Stammdaten

Register
Amtsgericht Neuss HRB 21819
Eingetragen
13.7.2021
Branche
Reinigung von VerkehrsmittelnBetrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich OmnibusbahnhöfenPersonenbeförderung im Linienverkehr auf der Straße
Gegenstand
Die Erbringung von Serviceleistungen im Bereich des ÖPNV. Dies erfolgt vor allem in den Bereichen Reinigung, Sicherheit und Ticketprüfungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sabine Hummes
seit 2.12.2022
Prokura
Christian Uhlig
seit 5.11.2021
Liquidator

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PTS GmbH

Neuss

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 30.09.2021

Lagebericht


PTS GmbH, Neuss, Deutschland

Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. September 2021

I.  GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS
1. GESCHäFTSMODELL DES UNTERNEHMENS
Die PTS GmbH (nachfolgend auch "PTS" oder "Unternehmen" genannt) hat ihren eingetragenen Firmensitz in Neuss (Essen; bis 25. Mai 2021). Die Geschäftsadresse lautet Fuggerstraße 7 in 41468 Neuss (Tenderweg 2 in 45141 Essen; bis 25. Mai 2021). Das Unternehmen ist nach den in § 267 Abs. 2 HGB bezeichneten Größenklassen als mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen.
Die Gesellschaft ist Teil der Abellio-Gruppe, die von der Abellio Transport Holding B.V. (ABTH), Utrecht, bis zur Insolvenzantragstellung beherrrscht wurde. An der Spitze der deutschen Gesellschaften steht die Abellio GmbH, Berlin, ihr Konzern umfasst ihre Tochtergesellschaften Abellio Rail GmbH (ABRN), Hagen, Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH (ABRM), Halle (Saale), Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB), Stuttgart, Abellio Services GmbH (ABS), Berlin, Abellio Vertrieb GmbH (ABV), Berlin, WestfalenBahn GmbH (WfB), Bielefeld, und PTS GmbH (PTS), Essen.
Zwischen der PTS GmbH und der Abellio GmbH ist am 6. Oktober 2006 ein notariell beglaubigter Beherrrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag (EAV) abgeschlossen und durch Änderungsvereinbarung am 13. Dezember 2013 geändert worden. Hierin ist die vollständige Abführung von Gewinnen und zugleich die Verlustübernahme an die Abellio GmbH gem. § 302 AktG geregelt.
Der Jahresabschluss der PTS wird aufgrund der Beteiligungsverhältnisse unmittelbar in den Konzernabschluss der Abellio GmbH, Berlin, miteinbezogen.
Für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet.
Unternehmensgegenstand ist die Erbringung von Serviceleistungen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), vor allem in den Bereichen Reinigung, Sicherheit und Ticketprüfung.
Als 100-prozentige Tochter der Abellio GmbH ist die PTS für alle Linien und Netze der Abellio-Standorte in Nordrhein-Westfalen, Mitteldeutschland und Baden-Württemberg sowie für die Westfalenbahn tätig. Zudem arbeitet das Unternehmen für weitere, externe Auftraggeber wie National Express, Kölner Verkehrsbetriebe, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Siemens Mobility GmbH oder Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).
Die Tätigkeitsschwerpunkte umfassen im Wesentlichen Reinigungs- und Sicherheitsleistungen. Darüber hinaus erbringt die PTS als Systemdienstleister auch individuelle Serviceleistungen für ihre Kunden aus dem ÖPNV und SPNV.
2. NIEDERLASSUNGEN
Die PTS GmbH hat ihren Hauptsitz in Neuss (Essen; bis 25. Mai 2021), hier schlägt das Herz des Unternehmens. Nichtsdestotrotz werden viele Entscheidungen auch vor direkt Ort getroffen - dezentral an den sogenannten "Servicepoints" in Pforzheim, Frankfurt, Halberstadt und Sangerhausen. Dort gibt es direkte Ansprechpartner für die Kunden und Mitarbeiter der PTS. Hierdurch können Entscheidungen schnell und entsprechend der lokalen Bedingungen getroffen werden.

II.  WIRTSCHAFTSBERICHT
1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN
Laut Branchenreport Reinigungsbetriebe 1 steht auch das Jahr 2021 noch ganz im Zeichen von COVID-19. Zwar läuft die Fertigung im Produzierenden Gewerbe wieder weitestgehend auf altem Niveau und auch der Einzelhandel konnte wieder öffnen, aber auch nach dem Ende der Home-Office-Pflicht sind viele Unternehmen noch nicht zum ursprünglichen Bürobetrieb zurückgekehrt. Der ÖPNV, die Gastronomie oder auch die Messe- und Eventbranche sind ebenfalls weit von ihrem Vorkrisen-Niveau entfernt, was sich aufgrund geringerer Nachfrage auch direkt auf die Reinigungs- branche auswirkt.
Im Jahr 2020 mussten die erfolgsverwöhnten Branchenunternehmen einen Umsatzrückgang von -1,1% hinnehmen. Auch die Beschäftigtenzahl war um -2,1% rückläufig, während die Zahl der Betriebe leicht zugelegt hat. Für das Jahr 2021 zeichnet sich nach ersten Umfragen und Zahlen eine deutliche Entspannung der Lage mit zu erwartenden Umsatzzuwächsen ab. 2
In der Reinigungsbranche herrscht weiterhin ein massiver Verdrängungswettbewerb. Die Konsolidierung durch Übernahmen, insbesondere bei den großen Marktteilnehmern, scheint allerdings durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zumindest temporär gestoppt zu sein. Die Vergabe von Aufträgen wird in vielen Bereichen aber nach wie vor über Preiskämpfe entschieden, sodass kaum hohe Margen möglich sind. Um sich auf dem hart umkämpften Reinigungsmarkt behaupten zu können, wählen die Branchenunternehmen meist unterschiedliche Strategien. Manche weichen auf neue Geschäftsfelder aus oder expandieren bundesweit oder international. An Bedeutung gewinnen deshalb umfassendere Leistungsangebote und gebündelte Services, etwa mit individuellen (Service-)Dienstleistungen in der Fahrzeugbetreuung und Lösungen aus einer Hand. Dort können aufgrund von niedrigen Markteintrittsbarrieren durchaus auch kleine und mittlere Reinigungsunternehmen am Markt bestehen. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Reinigungsbranche ebenfalls weiter an Bedeutung, auch als Differenzierungsmöglichkeit im Wettbewerb. Aktuell weist die "Reinigung von Verkehrsmitteln" insgesamt geringe Nachhaltigkeitsrisiken auf (Note B im S-ESG-Score).
Seit ihrer Gründung ist die PTS (Public Transport Service) GmbH kontinuierlich auf Wachstumskurs. Das Erfolgsrezept der PTS liegt darin, dass Sie als Systemdienstleister alle Leistungen aus einer Hand anbieten kann. Zu den Kernbereichen zählen: Reinigung, Sicherheit und individuelle Serviceleistungen. Aufgrund langjähriger branchenspezifischer Erfahrung kennt die PTS die Herausforderungen von Verkehrsbetrieben im Alltag und bietet ihren Kunden dadurch zuverlässige Lösungen und innovative Konzepte in allen Leistungsbereichen an.
Die Mitarbeiter der PTS sind kundenspezifisch geschult und verfügen über das entsprechende branchenspezifische Know-how. Zudem sind sie bestmöglich ausgestattet, wodurch die PTS seit Jahren erfolgreich mit bewährten Partnern aus den Bereichen: Sicherheitsausstattung, Reinigungschemie oder Technik zusammenarbeitet.
Egal, ob Bus oder Bahn, Straße oder Schiene - Fahrgäste wollen nicht nur pünktlich ankommen, sie wollen sich auch wohlfühlen. Die Qualität von ÖPNV- und SPNV-Angeboten wird deshalb maßgeblich durch die Sauberkeit der Fahrzeuge und der Haltestellen/Bahnhöfe geprägt.
Als Partner und Systemdienstleister für Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland liefert die PTS Lösungen und innovative Reinigungskonzepte ·  für schienen- und straßengebundene Verkehrsmittel (IC/ICE, Triebwagen, Lokomotiven, U-Bahnen, Straßenbahnen, Stadtbahnen, KOM etc.), ·  für Bahnhöfe und Haltestellen und ·  für Betriebsanlagen und -gebäude (Werkstätten, Verwaltung, Kundencenter etc.).
1.1    LEISTUNGSBEREICHE
a) Reinigung:
Die PTS GmbH wurde als Spezialdienstleister für Verkehrsmittelreinigung gegründet, im Laufe der Jahre wurde das Leistungsspektrum im Bereich der Sicherheit sukzessive ausgebaut. Das hierdurch aufgebaute Kundenvertrauen spiegelt sich hierbei insbesondere in der Sicherheit der Fahrgäste, Mitarbeiter und Einrichtungen wieder. Dabei können sie sich auf langjährige Branchenkenntnisse sowie auf das souveräne und zuverlässige Auftreten des Personals stets verlassen.
b) Sicherheit:
Neben Sicherheits- und Ordnungsdiensten an Bahnhöfen und in Zügen begleitet die PTS die Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben auch beim Fahrkartenverkauf, bei der Fahrkartenkontrolle, Fahrscheinprüfung oder der allgemeinen Kontrolle Sicherheitskontrollen und sorgen so für sichere Arbeitsbedingungen und geordnete Arbeitsabläufe.

c)   Individuelle Serviceleistungen:
Dank der langjährigen Erfahrung und der  Erfolgsstrategie hat das Unternehmen ein gutes Gespür dafür entwickelt, wie es die Kunden über Reinigungs- und Sicherheitsaufgaben hinaus unterstützen kann. Schon vor Leistungsbeginn erarbeitet die PTS ein individuelles Konzept für ihre Leistungen - welches verschiedenste Faktoren (wie z. B.: Anzahl und Ausbildung der Mitarbeiter, Art der Fahrzeuge, örtliche Besonderheiten bei Betriebshöfen, Bahnhöfen, etc.) berücksichtigt. Anschließend bilden ein regelmäßiger Austausch mit den Kunden sowie Rückmeldungen der Mitarbeiter die Basis zur Weiterentwicklung der Kundenbeziehung, um Arbeitsabläufe fortzuentwickeln und das Leistungsangebot weiter zu optimieren.
So hat sich das Portfolio der PTS im Laufe der Jahre stetig erweitert und umfasst mittlerweile auch verschiedene Servicedienste rund um den ÖPNV und SPNV.
Eine Auswahl der Service-Leistungen der PTS umfasst:
·  Graffitientfernung, ·  Rangieren, ·  Betriebsmittelergänzung, ·  Logistische Sonderaufgaben, ·  Betankung, ·  Winterdienst, ·  Wartungsleistungen, ·  Präventionsmaßnahmen, ·  Grünflächenpflege, ·  etc.
Als Systemdienstleister passt die PTS ihre Abläufe und Prozesse stets an die Bedürfnisse ihrer Kunden an und versucht diese bestmöglich zu ergänzen.
1.2       Nichtfinanzieller Leistungsindikator: Qualitätsstandard und -sicherung
Seit 2004 ist die PTS als Spezialdienstleister für Verkehrsunternehmen tätig. Es ist kein Zufall, dass viele der Kunden der PTS in Qualitätsrankings in der Kategorie "Zustand der Fahrzeuge" bzw. "Sauberkeit" besonders gut abschneiden. Die PTS hat ihre Leistungen im Laufe der Jahre stetig verbessert und dabei verschiedene Erfolgsfaktoren ausgearbeitet:
a)  Integrierte Kundenprozesse:
Im engen Austausch mit dem Kunden wird vor Leistungsbeginn ein passgenaues Konzept für die jeweiligen Reinigungs-, Sicherheits- oder Servicedienstleistungen erstellt. Dabei passen sich die PTS an Abläufe und Prozesse der Kunden an und greift entweder auf bewährte Verfahren zurück oder erstellt individuelle Konzepte. Diese werden durch einen engen und regelmäßigen Austausch stetig überprüft und angepasst. So lassen sich Abläufe nicht nur kurzfristig ändern, sondern auch langfristig optimieren.
b)  Konsequente Aus- und Weiterbildung:
Viele der Mitarbeiter sind schon seit Jahren für das Unternehmen tätig. Alle haben die eigenen, internen Schulungssysteme durchlaufen, die insbesondere auch das Thema "Arbeitssicherheit" berücksichtigen. Durch die multifunktionale Ausbildung beherrschen die Mitarbeiter im Aufgabenfeld der Fahrzeugreinigung (schienengebunden und straßengebunden) alle Tätigkeiten - von der täglichen Reinigung über die Grundreinigung bis hin zur Intensivreinigung. Der Vorteil liegt hierbei in der flexiblen Einsatzmöglichkeit der einzelnen Teams bei kurzfristigem Bedarf.
c)  Transparente Leistungsübersicht:
Das von der PTS speziell entwickelte "Elektronische Qualitätssicherungssystem für die Transportmittelreinigung" sorgt für größtmögliche Transparenz. Die PTS überwacht und digitalisiert alle Abläufe und Prozesse, wodurch die Kunden einen genauen Überblick darüber erhalten, welche Leistungen an welchem Standort durch die PTS erbracht wurden.
d)  Gelebte Nachhaltigkeit:
Das Unternehmen hat eigene Umwelt-Leitlinien erstellt, die beispielsweise ausschließlich energieeffiziente Reinigungsmaschinen, korrekte Müllentsorgung durch Fachfirmen oder die Verwendung umweltfreundlicher Reinigungsmittel vorsehen. Gefahrstoffhaltige oder wassergefährdende Reinigungschemie dürfen nur eingesetzt werden, wenn es keine Alternative gibt. Selbstverständlich ist die PTS auch nach DIN ISO 14001 für unser Umweltmanagement zertifiziert.
e)  Dezentrale Ausführung - zentrale Steuerung:
Die Zentrale der PTS liegt seit der Sitzverlegung vom 25. Mai 2021 in Neuss (vorher: Essen; NRW). Hier sitzt die Geschäftsführung und von hier werden alle grundsätzlichen Entscheidungen getroffen. In den Servicepoints in Frankfurt, Halberstadt, Pforzheim und Sangerhausen liegt die regionale Verantwortung. Dort gibt es direkte Ansprechpartner für die Kunden und für die Mitarbeiter. So können Entscheidungen schnell, effizient und entsprechend der lokalen Bedingungen getroffen werden.
f)  Optimale Ausstattung:
Dienstkleidung, Reinigungschemie oder Sicherheitsausstattung - damit die Mitarbeiter der PTS ihre Arbeit professionell und effektiv erledigen können, benötigen sie stets das richtige Equipment. Deshalb befindet sich die PTS seit Jahren in engem Austausch mit verschiedenen Herstellern und ist aktiv an der Weiterentwicklung von Produkten beteiligt.

2. GESCHäFTVERLAUF UND LAGE DER GESELLSCHAFT
Am 30. Juni 2021 musste das Konzernmutterunternehmen Abellio GmbH, Berlin, Insolvenz aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit anmelden. Als Hauptgründe hierfür gab Abellio insbesondere Kostensteigerungen, weniger Fahrgäste sowie viele Krankmeldungen und Quarantäneanordnungen durch die Corona-Pandemie an. Bereits vor der Insolvenz hatte das Unternehmen gefordert, die Zuschüsse der Länder für den Bahnbetrieb neu zu verhandeln. Die niederländische Staatsbahn wollte demnach nur dann weiter liquide Mittel zur Verfügung stellen, wenn eine Einigung mit den Ländern erzielt würde. Aufgrund vergeblicher Zuschussbewilligung der Länder konnte die Insolvenz somit nicht abgewendet werden, wodurch mit Antragsstellung vom 30. Juni 2021 für einen dreimonatigen Zeitraum (Juli bis September 2021) das sog. "Schutzschirmverfahren" eröffnet wurde. Dieses verbindet grundsätzlich die vorläufige Eigenverwaltung mit dem Ziel der frühzeitigen Vorlage eines Insolvenzplans, um hierdurch eine Sanierung von Unternehmen zu erleichtern.
Aufgrund der 100 %-igen Verflechtung mit der Abellio GmbH musste auch die PTS GmbH zwangsläufig am 30. Juni 2021 ihrerseits Antrag auf Eröffnung des Insolvenzfahrens über ihr Vermögen in Eigenverwaltung stellen. Mit Beschluss vom 30. Juni 2021 des Amtsgericht Charlottenburg - Insolvenzgericht - wurde Frau Rechtsanwältin Dr. Stefanie Zulauf zur Sachwalterin bestellt (Az.: 36p IN 3491/21). Durch Beschluss vom 1. Oktober 2021 hat das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet.
Unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat die Abellio GmbH den Ergebnisabführungsvertrag (EAV) außerordentlich gekündigt. Die Eintragung im Handelsregister ist am 29. November 2021 erfolgt.
Im Rahmen der Vorlage eines Insolvenzplans vom 30. November 2021 hat die PTS gemäß § 218 InsO unter Mitwirkung der Sachwalterin in Abstimmung mit einem neuen Investor auf der Grundlage einer mit dem Investor geschlossenen Vereinbarung vom 12.11.2021 (UR-Nr. 1969/2021 des Notars Dr. Martin Mulert, Hamburg) eine mögliche Übernahme ausgehandelt. Hierdurch ergab sich die Möglichkeit der Fortsetzung der Unternehmenstätigkeit für die PTS. Gemäß Insolvenzplan soll eine Übernahme aller Geschäftsanteile an der PTS durch die Waterside B86. Verwaltungsgesellschaft mbH (künftig firmierend unter: ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH), Berlin, unter Ausscheiden des bisherigen Gesellschafters der Abellio GmbH, Berlin, erfolgen.
a) Ertragslage
Für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet. Die Zahlen des aktuellen Rumpfgeschäftsjahres und die Veränderungen der Aufwendungen und Erträge sind somit mit dem zwölfmonatigen Vorjahresgeschäftsjahr grundsätzlich nicht vergleichbar.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 ist der Umsatz im Bereich der Reinigung hochgerechnet auf 12 Monate um 8% gestiegen und der Umsatz im Bereich der Sicherheit um -20,5 % verschlechtert.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 konnten damit Umsatzerlöse in Höhe von T€ 14.791 (Vorjahr: T€ 15.657) realisiert werden. Insgesamt stieg damit die Gesamtleistung der PTS im Rumpfgeschäftsjahr, gemessen an dem zwölfmonatigen Vergleichszeitraum, um T€ 4.064 bzw. um 26 % an. Der erzielte Umsatzanstieg, gemessen an dem neunmonatigen Vorjahresszeitraum,  ist im Wesentlichen durch zusätzliche Reinigungsaufträge infolge der coronabedingt angestiegenen Desinfektionsauflagen in den Verkehrsmitteln erzielt worden. Darüber hinaus haben sich die Umsatzerlöse im Bereich der Zugbegleitung von T€ 564 um T€ +2.215 auf T€ 2.779 fast verfünffacht.
Der Materialaufwand ist korrespondierend zu den Umsatzerlösen im Rumpfgeschäftsjahr von T€ 1.085 um +T€ 1.541 auf T€ 2.626 gestiegen, wobei die Fremdleistungen, gemessen an dem zwölfmonatigen Vergleichszeitraum, um T€ 1.541 bzw. 292,4 % zugenommen haben. Der Anstieg der Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren ist insbesondere darin begründet, dass v. a. aufgrund der Nachfrage nach Zugbegleitung Fremdleistungen in Form von Fremdpersonal bezogen werden musste. Außerdem haben sich die Kosten für Schutzkleidung, Desinfektions- und Reinigungsmittel, Kontrollen beim Mundschutz coronabedingt auf einem hohen Maß eingependelt. Hinzu kommt, dass sich die Materialpreise bedingt durch die Rohstoffverknappung temporär nochmals erheblich erhöht haben. Bedingt durch Personalausfälle insbesondere durch Corona mussten mehr Arbeiten ausgelagert werden. Der Rohertrag (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) belief sich auf T€ 12.165 (Vorjahr: T€ 14.572). Dieser ist jedoch aufgrund des abweichenden Vergleichszeitraums nicht aussagekräftig und damit der Höhe nach nicht vergleichbar.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 lagen die sonstigen betrieblichen Erträge bei T€ 817 (Vorjahr: T€ 162), im Wesentlichen bedingt durch die Auflösungen von sonstigen Personal- und Pönalerückstellungen infolge der Insolvenz. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei T€ 3.790 (Vorjahr: T€ 3.105). Der Anstieg der Kosten um T€ +684 ist v. a. auf die im Zusammenhang mit der Insolvenz einhergehenden Sachwalter- und Beraterkosten zurückzuführen.
Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum zwölfmonatigen Vorjahrszeitraum um T€ -1.848 auf T€ 9.269 gesunken.
Insgesamt ergibt sich ein Jahresergebnis von T€ -270 vor Ergebnisabführung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2021 (Vorjahr: T€ +433). Dies entspricht einer Verschlechterung um insgesamt -162,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Jahresergebnis ist jedoch aufgrund des abweichenden Vergleichszeitraums sowie der Sondereffekte infolge des Insolvenzverfahrens nicht aussagekräftig und damit grundsätzlich nicht vergleichbar.

b) Vermögens- und Finanzlage
Die Gesamtvermögenswerte sind gegenüber dem Vorjahr gesunken und belaufen sich am Ende des Berichtszeitraums auf T€ 5.403 (Vorjahr: T€ 5.847).
Das Anlagevermögen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf T€ 104 (Vorjahr: T€ 100).
Die Veränderung des Umlaufvermögens in Höhe um T€ -505 auf T€ 5.242 (Vorjahr:
T€ 5.747) resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg bei den liquiden Mitteln und dem Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Veränderung resultiert im Wesenltichen daraus, dass die Forderungen im Verbundbereich per 31. Dezember 2020 in Höhe von € 1,75 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 1. Janaur bis zum 30. September 2021 vollständig beglichen wurden.
Der Vorratsbestand ist im Rumpfgeschäftsjahr um T€ -10 auf T€ 27 gesunken.
Das Eigenkapital der PTS beträgt T€ 256 (Vorjahr: T€ 347) bei einer auf 4,7 % gesunkenen Eigenkapitalquote (Vorjahr: 5,9 %). Über die Gewinnverwendung bzw. Einstellung in die Rücklagen wird grundsätzlich in der Gesellschafterversammlung im Folgejahr entschieden. Trotz der außerordentlichen Kündigung des EAV durch die Abellio GmbH nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, erfolgt aus zivilrechtlicher Sicht für das Jahresergebnis des Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2021 letztmalig eine Ergebnisabführung. Aufgrund des erzielten Jahresfehlbetrages vor EAV in Höhe von T€ -270 bestünde grundsätzlich eine Verlustausgleichsforderung gegen die Konzernmutter. Angesichts der Insolvenz seitens der Muttergesellschaft wurde diese Forderung jedoch in voller Höhe einzelwertberichtigt. Aus diesem Grund wurde das Jahresergebnis nach Ergebnisabführung in Höhe von T€ -91 - entgegen dem Vorjahr - beim Eigenkapital berücksichtigt.
Infolge der Kündigung des EAV und der daraus resultierenden ertragsteuerlichen selbstversteuerungspflicht hat die PTS Steuerrückstellungen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2021 in Höhe von T€ 81 gebildet (davon: Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag: T€ 81; Gewerbsteuer: T€ 0). Des Weiteren wurden Steuerrückstellungen für die insolvenzrechtlichen Umsatzsteuerkorrekturen für die Monate Januar bis September 2021 in Höhe von T€ 113 gebildet.
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus sonstigen Personalrückstellungen in Höhe von T€ 381 (Vorjahr: T€ 406), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von T€ 603 (Vorjahr: T€ 458) und Rückstellungen für Prozesskosten im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren in Höhe von T€ 560 (Vorjahr: T€ 0). Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen beinhalten v. a. mögliche Minderleistungen in Form von Pönalerückstellungen in Höhe von T€ 314 (Vorjahr: T€ 197).
Es bestehen zum Bilanzstichtag 30. September 2021 ausschließlich kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Der kurzfristige Verschuldungsgrad von 2.010,5 % (Vorjahr: 1.587,0 %) errechnet sich deshalb aus dem Verhältnis von kurzfristigem Fremdkapital (inkl. kurzfristiger Rückstellungen) zum Eigenkapital.
Der Brutto-Cashflow in Höhe von T€ -212 (Vorjahr: T€ 891) ergibt sich aus dem Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) von T€ -270 sowie den Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens von T€ +58. Der Rückgang des Brutto-Cashflows resultiert im Wesentlichen aus dem gegenüber dem Vorjahr um T€ -703 verschlechterten Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung).
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr von T€ 1.638 um T€ +2.738 auf T€ 4.376 verbessert, resultierend im Wesentlichen aus der Abnahme der Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie der Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Sämtliche Intercompany-Forderungen und -Verbindlichkeiten wurden bis zum Bilanzstichtag 30. September 2021 auf Konzernebene ausgeglichen.
Die Veränderung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit spiegelt die Investitionen in verdoppelter Höhe zum Vorjahr wider (1. Januar bis 30. September 2021: T€ -61, 2020: T€ -28). Der Anstieg ist im Wesentlichen bedingt durch die Anschaffung neuer Betriebs- und Geschäftsausstattung infolge der Sitzverlegung von Essen nach Neuss.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von T€ -2.041 (Vorjahr: T€ -41) beinhaltet im Wesentlichen die Aufnahme und Tilgung von Intercompany-Darlehen und Cashpool-Konten sowie Auszahlungen an Gesellschafter im Wege der Verrechnung (1. Januar bis 30. September 2021: T€ -834, 2020: T€ 2.062). Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. September 2021 wurden sämtliche Darlehensverbindlichkeiten im Intercompany-Bereich vollständig getilgt bzw. vollständig verrechnet.
Unter Berücksichtigung des Finanzmittelfonds am Ende der Periode in Höhe von T€ 4.547 (Vorjahr: T€ 2.273) wird die dargestellte Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft von der Unternehmensführung vor dem Hintergrund der Konzernstruktur und -zielsetzung als geeignet angesehen, um die geplanten zukünftigen operativen Erträge zu gewährleisten.
Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

3. FINANZIELLE UND NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
a) Finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Analyse der finanziellen Leistungsindikatoren für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. September 2021 verweisen wir auf die oben gemachten Ausführungen, zum Ausblick auf den Prognosebericht.
Die wichtigsten Leistungsindikatoren sind die Gesamtleistung und das Betriebsergebnis. Dabei ist die Gesamtleistung insbesondere von dem Fortbestand der langfristigen Reinigungs- und Sicherheitsverträge mit verbundenen Unternehmen abhängig.

b) Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Teil der ständigen Überwachung ist die Qualität der erbrachten Dienstleistungen im Sinne von Qualitätskontrollen und -rankings. In diesem Zusammenhang werden im regelmäßigen Abständen mögliche Minderleistungen anhand von Qualitätstestern analysiert und besprochen. Insgesamt befinden sich die Rückstellungen für solche Minderleistungen (Pönale) auf einem branchenüblichen Niveau.
III. PROGNOSEBERICHT
Das vierte Quartal 2021 startet auftragsbezogen weiterhin äußerst positiv; der Auftragsbestand hat sich im Vergleich zum Vorjahr nochmal leicht erhöht. Gespräche mit Kunden deuten auf eine weitere Verbesserung zu Beginn des Jahres 2022 hin.
Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis 31. Januar 2022 konnten Umsatzerlöse in Höhe von T€ 6.056 (Vorjahr: T€ 14.791) realisiert werden. Der leichte Umsatzrückgang gemessen an dem viermonatigen Vergleichszeitraum in Höhe von -7,87 % ist im Wesentlichen auf insolvenzbedingte, stagnierende Reinigungsaufträge sowie leicht rückläufige coronabedingte Sonderreinigungs- und Sicherheitsaufträge zurückzuführen.
Die Geschäftsführung erwartet aufgrund der positiven Auftragssituation weiterhin positive Jahresergebnisse.
Für das Rumpfgeschäftsjahr 1. Februar 2022 bis 31. Dezember 2022  liegt die Erwartung des Betriebsergebnisses (EBIT) bei TEUR 0,2 Mio..
Da einige Verträge bis Ende 2023 und fast alle aktuellen Verträge bis Ende 2024 auslaufen werden liegt die Erwartung des Betriebsergebnisses (EBIT) für  2023 bei TEUR 0,6 Mio., für 2024 bei TEUR 0,5 Mio. und für 2025 bei TEUR 0,6 Mio..Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren wird die Sicherstellung des niedrigen Niveaus an Minderleistungen (Pönale) angestrebt. Darüber hinaus wird im Sinne einer nachhaltigen Produktion auch weiterhin ein bewusster Umgang mit der Umwelt und Ressourcen sowie die individualisierte Mitarbeiterausbildung im Fokus stehen.
Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren wird die Sicherstellung des niedrigen Niveaus an Minderleistungen (Pönale) angestrebt. Darüber hinaus wird im Sinne einer nachhaltigen Produktion auch weiterhin ein bewusster Umgang mit der Umwelt und Ressourcen sowie die individualisierte Mitarbeiterausbildung im Fokus stehen.

IV. WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Chancen der künftigen Entwicklung
Die Nachfrage an Reinigungs- und Sicherheits- und individuellen Serviceleistungen wies in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum auf, das auch in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 nicht nachgelassen hat. Insbesondere durch die anhaltende Coronasituation ist die Nachfrage an Leistungen in diesen Bereich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Aufgrund dessen geht die PTS von einer Übernahme aller Geschäftsanteile durch die Waterside B86. Verwaltungsgesellschaft mbH (künftig firmierend unter: ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH), Berlin, unter Ausscheiden des bisherigen Gesellschafters der Abellio GmbH, Berlin, gemäß dem Insolvenzplan aus.
Neue bzw. fortentwickelte Geschäftsfelder und weitere individuellen Serviceleistungen im Zusammenhang sollen weiter aufgebaut und verstärkt akquiriert werden, insbesondere auch im Bereich der Zugbegleitung.

Risiken der künftigen Entwicklung
Zu den Hauptrisiken zählen insbesondere die hohe Abhängigkeit von der allgemeinen Konjunkturentwicklung sowie intensive Preiskämpfe am Markt. Darüber hinaus können die nachstehenden spezifischen Risiken der künftigen Entwicklung im Wege stehen:
·   Liquiditätsrisiko
Die Liquidität ist aufgrund der starken Ertragslage weiterhin solide aufgestellt. Sie wird infolge des erzielten Jahresergebnisses und der damit verbundenen Auszahlung an den neuen Gesellschafter/Investor jedoch auch stärker belastet. Kurzfristiger Finanzierungsbedarf kann jederzeit über mögliche bestehende Cashpoolingvereinbarungen mit dem Investor gedeckt und bei Bedarf noch zusätzliche Fremdmittel in Form von Darlehen aufgenommen werden. Der Fortbestand des Unternehmens ist damit - trotz des Umstandes der Insolvenz der PTS durch den Altgesellschafter - sichergestellt unter der Prämisse der Umsetzung der im Insolvenzplan vom 30. November 2021 aufgestellten Restrukturierungsmaßnahmen.
·   Beschaffungsmarktrisiken
Die von der PTS angebotenen Dienstleistungen unterliegen nur in geringem Maße einem Beschaffungsmarktrisiko. Mögliche Risiken bestehen in der Ergebnisentwicklung, wenn sich die Marge bedingt durch die Materialpreiserhöhungen stark verschlechtern sollte.
·   Kreditrisiko
Das Kreditrisiko bezieht sich hauptsächlich auf das Kreditlimit der Kunden, das bestimmten Bonitätsregeln und Genehmigungsprozessen unterliegt. Das Kreditlimit der Kunden wird auf der Grundlage von Warenkreditversicherungen, Kreditauskünften und des bisherigen Zahlungsverhaltens festgelegt. Einzelne Risiken werden über Sicherungsinstrumente wie Akkreditive oder andere zahlungssichernde Dokumente gesichert.
Fazit
Es sind weder wirtschaftliche noch rechtliche Bestandsgefährdungspotenziale zu erkennen. Ab dem Jahre 2021 hat sich diese positive Marktentwicklung für neue Projekte weiter fortgesetzt.
Der weiterhin positive Stand des Eigenkapital einschließlich dem hohen Liquiditätsniveau sowie die aktuelle Auftragslage stellen den Fortbestand des Unternehmens somit sicher.

 

Neuss, den 7. Februar 2024

- Christian Uhlig -
(Geschäftsführer der PTS GmbH, Neuss)


1 Branchenreport 2021. Reinigungsbetriebe - WZ-Code 81.2. Sparkassen-Finanzgruppe. Branchendienst, 2021 
2 Branchenreport 2021. Reinigungsbetriebe - WZ-Code 81.2. Sparkassen-Finanzgruppe. Branchendienst, 2021

Bilanz

Aktiva

30.9.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 103.772,00 100.267,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 667,00 2.061,00
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 667,00 2.061,00
II. Sachanlagen 103.105,00 98.206,00
1. technische Anlagen und Maschinen 59.213,00 76.262,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 43.892,00 21.944,00
B. Umlaufvermögen 5.241.868,26 5.746.653,19
I. Vorräte 27.231,05 36.426,57
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 667.529,82 3.437.013,42
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 1.753.264,14
2. sonstige Vermögensgegenstände 667.529,82 1.683.749,28
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 3.115,80 9.294,14
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.547.107,39 2.273.213,20
C. Rechnungsabgrenzungsposten 56.921,53 0,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 5.402.561,79 5.846.920,19

Passiva

30.9.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 255.776,87 346.592,07
I. gezeichnetes Kapital 30.000,00 30.000,00
II. Kapitalrücklage 185.000,00 185.000,00
III. Gewinnrücklagen 131.592,07 131.592,07
IV. Jahresfehlbetrag 90.815,20 0,00
B. Rückstellungen 1.879.746,68 1.961.007,88
C. Verbindlichkeiten 3.267.038,24 3.539.320,24
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 2.462.251,05
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 2.462.251,05
2. sonstige Verbindlichkeiten 3.267.038,24 1.077.069,19
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.267.038,24 1.077.013,19
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 56,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 5.402.561,79 5.846.920,19

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 30.9.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Rohergebnis 12.982.084,24 14.734.170,37
2. Personalaufwand 9.268.768,25 11.117.141,98
a) Löhne und Gehälter 7.647.245,79 9.323.787,65
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.621.522,46 1.793.354,33
3. Abschreibungen 57.767,89 57.044,81
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 57.767,89 57.044,81
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.790.443,37 3.105.978,69
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 25.287,41
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 18.507,41
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 50.531,50 41.835,75
davon an verbundene Unternehmen 8.950,29 41.835,75
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 80.881,57 0,00
8. Ergebnis nach Steuern -266.308,34 437.456,55
9. sonstige Steuern 3.430,00 4.694,00
10. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne -178.923,14 432.762,55
Jahresfehlbetrag 90.815,20 0,00

Anhang

PTS GmbH,
Neuss
des Jahresabschlusses für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. September 2021

A. Allgemeine Angaben
Die PTS GmbH hat ihren Sitz in Neuss. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Neuss unter HRB 21819 eingetragen.
Der Jahresabschluss der PTS GmbH, Neuss, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Beachtung der Bestimmungen des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Gesellschaft ist nach den in § 267 Abs. 2 HGB bezeichneten Größenklassen als mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen.
Unternehmensgegenstand ist die Erbringung von Serviceleistungen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), vor allem in den Bereichen Reinigung, Sicherheit und Ticketprüfung.
Die PTS GmbH hat am 30. Juni 2021 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzfahrens über ihr Vermögen in Eigenverwaltung gestellt. Mit Beschluss vom 30. Juni 2021 des Amtsgericht Charlottenburg - Insolvenzgericht - wurde Frau Rechtsanwältin Dr. Stefanie Zulauf zur Sachwalterin bestellt (Az.: 36p IN 3491/21). Durch Beschluss vom 1. Oktober 2021 hat das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet.
Für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet. Die Zahlen des aktuellen Rumpfgeschäftsjahres und die Veränderungen der Aufwendungen und Erträge sind mit dem zwölfmonatigen Vorjahresgeschäftsjahr grundsätzlich nicht vergleichbar.
Die Gesellschaft ist Teil der Abellio-Gruppe, die von der Abellio Transport Holding B.V. (ABTH), Utrecht, Niederlande, bis zur Insolvenzantragstellung beherrrscht wurde. An der Spitze der deutschen Gesellschaften steht die Abellio GmbH, Berlin, ihr Konzern umfasst ihre Tochtergesellschaften Abellio Rail GmbH (ABRN), Hagen, Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH (ABRM), Halle (Saale), Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB), Stuttgart, Abellio Services GmbH (ABS), Berlin, Abellio Vertrieb GmbH (ABV), Berlin, WestfalenBahn GmbH (WfB), Bielefeld, und PTS GmbH (PTS), Neuss.
Zwischen der PTS GmbH und der Abellio GmbH ist am 6. Oktober 2006 ein notariell beglaubigter Beherrrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag (EAV) abgeschlossen und durch Änderungsvereinbarung am 13. Dezember 2013 geändert worden. Hierin ist die vollständige Abführung von Gewinnen und zugleich die Verlustübernahme an die Abellio GmbH gem. § 302 AktG geregelt. Unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat die Abellio GmbH den EAV außerordentlich gekündigt. Die Eintragung im Handelsregister ist am 29. November 2021 erfolgt.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden, unverändert gegenüber dem Vorjahr, folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen. Hierbei werden Nutzungsdauern von drei bis fünf Jahren zugrunde gelegt.

Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer vorgenommen. Die Anlagenzugänge werden pro rata temporis abgeschrieben, dabei werden Nutzungsdauern von drei bis fünfzehn Jahren zugrunde gelegt.
Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) mit Anschaffungskosten von € 250,00 bis zu € 800,00 sind zum Zeitpunkt des Zugangs als Aufwand erfasst worden.
Vorräte
Die Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) werden zu gleitenden Durchschnittspreisen bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken wurde durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.
Flüssige Mittel
Flüssige Mittel sind zum Nominalwert bilanziert.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für die Ausgaben gebildet, die Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. Dieser ist in Höhe der für Folgeperioden vorausgezahlten Aufwendungen angesetzt.
Rückstellungen
Die Rückstellungen wurden entsprechend § 249 Abs. 1 HGB für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet. Sie erfassen alle am Abschlussstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Preis- und Kostensteigerungen wurden berücksichtigt.

Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert.

C. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
I. Bilanz
1. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.
2. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrafen im Vorjahr ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
3. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von T€ 3 (Vorjahr: T€ 9) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
4. Das voll eingezahlte Stammkapital beträgt unverändert T€ 30.
5. Die Steuerrückstellungen in Höhe von insgesamt T€ 194 beinhalten die erwarteten noch nicht veranlagten Umsatzsteuerkorrekturen für September 2021 in Höhe von T€ 113. Darüber hinaus wird die noch nicht veranlagte Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag (T€ 81) und Gewerbesteuer (T€ 0) für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2021 ausgewiesen.
6. Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Pönalevereinbarungen infolge von Minderreinigungsleistungen bei Schienenfahrzeugen des ÖPNV in Höhe von T€ 314 (Vorjahr: T€ 197). Außerdem werden an die Gesellschaft erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen in Höhe von T€ 289 (Vorjahr: T€ 261) ausgewiesen. Darüber hinaus bestehen Verpflichtungen gegenüber der Belegschaft in Höhe von T€ 381 (Vorjahr: T€ 406) sowie Verpflichtungen aus dem Insolvenzverfahren in Höhe von T€ 560 (Vorjahr: T€ 0).
7. Von den Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 3.267 beziehen sich T€ 3.267 auf eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
8. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrafen im Vorjahr sonstige Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
9. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 2.462).
10. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen T€ 773 auf Verbindlichkeiten aus Steuern. Zum Ende des Vorjahres waren es T€ 487.
11. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von T€ 430 (Vorjahr: T€ 0).

II. Gewinn- und Verlustrechnung
1. Die Umsatzlöse gliedern sich wie folgt auf die Tätigkeitsbereiche auf:


09.2021
T€
2020
T€
Veränderung
T€
Erlöse Reinigung
4.481
5.789
-1.308
Erlöse Reinigung verb. UN
6.753
8.078
-1.325
Erlöse Sicherheit/Objektschutz
614
825
-211
Erlöse Sicherheit/Objektschutz verb. UN
104
381
-277
Erlöse Zugbegleitung verb. UN
2.779
564
+2.215
Erlöse Ticketprüfung
0
64
-64
Fremdleistungen Sicherheit/Objektschutz
48
0
+48
Fremdleistungen Zugbegleitung
49
0
+49
Gewährte Skonti
-37
-44
+7
Gesamt
14.791
15.657
-866



Die Umsatzerlöse wurden in voller Höhe im Inland erzielt.
2. Der Posten sonstige Zinsen und ähnliche Erträge beinhaltet Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 19).
3. Im Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen werden Zinsen an Gesellschafter in Höhe von T€ 9 (Vorjahr: T€ 42) ausgewiesen.

D. Sonstige Angaben
1. Konzernzugehörigkeit:
Zwischen der PTS GmbH und der Abellio GmbH, Berlin, bestand in der Zeit vom 6. Oktober 2006 bis zum 30. September 2021 ein Beherrrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag (EAV), wodurch die Gesellschaft in diesem Zeitraum in den Konzernabschluss der Abellio-Gruppe miteinbezogen wurde. Unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat die Abellio GmbH mit der Nummer HRB 166446 B mit Sitz in Berlin, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg den EAV außerordentlich gekündigt. Die Eintragung im Handelsregister ist am 29. November 2021 erfolgt.
2. Für die Monate Juli bis September 2021 wurden die insolvenzgeldfähigen Gehaltsforderungen mit Zustimmung der Agentur für Arbeit über Insolvenzgeld finanziert. Die Insolvenzgeldvorfinanzierung erfolgte über die National Bank AG.
3. Es bestehen nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen. Die Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf T€ 482 (Vorjahr: T€ 274).

4. Darüber hinaus bestehen Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB i.V.m. § 268 Abs. 7 HGB in Höhe von T€ 149 (Vorjahr: T€ 149) aus Kredit- und Gewährleistungsbürgschaften.

5. Die Zahl der im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. September 2021 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Bereich
Vollzeitbeschäftigte

Teilzeitbeschäftigte
Verwaltung
7

0
Reinigung
310

34

317

317



6. Mitglieder der Geschäftsführung:Christian Uhlig, Hürth Kaufmann
Auf die Angabe der Höhe der Gesamtbezüge wurde nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

7. Gesamthonorar des Abschlussprüfers:
Das für das Rumpfgeschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt T€ 50 und betrifft Aufwendungen für die Prüfung des Jahresabschlusses.

8. Ergebnisverwendungsvorschlag:  Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

E. Nachtragsbericht
Im Rahmen der Vorlage eines Insolvenzplans vom 30. November 2021 hat die PTS gemäß § 218 InsO unter Mitwirkung der Sachwalterin in Abstimmung mit einem neuen Investor auf der Grundlage einer mit dem Investor geschlossenen Vereinbarung vom 12.11.2021 (UR-Nr. 1969/2021 des Notars Dr. Martin Mulert, Hamburg) eine mögliche Übernahme ausgehandelt. Hierdurch ergab sich die Möglichkeit der Fortsetzung der Unternehmenstätigkeit für die PTS. Gemäß Insolvenzplan soll eine Übernahme aller Geschäftsanteile an der PTS durch die Waterside B86. Verwaltungsgesellschaft mbH (künftig firmierend unter: ATH Rail Transport Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH - kurz: "ATH Rail"), Berlin, unter Ausscheiden des bisherigen Gesellschafters der Abellio GmbH, Berlin, erfolgen.
Das Ziel des Insolvenzplans nach § 1 InsO ist folglich die bestmögliche Befriedigung der Insolvenzgläubiger der PTS sowie der Erwerb des Unternehmens durch den Investor zur Fortführung des Geschäftsbetriebs.
Seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben Investor, die PTS als Schuldnerin und die Sachwalterin ihre Verhandlungen über eine Investorenvereinbarung zur Umsetzung des Insolvenzplans und über ergänzende Vereinbarungen zur Finanzierung der Betriebsfortführung im eröffneten Insolvenzverfahren fortgesetzt. Im Ergebnis dieser Verhandlungen wurde die vorstehend beschriebene Investorenvereinbarung geschlossen.
Der Insolvenzplan sieht die Übertragung sämtlicher Geschäftsanteile an der PTS auf den Investor vor. Eine Kompensation der Altgesellschafterin für den Verlust ihrer Anteile ist nicht vorgesehen. Der Investor ist eine Gesellschaft aus der Unternehmensgruppe der Abellio Transport Holding B. V., Utrecht. Die Geschäftsanteile an der PTS können zukünftig innerhalb dieser Unternehmensgruppe jederzeit frei übertragen werden.
Am 30. Juni 2022 wurde eine vollumfängliche Auskehrung der Basisquotenzahlungen an die nicht nachrangig ungesicherten Insolvenzgläubiger in Höhe von T€ 1.500 durch die Treuhänderin veranlasst. Die sich hieraus ergebende Basisquote lag bei rund 41,08 %, somit über zehn Prozentpunkte über der im Insolvenzplan angestrebten Basisquote von 31,0 %. Hieraus ableitend wird ebenfalls eine höhere quotale Auskehrung in Bezug auf die im Rahmen des Insolvenzplans angestrebte Besserungsquote von 38,5 % erwartet. Mit Stand zu Beginn des Jahres 2024 ist davon auszugehen, dass mit der Auskehrung der Besserungsquote auch die nicht nachrangig ungesicherten Insolvenzgläubiger vollumfänglich befriedigt werden können und der Insolvenzplan damit gänzlich - wie geplant - vollzogen wird.

 

Neuss, den 7. Februar 2024

- Christian Uhlig -
(Geschäftsführer der PTS GmbH, Neuss)


Anlagespiegel

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis 30. September 2021

(Anlagenspiegel)



Anschaffungs- und Herstellungskosten



Stand


Stand


01.01.2021
Zugänge
Abgänge
30.09.2021






I. Immaterielle Vermögensgegenstände



Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
35.599,09
0,00
0,00
35.599,09
II. Sachanlagen




1. Technische Anlagen und Maschinen
212.901,74
836,50
0,00
213.738,24
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
261.449,47
60.436,39
0,00
321.885,86

474.351,21
61.272,89
0,00
535.624,10

509.950,30
61.272,89
0,00
571.223,19
Kumulierte Abschreibungen


Stand


Stand
01.01.2021
Zugänge
Abgänge
30.09.2021




I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
33.538,09
1.394,00
0,00
34.932,09
II. Sachanlagen
136.639,74
17.885,50
0,00
154.525,24
1. Technische Anlagen und Maschinen
239.505,47
38.488,39
0,00
277.993,86
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
376.145,21
56.373,89
0,00
432.519,10
409.683,30
57.767,89
0,00
467.451,19
Buchwerte
Stand
Stand
30.09.2021
31.12.2020


I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
667,00
2.061,00
II. Sachanlagen
59.213,00
76.262,00
1. Technische Anlagen und Maschinen
43.892,00
21.944,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
103.105,00
98.206,00
103.772,00
100.267,00

Bericht des Aufsichtsrats


n/a

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 09.02.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die PTS GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PTS GmbH, Neuss -bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PTS GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 30. September 2021 und
• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Überein- stimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahres- abschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrecht- lichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ver- mögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmens- tätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahres- abschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungs- vermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder
unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses
relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammen- hängenden Angaben;
• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den
gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfest- stellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 8. Februar 2024

EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

von Michaelis
Wirtschaftsprüfer

Marsel
Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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