PTS
GmbH
Neuss
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2021 bis zum 30.09.2021
Lagebericht
PTS GmbH, Neuss, Deutschland
Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30.
September 2021
I.
GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS
1. GESCHäFTSMODELL DES UNTERNEHMENS
Die PTS GmbH (nachfolgend auch "PTS" oder
"Unternehmen" genannt) hat ihren eingetragenen Firmensitz
in Neuss (Essen; bis 25. Mai 2021). Die
Geschäftsadresse lautet Fuggerstraße 7 in 41468
Neuss (Tenderweg 2 in 45141 Essen; bis
25. Mai 2021). Das Unternehmen ist nach den in
§ 267 Abs. 2 HGB bezeichneten Größenklassen
als mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen.
Die Gesellschaft ist Teil der Abellio-Gruppe, die von
der Abellio Transport Holding B.V. (ABTH), Utrecht, bis zur
Insolvenzantragstellung beherrrscht wurde. An der Spitze
der deutschen Gesellschaften steht die Abellio GmbH,
Berlin, ihr Konzern umfasst ihre Tochtergesellschaften
Abellio Rail GmbH (ABRN), Hagen, Abellio Rail
Mitteldeutschland GmbH (ABRM), Halle (Saale), Abellio Rail
Baden-Württemberg GmbH (ABRB), Stuttgart, Abellio
Services GmbH (ABS), Berlin, Abellio Vertrieb GmbH (ABV),
Berlin, WestfalenBahn GmbH (WfB), Bielefeld, und PTS GmbH
(PTS), Essen.
Zwischen der PTS GmbH und der Abellio GmbH ist am 6.
Oktober 2006 ein notariell beglaubigter Beherrrschungs- und
Ergebnisabführungsvertrag (EAV) abgeschlossen und
durch Änderungsvereinbarung am 13. Dezember 2013
geändert worden. Hierin ist die vollständige
Abführung von Gewinnen und zugleich die
Verlustübernahme an die Abellio GmbH gem. § 302
AktG geregelt.
Der Jahresabschluss der PTS wird aufgrund der
Beteiligungsverhältnisse unmittelbar in den
Konzernabschluss der Abellio GmbH, Berlin, miteinbezogen.
Für die Zeit vom 1. Januar bis 30.
September 2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet.
Unternehmensgegenstand ist die Erbringung von
Serviceleistungen im Bereich des öffentlichen
Personennahverkehrs (ÖPNV) und des
Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), vor allem in den
Bereichen Reinigung, Sicherheit und Ticketprüfung.
Als 100-prozentige Tochter der Abellio GmbH ist die
PTS für alle Linien und Netze der Abellio-Standorte in
Nordrhein-Westfalen, Mitteldeutschland und
Baden-Württemberg sowie für die Westfalenbahn
tätig. Zudem arbeitet das Unternehmen für
weitere, externe Auftraggeber wie National Express,
Kölner Verkehrsbetriebe, Verkehrsgesellschaft
Frankfurt am Main, Siemens Mobility GmbH oder
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).
Die Tätigkeitsschwerpunkte umfassen im
Wesentlichen Reinigungs- und Sicherheitsleistungen.
Darüber hinaus erbringt die PTS als
Systemdienstleister auch individuelle Serviceleistungen
für ihre Kunden aus dem ÖPNV und SPNV.
2. NIEDERLASSUNGEN
Die PTS GmbH hat ihren Hauptsitz in Neuss (Essen; bis
25. Mai 2021), hier schlägt das Herz des
Unternehmens. Nichtsdestotrotz werden viele Entscheidungen
auch vor direkt Ort getroffen - dezentral an den
sogenannten "Servicepoints" in Pforzheim, Frankfurt,
Halberstadt und Sangerhausen. Dort gibt es direkte
Ansprechpartner für die Kunden und Mitarbeiter der
PTS. Hierdurch können Entscheidungen schnell und
entsprechend der lokalen Bedingungen getroffen werden.
II.
WIRTSCHAFTSBERICHT
1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE BRANCHENBEZOGENE
RAHMENBEDINGUNGEN
Laut Branchenreport Reinigungsbetriebe
1 steht auch das Jahr 2021 noch ganz im Zeichen von
COVID-19. Zwar läuft die Fertigung im Produzierenden
Gewerbe wieder weitestgehend auf altem Niveau und auch der
Einzelhandel konnte wieder öffnen, aber auch nach dem
Ende der Home-Office-Pflicht sind viele Unternehmen noch
nicht zum ursprünglichen Bürobetrieb
zurückgekehrt. Der ÖPNV, die Gastronomie oder
auch die Messe- und Eventbranche sind ebenfalls weit von
ihrem Vorkrisen-Niveau entfernt, was sich aufgrund
geringerer Nachfrage auch direkt auf die Reinigungs-
branche auswirkt.
Im Jahr 2020 mussten die erfolgsverwöhnten
Branchenunternehmen einen Umsatzrückgang von -1,1%
hinnehmen. Auch die Beschäftigtenzahl war um -2,1%
rückläufig, während die Zahl der Betriebe
leicht zugelegt hat. Für das Jahr 2021 zeichnet sich
nach ersten Umfragen und Zahlen eine deutliche Entspannung
der Lage mit zu erwartenden Umsatzzuwächsen ab.
2
In der Reinigungsbranche herrscht weiterhin ein
massiver Verdrängungswettbewerb. Die Konsolidierung
durch Übernahmen, insbesondere bei den großen
Marktteilnehmern, scheint allerdings durch die Auswirkungen
der Corona-Pandemie zumindest temporär gestoppt zu
sein. Die Vergabe von Aufträgen wird in vielen
Bereichen aber nach wie vor über Preiskämpfe
entschieden, sodass kaum hohe Margen möglich sind. Um
sich auf dem hart umkämpften Reinigungsmarkt behaupten
zu können, wählen die Branchenunternehmen meist
unterschiedliche Strategien. Manche weichen auf neue
Geschäftsfelder aus oder expandieren bundesweit oder
international. An Bedeutung gewinnen deshalb umfassendere
Leistungsangebote und gebündelte Services, etwa mit
individuellen (Service-)Dienstleistungen in der
Fahrzeugbetreuung und Lösungen aus einer Hand. Dort
können aufgrund von niedrigen Markteintrittsbarrieren
durchaus auch kleine und mittlere Reinigungsunternehmen am
Markt bestehen. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der
Reinigungsbranche ebenfalls weiter an Bedeutung, auch als
Differenzierungsmöglichkeit im Wettbewerb. Aktuell
weist die "Reinigung von Verkehrsmitteln" insgesamt geringe
Nachhaltigkeitsrisiken auf (Note B im S-ESG-Score).
Seit ihrer Gründung ist die PTS (Public
Transport Service) GmbH kontinuierlich auf Wachstumskurs.
Das Erfolgsrezept der PTS liegt darin, dass Sie als
Systemdienstleister alle Leistungen aus einer Hand anbieten
kann. Zu den Kernbereichen zählen: Reinigung,
Sicherheit und individuelle Serviceleistungen. Aufgrund
langjähriger branchenspezifischer Erfahrung kennt die
PTS die Herausforderungen von Verkehrsbetrieben im Alltag
und bietet ihren Kunden dadurch zuverlässige
Lösungen und innovative Konzepte in allen
Leistungsbereichen an.
Die Mitarbeiter der PTS sind kundenspezifisch
geschult und verfügen über das entsprechende
branchenspezifische Know-how. Zudem sind sie
bestmöglich ausgestattet, wodurch die PTS seit Jahren
erfolgreich mit bewährten Partnern aus den Bereichen:
Sicherheitsausstattung, Reinigungschemie oder Technik
zusammenarbeitet.
Egal, ob Bus oder Bahn, Straße oder Schiene -
Fahrgäste wollen nicht nur pünktlich ankommen,
sie wollen sich auch wohlfühlen. Die Qualität von
ÖPNV- und SPNV-Angeboten wird deshalb maßgeblich
durch die Sauberkeit der Fahrzeuge und der
Haltestellen/Bahnhöfe geprägt.
Als Partner und Systemdienstleister für
Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland liefert die PTS
Lösungen und innovative Reinigungskonzepte
· für schienen- und
straßengebundene Verkehrsmittel (IC/ICE, Triebwagen,
Lokomotiven, U-Bahnen, Straßenbahnen, Stadtbahnen,
KOM etc.), · für Bahnhöfe und
Haltestellen und · für
Betriebsanlagen und -gebäude (Werkstätten,
Verwaltung, Kundencenter etc.).
1.1 LEISTUNGSBEREICHE
a) Reinigung:
Die PTS GmbH wurde als Spezialdienstleister für
Verkehrsmittelreinigung gegründet, im Laufe der Jahre
wurde das Leistungsspektrum im Bereich der Sicherheit
sukzessive ausgebaut. Das hierdurch aufgebaute
Kundenvertrauen spiegelt sich hierbei insbesondere in der
Sicherheit der Fahrgäste, Mitarbeiter und
Einrichtungen wieder. Dabei können sie sich auf
langjährige Branchenkenntnisse sowie auf das
souveräne und zuverlässige Auftreten des
Personals stets verlassen.
b) Sicherheit:
Neben Sicherheits- und Ordnungsdiensten an
Bahnhöfen und in Zügen begleitet die PTS die
Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben auch beim
Fahrkartenverkauf, bei der Fahrkartenkontrolle,
Fahrscheinprüfung oder der allgemeinen Kontrolle
Sicherheitskontrollen und sorgen so für sichere
Arbeitsbedingungen und geordnete Arbeitsabläufe.
c) Individuelle Serviceleistungen:
Dank der langjährigen Erfahrung und der
Erfolgsstrategie hat das Unternehmen ein gutes
Gespür dafür entwickelt, wie es die Kunden
über Reinigungs- und Sicherheitsaufgaben hinaus
unterstützen kann. Schon vor Leistungsbeginn
erarbeitet die PTS ein individuelles Konzept für ihre
Leistungen - welches verschiedenste Faktoren (wie
z. B.: Anzahl und Ausbildung der Mitarbeiter, Art der
Fahrzeuge, örtliche Besonderheiten bei
Betriebshöfen, Bahnhöfen, etc.)
berücksichtigt. Anschließend bilden ein
regelmäßiger Austausch mit den Kunden sowie
Rückmeldungen der Mitarbeiter die Basis zur
Weiterentwicklung der Kundenbeziehung, um
Arbeitsabläufe fortzuentwickeln und das
Leistungsangebot weiter zu optimieren.
So hat sich das Portfolio der PTS im Laufe der Jahre
stetig erweitert und umfasst mittlerweile auch verschiedene
Servicedienste rund um den ÖPNV und SPNV.
Eine Auswahl der Service-Leistungen der PTS umfasst:
· Graffitientfernung,
· Rangieren,
· Betriebsmittelergänzung,
· Logistische Sonderaufgaben,
· Betankung,
· Winterdienst,
· Wartungsleistungen,
· Präventionsmaßnahmen,
· Grünflächenpflege,
· etc.
Als Systemdienstleister passt die PTS ihre
Abläufe und Prozesse stets an die Bedürfnisse
ihrer Kunden an und versucht diese bestmöglich zu
ergänzen.
1.2
Nichtfinanzieller Leistungsindikator:
Qualitätsstandard und -sicherung
Seit 2004 ist die PTS als Spezialdienstleister
für Verkehrsunternehmen tätig. Es ist kein
Zufall, dass viele der Kunden der PTS in
Qualitätsrankings in der Kategorie "Zustand der
Fahrzeuge" bzw. "Sauberkeit" besonders gut abschneiden. Die
PTS hat ihre Leistungen im Laufe der Jahre stetig
verbessert und dabei verschiedene Erfolgsfaktoren
ausgearbeitet:
a)
Integrierte Kundenprozesse:
Im engen Austausch mit dem Kunden wird vor
Leistungsbeginn ein passgenaues Konzept für die
jeweiligen Reinigungs-, Sicherheits- oder
Servicedienstleistungen erstellt. Dabei passen sich die PTS
an Abläufe und Prozesse der Kunden an und greift
entweder auf bewährte Verfahren zurück oder
erstellt individuelle Konzepte. Diese werden durch einen
engen und regelmäßigen Austausch stetig
überprüft und angepasst. So lassen sich
Abläufe nicht nur kurzfristig ändern, sondern
auch langfristig optimieren.
b)
Konsequente Aus- und Weiterbildung:
Viele der Mitarbeiter sind schon seit Jahren für
das Unternehmen tätig. Alle haben die eigenen,
internen Schulungssysteme durchlaufen, die insbesondere
auch das Thema "Arbeitssicherheit" berücksichtigen.
Durch die multifunktionale Ausbildung beherrschen die
Mitarbeiter im Aufgabenfeld der Fahrzeugreinigung
(schienengebunden und straßengebunden) alle
Tätigkeiten - von der täglichen Reinigung
über die Grundreinigung bis hin zur Intensivreinigung.
Der Vorteil liegt hierbei in der flexiblen
Einsatzmöglichkeit der einzelnen Teams bei
kurzfristigem Bedarf.
c)
Transparente Leistungsübersicht:
Das von der PTS speziell entwickelte "Elektronische
Qualitätssicherungssystem für die
Transportmittelreinigung" sorgt für
größtmögliche Transparenz. Die PTS
überwacht und digitalisiert alle Abläufe und
Prozesse, wodurch die Kunden einen genauen Überblick
darüber erhalten, welche Leistungen an welchem
Standort durch die PTS erbracht wurden.
d)
Gelebte Nachhaltigkeit:
Das Unternehmen hat eigene Umwelt-Leitlinien
erstellt, die beispielsweise ausschließlich
energieeffiziente Reinigungsmaschinen, korrekte
Müllentsorgung durch Fachfirmen oder die Verwendung
umweltfreundlicher Reinigungsmittel vorsehen.
Gefahrstoffhaltige oder wassergefährdende
Reinigungschemie dürfen nur eingesetzt werden, wenn es
keine Alternative gibt. Selbstverständlich ist die PTS
auch nach DIN ISO 14001 für unser Umweltmanagement
zertifiziert.
e)
Dezentrale Ausführung - zentrale Steuerung:
Die Zentrale der PTS liegt seit der Sitzverlegung vom
25. Mai 2021 in Neuss (vorher: Essen; NRW). Hier
sitzt die Geschäftsführung und von hier werden
alle grundsätzlichen Entscheidungen getroffen. In den
Servicepoints in Frankfurt, Halberstadt, Pforzheim und
Sangerhausen liegt die regionale Verantwortung. Dort gibt
es direkte Ansprechpartner für die Kunden und für
die Mitarbeiter. So können Entscheidungen schnell,
effizient und entsprechend der lokalen Bedingungen
getroffen werden.
f)
Optimale Ausstattung:
Dienstkleidung, Reinigungschemie oder
Sicherheitsausstattung - damit die Mitarbeiter der PTS ihre
Arbeit professionell und effektiv erledigen können,
benötigen sie stets das richtige Equipment. Deshalb
befindet sich die PTS seit Jahren in engem Austausch mit
verschiedenen Herstellern und ist aktiv an der
Weiterentwicklung von Produkten beteiligt.
2. GESCHäFTVERLAUF UND LAGE DER
GESELLSCHAFT
Am 30. Juni 2021 musste das Konzernmutterunternehmen
Abellio GmbH, Berlin, Insolvenz aufgrund drohender
Zahlungsunfähigkeit anmelden. Als Hauptgründe
hierfür gab Abellio insbesondere Kostensteigerungen,
weniger Fahrgäste sowie viele Krankmeldungen und
Quarantäneanordnungen durch die Corona-Pandemie an.
Bereits vor der Insolvenz hatte das Unternehmen gefordert,
die Zuschüsse der Länder für den Bahnbetrieb
neu zu verhandeln. Die niederländische Staatsbahn
wollte demnach nur dann weiter liquide Mittel zur
Verfügung stellen, wenn eine Einigung mit den
Ländern erzielt würde. Aufgrund vergeblicher
Zuschussbewilligung der Länder konnte die Insolvenz
somit nicht abgewendet werden, wodurch mit Antragsstellung
vom 30. Juni 2021 für einen dreimonatigen
Zeitraum (Juli bis September 2021) das sog.
"Schutzschirmverfahren" eröffnet wurde. Dieses
verbindet grundsätzlich die vorläufige
Eigenverwaltung mit dem Ziel der frühzeitigen Vorlage
eines Insolvenzplans, um hierdurch eine Sanierung von
Unternehmen zu erleichtern.
Aufgrund der 100 %-igen Verflechtung mit der
Abellio GmbH musste auch die PTS GmbH zwangsläufig am
30. Juni 2021 ihrerseits Antrag auf Eröffnung des
Insolvenzfahrens über ihr Vermögen in
Eigenverwaltung stellen. Mit Beschluss vom
30. Juni 2021 des Amtsgericht Charlottenburg -
Insolvenzgericht - wurde Frau Rechtsanwältin Dr.
Stefanie Zulauf zur Sachwalterin bestellt (Az.: 36p IN
3491/21). Durch Beschluss vom 1. Oktober 2021 hat
das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über das
Vermögen der Gesellschaft eröffnet.
Unmittelbar nach Eröffnung des
Insolvenzverfahrens hat die Abellio GmbH den
Ergebnisabführungsvertrag (EAV) außerordentlich
gekündigt. Die Eintragung im Handelsregister ist am
29. November 2021 erfolgt.
Im Rahmen der Vorlage eines Insolvenzplans vom 30.
November 2021 hat die PTS gemäß
§ 218 InsO unter Mitwirkung der Sachwalterin
in Abstimmung mit einem neuen Investor auf der Grundlage
einer mit dem Investor geschlossenen Vereinbarung vom
12.11.2021 (UR-Nr. 1969/2021 des Notars Dr. Martin Mulert,
Hamburg) eine mögliche Übernahme ausgehandelt.
Hierdurch ergab sich die Möglichkeit der Fortsetzung
der Unternehmenstätigkeit für die PTS.
Gemäß Insolvenzplan soll eine Übernahme
aller Geschäftsanteile an der PTS durch die Waterside
B86. Verwaltungsgesellschaft mbH (künftig firmierend
unter: ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft
Deutschland GmbH), Berlin, unter Ausscheiden des bisherigen
Gesellschafters der Abellio GmbH, Berlin, erfolgen.
a) Ertragslage
Für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September
2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet. Die Zahlen
des aktuellen Rumpfgeschäftsjahres und die
Veränderungen der Aufwendungen und Erträge sind
somit mit dem zwölfmonatigen
Vorjahresgeschäftsjahr grundsätzlich nicht
vergleichbar.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis
30. September 2021 ist der Umsatz im Bereich der
Reinigung hochgerechnet auf 12 Monate um 8% gestiegen und
der Umsatz im Bereich der Sicherheit um -20,5 %
verschlechtert.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis
30. September 2021 konnten damit
Umsatzerlöse in Höhe von T€ 14.791
(Vorjahr: T€ 15.657) realisiert werden. Insgesamt
stieg damit die Gesamtleistung der PTS im
Rumpfgeschäftsjahr, gemessen an dem
zwölfmonatigen Vergleichszeitraum, um T€ 4.064
bzw. um 26 % an. Der erzielte Umsatzanstieg, gemessen
an dem neunmonatigen Vorjahresszeitraum, ist im
Wesentlichen durch zusätzliche Reinigungsaufträge
infolge der coronabedingt angestiegenen
Desinfektionsauflagen in den Verkehrsmitteln erzielt
worden. Darüber hinaus haben sich die
Umsatzerlöse im Bereich der Zugbegleitung von
T€ 564 um T€ +2.215 auf
T€ 2.779 fast verfünffacht.
Der Materialaufwand ist korrespondierend zu den
Umsatzerlösen im Rumpfgeschäftsjahr von
T€ 1.085 um +T€ 1.541 auf
T€ 2.626 gestiegen, wobei die Fremdleistungen,
gemessen an dem zwölfmonatigen Vergleichszeitraum, um
T€ 1.541 bzw. 292,4 % zugenommen haben. Der Anstieg
der Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren ist insbesondere darin
begründet, dass v. a. aufgrund der Nachfrage nach
Zugbegleitung Fremdleistungen in Form von Fremdpersonal
bezogen werden musste. Außerdem haben sich die Kosten
für Schutzkleidung, Desinfektions- und
Reinigungsmittel, Kontrollen beim Mundschutz coronabedingt
auf einem hohen Maß eingependelt. Hinzu kommt, dass
sich die Materialpreise bedingt durch die
Rohstoffverknappung temporär nochmals erheblich
erhöht haben. Bedingt durch Personalausfälle
insbesondere durch Corona mussten mehr Arbeiten ausgelagert
werden. Der Rohertrag (Gesamtleistung abzüglich
Materialaufwand) belief sich auf T€ 12.165 (Vorjahr:
T€ 14.572). Dieser ist jedoch aufgrund des
abweichenden Vergleichszeitraums nicht aussagekräftig
und damit der Höhe nach nicht vergleichbar.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom
1. Januar 2021 bis 30. September 2021
lagen die sonstigen betrieblichen Erträge bei T€
817 (Vorjahr: T€ 162), im Wesentlichen bedingt durch
die Auflösungen von sonstigen Personal- und
Pönalerückstellungen infolge der Insolvenz. Die
sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei
T€ 3.790 (Vorjahr: T€ 3.105). Der
Anstieg der Kosten um T€ +684 ist v. a. auf
die im Zusammenhang mit der Insolvenz einhergehenden
Sachwalter- und Beraterkosten zurückzuführen.
Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum
zwölfmonatigen Vorjahrszeitraum um T€ -1.848
auf T€ 9.269 gesunken.
Insgesamt ergibt sich ein Jahresergebnis von
T€ -270 vor Ergebnisabführung für das
Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis
zum 30. September 2021 (Vorjahr: T€ +433).
Dies entspricht einer Verschlechterung um
insgesamt -162,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Das Jahresergebnis ist jedoch aufgrund des abweichenden
Vergleichszeitraums sowie der Sondereffekte infolge des
Insolvenzverfahrens nicht aussagekräftig und damit
grundsätzlich nicht vergleichbar.
b) Vermögens- und Finanzlage
Die Gesamtvermögenswerte sind gegenüber dem
Vorjahr gesunken und belaufen sich am Ende des
Berichtszeitraums auf T€ 5.403 (Vorjahr:
T€ 5.847).
Das Anlagevermögen beläuft sich zum
Bilanzstichtag auf T€ 104 (Vorjahr: T€ 100).
Die Veränderung des Umlaufvermögens in
Höhe um T€ -505 auf T€ 5.242 (Vorjahr:
T€ 5.747) resultiert hauptsächlich aus dem
Anstieg bei den liquiden Mitteln und dem Rückgang der
Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die
Veränderung resultiert im Wesenltichen daraus, dass
die Forderungen im Verbundbereich per 31. Dezember 2020 in
Höhe von € 1,75 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr
1. Janaur bis zum 30. September 2021 vollständig
beglichen wurden.
Der Vorratsbestand ist im Rumpfgeschäftsjahr um
T€ -10 auf T€ 27 gesunken.
Das Eigenkapital der PTS beträgt
T€ 256 (Vorjahr: T€ 347) bei einer
auf 4,7 % gesunkenen Eigenkapitalquote
(Vorjahr: 5,9 %). Über die Gewinnverwendung
bzw. Einstellung in die Rücklagen wird
grundsätzlich in der Gesellschafterversammlung im
Folgejahr entschieden. Trotz der außerordentlichen
Kündigung des EAV durch die Abellio GmbH nach der
Eröffnung des Insolvenzverfahrens, erfolgt aus
zivilrechtlicher Sicht für das Jahresergebnis des
Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Januar 2021 bis
zum 30. September 2021 letztmalig eine
Ergebnisabführung. Aufgrund des erzielten
Jahresfehlbetrages vor EAV in Höhe von
T€ -270 bestünde grundsätzlich eine
Verlustausgleichsforderung gegen die Konzernmutter.
Angesichts der Insolvenz seitens der Muttergesellschaft
wurde diese Forderung jedoch in voller Höhe
einzelwertberichtigt. Aus diesem Grund wurde das
Jahresergebnis nach Ergebnisabführung in Höhe von
T€ -91 - entgegen dem Vorjahr - beim Eigenkapital
berücksichtigt.
Infolge der Kündigung des EAV und der daraus
resultierenden ertragsteuerlichen
selbstversteuerungspflicht hat die PTS
Steuerrückstellungen für den Zeitraum vom
1. Januar bis 30. September 2021 in
Höhe von T€ 81 gebildet (davon:
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag:
T€ 81; Gewerbsteuer: T€ 0). Des
Weiteren wurden Steuerrückstellungen für die
insolvenzrechtlichen Umsatzsteuerkorrekturen für die
Monate Januar bis September 2021 in Höhe von
T€ 113 gebildet.
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im
Wesentlichen zusammen aus sonstigen
Personalrückstellungen in Höhe von
T€ 381 (Vorjahr: T€ 406),
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in
Höhe von T€ 603
(Vorjahr: T€ 458) und Rückstellungen
für Prozesskosten im Zusammenhang mit dem
Insolvenzverfahren in Höhe von T€ 560
(Vorjahr: T€ 0). Die Rückstellungen
für ausstehende Rechnungen beinhalten v. a.
mögliche Minderleistungen in Form von
Pönalerückstellungen in Höhe von
T€ 314 (Vorjahr: T€ 197).
Es bestehen zum Bilanzstichtag
30. September 2021 ausschließlich
kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Der
kurzfristige Verschuldungsgrad von 2.010,5 %
(Vorjahr: 1.587,0 %) errechnet sich deshalb aus dem
Verhältnis von kurzfristigem Fremdkapital (inkl.
kurzfristiger Rückstellungen) zum Eigenkapital.
Der
Brutto-Cashflow in Höhe von T€ -212
(Vorjahr: T€ 891) ergibt sich aus dem
Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) von
T€ -270 sowie den Abschreibungen auf
Gegenstände des Anlagevermögens von
T€ +58. Der Rückgang des Brutto-Cashflows
resultiert im Wesentlichen aus dem gegenüber dem
Vorjahr um T€ -703 verschlechterten
Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung).
Der
Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit hat sich im Vergleich zum
Vorjahr von T€ 1.638 um T€ +2.738 auf
T€ 4.376 verbessert, resultierend im Wesentlichen
aus der Abnahme der Forderungen gegen verbundene
Unternehmen sowie der Abnahme der Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen. Sämtliche
Intercompany-Forderungen und -Verbindlichkeiten wurden bis
zum Bilanzstichtag 30. September 2021 auf
Konzernebene ausgeglichen.
Die Veränderung des
Cashflows aus der Investitionstätigkeit
spiegelt die Investitionen in verdoppelter Höhe zum
Vorjahr wider (1. Januar bis 30. September 2021:
T€ -61, 2020: T€ -28). Der Anstieg ist im
Wesentlichen bedingt durch die Anschaffung neuer Betriebs-
und Geschäftsausstattung infolge der Sitzverlegung von
Essen nach Neuss.
Der
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in
Höhe von T€ -2.041
(Vorjahr: T€ -41) beinhaltet im Wesentlichen
die Aufnahme und Tilgung von Intercompany-Darlehen und
Cashpool-Konten sowie Auszahlungen an Gesellschafter im
Wege der Verrechnung (1. Januar bis
30. September 2021: T€ -834, 2020: T€
2.062). Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis
30. September 2021 wurden sämtliche
Darlehensverbindlichkeiten im Intercompany-Bereich
vollständig getilgt bzw. vollständig verrechnet.
Unter Berücksichtigung des
Finanzmittelfonds am Ende der Periode in Höhe
von T€ 4.547 (Vorjahr: T€ 2.273) wird
die dargestellte Vermögens- und Finanzlage der
Gesellschaft von der Unternehmensführung vor dem
Hintergrund der Konzernstruktur und -zielsetzung als
geeignet angesehen, um die geplanten zukünftigen
operativen Erträge zu gewährleisten.
Die Gesellschaft war im abgelaufenen
Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren
finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
3. FINANZIELLE UND NICHT-FINANZIELLE
LEISTUNGSINDIKATOREN
a) Finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Analyse der finanziellen Leistungsindikatoren
für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis
30. September 2021 verweisen wir auf die oben
gemachten Ausführungen, zum Ausblick auf den
Prognosebericht.
Die wichtigsten Leistungsindikatoren sind die
Gesamtleistung und das Betriebsergebnis. Dabei ist die
Gesamtleistung insbesondere von dem Fortbestand der
langfristigen Reinigungs- und Sicherheitsverträge mit
verbundenen Unternehmen abhängig.
b) Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Teil der ständigen Überwachung ist die
Qualität der erbrachten Dienstleistungen im Sinne von
Qualitätskontrollen und -rankings. In diesem
Zusammenhang werden im regelmäßigen
Abständen mögliche Minderleistungen anhand von
Qualitätstestern analysiert und besprochen. Insgesamt
befinden sich die Rückstellungen für solche
Minderleistungen (Pönale) auf einem
branchenüblichen Niveau.
III. PROGNOSEBERICHT
Das vierte Quartal 2021 startet auftragsbezogen
weiterhin äußerst positiv; der Auftragsbestand
hat sich im Vergleich zum Vorjahr nochmal leicht
erhöht. Gespräche mit Kunden deuten auf eine
weitere Verbesserung zu Beginn des Jahres 2022 hin.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis
31. Januar 2022 konnten Umsatzerlöse in Höhe von
T€ 6.056 (Vorjahr: T€ 14.791) realisiert werden.
Der leichte Umsatzrückgang gemessen an dem
viermonatigen Vergleichszeitraum in Höhe von -7,87 %
ist im Wesentlichen auf insolvenzbedingte, stagnierende
Reinigungsaufträge sowie leicht rückläufige
coronabedingte Sonderreinigungs- und
Sicherheitsaufträge zurückzuführen.
Die Geschäftsführung erwartet aufgrund der
positiven Auftragssituation weiterhin positive
Jahresergebnisse.
Für das Rumpfgeschäftsjahr 1. Februar 2022
bis 31. Dezember 2022 liegt die Erwartung des
Betriebsergebnisses (EBIT) bei TEUR 0,2 Mio..
Da einige Verträge bis Ende 2023 und fast alle
aktuellen Verträge bis Ende 2024 auslaufen werden
liegt die Erwartung des Betriebsergebnisses (EBIT)
für 2023 bei TEUR 0,6 Mio., für 2024 bei
TEUR 0,5 Mio. und für 2025 bei TEUR 0,6 Mio..Im
Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren wird
die Sicherstellung des niedrigen Niveaus an
Minderleistungen (Pönale) angestrebt. Darüber
hinaus wird im Sinne einer nachhaltigen Produktion auch
weiterhin ein bewusster Umgang mit der Umwelt und
Ressourcen sowie die individualisierte
Mitarbeiterausbildung im Fokus stehen.
Im Bereich der nicht-finanziellen
Leistungsindikatoren wird die Sicherstellung des niedrigen
Niveaus an Minderleistungen (Pönale) angestrebt.
Darüber hinaus wird im Sinne einer nachhaltigen
Produktion auch weiterhin ein bewusster Umgang mit der
Umwelt und Ressourcen sowie die individualisierte
Mitarbeiterausbildung im Fokus stehen.
IV. WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN DER
KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Chancen der künftigen Entwicklung
Die Nachfrage an Reinigungs- und Sicherheits- und
individuellen Serviceleistungen wies in den letzten Jahren
ein stetiges Wachstum auf, das auch in den ersten drei
Quartalen des Jahres 2021 nicht nachgelassen hat.
Insbesondere durch die anhaltende Coronasituation ist die
Nachfrage an Leistungen in diesen Bereich weiterhin auf
einem sehr hohen Niveau.
Aufgrund dessen geht die PTS von einer Übernahme
aller Geschäftsanteile durch die Waterside B86.
Verwaltungsgesellschaft mbH (künftig firmierend unter:
ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft Deutschland
GmbH), Berlin, unter Ausscheiden des bisherigen
Gesellschafters der Abellio GmbH, Berlin, gemäß
dem Insolvenzplan aus.
Neue bzw. fortentwickelte Geschäftsfelder und
weitere individuellen Serviceleistungen im Zusammenhang
sollen weiter aufgebaut und verstärkt akquiriert
werden, insbesondere auch im Bereich der Zugbegleitung.
Risiken der künftigen Entwicklung
Zu den Hauptrisiken zählen insbesondere die hohe
Abhängigkeit von der allgemeinen Konjunkturentwicklung
sowie intensive Preiskämpfe am Markt. Darüber
hinaus können die nachstehenden spezifischen Risiken
der künftigen Entwicklung im Wege stehen:
·
Liquiditätsrisiko
Die Liquidität ist aufgrund der starken
Ertragslage weiterhin solide aufgestellt. Sie wird infolge
des erzielten Jahresergebnisses und der damit verbundenen
Auszahlung an den neuen Gesellschafter/Investor jedoch auch
stärker belastet. Kurzfristiger Finanzierungsbedarf
kann jederzeit über mögliche bestehende
Cashpoolingvereinbarungen mit dem Investor gedeckt und bei
Bedarf noch zusätzliche Fremdmittel in Form von
Darlehen aufgenommen werden. Der Fortbestand des
Unternehmens ist damit - trotz des Umstandes der Insolvenz
der PTS durch den Altgesellschafter - sichergestellt unter
der Prämisse der Umsetzung der im Insolvenzplan vom
30. November 2021 aufgestellten
Restrukturierungsmaßnahmen.
·
Beschaffungsmarktrisiken
Die von der PTS angebotenen Dienstleistungen
unterliegen nur in geringem Maße einem
Beschaffungsmarktrisiko. Mögliche Risiken bestehen in
der Ergebnisentwicklung, wenn sich die Marge bedingt durch
die Materialpreiserhöhungen stark verschlechtern
sollte.
·
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko bezieht sich hauptsächlich auf
das Kreditlimit der Kunden, das bestimmten
Bonitätsregeln und Genehmigungsprozessen unterliegt.
Das Kreditlimit der Kunden wird auf der Grundlage von
Warenkreditversicherungen, Kreditauskünften und des
bisherigen Zahlungsverhaltens festgelegt. Einzelne Risiken
werden über Sicherungsinstrumente wie Akkreditive oder
andere zahlungssichernde Dokumente gesichert.
Fazit
Es sind weder wirtschaftliche noch rechtliche
Bestandsgefährdungspotenziale zu erkennen. Ab dem
Jahre 2021 hat sich diese positive Marktentwicklung
für neue Projekte weiter fortgesetzt.
Der weiterhin positive Stand des Eigenkapital
einschließlich dem hohen Liquiditätsniveau sowie
die aktuelle Auftragslage stellen den Fortbestand des
Unternehmens somit sicher.
Neuss, den 7. Februar
2024
-
Christian Uhlig -
(Geschäftsführer der PTS GmbH, Neuss)
1 Branchenreport 2021. Reinigungsbetriebe - WZ-Code
81.2. Sparkassen-Finanzgruppe. Branchendienst, 2021
2 Branchenreport 2021. Reinigungsbetriebe - WZ-Code
81.2. Sparkassen-Finanzgruppe. Branchendienst, 2021
Bilanz
Aktiva
|
|
30.9.2021
EUR |
31.12.2020
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
103.772,00 |
100.267,00 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
667,00 |
2.061,00 |
| 1.
sonstige immaterielle
Vermögensgegenstände |
667,00 |
2.061,00 |
| II.
Sachanlagen |
103.105,00 |
98.206,00 |
| 1.
technische Anlagen und Maschinen |
59.213,00 |
76.262,00 |
| 2.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
43.892,00 |
21.944,00 |
| B.
Umlaufvermögen |
5.241.868,26 |
5.746.653,19 |
| I.
Vorräte |
27.231,05 |
36.426,57 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
667.529,82 |
3.437.013,42 |
| 1.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
0,00 |
1.753.264,14 |
| 2.
sonstige Vermögensgegenstände |
667.529,82 |
1.683.749,28 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
3.115,80 |
9.294,14 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
4.547.107,39 |
2.273.213,20 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
56.921,53 |
0,00 |
| Bilanzsumme,
Summe Aktiva |
5.402.561,79 |
5.846.920,19 |
Passiva
|
|
30.9.2021
EUR |
31.12.2020
EUR |
| A.
Eigenkapital |
255.776,87 |
346.592,07 |
| I.
gezeichnetes Kapital |
30.000,00 |
30.000,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
185.000,00 |
185.000,00 |
| III.
Gewinnrücklagen |
131.592,07 |
131.592,07 |
| IV.
Jahresfehlbetrag |
90.815,20 |
0,00 |
| B.
Rückstellungen |
1.879.746,68 |
1.961.007,88 |
| C.
Verbindlichkeiten |
3.267.038,24 |
3.539.320,24 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
0,00 |
2.462.251,05 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
0,00 |
2.462.251,05 |
| 2.
sonstige Verbindlichkeiten |
3.267.038,24 |
1.077.069,19 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
3.267.038,24 |
1.077.013,19 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
0,00 |
56,00 |
| Bilanzsumme,
Summe Passiva |
5.402.561,79 |
5.846.920,19 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2021 - 30.9.2021
EUR |
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
12.982.084,24 |
14.734.170,37 |
| 2.
Personalaufwand |
9.268.768,25 |
11.117.141,98 |
| a)
Löhne und Gehälter |
7.647.245,79 |
9.323.787,65 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
1.621.522,46 |
1.793.354,33 |
| 3.
Abschreibungen |
57.767,89 |
57.044,81 |
| a)
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
57.767,89 |
57.044,81 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
3.790.443,37 |
3.105.978,69 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
0,00 |
25.287,41 |
| davon
aus verbundenen Unternehmen |
0,00 |
18.507,41 |
| 6.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
50.531,50 |
41.835,75 |
| davon
an verbundene Unternehmen |
8.950,29 |
41.835,75 |
| 7.
Steuern vom Einkommen und Ertrag |
80.881,57 |
0,00 |
| 8.
Ergebnis nach Steuern |
-266.308,34 |
437.456,55 |
| 9.
sonstige Steuern |
3.430,00 |
4.694,00 |
| 10.
auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines
Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte
Gewinne |
-178.923,14 |
432.762,55 |
| Jahresfehlbetrag |
90.815,20 |
0,00 |
Anhang
PTS GmbH,
Neuss
des Jahresabschlusses für das
Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30.
September 2021
A. Allgemeine Angaben
Die PTS GmbH hat ihren Sitz in Neuss. Sie ist im
Handelsregister des Amtsgerichtes Neuss unter
HRB 21819 eingetragen.
Der Jahresabschluss der PTS GmbH, Neuss, wurde nach
den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter
Beachtung der Bestimmungen des GmbH-Gesetzes (GmbHG)
aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Gesellschaft ist nach den in
§ 267 Abs. 2 HGB bezeichneten
Größenklassen als mittelgroße
Kapitalgesellschaft einzustufen.
Unternehmensgegenstand ist die Erbringung von
Serviceleistungen im Bereich des öffentlichen
Personennahverkehrs (ÖPNV), vor allem in den Bereichen
Reinigung, Sicherheit und Ticketprüfung.
Die PTS GmbH hat am 30. Juni 2021 Antrag auf
Eröffnung des Insolvenzfahrens über ihr
Vermögen in Eigenverwaltung gestellt. Mit Beschluss
vom 30. Juni 2021 des Amtsgericht Charlottenburg
- Insolvenzgericht - wurde Frau Rechtsanwältin Dr.
Stefanie Zulauf zur Sachwalterin bestellt (Az.: 36p IN
3491/21). Durch Beschluss vom 1. Oktober 2021 hat
das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über das
Vermögen der Gesellschaft eröffnet.
Für die Zeit vom 1. Januar bis 30.
September 2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet.
Die Zahlen des aktuellen Rumpfgeschäftsjahres und die
Veränderungen der Aufwendungen und Erträge sind
mit dem zwölfmonatigen Vorjahresgeschäftsjahr
grundsätzlich nicht vergleichbar.
Die Gesellschaft ist Teil der Abellio-Gruppe, die von
der Abellio Transport Holding B.V. (ABTH), Utrecht,
Niederlande, bis zur Insolvenzantragstellung beherrrscht
wurde. An der Spitze der deutschen Gesellschaften steht die
Abellio GmbH, Berlin, ihr Konzern umfasst ihre
Tochtergesellschaften Abellio Rail GmbH (ABRN), Hagen,
Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH (ABRM), Halle (Saale),
Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB), Stuttgart,
Abellio Services GmbH (ABS), Berlin, Abellio Vertrieb GmbH
(ABV), Berlin, WestfalenBahn GmbH (WfB), Bielefeld, und PTS
GmbH (PTS), Neuss.
Zwischen der PTS GmbH und der Abellio GmbH ist am 6.
Oktober 2006 ein notariell beglaubigter Beherrrschungs- und
Ergebnisabführungsvertrag (EAV) abgeschlossen und
durch Änderungsvereinbarung am 13. Dezember 2013
geändert worden. Hierin ist die vollständige
Abführung von Gewinnen und zugleich die
Verlustübernahme an die Abellio GmbH gem.
§ 302 AktG geregelt. Unmittelbar nach
Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat die Abellio GmbH
den EAV außerordentlich gekündigt. Die
Eintragung im Handelsregister ist am
29. November 2021 erfolgt.
B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung wurden, unverändert gegenüber dem
Vorjahr, folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
angewandt:
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
werden zu Anschaffungskosten vermindert um
planmäßige Abschreibungen bewertet. Die
Abschreibungen werden linear über die
betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen. Hierbei
werden Nutzungsdauern von drei bis fünf Jahren
zugrunde gelegt.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten
angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige
Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden linear
über die voraussichtliche Nutzungsdauer vorgenommen.
Die Anlagenzugänge werden pro rata temporis
abgeschrieben, dabei werden Nutzungsdauern von drei bis
fünfzehn Jahren zugrunde gelegt.
Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) mit
Anschaffungskosten von € 250,00 bis zu € 800,00
sind zum Zeitpunkt des Zugangs als Aufwand erfasst worden.
Vorräte
Die Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe)
werden zu gleitenden Durchschnittspreisen bewertet.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände sind zum Nennwert
bilanziert. Ausfallrisiken wurde durch Einzel- und
Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.
Flüssige Mittel
Flüssige Mittel sind zum Nominalwert bilanziert.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für
die Ausgaben gebildet, die Aufwendungen für einen
bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen.
Dieser ist in Höhe der für Folgeperioden
vorausgezahlten Aufwendungen angesetzt.
Rückstellungen
Die Rückstellungen wurden entsprechend
§ 249 Abs. 1 HGB für ungewisse
Verbindlichkeiten gebildet. Sie erfassen alle am
Abschlussstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen
Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag
bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer
Beurteilung notwendig ist. Preis- und Kostensteigerungen
wurden berücksichtigt.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag
passiviert.
C. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und
Verlustrechnung
I. Bilanz
1. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist
im beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.
2. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen
betrafen im Vorjahr ausschließlich Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen.
3. Die sonstigen Vermögensgegenstände
haben in Höhe von T€ 3 (Vorjahr:
T€ 9) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
4. Das voll eingezahlte Stammkapital
beträgt unverändert T€ 30.
5. Die Steuerrückstellungen in Höhe von
insgesamt T€ 194 beinhalten die erwarteten noch
nicht veranlagten Umsatzsteuerkorrekturen für
September 2021 in Höhe von T€ 113.
Darüber hinaus wird die noch nicht veranlagte
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag
(T€ 81) und Gewerbesteuer (T€ 0)
für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September
2021 ausgewiesen.
6. Die sonstigen Rückstellungen enthalten im
Wesentlichen Verpflichtungen aus Pönalevereinbarungen
infolge von Minderreinigungsleistungen bei
Schienenfahrzeugen des ÖPNV in Höhe von
T€ 314 (Vorjahr: T€ 197).
Außerdem werden an die Gesellschaft erbrachte, aber
noch nicht abgerechnete Leistungen in Höhe von T€
289 (Vorjahr: T€ 261) ausgewiesen. Darüber
hinaus bestehen Verpflichtungen gegenüber der
Belegschaft in Höhe von T€ 381 (Vorjahr:
T€ 406) sowie Verpflichtungen aus dem
Insolvenzverfahren in Höhe von T€ 560
(Vorjahr: T€ 0).
7. Von den Verbindlichkeiten in Höhe von
T€ 3.267 beziehen sich T€ 3.267 auf eine
Restlaufzeit von unter einem Jahr.
8. Die Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen betrafen im Vorjahr sonstige
Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen.
9. Die Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten
gegenüber Gesellschaftern in Höhe von T€ 0
(Vorjahr: T€ 2.462).
10. Von den sonstigen Verbindlichkeiten
entfallen T€ 773 auf Verbindlichkeiten aus
Steuern. Zum Ende des Vorjahres waren es T€ 487.
11. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in
Höhe von T€ 430 (Vorjahr: T€ 0).
II. Gewinn- und Verlustrechnung
1. Die Umsatzlöse gliedern sich wie folgt auf
die Tätigkeitsbereiche auf:
|
09.2021
T€
|
2020
T€
|
Veränderung
T€
|
Erlöse Reinigung
|
4.481
|
5.789
|
-1.308
|
Erlöse Reinigung
verb. UN
|
6.753
|
8.078
|
-1.325
|
Erlöse
Sicherheit/Objektschutz
|
614
|
825
|
-211
|
Erlöse
Sicherheit/Objektschutz verb. UN
|
104
|
381
|
-277
|
Erlöse
Zugbegleitung verb. UN
|
2.779
|
564
|
+2.215
|
Erlöse
Ticketprüfung
|
0
|
64
|
-64
|
Fremdleistungen
Sicherheit/Objektschutz
|
48
|
0
|
+48
|
Fremdleistungen
Zugbegleitung
|
49
|
0
|
+49
|
Gewährte Skonti
|
-37
|
-44
|
+7
|
Gesamt
|
14.791
|
15.657
|
-866
|
Die Umsatzerlöse wurden in voller Höhe im
Inland erzielt.
2. Der Posten sonstige Zinsen und ähnliche
Erträge beinhaltet Zinsen aus verbundenen Unternehmen
in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 19).
3. Im Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen
werden Zinsen an Gesellschafter in Höhe von
T€ 9 (Vorjahr: T€ 42) ausgewiesen.
D. Sonstige Angaben
1. Konzernzugehörigkeit:
Zwischen der PTS GmbH und der Abellio GmbH, Berlin,
bestand in der Zeit vom 6. Oktober 2006 bis zum
30. September 2021 ein Beherrrschungs- und
Ergebnisabführungsvertrag (EAV), wodurch die
Gesellschaft in diesem Zeitraum in den Konzernabschluss der
Abellio-Gruppe miteinbezogen wurde. Unmittelbar nach
Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat die Abellio GmbH
mit der Nummer HRB 166446 B mit Sitz in Berlin, eingetragen
im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg
den EAV außerordentlich gekündigt. Die
Eintragung im Handelsregister ist am 29. November 2021
erfolgt.
2. Für die Monate Juli bis September 2021 wurden
die insolvenzgeldfähigen Gehaltsforderungen mit
Zustimmung der Agentur für Arbeit über
Insolvenzgeld finanziert. Die Insolvenzgeldvorfinanzierung
erfolgte über die National Bank AG.
3. Es bestehen nicht in der Bilanz ausgewiesene oder
vermerkte Verpflichtungen aus Miet- und
Leasingverträgen. Die Verpflichtungen aus bestehenden
Verträgen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf
T€ 482 (Vorjahr: T€ 274).
4. Darüber hinaus bestehen
Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB i.V.m.
§ 268 Abs. 7 HGB in Höhe von T€ 149
(Vorjahr: T€ 149) aus Kredit- und
Gewährleistungsbürgschaften.
5. Die Zahl der im Rumpfgeschäftsjahr vom 1.
Januar bis 30. September 2021 durchschnittlich
beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Bereich
|
Vollzeitbeschäftigte
|
|
Teilzeitbeschäftigte
|
Verwaltung
|
7
|
|
0
|
Reinigung
|
310
|
|
34
|
|
317
|
|
317
|
6. Mitglieder der
Geschäftsführung:Christian Uhlig, Hürth
Kaufmann
Auf die Angabe der Höhe der Gesamtbezüge
wurde nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
7. Gesamthonorar des Abschlussprüfers:
Das für das Rumpfgeschäftsjahr berechnete
Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt
T€ 50 und betrifft Aufwendungen für die
Prüfung des Jahresabschlusses.
8. Ergebnisverwendungsvorschlag: Die
Geschäftsführung schlägt der
Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss
auf neue Rechnung vorzutragen.
E. Nachtragsbericht
Im Rahmen der Vorlage eines Insolvenzplans vom 30.
November 2021 hat die PTS gemäß § 218 InsO
unter Mitwirkung der Sachwalterin in Abstimmung mit einem
neuen Investor auf der Grundlage einer mit dem Investor
geschlossenen Vereinbarung vom 12.11.2021 (UR-Nr. 1969/2021
des Notars Dr. Martin Mulert, Hamburg) eine mögliche
Übernahme ausgehandelt. Hierdurch ergab sich die
Möglichkeit der Fortsetzung der
Unternehmenstätigkeit für die PTS.
Gemäß Insolvenzplan soll eine Übernahme
aller Geschäftsanteile an der PTS durch die Waterside
B86. Verwaltungsgesellschaft mbH (künftig firmierend
unter: ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft
Deutschland GmbH - kurz: "ATH Rail"), Berlin, unter
Ausscheiden des bisherigen Gesellschafters der Abellio
GmbH, Berlin, erfolgen.
Das Ziel des Insolvenzplans nach § 1 InsO ist
folglich die bestmögliche Befriedigung der
Insolvenzgläubiger der PTS sowie der Erwerb des
Unternehmens durch den Investor zur Fortführung des
Geschäftsbetriebs.
Seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben
Investor, die PTS als Schuldnerin und die Sachwalterin ihre
Verhandlungen über eine Investorenvereinbarung zur
Umsetzung des Insolvenzplans und über ergänzende
Vereinbarungen zur Finanzierung der
Betriebsfortführung im eröffneten
Insolvenzverfahren fortgesetzt. Im Ergebnis dieser
Verhandlungen wurde die vorstehend beschriebene
Investorenvereinbarung geschlossen.
Der Insolvenzplan sieht die Übertragung
sämtlicher Geschäftsanteile an der PTS auf den
Investor vor. Eine Kompensation der Altgesellschafterin
für den Verlust ihrer Anteile ist nicht vorgesehen.
Der Investor ist eine Gesellschaft aus der
Unternehmensgruppe der Abellio Transport Holding B. V.,
Utrecht. Die Geschäftsanteile an der PTS können
zukünftig innerhalb dieser Unternehmensgruppe
jederzeit frei übertragen werden.
Am 30. Juni 2022 wurde eine vollumfängliche
Auskehrung der Basisquotenzahlungen an die nicht nachrangig
ungesicherten Insolvenzgläubiger in Höhe von
T€ 1.500 durch die Treuhänderin veranlasst. Die
sich hieraus ergebende Basisquote lag bei rund 41,08 %,
somit über zehn Prozentpunkte über der im
Insolvenzplan angestrebten Basisquote von 31,0 %. Hieraus
ableitend wird ebenfalls eine höhere quotale
Auskehrung in Bezug auf die im Rahmen des Insolvenzplans
angestrebte Besserungsquote von 38,5 % erwartet. Mit Stand
zu Beginn des Jahres 2024 ist davon auszugehen, dass mit
der Auskehrung der Besserungsquote auch die nicht
nachrangig ungesicherten Insolvenzgläubiger
vollumfänglich befriedigt werden können und der
Insolvenzplan damit gänzlich - wie geplant - vollzogen
wird.
Neuss, den
7. Februar 2024
-
Christian Uhlig -
(Geschäftsführer der PTS GmbH, Neuss)
Anlagespiegel
Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis
30. September 2021
(Anlagenspiegel)
|
|
Anschaffungs- und Herstellungskosten
|
|
|
|
Stand
|
|
|
Stand
|
|
|
01.01.2021
|
Zugänge
|
Abgänge
|
30.09.2021
|
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
| I. |
Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
|
|
Entgeltlich
erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte
|
35.599,09
|
0,00
|
0,00
|
35.599,09
|
| II. |
Sachanlagen
|
|
|
|
|
| 1. |
Technische
Anlagen und Maschinen
|
212.901,74
|
836,50
|
0,00
|
213.738,24
|
| 2. |
Andere
Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
261.449,47
|
60.436,39
|
0,00
|
321.885,86
|
|
|
474.351,21
|
61.272,89
|
0,00
|
535.624,10
|
|
|
509.950,30
|
61.272,89
|
0,00
|
571.223,19
|
|
|
Kumulierte Abschreibungen
|
|
|
|
|
Stand
|
|
|
Stand
|
|
|
01.01.2021
|
Zugänge
|
Abgänge
|
30.09.2021
|
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
| I. |
Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
|
|
Entgeltlich erworbene
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
|
33.538,09
|
1.394,00
|
0,00
|
34.932,09
|
| II. |
Sachanlagen
|
136.639,74
|
17.885,50
|
0,00
|
154.525,24
|
| 1. |
Technische Anlagen und
Maschinen
|
239.505,47
|
38.488,39
|
0,00
|
277.993,86
|
| 2. |
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
376.145,21
|
56.373,89
|
0,00
|
432.519,10
|
|
|
409.683,30
|
57.767,89
|
0,00
|
467.451,19
|
|
|
Buchwerte
|
|
|
Stand
|
Stand
|
|
|
30.09.2021
|
31.12.2020
|
|
|
€
|
€
|
| I. |
Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
Entgeltlich erworbene
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
|
667,00
|
2.061,00
|
| II. |
Sachanlagen
|
59.213,00
|
76.262,00
|
| 1. |
Technische Anlagen und
Maschinen
|
43.892,00
|
21.944,00
|
| 2. |
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
103.105,00
|
98.206,00
|
|
|
103.772,00
|
100.267,00
|
Bericht des Aufsichtsrats
n/a
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 09.02.2024 festgestellt.
Bestätigungsvermerk
des unabhängigen Abschlussprüfers
An die PTS GmbH
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der PTS GmbH, Neuss
-bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2021 und
der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30.
September 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der
Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
-geprüft. Darüber hinaus haben wir den
Lagebericht der PTS GmbH für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss
in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30.
September 2021 sowie ihrer Ertragslage für das
Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30.
September 2021 und
• vermittelt der beigefügte Lagebericht
insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen
Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Überein- stimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahres- abschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrecht- lichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Ver- mögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmens- tätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahres- abschluss als
Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungs-
vermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
• identifizieren und beurteilen wir die Risiken
wesentlicher - beabsichtigter oder
unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken
durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
ist bei Verstößen höher als bei
Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen
beinhalten können;
• gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses
relevanten internen Kontrollsystem und den für
die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen
und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen,
die unter den gegebenen Umständen angemessen sind,
jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
• beurteilen wir die Angemessenheit der von den
gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte und damit zusammen-
hängenden Angaben;
• ziehen wir Schlussfolgerungen über die
Angemessenheit des von den
gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann;
• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den
Aufbau und den Inhalt des
Jahresabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt,
dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts
mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das
von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
• führen wir Prüfungshandlungen zu den
von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere
die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfest- stellungen,
einschließlich etwaiger Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung
feststellen.
Berlin, 8. Februar 2024
EY
GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
von
Michaelis
Wirtschaftsprüfer
Marsel
Wirtschaftsprüfer
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