Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 95433
Eingetragen
18.12.2012
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von pharmazeutischen GrundstoffenGroßhandel mit Anstrichmitteln
Gegenstand
die Erzeugung, Herstellung, Verarbeitung, der Vertrieb und Verkauf von Aminen und Aminderivaten.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Giancarlo Rossi
seit 28.5.2025
Prokura
Simon Michael Wenzel
seit 12.2.2024
Prokura
Bernd Noldt
seit 12.10.2023
Geschäftsführer
Chico Tandean
seit 12.10.2023
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Prokura
Thomas Dr. Gries
seit 3.11.2016
Geschäftsführer
Christina Pliml
seit 10.5.2013
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Global Amines Company Pte. Ltd.SGP
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Global Amines Company Pte. Ltd.
Singapore
10.000.445 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Global Amines Germany GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Global Amines Germany GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Global Amines Germany GmbH, Frankfurt am Main - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Global Amines Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Eschborn/Frankfurt am Main, 17. Juni 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kretschmer, Wirtschaftsprüfer

Herz, Wirtschaftsprüfer

BILANZ ZUM 31.12.2023 in TEUR

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.640 217
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.646 3.587
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.432 9.832
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 194 192
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.200 490
15.472 14.101
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1 1
18.113 14.319
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.147 2.192
2. Unfertige Erzeugnisse 4.284 5.293
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.865 1.938
12.296 9.423
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.733 6.655
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.343 6.694
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.674 1.349
- davon aus Steuern TEUR 1.482 (Vorjahr: TEUR 1.334)
22.750 14.698
III. Guthaben bei Kreditinstituten 2.200 4.267
37.246 28.388
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 297 52
BILANZSUMME 55.656 42.759

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 10.001 10.001
II. Gewinnvortrag 8.339 4.645
III. Jahresüberschuss 859 3.694
19.199 18.340
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.349 3.191
2. Steuerrückstellungen 0 252
3. Sonstige Rückstellungen 4.378 2.559
7.727 6.002
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.595 11.961
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.683 6.142
3. Sonstige Verbindlichkeiten 322 169
- davon aus Steuern TEUR 92 (Vorjahr: TEUR 106)
28.600 18.272
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 130 145
BILANZSUMME 55.656 42.759

GEWINN - UND VERLUSTRECHNUNG VOM 01.01. - 31.12.2023 IN TEUR

01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022
1. Umsatzerlöse 105.794 110.438
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.918 3.662
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.864 1.983
109.576 116.083
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -63.932 -67.065
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -15.616 -16.975
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -8.565 -8.040
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.341 -2.804
- davon für Altersversorgung TEUR -743 (Vorjahr: TEUR -1.284)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.241 -2.094
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -15.106 -13.568
-107.801 -110.546
Ergebnis aus Betriebstätigkeit 1.775 5.537
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 20 17
- davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -906 -231
- davon an verbundenen Unternehmen TEUR -815 (Vorjahr: TEUR -144)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -30 -1.629
11. Ergebnis nach Steuern 859 3.694
12. Jahresüberschuss 859 3.694

Anhang 2023

Allgemeines

Die Global Amines Germany GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Nummer: HRB 95433 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss der Global Amines Germany GmbH zum 31. Dezember 2023 ist nach den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ("GuV") ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Der Gesellschaftszweck der Global Amines Germany GmbH ist die Erzeugung, Herstellung, Verarbeitung, der Vertrieb und Verkauf von Aminen und Aminderivaten.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Entgeltlich erworbene Kundenstämme werden über eine Nutzungsdauer von 14 Jahren abgeschrieben.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Bei selbsterstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten entsprechend den bei dem Posten "Vorräte" erläuterten Bewertungsgrundlagen für Erzeugnisse ermittelt. Gegenstände, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden entsprechend ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer ausschließlich linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig.

Als Nutzungsdauer für Gebäude werden höchstens 33 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen höchstens 10 Jahre sowie für andere Anlagen und für Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung höchstens 10 Jahre angesetzt. Gebäude- und Einrichtungsteile, die auch technische Anlagen darstellen, werden mit einer Nutzungsdauer bis zu 33 Jahren abgeschrieben.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Vermögensgegenstände wird handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 und 2a EStG analog angewendet. Seit dem Zugangsjahr 2018 werden geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, 250 EUR bis 800 EUR betragen in voller Höhe als Aufwand erfasst (§ 6 Abs. 2 EStG). Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten weniger als 250 EUR betragen, werden gemäß § 6 Abs. 2a Satz 4 EStG in voller Höhe als Aufwand erfasst.

Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Soweit erforderlich, werden Zuschreibungen vorgenommen.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden - wie im Vorjahr - nicht vorgenommen.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten - gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei voraussichtlich dauernder Wertminderung - bilanziert. Soweit erforderlich, werden Zuschreibungen vorgenommen.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten, bei Erzeugnissen und Waren jedoch höchstens zu dem von den realisierbaren Preisen zum Bilanzstichtag abgeleiteten Wert. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip einer verlustfreien Bewertung beachtet. In den Herstellungskosten von Erzeugnissen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Zinsen auf Fremdkapital wurden nicht aktiviert. Alle erkennbaren Risiken des Vorratsvermögens, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalbetrag oder zum Barwert bei langfristigen (unverzinslichen und unterverzinslichen) Posten abzüglich eventuell notwendiger Einzelabschreibungen angesetzt.

Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert erfasst.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt.

Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, angesetzt. Alle sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden im Sinne des § 253 Abs. 2 HGB mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten restlaufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahren abgezinst.

Zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen siehe Text (9).

Den gebildeten sonstigen Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen liegen versicherungsmathematische Gutachten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck; Rechnungszinsfuß für die Jubiläumszuwendungen = 1,74 %) zugrunde.

Die Rückstellungen für Versorgungszusagen für Neueintritte ab dem 1. Januar 2011 sowie Verpflichtungen aus der Barlohnumwandlung, denen ein Deckungsvermögen zur Insolvenzsicherung gegenübersteht werden mit diesem gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens den Betrag der entsprechenden Rückstellung, wird der übersteigende Betrag in einem gesonderten Posten " Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" nach § 246 Abs. 2 Satz 3 HGB ausgewiesen. Im umgekehrten Fall wird der Überhang der Rückstellungen entsprechend als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bzw. als sonstige Rückstellungen ausgewiesen. Die Aufwendungen / Erträge aus der Auf- / Abzinsung der Pensionsrückstellungen werden mit den Erträgen / Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen verrechnet; der Gesamtbetrag wird entweder in den Zinserträgen oder den Zinsaufwendungen ausgewiesen und gesondert im Anhang angegeben.

Gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB sind die wertpapiergebundenen Versorgungszusagen (Langzeitkonten) sowohl im Bereich der Rückstellungen als auch das dazugehörige Deckungsvermögen mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Aus Vereinfachungsgründen erfolgt die unterjährige Verbuchung mit dem Devisenkassamittelkurs. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenkassamittelkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben / Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand / Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz ermittelt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Die sonstigen Steuern werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Erläuterungen

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus der Anlage 1 zum Anhang.

(1) Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände umfassen entgeltlich erworbene Kundenstämme, die im Rahmen der Akquisition des Quat-Geschäfts im Juni 2023 mit TEUR 2.643 aktiviert wurden, in Höhe von TEUR 2.489, REACH Registrierungen (TEUR 142; Vorjahr: TEUR 213) sowie Software (TEUR 9; Vorjahr: TEUR 4).

(2) Finanzanlagen

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 1 1
1 1

Die Global Amines Germany GmbH hält 100% an der Global Amines America Inc, Pearland, Texas/USA, deren Buchwert vollständig abgeschrieben wurde. Das Stammkapital von TUSD 500 wurde vollständig eingezahlt.

Außerdem hält die Global Amines Germany GmbH 1% an der PT Global Amines Indonesia, Medan/Indonesien.

Die Beteiligungen der Gesellschaft sind in der Anteilsbesitzliste aufgeführt (siehe Anlage 2 zum Anhang).

(3) Vorräte

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.147 2.192
Unfertige Erzeugnisse 4.284 5.293
Fertige Erzeugnisse und Waren 4.865 1.938
12.296 9.423

(4) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
an Kunden 5.733 6.655
- (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) (0) (0)
5.733 6.655

(5) Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.343 6.694
- (davon gegen Gesellschafterin) (13.343) (6.694)
Sonstige Vermögensgegenstände 3.674 1.349
17.017 8.043

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen gegen die Gesellschafterin Global Amines Company Pte. Ltd., Singapur (TEUR 13.343; Vorjahr: TEUR 6.694).

Die Restlaufzeiten sämtlicher übrigen Forderungen und Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr kleiner als ein Jahr.

(6) Guthaben bei Kreditinstituten

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten 2.200 4.267
2.200 4.267

(7) Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält gezahlte Prämien für Feuer-, Transport- und Haftpflichtversicherung für das Jahr 2023 in Höhe von TEUR 297 (Vorjahr: TEUR 52).

(8) Eigenkapital

31.12.2022 / 01.01.2023
TEUR
Veränderung
TEUR
31.12.2023
TEUR
Gezeichnetes Kapital 10.001 0 10.001
Gewinnvortrag 4.645 3.694 8.339
Jahresüberschuss 3.694 -2.835 859
18.340 859 19.199

Die Global Amines Company Pte. Ltd., Singapur, hält 100% der Anteile an der Gesellschaft.

Der Jahresüberschuss 2022 in Höhe von TEUR 3.694 wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

(9) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit TEUR 3.349 (Vorjahr: TEUR 3.191) für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der sog. Projected Unit Credit Method (Verfahren laufender Einmalprämien) errechnet worden. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages erfolgte unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Der Bewertung zum Bilanzstichtag wurde ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzinssatz zugrunde gelegt. Hierbei wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Bei dem Zinssatz handelt es sich um den für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,83 % ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von TEUR 40.

Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

Folgende Annahmen lagen der Berechnung zugrunde:

2023 2022
Rechnungszins für Rückstellungen ohne Planvermögen 1,83% 1,78%
Rechnungszins für Rückstellungen mit Planvermögen 1,83% 1,78%
Einkommenssteigerungen 2,50% 2,50%
Beitragsbemessungsgrenze 3,00% 3,00%
Rentenanpassung 2,20% 2,20%

Es wurden alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeiten zwischen 0,0% und 12,5% verwendet.

Soweit Planvermögen in Form von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und zweckgebundenem Fondsvermögen besteht, welches ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dient und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), wird dieses in Höhe des beizulegenden Zeitwerts mit den Verpflichtungen aus Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet.

Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens für Versorgungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2023 insgesamt TEUR 233 (Vorjahr: TEUR 198) und liegt mit TEUR 11 über den Anschaffungskosten (Vorjahr: TEUR 4 unter den Anschaffungskosten). Der beizulegende Zeitwert entspricht bei Rückdeckungsversicherungen den fortgeführten Anschaffungskosten (Deckungskapital zuzüglich Überschussbeteiligung) gemäß der Mitteilung der Versicherungsgesellschaft. Bei Fondsvermögen entspricht der beizulegende Zeitwert dem Kurswert. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Pensionsverpflichtungen liegt bei 244 TEUR.

(10) Sonstige Rückstellungen

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Sonstige Rückstellungen 4.378 2.559
4.378 2.559

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 3.453 (Vorjahr: TEUR 1.406) sowie Rückstellungen für mitarbeiterbezogene Verpflichtungen (ausstehende Urlaubstage, Jahresvergütung, u. ä.) von TEUR 758 (Vorjahr: TEUR 719) zusammen. Des Weiteren enthält der Posten Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen von TEUR 139 (Vorjahr: TEUR 127).

In den sonstigen Rückstellungen sind Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden für deren individuell aufgebaute Wertguthaben aus Bonuszahlungen, Urlaubsansprüchen, etc. (Langzeitkonten) enthalten. Zum Bilanzstichtag besteht hierfür ein Deckungsvermögen. Das Deckungsvermögen wird im Rahmen einer doppelseitigen Treuhand verwaltet (zweckexklusive, verpfändete und insolvenzgeschützte Vereinbarung). Bei dem Deckungsvermögen handelt es sich um garantieverzinste Versicherungsprodukte, welche gemäß HGB die Definition des Deckungsvermögens erfüllen und nach Bewertung zum beizulegenden Zeitwert mit den entsprechenden Verpflichtungen verrechnet werden.

Die Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitenden bemisst sich nach der Wertentwicklung des hierfür gebildeten Deckungsvermögens. Daher erfolgte zum Bilanzstichtag die vollständige Verrechnung der Verpflichtungen aus Langzeitkonten (1.423 TEUR) mit dem entsprechenden Deckungsvermögen, dessen beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2023 TEUR 1.424 beträgt. Der beizulegende Zeitwert liegt zum Bilanzstichtag um TEUR 1 über den historischen Anschaffungskosten.

(11) Verbindlichkeiten

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.595 11.961
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.683 6.142
- (davon gegenüber Gesellschafterin) (18.683) (6.142)
Sonstige Verbindlichkeiten 322 169
28.600 18.272

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren zu TEUR 1.118 (Vorjahr: TEUR 373) aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Gesellschafterin Global Amines Company Pte. Ltd., Singapur. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin stehen im Zusammenhang mit Darlehen der Muttergesellschaft.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 92 (Vorjahr: TEUR 106) enthalten.

Die Verbindlichkeiten haben unverändert zum Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

(12) Latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf den temporären und quasi-permanenten Unterschieden zwischen den Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise nach § 274 HGB.

Der Ermittlung von latenten Steuern wird ein Steuersatz von 27,38 % zu Grunde gelegt.

Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzbetrachtung) ein Aktivüberhang von TEUR 686 (Vorjahr: TEUR 546), der im Wesentlichen aus temporären Differenzen bei immateriellen Vermögensgegenständen, bei abgeschriebenen Finanzanlagen und im Bereich der Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen resultiert.

In Ausübung des bestehenden Ansatzwahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden bilanziell keine latenten Steuern angesetzt.

(13) Umsatzerlöse

Umsatzerlöse nach Arbeitsgebieten

2023
TEUR
2022
TEUR
Erlöse aus dem Verkauf von Produkten
- Amidobetaine 25 67
- Alkylbetaine 11.480 14.436
- Aminoxide 6.136 8.408
- Benzylquats 1.130 1.394
- Tertiäramine 22.050 37.563
- Primäramine 26.878 23.305
- Ester-/Methyl Quats 21.906 0
- Produkte der Lohnfertigung 10.930 16.610
Summe Erlöse aus dem Verkauf von Produkten 100.535 101.783
Summe Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen (*) 5.259 8.655
Gesamtumsatz 105.794 110.438

(*) Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen: Betrieb von Anlagen, Vermietung und Verpachtung, etc. für die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Frankfurt am Main.

Umsatzerlöse nach Wirtschaftsgebieten *

2023
TEUR
2022
TEUR
Europa 96.211 102.958
Amerika (Nord) 3.468 2.083
Amerika (Mitte + Süd) 989 202
Asien 4.757 5.187
Afrika und Australien / Ozeanien 369 8
105.794 110.438

* Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Wirtschaftsgebieten erfolgt nach dem Sitz der Endabnehmer.

(14) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus Investitionszuschüssen in Höhe von TEUR 385 (Vorjahr: TEUR 385) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 150 (Vorjahr: TEUR 55). Außerdem sind in diesem Posten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 905 (Vorjahr: TEUR 38) enthalten.

Die periodenfremden Erträge betragen TEUR 150 (Vorjahr: TEUR 55) und resultieren aus der Auflösung von nicht in Anspruch genommen Rückstellungen.

(15) Materialaufwand

2023
TEUR
2022
TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 63.932 67.065
Aufwendungen für bezogene Leistungen 15.616 16.975
79.548 84.040

Unter den Aufwendungen für bezogene Leistungen werden Herstellungen durch Fremdfirmen sowie fremdbezogene Energien erfasst.

(16) Personalaufwand

2023
TEUR
2022
TEUR
Löhne und Gehälter 8.565 8.040
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.341 2.804
- (davon für Altersversorgung) (743) (1.284)
10.906 10.844

(17) Sonstige betriebliche Aufwendungen

In diesem Posten werden im Wesentlichen Aufwendungen für Fremdleistungen (TEUR 8.525; Vorjahr: TEUR 7.591), Reparaturen und Instandhaltungen (TEUR 4.191; Vorjahr: TEUR 4.340), Mieten (TEUR 280; Vorjahr: TEUR 275), Aufwendungen für Sachversicherungen (TEUR 438; Vorjahr: TEUR 196) sowie sonstige Steuern in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 76) ausgewiesen. Des Weiteren enthält der Posten Aufwendungen aus Währungsumrechnungen (TEUR 327; Vorjahr: TEUR 29).

Die periodenfremden Aufwendungen betragen TEUR 42 (Vorjahr: TEUR 79).

(18) Zinsergebnis

2023
TEUR
2022
TEUR
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 20 17
- (davon aus verbundenen Unternehmen) (0) (0)
- (davon Saldo gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB aus der Aufzinsung von übrigen Personalrückstellungen TEUR -16 (Vorjahr: TEUR -15) und den Erträgen aus Deckungsvermögen von TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 16)) (3) (1)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -906 -231
- (davon an verbundene Unternehmen) (-815) (-144)
- (davon Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung) (-82) (-50)
-886 -214

(19) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belasten das Ergebnis vor Steuern mit TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 1.629).

(20) Ausschüttungssperre

Die Gesellschaft besitzt Vermögensgegenstände, die Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB darstellen. Der beizulegende Zeitwert dieser Vermögensgegenstände (nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB) liegt mit TEUR 11 über den Anschaffungskosten (Vorjahr: TEUR 4 unter Anschaffungskosten), sodass sich hieraus zum 31. Dezember 2023 keine Auswirkungen auf die Ausschüttungssperre ergeben. Es besteht weiterhin eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB für einen Unterschiedsbetrag (Abstockungsgewinn) von TEUR 40, der sich aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz für sieben bzw. zehn Geschäftsjahre ergibt - siehe Textziffer (9).

Bei der Gesellschaft liegt zum Bilanzstichtag zur Deckung des ausschüttungsgesperrten Betrags ein Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 9.198 vor.

Sonstige Angaben

Angaben über Mitarbeitende

Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt: 2023 2022
- Produktion und Hilfsbetriebe 109 105
- Verwaltung und übrige Bereiche 3 1
Belegschaft (ohne Auszubildende) 112 106

Sonstige bedeutende finanzielle Verpflichtungen

Die in der Bilanz nicht erscheinenden sonstigen bedeutenden finanziellen Verpflichtungen betreffen:

2023
TEUR
2022
TEUR
aus Miet- und Leasingverträgen 1.811 1.968
aus begonnenen Investitionsvorhaben 1.855 975
3.666 2.943

Bei den Miet-, Pacht- und Leasingverträgen handelt es sich um sogenannte Operating-Lease Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken können sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten. Hierfür gibt es derzeit keine Anzeichen.

Es bestehen wie im Vorjahr keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen.

Derivative Finanzinstrumente

Die Global Amines Germany GmbH hält zum 31. Dezember 2023 keine derivativen Finanzinstrumente.

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das Gesamthonorar für den Abschlussprüfer belief sich im Jahr 2023 auf TEUR 145 (Vorjahr: TEUR 108) und entfiel ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag mit wesentlicher Auswirkung auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich bis zur Bilanzaufstellung nicht ergeben.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresüberschuss von TEUR 859. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss zusammen mit dem Gewinnvortrag in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführung

Ernesto Iwao Horikoshi General Manager, geschäftsansässig in Singapur, Singapur Dr. Thomas Gries Head of Operations, geschäftsansässig in Gendorf, Deutschland

Bernd Noldt (seit 15. September 2023)

Kaufmann, geschäftsansässig in Rotterdam, Niederlande Chico Tandean (seit 15. September 2023)

Global Key Account Manager, geschäftsansässig in Rotterdam, Niederlande

Da nur ein Geschäftsführer eine Vergütung von der Global Amines Germany GmbH im Geschäftsjahr 2023 bezogen hat, wird bezüglich der Geschäftsführerbezüge die Befreiungsvorschrift gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

Mutterunternehmen

Die Global Amines Germany GmbH ist ein Tochterunternehmen der Global Amines Company Pte. Ltd., Singapur.

Gemäß § 290 HGB stellt die Global Amines Germany GmbH einen deutschen Teilkonzernabschluss auf.

Der Jahresabschluss der Global Amines Germany GmbH wird in den Konzernabschluss der Global Amines Company Pte. Ltd. einbezogen. Die Global Amines Company Pte. Ltd. erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und für den größten Kreis von Unternehmen und ist am Sitz des Mutterunternehmens erhältlich.

 

Frankfurt am Main, den 06. Juni 2024

Global Amines Germany GmbH

Die Geschäftsführung

Ernesto Horikoshi

Dr. Thomas Gries Chico Tandean

Bernd Noldt

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- oder Herstellungskosten Stand 01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
Stand 31.12.2023
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.434 2.655 0 0 4.089
1.434 2.655 0 0 4.089
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.437 234 0 0 4.671
Technische Anlagen und Maschinen 24.656 2.104 -2 279 27.037
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 498 54 -13 0 539
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 490 989 0 -279 1.200
30.081 3.381 -15 0 33.447
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 428 0 0 0 428
428 0 0 0 428
31.943 6.036 -15 0 37.964
Abschreibungen Stand 01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Stand 31.12.2023
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -1.217 -232 0 -1.449
-1.217 -232 0 -1.449
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -850 -175 0 -1.025
Technische Anlagen und Maschinen -14.824 -1.783 2 -16.605
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -306 -51 12 -345
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
-15.980 -2.009 14 -17.975
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen -427 0 0 -427
-427 0 0 -427
-17.624 -2.241 14 -19.851
Bilanzwert 31.12.2023
TEUR
Bilanzwert 31.12.2022
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.640 217
2.640 217
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.646 3.587
Technische Anlagen und Maschinen 10.432 9.832
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 194 192
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.200 490
15.472 14.101
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1 1
1 1
18.113 14.319

Anteilsbesitzliste

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Direkte Beteiligungen Eigenkapital 1 31.12.2023
in TEUR
Ergebnis 1 2023
in TEUR
Global Amines America Inc. Pearland, Texas, USA 100% -1.482 -1.619
PT Global Amines Indonesia Medan, Indonesien 1,0% 5.212 -2.872

Lagebericht 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die Global Amines Germany GmbH ("GAGG") ist eine Tochtergesellschaft der Global Amines Company Pte. Ltd. in Singapur. Die Global Amines Company Pte. Ltd. ("Global Amines") ist das Joint Venture der Clariant International AG, Muttenz (Schweiz), welche zur börsennotierten Clariant AG ("Clariant"), Muttenz (Schweiz) und der KOG Investments Pte Ltd., Singapur, die vollständig zur Wilmar International Ltd. ("Wilmar") in Singapur gehört. Clariant ist ein führendes Unternehmen zu Herstellung und Vertrieb von Spezialchemikalien und Wilmar ein führendes Agro-Unternehmen Asiens. Das Joint Venture Global Amines kombiniert Wilmars integriertes Agro-Geschäftsmodell und starke Position in Oleochemikalien mit Clariants technischer Kompetenz und langer Präsenz im Markt für Amine und Aminderivate. Dies positioniert die Global Amines als voll integriertes Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette von erneuerbaren Rohstoffen bis zu Aminderivaten. Basierend auf der globalen Präsenz kann die Global Amines Kunden weltweit unterstützen.

Der Unternehmenszweck der Global Amines ist die Produktion und der Vertrieb von Fettaminen und selektiven Aminderivaten. Das nach Übernahme weiterer Produktgruppen von Clariant zum 1. Juni 2023 vergrößerte Produktportfolio umfasst Fettamine (Primär-, Sekundär- und Tertiäramine) und ausgewählte Aminderivate (Aminoxide, Benzylquats, Betaine, Esterquats und Methylquats). Andere Amin-Spezialitäten werden weiterhin in Lohnfertigung für Clariant hergestellt (Amide, Propylendiamine, Polyetheramine).

Fettamine werden aus Fettsäuren (Primäramine, Sekundäramine) oder Fettalkoholen (Tertiäramine, einige Sekundäramine) hergestellt und gehören zu den nicht-ionischen Surfactants. Primäramine und Sekundäramine werden als Zwischenprodukte für die Bereiche Pflanzenschutz, Flotation/Bergbau, Ölraffinierung, Textil, Leder, Pigmente, Emulsionen und Plastik verwendet. Tertiäramine werden hauptsächlich zur Herstellung von Aminderivaten wie Aminoxide, Benzylquats, Betaine und Methylquats eingesetzt.

Aminoxide werden in Haushalts- und industriellen Reinigern als oberflächenaktive Substanzen verwendet (Flüssigreinigungsmittel, Fußbodenreiniger), während Betaine vor allem im Kosmetikbereich für Körper- und Haarpflegemittel eingesetzt werden. Betaine gehören zur Gruppe der amphoteren Surfactants. Die kationischen Surfactants Benzylquats werden in Desinfektionsmitteln in den Bereichen Haushalts- und industrielle Reinigung bzw. im Gesundheitsbereich verwendet. Die neu erworbenen Aminderivategruppen Esterquats und Methylquats werden vorrangig als Wäscheweichspüler bzw. in Körperpflegemitteln (Haarshampoos, Duschgele) und im technischen Bereich eingesetzt.

Neben dem Hauptsitz in Singapur unterhält die Global Amines zurzeit sieben Gesellschaften in Deutschland, China, Japan, den USA, Brasilien, Indonesien sowie in Mexiko (Neugründung im März 2023). In Gendorf / Deutschland, in Lianyungang / China, in der 2022 in Betrieb genommenen Tertiäraminanlage in Gresik / Indonesien sowie in der zum 1. Juni 2023 von Clariant erworbenen Aminanlage in Suzano / Brasilien betreibt die Global Amines eigene Anlagen für Basisamine. In den Aminanlagen in Gendorf und Suzano werden auch Esterquats hergestellt. Über Lohnfertigungsverträge hat Global Amines Zugriff auf über zehn Mehrzweckproduktionsstätten der Clariant für Aminderivate. Durch den Bezug von Oleochemikalien von Wilmar hat die Global Amines nennenswerte Integrationsvorteile für die wesentlichen Rohstoffe.

Die Geschäftstätigkeit der Global Amines Germany GmbH umfasst im Wesentlichen die Produktion von Basisaminen und Esterquats (nach Übernahme der zugehörigen Produktionsanlage von Clariant zum 1. Juni 2023) im eigenen Nitril-Amin-Betrieb in Gendorf, Lohnfertigung von Clariant (Aminderivate) und für Clariant (Spezialamine), sowie den Verkauf von Basisaminen und Aminderivaten. Das Exportgeschäft wird im Contract Manufacturing über die Global Amines Company Pte. Ltd., Singapur, abgewickelt. Des Weiteren ist die Global Amines Germany GmbH als Betriebsführer einer Anlage der Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Frankfurt am Main, tätig. Die Global Amines Germany GmbH wurde Ende 2012 gegründet. Sie betreibt selbst keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, da die Muttergesellschaft für die Bereitstellung von Know-How verantwortlich ist.

1.2 Steuerungssystem

Die Steuerung der Geschäfte erfolgt bei der Global Amines in einer eigenen Managementstruktur und nicht für einzelne Gesellschaften. Die Steuerung erfolgt nach Regionen und differenziert zwischen Aminen und Aminderivaten. Die Steuerungsgrößen sind in der Gruppe auf IFRS-Basis und können auf die Einzelgesellschaft Global Amines Germany GmbH nicht unmittelbar angewandt werden, da für diese allein HGB als lokale Rechnungslegungsnorm relevant ist. Zwischen IFRS und HGB bestehen im Ansatz und in der Bewertung bei diversen Bilanzposten Unterschiede, was die Ergebnisse in den Perioden unterschiedlich beeinflusst.

Um die Aussagekraft zwischen Lagebericht und Jahresabschluss nicht zu beeinträchtigen, wird eine einheitliche Basis verwandt. Die Darstellung des Geschäftsverlaufs wird auf Basis der HGB-Zahlen vorgenommen und es wird sich dabei, analog zum Konzern, auf die beiden wichtigsten Steuerungsgrößen Umsatz und Ergebnis aus operativer Sicht fokussiert. Das operative Ergebnis ergibt sich aus dem handelsrechtlichen Ergebnis der Betriebstätigkeit.

2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

2.1 Wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland

Die deutsche Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) hat sich gemäß der im Januar 2024 veröffentlichten Berichterstattung des Statistischen Bundesamt um 0,3 % im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Eine Erholung der deutschen Wirtschaft hat sich seit dem Corona-Jahr 2020 nicht eingestellt; im Vergleich zu 2019 ist das BIP 2023 sogar um 0,7 % niedriger. Das nach wie vor hohe Preisniveau dämpft deutlich die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringe Nachfrage aus dem In- und Ausland.

Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Die Produktion sank insbesondere in den energieintensiven Industriezweigen wie die Chemie- und Metallindustrie. Ein leichtes Plus konnte das Baugewerbe im Jahr 2023 preisbereinigt von 0,2 % erreichen. Dieses war aber durch weiterhin hohe Baukosten, Fachkräftemangel und zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen belastet. Stützend wirkten sich hingegen die meisten Dienstleistungsbereiche aus, wobei insgesamt in diesem Bereich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung auch leicht um 0,1 % zurückging. Dies lag vor allem am Handel, Verkehr und dem Gastgewerbe (-1,0 %), wohingegen der Bereich Information und Kommunikation wachsen konnte (+2,6 %).

Private und staatliche Konsumausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 bzw. 1,7 % preisbereinigt ab. Besonders stark sanken die preisbereinigten Ausgaben für langlebige Konsumgüter. Im öffentlichen Bereich spielte der Wegfall der staatlich finanzierten Corona-Maßnahmen eine entscheidende Rolle, die in den Jahren ab 2020 die Wirtschaftsleistung gestützt hatten. Die Bauinvestitionen sanken im Jahr 2023 preisbereinigt um 2,1 %, wohingegen in Ausrüstungen (Maschinen, Geräte und Fahrzeuge) verstärkt investiert wurde (3,0 %).

Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin robust. Die Erwerbstätigenzahl stieg um 0,7 % bzw. 333.000 Personen auf 45,9 Millionen und war damit so hoch wie niemals zuvor. Der Anstieg geht unter anderem auf die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie einer steigenden Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung zurück, und fand fast ausschließlich im Dienstleistungsbereichen statt.

Auf Basis der deutschen Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 konnten die öffentlichen Haushalte das staatliche Finanzierungsdefizit auf Basis der vorläufigen Berechnungen (Stand: Januar 2024) um 14 Milliarden Euro auf rund 83 Milliarden Euro reduzieren und erreichte damit eine Defizitquote von 2,0 %. Diese Quote liegt deutlich unterhalb der Quoten der letzten drei Jahre und auch unterhalb des europäischen Referenzwertes von 3,0 % aus dem Stabilitäts- und Wachstumspaketes, der allerdings für das Jahr 2023 ausgesetzt war. Im Jahr 2023 erfolgten zwar ebenfalls umfangreiche Zahlungen für die Gas- und Strompreisbremse, es entfielen aber unter anderem größtenteils die Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, wie Tests und Impfstoffe, was insgesamt die Finanzierungsbasis wieder stabilisiert hat und zu dem positiven Ergebnis bei der Defizitquote geführt hat.

2.2 Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr

Die Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland blieb auch zum Jahresende 2023 schwierig. Das Produktionsniveau verharrte weiterhin an einem Tiefpunkt und die Kunden im In- und Ausland hielten sich mit Bestellungen weiterhin zurück. Die Erzeugerpreise und der Branchenumsatz sanken. Trotz zurückgehender Energie- und Rohstoffpreise verblieben diese nach wie vor auf einem hohen Niveau und belasteten die Geschäfte wie die mangelnden Aufträge. Kostenstrukturmaßnahmen in der Chemie- und Pharmabranche gewannen deshalb weiter an Bedeutung, was auch die Schließung von einzelnen Geschäftsfelder wie auch die Verlagerung von Investitionen ins Ausland nach sich gezogen hat (VCI Quartalsbericht 3.2023).

Gemäß dem Branchenverband der chemischen Industrie in Deutschland kam für das Jahr 2023 ein Produktionsrückgang von 8 % zum Tragen bzw. war ein Rückgang von 12 % beim Branchenumsatz zu verzeichnen. Der Wert der Aus- und Einfuhren chemischer und pharmazeutischer Produkte lag auch im Dezember 2023 deutlich unter dem des Vorjahreswertes. Die Ausfuhren wie auch die Einfuhren sanken im Vorjahresvergleich für alle Chemiesparten. Ausfuhrseitig waren besonders stark der Bereich Anorganika betroffen und bei den Einfuhren bildete die Petrochemie das Schlusslicht.

2.3 Entwicklung der Global Amines Germany GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr

Nach dem die Preise für oleochemischen Rohstoffe im 4. Quartal 2022 ihren Höhepunkt erreicht haben und im 1. Quartal 2023 mäßig und im weiteren Jahresverlauf stärker gesunken sind und in Zusammenhang mit rückläufigen Energiekosten im Jahr 2023, setzte sich das Exportgeschäft mit der Muttergesellschaft im 1. Halbjahr 2023 mengenbezogen auf Vorjahresniveau fort, während es im 2. Halbjahr - bedingt durch die Quat-Akquisition - deutlich angestiegen ist.

Die Nachfrage nach Lohnfertigungsprodukten für Clariant ist im ersten Quartals 2023 gegenüber dem 4. Quartal 2022 zeitweise gestiegen, sank jedoch im Verlauf des Jahres ebenfalls merklich. Die veröffentlichten Preise oleochemischer Rohstoffe lagen im ersten Quartal auf dem hohen Niveau des Vorjahresende. Im Ende des zweiten Quartals sind sie etwas stärker gesunken und haben sich im weiteren Jahresverlauf auf diesem Niveau etabliert. Dies hat die Beschaffungskosten der GAGG entsprechend beeinflusst. Der Umsatz hat sich, aufgrund stabiler Verkaufspreise linear zum nachfragebedingten Mengenrückgang entwickelt.

Die Umsatzerlöse der Global Amines Germany GmbH betrugen im Berichtszeitraum 105,8 Mio. Euro (Vorjahr: 110,4 Mio. Euro), davon 19,8 Mio. Euro mit Drittkunden, 49,2 Mio. Euro Exportumsatz mit der Global Amines Company Pte. Ltd. in Singapur und 36,8 Mio. Euro Umsatz aus Lieferungen sowie Lohnveredlung und Services mit Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Frankfurt am Main.

Das Umsatzvolumen mit Drittkunden und verbundenen Unternehmen verringerte sich sich von 50,4 kt in 2022 auf 47,8 kt in 2023 (-5%).

Die Umsätze der einzelnen Produktbereiche stellen sich wie folgt dar:

2023
TEUR
2022
TEUR
Erlöse aus dem Verkauf von Produkten
- Amidobetaine 0,0 0,1
- Alkylbetaine 11,5 14,4
- Aminoxide 6,1 8,4
- Benzylquats 1,1 1,4
- Tertiäramine 22,1 37,6
- Primäramine 26,9 23,3
- Ester-/Methyl Quats 21,9 0,0
- Produkte der Lohnfertigung 10,9 16,6
Summe Erlöse aus dem Verkauf von Produkten 100,5 101,8
Summe Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen (*) 5,3 8,7
Gesamtumsatz 105,8 110,4

(*) Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen: Betrieb von Anlagen, Vermietung und Verpachtung, etc. für die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Frankfurt am Main.

3. Lage des Unternehmens

3.1 Ertragslage

Die für die Geschäftsführung relevanten finanziellen Leistungsindikatoren (Umsatz und Jahresergebnis) entwickelten sich wie folgt: Das Jahresergebnis schloss mit 0,9 Mio. Euro deutlich unter dem erwarteten Planergebniskorridor von 2 - 3 Mio. Euro ab. Dem Rückgang der Umsätze um 4,6 Mio. Euro steht ein Rückgang der Materialaufwendungen von 4,5 Mio. Euro gegenüber. Der Rohertrag (Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen - Materialaufwand) ist um 1,9 Mio. Euro auf 28,2 Mio. Euro gesunken.

Der Personalaufwand stieg lediglich um 0,1 Mio. Euro an. Dem tarifbedingten Anstieg der Löhne und Gehälter steht ein nur leichter Anstieg der Pensionsrückstellungen aufgrund der verwendeten versicherungstechnischen Parameter wegen des sich abschwächenden inflationären Umfeldes und der daraus resultierenden Anpassung der laufenden Pensionskassenrenten sowie Firmenrenten gegenüber. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Wesentlichen aufgrund des erhöhten Bezug von Fremdleistungen um 1,5 Mio. Euro an. Die Abschreibungen sind gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,1 Mio. Euro gestiegen. Das Ergebnis aus Betriebstätigkeit ist insgesamt um 3,7 Mio. Euro auf 1,8 Mio. Euro gesunken.

Das Zinsergebnis ist aufgrund der zusätzlichen Darlehensaufnahme zur Finanzierung der Quat-Akquisition und des erhöhten Zinsumfelds deutlich um 0,7 Mio. Euro angestiegen.

Das Steuerergebnis ist durch die Auflösung von Steuerrückstellungen für Vorperioden mit 0,03 Mio. Euro (Vorjahr: -1,6 Mio. Euro) nur leicht negativ.

Die durchschnittliche Gesamtauslastung des Nitril-Amin-Betriebs lag 2023 bei 48% und damit erneut deutlich unter Vorjahr (57%). Der Auslastungsrückgang spiegelt den wesentlichen Nachfragerückgang in allen Produktgruppen der GAGG wider.

3.2 Vermögens- und Finanzlage

3.2.1 Investitionen / Desinvestitionen (immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen)

Im Geschäftsjahr 2023 wurden 6,0 Mio. Euro in das Anlagenvermögen (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro) investiert. Die Abschreibungen betrugen 2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro).

Für das Jahr 2024 sind Investitionen in Höhe von 3,7 Mio. Euro geplant. Die Finanzierung dieser Investitionen ist mit Eigenmitteln vorgesehen.

Schwerpunkte der Investitionstätigkeit im Berichtsjahr waren die Akquisition des Quat-Geschäfts der Clariant in dessen Zuge Sachanlagen in Höhe von 0,5 Mio. Euro sowie Kundenlisten in Höhe von 2,6 Mio. Euro erworben wurde. Wesentliche Projekte betrieblicher Investitionen waren der Ersatz des Lagerbehälters V-630, die Ertüchtigung zweier Lagerbehälter im Tanklager 635, der Ersatz des alten Steuerungssystems der Hochdruck-Wasserstoff-Kompressoren sowie die Verbesserung des Heißölsystems. Mit der Umsetzung zweier Projekte zur statischen Ertüchtigung sowie zum Feuerschutz des Gebäudes 631 wurde nach deren Genehmigung Ende 2023 begonnen. Wie in den Vorjahren hatte die Erfüllung gestiegener gesetzlicher Anforderungen einen hohen Anteil (ca. 60% im Jahr 2023) an den betrieblichen Investitionen, insbesondere zur Luftreinhaltung und zum Boden- und Gewässerschutz. Weitere Investitionen dienten kleineren Ersatz- und Ergänzungsmaßnahmen sowie technischen Verbesserungen.

Wesentliche Anlagenabgänge sind nicht zu verzeichnen.

3.2.2 Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Mio. Euro auf 55,7 Mio. Euro gestiegen. Das Anlagevermögen liegt bedingt durch die beschriebenen Investitionen mit 18,1 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 14,3 Mio. Euro. Das Umlaufvermögen ist ebenfalls deutlich um 8,9 Mio. Euro auf 37,2 Mio. Euro angewachsen. Im Wesentlichen ist dies auf eine Erhöhung der Vorräte um 2,9 Mio. Euro auf 12,3 Mio. Euro sowie dem Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 6,6 Mio. Euro auf 13,3 Mio. Euro zurückzuführen.

Auf der Passivseite spiegelt sich die Erhöhung der Bilanzsumme bei den Verbindlichkeiten wider, die von 18,3 Mio. Euro auf 28,6 Mio. Euro angewachsen sind. Im Wesentlichen ist dies auf die Darlehensaufnahme bei der Muttergesellschaft zurückzuführen, während Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 2,4 Mio. Euro auf 9,6 Mio. Euro gesunken sind. Auch die Rückstellungen sind angestiegen. Der Anstieg belief sich auf 1,7 Mio. Euro auf 7,7 Mio. Euro.

Das Eigenkapital der Gesellschaft ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Mio. Euro auf 19,2 Mio. Euro angestiegen. Die Eigenkapitalquote ist bei einem Anstieg der Bilanzsumme von 12,9 Mio. Euro von 42,9 % auf 34,5 % gesunken.

3.2.3 Finanzierung

Die Finanzierung der Gesellschaft ist bei der derzeitigen Eigenkapitalquote grundsolide und belastbar. Sie erfolgt über Eigenmittel (19,2 Mio. Euro; Vorjahr: 18,3 Mio. Euro) und Fremdmittel (18,7 Mio. Euro; Vorjahr 6,1 Mio. Euro). Alle Zahlungsverpflichtungen konnten jederzeit erfüllt werden.

4. Bericht über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

4.1 Mitarbeitende

Die Belegschaft umfasste im Geschäftsjahr 2023 im Jahresdurchschnitt 112 (Vorjahr: 106) Mitarbeitende.

4.2 Qualität und Sicherheit

Das Managementsystem der Global Amines Germany GmbH dokumentiert die wesentlichen Regelungen zu Organisation und Führung und gibt konkrete Anforderungen zu den Bereichen Arbeits- und Anlagensicherheit, Gesundheitsschutz und Notfallmanagement. Es steht allen Mitarbeitern über betriebliche EDV-Systeme stets zur Verfügung, wird regelmäßig aktualisiert und im Rahmen der bestehenden Zertifizierungen nach verschiedenen ISO-Normen (ISO 9001, 14001, 45001 und 50001 sowie OHSAS 18001 und EMAS) regelmäßig in internen und externen Audits geprüft. Die bestehende RSPO-Zertifizierung erlaubt den zertifizierten Verkauf von Produkten nach Kriterien des Round Table on Sustainable Palm Oil nach der Massenbilanzmethode und dokumentiert die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf Nachhaltigkeit. Die regelmäßige Bewertung der Unternehmenstätigkeit in Bezug auf gesellschaftliche Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility; CSR-Zertifizierung) durch das internationale Ratingunternehmen EcoVadis ist ein wesentlicher Bestandteil der Global Amines Leitlinien. In der Neubewertung zum Oktober 2023 konnte Global Amines trotz ständig erhöhter Anforderungen erneut ein verbessertes Ergebnis von 77/100 Punkten (vorher 71/100) erzielen und damit die "Gold"-Auszeichnung bestätigen. Ebenfalls erfolgreich erneuert wurden die Zertifizierung der GAGG nach den ISO-Normen 9001, 14001, 45001 und 50001 sowie die für den Verkauf der hergestellten Produkte teils notwendige Zertifizierung nach den Kosher-Richtlinien.

Wichtige Kennzahl im Konzern ist die sogenannte Lost Time Accident Rate (LTAR; Zahl der Arbeitsunfälle mit einer Ausfallzeit von mindestens einem Arbeitstag im Verhältnis zu 200.000 betrieblichen Arbeitsstunden). Sicheres und umsichtiges Arbeiten aller Mitarbeiter sowie die regelmäßigen internen Schulungen trugen wesentlich dazu bei, dass sich - wie auch in den Vorjahren - kein Unfall mit Ausfallzeit ereignete und eine LTAR von Null erreicht wurde. Das Unternehmensziel zur Arbeitssicherheit wurde damit vollständig erreicht. In Bezug auf das Anlagensicherheitsniveau sind keine Ereignisse zu vermelden.

5. Chancen- und Risikenbericht

5.1 Allgemeine Geschäftschancen/-risiken

Die Chancen der Global Amines Germany GmbH liegen in erster Linie in den Kostenvorteilen durch die Integration auf der Wertschöpfungskette (insbesondere dem Bezug von Fettalkoholen und Fettsäuren von Wilmar). Zudem erlaubt die weltweite Ausrichtung der Global Amines den Zugang zu Key Account-Kunden im Sinne einer globalen Lieferfähigkeit.

Die Risiken liegen in erster Linie in der unterdurchschnittlichen Wachstumserwartung für den europäischen Markt gegenüber Schwellenländern und insbesondere Asien. Auch die hohe Wettbewerbsdichte und zusätzliche Kapazitäten im Markt sorgen für einen ständigen Preisdruck und weitere Kommoditisierung der Produkte. In den vergangenen zwei Jahren haben die stark gestiegenen und insbesondere in Deutschland außerordentlich hohen Energiekosten zu einem merklichen Anstieg der Fertigungskosten und einem erheblichen Standortnachteil im internationalen Wettbewerb geführt. Trotz des Rückgangs der Energiekosten in Deutschland gegenüber ihrem bisherigen Höchststand im Jahr 2022 liegen die Energiepreise einschließlich der Netzkosten und energiebezogenen Abgaben in Deutschland weiterhin bei einem Mehrfachen der vergleichbaren Preise im asiatischen Raum.

Anhaltend späte Auftragseingänge erfordern weiterhin eine genaue Bedarfsplanung mit kürzeren Planungsintervallen und eine flexible Berücksichtigung der jeweiligen Situation. Aufgrund der innereuropäischen Versorgung und der rückgängigen Nachfrage hatte die GAGG 2023 keine Einschränkungen in der Rohstoffbeschaffung.

Das Risikomanagement ist bei der Global Amines ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Grundlage dafür sind insbesondere die Managementstruktur, die Partnerschaften und die Berichts- und Informationssysteme.

Die Global Amines Germany GmbH ist in den weltweiten Vertriebs- und Produktionsverbund der Global Amines Gruppe eingebunden und damit auch in die entsprechenden Risikomanagementprozesse. Die Steuerung erfolgt zentral von Singapur aus. Das Risikomanagement beinhaltet auch die Identifikation neuer Risiken.

5.2 Rechtsrisiken

Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen können negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. So können beispielsweise Veränderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) oder des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) dazu führen, dass auf Dauer die steigenden Energiekosten und die regulatorisch bedingten Wettbewerbsnachteile im internationalen Vergleich nicht mehr kompensiert werden können. Ein Risiko hat sich durch das im Dezember 2019 von der Bundesregierung verabschiedete Klimaschutzprogramm 2030 konkretisiert. Teil des Programmes ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), wodurch Global Amines Mehraufwand durch Abgaben auf bestimmte Brennstoffe seit dem Jahr 2021 hat. Die am 29. Juni 2023 in Kraft getretene und zum 30. Dezember 2024 wirksam werdende EU-Entwaldungsverordnung wird zu einem Preisaufschlag auf den Import bestimmter oleochemische Rohstoffe und Zwischenprodukte in die EU führen und auch die GAGG betreffen.

5.3 Risiken aus der digitalen Vernetzung

Eine erfolgreiche Leistungserbringung hängt von einem einwandfrei funktionierenden Informationssystem ab. Cyber-Attacken könnten zum Verlust von Daten, Wissen, Anlagen und Geld führen sowie Produktions- und Lieferunterbrechungen zur Folge haben. Bei der Global Amines wird diesen Risiken durch ein umfassendes IT Security Konzept Rechnung getragen. Die digitale Vernetzung wird demgegenüber auch als Chance gesehen, sich weiter zu entwickeln und die Vorteile aus weitergehenden Automatisierungen zu nutzen. Die GAGG bezieht ihre IT-Dienstleistungen von Clariant, benutzt deren IT-Infrastruktur und erhält somit den IT-Standard eines Großunternehmens.

5.4 Leistungserstellungsrisiken

Im Rahmen der Versicherungen für Marine, Property Damage, Liability und Business Interruption hat die Global Amines Germany GmbH wesentliche Risiken in Grenzen gehalten, so dass aus Schadensfällen keine existenzbedrohenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft resultieren können.

5.5 Finanzwirtschaftliche Risiken

Währungsrisiken werden dadurch reduziert, dass die Global Amines Germany GmbH im Sinne eines Natural Hedging im Wesentlichen in Euro produziert und in Euro verkauft. Verkäufe in anderen Währungen werden von der Global Amines Company Pte. Ltd., Singapur, getätigt.

Das Forderungsausfallrisiko wird durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt und im Rahmen des Kreditsystems auf Basis von SAP überwacht.

Die Liquidität ist grundsätzlich durch eigene Mittel und durch die Möglichkeiten im Rahmen der Finanzierung durch die Muttergesellschaft sichergestellt.

Die für die Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäftes notwendigen Informationen werden nach internationalen Standards ermittelt. Diese Daten und Kennzahlen haben genügend Informationstiefe, um die verschiedenen Managementebenen frühzeitig und umfänglich über mögliche Risiken zu informieren.

5.6 Risiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Umwelt

Sowohl im speziellen durch die Abhängigkeit von importierten, oleochemischen Rohstoffen als auch generell durch die Einführung der neuen ESG-Regulierungen (Umwelt, Soziales, Governance) bestehen für das Unternehmen eine Reihe von Risiken. Im ersteren Fall bestehen Risiken grundsätzlich in der Verfügbarkeit oder steigenden Kosten der Rohstoffe. Im zweiteren Fall bestehen die Risiken in unterschiedlichen Anforderungen der sich noch entwickelnden Regulierungen und diese sach- und zeitgerecht in die bestehende Geschäftsprozesse und -praktiken zu implementieren.

Ein weiteres Risiko besteht in der steigenden Bedeutung der ESG-Faktoren für Investoren und Geschäftspartner. Unternehmen, die ESG-Vorgaben nicht ausreichend erfüllen bzw. keine nachhaltigen Geschäftspraktiken nachweisen, werden künftig höhere Hürden haben um Investitionen anzuziehen oder Geschäftspartnerschaften zu schließen. Dies könnte zu einem Wettbewerbsnachteil führen und das Unternehmenswachstum beeinträchtigen. Zudem könnten Änderungen in den Umwelt- und Sozialstandards Anpassungen in den Lieferketten und Produktionsprozessen erfordern, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen könnte. Auch die Auswirkungen der globalen Erwärmung, wie Wasserknappheit oder ähnlichen exogenen Veränderungen könnten die Kosten der Einsatzstoffe zusätzlich erhöhen.

Die sich jeweils ergebenden Risiken überwacht die Geschäftsleitung regelmäßig.

Weder für das Berichtsjahr noch für die folgenden Jahre sind den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risiken erkennbar.

6. Prognosebericht

Die gesamtwirtschaftliche Ausgangslage in Deutschland stellt sich zum Jahreswechsel 2023/2024 weiterhin sehr schwach dar bedingt durch die Nachwirkungen der vorangegangenen Krisen, insbesondere den erheblichen Kaufkraftverlusten als Folge des massiven Energie- und Nahrungsmittelpreisanstiegs, der schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung, der geopolitischen Krisen sowie den geldpolitischen Straffungen. Gemäß IWF wird zwar ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,5 % für das Jahr 2024 für Deutschland erwartet, was im internationalem Vergleich allerdings das Schlusslicht bedeutet. Dem gegenüber wird für die USA ein Wachstum von 2,1 % prognostiziert und für Frankreich immerhin noch 1,0 % und für China 4,6 % Wachstum erwartet. Allerdings liegen auch diese Werte insgesamt unter dem Vorjahr (USA, China) oder nur leicht darüber (Frankreich).

Die Weltwirtschaft steht insgesamt vor vielfältigen Herausforderungen. Die stark gestiegenen Zinsen und der noch nicht abgeschlossene Abbau der hohen Lagerhaltung im Nachgang der Lieferkettenstörungen lasten weiter auf der Industriekonjunktur. Dem Welthandel machen die Angriffe auf Frachter im Roten Meer zu schaffen, was zu deutlich längeren Transportzeiten führte bzw. einen Einbruch bei Containertransporten nach sich zog. Allerdings hat sich die globale Stimmung aufgehellt, trotz der vielfältigen weltweiten Krisen und Schwierigkeiten: Der Stimmungsindikator von S&P Global hat sich im Dezember 2023 weiter erholt und liegt Anfang Januar 2024 mit 51 Punkten leicht über der Wachstumsschwelle. Insgesamt wird nach Abschluss der Lagerkorrekturen wieder mit steigendem Neugeschäft im Jahr 2024 gerechnet, weshalb auch von einer moderaten Erholung des Welthandelsvolumens ausgegangen wird. In den westlichen Volkswirtschaften wird damit gerechnet, dass sich das Wirtschaftswachstum im Zuge der konjunkturellen Abkühlung der USA der moderaten wirtschaftlichen Erholung in den EU-Ländern annähert, welche durch die Energiekrise stärker betroffen waren. Dagegen ist in Asien eine Divergenz zwischen den sich abschwächenden Expansionsraten in China und Japan einerseits und den recht kräftig wachsenden übrigen asiatischen Ländern andererseits, allem voran Indien, zu erwarten. Auf dieser Basis wird damit gerechnet, dass die Nachfrage nach deutschen Exportgütern nach der ausgeprägten Schwäche im Jahr 2023 im Jahr 2024 insgesamt wieder steigen wird, wenn auch langsam.

Die Geschäftserwartungen der chemischen Industrie sind sehr verhalten, leichte positive Tendenzen zeichnen sich zu Beginn des Jahres 2024 ab. Im Februar sind sie zumindest wieder im positivem Bereich angelangt. Die Exporterwartungen nehmen parallel zu, allerdings gleichfalls nur geringfügig. Die Kapazitätsauslastung zum Jahresbeginn 2024 verharrte weiterhin deutlich unterhalb des Normalbereiches (VCI, im Februar 2024). Nach aktueller IFO-Erhebung zur Geschäftsentwicklung (Februar 2024) stabilisiert sich die Konjunktur auf niedrigem Niveau. Laut VCI wird für das Gesamtjahr 2024 mit einem vergleichbaren Produktionsvolumen wie im Jahr 2023 gerechnet (2023 lag der Rückgang bereits bei 8 % versus 2022). Ohne Berücksichtigung der Pharmaindustrie wird ein Rückgang des Produktionsvolumens von 1 % erwartet. Der Branchenumsatz wird sich auf dieser Basis voraussichtlich um 3 % erholen, ohne Pharma wird jedoch ein Umsatzrückgang von 5 % prognostiziert (VCI, Stand Dezember 2023).

Die Global Amines Germany GmbH rechnet für 2024 insbesondere bedingt durch die oben genannte Entwicklung der Weltwirtschaft und den im ersten Quartal 2024 beobachteten begrenzten Nachfrageanstieg für einen Teil der Produktgruppen mit einem leichten Anstieg des Mengenabsatzes gegenüber Vorjahr.

Wie bisher wird die Entwicklung der Gesellschaft weiterhin vom beschriebenen Umfeld beeinflusst und es werden daraus sich ergebende mögliche Risiken gesehen. Eine abschließende Beurteilung der tatsächlichen Einflüsse auf die wirtschaftlichen Bedingungen für die GAGG ist vorausschauend nur begrenzt möglich.

Die Nachfrage nach Lohnfertigungsprodukten für Clariant verläuft im ersten Quartal insgesamt unterhalb des Vorjahresniveaus (nach Berücksichtigung struktureller Änderungen durch die Übernahme des Geschäfts mit Primär- und Sekundäraminen von Clariant zum 1. Juni 2023). Die veröffentlichten Preise oleochemischer Rohstoffe liegen nach dem starken Preisrückgang im Jahr 2022 weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und sind erst Ende des ersten Quartal 2024 wieder leicht gestiegen. Zum Übergang von Q2 nach Q3 sind wegen der Haupterntezeit und dem Ende des Fastenmonats Ramadan leichte Preisrückgänge möglich. Die weitere Preisentwicklung im laufenden Jahr 2024 wird wie in den Vorjahren von der Verfügbarkeit (Ernteerträge), den Regulierungen der Erzeugerländer (Ausfuhrbedingungen, Mindesteinsatz von Palmölen in Kraftstoffe) und der Nachfrage, insbesondere in Asien, abhängen. Sofern hier keine unerwartet starken Veränderungen eintreten, werden sich Preisanstiege - die mit der üblichen Verzögerung die Beschaffungskosten der Global Amines Germany GmbH beeinflussen - voraussichtlich im bisherigen Rahmen halten. Die Prognose für den - auch rohstoffpreisabhängigem - Jahresumsatz basiert auf der Absatzmengenentwicklung in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres. Noch ist jedoch nicht erkennbar, ob und wie lange der für bestimmte Produktgruppen beobachtete Nachfrageanstieg anhalten wird.

Daraus ableitend wird für das Geschäft der GAGG unter Einschluss des zum 1. Juni 2023 erworbenen Quat-Geschäftsteils und der damit erstmaligen vollen Zurechnung des Geschäfts eine moderate Umsatzerhöhung erwartet.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Global Amines Germany GmbH mehr und mehr in den Kosten und im Absatz. Die Energiekosten sind wie vorher beschrieben weiter gesunken, liegen jedoch weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt vor 2021 und den Kosten europäischer und außereuropäischer Wettbewerber und werden die Fertigungskosten voraussichtlich auch im Jahr 2024 auf einem hohem Niveau halten. Die hohen Kosten konnten bislang durch entsprechende Preisgestaltung bisher an Kunden innerhalb Deutschlands und Europas weitgehend weitergegeben werden, führten jedoch insbesondere im internationalen Geschäft zu Mengeneinbußen zu Gunsten außereuropäischer Wettbewerber, die durch die oben beschriebenen Nachfrageeffekte in 2024 nur teilweise kompensiert werden können.

Im Jahresdurchschnitt wird 2024 eine betriebliche Auslastung von leicht unter 60% erwartet (2023: 48%). Im Bereich der Arbeitssicherheit wird erneut das Erreichen der Null-Unfall-Rate (LTA) angestrebt.

Für das Jahr 2024 wird - unter dem Vorbehalt der vorher erwähnten hohen Unsicherheit der kommenden Entwicklung - insgesamt mit einem Jahresergebnis zwischen 1 und 2 Mio. Euro gerechnet.

7. Dank an die Mitarbeitenden

Die Geschäftsleitung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das große Engagement und die außergewöhnlichen Anstrengungen bei der Durchführung der Aufgaben und Bewältigung der Herausforderungen im Jahr 2023.

 

Frankfurt am Main, 06. Juni 2024

Die Geschäftsführung

Ernesto Horikoshi

Dr. Thomas Gries

Bernd Noldt

Chico Tandean

Feststellung

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 wurde am 24. Juli 2024 festgestellt.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

22 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.