Stammdaten

Register
Amtsgericht Hagen HRB 12252
Eingetragen
18.1.2022
Branche
Herstellung von Fahrrädern sowie von BehindertenfahrzeugenHerstellung von SportgerätenHerstellung von Krafträdern
Gegenstand
Die Herstellungund der Vertrieb von Komponenten für Zweiräder, Fitnessgeräte und Industrietechnik sowie jegliche Dienstleistung technischer Art.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Carina Füllbeck
seit 4.4.2025
Prokura
Waldemar Fischer
seit 4.4.2025
Prokura
Prokura
Alfred, jun. Thun
seit 18.1.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
57.64%
Klaudia Thun-Vigener
42.36%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Alfred Thun
Ennepetal
2.351.635 €
57.64%
Klaudia Thun-Vigener
Olpe
1.728.365 €
42.36%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Alfred Thun GmbH

Ennepetal

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

Vorjahr
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 13,49 13,49
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 1.529.068,48 1.651.258,67
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 294.430,82 401.842,67
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 33.166,67 19.500,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 13.543.852,13 13.543.852,13
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 4.594.498,19 6.429.815,21
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 867.658,40 2.636.444,68
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.577.565,22 2.260.632,36
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.023,26 5.350,14
24.444.276,66 26.948.709,35

PASSIVA

Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4.080.000,00 4.080.000,00
II. Gewinnvortrag 4.182.098,22 2.439.956,38
III. Jahresüberschuss 395.325,04 2.049.578,63
B. Rückstellungen 561.511,39 1.065.432,28
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 255.735,34 308.224,19
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.301.890,11 14.221.460,66
3. übrige Verbindlichkeiten 667.716,56 2.784.057,21
24.444.276,66 26.948.709,35

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Vorjahr
1. Rohergebnis 5.655.023,82 9.478.703,61
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -2.235.938,02 -2.463.919,35
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -447.850,30 -506.000,29
- davon für Altersversorgung € 8.932,72 (Vj. € 11.431,77)
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -620.798,31 -826.474,12
4. sonstige betriebliche Aufwendungen -1.772.367,53 -2.684.094,06
5. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 595.804,59 589.218,87
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 112.815,16 41.482,28
- davon aus verbundenen Unternehmen € 37.786,49 (Vj. € 40.818,14)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -632.663,54 -633.457,05
- davon an verbundene Unternehmen € 614.460,28 (Vj. € 624.493,62)
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -257.928,52 -944.946,43
9. Ergebnis nach Ertragsteuern 396.097,35 2.050.513,46
10. sonstige Steuern -772,31 -934,83
11. Jahresüberschuss 395.325,04 2.049.578,63

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Alfred Thun GmbH hat ihren Sitz in Ennepetal und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Hagen (HRB 12252).

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB und §§ 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BILRUG) aufgestellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB angewendet. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Von den größenabhängigen Erleichterungen des HGB wurde weitestgehend Gebrauch gemacht.

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen beibehalten.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Von dem Wahlrecht des § 248 Abs. 2 S. 1 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- /Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Die Abschreibungen werden planmäßig nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu jährlich € 800,00 werden in Anlehnung an die steuerlichen Vorschriften im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen.

Sofern in Vorjahren steuerliche Abschreibungen vorgenommen wurden, werden die sich hieraus ergebenden niedrigeren Wertansätze beibehalten.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Die Vorräte sind mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet und enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten und Abschreibungen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert, der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Fremdwährungsforderungen werden entsprechend § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Die Pensionsverpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Project Unit Credit Method) ermittelt und gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,82 % abgezinst. Der Bewertung liegen die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck zugrunde. Der Rententrend wurde mit 1 % bei der Bewertung berücksichtigt. Nach Art. 67 Abs. 1 EGHGB wurde die aufgrund der geänderten Bewertung der laufenden Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen nach BilMoG erforderliche Zuführung von einem Fünfzehntel (€ 5.691,00) berücksichtigt. Der gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB noch zuzuführende Betrag beträgt € 0,00.

Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden entsprechend § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Entwicklung des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist nachfolgend dargestellt.

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen enthalten Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von € 295.624,86.

3.3 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von € 1.552,00. Dieser Betrag ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.

3.4 Verbindlichkeiten

Restlaufzeit Gesamtbetrag
bis 1 Jahr von mehr als einem Jahr von mehr als 5 Jahren 31.12.2023
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.323,72 155.411,62 0,00 255.735,34
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.301.890,11 0,00 0,00 14.301.890,11
3. sonstige Verbindlichkeiten 443.345,71 224.370,85 0,00 667.716,56

Die Verbindlichkeiten sind wie folgt besichert:

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind € 255.735,34 durch Sicherungsübereignungen von Maschinen besichert. Darüber hinaus bestehen für die Verbindlichkeiten im üblichen Umfang branchenübliche bzw. kraft Gesetzes entstehende Sicherheiten. Die Gesamtverpflichtung aus Leasingverträgen beträgt zum Bilanzstichtag € 34.239,30. Aus einem Pachtvertrag für das Betriebsgrundstück bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von jährlich T€ 108. Die Verpflichtung aus dem oben genannten Pachtvertrag besteht gegenüber dem verbundenen Unternehmen Alfred Thun Vermietungs GmbH.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Aufwendungen aus Abzinsungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von € 5.384,00.

4.2 Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 2.682,61. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von € 10.686,34 enthalten.

4.3 Außerordentliche Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von € 441.218,57 enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der geänderten Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2009 aufgrund der erstmaligen Anwendung der Vorschriften des BilMoG (§ 253 Abs. 2 HGB i.V.m. Art. 67 Abs. 1 EGHGB) in Höhe von € 5.691,00 enthalten.

4.4 Gewinnabführungsverträge

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen stellen den von der Alfred Thun Vermietungs GmbH, Ennepetal, übernommenen Gewinn des Geschäftsjahres 2023 dar, den diese Tochtergesellschaft aufgrund des am 19. November 2010 erneut abgeschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages an unsere Gesellschaft abzuführen hat.

5. Sonstige Angaben

5.1 Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)

Im Jahresdurchschnitt wurden 45 Mitarbeiter beschäftigt, davon 18 Angestellte und 27 gewerbliche Arbeitnehmer.

5.2 Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Im Folgenden werden die Angaben des Jahres 2023 zu Unternehmen zusammengefasst, an denen die Berichtsgesellschaft Anteile von mehr als 20 % hält.

Name Sitz Beteiligungquote Eigenkapital letztes Jahresergebnis
Alfred Thun Vermietungs GmbH Ennepetal 100,0% 14.971.546,02 0,00

5.3 Zusammensetzung der Organe und deren Gesamtbezüge

Im Geschäftsjahr erfolgte die Geschäftsführung der Gesellschaft durch die Geschäftsführer

Herr Alfred Thun, Kaufmann, Ennepetal

Herr Alexander Thun, Kaufmann, Schwelm.

Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Die Angabe der Gesamtbezüge der tätigen Geschäftsführer unterbleibt nach § 286 Abs. 4 HGB.

 

Ennepetal, den 10. April 2024

Alfred Thun GmbH

Geschäftsführung

gez. Geschäftsführer

Nachrichtlich:

Der Jahresabschluss wurde am 15.07.2024 festgestellt.

Entwicklung des Anlagevermögens in 2023

historische Anschaffungs- / Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchung 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 225.871,79 0,00 0,00 0,00 225.871,79
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 4.729.494,25 325.220,60 0,00 37.100,00 5.091.814,85
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.472.107,29 33.517,60 -29.878,94 0,00 2.475.745,95
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 19.500,00 50.766,67 0,00 -37.100,00 33.166,67
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 13.543.852,13 0,00 0,00 0,00 13.543.852,13
kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Abschreibungen Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 225.858,30 0,00 0,00 225.858,30
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 3.078.235,58 484.510,79 0,00 3.562.746,37
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.070.264,62 136.287,52 -25.237,01 2.181.315,13
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Nettowerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 13,49 13,49
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 1.529.068,48 1.651.258,67
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 294.430,82 401.842,67
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 33.166,67 19.500,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 13.543.852,13 13.543.852,13

Lagebericht

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Thun ist Hersteller von Komponenten für Fahrräder (Kinder-/Jugendfahrräder, City-/Trekking-Fahrräder, Mountainbikes, etc.) sowie Pedelecs/E-Bikes im Einstiegs- und Mittelpreissegment. Die Absatzmärkte umfassen Deutschland, die EU-Staaten, Südostasien und Lateinamerika. Im relevanten Preis-/Qualitätssegment ist Thun ein weltweit führender Anbieter.

Das Jahr 2023 war vor allem geprägt durch a) einen deutlichen Umsatzrückgang, der bedingt war durch b) eine die gesamte Fahrradindustrie ergreifende Absatz-/Marktkrise (als Folge einer Lagerbestandsübersättigung bei Fahrradherstellern und -händlern) und c) diverse Energiepreis-, Kosten- und Inflationssteigerungen:

Bzgl. a) sank der Jahresumsatz von 17.815 TSD € (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 8.760 TSD € (2023). Der Planumsatz 2023 i.H.v. 11.100 TSD € konnte nicht erreicht werden. Aufgrund der nachstehenden Themen (siehe b) und c)) begann das Geschäftsjahr 2023 mit einem Auftragsbestand, der deutlich unter dem üblichen Niveau lag und einem relativ umsatzschwachen ersten Quartal. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2023 stellten sich zudem zahlreiche kundenseitige Auftragsverschiebungen/ -stornierungen ein und ergo verhaltene Auftragsbestands-, Absatz-, und Umsatzniveaus. Diese Entwicklung spiegelte sich - analog zum Umsatz - auch in der Gesamtleistung wieder, die von 17.768 TSD € (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 8.047 TSD € (2023) sank. All das führte zu einer deutlichen Verschlechterung des Geschäftsergebnisses (siehe Kapitel 2 dieses Berichtes). Als Folge des Geschäftsrückgangs wurden bereits ab Jahresbeginn 2023 diverse Projekte und Investitionen gestoppt und zusätzliche weitreichende Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt. Bedauerlicherweise kam es auch zu Entlassungen. Zudem befand sich der Gesamtbetrieb in 7 Monaten des Jahres 2023 in Kurzarbeit. Das Kurzarbeitergeld wurde seitens des Unternehmens freiwillig aufgestockt.

Bzgl. b) führte der Fahrradboom in den Jahren 2020 und 2021 dazu, dass an allen Stationen der Lieferkette (ausgehend vom POS, der der hohen Nachfrage gerecht werden wollte) überdimensionierte Warenbestellungen platziert wurden, die dem eigentlichen Bedarf am POS, der schon bereits seit Ende 2020 kontinuierlich abfiel, nicht entsprachen (Peitscheneffekt). Daraus ergaben sich hohe Lagerbestände an Fahrrädern/E-Bikes sowie Komponenten (für die Erstausstattung und das Ersatzteil- bzw. Zubehörgeschäft) bei den Fahrradherstellern und am POS. Bereits im Frühjahr 2022 war anzunehmen, dass das verschobene Verhältnis von Angebot und Nachfrage dazu führen würde, dass die Fahrradproduktion branchenweit auf einem deutlich niedrigeren Niveau stattfinden würde als in den ersten beiden Boomjahren. Als Folge dessen befand sich die gesamte Fahrradindustrie spätestens seit dem 4. Quartal 2022 in einer Absatz-/Marktkrise. In allen Produkt- und Preissegmenten kam es seither zu deutlich verminderten Absätzen. Diverse Unternehmen aus der Fahrradindustrie mussten Insolvenz anmelden, wovon Thun jedoch nur marginal betroffen waren. Das gesamte Geschäftsjahr 2023 stand daher bei der großen Mehrheit der Branchenmitglieder im Zeichen der Krise.

Bzgl. c) kam es bei dem Großteil der durch Thun bezogenen Güter und Dienstleistungen zu Kostensteigerungen. Das Unternehmen sah sich dazu gezwungen, diese im Rahmen von mehreren Preiserhöhungsrunden an die Kunden weiterzugeben. Vor allem die hohen Energiepreise und Preiserhöhungen bei energieintensiven Produkten und Dienstleistungen ließen sich allerdings nicht in Gänze durch Preiserhöhungen abfangen. Die steigenden Verbraucher*innen-Kosten waren einer der Hauptgründe für die geminderte Nachfrage nach Fahrrädern und Fahrradprodukten am POS (siehe b).

Im Jahr 2021 wurde ein Rechtsformwechsel von einer KG in eine GmbH, die Alfred Thun GmbH, vorgenommen (vormals: Alfred Thun GmbH & Co. KG). Die organisatorische Struktur blieb seither unverändert.

2. Wirtschaftsbericht

Der Jahresüberschuss verringerte sich aufgrund des zuvor beschriebenen Geschäftskontexts von 2.050 TSD € (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 395 TSD € (2023). Dadurch sank die Umsatzrendite von 11,5 % (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 4,5 % (2023). Der operative Cash-Flow stieg von 1.245 TSD € (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 2.069 TSD € (2023).

Insgesamt wurde die Finanz- und Vermögenslage wie nachstehend dargestellt beeinflusst: Das Eigenkapital stieg von 8.569 TSD € (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 8.657 TSD € (2023). Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme stieg von 31,8 % (Fahrradboom-Jahr 2022) auf 35,4 % (2023).

Darüber hinaus konnten das niedrige Niveau an Verbindlichkeiten und die weitgehende Schuldenfreiheit des Unternehmens (beides Entwicklungen, die sich bereits ab dem Jahr 2020 einstellten) aufrechterhalten werden.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Gegebenheiten beurteilt die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf 2023 als bedingt zufriedenstellend.

3. Vorgänge nach Beendigung des Geschäftsjahres

Der Beginn des Jahres 2024 war bezogen auf die Entwicklung der Auftrags- und Umsatzlage deutlich durch die anhaltende Absatz-/Marktkrise (siehe 1. Kapitel dieses Berichtes) geprägt. Der Auftragsbestand 2024 lag zum Jahreswechsel weit unter dem Niveau, das zu Beginn der Boomjahre verzeichnet wurde. Umsatz und Ergebnis Q1 2024 lagen leicht unter Vorjahr, jedoch konnten weiterhin positive Betriebsergebnisse erzielt werden mit einem kumulierten EBIT, das bei 7,1 % der Gesamtleistung lag. Diese Entwicklung und die sich daraus ergebende Perspektive (siehe dazu auch Kapitel 4 dieses Berichtes) sind dahingehend als ermutigend einzuschätzen, dass das Unternehmen auch in Krisenzeiten höchst anpassungsfähig und resilient ist. Um dies auch weiterhin sicherzustellen, wurden in Q1 2024 bereits weitere Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt und die Kurzarbeit fortgesetzt.

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

In 2024 sind die Perspektiven weiterhin konzentriert auf die Produktion und den Vertrieb von Komponenten für Fahrräder und E-Bikes.

Die größten Risiken stellen a) die Absatz-/Marktkrise der Fahrradbranche, b) geopolitische Konflikte und c) die Verdrängung des Vierkantinnenlagers dar:

Bzgl. a) wird die globale Fahrradindustrie sich noch so lange in der Krise befinden, bis die Lagerbestände bei Fahrradherstellern und am POS abgeflossen sind. Vorausgesetzt, dass sich die Nachfrage nach Fahrrädern und Fahrradprodukten wieder normalisiert, ist derzeit gemäß Branchenexpert*innen und -verbänden vorsichtig davon auszugehen, dass entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab Anfang 2025 wieder zufriedenstellende Absatzmengen realisiert werden können. Thun wird bis dahin an den bereits etablierten Kostensenkungsmaßnahmen festhalten und den Fokus auf Projektarbeit und Kunden-, Vertriebs- und Markenkommunikation setzen, um nach dem Ende der Krise bestmöglich aufgestellt zu sein. In diesem Kontext wurde bereits im November 2023 ein umfangreiches strategisches Rebranding-Projekt initiiert.

Bzgl. b) stellt der Krieg in der Ukraine weiterhin nicht nur eine humanitäre Katastrophe dar, sondern auch eine ernstzunehmende und im schlimmsten Fall unkontrollierbare wirtschaftliche Bedrohung. Gleiches gilt für den Nahostkonflikt. Eine Eskalation des Konfliktes zwischen China und Taiwan hätte für die globale Fahrradindustrie katastrophale Folgen, da diverse Komponenten, die zum Bau von Fahrrädern absolut notwendig sind, fast ausschließlich in Taiwan und China gefertigt werden. Ein Krieg zwischen den Opponenten würde innerhalb von wenigen Wochen zu einem völligen Stillstand der europäischen Fahrradindustrie führen.

Bzgl. c) werden klassische Vierkant-Innenlager bzw. Vierkant-Innenlagersensoren (Kernprodukte von Thun) vermehrt durch Mittelmotoren und andere Antriebskomponenten aus dem High-Performance-Segment verdrängt. Da im E-Bike-Segment in den kommenden Jahren/Jahrzehnten mit weiterem Wachstum zu rechnen ist, wohingegen aktuelle mittel- bis langfristige Prognosen von einem Mengenrückgang bei regulären Fahrrädern ausgehen, besteht für Thun das Risiko einer Verdrängung des Vierkantinnenlagers und damit zusammenhängender Absatzeinbrüche. Dieses Risiko mildert das Unternehmen durch neu entwickelte und zu entwickelnde Produkte ab, die vermehrt auch bei E-Bikes - insbesondere bei E-Bikes mit Mittelmotoren - zum Einsatz kommen können. Weiterhin werden als Folge des Rebranding-Prozesses derzeit neue Produktmanagement-Strukturen (inkl. neu zu schaffender Stellen) aufgebaut, um zukünftig in der Lage zu sein, neue Preis-, Markt- und Produktsegmente zu bedienen.

Trotz der Absatz-/Marktkrise der Fahrradindustrie und der nach wie vor reduzierten Auftragslage geht das Unternehmen von einem leichten Umsatzwachstum aus. Der Planumsatz 2024 i.H.v. 10.400 TSD € liegt 18,7 % über dem Umsatz 2023.

Die langfristige Perspektive für Thun als Teil der europäischen Fahrradindustrie, die seitens europäischer Großkunden in Aussicht gestellten Geschäftspotentiale, sowie Umsatzpotentiale in Asien (allen voran Indien) ergeben generell positive mittel- und langfristige Geschäftsaussichten.

Im Kontext Beschaffung zeichnen sich erste Kostensenkungen entlang der Wertschöpfungskette ab und werden wahrscheinlich in der gesamten Fahrradbranche und so auch bei Thun zu einer Stabilisierung der Verkaufspreise oder gar zu leichten Preissenkungen führen. Die aus China importierte Deflation erschwert es dem Unternehmen deutlich die Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Durch die anhaltend zu beobachtende Konzentration der globalen Hersteller von Fahrradkomponenten, die vermehrte Rückbesinnung auf europäische Komponentenlieferanten und den Fokus auf kontinuierliche Kapazitätssteigerung, Kostensenkung, Optimierung von Prozessqualität und Effizienzverbesserungen, etc. kann Thun seine Marktposition gegenüber seinen (meist asiatischen) Wettbewerbern - auch im Falle von Preisdumping - jedoch kontinuierlich stärken.

Das Unternehmen unterstützt im Rahmen von Verbands- und Lobbyarbeit die Anstrengungen hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Anti-Dumping-Zölle auf Importe von Fahrrädern, E-Bikes und Komponenten aus China. Ein Wegfall dieser Zölle wäre für die europäische Fahrradindustrie außerordentlich existenzbedrohend.

Um langfristig erfolgreich zu sein, bedarf es eines starken, agilen, motivierten und zufriedenen Teams und einer modernen, offenen, werteorientierten und vertrauensbasierten Unternehmenskultur. Darüber hinaus gilt es auf allen Unternehmensebenen Nachfolger auszubilden. Die Themen Mitarbeiter*innen-Akquise (intern wie extern), -Führung, -Weiterentwicklung und -Zufriedenheit und der Themenbereich Talentmanagement gewinnen daher mehr und mehr an strategischer Bedeutung. Das Unternehmen hat jüngst eine Kooperation mit Great Place to Work (GPTW) begonnen und eine erste GPTW-Umfrage zur Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen durchgeführt. Neue Talentmanagement-Strukturen (inkl. neu zu schaffender Stellen) befinden sich im Aufbau.

Den aus Kundeninsolvenzen resultierenden Ausfallrisiken begegnet Thun mit einer strikten Bonitätsüberwachung sowie Kreditversicherung der Kunden.

Relevante Währungsrisiken bzw. Zinsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen wurden/werden in Kooperation mit externen Finanzpartnern über Währungssicherungsinstrumente bzw. Zinsderivate abgesichert.

Produkt- und Verfahrensentwicklungen sowie alle unternehmerischen Kernaktivitäten erfolgen stets auf Grundlage zertifizierter Prozesse gem. ISO 9001. Dies stellt sicher, dass alle Entwicklungsergebnisse, Produkte, Dienstleistungen und sonstige Outputs den relevanten Kundenerwartungen und Produktsicherheitsnormen entsprechen, kontinuierliche Verbesserung und die Vision und Mission des Unternehmens gelebt werden und Budget- und Effizienzparameter anhand von Kennzahlen durchgängig überwacht werden können.

5. Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltigkeit und damit verbundene Themen (allen voran der Klimawandel) gewinnen bei unseren Kunden, den Verbraucher*innen sowie neuen Mitarbeiter*innen weiterhin an Bedeutung. Hier kann Thun durch die Umsetzung seiner CSR-Strategie und Mitarbeit in Expert*innen-Gremien aktiv dazu beitragen, dass eigene Prozesse und die gesamte Fahrradindustrie (insbesondere mit Hinblick auf die Produktion von Gütern und Dienstleistungen) so nachhaltig werden, dass dies dem grünen Image des Fahrrades (bezogen auf dessen Nutzung) entspricht.

Thun hat im Jahr 2022 den Vorsitz der "Cycling Industry Sustainability Expert Group" (eine Initiative der europäischen Verbände CIE und CONEBI) übernommen.

Das Unternehmen ist zwar (noch) nicht berichtspflichtig, jedoch veröffentlicht es im Jahr 2024 erstmalig einen standardisierten Nachhaltigkeitsbericht (DNK-Erklärung).

 

Ennepetal, 10. April 2024

Alfred Thun GmbH

gez.

Alfred Thun

und

Alexander Thun

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers

Wir weisen darauf hin, dass der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 nur teilweise offengelegt wird; der nachfolgend wiedergegebene Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers sich jedoch auf den vollständigen Jahresabschluss bezieht.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Alfred Thun GmbH, Ennepetal:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - der Alfred Thun GmbH, Ennepetal, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Alfred Thun GmbH, Ennepetal, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hagen, den 10. April 2024

CRAMER WERTHMANN & PARTNER mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft · Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Dietmar Cramer, Wirtschaftsprüfer

Thomas Engemann, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

2 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.