Stammdaten

Register
Amtsgericht Lüneburg HRB 900
Vorher
Züchtungszentrale Deutsches Hybridschwein Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Eingetragen
11.10.2005
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für die Tierhaltung
Gegenstand
Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung durch Züchtung und Verbreitung leistungsstarker Hybridschweine sowie Verwaltung eigenen Vermögens, der Abschluss und die Vermittlung von Verträgen über Waren aller Art sowie die Erbringung mit dem Unternehmensgegenstand im Zusammenhang stehender Beratungs-, Dienst- und Werkleistungen, soweit die vorstehend genannten Tätigkeiten nicht erlaubnispflichtig sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Heiko Plate
seit 31.7.2025
Prokura
Hartmut Geerink
seit 27.1.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Gesellschafter
Beta

4 von 5 Anteilseignern sichtbar

Name
Ort
Anteil
VzF GmbH Erfolg mit Schwein
Germany
51.29%
BHZP-Erzeugergemeinschaft Nord-West eG
Germany
46.16%
Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG
Germany
1.70%
Hessische Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine eG
Germany
0.71%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BHZP GmbH

Dahlenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht

I. Rahmenbedingungen und Markt

Rahmenbedingungen

Das Wirtschaftsgeschehen allgemein war 2021 wie im vorangegangenen Jahr auch sehr stark geprägt von der weltweiten Corona-Pandemie. Die deutsche Wirtschaft konnte sich nach dem Einbruch 2020 geringfügig erholen. Das preisbereinigte Brutto-Inlandsprodukt fiel um 2,9% höher aus als im Vorjahr. Die Wirtschaftsleistung hat trotz aller Robustheit das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht.

Impfstoffzulassungen und flächendeckende Impfstrategien sollten das Infektionsgeschehen beherrschbar machen. So waren am 18.12.2020 70% der deutschen Bevölkerung grundimmunisiert. Die Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld sichern die Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Arbeitgeber für einen stabilen Arbeitsmarkt. In Kombination mit der Verlängerung des Aussetzens der Insolvenzantragspflicht bis April 2021 wurden die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abgefedert. Viele Branchen sind existenziell bis zum heutigen Tage betroffen. Neben Touristik, Fluggesellschaften und Gastronomie liegen der Einzelhandel, aber auch das Kultur- und Veranstaltungsgewerbe am Boden. Viele Länder versuchen dem mit Staatsgeld entgegenzuwirken, was zu einem Anstieg der Staatsverschuldung rund um den Globus führt.

Markt

Weltweit wurden 2021 345,6 Mio. t Fleisch produziert. Nach wie vor dominiert Schweinefleisch die Nachfrage, allerdings weisen die Verzehrszahlen einen steigenden Trend zu Geflügelfleisch aus. Die Prognosen für den weltweiten Schweinefleischkonsum belaufen sich bis 2030 auf eine Steigerung von 7% (Australien, Südkorea) und 37% (Vietnam). Für Europa (EU28) und Japan dagegen werden Rückgänge um -5% bzw. -2% erwartet.

Obwohl das Jahr 2021 große Herausforderungen an alle Wertschöpfungsstufen bereithielt, ist die Schweineerzeugung in der EU noch einmal leicht gestiegen. Dieser Trend dürfte sich im laufenden Jahr 2022 um etwa -3% drehen. Kompensiert wird die geringere Nachfrage auf dem Heimatmarkt EU durch steigende Exporte. Mit etwa 4,4 Mio.t stammen 38% des weltweit gehandelten Schweinefleisches aus Europa und die EU ist größter Exporteur.

Der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland im September 2020 hat zu einer weltweiten Verschiebung der Warenströme geführt. Etliche Drittländer, so auch China, haben Importverbote verhängt. Sonderregelungen waren bisher wenig erfolgreich. Andere Länder wie Spanien und USA haben diese Lücke gefüllt.

Innerhalb der EU hat Spanien mit 32,4 Mio. gehaltenen Schweinen bei einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 3,3% die Spitzenposition ausgebaut. Deutschland nimmt bei -3,1% und 24,7 Mio. Schweinen den 2. Rang ein, gefolgt von Dänemark und Frankreich mit jeweils 13,2 und 13,0 Mio. gehaltenen Schweinen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronageschehens treffen Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Die flächendeckende Schließung von Gastronomiebetrieben hat auch international zu einer deutlichen Verschiebung des Fleischkonsums und damit der Absatzmöglichkeiten geführt. Der Wegfall des Außer-Haus-Verkaufs sorgte für große Absatzprobleme bei Schweine- und Rindfleisch. Der Handel mit Edelteilen wie Filets, Lachs und Rumpsteaks gestaltete sich besonders schwierig, da diese zum Großteil von den Gastronomiebetrieben und Hotels nachgefragt wurden. Ein Zusammentreffen einer größeren Anzahl an Personen war weiterhin untersagt, Feierlichkeiten jeder Art somit nicht möglich. Zwar fragten die privaten Haushalte deutlich mehr Fleisch im Handel nach, aber dabei handelte es sich um günstigere Fleischteile.

Daneben kam es immer wieder zur zeitweisen Schließung von Schlacht- und Zerlegebetrieben, infolgedessen sich ein "Schweinestau" entwickelte. Schlachtreife Schweine konnten nicht abgenommen werden, die Verweildauer in den Ställen verlängerte sich, die Schweine wurden schwerer als gewünscht, wodurch es zu Abschlägen bei den Erlösen kam. Zwangsläufig geriet auch der Ferkelmarkt in Bedrängnis. Die Folge waren erhebliche Preisschwankungen für Ferkel und Schlachtschweine. Die Ferkelerzeuger erlösten 2021 im Mittel 38,35€/28kg Ferkel, allerdings mit Schwankungen zwischen 22€/28kg Ferkel und 58€/28kg Ferkel. Bei den Schlachtschweinen lag der mittlere Erlös bei 1,33€/kg Schlachtgewicht, bei einer Streuung von 1,19€/kg bis 1,57€/kg, wohingegen 2020 ein mittlerer Erlös von 1,57€ notiert wurde.

Die Schweinehaltung in Deutschland geht schleichend, politisch gewollt oder zumindest toleriert, zurück. Zuchtunternehmen legen einen besonderen Fokus auf die Entwicklung in der Sauenhaltung. Hier hält der Trend zur Verringerung der Betriebe und der Anzahl gehaltener Sauen unvermindert an. Wurden 2005 noch 2,5 Mio. Sauen in 34.000 Betrieben gehalten, so waren es 2021 1,5 Mio. Tiere in 6.500 Beständen.

In diesem abnehmenden und hart umkämpften Markt ist die BHZP GmbH seitens eigener Produkte und Dienstleistungen sehr gut aufgestellt. Neben dem bewährten Endprodukteber Pietrain db.77 sind der db.77 Teamplayer, der Kreuzungseber db.Carl und der Duroc db.Siegfried im Angebot. Zusammen mit der ungebrochen erfolgreichen Jungsau db.Viktoria, der db.Klara für Öko-Betriebe und Eigenremontierungsvertragsvarianten wie auch Softwarelösungen hat die BHZP GmbH ein leistungsfähiges Portfolio, das zunehmend zu einer Nachfrage aus dem Ausland führt.

II. Geschäfts- und Personalentwicklung, wirtschaftliche Grundlagen

Ertragslage

Die Umsatzerlöse liegen im vergangenen Geschäftsjahr mit Mio. € 12,8 um Mio. € 1,0 unter Vorjahr, was maßgeblich aus dem geringeren Marktpreisniveau für Zucht- und Schlachttiere resultiert. Der Materialaufwand liegt um rd. 4% über Vorjahr. Die Personalaufwendungen befinden sich um rd. 7% unter Vorjahr und die Sachaufwendungen liegen um rd. 13% geringer. Durchschnittlich hat das Unternehmen 115 Mitarbeiter (im Vorjahr: 128 Personen und einen Auszubildenden) beschäftigt. Der Rohertrag liegt unter dem Vorjahreswert. Der Abschreibungsaufwand ist um 7% gesunken.

Der Zinsaufwand ist als Folge der Finanzierung der Übernahme der Geschäftsanteile an der Schweinezucht Neuhaus GmbH und des Beginns des Kapitaldienstes für das Neubauvorhaben in Ellringen hoch. Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf € 767.484,31 (Vorjahr Jahresüberschuss € 60.554,02).

Vermögens- und Finanzlage

Aufgrund des umfangreichen Investitionsprogrammes ist das Anlagevermögen in den vergangenen Jahren erheblich gestärkt worden. Durch den in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 bestehenden Baustopp beim Neubau des Basiszuchtbetriebes in Ellringen ist der Weiterbau im Geschäftsjahr 2023 vorgesehen. Die Bilanzsumme hat sich von Mio. € 21,52 auf 21,08 vermindert.

Die liquiden Mittel haben sich von T€ 590 auf T€ 530 verringert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen T€ 835 und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Mio. € 1,05.

Es wird ein Jahresfehlbetrag von T€ 767,5 ausgewiesen.

Die Finanzlage ist aufgrund der angefallenen Verluste und des Finanzbedarfes angespannt.

III. Investitionen und Finanzierung

Im Jahr 2017 ist nach einer 5-jährigen Vorbereitungszeit die Genehmigung des Bauvorhabens eines neuen Basiszuchtbetriebes am Standort Ellringen erfolgt. Der Baubeginn hat Anfang 2018 stattgefunden. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind bereits wesentliche Teile der Gebäude errichtet. Anfang 2019 wurde ein Baustopp verhängt. Allerdings sind die formalen Mängel am ersten Bebauungsplan, die gerichtlich im Normenkontrollverfahren festgestellt wurden, mittlerweile durch den Neuabschluss eines städtebaulichen Vertrages in Form eines neuen Bebauungsplanes (Beschlussfassung Ende 2020, Bekanntmachung Anfang 2021) geheilt. Die Baugenehmigung besteht fort. Die Aufhebung des Baustopps ist Ende 2022 erfolgt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten valutieren per 31.12.2021 mit € 11.013.916,42 nach € 11.858.853,06 im Vorjahr. Der Kapitaldienst für die Darlehen zur Errichtung des Bauvorhabens in Ellringen und für den Kauf der Schweinezucht Neuhaus GmbH wurde im Berichtsjahr ordnungsgemäß geleistet.

IV. Chancenmanagement

Die BHZP GmbH hat sich inzwischen zum genetischen Vollsortimenter mit umfassenden Dienstleistungen entwickelt. Die nun zur Verfügung stehenden Sauen- und Ebervarianten ermöglichen die Gesamtabdeckung von Marktwünschen allgemeiner Art als auch die Bedienung spezieller oder regionaler Bedürfnisse. Bei herkunftsorientierten Märkten kann es von Vorteil sein, dass BHZP-Tiere zu 100% aus deutscher Produktion entstammen. Mit der selbst erstellten Software db.Planer ist die BHZP GmbH führend in Deutschland.

Die beiden Hauptgesellschafter haben ihre personellen Anstrengungen für Verkaufsaktivitäten intensiviert. Daneben führen sie ab Mitte 2021 einen Solidarbeitrag je verkaufter Sau an die BHZP GmbH ab. Zeitgleich wurden die Lizenzgebühren auf Spermatuben angehoben.

Das zusammen mit einem internationalen Partner begonnene Auslandsgeschäft entwickelt sich sehr positiv. Neben dem Verkauf von Ebern wurde ein Sauenbestand für die Vermehrung des db.77 aufgebaut, um die dortigen Kunden vor Ort beliefern zu können. Die langfristigen Verträge sehen über die nächsten Jahre hinweg einen jährlichen Mengenzuwachs und über sukzessiv höhere Preise einen stufenförmigen Ertragszuwachs vor. Mithilfe dieses "Globalplayers" hat BHZP exklusiven Marktzugang zu Spanien und Portugal erhalten, wo die Schweineproduktion massiv ausgebaut wird.

V. Risikomanagement

Die Gesellschaft beobachtet laufend die Bilanz- und Ertragsstruktur, um insbesondere finanziellen Risiken vorausschauend begegnen zu können.

Zur Zinssicherung bei den abgeschlossenen Darlehen zur Finanzierung des Bauvorhabens des Basiszuchtbetriebes in Ellringen und zum Erwerb der Geschäftsanteile an der Schweinezucht Neuhaus GmbH wurden Zins-Swaps abgeschlossen.

Im 9. Jahr der Bemühungen, einen neuen Basiszuchtbetrieb am Sitz der Gesellschaft in Ellringen zu errichten, ist erneut festzustellen, dass die Errichtung von Agrarimmobilien in Deutschland, insbesondere solche zum Zwecke der Tierhaltung, kaum noch möglich ist. Kleinste formelle Mängel im Verfahrensprozess zur Aufstellung des Bebauungsplanes und zur Erteilung der Baugenehmigung werden nach dem genehmigten vorzeitigen Vollzug und dem erfolgten Baubeginn seitens der sehr gut organisierten Gegner genutzt, um einen Baustopp zu erwirken. Die Phase des Baustopps ist bisher genutzt worden, um nicht nur die festgestellten Formalmängel zu beheben, sondern auch möglichen weiteren Anfechtungen keine Angriffsfläche zu bieten. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Dahlenburg hat in seiner Sitzung am 12.05.2021 den vorgetragenen Wünschen zur Änderung des Durchführungs- und Erschließungsvertrages zugestimmt. Nachfolgend hat der Gemeinderat am 26.05.2021 ebenfalls zugestimmt. Allerdings sind die Wege, selbst bei zeitnahem Weiterbau, lang, den Stall bestimmungsgemäß in Betrieb zu nehmen.

Aus unternehmerischer Sicht fehlen in dieser Phase einerseits die zusätzlichen Stallplätze für die Intensivierung der Zuchtarbeit bei den aufgestallten Reinzuchtlinien. Andererseits erfolgt, wenn auch unfreiwillig, eine Streckung der finanziellen Belastungen aus dieser Großinvestition. Der Kapitaldienst wird auch für diese Investition bereits geleistet, so dass sich der Verschuldungsgrad in kleinen Schritten reduziert. In der vorliegenden Geschäftsplanung, die auf fünf Jahre in die Zukunft gerichtet ist, macht sich diese zeitliche Streckung in der Liquiditätsplanung positiv bemerkbar und auch die mit den finanzierenden Banken vereinbarten Covenants werden mit deutlichem Abstand eingehalten. Die anstehenden Finanzierungsgespräche für die Erschließungsinfrastruktur und den Bauabschluss sind eine besondere Herausforderung. Zur Sicherstellung der Kapitaldienstfähigkeit sind langfristige Programme zur Ertragsstärkung und Kostenreduktion erarbeitet worden. In Abstimmung mit den Hauptgesellschaftern sind kurzfristige Maßnahmen zur Liquiditätsstützung umgesetzt worden. Die derzeitige Liquiditätsausstattung ist knapp, aber entsprechend der Planung ausreichend zur Aufrechterhaltung der langfristigen Kapitaldienstfähigkeit.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Wildschweinebeständen im Osten Deutschlands ausgebrochen. Dem ersten Fall im September 2020 im Landkreis Spree-Neiße folgten weitere Fälle in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Im Juli 2021 wurde die ASP erstmals bei Hausschweinen in Brandenburg sowie in Mecklenburg-Vorpommern im November 2021 amtlich festgestellt. Die Maßnahmen zur Eindämmung und Rückdrängung laufen, werden aber bei realistischer Einschätzung etliche Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Die politischen Bemühungen zur Bekämpfung der Tierseuche erscheinen eher halbherzig. Ein Abriegeln ganzer Regionen hat negative Auswirkungen auf die Bevölkerung. Eine moderne, tiergerechtere Haltungsform mit Auslauf ist gesellschaftlich opportun, obwohl Stallhaltungspflicht der Outdoorbestände aus seuchenhygienischen Gründen angesagt wäre.

Die Krisenszenarien Corona-Pandemie im Humanbereich, ASP-Seuche im Tierbereich werden seit Februar 2022, erweitert um das Kriegsgeschehen in der Ukraine, verursacht durch den Überfall Russlands. Dieser Krieg hat in kurzer Zeit die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen verändert. Die politisch unumgänglichen Sanktionen des Westens, einschließlich des Rückzugs von Unternehmen aus ihrem Russland-Geschäft, verursachen umfangreiche Probleme und Anpassungslasten. Steigende Energiepreise, ausfallende Lieferanten und wegfallende Märkte werden zu spürbaren gesamtwirtschaftlichen relevanten Auswirkungen führen. Diese betreffen insbesondere auch die internationalen Agrarmärkte. Denn Russland und die Ukraine sind weltweit bedeutende Exporteure wichtiger Agrargüter - allen voran Sonnenblumenöl, Gerste und Weizen. Laut FAO, der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, exportieren allein diese beiden Länder zusammen knapp 64% des weltweit gehandelten Sonnenblumenöls. Bei Weizen sind es knapp 30%, bei Gerste rund 25%. Deutschland hat einen Exportanteil bei Weizen von 4,7%. Lebensmittelengpässe drohen, insbesondere sind ärmere Länder betroffen, die auf Getreideimporte als Nahrungsgrundlage angewiesen sind. Die Folgen sind derzeit insgesamt nicht absehbar. Steigende Kosten für Energie, Futter, Dünger, Maschinen, Baumaterialien verteuern die Produktion, so dass der Druck auf die Betriebe bleibt und vermutlich noch zunehmen wird, auch wenn der Staat mit erheblichen finanziellen Mitteln wie der Coronahilfe der Wirtschaft unter die Arme greift.

Die Corona-Pandemie war und ist eine besondere Herausforderung für die einzelnen Betriebsstandorte des Unternehmens. Bei den Büroarbeitsplätzen konnten durch das systematische Einrichten von Homeofficearbeitsplätzen die Präsenzen im Büro erheblich reduziert werden. In den tierhaltenden Betrieben ist dieses nicht möglich. Der Arbeitssicherheitsausschuss hat fortlaufend Konzepte erarbeitet, um im Rahmen des jeweils Erforderlichen bzw. Zulässigen ein Funktionieren der Betriebsführung zu gewährleisten. Dieses war bisher erfolgreich.

Die BHZP GmbH hat für alle tierhaltenden Betriebe eine Versicherung für Seuchenfälle abgeschlossen, die die direkten und indirekten Ertragsschäden abdeckt. Aus Gründen der ASP ist bisher kein Versicherungsfall eingetreten. Neben den Seuchen sind die Tierkrankheiten eine immerwährende Bedrohung. Die von der BHZP GmbH angewendeten Standards sind auch dank des Einsatzes der Veterinärgesellschaft im BHZP seit jeher hoch. Die Betriebsstätten mit Tierhaltung haben jeweils eine Alleinlage ohne Schweinehaltung im näheren Umfeld und auch ohne das Risiko von z.B. der Gülleausbringung anderer Betriebe in der Nähe der Standorte der Gesellschaft, zudem sind die beiden Basiszuchtbetriebe in unterschiedlichen Bundesländern - Ellringen in Niedersachsen und Garlitz in Mecklenburg-Vorpommern - sodass, im Falle einer Sperre nicht das gesamte Unternehmen handlungsunfähig würde. Die Besamungsstationen befinden sich in den Bundesländern Niedersachsen (Suderburg, Rätzlingen und Wilsum), Sachsen-Anhalt (Bösewig und Trebbichau) und Schleswig-Holstein (Alveslohe).

Durch die negativen Marktentwicklungen erfolgten im BHZP zur Kosteneinsparung Veränderungen bei den Standorten. Die Eber der Besamungsstation Suderburg wurden in Rätzlingen aufgestallt, um eine höhere Auslastung zu erreichen. Ebenso wurde die KB-Station Alveslohe geschlossen. Der Standort Suderburg wird nun als Eber-Quarantäne genutzt. Dafür ist der bisherige Quarantänestall Gut Horn aufgegeben worden.

Daneben wurden alle Unternehmensbereiche analysiert und auf ein Mehr an Effizienz ausgerichtet. Die Maßnahmen zur Kostenreduzierung und die Restrukturierung der Geschäftsabläufe sollen die Leistungsfähigkeit der unternehmenseigenen Infrastruktur erhalten und möglichst geringe negative Kundenauswirkungen auslösen. Durch das Aufbrechen gewachsener Strukturen ergeben sich auch Effizienzgewinne durch schlankere und digitalisierte Abläufe. Neben den Standorten wurden die Bereiche Spermakurierdienst, Fruchtbarkeitsdienstleistungen und das Personalkonzept von eigenen und im Rahmen von Personalgestellungsverträgen eingesetzten Mitarbeitern einer intensiven Betrachtung unterzogen.

Die Veterinärgesellschaft stellt ein unternehmenseigenes Netzwerk von prophylaktischen Untersuchungs- und Monitoringmaßnahmen sicher. Der Zutritt von Personen in die Betriebe ist an eine Reihe von Auflagen gebunden. Jedoch würde auch ein Verbot von Tiertransporten in einem Landkreis, selbst wenn die eigenen Betriebe nicht direkt betroffen wären, eine erhebliche Beeinträchtigung mit sich bringen. Die eigenen und die vertraglich gebundenen Zucht- und Vermehrungsbetriebe unterliegen einem intensiven Untersuchungssystem. Die KB-Stationen der BHZP GmbH erfüllen ebenfalls höchste tiergesundheitliche und qualitative Ansprüche. Sie sind QS-zertifiziert und von neutralen Stellen als PRRS-unverdächtig eingestuft.

Besonders schwierig ist das Risikomanagement in Bezug auf den ethisch-moralischen Standard, der seitens eines Teiles der Bevölkerung an die Tierproduktion, beispielsweise zur Erwirkung eines Schwänzekupierverbotes oder eines betäubungslosen Kastrationsverbotes, gestellt wird. Die in eigenen Ställen gehaltenen Reinzuchtsauen der Duroc-Linie werden mittlerweile komplett als Langschwänze gehalten.

Ein latentes zukünftiges Risiko, welches an Bedeutung gewinnen wird, ist die Altersstruktur der Belegschaft im Unternehmen. Das Gros der Mitarbeiter ist zwischen 50 und knapp 60 Jahren alt. Zudem ist heute schon die Personalrekrutierung insbesondere bzgl. gewerblicher Arbeitsplätze in dezentralen Betrieben schwierig.

Die Nachfolgeregelung in der Geschäftsführung nach altersbedingtem Ausscheiden des bisherigen Geschäftsführers ist etabliert. Zur Koordinierung der gemeinsamen Aktivitäten ist ein sog. Koordinierungsausschuss installiert, der die beiden Hauptgesellschafter VzF GmbH und BHZP-Erzeugergemeinschaft Nord-West eG und deren Tochtergesellschaft BHZP GmbH näher zusammenrücken und gemeinschaftlich arbeiten lässt.

VI. Forschung und Entwicklung

Die BHZP GmbH ist Projektpartner einer Vielzahl von laufenden und in Kooperation mit diversen wissenschaftlichen Einrichtungen gemeinsam beantragten Forschungsvorhaben. Diese beziehen sich inzwischen stark auf gesellschaftlich relevante Themenbereiche.

Neben den klassischen faktenbasierten Zuchtzielen in Bezug auf Tageszunahmen, Rückenspeck, Muskeltiefe, Magerfleischanteil und Schinken sind seit geraumer Zeit weichere Faktoren, wie Verhalten und Robustheit, mit in die Zuchtwertschätzung eingeflossen. In der eigenen Leistungsprüfungsanstalt werden gezielte Verhaltenstests durchgeführt, die Tiere mit einem ruhigen Grundcharakter in der Selektion berücksichtigen.

Wissenschaftliche Forschungen, die sich mit der Verringerung von Ausscheidungen an Stickstoff und Phosphor der Tiere beschäftigen, werden zunehmend forciert. So soll nicht nur die Umweltbelastung durch Gülle vermindert werden, sondern auch die im Futter enthaltenen wichtigen Nährstoffe zielgerichteter eingesetzt werden. Im Projekt "Genetische Verbesserung von Effizienzmerkmalen bei Schweinen zur Reduktion von Nährstoffausscheidungen" (EffiPig) sollen verschiedene genetische Linien anhand von unterschiedlich stark nährstoffreduzierten Futtermitteln untersucht werden. Ziel ist es, die Tiere mit möglichst geringen Nährstoffausscheidungen zu identifizieren.

Auch wenn die Beurteilung der Erblichkeit von diesen neuen Zuchtzielen schwieriger ist als bei harten Kriterien der Vergangenheit, ist das Bundeshybridzuchtprogramm dennoch in der Lage, über die Sauen- und Eber-varianten Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten.

VII. Umweltschutz

Die Gülle aus der in Spranz betriebenen Leistungsprüfungsanstalt wird in die auf demselben Grundstück von Dritten betriebene Biogasanlage eingespeist und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Abwärme der Anlage dient als Wärmelieferung für die Schweineställe. Hiermit hat sich der Wirkungsgrad der Biogasanlage erhöht, da bei der Beheizung der Ställe der Primärrohstoff Gas eingespart wird. Durch die Errichtung eines weiteren Güllelagerbehälters am Standort Spranz können die neuen gesetzlichen Vorschriften zur erhöhten Lagerdauer eingehalten werden.

Für das Bauvorhaben Ellringen ist eine moderne Luftwäscheanlage integraler Bestandteil der Planungen. Zudem wird der Ort Ellringen auch aufgrund der Planungen der BHZP GmbH zum Bioenergiedorf. Die anfallende Gülle soll durch eine Druckleitung zu einer Biogasanlage im Ort gepumpt werden und gleichzeitig soll ein sog. Satelliten-BHKW die Wärmeversorgung vor Ort ermöglichen.

VIII. Ausblick

Durch die Krisen Corona, ASP und Ukraine-Krieg hat der Existenzdruck auf die Landwirtschaft und Schweinehaltung zugenommen. Produktionsfaktoren wurden teurer und Marktprognosen im Hinblick auf Absatz und Erlös schwieriger. Der zunehmende Kaufpreisverlust privater Haushalte lässt einerseits die Schweinefleischnachfrage sinken, andererseits wird verstärkt wieder zu billigem Fleisch gegriffen, so dass Tierwohltrends, die mit höheren Kosten verbunden sind, nur schwer refinanzierbar werden.

Daneben können sich aber auch Chancen ergeben, da durch den Strukturwandel eine Vielzahl an schweinehaltenden Betrieben aus der Produktion ausgeschieden sind. Die verbleibenden Produzenten können so seit Mitte 2022 an den deutlich gestiegenen Marktpreisen für Schlachttiere und Ferkel profitieren, zumal sich auch die Futterkosten wieder deutlich verringert haben. Viele Produktionsaufgaben zeigen erst verzögert ihre Auswirkungen, sodass das aktuelle Ferkel- als auch Schlachtschweineangebot rege nachgefragt wird und die aktuellen Markteinschätzungen auf vorerst weiterhin hohe Marktpreise hindeuten. Die Begründung sind die Produktionsrückgänge in den bedeutenden Ländern Europas: Spanien (-4%), Deutschland (-5,3%), Dänemark (-6,4%), Frankreich (-1,3%), Niederlande (-0,2%), Polen (-2,3%), Italien (-2,7%), Portugal (-0,3%) und Österreich (-3,3%), die die Schweinefleischerzeugung gegenüber dem Jahr 2022 verringert haben. Davon kann die BHZP GmbH, vor allem aber die Schweinezucht Neuhaus GmbH profitieren.

Im Geschäftsjahr 2022 ist der Jahresfehlbetrag weiter angestiegen. Bei der Tochtergesellschaft Schweinezucht Neuhaus GmbH ist in 2022 ebenfalls ein negatives Ergebnis angefallen, wenngleich der Jahresfehlbetrag deutlich reduziert wurde. Zum Ende des Jahres 2022 wurde die Tilgung der wesentlichen Kredite ausgesetzt. Zur Überwindung der Krise wurde in Abstimmung mit den finanzierenden Banken zusammen mit externen Beratern ein umfassendes Restrukturierungskonzept unter Berücksichtigung des Prüfungsstandards IDW S 6 für die BHZP GmbH und die Schweinezucht Neuhaus GmbH erarbeitet. Dieses enthält konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ertragskraft und Sicherung der Zahlungsfähigkeit. Dies betrifft insbesondere Preisanpassungen, Maßnahmen zur Kostenoptimierung, die Stundung von Verbindlichkeiten, die gegenüber Gesellschaftern bestehen, und die Aufrechterhaltung des erforderlichen Kreditrahmens durch die finanzierenden Banken. Die Geschäftsführung hat bislang diese Maßnahmen konsequent umgesetzt und wird diese auch weiterhin umsetzen. Zudem haben sich die Marktpreise deutlich positiv entwickelt, welches insbesondere für die Schweinezucht Neuhaus GmbH zu einer deutlich besseren Ertragssituation führt. Für die BHZP GmbH und die Schweinezucht Neuhaus GmbH werden daher für das Geschäftsjahr 2023 hohe Jahresüberschüsse erwartet.

Der Baustopp für den Stall in Ellringen wurde im Jahr 2022 aufgehoben. Die Gesellschaft befindet sich in Verhandlungen mit den Banken, um die für die Fertigstellung benötigten finanziellen Mittel zu erhalten. Das Restrukturierungskonzept ist eine wesentliche Grundlage für diese Gespräche.

Aus dem Konzept ergibt sich eine positive Fortführungsprognose. Wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit können sich ergeben, wenn die obigen Annahmen zur Wiederherstellung der Ertragskraft und Sicherung der Liquiditätsausstattung so nicht eintreffen. Risiken können sich aus Planabweichungen, insbesondere aus äußeren Effekten, Krisen oder Krankheitsausbrüchen, ergeben.

 

Ellringen, den 7. Juni 2023

BHZP GmbH

Hartmut Geerink, Geschäftsführer

Dr. Stephan Welp, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 17.329.719,61 17.641.063,13
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 25.900,00 19.745,89
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.901,00 14.413,44
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.999,00 5.332,45
II. Sachanlagen 12.350.293,51 12.667.791,14
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.651.799,50 5.007.226,50
2. technische Anlagen und Maschinen 667.766,00 328.268,17
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 309.295,28 300.470,56
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.721.432,73 7.031.825,91
III. Finanzanlagen 4.953.526,10 4.953.526,10
1. Beteiligungen 4.938.376,10 4.938.376,10
2. Sonstige Finanzanlagen 15.150,00 15.150,00
B. Vermögensgegenstände zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen 1.214.038,72 1.318.992,36
C. Umlaufvermögen 2.428.957,49 2.437.248,39
I. Vorräte 99.536,00 58.764,40
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 99.536,00 58.764,40
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.799.364,00 1.787.999,43
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 835.233,87 914.073,74
2. Forderungen gegen Gesellschafter 45.221,30 29.630,25
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 114.084,29 31.692,13
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 205.306,34 18.211,62
5. sonstige Vermögensgegenstände 599.518,20 794.391,69
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 530.057,49 590.484,56
D. Rechnungsabgrenzungsposten 111.702,99 125.139,53
Summe Aktiva 21.084.418,81 21.522.443,41

Passiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 6.304.814,99 7.072.299,30
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 736.157,98 736.157,98
II. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 5.568.657,01 6.336.141,32
1. satzungsmäßige Rücklagen 1.574.368,70 1.574.368,70
2. andere Gewinnrücklagen 3.994.288,31 4.761.772,62
III. Bilanzgewinn / Bilanzverlust 0,00 0,00
B. Rückstellungen 866.826,20 851.284,63
1. sonstige Rückstellungen 866.826,20 851.284,63
C. Verbindlichkeiten 13.492.813,84 13.598.859,48
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.013.916,42 11.858.853,06
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.046.546,03 952.613,04
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 829.464,97 347.135,03
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 226.873,22 208.109,62
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 164.582,78 81.141,17
6. sonstige Verbindlichkeiten 211.430,42 151.007,56
D. Rechnungsabgrenzungsposten 419.963,78 0,00
Summe Passiva 21.084.418,81 21.522.443,41

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Betriebsergebnis -400.516,26 26.876,48
a) Rohergebnis 9.142.078,63 10.553.630,14
Gesamtleistung 12.744.120,21 13.937.858,31
Umsatzerlöse 12.849.073,85 13.867.609,95
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -104.953,64 70.248,36
sonstige betriebliche Erträge 138.510,03 233.379,69
Materialaufwand 3.740.551,61 3.617.607,86
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 3.740.551,61 3.617.607,86
b) Personalaufwand 4.537.112,52 4.857.915,44
Löhne und Gehälter 3.723.149,46 3.936.316,57
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 813.963,06 921.598,87
c) Abschreibungen 554.646,86 598.644,74
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 554.646,86 598.644,74
d) sonstige betriebliche Aufwendungen 4.450.835,51 5.070.193,48
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis -336.299,40 158.128,48
a) Erträge aus Beteiligungen 0,00 505.334,26
b) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.032,01 13.512,39
c) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 341.331,41 360.718,17
3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 90.728,03
4. Ergebnis nach Steuern -736.815,66 94.276,93
5. sonstige Steuern 30.668,65 33.722,91
Jahresfehlbetrag 767.484,31 -60.554,02

Anhang

A. Allgemeine Angaben

Die BHZP GmbH, An der Wassermühle 8, in 21368 Dahlenburg-Ellringen, wird unter der Nummer: HRB 900 beim Handelsregister B des Amtsgerichts in Lüneburg geführt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG erstellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Gesellschaft im Sinne des HGB.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

Der Geschäfts- und Firmenwert wurde mit den ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich der planmäßigen linearen Abschreibung, die mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 15 Jahren ermittelt wurde, angesetzt.

Die Sachanlagen wurden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ggf. in Vorjahren abzüglich Übertragung von Buchgewinnen gemäß § 6 b EStG, und abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt.

Bewegliche Anlagegegenstände wurden linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungspreis bis zu € 250 wurden sofort abgeschrieben und die mit einem Anschaffungspreis zwischen € 250 und € 1.000 wurden jahrgangsweise in einen Sammelposten eingestellt und werden über fünf Jahre abgeschrieben.

Die im Bau befindlichen Anlagen wurden mit den Anschaffungskosten bewertet.

Die Finanzanlagen wurden mit Anschaffungskosten bzw. mit dem beizulegenden Wert bewertet.

Das Tiervermögen, das dem Anlagevermögen zugeordnet werden kann, wurde bei den wertvollen Zuchttieren im Rahmen einer Gruppenbewertung mit dem durchschnittlichen Wert aus der Einzelbewertung der letzten drei Jahre bewertet.

Die übrigen Tiere des Anlagevermögens und das Tiervermögen, das dem Umlaufvermögen zugeordnet werden kann, werden nach den steuerlichen Richtwerten gemäß BMF-Schreiben vom 14.11.2001 (Bewertung von Tieren in land- und forstwirtschaftlich tätigen Betrieben nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG) bewertet.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert abzüglich einer Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel bewertet. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen vorgenommen.

Die flüssigen Mittel wurden mit dem Nennwert angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten entspricht den zeitanteilig vorgeleisteten Beträgen.

Die sonstigen Rückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie berücksichtigen alle bis zur Bilanzerstellung bekannt gewordenen Risiken und ungewissen Verpflichtungen, die das abgelaufene Geschäftsjahr betreffen. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Disagien für aufgenommene Darlehen wurden aktiv abgegrenzt und über die Laufzeit zeitanteilig aufgelöst.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten entspricht den zeitanteilig vorab erhaltenen Beträgen.

C. Entwicklung des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf der nachfolgenden Seite dargestellt.

Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 01.01.2021 Zugang Umbuchungen Abgang Stand am 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 88.105,89 20.187,50 0,00 0,00 108.293,39
2. Geschäfts- oder Firmenwert 20.000,00 0,00 0,00 0,00 20.000,00
108.105,89 20.187,50 0,00 0,00 128.293,39
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden grundstücken 12.937.134,44 0,00 0,00 0,00 12.937.134,44
2. Betriebseinrichtungen 3.969.557,75 7.365,95 427.805,71 0,00 4.404.729,41
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.473.323,17 134.143,44 0,00 54.771,92 1.552.694,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.031.825,91 117.412,53 -427.805,71 0,00 6.721.432,73
25.411.841,27 258.921,92 0,00 54.771,92 25.615.991,27
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 4.944.013,54 0,00 0,00 0,00 4.944.013,54
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 15.150,00 0,00 0,00 0,00 15.150,00
4.959.163,54 0,00 0,00 0,00 4.959.163,54
30.479.110,70 279.109,42 0,00 54.771,92 30.703.448,20
Kumulierte Abschreibungen Stand am 01.01.2021 Zugang Abgang Stand am 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 73-692,45 12.699,94 0,00 86.392,39
2. Geschäfts- oder Firmenwert 14.667,55 1.333,45 0,00 16.001,00
88.360,00 14.033,39 0,00 102.393,39
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden grundstücken 7.929.907,94 355.427,00 0,00 8.285.334,94
2. Betriebseinrichtungen 3.641.289,58 95.673,83 0,00 3.736.963,14
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.172.852,61 89.512,64 18.965,84 1.243.399,41
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
12.744.050,13 540.613,47 18.965,84 13.265.697,76
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 5.637,44 0,00 0,00 5.637,44
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00 0,00 0,00
5.637,44 0,00 0,00 5.637,44
12.838.047,57 554.646,86 18.965,84 13.373.728,59
Restbuchwerte Stand am 31.12.2021 Stand am 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.901,00 14.413,44
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.999,00 5.332,45
25.900,00 19.745,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden grundstücken 4.651.799,50 5.007.226,50
2. Betriebseinrichtungen 667.766,00 328.268,17
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 309.295,28 300.470,56
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.721.432,73 7.031.825,91
12.350.293,51 12.667.791,14
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 4.938.376,10 4.938.376,10
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 15.150,00 15.150,00
4.953.526,10 4.953.526,10
17.329.719,61 17.641.063,13

D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanz

Die Gesellschaft besitzt folgende Kapitalanteile in Höhe von mindestens 20 % an anderen Unternehmen:

Anteil am Unternehmenskapital
in %
Eigenkapital des Unternehmens Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
Name und Sitz Jahr T€ Jahr T€
Veterinärgesellschaft im Bundeshybridzuchtprogramm GbR, Dahlenburg-Ellringen 41,4 2021 136,3 2021 0
POLBRID Sp.z o.o., Polen 40,0 2004 14,1 2004 0
Schweinezucht Neuhaus GmbH, Neuhaus 100,0 2021 423,8 2021 -748,5

Die POLBRID Sp.z o.o., Polen, ist nicht mehr unternehmerisch aktiv tätig.

Die Forderungen gegen Gesellschafter und gegen verbundene Unternehmen sowie gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Im Posten "sonstige Vermögensgegenstände" ist folgender antizipativer Betrag größeren Umfangs enthalten: Umsatzsteuer-Forderungen in Höhe von € 48.959.

Die Guthaben bei Kreditinstituten enthalten verpfändete Bankguthaben in Höhe von T€ 428 (Vorjahr: T€ 428), die nicht zur kurzfristigen Disposition zur Verfügung stehen.

In den Rechnungsabgrenzungsposten sind € 19.083 (Vorjahr: € 21.733) Disagio für aufgenommene Darlehen enthalten.

Der Jahresfehlbetrag von T€ 767 wird mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet.

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten: Reklamationen, Urlaubs- und Überstundenverpflichtungen, Gewährleistungen, Abrissverpflichtungen, Abfindungen, Prüfungsaufwendungen sowie .

Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu 1 Jahr bzw. über 5 Jahre:

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mWeiterbelastungen aus der umsatzsteuerlichen Organschaft. Ansonsten handelt es sich bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Gesellschaftern und Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausschließlich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:

Verbindlichkeiten gewährtes Pfandrecht oder Ähnliches T€
gegenüber Kreditinstituten Grundschulden und Pfandrechte 9.773

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

Am Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB:

Verbindlichkeit Geschäftsjahr
Vorjahr
- aus Bürgschaften 250.000,00 246.000,00
- Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten, und zwar:
Grundschulden 350.000,00 350.000,00

Bei den Bürgschaften wurden die höchstmöglichen Inanspruchnahmen angegeben. Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften und aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten wird zurzeit nicht erwartet, da der Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt.

II. Gewinn- und Verlustrechnung

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende wesentliche periodenfremde Erträge und Aufwendungen enthalten:

Geschäftsjahr
Vorjahr
Außergewöhnliche/periodenfremde Erträge:
Auflösung von Rückstellungen 11.508 5.650
Auflösung von Wertberichtigungen 5.450 20.087

E. Sonstige Angaben

Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen:

Miet- und Pachtverpflichtungen 57.222 *)
Leasingverpflichtungen 380.357 **)

Es handelt sich bei den Wertangaben um den Gesamtbetrag.

*) davon € 15.728 für 2022 und € 41.494 mit einer Laufzeit von 1-5 Jahren

**) davon € 206.662 in 2022 und € 173.695 mit einer Laufzeit von 1-5 Jahren

Die Gesellschaft ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Veterinärgesellschaft im Bundeshybridzuchtprogramm (BHZP) GbR, Dahlenburg-Ellringen.

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Kaufmännische/Gewerbliche Mitarbeiter 74 41

Zur Absicherung bestehender Zinsänderungsrisiken (Schwankungen des EURIBOR's) aus vereinbarten Darlehen (Grundgeschäfte; Nominalbetrag T€ 5.665) wurden zwei Zinsswapgeschäfte (Sicherungsgeschäfte) mit einer Laufzeit bis 31. März 2039 (T€ 3.750), 30. September 2032 (T€ 1.915) abgeschlossen. Der beizulegende Wert der Zinsswaps beträgt zum Bilanzstichtag T€ -557. Der Marktwert wurde auf Basis abgezinster zukünftiger erwarteter Cash-Flows ermittelt. Dabei wurden die für die Restlaufzeit der Zinsswaps geltenden Marktzinssätze verwendet. Die Passivierung einer im Rahmen einer Einzelbewertung notwendigen Drohverlustrückstellung ist insoweit nicht erforderlich, als die Grundgeschäfte und die Sicherungsgeschäfte entsprechend § 254 HGB zu einer Bewertungseinheit (Mikro-Hedge) zusammengefasst werden. Da sich die erwarteten gegenläufigen Wert- und Zahlungsstromänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte voraussichtlich nahezu vollständig ausgleichen werden, ist aufgrund der gebildeten Bewertungseinheit keine Drohverlustrückstellung gebildet worden. Der Effektivitätstest wird durch die Critical Terms Match-Methode durchgeführt.

Zur Absicherung bestehender Zinsänderungsrisiken (Schwankungen des EURIBOR's) aus zwei in 2018 abgeschlossenen Darlehen (Grundgeschäfte; Nominalbetrag T€ 4.000 bzw. T€ 1.000) wurden ein Zinsswapgeschäft und ein Zinsbegrenzungsgeschäft (CAP) als Sicherungsgeschäfte mit einer zu den Grundgeschäften gleichlautenden Laufzeit (bis 30. Juni 2028) abgeschlossen. Der beizulegende Wert des CAPs beträgt zum Bilanzstichtag T€ 4. Der negative beizulegende Wert des Zinsswaps beträgt zum Bilanzstichtag T€ -102. Die Marktwerte wurden auf Basis abgezinster zukünftiger erwarteter Cash-Flows ermittelt. Dabei wurden die für die Restlaufzeit des Swaps und des Caps geltenden Marktzinssätze verwendet. Die Grundgeschäfte und die Sicherungsgeschäfte werden entsprechend § 254 HGB zu einer Bewertungseinheit (Mikro-Hedge) zusammengefasst, da sich die erwarteten gegenläufigen Wert- und Zahlungsströme der Grund- und Sicherungsgeschäfte voraussichtlich nahezu vollständig ausgleichen werden. Der Effektivitätstest wird durch die Critical Terms Match-Methode durchgeführt.

Geschäftsführung

Thomas Fischer (Diplom-Kaufmann), bis 20. März 2022

Hartmut Geerink (Geschäftsführer der BHZP-Erzeugergemeinschaft Nord-West eG, Georgsmarienhütte)

Dr. Stephan Welp (Geschäftsführer bei VzF GmbH Erfolg mit Schwein, Uelzen)

Die Gesellschaft macht von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Nachtragsbericht:

Durch die Krisen Corona, ASP und Ukraine-Krieg hat der Existenzdruck auf die Landwirtschaft und Schweinehaltung zugenommen. Produktionsfaktoren wurden teurer und Marktprognosen im Hinblick auf Absatz und Erlös schwieriger. Im Geschäftsjahr 2022 ist der Jahresfehlbetrag weiter angestiegen. Zum Ende des Jahres 2022 wurde die Tilgung der wesentlichen Kredite ausgesetzt. Zur Überwindung der Krise wurde in Abstimmung mit den finanzierenden Banken zusammen mit externen Beratern ein umfassendes Konzept unter Berücksichtigung des Prüfungsstandards IDW S 6 für die BHZP GmbH erarbeitet. Aus dem Konzept ergibt sich eine positive Fortführungsprognose. Der Baustopp für den Stall in Ellringen wurde im Jahr 2022 aufgehoben. Für detaillierte Ausführungen verweisen wir auf Abschnitt: VIII des Lageberichtes.

Mitglieder des Aufsichtsrats:

Gerhard Plöns - Vorsitzender - Landwirtschaftsmeister

Eckhard Koch - stellv. Vorsitzender - Landwirtschaftsmeister

weitere Mitglieder:

Josef Brokamp, Landwirtschaftsmeister

Heinrich Lütjens, Landwirtschaftsmeister

Karl Peters, Landwirtschaftsmeister

Martin Terhardt, Landwirtschaftsmeister

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Berichtsjahr € 49.400.

 

Dahlenburg-Ellringen, 7. Juni 2023

BHZP GmbH

Die Geschäftsführung

Hartmut Geerink

Dr. Stephan Welp

Ergebnisverwendungsbeschluss

Der Verlust wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BHZP GmbH, Dahlenburg-Ellringen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BHZP GmbH, Dahlenburg-Ellringen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BHZP GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt Ausblick des Lageberichtes, in dem die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft, vor dem Hintergrund der Verlustsituation, ein umfassendes Restrukturierungskonzept erarbeitet hat. Die identifizierten Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ertragskraft und Sicherung der Zahlungsfähigkeit wurden eingeleitet bzw. zum Teil bereits umgesetzt und sollen auch weiterhin konsequent umgesetzt werden. Entsprechend dem Restrukturierungskonzept wird bei Umsetzung der identifizierten Maßnahmen sowie dem Eintreten der erwarteten Entwicklungen von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Risiken können sich aus Planabweichungen, insbesondere aus äußeren Effekten, Krisen oder Krankheitsausbrüchen, ergeben. Wie im Abschnitt Ausblick des Lageberichtes dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhaltes nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 27. Juni 2023

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Scharfenberg, Wirtschaftsprüferin

Dr. Nommensen, Wirtschaftsprüfer

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