Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 236008
Eingetragen
24.11.2021
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikHerstellung von mechanischen oder elektromechanischen Signal-, Sicherungs-, Überwachungs- oder Steuergeräten für Schienenwege oder andere VerkehrswegeHerstellung von Mehrzweckindustrierobotern
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb beziehungsweise Bereitstellung von Produkten zur Sicherstellung hochsicherer Kommunikation, insbesondere in den Bereichen Telefonie, Videokommunikation und Datenaustausch, sowie der Aufbau, der Betrieb und die Weiterentwicklung notwendiger Infrastrukturen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Franziska Hantsch
seit 22.1.2026
Prokura
Claudia Dr. Thamm
seit 27.10.2023
Prokura
Alexander Dr. Koenen
seit 10.8.2023
Geschäftsführer
Marcus Milas
seit 13.7.2022
Geschäftsführer
Karina Hollmann
seit 24.11.2021
Prokura
Dirk Straßburger
seit 24.11.2021
Prokura
Steffen Dr. Schultz
seit 24.11.2021
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Bundesdruckerei Gruppe GmbH
Germany
1.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bundesdruckerei Gruppe GmbH

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

der Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin,

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftsmodell

1.1.1. Konzernstruktur und Beteiligungen

1.1.2. Geschäftsbereiche und Produkte

1.1.3. Ziele und Strategien

1.2. Steuerungssystem

1.3. Forschung und Entwicklung

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2. Geschäftsverlauf

2.3. Lage

2.3.1. Ertragslage

2.3.1.1. Geschäftsentwicklung der Geschäftsbereiche

2.3.1.1.1. Geschäftsbereich German ID-Systems

2.3.1.1.2. Geschäftsbereich Credential Management Systems

2.3.1.1.3. Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions

2.3.1.1.4. Geschäftsbereich Value Printing

2.3.1.1.5. Geschäftsbereich Infrastructure & Service

2.3.2. Finanzlage

2.3.2.1. Kapitalstruktur und Vermögenslage

2.3.2.2. Investitionen

2.3.2.3. Liquidität

2.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Chancen- und Risikobericht

3.1.1. Risiko- und Chancen-Managementsystem

3.1.2. Wesentliche Risiken und Chancen

3.1.3. Gesamteinschätzung der Risikosituation

3.2. Prognosebericht

3.2.1. Geschäftsbereich German ID-Systems

3.2.2. Geschäftsbereich Credential Management Systems

3.2.3. Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions

3.2.4. Geschäftsbereich Value Printing

3.2.5. Geschäftsbereich Infrastructure & Service

3.2.6. Prognose Investitionen und Cashflow

4. Nichtfinanzieller Bericht gemäß §§ 315b ff. HGB

5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

6. Verwendung von Finanzinstrumenten

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftsmodell

Die Bundesdruckerei-Gruppe 1 bietet Lösungen und Produkte für Sichere Identitäten, Daten und Infrastrukturen "Made in Germany" an. Mit ihnen wollen wir als IT-Sicherheitsunternehmen des Bundes Vertrauen in der analogen und digitalen Welt schaffen, das souveräne Handeln von Staat, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen und damit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Die Bundesdruckerei-Gruppe bietet dafür Produkte und Lösungen für die öffentliche Hand und besonders schutzwürdige Bereiche der Gesellschaft und Wirtschaft an. Die Bundesdruckerei-Gruppe erfasst, verwaltet und verschlüsselt Daten, produziert ID- und Wertdokumente wie den deutschen Reisepass und Personalausweis sowie Prüfgeräte und dazugehörige Systeminfrastrukturen. Außerdem entwickelt sie Produkte für hochsichere Infrastrukturen sowie für eIDAS 2 -Vertrauensdienste und begleitet ihre Auftraggebenden bei der sicheren Digitalisierung. In diesen Themen setzt die Bundesdruckerei-Gruppe eine fokussierte Forschungs- und Entwicklungsstrategie zur Erfüllung der technologischen Anforderungen und Markterfordernisse zur Digitalisierung und Informationssicherheit um.

Darüber hinaus gehört der Banknotendruck zum Geschäftsportfolio der Bundesdruckerei-Gruppe einschließlich der Entwicklung und Vermarktung neuer Sicherheitsmerkmale und zugehöriger Systemkomponenten. Zudem bieten wir unserer Kundschaft Berechtigungsdokumente und -systeme wie Postwertzeichen, Steuerzeichen und deren Track-and-Trace-Systeme an.

1.1.1. Konzernstruktur und Beteiligungen

Die rasant fortschreitende Digitalisierung bietet der Bundesdruckerei-Gruppe ein großes Potenzial, mit ihren Kernkompetenzen - Sichere Identitäten, sichere Daten und sichere Infrastrukturen - weiter zu wachsen. Mit der strategischen Ausrichtung auf Geschäftsfelder haben sich viele neue Opportunitäten im hoheitlichen Markt und auch im Bereich der regulierten Privatwirtschaft ergeben.

Unser Ziel ist es, unsere Stellung als Sicherheitsunternehmen des Bundes weiter auszubauen und einen starken Konzernverbund mit abgestimmten Strategien, transparenten Strukturen und klaren Positionierungen zu entwickeln.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 hat sich die Konzernstruktur der Bundesdruckerei-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 nicht verändert:

Verbundene Unternehmen der Bundesdruckerei Gruppe GmbH als Muttergesellschaft der Bundesdruckerei-Gruppe sind weiterhin die Tochtergesellschaften Bundesdruckerei GmbH, Berlin, (im Folgenden kurz: Bundesdruckerei GmbH), die D-Trust GmbH, Berlin, (im Folgenden kurz: D-Trust), die genua GmbH, Kirchheim bei München (im Folgenden kurz: genua), die iNCO Spółka z o.o., Wawrów, Polen, (im Folgenden kurz: iNCO) sowie die Xecuro GmbH, Berlin, (im Folgenden kurz: Xecuro). Außerdem ist die Maurer Electronics GmbH, München, (im Folgenden kurz: Maurer) mit ihrer Tochtergesellschaft Maurer Electronics Split d.o.o., Split, Kroatien, (im Folgenden kurz: Maurer Split) Tochtergesellschaft der Bundesdruckerei GmbH und somit verbundenes Unternehmen der Bundesdruckerei Gruppe GmbH.

Zu den Beteiligungen des Konzerns gehören die DERMALOG Identification Systems GmbH, Hamburg, (Beteiligung: 22,4 %; im Folgenden kurz: Dermalog), die Veridos GmbH, Berlin, (Beteiligung: 40,0 %; im Folgenden kurz: Veridos) und die Verimi GmbH, Berlin (Beteiligung: 0,7 %; im Folgenden kurz: Verimi).

1.1.2. Geschäftsbereiche und Produkte

Die Bundesdruckerei-Gruppe unterteilt ihre Aktivitäten in fünf Geschäftsbereiche:

German ID-Systems

Credential Management Systems

Secure Digitalisation Solutions

Value Printing

Infrastructure & Service

Geschäftsbereich German ID-Systems

Der Geschäftsbereich German ID-Systems (GID) umfasst das hoheitliche ID-Geschäft mit den Hauptprodukten Personalausweise, Reisepässe, elektronische Aufenthaltstitel, vorläufige Dokumente sowie die dazugehörige Systeminfrastruktur. Das Portfolio für hoheitliche deutsche ID-Systeme umfasst dabei Sicherheitsdokumente inklusive digitaler und physischer Sicherheitsmerkmale sowie Systemlösungen zur Erfassung, Produktion, Personalisierung, Ausgabe, Prüfung und Verwaltung von Sicherheitsdokumenten. Im Fokus steht der Hauptkunde Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI). Seit 2021 gewinnt das Thema Sichere Digitale Identitäten zunehmend an Bedeutung für den Geschäftsbereich.

Geschäftsbereich Credential Management Systems

Der Geschäftsbereich Credential Management Systems beinhaltet physische Berechtigungen und Nachweise (z. B. Führerscheine, Fahrzeugdokumente und Steuerzeichen), Systeme zur Datenaufnahme, Verwaltung und Kontrolle sowie Komponenten für hoheitliche internationale ID-Systeme, Grenzkontroll- und Track-and-Trace-Systeme.

Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions

Der Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions umfasst die Geschäftsfelder Trusted Data Solutions (TDS), Trusted Services (TS), Secure Digital Infrastructure (SDI) sowie das seit 2022 neu operativ tätige Geschäftsfeld Secure Communication Services (SCS).

Das Geschäftsfeld Trusted Data Solutions entwickelt Technologien und erbringt Dienstleistungen zur ganzheitlichen Absicherung und Auswertung sensibler Daten über ihren gesamten Lebenszyklus sowie zur Ableitung von Erkenntnissen in den Themenfeldern Digitale Transformation, Datensouveränität und Datenanalyse. Mit innovativen Lösungen zur Nutzung und Verarbeitung von sensiblen Daten und deren Interpretation leistet das Geschäftsfeld einen wertvollen Beitrag zur technologischen Souveränität und Umsetzung gesetzlicher Regularien für hoheitliche und privatwirtschaftliche Kundschaft.

Im Geschäftsfeld Trusted Services sind zertifikatsbasierte Vertrauensdienstleistungen zur Absicherung von digitalen geschäftlichen, privaten und staatlichen Interaktionen gebündelt. Hierunter fallen auch Lösungen für das Gesundheitswesen (Telematik-Infrastruktur-Karten) sowie Lösungen zum kryptografischen Manipulationsschutz steuerrelevanter Buchungsdaten.

Das Geschäftsfeld Secure Digital Infrastructure beinhaltet Lösungen zur sicheren Datenübertragung sowie zur sicheren Vernetzung und Verschlüsselung für Behörden und Industrie.

Das Geschäftsfeld Secure Communication Services erbringt Leistungen für die sichere elektronische Verschlusssachenkommunikation. Kunde ist das Auswärtige Amt, mit dem ein Betreibervertrag abgeschlossen wurde. Gegenstand des Betreibervertrags sind die Übernahme des operativen Betriebs der zentralen Hard- und Softwarekomponenten und der Rollout VS 3 geeigneter Kommunikationsgeräte.

Geschäftsbereich Value Printing

Der Geschäftsbereich Value Printing umfasst die Herstellung von Wertdokumenten, Lösungen und Produkten, mit dem Ziel, diese fälschungs- und manipulationssicher zu gestalten. Im Speziellen sind dies Banknoten, dazugehörige Sicherheitsmerkmale und -systeme, Postwertzeichen sowie korrespondierende digitale Lösungen.

Geschäftsbereich Infrastructure & Service

Der Geschäftsbereich Infrastructure & Service beinhaltet nicht eindeutig anderen Geschäftsbereichen zurechenbare Umsätze und Kosten, wie z. B. Mieteinnahmen, Fahrzeugverkäufe, Leerstandskosten, sowie nicht direkt zuordenbare Investitionen in die Infrastruktur.

1.1.3. Ziele und Strategien

Die Planung der Bundesdruckerei-Gruppe zielt auf die langfristige und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab.

Ziel dieser Strategie ist es, die finanzielle Stabilität der Bundesdruckerei-Gruppe sicherzustellen. Sie ist darauf ausgerichtet, die strategische und operative Entwicklung des Unternehmens sowie Arbeitsplätze langfristig zu sichern, die Erfüllung des Bundesinteresses zu unterstützen sowie jederzeit Zugang zum Kapitalmarkt mit vorteilhaften Finanzierungskonditionen zu gewährleisten.

Daraus abgeleitet orientiert sich die Finanzplanung an folgenden finanziellen Kernzielen:

langfristige und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts,

langfristige Finanzierung der Unternehmensentwicklung und des Wachstums durch finanzielle Leistungsfähigkeit,

Kapitalmarktfähigkeit,

robuste Kapitalstruktur zum Schutz vor Stabilitätsrisiken,

nachhaltige Dividendenfähigkeit und

verstärkte Investitionen in Nachhaltigkeit und Bereitstellung eines Nachhaltigkeitsbudgets zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.

1.2. Steuerungssystem

Zur Zielerreichung wird auf ein nachhaltiges wertorientiertes Management gesetzt. Die wesentlichen Performancegrößen des Unternehmens sind Umsatz, EBIT 4 sowie Cashflow 5 und dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich. Im Rahmen der jährlichen Planung werden Grundsatzentscheidungen über Investitionen und Projekte getroffen.

1.3. Forschung und Entwicklung

Die Bundesdruckerei-Gruppe verfolgt eine langfristig orientierte Innovationsstrategie und entwickelt neue Verfahren und Lösungen im Bereich "Sichere Identitäten", "Sichere Daten" und "Sichere Infrastruktur". In den Innovations- und Entwicklungsabteilungen erarbeiten spezialisierte Mitarbeitende aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen gemeinsam neue Lösungen, um den künftigen Anforderungen unserer analogen sowie stetig stärker vernetzten und digitalen Gesellschaft gerecht zu werden. Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 6 44,6 Mio. € (Vorjahr: 50,9 Mio. €).

Durch die permanente Weiterentwicklung der Identitätsdokumente wird die Fälschungssicherheit den Erfordernissen angepasst und gezielt erhöht. Mit dem für das Jahr 2024 geplanten Update für den ePass sollen weitere Sicherheitsmerkmale integriert werden. In diesem Zusammenhang wurde u. a. an der Einführung einer sechsten Farbe, an funktional verbessertem Fenstermaterial und einer Lumineszenz-Farbe gearbeitet.

Im Rahmen der Gremienarbeit erfolgte u. a. die Mitarbeit an der Erstellung und Überarbeitung von Normen (z. B. ICAO 7 ).

Das Portfolio für die Dokumentenprüfung ist im Jahr 2022 kontinuierlich ausgebaut worden. Hierzu wurden weitere Produktverbesserungen umgesetzt, die es ermöglichen, die sicherheitstechnisch aufgewerteten Dokumente zuverlässig und schnell zu verifizieren. Die Entwicklung einer neuen Gerätegeneration ist ebenfalls vorangetrieben worden und wird im Jahr 2023 abgeschlossen.

In dem Projekt zum digitalen Führerschein (mDL 8 ) nach ISO 9 wurden Demoanwendungen für die Teilnahme an ISO-Interoperabilitätsevents entwickelt und international getestet. Ein Beratungsauftrag für die Durchführung des EU-Projekts Large-Scale-Pilot 10 u. a. zum Thema mDL konnte abgeschlossen werden. Konkret werden in diesem EU-Projekt die Anwendungsfälle Mietwagenbuchung und Polizeikontrolle mit mDL behandelt.

Im Bereich Value Printing fielen Entwicklungsleistungen im Rahmen des DMC 11 -Projekts zur Integration eines individuellen Codes auf Postwertzeichen an. Durch die digitale Entwertung wird ein umfassender und nachhaltiger Schutz gegen Frankierbetrug ermöglicht. Der DMC ist ein integraler Bestandteil der Briefmarke und speichert verschlüsselte Informationen, die vorab von der Kundschaft konfiguriert werden.

Im Bereich des sicheren Datenmanagements wurden Technologien zur Anonymisierung und Pseudonymisierung personenbezogener Daten weiterentwickelt (Datentreuhänderplattform), welche alle Anforderungen an moderne, DSGVO 12 -konforme Lösungen erfüllen.

Die Bundesdruckerei-Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2022 den cloudbasierten Signaturdienst sign-me um den cloudbasierten Siegeldienst seal-me erweitern und hat hiermit auch für Siegel-Lösungen eine digitale Variante geschaffen. Im Gesundheitsmarkt wurde der Praxisausweis SMC-B 13 um die virtuelle Lösung SM-B 14 ergänzt und zukünftige Alternativen zum Heilberufsausweis (HBA) wurden diskutiert und prototypisch umgesetzt.

Im Verbundprojekt ONCE 15 -LITES 16 entwickelt die Bundesdruckerei-Gruppe zusammen mit Partnern der Privatwirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen Technologien zur Digitalisierung ihrer Kernprodukte. Diese bilden die Basis für die Digitalisierung nationaler und internationaler Verwaltungsabläufe. Im Projektfokus steht dabei die Ableitung und Übertragung digitaler Identitäten auf Smartphones, wobei die Entwicklung von Abläufen und Verfahren zur Registrierung des mobilen Führerscheins einen Anwendungsfall in diesem Projekt darstellt.

Mit dem Verbundprojekt IDunion, welches die Bundesdruckerei-Gruppe ebenfalls mit Partnern der Privatwirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen durchführt, soll in einem Identitätsökosystem eine Brücke zwischen hoheitlichen und privatwirtschaftlichen ID-Anwendungen gebaut werden. Basis dafür ist die Integration von hoheitlich ausgestellten Dokumenten, darunter der Personalausweis, als Vertrauensanker für natürliche Personen. Thematische Schwerpunkte der Bundesdruckerei-Gruppe liegen im Bereich der Sicherheit, Infrastruktur und Anwendungen (SINA 17 ) der digitalen Identitäten. Weitere Arbeitsinhalte sind das wallet-relevante Sicherheits- und Schlüsselmanagement sowie die Anbindung an nationale eID-Lösungen des (mobilen) Personalausweises. Aus dem abgeschlossenen Förderprojekt OPTIMOS werden Ergebnisse genutzt, wie z. B. die Speicherung digitaler Schlüssel einer Wallet auf dem Secure Element des Smartphones.

Die Bundesdruckerei-Gruppe schützt ihre technischen Erfindungen und meldet hierzu Patente an. Aktuell besitzt sie rund 4.200 nationale und internationale Patente. Das Patentportfolio ist breit aufgestellt und deckt alle in der Bundesdruckerei-Gruppe relevanten Technologiebereiche ab.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Berichtsjahr litt die Weltwirtschaft unter den Folgen mehrerer Krisen. Die Effekte des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, die andauernden Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Lieferketten sowie die hohe Inflation bremsten die Weltwirtschaft und belasten auch weiterhin die wirtschaftliche Lage. Daneben wirken auch die Verschärfung des geopolitischen Wettbewerbs, die Verknappung von essenziellen Rohstoffen vor allem für regenerative Energiegewinnung und -verwendung, steigende regulatorische Anforderungen, der technologische Wandel, der Mangel an hoch qualifizierten Arbeitskräften, neue geopolitische Unsicherheiten und Kräfteverhältnisse sowie Fehlallokationen von Kapital. All dies resultiert in hohen Stabilitätsrisiken.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine globale Wirtschaftsprognose und rechnet in seiner Konjunkturprognose im Januar 2023 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022 um 3,4 % (IWF-Vorjahresprognose für 2022: 4,9 % 18 ). Für die USA erwartet der IWF im Jahr 2022 ein Wachstum von 2,0 %, für die Eurozone und Deutschland von 3,5 % bzw. 1,9 % 19 (IWFVorjahresprognose für Deutschland 2022: 4,6 % 20 ). Da das Hauptgeschäft in Deutschland getätigt wird, ist hierbei für die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe, sowohl auf der Absatz- als auch auf der Beschaffungsseite, insbesondere die Lage des Binnenmarktes maßgeblich.

Die durch den russischen Gas-Lieferstopp ausgelöste Energiekrise wird nach IWF-Einschätzung kein vorübergehendes Problem sein. Sie führt zu einer umfassenden und dauerhaften geopolitischen Neuordnung der Energieversorgung.

Die aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine enorm gestiegenen Preise für Energie- und Rohstoffe (Energie +34,7 % im Vergleich zum Vorjahr, leichtes Heizöl +87,0 %, Erdgas +64,8 %, Kraftstoffe +26,8 %) sowie Nahrungsmittel (+13,4 %) sind nach wie vor die Hauptursache für die hohe Inflation. In Deutschland ist die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2022 gegenüber 2021 auf 7,9 % gestiegen und lag damit auf einem historischen hohen Wert. 21 . Auch bei der Bundesdruckerei-Gruppe machte sich die hohe Inflation im Berichtsjahr durch deutlich gestiegene Beschaffungspreise bemerkbar. Eine restriktivere Geldpolitik und abklingende Lieferengpässe dürften den Inflationsdruck im Jahr 2023 abschwächen, gestiegene Energiepreise und höhere Arbeitskosten werden den Rückgang jedoch wahrscheinlich verlangsamen. Es wird daher von einer kurz- bis mittelfristig hoch bleibenden Inflation ausgegangen. 22

Die EZB hat Ende Juli die Zinswende hin zu höheren Zinsen eingeleitet und den Leitzins erstmals seit elf Jahren auf 0,5 % erhöht. Im September und Oktober folgten weitere Zinserhöhungen um jeweils 0,75 Prozentpunkte auf 2,0 %. Im Dezember 2022 folgte noch eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 %, um der Geldentwertung entgegenzuwirken 23 . Die Finanzmärkte waren im Jahr 2022 von starken Schwankungen und Kursverlusten geprägt, was sich auch auf die Anlagen der Bundesdruckerei-Gruppe im Contractual Trust Arrangement (CTA) auswirkte.

Die Bundesregierung geht in der Jahresprojektion für das Jahr 2023 von einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandprodukts von 1,9 % auf 2,1 % aus. 24 Die Ausgangslage zum Jahreswechsel stellt sich günstiger dar als in der Herbstprojektion 2022 angenommen. Trotzdem bestehen nach wie vor hohe Unsicherheiten für die deutsche Wirtschaft: der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft, die anhaltend hohen Energie- und Verbraucherpreise sowie die Sicherstellung der zukünftigen Gasversorgung. 25

Die im Jahr 2022 auf einen Rekordwert angestiegene Neuverschuldung von 339 Mrd. € (hauptursächlich war der Abwehrschirm zur Dämpfung der hohen Gas- und Strompreise) führte zu einem historischen Höchststand der Staatsschulden von fast 2,5 Bill. €. 26 Trotz umfangreicher Entlastungsmaßnahmen soll die Schuldenbremse 2023 eingehalten werden. 27 Die dauerhafte Einhaltung der Schuldenbremse birgt große finanzpolitische Herausforderungen und ein erhebliches Risiko für den Bundeshaushalt. Dies könnte Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe haben, da der Bund ein wesentlicher Kunde für die Bundesdruckerei-Gruppe ist.

Die Tourismusindustrie zählt zu den weltweit am stärksten von der COVID-19-Pandemie betroffenen Branchen. Laut UN-Welttourismusorganisation (UNWTO) sind die Tourismuszahlen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 (1,46 Mrd. internationale Tourismusankünfte) um 73 % eingebrochen. Im Jahr 2022 erreichten die weltweiten Umsätze im Segment Reisen und Tourismus ca. 695 Mrd. € und damit das Niveau vor der Pandemie. Die stetige Erholung spiegelt den starken Nachholbedarf an internationalen Reisen wider. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die geopolitischen Unsicherheiten führen zusätzlich zu einem gesteigerten Sicherheits- und Vertrauensbedürfnis sowohl von Urlaubs- als auch von Geschäftsreisenden. Zudem verändern die Debatte um Klimafolgen sowie neue Arbeitsmodelle das individuelle und geschäftliche Reiseverhalten signifikant. 28 Nach einer kurzen Phase der Post-Shutdown-Euphorie geht man davon aus, dass die Reisen bewusster und achtsamer gewählt werden. 29 Die Entwicklung des Reiseverhaltens der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger hat eine Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe, da der Absatz der Reisepässe im Geschäftsbereich German ID-Systems davon wesentlich beeinflusst wird.

Die Wettbewerbssituation, insbesondere für qualifizierte Fachleute im Bereich IT und Technology, ist wie in den letzten Jahren kritisch. Der sogenannte War for Talents setzt sich weiter fort, was sich u. a. in steigenden Einstiegsgehältern niederschlägt. Neben dem Fachkräftemangel wirkte sich im Jahr 2022 die anhaltend hohe Inflation auf die Tarifverhandlungen deutscher Unternehmen mit höheren Flächentarifabschlüssen aus. Die Studie "Trends in Vergütung und HR 2022/23" der Lurse AG 30 hat ermittelt, dass für das Jahr 2022 Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 3,5 % realisiert wurden, was deutlich über den Erwartungen des Vorjahres lag. Dieser Trend schlug sich auch in dem Tarifvertrag nieder, der im Dezember 2022 in der Bundesdruckerei-Gruppe abgeschlossen wurde.

2.2. Geschäftsverlauf

Insbesondere in Anbetracht der multiplen Krisen, die das Jahr 2022 geprägt haben, betrachtet die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf als äußerst zufriedenstellend: Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2022 betragen 907,2 Mio. €. Sie liegen damit deutlich über dem Plan- und dem Vorjahresumsatz. Mit dem erzielten EBIT von 227,8 Mio. € wurden auch das Vorjahres- und das Plan-EBIT signifikant überschritten; ursächlich war jeweils insbesondere der Umsatzanstieg. Der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2022 beläuft sich auf 128,9 Mio. €.

Die nachfolgend genannten Sachverhalte haben sich im Besonderen auf den Verlauf des Geschäftsjahres 2022 ausgewirkt. Eine detaillierte Analyse der Ertrags- und Finanzlage des Geschäftsjahres findet sich in Abschnitt 2.3.

Im Geschäftsbereich German ID-Systems unterliegen die Antragsmengen der Hauptprodukte grundsätzlich signifikanten Absatzzyklen, die durch die Gültigkeitsdauer der Dokumente bestimmt sind. Im Berichtsjahr lagen die Antragsmengen bei Reisepass und elektronischem Aufenthaltstitel jedoch deutlich über den gemäß Zyklus zu erwartenden Mengen:

Trotz anfänglich hoher Inzidenzzahlen gab es einen starken Anstieg bei den Bestellungen von Reisepässen im Jahr 2022, der die Absatzmengenrückgänge aus 2020 und 2021 überkompensiert hat. Mögliche Ursachen könnten der Ersatz der während der COVID-19-Pandemie abgelaufenen Reisepässe, eine neue "Reiselust" der Bürger nach den mit der COVID-19-Pandemie einhergehenden Einschränkungen, geänderte Einreisebestimmungen in Großbritannien (ein EU-Reisepass ist erforderlich) sowie möglicherweise einem gesteigerten Sicherheitsinteresse der Bürgerinnen und Bürger aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sein. Daneben führten die weltweiten Migrationsbewegungen und daraus resultierende Asylanträge sowie Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisenregionen zu einer erhöhten Nachfrage nach elektronischen Aufenthaltstiteln und anderen ausländerrechtlichen Dokumenten.

Im Geschäftsfeld Trusted Services lag der Absatz bei den Telematik-Infrastruktur-Karten signifikant unter den Erwartungen und den Absatzzahlen des Vorjahres. Ursächlich war hier die Aufhebung des Einführungstermins für das E-Rezept 31 , was den starken Einfluss von Änderungen von Gesetzen, Normen und Regularien auf die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe zeigt.

Im Dezember 2022 wurde ein Tarifabschluss vereinbart, in dem für 2022 eine Sonderzahlung zum Inflationsausgleich in Höhe von 3.000 € je angestellte Person enthalten ist. Darüber hinaus erhalten Tarifbeschäftigte in zwei Stufen eine Entgelterhöhung von insgesamt 9,1 %. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2024. Zusätzlich zum tariflichen Entgelt haben die Tarifparteien die Regelungen zur variablen Entgeltkomponente modifiziert und verlängert.

Zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung eines assoziierten Unternehmens wurde im Geschäftsjahr auf eine im Vorjahr vollständig wertberichtigte Forderung in Höhe von 8,0 Mio. € zugunsten der Einstellung in die Kapitalrücklage des assoziierten Unternehmens verzichtet. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr eine Kapitalerhöhung durch Barzahlung in Höhe von 10,0 Mio. € bei dem assoziierten Unternehmen durchgeführt. Durch die oben beschriebenen Maßnahmen unterstützt die Bundesdruckerei-Gruppe als Gesellschafterin ihr assoziiertes Unternehmen bei der Neuausrichtung und beim Wachstum seines operativen Geschäfts.

Der Cashflow des Geschäftsjahres 2022 ist mit 79,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (136,2 Mio. €) deutlich gesunken, liegt jedoch signifikant über dem Planwert in Höhe von -9,3 Mio. €. Ursächlich für die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr sind im Wesentlichen die im Geschäftsjahr 2022 getätigten hohen Investitionen, wodurch der Mittelabfluss aus dem Cashflow aus Investitionstätigkeit (-115,1 Mio. €) über dem Vorjahreswert (-49,3 Mio. €) liegt. Die deutliche Abweichung gegenüber dem Planwert war u. a. durch die positive Entwicklung der Umsatzerlöse und damit des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (+216,4 Mio. €; Vorjahr: +192,3 Mio. €) möglich.

Die Bundesdruckerei-Gruppe verfügt damit auch zum Ende des Geschäftsjahres 2022 mit 353,9 Mio. € über einen ausreichenden Bestand an flüssigen Mitteln.

2.3. Lage

2.3.1. Ertragslage

Beträge
in T€
2022 2021 Abw. absolut Abw.
in %
Umsatzerlöse gesamt 907.184 773.996 133.188 17,2 %
German ID-Systems (GID) 489.130 363.623 125.506 34,5 %
Credential Management Systems (CMS) 112.272 130.352 -18.080 -13,9 %
Secure Digitalisation Solutions (SDS) 241.563 215.961 25.602 11,9 %
Value Printing (VP) 62.735 62.300 435 0,7 %
Infrastructure & Service (I&S) 1.485 1.760 -275 -15,6 %

Aufgrund kaufmännischer Rundung können Rundungsdifferenzen auftreten

Die geplanten Umsatzerlöse in Höhe von 815,4 Mio. € wurden um 11,3 % überschritten.

Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens in der Geschäftsbereich-Struktur wird nachfolgend ausführlicher erläutert (Punkt 2.3.1.1 Geschäftsentwicklung der Geschäftsbereiche).

Ertragslage der Bundesdruckerei-Gruppe 2022:

Beträge
in T€
2022 2021 Abw. absolut Abw.
in %
Umsatz 907.184 773.996 133.188 17,2 %
Bestandsänderungen 16.651 9.900 6.751 68,2 %
Aktivierte Eigenleistungen 3.302 5.664 -2.363 -41,7 %
Gesamtleistung 927.137 789.561 137.577 17,4 %
Sonstige betriebliche Erträge 31.038 49.081 -18.043 -36,8 %
in % der Gesamtleistung 3,3 % 6,2 % -2,9 %
Materialaufwand 187.190 189.076 -1.886 -1,0 %
in % der Gesamtleistung 20,2 % 23,9 % -3,8 %
Personalaufwand 294.353 253.651 40.703 16,0 %
in % der Gesamtleistung 31,7 % 32,1 % -0,4 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen * 199.153 180.069 19.083 10,6 %
in % der Gesamtleistung 21,5 % 22,8 % -1,3 %
Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 277.479 215.845 61.634 28,6 %
in % der Gesamtleistung 29,9 % 27,3 % 2,6 %
Betriebliche Abschreibungen 49.693 47.808 1.885 3,9 %
in % der Gesamtleistung 5,4 % 6,1 % -0,7 %
Betriebsergebnis (EBIT) 227.786 168.036 59.749 35,6 %
in % der Gesamtleistung 24,6 % 21,3 % 3,3 %
Firmenwertabschreibungen 633 638 -5 -0,8 %
in % der Gesamtleistung 0,1 % 0,1 % 0,0 %
Ergebnis nach Firmenwertabschreibungen 227.153 167.398 59.754 35,7 %
in % der Gesamtleistung 24,5 % 21,2 % 3,3 %
Finanzergebnis ** -32.519 -36.270 3.751 -10,3 %
in % der Gesamtleistung -3,5 % -4,6 % 1,1 %
Ergebnis vor Steuern (EBT) 194.634 131.128 63.506 48,4 %
in % der Gesamtleistung 21,0 % 16,6 % 4,4 %
Steuern vom Einkommen und Ertrag 65.743 51.796 13.948 26,9 %
Jahresüberschuss 128.891 79.333 49.558 62,5 %
in % der Gesamtleistung 13,9 % 10,0 % 3,9 %

Aufgrund kaufmännischer Rundung können Rundungsdifferenzen auftreten.

*für die interne Berichterstattung inklusive sonstiger Steuern (586 T€) und Aufwendungen für Avale (25 T€)

**für die interne Berichterstattung ohne Aufwendungen für Avale (25 T€)

Die gegenüber dem Vorjahr höheren Bestandsveränderungen sind im Wesentlichen auf einen Bestandsaufbau in dem Geschäftsbereich German ID-Systems und dem Geschäftsfeld Trusted Data Solutions zurückzuführen, der projektbezogen ist.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen insbesondere aufgrund geringerer Auflösungen und Inanspruchnahme von Rückstellungen unter dem Vorjahreswert.

Die Materialaufwandsquote von 20,2 % in Relation zur Gesamtleistung liegt unter der Vorjahresrelation (Vorjahr: 23,9 % der Gesamtleistung), was im Wesentlichen auf Veränderungen im Produktmix zurückzuführen ist.

Beträge
in T€
2022 2021 Abw. absolut Abw.
in %
Personalaufwendungen 294.353 253.651 40.703 16,0 %
davon Löhne und Gehälter 245.176 203.936 41.240 20,2 %
davon Soziale Abgaben und Altersvorsorge 49.178 49.715 -537 -1,1 %
Gesamtmitarbeitende * ø 3.830 3.390 440 13,0 %
Mitarbeitende ** ø 3.664 3.238 427 13,2 %
Mitarbeitende ** per 31.12. 3.839 3.338 501 15,0 %
Personalaufwand pro Kopf (gesamt) 76,9 74,8 2,0 2,7 %

Aufgrund kaufmännischer Rundung können Rundungsdifferenzen auftreten.

* Inklusive Verbeamteten, Auszubildenden und Praktikantinnen und Praktikanten.

** Inklusive Verbeamteten, ohne Auszubildenden, ohne Praktikantinnen und Praktikanten.

Die Personalaufwendungen lagen aufgrund der höheren durchschnittlichen Mitarbeitendenzahl und des gestiegenen Gehaltsniveaus über denen des Vorjahres. Im Dezember 2022 wurde ein Tarifvertrag geschlossen, der die Auszahlung einer Inflationsprämie für das Jahr 2022 in demselben Monat vorsah. Zusätzlich wirken höhere Rückstellungen für die variable Vergütung.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen 32 in Höhe von 19,1 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus absatzbedingt gestiegenen Versandkosten (9,3 Mio. €), höheren Aufwendungen aus Risikovorsorge für vertragliche Verpflichtungen (9,1 Mio. €) sowie gestiegenen fremden Personalkosten (7,1 Mio. €), die durch hohen kurzfristig benötigten Personalbedarf verursacht sind. Gegenläufig wirken insbesondere die aufgrund geänderter vertraglicher Regelungen verringerten Aufwendungen aus Garantieleistungen.

Die Entwicklung der Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwertabschreibung) resultiert im Wesentlichen aus höheren planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen infolge von Investitionen in Vorjahren und im laufenden Jahr.

Im Ergebnis der vorgenannten Effekte liegt das EBIT des Geschäftsjahres mit 227,8 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (168,0 Mio. €) sowie über der Planung (116,7 Mio. €).

Das Finanzergebnis 33 beläuft sich auf -32,5 Mio. € und verbessert sich damit um 3,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahresergebnis. Dies ist auf verschiedene gegenläufige Effekte zurückzuführen. Zum einen waren im Berichtsjahr keine einmaligen Effekte wie außerplanmäßige Abschreibungen auf Darlehensforderungen (Vorjahr: 27,1 Mio. €) und der Veräußerungsgewinn eines assoziierten Unternehmens (Vorjahr: 8,1 Mio. €) zu verzeichnen. Zum anderen bewirkte im Jahr 2022 das ansteigende Zinsniveau einen hohen Kursverlust im CTA und eine Verminderung des Zinsaufwands für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, wobei insgesamt der negative Effekt überwog (-7,2 Mio. €). Daneben waren negative laufende Ergebnisbeiträge aus assoziierten Unternehmen zu verzeichnen (-5,4 Mio. €; Vorjahr: +1,2 Mio. €).

Entsprechend dem höheren Ergebnis vor Steuern lag auch der Ertragsteueraufwand über dem des Vorjahres.

Wie in den Vorjahren enthält das Ergebnis vor Steuern des Jahres 2022 zudem Aufwendungen wie die planmäßige Firmenwertabschreibung in Höhe von 0,6 Mio. € und Zinsaufwendungen für Altersversorgung, die steuerlich nicht ansetzbar sind.

2.3.1.1. Geschäftsentwicklung der Geschäftsbereiche

2.3.1.1.1 . Geschäftsbereich German ID-Systems

Die im Geschäftsbereich German ID-Systems erzielten Umsatzerlöse liegen mit 489,1 Mio. € deutlich über den Vorjahresumsätzen (363,6 Mio. €) und den geplanten Umsätzen (369,4 Mio. €). Mit den Produkten im deutschen Pass- und Ausweissystem wurden hierbei Umsatzerlöse in Höhe von 449,3 Mio. € erzielt (Vorjahr: 336,4 Mio. €). Die Absatzmengen und Umsatzerlöse des Vorjahres wurden für die Hauptprodukte Reisepass und elektronischer Aufenthaltstitel signifikant und für den Personalausweis leicht übertroffen. Ursächlich hierfür sind beim Reisepass insbesondere starke Nachholeffekte nach zwei absatzschwachen Pandemiejahren. Beim elektronischen Aufenthaltstitel führten die zunehmenden weltweiten Migrationsbewegungen und daraus resultierende Asylanträge sowie die hohe Anzahl an Ukraine-Kriegsflüchtlingen zu einer deutlich erhöhten Nachfrage. Insgesamt wurden ca. 16,9 Mio. Reisepässe, Personalausweise und elektronische Aufenthaltstitel produziert und ausgeliefert (Vorjahr: 14,2 Mio. Stück).

Weitere Umsatzerlöse des Geschäftsfelds German ID-Systems in Höhe von 39,8 Mio. € (Vorjahr: 27,2 Mio. €) wurden u. a. mit sonstigen ID-Dokumenten für das Inland erreicht. Dies sind Produkte wie Kinderreisepässe, ausländerrechtliche Dokumente sowie vorläufige Reisepässe und Personalausweise. Der Plan für diese Produkte wurde ebenfalls klar überschritten, da hier die gleichen nachfragesteigernden Faktoren wirkten wie bei den Hauptprodukten. Darüber hinaus lagen die Umsatzerlöse aus Projekten zum Thema "Digitale Identität" unter dem geplanten Wert, jedoch deutlich über dem des Vorjahres.

Das EBIT des Geschäftsbereichs German ID-Systems liegt vor allem umsatzbedingt im Jahr 2022 signifikant über dem des Vorjahres und der Planung.

2.3.1.1.2 . Geschäftsbereich Credential Management Systems

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Credential Management Systems liegen mit 112,3 Mio. € unter den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2021 (130,4 Mio. €) und dem Planwert für 2022 (120,1 Mio. €). Der Vorjahresumsatz enthielt Umsätze für einmalige pandemiebedingte Projekte, darunter der Druck von Bezugsberechtigungsnachweisen für FFP2-Masken 34 . Insofern war für das Geschäftsjahr 2022 von geringeren Umsatzerlösen ausgegangen worden. Aufgrund von fehlenden Umsatzerlösen bei Digitalisierungsprojekten sowie verschobenen Projekten und Lieferproblemen bei Dokumentenprüflösungen wurden die geplanten Umsätze unterschritten. Teilweise wurde dies durch zusätzliche Umsatzerlöse mit Arbeitsplätzen für das Ankommensnachweissystem (Ankona) kompensiert, dessen erhöhter Bedarf auf die hohe Anzahl an Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine zurückzuführen ist. Auch beim Führerschein waren höhere Umsatzerlöse aufgrund steigender Absatzmengen zu verzeichnen, was auf die gesetzliche Umtauschpflicht 35 zurückzuführen ist.

Das EBIT des Geschäftsbereichs ist im Vergleich zum Vorjahr umsatzbedingt leicht zurückgegangen. Aufgrund des geänderten Produktmixes liegt das Ergebnis jedoch deutlich über dem geplanten Wert, da insbesondere bei margenstarken Produkten und Projekten Mehrumsätze zu verzeichnen waren.

2.3.1.1.3 . Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions

Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions Umsatzerlöse in Höhe von 241,6 Mio. € erzielt und somit die Umsatzerlöse des Vorjahres (216,0 Mio. €) deutlich übertroffen, die geplanten Umsatzerlöse (253,8 Mio. €) jedoch leicht unterschritten.

Zur Erhöhung der Umsatzerlöse trug insbesondere das Geschäftsfeld Trusted Data Solutions bei, was auf kurzfristig erfolgreich akquirierte und daher ungeplante Projekte, z. B. Datenatlas und PLAIN, sowie höhere Nachfrage für die Projekte rund um das Bundesportal sowie Rechts- und Konsularwesen zurückzuführen ist. Das Geschäftsfeld Secure Communication Services, das im Jahr 2022 den operativen Betrieb aufgenommen hat und Leistungen für die sichere ressortübergreifende elektronische Verschlusssachenkommunikation erbringt, trägt ebenfalls deutlich zur Umsatzsteigerung bei. Daneben konnte auch das Geschäftsfeld Secure Digital Infrastructure mit seinen Produkten zum mobilen Arbeiten (insbesondere genucard und damit zusammenhängende Dienstleistungen) sowie einem Projekt zur Quanten-Technologie klare Umsatzsteigerungen erzielen. Im Geschäftsfeld Trusted Services lagen die Umsatzerlöse dagegen deutlich unter dem Vorjahres- und Planwert. Ursächlich war hier im Wesentlichen die Aufhebung des Einführungstermins für das E-Rezept 36 , was zu einem Umsatzeinbruch bei den Telematik-Infrastruktur-Karten insbesondere beim Heilberufsausweis, führte. Diese fehlenden Umsatzerlöse des Geschäftsfeldes Trusted Services konnten im Vorjahresvergleich durch die positive Umsatzentwicklung der anderen Geschäftsfelder mehr als kompensiert werden. In Bezug auf die geplanten Umsatzerlöse gelang dies in großen Teilen.

Das EBIT des Geschäftsbereichs liegt leicht unter dem Wert des Vorjahres und deutlich unter dem Planwert, was im Wesentlichen auf die fehlenden Umsatzerlöse mit Telematik-Infrastruktur-Karten zurückzuführen ist.

2.3.1.1.4 . Geschäftsbereich Value Printing

Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Value Printing betrugen im Geschäftsjahr 2022

62,7 Mio. € (Vorjahr: 62,3 Mio. €). Die geplanten Umsatzerlöse von 70,2 Mio. € konnten im Wesentlichen aufgrund von Lieferverschiebungen bei den EuroBanknoten nicht vollumfänglich erreicht werden.

Im Jahr 2022 wurden im Banknotendruck (44,4 Mio. €; Vorjahr: 41,5 Mio. €) hauptsächlich Euro-Banknoten ausgeliefert. Daneben wurde ein Unterauftrag für Euro-Banknoten bearbeitet. Die Banknotenproduktion der Bundesdruckerei-Gruppe war im Geschäftsjahr 2022 vollständig ausgelastet.

Mit Sicherheitssystemen für die Banknoten wurden Umsatzerlöse in Höhe von 9,4 Mio. € erreicht, die aufgrund des niedrigeren Bedarfs bei den Sicherheitsmerkmalen leicht unter dem Vorjahres- und Planwert liegen.

Mit den sonstigen Wertdruckprodukten wie Postwertzeichen wurden Umsatzerlöse in Höhe von 8,9 Mio. € generiert (Vorjahr: 9,5 Mio. €). Der Planwert wurde leicht unterschritten.

Trotz Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bleibt das EBIT des Geschäftsbereichs Value Printing von negativen Ergebnissen des Banknotengeschäfts geprägt. Es liegt aber produktmixbedingt über dem Planwert.

2.3.1.1.5 . Geschäftsbereich Infrastructure & Service

Der Geschäftsbereich Infrastructure & Service beinhaltet nicht eindeutig anderen Geschäftsbereichen zurechenbare Umsätze und Kosten, wie z. B. Mieteinnahmen. Umsatz- und Ergebnisbeiträge sind weiterhin geringfügig.

2.3.2. Finanzlage

2.3.2.1. Kapitalstruktur und Vermögenslage

Beträge
in T€
31.12.2022 31.12.2021 Abw. absolut Abw.
in %
Eigenkapital 470.314 361.433 108.880 30,1%
Bilanzsumme 965.626 812.421 153.205 18,9%
Eigenkapitalquote 48,7 % 44,5% 4,2% -
Anlagevermögen 357.306 317.513 39.793 12,5%
Umlaufvermögen 591.863 482.539 109.324 22,7%
Working Capital * 122.218 143.458 -21.240 -14,8%
Betriebsergebnis (EBIT) 227.786 168.036 59.749 35,6%
Eigenkapitalrendite ** 48,4 % 46,5% 1,9% -
Gesamtkapitalrendite ** 23,6 % 20,7% 2,9% -

Aufgrund kaufmännischer Rundung können Rundungsdifferenzen auftreten.

* Working Capital =Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ./. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive erhaltene Anzahlungen.

** Berechnet auf den Jahresendwert des Kapitals.

Die Veränderung des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den gestiegenen Konzernjahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von 128,9 Mio. € und auf die Ausschüttung an die Gesellschafterin in Höhe von 20,0 Mio. € zurückzuführen.

Auf der Aktivseite ist ein Anstieg des Anlagevermögens um 39,8 Mio. € zu verzeichnen, da die Investitionen als Zugänge zum Anlagevermögen in Höhe von 97,2 Mio. € den Betrag der Abschreibungen auf den Anlagebestand überkompensieren. Ferner stiegen im Umlaufvermögen die unfertigen Erzeugnisse um 22,0 Mio. € an, was bedingt ist durch projektbezogenen Bestandsaufbau in dem Geschäftsbereich German ID-Systems und dem Geschäftsfeld Trusted Data Solutions. Daneben erhöhte sich durch den positiven Cashflow der Kassenbestand, was ebenfalls zum Anstieg des Umlaufvermögens beitrug.

Auf der Passivseite resultiert die Erhöhung der Bilanzsumme vor allem aus der Veränderung des Eigenkapitals und dem Anstieg der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen um 43,2 Mio. €.

Insofern ergibt sich eine Verringerung des Working Capitals im Vorjahresvergleich.

Die Verbindlichkeiten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind überwiegend kurzfristig. Ihnen liegen übliche Zahlungskonditionen zugrunde.

Die Eigenkapitalrendite 2022 hat sich ergebnisbedingt ebenso wie die Gesamtkapitalrendite gegenüber dem Vorjahreswert erhöht.

2.3.2.2. Investitionen

Beträge
in T€
2022 2021 Abw. absolut Abw.
in %
Immaterielles Anlagevermögen 2.975 1.580 1.395 88,3 %
Sachanlagen 81.058 37.789 43.269 114,5 %
Finanzanlagen 13.200 0 13.200 -
Investitionen 97.233 39.369 57.864 147,0 %
Betriebliche Abschreibungen 49.693 47.808 1.885 3,9 %
Reinvestionsquote * 169,1 % 82,3 % 86,8 % -

Aufgrund kaufmännischer Rundung können Rundungsdifferenzen auftreten.

* für Investitionen ohne Finanzanlagen / Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände

Die Investitionen des Geschäftsjahres 2022 übersteigen die des Vorjahres signifikant, liegen jedoch noch leicht unter dem Planwert. Die Planabweichung ist im Wesentlichen zurückzuführen auf eine zeitliche Verschiebung von Investitionen in die IT-Infrastruktur im Geschäftsfeld Secure Communication Services. Zudem wurden die geplanten Investitionsmittel in der Produktion aufgrund von Lieferverzögerungen nicht vollständig ausgenutzt. Bei den Investitionen in die Infrastruktur führten Projektverzögerungen, aufgrund von fehlenden Kapazitäten der Baudienstleister, Lieferengpässen bei Baumaterialien und längeren Planungsverfahren, zu Investitionsvolumina unter dem Planwert.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden insbesondere Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in der Pass- und Ausweisfertigung für die Beschleunigung der Produktionsdurchlaufzeiten des elektronischen Aufenthaltstitels, Anlagen zur Herstellung des gedruckten Inlays sowie Investitionen für Maschinen in der Banknotenproduktion getätigt. Für weitere Arbeitsplätze im Ankona-Projekt wurde IT-Ausstattung beschafft. Im Rahmen des Aufbaus des Geschäftsfeldes Secure Communication Services wurde in hohem Umfang IT-Infrastruktur erworben. Die hohen Sicherheitsanforderungen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten erforderten zudem weitere Investitionen in die IT sowie in die Sicherheitstechnik und das Management von Gebäuden und Anlagen. Die Grundsanierungsarbeiten an Gebäuden und Geländeflächen wurden auch im Jahr 2022 fortgesetzt. Außerdem erfolgten im Geschäftsjahr diverse Um- und Ausbaumaßnahmen an neuen Flächen.

2.3.2.3. Liquidität

Der Cashflow ist eine zentrale Steuerungsgröße des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Cashflow in Höhe von 79,7 Mio. € (Vorjahr: 136,2 Mio. €) erzielt, der deutlich über dem Planwert liegt.

Aufgrund kaufmännischer Rundung können Rundungsdifferenzen auftreten.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war mit +216,4 Mio. € um 24,1 Mio. € höher als im Vorjahr (+192,3 Mio. €). Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der umsatzbedingt gegenüber dem Vorjahr erhöhte Konzernjahresüberschuss (128,9 Mio. €; Vorjahr: 79,3 Mio. €). Gegenläufig wirkten insbesondere die ergebnisbedingt höheren Ertragsteuerzahlungen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigt in Summe mit -115,1 Mio. € einen um 65,7 Mio. € höheren Mittelabfluss als im Vorjahr. In Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wurden insgesamt 84,0 Mio. € investiert, im Vorjahr 39,4 Mio. €. Darüber hinaus ist die Veränderung auf den Vorjahreseffekt einer Beteiligungsveräußerung in Höhe von -8,2 Mio. € sowie auf eine Kapitalerhöhung an einem assoziierten Unternehmen in Höhe von -10,0 Mio. € zurückzuführen. Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr 20,0 Mio. € ins CTA eingezahlt. Die Einzahlung lag um 10,0 Mio. € über dem Planwert.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -21,6 Mio. € (Vorjahr: -6,8 Mio. €) beinhaltet die geleistete Ausschüttung an die Gesellschafterin in Höhe von 20,0 Mio. € sowie gezahlte Zinsen in Höhe von 1,6 Mio. €.

Die Liquidität der Gesellschaft war im laufenden Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt gesichert.

2.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Steuerungsgrößen sind Umsatz, EBIT und Cashflow.

Zur Steuerung des Unternehmens und als bedeutende Faktoren werden hauptsächlich die finanziellen Leistungsindikatoren verwendet.

Daneben sieht sich die Bundesdruckerei Gruppe GmbH als privatwirtschaftliches Unternehmen in öffentlicher Hand und als Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe in besonderem Maße den Interessen von Staat, Bürgerinnen und Bürgern sowie Gesellschaft verpflichtet. Sie verfolgt aus diesem Grund einen ganzheitlichen Ansatz für die Unternehmensgruppe, um ökonomische, ökologische und soziale Ziele in Einklang zu bringen. Als Unternehmensgruppe in der Hochsicherheitstechnologie setzt sich die Bundesdruckerei-Gruppe hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards und verfolgt klare Compliance- und Management-Leitlinien.

Hierzu erhebt die Bundesdruckerei-Gruppe eine Vielzahl von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren.

Im Bereich Mitarbeitende werden u. a. die folgenden Kennzahlen erhoben: Anzahl durchschnittlicher Weiterbildungstage pro Person, krankheitsbedingte Fehltage und Fehlzeitenquote, Anzahl Diskriminierungsvorfälle, Anzahl gemeldeter Beinahe-Unfälle, meldepflichtige Arbeitsunfälle und Wegeunfälle sowie Mitarbeitendenstruktur. Die Erkenntnisse aus diesen Kennzahlen fließen in ein betriebliches Leistungsfähigkeitsmanagement ein (Health Performance Management). Dieses dient dazu, der sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden gerecht zu werden, und unterstützt dabei, neben flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeitbeschäftigungen, umfangreichen Weiterbildungsmaßnahmen sowie einer betrieblichen Altersvorsorge ein zukunftsweisendes und attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen.

Im Bereich Klimaschutz und Ressourceneffizienz werden u. a. folgende Kennzahlen erhoben: Einkauf von 100 % nachhaltigem Strom, CO 2-Emissionen in Tonnen CO 2-Äquivalente (CO 2e), Energie, Wärme- und Stromverbrauch in GWh, Menge des gemischten Siedlungsabfalls in Tonnen, Verbrauch von Schlüsselmaterialien (Isopropanol etc.) in Tonnen oder Litern sowie Papierverbrauch in Tonnen.

Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren oder zu vermeiden. Wie in den Vorjahren strebt die Bundesdruckerei-Gruppe durch das Klimaschutzengagement der Unternehmensgruppe und die Kompensation nicht vermeidbarer CO 2-Emissionen nach Klimaneutralität 37 . Im Jahr 2022 wurden die nicht vermeidbaren CO 2-Emissionen des Jahres 2021 durch ein Gold-Standard-Projekt sowie durch ein MoorFutures-Projekt kompensiert. Für die folgenden Jahre wird die Klimaneutralität weiter als Unternehmensziel angestrebt.

Weitere zu nennende Leistungsindikatoren im Bereich Wirtschaftlichkeit und gute Unternehmensführung betreffen die Anzahl der Abfragen zu Umwelt- und Sozialkriterien bei strategischen Lieferanten.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Chancen - und Risiko bericht

Als IT-Sicherheitsunternehmen des Bundes kann die Bundesdruckerei-Gruppe einen wesentlichen Beitrag zur digitalen Souveränität Deutschlands leisten. Um in diesem volatilen Umfeld erfolgreich zu agieren, ist es unser Ziel, mögliche Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren, um die daraus resultierenden Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern sowie Marktchancen zu erkennen und zu ergreifen.

3.1.1. Risiko- und Chancen-Managementsystem

Im Risiko- und Chancen-Managementsystem der Bundesdruckerei-Gruppe wird die Gesamtheit aller konzernweiten wirtschaftlichen Risiken und Chancen, unter Berücksichtigung definierter Wesentlichkeitsgrenzen, in einem Risiko- und Chancen-Inventar abgebildet. Das Risiko- und Chancen-Managementsystem ist dezentral organisiert. Während die oder der Enterprise Risk Manager (ERM) für den Aufbau, die Implementierung und Weiterentwicklung des Managementsystems sowie die Aufbereitung des Konzernberichtswesens verantwortlich ist, liegt die Umsetzung des definierten Risiko- und Chancen-Managementprozesses in der Verantwortung der einzelnen Geschäftsfelder und Unternehmensbereiche. Je Geschäftsfeld bzw. Unternehmensbereich sind Zuständige für das Risikomanagement benannt. Die Minderheitsbeteiligungen werden hinsichtlich finanzwirtschaftlicher Risiken und Chancen überwacht. Die Interne Revision der Bundesdruckerei-Gruppe prüft in regelmäßigen Abständen die Angemessenheit, Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Managementsystems. Alle geltenden Standards, Regelungen und Verantwortlichkeiten sind in einer Konzernrichtlinie verankert.

Die Bundesdruckerei-Gruppe orientiert sich an einem etablierten Regelprozess. Dieser umfasst für alle Unternehmensaktivitäten die systematische und fortlaufende Identifikation, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von konzernweiten Risiken und Chancen. Das operative Risiko- und Chancen-Management unterliegt einem Betrachtungszeitraum von zwei Jahren. Zur kontinuierlichen Steuerung des Risiko- und Chancen-Managementprozesses wird ein IT-gestütztes Risikomanagementtool eingesetzt. Als Risiken und Chancen definiert die Bundesdruckerei-Gruppe wirtschaftliche (monetäre) Auswirkungen auf das Erreichen von Geschäftszielen, die eine Abweichung zum geplanten operativen Konzernergebnis (Plan-EBIT) herbeiführen. Alle Geschäftsfelder und Unternehmensbereiche berichten quartalsweise zu den identifizierten Risiken und Chancen. Diese werden anschließend gemeinsam durch die für das Risikomanagement Zuständigen, das Controlling sowie die oder den ERM plausibilisiert, Interdependenzen werden eruiert und vom ERM zu einem konzernweiten Risiko- und Chancen-Inventar konsolidiert. Unter Berücksichtigung definierter Wesentlichkeitsgrenzen erstellt der ERM quartalsweise einen Konzernbericht über die wesentlichen Risiken und Chancen und berichtet gegenüber der Geschäftsführung. Die Geschäftsführung berichtet quartalsweise gegenüber dem Aufsichtsrat sowie dessen Prüfungsausschuss. Sofern neben dem turnusmäßigen Reporting unerwartete Risiken von wesentlicher Bedeutung auftreten, werden diese unmittelbar der Geschäftsführung gemeldet und nachträglich in das Risiko- und Chancen-Inventar aufgenommen.

3.1.2. Wesentliche Risiken und Chancen

Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken und Chancen der Bundesdruckerei-Gruppe dargestellt, die aus aktueller Sicht die geschäftliche Entwicklung und Ertragslage beeinflussen können.

Risiken und Chancen aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld

Die Weltwirtschaft leidet unter den Folgen mehrerer Krisen. Die Effekte des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, die andauernden Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Lieferketten sowie die hohe Inflation bremsen die Weltwirtschaft und trüben zunehmend die Aussichten auf Besserung der wirtschaftlichen Lage.

Die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie auf die weltweiten Lieferketten halten weiter an. Daraus ergibt sich auch für die Bundesdruckerei-Gruppe ein generelles Risiko von Lieferengpässen, was vielseitige Auswirkungen auf das operative Geschäft haben kann. Neben dem grundsätzlichen Risiko von Projektunterbrechungen besteht insbesondere die Gefahr von Produktionsausfällen aufgrund fehlender Vorprodukte, mit negativen Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit und damit negativen Auswirkungen auf den Umsatz. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass es künftig weitere Pandemien und andere schwere Gesundheitsrisiken geben wird, die sich international in rasantem Tempo ausbreiten werden.

Durch die COVID-19-Pandemie wurde das Reiseverhalten der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger massiv beeinflusst und könnte kurz- und langfristige Auswirkungen auf ihr Reiseverhalten haben. Hierin liegen sowohl Risiken als auch Chancen, da der Absatz der Reisepässe die Höhe der Umsatzerlöse und das Geschäftsergebnis der Bundesdruckerei-Gruppe wesentlich beeinflussen kann.

Die weitere Entwicklung des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine kann die weltweiten Migrationsbewegungen beeinflussen, was wiederum Auswirkungen auf die Anzahl der Asylanträge und damit auf die Nachfrage nach ausländerrechtlichen Dokumenten (z. B. elektronische Aufenthaltstitel und Fiktionsbescheinigungen) haben kann. Hierin liegen sowohl Umsatzchancen als auch -risken.

Ferner führt die durch den russischen Gas-Lieferstopp ausgelöste Energiekrise zu einer umfassenden geopolitischen Neuordnung der Energieversorgung. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Energieversorgung haben sich insgesamt erhöht.

Darüber hinaus haben die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise in Verbindung mit zahlreichen Preissteigerungen bei Vorprodukten unserer Lieferanten zu erheblichen Kostensteigerungen geführt, wodurch Ergebnisrisiken für die Bundesdruckerei-Gruppe entstehen können, sofern es nicht gelingt, die Kostensteigerungen im geplanten Umfang an die Kundschaft weiterzugeben.

Im Falle einer weiterführenden Eskalation des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine über regionale Grenzen hinaus würde es zu massiven geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen kommen, deren Folgen deutlich über einen weiteren Anstieg der Energiepreise sowie über eine Erhöhung der Inflation hinausgehen.

In dem seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen China und Taiwan sind die Spannungen zuletzt signifikant und stetig angewachsen. Es bestehen Befürchtungen, dass der Konflikt durch einen Angriff Chinas in eine militärische Auseinandersetzung übergehen könnte. Sollte es dazu kommen, wären neben den sicherheitspolitischen Implikationen für den Asien-Pazifik-Raum und den geopolitischen Folgen für den Rest der Welt, insbesondere die Auswirkungen auf die globale Chip-Produktion massiv. Da in Taiwan ansässige Unternehmen zu den führenden in der Chip-Industrie gehören, würde ein Krieg voraussichtlich zu einer schweren und langanhaltenden Störung der Lieferketten im Chip-Bereich führen. Die Bundesdruckerei-Gruppe verwendet in vielen ihrer Produkte Chips und unterliegt daher hier einem Beschaffungsrisiko, welches bei Eintritt zu Produktionsunterbrechungen führen kann. Daneben besteht ein Preisrisiko.

Durch die globale Vernetzung wirken sich die geopolitischen Unsicherheiten zunehmend auf den deutschen Markt sowie auf den Erfolg des international ausgerichteten Joint Ventures Veridos und der Minderheitsbeteiligung Dermalog aus. Kriegs- und Terrorgefahr und damit die Migration aus Krisenregionen sind nach wie vor auf hohem Niveau und eine große Herausforderung für die europäischen Staaten. Die anhaltende politische Instabilität in den Absatzregionen von Veridos und Dermalog führt weiterhin zu einem Anstieg der Geschäftsrisiken.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die gravierenden wirtschaftspolitischen und finanzwirtschaftlichen Auswirkungen der beschriebenen Krisen über die nächsten Jahre spürbar bleiben und die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe beeinflussen.

Risiken und Chancen aus Branche, Markt und Wettbewerb

Das nationale hoheitliche ID-Geschäft der Bundesdruckerei-Gruppe, das die Herstellung von Personalausweisen, Reisepässen und elektronischen Aufenthaltstiteln umfasst, basiert weitestgehend auf langfristigen Rahmenverträgen mit den zuständigen Bundesbehörden. Dennoch ist die Bundesdruckerei-Gruppe maßgeblich von der Nachfrage der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nach deutschen ID-Dokumenten abhängig. Hierdurch können sich sowohl Umsatzchancen als auch -risiken ergeben.

Darüber hinaus ergeben sich Risiken und Chancen aus der Weiterentwicklung der Kundenanforderungen. Auftraggebende von Sicherheitsdokumenten und -systemen erwarten, dass bestehende Dokumente durch neue Sicherheitsmerkmale aufgewertet werden, damit die Gefahr von Fälschung oder Missbrauch gehemmt wird. Durch die zunehmende Koexistenz von physischen Dokumenten und digitalen Äquivalenten bieten sich Chancen zur Gestaltung einer erweiterten Systemlandschaft. So hat die Europäische Union ihre Mitgliedsstaaten im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens beauftragt, bis 2025 grenzüberschreitende Anwendungsfälle für digitale Identitäten und Nachweise zu konzipieren und im Feld zu erproben. Demgegenüber besteht die Gefahr, dass im Zuge des technologischen Fortschritts und der zunehmenden Digitalisierung weitere Technologieanbieter in den Markt eintreten und mit der Bundesdruckerei-Gruppe konkurrieren.

Insgesamt ist die Bundesdruckerei-Gruppe Marktrisiken für Absatzmengen und Preisentwicklungen unterworfen. Das Erreichen der unterstellten Planwerte ist daher an die Voraussetzung geknüpft, dass sich die Volumina im Inlandsmarkt sowie die Preissituation im Inlands- und Auslandsgeschäft wie erwartet entwickeln.

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung ist der Bedarf bei Behörden und Unternehmen an sicheren und regelkonformen Lösungen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, einen weiteren Impuls gab es durch die COVID-19-Pandemie 38 . Die digitale Transformation ist der wirtschaftliche, gesellschaftliche und technische Treiber der nahen Zukunft. Sie verändert nahezu alle Lebensbereiche. Für die Bundesdruckerei-Gruppe haben sich hieraus neue Geschäftsfelder eröffnet, sodass sie u. a. Systemlösungen zum sicheren Management von Identitäten und Daten über deren gesamten Lebenszyklus anbietet.

Aufgrund der strategischen Ausrichtung hinsichtlich Zielkundschaft und Zielmärkten ergibt sich im Wachstumsfeld der digitalen Transformation eine Abhängigkeit von der Digitalisierungsstrategie des Bundes. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die finanziellen Mittel der öffentlichen Hand unmittelbar durch die verabschiedete Verteilung des Bundeshaushalts im Hinblick auf den Bereich Digitalisierung bestimmt sind, wodurch Kundennachfrage und Marktvolumen im Zeitverlauf variieren können. Aufgrund der ausgeprägten Rezessionstendenzen und damit verbundenen real sinkenden Steuereinnahmen und erhöhter Mittelverwendung zur Bewältigung der Krisen steigt das Risiko von nicht zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln. Zusätzlich ist ein steigender Wettbewerbsdruck zu erwarten, da viele große und kleine Mitbewerber auf den Digitalisierungsmarkt drängen.

Allgemein gilt für alle Geschäftsbereiche der Bundesdruckerei-Gruppe, dass die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen, die steigende Komplexität von Produkten sowie neue Marktteilnehmende zu einem Preiskampf und immer kürzeren Entwicklungszyklen von Produkten führen. Vor dem Hintergrund anspruchsvoller, komplexer und kurzfristiger Kundennachfragen erhöht sich der Umsetzungs- und Leistungsdruck für die Bundesdruckerei-Gruppe und könnte, insbesondere aufgrund der Herausforderungen bei der adäquaten Personalbeschaffung, zu einem erhöhten Risiko bei der Realisierung von Kundenprojekten führen. Weiterhin besteht das Risiko hinsichtlich der Akzeptanz von Neuprodukten auf dem Markt sowie der zeitgerechten Marktreife der Produkte.

Der Großteil des international zugänglichen Banknotenmarkts ist weiterhin durch Drucküberkapazitäten und einen Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet. Als Hersteller von europäischen Banknoten unterliegt die Bundesdruckerei-Gruppe stetig einem intensiven Wettbewerb um Aufträge. In der Konsequenz sind Auswirkungen auf die Auftragslage des Konzerns nur schwer einzuschätzen. Um diesem Risiko aktiv zu begegnen, wird versucht, den sinkenden Margen im Druckgeschäft durch selektive Akquisition europäischer sowie internationaler Aufträge entgegenzuwirken, um eine Produktionsauslastung bei angemessener Profitabilität zu erreichen.

Zusätzlich rückt das Thema der digitalen Bezahlmethoden, allen voran die "Central Bank Digital Currency" der Zentralbanken, international stärker in den Fokus. Die wichtigsten Zentralbanken weltweit befinden sich dazu in der Erforschung, Pilotierung oder im Live-Betrieb. Der Markt formiert sich, und weitere Wettbewerber drängen in den Markt, wodurch der Wettbewerbsdruck für die Bundesdruckerei-Gruppe steigt.

Risiken und Chancen aus politischer Entwicklung und Regulierung

Die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe wird weiterhin von den internationalen, europäischen und nationalen gesetzlichen Regelungen zur Sicherheitsausstattung und den Gültigkeiten von zertifizierten Produkten bestimmt. Steigende Sicherheitsauflagen resultieren aus der dynamischen technologischen Entwicklung, der globalen Vernetzung und deren Risiken sowie aus politischen Veränderungen. Neue gesetzliche Regelungen und Verordnungen sowie der Schutz vor neuen Cyberattacken führen zu einem erhöhten, stetig steigenden Pflegeaufwand.

Der Geschäftsbereich German ID-Systems der Bundesdruckerei-Gruppe ist direkt abhängig von den gesetzlichen Regelungen der Pass- und Ausweispflicht für Bundesbürgerinnen und Bundesbürger. Grundsätzlich können potenzielle Anpassungen des rechtlichen Rahmens die Marktmechanismen nachhaltig verändern, wodurch sowohl positive als auch negative Auswirkungen für die Geschäftslage entstehen können.

Im Geschäftsbereich Credential Management Systems eröffnen neue Gesetze und Regularien (z. B. Telekommunikationsgesetz, Geldwäschegesetz) weitere potenzielle Kundengruppen in der Privatwirtschaft. Identitätsprüfung muss nicht mehr nur in hoheitlichen Institutionen und an Grenzkontrollstellen stattfinden, sondern auch bei Unternehmen im Selfservice, ob zentral oder mobil über das Smartphone. Gleichzeitig entstehen durch Gesetze und Regularien komplett neue Dokumententypen, wie der Fahrerqualifizierungsnachweis oder die Sicherheitsbanderole.

Im Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions sind aufgrund des steigenden Bedarfs an regulierten Produkten, infolge zunehmender Regulierung der Digitalisierung und Sicherheit, weitere Umsatzpotenziale zu erwarten. Insbesondere im Hinblick auf das Identitäts- und Datenmanagement besteht eine Reihe von Gesetzen, Normen und Regularien (z. B. DSGVO, BSI-Richtlinien, VS-NfD, eIDAS, Spezifikationen der gematik), die Unternehmen und Verwaltung zu berücksichtigen haben. Für die Bundesdruckerei-Gruppe ergeben sich hieraus mögliche Geschäftschancen. Hervorzuheben ist der Einfluss der eIDAS-Revision. Diese stärkt das Thema Vertrauensdienste als zentrales Element in der neuen EU-Wallet-Architektur. Starke Impulse sind auch aus dem Bereich E-Health zu erwarten, insbesondere im Hinblick auf neue Sicherheitsansätze wie die "Zero-Trust-Architekturen". Daneben besteht ein Risiko in der hohen Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und Einführungsfristen. So hat beispielsweise der Einführungstermin des E-Rezeptes direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach dem Heilberufsausweis und damit den Umsatz der Bundesdruckerei-Gruppe.

Diese rasante digitale Entwicklung birgt aber auch Risiken für Behörden, Unternehmen, Individuen und damit für die gesellschaftlichen Systeme an sich, sollten Komponenten ausfallen oder kompromittiert werden. Für die weitere Digitalisierung der Gesellschaft und Wirtschaft ist es daher von zentraler Bedeutung, dass die entstehenden digitalen Daten Infrastrukturen und Prozesse sowie alle daran beteiligten Personen und Objekte zuverlässig und wirkungsvoll vor diesen Risiken geschützt werden.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

Die Bundesdruckerei-Gruppe unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten sowie Forderungen grundsätzlichen Liquiditäts- und Ausfallrisiken. Ausfallrisiken bezüglich Darlehensforderungen gegen Beteiligungsunternehmen sind zudem von deren operativen Geschäftschancen und -risiken beeinflusst. Zum Schutz vor Ausfallrisiken setzt die Bundesdruckerei-Gruppe auf eine robuste Kapitalstruktur. Die Zahlungsfähigkeit sowie finanzielle Flexibilität des Konzerns wird durch die Zahlungseingänge aus dem operativen Geschäft, dem Kassenbestand sowie einem zusätzlichen Kreditvertrag, der u. a. eine kurzfristige Kreditlinie enthält, abgesichert.

Das Risiko eines Forderungsausfalls im operativen Geschäft ist bedingt durch die überwiegend öffentlich-rechtliche Kundenstruktur der Bundesdruckerei-Gruppe zurzeit noch als gering einzuschätzen.

Der Gefahr der Instabilität der Finanzmärkte begegnet die Bundesdruckerei-Gruppe mit der Diversifikation ihrer Geldanlagen und einem kontinuierlichen Monitoring des Kontrahentenrisikos, um einem Ausfall liquider Mittel vorzubeugen. Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie, der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sowie hohe Inflation verschärfen die Unsicherheiten an den Märkten darüber hinaus zusätzlich, sodass die Anlagestrategie des Konzerns durch eine konsequente Umverteilung der liquiden Mittel auf Banken mit relativ hohem Rating geprägt ist.

Die zunehmende weltweite Verschuldung, politische Instabilitäten sowie das Risiko eines weiterführenden Inflationsanstiegs führen zu zunehmenden Gefahren an den Finanzmärkten. Eine restriktivere Geldpolitik und abklingende Lieferengpässe dürften den Inflationsdruck im Jahr 2023 zwar etwas abschwächen, ein Anstieg der Kerninflation und Zweitrundeneffekte durch höhere Arbeitskosten werden den Rückgang jedoch wahrscheinlich verlangsamen. Insgesamt hat der Abschwung an den Kapitalmärkten die Wertentwicklung des CTA im Jahr 2022 negativ beeinflusst. Weitere ungünstige Auswirkungen auf die Wertentwicklung des CTA und das Finanzergebnis der Bundesdruckerei-Gruppe können für die kommenden Jahre nicht ausgeschlossen werden.

Durch internationale Einflüsse bei der Vermarktung ihres Portfolios unterliegt die Bundesdruckerei-Gruppe unterschiedlichen Steuersystemen sowie Import-, Export- und Sanktionsregelungen, die einen internationalen Geschäftsverkehr beeinträchtigen können.

Operative Risiken und Chancen

Grundsätzlich unterliegt die Bundesdruckerei-Gruppe einem Produktionsausfallrisiko, insbesondere in der zeitkritischen Hochvolumenfertigung der ID-Dokumente. Zur Absicherung der Einhaltung der zugesagten Lieferzeiten - auch in Phasen eines erhöhten Auftragseingangs - wird einem Ausfallrisiko durch die Bereitstellung mehrerer Fertigungslinien sowie durch unterschiedliche Arbeitszeitmodelle vorgebeugt. Zur Minimierung des Risikos von Produktionsfehlern werden darüber hinaus umfangreiche Qualitätskontrollen durchgeführt, wodurch das Risiko von Mehraufwendungen reduziert werden kann.

Als Hersteller hochsicherer Dokumente setzt die Bundesdruckerei-Gruppe spezielle Materialien und Komponenten ein, die oftmals nur von wenigen Lieferanten am Markt angeboten werden. Ausfälle von Lieferanten sowie die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten können zu Materialengpässen führen, mit negativen Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit und die damit einhergehende Geschäftstätigkeit der Bundesdruckerei-Gruppe. Die Auswirkungen geopolitischer Krisen und die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie auf die weltweiten Lieferketten stellen die Bundesdruckerei-Gruppe weiterhin vor Herausforderungen. Sowohl durch eine geeignete Gestaltung der Lieferantenverträge als auch durch eine erweiterte Vorratshaltung, insbesondere in Pandemiezeiten, soll die Lieferfähigkeit der Bundesdruckerei-Gruppe sichergestellt werden.

Außer vom produzierenden Gewerbe ist die Bundesdruckerei-Gruppe als IT-Sicherheitsunternehmen des Bundes in hohem Maße von den eingesetzten IT-Diensten, Applikationen, Netzwerken und Systemen abhängig. Risiken werden einerseits in möglichen Ausfällen oder Störungen der IT-Infrastruktur gesehen. Andererseits stellen Cyber-Risiken eines der wesentlichsten Risikofelder der Bundesdruckerei-Gruppe dar. Insbesondere durch die verstärkten Digitalisierungsaktivitäten des Konzerns hinsichtlich Produkten und Lösungen ist die Außenwahrnehmung der Bundesdruckerei-Gruppe erheblich gestiegen, was den Konzern als potenzielles Ziel möglicher Attacken stärker in den Fokus rückt. Die Verschärfung der geopolitischen Lage, ausgelöst durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, kann für die Bundesdruckerei-Gruppe als staatsnahes Unternehmen ebenfalls zu einer gestiegenen Gefährdungslage in diesem Kontext führen. Neben dem grundsätzlichen Ausfallrisiko der IT-Infrastruktur des Konzerns sowie der im Kundenauftrag betriebenen Systeme werden insbesondere Gefahren hinsichtlich Datenmanipulation und Datenabfluss als mögliche Folgerisiken gesehen. Um das Gefahrenpotenzial zu reduzieren, setzt der Konzern auf den Einsatz von adäquaten und dem Stand der Technik entsprechenden Technologien, Prozessen und Sicherheitssystemen sowie redundant ausgelegten Hochverfügbarkeitssystemen. Darüber hinaus ist bereits vor einigen Jahren eine Cyberversicherung abgeschlossen worden.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt ist die aktuelle Lage weiterhin sehr angespannt. Insbesondere die Abdeckung des Personalbedarfs der Bundesdruckerei-Gruppe für Spezialistenfunktionen im IT- und Datenmanagement gestaltet sich wie in den letzten Jahren sehr herausfordernd. Eine Bereitstellung qualifizierter Mitarbeitender ist oftmals nur unter signifikantem Zeitverzug sowie mit gesteigertem finanziellem Aufwand möglich. Es besteht das Risiko von Performance- und Know-how-Verlusten, wenn der Personalbedarf nicht rechtzeitig qualitativ gedeckt wird oder vakante Stellen nicht qualitativ nachbesetzt werden können. Darüber hinaus sind die Personalaufwendungen von steigenden Mitarbeitendenzahlen, Tarifsteigerungen und einem allgemein steigenden Gehaltsniveau geprägt.

Ebenso besteht, wie für jedes Unternehmen, auch für die Bundesdruckerei-Gruppe grundsätzlich das Risiko von Rechtsstreitigkeiten. Darüber hinaus nehmen die administrativen Aufgaben, insbesondere aufgrund von stetig steigender Komplexität der Rechtsvorschriften, ständig zu. Beides kann sich aufwandserhöhend auswirken.

3.1.3. Gesamteinschätzung der Risikosituation

Die Verschärfung der geopolitischen Unsicherheiten, die Verknappung von Rohstoffen und Vorprodukten infolge der Energiekrise in Deutschland sowie die angespannten Lieferketten, steigende regulatorische Anforderungen, der Mangel an hoch qualifizierten Arbeitskräften und Pandemieeffekte führen zu erhöhten Stabilitätsrisiken. Im Falle einer weiterführenden Eskalation des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine über regionale Grenzen hinaus oder aber eines Angriffs Chinas auf Taiwan würden sich diese Risiken und Unsicherheiten massiv verstärken und negativ auf die Geschäftsentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe einwirken. Daneben ergeben sich die wesentlichen Herausforderungen für die Bundesdruckerei-Gruppe insbesondere aus den Impulsen der digitalen Transformation auf das ID-Geschäft, dem technologischen Wandel im Aufbau sicherer digitaler Infrastrukturen, dem intensiven Wettbewerb im Banknotengeschäft, der Bedrohung durch Cyberangriffe sowie aus Unsicherheiten bezüglich verfügbarer Haushaltsmittel und der Ausgabenpolitik des Bundes.

Für die Bundesdruckerei-Gruppe bestehen weder im Geschäftsjahr 2022 noch zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bestandsgefährdende Risiken.

3.2. Prognosebericht

Die Bundesdruckerei-Gruppe erwartet nach dem umsatzstarken Jahr 2022, in dem erstmals mehr als 900 Mio. € Umsatzerlöse erzielt werden konnten, für das Geschäftsjahr 2023 einen leichten Umsatzanstieg von 2 %. Dabei ist bei den Hauptprodukten bei Ansatz der langjährigen Absatzzyklen ein deutlicher Umsatzrückgang zu erwarten, für die Geschäftsbereiche Credential Management Systems, Secure Digitalisation Solutions und Value Printing ist ein deutliches Wachstum geplant. Daneben ist für 2023 von deutlich geringeren sonstigen betrieblichen Erträgen als im Jahr 2022 auszugehen. Die Aufwandsseite ist geprägt von einer höheren Materialaufwandsquote (im Verhältnis zur Gesamtleistung), einer wesentlich höheren Personalaufwandsquote nach steigenden Mitarbeitendenzahlen und Personalkostensteigerungen (im Verhältnis zur Gesamtleistung), geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie investitionsbedingt höheren Abschreibungen. Für Nachhaltigkeitsthemen sind entsprechend höhere Infrastrukturkosten budgetiert. Das geplante EBIT des Jahres 2023 liegt darum deutlich unter dem des Jahres 2022.

Die Ertragssituation aller Geschäftsbereiche ist auch im Jahr 2023 aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sowie der damit einhergehenden unsicheren geopolitischen Lage und den Auswirkungen auf Budgets und Projektprioritäten mit hohen Unsicherheiten behaftet. Derzeit ist schwer einschätzbar, in welchen anderen wirtschaftlichen Bereichen und in welchem Ausmaß die Bundesdruckerei-Gruppe vom Krieg in der Ukraine betroffen sein wird.

3.2.1. Geschäftsbereich German ID-Systems

Die für das Jahr 2023 geplanten Umsatzerlöse im Geschäftsbereich German ID-Systems werden voraussichtlich um nahezu 30 % unter den Umsätzen des Vorjahres 2022 liegen. Bei allen drei Hauptprodukten wird ein Umsatzrückgang gegenüber 2022 erwartet. Zum einen werden sich die Sondereffekte aus 2022 im Jahr 2023 voraussichtlich nicht fortsetzen. Diese führten im Jahr 2022 durch Nachholeffekte nach zwei absatzschwachen COVID-19-Pandemie-Jahren beim Reisepass und hohe Nachfrage durch Ukraine-Kriegsflüchtlinge und andere Asylsuchende beim elektronischen Aufenthaltstitel zu überaus hohen Absatzmengen. Zum anderen folgen die Absatzmengen der Hauptprodukte einem zyklischen Nachfrageverhalten, das grundlegend aus der Gültigkeitsdauer der Dokumente resultiert. Insbesondere beim Personalausweis ist im Jahr 2023 zyklusbedingt von einem deutlichen Absatzrückgang auszugehen. Niedrigere Mengen bei den Hauptprodukten werden nur teilweise durch Neugeschäft und Projekte zur digitalen Identität kompensiert werden können. Es besteht zudem trotz langjähriger Lieferverträge für die Hauptprodukte ein Planungsrisiko hinsichtlich der Absatzmengen, da keine konkreten Abnahmeverpflichtungen bestehen. Die negativen Auswirkungen aus dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sowie die nachwirkende COVID-19-Pandemie können sich weiterhin negativ auf das Reiseverhalten der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auswirken. Insbesondere beim Reisepass können somit die Absatzmengen unter den Erwartungen liegen.

Zusätzliche Abschreibungen für neue Fertigungsanlagen des elektronischen Aufenthaltstitels und des Reisepasses, erwartete Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite sowie tarifabschlussbedingt steigende Personalkosten führen im Jahr 2023 zu einer signifikant niedrigeren EBIT-Erwartung.

3.2.2. Geschäftsbereich Credential Management Systems

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Credential Management Systems liegen gemäß Planung im Jahr 2023 um nahezu 20 % über dem Niveau der Umsatzerlöse des Jahres 2022. Hauptursachen sind vor allem Projekte rund um die Konzeption und Umsetzung des multifunktionalen elektronischen Dienstausweises, ein internationaler Passauftrag, steigende Mengen beim EU-Visum und bei den Fahrzeugdokumenten sowie neue Digitalisierungslösungen.

Auf der Kostenseite werden steigende Personalkosten und Abschreibungen sowie wesentlich höhere Produktentwicklungskosten (u. a. Weiterentwicklung und Erneuerung der Identitäts-Prüfungslösungen Visocore und Visotec, Neuentwicklung des Selfservice-Terminals und Entwicklungsarbeiten für Digital Credentials) und Marketingaufwendungen erwartet. Das resultierende EBIT liegt demnach deutlich unter dem des Vorjahres.

3.2.3. Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions

Die Planung der Umsatzentwicklung im Geschäftsbereich Secure Digitalisation Solutions ist weiterhin sehr ambitioniert: Im Jahr 2022 wurde eine Umsatzsteigerung von ca. 12 % erreicht. Im Jahr 2023 soll sich der Umsatz um ca. weitere 50 % im Vergleich zum Jahresumsatz 2022 erhöhen. Als Umsatztreiber werden erwartet: die Telematik-Infrastruktur-Karten (insbesondere Heilberufsausweis), Projekte im Bereich Datenanalyse (z. B PLAIN und PREVIEW), Dienstleistungen für die ressortübergreifende elektronische Verschlusssachenkommunikation sowie genugate und genuscreen. Die geplanten Umsätze des Geschäftsbereichs konnten nur teilweise vertraglich abgesichert werden. Insbesondere bei den geplanten Absatzmengen des Heilberufsausweises besteht eine direkte Abhängigkeit von gesetzlichen Rahmenbedingungen und dem Abrufverhalten der Kundschaft.

Trotz steigender Material- und Personalkosten sowie investitionsbedingt höherer Abschreibung ist aufgrund der geplanten Änderung des Produktmixes eine Verringerung der Herstellkosten in Relation zum Umsatz zu erwarten. Um künftiges Umsatzwachstum zu ermöglichen, ist für 2023 eine Erhöhung der Forschungs- und Entwicklungskosten geplant, wobei hier der Fokus auf der Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios liegt.

Im Jahr 2023 soll der Geschäftsbereich mit einem deutlich höheren EBIT abschließen.

Insbesondere die Planungen dieses Geschäftsbereichs unterliegen sowohl Risiken z. B. aus Projektverzögerungen, sich ändernden gesetzlichen Fristen oder Haushaltsbeschränkungen als auch Chancen aus dem steigenden Bedarf an sicheren Digitalisierungslösungen.

3.2.4. Geschäftsbereich Value Printing

Für den Geschäftsbereich Value Printing ist für 2023 ein deutlicher Umsatzanstieg um rund 20 % geplant. Dies resultiert insbesondere aus dem Banknotenbereich aufgrund höherer Mengen, zum einen bei Euro-Banknoten und zum anderen aus der strategischen Erweiterung der Kundenbasis durch die Akquise von internationalen Banknotenaufträgen. Die geplanten Umsätze mit Banknoten sind für 2023 noch nicht vollständig vertraglich gesichert.

Der Umsatz mit Sensorik, Farbe und Service des maschinenlesbaren Hochsicherheitssystems für das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) ist für das Jahr 2023 auf leicht niedrigerem Niveau geplant.

Für die Herstellung und Lieferung von Postwertzeichen an die Deutsche Post AG, Bonn, besteht ein Rahmenvertrag für Rollenbriefmarken. Im Geschäftsjahr 2023 werden gleichbleibende Umsatzerlöse erwartet.

Das EBIT dieses Geschäftsbereichs bleibt bedingt durch die Preissituation des Banknotendrucks negativ. Für die Umsetzung der Strategie des Geschäftsbereichs müssen in den nächsten Jahren sowohl personell als auch technisch die Voraussetzungen für eine langfristige Ergebnisstabilisierung und -verbesserung geschaffen werden. Daher wird im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 mit einer deutlichen Ergebnisverschlechterung gerechnet.

3.2.5. Geschäftsbereich Infrastructure & Service

Der Geschäftsbereich Infrastructure & Service beinhaltet nicht eindeutig anderen Geschäftsbereichen zurechenbare Umsätze und Kosten. Die Umsätze sind derzeit wie erwartet marginal; in Folgejahren wird hier keine signifikante Änderung erwartet. Das EBIT ist aufgrund von Leerstandskosten von in Renovierung befindlichen Gebäuden negativ, was auch für das folgende Jahr erwartet wird.

3.2.6. Prognose Investitionen und Cashflow

Der für das Jahr 2023 geplante Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit soll signifikant unter dem des Vorjahres liegen. Darüber hinaus führen sehr hohe geplante Investitionsvolumina sowie die Auszahlung zur Ausfinanzierung der Pensionsverbindlichkeiten in das Contractual Trust Arrangement in unserer Erwartung zu einem leicht negativen Cashflow.

Den Schwerpunkt der Investitionstätigkeit des Konzerns 2023 bilden Investitionen im Bereich Produktion, insbesondere für die Verkürzung der Durchlaufzeiten des elektronischen Aufenthaltstitels, und verschiedene Neu- und Ersatzinvestitionen in der Reisepass- und Personalausweisproduktion sowie der Banknotenproduktion. Darüber hinaus sind u. a. Investitionen in die Infrastruktur, die IT und die Systeminfrastruktur des Pass-/Ausweissystems vorgesehen. Die geplante Reinvestitionsquote für das Jahr 2023 beträgt über 130 % (bezogen auf immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagen).

Wie in Vorjahren ist die Durchführung aller Investitions- und Finanzierungsvorhaben ohne die Inanspruchnahme einer Fremdfinanzierung geplant.

Unter Berücksichtigung der hohen Bestände an liquiden Mitteln sowie der verfügbaren Kreditlinie sieht die Geschäftsführung die Liquidität der Unternehmensgruppe im Prognosezeitraum nach aktuellem Kenntnisstand als gesichert an.

4. Nichtfinanzieller Bericht gemäß §§ 315b ff. HGB

Der nichtfinanzielle Bericht ist gemäß Ziffer 8.1.3 des Public Corporate Governance Kodex des Bundes i. V. m. §§ 315b ff. HGB abzugeben. Er ist Teil der Erklärung der Bundesdruckerei-Gruppe zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex und wird mit ihrer Veröffentlichung auf unserer Website 39 gemäß § 315b Absatz 3 Nummer 2 Buchstabeb HGB dauerhaft zugänglich gemacht.

5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Der für die Rechnungslegung zuständige Finanzbereich gibt die konzernweit gültigen Rechnungslegungsstandards vor und führt die Informationen zur Erstellung des Konzernabschlusses zusammen. Wesentliche Risiken für den Rechnungslegungsprozess ergeben sich daraus, dass benötigte Informationen nicht vollständig und korrekt in der vorgegebenen Zeit systemunterstützt erhalten werden. Voraussetzung für die Vermeidung dieser Risiken sind klar an alle Beteiligten kommunizierte Anweisungen. Zu späte oder falsche Buchungen von Geschäftsvorfällen bzw. die Nichteinhaltung von Kontierungsregeln sind ebenfalls Risiken mit Einfluss auf die Rechnungslegung. Da im Rechnungslegungsprozess Verantwortlichkeiten getrennt sind und verschiedene Plausibilitätsprüfungen im Rahmen der Berichterstattung sowie detaillierte Checklisten für die entsprechenden Abschlusstermine existieren, können diese Risiken ebenfalls minimiert werden. Damit sichergestellt ist, dass rechnungslegungsrelevante Risiken frühzeitig identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, ist der Rechnungslegungsprozess ein Bestandteil des Risiko- und Chancen-Managements der Bundesdruckerei-Gruppe. Das eingerichtete interne Kontrollsystem soll die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung der Bundesdruckerei-Gruppe gewährleisten, sodass wesentliche Unrichtigkeiten oder Verstöße frühzeitig aufgedeckt und behoben werden können. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird durch den Aufsichtsrat in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und dem Fachbereich Internal Audit regelmäßig überprüft.

6. Verwendung von Finanzinstrumenten

Bei Exportprojekten wird grundsätzlich der Euro als Vertragswährung angestrebt. Sollte ein Geschäftsabschluss in Fremdwährung erfolgen, wird das Wechselkursrisiko durch Devisentermingeschäfte abgesichert, um volatilen Marktverhältnissen bei Fremdwährungskursen entgegenzuwirken. Die Devisensicherungsgeschäfte werden bezüglich der Laufzeit und des Werts auf die Grundgeschäfte abgestimmt und bilden somit eine Bewertungseinheit. Zum 31. Dezember 2022 bestehen Sicherungsgeschäfte in Form von Devisentermin- und Devisenswapgeschäften mit einem Volumen von 5,16 Mio. USD zur Absicherung der Wechselkursrisiken aus zukünftigen US-Dollar-Forderungen.

 

Berlin, den 10. Mai 2023

Dr. Stefan Hofschen, Vorsitzender der Geschäftsführung, CEO

Christian Helfrich, Geschäftsführer, CFO

1 Der Begriff Bundesdruckerei-Gruppe steht für keine rechtliche Einheit, er dient vor allem der sprachlichen Vereinfachung und Abgrenzung von der reinen Muttergesellschaft Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin (im Folgenden kurz: Bundesdruckerei Gruppe GmbH). Er umfasst somit alle rechtlich eigenständigen, in Mehrheitsbesitz befindlichen Gesellschaften innerhalb des Konzerns: namentlich die Konzernmutter Bundesdruckerei Gruppe GmbH sowie die Tochtergesellschaften Bundesdruckerei GmbH, Berlin, (samt ihrer Tochtergesellschaften Maurer Electronics GmbH, München, und Maurer Electronics Split d.o.o, Split, Kroatien), D-Trust GmbH, Berlin, genua GmbH, Kirchheim bei München, iNCO Spółka z o.o., Wawrów, Polen, und Xecuro GmbH, Berlin.
2 eIDAS ist die Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im
Binnenmarkt und gilt seit dem 1. Juli 2016. Mit eIDAS ist beispielsweise eine elektronische Unterschrift erstmals auch ohne
Signaturkarte und Lesegerät möglich.
3 VS: Verschlusssachen.
4 Die Bundesdruckerei-Gruppe ermittelt ihre Plangröße EBIT als Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf den Goodwill, vor
Zinsen, vor Abschreibungen auf Finanzanlagen, vor Ertragsteuern und abzüglich sonstiger Steuern.
5 Cashflow = Änderung der Finanzmittelfonds 31. Dezember Vorjahr versus 31. Dezember Berichtsjahr.
6 Forschungs- und Entwicklungskosten werden inklusive anteiliger Personal- und Materialaufwendungen angegeben.
7 ICAO: International Civil Aviation Organization.
8 mDL: mobile Driving Licence.
9 ISO: International Organization for Standardization.
10 Mit dem Large-Scale-Pilot für die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) werden die Möglichkeiten einer digitalen
"Brieftasche" (englisch: Wallet) plastisch dargestellt und die Funktionalitäten und deren Mehrwert anhand von diversen
Anwendungsfällen demonstriert.
11 DMC: Datamatrix-Code.
12 DSGVO: Datenschutz-Grundverordnung.
13 SMC-B: Security Module Card - Basic.
14 SM-B: Security Module - Basic.
15 ONCE: ONline einfaCh anmeldEn.
16 LITES: Lifecycle Management und Technologiemodule für ID-Schemata auf Smartphones und mobilen Geräten.
17 SINA: Sichere Inter-Netzwerk-Architektur.
18 IWF: World Economic Outlook, Oktober 2021.
19 IWF: World Economic Outlook, Januar 2023.
20 IWF: World Economic Outlook, Oktober 2021.
21 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_022_611.html.
22 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/10/PD22_438_611.html.
23 Europäische Zentralbank: Pressemitteilung "Geldpolitische Beschlüsse" vom 15. Dezember 2022.
24 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Jahreswirtschaftsbericht 2023.
25 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Jahreswirtschaftsbericht 2023.
26 abwehrschirm/.
27 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Jahreswirtschaftsbericht 2023.
28 Statista: Reisen & Tourismus - weltweit.
29 https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/tourismus-nach-corona-alles-auf-resonanz/.
30 https://www.lurse.de/news/pressemitteilung/loehne-und-gehaelter-inflation-bringt-unternehmen-in-zugzwang/.
31 Ursprünglicher Einführungstermin 1. Januar 2022, dann Verschiebung auf den 1. Juli 2022, dann Aufhebung des
Einführungstermins.
32 Für interne Berichterstattung inklusive sonstiger Steuern und Avalgebühren.
33 Für interne Berichterstattung ohne Avalgebühren.
34 FFP2-Maske: Filtering Face Piece (=partikelfilternde Maske) der Schutzklasse 2.
35 Nach der sog. 3. EU-Führerscheinrichtlinie (Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über den Führerschein (ABl. L 107 vom 25. April 2015, S. 68)) sind bis zum 19.Januar 2033 alle vor dem 19.Januar 2013 ausgestellten Führerscheine umzutauschen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass alle in der EU noch im Umlauf befindlichen Führerscheine ein einheitliches Muster erhalten, das insbesondere aktuelle Anforderungen an die Fälschungssicherheit erfüllt.
36 Ursprünglicher Einführungstermin 1. Januar 2022, dann Verschiebung auf den 1. Juli 2022, dann Aufhebung des Einführungstermins.
37 Die Prüfung der Klimaneutralität war nicht Prüfungsgegenstand der Abschlussprüfung.
38 Vergleiche dazu die Studie eGovernment MONITOR 2021 der Initiative D21 und der Technischen Universität München, durchgeführt von Kantar.
39 https://www.bundesdruckerei.de/de/konzern/nachhaltigkeit.

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022
31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.614.227,00 4.015.492,35
2. Geschäfts- oder Firmenwert 784.415,98 1.417.529,42
3. Geleistete Anzahlungen 115.387,81 0,00
5.514.030,79 5.433.021,77
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 166.220.909,96 167.744.708,41
2. Technische Anlagen und Maschinen 70.267.220,90 78.131.908,80
3. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 53.161.526,89 33.678.148,04
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 50.904.584,62 29.097.413,48
340.554.242,37 308.652.178,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 8.037.588,39 3.427.820,83
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.200.000,00 0,00
357.305.861,55 317.513.021,33
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 45.410.195,40 36.185.919,62
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 65.220.287,54 43.215.530,24
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 21.610.053,42 22.879.822,31
4. Geleistete Anzahlungen 7.983.543,74 4.795.600,47
140.224.080,10 107.076.872,64
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 88.584.062,22 89.904.473,33
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 845.437,17 5.251.439,89
3. Sonstige Vermögensgegenstände 8.312.818,48 6.142.413,95
97.742.317,87 101.298.327,17
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 353.896.841,02 274.164.255,82
591.863.238,99 482.539.455,63
C. Rechnungsabgrenzungsposten 16.453.113,29 12.368.440,64
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 3.788,94 0,00
965.626.002,77 812.420.917,60

Passiva

31.12.2022
31.12.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 11.100.000,00 11.100.000,00
II. Kapitalrücklage 353.229.536,81 353.229.536,81
III. Verlustvortrag -2.837.233,14 -76.412.999,76
IV. Ausschüttung -20.000.000,00 -5.756.942,00
V. Konzernjahresüberschuss 128.890.580,73 79.332.708,62
VI. Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung -68.984,95 -58.845,18
470.313.899,45 361.433.458,49
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 147.395.528,15 151.450.793,52
2. Steuerrückstellungen 54.506,68 22.929.272,89
3. Sonstige Rückstellungen 194.422.172,62 179.748.182,69
341.872.207,45 354.128.249,10
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.647,18 12.129,81
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 68.567.036,34 25.322.976,83
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.274.352,32 29.642.756,20
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.308.336,41 2.513.309,93
5. Sonstige Verbindlichkeiten 13.796.171,21 17.992.911,79
120.958.543,46 75.484.084,56
D. Rechnungsabgrenzungsposten 32.481.352,41 21.375.125,45
965.626.002,77 812.420.917,60

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
1. Umsatzerlöse 907.184.388,21 773.996.139,01
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen oder unfertigen Erzeugnissen 16.651.325,43 9.900.070,34
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 3.301.569,56 5.664.294,42
927.137.283,20 789.560.503,77
4. Sonstige betriebliche Erträge 31.037.944,39 49.080.884,26
(davon Erträge aus Währungsumrechnung € 359.111,77; Vorjahr € 96.774,23)
958.175.227,59 838.641.388,03
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs -und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 118.641.334,91 130.497.609,02
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 68.548.626,33 58.578.806,84
187.189.961,24 189.076.415,86
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 245.175.765,89 203.936.258,89
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für die Unterstützung 49.177.684,34 49.714.661,41
(davon für Altersversorgung € 7.001.235,95; Vorjahr € 8.647.926,25)
294.353.450,23 253.650.920,30
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagemermögens und Sachanlagen 50.326.373,88 48.446.104,22
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 198.541.919,89 179.619.855,83
(davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung € 496.444,61; Vorjahr € 286.321,11)
227.763.522,35 167.848.091,82
9. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen -5.390.232,45 9.271.162,45
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 557.548,89 839.452,53
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 959.503,56 1.498.980,72
(davon aus Abzinsung € 173.909,58; Vorjahr € 1.093.283,02)
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 27.058.117,65
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 28.670.093,93 20.850.774,58
(davon aus Aufzinsung € 27.076.413,56; Vorjahr € 19.828.068,01)
-32.543.273,93 -36.299.296,53
14. Steuern vom Einkommen und Ertrag 65.743.314,68 51.795.676,44
(davon aus der Veränderung latenter Steuern € 0,00; Vorjahr € 0,00)
15. Ergebnis nach Steuern 129.476.933,74 79.753.118,85
16. Sonstige Steuern 586.353,01 420.410,23
17. Konzernjahresüberschuss 128.890.580,73 79.332.708,62

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2022

der Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin

A. Allgemeine Angaben

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin, (im Folgenden kurz: Bundesdruckerei Gruppe GmbH) als Mutterunternehmen hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen im Amtsgericht Charlottenburg unter der Nummer HRB 80443. Die Jahresabschlüsse der konsolidierten Tochtergesellschaften sowie der Konzernabschluss werden nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) in der aktuell gültigen Fassung und der im Konzernrechnungslegungshandbuch niedergeschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Das gezeichnete Kapital und die Rücklagen sowie der Ergebnisvortrag werden mit historischen Kursen umgerechnet. Entstehende Währungsdifferenzen werden mit dem kumulierten Wert in einem gesonderten Posten des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Vermögensgegenstände und Schulden der ausländischen Gesellschaften werden für die Konsolidierung zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Dabei auftretende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam behandelt.

Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und der Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag werden wie die anderen Aufwands- und Ertragsposten mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Der sich hieraus ergebende Unterschiedsbetrag wird ergebniswirksam erfasst.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung werden die Fristigkeiten und Davon-Angaben zu den Bilanzposten im Anhang erläutert.

B. Angaben zum Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind folgende Konzernunternehmen einbezogen worden:

Stammkapital der Gesellschaft
T€
Beteiligungsquote
%
Bundesdruckerei Gruppe GmbH (Konzernleitung)
Bundesdruckerei GmbH, Berlin (Bundesdruckerei GmbH) 11.100 100,0
D-Trust GmbH, Berlin (D-Trust) 100 100,0
iNCO Spółka z o. o., Wawrów, Polen (iNCO) 24 100,0
Maurer Electronics GmbH, München (Maurer) 70 100,0
Maurer Electronics Split d. o. o., Split, Kroatien (Maurer Split) 3 100,0
genua GmbH, Kirchheim bei München (genua) 50 100,0
Xecuro GmbH, Berlin (Xecuro) 1.000 100,0

Die Beteiligungsquote entspricht dem Anteil der Stimmrechte.

Als assoziierte Unternehmen wurden in den Konzernabschluss einbezogen:

Stammkapital der Gesellschaft
T€
Beteiligungsquote
%
Veridos GmbH, Berlin (Veridos) 1.00 1) 40,0
DERMALOG Identification Systems GmbH, Hamburg (Dermalog) 437 2) 22,4

1) gemäß HGB-Jahresabschluss vom 31. Dezember 2022

2) gemäß HGB-Jahresabschluss vom 31. Dezember 2021 - der Jahresabschluss 2022 liegt noch nicht vor

Die Beteiligungsquote entspricht dem Anteil der Stimmrechte.

Gemäß Joint Venture Vertrag vom 7. September 2017 erwarb die Bundesdruckerei Gruppe GmbH 11,1 % der Anteile an der Verimi. An den seither erfolgten Kapitalerhöhungen der Verimi hat die Gesellschaft nicht teilgenommen. Im Jahr 2022 wurde eine weitere Kapitalerhöhung auf 20.186 T€ beschlossen und im Juli 2022 ins Handelsregister eingetragen. An dieser Kapitalerhöhung beteiligte sich die Bundesdruckerei Gruppe GmbH nicht. Der Anteil am Stammkapital der Verimi beträgt zum 31. Dezember 2022 somit nur noch 0,7 %.

Das Eigenkapital der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:

Verimi GmbH, Berlin (Verimi) (Beteiligung zu 0,7 % ) 31.12.2021 1)
T€
31.12.2020
T€
Stammkapital 14.441 4.091
Eigenkapital 9.640 15.307
Jahresergebnis -95.048 -19.253

1) der Jahresabschluss 2022 liegt noch nicht vor

Aufgrund des Anteils von nur 0,7 % (Vorjahr: 1,0 %) kann die Bundesdruckerei Gruppe GmbH keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik der Verimi ausüben. Daher wird die Gesellschaft nicht als assoziiertes Unternehmen, sondern als Beteiligung in den Konzernabschluss einbezogen.

C. Konsolidierungsmethoden

Im Konzernabschluss wurde der Jahresabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH mit den Jahresabschlüssen der Tochterunternehmen, an denen die Bundesdruckerei Gruppe GmbH beteiligt ist, zusammengefasst. An die Stelle der Anteile der Bundesdruckerei Gruppe GmbH an den übrigen einbezogenen Unternehmen sind grundsätzlich in der Konzernbilanz die Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Bilanzierungshilfen der Tochterunternehmen getreten (Vollkonsolidierung, § 300 Abs. 1 HGB). Bei Zugängen zum Konsolidierungskreis bis zum 31. Dezember 2014 wurde die erstmalige Kapitalkonsolidierung der Tochtergesellschaften gemäß § 301 Abs. 1 Nr.1 HGB a. F. und § 307 HGB durchgeführt (Buchwertmethode auf den Zeitpunkt der erstmaligen Aufstellung des Konzernabschlusses bzw. auf den Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konsolidierungskreis). Bei Zugängen zum Konsolidierungskreis nach dem 31. Dezember 2014 wird die Erstkonsolidierung gemäß § 301 HGB nach der Neubewertungsmethode unter Berücksichtigung von latenten Steuern durchgeführt. Daraus resultierende Unterschiedsbeträge, die sich aus der Differenz zwischen den Beteiligungsansätzen und dem jeweiligen neubewerteten anteiligen Eigenkapital ergeben haben werden als Geschäfts- oder Firmenwerte bilanziert und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer gemäß § 309 Abs. 1 i.V.m. § 253 Abs. 3 S. 2 HGB und in Übereinstimmung mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 23 ergebniswirksam abgeschrieben.

Bei der Schuldenkonsolidierung gemäß § 303 HGB wurden Forderungen und Verbindlichkeiten gegeneinander aufgerechnet. Die Eliminierung von Abschreibungen auf materielle Vermögensgegenstände, die jeweils auf Lieferungen und Leistungen im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, führte zu einem Ertrag von 121 T€, der gemäß § 304 HGB erfolgswirksam erfasst wurde.

Die Aufwendungen und Erträge zwischen den konsolidierten Unternehmen wurden gemäß § 305 HGB verrechnet.

Die Erstkonsolidierung für die Unternehmen D-Trust, Bundesdruckerei GmbH und Maurer wurde auf den 31. Dezember 2000 vorgenommen.

Die iNCO wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2002 in den Konzernabschluss einbezogen. Die Erstkonsolidierung erfolgte auf Basis der Wertverhältnisse am Erwerbstag (5. November 1999).

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH erwarb mit Wirkung zum 1. August 2015 52 % der Geschäftsanteile an der genua. Die Erstkonsolidierung erfolgte auf Basis der Wertverhältnisse am Erwerbstag. In zwei weiteren Schritten wurden die übrigen 48 % Anteile der genua erworben, so dass die Bundesdruckerei Gruppe GmbH nunmehr 100 % der Anteile an der genua hält. Gemäß dem Wahlrecht des DRS 23 Tz.171 wurde die Aufstockung der Anteile als Kapitalvorgang gem. DRS 23 Tz. 175 abgebildet. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden somit nicht neu bewertet.

Die genua erwarb mit Wirkung zum 30. April 2019 100 % der Geschäftsanteile an der cognitix GmbH, Leipzig (im Folgenden kurz: cognitix). Die Erstkonsolidierung erfolgte auf Basis der Werteverhältnisse am Erwerbstag. Die cognetix wurde in 2019 mit der genua verschmolzen. Der Firmenwert wie auch die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Abschreibungen gezeigt. Die Nutzungsdauer von fünf Jahren wurde in Anlehnung an die erworbene Software, das erworbene Know-How sowie sich ergebende Synergieeffekte gewählt. Der Firmenwert der cognitix zum 30. April 2019 wurde mit 3.138 T€ ermittelt. Zum 31. Dezember 2022 besteht der Firmenwert (nach Abschreibung von 628 T€) in Höhe von 784 T€.

Die Maurer Split wurde per Gründungserklärung vom 27. Juni 2017 durch die Maurer gegründet. Die Maurer Split erbringt IT-Entwicklungsleistungen für die Maurer. Stille Reserven sind nicht vorhanden. Die das Stammkapital übersteigenden Anschaffungskosten wurden als Geschäftswert in Höhe von 52 T€ aktiviert und über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer wurde entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer des aktuellen Technologieknowhows bei der Gesellschaft gewählt. Im Geschäftsjahr wurden 6 T€ ergebniswirksam abgeschrieben. Der Firmenwert ist damit zum 31. Dezember 2022 in voller Höhe abgeschrieben.

Die in 2021 durch die Bundesdruckerei Gruppe GmbH gegründete Xecuro wird gem. § 300 HGB als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anschaffungskosten der Xecuro entsprechen dem Stammkapital, so dass kein Firmenwert besteht. Stille Reserven und Lasten sind nicht vorhanden.

Die folgenden Abgaben zu den assoziierten Unternehmen beziehen sich, sofern nicht abweichend angegeben, auf den 31. Dezember 2022:

Veridos GmbH DERMALOG Identification Systems GmbH
T€ T€
Buchwert im Bundesdruckerei Gruppe GmbH - Konzern 4.457 3.581
Anteiliges Eigenkapital 3.373 1) 3.581 2)
Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital 1.084 0
enthaltener Firmenwert 0 0

1) gemäß HGB-Jahresabschluss vom 31. Dezember 2022

2) gemäß HGB-Konzernabschluss vom 31. Dezember 2021 - Konzernabschluss 2022 liegt noch nicht vor

Die Anteile der Dermalog wurden nach § 312 Abs. Nr. 1 HGB erstmals in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012, rückwirkend zum 30. Juni 2012, einbezogen. Für die Fortentwicklung des Wertansatzes der Beteiligung um die Eigenkapitalveränderungen des jeweiligen Jahres gemäß § 312 Abs. 4 i.V.m. Abs. 6 Satz 1 HGB wird für die Dermalog der letzte vorliegende HGB-Konzernabschluss der Gesellschaft zugrunde gelegt. Dies war der HGB-Konzernabschluss vom 31. Dezember 2021.

Die Anteile an der Veridos wurden nach § 312 Abs. 1 HGB erstmals in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015, rückwirkend zum 1. Januar 2015, einbezogen. Gemäß Vertrag vom 21. Mai 2014 zuletzt geändert mit 2. Nachtrag vom 22. Dezember 2014, führen die Giesecke & Devrient GmbH, München, und die Bundesdruckerei Gruppe GmbH die Gesellschaft als Joint Venture. Für die Fortentwicklung des Wertansatzes der Beteiligung um die Eigenkapitalveränderungen des jeweiligen Jahres gemäß § 312 Abs. 4 i.V.m. Abs. 6 Satz 2 HGB wird für die Veridos das auf HGB-Bewertungsmethoden angepasste Ergebnis des jeweils letzten vorliegenden IFRS-Konzernabschlusses der Gesellschaft zugrunde gelegt (anteiliges Ergebnis zum 31. Dezember 2022: -8.259 T€). Ändert sich aufgrund von verhältniswahrenden Kapitalmaßnahmen bei der Veridos das der Bundesdruckerei Gruppe GmbH zuzurechnende anteilige Eigenkapital, wird dies erfolgsneutral bei der Fortschreibung des Wertansatzes der Beteiligung berücksichtigt. Ändert sich das der Bundesdruckerei Gruppe GmbH zuzurechnende anteilige Eigenkapital der Veridos aufgrund von nicht-verhältniswahrenden Kapitalmaßnahmen, wird dies erfolgswirksam bei der Fortschreibung des Wertansatzes der Beteiligung berücksichtigt. Im Falle eines negativen Equity-Werts, werden eigenkapitalähnliche Posten, wie z.B. ausgegebene langfristige, unbesicherte Darlehen, bei der Fortschreibung einbezogen.

D. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen wurden auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Die Bilanzierung und Bewertung im Rahmen der einbezogenen Jahresabschlüsse erfolgt einheitlich nach den von der Bundesdruckerei Gruppe GmbH angewandten Methoden (§ 308 HGB). Das gleiche Vorgehen wird für die assoziierten Unternehmen im Inland angewandt.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sind mit einer Ausnahme gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Ausnahme betrifft die im Geschäftsjahr dem erstmalig anzuwendenden IDW Rechnungslegungshinweis FAB 1.021 bezüglich der Bewertung der Rückdeckungsversicherung.

Vom Ansatzwahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gemäß § 248 Abs. 2 S. 1 HGB wird nicht Gebrauch gemacht.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer wurden im Allgemeinen drei bis fünf Jahre bzw. die jeweilige Lizenzvertragsdauer zugrunde gelegt.

Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, sowie gegebenenfalls vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Nutzungsdauer wird unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Lebenszyklen der mit den erworbenen Unternehmen in Zusammenhang stehenden Produkten und Know-How bestimmt.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen angesetzt. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die Herstellungskosten enthalten gemäß § 255 Abs. 2 HGB Einzel- und Gemeinkosten für Material und Fertigung. Nach dem Investitionszulagengesetz gewährte Investitionszulagen werden, soweit sie zurückliegende Jahre betreffen, nicht in Abzug gebracht, sondern sofort ertragswirksam vereinnahmt.

Die Abschreibungsdauer entspricht der branchenüblichen bzw. betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken werden zwischen zwei und 50 Jahre, Technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen einem und 25 Jahren abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert über 250 € und bis zu 800 € werden als Anlagen erfasst und im Jahr des Zugangs komplett abgeschrieben.

Für mehrschichtige Nutzung von Produktionsmaschinen werden Abschreibungszuschläge vorgenommen.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen sind mit dem aus der Konsolidierung resultierenden Wertansatz oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Beteiligungen und Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sind mit den Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die fertigen und unfertigen Leistungen und Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden Wert bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Handelswaren werden mit Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei allen Vorräten werden, sofern notwendig, auch Gängigkeitsabschläge vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennbetrag bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten und der Kassenbestand sind zum Nennwert angesetzt. Risiken bei den Forderungen wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung von 1 % auf nicht einzelwertberichtigte Nettoforderungen gebildet. Die Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand wurden dabei nicht mit einbezogen.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Auszahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Für bestehende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden passive latente Steuern angesetzt, sofern sich beim Abbau dieser Differenzen insgesamt eine Steuerbelastung ergibt. Resultiert insgesamt eine Steuerentlastung, werden aktive latente Steuern nicht angesetzt. Führen Konsolidierungsmaßnahmen zu Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen und bauen sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ab, so wird für eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung eine passive latente Steuer und für eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung eine aktive latente Steuer angesetzt.

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage sind mit dem Nennwert angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach der projizierten Einmalbetragsmethode (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln Heubeck 2018G bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden gemäß § 253 Abs. 2 S. 1 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der verwendete Zinssatz von 1,78 % (Vorjahr: 1,87 %) entspricht dem im Januar 2023 final von der Deutschen Bundesbank für den 31. Dezember 2022 veröffentlichten Satz. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wurden durchschnittliche jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 % bzw. 1,25 % für Beamte, Rentensteigerungen von jährlich durchschnittlich 2,25 % zugrunde gelegt, sowie eine Fluktuation in Höhe von durchschnittlich 5 % p. a. unterstellt.

Die Bundesdruckerei-Gruppe gewährt ihren Arbeitnehmern sowie deren Hinterbliebenen beim Eintritt bestimmter Ereignisse Leistungen nach Maßgabe von Altersversorgungszusagen und ähnlichen Verpflichtungen. Zur Insolvenzsicherung der Altersversorgungszusagen und zur Schaffung von Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB übertrug die Bundesdruckerei-Gruppe Vermögen auf den Metzler Trust e.V. mit der Maßgabe, dass dieser das übertragene Vermögen treuhänderisch für die Bundesdruckerei-Gruppe und für die Berechtigten für den Sicherungsfall hält und von einer konzessionierten Bank als depotführende Stelle verwalten und verwahren lässt (Contractual Trust Arrangement (CTA)).

Das Fondsvermögen des CTA zum 31. Dezember 2022 besteht aus einem von einem Bankhaus verwalteten Spezialfonds. Der Anteilswert (Zeitwert) ergibt sich aus dem Zeitwert von börsennotierten Anlagen.

Die Verpflichtungen aus Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet.

Die Bewertung der zweckgebundenen, verpfändeten und insolvenzgesicherten Rückdeckungsversicherungen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der bei einem Teil der Rückdeckungsversicherungen dem steuerlichen Aktivwert entspricht. Bei der Bewertung der Rückdeckungsversicherungen wurde der zwingend im Geschäftsjahr 2022 erstmalig anzuwendende IDW Rechnungslegungshinweis FAB 1.021 berücksichtigt. Der Ansatz der unter den Rechnungslegungshinweis fallenden Rückdeckungsversicherungen folgt dem Primat der Passivseite. Der Effekt aus der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungshinweises wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.

Die Gesellschaft erfasst erfolgswirksame Änderungen des Abzinsungssatzes, Erträge und Aufwendungen aus der Abzinsung, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens und laufende Erträge bzw. Aufwände des Deckungsvermögens saldiert im Finanzergebnis.

Die Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Gesellschaft gewährt ihren Arbeitnehmenden die Möglichkeit zum Aufbau von Wertguthaben für bezahlte Freistellungen durch Umwandlung von Entgeltbestandteilen (Zeitwertkonten). Die Rückstellungen für Zeitwertkonten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt, der auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach der projizierten Einmalbetragsmethode (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln Heubeck 2018G ermittelt wird. Die Ermittlung des Erfüllungsbetrages erfolgt unter Verwendung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre bei einer angenommenen durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren gem. § 253 Abs. 2 S. 1 HGB. Der verwendete Zinssatz von 1,44 % entspricht dem im Januar 2023 final von der Deutschen Bundesbank für den 31. Dezember 2022 veröffentlichten Satz. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Zeitwertkonten wurden eine Verzinsung der aufgelaufenen Kontostände von 3 % sowie eine Fluktuation in Höhe von durchschnittlich 5 % p. a. unterstellt.

Zur Insolvenzsicherung der Ansprüche der Berechtigten aus dem Zeitwertkontenguthaben und zur Schaffung von Deckungsvermögen gem. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB übertrug die Bundesdruckerei-Gruppe Vermögen auf den Metzler Trust e.V. mit der Maßgabe, dass dieser das übertragene Vermögen treuhändisch für die Bundesdruckerei-Gruppe und für die Berechtigten für den Sicherungsfall hält und von einer konzessionierten Bank als depotführende Stelle verwalten und verwahren lässt (Contractual Trust Arrangement für Zeitwertkonten; im Folgenden kurz: CTA für Zeitwertkonten).

Das Fondsvermögen des CTA für Zeitwertkonten zum 31. Dezember 2022 besteht aus einem von einem Bankhaus verwalteten Spezialfonds. Der Anteilswert (Zeitwert) ergibt sich aus dem Zeitwert von börsennotierten Anlagen.

Die Verpflichtungen aus Zeitwertkonten werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung dieser Verpflichtungen dienen und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet. Im Fall einer Überdeckung der Verpflichtungen aus Zeitwertkonten durch das Deckungsvermögen erfolgt der Ansatz der Überdeckung in einem gesonderten Posten als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Die Gesellschaft erfasst erfolgswirksame Änderungen des Abzinsungssatzes, Erträge und Aufwendungen aus der Abzinsung, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens und laufende Erträge bzw. Aufwendungen des Deckungsvermögens saldiert im Finanzergebnis.

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt, der versicherungsmathematisch unter Verwendung des einer angenommenen durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre gem. § 253 Abs. 2 S. 1 HGB ermittelt wird. Der verwendete Zinssatz von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %) entspricht dem im Januar 2023 final von der Deutschen Bundesbank für den 31. Dezember 2022 veröffentlichten Satz.

In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Freistellungsverpflichtungen gegenüber den Versorgungsschuldnern enthalten. Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Berechnungsgrundsätzen wie bei den Pensionsrückstellungen. Die Freistellungsverpflichtungen werden jedoch mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Der verwendete Zinssatz von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %) entspricht dem im Januar 2023 final von der Deutschen Bundesbank für den 31. Dezember 2022 veröffentlichten Satz.

Die weiteren sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit oder einer ursprünglichen Laufzeit von genau einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Ebenso werden hier erhaltene private Investitionszuschüsse ausgewiesen, welche für die Anschaffung und bestimmungsgemäße Verwendung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gewährt worden sind. Die ertragswirksame Auflösung erfolgt linear über den Zeitraum der bestimmungsgemäßen Verwendung.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Bilanzposten werden zum Stichtag gemäß § 256a HGB wie folgt bewertet:

Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Dies gilt grundsätzlich auch für kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger).

Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Werden Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen mit Finanzinstrumenten gegen Wert- oder Zahlungsstromänderungen abgesichert, erfolgt eine Zusammenfassung zu Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB. Die bilanzielle Abbildung erfolgt hierbei nach der Einfrierungsmethode.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB erstellt.

In der Kapitalflussrechnung wurde für die Darstellung der Zahlungsströme aus laufender Geschäftstätigkeit die indirekte Methode der Darstellung gewählt.

E. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz ausgewiesenen Anlageposten und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr sind in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Es handelt sich neben fortgeführten Anschaffungskosten für EDV-Software und Lizenzen sowie geleisteten Anzahlungen im Wesentlichen mit 784 T€ um Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung. Die Firmenwerte wurden im Berichtsjahr mit 633 T€ ergebniswirksam abgeschrieben (Vorjahr: 638 T€).

Forderungen gegen die Gesellschafterin

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH unterhält vielfältige Beziehungen zu ihrer Gesellschafterin Bundesrepublik Deutschland und zu anderen von der Bundesrepublik Deutschland unmittelbar oder mittelbar kontrollierten Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen bestehen jeweils unmittelbar zu den einzelnen Behörden und sonstigen Stellen als voneinander unabhängige Einzelkunden. Es bestehen Forderungen gegen die Gesellschafterin Bundesrepublik Deutschland in Höhe von 27.240 T€ (Vorjahr: 38.583 €). Diese werden in der Bilanzposition Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Fristigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 88.584 89.904
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 845 5.251
Sonstige Vermögensgegenstände Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 5.485 3.328
Sonstige Vermögensgegenstände Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 2.828 2.815
Summe 97.742 101.298

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, setzen sich zusammen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 559 T€ (Vorjahr: 3.955 T€) und sonstigen Forderungen in Höhe von 286 T€ (Vorjahr: 1.296 T€).

Latente Steuern

Die aktivischen und passivischen latenten Steuern ergeben sich aus Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden bei der Bundesdruckerei Gruppe GmbH sowie ihrer Beteiligungen Bundesdruckerei GmbH, D-Trust, Maurer und genua für folgende Bilanzpositionen:

Bilanzposten für aktive latente Steuern 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Sachanlagen/Immaterielle Vermögensgegenstände 371 131
Pensionsrückstellungen 52.887 54.252
Sonstige Rückstellungen 20.919 22.664
Sonstige 8.494 8.508
Aktive latente Steuer 82.671 85.554
Bilanzposten für passive latente Steuern
Sachanlagen 12.314 11.696
Pensionsrückstellungen 11.127 13.493
Passive latente Steuer 23.441 25.190
Aktivischer Überhang 59.230 60.364

Die Bewertung erfolgte mit einem kombinierten Steuersatz (für Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer inkl. Solidaritätszuschlag) in Höhe von 30,2 %.

Die aktiven latenten Steuern sinken im Geschäftsjahr 2022 um 2.883 T€ auf 82.671 T€. Die passiven latenten Steuern sinken um 1.749 T€ auf 23.441 T€, so dass sich der aktivische Überhang um 1.134 T€ auf 59.230 T€ verringert.

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist dem Konzernabschluss beigefügt.

Das gezeichnete Kapital beträgt 11.100 T€ und wird seit dem 8. Oktober 2009 vollständig von der Bundesrepublik Deutschland gehalten.

Gemäß Gesellschafterbeschluss vom 1. Dezember 2011 erfolgte eine sonstige Zuzahlung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von 260.000 T€. Die Kapitalrücklage erhöhte sich damit auf 359.900 T€. Nach Berücksichtigung der Aufstockung von Anteilen an der genua im Geschäftsjahr 2018 und 2020, welche in Ausübung des Wahlrechts gemäß DRS 23 Tz. 171 ff als Kapitalvorgang gemäß DRS 23 Tz. 175 abgebildet wurden, reduzierte sich die Kapitalrücklage auf nunmehr 353.230 T€.

Pensionsrückstellungen

Mit dem Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen in Höhe von 326.414 T€ wurde Deckungsvermögen, im Wesentlichen bestehend aus einem zur Insolvenzsicherung an einen Trust übertragenen Vermögen und Rückdeckungsversicherungen, von insgesamt 179.018 T€ (Anschaffungskosten 187.135 T€) gemäß § 246 Abs.2 S. 2 HGB verrechnet. Die Pensionsrückstellungen belaufen sich nach der Verrechnung auf 147.396 T€. Das verrechnete Deckungsvermögen erzielte Aufwendungen aus Zinsen, Dividenden und Kursentwicklung in Höhe von 17.338 T€, die mit dem laufenden Zinssaufwand der Pensionsrückstellung in Höhe von insgesamt 9.259 T€ verrechnet wurden. Der Saldo wird unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen. Der laufende Zinsaufwand der Pensionsrückstellung setzt sich zusammen aus dem Zinsaufwand des Jahres für die Aufzinsung der Pensionsverpflichtung sowie dem Zinsaufwand welcher aufgrund der Änderung des maßgeblichen Zinssatzes zur Bewertung der Pensionsrückstellungen entsteht.

Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 S. 3 HGB aus der Bewertung der Pensionsverpflichtung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn Jahren und dem durchschnittlichen Marktzins von sieben Jahren (1,44 %; Vorjahr: 1,35 %) beträgt im Konzern 12.903 T €.

Von den Pensionsverpflichtungen entfallen 6.419 T€ (Vorjahr: 6.407 T€) auf ehemalige Geschäftsführer.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Bei der Muttergesellschaft Bundesdruckerei Gruppe GmbH ergibt sich ein Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB aus der Bewertung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzins von zehn Jahren und dem durchschnittlichen Marktzins von sieben Jahren in Höhe von 7.765 T€. Aufgrund von ausreichend vorhandenen frei verfügbaren Rücklagen besteht für diesen Betrag zum 31. Dezember 2022 keine Ausschüttungssperre.

Der Unterschiedsbetrag aus dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Deckungsvermögens und dessen Anschaffungskosten ist in Höhe von 5.360 T€ negativ und unterliegt daher keiner Gewinnabführungssperre nach § 301 AktG i.V. mit § 268 Abs. 8 HGB.

Sonstige Rückstellungen

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Kunden- und Projektbezogene Risiken 122.320 110.567
Sonstige Personalrückstellungen 44.200 39.800
Freistellungsverpflichtungen 22.394 23.286
Sonstige Risiken 5.509 6.011
Abfindung Vorruhestand 0 85
Summe 194.422 179.748

In den sonstigen Rückstellungen wurde mit den Freistellungsrückstellungen das zur Insolvenzsicherung an einen Trust übertragene Vermögen in Höhe von 1.342 T€ (Anschaffungskosten 1.411 T€) gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag von 23.736 T€ verrechnet. Das verrechnete Deckungsvermögen enthält Aufwendungen aus Zinsen, Dividenden und Kursentwicklung in Höhe von 133 T€ die mit dem Aufzinsungsaufwand der Freistellungsrückstellung (10 T€) im Finanzergebnis verrechnet wurden. Der Saldo wird unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Freistellungsverpflichtungen betragen nach Verrechnung 22.394 T€.

In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Zeitwertkonten enthalten. Der Erfüllungsbetrag für die Verpflichtung aus Zeitwertkonten in Höhe von 2.164 T€ wurde mit dem zur Insolvenzsicherung an einen Trust übertragene Vermögen (CTA für Zeitwertkonten) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Der Zeitwert des CTA für Zeitwertkonten in Höhe von 2.167 T€ (Anschaffungskosten 2.157 T€) übersteigt in Höhe von 3 T€ den Wert der Verpflichtungen, so dass es zum Ansatz eines aktiven Unterschiedsbetrages aus der Vermögensverrechnung gem. §246 Abs. 2 S. 3 HGB kommt. Die Rückstellungen aus Zeitwertkonten belaufen sich nach der Verrechnung auf 0 T€.

Zinsaufwand aus den Rückstellungen für Zeitwertkonten besteht im Geschäftsjahr nicht. Entsprechend wurden keine Zinsaufwendungen mit den Aufwendungen des verrechneten Deckungsvermögens in Höhe von 35 T€ aus Kursentwicklung, Dividenden und Verzinsung verrechnet.

Verbindlichkeiten

Die Fälligkeit der Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 13 12
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 68.567 25.323
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 36.102 29.471
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 172 172
davon Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 2.308 2.513
Sonstige Verbindlichkeiten Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 13.696 17.921
davon aus Steuern 10.072 14.782
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 100 72
Summe 120.959 75.484

Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin

Die Bundesdruckerei-Gruppe unterhält vielfältige Beziehungen zu ihrer Gesellschafterin Bundesrepublik Deutschland und zu anderen von der Bundesrepublik Deutschland unmittelbar oder mittelbar kontrollierten Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen bestehen jeweils unmittelbar zu den einzelnen Behörden und sonstigen Stellen als voneinander unabhängige Einzelkunden. Es bestehen im Berichtsjahr keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 2 T€). Weiterhin bestehen Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen in Höhe von insgesamt 65.330 T€ (Vorjahr: 24.088 T€).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren wie im Vorjahr ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen.

Derivate

Im Rahmen des internationalen Geschäfts besteht zum 31. Dezember 2022 ein Vertrag, der in Fremdwährung abgeschlossen wurde. Gegen die damit verbundenen Währungsrisiken erfolgt eine Absicherung durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Art, Umfang und Zweck Buchwert Bilanzposten Beizulegender Marktwert Bewertungsmethode
Acht Devisentermingeschäfte zur Währungssicherung von 5.160,1 TUSD 0 - EUR - 115.808,49 Fair Value Methode

Sicherungsgeschäfte (Angabe gemäß § 285 Nr. 23 HGB)

Angaben zu Bewertungseinheiten:

Devisensicherung
Gesicherte Grundgeschäfte/ Erwartete Transaktionen USD-Forderungen aus Liefer- und Leistungsvertrag, dessen Erfüllung zu 100 % erwartet wird
Gesicherte Beträge 5.160.179,84 USD werden zu 4.644.762,62 EUR gesichert.
Umfang der Absicherung 100 % der erwarteten Forderungen
Sicherungsinstrument Devisentermingeschäft und Devisenswap
Abgesichertes Risiko Sicherung Währungsrisiko USD-EUR; Vermeidung des Cashflow-Risikos durch negative Auswirkungen der Währungsentwicklung während der Laufzeit
Art der Bewertungseinheit Mikro-Hedge
Höhe des abgesicherten Risikos zum Bilanzstichtag 5.160.179,84 USD werden zu 4.644.762,62 EUR gesichert. Im Vergleich der ursprünglichen Sicherungskurse mit der Bewertung der Terminkurse entsteht der Bundesdruckerei Gruppe GmbH zum 31. Dezember 2022 ein Restrisiko in Höhe des Marktwertes von - 115.808,49 EUR
Grund für die Absicherung des Risikos Durch den Einsatz der Sicherungsinstrumente erfolgt eine Fixierung des Währungskurses unabhängig von den Risiken der Kursveränderungen, wodurch Zahlungseingänge aus USD-Forderungen sicher prognostizierbar sind. Dabei werden das gleichlaufende USD-Grundgeschäft (Vertrag) mit dem gleichlaufenden USD-Sicherungsgeschäft (Devisenkurssicherung) währungsidentisch (USD) und zeitidentisch (Vertragslaufzeit) ausgestaltet.
Zeitraum der Absicherung April 2017 bis Dezember 2024
Methode zur Ermittlung der Effektivität der Sicherungsbeziehung Critical Terms Match Methode zum Abgleich der bewertungsrelevanten Parameter zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft

F. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

2022
T€
2021
T€
Inland 869.633 734.841
Europa 36.364 37.920
Übriges Ausland 1.187 1.235
Summe 907.184 773.996

Die Umsätze entfallen auf folgende Bereiche:

2022
T€
2021
T€
German ID-Systems (GID) 489.130 363.623
Secure Digitalisation Solutions (SDS) 241.563 215.961
Credential Management Systems (CMS) 112.272 130.352
Value Printing (VP) 62.735 62.300
Infrastructure & Services (I&S) 1.484 1.760
Summe 907.184 773.996

Sonstige betriebliche Erträge

Die Sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

2022
T€
2021
T€
Periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 18.763 30.853
Erträge aus dem Verbrauch von Rückstellungen 6.442 11.402
Erträge aus Fördergeldern 2.021 1.246
Sonstige periodenfremde Erträge 999 868
Andere sonstige betriebliche Erträge 2.813 4.712
Summe 31.038 49.081

Abschreibungen

In den Abschreibungen sind unter anderem Abschreibungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung (633 T€, Vorjahr: 638 T€) enthalten. Weiterhin werden außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 S.5 HGB in Höhe von 289 T€ ausgewiesen, welche im Wesentlichen auf technische Anlagen und Maschinen entfallen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen:

2022
T€
2021
T€
Instandhaltung 31.241 30.222
fremde Personalkosten 25.249 18.113
Versandkosten 23.865 14.523
Beratungskosten inkl. Forschung und Entwicklung 22.521 23.067
Zuführung zu Rückstellungen 11.171 2.069
Infrastrukturkosten 9.468 9.012
Forderungsverluste und andere periodenfremde Aufwendungen 3.900 1.793
Aufwand für Garantieleistungen 2.107 21.184
Andere sonstige betriebliche Aufwendungen 69.020 59.637
Summe 198.542 179.620

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Es handelt sich im Wesentlichen um Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer. Aus Konsolidierungsmaßnahmen ergaben sich keine latenten Steuern.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2022 (353.884 T€) beinhaltet den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (353.897 T€) sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (13 T€).

G. Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Haftungsverhältnisse

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

bis zu 1 Jahr
T €
mehr als 1 Jahr
T €
davon mehr als 5 Jahre
T €
Summe
T€
Bestellobligo 142.681 26.514 1 169.195
Mietverträge 7.461 33.673 4.574 41.134
Summe 150.142 60.187 4.575 210.329

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellten sich zum 31.12.2021 wie folgt dar:

bis zu 1 Jahr
T €
mehr als 1 Jahr
T €
davon mehr als 5 Jahre
T €
Summe
T€
Bestellobligo 110.353 15.611 2.500 125.964
Mietverträge 7.476 26.511 3.338 33.987
Gebäudeleasing 1.499 250 0 1.749
Summe 119.328 42.372 5.838 161.700

Zum 31. Dezember 2022 ergeben sich Haftungsverhältnisse gegenüber Kreditinstituten aus der Inanspruchnahme von Avalen in Höhe von insgesamt 15,0 Mio. € (Vorjahr: 5,8 Mio.). Das Risiko einer Inanspruchnahme wird derzeit als gering eingeschätzt, da die Bundesdruckerei Gruppe GmbH aus heutiger Sicht in der Lage sein wird, allen ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Auf Basis des Joint Venture Vertrages mit Giesecke & Devrient GmbH, München, bestehen in Zusammenhang mit der Veridos Eventualverbindlichkeiten der Bundesdruckerei Gruppe GmbH in Höhe von 45,0 Mio. € aus Gesellschaftersicherheiten. Aufgrund der finanziellen Verhältnisse bei der Veridos existieren zur Zeit weiterhin keine Hinweise, dass die Bundesdruckerei Gruppe GmbH aus diesen Titeln in Anspruch genommen wird.

H. Sonstige Angaben

Mitarbeitende

Zum Bilanzstichtag waren 3.839 (Vorjahr: 3.338) Mitarbeitende (inklusive Verbeamtete, ohne Auszubildenden, Werkstudierende und Personen, die ein Praktikum absolvieren) angestellt. Weiterhin waren zum Bilanzstichtag 60 Auszubildende sowie 112 Werkstudierende und Personen, die ein Praktikum absolvieren, beschäftigt.

2022 Durchschnitt 4 Quartale 2021 Durchschnitt 4 Quartale
Arbeiter 791 771
Angestellte 2.872 2.466
Verbeamtete 1 1
Summe 3.664 3.238
Auszubildende 59 59
Werkstudierende und Personen, die ein Praktikum absolvieren 108 94
Gesamtsumme 3.830 3.390

Im Konzernverbund sind 13 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer angestellt.

Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB zu dem berechneten Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers

Die Honorare des Abschlussprüfers entfallen auf folgende Leistungen:

2022
T€
2021
T€
Abschlussprüfungsleistungen 667 589
davon für Vorjahre 30 2
Andere Bestätigungsleistungen 54 61
Steuerberatungsleistungen 68 58
Sonstige Leistungen 181 124
Summe 970 831

Geschäftsführ ung

 

Dr. Stefan Hofschen, Iffeldorf, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO)

 

Christian Helfrich, München, Geschäftsführer (CFO)

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung gliedern sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Festgehalt
EUR
Sonstige Bezüge
EUR
Variable Vergütung
EUR
Variable langfristige Vergütung *
EUR
Summe
EUR
Pensionsaufwand
EUR
Dr. Stefan Hofschen 330.000,00 67.337,70 428.000,00 125.000,00 950.337,70 85.000,00
Christian Helfrich 243.450,00 13.216,80 291.500,00 63.050,00 611.216,80 75.250,00

*Geschäftsführer Dr. Stefan Hofschen:

Maßgeblich für die Entstehung und Höhe eines Long-Term-Incentive (LTI) Anspruchs ist die Wertentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe während jeweils dreier Geschäftsjahre. Die Wertentwicklung wird anhand eines EVA-Konzeptes (Economic Value Added) ermittelt. Der nunmehr auszuzahlende und auf das Dienstjahr 2020 entfallende LTI bemisst sich nach der Wertentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe während der Geschäftsjahre 2020 bis 2022. Entsprechend den vertraglichen Regelungen ist zudem ein Abschlag in Höhe von 50.000,00 € durch die Bundesdruckerei Gruppe GmbH auf den LTI zu leisten, dessen Dreijahreszeitraum noch nicht abgeschlossen ist.

*Geschäftsführer Christian Helfrich:

Maßgeblich für die Entstehung und Höhe eines Long-Term-Incentive (LTI) Anspruchs ist die Wertentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe während jeweils dreier Geschäftsjahre. Die Wertentwicklung wird anhand eines EVA-Konzeptes (Economic Value Added) ermittelt. Der nunmehr auszuzahlende und auf das Dienstjahr 2020 entfallende LTI bemisst sich nach der Wertentwicklung der Bundesdruckerei-Gruppe während der Geschäftsjahre 2020 bis 2022. Entsprechend den vertraglichen Regelungen ist zudem ein Abschlag in Höhe von 30.050,00 € durch die Bundesdruckerei Gruppe GmbH auf den LTI zu leisten, dessen Dreijahreszeitraum noch nicht abgeschlossen ist.

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung setzten sich im Vorjahr wie folgt zusammen:

Festgehalt
EUR
Sonstige Bezüge
EUR
Variable Vergütung
EUR
Variable langfristige Vergütung *
EUR
Summe
EUR
Pensionsaufwand
EUR
Dr. Stefan Hofschen 310.000,08 61.009,39 402.000,00 90.000,00 863.009,47 85.000,00
Christian Helfrich 238.000,08 12.916,80 260.000,00 55.000,00 565.916,88 70.000,00

Die Versorgungsbezüge der ehemaligen Geschäftsführer betrugen im Berichtsjahr 387 T€ (Vorjahr: 382 T€).

Ergebnisverwendung

Es ist vorgesehen einen Betrag in Höhe von 14.109.417,00 € auszuschütten.

Aufsichtsrat

Anteilseignervertretung

 

Prof. Willi Berchtold, Überlingen (Vorsitzender)

Kaufmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Cuatrob GmbH

 

Dr. Kai Beckmann, Darmstadt

Mitglied der Geschäftsleitung, CEO Performance Materials der Merck KGaA

 

Prof. Dr. Claudia Eckert, München

Professorin an der TU München, Lehrstuhl für Sicherheit in der Informatik;

Direktorin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC)

 

Barbara Kluge, Berlin

Ständige Vertretung des Abteilungsleiters CI - Cyber- und Informationssicherheit,

Bundesministerium des Innern und für Heimat

 

Stefan Ramge, Berlin

Ministerialdirektor im Bundesministerium der Finanzen

 

Petra von Wick, Berlin

Ministerialdirigentin im Bundesministerium der Finanzen

Arbeitnehmervertretung

 

Marcus Pfaff, Berlin (stellvertretender Vorsitzender)

Betriebsrats- & Konzernbetriebsratsvorsitzender der Bundesdruckerei GmbH

 

Sonja Jung, München

IT-Consultant, genua GmbH

 

Kirsten Langen, Berlin

Senior Marketing Manager, Bundesdruckerei GmbH

 

Rachel Marquardt, Berlin

Gewerkschaftssekretärin Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

 

Alfons Paus, Berlin

Gewerkschaftssekretär Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

 

Dirk Straßburger, Berlin

Senior Vice President Finance & Purchasing, Bundesdruckerei GmbH

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates ohne Spesen und Reisekosten in Höhe von 95 T€ (Vorjahr: 102 T€) setzen sich wie folgt zusammen (Ausweis erfolgt brutto):

Aufsichtsrat Jahresvergütung
Sitzungsgelder
Prof. Willi Berchtold 16.660,00 1.904,00
Dr. Kai Beckmann 8.000,00 1.400,00
Prof. Dr. Claudia Eckert 6.000,00 800,00
Barbara Kluge 0,00 0,00
Stefan Ramge 6.000,00 1.200,00
Petra von Wick 6.000,00 1.400,00
Marcus Pfaff 9.000,00 1.200,00
Sonja Jung 6.000,00 600,00
Kirsten Langen 6.000,00 1.400,00
Rachel Marquardt 6.000,00 400,00
Alfons Paus 6.000,00 1.000,00
Dirk Straßburger 6.000,00 1.800,00
Summe 81.660,00 13.104,00

Konzernabschluss

Der von der Bundesdruckerei Gruppe GmbH für den größten und den kleinsten Unternehmenskreis aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 ist beim Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de) erhältlich.

Befreiung von Tochterunternehmen von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches

Die nachfolgenden Tochterunternehmen beabsichtigen, von der Möglichkeit des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch zu machen, und ihren Jahresabschluss nicht offenzulegen: Bundesdruckerei GmbH, Maurer, D-Trust, genua und Xecuro.

Nachtragsbericht

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, haben sich nicht ergeben.

 

Berlin, den 10 Mai 2023

Dr. Stefan Hofschen, Vorsitzender der Geschäftsführung, CEO

Christian Helfrich

Geschäftsführer, CFO

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2022
Zugänge
Umbu - chungen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 46.472.713,04 2.865.886,58 56.787,52
2. Geschäfts- oder Firmenwert 831.933.171,44 0,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 108.787,81 6.600,00
878.405.884,48 2.974.674,39 63.387,52
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 255.330.918,15 4.151.197,18 9.964,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 345.618.844,60 13.082.478,35 3.861.211,47
3. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 122.066.813,24 34.160.993,78 3.639.926,39
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 29.804.710,82 29.663.172,00 -7.574.490,18
752.821.286,81 81.057.841,31 -63.387,52
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 3.427.820,83 12.868.567,56 0,00
2. Beteiligungen 5.161.082,55 0,00 0,00
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 27.058.117,65 3.200.000,00 0,00
35.647.021,03 16.068.567,56 0,00
1.666.874.192,32 100.101.083,26 0,00
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Abgänge
Währungsdifferenzen
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.643.062,21 -5.416,74 39.746.908,19
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 831.933.171,44
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 115.387,81
9.643.062,21 -5.416,74 871.795.467,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.172.734,37 -2.657,13 258.316.688,63
2. Technische Anlagen und Maschinen 50.112.002,27 -11.611,25 312.438.920,90
3. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.603.152,45 -4.267,80 136.260.313,16
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 353.606,86 0,00 51.539.785,78
75.241.495,95 -18.536,18 758.555.708,47
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 8.258.800,00 0,00 8.037.588,39
2. Beteiligungen 0,00 0,00 5.161.082,55
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.000.000,00 0,00 22.258.117,65
16.258.800,00 0,00 35.456.788,59
101.143.358,16 -23.952,92 1.665.807.964,50
Abschreibungen
01.01.2022
Zugänge
Umbu - chungen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 42.457.220,69 2.325.140,37 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 830.515.642,02 633.113,44 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
872.972.862,71 2.958.253,81 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 87.586.209,74 5.657.370,32 -9.964,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 267.486.935,80 23.931.116,49 0,00
3. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 88.388.665,20 17.779.633,26 -62.131,38
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 707.297,34 0,00 72.096,18
444.169.108,08 47.368.120,07 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 5.161.082,55 0,00 0,00
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 27.058.117,65 0,00 0,00
32.219.200,20 0,00 0,00
1.349.361.170,99 50.326.373,88 0,00
Abschreibungen
Abgänge
Währungsdifferenzen
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.643.062,21 -6.617,66 35.132.681,19
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 831.148.755,46
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
9.643.062,21 -6.617,66 866.281.436,65
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.154.558,37 -3.207,82 92.095.778,67
2. Technische Anlagen und Maschinen 49.236.451,03 -9.901,26 242.171.700,00
3. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.131.408,89 -234,68 83.098.786,27
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 635.201,16
73.522.418,29 -13.343,76 418.001.466,10
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 5.161.082,55
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.000.000,00 0,00 19.058.117,65
8.000.000,00 0,00 24.219.200,20
91.165.480,50 -19.961,42 1.308.502.102,95
Restbuchwerte
31.12.2022
31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.614.227,00 4.015.492,35
2. Geschäfts- oder Firmenwert 784.415,98 1.417.529,42
3. Geleistete Anzahlungen 115.387,81 0,00
5.514.030,79 5.433.021,77
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 166.220.909,96 167.744.708,41
2. Technische Anlagen und Maschinen 70.267.220,90 78.131.908,80
3. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 53.161.526,89 33.678.148,04
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 50.904.584,62 29.097.413,48
340.554.242,37 308.652.178,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 8.037.588,39 3.427.820,83
2. Beteiligungen 0,00 0,00
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.200.000,00 0,00
11.237.588,39 3.427.820,83
357.305.861,55 317.513.021,33

Konzern-Kapitalflussrechnung 2022

Beträge
in €
2022 2021
Konzernjahresüberschuss 128.890.581 79.332.709
+ Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 50.326.374 75.504.222
- At-Equity-Ergebnis 5.390.232 -9.271.162
+ Zinsaufwand inklusive Pensionszinsen / Zinserträge 27.153.041 18.512.341
+ Ertragssteueraufwand 65.743.315 51.795.676
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -16.283.779 -16.549.958
+ Auszahlung für Investitionen in das Deckungsvermögen / CTA 20.000.000 20.000.000
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 1.004.003 8.862
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind * -33.797.016 -14.837.923
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 56.569.511 33.753.015
- Ertragsteuerzahlungen -88.618.081 -45.942.346
= Cash flow aus laufender Geschäftstätigkeit 216.378.182 192.305.435
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 715.075 574.486
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -81.057.841 -37.789.016
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -2.974.674 -1.579.630
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens * 95.444 12.162.448
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen * -13.200.000 -4.000.000
- Auszahlung für Investitionen in das Deckungsvermögen / CTA -20.000.000 -20.000.000
+ Erhaltene Zinsen 1.369.047 1.289.031
= Cash flow aus der Investitionstätigkeit -115.052.951 -49.342.681
- Gezahlte Zinsen -1.593.163 -1.055.407
- Zahlungen aus Dividendenzahlungen an den Gesellschafter -20.000.000 -5.756.942
= Cash flow aus der Finanzierungstätigkeit -21.593.163 -6.812.349
Veränderungen des Finanzmittelfonds 79.732.068 136.150.405
Bestand flüssiger Mittel 353.896.841 274.164.256
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -12.647 -12.130
= Finanzmittelfonds 353.884.194 274.152.126

* Die Ein- und Auszahlungen aus ausgegebenen Darlehen an assoziierte Unternehmen werden ab 2021 im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.

Konzern-Eigenkapitalspiegel 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB
Andere Gewinnrücklagen
Ausgleichsposten aus Währungsum - rechnung
Stand 01.01.2021 11.100.000,00 353.229.536,81 0,00 -69.420,89
Umbuchung Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Abfluss Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Ergebnisvortrag 0,00 0,00 0,00 0,00
Aufstockung Anteile Genua 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 10.575,71
Konzern-Jahresüberschuss 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31.12.2021 11.100.000,00 353.229.536,81 0,00 -58.845,18
Stand 01.01.2022 11.100.000,00 353.229.536,81 0,00 -58.845,18
Umbuchung Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Abfluss Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Ergebnisvortrag 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 -10.139,77
Konzern-Jahresüberschuss 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31.12.2022 11.100.000,00 353.229.536,81 0,00 -68.984,95
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Verlustvortrag
Ausschüttung
Konzernjahresüberschuss
Summe
Stand 01.01.2021 -94.641.451,05 -5.635.805,60 23.864.256,90 287.847.116,17
Umbuchung Ausschüttung -5.635.805,60 5.635.805,60 0,00 0,00
Abfluss Ausschüttung 0,00 -5.756.942,00 0,00 -5.756.942,00
Ergebnisvortrag 23.864.256,90 0,00 -23.864.256,90 0,00
Aufstockung Anteile Genua 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen -0,01 0,00 0,00 10.575,70
Konzern-Jahresüberschuss 0,00 0,00 79.332.708,62 79.332.708,62
Stand am 31.12.2021 -76.412.999,76 -5.756.942,00 79.332.708,62 361.433.458,49
Stand 01.01.2022 -76.412.999,76 -5.756.942,00 79.332.708,62 361.433.458,49
Umbuchung Ausschüttung -5.756.942,00 5.756.942,00 0,00 0,00
Abfluss Ausschüttung 0,00 -20.000.000,00 0,00 -20.000.000,00
Ergebnisvortrag 79.332.708,62 0,00 -79.332.708,62 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 -10.139,77
Konzern-Jahresüberschuss 0,00 0,00 128.890.580,73 128.890.580,73
Stand am 31.12.2022 -2.837.233,14 -20.000.000,00 128.890.580,73 470.313.899,45
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Jahresergebnis
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste
Summe
Stand 01.01.2021 0,00 0,00 0,00 287.847.116,17
Umbuchung Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Abfluss Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 -5.756.942,00
Ergebnisvortrag 0,00 0,00 0,00 0,00
Aufstockung Anteile Genua 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 10.575,70
Konzern-Jahresüberschuss 0,00 0,00 0,00 79.332.708,62
Stand am 31.12.2021 0,00 0,00 0,00 361.433.458,49
Stand 01.01.2022 0,00 0,00 0,00 361.433.458,49
Umbuchung Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Abfluss Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 -20.000.000,00
Ergebnisvortrag 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 -10.139,77
Konzern-Jahresüberschuss 0,00 0,00 0,00 128.890.580,73
Stand am 31.12.2022 0,00 0,00 0,00 470.313.899,45

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bundesdruckerei Gruppe GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 10. Mai 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thomas Kieper, Wirtschaftsprüfer

Dierk Schultz, Wirtschaftsprüfer

TOP 7 Jahresabschluss 2022

der Bundesdruckerei Gruppe GmbH und Konzernabschluss 2022

Bericht des Aufsichtsrats

TOP 7.4

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen, die Arbeit der Geschäftsführung sorgfältig überwacht und beratend begleitet.

Das Geschäftsjahr 2022 war vom Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine überschattet. Darüber hinaus beeinflussten die andauernden Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie sowie die hohe Inflation die wirtschaftliche Lage des Konzerns. Angesichts der damit verbundenen Herausforderungen kann der Geschäftsverlauf als äußerst zufriedenstellend betrachtet werden: Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2022 betragen 907,2 Mio. €. Sie liegen damit deutlich über dem Plan- und dem Vorjahresumsatz. Mit dem erzielten EBIT von 227,8 Mio. € wurden auch das Vorjahres- und das Plan-EBIT signifikant überschritten; ursächlich war jeweils insbesondere der Umsatzanstieg. Der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2022 beläuft sich auf 128,9 Mio. €.

Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat stand im gesamten Geschäftsjahr in einem regelmäßigen und vertrauensvollen Austausch mit der Geschäftsführung. Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat über die aktuelle wirtschaftliche sowie finanzielle Lage des Konzerns stetig informiert.

In allen Entscheidungen der Geschäftsführung von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Im Rahmen der quartalsweisen Berichterstattung wurde der Aufsichtsrat durch die Geschäftsführung regelmäßig, umfassend und zeitnah schriftlich sowie mündlich über die Lage der Gesellschaft, die beabsichtigte Geschäftspolitik, die finanzielle Entwicklung sowie alle relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der Compliance und der Nachhaltigkeit unterrichtet. Anhand der Berichte hat der Aufsichtsrat alle wichtigen Geschäftsvorfälle eingehend erörtert, überwacht und beratend begleitet. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen standen der Aufsichtsratsvorsitzende und die Geschäftsführung im regelmäßigen und ausführlichen Austausch über die aktuelle Geschäftsentwicklung und geschäftspolitische Fragen. Soweit für Entscheidungen oder Maßnahmen der Geschäftsführung aufgrund Gesetzes, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats diese intensiv geprüft und ggf. gebilligt.

Aufsichtsratssitzungen

Im Geschäftsjahr 2022 trat der Aufsichtsrat in vier ordentlichen Sitzungen zusammen. In diesen Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat ausführlich über den Geschäftsverlauf informiert, über die Berichte der Geschäftsführung diskutiert und zu allen bedeutenden Geschäftsvorfällen beraten.

In den ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats standen auf Basis der regelmäßigen Berichterstattung der Geschäftsführung die nachfolgenden Themen im Mittelpunkt der Aufsichtsratsarbeit:

Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage,

Unternehmensplanung einschließlich Umsatz-, Ergebnis-, Bilanz-, Investitions- und Personalplanung sowie strategische Umsatzplanung,

Finanzierung der Gesellschaft,

Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie Lagebericht und Konzernlagebericht,

strategische Ausrichtung und Wachstumsstrategie,

Update Finanzstrategie und Beteiligungsstrategie,

Risikolage, das Risiko- & Chancenmanagement und das Compliance-Management sowie damit verbundene Vorgänge,

IT-Sicherheitslage, das IT-Sicherheitsmanagement und die IT-Strategie,

Feststellung der Zielerreichung der Mitglieder der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2021 und die Festlegung der Ziele für das Geschäftsjahr 2023,

Beratung und Erörterung zustimmungspflichtiger Geschäfte,

kontinuierliche Verbesserung der Corporate Governance

Weiterhin hat sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 ausführlich mit der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns befasst. Die in 2018 erfolgte Fokussierung auf aussichtsreiche Wachstumsfelder sowie die Priorisierung von Zielkunden hatten eine sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung begründet und die Marktpositionierung der bdr verändert. Die Strategie bdr 2027 setzt darauf auf. Sie greift zentrale Entwicklungen in bdr-relevanten Themenfeldern auf und zielt auf eine Erweiterung des Portfolios entlang von definierten Handlungsfeldern sowie die Adressierung neuer Kundengruppen.

Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 mit der Nachhaltigkeitsstrategie beschäftigt, die eng mit der Unternehmens- und der Finanzstrategie verzahnt ist. Das Thema Nachhaltigkeit wurde vor dem Hintergrund der Reform der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) zudem erstmalig in die Regelberichterstattung der Geschäftsführung an den Aufsichtsrat aufgenommen.

Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 mit der Einführung von Zeitwertkonten und der Anpassung der Altersversorgung befasst.

Auf besonderen Wunsch des Aufsichtsrats hat die Geschäftsführung zu den folgenden Themen gesondert berichtet:

Evaluierung der Cyber-Security-Risiken

Risiken aus dem Russland-Ukraine-Konflikt, insbesondere auch Berichterstattung zu den zu erwartenden Effekten auf den CTA

Szenarien zum Umgang mit Energiesituation und Klimakrise

Ergebnisse aus der Kundenzufriedenheitsbefragung einschließlich abgeleiteter Maßnahmen

Unternehmensentwicklungen bei den Tochtergesellschaften Xecuro GmbH, Veridos GmbH und Dermalog GmbH

Kapitalerhöhung bei der Veridos GmbH

Der Aufsichtsrat hat sich des Weiteren eingehend mit der Einhaltung der Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich und des Public Corporate Governance Kodex des Bundes beschäftigt. Geschäftsführung und Aufsichtsrat haben eine Entsprechenserklärung nach Ziffer 7.1 des Public Corporate Governance Kodex des Bundes (in der Fassung vom 16. September 2020) abgegeben, dass dessen Empfehlungen grundsätzlich entsprochen wurde und wird. Die vollständige Entsprechenserklärung, einschließlich der Erläuterung etwaiger Ausnahmen, ist im Corporate Governance Bericht der Gesellschaft veröffentlicht.

Ausschusssitzungen

Der Aufsichtsrat der Bundesdruckerei Gruppe GmbH verfügte im Geschäftsjahr 2022 über einen Bilanz-, Prüfungs- und CTA-Anlageausschuss, einen Vermittlungsausschuss und Präsidialausschuss. Die Mitglieder des Vermittlungsausschusses tagten im Geschäftsjahr 2022 nicht.

Der Bilanz-, Prüfungs- und CTA-Anlageausschuss tagte im Geschäftsjahr 2022 in drei ordentlichen Sitzungen. Der Ausschuss hat sich zusammen mit Vertretern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem Jahres- und Konzernabschluss, dem Lage- und Konzernlagebericht der Geschäftsführung sowie mit den Vorschlägen der Geschäftsführung zur Gewinnverwendung und den Prüfberichten der Abschlussprüfer befasst. Darüber hinaus hat sich der Ausschuss eingehend mit der Unternehmensplanung einschließlich Umsatz-, Ergebnis-, Bilanz-, Investitions- und Personalplanung, der Finanzstrategie sowie dem Compliance- und Risikomanagementsystem der Gesellschaft beschäftigt.

Des Weiteren hat der Ausschuss den Aufsichtsrat hinsichtlich Fragestellungen zu CTA-Prozessen und Berichterstattung der Gesellschaft sowie der Festlegung einer entsprechenden Anlagestrategie und -richtlinie beraten. Der Bilanz-, Prüfungs- und CTA-Anlageausschuss hat den Aufsichtsrat regelmäßig zu allen genannten Themen berichtet sowie Empfehlungen für dazugehörige Beschlussfassungen unterbreitet.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss mit der Anpassung der variablen Entgeltkomponente, Möglichkeiten eines alternativen Risikotransfers (Gründung einer konzerneigenen Versicherungsgesellschaft), mit der angedachten Berichterstattung zum internen Kontrollsystem (IKS), der Kapitalerhöhung bei der Veridos GmbH sowie der Verschlankung der Gremienberichterstattung befasst.

Der Präsidialausschuss tagte während des Geschäftsjahres 2022 in zwei ordentlichen Sitzungen. Dabei befasste sich der Ausschuss insbesondere mit der Feststellung der variablen Abschlussvergütung und den Individualzielen der Geschäftsführung für das Jahr 2023, sowie mit Anpassungen der Geschäftsführerdienstverträge.

Jahresabschluss

Die PwC GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde vom Aufsichtsrat nach Bestellung durch die Alleingesellschafterin mit der Prüfung des nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlusses und Lageberichtes sowie des Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie mit der Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung nach §53 HGrG beauftragt. Der Abschlussprüfer hat den Jahres- und Konzernabschluss einschließlich der jeweiligen Lageberichte geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Gewinnverwendungsvorschlag der Geschäftsführung sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat hat den Prüfungsbericht für den Jahresabschluss und für den Konzernabschluss zur Kenntnis genommen und in seiner Sitzung unter Anwesenheit des Abschlussprüfers eingehend erörtert. Der Abschlussprüfer hat zu den wesentlichen Ergebnissen seiner Prüfung berichtet, diese erläutert und Fragen des Aufsichtsrats beantwortet. Wesentliche Schwächen des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems wurden nicht berichtet. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwände gegen den Jahresabschluss der Einzelgesellschaft und den Konzernabschluss und billigt diese. Dem Gewinnverwendungsvorschlag der Geschäftsführung schließt sich der Aufsichtsrat an. Er empfiehlt der Gesellschafterversammlung, den Jahresabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH für das Geschäftsjahr 2022 festzustellen und den Konzernabschluss zu billigen.

Schlusswort

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeitenden, der Geschäftsführung sowie den Organen der Konzerngesellschaften für ihre Arbeit und Leistung für die Bundesdruckerei-Gruppe. Die Ergebnisse verdienen höchste Anerkennung!

 

Berlin, den 23. Mai 2023

PROF. WILLI BERCHTOLD, VORSITZENDER DES AUFSICHTSRATS

Gesellschafterbeschluss der Bundesdruckerei GmbH

Nr. 2 vom 23. Mai 2023

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 80443 B (nachfolgend auch " Gesellschafterin"), als einzige Gesellschafterin der Bundesdruckerei GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 70764 B (nachfolgend auch " Gesellschaft"), hält hiermit unter Verzicht auf sämtliche durch Gesetz und Gesellschaftsvertrag vorgesehenen Frist- und Formerfordernisse der Einberufung und Durchführung eine Gesellschafterversammlung der

Bundesdruckerei GmbH

ab und beschließt mit allen Stimmen was folgt:

1.

Der Befreiung der Gesellschaft von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) für das Geschäftsjahr 2022, gemäß § 264 Abs. 3, wird zugestimmt.

Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst.

Bundesdruckerei Gruppe GmbH

Vertreten durch die Geschäftsführung

 

Dr. Stefan Hofschen

Christian Helfrich

Dieser Beschluss ist zusammen mit der nachstehenden Erklärung der Geschäftsführung der Gesellschaft zu § 264 Abs. 3 Nr. 2 HGB gemäß § 264 Abs. 3 Nr. 5 HGB im Unternehmensregister unter Bundesdruckerei GmbH zu veröffentlichen:

Die Bundesdruckerei GmbH ist für das Geschäftsjahr 2022 gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) befreit.

Die alleinige Gesellschafterin der Bundesdruckerei GmbH, die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, ist im Rahmen des bestehenden, ungekündigten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2022 eingegangenen Verpflichtungen der Bundesdruckerei GmbH im folgenden Geschäftsjahr einzustehen.

Die Bundesdruckerei GmbH ist in den Konzernabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH einbezogen, der im Unternehmensregister veröffentlicht wird.

Geschäftsführung

 

Dr. Stefan Hofschen

Christian Helfrich

Gesellschafterbeschluss der D-Trust GmbH

23. Mai 2023

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 80443 B (nachfolgend auch " Gesellschafterin"), als einzige Gesellschafterin der D-Trust GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 74346 B (nachfolgend auch " Gesellschaft"), hält hiermit unter Verzicht auf sämtliche durch Gesetz und Gesellschaftsvertrag vorgesehenen Frist- und Formerfordernisse der Einberufung und Durchführung eine Gesellschafterversammlung der

D-Trust GmbH

ab und beschließt mit allen Stimmen was folgt:

1. Der Befreiung der Gesellschaft von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) für das Geschäftsjahr 2022, gemäß § 264 Abs. 3 HGB, wird zugestimmt.

Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst.

Bundesdruckerei Gruppe GmbH

Vertreten durch die Geschäftsführung

 

Dr. Stefan Hofschen

Christian Helfrich

Dieser Beschluss ist zusammen mit der nachstehenden Erklärung der Geschäftsführung der Gesellschaft zu § 264 Abs. 3 Nr. 2 HGB gemäß § 264 Abs. 3 Nr. 5 HGB im Unternehmensregister unter D-Trust GmbH zu veröffentlichen:

Die D-Trust GmbH ist für das Geschäftsjahr 2022 gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) befreit.

Die alleinige Gesellschafterin der D-Trust GmbH, die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, ist im Rahmen des bestehenden, ungekündigten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2022 eingegangenen Verpflichtungen der D-Trust GmbH im folgenden Geschäftsjahr einzustehen.

Die D-Trust GmbH ist in den Konzernabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH einbezogen, der im Unternehmensregister veröffentlicht wird.

Geschäftsführung

 

Dr. Kim Nguyen

Andrea Kyre

Gesellschafterbeschluss der Maurer Electronics GmbH

vom 23. Mai 2023

Die Bundesdruckerei GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 70764 B (nachfolgend auch " Gesellschafterin"), als einzige Gesellschafterin der Maurer Electronics GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 49591 B (nachfolgend auch " Gesellschaft"), hält hiermit unter Verzicht auf sämtliche durch Gesetz und Gesellschaftsvertrag vorgesehenen Frist- und Formerfordernisse der Einberufung und Durchführung eine Gesellschafterversammlung der

Maurer Electronics GmbH

ab und beschließt mit allen Stimmen was folgt:

1. Der Befreiung der Gesellschaft von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) für das Geschäftsjahr 2022, gemäß § 264 Abs. 3 HGB, wird zugestimmt.

Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst.

Bundesdruckerei GmbH

Vertreten durch die Geschäftsführung

 

Dr. Stefan Hofschen

Christian Helfrich

Dieser Beschluss ist zusammen mit der nachstehenden Erklärung der Geschäftsführung der Gesellschaft zu § 264 Abs. 3 Nr. 2 HGB gemäß § 264 Abs. 3 Nr. 5 HGB im Unternehmensregister unter Maurer Electronics GmbH zu veröffentlichen:

Die Maurer Electronics GmbH ist für das Geschäftsjahr 2022 gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) befreit.

Die alleinige Gesellschafterin der Maurer Electronics GmbH, die Bundesdruckerei GmbH, ist im Rahmen des bestehenden, ungekündigten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2022 eingegangenen Verpflichtungen der Maurer Electronics GmbH im folgenden Geschäftsjahr einzustehen.

Die Maurer Electronics GmbH ist in den Konzernabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH einbezogen, der im Unternehmensregister veröffentlicht wird.

Geschäftsführung

 

Klaus-Peter Bastian

Gesellschafterbeschluss der Xecuro GmbH

vom 23. Mai 2023

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 80443 B (nachfolgend auch " Gesellschafterin"), als einzige Gesellschafterin der Xecuro GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 236008 B (nachfolgend auch " Gesellschaft"), hält hiermit unter Verzicht auf sämtliche durch Gesetz und Gesellschaftsvertrag vorgesehenen Frist- und Formerfordernisse der Einberufung und Durchführung eine Gesellschafterversammlung der

Xecuro GmbH

ab und beschließt mit allen Stimmen was folgt:

1. Der Befreiung der Gesellschaft von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) für das Geschäftsjahr 2022, gemäß § 264 Abs. 3 HGB, wird zugestimmt.

Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst.

Bundesdruckerei Gruppe GmbH

Vertreten durch die Geschäftsführung

 

Dr. Stefan Hofschen

Christian Helfrich

Dieser Beschluss ist zusammen mit der nachstehenden Erklärung der Geschäftsführung der Gesellschaft zu § 264 Abs. 3 Nr. 2 HGB gemäß § 264 Abs. 3 Nr. 5 HGB im Unternehmensregister unter Xecuro GmbH zu veröffentlichen:

Die Xecuro GmbH ist für das Geschäftsjahr 2022 gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) befreit.

Die alleinige Gesellschafterin der Xecuro GmbH, die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, ist im Rahmen des bestehenden, ungekündigten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2022 eingegangenen Verpflichtungen der Xecuro GmbH im folgenden Geschäftsjahr einzustehen.

Die Xecuro GmbH ist in den Konzernabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH einbezogen, der im Unternehmensregister veröffentlicht wird.

Geschäftsführung

 

Marcus Milas

Sven Kneutgen

Gesellschafterbeschluss der genua GmbH

vom 14. April 2023

Die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 80443 B (nachfolgend auch " Gesellschafterin"), als einzige Gesellschafterin der genua GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 98238 B (nachfolgend auch " Gesellschaft"), hält hiermit unter Verzicht auf sämtliche durch Gesetz und Gesellschaftsvertrag vorgesehenen Frist- und Formerfordernisse der Einberufung und Durchführung eine Gesellschafterversammlung der

genua GmbH

ab und beschließt mit allen Stimmen was folgt:

1. Der Befreiung der Gesellschaft von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) für das Geschäftsjahr 2022 nach Maßgabe des § 264 Abs. 3 HGB wird zugestimmt.

Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst.

Bundesdruckerei Gruppe GmbH

vertreten durch die Geschäftsführung

 

Dr. Stefan Hofschen

Christian Helfrich

Dieser Beschluss ist zusammen mit der nachstehenden Erklärung der Geschäftsführung der Gesellschaft zu § 264 Abs. 3 Nr. 2 HGB gemäß § 264 Abs. 3 Nr. 5 HGB im Bundesanzeiger/Unternehmensregister unter genua GmbH zu veröffentlichen:

Die genua GmbH ist für das Geschäftsjahr 2022 gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Offenlegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 325 bis 329 HGB) befreit.

Die alleinige Gesellschafterin der genua GmbH, die Bundesdruckerei Gruppe GmbH, ist im Rahmen des bestehenden, ungekündigten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2022 eingegangenen Verpflichtungen der genua GmbH im folgenden Geschäftsjahr einzustehen.

Die genua GmbH ist in den Konzernabschluss der Bundesdruckerei Gruppe GmbH einbezogen, der im Unternehmensregister veröffentlicht wird.

Geschäftsführung

 

Marc Tesch

Matthias Jürgen Ochs

Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 23.05.2023 gebilligt.

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