Stammdaten

Register
Amtsgericht Rostock HRB 12540
Vorher
hanno investigation & research gmbh
Eingetragen
13.2.2007
Branche
Wiederverkaufs- und Vermittlungstätigkeiten für die TelekommunikationTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Telekommunikationsgeräten sowie elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen a. n. g.Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Betrieb einer Online-Marketing-Agentur nebst Beratung sowie der Verkauf von Einträgen in Telekommunikationsverzeichnisse jeder Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Roland Hauke
seit 2.6.2025
Prokura
Prokura
Roksana Leonetti
seit 2.6.2023
Geschäftsführer
Ingo Oliver Mahl
seit 22.11.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Schlütersche Marketing Holding GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Hannover

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Amtsgericht Hannover (HRA 15042)

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 212.443,00 324.961,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 335.901,51 548.344,51 1.386.310,18 1.711.271,18
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 262.108,77 288.719,77
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 226.923,24 267.681,50
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 489.032,01 2.600,00 559.001,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 240.293,79 239.987,29
2. Beteiligungen 9.194.392,62 9.206.550,37
3. Genossenschaftsanteile 2.700,00 2.700,00
4. Sonstige Ausleihungen 7.709.792,36 17.147.178,77 6.779.510,50 16.228.748,16
18.184.555,29 18.499.020,61
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 29.967,57 0,00
2. Unfertige Erzeugnisse 1.342.249,43 1.478.416,10
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.271.626,34 2.643.843,34 1.045.616,74 2.524.032,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.637.618,73 3.497.229,49
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 478.156,68 75.245,42
3. Forderungen gegen Gesellschafter 1.157.901,31 155.041,55
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.838.307,05 8.111.983,77 2.533.572,45 6.261.088,91
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 11.308.251,50 11.736.558,42
22.064.078,61 20.521.680,17
C. Rechnungsabgrenzungsposten 284.728,74 235.174,51
D. Aktive latente Steuern 240,48 240,48
40.533.603,12 39.256.115,77

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Anteile der Kommanditisten 24.543.600,00 24.543.600,00
II. Kapitalkonten und andere Rücklagen -8.536.907,74 -8.537.324,16
III. Konzernverlustvortrag -11.804.083,41 -11.649.920,82
IV. Nicht beherrschende Anteile -214.130,89 -317.909,52
3.988.477,96 4.038.445,50
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 1.854.417,69 1.854.417,69
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19.351.700,00 17.510.942,00
2. Steuerrückstellungen 587.020,62 756.645,16
3. Sonstige Rückstellungen 3.250.742,02 3.679.898,61
23.189.462,64 21.947.485,77
D. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.717.754,58 6.550.269,53
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.248.785,43 1.881.755,26
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.184.330,07 735.381,20
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 273.216,76
5. Sonstige Verbindlichkeiten 868.019,26 1.676.549,66
- davon aus Steuern EUR 762.625,06 (i. Vj. EUR 1.433.344,06) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 8.884,12 (i. Vj. EUR 35.524,20) -
11.018.889,34 11.117.172,41
E. Rechnungsabgrenzungsposten 86.071,97 114.548,89
F. Passive latente Steuern 396.283,52 184.045,51
40.533.603,12 39.256.115,77

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 60.670.069,18 59.260.520,06
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 88.094,85 -232.348,03
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.816.555,97 2.936.103,34
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -2.819.577,42 -1.650.247,56
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -9.990.688,10 -12.810.265,52 -8.589.108,08 -10.239.355,64
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -23.431.265,18 -24.875.269,72
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -6.229.189,33 -29.660.454,51 -5.110.522,29 -29.985.792,01
- davon für Altersversorgung EUR 1.912.323,60 (i. Vj. EUR 557.802,72) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.356.710,06 -1.866.330,50
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -18.908.450,20 -17.228.042,11
8. Erträge aus Beteiligungen 986.239,62 765.919,48
9. Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen 306,50 15.213,22
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 5.470,59 5.050,33
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 308,50 6.039,72
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -2.836,75 0,00
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -647.313,43 -1.660.681,73
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -827.447,27 -1.284.662,07
15. Ergebnis nach Steuern 353.567,47 491.634,06
16. Sonstige Steuern -367.553,85 -29.822,40
17. Konzernjahresfehlbetrag (i. Vj. Konzernjahresüberschuss) -13.986,38 461.811,66
18. Nicht beherrschende Anteile 9.576,44 -136.250,54
19. Gutschrift auf Kapitalkonten der Kommanditisten -416,42 -386.267,60
20. Konzerngewinn-/verlustvortrag 4.826,36 60.706,48
21. Konzerngewinn 0,00 0,00

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss der Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2022 ist entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt worden.

Die Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG ist zur Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß §§ 290 ff. HGB verpflichtet.

Das Geschäftsjahr für den Konzern und die konsolidierten Unternehmen entspricht einheitlich dem Kalenderjahr.

Wir verweisen auf die Angaben im Lagebericht in Kapitel 3 "Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung und Prognose" dort im Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken", wonach auf Ebene der Tochtergesellschaft Schlütersche Fachmedien GmbH eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko auf Ebene der Tochtergesellschaft darstellt.

Angaben zur Gliederung

Die Gliederung der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Konsolidierungskreis und Zeitpunkt der Kapitalkonsolidierung

Im Einzelnen stellt sich der Konsolidierungskreis wie folgt dar:

Gesellschaft Rechnerischer Anteil am Kapital in % Zeitpunkt der Erstkonsolidierung 1
Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover 0,0 1. Januar 2000
Schlütersche Verwaltungsgesellschaft mbH, Hannover 100,0 1. August 2020
G. Braun Telefonbuchverlage GmbH & Co. KG, Karlsruhe 100,0 Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile in 1996, 1997 und 2008
G. Braun Telefonbuchverlage Verwaltungs-GmbH, Karlsruhe 100,0 1. Januar 2000/ 1. Januar 2008
Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg 100,0 1. Januar 2000
Mediengesellschaft Magdeburg mbH, Magdeburg 85,0 1. Januar 2000
TVL Telefonbuch-Verlagsgesellschaft in Leipzig mbH, Leipzig 100,0 1. Januar 2000/ 1. Januar 2004/ 1. Januar 2005/ 1. Januar 2008
Schlütersche Marketing Services GmbH, Hannover 100,0 1. Januar 2000
M. & H. Schaper GmbH, Hannover 100,0 2. Januar 2006
adEmma GmbH, Hannover 100,0 13. Februar 2007
Giesel Verlag GmbH, Hannover 100,0 1. Januar 2010
Schlütersche Marketing Holding GmbH, Hannover 100,0 14. November 2017
Schlütersche Fachmedien GmbH, Hannover 100,0 14. November 2017
DocInsider GmbH, Hannover 55,4 1. Januar 2019

1 im bisherigen Konzern der VWG

Die Schlütersche Verwaltungsgesellschaft mbH, Hannover, bzw. die G. Braun Telefonbuchverlage Verwaltungs-GmbH, Karlsruhe, sind persönlich haftende Gesellschafter der Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, bzw. der G. Braun Telefonbuchverlage GmbH & Co. KG, Karlsruhe, § 313 Abs. 2 Nr. 6 HGB. Die Gesellschaften sind alle in den Konzernabschluss einbezogen.

Hinsichtlich der Einbeziehung der G. Braun Telefonbuchverlage GmbH & Co. KG in den Konzernabschluss wurde von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, den Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf den Erwerb der Anteile zu beziehen.

Die Anteile am Kapital der assoziierten Unternehmen an der Lokale Internetwerbung GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, 34,66 %, an der Mediengesellschaft Niedersachsen mbH, Hannover, 29,61 %, an der Bitplaces GmbH i.L., Berlin, 28,40 %, an der Online V2 Holding GmbH & Co. KG, Hannover, 30,94 %, werden wegen untergeordneter Bedeutung nach § 311 Abs. 2 HGB nicht als assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet.

Im Geschäftsjahr 2014 wurde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. An der Crossmedia Service Holding GmbH, Hannover, hält die Schlütersche Marketing Holding GmbH 50,00 % der Anteile. Die Anschaffungskosten betrugen EUR 712.500,00. Im Geschäftsjahr und in den Vorjahren wurden insgesamt EUR 2.185.159,00 in die Kapitalrücklage der Gesellschaft eingelegt. Das Wahlrecht des § 310 HGB zur Quotenkonsolidierung wird dabei nicht in Anspruch genommen. Das Unternehmen wird nach der Equity-Methode bewertet.

Die Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG und die G. Braun Telefonbuchverlage GmbH & Co. KG nehmen im Hinblick darauf, dass kein Lagebericht aufgestellt und der Jahresabschluss nicht offengelegt wird, die Erleichterungsvorschrift des § 264b HGB in Anspruch.

Die G. Braun Telefonbuchverlage Verwaltungs-GmbH, die TVL Telefonbuch-Verlagsgesellschaft in Leipzig mbH, die Kommunikation & Wirtschaft GmbH, die Mediengesellschaft Magdeburg mbH, die Schlütersche Marketing Services GmbH, die Giesel Verlag GmbH, die Schlütersche Marketing Holding GmbH, die Schlütersche Fachmedien GmbH, die M. & H. Schaper GmbH und die adEmma GmbH nehmen die Erleichterungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB insoweit in Anspruch, als dass der Jahresabschluss dieser Untergesellschaften nicht offengelegt wird. Zudem nehmen die Giesel Verlag GmbH, die Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Mediengesellschaft Magdeburg mbH, Schlütersche Marketing Services GmbH, die TVL Telefonbuch-Verlagsgesellschaft in Leipzig mbH, die M. & H. Schaper GmbH und die adEmma GmbH die Erleichterungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Aufstellung eines Anhangs in Anspruch. Die Schlütersche Marketing Holding GmbH und die Schlütersche Marketing Services GmbH nehmen die Erleichterungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Aufstellung eines Lageberichts und die Schlütersche Marketing Holding GmbH und die Schlütersche Fachmedien GmbH nehmen die Erleichterungsvorschrift der Aufstellung eines Teilkonzerns in Anspruch.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgte bei Unternehmenserwerben bis zum 31. Dezember 2009 gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F. nach der Buchwertmethode, wobei sich ergebende Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung wie folgt behandelt wurden:

Vorhandene anteilige stille Reserven, hauptsächlich in immateriellen Vermögensgegenständen, werden bei den betreffenden Bilanzposten zugeschrieben und, soweit sie abnutzbare Anlagegüter betreffen, über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Passivische Unterschiedsbeträge werden nach dem Eigenkapital als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen.

Die Kapitalkonsolidierung von Unternehmenserwerben seit dem 1. Januar 2010 erfolgt gemäß BilMoG nach der Neubewertungsmethode, wonach gemäß § 301 Abs. 1 HGB das Eigenkapital mit dem beizulegenden Zeitwert anzusetzen ist, der den Zeitwerten der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden entspricht.

Im Rahmen der Erstkonsolidierung der Giesel Verlag GmbH zum 1. Januar 2010 ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 2.147, der linear über eine betriebliche Nutzungsdauer von 15 Jahren verteilt wird. Die Nutzungsdauer basiert auf der Annahme der Stabilität und der voraussichtlichen Bestandsdauer der Branche des erworbenen Unternehmens.

Durch die Erstkonsolidierung der DocInsider GmbH zum 1. Januar 2019 ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 239, der ebenfalls über eine betriebliche Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben wird. 2021 wurde dieser durch eine außerplanmäßige Abschreibung von TEUR 167 vollständig abgeschrieben. Durch die Erstkonsolidierung der Schlütersche Verwaltungsgesellschaft mbH zum 1. August 2020 ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 65, der linear über eine betriebliche Nutzungsdauer von zehn Jahren verteilt wird. Die Nutzungsdauer basiert jeweils auf der Annahme der Stabilität, des Weiteren Ausbaus und der voraussichtlichen Bestandsdauer der Branche des erworbenen Unternehmens.

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt gemäß § 303 HGB.

Zwischenergebnisse aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 304 HGB eliminiert.

Umsatzerlöse und andere Erträge aus Lieferungen und Leistungen zwischen den einbezogenen Unternehmen werden im Wege der Aufwands- und Ertragskonsolidierung gemäß § 305 HGB aufgerechnet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erläuterungen zu den Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem beigefügten Konzernanlagenspiegel ersichtlich.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens wurden mit Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen bewertet.

Immobilien werden linear, Mobilien sowohl linear als auch degressiv abgeschrieben. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt, sobald die lineare Abschreibung zu höheren Abschreibungen führt. Anlagegegenstände mit einer Nutzungsdauer bis zu drei Jahren werden in der Regel linear abgeschrieben. Für die Bemessung der Abschreibung wurde von der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Anlagegegenstände ausgegangen:

Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 8
Gebäude und sonstige Bauten 10 bis 50
Hardware 3
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 23

Geringwertige Anlagegüter mit einem Einzelanschaffungspreis von bis zu EUR 800,00 werden gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang gezeigt.

Die Gegenstände des Finanzanlagevermögens werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern erforderlich, werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Innerhalb der Ausleihungen werden TEUR 7.674 (i. Vj. TEUR 6.684) gegenüber Gesellschaftern (HLHG-Stiftung) ausgewiesen.

Die unter den immateriellen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung von Tochterunternehmen, die bis zum 31. Dezember 2015 erworben wurden, werden über eine Nutzungsdauer von bis zu 15 Jahren abgeschrieben. Bei Tochterunternehmen, die ab dem 1. Januar 2016 erworben wurden, wird der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung über eine Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren abgeschrieben. Die Nutzungsdauer basiert auf der voraussichtlichen Bestandsdauer der erworbenen Unternehmen.

2. Vorräte

Die Vorräte werden zu anteiligen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die unfertigen Erzeugnisse werden zu anteiligen Herstellungskosten und die fertigen Erzeugnisse zu Herstellungskosten bewertet. Bei der Ermittlung wurden zu den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten angemessene Teile der Gemeinkosten (Fertigungsgemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen sowie Verwaltungsgemeinkosten) berücksichtigt. Sofern erforderlich, wurde bei den fertigen Erzeugnissen für das allgemeine Lagerrisiko wie im Vorjahr ein Abschlag von 2,5 % vorgenommen.

Bei den fertigen Erzeugnissen, bei denen nachweislich Ungängigkeit vorliegt, wurde der Wertansatz durch entsprechende Abschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert korrigiert.

3. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bewertung erfolgt grundsätzlich zum Nominalwert.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Risiken durch pauschal ermittelte Einzelwertberichtigungen, wie im Vorjahr, berücksichtigt, indem die über 100 Tage fälligen Forderungen mit Sätzen zwischen 20 % und 40 % wertberichtigt werden.

Dem latenten Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Bemessungsgrundlage ist der Gesamtbestand der Forderungen, der um einzelwertberichtigte Forderungen und die enthaltene Umsatzsteuer vermindert wird.

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 19 (i. Vj. TEUR 8) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten in Höhe von TEUR 56 (i. Vj. TEUR 59) Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die übrigen Forderungen weisen, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr auf.

Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfallen von den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, TEUR 478 (i. Vj. TEUR 75).

4. Flüssige Mittel

Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten. Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens umgerechnet. Bei Kursänderungen erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Abschlussstichtages. Die Kapitalflussrechnung des Konzerns ergibt sich aus der beigefügten Aufstellung. Die flüssigen Mittel entsprechen dem Finanzmittelfond, er enthält ausschließlich kurzfristige Bankguthaben.

5. Eigenkapital

Die ausgewiesenen Gewinnrücklagen betreffen ausschließlich sonstige Gewinnrücklagen.

Die frei entnehmbaren Gewinnanteile der Kommanditisten der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen.

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ergibt sich aus dem Konzerneigenkapitalspiegel.

6. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Der nach dem Eigenkapital ausgewiesene Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 1.854 betrifft in Höhe von TEUR 1.821 die Kapitalkonsolidierung der Kommunikation & Wirtschaft GmbH, der aus in der Vergangenheit thesaurierten Gewinnen resultiert und daher Eigenkapitalcharakter hat, und in Höhe von TEUR 30 die M. & H. Schaper GmbH aus dem, bei der Erstkonsolidierung höheren Eigenkapital gegenüber den Anschaffungskosten der Geschäftsanteile.

7. Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen

Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Methoden unter Beachtung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB mit dem Barwert (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Für künftige Rententrends wurde eine Rentenanpassung von 2,2 % (i. Vj.1,6 %) angenommen. Als Rechnungsgrundlagen dienten die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinsfuß von 1,78 % (i. Vj. 1,87 %) p. a. nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) unter Anwendung der Vereinfachungsregelung mit einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren, wobei sich der der Restlaufzeit entsprechende Marktzins aus dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre ergibt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR 1.156 (i. Vj. TEUR 1.600) und unterliegt einer Ausschüttungssperre.

Für Gehaltserhöhungen wurde eine jährliche Anpassung von 2,2 % (i. Vj. 1,0 %) angenommen.

b) Sonstige Rückstellungen

Mit den Rückstellungen wurde allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung getragen. Sie wurden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Rückstellung für die zum Bilanztag abgeschlossenen Altersteilzeitverträge wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Beachtung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB errechnet. Für Gehaltserhöhungen in 2022 wurde eine Anpassung von 2,5 % (i. Vj. 2,0 %) angenommen. Als Rechnungsgrundlagen dienten die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinsfuß von 1,44 % (i. Vj. 1,35 %) p. a. nach Maßgabe der RückAbzinsV unter Anwendung der Vereinfachungsregelung mit einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellung beträgt TEUR 1.053 und wird mit Aktivwerten aus Rückdeckungsversicherungen im Wert von TEUR 715 verrechnet, die ausschließlich der Insolvenzsicherung der Altersteilzeitverpflichtungen dienen.

Die Rückstellung für Jubiläumsleistungen wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Beachtung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) bewertet. Als Rechnungsgrundlagen dienten die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinsfuß von 1,44 % (i. Vj. 1,35 %) p. a. nach Maßgabe der RückAbzinsV unter Anwendung der Vereinfachungsregelung mit einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren. Bei der Rückstellung für Jubiläumsleistungen wurden ein Gehaltstrend von 2,5 % (i. Vj. 2,0 %) und eine altersabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit berücksichtigt.

Unter den sonstigen Rückstellungen haben die Rückstellungen für den Personalbereich mit TEUR 2.468 (i. Vj. TEUR 2.814) den wesentlichen Anteil.

8. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten weisen (mit Vergleichszahlen des Vorjahres) folgende Restlaufzeiten auf:

Davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2022 bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahren über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.718 6.718 0 0
(Vorjahr) (6.550) (6.550) (0) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.249 2.249 0 0
(Vorjahr) (1.882) (1.882) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.184 1.184 0 0
(Vorjahr) (735) (735) (0) (0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 0 0 0
(Vorjahr) (273) (0) (273) (0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 868 868 0 0
(Vorjahr) (1.677) (1.677) (0) (0)
11.019 11.019 0 0
(Vorjahr) (11.117) (10.844) (273) (0)

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, entfällt ein Betrag von TEUR 1.138 (i. Vj. TEUR 689) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

9. Latente Steuern

Zum 31. Dezember 2022 bestehen in den folgenden Posten temporäre Differenzen zwischen Konzern- und Steuerbilanz:

Geschäfts- oder Firmenwert

Pensionsrückstellungen

Beteiligungen an Kapitalgesellschaften

Rückstellungen für Altersteilzeit und für Jubiläumsleistungen

Zudem bestehen bei einigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gewerbesteuerliche und körperschaftsteuerliche Verlustvorträge. Aus temporären Differenzen aus den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen ergeben sich aktivische latente Steuern.

Die latenten Steuern werden mit ihren unternehmensindividuellen Steuersätzen bewertet.

Für die aktiven latenten Steuern aus ansetzbaren Verlustvorträgen, aus temporären Differenzen aus den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen ist gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB i. V. m. § 306 Satz 5 HGB auf eine Aktivierung verzichtet worden.

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt und gliedern sich wie folgt:

2022 2021
TEUR TEUR
Telekommunikationsverzeichnisse/Online-Marketing-Services 35.769 36.023
Fachmedien 20.003 18.203
Sonstige 5.906 5.269
61.678 59.495
./. Erlösschmälerungen 242 234
61.436 59.261

11. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen sowie Sonstiges

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 735, die im Wesentlichen aus erhaltenen Gutschriften für Vorjahre, der Auflösung von Rückstellungen sowie aus Zahlungseingängen auf in früheren Jahren ausgebuchte Forderungen resultieren.

Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von TEUR 75 enthalten, die im Wesentlichen eine Bonusrückzahlung, eine Mietnebenkostenabrechnung, Werbeaufwand Vorjahre, Beitragsnachzahlungen an IHK und Berufsgenossenschaften sowie Beratungsaufwendungen betreffen.

Aufwendungen und Erträge mit außergewöhnlicher Bedeutung sind Beteiligungserträge aus dem Verkauf der webcare LBJ GmbH in Höhe von TEUR 461 sowie Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von TEUR 263.

Die Zinsaufwendungen enthalten den Zinsanteil aus der Zuführung zu Rückstellungen für Pensionen in Höhe von TEUR 611, für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 13, die mit Erträgen aus der Verzinsung der Insolvenzversicherung Altersteilzeit in Höhe von TEUR 2 verrechnet sind und für Jubiläumsleistungen in Höhe von TEUR 1.

Daneben sind in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag periodenfremde Erträge von TEUR 119 und periodenfremde Aufwendungen von TEUR 984 ausgewiesen.

Sonstige Angaben

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen i. S. d. § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB belaufen sich insgesamt auf TEUR 6.301. Sie bestehen im Wesentlichen in der Verpflichtung zur Erfüllung von Miet- und Leasingverträgen.

Für Immobilien-Mietverträge, mit Laufzeiten von 2023 bis 2029, ergeben sich für das Jahr 2023 hauptsächlich folgende finanzielle Verpflichtungen:

TEUR
HBA 7 Objektgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover 1.315
Heinrich-Ludwig-Hartmann Gedächtnisstiftung, Hannover 224
C. Hatz u. S. Gehlen Grundstücksverwaltung GbR 183
CK Stadtimmobilien GmbH & Co. KG, Augsburg 102
INROS Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH, Rostock 26

Für einen angemieteten Lagerplatz mit einer Kündigungsfrist von zwölf Monaten ergeben sich für 2023 Mietaufwendungen in Höhe von TEUR 55.

Aus Leasingverträgen für Firmenfahrzeuge resultieren für das Jahr 2023 Aufwendungen von TEUR 474. Die Leasingverträge haben eine Restlaufzeit bis zu 36 Monaten.

Aus der Beteiligung an der Anteilsverwaltung Mediengesellschaft Niedersachsen mbH GbR ergibt sich eine gesamtschuldnerische Haftung für die Verbindlichkeiten. Mit einer Inanspruchnahme wird aufgrund der aktuellen Ertragslage nicht gerechnet.

Aus der Beteiligung an der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH, Hamburg, ergibt sich eine kollektive Deckungsverpflichtung aus § 24 GmbHG in Höhe der nicht eingezahlten Stammeinlagen anderer Gesellschafter in Höhe von TEUR 203. Mit einer Inanspruchnahme wird aufgrund der aktuellen Ertragslage nicht gerechnet.

Im Jahr 2015 wurde innerhalb des Konzerns ein Verwaltungsgebäude an eine Objektgesellschaft der Gesellschafter veräußert. Ziel war es dabei, unproduktives Verwaltungsvermögen in Liquidität zu wandeln, um operative und zukunftsweisende Investitionen zu tätigen. Gleichzeitig wurde mit dieser Gesellschaft ein Mietvertrag geschlossen, wodurch dem Konzern jährliche Mietbelastungen von TEUR 1.315 (siehe Tabelle oben) entstehen.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf dieses Grundstückes und Gebäudes ist eine Konzerngesellschaft eine betragsmäßig beschränkte Bürgschaft bis zu einem Betrag von TEUR 12.100 gegenüber der Sparkasse Hannover eingegangen. Die Bürgschaft wird zur Sicherung aller Forderungen der Sparkasse gegen die HBA 7 Objektgesellschaft mbH & Co. KG verwendet. Zum Stichtag belaufen sich die Forderungen der Sparkasse gegenüber der HBA 7 Objektgesellschaft mbH & Co. KG auf TEUR 6.684. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus dieser Bürgschaft wird aufgrund der aktuellen Ertragssituation des Konzerns und des damit verbundenen geringen Risikos eines Mietausfalls auf Seiten der Objektgesellschaft als gering eingeschätzt.

Die Zahl der im Geschäftsjahr 2022 im Konzernkreis durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer belief sich auf 416 (i. Vj. 435) und die der Auszubildenden auf 9 (i. Vj. 11).

Der Anteilsbesitz teilt sich wie folgt auf:

Verbundene Unternehmen Anteil am Kapital
%
Schlütersche Verwaltungsgesellschaft mbH, Hannover 100,00
G. Braun Telefonbuchverlage GmbH & Co. KG, Karlsruhe 100,00
G. Braun Telefonbuchverlage Verwaltungs-GmbH, Karlsruhe 100,00
Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg 100,00
Mediengesellschaft Magdeburg mbH, Magdeburg 85,00
TVL Telefonbuch-Verlagsgesellschaft in Leipzig mbH, Leipzig 100,00
Schlütersche Marketing Services GmbH, Hannover 100,00
M. & H. Schaper GmbH, Hannover 100,00
adEmma GmbH, Hannover 100,00
Giesel Verlag GmbH, Hannover 100,00
Schlütersche Marketing Holding GmbH, Hannover 100,00
Schlütersche Fachmedien GmbH, Hannover 100,00
DocInsider GmbH, Hannover 55,43
Übrige Beteiligungen Eigenkapital Anteil am Kapital % Jahresergebnis
Crossmedia Service Holding GmbH, Hannover 5.968 50,00 1
Lokale Internetwerbung GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main 133 1 34,66 -77 1
Mediengesellschaft Niedersachsen mbH, Hannover 2.416 1 29,61 893 1
Bitplaces GmbH i.L., Berlin - 28,40 -
Online V2 Holding GmbH & Co. KG, Hannover 1.124 30,94 81

1 Jahresabschluss 2021, der Jahresabschluss 2022 lag noch nicht vor

Die Angabe zum Eigenkapital Jahresergebnis erfolgt, sofern die Unternehmen ihre Abschlüsse öffentlich zugänglich offenlegen.

Organmitglieder

Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehören an:

Herr Ingo Mahl, Burgwedel

Frau Natalia Kontsour-Selivanov, Seelze

Beirat

Dem Beirat der Schlütersche gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Frank-Peter Oppenborn, Vorsitzender

Herr Michael Oschmann, stellvertretender Vorsitzender (vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022), stimmberechtigtes Mitglied (vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2023)

Herr Ansgar Heise, stimmberechtigtes Mitglied (vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022), stellvertretender Vorsitzender (vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2023)

Die Geschäftsordnung des Beirats sieht vor, dass die Beiratsmitglieder Ansgar Heise und Michael Oschmann abwechselnd für jeweils zwölf Monate, beginnend am 1. Juli eines jeden Kalenderjahres, die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden des Beirats übernehmen.

Die Bezüge der Beiratsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 84.

Von den Pensionsrückstellungen entfallen TEUR 1.645 auf ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung. Die im Geschäftsjahr ausgezahlten Bezüge an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung betragen TEUR 155.

Für Abschlussprüfungsleistungen wurden im Geschäftsjahr 2022 TEUR 212 und für Steuerberatungsleistungen TEUR 186 vom Abschlussprüfer berechnet.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die gesamtwirtschaftlich und politisch unsichere Lage (Krieg, Inflation, Energiekrise, Lieferengpässe, Tarifverhandlungen/Streiks u. v. m.) negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben wird. Auf das Gesamtjahr 2023 lassen sich etwaige Risiken und ihre finanziellen Folgen gegenwärtig noch nicht vollständig abschätzen. Die Geschäftsführung rechnet aufgrund der verabschiedeten strategischen Neuausrichtung damit, die konsequente Weiterentwicklung des Unternehmens und den damit verbundenen Umbau der Organisation sowie die notwendigen Investitionen aus eigener Liquidität finanzieren zu können.

 

Hannover, den 17. Mai 2023

Ingo Mahl, Geschäftsführer

Natalia Kontsour-Selivanov, Geschäftsführerin

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
1.1.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 47.051.226,95 1.500,00 0,00 47.052.726,95
2. Geschäfts- oder Firmenwert 28.931.323,39 0,00 0,00 28.931.323,39
75.982.550,34 1.500,00 0,00 75.984.050,34
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.981.384,32 0,00 0,00 1.981.384,32
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.086.390,73 129.628,63 1.258.863,85 2.957.155,51
3. Geleistete Anzahlungen 2.600,00 0,00 2.600,00 0,00
6.070.375,05 129.628,63 1.261.463,85 4.938.539,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 2.467.159,00 0,00 0,00 2.467.159,00
2. Beteiligungen 13.617.044,81 0,00 9.321,00 13.607.723,81
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 980.000,00 0,00 0,00 980.000,00
4. Genossenschaftsanteile 2.700,00 0,00 0,00 2.700,00
5. Sonstige Ausleihungen 6.856.347,50 1.041.171,11 110.889,25 7.786.629,36
23.923.251,31 1.041.171,11 120.210,25 24.844.212,17
105.976.176,70 1.172.299,74 1.381.674,10 105.766.802,34
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2022 Abschreibungen des Geschäftsjahres Zuschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 46.726.265,95 114.019,00 0,00 0,00 46.840.284,95
2. Geschäfts- oder Firmenwert 27.545.013,21 1.050.408,67 0,00 0,00 28.595.421,88
74.271.279,16 1.164.427,67 0,00 0,00 75.435.706,83
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.692.664,55 26.611,00 0,00 0,00 1.719.275,55
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.818.709,23 165.671,39 0,00 1.254.149,35 2.730.231,27
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5.511.373,78 192.282,39 0,00 1.254.149,35 4.449.506,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 2.313.659,00 0,00 0,00 0,00 2.313.659,00
2. Beteiligungen 4.410.494,44 2.836,75 0,00 0,00 4.413.331,19
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 980.000,00 0,00 0,00 0,00 980.000,00
4. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5. Sonstige Ausleihungen 76.837,00 0,00 0,00 0,00 76.837,00
7.780.990,44 2.836,75 0,00 0,00 7.783.827,19
87.563.643,38 1.359.546,81 0,00 1.254.149,35 87.669.040,84
Sonstige Veränderung Buchwerte
atEquity Fortschreibung Vorjahre atEquity Fortschreibung 2022 31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0,00 212.442,00 324.961,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 335.901,51 1.386.310,18
0,00 0,00 548.343,51 1.711.271,18
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00 262.108,77 288.719,77
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 0,00 226.924,24 267.681,50
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 2.600,00
0,00 0,00 489.033,01 559.001,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 86.487,29 306,51 240.293,79 239.987,29
2. Beteiligungen 0,00 0,00 9.194.392,62 9.206.550,37
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 2.700,00 2.700,00
5. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 7.709.792,36 6.779.510,50
86.487,29 306,51 17.147.178,77 16.228.748,16
86.487,29 306,51 18.184.555,29 18.499.020,61

Konzernkapitalflussrechnung

2022 2021
TEUR TEUR
Jahresergebnis -14 462
Abschreibungen/Zuschreibungen auf das Anlagevermögen 1.357 1.866
Veränderung der Rückstellungen 1.412 267
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge -1.073 -824
Gewinne/Verlust aus Abgängen des Anlagevermögens 7 -99
Erträge aus at-Equity-bewerteten Anteilen 0 -15
Veränderung der Vorräte -120 232
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -140 -208
Veränderung sonstiger Aktiva -1.219 -159
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 367 400
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 167 23
Veränderung übrige Verbindlichkeiten -313 271
Zinsaufwendungen 68 74
Sonstige Beteiligungserträge -986 -771
Ertragsteueraufwand 615 1.151
Ertragsteuerzahlungen -1.327 -1.290
Cashflow aus operativer Tätigkeit -1.199 1.380
Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens und immateriellen Vermögenswerten 2 535
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -131 -918
Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 584 9.519
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -50
Erhaltene Zinsen 4 18
Erhaltene Dividenden 525 543
Cashflow aus Investitionstätigkeit 984 9.647
Auszahlungen an Gesellschafter 0 -238
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten -136 -4.891
Gezahlte Zinsen -72 -92
Gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter -6 -9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -214 -5.230
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Übertrag) -429 5.797
2022 2021
TEUR TEUR
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Übertrag) -429 5.797
Konsolidierungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0 0
Anfangsbestand Finanzmittelfonds 11.737 5.940
Endbestand Finanzmittelfonds * 11.308 11.737

* Der Finanzmittelfonds umfasst den Kassenbestand und die Bankguthaben.

Konzerneigenkapitalspiegel

Kapitalanteile der Kommanditisten Kapitalkonten gemäß Gesellschaftsvertrag Verlustsonderkonto gemäß Gesellschaftsvertrag Sonstige Rücklagen
EUR EUR EUR EUR
1. Januar 2021 24.543.600,00 41.737.522,73 -50.787.376,49 44.568,00
Gezahlte Gewinnausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 81.694,00 0,00
Konzernjahresüberschuss und Gutschrift auf die Gesellschafterkonten 0,00 386.267,60 0,00 0,00
1. Januar 2022 24.543.600,00 42.123.790,33 -50.705.682,49 44.568,00
Gezahlte Gewinnausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Änderung des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresüberschuss und Gutschrift auf die Gesellschafterkonten 0,00 416,42 0,00 0,00
31. Dezember 2022 24.543.600,00 42.124.206,75 -50.705.682,49 44.568,00
Eigenkapital des Mutterunternehmens Gewinnvortrag-/ Verlustvortrag Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR EUR
1. Januar 2021 15.538.314,24 -11.009.812,94 -471.160,06 4.057.341,24
Gezahlte Gewinnausschüttung 0,00 0,00 -9.000,00 -9.000,00
Übrige Veränderungen 81.694,00 -579.401,40 26.000,00 -471.707,40
Konzernjahresüberschuss und Gutschrift auf die Gesellschafterkonten 386.267,60 -60.706,48 136.250,54 461.811,66
1. Januar 2022 16.006.275,84 -11.649.920,82 -317.909,52 4.038.445,50
Gezahlte Gewinnausschüttung 0,00 0,00 -6.000,00 -6.000,00
Änderung des Konsolidierungskreises 0,00 -148.712,09 119.355,07 -29.357,02
Übrige Veränderungen 0,00 -624,14 0,00 -624,14
Konzernjahresüberschuss und Gutschrift auf die Gesellschafterkonten 416,42 -4.826,36 -9.576,44 -13.986,38
31. Dezember 2022 16.006.692,26 -11.804.083,41 -214.130,89 3.988.477,96

Die Änderung des Konsolidierungskreis entfällt auf den Verkauf der d.Tales GmbH.

Die frei entnehmbaren Gewinnanteile der Kommanditisten der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen.

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Ziele und Strategien

Grundlage der Konzernstrategie ist die konsequente Ausrichtung aller geschäftlichen Tätigkeiten auf die Bedürfnisse der bestehenden und potenziellen Kunden in den Märkten, in denen die Schlütersche aktiv ist. In allen Geschäftsfeldern - gedruckte und digitale Verzeichnisse, Online-Marketing-Services (OMS) und Fachinformationen - wendet sich der Konzern primär an mittelständische Unternehmen, insbesondere sog. KMU (kleine und mittlere Unternehmen). Für diese werden Angebote bereitgestellt, sich zu informieren, zu präsentieren, Kunden und Mitarbeitende zu gewinnen und die eigenen Kundenbeziehungen zu managen. Darüber hinaus werden Industriekunden angesprochen, sich den Nutzern und Kunden aus den KMU-Segmenten zu präsentieren und über diese ihre Produkte im Consumer-Bereich anzubieten.

Der Konzern fokussiert sich dabei strategisch auf die Märkte, in denen er mit seinem Produktportfolio bereits in relevantem Maße vertreten ist. Angestrebt ist, auf jedem dieser Märkte eine bei Kunden bedeutende Stellung zu erreichen. In den regionalen Märkten werden alle KMU angesprochen, national sind hingegen inhaltliche Schwerpunkte gesetzt in den Segmenten »Bau«, »Handwerk«, »Industrie«, »Gesundheit und Pflege«, »Tiergesundheit«, »Kfz und Mobilität« sowie »Freizeit und Lebensart«. Investitionsentscheidungen konzentrieren sich auf diese Zielgruppen.

Übergeordnete strategische Ziele sind außerdem eine konsequente und nachhaltige Digitalisierung der Angebote der Schlütersche Mediengruppe in allen Geschäftsbereichen sowie die effizienzsteigernde Optimierung und Automatisierung von Prozessen.

1.2 Produkte

Im Jahr 2022 lag der Fokus im Geschäftsfeld der Telekommunikationsverzeichnisse (TKV) und Online-Marketing-Services (OMS) weiterhin auf der Umwandlung von TKV-Print zu TKV-Online- und/oder OMS-Kunden. Um die Umwandungsrate zu erhöhen, wurden u. a.

die Telesales-Aktivitäten mit externen Call-Center deutlich verstärkt. Bei der Produktentwicklung wurde der Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung des OMS-Portfolios gelegt. Mit neuen Content-Marketing- und Bewertungs-Produkten konnten neue Kunden gewonnen und bestehende weiterentwickelt werden. Die Weiterentwicklung des Kundenservices und der Service am Kunden vom Marketing über den Verkauf bis hin zum Innendienst stand auch 2022 im Fokus. Die strukturellen Verbesserungen führen zu einer noch effizienteren Abwicklung unserer Angebote, einer verbesserten Kundenzentrierung in den Prozessen und einer wachsenden Kundenzufriedenheit.

Im Ausblick wird das OMS-Portfolio in den folgenden Jahren weiter konsequent digitalisiert, standardisiert und automatisiert werden, ergänzt durch eine digital ausgerichtete Verzeichnisprodukte-Struktur und die Einführung einer MarTech-Lösung für KMU.

Die Zielsetzung der Schlüterschen Fachmedien war im Jahr 2022 ein Wachstum der digitalen Werbeumsätze bei gleichzeitiger Stabilisierung der Print-Erlöse. Es wurden neue digitale Werbeformen und Angebote am Markt platziert und für alle Medienmarken Digital-Abonnements (E-Magazine) eingeführt. Des Weiteren wurde das Akademie-Geschäft im Bereich Mobilität ausgebaut. Das pandemiebedingt ausgesetzte bfp FORUM (Veranstaltung im Bereich Kfz & Mobilität) fand nach zweijähriger Pause erstmalig wieder statt. Das Produktportfolio wurde noch stärker auf die Kernzielgruppen ausgerichtet. Portfolio-Bereinigungen gab es in den Bereichen Energie- und Verwaltungsmedien.

1.3 Steuerungssystem

Priorität für das gesamte unternehmerische Handeln haben Umsatzwachstum und die nachhaltige Sicherung der Ertragskraft des Konzerns. Im Mittelpunkt der Ziele stehen daher eine große Anzahl zufriedener Kunden sowie der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und die Anpassung an die Marktentwicklung.

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren für den Konzern sind die Entwicklung des Umsatzes und die Entwicklung des um Einmaleffekte bereinigten EBIT ("bereinigtes EBIT"). Das bereinigte EBIT ergibt sich aus dem Jahresergebnis zuzüglich Steuern, Zinsen und Finanzergebnis sowie dem periodenfremden Ergebnis.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1.1 Die wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,9 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. Damit konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten, auch wenn Faktoren wie die extremen Energiepreiserhöhungen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise u. a. für Nahrungsmittel, Fachkräftemangel sowie die im Jahresverlauf nachlassende Coronapandemie für schwierige Bedingungen sorgten. Auf der Nachfrageseite waren die privaten Konsumausgaben im Jahr 2022 die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie stiegen preisbereinigt um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Im Jahr 2022 wurden in Deutschland gut 115.100 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Das waren 9,3 % weniger Gründungen als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu lag die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen 2022 mit rund 138.500 um 4,9 % über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe sank 2022 gegenüber dem Vorjahr um 7,1 % auf rund 301.200.

(Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis)

2.1.2 Die Branchensituation

Werbemarkt

Für das Jahr 2022 weist der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. in einer vorläufigen Jahreserfassung ein Wachstum der Werbewirtschaft um 2,8 % auf EUR 48,66 Mrd aus. Der Grund für das Plus sei das weitere überproportionale Wachstum der digitalen Werbung, von dem nationale oder auch europäische Marktteilnehmer allerdings nur wenig profitierten. Hohe Papier- und Energiepreise belasteten vor allem die Printwerbeträger. Auf Kundenseite beeinträchtigten hohe Rohstoffpreise sowie Materialengpässe von Lieferkettenproblemen das Produktionsvolumen und damit die Werbebudgets.

(Quelle: Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V.)

Verzeichnismedien

Der Umsatz der Verzeichnismedien in Deutschland belief sich 2022 nach Angaben des Verbandes Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien e.V. auf EUR 559,5 Mio (-5,0 % zum Vorjahr). Davon entfielen EUR 279,7 Mio auf Print-Verzeichnisse und ebenfalls EUR 279,7 Mio auf Online-Produkte.

Das Örtliche hat mit 88,4 % einen hohen Bekanntheitsgrad (54,5 % für die digitalen Angebote) und verzeichnet kanalübergreifend sogar 957 Millionen Suchen im Jahr. Das Telefonbuch kommt bei der Bekanntheit auf 86,1 % (digitale Angebote: 54,3 %), die Suchen im Jahr belaufen sich auf 861 Millionen.

(Quellen: Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien e.V.)

Online-Marketing

Laut dem Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat der digitale Display-Werbemarkt im Jahr 2022 die Erwartungen nur anfangs erfüllen können: Zunächst hatte sich die Wachstumsdynamik aus den Vorjahren im ersten Quartal 2022 deutlich fortgesetzt. Die Zurückhaltung der Werbetreibenden infolge des Ukraine-Konfliktes schlug sich zunächst nicht in niedrigeren Werbeausgaben nieder, auch das zweite und dritte Quartal lagen jeweils über den Vorjahreszeiträumen. Das traditionell starke, vierte Quartal blieb hingegen unter den Erwartungen und unter den Umsätzen des Vorjahres. Insgesamt wuchs der digitale Display-Werbemarkt im Jahr 2022 um 1,1 %. Die Netto-Spendings in Höhe von EUR 5,2 Mrd markieren somit wieder einen neuen Höchstwert.

(Quelle: Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.)

Fachmedien

Im Jahr 2022 erwirtschaftete die deutsche Fachmedienbranche einen Gesamtumsatz von EUR 8,33 Mrd. Dies bedeutet laut Branchenverband Deutsche Fachpresse ein Wachstum um 4,2 % gegenüber 2021. Erstmals in ihrer Geschichte haben die Fachmedienhäuser mit dem Digitalgeschäft mehr Umsatz generiert als mit Print: Auf den Digitalbereich entfallen EUR 3,64 Mrd (43,7 % des Gesamtumsatzes) und auf den Printbereich (Fachzeitschriften und Fachbücher) EUR 3,54 Mrd (42,5 % des Gesamtumsatzes).

Der wichtigste Umsatztreiber 2022 war das Veranstaltungs- und Messegeschäft, dessen Anteil am Gesamtumsatz der Fachmedienbranche gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte auf 8,4 % gestiegen ist.

Auch das Digitalgeschäft, zu dem digitale Fachzeitschriften und Fachbücher, Webseiten, Datenbanken sowie Workflow- und Software-Lösungen zählen, ist mit einem Plus von EUR 137 Mio ein wesentlicher Umsatztreiber der Branche. Mit einem Umsatzanstieg von 3,9 % wächst dieser Bereich allerdings schwächer als noch im Jahr zuvor (+14,0 %).

Leicht gedämpft wird das Gesamtwachstum der Fachmedienbranche durch die Entwicklung im Printgeschäft, das weiter rückläufig ist (-1,3 %). Die Zahl der aufgelegten Print-Fachzeitschriftentitel ist von 5.616 im Jahr 2021 um 40 Titel auf 5.576 im Jahr 2022 gesunken (-0,7 %). Ebenfalls rückläufig (-2,2 %) ist die Auflage der Print-Titel von 566,7 Mio auf 554,0 Mio Exemplare. Der seit 2016 beobachtbare Rückgang der Auflagen hat sich damit auch 2022 fortgesetzt und fällt sogar etwas stärker aus als im Vorjahr.

(Quelle: Fachpresse-Statistik 2022 der Deutschen Fachpresse)

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 sind die Umsatzerlöse mit TEUR 60.670 um TEUR 1.409 (2,3 %) höher ausgefallen als im Jahr 2021.

Die Verzeichnis-Medien und Online-Marketing-Services, die im Geschäftsfeld TKV/OMS zusammengefasst sind, verzeichneten einen Umsatzrückgang von insgesamt 0,7 %. Trotz erheblicher Anstrengungen konnte ein Umsatzrückgang bei den Print-Medien von 9,83 % sowie bei den Online-Medien von 0,5 % nicht kompensiert werden. Auch durch den Umsatzanstieg der Online Marketing Services von TEUR 1.127 auf TEUR 10.175 konnte der Umsatzrückgang nicht vollständig ausgeglichen werden.

Im Geschäftsfeld Fachmedien sind die Umsätze insgesamt um 9,7 % gestiegen. Die Anzeigenerlöse konnten um TEUR 1.317 (11,3 %) gesteigert werden. Die Umsatzerlöse aus Veranstaltungen konnten im Jahr 2022, durch die Entspannung der Coronakrise und wieder stattfindende Veranstaltungen, von TEUR 263 auf TEUR 1.151 (337,6 %) gesteigert werden. Die Abonnements- und Vertriebserlöse sind mit TEUR 5.833 um TEUR 445 auch im Jahr 2022 leicht zurückgegangen.

2.2.2 Entwicklung der Aufwendungen

Die Aufwendungen für die Betriebsleistung (Gesamtaufwendungen ohne periodenfremde Aufwendungen, Sonderbelastungen, außergewöhnliche Aufwendungen, Steuern, Zinsen u. ä. Aufwendungen sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen) sind um TEUR 3.912 auf TEUR 63.029 gestiegen.

Die Personalkosten sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 325 gesunken. Der Materialaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.571 erhöht. Grund hierfür ist die vor allem für Papier und Energie. Im Wesentlichen betreffen die gestiegenen Aufwendungen Papier (TEUR 1.171), Aufwendungen für Veranstaltungen (TEUR 718) und sonstige Fremdleistungen (TEUR 428). Die Betriebsaufwendungen sind durch höhere Reparaturen und Instandhaltungen (TEUR 288), Vergütungen an Herausgeber (TEUR 219) und sonstige Personalaufwendungen (TEUR 163) gestiegen. Ursächlich für die gestiegenen sonstigen Personalaufwendungen sind Betriebsveranstaltungen/Jubiläumsfeier, Fort- u. Weiterbildungen sowie Aufwendungen für Personaleinstellungen. Der Verwaltungsaufwand (TEUR 565) hat sich durch den Anstieg von Beratungsleistungen (TEUR 242), Lizenzen, IT-Fremdleistungen und Wartungsverträge (TEUR 225) sowie Reisekosten (TEUR 85) erhöht. Des Weiteren sind die Vertriebskosten (TEUR 429) im Wesentlichen durch höhere Fracht- u. Transportkosten (TEUR 249) und Provisionen (TEUR 121) gestiegen.

Insgesamt ergibt sich somit, unter Einbeziehung der Bestandsveränderung von TEUR 88 (i. Vj. TEUR -231), ein bereinigtes EBIT ("Bereinigtes Betriebsergebnis") von TEUR -189, welches um TEUR -1.674 unter dem Vorjahr liegt.

2.3 Lage des Konzerns

2.3.1 Ertragslage

Der Konzern weist einen Jahresfehlbetrag für das Jahr 2022 von TEUR 14 (i. Vj. TEUR 462 Jahresüberschuss) aus.

Der Umsatz konnte im Jahr 2022, vor allem durch die Entspannung der Coronakrise und der wieder stattfindenden Veranstaltungen, gesteigert werden. In der gesamten Schlütersche Mediengruppe wurden die geplanten Umsatzerlöse nicht vollständig erreicht. Die Aufwendungen für Betriebsleistungen sind im Wesentlichen aufgrund der Inflation, der Umsatzsteigerung und Betriebsaufwendungen, die in den letzten zwei Jahren durch die Coronakrise nicht entstanden sind, um TEUR 3.912 (6,6 %) gestiegen. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Umsatzerlöse einschl. Bestandsveränderungen) ist mit 20,8 % um 3,5%-Punkte höher als im Vorjahr. Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Umsatzerlöse einschl. Bestandsveränderungen) ist um 2,6%-Punkte auf 48,2 % gesunken und die Umsatzrentabilität (bereinigtes EBIT/Umsatzerlöse einschl. Bestandsveränderungen) hat sich um 2,2%-Punkte auf -0,3 % verschlechtert.

Neben der oben beschriebenen Entwicklung der Umsatzerlöse steht die Entwicklung des bereinigten EBITs im Fokus der Geschäftsleitung. Das bereinigte EBIT ist im Geschäftsjahr um TEUR -1.674 gesunken. Durch die Inflation und vor allem die gestiegenen Preise für Papier und Energie, konnte die Prognose des Vorjahres, nach der das bereinigte EBIT auf dem Niveau 2021 erwartet wurde, nicht erreicht werden. Den größten Teil des EBITs trug das Geschäftsfeld TKV/OMS bei.

Das Beteiligungsergebnis hat sich um TEUR 203 auf TEUR 984 erhöht.

2.3.2 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme beläuft sich auf TEUR 40.534 und ist damit um TEUR 1.278 höher als im Vorjahr. Dies ist auf der Aktivseite auf die um TEUR 1.003 gestiegenen Forderungen gegen Gesellschafter und die gestiegenen Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, um TEUR 403 zurückzuführen. Bei den gestiegenen Forderungen gegen Gesellschafter handelt es sich im Wesentlichen um anrechenbare Steuern. Des Weiteren sind die liquiden Mittel um TEUR 428 gesunken. Zum 31. Dezember 2022 verfügt der Konzern über liquide Mittel in Höhe von TEUR 11.308.

Auf der Passivseite wirken sich die gestiegenen Pensionsrückstellungen um TEUR 1.841, Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht um TEUR 449 und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 367 aus.

Gegenläufig wirken sich die gesunkenen sonstigen Rückstellungen um TEUR 429, Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer um TEUR 550 und die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter um TEUR 273 aus.

Die Gesamtinvestitionen im Jahr 2022 beliefen sich auf TEUR 131 und betreffen Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Den Zugängen stehen planmäßige Abschreibungen von TEUR 1.357 und Abgänge der Betriebs- und Geschäftsausstattung, im Wesentlichen Hardware von TEUR 1.205, gegenüber.

Der Anteil des Anlagevermögens an der Konzernbilanzsumme beträgt 44,9 % (i. Vj. 47,1 %). Eigenkapital, Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung und langfristiges Fremdkapital decken das langfristige Vermögen zu 142,2 % (i. Vj. 130,5 %). In Höhe von TEUR 715 (i. Vj. TEUR 811) wurden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen mit den sonstigen Rückstellungen verrechnet. Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital beträgt unter Berücksichtigung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung 14,4 % (i. Vj. 15,0 %).

Der Brutto-Cashflow, ermittelt aus dem Konzern-Jahresergebnis zuzüglich Abschreibungen, beläuft sich auf TEUR 1.343 (i. Vj. TEUR 2.328).

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit reduzierte sich auf TEUR -1.199 (i. Vj. TEUR 1.380), im Wesentlichen bedingt durch das gesunkene Jahresergebnis sowie Veränderungen des Working Capitals.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit liegt bei TEUR 984 (i. Vj. TEUR 9.647).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist aufgrund der Auszahlung für die Tilgung von Krediten mit TEUR 241 negativ.

Insgesamt ergibt sich zum Bilanzstichtag ein um TEUR 429 niedrigerer Bestand an liquiden Mitteln.

2.4 Gesamtaussage

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2022 waren durch die Energiekrise, die Krise auf dem Papiermarkt und die starke Inflation beeinträchtigt, was sich in der Kostenentwicklung niederschlug. Das Geschäftsjahr war gekennzeichnet durch eine starke Fokussierung auf die weitere Digitalisierung der Mediengruppe, die Entwicklung der Gesamtstrategie der Mediengruppe und der Bereichsstrategien sowie auf daraus abgeleitete Umstrukturierungen und Kostenreduzierungen.

Der Umsatzsteigerung stehen erhöhte betriebliche Aufwendungen gegenüber, sodass das bereinigte EBIT unter dem Vorjahr liegt. Die Geschäftsführung plant die Kostenstruktur der zu erwartenden Umsatzentwicklung anzupassen, um in den Folgejahren ein positives bereinigtes EBIT zu erreichen. Die Geschäftsführung beurteilt die Geschäftsentwicklung im Jahr 2022 insgesamt als marktgerecht.

2.5 Personal- und Sozialbereich

Personalstandsentwicklung (ohne MA in Elternzeit)

31.12.2022 31.12.2021
Schlütersche Verlagsgesellschaft 81 91
Sonstige Konzern-Tochterunternehmen 324 334
405 425

In der Berufsausbildung waren zum Jahresende 9 Auszubildende (i. Vj. 11). Das Durchschnittsalter im Unternehmen betrug 47,0 Jahre (-0,2 Jahre). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit betrug 15,7 Jahre (-0,3 Jahre).

3 Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung und Prognose

Das Risikomanagementsystem der Schlüterschen ist nach den Bedürfnissen des Konzerns mittelständisch geprägt. Wesentlicher Bestandteil von Identifikation und Management der Chancen und Risiken sind regelmäßige Treffen des oberen Managements und als Informations- und Zusammenarbeitsplattform schwerpunktmäßig die Microsoft-365-Umgebung. Des Weiteren gibt es eine Richtlinie für die gesamte Mediengruppe zum Umgang mit Daten.

Gesamtwirtschaftliche- und Branchenentwicklung

Nach Einschätzung des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bleibt die Lage in Deutschland angespannt. Die hohe Inflation stellt auch 2023 eine große Belastung für die Konjunktur dar. Der Sachverständigenrat erwartet im laufenden Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 % und für das Jahr 2024 ein Wachstum von 1,3 %. Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust, die schlechteren Finanzierungsbedingungen und die sich nur langsam erholende Auslandsnachfrage verhindern einen stärkeren Aufschwung. Im Jahresdurchschnitt rechnet der Sachverständigenrat 2023 mit einer Inflationsrate von 6,6 %. Die Inflation komme dabei zunehmend in der Breite der Wirtschaft an, erst 2024 werde sie voraussichtlich auf 3,0 % zurückgehen.

(Quelle: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung)

Im Werbemarkt sieht die Prognose des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft das erste Halbjahr 2023 angesichts der von vielen Kunden angekündigten Budgetkürzungen als schwierig, auch weil die konjunkturelle Lage allgemein angespannt bleibe. Ab dem zweiten Halbjahr geht der ZAW von Entspannung und Besserung aus - vorausgesetzt, die geopolitische Lage und die Konjunktur bessern sich. Zum Jahresbeginn 2023 prognostiziert der Verband mindestens eine schwarze Null für die Branche, auch ein kleines Plus sei denkbar.

(Quelle: Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V.)

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e.V. rechnet für 2023 bei Display-Werbung mit Nettowerbeinvestitionen in Höhe von EUR 5,4 Mrd und einem Plus von 4,6 %. Die Prognose stützt sich auf die erwartete Konjunktur- und Einkommensentwicklung. Ein Rückgang bei den Energiepreisen und der Inflation sowie die Normalisierung in den Lieferketten wären positive Einflussfaktoren, die sich auch in den Marketing-Maßnahmen widerspiegeln würden.

(Quelle: Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.)

Im bundesweiten Markt der Fachmedien erwartet nur gut die Hälfte der Verlage für 2023 ein gleichbleibendes oder besseres Jahresergebnis, eine relative Mehrheit von 43 % befürchtet dagegen eine Verschlechterung. Jeweils mehr als die Hälfte der Verlage sieht Entwicklungschancen in einem Ausbau der Digitalisierung und organisatorischen Verbesserungen. Es folgen die Etablierung neuer Produkte und Geschäftsmodelle (z. B. Abo First, Paid Content) sowie die Kundengewinnung und Kundenbindung. Risiken werden vor allem in befürchteten Kostensteigerungen und der schwierigen Gewinnung von Personal gesehen.

(Quelle: Deutsche Fachpresse)

Unter den beschriebenen Voraussetzungen ist davon auszugehen, dass auch die Investitionsbereitschaft der Kunden der Schlüterschen im Jahr 2023 gehemmt ist. Aufgabe ist es den Kunden klar zu vermitteln, dass sie speziell in einer angespannten Marktlage von zielgerichteten digitalen Marketingleistungen profitieren.

Mit Blick auf die geplante Umsatzentwicklung 2023 der Schlüterschen beinhalten diese gesamtwirtschaftlichen- und Branchenentwicklungen sowohl Risiken als auch Chancen. Die Risiken werden als eher moderat eingeschätzt, die Chancen sehen wir ebenfalls als eher moderat an.

Unternehmensstrategische Entwicklung

Im Geschäftsfeld Telekommunikationsverzeichnisse und Onlinemarketingservices (TKV/OMS) gibt es mit bundesweit 5,8 Mio. kleinen und mittelständischen Unternehmen ein großes Kundenpotenzial, das die Schlütersche verstärkt nutzen will. Hierfür gilt es, neue Vertriebsgebiete zu erschließen und über die Verlagsgrenzen hinaus zu wachsen. Zielgruppen erschließen wir über Vertikalisierung und konzentrieren uns dabei auf wachsende und zukunftsfähige Branchen.

Wichtige Themen für den Mittelstand sind unter anderem Digitalisierung, Regularien und Gesetzgebungen, Kundenbeziehungen und Marketing sowie die Mitarbeitergewinnung. Indem wir hierfür die passenden Produkte und Dienstleistungen bereitstellen, zeigen wir, dass wir Bedürfnisse unserer Zielgruppen verstehen und sie bei der Problemlösung unterstützen.

Zusammen mit den Onlinemarketing-Produkten verkaufen Sales Manager der Schlütersche im Bereich TKV/OMS auch weiterhin Verzeichnis-Einträge. Die Verzeichnismarken Gelbe Seiten, Das Telefonbuch und Das Örtliche forcieren im Wettbewerb mit anderen Suchangeboten und Vermittlungs-Dienstleistern das Wachstum ihrer digitalen und insbesondere mobilen Angebote. Die Nutzerzahlen sollen insgesamt gesichert werden, die digitalen Nutzerzahlen weiter ausgebaut.

Um dem Trend zu digitalen Verzeichnissen gerecht zu werden, wird die Print2Online-Migration vorangetrieben. Hierbei überführt die Schlütersche ihre Kunden mit aktivem Print-Eintrag in ein Komplettpaket mit Print- und Online-Komponente. Die Migration erfolgt dabei innerhalb der entsprechenden Produktlinie (Gelbe Seiten/Gelbe Seiten regional, Das Telefonbuch, Das Örtliche) des Print-Auftrags. Angestrebt wird eine schrittweise Umstellung, bei der ein Großteil der Kunden automatisiert umgestellt wird.

Um die Potenziale im Geschäftsfeld TKV/OMS zu erschließen wird im Rahmen der Strategie die Überschneidung mit den Zielgruppen der Fachmedien deutlich stärker als bislang genutzt. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Angebot "Bewerberkick". Bei diesem Projekt werden die Ressourcen von handwerk.com, der Medienmarke "Norddeutsches Handwerk, der Zeitschrift für Tischlereihandwerk "genau" sowie Social-Media- und Google-Werbekampagnen kombiniert. Handwerksbetriebe werden auf unsere Lösung aufmerksam gemacht, um neue Mitarbeitende zu finden. Die gruppenweite Zusammenarbeit startet im April 2023 und bildet den Auftakt einer stärkeren Verzahnung zwischen Marketingservices und den Fachmedien.

Im Bereich Fachmedien setzt die Schlütersche auf die publizistische Weiterentwicklung der Medienmarken, Prozessoptimierung und einen stärkeren Fokus auf digitale Angebote. Das Portfolio digitaler Services für die Werbekunden ist über alle Titel hinweg größtenteils standardisiert. Verkauf, Redaktion und Marketing arbeiten gemeinsam mit der Geschäftsführung an der Optimierung und Verbreitung der Angebote. Ziel ist es, den Anteil digitaler Produkte am Gesamtumsatz kontinuierlich mindestens an das branchenübliche Niveau heranzuführen.

Ab 2023 erfolgt eine Aufteilung der Zielgruppenansprache in Nutzermarketing und Kundenmarketing, was entsprechen differenziert und bedarfsorientiert kommuniziert wird. Das bfp FORUM als große Veranstaltung der Schlüterschen Fachmedien ist in 2023 für den 17. und 18. Oktober 2023 angesetzt. Neuer Standort ist Mainz. Für die thematische Ausgestaltung und die Weiterentwicklung der Veranstaltung arbeitet das Projektteam mit einem Messebeirat aus verschiedenen Branchen-Fachleuten zusammen.

Im Geschäftsfeld der Regionalmedien wird ab 2023 die strategische Neuausrichtung auf dem Markt umgesetzt. Das Team von Kommunikation & Wirtschaft konzentriert sich im Portfolio auf zukunftsfähige Produkte mit stärkeren Digitalkomponenten. Als klares Wachstumsfeld stehen die Ausbildungsmedien da, die mit regionalen Ausgaben von "Ausbildungsguide" und "Gymme More" gezielt ausweitet werden. Der Standort Oldenburg hat hierfür sein Verkaufsteam in weiten Teilen neu aufgestellt.

Um die etablierten und neuen Produkte aller Geschäftsfelder effizient umzusetzen, passt die Schlütersche ihre internen Abläufe kontinuierlich in Richtung digitaler Workflows an.

Microsoft 365 ist in der gesamten Mediengruppe im Einsatz und ermöglicht in Kombination mit der weiteren Infrastruktur eine moderne, agile und hybride Arbeitsweise. Weitere Software-Lösungen führen wir schrittweise nach Bedarf ein. Aktuell befindet sich in der Schlüterschen z. B. das Software-Tool Invoice Manager im Pilotbetrieb. Mit Ausrollen auf die gesamte Mediengruppe bildet es den nächsten Schritt, um den Eingangsrechnungsprozess zu digitalisieren.

Auf Grundlage kontinuierlich zu optimierender Prozesse strebt die Schlütersche weiterhin die Entwicklung umsatzstarker digitaler Angebote für die Kernzielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen an. Als Mediengruppe kombinieren wir Branchen-Fachwissen mit Medien- und Marketing-Dienstleistungen zu zielgruppengerechten Leistungspaketen.

Die Schlütersche Akademie qualifiziert im fortlaufenden Change-Prozess die Mitarbeitenden sämtlicher Bereiche für die Aufgaben, die neue Geschäftsmodelle und Prozesse mit sich bringen. Die Akademie ist auch an Kommunikationsmaßnahmen für unser Employer Branding beteiligt. Eine klare Positionierung der Schlüterschen Mediengruppe als attraktiver Arbeitgeber soll unsere Position im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte für speziell die Geschäftsfelder stärken, die wir zukunftsfähig weiterentwickeln.

Die Erreichung dieser strategischen Ziele hängt von der erfolgreichen Umsetzung der erläuterten Maßnahmen ab. Die unternehmensstrategische Entwicklung birgt dabei sowohl Risiken als auch Chancen. Wesentliche Risiken können sich hierbei insbesondere ergeben aus weniger erfolgreichen Produktentwicklungen, einem schnelleren Rückgang des Printgeschäfts, stärker steigendem Wettbewerb im Online-Segment sowie Herausforderungen bei der Umstellung der internen Prozesse und Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter. Das Risiko einer erfolgreichen Umsetzung wird in diesem Zusammenhang als eher moderat eingeschätzt, die Chancen sehen wir als eher bedeutsam an.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die gesamtwirtschaftlich und politisch unsichere Lage (Krieg, Inflation, Energiekrise, Lieferengpässe, Tarifverhandlungen/Streiks u.v.m.) negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Auf das Gesamtjahr 2023 lassen sich etwaige Risiken und ihre finanziellen Auswirkungen gegenwärtig noch nicht vollständig abschätzen. Die Geschäftsführung rechnet aufgrund der oben erläuterten verabschiedeten strategischen Neuausrichtung damit, die konsequente Weiterentwicklung des Unternehmens und den damit verbundenen Umbau der Organisation sowie die notwendigen Investitionen aus eigener Liquidität finanzieren zu können. Somit wird voraussichtlich auch 2023 keine Fremdmittelaufnahme erforderlich sein.

Die Tochtergesellschaft Schlütersche Fachmedien GmbH geht ausweislich ihrer Unternehmensplanung für den Prognosezeitraum aus der operativen Tätigkeit und ergänzend aufgrund von Restrukturierungskosten von der Entstehung einer Liquiditätslücke aus. Daher wurde der Tochtergesellschaft von der Gesellschafterin Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG eine bis zum 30. Juni 2024 laufende Patronatserklärung erteilt. Weiterhin ist die Tochtergesellschaft vertraglich in das Cash-Pooling der Schlütersche Mediengruppe eingebunden. Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentlichen Unsicherheit auf Ebene der Tochtergesellschaft besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Tochtergesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko für die Tochtergesellschaft darstellt.

Die Gesamtstrategie der Schlüterschen Mediengruppe ist darauf angelegt, den langfristigen Bestand zu sichern und neues Wachstum zu ermöglichen.

Mit der Umsetzung der vom Gesellschafterbeirat verabschiedeten Strategie "Schlütersche 2027" plant der Konzern, sich insgesamt zukunftsfähig aufzustellen. Prozesse werden standardisiert und automatisiert, um effizienter und damit kostendeckend zu arbeiten. Damit verbunden ist eine deutliche Reduktion der Personalkosten, die mit einem Stellenabbau ab 2023 umgesetzt wird. Gleichzeitig wird in allen Geschäftsfeldern Konzentration, auf ertragreichere, skalierbare Produkte angestrebt. Wie unter den unternehmensstrategischen Risiken erläutert, hängt die Erreichung dieser strategischen Ziele von der erfolgreichen Umsetzung der erläuterten Maßnahmen ab.

Für das Jahr 2023 ist insgesamt ein leichter Umsatzrückgang geplant. Das bereinigte EBIT wird im Jahr 2023 voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

 

Hannover, den 31. Mai 2023

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Ingo Mahl, Geschäftsführer

Natalia Kontsour-Selivanov, Geschäftsführerin

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts"

unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit einer bedeutsamen Tochtergesellschaft

Wir verweisen auf den Abschnitt "Allgemeine Angaben" im Konzernanhang sowie die Angaben in Abschnitt "3 Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung und Prognose" des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Tochtergesellschaft Schlütersche Fachmedien GmbH ausweislich ihrer Unternehmensplanung für den Prognosezeitraum aus der operativen Tätigkeit und ergänzend aufgrund von Restrukturierungskosten von der Entstehung einer Liquiditätslücke ausgeht. Daher wurde der Tochtergesellschaft von der Gesellschafterin Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG eine bis zum 30. Juni 2024 laufende Patronatserklärung erteilt. Wie im Abschnitt "Allgemeine Angaben" und Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken" dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Tochtergesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die für die Tochtergesellschaft ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, den 11. September 2023

KPMG AG
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