüber hinaus hat die TESVOLT AG ebenfalls für die Bauphase zugunsten der RIBATO Verwaltung GmbH eine harte Patronatserklärung dergestalt abgegeben, die RIBATO Verwaltung GmbH stets finanziell so auszustatten, dass sie ihren gegenwärtigen und zukünftigen Verbindlichkeiten jederzeit nachkommen kann.

Die zum Stichtag in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Vorleistungen und das Grundstück wurden im April an die TESVOLT Real Estate ONE GmbH & Co. KG übertragen.

Im März/April 2024 hat die Gesellschaft weitere finanzielle Mittel in Form von Wandeldarlehen in Höhe von EUR 7 Mio. aufgenommen. Die Konditionen und Bedingungen entsprechen im Wesentlichen den Bedingungen der in 2023 aufgenommenen Wandeldarlehen.

 

Lutherstadt Wittenberg, den 30. April 2024

Daniel Hannemann, Vorstandsvorsitzender

Simon Schandert, Vorstand Technik

Philipp Hoecke, Vorstand Finanzen

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 5.431.878,71 970.512,10 0,00 1.306.023,01 7.708.413,82
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.815.075,17 138.078,86 0,00 127.875,75 3.081.029,78
3. Geleistete Anzahlungen und in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 1.554.759,07 2.345.903,77 0,00 -1.433.898,76 2.466.764,08
9.801.712,95 3.454.494,73 0,00 0,00 13.256.207,68
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.084.747,23 50.236,15 0,00 97.244,12 1.232.227,50
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.155.618,59 191.409,73 0,00 0,00 1.347.028,32
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.442.229,38 791.574,82 -16.543,97 665.928,80 3.883.189,03
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 499.523,35 681.187,92 0,00 -763.172,92 417.538,35
5.182.118,55 1.714.408,62 -16.543,97 0,00 6.879.983,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 88.192,81 10.086,30 0,00 2.094.801,88 2.193.080,99
2. Beteiligungen 3.515.708,88 1.262.400,00 0,00 -2.094.801,88 2.683.307,00
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 252.260,27 0,00 0,00 252.260,27
3.603.901,69 1.524.746,57 0,00 0,00 5.128.648,26
18.587.733,19 6.693.649,92 -16.543,97 0,00 25.264.839,14
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR TEUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.425.124,14 1.312.547,95 0,00 0,00 2.737.672,09
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.135.707,27 630.834,65 0,00 0,00 1.766.541,92
3. Geleistete Anzahlungen und in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 14.278,00 0,00 14.278,00
2.560.831,41 1.957.660,60 0,00 0,00 4.518.492,01
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 95.273,00 48.819,99 0,00 0,00 144.092,99
2. Technische Anlagen und Maschinen 314.332,44 157.812,88 0,00 0,00 472.145,32
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.018.443,29 447.708,09 -10.765,97 0,00 1.455.385,41
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
1.428.048,73 654.340,96 -10.765,97 0,00 2.071.623,72
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 88.192,81 0,00 0,00 0,00 88.192,81
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
88.192,81 0,00 0,00 0,00 88.192,81
4.077.072,95 2.612.001,56 -10.765,97 0,00 6.678.308,54
Buchwert
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 4.970.741,73 4.006.754,57
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.314.487,86 1.679.367,90
3. Geleistete Anzahlungen und in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 2.452.486,08 1.554.759,07
8.737.715,67 7.240.881,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.088.134,51 989.474,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 874.883,00 841.286,15
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.427.803,62 1.423.786,09
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 417.538,35 499.523,35
4.808.359,48 3.754.069,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.104.888,18 0,00
2. Beteiligungen 2.683.307,00 3.515.708,88
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 252.260,27 0,00
5.040.455,45 3.515.708,88
18.586.530,60 14.510.660,24

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die TESVOLT AG, Lutherstadt Wittenberg:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der TESVOLT AG, Lutherstadt Wittenberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der TESVOLT AG, Lutherstadt Wittenberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Jena, den 30. April 2024

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaf

Fehlauer, Wirtschaftsprüfer

Maaß, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

der TESVOLT AG

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

im Folgenden möchten wir Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats und seines Prüfungsausschusses im Geschäftsjahr 2023 informieren.

Im Geschäftsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben vollumfänglich und mit aller Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung kontinuierlich begleitet und überwacht. Von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung sowie der Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Organisation hat sich der Aufsichtsrat überzeugt.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zeitnah, umfassend und regelmäßig über die Unternehmensplanung, die wirtschaftliche Lage, die aktuelle Entwicklung des Unternehmens, wichtige Geschäftsvorgänge, Fragen der Strategie, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance schriftlich und mündlich informiert. Auf der Grundlage der Berichterstattung des Vorstands hat der Aufsichtsrat insbesondere die jeweils aktuelle Geschäftsentwicklung detailliert und intensiv in fünf Aufsichtsratssitzungen im Berichtszeitraum behandelt. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen hat der Vorstand dem Aufsichtsrat erläutert. Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat von seinem Prüfungsrecht nach § 111 Abs. 2 AktG keinen Gebrauch gemacht, da aufgrund der Berichterstattung durch den Vorstand dazu keine Veranlassung bestand. Über die Arbeit des Prüfungsausschusses wurde der Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend unterrichtet.

Auch außerhalb der Sitzungen wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand über wichtige Vorgänge mündlich und schriftlich informiert. Darüber hinaus wurden wichtige Themen und die Inhalte von anstehenden Entscheidungen in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Vorsitzenden des Vorstands und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats erörtert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat sich außerhalb der Sitzungen regelmäßig über wesentliche Ereignisse vom Vorsitzenden des Vorstands informieren lassen.

Der Aufsichtsrat prüft kontinuierlich, ob es etwaige Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern während des Geschäftsjahres gibt. Etwaige Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten.

Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden fünf ordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Zudem wurden Beschlüsse im Rahmen einer Videokonferenz und im Umlaufverfahren gefasst.

Arbeit in den Ausschüssen des Aufsichtsrats

Der vom Aufsichtsrat eingerichtete Prüfungsausschuss hat die Arbeit des Gesamtgremiums insbesondere bei Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der Erteilung des Prüfungsauftrages an den Abschlussprüfer im Jahr 2023 effektiv unterstützt. Der Prüfungsausschuss bereitete insbesondere die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zur Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts sowie zur Bestellung des Abschlussprüfers vor. Über die Arbeit im Prüfungsausschuss wurde der Aufsichtsrat regelmäßig unterrichtet.

Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand

Im Berichtszeitraum gab es keine Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand.

Jahresabschluss

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der TESVOLT AG für das Geschäftsjahr 2023 wurde unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts der Gesellschaft von der Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Jena, geprüft. Die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Jena, war durch die Hauptversammlung am 30. Juni 2023 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 bestellt und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung beauftragt worden. Der Abschlussprüfer hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk sowohl für den Jahresabschluss 2023 der TESVOLT AG als auch für den Lagebericht erteilt.

Die Abschlussunterlagen und der Bericht des Abschlussprüfers sind allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Einsicht zugegangen.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 30. April 2024 die Entwürfe des Jahresabschlusses der TESVOLT AG sowie des Lageberichts des Vorstands unter Berücksichtigung der Ergebnisse der zuvor durchgeführten Sitzung des Prüfungsausschusses am 30. April 2024 intensiv besprochen und geprüft. Die Prüfungsleiterin hat an dieser Aufsichtsratssitzung sowie an der Sitzung des Prüfungsausschusses teilgenommen und einen umfassenden Überblick über die durchgeführte Prüfung des Jahresabschlusses gegeben, indem sie detailliert über den Prüfungsauftrag und Prüfungsdurchführung, die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, die wesentlichen Prüfungsaussagen und das Prüfungsergebnis berichtet hat. Im Ergebnis konstatierte sie, dass Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Jena, einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss sowie zum Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 erteilt hat. Die Prüfungsleiterin beantwortete die Fragen der Mitglieder des Aufsichtsrats und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach Auffassung der Mitglieder des Aufsichtsrats wurden damit alle relevanten Themenkomplexe abschließend besprochen. Weitere Fragen der Mitglieder des Aufsichtsrats bestanden nicht. Der Aufsichtsrat hat seinen Beschluss über die Billigung des Jahresabschlusses 2023 in seiner Sitzung am 30. April 2024 gefasst. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Da ein Bilanzverlust zum 31.12.2023 ausgewiesen wird, bedurfte es keines entsprechenden Ergebnisverwendungsvorschlags des Vorstands. Der ausgewiesene Bilanzverlust in Höhe von 9.023.913,74 EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TESVOLT AG für die im Geschäftsjahr 2023 geleistete Arbeit und den.hohen persönlichen Einsatz.

 

Berlin, den 30. April 2024

Für den Aufsichtsrat

Oliver Borrmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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