NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH
Geretsrieder Straße 1, 84478 Waldkraiburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michael Dr. Kelterborn seit 26.7.2023 | Prokura |
Andreas Denker seit 3.4.2023 | Geschäftsführer |
Jens Heidkötter seit 9.1.2020 | Geschäftsführer |
Johann Evangelist Vetter seit 2.1.2020 | Prokura |
Rita Buchner seit 29.9.2015 | Prokura |
Robert Kurz seit 17.7.2013 | Prokura |
Hisham Kamal seit 28.1.2013 | Prokura |
Sonja Karsten seit 28.1.2013 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KGSelbKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021/20221.1. Geschäftsmodell des Konzerns Die NETZSCH Gruppe ist aus der 1873 in Selb gegründeten Gesellschaft zur Herstellung von Feuerwehrspritzen und landwirtschaftlichen Geräten hervorgegangen. Konzernobergesellschaft ist die Erich NETZSCH GmbH & Co. Holding KG mit Hauptsitz in Selb (NETZSCH Holding). Wie auch in den Vorjahren ist die NETZSCH Gruppe gegliedert in drei Geschäftsbereiche: Analysieren und Prüfen Mahlen und Dispergieren Pumpen und Systeme Sie wird geführt durch die Erich NETZSCH GmbH & Co. Holding KG. Diese setzt als strategische Holding den operativ eigenständig agierenden Geschäftsbereichen einen Rahmen und fördert über alle Tätigkeitsfelder übergreifend die Leistungsfähigkeit der Geschäftsbereiche. Es ist ihre Aufgabe, die gruppenübergreifenden Strategiefelder wahrzunehmen, ein aktives Portfoliomanagement zu betreiben und sich in der Gruppe ergebende Chancen und Synergien zu nutzen und die Risiken zu begrenzen. Die Geschäftsführung koordiniert und kontrolliert die Umsetzung der Gruppenstrategie. Zentralbereiche nehmen Richtlinienkompetenz gegenüber den Geschäftsbereichen wahr. Auf Plattformen wird eine regelmäßige, gruppenübergreifende Zusammenarbeit gemeinsam mit den Geschäftsbereichen gefördert. Geschäftsbereich Analysieren und Prüfen Im Geschäftsbereich Analysieren und Prüfen entwickelt und produziert NETZSCH thermoanalytische und thermophysikalische Geräte von höchster Präzision. Innovationskraft und kompromissloser Qualitätsanspruch machen NETZSCH zu einem weltweit führenden Hersteller in der Thermischen Analyse (Temperaturbereich -260°C bis 2.800°C). Das Portfolio wurde Anfang 2020 um angrenzende Bereiche wie Rheologie und Brandschutz ergänzt, um den adressierbaren Markt unter Nutzung bestehender Kundenzugänge zu vergrößern. Die modulare Bauweise der Geräte garantiert ein hohes Maß an Flexibilität bei der Aufgabenstellung. Geschäftsbereich Mahlen und Dispergieren Der Geschäftsbereich Mahlen und Dispergieren bietet ein umfassendes Programm in der mechanischen Verfahrenstechnik, speziell in den Bereichen Nass- und Trockenmahlen, Mischen, Homogenisieren, Dispergieren, Entlüften und Sichten. Die Labor- und Produktionsmaschinen sowie komplette Fertigungslinien werden in nahezu allen Industriebereichen, wie beispielsweise in der Chemie, der Lebensmittelindustrie, im Bereich Pharma, Kosmetik sowie in der Mineralienindustrie eingesetzt. Die Bündelung an verfahrenstechnischem Know-how, das umfangreiche Maschinenprogramm, die Lösung von kundenspezifischen Aufgabenstellungen und die weltweite Präsenz sind die Stärke des Geschäftsbereiches. Geschäftsbereich Pumpen und Systeme Mit NETZSCH Exzenterschneckenpumpen, Drehkolbenpumpen, Schraubenspindelpumpen, sowie Schlauchpumpen werden unterschiedlichste Medien - von dünn- bis dickflüssig - schonend gefördert. Spezialisten aus sechs Geschäftsfeldern - Umwelt & Energie, Chemie & Papier, Nahrung & Pharmazie, Öl & Gas Up & Downstream, sowie Aftersales & Service - beraten hinsichtlich unterschiedlichster Applikationen. Erfahrung und Innovation, Qualität und Service sowie ein weltweites Produktions-, Vertriebs- und Servicenetz sind hier die Basis für unsere Weltmarkt- und Technologieführerschaft. Heute besteht die NETZSCH Gruppe aus mehr als 50 Produktions-, Vertriebs- und Verwaltungsgesellschaften. Sie ist mit mehr als 3.900 Mitarbeitern in 31 Ländern in Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Australien und Afrika tätig. Eigene Repräsentanzen sowie unabhängige Vertriebspartner in zahlreichen weiteren Ländern ergänzen unsere Vertriebsstruktur. 1.2. Organisatorische Änderungen Alle identifizierten administrativen Prozesse in unserer Servicegesellschaft NETZSCH Business Services (NBS) sind migriert. Die Transformation ist erfolgreich abgeschlossen. Die angebotenen Services laufen stabil und eine Mitarbeiterfluktuation ist ausgeblieben. Um die Effizienzgewinne beim angestrebten Wachstum der nächsten Jahre zu erzielen, wird sich die NBS zunehmend mit Zukunftsthemen der NETZSCH Gruppe beschäftigen, wie z. B. die Robotics Process Automation. Die NBS soll dabei Expertenwissen aufbauen und die Geschäftsbereiche bei der Implementierung virtueller Roboter unterstützen. Mitarbeiter der NBS erhalten die Chance, an neuen, spannenden Themenfeldern mitzuwirken. Darüber hinaus werden moderne Tools und weitere professionelle Services etabliert. Immer im Blick: eine maximale Service-Qualität, professionelle Strukturen und ein hohes Maß an Transparenz. Ein Mehrwert, der die Gruppe weiterbringt und auf deren Basis das weitere Wachstum der NETZSCH Gruppe optimal administrativ unterstützt werden kann. 1.3. Ziele und Strategien Die aktuelle Strategie27 wurde, aufbauend auf den heutigen Kernkompetenzen und Wettbewerbsvorteilen, mit einem starken Fokus auf Chancen aus den gängigen Mega- und Meta-Trends erarbeitet. Es sind attraktive Neuentwicklungen im Investitionsgütermarkt für die Megatrends Energy Storage (Electric Vehicles) und Food enthalten. Ebenfalls werden die Informatisierung der Industrie und die Demokratisierung von Wissen als Metatrends mit neuen Lösungsangeboten angesprochen. Zusätzlich werden auch end-to-end Prozessdigitalisierung, Kostenoptimierungen und Organisationsveränderungen als Voraussetzungen für Erfolg untersucht. Vor allem in Richtung Mitarbeiter sind nun auch normative Mission Statements formuliert, die den Zweck und Anspruch der NETZSCH Gruppe und seiner Geschäftsbereiche manifestiert. Als Gruppe dreht sich der Leitsatz maßgeblich um Resilienz, profitables Wachstum über Generationen und eine aktive Gestaltung des industriellen Wandels. Die Geschäftsbereiche haben auch eine attraktive Balance zwischen Aufbau auf den heutigen Stärken und Transformation hin zu einer neuen Positionierung. Diese Transformationen folgen einer dynamischeren Unternehmensumwelt und schnelleren Innovationszyklen. Damit verfolgen wir das Ziel, unseren Umsatz über EUR 1.000 Mio hinaus, profitabel zu steigern und einen oder mehrere weitere Geschäftsbereiche aufzubauen. Dazu dient der Inkubator NEDGEX oder das Mittel der Akquisition. Dabei können wir auf die Reichweite unserer Marke und die Management-Expertise im Investitionsgütermarkt aufbauen, um attraktive Geschäftsbereiche als weitere Diversifikation zu erschießen. 1.4. Forschung und Entwicklung Im Geschäftsbereich Analysieren & Prüfen wurde dieses Jahr unsere DSC 300 Caliris mit brandneuem Design entwickelt. Es handelt sich nicht nur um ein neues Design, sondern auch eine völlig neue Kundenerfahrung. Eine informative LED-Statusanzeige und ein großes Display geben dem Benutzer sofort Feedback zur aktuellen Messung. Ein modularer Aufbau erlaubt Module eigenständig zu wechseln, je nach den aktuellen Bedürfnissen im Labor. Das Rauschen und die Kühlperformance wurden im Premium-Modul auf ein neues Niveau gehoben. Spezifikationen wurden in ausführlichen Nullserien-Testreihen ermittelt und repräsentieren den hohen Qualitätsstandard von NETZSCH. Die Maximaltemperatur wurde auf 750°C erhöht mit Heizraten bis zu 500 K/min. Die patentierten Magnetfüße ermöglichen jetzt noch robustere Messungen. Weiterhin stehen Kundennutzen und einfache Bedienung im Vordergrund, so dass eine integrierte Suchhilfe, eine Strukturierung der Softwareoberfläche, eine Zellenbeleuchtung zur einfachen Probeneinlage und eine erweiterte Datenbank für unsere einzigartige automatische Identifikationsroutine das neue Bedienkonzept abrunden. In unserem Kerngeschäft der Gasanalytik wurde mit unserem langjährigen Kooperationspartner eine neue FT-IR-Zelle eingeführt, die nun auch hochsiedende Materialien bis 370°C ganz genau analysieren kann. Im Bereich der Brandprüfung wurde das neue Cone Calorimeter zur Brandprüfung und zur Untersuchung des Brandverhaltens auf dem Markt eingeführt. In der Welt der Digitalisierung ist unsere LIMS und CFR-fähige Software bestens gerüstet. Unser Start-Up LabV Intelligent Solutions GmbH rundet dieses Konzept ab und treibt die Digitalisierung in den Materialprüflaboren voran. Der Kunde kommt auch in der Entwicklung an erster Stelle, wo stets Sonderlösungen von kleinen Probenhaltern bis hin zu Komplettgeräten für besondere Anwendungen realisiert werden. Die neu entwickelte System GyRho zur Graphit-Verrundung konnte mit Hilfe einer intensiven Entwicklungs- und Versuchsreihe vom Labor - Maßstab auf Produktionsgröße weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse des Scale-Up sind sehr gut. Eine erste Produktionsanlage wird aktuell in den USA errichtet und voraussichtlich im März 2023 in Betrieb genommen. Die ISA Mill, eine horizontale Rührwerkskugelmühle, die im Mining Bereich eingesetzt wird, ist im abgelaufenen Geschäftsjahr für ein Mahlraumvolumen von 20.000 Litern weiterentwickelt und gefertigt worden. Die insgesamt drei hergestellten ISA Mills sind damit die weltweit größten Mühlen dieser Bauart. Neben weiteren Entwicklungen bei unseren Maschinen ist die Neuentwicklung der NEOS 400 noch hervorzuheben. Die Rührwerkskugelmühle mit Stiften im Mahlraum zeichnet sich durch eine hohe Energiedichte und ein breites Anwendungsspektrum aus. Die Neuentwicklung hat eine mehr als doppelt so hohe Leistung wie seine Vorgänger, so dass in der Produktion, v. a. Investitionskosten, Energie und Platz eingespart werden können. Im Geschäftsbereich Pumpen und Systeme wurden im Geschäftsjahr 2021/2022 einige Produktentwicklungen abgeschlossen bzw. weiter vorangebracht. Neben der klassischen Produktentwicklung wurden aber auch Kompetenzen, Methoden und Prozesse kontinuierlich erweitert und optimiert. Hervorzuheben ist die applikationsgetriebene Weiterentwicklung der NEMO Exzenterschneckenpumpe für die besonderen Belange im Batterieherstellungsprozess. Diese neuen Produkte sind ein technologischer, aber auch kommerzieller Erfolg. Auf Basis besonderer Kundenanforderungen wurde eine weitere Baugröße der Hygiene-Drehkolbenpumpe TORNADO T.Sano entwickelt und freigegeben. Die 3A- und EHEDG-Zertifizierungen für die Hygiene-Schraubenspindelpumpe NOTOS 2NSH wurden abgeschlossen. Die ressourcenschonende iFD-Statorfamilie ist um zusätzliche Baugrößen erweitert worden und bildet somit eine breitere Basis für die zukünftigen xLC-Statorverstellsysteme. Nachdem die xLC-Handverstellung bereits sehr gute Resonanz im Markt erfahren hat, wurde auf der Umweltmesse IFAT das automatische Verstellsystem xLC-select vorgestellt. Im Rahmen dieser Vorstellung wurde zum ersten Mal auch ein neues Geschäftsmodell angeboten. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes "Equipment as a Service"-Modell. Der Ansatz dabei ist, die Verstelleinheit inklusive der nötigen Ersatzteile (Rotor und Stator) im Rahmen einer Subskription zu vermarkten. Die besonders wartungsfreundliche FSIP-Technologie erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Insbesondere bei großen Pumpen spielen solche Vorteile eine wichtige Rolle. Für diverse Kundenprojekte wurden und werden deshalb die FSIP-Baugrößen erweitert. Die Industrie-Schraubenspindelpumpenbaureihe NOTOS wird gerade um die Multiphasenpumpe 4NSM erweitert. Dieser Pumpentyp ist vor allem im Öl- und Gasbereich von hoher Bedeutung. Außerdem wird parallel an den ATEX-Zertifizierungen für alle NOTOS Pumpen gearbeitet. Die Vision von smarten Pumpen wird weiterverfolgt. Nach der Prototypenphase mit einfachen IoT-Geräten konnten die ersten industriellen IoT-Geräte entwickelt und gebaut werden. Diese seriennahen Prototypen werden im kommenden Geschäftsjahr in großem Umfang im Feld getestet. Unsere eigene Elastomerentwicklung konnte mehrere applikationsgetriebene Optimierungen an Elastomermischungen durchführen, welche sich bereits sehr gut im Markt bewährt haben. Kompetenzen/Methoden/Prozesse: Die langjährige Beschäftigung mit additiven Fertigungstechnologien hat nun dazu geführt, dass ein SLS-System angeschafft und in Betrieb genommen wurde. Diese Anschaffung ist, in Kombination mit der aufgebauten Kompetenz, die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Pumpenbauteile wie Feststoffstatoren oder kompletten Antriebssträngen. Solche Bauteile haben außerordentliche technologische Vorteile, reduzieren aber auch die Herstellkosten. Erste Applikationen sind bereits erfolgreich mit diesen Bauteilen ausgestattet. Die Bedeutung von Simulations- und Berechnungsverfahren (CFD, FEM) in der Produktentwicklung wird immer deutlicher. So war zum Beispiel der jüngste Fokus dieser Berechnungen auf die Erstellung von viskositätsbezogenen NPSH-Kurven gerichtet. Dies macht die Auslegung von Pumpen für schwierige Anwendungen schneller, aber vor allem sicherer. Aber auch die Reinigbarkeit von Pumpen kann mithilfe von CFD-Simulation einfacher bewertet werden und beschleunigt somit den Entwicklungsprozess. Unsere in die Muttergesellschaft eingegliederte Patentabteilung verwaltet die folgenden Sachverhalte:
Kommentar Verwaltung durch interne Patentabteilung in Deutschland. Der damit verbundene Aufwand beträgt 1,4 Mio. Der Aufwand der NETZSCH Gruppe für Forschung und Entwicklung belief sich im Geschäftsjahr 2021/2022 auf EUR 13,2 Mio entsprechend 1,8 % der Betriebsleistung. 2.1. Wirtschaftliches Umfeld Nach dem Corona-Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 erholte sich die Weltwirtschaft im Jahr 2021 weiter. Die Entwicklung innerhalb des Jahres war jedoch zweigeteilt. In der ersten Jahreshälfte gab es einen überraschend schnellen Erholungsprozess, wobei in zahlreichen Ländern die Wachstumsraten durch Basiseffekte überzeichnet wurden. In der zweiten Hälfte des Jahres gestaltete sich die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend zäher. Pandemiebedingte Rückschläge sowie angebotsseitige Engpässe führten zu Verzögerungen im Aufholprozess. Die Covid-Pandemie beeinflusste die wirtschaftliche Aktivität noch spürbar, jedoch verliefen die Infektionswellen uneinheitlicher und auch die ergriffenen Maßnahmenpakete unterschieden sich. Einige Länder tolerierten hohe Infektionszahlen ohne Eindämmungsmaßnahmen, China hingegen verfolgte eine strikte Null-Covid-Politik. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den Zuwachs der globalen Wirtschaftsleistung für das Gesamtjahr 2021 auf preisbereinigt 5,9 %, nach dem tiefen Einbruch um 3,1 % im Jahr zuvor. Nach mehreren Jahren mit niedrigen Inflationsraten ging dieser Wachstumsprozess einher mit ungewöhnlich hohen Preissteigerungen. Jenseits von Basiseffekten kam es im zweiten Halbjahr zu hohen Anstiegen, da die Preise für fossile Rohstoffe die Energiekosten und anhaltend hartnäckige Lieferengpässe die Transportkosten sowie die Preise verschiedener Verbrauchs- und Industriegüter trieben. In den entwickelten Volkswirtschaften verlief deshalb der Erholungsprozess weniger reibungslos als erwartet. Die verschärften Belastungen für die globalen Produktionsnetze betrafen diese besonders und hier vor allem das verarbeitende Gewerbe. In mehreren Ländern konnten dadurch die zunächst prognostizierten Wachstumszahlen nicht erreicht werden. In den USA machten sich zum Jahresende die nachlassenden fiskalpolitischen Impulse bemerkbar. Japan zeigte unter den G7-Staaten die schwächste gesamtwirtschaftliche Erholung. In den Schwellen- und Entwicklungsländern war der Erholungsprozess sehr differenziert. Chinas Wirtschaft wuchs im Gesamtjahr 2021 um 8,1 %, mit einer deutlich nachlassenden Dynamik zum Jahresende. Im vierten Quartal 2021 stieg das BIP nur um 4 %, dem geringsten Quartalswachstum seit anderthalb Jahren. Die Turbulenzen auf dem chinesischen Wohnimmobilienmarkt, Versorgungsengpässe im Energiesektor und die Null-Covid-Toleranz bremsten die Konjunktur. Letztgenanntes störte überdies den globalen Warenfluss erheblich. In den ASEAN-Ländern kam es durch die Ausbreitung der Delta-Variante im Spätsommer zu deutlichen Einschränkungen im Wirtschaftsleben, sodass im dritten Quartal in Malaysia sowie Thailand die Wirtschaft schrumpfte. Der weltweite Warenhandel wuchs im Gesamtjahr 2021 mit 10,3 % zwar kräftig, gleichwohl aufgrund der vielfältigen Logistikprobleme nicht so stark wie im Erholungsjahr 2010 nach der Finanzkrise. Damals beschleunigte sich der weltweite Warenaustausch binnen Jahresfrist um 13,8 %. Die globale industrielle Produktion erhöhte sich im Jahr 2021 laut vorläufigen Daten um 7,9 %. (Quelle: VDMA) 2.2. Geschäftsverlauf Das Management der NETZSCH Gruppe steuert den Konzern vorrangig anhand folgender finanzieller Leistungsindikatoren: Umsatz EBIT-Marge Economic Value Added (EVA)[1] Cashflow Die größte Bedeutung kommt dabei den Kennzahlen Umsatz, EVA und EBIT-Marge zu.
Der Cashflow aus operativer Tätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 11,2 % zurückgegangen. Dieses resultiert daraus, dass das im Vergleich zum Vorjahr höhere operative Ergebnis durch Aufbau von Working Capital überkompensiert worden ist. Hier wollte man insbesondere Lieferengpässen entgegenwirken. Der Auftragseingang der NETZSCH Gruppe liegt zum Geschäftsjahresende 2022 mit konsolidiert EUR 798,3 Mio 29 % über Vorjahr. Das Budget, das aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage, der Corona Einschränkungen und den damit verbundenen Lieferengpässen ausgegangen war, konnte in Höhe von 33 % übertroffen werden. Trotz deutlich höherer Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr konnte damit auch der Auftragsbestand der Gruppe um erfreuliche 41 % zulegen und beläuft sich auf EUR 336,8 Mio. Bezogen auf den Auftragseingang konnte alle drei Geschäftsbereiche ca. 30 % über Vorjahr abschließen; auch das Budget konnte bei allen drei Geschäftsbereichen im zweistelligen Bereich übertroffen werden, am deutlichsten im Geschäftsbereich Mahlen & Dispergieren mit 41 %. Regional betrachtet konnte Nord- und Südamerika sowie China und Indien um jeweils mehr als 50 % mehr Aufträge als im Vorjahr gewinnen. Während Deutschland und Europa mit 17 % bzw. 25 % auch noch erfreuliche Zuwächse erzielen konnten, schneidet Südostasien und Ozeanien mit nur 3 % vergleichsweise schlecht ab. Der konsolidierte Umsatz der NETZSCH Gruppe beläuft sich per Ende Juni auf EUR 721,6 Mio und ist damit trotz regionalen Lockdowns aufgrund der Corona Pandemie in China 27 % höher als im Vorjahr. Unsere Erwartungen für dieses Geschäftsjahr wurden damit weit übertroffen, da wir lediglich mit einem Zuwachs von 16 % gerechnet hatten. Auf die einzelnen Geschäftsbereiche verteilen sich die Umsatzerlöse wie folgt:
In diesem Geschäftsjahr überwiegen positive Translationseffekte, die vor allem auf die Erstarkung des chinesischen Yuan und des amerikanischen Dollars zurückzuführen sind. Dadurch konnten die negativen Auswirkungen durch die Hyperinflation in Argentinien, die sehr hohe Inflation in der Türkei und einem schwächer werdenden Yen in Japan überkompensiert werden. Aufgrund des Corona Lockdowns in China, insbesondere im April und Mai 2022 kam es zwar zu Umsatzverschiebungen in den Juni 2022. Nichtsdestotrotz konnten zwei unserer dort ansässigen Gesellschaften die Erwartungen auch in Landeswährung übertreffen. Trotz diverser Krisen und einem äußerst erfolgreichem Geschäftsjahr 2021 hatte der Geschäftsbereich Analysieren & Prüfen im Geschäftsjahr 2022 das beste Ergebnis und das höchste Wachstum in seiner 60-jährigen Geschichte. Dazu beigetragen haben alle Vertriebsregionen, aber auch alle Fachdisziplinen innerhalb des Geschäftsbereiches. Der Umsatz im Geschäftsbereich Mahlen & Dispergieren lag im abgelaufenen Geschäftsjahr über ein Drittel höher als in den beiden Vorjahren. Beim Auftragseingang konnte das bisherige Allzeithoch aus dem letzten Geschäftsjahr erneut um 29 % übertroffen werden. Hierbei konnte der Auftragseingang in fast allen Regionen gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Besonders in China konnte der Auftragseingang aus dem Vorjahr verdoppelt werden. Aber auch in Nord- und Südamerika konnte der Auftragseingang auf sehr hohem Niveau um 40 % gesteigert werden. Nach Anwendungen betrachtet, wurde der Auftragseingang des Vorjahres in allen Geschäftsfeldern gesteigert. In den Bereichen Food & Confectionery und Mining & Minerals sogar um 60 % und 55 %. Im größten Geschäftsfeld, der Chemie, betrug das Wachstum 30 %. In den Anwendungen Pharma & Cosmetics 8 %. Der Geschäftsbereich Pumpen & Systeme kann auf ein Rekordjahr bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis zurückblicken. Der Umsatz betrug EUR 352 Mio, der absolute EBIT EUR 63 Mio. Alle Geschäftsfelder des GB P&S entwickelten sich positiv, alle Fabriken in Deutschland, Brasilien, China, Indien und den USA sowohl die jeweils zugeordneten Vertriebsstandorte erzielten positive Ergebnisse. Zum Geschäftsjahresende können wir weiterhin gute Steigerungen beim Auftragseingang feststellen, sodass wir erwartungsvoll in das neue Geschäftsjahr gestartet sind. 2.3. Ertragslage
Der Anstieg der Auslieferungen im Vergleich Vorjahr um nur 27 % führt im EBIT zu einem Zuwachs um 41,2 %. Die EBIT Marge erhöht sich um knapp 2 %. Ursächlich dafür sind neben einer verbesserten Personaleffizienz weiterhin Einsparungen im Bereich der Reisekosten, der Werbe- und Messekosten sowie der Bewirtungskosten. Das Finanzergebnis ist das vierte Jahr in Folge durch die indexbasierte Inflationsbereinigung unserer Tochtergesellschaft im von Hyperinflation geprägten Argentinien belastet. Der Betrag in Höhe von EUR 3,3 Mio ist damit mehr als 50 % höher als im Vorjahr. Zudem haben wir Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von EUR 0,8 Mio vorgenommen. 2.4. Finanzlage Ziel des Finanzmanagements der NETZSCH Gruppe ist es, jederzeit die Zahlungsfähigkeit inkl. Vorhaltung ausreichender und nachhaltiger Liquiditätsreserven bereitzustellen, verbunden mit der Sicherstellung der Unabhängigkeit von Finanzierungspartnern, -märkten und -instrumenten. Zusätzlich wird die Minimierung der Auswirkungen finanzieller Risiken auf Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz, so wie die Optimierung der Wirtschaftlichkeit der gruppenweiten Treasury-Aktivitäten angestrebt. Die Zielsetzungen sind in einer internen Finanzrahmenrichtlinie dokumentiert. Group Treasury verfügt über geeignete IT-Systeme sowie eine entsprechende Treasury-Management-Software. Liquiditätssicherung und zentrale Finanzierungshoheit sind für die NETZSCH Gruppe von vorrangiger Bedeutung wegen der weiterhin steigenden Zahl ungelöster, geopolitischer Konflikte und deren Folgen wie Sanktionen, Embargo, Flüchtlingskrise usw. sowie den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, was nach wie vor ein in einem nicht unerheblichen Maß gestiegenes Risiko hinsichtlich Refinanzierungen, Währungsentwicklungen und Absicherungen jeglicher Ausprägung zur Konsequenz hat. Zur Absicherung der vorgenannten Zielstellungen hat die NETZSCH Gruppe im März 2016 als Anschlussfinanzierung eine neue syndizierte Finanzierungsvereinbarung über insgesamt EUR 120 Mio, davon bis zu EUR 45 Mio für Avale, und einer Laufzeit von fünf Jahren plus zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit um jeweils ein Jahr abgeschlossen. Beide Verlängerungsoptionen sind gezogen und sind von den bestehenden Konsortialpartnern vollumfänglich akzeptiert worden. Die Finanzierungsvereinbarung läuft somit gegenüber dem Abschlusszeitpunkt in unverändertem Umfang wie geplant noch bis zum 30. März 2023. Die Konsortialdarlehensvereinbarung ist als Hauptfinanzierungsvertrag weiterhin auf Blankobasis mit fest vereinbarten Covenants abgeschlossen. Alle weiteren Finanzierungsverträge sind zur Gleichbehandlung ("pari passu") auf die maßgeblichen Regelungen des Konsortialkreditvertrags abgestimmt. Die Einhaltung der Covenants und damit die Stabilität der Gesamtfinanzierung waren im abgelaufenen Geschäftsjahr zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die Fazilität ist in verschiedenen Währungen und frei von Verwendungszweckbeschränkungen nutzbar. Neben der Erich NETZSCH GmbH & Co. Holding KG sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen, inländischen Tochtergesellschaften ziehungsberechtigt. Neu hinzukommende Gesellschaften im Inland werden frühzeitig zur Sicherstellung der Liquiditätsversorgung gerade in der Anlaufphase in die bestehende Konsortialdarlehensvereinbarung integriert. Neben der Konsortialdarlehensvereinbarung dienen zur weiteren Liquiditätsvorsorge und zur Diversifikation des Kreises der Finanzierungspartner sowie zur Unterstützung des Finanzierungsziels "Unabhängigkeit" der NETZSCH Gruppe als Basisfinanzierung drei Schuldscheintranchen über insgesamt EUR 45 Mio mit Auslaufterminen in den Jahren 2023, 2026 und 2029. Emittent ist jeweils die Erich NETZSCH GmbH & Co Holding KG als Konzernobergesellschaft. Die Schuldscheintranchen sind zur längerfristigen Sicherung des günstigen Zinsniveaus mit einem Fixkupon über die Gesamtlaufzeit versehen. Die Vertragsgestaltung ist "pari-passu" zur bestehenden Konsortialdarlehensfinanzierung, dementsprechend unbesichert und covenant-basiert ausgestaltet. Das Gesamtvolumen ist von einem deutschen und einem amerikanischen Versicherungskonzern als langfristige Kapitalanlage ("Buy-and-hold"-Strategie) übernommen worden. Die Höhe der flüssigen Mittel im Konsolidierungskreis der NETZSCH Gruppe belief sich zum 30. Juni 2022 auf EUR 104,9 Mio, die uneingeschränkt verfügbare Liquidität auf EUR 101,3 Mio. Nachfolgend ein Überblick über die Entwicklung der Finanzlage:
Der niedrigere Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist vor allem auf den Aufbau von Vorräten zurück zu führen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Bewegung war der Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens durch die Muttergesellschaft. Im Vorjahr wurden Wertpapiere in Höhe von EUR 15 Mio gekauft. Gegenläufig wirken höhere Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und hier vor allem Anzahlungen für neue Gebäude. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wirken vor allem erhöhte Auszahlungen an die Gesellschafter negativ. Gegenläufig wirkt die Aufnahme eines Bankdarlehens in Brasilien. 2.5. Vermögenslage Die wichtigsten Positionen in der Vermögenslage haben sich im Vergleich zum Vorjahr folgendermaßen entwickelt:
Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 % gestiegen. Das Net Working Capital ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, was sich aufgrund des hohen Auftragsvolumen in höheren angearbeiteten Aufträgen niederschlägt. Darüber hinaus wurde aufgrund der Lieferengpässe eine erhöhte Vorratshaltung betrieben. Die hohen Auslieferungen im Juni haben zu einer Erhöhung der Kundenforderungen beigetragen. Bei der Eigenkapitalquote liegen wir mit 52,9 % (i. Vj. 52,9 %) nach wie vor mehr als 20 Prozentpunkte über dem Durchschnitt des deutschen Mittelstandes von rund 31 %. Die Rückstellungen sind, bedingt durch das gute Ergebnis, vor allem im Bereich der Steuern und Tantiemen gestiegen. Änderungen in den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind wie in den Vorjahren auf stichtagsbezogene Effekte aus Steuerzahlungen sowie Entnahmen zurückzuführen. Die NETZSCH Gruppe verfügt somit insgesamt weiterhin über eine äußerst solide Finanz- und Kapitalstruktur. Dies äußert sich in einem ausgeglichenen Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital wie auch langfristig gebundenen Vermögen gegenüber Eigenkapital und langfristigen Fremdverbindlichkeiten. 2.6. Mitarbeiter (Köpfe)
Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten ist im Geschäftsjahr 2021/2022 wieder deutlicher gestiegen. Der relativ größte Zuwachs ist dabei in der Region Südamerika und Asien zu verzeichnen. 2.6.1. Ausbildung NETZSCH ist in seinem regionalen Umfeld als renommiertes Ausbildungsunternehmen bekannt und geschätzt. An den deutschen Standorten befinden sich an die 90 Auszubildenden in der beruflichen Erstausbildung. Alle ausgeschriebenen Ausbildungsplätze können nach wie vor besetzt werden. Im Rahmen einer Reorganisation und Neuausrichtung der Personalarbeit wurde die Ausbildungskoordination in der neu gegründeten NETZSCH Business Services GmbH gebündelt. Im Sinne der Übernahme von Best Practice Praktiken sowie einer gegenseitigen Vertretung wird der Bedeutung der Ausbildung Rechnung getragen. 2.6.2. Personalstrategie Das NETZSCH Personalwesen dient dem übergeordneten strategischen Ziel, die Unternehmensgruppe als unabhängiges und nachhaltig profitabel wachsendes Familienunternehmen zu sichern und weiter zu entwickeln. Die Personalstrategie ist an den Strategien der Gruppe sowie der operativen Geschäftsbereiche ausgerichtet (Strategie 2027) und dient deren Umsetzung. Um diesen Anforderungen besser gerecht zu werden, wurde das Personalwesen neu ausgerichtet und umstrukturiert. Die Service- und Expertenorientierten Funktionen wurden in ein neu gegründetes Unternehmen, die NETZSCH Business Services GmbH, ausgegründet (Fokus: Service; bspw. Payroll; Learning Administration; Ausbildungskoordination; Personalmarketing; Recruiting). Die ehedem generalistisch tätigen Personalreferenten wurden den kaufmännisch Verantwortlichen in den operativen Einheiten zugeordnet und befinden sich in der Transformation zu HR-Business Partnern (Fokus: Beratung und Betreuung). In der NETZSCH Holding verbleiben die HR-Funktionen, die über Projekte und Plattformen einen Mehrwert für die operativen Einheiten bieten sowie die Personalstrategie und das Key People Management verantworten (Fokus: Strategie und globale Prozessverantwortung). Inhaltliche Schwerpunkte der Personalarbeit sind weiter: die Weiterentwicklung von Fach-, Führungs- und Managementkompetenzen im Hinblick auf die neue Arbeitswelt die Weiterentwicklung des LMS (Learning Management System) zu einer Plattform für Wissensmanagement für die NETZSCH Gruppe die Entwicklung einer Unternehmenskultur und eines Mindset, in dem der anstehende Wandel als Chance und nicht als Risiko gesehen wird die Unterstützung der anstehenden Digitalisierungsprojekte durch zielgerichtet Maßnahmen die Etablierung der gruppenumspannenden Kernmarke "Proven Excellence" sowie Ausrichtung der Personalarbeit an dem Anspruch des mit "Proven Excellence" gegebenen Kundenversprechens die zielgerichtete und systematische Nachwuchsförderung in Kooperation mit der NETZSCH Academy der Aufbau eines Key People Management zur Sicherstellung der Nachfolgeplanung entscheidender Funktionen bei herausgehobenen Fach- und Führungsfunktionen die nachhaltige Gestaltung einer Feedbackkultur (basierend auf dem NETZSCH spezifischen 180/270 Grad Feedback) regelmäßige Ermittlung der Mitarbeiterzufriedenheit (Oktober 2021) und Bearbeitung der Ergebnisse entsprechend Erfordernis 2.6.3. NETZSCH-Academy: Personalentwicklung und Weiterbildung Die NETZSCH-Academy ist gefragter Partner der NETZSCH-Gesellschaften und ihrer Mitarbeiter im Bereich der Personalentwicklung, Aus- und Weiterbildung. Die Angebote der NETZSCH-Academy sowie die in den Unternehmen vorhandenen Wissens- und Organisationsdatenbanken sind in einem gruppenweiten, zukunftsweisenden LMS (Learning Management System) gebündelt, welches im letzten Geschäftsjahr weltweit an allen Standorten eingeführt wurde. Im Zuge der Neustrukturierung der HR-Prozesse wurde auch die Ausbildungskoordination in die neu gegründete NETZSCH Business Services GmbH übernommen. 2.6.4. Personalmarketing Nach erfolgter Neuausrichtung der Arbeitgebermarke an der Kernmarke des Unternehmens, wurden erfolgreich spezifische Marketingmaßnahmen für bestimmte Berufsgruppen lanciert. Zudem wurde mit einem externen Anbieter eine Softwarelösung gefunden, die es uns ermöglicht ein externes Talentmanagement für unterschiedliche Zielgruppen aufzubauen, um so schon proaktiv Talente für zukünftige Stellen an uns zu binden. Momentan erfolgt die Umsetzung des Projekts und der Aufbau des externen Talentmanagements. 2.6.5. Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg Zum 15. Mal in Folge haben wir eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg im Rahmen eines Mitarbeitergenussscheins angeboten. In Zuge einer Neuemission wurde die Tranche des Geschäftsjahres 2018/2019 zurückgeführt, sodass aktuell weiterhin drei Tranchen platziert sind, was der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung bei der Mitarbeiterbeteiligung entspricht. Auf diese Weise ist eine gute Steuerung dieses Instruments möglich. Die Akzeptanz dieses Instruments bei den Mitarbeitern ist weiter gestiegen. Die neue Auflage führte zu einer Zeichnung der angebotenen Genussrechte in einer Höhe von über EUR 6,9 Mio bei einer geleisteten Rückzahlung der Tranche 2018/2019 in einer etwas niedrigeren Höhe. Der Gesamtumfang beträgt aktuell gut EUR 15,8 Mio und ist weiter angewachsen. Die Verzinsung der Genussrechte richtet sich nach der im Geschäftsjahr erzielten Steigerung des Unternehmenswertes (Kennzahl: EVA). 2.7. Investitionen Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir deutlich über Vorjahresniveau investiert und konnten auch bestimmte Tätigkeiten eines im Bau befindlichen Gebäudes in Deutschland eher realisieren als erwartet. In Summe investierte die NETZSCH Gruppe einen Betrag der das Abschreibungsvolumens um das Vierfache übersteigt. Es standen wiederum die Ausweitung und der Ersatz von Produktionskapazitäten, der Geschäfts- und Betriebsausstattung als auch die Sicherung unserer Datensysteme und die Weiterentwicklung der ERP-Infrastruktur und Software-Systeme im Vordergrund. Die weiterhin hohen Investitionen in Forschung & Entwicklung für neue Produkte und Applikationen wurden direkt in den Aufwendungen für Personal und dem sonstigen betrieblichen Aufwand verbucht und nicht aktiviert. Erneut wurden verschiedene potenzielle Akquisitionen geprüft. Wir gehen davon aus, dass wir bei mindestens einem Target im kommenden Jahr einem Abschluss erzielen werden. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte im GB A&P eine moderate Investitionstätigkeit in Sachinvestitionen unterhalb der budgetierten Summe. Im Geschäftsbereich Mahlen & Dispergieren wurden Investitionen in verschiedene Standorte und Bereiche getätigt. Besonders hervorzuheben ist dabei die Fertigstellung der neuen Logistikhalle in Selb. Durch den Einbau modernster Logistik-Hard- und Software und eines neuen Logistik-Konzeptes soll der gestiegene Auftragseingang bewältigt werden und die Prozesse effizienter werden. Weitere Investitionen betrafen die Teilefertigung in Tirschenreuth, Pomerode, Brasilien und Shanghai, China. Der Geschäftsbereich Pumpen & Systeme hat im Geschäftsjahr 2022 den renommierten, technisch führenden, spanischen Schlauchpumpenhersteller PERIBEST akquiriert. Mit der Schlauchpumpe erweitert der Geschäftsbereich sein Produktportfolio an Verdrängerpumpen. NETZSCH Pumpen & Systeme hat damit erstklassige Exzenterschneckenpumpen, Drehkolbenpumpen, Schraubenspindelpumpen, für Pumpanwendungen geeignete Zerkleinerungssysteme und nun auch Schlauchpumpen im Programm. Dieses Produktportfolio ist Basis für die Strategy27, mit der NETZSCH zum ersten Ansprechpartner für Kunden weltweit werden will, die anspruchsvolle Anwendungen haben und die dafür jeweils optimale Pumpentechnologie suchen. Basis unserer wesentlichen, zukünftigen, produktionsorientierten Investitionen ist die Global Operations Strategy 27. Mit Global Operations Strategy 27 wollen wir die bestehenden Set-Ups, geprägt von dem langjährigen Leitsatz: "Wir produzieren in der Region für die Region", hin zu einem globalen Produktionsnetzwerk transformieren. Das neue Set-Up wird geprägt sein von mehr globaler Produktionskooperation, konsequenter Nutzung der Stärken der Produktionsstandorte Deutschland, Brasilien, China, USA und Indien. In Deutschland haben wir mit der Zusammenlegung der drei Waldkraiburger Werke zu einem neuen, modernen Werk begonnen. Hierbei handelt es sich weitgehend um eine Rationalisierungsinvestition, deren EBIT-Auswirkungen binnen zwei Jahren nach Inbetriebnahme kompensiert sein werden. Das optimierte deutsche Werk werden wir in den nächsten Jahren bis zur Kapazitätsgrenze auslasten, um eine hohe Produktivität und Wirtschaftlichkeit ohne kostentreibende Unterauslastungen in Zeiten niedrigerer Auftragslage zu gewährleisten. Kapazitätsbedarfsschwankungen wollen wir mit Hilfe unserer Auslandstandorte bedienen. Dort kosten Unterauslastungen/Produktionsleerstände nur einen Bruchteil dessen, was sie in Deutschland kosten. In Brasilien haben wir mit dem Bau einer neuen Fabrik für unsere Pumpenbaureihe NOTOS (Schraubenspindelpumpen) begonnen. Wir gehen davon aus, die Fabrik im Kalenderjahr 2023 in Betrieb nehmen zu können. Die neue Fabrik schafft Freiraum in der alten Fabrik, welchen wir für Wachstum und Logistikverbesserungen bei der Produktion der dort verbleibenden Baureihen nutzen werden. In den USA haben wir unsere Fertigungsfläche erweitert und werden dort zukünftig kundenspezifische Komponenten für den nordamerikanischen Markt fertigen. Wir gehen davon aus, dass diese Investition zusammen mit einer neuen Vertriebsstrategie zu einem deutlich größeren Marktanteil in Nordamerika führen wird. Die im Vorjahr geplanten Montagecenter in Südostasien und Australien haben wir zwischenzeitlich in Betrieb genommen. Für China und Indien planen wir darüber hinaus aufgrund der günstigen Marktentwicklungen Erweiterungsinvestitionen. Insgesamt sieht unsere mehrjährige Global Pump Operations Strategy weit über EUR 100 Mio Investitionen vor. Wir sind auf gutem Wege, diese zu realisieren. 2.8. Gesamtaussage Das Geschäftsjahr 2022 ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen das mit Abstand erfolgreichste Jahr in der Geschichte der NETZSCH Gruppe. Wir konnten den Umsatz des Vorjahres um rund EUR 153 Mio steigern, wobei bereits das Vorjahr ein außerordentlich erfolgreiches Jahr für die NETZSCH Gruppe war. Auch im Ergebnis liegen wir noch einmal erheblich über dem Niveau des Vorjahres. Der Erfolg des Geschäftsjahres basiert darauf, dass wir in den wenigen, kritischen Gesellschaften durchgängig Turnaround Situationen herbeiführen konnten und trotz starkem Umsatzwachstum sehr diszipliniert mit Neueinstellungen umgehen. Die erzielte EBIT-Marge hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die NETZSCH Gruppe ist selbst unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern schuldenfrei. Die Eigenkapitalquote liegt aktuell bei rund 52,9 %. 3. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht Die Teilnahme am wirtschaftlichen Handeln wie auch jede unternehmerische Entscheidung beinhalten Risiken wie auch Chancen. Risiken können sich aus dem Marktumfeld ergeben, selbst im Unternehmen begründet sein oder durch Wettbewerb, technologische Neuerungen oder veränderte Randbedingungen dargestellt werden. Unternehmen sind allein schon aufgrund der spezifischen Branchenzugehörigkeit und der bestehenden Konjunkturlage in dieser Branche Entwicklungen ausgesetzt, die Abweichungen von den im Budget angestrebten Zielen und Strategien zur Folge haben können. Diese Entwicklungen sind sowohl mit positiven (Chancen), aber auch mit negativen (Risiken) Varianzen und damit Auswirkungen bzw. Abweichungen verbunden. Konsequenzen und Maßnahmen bzw. Änderungsnotwendigkeiten können zum Beispiel von der rechtzeitigen Erkenntnis zukünftiger Entwicklungen des Marktumfeldes und des Wettbewerbes abgeleitet werden. Die NETZSCH Gruppe verpflichtet sich zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und damit auch für den fortlaufenden zukunftssichernden Bestand des Unternehmens, der Arbeitsplätze und einer nachhaltigen Wertsteigerung zu sorgen. 3.1. Risiko- und Chancenbericht 3.1.1. Risikomanagementsystem Risikomanagement als erfolgreich integriertes Unternehmenstool erweitert die Transparenz und fördert Entscheidungsprozesse, sichert Erfolgspotenziale und unterstützt bei der Vermeidung ungewollter und exponierter Risikofelder. Es hilft bei der Verbesserung der strategischen Planung im Unternehmen und dokumentiert die zielgerichtete Unternehmensentwicklung. Gleichzeitig optimiert es die auf das Unternehmen und die Unternehmensstruktur und Unternehmenskultur angepassten Transfer- und Risikokosten und unterstützt somit zusätzlich und langfristig einen nachhaltigen Unternehmenswert und dessen positivere Entwicklung. Um dies zu gewährleisten, ist ein Risikomanagementsystem implementiert, welches sicherstellt, dass Risiken frühzeitig identifiziert und regelmäßig in ihren Auswirkungen bewertet werden und dies unternehmensweit. Dazu beschreibt, definiert und erläutert eine Richtlinie verbindlich das Risikomanagement der NETZSCH Gruppe in allen relevanten Aspekten - transparent, verständlich, klar und umsetzbar. Unter anderem sind unterschiedlich angepasste Risikotragfähigkeitsgrenzen bezogen auf die einzelnen Einheiten und Organstrukturen, der entsprechend zu begleitende Zeithorizont und ein Ad-hoc-Reporting bei zusätzlichen, neuen oder sich gravierend ändernden Risiken definiert und festgelegt. Risiken werden dazu allgemein über den Erwartungswert, ermittelt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen, analysiert und gemäß ihrer Bedeutung in die Kategorien A (hoch), B (mittel) und C (gering) bezogen auf die spezifische Risikotragfähigkeit eingeordnet. Entsprechende weitere Richtlinien und Verfahrensanweisungen der NETZSCH Gruppe oder der Geschäftsbereiche, insbesondere das Management Manual (Leitbild des Unternehmens), der Code of Conduct (Compliance Management), die Geschäftsordnung der Geschäftsbereichsleitung und Geschäftsführung (Geschäftsordnung) sowie die Finanzrahmen- und Investitionsrichtlinie unterstützen die Umsetzung der jeweiligen Aspekte auch in risikotechnischer Hinsicht. Die Verantwortung für das Risikomanagement ist zentral unter der Geschäftsführung der NETZSCH Holding im Bereich Group Treasury angesiedelt. Der Gruppen-Risikomanager befasst sich mit den Grundsatzfragen des Risikomanagements (z. B. Inhalt, Struktur und methodische Weiterentwicklung und einzusetzende technische Tools) und der Implementierung, der Ausgestaltung und Umsetzung des angepassten Programms der Risikotragung und der Auswahl der Risikopartner und dessen Weiterentwicklung im Rahmen der Unternehmensentwicklung und der Unternehmensstrategie. Im Rahmen der Berichterstattung im Risikomanagement ist der Gruppen-Risikomanager verantwortlich für die Prüfung, Analyse und Konsolidierung der gemeldeten und verifizierten Risiken auf Gruppenebene, sowie für die Erstellung der Risikoberichte. Unterstützt wird der Gruppen-Risikomanager durch Risikomanager in den jeweiligen Geschäftsbereichen, die im Rahmen der Vorgaben verantwortlich sind für die Überwachung und Einhaltung von Standards innerhalb der Geschäftsbereiche, um das Ziel eines einheitlichen Risikomanagementsystems in der Gruppe zu erfüllen und sicherzustellen.
Einzelrisikoberichte zu Sonderthemen und Sonderfragestellungen, Zurverfügungstellung und regelmäßiges Update einer weltweiten im Intranet zur Verfügung gestellten Informationsplattform zum Risikomanagement zur Sensibilisierung aller Mitarbeiter und als Know-how-Träger für die weltweiten Führungskräfte, weltweite Risiko-Workshops für das Management auch bedarfsorientiert und strategische Weiterentwicklung der zukünftig notwendigen Risikotragfähigkeit und daran angepasste Auswahl zukünftig möglicher Risikopartner, ergänzen das Arbeitsspektrum. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde weiterhin das mehrjährig erprobte elektronische Tool zum Risikomanagement für den weltweiten und Risk-Owner-basierten Einsatz - auf Basis eines im Markt etablierten IT-Systems und NETZSCH-konform zugeschnitten - eingesetzt. Es wurden Risikoberichte zum Gruppenrisiko und zu Geschäftsbereichsrisiken in dem Risikomanagementsystem dokumentiert. In den Berichten wurde der Umfang der vorhandenen Risiken der NETZSCH Gruppe bzw. Geschäftsbereiche in den betreffenden Risikofeldern zusammengestellt, potenzielle Risiken und deren Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die erwarteten Auswirkungen in ihrem Schadenerwartungswert analysiert und resultierend aggregiert. Notwendige und sinnvolle Maßnahmen und Empfehlungen zur Verbesserung der Risikosituation wurden aufbereitet und adressiert. Einher ging die Prüfung der Vereinbarkeit der Erkenntnisse mit der Unternehmensstrategie. Aus der Definition notwendiger Maßnahmen zur Risikoreduktion schloss sich ein Programm zur besseren Risikobewältigung für den Risikobesitzer an. Grundsätzlich basiert das Risikomanagement in der NETZSCH Gruppe auf einem dezentralen Ansatz. Die Risikomanager der einzelnen operativen Einheiten und die Risikomanager der Geschäftsbereiche sind für das Erfassen, Berichten und Steuern ihrer jeweiligen Risiken verantwortlich. Die Einschätzung der erfassten Risiken erfolgt anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie ihrer potenziellen Auswirkungen. Mit der Risikosteuerung wird das grundsätzliche Ziel verfolgt, das Gesamtrisiko der NETZSCH Gruppe transparent und in einem akzeptablen Rahmen zu halten und nötigenfalls entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Risikomanagement ist langfristige Sicherung, gezielte Unterstützung und damit Erhalt der weiteren positiven Entwicklung der NETZSCH Gruppe und des Unternehmenswertes. Im Rahmen der weiteren geplanten strategischen Weiterentwicklung, wurde die Risikolandschaft, um das Risikofeld für die zukünftige Unterstützung erweitert. Unternehmerische Chancen als weitere Varianz des Risikomanagements erfasst die NETZSCH Gruppe bewusst bisher nicht in ihrem Risikomanagementsystem. Entsprechend werden keine Eintrittswahrscheinlichkeiten oder mögliche potenzielle oder auch finanzielle Auswirkungen von Chancen erfasst. Chancen werden im Rahmen der Geschäftsstrategie und Geschäftsentwicklung erfasst und behandelt. Die Geschäftsführung der NETZSCH Holding und über diese die Gesellschafter des Unternehmens erhalten regelmäßig Berichte über die Ergebnisse der Risikoanalysen. Die Gesellschafterversammlung wird regelmäßig über den Stand und die Entwicklung des Risikomanagementsystems informiert. Insgesamt liegen die über das Risikomanagement ermittelten und aufgezeigten Risiken für alle analysierten Risikofelder in der NETZSCH Gruppe überwiegend im geringen (Kategorie C) bis mittlerem (Kategorie B) Bereich der Einschätzungen. Die möglichen Auswirkungen sind durch soweit angepasste und adäquate Maßnahmen als beherrschbar zu charakterisieren.
3.1.2. Markt, Branche und Chance Alle Geschäftsbereiche der NETZSCH Gruppe können auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Die NETZSCH Gruppe hat aufgrund ihres breit diversifizierten Geschäftsbereichsportfolios in verschieden Konjunkturzyklen eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit von einzelnen Branchen, Applikationen und Kunden. Alle gemeinsam vereint das Ziel und die Strategie, die Abhängigkeit von einzelnen Regionen, Branchen und Kunden aktiv zu begleiten. Die bestehende Diversifikation wird durch eine gezielte Entwicklung neuer Produkte sowie weiterer Applikationen ergänzt. Dadurch wird das relevante Marktvolumen zunehmend erweitert. Die positive Entwicklung des Marktvolumens in unseren relevanten Märkten erwarten wir trotz des zunehmend schwieriger werdenden Marktumfeldes auch in Zukunft. Gleichzeitig sind unsere Märkte auch weiterhin von intensivem Wettbewerb geprägt, wovon vor allem die größeren Unternehmen von zukünftigem Marktwachstum profitieren werden. Durch unsere internationale Ausrichtung und viele strategische Initiativen in allen Regionen, sowie den verschiedenen Branchen hat sich die NETZSCH Gruppe auf die kommenden Jahre gut vorbereitet. Durch neue innovative Produkte und alternative Geschäftsmodelle sind die Geschäftsbereiche für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt. Grundsätzlich können aktuelle, negative Markt- und Branchenentwicklungen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der NETZSCH Gruppe haben. Neben den Lieferengpässen auf den Rohstoffmärkten und der damit verbundenen Inflationsgefahr muss auch der Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten und dessen Auswirkungen auf Europa genannt werden. Wir sind überzeugt, dass wir die Herausforderungen durch die starke internationale Ausrichtung der Gruppe, in Verbindung mit den global verteilten Fertigungsstätten besser bestehen werden als viele andere Unternehmen. Die Aufstellung der NETZSCH Gruppe mit drei weitgehend voneinander unabhängig agierenden Geschäftsbereichen, einem breiten Kunden- und Branchenspektrum sowie einer ausgeglichenen Verteilung auf die drei wesentlichen regionalen Weltmärkte EMEA, Americas und Asien werden dafür sorgen, dass nur geringe Abhängigkeiten von einzelnen Märkten und Branchen bestehen. Untermauert wird die Stabilität von einer stark auf die Zukunft ausgerichteten Strategie 27. Diese gute globale Positionierung der NETZSCH Gruppe beinhaltet viele Chancen. So können wir von einem beschleunigten Wachstum nach Krisensituationen sowie einer Aufwertung der einschlägigen Währungen überproportional profitieren. Regional begrenzte Krisenherde, wie z. B. eine Energiekrise in Europa würden Spuren hinterlassen, könnten aber zu Teilen international kompensiert werden. Aufgrund der soliden Finanz- und Kapitalausstattung der Gruppe ist NETZSCH grundsätzlich in der Lage, mögliche Chancen für externes Wachstum zu nutzen. Im Rahmen unserer Strategie halten wir gezielt Ausschau nach geeigneten Zukäufen. Unsere Umsatz- und Ergebnisplanungen beinhalten bereits pauschale Berücksichtigungen für Zukäufe. Durch Akquisitionen werden sich weitere Chancen für die NETZSCH Gruppe eröffnen. Der Geschäftsbereich Pumpen & Systeme sieht seine weltweiten Märkte (Umwelt & Energie, Chemie, Pharma & Food, Öl & Gas) weiterhin als gut, ertrag- und chancenreich an. Selbst das globale Geschäftsfeld Öl & Gas entwickelt sich positiv. Grund hierfür sind die guten NETZSCH-Produkte, welche wir kostengünstig produzieren und ertragreich verkaufen können. Unsere neuen Produkte T-Sano und Hygiene-Schraubenspindelpumpen erlauben uns Wachstum in Märkten, welche die Exzenterschneckenpumpe nicht mehr so gut erreichen kann. Des Weiteren ist uns der Einstieg in Batterieapplikationen gelungen, was ein großes Wachstum in den nächsten Jahren verspricht. Trotz der bestehenden Risiken für die Weltwirtschaft erwartet der Geschäftsbereich Mahlen und Dispergieren auch im kommenden Geschäftsjahr weiteres Wachstum, v. a. in den Bereichen Batterie und Food. Aus regionaler Sicht werden besonders in Asien und Nordamerika viele Aufträge erwartet. Der Geschäftsbereich Analysieren & Prüfen sieht weiterhin ein starkes Wachstum in Asien und in den Geschäftsfeldern Polymere, Life Science sowie bei diversen Hochtemperaturanwendungen. Auch die vor zwei Jahren neu hinzugekommenen Produktlinien Rheologie und Brandschutz haben die in sie gesetzten Ziele übertroffen. 3.1.3. Beschaffung, Produktion und Technologie Die NETZSCH Gruppe verfolgt die Strategie einer eigenen hohen Fertigungstiefe. Dies sichert unseren hohen Qualitätsanspruch und verhindert Know-how-Abfluss. Entsprechend gilt unser Augenmerk speziell der Qualität und der Lieferfähigkeit unserer Zulieferer. Unsere Zulieferer sind Partner im Lieferverbund. Der allgemeine Anstieg für Preise von Zulieferteilen ist spürbar. Der steigende Preistrend verschiedener grundlegender Rohmaterialien ist ebenfalls erkennbar, Zulieferteile sind vom Kostenanstieg betroffen. Die Liefertermintreue und die Qualität der Belieferung konnten im letzten Geschäftsjahr gehalten werden. Es bleibt primäres Ziel der NETZSCH Gruppe, Preiserhöhungen im Bereich der Rohmaterialien oder Zulieferteile an Kunden weiterzugeben. Dennoch können sich in der aktuellen Situation durch die Beschaffung negative Einflüsse auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der NETZSCH Gruppe ergeben. Erhöhungen in der Materialquote können sich auch durch einen veränderten Produktmix ergeben. Speziell Großaufträge mit einem höheren Zulieferanteil verschieben das Kostengefüge Richtung Materialaufwand. NETZSCH-Produktionsstandorte befinden sich in allen drei wesentlichen Regionen EMEA, Asien, Nord- und Südamerika. Kapazitätserweiterungen wurden im Zuge der Zusammenführung der Waldkraiburger Werke vorgenommen. Weitere Kapazitätserweiterungen in Südamerika und Asien befinden sich derzeit in der Umsetzung. Im Geschäftsbereich Analysieren & Prüfen wurde im Geschäftsjahr 2022 nach der Umsetzung der Optimierung des Workflows in der Endkontrolle eine weitere Effizienzsteigerung realisiert. Aufgrund der Versorgungsthematik war es notwendig, weitere Lagerkapazitäten zu schaffen. Durch das geplante Wachstum und zur Sicherstellung der Versorgung werden hier weitere Maßnahmen nötig sein. Die Produktionskapazitäten wurden dem geplanten Wachstum ebenfalls angepasst. Diese werden weiterhin bzgl. der strategischen Ziele erweitert. Das weiter entwickelte QS-Modul wird für Analysen und zur Verbesserung der Qualität aktiv genutzt. Im Geschäftsjahr 2022 wurde das Optimierungsprojekt für die Versandabwicklung begonnen. Stufe 1 wird im Geschäftsjahr 2023 umgesetzt. Darüber hinaus wird für die Optimierung der Beschaffung ein SRM-System eingeführt. Im Geschäftsbereich Mahlen & Dispergieren wurde das Logistikkonzept für die Produktionsstandorte Selb und Tirschenreuth abgeschlossen. Durch die Digitalisierung und Optimierung der Geschäftsprozesse in der Logistik konnte die Produktivität und Kapazität deutlich gesteigert werden. Den gestiegenen Beschaffungspreisen und den teilweise längeren Lieferzeiten auf den Beschaffungsmärkten reagiert der Geschäftsbereich Mahlen & Dispergieren u. a. mit verstärktem global Sourcing, sowie einer intensiven Zusammenarbeit der M&D Standorte. Die Fabriken des Geschäftsbereichs Pumpen & Systeme in Deutschland, Brasilien, USA, China und Indien funktionieren. Wir haben keine nennenswerten Beschaffungsprobleme und können marktgerecht liefern. Für alle Standorte haben wir zukunftsträchtige Pläne. 3.1.4. Finanzierung und Liquidität Der laufende Finanzmittelbedarf wird im Allgemeinen durch Anzahlungen und sonstige Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit gedeckt. Neben einem komfortablen Bestand an liquiden Mitteln verfügen wir über ein aktiv gemanagtes Portfolio diversifizierter Finanzierungsquellen und Finanzierungsoptionen mit einer differenzierten Auslaufterminstruktur. Das bestehende Refinanzierungsportfolio wird fortlaufend dem sich, bezogen auf Investitionsvolumen und Wachstumsperspektiven, ändernden Finanzierungsbedarf unter Berücksichtigung der Marktgegebenheiten angepasst. Dies gilt sowohl hinsichtlich des Volumens als auch hinsichtlich der genutzten Finanzierungsquellen. Mit der gegenwärtig frei verfügbaren Liquidität (= Cash-Bestände + nicht beanspruchte, festvereinbarte Finanzierungslinien) erachten wir das Liquiditätsrisiko der NETZSCH Gruppe derzeit als äußerst gering. Die NETZSCH Gruppe erlöst einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze in Fremdwährungen, d. h. anderen Währungen als dem Euro. Entsprechend kann sich eine ungünstige Entwicklung der Wechselkurse negativ auf die Ertragslage des Unternehmens auswirken. Während dem Transaktionsrisiko durch eine stringente, zentral administrierte Währungsabsicherungsstrategie im Wesentlichen in Form von Macro Hedges entgegengetreten wird, setzen wir bewusst keine Instrumente zur Absicherung des Translationsrisikos ein. Die NETZSCH Gruppe vertritt nach wie vor die Auffassung, dass den Kosten dieser Instrumente langfristig kein vertretbarer Nutzen gegenübersteht. Wo Macro Hedges nicht sinnvoll abgeschlossen werden können, versuchen wir durch Intercompany Netting oder zeitlich begrenzte Wiederanlage der Fremdwährungen mit Zinsvereinnahmung bzw. Währungs-Swapgeschäften Fremdwährungspositionen im Zeitablauf zu einem für uns günstigeren Wechselkursverhältnis in Euro umzutauschen. Dies kann je nach gewähltem Anlageinstrument eine temporär höhere Vorhaltung an Kassenbeständen bedingen. Ziel ist es, durch Wechselkursabwertungen entstehende unrealisierte Kursverluste nur zu einem möglichst geringen Teil zu realisieren. Unabhängig davon gilt aber die dokumentierte, generelle Strategie wie bisher fort, keine vom operativen Geschäft losgelösten spekulativen Geschäfte zur Erzielung bzw. Maximierung von Währungskursgewinnen zu tätigen. Den Geschäftsbereichen werden Budgetkurse vor Beginn eines Geschäftsjahres genannt, zu denen sie Devisenüberschüsse an die zentrale Treasury Abteilung der NETZSCH Holding abgeben. Gleichzeitig können die Geschäftsbereiche über Group Treasury ihre Devisenbedarfe eindecken. Das Ziel der Währungsabsicherungsstrategie ist es, unter Anwendung einer rollierenden Währungsabsicherung in Form eines Layermodells, um durch differenzierte Abschlusszeitpunkte einen möglichst günstigen Durchschnittsabsicherungskurs je Sicherungstermin zu erzielen. Gleichzeitig bedingt die zentrale Bündelung der Währungsaktivitäten für die große Zahl der operativ genutzten Währungen ein größeres Kompensationspotenzial zum Ausgleich gegenläufiger Einzelwährungseffekte. Die Währungsabsicherung geschieht mittels Devisentermingeschäften basierend auf den erwarteten Nettodevisenüberschüssen. Aus diesen Kurssicherungsgeschäften können bei einer ungünstigen Wechselkursentwicklung sowohl unrealisierte wie auch realisierte Kursverluste resultieren. Die jeweiligen Währungsabsicherungsstrategien basieren auf Expertenbefragungen, Zukunftserwartungen sowie historischen Erfahrungen und der laufenden Marktbeobachtung. Dem Forderungsausfallrisiko begegnet die NETZSCH Gruppe vor allem im Export mit konsequenter Zahlungsabsicherung durch Nutzung von Anzahlungen, Akkreditiven und Bankbürgschaften. Der Abschluss einer pauschalen Kreditversicherung für alle offenen Forderungsbestände wird als wirtschaftlich nicht sinnvoll erachtet, gleichwohl werden in Einzelfällen spezielle Einzelforderungsabsicherungen, vor allem hinsichtlich der Absicherung politischer Risiken, in Erwägung gezogen und geprüft. In begründeten Fällen werden vor Auftragsannahme Bonitätsauskünfte über Kunden eingeholt. In der Regel wird die Produktion eines Auftrags erst begonnen, wenn die Zahlung abgesichert ist. Die hohe Anzahl von Einzelkunden, ein breites regionales Forderungsportfolio und die vorherige sorgfältige Prüfung haben auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr zu geringen Forderungsausfallquoten geführt. Auf Basis einer soliden Finanzierungsstrategie war die Liquidität des Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt gesichert. Wesentliche Risiken sind uns derzeit nicht bekannt und bei Fortsetzung der derzeitigen Finanzierungspolitik nicht absehbar. Chancen ergeben sich aus Aufwertungen der für uns maßgeblichen Fremdwährungen. Zudem hat die NETZSCH Gruppe vor fünf Jahren ein Programm zur Optimierung des Net Working Capital gestartet. Sollten einzelne Maßnahmen stärker oder schneller greifen als erwartet, ergeben sich hieraus Chancen für die NETZSCH Gruppe. 3.1.5. Personal Mit unseren ermittelten Personalkennzahlen (Fluktuation, Arbeitsunfähigkeit, Weiterbildungsquote, Ausbildungsquote, etc.) liegen wir nach wie vor in nahezu allen Bereichen besser als die Durchschnittsquoten der Branchenverbände vbm (Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie) und VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), mit denen wir regelmäßige Benchmark-Vergleiche durchführen. Dennoch bestehen sowohl interne Risiken (bspw. durch personelle Abhängigkeiten) als auch externe Risiken (bspw. durch die demographische Entwicklung, die aktuelle pandemische Lage oder weitere Cyber-Angriffe). Diese Risiken werden laufend analysiert und im Rahmen von Projekten bearbeitet und minimiert. Beispielhaft seien hier der Aufbau eines Wissensmanagement-Systems (personelle Abhängigkeiten; demographische Risiken) und die ständige Überprüfung der Mitarbeiter-Awareness über gezielte Phishing-Attacken, gepaart mit Schulungen der NETZSCH Online Academy, genannt (Cyber Security). Daneben befindet sich die Arbeitswelt durch die technische Entwicklung im Umbruch. Dem Tragen wir durch entsprechende Kompetenzerweiterungen und dem Angebot der NETZSCH Academy (bspw. Artificial Intelligence) Rechnung. 3.1.6. IT-Technologie Die für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb relevanten Systeme der NETZSCH Gruppe sind über gruppenweit gültige Richtlinien klar geregelt sowie deren strategische Weiterentwicklung sichergestellt. Dadurch werden strategische Risiken minimiert. Den vorhandenen operativen IT-Risiken begegnet man mit zahlreichen technischen und organisatorischen Maßnahmen. Dazu zählen getrennte Rechenzentren, Auslagerung ganzer Services in die Cloud und von kritischen Systeme zu professionellen Dienstleistern, geeignete Backup- und Notallszenarien, administrative Richtlinien und hochmoderne IT-Sicherheitssysteme. Aber auch die Neuausrichtung des IT-Betriebs und dessen Zentralisierung in einer Servicegesellschaft wurde im abgelaufenen Jahr vollzogen. Mit einem fortlaufenden Phishing-Assessment und professionellen externen und internen Penetrationstests werden noch bestehende Schwachstellen erkannt, deren Beseitigung weiter hohe Priorität hat und entsprechende Mittel bereitgestellt wurden. Neben Sensibilisierungsmaßnahmen der eigenen Mitarbeiter werden diese auch regelmäßig im Umgang mit IT- und Cyber-Risiken geschult. Die jüngst verabschiedete IT-Strategie sieht weitere Veränderungen vor. So wird neben einer Konzentration auf deutlich weniger selbst bereitgestellte Services und eigenbetriebene Datacenter vor allem auf Saas-Dienste und Cloudlösungen gesetzt, die ein hohes Maß an Sicherheit, Skalierbarkeit und verkürzte Bereitstellungszeiten bieten. Anforderungen aus der Unternehmensstrategie begegnet man mit dem Aufbau neuer Kompetenzen und einem auf die Unterstützung der verschiedenen Geschäftsbereiche abzielenden neuen Betriebsmodelle. 3.1.7. Compliance Unter Compliance verstehen wir das rechtlich und ethisch einwandfreie Verhalten unserer Mitarbeiter in allen betrieblichen Prozessen. Wir bekennen uns uneingeschränkt zu Compliance und, falls erforderlich, zum Verzicht auf jegliches Geschäft, das den konzernweit geltenden Compliance-Grundsätzen entgegenstünde. Bei Herstellung und Anwendernutzen unserer Produkte achten wir auf ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld, größtmögliche Sicherheit und Nachhaltigkeit. Im internen wie externen Umgang miteinander halten wir die Menschen- und Arbeitnehmerrechte entsprechend dem Globalen Pakt der Vereinten Nationen als auch lokale Standards ein. Der soziale, ethische und ökologische Fußabdruck unserer Produkte hängt auch mit den Vorgehensweisen unserer Geschäftspartner zusammen. Internationale Gesetze und Vorschriften, wie etwa die Sorgfaltspflicht, machen uns für regelwidriges Verhalten in unserer Lieferkette mitverantwortlich. Zudem erwarten unsere Kunden von uns, dass wir verantwortungsbewusst handeln. Diese und noch weitere zahlreiche Vorgaben (z. B. Risikomanagement, Dokumentations- und Reportingpflichten) werden unter anderem mit unseren Einkaufsorganisationen in unserer Lieferkette im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) vorbereitet und umgesetzt. Für die NETZSCH Gruppe wird dieses Gesetz ab 2024 einschlägig. Bei der Geschäftspartnerprüfung bedienen wir uns unter anderem eines auf unsere Geschäftsmodelle benutzerdefinierten Compliance-Risk-Assessment-Tools sowie einer Wirtschaftsauskunft für Due-Diligence-Prüfungen. Mit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat sich auch die NETZSCH Gruppe klar positioniert. Für alle weltweiten Einheiten der NETZSCH Gruppe stellen die Sanktionen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland die Handlungsmaxime dar. Die Prozesse in den Exportkontrollprüfungen wurden dahingehend angepasst um ein stringentes, einheitliches und rechtssicheres Handeln zu gewährleisten. Eine Verschärfung der Sanktionen, wie zuletzt durch das siebente und achte Sanktionspaket der Europäischen Union kann dabei wesentliche Auswirkungen auf die Geschäftsausübung der Gruppe in Russland bis hin zum Rückzug in einzelnen Geschäftsbereichen haben, mit entsprechenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns. Im Umgang mit Geschäftspartnern sind unsere Angestellten zu absolutem integren Verhalten verpflichtet. Insbesondere gegenüber Behördenvertretern und politisch exponierten Personen besteht ein striktes Verbot, persönliche Vorteile oder finanzielle Zahlungen oder andere Leistungen anzubieten oder anzunehmen. Jegliche Aktivitäten, die einen fairen und legalen Wettbewerb verhindern könnten, sind für uns tabu. Die Grenzen des Zulässigen sind allen Mitarbeitenden bekannt. Personenbezogene Daten von Beschäftigten, Kunden und Dritten erfassen oder verarbeiten wir nur mit deren Einverständnis bzw. mit gesetzlicher Erlaubnis oder Verpflichtung. Zur Gewährleistung der Einhaltung der Anforderungen an den Datenschutz wurde zum 1. März 2022 ein neuer externer Datenschutzbeauftragter bestellt. Diese Rolle übernimmt nun Herr Dr. Georg Schröder von der legal data Schröder Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Wir schützen unsere Geschäftsgeheimnisse im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und im Eigeninteresse systematisch durch prozessbezogene digitale und analoge Maßnahmen. Geistige und materielle Eigentumsrechte Dritter respektieren und schützen wir konsequent wie unsere eigenen. Zum Schutz vertraulicher Vorgänge haben wir prozessspezifische Maßnahmen definiert und eingeführt. Unsere internen und externen Geschäftsbücher, Finanzbücher und anderen Unterlagen führen wir entsprechend den geltenden Buchhaltungsgrundsätzen, gesetzlichen Vorschriften und Wirtschaftsprüfungsstandards. Zur Einhaltung vorgenannter Compliance Vorgaben behalten wir uns anlassbezogen interne wie externe Überprüfungen vor. Verstöße sanktionieren wir im Rahmen des Zulässigen bis hin zu Kündigungen. Die Einhaltung dieser Verhaltensvorgaben vermitteln wir in anwenderspezifischen Compliance Schulungen. In Arbeitssicherheits-Programmen teilen wir allen Beschäftigten in Deutschland arbeitsplatzspezifische E-Learning Kurse zu. Die Wirksamkeitskontrolle erfolgt mit integriertem Abschlusstest. Das globale Compliance-Managementsystem leitet der Director Group Compliance, der direkt an den zuständigen Geschäftsführer in der Holding berichtet. Weitere kompetente Compliance-Ansprechpersonen stehen in den drei deutschen Kopfgesellschaften der Geschäftsbereiche sowie in unseren wichtigsten Standorten im Ausland zur Verfügung. Für jede NETZSCH-Gesellschaft gibt es im jeweiligen Land ein Compliance Committee aus externen Rechtsanwälten und lokalen Geschäftsführern. Die unabhängigen Anwälte fungieren auch als Ombudsmänner, an die sich unsere Angestellten und externe Dritte vertraulich, auf Wunsch und soweit rechtlich möglich, auch anonym wenden können. Unser zentrales Hinweisgebersystem nimmt auch von externen Personen mögliche Kritikpunkte über unsere Internet- bzw. Intranet-Seite, per Kontaktformular, per Email oder telefonisch entgegen. Wir nehmen jeden Hinweis ernst und gehen diesem nach. Angestellte, die in Bezug auf Compliance-Verstöße Bedenken haben, sollen mit ihren Vorgesetzen, dem Director Group Compliance oder einem Mitglied ihres lokalen Compliance-Committees Rücksprache halten. Wir schützen unbescholtene Hinweisgeber vor negativen Konsequenzen für ihre Karriere oder ihre persönliche Entwicklung. Die übergeordnete Geschäftsleitung sowie der Director Group Compliance achten hierauf mit großer Sorgfalt. Zur Gewährleistung unserer Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Exportkontrolle bedienen wir uns an den deutschen Hauptstandorten Selb und Waldkraiburg einer rollenspezifischen Compliance Management Software für gerichtsfeste Organisation. In der diesjährig durchgeführten Re-Bestandsaufnahme wurde über eine juristische Überprüfung des Rechtskatasters unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen und der sich daraus ergebenen rechtlichen Anforderungen an das Unternehmen an Arbeits- und Umweltschutz die Gültigkeit und damit Rechtssicherheit bis 2024 bestätigt. Unser Compliance Reporting umfasst neben ad-hoc-Informationen und Beratungen, fallbezogenen und risikoorientierten Machbarkeits-Anfragen und Freigaben auch Meldungen aus den Gesellschaften zu compliance-relevanten Ereignissen. Behördliche Verfahren gegen NETZSCH wegen Compliance-Verstößen, die einen erheblichen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Gruppe haben könnten, sind uns derzeit nicht bekannt. Ebenso ist uns auch kein Compliance relevanter Sachverhalt bekannt, der den Fortbestand der NETZSCH Gruppe möglicherweise gefährden könnte. Nach dem Cyber-Angriff auf unsere NETZSCH Gruppe Anfang des Geschäftsjahres 2020/ 2021 sind wir uns alle noch stärker der kritischen Arbeitsabläufe und Daten bewusst, die nicht in die Hände von Dieben gelangen dürfen. Durch ständig wechselnde Bedrohungslagen, neue Technologien und Techniken sowie der Zeit, die benötigt wird, Maßnahmen zur Beseitigung aufgetretener Sicherheitsschwachstellen zu ergreifen, bleibt dem potentiellen Angreifer immer eine Chance. Trotzdem muss es das Ziel sein, durch technische und organisatorische Maßnahmen die Informationssicherheit kontinuierlich auf einem von allen Seiten akzeptierten Stand zu halten. Die NETZSCH Gruppe will deshalb mit dem Aufbau eines Informations-Sicherheits-Management-Systems (ISMS) in den Geschäftsbereichen zum besseren Schutz vertraulicher Daten, Systeme und Arbeitsabläufe Rechnung tragen. Das Globale Geschäftsleitungsteam (GGT) hat mit einer neu veröffentlichten ISMS-Leitlinie den Grundstein gelegt, mit dem es gilt auch in Zukunft unsere wertvollen Daten und Informationen gegen bewussten oder unbewussten Abfluss zu schützen. Alle Mitarbeiter wurden zu dieser Leitlinie informiert. Der Director Group Compliance & ISMS ist steuernd und koordinierend für den gruppenweiten Roll-Out verantwortlich. 3.2. Prognosebericht Durch den völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in der Ukraine haben sich die ökonomischen Rahmenbedingungen grundlegend geändert. Neben den Auswirkungen auf das direkte Liefergeschäft durch Sanktionen verbunden mit weniger Umsatz, gibt es zahlreiche, weitreichendere indirekte Folgen insbesondere in Deutschland und den europäischen Nachbarländern. Dazu zählen die Verteuerung von Energie und Rohstoffen, eine noch größere Belastung in den Lieferketten und ganz allgemein die erhöhte Verunsicherung über die weitere Entwicklung vor allem im Zusammenhang mit einer möglichen Gasknappheit und einer möglichen Energiekrise. Für das Gesamtjahr 2022 erscheint unter der Annahme einer zeitlich eng begrenzten, kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine und keiner dauerhaften Besetzung durch Russland laut Oxford Economics ein weltwirtschaftliches Wachstum von 3,7 % dennoch möglich. Erhebliche negative Auswirkungen gibt es in diesem Szenario vor allem auf die Volkswirtschaften der beiden Länder und abgestuft auf die europäischen Volkswirtschaften. Die Spillover-Effekte auf die Volkswirtschaften in Asien und Amerika dürften allerdings gering sein, ein Aspekt, der unserer internationalen Aufstellung entgegenkäme, da wir Rückgänge in Europa zumindest teilweise kompensieren könnten. Mit jedem Tag, den dieser Krieg länger dauert, nimmt die Eintrittswahrscheinlichkeit des Basis-Szenario der Ökonomen von Oxford Economics jedoch ab und die ihres Alternativen Basis-Szenarios zu. In diesem Abwärts-Szenario ist modelliert, dass die Kämpfe in der Ukraine bis weit in das Jahr 2023 andauern. Der Westen verhängt schärfere Sanktionen gegen Russland, Russland ergreift Vergeltungsmaßnahmen und die Gaslieferung nach Europa wären sechs Monate unterbrochen. Das globale BIP würde nur um rund 3 % wachsen. Die Spillover-Effekte auf Asien und Amerika bleiben auch in diesem Szenario eher gering. Weitere größere Risiken für die Weltwirtschaft sind die räumliche Eskalation des Konfliktes, sowie die Covid-Strategie Chinas, durch die sich die Logistikschwierigkeiten weiter verschärften könnten. Im Falle einer damit einhergehenden höheren und anhaltenden Inflation würde die globale Wirtschaftsentwicklung mit 2,3 % Zuwachs im Jahr 2022 um fast 1,5 Prozentpunkte niedriger ausfallen als im Basis-Szenario. Mittelfristig ist das Szenario der anhaltenden Inflation das Szenario, mit dem negativsten Ausblick. Unterbrechungen in den Lieferketten bis Anfang des kommenden Jahres zusammen mit erhöhten Preisen würden zu einem niedrigen BIP-Wachstum von 1,8 % führen. Die US-Volkswirtschaft könnte im laufenden Jahr um 3,4 % zulegen. Im Negativ-Szenario Inflation wäre das Plus nur noch 1,8 %. In China dürfte das Wachstum trotz vielfältiger Probleme mit 4,9 % deutlich höher ausfallen. Höhere Preise würden das Wachstum um einen Prozentpunkt dämpfen. (Quelle: VDMA) Die Chancen für die globale Wachstumsentwicklung bieten aber dennoch Chancen. Für die NETZSCH Gruppe sind die Voraussetzungen für das neue Geschäftsjahr tendenziell positiv. Alle drei Geschäftsbereiche starten mit einem sehr starken Auftragspolster. Der Auftragsbestand liegt sowohl im Geschäftsbereich M&D als auch bei P&S weit über dem Vorjahr, hier ist die Entwicklung in allen Regionen erfreulich. Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres beginnt ebenfalls erheblich besser als erwartet. Der Auftragseingang liegt weit über Plan und gibt in allen Geschäftsbereichen Anlass zu Optimismus. Der budgetierte Umsatz für das neue Geschäftsjahr ist kaum noch von Corona geprägt. Wir gehen von einem weiteren Aufwärtstrend unserer Geschäftserwartungen aus. Dies wird sich auch auf das Investitionsverhalten auswirken. Die optimistische Sicht auf die Geschäftsjahr 2023 und 2024 resultiert aus der heterogenen Erholung verschiedener Regionen und Geschäftsfelder. Weiterhin erwarten wir das Greifen verschiedener Maßnahmen in heute noch bestehenden Problembereichen. Wir suchen systematisch nach Akquisitionen, mit dem Ziel die NETZSCH Gruppe mittelfristig um einen weiteren Geschäftsbereich zu erweitern. Darüber hinaus werden wir weiteres Wachstum aus eigener Kraft schaffen, in weiteren Regionen, mit neuen digitalen Geschäftsmodellen, neuen Produkten und einem verstärkten Einsatz in bestimmten Applikationen. Währungsentwicklungen in beide Richtungen sind möglich, mit signifikantem Einfluss auf die Zielerreichung. Die Budgetkurse für das neue Geschäftsjahr wurden nach Befragung der uns verbundenen Bankinstitute festgelegt. Transaktionsrisiken haben wir wie in den Vorjahren abgesichert. Eine Absicherung von Translationsrisiken sehen wir nach wie vor als nicht effizient an. Im Gegenzug halten wir eine hohe Eigenkapitalausstattung vor. Unsere quantitativen Leitplanken sehen für das Geschäftsjahr 2022/2023 einen deutlichen Anstieg des Umsatzes, einen Anstieg des Jahresüberschusses, einen signifikant positiven EVA sowie eine EBIT-Marge im zweistelligen Prozentbereich vor.
Selb, den 7. Oktober 2022 Moritz Netzsch, Geschäftsführer Paul Netzsch, Geschäftsführer Jens Niessner, Geschäftsführer [1] Economic Value Added EVA = (ROCE - WACC) * CE (Jahresdurchschnitt) Return on Capital Employed (ROCE) = EBIT / Capital Employed KonzernbilanzAktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernkapitalflussrechnung nach DRS 21Konzernkapitalflussrechnung
KonzerneigenkapitalspiegelKonzerneigenkapitalspiegel
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021/2022Allgemeine Angaben und Erläuterungen Inhalt und Gliederung des Konzernabschlusses Gemäß den §§ 290 ff. i. V. m. § 264a Abs. 1 HGB sowie gemäß dem Gesetz über die Rechnungslegung von bestimmten Unternehmen und Konzernen (Publizitätsgesetz) sind wir verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen und nach der Prüfung offenzulegen. Wir wenden die Vorschriften des HGB für Konzernabschluss und Konzernlagebericht an. Dadurch sind Tochterunternehmen von der Aufstellung eines Teilkonzernabschlusses befreit. Mutterunternehmen ist die Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG, Selb, da sie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Innenverhältnis die tatsächliche einheitliche Leitung in der NETZSCH-Gruppe ausübt. Die Gesellschaft ist unter der Handelsregisternummer HRA 404 in das Handelsregister beim Amtsgericht Hof/Saale eingetragen. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG, Selb (ENH), folgende Tochterunternehmen einbezogen:
Die NPS, NFT, NGB, NTT und NVM nehmen die Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB teilweise in Anspruch. Auf die Offenlegung der in § 325 HGB bezeichneten Jahresabschlussunterlagen sowie auf die Aufstellung eines Lageberichts wird verzichtet. Bei der NVM wird darüber hinaus auf die Jahresabschlussprüfung verzichtet. Die NPS, NFT, NGB, NTT und NVM werden in den Konzernabschluss der Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG miteinbezogen. Dieser wird beim elektronischen Bundesanzeiger offengelegt. Die ENH ist als Mutterunternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft gemäß § 264a HGB i. V. m. § 264b HGB nicht verpflichtet, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht gemäß § 325 HGB offenzulegen, da sie in den von ihr selbst erstellten Konzernabschluss einbezogen wird. Auf die Aufstellung eines Lageberichts wird ebenfalls gemäß § 264b HGB verzichtet.
Nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden folgende Unternehmen:
Die aufgeführten Gesellschaften wurden wegen geringer Geschäftstätigkeit bzw. untergeordneter Bedeutung, auch in ihrer Gesamtheit, nicht einbezogen. Konsolidierungsgrundsätze Die Erstkonsolidierung erfolgt zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Seit 1. Juli 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung für Neuzugänge im Konsolidierungskreis nach der Neubewertungsmethode. Die sich aus der Verrechnung der Beteiligungswertansätze mit den auf sie entfallenden Eigenkapitalanteilen ergebenden passiven Unterschiedsbeträge haben Rücklagencharakter und werden in der Kapitalrücklage ausgewiesen. Sie beruhen im Wesentlichen auf Gewinnthesaurierungen bei Tochtergesellschaften. Aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens ausgewiesen und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert. Zwischengewinne in den Vorräten aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen sind eliminiert. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Auf alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach den Vorschriften des HGB für Kapitalgesellschaften angewandt. Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände beträgt 1 bis 15 Jahre. Aktivierte Firmenwerte werden entsprechend ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Spanne der in der NETZSCH-Gruppe angewandten Nutzungsdauern beträgt 3 bis 15 Jahre. Sachanlagen werden bei Zugang mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst und dann planmäßig nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Immobilien werden linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter im Einzelanschaffungspreis bis zu EUR 250,00 werden als Aufwand erfasst. Geringwertige Anlagegüter im Einzelanschaffungspreis von EUR 250,01 bis zu EUR 800,00 werden voll im Zugangsjahr abgeschrieben und als Abgang gezeigt. Der Berechnung der Abschreibungen bei den einzelnen Sachanlagegruppen liegen im Wesentlichen folgenden Nutzungsdauern zugrunde:
Die Finanzanlagen sind grundsätzlich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Die Beteiligungsansätze werden jährlich durch auf dem Ertragswertverfahren basierende Werthaltigkeitstests überprüft. Soweit eine Wertminderung festgestellt wird, erfolgt die Bewertung zum niedrigeren beizulegenden Wert. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Fremdwährung sind nach § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs bewertet. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zulässige Bewertungsvereinfachungsverfahren werden in Anspruch genommen. Für die Berücksichtigung der Gängigkeit bei der Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der Vorratsteile wurden je nach Zugangszeitpunkt Wertabschläge vorgenommen. Die Herstellungskosten setzen sich aus den Material- und Fertigungseinzelkosten sowie anteiligen Material- und Fertigungsgemeinkosten zusammen. Anteilige Verwaltungskosten bleiben dabei außer Ansatz. Bei eingeschränkter Verwertbarkeit oder unzureichenden Verkaufspreisen sind die niedrigeren beizulegenden Werte angesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Vom Wahlrecht nach § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB wird Gebrauch gemacht. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Erkennbare und latente Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Forderungen in Fremdwährungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Kurs zum Zeitpunkt ihrer Entstehung oder dem niedrigeren Stichtagskurs bewertet. Die sonstigen Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit ihren Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Kurswert angesetzt. Flüssige Mittel werden zum Nennwert angesetzt. Flüssige Mittel in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt ihrer Entstehung bewertet. Aktivisch abgegrenzt werden erfolgte Auszahlungen, die erst im folgenden Geschäftsjahr aufwandswirksam werden. Aktive latente Steuern wurden in Höhe zukünftiger Steuerersparnisse aufgrund von zukünftig nutzbaren steuerlichen Verlustvorträgen, der Eliminierung von Zwischengewinnen auf Konzernebene sowie der Abweichungen zwischen Steuer- und Handelsbilanz gebildet. Passive latente Steuern wurden in Höhe zukünftiger Steuerbelastungen gebildet, aufgrund der Ausübung des Wahlrechtes von steuerlichen Sonderabschreibungen in den Abschlüssen inländischer Konzernunternehmen in Vorjahren. Die sich im Rahmen der Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern ergebende Abgrenzungsspitze wird unter den aktiven latenten Steuern ausgewiesen, wenn die Entlastungseffekte die Belastungseffekte übersteigen. Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus einer Verrechnung der Schulden aus der Altersvorsorgeverpflichtung mit dem Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen. Das Kapital wurde zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung der Pensionsrückstellung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der "Projected-Unit-Credit-Methode". Zur Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde im Geschäftsjahr der 10-jährige Durchschnittszinssatz verwendet. Der Bewertung wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Biometrische Rechnungsgrundlagen Richttafeln 2018 G Heubeck Hierbei sind die Richttafeln von 2018 zugrunde gelegt worden. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,38 %) und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (1,78 %) beträgt TEUR 5. Die durch Vermögensgegenstände gesicherten Pensionsansprüche in Höhe von TEUR 255 wurden mit dem Zeitwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherungen (Anschaffungskosten TEUR 280) saldiert und ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 25 ausgewiesen. In diesem Zusammenhang wurden Erträge in Höhe von TEUR 6 und Aufwendungen in Höhe von TEUR 4 saldiert. Ausländische Gesellschaften bilden, soweit erforderlich, Pensionsrückstellungen nach vergleichbaren Grundsätzen. Für Mitarbeiter in Altersteilzeit wurde eine Rückstellung für Verpflichtungen aus einer Altersteilzeitvereinbarung (Blockmodell), unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Heubeck, gebildet, die Aufwendungen für die Lohnzahlungen an die Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen umfasst. Die Rückstellung wurde ab dem Beginn der Beschäftigungsphase der Altersteilzeit angesammelt. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde mit dem Zinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von zwei Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB). Die Bewertung zum 30. Juni 2022 erfolgte mit einem Rechnungszinsfuß von 0,37 % p. a. unter Einbezug eines Gehaltstrends von 1,68 % p. a. Die Bewertung der Rückstellung für Jubiläen erfolgt nach der PUC-Methode (Projected-Unit-Credit Methode) auf Basis der Richttafeln 2018 G von Heubeck. Die Rückstellung für Jubiläen wurde pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Die Bewertung zum 30. Juni 2022 erfolgte mit einem Rechnungszinsfuß von 1,38 % p. a. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen und einer Laufzeit von bis zu einem Jahr sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen und einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind zu den Umrechnungskursen zum Zeitpunkt der Entstehung bzw. zum höheren Stichtagskurs bewertet. Passivisch abgegrenzt werden Einzahlungen, die erst im folgenden Geschäftsjahr ertragswirksam werden. Währungsumrechnung Die funktionale Währung des Mutterunternehmens ist der Euro. Bei den ausländischen Konzernunternehmen werden die Bilanzwerte zum Stichtagskurs, die Werte der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet. Der Gesamtbetrag der im Geschäftsjahr erfolgsneutral erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen beträgt TEUR 16.145. Damit erhöht sich der Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung zum Vorjahr von TEUR -31.546 auf TEUR -15.401. Angaben zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage zu diesem Anhang dargestellt. Geschäfts- oder Firmenwert Der im Rahmen der Verschmelzung übernommene Firmenwert der NETZSCH GABO Instruments GmbH wird über die originäre, voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren weiter linear abgeschrieben. Der im Rahmen der Verschmelzung übernommenem Unternehmensbereich besteht in seiner ursprünglichen Form (Produkte bzw. Kunden) fort und daher wird eine betriebliche Nutzungsdauer von mehr als fünf Jahren angesetzt. Der aktivierte Firmenwert der von Malvern Panalytical Limited erworbenen Produktlinien wird entsprechend seiner geschätzten Nutzungsdauer von acht Jahre abgeschrieben. Diese Nutzungsdauerschätzung ist mit der mittelfristigen Nutzung des Marktzuganges und der bestehenden Technologien begründet. Die NETZSCH Japan K.K. hat die Firma Picotherm Corp. gekauft. Die beiden Gesellschaften wurden nach der Übernahme miteinander verschmolzen. Der dadurch entstandene Firmenwert wird linear über fünf Jahre abgeschrieben. Der beim Kauf der Firma Duenas Orozco Representations S.A.S. (DOR) durch die NETZSCH Bogota Colombia entstandene Firmenwert wird linear über fünf Jahre abgeschrieben. Der Firmenwert begründet sich im Wesentlichen auf die Kundenliste. Anteile an verbundenen, aber nicht einbezogenen Unternehmen
Sonstige Ausleihungen Die sonstigen Ausleihungen beinhalten ausschließlich Ausleihungen an Gesellschafter. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind in voller Höhe zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit zugehörig. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 466 haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Posten in Höhe von TEUR 1.787 mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen mit TEUR 2.247 vor dem Bilanzstichtag ausgezahlte Urlaubsgelder. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten unter anderem eine Forderung gegen die Allianz Lebensversicherung AG, Berlin (TEUR 1.004), die in Höhe von TEUR 280 mit einer Pensionsrückstellung (TEUR 255) saldiert wurde, sodass ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 25 ausgewiesen wird. Latente Steuern Im Geschäftsjahr wurden TEUR 1.078 gewinnerhöhend erfasst. Aktive latente Steuern (TEUR 10.553) resultieren in Höhe von TEUR 1.872 aus steuerlichen Verlustvorträgen sowie aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz in Höhe von TEUR 6.970, ansonsten aus der Eliminierung von Zwischengewinnen und ergebniswirksamer Schuldenkonsolidierung im Konzern (TEUR 2.468) und aus Unterschieden zwischen HBI und HBII (TEUR 1.552). Passive latente Steuern (TEUR 2.308), resultierend aus Unterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie zwischen HBI und HBII und aus unrealisierten Währungskursgewinnen, wurden mit den aktiven latenten Steuern saldiert. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt in Deutschland auf Basis eines durchschnittlichen Steuersatzes von aktuell 26 %. Pflichteinlagen der Gesellschafter Die Pflichteinlagen bei der ENH setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für Tantiemen (TEUR 19.529; i. Vj. TEUR 15.186), Gewährleistungen (TEUR 6.615; i. Vj. TEUR 5.550), ausstehende Urlaubstage (TEUR 7.555; i. Vj. TEUR 7.145), Weihnachtsgratifikationen (TEUR 6.756; i. Vj. TEUR 4.745), Altersteilzeit (TEUR 832; i. Vj. TEUR 1.210), Überstunden (TEUR 3.407; i. Vj. TEUR 2.593), Mitarbeitererfolgsbeteiligungen (TEUR 2.465; i. Vj. TEUR 2.155), Provisionen (TEUR 2.916; i. Vj. TEUR 2.535) sowie sonstige Personalrückstellungen (TEUR 2.762; i. Vj. TEUR 2.881). Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
Es besteht eine Mitarbeiterbeteiligung in Form von Genussscheinen. Diese wird auf jeweils drei Jahre angelegt und abhängig vom Economic-Value-Added (EVA) verzinst. Im Geschäftsjahr 2022 wird der Höchstzinssatz von 12 % angewendet. Zusätzlich wird jeder Genussschein durch die Firma mit EUR 125,00 bezuschusst und nach Ablauf der 3 Jahre mit ausgezahlt. Die Mitarbeiterbeteiligung zum 30. Juni 2022 setzt sich wie folgt zusammen:
Zur Durchfinanzierung des operativen Geschäftsbetriebs und zur Erweiterung des finanziellen Spielraums hat die Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG, Selb, als alleinige Darlehensnehmerin am 23. März 2016 einen neuen Konsortialdarlehensvertrag (beginnend ab 1. April 2016) über TEUR 120.000 mit 5-jähriger Laufzeit und zweimaliger Verlängerungsoption um je ein Jahr auf Blankobasis ohne Besicherung, gleichverteilt auf drei inländische Banken und ausgestaltet als Multi-Currency-Kreditlinie abgeschlossen. Begünstigt aus dem Kreditvertrag sind neben der Erich Netzsch GmbH & Co Holding KG alle inländischen Gesellschaften. Beide Verlängerungsoptionen sind gezogen und unverändert von den drei Konsortialbanken akzeptiert. Die Laufzeit der Konsortialdarlehensfinanzierung besteht damit in unveränderter Form bis zum 31. März 2023 fort. Zur Diversifizierung der Finanzpartner und der Finanzierungsstruktur, als auch zur Stärkung der Liquiditätssituation der gesamten Gruppe zur Absicherung des geplanten Wachstums hat die Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG, Selb, am 24. April 2013 zwei Schuldscheindarlehensverträge über je TEUR 7.500 mit Laufzeiten von zehn Jahren (30. April 2023) und 13 Jahren (30. April 2026) geschlossen. Darlehensgeber ist jeweils eine Versicherungsgesellschaft. Die Darlehen sind als endfällige Festzinssatz-Darlehen mit fester Zinskondition für die gesamte Laufzeit ausgestaltet und entsprechend der mit den anderen Finanzierungspartnern vereinbarten "Pari-passu"-Klausel blanko ohne dingliche Sicherheiten, ausschließlich mit Covenant-Vereinbarung abgeschlossen. Die beiden Schuldscheindarlehen sind mit ansonsten unveränderten Konditionen zwischenzeitlich an eine Run-Off-Gesellschaft zur Abwicklung von Lebensversicherungsbeständen übergegangen. Zum Ausgleich der mit Abschluss der Konsortialdarlehensvereinbarung vorzeitig abgelösten, bilateralen Darlehensvereinbarungen, zur weiteren Liquiditätsvorsorge und als Erweiterung des Kreises der bisherigen Finanzierungspartner hat die NETZSCH-Gruppe eine weitere Schuldscheinfinanzierungstranche über insgesamt TEUR 30.000 am 14. März 2017 mit Laufzeit von zwölf Jahren (14. März 2029) gezeichnet. Darlehensgeber sind zwei Tochtergesellschaften eines amerikanischen Versicherungskonzerns. Auch diese Schuldscheintranche ist zur längerfristigen Sicherung des derzeitigen Zinsniveaus mit einem Fixkupon über die Gesamtlaufzeit versehen, und entsprechend "pari-passu" zu den bestehenden Finanzierungsvereinbarungen ausgestaltet, dementsprechend unbesichert und covenant-basiert. Es werden Zins- und Fremdwährungssicherungsinstrumente zur Absicherung von einzelnen Kredit- bzw. Fremdwährungsgeschäften eingesetzt. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in voller Höhe zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zugehörig. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Nach geographisch bestimmten Märkten verteilen sich die Umsatzerlöse wie folgt:
Auf die einzelnen Geschäftsbereiche verteilen sich die Umsatzerlöse wie folgt:
Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 10.241 enthalten. Davon betreffen im Wesentlichen TEUR 2.423 die Auflösung von Rückstellungen, TEUR 2.050 die Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen, TEUR 414 Buchgewinne aus Anlagenabgängen, TEUR 486 aus erhalten Zuschüssen und Zulagen sowie TEUR 4.868 andere periodenfremde Erträge; darin enthalten ist eine Erstattung der Versicherung wegen des Cyberangriffs im Juli 2020. Aus der Fremdwährungsumrechnung ergaben sich sonstige betriebliche Erträge in Höhe von TEUR 22.514 (i. Vj. TEUR 16.230). Personalaufwand Der Personalaufwand enthält periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 444. Dabei handelt es sich um Nachzahlungen für Vorjahre aus variablen Vergütungen. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.607 enthalten. Diese betreffen mit TEUR 4.106 Zuführungen zu Wertberichtigungen, in Höhe von TEUR 3.152 Forderungsverluste sowie mit TEUR 348 andere periodenfremde Aufwendungen. Aus der Fremdwährungsumrechnung entstanden sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 22.587 (i. Vj. TEUR 17.948). Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind TEUR 2 (i. Vj. TEUR 1) aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind TEUR 22 (i. Vj. TEUR 21) aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Enthalten sind unter anderem latente Steuern, die im Berichtsjahr zu einem Ertrag von TEUR 1.078 geführt haben. Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds umfasst die Position "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks". Bedeutende zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge waren im Wesentlichen die Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens und Finanzanlagen in einer Gesamthöhe von TEUR 19.955, die Veränderung der Rückstellungen in Höhe von TEUR 6.713 sowie die Wertberichtigung auf Vorräte in Höhe von TEUR 1.568 und die Wertberichtigung auf Forderungen in Höhe von TEUR 986, welche in den sonstigen zahlungsunwirksamen Erträgen/Aufwendungen enthalten sind. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Haftungsverhältnisse
Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften/Mitkreditnehmereigenschaft schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor. Der Konzern hat folgende Devisensicherungsgeschäfte abgeschlossen:
Für negative Marktwerte im Zusammenhang mit den oben genannten Geschäften wurde eine Rückstellung für drohende Verluste in Höhe von TEUR 927 (i. Vj. TEUR 1.082) gebildet. Die Zeitwerte der Devisen- und Zinssicherungsgeschäfte wurden nach banküblichen finanzmathematischen Bewertungsmethoden ermittelt. Mittelbare Pensionsverpflichtungen Die nach Übertragung auf einen Versorgungsdienstleister nur mehr mittelbar bestehenden Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens unter Anwendung der PUC-Methode (Projected-Unit-Credit Methode) bewertet. Dabei wurden die Richttafeln 2018 G von Heubeck zugrunde gelegt. Bei der nach den durch das BilMoG geänderten Vorschriften des HGB erfolgten Bewertung wurde pauschal der Rechnungszinssatz von 1,78 % entsprechend dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Weiterhin wurde ein aus der langfristigen Inflationserwartung sowie den Monatsberichten der Europäischen Zentralbank abgeleiteter künftiger Rententrend von 1,50 % unterstellt. Der auf Basis der genannten versicherungsmathematischen Annahmen und unter Berücksichtigung angenommener Rentensteigerungen ermittelte Wert der mittelbaren Pensionsverpflichtungen lag zum Bilanzstichtag um TEUR 1.486 über dem Zeitwert des von dem Versorgungsdienstleister geführten Unterstützungsfonds. Unter Inanspruchnahme des bestehenden Bilanzierungswahlrechts (Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB) wurde für diesen Betrag auf eine Rückstellungsbildung verzichtet. Honorar des Abschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/2022 berechnete Honorar nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beläuft sich auf TEUR 220 für die Abschlussprüfung, TEUR 12 Steuerberatungsleistungen und TEUR 3 für sonstige Leistungen. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer
Nachtragsbericht Das im Juli bzw. Oktober 2022 in Kraft getretene siebte bzw. achte Sanktionspaket der Europäischen Union betreffend Russland führt nach unserer ersten Einschätzung zu einer weitgehenden Einschränkung der Geschäftstätigkeit des Geschäftsbereichs Pumpen und Systeme in Russland. Die konkreten Auswirkungen und daraus abzuleitenden Handlungsalternativen werden derzeit von der Geschäftsführung analysiert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich hieraus Beeinträchtigungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im neuen Geschäftsjahr ergeben werden. Darüber hinaus gab es keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag. Ergebnisverwendung Im Berichtsjahr entstand bei der Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG ein Jahresüberschuss von TEUR 37.794. Es wurden davon gemäß den Regelungen des Gesellschaftervertrages 20 % (TEUR 7.559) dem Kapitalrücklagekonto zugeführt und eine Verzinsung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 1.200 vorgenommen, sodass ein Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 29.035 verbleibt. Ein Vorschlag zur Gewinnverwendung liegt noch nicht vor. Geschäftsführung Die Geschäftsführung wird ausgeübt durch die persönlich haftende Gesellschafterin, die Thomas Netzsch Beteiligungs-GmbH, Selb. Die Komplementärin besitzt ein gezeichnetes Kapital von TEUR 26. Gesamtvertretungsberechtigte Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr: Herr Moritz Netzsch, Geschäftsführer Communication, Human Resources and Innovation Herr Paul Netzsch, Geschäftsführer Strategy Herr Jens Niessner, Geschäftsführer Finance, Controlling und M&A Die Angabe der Gesamtbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB wird mit Verweis auf § 314 Abs. 3 HGB unterlassen.
Selb, den 7. Oktober 2022 Moritz Netzsch, Geschäftsführer Paul Netzsch, Geschäftsführer Jens Niessner, Geschäftsführer [1] Die Gesellschaft wurde am 6. August 2021 gegründet [2] Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember [3] Geschäftsjahr 1. April bis 31. März [4] Die Gesellschaft wurde am 6. November 2020 gegründet [5] Die Stimmrechtsmehrheit liegt bei einem konsolidierten Unternehmen (RPV) und nicht bei Dritten. [6] Die Gesellschaft wurde am 29. April 2022 liquidiert [7] Gesellschaft wurde stillgelegt und der Anteil auf EUR 1 abgeschrieben. [8] Die Gesellschaft wurde am 11. August 2021 gegründet [9] Die Gesellschaft wurde am 1. Mai 2022 gegründet [10] Die Gesellschaft wurde am 30. September 2021 gegründet [11] Die Gesellschaft wurde am 10. Juni 2021 gegründet [12] Die Gesellschaft wurde am 22. Juni 2022 gegründet. Die Einzahlung des Stammkapitals erfolgte am 5. August 2022 [13] Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2016/2017 stillgelegt und der Anteil auf EUR 1 abgeschrieben. [14] Gesellschaft wurde am 6. August 2022 gegründet [15] Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der ENH [16] Coba = Commerzbank Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main HSBC = HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf Deuba = Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main [17] davon 83 Auszubildende [18] davon 95 Auszubildende [19] davon 11 Auszubildende [20] davon 5 Auszubildende [21] davon 1 Auszubildender Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022
BestätigungsvermerkAn die Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG, Selb Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG, Selb, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. Juni 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. Juni 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 und vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Nürnberg, den 17. Oktober 2022 KPMG
AG
Dr. Kelle, Wirtschaftsprüfer Fricke, Wirtschaftsprüfer |
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