IONITY Management GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jeroen Petrus Jacobus van Tilburg seit 13.6.2024 | Geschäftsführer |
Torsten Kiedel seit 13.2.2024 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
IONITY GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021BilanzAKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang für 2021in der zur Offenlegung bestimmten, verkürzten FassungAllgemeine Hinweise Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Die gesetzlichen Erleichterungsvorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften werden teilweise in Anspruch genommen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Gesellschaft erfüllt zum 31. Dezember 2021 die Voraussetzungen einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gem. § 267 Abs. 2 HGB. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Davon-Vermerke in diesem Anhang gemacht. Es besteht zwischen der IONITY Holding GmbH & Co. KG, München, (Organträger) und der IONITY GmbH, München, (Organgesellschaft) eine ertragsteuerliche Organschaft. Zwischen der IONITY Holding GmbH & Co. KG als Organträger und den Organgesellschaften IONITY GmbH und IONITY Management GmbH, München, besteht eine umsatzsteuerliche Organschaft. Registerinformationen Die Gesellschaft ist unter der Firma IONITY GmbH mit Sitz in München im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 234408 eingetragen. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nach Ausübung des Wahlrechtes gemäß § 248 Abs. 2 HGB nicht aktiviert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Bodenverbesserungen werden über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren abgeschrieben, Betriebsanlagen über eine Nutzungsdauer zwischen 10 und 15 Jahren (bzw. Restnutzungsdauer von weniger als 10 Jahren) und Büroausstattung über eine Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Die Vorräte bestehend aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (Ersatzteile) und unterwegs befindlichen Waren sind zu Anschaffungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h., soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Das Wahlrecht zur Abzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wurde nicht ausgeübt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Alle auf fremde Währung lautenden Geschäftsvorfälle wurden mit dem Wechselkurs des Transaktionstags umgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten wurden zum Abschlussstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben im Wesentlichen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten eine Forderung in Höhe von EUR 367.393,67 (Vj. EUR 335.180,67) für Kautionen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten EUR 11.877.842,51 (Vj. EUR 4.217.690,80) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten EUR 81.483.751,30 (Vj. EUR 90.606.893,00) Forderungen gegen verbundene Unternehmen, diese betreffen in Höhe von EUR 15.053.434,00 (Vj. EUR 33.094,00) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten EUR 72.550.193,08 (Vj. EUR 86.865.406,76) Forderungen gegen Gesellschafter. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen für Investitionszuschüsse in Höhe von EUR 4.777.707,51 (Vj. EUR 22.575.852,21) enthalten, davon EUR 4.777.707,51, die rechtlich erst nach dem Stichtag entstehen. Rückstellungen Die Rückstellungen in Höhe von EUR 29.356.845,33 (Vj. EUR 6.887.764,08) beinhalten Steuerrückstellungen in Höhen von EUR 14.000,00 (Vj. EUR 120.000,00). Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 29.342.845,33 (Vj. EUR 6.767.764,08) wurden im Wesentlichen für Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von EUR 20.999.638,21 (Vj. EUR 3.880.989,31) sowie Rückstellungen für Elektrizität in Höhe EUR 4.239.085,83 (Vj. EUR 0,00) gebildet. Die Rückstellungen für Elektrizität beinhalten Rückstellungen für variable Elektrizität in Höhe von EUR 3.239.803,75 und für fixe Elektrizität in Höhe von EUR 999.282,08. Des Weiteren sind Rückstellungen für Abbauverpflichtungen EUR 1.546.872,63 (Vj. EUR 773.470,68), Bonusrückstellungen EUR 1.094.554,52 (Vj. EUR 871.494,31), Abschluss- & Prüfungskosten EUR 116.360,83 (Vj. EUR 54.200,00) und eine Rückstellung über die Verpflichtung zur Rückzahlung eines Investitionszuschusses EUR 37.607,20 (Vj. EUR 162.707,20) enthalten. Übrige Rückstellungen wurden in Höhe von EUR 371.257,28 (Vj. EUR 368.967,31) gebildet. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten EUR 277.262.520,51 (Vj. EUR 294.475.377,78) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Darlehen der IONITY Holding GmbH & Co. KG in Höhe von EUR 268.530.212,94 (Vj. EUR 287.000.000,00). Die Verbindlichkeiten umfassen solche aus Steuern in Höhe von EUR 272.916,44 (Vj. EUR 182.564,76) sowie solche im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 117.462,96 (Vj. EUR 68.753,44). Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Das Rohergebnis in Höhe von EUR 19.006.580,29 (Vj. EUR 3.245.736,39) beinhaltet Umsatzerlöse EUR 29.938.853,03 (Vj. EUR 7.594.174,48), Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Waren EUR -14.316.551,36 (Vj. EUR -5.678.679,80) und sonstige betriebliche Erträge EUR 3.384.278,62 (Vj. EUR 1.330.241,71). Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 229.275,84 (Vj. EUR 241.379,91) und periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 2.195.680,10 (Vj. EUR 194.953,45) die im Wesentlichen aus dem Erhalt von Investitionszuschüssen resultieren. Die Abschreibungen in Höhe von EUR 21.377.908,41 (Vj. EUR 15.724.639,96) betreffen immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen. Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung in Höhe von EUR 1.619.438,26 (Vj. EUR 1.079.509,96) enthalten solche in Höhe von EUR 197.038,92 (Vj. (128.956,86) für Altersversorgung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen im Wesentlichen aus Instandhaltungskosten in Höhe von EUR 6.219.478,17 (Vj. EUR 4.254.662,65), Kosten der Weiterbelastung in Höhe von EUR 4.098.511,16 (Vj. EUR 4.075.577,16), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von EUR 8.416.035,57 (Vj. EUR 3.972.020,23), Leasingaufwendungen in Höhe von EUR 4.356.286,84 (Vj. EUR 2.891.209,08) und Marketingkosten in Höhe von EUR 753.151,34 (Vj. EUR 1.158.818,49). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 438.105,70 (Vj. EUR 328.657,90). Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge enthalten Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 4.024.094,70 (Vj. EUR 0,00). Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 4.530.393,20 (Vj. EUR 3.538.562,49). Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Standortverträgen und Mietverträgen in Höhe von EUR 25.610.883,53 (Vj. EUR 25.059.262,06) Geschäftsführung Die Geschäftsführung setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Marcus Groll, Diplom-Physiker Dr. Michael Hajesch, Diplom-Ingenieur Die Angaben gemäß § 285 Nr. 9 HGB hinsichtlich der Organbezüge unterbleiben unter Inanspruchnahme von § 286 Abs. 4 HGB. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt 100 (Vj. 68).
Konzernverhältnisse Die IONITY GmbH gehört zum Konzernkreis der IONITY Holding GmbH & Co. KG in München. Die IONITY Holding GmbH & Co. KG erstellt den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für den größten und kleinsten Kreis der einzubeziehenden Unternehmen. Der Konzernabschluss ist bei der Gesellschaft erhältlich. Nachtragsbericht Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Abschlusses kann nicht mit hinreichender Sicherheit prognostiziert werden, inwiefern sich das Ende Februar 2022 stattgefundene Ereignis sowie der Fortgang des "Ukraine-Russland-Konflikt" und die damit einhergehenden unmittelbaren und mittelbaren wirtschaftlichen Konsequenzen sich auf die Entwicklung des Geschäftsjahres 2022 der Gesellschaft auswirken wird. Mögliche Auswirkungen hinsichtlich steigender Energiepreise, u.a. infolge des Ukraine-Russlands Konfliktes, auf die wirtschaftliche Lage für des Geschäftsjahr 2022 der Gesellschaft können nicht ausgeschlossen werden. Die Gesellschaft hat für das Geschäftsjahr 2022 ihre Einkaufskonditionen über kurz- und mittelfristige Verträge abgeschlossen, sodass die Gesellschaft derzeit eine ausgewogene Chancen- und Risikoausprägung sieht. Die Geschäftsführung geht jedoch davon aus, dass für die Gesellschaft selbst die Entwicklungen dieses Ukraine-Russland-Konflikts keinen wesentlichen Einfluss an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Unternehmensfortführung begründen können.
München, 1. April 2022 gez. Dr. Michael Hajesch, Geschäftsführer gez. Dr. Marcus Groll, Geschäftsführer Sonstige Berichtsbestandteile Angaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 05.04.2022 festgestellt. Entwicklung des Anlagevermögens 2021
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021I. Grundlagen der Gesellschaft 1. Geschäftsmodell der Gesellschaft Die Gesellschaft wurde am 28. Juli 2016 unter der Firma Kronen zweitausend256 GmbH gegründet. Mit der Gesellschafterversammlung vom 26. Juni 2017 wurde der Gesellschaftsvertrag neu gefasst, wobei die Firma zu European High Power Charging Beteiligungsgesellschaft mbH geändert, der Sitz nach München verlegt und der Gegenstand geändert wurden. Eine weitere Anpassung der Firma zu IONITY GmbH sowie die Aktualisierung der Geschäftsadresse in München erfolgten mit den Eintragungen im Handelsregister vom 30. Oktober 2017 bzw. 10. Juli 2018. Die Gesellschaft wurde unter der Nummer HRB 234408 beim Amtsgericht München eingetragen und nahm ihre operative Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018 auf. Die Geschäftsführung setzt sich aus mehreren Geschäftsführern zusammen. Seit 6. Dezember 2017 besteht die Geschäftsführung in ihrer aktuellen Zusammensetzung aus den Herren Dr. Marcus Groll (bestellt zum 4. September 2017) und Dr. Michael Hajesch (bestellt zum 6. Dezember 2017). Die Gesellschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Automobilhersteller BMW Group, Ford Motor Company, Hyundai Motor Group mit Hyundai und Kia, Mercedes Benz AG und des Volkswagenkonzerns mit Audi und Porsche. Der Gegenstand des Unternehmens sind die Errichtung und der Betrieb eines Schnellladenetzwerks an Autobahnen und Schnellstraßen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb/Elektrobatterie, das Halten von Gesellschaftsbeteiligungen an Gesellschaften mit einem vergleichbaren Gesellschaftszweck und die Erbringung von entsprechenden Dienstleistungen gegenüber Gesellschaften, an denen die Gesellschaft Beteiligungen hält. 2. Ziele und Strategien Zielsetzung der Gesellschaft ist es, ein profitables, sich selbsttragendes und wettbewerbsfähiges Unternehmen im Bereich der Errichtung und des Betriebs von öffentlich zugänglicher Schnellladeinfrastruktur in einem Netzwerk in Europa sowohl auf gemieteten Flächen als auch auf eigenen Flächen zu entwickeln. Unter der Berücksichtigung, dass sich der Markt der Elektromobilität in Europa sowie mit den damit verbundenen zukünftigen Geschäftspotentialen für IONITY rasch entwickelt, hat die Geschäftsführung der Gesellschaft im Jahr 2020 die Wachstumsstrategie "IONITY 2.0" erarbeitet. Diese wurde im Gesellschafterkreis im Juni 2020 inhaltlich verabschiedet. Im Kern der Wachstumsstrategie soll bis 2025 die Anzahl der leistungsstarken 350kW-Ladestationen auf circa 7.000 erhöht werden. IONITY-Ladeparks werden zukünftig nicht mehr nur an Autobahnen, sondern auch in Metropolregionen und entlang stark befahrener Fernstraßen errichtet. Künftige Standorte werden zudem von Beginn an mit durchschnittlich sechs bis zwölf Ladestationen geplant. Darüber hinaus sollen bestehende Standorte - entlang hoch frequentierter Strecken mit großem Bedarf an Ladeinfrastruktur - mit zusätzlichen Ladestationen aufgerüstet werden. Diese Maßnahmen sollen das Ladeerlebnis für Kunden verbessern und sicherstellen, dass das IONITY-Ladenetzwerk auf die steigende Nachfrage nach Ladeinfrastruktur vorbereitet ist. In Ergänzung dazu wurde ein M&A-Prozess zur Gewinnung eines oder mehrerer neuer Anteilseigner umgesetzt, um die Wachstumsstrategie "IONITY 2.0" aktiv zu unterstützen und damit den Gesellschafterkreis zu erweitern. Dieser Prozess wurde Ende 2021 mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den bestehenden Gesellschaftern, der Geschäftsführung der Gesellschaft sowie dem neuen Investor BlackRock Global Renewable Power Platform (BlackRock) abgeschlossen. Im November 2021 wurde veröffentlicht, dass die bestehenden Anteilseigner gemeinsam mit dem neuen Partner BlackRock eine Investition in Höhe von 700,0 Mio. € für die kommenden Jahre vereinbart haben. Die endgültige Bestätigung der Beteiligung von BlackRock an der Gesellschaft unterliegt Stand Dezember 2021 noch der finalen Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Die Geschäftsführung der Gesellschaft rechnet mit einer abschließenden Genehmigung durch die zuständigen Behörden im Laufe des Aprils 2022. Zum 31. Dezember 2021 umfasst das IONITY HPC Ladenetzwerk 405 Standorte mit insgesamt 1.710 Ladepunkten in 24 europäischen Ländern, während sich 29 Standorte aktuell im Bau befinden. Im Geschäftsjahr 2021 hat die Gesellschaft weitere 80 Ladestationen aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Finanzierung erfolgte sowohl über Eigen- als auch Fremdkapital. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Elektromobilität boomt und der Wandel der Automobilindustrie weg von konventionellen Verbrennungsmotoren hin zu Elektrofahrzeugen ist in vollem Gang. Dieser Trend wirkt sich positiv auf die dafür notwendige Ladeinfrastruktur aus. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist im Jahr 2021 in allen europäischen Ländern, in denen IONITY aktiv ist, deutlich gestiegen. Die Prognosen für die Folgejahre sehen auch weiterhin einen starken Anstieg vor. Die damit einhergehende steigende Nachfrage nach Ladeinfrastruktur wirkt sich positiv auf das Geschäftsmodell von IONITY als Betreiber von öffentlich zugänglichen HPC Ladestationen aus. Dieser Zusammenhang ist bereits am Ladeverhalten und damit einhergehenden Umsatzerlösen im Jahr 2021 erkennbar. Gegenläufig wirken sich die verlängerten Lieferzeiten elektrischer Fahrzeuge auf Grund unerwartet hoher Nachfrage aus. Die Automobilhersteller haben teilweise die Produktionskapazitäten zu gering ausgelegt und waren auf die hohe Nachfrage nicht vorbereitet. Zudem gibt es in der Lieferkette von dringend benötigten Bauteilen und Systemlösungen für die Automobilindustrie Schwierigkeiten hinsichtlich Halbleitern oder Batterieverfügbarkeit. Viele Automobilhersteller haben ihre Elektrifizierungsstrategien überarbeitet und unter Berücksichtigung von klimapolitischen Zielsetzungen ein Auslaufen der Verbrennungsmotoren voraussichtlich zum Ende 2035 zum Ziel. Dies wird das Angebot an elektrischen Fahrzeugen in den kommenden Jahren noch weiter deutlich anwachsen lassen, was wiederum die Nachfrage an Ladelösungen in Europa weiter vorantreiben wird. Ferner beobachtet die Geschäftsführung zunehmende regulatorische Anforderungen für den Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur sowie die Notwendigkeit Anreize für den Erwerb von elektrischen Fahrzeugen hinsichtlich CO2-Klimazielen (NetZero Targets) sicherzustellen. Die gestiegene Nachfrage führt in Spitzenzeiten an ersten Standorten von Schnellladestationen zu Schlangenbildung, z. B. an Ferien/Wochenenden, oder an Standorten, die entlang traditioneller Urlaubsrouten liegen. Die Gesellschaft plant einen weiteren nachfragebezogenen Ausbau der bereits bestehenden sowie neuen Ladestandorte mit zusätzlichen Ladestationen im Jahr 2022. Die gestiegene Nachfrage an HPC Ladeinfrastruktur führt zu längeren Vorlaufzeiten bei den Lieferanten für Ladestationen und Transformatoren. Der Absicherung der Lieferkette, um den raschen Ausbau des HPC Ladenetzwerks weiter voranzutreiben, kommt eine besondere Bedeutung zu. IONITY hat im Jahr 2021 eine Ausschreibung für Lieferanten (sog. Lieferanten Tender) für Ladehardware sowie Service und Maintenance-Umfänge abgeschlossen und erste Lieferanten mit zusätzlichen Volumen beauftragt. Erschwert ist auch der Bezug von "Chips" auf dem Weltmarkt, was in einzelnen Fällen zu einer Verknappung von Ersatzteilen, wie z. B. Displays bei den Ladestation-Herstellern führt. Auch verlängerte Lieferzeiten für Hardwaresysteme sind nicht auszuschließen, sollte sich die Lage auf dem Weltmarkt nicht weiter entspannen. In den europäischen Ländern, in denen der Aufbau von Ladeinfrastruktur stark ansteigt, wird die Akquise neuer Standorte durch einen zunehmenden Wettbewerb geprägt. Mit sich einstellenden positiven wirtschaftlich attraktiven Rahmenbedingungen für den Betrieb von Ladeinfrastruktur drängen neben bestehenden Wettbewerbern neue Marktteilnehmer in den Markt. Daher sind die Anstrengungen für die rasche Akquise neuer Standorte zu intensivieren, um den zukünftigen Ausbau des HPC Netzwerks abzusichern. 2. Geschäftsverlauf und Lage im Jahr 2021 Allgemein (Ausgangslage und Marktsituation) a) Ertragslage Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,3 Mio. € und enthalten Umsatzerlöse aus dem B2B (Business-to-Business) und B2C (Business-to-Customer). Der Umsatzanstieg resultiert im Wesentlichen aus den B2B-Kunden (Mobilitätsanbieter, MSPs: +20,3 Mio. €) sowie aus den B2C-Kunden (Direktkunden, ohne MSP-Vertrag: +1,5 Mio. €) aufgrund einer gesteigerten Nachfrage nach Technologie Services bedingt durch neu zugelassene Elektrofahrzeuge sowie zunehmenden Mobilitätsverhaltens gegenüber dem Vorjahr, welches durch die Pandemie und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen noch stark beeinträchtigt war. Somit konnte in etwa eine Vervierfachung der Ladevorgänge gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Der Materialaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Mio. €, und zwar ursächlich durch den Anstieg der Energiekosten. Die Personalaufwendungen stiegen um 3,1 Mio. € auf insgesamt 10,7 Mio. €. Dieser Anstieg ist durch Zugang weiterer Fach- und Führungskräfte begründet. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 auf 21,4 Mio. €. Die Zunahme ist größtenteils auf im Geschäftsjahr getätigte Investitionen und den damit einhergehenden höheren Abschreibungsaufwand zurückzuführen. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 10,1 Mio. € auf insgesamt 30,7 Mio. €; dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der IT- und Softwarekosten. Das Finanzergebnis verminderte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,9 Mio. € auf 44,0 Mio. € und enthält im Wesentlichen die Erträge aus Verlustübernahme. b) Vermögenslage Die Bilanzsumme erhöhte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 um 9,7 Prozent auf 355,9 Mio. € (Vorjahr: 324,5 Mio. €). Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens (immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen) ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Der Wert des Anlagevermögens stieg im Geschäftsjahr 2021 um 35,1 Mio. € auf 223.5 Mio. €. Die Zunahme resultierte größtenteils aus der Aktivierung der Investitionen für die im Geschäftsjahr 2021 in Betrieb genommenen 80 Ladestationen. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Umlaufvermögens stellt sich wie folgt dar: Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert aus den im Geschäftsjahr generierten Umsätzen. Der Rückgang der sonstigen Aktiva im Geschäftsjahr 2021 um 11,0 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus den Zahlungseingängen für Investitionszuschüsse der Vorjahre. Die Zunahme der sonstigen Rückstellungen (+22,5 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme einer Abgrenzung für Success Fee (+15,0 Mio.€). Die Zunahme der Verbindlichkeiten (per Saldo +9,0 Mio.€) resultiert im Wesentlichen aus der stichtagsbezogenen Abgrenzung von Lieferantenrechnungen (+14,1 Mio.€). Zudem erhöhten sich die Passiven Rechnungsabgrenzungsposten (+12,0 Mio.€) hauptsächlich aus dem Anstieg der im Geschäftsjahr 2021 abgeschlossenen Kundenverträge (B2B-Kunden-Verträgen: Mobility Service Provider - kurz: MSP). c) Finanzlage Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 beliefen sich die Liquiden Mittel auf 12,9 Mio. €. Es bestanden zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 47,64 €. Danach beläuft sich der Finanzmittelfonds auf 12,9 Mio. € und die Kapitalflussrechnung stellt sich für das Geschäftsjahr 2021 wie folgt dar: Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr bei 5,8 Mio. €. Der positive operative Cashflow ergibt sich insbesondere aus der Erhöhung der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, der Zunahme bei den Rückstellungen und bei den Hinzurechnungen der Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens. Vermindernd wirkte sich insbesondere der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres aus. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ergab im Geschäftsjahr einen Mittelabfluss von 56,6 Mio. € und resultiert aus den weiteren Investitionen in den Aus- und Aufbau von Hochleistungs-Ladenetzwerken. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsjahr 59,0 Mio. € und resultierte im Wesentlichen aus Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten (+60,0 Mio. €) und der Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Krediten (-78,5 Mio. €) sowie der Einzahlungen aus Ergebnisabführungsvertrag (+74,4 Mio. €). Zum Bilanzstichtag bestehen nicht ausgenutzte Kreditlinien von 131,5 Mio. €. d) High Power Charging (HPC) Ladestandorte und -stationen: Netzwerkdichte IONITY plant einen weiteren nachfragebezogenen Aufbau der bereits bestehenden sowie Ausbau neuer Ladestandorte mit zusätzlichen Ladestationen in den nächsten Jahren. Neben Ladestellen an der Autobahn plant IONITY künftig auch die Schaffung von Lademöglichkeiten in der Nähe von Großstädten und an stark befahrenen Fernstraßen. Von daher stellt die Netzwerkdichte zur Absicherung des Geschäftsmodells der IONITY ein bedeutsamer finanzieller Leitungsindikator dar. Bis zum 31. Dezember 2021 wurden von der Gesellschaft bestehende (Aufbau) sowie neue (Ausbau) Ladestandorte mit zusätzlichen Ladestationen ausgestattet, sodass eine Netzwerkdichte des IONITY HPC Ladenetzwerks an 405 Standorte mit insgesamt 1.710 Ladepunkten in 24 europäischen Ländern erreicht wurde. Dies spiegelt sich im Anlagevermögen der Gesellschaft wider: das Verhältnis von Anlagevermögen zum Gesamtvermögen (Bilanzsumme), die sogenannte Anlagenintensität bzw. Anlagenquote, beträgt zum Bilanzstichtag 62,8 % (Vorjahr: 58,0 %). 3. Gesamtwürdigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Geschäftsführung der IONITY GmbH beurteilt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als angemessen. Der Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage werden von der Geschäftsführung vor dem Hintergrund der umfassend und anhaltend negativen Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus insgesamt positiv beurteilt. Hinsichtlich des Ende Februar 2022 stattgefundenen Ereignisses "Ukraine-Russland-Konflikt" verweisen wir auf den Nachtragsbericht im Anhang. III. Zweigniederlassungsbericht Mit dem Beginn des Geschäftsjahres 2018 entstanden im Zeitablauf in insgesamt 24 Ländern (auf nationaler und europäischer Ebene) Betriebsstätten der IONITY GmbH. Einige Betriebsstätten wie z. B. Norwegen, waren bereits im Geschäftsjahr 2017 operativ tätig. Neben dem Sitz der Gesellschaft in München bestanden zum 31. Dezember 2021 Betriebsstätten an den folgenden Standorten:
IV. Prognosebericht sowie Chancen- und Risikobericht 1. Prognose über die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft und der Rahmenbedingungen ihrer Geschäftstätigkeit a) Branchenentwicklung und Wettbewerber / Entwicklung der Märkte für Elektromobilität In den Jahren 2020 und 2021 waren alle Volkswirtschaften von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Alle Märkte in Europa, das öffentliche Leben und der Betrieb zahlreicher Unternehmen waren gestört. Aufgrund des Auftretens der neuen OMIKRON-Variante Ende 2021 und der damit verbundenen Unsicherheiten ist auch für das Jahr 2022 mit weiteren Einschränkungen auf Grund der Pandemie in den Märkten zu rechnen. Neben europäischen und nationalen postpandemischen Recovery Programmen zur Unterstützung der Wirtschaft fordern und fördern klimapolitische Zielsetzungen eine Dekarbonisierung des Energie- und Transportsektors. Politische Zielsetzungen werden durch konkrete Regularien und Anreizsysteme unterstützt, was an einer starken europäischen Förderung der Elektromobilität (Fahrzeuge, Energie und Ladeinfrastruktur) erkennbar ist, wie zum Beispiel:
Durch den stetig wachsenden Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung kann eine Dekarbonisierung des Transportsektors auf Basis von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen gelingen. Daher ist auch langfristig mit einer erhöhten Verfügbarkeit von regenerativer Energie zu rechnen, die eine stetig steigende Nachfrage aus dem Transportsektor bedienen kann. Jedoch haben im Laufe des Jahres 2021 viele Energieerzeuger ihre Preise deutlich erhöht. Inwieweit sich dies als stabiler Trend entwickelt, werden die kommenden Monate zeigen und ggf. müssen unternehmerisch Gegenmaßnahmen getroffen werden. Fast alle Automobilhersteller haben auch im Jahr 2021 ihre Unternehmens- und Produktstrategien adjustiert und setzen zunehmend auf eine reine Elektrifizierungsstrategie für die kommenden Jahre(zehnte). Ein damit verbundenes starkes Wachstum des Portfolios an rein elektrischen Fahrzeugen ist zu erwarten. Die Zulassungszahlen von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sind im vergangenen Jahr (2020) stark und progressiv gestiegen. Entgegen dem Trend bei Verbrennungsmotoren gewinnen die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge selbst in der Pandemiezeit deutlich an Marktanteilen. Die Geschäftsführung von IONITY geht davon aus, dass der Ausbau der Elektromobilität weiterhin stark politisch gefördert wird und mit einem kontinuierlichen Anstieg von neu zugelassenen Elektrofahrzeugen zu rechnen ist. Damit einhergehend wird auch der Bedarf an öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur steigen. Die gleichzeitige Ladenetzverdichtung ist in allen europäischen Ländern zu beobachten, jedoch in unterschiedlichen Reifegraden. Mit dieser Entwicklung geht auch ein steigender Wettbewerb um die attraktiven Standorte für den Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur einher. Bestehende Marktakteure bauen signifikant aus und neue Marktakteure drängen in einen zunehmend attraktiven Markt ein. Erste Konsolidierungen im Markt sind zu beobachten. Traditionelle Oil & Gas Unternehmen (Tankstellen) bauen ebenfalls an ihren Liegenschaften progressiv Ladeinfrastruktur auf. Eine Entwicklung, welche sich auch in einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb neuer und bestehender Akteure abzeichnen wird, einhergehend mit einem zunehmenden Preiskampf, insbesondere bzgl. der Standorte und deren Akquise. Auf Basis der verabschiedeten Wachstumsstrategie von IONITY sowie der geplanten Erweiterung des Gesellschafterkreises sieht die Geschäftsführung eine gute Grundlage für eine positive Geschäftsentwicklung für die kommenden Jahre. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Branchenentwicklung trotz eines sich dynamisch entwickelnden Wettbewerbsumfelds für eine weitere Skalierung der Geschäftsmodelle für Ladeinfrastrukturbetreiber positiv zu bewerten ist. Der Geschäftserfolg von IONITY als Charge Point Operator (CPO) wird maßgeblich durch den Absatz der neu zugelassenen rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge (Battery Electric Vehicle - BEV) im europäischen Markt (Nachfrage Ladeinfrastruktur/Energie), die Ausbaugeschwindigkeit weiterer HPC Ladestandorte (Lösungsangebot für den Kunden, Allokation Nachfrage/Energie), regulatorische Rahmenbedingungen für den Betrieb der Ladeinfrastruktur auf europäischer und nationaler Ebene (Geschäftsentwicklung/Technische Anforderungen) sowie die Preis- und Verfügbarkeitsentwicklung der benötigten Ladehardware und der regenerativen Energie beeinflusst. b) Angaben über die künftige Umsatzentwicklung, Umsatzausweitung sowie Ergebnisentwicklung inkl. Planungen bezüglich Investitionen und Finanzierung Sämtliche Volkswirtschaften weltweit waren in den vergangenen zwölf (12) Monaten von der Pandemie betroffen. Das öffentliche Leben, der Betrieb von Unternehmen und damit die Märkte in Europa wurden bzw. sind noch gestört. Durch das Auftreten der OMIKRON-Variante des Coronavirus im Jahr 2021 geht die Geschäftsführung davon aus, dass auch das Jahr 2022 mit Einschränkungen und Störungen insbesondere in der Beschaffung verbunden sein wird. Jedoch ist davon auszugehen, dass sich Märkte und Volkswirtschaften verstärkt auf das Leben und Handeln mit der Pandemie einstellen werden. Im Jahr 2021 verspürte IONITY keine signifikanten negativen Auswirkungen der Pandemie auf den weiteren Auf- und Ausbau des IONITY HPC Ladenetzwerks. Das für 2022 weiter geplante Wachstum des europäischen IONITY HPC Ladenetzwerks hängt jedoch in entscheidendem Maße davon ab, dass die für die Errichtung der Ladeinfrastruktur benötigten Flächen akquiriert sowie die benötigte Hardware und die erforderlichen Dienstleistungen von Lieferanten in ausreichender Qualität und Quantität bezogen werden und rechtzeitig zur Verfügung stehen. Durch eine anhaltende Pandemie könnten sich die bestehenden wirtschaftlichen Probleme weiter zuspitzen und im schlimmsten Fall zu Insolvenzen einiger Lieferanten führen. Dies wiederum würde deutliche Verzögerungen für den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit und des IONITY HPC Ladenetzwerkes mit sich bringen. Ungeachtet dessen geht die Geschäftsführung von IONITY davon aus, dass die Nachfrage nach HPC Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa stark ansteigen (bedingt durch die prognostizierten Zulassungszahlen für BEV) sowie weiterhin politisch stark gefördert wird. Es ist derzeit nicht zu erkennen und in naher Zukunft nicht damit zu rechnen, dass sich regulatorische, wettbewerbsrechtliche oder konjunkturelle Rahmenbedingungen zuungunsten von IONITY ändern und der Wachstumsstrategie von IONITY entgegenstehen werden. Die Aussichten für das Jahr 2022 sind weiterhin geprägt von einem sich sehr dynamisch verändernden technologischen und wettbewerblichen Marktumfeld. Die Geschäftsführung erwartet für das Jahr 2022 einen weiteren Anstieg der Umsatzerlöse auf 74,0 bis 88,0 Mio. €. Ergänzend hierzu werden steigende Umsatzerlöse im Bereich Technologie Services sowie erstmalige Umsatzerlöse aus dem Emissionshandel (EU; Renewable Energy Directive II) von in Summe 3,0 bis 5,0 Mio. € erwartet. Aufgrund weiterer Investitionen in neue HPC Ladestandorte und -stationen sowie dem Aufbau bzw. dem Ausbau von bestehenden bzw. neuen HPC Ladestandorten und -stationen wird eine Ergebnisverschlechterung im Vergleich zum Vorjahr um weitere 1,7 Mio. € erwartet. Für das Jahr 2022 plant die Gesellschaft mit einem Auf- und Ausbau auf insgesamt 570 Ladestandorte; dies entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von rund 26,0 %. Ende 2021 hat die Gesellschaft zur Unterstützung der Wachstumsstrategie "IONITY 2.0" eine Vereinbarung in Höhe von 700,0 Mio. € für die kommenden Jahre zwischen den bestehenden Gesellschaftern und dem künftigen Gesellschafter BlackRock abgeschlossen. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts geht die Geschäftsführung davon aus, dass die finale Genehmigung der zuständigen Behörde im Laufe des Aprils 2022 erfolgen wird. 2. Chancen- und Risikobericht In diesem Abschnitt stellen wir die wesentlichen Chancen und Risiken dar, die sich im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit ergeben. Zur besseren Übersicht haben wir die Risiken und Chancen in Kategorien zusammengefasst. a) Operative und unternehmensspezifische Risiken und Chancen Das Jahr 2021 war maßgeblich durch die Auswirkungen der Pandemie geprägt. Der zukünftige Geschäftsverlauf hängt von der konjunkturellen Entwicklung, dem Wachstum der Elektromobilität, dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Akquise neuer HPC Ladestandorte, der Verfügbarkeit von Ladeprodukten und Dienstleistungen sowie vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Die Dienstleistungen von IONITY bzgl. des Aufladens von BEV an ihrem HPC Ladenetzwerk in 24 europäischen Ländern richtet sich an B2B-Kunden (Mobilitätsanbieter, MSPs) sowie an B2C-Kunden (Direktkunden, ohne MSP-Vertrag). Der Unternehmenserfolg ist unverändert davon abhängig, dass es IONITY gelingt, weitere Verträge mit B2B-Kunden abzuschließen sowie eine gute und zuverlässige Kundenerfahrung (Customer Experience) an den HPC Ladestandorten sicherzustellen. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Kundenrisiken) Durch den stetig zunehmenden Einstieg neuer Marktteilnehmer in den europäischen Märkten (z. B. Wanbang Digital Energy Co., Ltd - StarCharge/China; Volta Inc./USA oder ChargePoint Inc./USA) sowie die aggressiven Expansionspläne bestehender Marktteilnehmer (z. B. EnBW Energie Baden-Württemberg AG/Deutschland, Tesla Inc./USA, Fortum Corporation/Finnland, Mer Germany GmbH/Deutschland), insbesondere von traditionellen Oil & Gas Unternehmen (z. B. Shell, BP, Total, Cepsa), verschärfen sich der Verdrängungswettbewerb sowie der Preisdruck. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Marktrisiken) Darüber hinaus kann der hohe Wettbewerb im Bereich Elektromobilität zum Verlust von wichtigen Leistungsträgern bei IONITY führen. Dies kann auch operative Risiken durch Know-how-Verlust beim Aufbau und Betrieb des Ladenetzwerkes sowie in wichtigen anderen Funktionen wie Finance, Legal, Produktmanagement bedeuten. In diesem Kontext ist davon auszugehen, dass auch die Akquise von neuen Mitarbeitern für das geplante Wachstum einen weiteren Engpass darstellen kann. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Personalrisiken) Die rasche technologische Weiterentwicklung von Ladesäulen, der Public-Key-Infrastruktur (PKI) sowie die zunehmenden regulatorischen Anforderungen für den Betrieb von Ladesäulen in den einzelnen europäischen Märkten können die zukünftige, zuverlässige Verfügbarkeit des IONITY HPC Ladenetzwerkes beeinflussen. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Technologische und regulatorische Risiken) Im Systembetrieb des Ladenetzwerkes kann es zu systematischen Ausfällen der Ladestationen auf Grund von fehlerhaften Komponenten kommen. Ein derartiger systematischer Ausfall würde auf jeweils circa 50 % des Lade-Netzwerks begrenzt, hätte aber trotzdem weitreichende Folgen auf den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft. Die Behebung derartiger systematischer Fehler, z. B. durch den Austausch von defekten Komponenten im Feld, wird auf Grund der Größe des Lade-Netzwerks langwierig sein und ggf. Monate brauchen. Ebenfalls kann es zum Ausfall der IT-Systeme kommen, was insbesondere die Abrechnung von Ladevorgängen und damit den Umsatz negativ beeinflussen würde. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Technologierisiken) Auftretende Fehler in der im Feld befindlichen Hardware und Software der Ladestationen oder dem für den Betrieb technologisch notwendigen IT Backend können zu zusätzlichen Service- und Reparaturaufwendungen führen, welche die künftige Ertragslage beeinflussen und zu einer reduzierten Nachfrage führen können. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Produktrisiken) IONITY bezieht die gesamte Ladehardware und viele für den Geschäftserfolg notwendige Dienstleistungen von Lieferanten. Der Steuerung der Lieferanten für eine zuverlässige und rechtzeitige Verfügbarkeit der Hardware bzw. Dienstleistung ist sicherzustellen. Hier sehen wir derzeit eine geringe Risikoausprägung. (Lieferantenrisiken) Die aktuell stark angestiegenen Strombeschaffungspreise können mittelfristig zu einer Reduzierung der Margen und zur Notwendigkeit von Preiserhöhungen führen. Sollte das hohe Strompreisniveau im Jahr 2022 weiterhin bestehen bleiben und sich auch wegen des Ukraine-Konflikts gegebenenfalls fortbestehen, müssen jedoch die Margenerwartungen und ggf. die Verkaufspreise angepasst werden. Hier sehen wir derzeit eine ausgewogene Chancen- und Risikoausprägung. (Energiepreisrisiken) Dem gegenüber stehen Chancen für IONITY, sich im stark wachsenden Markt der Ladestationsbetreiber weiter zu differenzieren und insbesondere ein paneuropäisches Ladelösungsangebot für die Kunden mit einer hohen Zuverlässigkeit für die Langstrecke zur Verfügung zu stellen. Insbesondere im B2B-Bereich können weitere Marktsegmente, wie z. B. Fahrzeugflottenbetreiber, adressiert werden. Die technische Verfügbarkeit des Ladenetzes von IONITY kann weiter erhöht werden, was zu einer besseren Auslastung, höherer Kundenzufriedenheit und damit höheren Umsatzerlösen führen kann. Dies kann durch gewachsenes Know-how, weiter optimierte Prozesse bei Fehlererkennung und Ersatzteillogistik sowie den Einsatz von Data-Science-Lösungen erfolgen. Das bereits bestehende Angebot einer europaweit einheitlichen Benutzerführung für den Ladevorgang, die Bereitstellung einer internationalen Kunden Hotline in sieben (7) Sprachen und ein 100 % Grünstromangebot an allen Ladestationen können durch weitere Produkte, Services und bauliche Maßnahmen wie Dächer, Durchfahrtlösungen noch zur Zufriedenheit der Kunden gesteigert werden. b) Chancen und Risiken aus der Entwicklung des Gesamtmarkts Für die kommenden Jahre ist von einer positiven Entwicklung des Gesamtmarktes in Europa für IONITY mit dem Geschäftsmodell eines Ladeinfrastrukturbetreibers auszugehen. Politisch ambitionierte Klimaziele und zielgerichtete Anreizsysteme für Privatpersonen sowie die Industrie werden zu einem beschleunigten Übergang des Energie- und Mobilitätssektors führen. Ein zusätzlicher Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Verfügbarkeit eines großen Portfolios an BEV von den Automobilherstellern sind zu erwarten. Damit einhergehend erwartet die Geschäftsführung einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur auf nationaler und europäischer Ebene, um der rasant steigenden Nachfrage zu begegnen. Hier setzt die Wachstumsstrategie von IONITY an, welche im Kern einen weiter beschleunigten Ausbau des bereits heute bestehenden HPC Ladenetzwerks in 24 Ländern mit einer gesteigerten Kundenzufriedenheit verfolgt. Mit den künftig neu geschaffenen Standorten und den zusätzlichen Ladestationen kann die steigende Nachfrage aus dem Mark bedient und neue Umsatzpotentiale allokiert werden. Mit einem zunehmend attraktiven Marktumfeld ist jedoch auch von einem steigenden Wettbewerbsdruck in den kommenden Jahren auszugehen. Neue Ladeinfrastrukturbetreiber drängen in den Markt und bestehende Akteure werden ebenfalls versuchen, an der Marktentwicklung zu partizipieren. Damit einhergehend wird sich der Wettbewerb um attraktive Standorte intensivieren, was steigende Preise für Standorte sowie zusätzliche Ressourcen für die Akquise der Standorte erfordern wird. Darüber hinaus kann der erwartete Anstieg der Nachfrage von Ladeinfrastruktur bei den Hardwareherstellern zu Engpässen in der Lieferkette führen und den Aus- und Aufbau der Ladeinfrastruktur verzögern. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2021 sind die Energiepreise in vielen Ländern deutlich gestiegen. Sollte sich dies zu einem stabilen Trend in den kommenden Jahren entwickeln, dann werden Umsatzerlöse unter Druck geraten und ggf. Gegenmaßnahmen in Form von Preissteigerungen für den Ladevorgang erforderlich. Ein sich einstellender Preiskampf von Ladestationsbetreibern ist nicht vollständig auszuschließen. Allerdings ist auch im Zuge der positiven Marktentwicklung zu sehen, dass sich Lieferzeiten von elektrischen Neufahrzeugen zunehmend verlängern. Die hohe Nachfrage kann teilweise von vorhandenen Produktionskapazitäten nicht rasch genug bedient werden. Einflüsse der Chipkrise sowie Rohstoff- oder Batterieengpässe führen auf der Lieferantenseite dazu, dass sich die Lieferzeiten für Neufahrzeuge verlängern. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Effekt im Laufe des kommenden Jahres 2022 entspannen wird. c) Chancen und Risiken aus Umfeld und Branchenvergleich Das generelle Umfeld für den Aus- und Aufbau von Hochleistungsladenetzwerken ist weiterhin und zunehmend positiv. In vielen europäischen Ländern ist geplant, den Aus- und Aufbau durch konkrete Maßnahmen wie beschleunigte Genehmigungsverfahren und finanzielle Förderungen zu erleichtern. Dies kann dazu führen, dass sich entweder die Aufbaugeschwindigkeit erhöht oder sich die Investitionen verringern. Auch die politische Unterstützung bei der schnelleren und günstigeren Realisierung von Netzanschlüssen wird in vielen Ländern diskutiert und würde ebenfalls eine Chance zur Beschleunigung und Investitionsverringerung ermöglichen. Im Branchenvergleich wird es entscheidend sein, dass die Positionierung im HPC-Segment (Ladeleistung 350 kW) und die pan-europäische Flächenabdeckung von Kunden und Standortpartnern als attraktives Alleinstellungsmerkmal von IONITY akzeptiert werden. Hierdurch sind höhere Auslastungen und Umsätze als im Businessplan angenommen möglich. Darüber hinaus ist zur langfristigen Absicherung des Geschäftsmodells geplant, aktiv in den Erwerb von attraktiven Standorten und deren Exploration für den Betrieb von HPC-Ladestationen zu investieren. Jedoch kann intensiver werdender Wettbewerb die Grundstücksakquise zunehmend erschweren. Insbesondere in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland sind mittlerweile viele Wettbewerber auf der Suche nach attraktiven Ladestandorten an und neben Autobahnen sowie in Städten. Dies führt zu längeren Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und zum Teil stark steigenden Preisen für Mieten und Kauf. Wettbewerber könnten zunehmend strategisch agieren und Grundstücke "um jeden Preis" sichern, was ebenfalls zu steigenden Mieten und Kaufpreisen führt und langfristig die Ertragsstärke reduziert. d) Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen Basierend auf der aktuellen Finanzlage der Gesellschaft sowie die geschlossene Vereinbarung neuer Investitionen besteht aktuell kein Liquiditätsrisiko für die Gesellschaft. Dieser Prozess wurde Ende 2021 mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den bestehenden Gesellschaftern, der Geschäftsführung der Gesellschaft sowie dem neuen Investor BlackRock Global Renewable Power Plattform (BlackRock), abgeschlossen. Im November 2021 wurde veröffentlicht, dass die bestehenden Anteilseigner gemeinsam mit dem neuen Partner BlackRock eine Investition in Höhe von 700 Mio. € für die kommenden Jahre vereinbart haben. Wesentliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist die mit den Gesellschaftern abgeschlossene Finanzierungsrunde in Höhe von 700,0 Mio. € für die kommenden Jahre. Damit geht die Erweiterung des Gesellschafterkreises um BlackRock Renewable Power Plattform (BlackRock) einher. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts hängt die finale Genehmigung von den zuständigen Behörden ab. e) IT-Risiken und -Chancen Durch die Entscheidung zum Aufbau eines eigenen IT-Backend-Systems ergeben sich Chancen in der Stabilität und in der Zukunftsfähigkeit der IT-Systeme, eine zuverlässigere Verrechnung der Ladevorgänge sowie höhere Funktionalität für interne und externe Nutzer und Kunden. Das zum Teil neu aufgebaute IT-Team wird in den nächsten Jahren um weitere IT-Experten wachsen und durch das eigene IT-System wird ein zusätzliches, wertvolles Asset unter der vollen Kontrolle von IONITY entstehen. IONITY hat im Laufe des Jahres 2021 als erstes europäisches HPC Ladenetzwerk flächendeckend die Plug & Charge Funktionalität in allen 24 Ländern ausgerollt. Dieses Alleinstellungsmerkmal mit seinem einfacheren und zuverlässigeren Ablauf des Ladevorgangs (Plug & Play, Authentifizierung erfolgt anhand von IT-technischen Zertifikaten im Backendsystem) eröffnet neue Umsatzpotentiale sowie gesteigerten Kundennutzen und Kundenakzeptanz. Zudem wurde die erste IONITY App für Smartphones entwickelt und am Markt ausgerollt. Hierüber haben Kunden ohne MSP-Vertrag die komfortable Möglichkeit, die Ladestationen von IONTIY direkt zu nutzen. Eine Weiterentwicklung der APP-Lösung bietet die Chance, weitere kundenwerte Dienstleistungen zu integrieren sowie Kundenbindung zu steigern und somit weitere Umsatzpotentiale zu allokieren. Die IT-Sicherheit wird immer wichtiger werden, da Angriffe durch Hacker und Betrüger auch auf IONITY-Systeme zunehmen werden. IONITY plant, im Jahr 2022 eine Überprüfung und Zertifizierung der IT-Sicherheit durchzuführen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass durch Systemausfälle im IT-Backend-System Ladestationen temporär für den Kunden nicht nutzbar sind und so Umsatzerlöse nicht realisiert werden können und ein negativer Einfluss auf die Kundenzufriedenheit entsteht. f) Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation Die Geschäftsführung der IONITY GmbH sieht weiterhin vielfältige Chancen für eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung in Europa. Insgesamt bildet die sehr positive, weiter steigende Marktentwicklung der neu zugelassenen rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge (BEV) in Europa die stabile Grundlage für das zukünftige Geschäftsergebnis von IONITY. Die Geschäftsführung geht aktuell davon aus, dass das geplante, starke Umsatzwachstum auf bis zu 88 Mio. € im Jahr 2022 erreicht werden kann. Dämpfende Effekte des Wachstums können primär durch einen verzögerten Roll-out der geplanten, neuen HPC Ladestandorte entstehen. Hier sind insbesondere der stark steigende Wettbewerb um attraktive Grundstücke an Autobahnen sowie die Verzögerungen beim Bau von Netzanschlüssen, die zum Teil sehr langwierigen Genehmigungsverfahren und die angespannte Lage bei der Lieferung von Hardware (Ladestationen und Transformatoren) zu nennen. Darüber hinaus könnten weiter steigende Energiepreise in den europäischen Ländern zu einer Adjustierung der Ergebniserwartung führen. Aktuell sind keine bestandsgefährdenden Risiken für die IONITY GmbH erkennbar. Nach Einschätzung der Geschäftsführung werden die operativen und unternehmensspezifischen Geschäftsrisiken als beherrschbar eingestuft.
München, 1. April 2022 Die Geschäftsführung gez. Dr. Michael Hajesch, Geschäftsführer gez. Dr. Marcus Groll, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die IONITY GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der IONITY GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der IONITY GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfungführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 4. April 2022 KPMG
AG
gez. Koeplin, Wirtschaftsprüfer gez. Scherübl, Wirtschaftsprüferin |
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