Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRB 1870
Vorher
AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue
Eingetragen
23.1.1991
Branche
Herstellung sonstiger Werkzeuge a. n. g.Herstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von Maschinenspannzeugen und sonstigem Zubehör für Werkzeugmaschinen
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung sowie Vertrieb von Werkzeugen aller Art, insbesondere von Stanz-, Schneid-, Umform- und Urformwerkzeugen, Teilefertigung, Entwicklung und Verwertung von Technologien und Baugruppen des Werkzeugbaus.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Torsten Schneider
seit 27.11.2023
Prokura
Frank Förster
seit 17.7.2023
Prokura
Jens Mogdans
seit 2.12.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.01% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
ANDRITZ AGAUT
71.15%
16.44%
ANDRITZ Power & Water GmbHAUT
10.62%
ANDRITZ AGAUT
1.80%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
10.000.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue

Aue-Bad Schlema (vormals: Aue)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

A. Geschäftsverlauf und Lage

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Rezession der Weltwirtschaft in 2020

Die Weltwirtschaft spürt 2020 deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch Krisen wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, geopolitische Spannungen und der endgültige Austritt Großbritanniens aus der EU führen zu einer weiteren Anspannung der wirtschaftlichen Lage. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2020 nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,5 % gesunken (2019: +2,8 %). Die Industrieländer müssen mit einem Minus von 4,9 % rechnen (2019: +1,6 %). Der IWF erwartet für die Schwellen- und Entwicklungsländer eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums um 2,4 % (2019: +3,6 %).

Das BIP der Eurozone nahm im weltweiten Vergleich mit 7,2 % deutlich stärker ab. In Deutschland sank das BIP um vergleichsweise geringe 5,4 %. Durch stärkeren privaten Konsum, geringer Abhängigkeit von der Tourismusbranche und stark gestiegene Exporte blieb die Wirtschaft hier vergleichsweise stabil. Das US-Wirtschaftswachstum sank, ähnlich dem weltweiten Schnitt, um 3,4 %.

In Japan sank das BIP um 5,1 %. China verzeichnet bereits 2020 positive Wachstumsdynamiken, Experten rechnen mit einem Anstieg des BIP um 2,3 %. Diese Dynamik wurde durch umfangreiche Konjunkturpakete und ein starkes Exportvolumen unterstützt. Die Corona-Krise hatte großen Einfluss auf die konjunkturelle Lage in Indien, das BIP sank um 8,0 %. In Brasilien verringerte sich das BIP um 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr, und auch in Russland war der Wachstumstrend ähnlich, dort nahm das BIP um 3,6 % ab.

[Quelle: International Monetary Fund (IMF) World Economic Outlook Update, Januar 2021]

Weltautomobilmarkt 2020 deutlich unter niedrigem Vorjahresniveau

Die PKW-Neuzulassungen bewegen sich 2020 nach Einschätzungen des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) weltweit bei einem deutlichen Rückgang von 15,0 % auf 67,7 Millionen PKW. Prägend für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit und in den einzelnen Ländern waren die großen Folgen der Corona-Krise.

Der europäische Trend bei den Neuzulassungen 2020 liegt im globalen Vergleich signifikant unter dem weltweiten Durchschnitt. In ganz Europa (EU27+EFTA+UK) war laut VDA ein negatives Wachstum von 24,3 % bei den Neuzulassungen zu beobachten. Verursacht wurden diese historischen Rückgänge im europäischen Raum im Besonderen durch den starken Einfluss der Corona-Pandemie, aber auch die Brexit-Verhandlungen beeinflussten die Zahl der Neuzulassungen nachhaltig.

Die Corona-Krise hat eine neue Mobilitätsdiskussion angestoßen. In Deutschland sieht ein Großteil der Bevölkerung das Auto in Bezug auf eine mögliche Corona-Infizierung als sicherstes Verkehrsmittel an und will unter keinen Umständen auf das Auto verzichten. Daraus resultierte eine starke Wachstumsphase von September-Dezember 2020, hier lag das Absatzvolumen sogar über dem des Vorjahres. Der Trend wurde durch die Subvention von ganz oder teilweise (hybrid) elektromotorisch angetriebenen Autos sowie der befristeten Umsatzsteuerabsenkung verstärkt. Im Gesamtjahr sank der Absatz in Deutschland nach Angaben des VDA um 19,0 %. In 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr 24 % weniger Autos in das Ausland exportiert. Entsprechend verzeichnete die PKW-Produktion in Deutschland einen ähnlich starken Einbruch mit 25,0 %.

Auch in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) waren in 2020 im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge bei den PKW-Zulassungen zu verzeichnen (Brasilien -26,7 %, Indien -17,7 %, Russland -9,1 %). Bemerkenswert ist die Entwicklung auf dem chinesischen Automobilmarkt. Von Januar bis Dezember 2020 entwickelte sich das Absatzvolumen auf 19,8 Millionen Einheiten, was einen Rückgang zum Vorjahr von nur 6,1 % bedeutet. Der Rückgang in China liegt damit deutlich unter dem globalen Marktdurchschnitt.

In den USA blieb das Absatzvolumen mit einem Minus von 16,8 % unter dem Vorjahresniveau von 2019. Mit 3,8 Millionen PKW-Neuzulassungen litt der japanische Markt verhältnismäßig gering (11,4 % unter dem Vorjahresabsatz).

[Quellen: VDA Pressemeldung vom 19. Januar 2021 "Europäischer Pkw-Markt bricht 2020 um ein Viertel ein" und VDA Pressemeldung vom 8. Januar 2021 "Corona-Effekt: Austausch älterer Autos stockt"]

Sinkende Nachfrage nach Werkzeugmaschinen

Die globale Werkzeugmaschinenindustrie erlebte im Jahr 2020 einen empfindlichen Nachfragerückgang. Die Abkühlung der Weltkonjunktur, das zunehmend rauer werdende Handelsklima und der Strukturwandel in der Automobilindustrie führen zusammen mit der Corona-Pandemie zu einem drastischen Preis- und Mengendruck auf die Branche.

Nach den Berechnungen des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) ist die weltweite Werkzeugmaschinenproduktion 2020 gegenüber dem Vorjahr um 23,4 % auf EUR 55,0 Mrd gesunken.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau geriet 2020 in einen kräftigen Abschwung. Die Nachfragesituation verschlechterte sich, und der Auftragseingang ging in Summe um 31,0 % zurück. Die Bestellungen aus dem Inland brachen deutlich ein (-33,0 %), und auch die Auslandsnachfrage lag 31,0 % unter Vorjahresniveau. Das Produktionsvolumen sank um 31,0 % auf rund EUR 10,8 Mrd.

Die Exportquote der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie stieg hingegen gegenüber dem Vorjahr von 64,5 % auf 65,9 % an. Insgesamt waren die Kapazitäten mit 70,9 % wesentlich geringer ausgelastet und lagen dabei um 17,5 Prozentpunkte unter Vorjahresniveau.

[Quelle: Schätzung des VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. für Schuler anhand Oxford Economics und VDW Daten, Januar 2021]

Die beschriebene Marktentwicklung war in 2020 auch bei AWEBA feststellbar. Insbesondere die verschobenen bzw. nicht durchgeführten Investitionsentscheidungen der Automobilindustrie, verstärkt durch die Absatzrückgänge bei OEM´s durch die Corona-Pandemie, führten zu deutlichen Auftragsrückgängen. Durch Überkapazitäten auf der Angebotsseite für Investitionsgüter war ein spürbarer Preisverfall bei der Vergabe von Aufträgen zu verzeichnen. Der zu Jahresbeginn schon weit abgearbeitete Auftragsbestand und die rückläufigen Auftragseingänge bis ins 3. Quartal, konnten die verfügbaren Kapazitäten nur ungenügend füllen.

2. Langfristige Sicherung der Geschäftstätigkeit

Investitionen in den Maschinenpark und in die Personalentwicklung auf der einen Seite sowie die Stärkung der Vertriebsaktivitäten und zunehmende internationale Vernetzung in Form von strategischen Partnerschaften auf der anderen Seite haben AWEBA zu einem leistungsfähigen Partner der Automobilindustrie heranwachsen lassen. AWEBA ist als ein Komplettanbieter im Werkzeug- und Vorrichtungsbau am Markt positioniert und kann mit einem breiten Produktspektrum anspruchsvollen Aufgabenstellungen aus der Automobilindustrie gerecht werden. Die Palette reicht von Umform-, Schneid-, Feinschneid- und IHU-Werkzeugen über Druckgießformen bis hin zu Werkzeugen für Mechatronikkomponenten.

Mit dieser Ausrichtung ist die AWEBA nicht nur Lieferant der Automobilindustrie, sondern auch deren Entwicklungspartner. Ziel ist es, den Kunden die durchgehende Kompetenz parallel zu deren gesamten Herstellungsprozessen durch die dazugehörenden Werkzeuge, Mess-, Bearbeitungs-, Schweiß- und Montagevorrichtungen bieten zu können. Gleichzeitig garantiert die Konzeption, Konstruktion und Lieferung von Werkzeugen für die Produktherstellung sowie Vorrichtungen zur Qualitätssicherung und Weiterverarbeitung im Paket prozessübergreifend abgestimmte Produktionsmittel aus einem Guss. Geringere Aufwendungen für kundenseitige Betreuung und Projektleitung sind positive Folgen dieser Paketlösung.

Aus Sicht von AWEBA teilt sich der Markt seit längerem in Einfach-Werkzeuge, die überwiegend preisgünstig aus Niedriglohnländern bezogen werden und in den High-end-Werkzeugbau, einem Segment, in dem Mitteleuropa eine führende Rolle einnimmt. AWEBA produziert mit modernsten Maschinen und Messmitteln Präzisionswerkzeuge im Toleranzbereich weniger Mikrometer. Sämtliche Werkzeuge und Vorrichtungen werden in voller Verantwortung im eigenen Unternehmen hergestellt. AWEBA ist es gelungen, in kurzer Zeit vom Spezialisten zum weltweit gefragten Komplettanbieter namhafter OEMs und Tier-1-Zulieferer aufzusteigen.

3. Auftrags- und Umsatzsituation

Auftragseingang, Umsatz und das Ergebnis vor Gewinnabführung/Verlustausgleich sind unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren und Steuerungsgrößen.

In der Vorjahresprognose für das Geschäftsjahr 2020 ist die Geschäftsführung davon ausgegangen, dass der Auftragseingang das Niveau des Jahres 2019 marginal übersteigen wird. Tatsächlich wurde ein Auftragseingang in Höhe von TEUR 38.164 (i. Vj. TEUR 40.536) realisiert. Die geplanten Umsatzerlöse sollten deutlich unter denen des Jahres 2019 liegen. 2020 wurden Umsatzerlöse von TEUR 34.452 (i. Vj. TEUR 50.565) erzielt. Das entspricht einem Rückgang von 31,9 % und liegt damit 25,7 % niedriger als der eigentliche Erwartungswert. Trotz des in 2019 begonnenen Restrukturierungsprogramms und der damit verbundenen Kosteneinsparungen erwartete die Gesellschaft ein deutlich schlechteres Ergebnis, da gleichzeitig von einer rückläufigen betrieblichen Leistung und einer erheblichen Verschlechterung des Beteiligungsergebnisses, verursacht auf der Ebene der 100%igen Tochter PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH auszugehen war. Das Ergebnis vor Verlustausgleich beträgt TEUR -18.131 (i. Vj. Ergebnis vor Verlustübernahme TEUR -5.055). Die Erwartungen des Vorjahres wurden nochmals deutlich unterschritten. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem die Investitionszurückhaltung der Automobilindustrie. Die Diskussion über Dieselfahrverbote wegen der Stickoxidbelastung oder Überschreitung von CO 2 Grenzwerten führten zum Stopp bzw. Verschiebungen von Entwicklungsprojekten. Die Transformation auf Elektroantriebe, speziell bei deutschen Herstellern, wurde durch die Corona-Pandemie weiter verzögert. Die Auswirkungen von Corona auf die gesamte Zulieferindustrie waren zum Prognosezeitpunkt des Vorjahres noch nicht abzusehen. Hinzu kamen sich ausweitende Handelsstreitigkeiten zwischen USA, China und der EU sowie die Unsicherheiten über einen ungeregelten Brexit. Die dadurch betroffenen Länder sind Zielabsatzmärkte der Aweba. Der Schließungsbeschluss für die PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH und die damit verbundene ungeplante Verschlechterung des Beteiligungsergebnisse von 2019 TEUR -788 auf TEUR -9.019 in 2020 war ebenfalls nicht geplant.

Aus dem Auftragseingang im Berichtsjahr resultiert ein Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 von TEUR 33.729, dies entspricht einer Steigerung von 15,3 %. Damit ist für 2021 ausreichend gute Ausgangssituation für die Auslastung der Kapazitäten gegeben.

Im Berichtsjahr hat sich der Anteil von Werkzeugen mit hohen konstruktiven und fertigungstechnischen Anforderungen und damit verbundenen langen Durchlaufzeiten wiederum erhöht. Gleichzeitig sind weitere Tendenzen dahingehend zu sehen, dass statt Einzelaufträgen volumenstarke Pakete platziert werden. Insgesamt resultiert aus dem Auftragsbestand per 1. Januar 2020 und dem laufenden Auftragseingang im Berichtsjahr ein Umsatz von TEUR 34.452 (-31,9 % gegenüber Vorjahr). Davon entfallen auf die Geschäftsbereiche Umformwerkzeuge TEUR 21.171 (-30,4 % gegenüber Vorjahr), Druckgießformen TEUR 5.230 (-49,0 % gegenüber Vorjahr) und Schneidwerkzeuge TEUR 4.920 (-26,8 % gegenüber Vorjahr).

Der Anteil des Exportumsatzes sank im Berichtsjahr um 42,7 %-Punkte und liegt bei TEUR 9.215 (i. Vj. TEUR 16.079). Dies entspricht einer Exportquote von 26,7 %.

In EU-Ländern wurden Werkzeuge für TEUR 4.396 (i. Vj. TEUR 8.518) abgesetzt. Auf Drittländer entfallen TEUR 4.820 (i. Vj. TEUR 7.561). Die wesentlichen Exportländer waren Kanada (TEUR 2.773, i. Vj. TEUR 484), Frankreich (TEUR 2.006, i. Vj. TEUR 3.825), die VR China (TEUR 1.410, i. Vj. TEUR 4.628), Italien (TEUR 734, i. Vj. TEUR 66), USA (TEUR 486, i. Vj. TEUR 1.112), Ungarn (TEUR 291, i. Vj. TEUR 1.147), Polen (TEUR 260, i. Vj. TEUR 1.537) und Österreich (TEUR 218, i. Vj. TEUR 825).

4. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

a) Ertragslage

Das niedrige Auftragsvolumen Ende 2019 und die schwachen Auftragseingänge bis September 2020 haben im Berichtsjahr zu einer Unterauslastung in allen Unternehmensbereichen geführt. Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 16.113 bzw. 31,9 % auf insgesamt TEUR 34.452 (i. Vj. TEUR 50.565) gesunken. In der Vorjahresprognose wurde für das Geschäftsjahr 2020 bereits von einem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Zu diesem Zeitpunkt war die quantitative Auswirkung der Corona-Pandemie nicht abschließend möglich. Die gegenüber 2019 schon deutlich reduzierten Umsatzerwartungen wurden durch die Pandemie nochmals deutlich verfehlt. Da die Pandemie in allen Zielmärkten der AWEBA zu signifikanten Einbrüchen der Produktion führte, waren auch alle strategischen Geschäftsbereiche der AWEBA betroffen.

Zusammen mit einer Bestandsveränderung von TEUR 789 wurde im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtleistung in Höhe von TEUR 35.241 (i. Vj. TEUR 45.203) erreicht. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 22,0 %. Für das Geschäftsjahr 2021 wird mit einer deutlichen Steigerung gerechnet.

Der Materialaufwand sank im Vergleichszeitraum um 20,2 % auf TEUR 12.519 (i. Vj. TEUR 15.691). Der Abbau der Kosten lässt sich mit dem verminderten Volumen der Betriebsleistung erklären. Auf kapazitative Fremdvergaben wurde weitgehend verzichtet.

Der Rückgang im Personalaufwand von TEUR 27.203 um TEUR 6.003 bzw. 22,1 % auf TEUR 21.200 ist im Wesentlichen bedingt durch Stellenkürzungen auf Basis des Restrukturierungsplanes aus 2019, sowie die Nutzung temporärer Aufwandssenkungsmaßnahmen wie Kurzarbeit und reduzierte Regelarbeitszeiten. Im Berichtsjahr beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 252 (i. Vj. 295) gewerbliche Mitarbeiter, 150 (i. Vj. 161) Angestellte und 25 (i. Vj. 33) Auszubildende.

Die planmäßigen Abschreibungen haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um TEUR 149 auf TEUR 1.702 verringert.

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um TEUR 124 auf TEUR 4.450 insbesondere aufgrund von Instandhaltungsaufwendungen, Rückstellungen für Drohverluste sowie Abschreibung uneinbringlicher Forderungen. Gegenläufig haben sich vor allem die Ausgangsfrachten, Gesundheitsförderung, Gerichts- und Anwaltskosten, Reisekosten, Messe- und Werbekosten und Aufwendungen von verbundenen Unternehmen entwickelt.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein negatives Beteiligungsergebnis in Höhe von TEUR 9.019, resultierend aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, erzielt. In der Prognose für 2020 war mit einer erheblichen Verschlechterung des Beteiligungsergebnisses bereits gerechnet wurden. Aufgrund des negativen Geschäftsmodells wurde in 2020 die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der PTW beschlossen. Die damit verbundenen Schließungsaufwendungen in 2021 wurden bereits durch entsprechende Rückstellungen bei der PTW berücksichtigt.

Die periodenfremden Erträge und Aufwendungen ergaben im Saldo einen Ertrag von TEUR 84. Dabei stehen periodenfremde Erträge von TEUR 116 (i. Vj. TEUR 99) periodenfremden Aufwendungen von TEUR 32 (i. Vj. TEUR 49) gegenüber. Die periodenfremden Erträge resultieren insbesondere aus Rückstellungsauflösungen.

Das Finanzergebnis beträgt TEUR 4.387. Auf Zinsaufwendungen für Fremdkapital entfallen TEUR 292 (i. Vj. TEUR 319), auf Abschreibungen von Finanzanlagen TEUR 4.100 (i. Vj. TEUR 0). Hier ist die Beteiligung an der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH ursächlich. Durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der WVL verursacht durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie und die Auswirkungen der Corona-Pandemie machten eine Abwertung des Beteiligungswertes im Rahmen eines Impairmenttests notwendig.

Das Ergebnis vor Verlustübernahme beträgt im Geschäftsjahr 2020 TEUR -18.131 (i. Vj. TEUR -5.055). In der Prognose für das Geschäftsjahr 2020 wurde bereits ein gegenüber 2019 deutlich verschlechtertes Ergebnisses vor Gewinnabführung erwartet. Dabei waren zum Zeitpunkt der Berichtserstellung die quantitativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Ertragssituation nicht verlässlich abschätzbar. Die bereits negative Prognose hinsichtlich des Ergebnisses vor Ergebnisübernahme wurde noch einmal deutlich unterschritten. Grund hierfür ist insbesondere ein starker Umsatzrückgang. Eingeleitete Gegensteuerungsmaßnahmen zur Kostensenkung konnten den Umsatzrückgang nicht vollumfänglich kompensieren. Die deutliche Verschlechterung des Beteiligungsergebnisses mit der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH im Rahmen der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs sowie der Abwertungsbedarf des Beteiligungswertes der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH, wirkten sich deutlich negativ auf die Ertragslage aus.

b) Vermögenslage

Die Bilanzsumme liegt mit TEUR 3.783 bzw. 7,4 % über dem Vorjahresbetrag von TEUR 51.453 und beträgt zum Bilanzstichtag 2020 TEUR 55.236. Das Anlagevermögen hat sich um 24,4 % (TEUR 6.003) auf TEUR 18.612 verringert. Die Veränderung resultiert hauptsächlich aus der Abwertung des Beteiligungswertes an der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH um TEUR 4.100 auf TEUR 1.041, infolgedessen sich das Finanzanlagevermögen entsprechend reduziert hat. Ebenfalls deutlich verringerte sich das Sachanlagevermögen um TEUR 2.014. Die planmäßigen Abschreibungen (TEUR 1.626) überstiegen das Investitionsvolumen (TEUR 692). Der Festwert für maschinengebundene Werkzeuge aus 2020 von TEUR 1.078 wurde in das Vorratsvermögen umgegliedert.

Das Umlaufvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 9.802 bzw. 36,7 % erhöht. Das Vorratsvermögen stieg gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.650 auf TEUR 10.704. Ursachlich hierfür ist die Umgliederung des Festwertes für maschinengebundene Werkzeuge (TEUR 1.078) vom Sachanlagevermögen in das Vorratsvermögen. Insbesondere durch gestiegene Forderungen gegen der Schuler Aktiengesellschaft (im Folgenden "Schuler AG") aufgrund eines Ergebnisübernahmevertrages ist der Forderungsbestand gegen verbundene Unternehmen um TEUR 13.617 auf TEUR 18.813 gestiegen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen um TEUR 4.505 auf TEUR 4.728 zurück. Die Liquiditätsreserven wurden um TEUR 1.051 gemindert.

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 17.648 (i. Vj. TEUR 17.648). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 32,0 % (i. Vj. 34,3 %). Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages stellt sich das Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr betragsmäßig unverändert dar.

Hinsichtlich des Fremdkapitals (TEUR 37.588, i. Vj. TEUR 33.805) ist insbesondere ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen festzustellen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um TEUR 7.658 auf TEUR 30.126 an. Die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten der Schuler AG (Saldo aus Aufnahme und Tilgung) sank um TEUR 731. Die Ausgleichszahlung der Schuler AG auf Basis der Ergebnisabführung aus 2019 in Höhe von TEUR 5.055 wurde zur Darlehenstilgung verwendet. Gleichzeitig wurden neue Mittel für den Ausgleich der Ergebnisabführung 2019 der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, die Finanzierung durchgeführter Investitionen und die Zwischenfinanzierung des operativen Verlustes eingesetzt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig abgebaut und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.066. Neue Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden nicht aufgenommen.

In Höhe von TEUR 469 wurden im Berichtsjahr Anzahlungen vereinnahmt, die zum Bilanzstichtag nicht durch Leistungsfortschritt in den jeweiligen Aufträgen gedeckt waren und daher als Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen zum Bilanzstichtag abgegrenzt werden.

c) Finanzlage

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 1.838 und wird hauptsächlich vom negativen Periodenergebnis und Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sowie anderer Passiva beeinflusst. Positiv wirken die Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie gestiegene Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist mit TEUR -872 negativ und resultiert insbesondere aus Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen (TEUR 188) und in das Sachanlagevermögen (TEUR 692).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stellt sich negativ in Höhe von TEUR -2.017 dar. Im Saldo wurden Kontokorrentkredite der Schuler AG in Höhe von TEUR 731 zurückgeführt. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden in Höhe von TEUR 1.032 getilgt und es erfolgte die Einzahlung der Ergebnisabführung durch die Schuler AG in Höhe des Vorjahresergebnisses von TEUR 5.055. Gleichzeit wurde die Ergebnisabführung an die PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH von TEUR 788 ausgezahlt.

Zum Bilanzstichtag betragen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 2.066 (i. Vj. TEUR 3.099). Die sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 1.412, i. Vj. TEUR 1.926) bestehen im Wesentlichen aus Lohn- und Gehaltszahlungen Dezember (TEUR 1.005, i. Vj. TEUR 1.130) und Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 185, i. Vj. TEUR 590). Daneben sind in den sonstigen Verbindlichkeiten zukünftige Tilgungsverpflichtungen aus Mietkaufverträgen in Höhe von TEUR 8 (i. Vj. TEUR 33) enthalten. Seitens der Muttergesellschaft Schuler AG wurden Kontokorrentkredite ohne Laufzeitvereinbarung in Höhe von TEUR 20.947 (i. Vj. TEUR 21.677) gewährt. Es wird von einem voraussichtlichen Rückzahlungszeitpunkt größer fünf Jahren ausgegangen. Grundlage der in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite ist eine Cash Pool Vereinbarung vom 20. Dezember 2019 zwischen der Schuler AG und der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue. Diese Vereinbarung kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Neben der bestehenden Kreditlinie verfügte die AWEBA im Berichtsjahr über eine ausreichende Liquiditätsreserve (TEUR 1.966; i. Vj. TEUR 3.017). Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr stets gesichert.

5. Gesamtaussage

Abschließend kann festgestellt werden, dass die getroffenen Prognosen hinsichtlich der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage aus dem Vorjahr grundlegend nicht bestätigt werden konnten. Die quantitativen Auswirkungen der Corona-Pandemie waren zum Prognosezeitpunkt nicht abschätzbar. Die negativen Auswirkungen sind als hoch einzuschätzen. Die Vermögenslage ist stabil. Die Liquidität im Geschäftsjahr war stets gesichert. Die Ertragslage wird als nicht zufriedenstellend eingeschätzt.

6. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 692 (i. Vj. TEUR 1.791) in Sachanlagen bei einem Abschreibungsvolumen von TEUR 1.626 (i. Vj. TEUR 1.771) investiert.

Die wesentlichen Zugänge betreffen von der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH und Schuler Pressen GmbH erworbene Gebrauchtmaschinen.

7. Werkzeugherstellung

AWEBA erfüllt mit einem breiten Spektrum an Werkzeugen eine Vielzahl an Kundenwünschen. Die Produktpalette umfasst Umform-, Schneid-, Feinschneid-, Druckgieß- sowie Innen-Hochdruck-Umformwerkzeuge. Daneben werden Werkzeuge für Mechatronikkomponenten bis hin zu werkzeugnahen Automatisierungseinrichtungen hergestellt. Eine hohe Fertigungstiefe garantiert die Einhaltung entsprechender Qualitätsstandards.

Mehr als 50 Entwickler und Konstrukteure, 130 Mitarbeiter an Werkzeugmaschinen und 70 Werkzeugmacher stehen für Qualität aus dem Erzgebirge und produzieren Werkzeuge für die Automobilindustrie, die technologisch und wirtschaftlich Benchmark setzen. AWEBA beherrscht weltweit einmalige Werkzeugtechnologien beispielsweise für die Serienproduktion von Magnesium-Bauteilen direkt vom Coil auf Serienpressen und liefert alle Werkzeugvarianten zur Herstellung von Rotor- und Statorpaketen für die Elektromotorenherstellung. Damit unterstützt AWEBA die Automobilhersteller bei ihren beiden großen globalen Herausforderungen, dem automobilen Leichtbau und der Elektrifizierung des Antriebsstrangs, als wichtiger Wegbegleiter für Zukunftstechnologien.

8. Entwicklung und Konstruktion

Mithilfe des Einsatzes der kinematischen Simulation in der Konstruktion von Umformwerkzeugen wird die Visualisierung von zeitabhängigen Bewegungsabläufen zur Funktionsdarstellung möglich. Durch die Variation von Parametern lassen sich vielseitige Bewegungszusammenhänge zwischen Werkzeugkinematiken und Transfer der Bauteile mit dem Mechanisierungszubehör optimieren. Abhol- und Ablagepositionen können leicht überprüft, erreichbare Hubzahlen vorab analysiert werden.

Die kinematische Simulation umfasst Werkzeugbewegungen, wie Hubbewegungen von Nieder- und Blechhaltern, Ausstoßern, Abdrückern, gesteuerte Abläufe von beispielsweise Pneumatiken bis zu komplexen Schiebern. Der zweite Bereich ist der 2- oder 3-Achs-Transfer. Hierbei sind auch Drehbewegungen von Greifern zum Wenden der Bauteile möglich. Alle Lösungen helfen Konstruktionsprozesse zu verbessern, Kollisionen auszuschließen und so Kosten zu senken sowie die Produktionssicherheit der Anlagen zu erhöhen.

9. Personal- und Sozialbereich, Organisation

Zum Stichtag beschäftigte die Gesellschaft 257 gewerbliche Mitarbeiter sowie 151 Angestellte. Als Anpassung auf die gesamtwirtschaftliche Lage wurde von Neueinstellungen weitgehend abgesehen. Befristungen liefen aus und auf den Ausgleich altersbedingter Abgänge wurde verzichtet. Die bereits in 2019 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen wurden weiter fortgeführt und werden in 2021 abgeschlossen.

Die AWEBA legt nach wie vor großen Wert auf die Qualifizierung des eigenen Nachwuchses. Zum Stichtag waren 27 Auszubildende beschäftigt. Dies entspricht einer Quote von 6,2 %. Zwei Auszubildende wurden in 2020 eingestellt, um auch weiterhin den Facharbeiternachwuchs auf hohem Qualitätsniveau zu sichern und altersbedingten Austritten entgegenzuwirken. Nebenberufliche Weiterbildungen zum Meister/Techniker und zum Technischen Betriebswirt werden in bewährter Form weiterhin gefördert. Darüber hinaus wurde die fremdsprachliche Qualifikation der Mitarbeiter durch individuelle Lehrgänge gefördert. Interkulturelle Trainings runden die Vorbereitung auf Auslandseinsätze ab. Insgesamt belaufen sich die Aus- und Weiterbildungskosten auf TEUR 467 (i. Vj. TEUR 532).

Das Durchschnittsalter bei AWEBA liegt bei 41,8 Jahren. Die Altersstruktur zeigt ein gleichmäßiges Bild von jüngeren eigenqualifizierten Mitarbeitern sowie berufserfahrenen Fachkräften. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Betriebszugehörigkeit ihrer Mitarbeiter von durchschnittlich 16,2 Jahren aus.

Neben "Hard Facts", wie die Verbesserung der Rendite, des Auftragsvolumens oder der Investitionen in neue Produkte, ist es für AWEBA wichtig, noch stärker "Soft Facts" zu berücksichtigen. Hierzu zählen Maßnahmen, die die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen und die Arbeitszufriedenheit erhöhen. Dabei wird insbesondere großer Wert auf Maßnahmen im Bereich der Personalentwicklung gelegt, beispielsweise Mitarbeiter- und Auszubildendengewinnung sowie die Förderung der Weiterbildung. Der Erfolg der umgesetzten Maßnahmen zeigt sich in einer Fluktuationsrate unter 1,0 %.

AWEBA bildet in den Berufen Werkzeug- und Zerspanungsmechaniker aus. Da das Unternehmen auf einem sehr modernen technologischen Stand produziert, profitiert auch die Berufsausbildung von den umgesetzten Programmen, sodass AWEBA in ihrer Außenwirkung als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Die übergeordneten Personal- und Organisationsziele der AWEBA erstrecken sich im Kern auf die Steigerung der Unternehmensattraktivität, effiziente Bewältigung von Abläufen sowie Gestaltung und Verbesserung von Prozessen.

B. Prognosebericht

Erholung von der tiefen, kurzen Rezession 2020 ist im Gange

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seiner Januar-Prognose für 2021 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 5,5 % und korrigiert damit seine Prognose von Oktober um 0,3 Prozentpunkte nach oben.

Politische Unterstützung in einigen großen Volkswirtschaften und die Verteilung der Impfstoffe heben den Ausblick für 2021 an. Das anhaltende Wachstum des privaten Konsums, finanzielle Unterstützungen und die Weiterentwicklung von Therapiemöglichkeiten für das Virus geben aus Sicht der Experten Gründe für einen optimistischeren Ausblick.

Jedoch weist der IWF in seinem Ausblick auf eine ungewisse Ausgangslage für 2021 hin. Die Verteilung der Impfmittel findet global sehr unterschiedlich statt und nur eine gemeinsame Lösung könne die Spannungen aufheben. Auch das Auftreten von Mutationen des Covid-19 Virus und steigende Infektionszahlen sorgen für Schwierigkeiten, da unter Umständen Eindämmungsmaßnahmen trotz Impfstoff nicht weiter aufgehoben werden können.

Die Konjunktur in den Industrienationen dürfte um 4,3 % zulegen (2020: -4,9 %). Der IWF rechnet für die Eurozone mit einem Anstieg des BIP um 4,2 %. Deutschland soll um 3,5 % wachsen. Für die US-amerikanische Volkswirtschaft wird ein Anstieg des BIP um 5,1 % erwartet. In Japan ist 2021 mit einem Zuwachs von 3,1 % zu rechnen. Die konjunkturelle Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern gewinnt 2021 an Tempo. Der IWF erwartet für diese Ländergruppe ein Wachstum von 6,3 % (2020: -2,4 %). Das Wachstum in China wird sich 2021 deutlich steigern. Die Experten gehen trotz des Wachstums in 2020 von einem weiteren Anstieg des BIP um 8,1 % aus. Auch in Indien erwartet der IWF eine positive konjunkturelle Entwicklung mit einem Anstieg des BIP um 11,5 %. Aufgrund des Wachstums von 3,6 % dürfte sich die wirtschaftliche Lage in Brasilien wieder entspannen. Für Russland rechnen die Experten mit einem Anstieg des BIP um verhaltene 3,0 %.

[Quelle: International Monetary Fund (IMF) World Economic Outlook Update, Januar 2021]

Weltautomobilmarkt 2021 mit langsamer Verbesserung der Marktlage

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung und der Nachholeffekte wird in der Automobilbranche ein Wachstum für 2021 prognostiziert. Das Vorkrisenniveau wird trotzdem nur langsam wieder erreicht werden, so warnt der VDA.

Eine Ausnahme ist der chinesische Automobilmarkt. 2021 soll das Vorkrisenniveau mit einer Gesamtzahl von 21,4 Millionen Neuzulassungen und einem Plus von 8,0 % übertroffen werden. Nicht zuletzt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Impfstrategie unterstützen positive Trendprognosen in den BRIC-Staaten. Auf dem europäischen Markt soll 2021 ein moderates Wachstum von 12,0 % erreicht werden (13,4 Millionen Neufahrzeuge). In den USA bleibt das Wachstum weiterhin relativ gering bei 9,0 % und 15,8 Millionen Neuzulassungen. Der japanische PKW Absatz soll 2021 im Besonderen durch Nachholeffekte wachsen. Für den Weltmarkt ist ein Plus des Absatzvolumens von 9,0 % prognostiziert, dies entspricht 73,8 Millionen Neuzulassungen.

[Quelle: VDA Pressemeldung vom 19. Januar 2021 "Europäischer Pkw-Markt bricht 2020 um ein Viertel ein"]

Werkzeugmaschinenindustrie besonders stark von der Corona-Krise gezeichnet

Experten gehen nach den historisch starken Einbrüchen aus dem Vorjahr von einer Erholung in der Werkzeugmaschinenindustrie aus. Das weltweite Investitionsvolumen in den acht wichtigsten Abnehmerbranchen der Werkzeugmaschinenindustrie wird voraussichtlich einen Anstieg von 5,1 % im Jahr 2021 aufweisen können, so die Hochrechnungen von VDW/Oxford Economics. Den größten Zuwachs verzeichnet der europäische Raum mit einem Wachstum von 13,7 % für das Jahr 2021. Das Investitionsvolumen Amerikas soll im einstelligen Wachstumsbereich bei 6,2 % liegen. Für Asien wird das Investitionsvolumen 2021 um 4,5 % ansteigen und verzeichnet das geringste Wachstum. Trotz eines weiterhin schwierigen, durch die Pandemie geprägten Geschäftsjahres erwartet der VDW eine weltweite Absatzsteigerung an Werkzeugmaschinen von 17,7 % (EUR 64,7 Mrd). Mit einem Verbrauchszuwachs für Europa von 21,0 % ist mit deutlich positiveren Entwicklungen als im Vorjahr zu rechnen. Für Amerika wird mit einem Werkzeugmaschinenverbrauch von +19,9 % gerechnet. Asien weist mit einem Plus von 15,5 % ein etwas geringeres Wachstum auf, hier war der Rückgang im Vorjahr aber auch vergleichsweise gering. Die Erholungen erfolgen hauptsächlich aufgrund von Nachholeffekten.

Das Produktionsvolumen in der deutschen Werkzeugmaschinenbranche wächst nach Expertenmeinung des VDW/Oxford Economics 2021 um 8,0 %, wobei der Inlandsverbrauch 2021 um ganze 14,0 % wachsen soll. Die Auftragseingänge sollen Schätzungen zufolge dieses Jahr um 29,0 % steigen und damit deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Das Wachstum der Auftragseingänge ist besonders auf ausländische Aufträge zurückzuführen (+36,0 %). Die inländischen Auftragseingänge liegen mit einem Plus von 16,0 % deutlich unter den ausländischen Bestellungen.

[Quellen: VDW und Oxford Economics - Global Outlook Autumn 2020 und Appendix, 15. Oktober 2020]

Aussichten AWEBA 2021

Das stark dem Konjunkturzyklus unterliegende Mengengeschäft der Automobilindustrie ist für den Werkzeugbau wenig relevant. Treiber des Werkzeugbaus sind vor allem Modellwechsel, Variantenvielfalt und Innovationen der OEM. Als Folge dieser Marktgegebenheiten hat die Geschäftsführung der AWEBA durch eine Neustrukturierung des Geschäftsmodells und die Umsetzung von prozess- und marktorientierten Maßnahmen das Unternehmen neu ausgerichtet und den künftigen ausländischen Zielmärkten angepasst. Parallel dazu wurde AWEBA als Marke bei den Kunden aufgebaut und etabliert. Gemeinsam mit der Schuler AG ergibt sich eine Vielzahl an Synergien, beispielsweise in den Bereichen des Marktzugangs und der Marktdurchdringung.

Die künftigen Zielmärkte werden weiterhin die Automobil- und die Elektromotorenindustrie sowie der Maschinenbau sein. Aus Sicht der AWEBA sind diese Branchen jeweils grundsätzlich - d. h. ohne Berücksichtigung der gegenwärtigen unsicheren besonderen Einflüsse der Coronavirus-Pandemie - Wachstumsmärkte. Hierbei gilt es als Partner für neue Antriebskonzepte, für die Be- und Verarbeitung neuer Werkstoffe als auch weiterentwickelter Maschinenkonzepte aufzutreten, um gemeinsam mit unseren Kunden den CO 2 -Flottenverbrauch nachhaltig zu beeinflussen.

AWEBA, als Komplettanbieter sämtlicher notwendiger Werkzeuge und Vorrichtungen, hat sich in diesen Zielmärkten eine exzellente Positionierung als technologisch führender Werkzeugbauer höchster Qualität und Leistungsfähigkeit aufgebaut und steht als Entwicklungspartner namhaften OEMs und Tier-1-Zulieferern in definierten Verfahren und Teilespektren zur Seite. Gleichwohl genügt es dem Unternehmen nicht, das Erreichte als Maximum im täglichen Handeln anzusehen. Neue Geschäftsfelder in Form des Prototypenbaus und der Serienfertigung werden ausgebaut, um den beständig wechselnden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Die Unternehmensgröße und das Verfahrensportfolio erlauben es, marktbedingte zyklische Schwankungen zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern auszugleichen. Ein weiterer Vorteil des Unternehmens liegt in der Nutzung von Synergien vor allem aus der zentralen Produktion und den hiermit verbundenen Auslastungsoptionen.

Die Exportquote von 2020 könnte aufgrund ungeklärter außenpolitischer Konflikte und der Reiserestriktionen durch die Corona-Pandemie weiter unter Druck geraten. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Automobilindustrie beabsichtigt AWEBA das Exportgeschäft trotz der aufgeführten Beeinflussungsfaktoren auf dem Niveau des Vorjahres fortzuführen. Die Belebung der Konjunktur in 2021 hängt stark davon ab, inwieweit die Industrie von Lockdown-Maßnahmen verschont bleibt. Auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie wird auch in 2021 zu achten sein. Bestätigen sich die positiven Prognosen des VDA für die Automobilindustrie und des VDW für den Maschinenbausektor kann auch die AWEBA davon positiv partizipieren. Die Binnennachfrage bildet einen großen Anteil am Umsatzvolumen der AWEBA. Auf dem heimischen Markt waren in der Vergangenheit gute Ergebnisse erzielbar und es wird angestrebt, dass dies auch zukünftig in diesem Maße möglich sein wird. Hierbei wird regelmäßig auf die weltweite bzw. im Zielland herrschende politische Lage zu achten sein.

Das Geschäftsjahr 2020 startete mit einem Auftragsbestand von TEUR 33.729 (i. Vj. TEUR 29.249). Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 15,3 %. Dieses Volumen und der erwartete Auftragseingang lassen die verabschiedeten Ziele für die betriebliche Leistung und den Umsatz in 2021 realistisch erscheinen. Allein der Auftragsbestand trägt mit 83 % zur Umsatzzielerreichung bei. Es wird erwartet, dass der Auftragseingang des neuen Geschäftsjahres 2021 das Niveau des Vorjahres marginal übertreffen wird. Unter Beachtung des Auftragsbestandes zum Beginn des Geschäftsjahres 2021, den erwartenden Auftragseingängen und den betriebsüblichen Durchlaufzeiten ergibt sich für das Geschäftsjahr 2021 eine Umsatzerwartung deutlich über Vorjahresniveau.

Im Ergebnis der gestiegenen Umsatzerwartung wird im Geschäftsjahr 2021 von einer deutlichhöheren betrieblichen Leistung im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Die bereits in 2019 eingeleiteten und 2020 weiter umgesetzten Maßnahmen zur Kostensenkung werden die Ertragslage erheblich verbessern. In 2021 werden noch letzte Maßnahmen des Restrukturierungsprogramms umgesetzt, die aber nur geringen Einfluss auf die Ertragslage haben. Weiter ist mit einer erheblichen Verbesserung des Beteiligungsergebnisses, verursacht auf Ebene der 100%igen Tochter PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, zu rechnen. Das operative Geschäft wurde Ende 2020 eingestellt. Die Aufwendungen für die Schließung sind bereits in 2020 zurückgestellt. Insgesamt wird für 2021 von einem gegenüber 2020 deutlich verbesserten, wenngleich leicht negativen Ergebnis vor Ergebnisabführung ausgegangen.

Die im Geschäftsjahr 2021 geplanten Investitionen in Maschinen und technische Anlagen werden über entsprechende Finanzierungsformen mit der Konzernmutter abgesichert.

Das Geschäftsjahr 2021 wird geprägt sein durch eine deutlich bessere Auftragslage und der angepassten Kostenstruktur als Folge des größtenteils umgesetzten Restrukturierungsprogramms. Hieraus werden nachhaltig spürbare positive Ergebniseffekte resultieren. Weitere Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung für Strukturanpassungen sind gegenwärtig nicht geplant.

C. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Allgemein

AWEBA ist als international tätiges Unternehmen in verschiedenen Kernmärkten und Regionen tätig. Daraus ergeben sich zahlreiche Chancen, aber auch geschäftsspezifische Risiken. Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, potenzielle Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Die operativen Chancen und Risiken werden im Rahmen der monatlichen Berichterstattung und der quartalsweisen Prognose-(Forecast-)Erstellung erhoben. Dadurch ist frühzeitig ein Überblick über die Entwicklung von Auftragseingang, Auslastung und Fortschritt der Projekte gegeben. Durch einen strukturierten Projektcontrolling-Ansatz ist sichergestellt, das projektspezifische Risiken kontinuierlich überwacht und gesteuert werden.

Ein strukturierter Strategieprozess stellt die Nutzung von Chancen sicher. Die Ausrichtung des Unternehmens auf langfristige Entwicklungen im Markt-, Kunden- und Technologieumfeld erfolgt im Rahmen einer jährlich durchgeführten Mittelfristplanung. Hier werden die Auswirkungen der sich ergebenden Chancen und deren Nutzung für das Unternehmensergebnis prognostiziert.

Risiken werden vom Unternehmen darin gesehen, dass bei nachlassender Konjunktur der Preisdruck im Werkzeugbau ansteigen kann. Es sollte auch künftig mit einer Volatilität in der Auslastung von Fertigungsbereichen und damit einhergehenden nachlassenden Erträgen gerechnet werden. Mit Blick auf starken Margendruck, engen Terminstellungen und hohen kundenseitigen Erwartungen an die Vorfinanzierung von Aufträgen sind technologische und wirtschaftliche Lösungsansätze zu finden, die eine hohe Anpassungsbereitschaft an veränderte Marktbedingungen gewährleisten. Dies verlangt vom Unternehmen eine systematische interne Risiko- und Kostenoptimierung in Anlehnung an die jeweiligen Vertragsbedingungen.

Zur Begrenzung des Risikos von Forderungsausfällen erfolgt bereits in der Angebotsphase eine Bonitätsprüfung der Kunden. Zusätzlich begrenzt wird das Ausfallrisiko durch ein aktives Forderungsmanagement und dem Instrument der Warenkreditversicherung.

Um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind permanente Produktinnovationen unerlässlich. Technische Neuerungen werden zum Teil durch Patente oder andere Schutzrechte geschützt.

Im Kundenbereich sind die europäischen OEMs wichtige Geschäftspartner für AWEBA. Nachfragerückgänge bei einzelnen OEMs mit ggf. Ausstrahlungswirkung auf ihre Zulieferer könnten sich negativ auf AWEBA auswirken. Das Risiko ist bei sich leicht erholender Konjunktur als mittel einzuschätzen.

Die Geschäftsentwicklung von AWEBA hängt maßgeblich von der allgemeinen Wirtschaftslage, der konjunkturellen Entwicklung und dem Investitionsklima ab. Aufgrund der sehr hohen Abhängigkeit vom Automotive-Bereich spielen das Investitionsverhalten und die Entwicklung der Automobil- und Zulieferindustrie eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der AWEBA. Als global agierendes Unternehmen profitieren wir grundsätzlich vom Freihandel. Eine Abschottung des US-Marktes würde ein potenzielles Risiko darstellen. Gleichzeitig bietet der Ausbau der Produktionskapazitäten in den USA auch Chancen. Auch eine Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise sowie eine Desintegration der europäischen Union infolge des Brexits können sich negativ auf die Geschäfte im Heimatmarkt auswirken. Insgesamt ist das Branchenrisiko als mittel einzuschätzen.

Liquiditätssicherung

Zu den zentralen Aufgaben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gehört die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit durch die Bereitstellung ausreichender Mittel und die Sicherung der Ertragskraft durch Steuerung der finanziellen Risiken.

Die Gesellschaft weist in erheblichem Umfang innerhalb des Prognosezeitraums fällige Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen, auf. Möglich ist, dass im Prognosezeitraum Auswirkungen der Corona-Pandemie die Ertragsaussichten belasten. Eine mögliche sich daraus für den Prognosezeitraum ergebende Liquiditätslücke könnte die Gesellschaft nicht aus dem operativen Geschäft schließen. Sie ist vielmehr darauf angewiesen, dass die Schuler AG die bestehende Finanzierung auch künftig aufrechterhält. Zur Finanzierung besteht zum einem ein Ergebnisabführungsvertrag und ist die Gesellschaft zum anderen in ein Cash Pooling eingebunden, wobei die Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG, datierend vom 20. Dezember 2019, von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt. Die Höhe des Kreditrahmens ist mit der Schuler AG als Konzernobergesellschaft im Rahmen der Liquiditätsplanung/Disposition abzustimmen. Die Verzinsung erfolgt unter Drittvergleichsbetrachtung nach marktgerechten Zinssätzen. Die Cash Pool Vereinbarung findet auch auf die seitens der Schuler AG bereits vor Inkrafttreten der Vereinbarung zur Verfügung gestellten Kontokorrentkredite (zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 TEUR 20.947, i. Vj. TEUR 21.677) entsprechend Anwendung. Die Vereinbarung ist auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Auf der Grundlage dieser Cash Pool Vereinbarung und anhand einer durchgeführten Finanzplanung wurde mit der Schuler AG bis auf weiteres, aber mindestens bis 31. Mai 2022, ein Kreditrahmen (Cash-Pool Limit) in Höhe von TEUR 25.000 vereinbart. Das Cash-Pool Limit wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine absehbare Überschreitung ist seitens der AWEBA der Schuler AG anzuzeigen und ist genehmigungspflichtig.

Coronavirus-Pandemie

Das wirtschaftliche Umfeld wird derzeit durch das Coronavirus beeinflusst. Der Verlauf der Pandemie kann die Erholung der Weltwirtschaft erschweren, die globalen Finanzmärkte belasten und gegebenenfalls auch die wirtschaftliche Entwicklung von AWEBA beeinflussen. Der zu erwartende Impffortschritt in den Industrieländern lässt vermuten, dass sich die Risiken aus der Corona-Pandemie im Laufe des Jahres 2021 abnehmen. Durch Virusmutationen können aber neue Risiken entstehen. Insgesamt wird das Risiko der Corona-Pandemie für die Auftrags-, Liquiditäts- und Ertragssituation der AWEBA als mittel eingeschätzt.

Trotz der bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft durch die Coronavirus-Pandemie geht die Geschäftsführung aufgrund der bisher eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, dem Ergebnisabführungsvertrag sowie der Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG weiterhin davon aus, dass die Unternehmensfortführung nicht gefährdet ist.

Die Geschäftsführung sieht derzeit keine weiteren Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft im Jahr 2021 gefährden könnten.

Aus der Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken leitet die Geschäftsführung die Erwartung ab, ein auftragsmäßig deutlich verbessertes Geschäftsjahr 2021 mit stark ansteigenden Ertragsaussichten zu haben.

 

Aue, den 2. Juli 2021

Udo Binder, Geschäftsführer

Rüdiger Drewes, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 58.687,95 81.404,70
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 233.602,63 292.290,58 98.932,44 180.337,14
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.025.666,51 10.418.062,54
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.478.255,00 4.988.435,06
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.229.462,87 1.165.897,06
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.000,00 14.753.384,38 195.588,21 16.767.982,87
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 3.566.293,95 7.666.293,95
18.611.968,91 24.614.613,96
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.905.533,79 878.458,34
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 12.543.673,85 11.391.891,85
3. Fertige Erzeugnisse 686.217,72 1.048.522,72
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -4.431.519,88 10.703.905,48 -4.264.859,92 9.054.012,99
II. Forderungen und sonstige Vermögens gegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.728.049,02 9.233.452,12
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 18.813.280,63 5.196.447,98
3. Sonstige Vermögensgegenstände 320.496,52 23.861.826,17 228.430,15 14.658.330,25
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.966.100,61 3.017.292,47
36.531.832,26 26.729.635,71
C. Rechnungsabgrenzungsposten 92.502,21 108.533,86
55.236.303,38 51.452.783,53

Passiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 4.286.189,51 4.286.189,51
III. Gewinnvortrag 3.361.904,13 3.361.904,13
IV. Jahresüberschuss 0,00 0,00
17.648.093,64 17.648.093,64
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 523.004,76 513.131,22
2. Sonstige Rückstellungen 1.997.712,11 2.448.050,87
2.520.716,87 2.961.182,09
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.066.479,60 3.098.570,16
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 469.478,43 1.315.213,08
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 994.160,57 2.035.775,31
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 30.125.737,28 22.468.070,43
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.411.636,99 1.925.878,82
- davon aus Steuern EUR 184.804,80 (i. Vj. EUR 590.110,53) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 37.859,05 (i. Vj. EUR 0,00) -
35.067.492,87 30.843.507,80
55.236.303,38 51.452.783,53

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

2020 2019
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 34.452.000,00 50.564.633,11
2. Erhöhung (i. Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 789.477,00 -5.362.221,42
3. Sonstige betriebliche Erträge 143.937,22 35.385.414,22 163.628,81 45.366.040,50
- davon aus Währungsumrechnung EUR 6.766,13 (i. Vj. EUR 34.116,56) -
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.117.332,67 7.069.803,82
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.401.600,58 12.518.933,25 8.621.407,60 15.691.211,42
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 17.609.896,81 22.733.160,85
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.590.296,72 21.200.193,53 4.469.696,50 27.202.857,35
- davon für Altersversorgung EUR 63.477,95 (i. Vj. EUR 69.207,10) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.702.374,25 1.850.978,59
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.481.806,28 4.374.267,54
- davon aus Währungsumrechnung EUR 374,32 (i. Vj. EUR 2.943,68) -
-4.517.893,09 -3.753.274,40
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.575,99 9.951,25
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 2.133,33) -
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen 4.100.000,00 0,00
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 292.127,92 319.060,62
- davon an verbundene Unternehmen EUR 204.247,72 (i. Vj. EUR 178.449,07) -
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 5.003,38 (i. Vj. EUR 6.370,72) -
11. Aufwendungen aus Verlustübernahme 9.018.777,14 788.215,24
-13.405.329,07 -1.097.324,61
12. Ergebnis nach Steuern -17.923.222,16 -4.850.599,01
13. Sonstige Steuern 207.363,76 204.167,02
14. Erträge aus Verlustübernahme 18.130.585,92 5.054.766,03
15. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

I. Allgemeines

Die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue hat ihren Sitz in Aue, Damaschkestraße 7 und ist eingetragen in das Handelsregister HRB 1870 B beim Amtsgericht Chemnitz.

Die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue (im Folgenden auch "Gesellschaft" genannt) ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB. Sie stellt ihren Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften auf. Ergänzende Vorschriften des GmbHG werden berücksichtigt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Soweit Angaben wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, erfolgen diese Angaben weitestgehend im Anhang.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Geschäftsjahres 2020 wurden weitestgehend unverändert beibehalten. Ausnahmen werden an der jeweiligen Stelle gesondert dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und werden linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von unter EUR 250,00 (i. Vj. EUR 250,00) werden im Jahr des Zugangs direkt im Aufwand verbucht und nicht in der Anlagenentwicklung gezeigt. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten mehr als EUR 250,00 (i. Vj. EUR 250,00) und nicht mehr als EUR 1.000,00 betragen, findet im Zugangsjahr eine Gruppenbewertung statt. Diese Wirtschaftsgüter werden mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben.

Die 2017 von der MOLWARGA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Aue KG, Düsseldorf, zurück erworbenen Gebäude werden planmäßig mit 3,56 % p. a. abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung der neu errichteten Produktions-/Lagerhalle erfolgt linear mit 3,03 % p. a.

Die maschinengebundenen Werkzeuge wurden 2019 im Anlagevermögen mit einem Festwert bilanziert. In 2020 erfolgte eine Umgliederung in das Vorratsvermögen (TEUR 1.078). Die Bewertung als Festwert blieb unverändert bestehen.

Als Nutzungsdauer der Immateriellen Vermögensgegenstände und abnutzbaren Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sind zugrunde gelegt:

Posten Abschreibungsdauer Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 5
Bauten 28 bis 33
Außenanlagen 5 bis 19
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu zählen die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten selbst erstellte Software, die für das Unternehmen einen wesentlichen Nutzen darstellen. Hierbei handelt es sich um Systeme zur Optimierung der FertigungsabIäufe, der Projektsteuerung und Terminkontrolle sowie um ein Planungs- und Reportingsystem.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, sind Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt.

Dem Wert der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen und der fertigen Erzeugnisse liegen die Herstellungskosten zugrunde. Diese umfassen neben dem Fertigungsmaterial, den Fertigungslöhnen und angemessenen Teilen der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie dem Werteverzehr des Anlagevermögens auch Kosten der allgemeinen Verwaltung, soweit sie auf die Herstellung entfallen. Erforderliche Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurden vorgenommen. Vom Bilanzwert der Vorräte werden die je Auftrag erhaltenen Anzahlungen offen abgesetzt.

Forderungen sind zu Nominalbeträgen, vermindert um eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen und gegebenenfalls erforderliche Einzelwertberichtigungen, angesetzt. Eine entsprechende objektive Betrachtung von Kundenstruktur, Ausfallwahrscheinlichkeit und Kreditrisiko erlauben die Fortführung des geringen durchschnittlichen Prozentsatzes 3,59 %, (i. Vj. 0,35 %) bei der Berechnung der Pauschalwertberichtigung.

Die sonstigen Vermögensgegenstände, flüssigen Mittel sowie der aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind zu Nennwerten angesetzt.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet.

Die Rückstellungsbewertung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgte auf der Grundlage eines durch einen Pensionsgutachter zum Zeitpunkt der Erstellung des Pensionsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 2,31 % (i. Vj. 2,71 %, 31. Dezember 2019) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre). Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 2,30 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Rentensteigerungen von 1,50 % (i. Vj. 1,75 %) unterstellt.

Das Deckungsvermögen aus bestehenden Rückdeckungsversicherungen wird mit den Rückstellungen für Pensionen saldiert. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten.

Die innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen für Dienstjubiläen werden nach den Vorschriften des § 253 Abs. 2 HGB unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Rückstellungsbewertung für Dienstjubiläen erfolgte auf der Grundlage eines durch einen Gutachter zum Zeitpunkt der Erstellung des Jubiläumsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 1,61 % (i. Vj. 1,97 %, 31. Dezember 2019) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre). Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 1,60 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jeweils ein Entgelttrend sowie ein Trend der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungen von 2,00 % (i. Vj. 2,25 %) unterstellt.

Für in 2021 noch umzusetzende Personalabbaumaßnahmen wurde im Bereich der sonstigen Rückstellungen eine Rückstellung für Restrukturierungen gebildet. Grundlage bildet eine verabschiedete Planung zur Absenkung der personellen Ressourcen. Die Rückstellungshöhe richtet sich nach individuell zu erwartenden Abfindungsregelungen. Die Abfindungshöhen wurden anhand von personenspezifischen Entgelthöhen multipliziert mit einem Faktor von 0,5 und den entsprechenden Betriebszugehörigkeiten bestimmt. Die Rückstellung hat eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Auf eine Abzinsung der Verpflichtungen wurde verzichtet.

Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Dabei werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Fremdwährungsverbindlichkeiten wurden unter Beachtung von § 256a HGB grundsätzlich zum Anschaffungskurs (Devisengeldkurs) bzw. zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Mit Datum vom 23. September 2019 wurde ein Ergebnisabführungsvertrag mit der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten abgeschlossen. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 1. Oktober 2019.

Zwischen der AWEBA, als Organgesellschaft, und der Schuler Aktiengesellschaft, Göppingen, (im Folgenden "Schuler AG") als Gesellschafterin und Organträgerin, bestehen körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaften. Die Ermittlung und ein ggf. erforderlicher Ansatz latenter Steuern erfolgt deshalb auf der Ebene der Organträgerin.

Auf Grundlage des Ergebnisabführungsvertrages mit der Schuler AG, Göppingen, vom 20. Februar 2017 wird der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 18.131 ausgeglichen.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva

Die Zusammensetzung und Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens gemäß § 284 Abs. 3 HGB ergeben sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel.

Zum 31. Dezember 2020 bestehen selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände von TEUR 59.

Die Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2020 an den folgenden Unternehmen beteiligt:

EUR
WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH, St. Egidien (direkte Beteiligung zu 100 %)
Gezeichnetes Kapital 100.000,00
davon Anteil AWEBA GmbH 100.000,00
Vorläufiger Jahresfehlbetrag 2020 -3.351.470,60
Vorläufiges Eigenkapital 31. Dezember 2020 -1.319.669,26
PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten (direkte Beteiligung zu 100 %)
Gezeichnetes Kapital 25.000,00
davon Anteil AWEBA GmbH 25.000,00
Vorläufiger Jahresfehlbetrag 2020 (vor Verlustübernahme) -9.018.777,14
Vorläufiges Eigenkapital 31. Dezember 2020 2.525.000,00
Dabaki Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz (indirekte Beteiligung zu 94,0 % über die WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH)
Gezeichnetes Kapital 5.000,00
davon Anteil AWEBA GmbH 4.700,00
Vorläufiger Jahresüberschuss 2020 1.643,56 1
Vorläufig nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Betrag zum 31. Dezember 2020 24.455,63 2

1 Der Jahresabschluss 2020 lag bei der Erstellung des Anhangs noch nicht vor

2 Der Jahresabschluss 2020 lag bei der Erstellung des Anhangs noch nicht vor

Mit Gesellschaftsvertrag vom 4. April 2019 wurde die PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH gegründet. Die Eintragung im Handelsregister in Ulm unter HRB 738251 erfolgte am 12. April 2019. Mit vollständig getätigter Einzahlung der Stammeinlage in Höhe von TEUR 25 hält die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue 100 % der Anteile der Gesellschaft.

Bedingt durch den negativen Geschäftsverlauf in 2020 und den reduzierten Ertragsaussichten in den Folgejahren wurde im Finanzanlagevermögen der Beteiligungswert an der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH um TEUR 4.100 auf TEUR 1.041 abgewertet.

Die Forderungen sind in der nachstehenden Übersicht, die auch die Restlaufzeiten enthalten, dargestellt:

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2020
TEUR
bis zu einem Jahr
TEUR
von einem bis zu fünf
Jahren TEUR
über fünf Jahre
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.728 2.863 1.865 0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 18.813 18.813 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 321 321 0 0
23.862 21.997 1.865 0
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2019
TEUR
bis zu einem Jahr
TEUR
von einem bis zu fünf
Jahren TEUR
über fünf Jahre
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.233 9.233 0 0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 5.196 5.196 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 228 228 0 0
14.658 14.658 0 0

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 18.813; i. Vj. TEUR 5.196) betreffen Forderungen aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages mit der Schuler AG (TEUR 18.131, i. Vj. TEUR 5.055), aus der Umsatzsteuerorganschaft mit der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH (TEUR 5, i. Vj. TEUR 102) sowie aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Schuler AG (TEUR 41, i. Vj. TEUR 0) und der Schuler Pressen GmbH (TEUR 37, i. Vj. TEUR 39) und der Lenser Filtration GmbH (TEUR 15, i. Vj. TEUR 0). Enthalten sind ebenfalls geleistete Anzahlungen an die WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH (TEUR 585, i. Vj. TEUR 0).

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen die Agentur für Arbeit aus Kurzarbeitsgeld (TEUR 195), gegen die Sächsische Aufbaubank aus Ausbildungsförderung (TEUR 55), gegen der Landesdirektion Sachsen aus Erstattung Quarantäne (TEUR 20), aus Bonusforderungen (TEUR 14), gegen die Berufsgenossenschaft (TEUR 11) und aus Stromsteuererstattungen (TEUR 6).

Passiva

Das gezeichnete Kapital beträgt TEUR 10.000 (i. Vj. TEUR 10.000).

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten die Verpflichtungen aus Pensionszusagen (TEUR 767); diese wurden mit dem Deckungsvermögen (TEUR 244) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Die Zinserträge aus dem Deckungsvermögen (TEUR 18) wurden mit dem Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (TEUR 20) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Der sich ergebende Saldo von TEUR 2 ist im Finanzergebnis unter dem Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthalten.

Der Unterschiedsbetrag wurde durch einen Pensionsgutachter auf Basis eines zum Zeitpunkt der Erstellung des Pensionsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 1,61 % ermittelt. Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 1,60 % (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Unterschiedsbetrag zu der Ermittlung der Pensionsrückstellung mittels des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR 43 (i. Vj. TEUR 46).

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen die Rückstellung für Restrukturierung (TEUR 886), für Drohverluste (TEUR 400), für die Absicherung von Gewährleistungen (TEUR 190), für noch ausstehende Eingangsrechnungen (TEUR 183), für Jubiläumszahlungen (TEUR 164), für geleistete Überstunden (TEUR 78), für Urlaub (TEUR 39), für noch anfallende Rechts- und Beratungsaufwendungen (TEUR 30), für Schwerbehindertenabgabe (TEUR 18) und für Kundenboni (TEUR 8).

Die Verbindlichkeiten sind in der nachstehenden Übersicht, die auch die Restlaufzeiten enthält, dargestellt:

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2020
TEUR
bis zu einem Jahr
TEUR
von einem bis zu fünf
Jahren TEUR
über fünf Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.066 1.032 1.034 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 469 469 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 994 994 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 30.126 9.179 0 20.947
Sonstige Verbindlichkeiten 1.412 1.412 0 0
35.067 13.086 1.034 20.947
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2019
TEUR
bis zu einem Jahr
TEUR
von einem bis zu fünf
Jahren TEUR
über fünf Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.099 1.032 2.067 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.315 1.315 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.036 2.036 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.468 791 0 21.677
Sonstige Verbindlichkeiten 1.926 1.918 8 0
30.844 7.092 2.075 21.677

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter Berücksichtigung der Darlehensprolongation nach Auslauf der Zinsbindungsfrist ermittelt. Planmäßige Tilgungen sind in die Berechnung der Salden eingeflossen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig durch Grundschulden besichert. Die übrigen Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen Eigentumsvorbehalte in betriebsüblichem Umfang.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 30.126 (i. Vj. TEUR 22.468) handelt es sich im Wesentlichen um die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten der Schuler AG (TEUR 20.947; i. Vj. TEUR 21.677) ohne Laufzeitvereinbarungen. Es wird von einem voraussichtlichen Rückzahlungszeitpunkt größer fünf Jahren ausgegangen. Grundlage der in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite ist eine Cash Pool Vereinbarung vom 20. Dezember 2019 mit der Schuler AG. Diese Vereinbarung kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH (TEUR 9.019; i. Vj. TEUR 788), aus der Umsatzsteuerorganschaft mit der PTW Powertrain Tools Weingarteen GmbH (TEUR 14, i. Vj. TEUR 0) sowie aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Schuler Pressen GmbH (TEUR 86, i. Vj. TEUR 0) und Schuler (China) Co. Ltd. (TEUR 60, i. Vj. TEUR 0) ausgewiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltszahlungen Dezember (TEUR 1.005, i. Vj. TEUR 1.130) und Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 185, i. Vj. TEUR 590). Weiter sind zukünftige Tilgungsverpflichtungen aus Mietkaufverträgen in Höhe von TEUR 8 enthalten.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestehen nicht frei verfügbare Guthaben von TEUR 406 (i. Vj. TEUR 456).

Die Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen betragen bis zum Jahr 2024 TEUR 1.521 und werden wie folgt abfließen:

TEUR
2021 970
2022 bis 2024 551

Aus einem Bestellobligo bestehen finanzielle Verpflichtungen von TEUR 412 (i. Vj. TEUR 2.518), davon mit verbundenen Unternehmen TEUR 37.

Es besteht weiterhin eine selbstschuldnerische Bürgschaft gegenüber der Dabaki Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz, über TEUR 400 (i. Vj. TEUR 400) zur Absicherung von Forderungen aus einem Immobilien-Leasingvertrag an die WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH vom 12. November 2013.

Zudem besteht seit dem 21. Januar 2016 eine selbstschuldnerische Bürgschaft gegenüber der GEFA Gesellschaft für Absatzfinanzierung, Wuppertal, über TEUR 114 (i. Vj. TEUR 114) zur Absicherung von Forderungen aus einem Maschinenleasingvertrag an die WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH.

Unter Berücksichtigung der aktuellen, als auch der zukünftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH schätzt die Geschäftsführung das Risiko der Inanspruchnahme aus den Bürgschaften als gering ein.

Ab dem Geschäftsjahr 2017 ist die AWEBA als Organgesellschaft Teil einer körper- und gewerbesteuerlichen Organschaft mit der Schuler Aktiengesellschaft als Organträger. Latente Steuern für künftige Steuerbe- und -entlastungen aus temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten und den korrespondierenden steuerlichen Wertansätzen werden daher im Einzelabschluss des Organträgers berücksichtigt.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

TEUR
Umformwerkzeug 21.171
Druckgießformen 5.230
Schneidwerkzeuge 4.920
Sonstige 3.349
abzüglich
Erlösschmälerungen (aus Skonti und Boni) -218
34.452

Von den Umsatzerlösen wurden TEUR 9.215 (i. Vj. TEUR 16.079) im Ausland erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 144) enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 117. Diese betreffen im Wesentlichen Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 115). Darüber hinaus sind Erträge aus Zuschüssen für Forschung und Entwicklung (TEUR 18), Erträge aus der Währungsumrechnung (TEUR 7) und Sonstige Erträge (TEUR 3) erfasst.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 4.482) enthalten u. a. Zuführung zu Drohverlustrückstellungen (TEUR 400), Forderungsverluste (TEUR 391), Aufwendungen für die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen (TEUR 186) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 32.

Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Zinsaufwendungen über TEUR 292 beinhalten mit TEUR 204 Zinsen für Betriebsmittellinien der Schuler AG.

V. Sonstige Angaben

Tochtergesellschaften der AWEBA sind die folgenden Unternehmen:

WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH, St. Egidien

PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten sowie

Dabaki Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz.

Konzernabschluss

Die Gesellschaften sind Enkelgesellschaften der ANDRITZ AG, Graz/Österreich, und werden in deren Konzernabschluss einbezogen. Die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue nebst ihren Tochtergesellschaften ist daher von der Verpflichtung einen Konzernabschluss zu erstellen nach § 291 HGB befreit. Die ANDRITZ AG, Graz/Österreich, als oberstes Mutterunternehmen veröffentlicht den nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellten Konzernabschluss beim Firmenbuchgericht, Graz, und beim Bundesanzeiger, Berlin. Der Konzernabschluss ist zudem über die Homepage der ANDRITZ AG verfügbar (www.andritz.com).

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung bestand im Geschäftsjahr 2020 aus den Herren:

Udo Binder, Dipl.-Ing (TH), Endingen,

Rüdiger Drewes, Dipl.-Betriebswirt, Aue.

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer wird nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da sich hieraus die Bezüge eines Mitglieds der Geschäftsführung feststellen lassen.

Frühere Mitglieder der Geschäftsführung erhielten Versorgungsbezüge in Höhe von TEUR 68. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Geschäftsführern besteht zum Bilanzstichtag vor Verrechnung mit dem Deckungsvermögen eine Rückstellung in Höhe von TEUR 767.

Mitarbeiter

Im Berichtsjahr beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 252 gewerbliche Mitarbeiter, 150 Angestellte und 25 Auszubildende.

Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 berechnete Gesamthonorar nach § 285 Nr. 17 HGB beträgt TEUR 61 für Abschlussprüfungsleistungen.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2020 sind keine weiteren Ereignisse, die für die Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AWEBA von wesentlicher Bedeutung wären eingetreten.

Bestandsgefährdende Risiken

Hinsichtlich der Ereignisse und Gegebenheiten, die auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hindeuten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann, wird auch auf die entsprechenden Darstellungen im Lagebericht unter Abschnitt C. "Chancen- und Risiken der künftigen Entwicklung" verwiesen.

 

Aue, den 2. Juli 2021

Udo Binder, Geschäftsführer

Rüdiger Drewes, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2020
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 170.795,77 0,00 0,00 0,00 170.795,77
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.758.003,31 188.329,00 0,00 0,00 4.946.332,31
4.928.799,08 188.329,00 0,00 0,00 5.117.128,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.664.311,80 18.751,28 0,00 0,00 11.683.063,08
2. Technische Anlagen und Maschinen 24.231.553,41 407.309,27 26.748,21 1.078.264,77 23.587.346,12
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.386.615,97 246.023,09 168.840,00 82.736,84 8.718.742,22
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 195.588,21 20.000,00 -195.588,21 0,00 20.000,00
44.478.069,39 692.083,64 0,00 1.161.001,61 44.009.151,42
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 14.766.293,95 0,00 0,00 0,00 14.766.293,95
64.173.162,42 880.412,64 0,00 1.161.001,61 63.892.573,45
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2020
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
außerplanmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 89.391,07 22.716,75 0,00 0,00 112.107,82
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.659.070,87 53.658,81 0,00 0,00 4.712.729,68
4.748.461,94 76.375,56 0,00 0,00 4.824.837,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.246.249,26 411.147,31 0,00 0,00 1.657.396,57
2. Technische Anlagen und Maschinen 19.243.118,35 865.972,77 0,00 0,00 20.109.091,12
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.220.718,91 348.878,61 0,00 80.318,17 7.489.279,35
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
27.710.086,52 1.625.998,69 0,00 80.318,17 29.255.767,04
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 7.100.000,00 0,00 4.100.000,00 0,00 11.200.000,00
39.558.548,46 1.702.374,25 4.100.000,00 80.318,17 45.280.604,54
Buchwerte
31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 58.687,95 81.404,70
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 233.602,63 98.932,44
292.290,58 180.337,14
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.025.666,51 10.418.062,54
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.478.255,00 4.988.435,06
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.229.462,87 1.165.897,06
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.000,00 195.588,21
14.753.384,38 16.767.982,87
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 3.566.293,95 7.666.293,95
18.611.968,91 24.614.613,96

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue, Aue

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue, Aue, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben unter Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Anhang und auf die Angaben im Abschnitt C. "Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung" im Lagebericht. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass die Gesellschaft in erheblichem Umfang innerhalb des Prognosezeitraums fällige Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen, aufweist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass im Prognosezeitraum die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Ertragsaussichten belasten. Die sich daraus für den Prognosezeitraum ergebende Liquiditätslücke kann die Gesellschaft nicht aus dem operativen Geschäft schließen. Sie ist vielmehr darauf angewiesen, dass die Schuler AG die bestehende Finanzierung auch künftig aufrechterhält. Zur Finanzierung besteht zum einen ein Ergebnisabführungsvertrag und die Gesellschaft ist zum anderen in ein Cash Pooling eingebunden, wobei die Cash-Pool-Vereinbarung mit der Schuler AG von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann. Wie in Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Anhang und auf die Angaben im Abschnitt C. "Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko i. S. d. § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, den 16. Juli 2021

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