Pro.Com International GmbH

Stettiner Straße 32, 45770 Marl, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Gelsenkirchen HRB 8091
Eingetragen
21.3.2005
Branche
Großhandel mit Möbeln, Teppichen, Lampen und LeuchtenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von MöbelnEinzelhandel mit Wohnmöbeln
Gegenstand
Handel mit Möbeln aller Art, insbesondere der Handel mit aus Asien und Osteuropa importierten Kleinmöbeln.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jürgen Nikolayczik
seit 21.10.2014
Prokura
Heiko Oltmanns
seit 9.2.2006
Geschäftsführer
Rica Jockenhöfer
seit 21.3.2005
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Marl
100.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pro.Com International GmbH

Marl

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
Umlaufvermögen
I. Vorräte 3.993.537,35 3.575.740
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.774.883,38 2.059.608
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 6.883.292,39 7.845.532
Summe Aktiva 13.651.713,12 13.480.880

Passiva

31.12.2021 44.561
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000
II. Gewinnvortrag 9.728.524,90 9.958.544
III. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 645.560,81 -230.019
10.474.085,71 9.828.525
B. Rückstellungen 2.262.400,00 2.938.600
C. Verbindlichkeiten 915.227,41 713.755
davon aus Steuern EUR 0,00 (Vj. TEUR 0)
Summe Passiva 13.651.713,12 13.480.880
2022 2021
EUR TEUR
1. Rohergebnis 7.744.658,75 5.440
davon Erträge aus Währungsumrechnung EUR 164.006,94 (Vj. TEUR 164)
2. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.101.562,99 5.212
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung EUR 115.637,52 (Vj. TEUR 41)
3. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.144,67 1
4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -320,38 459
5. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 645.560,81 -230

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Ergänzende Vorschriften aus dem Gesellschaftsvertrag ergeben sich nicht. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB. Die Gesellschaft ist unter der Firma Pro.Com International GmbH mit Sitz in Marl im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter der Nummer HRB 8091 eingetragen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Waren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Es werden alle erkennbaren Risiken, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Schwimmende Ware wird nach dem Grundsatz "Free on Board (FOB)" bilanziert.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände betragen wie im Vorjahr nicht mehr als ein Jahr. Es bestehen wie im Vorjahr keine Forderungen gegen Gesellschafter.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und sind nicht besichert. Es bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Haftungsverhältnisse

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 120 aus dem Bestellobligo für das Jahr 2023. Vermerkpflichtige Haftungsverhältnisse bestehen nicht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Außergewöhnliche Erfolgsbeiträge

Die Materialaufwendungen enthalten in Höhe von TEUR 258 Aufwendungen für drohende Verluste für am Stichtag noch nicht ausgeführte Aufträge.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Rica Jockenhöfer, Kauffrau,

Heiko Oltmanns, Kaufmann.

Frau Rica Jockenhöfer übt ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin hauptberuflich in der Jockenhöfer-Gruppe aus. Herr Heiko Oltmanns ist hauptberuflich Geschäftsführer der Pro.Com International GmbH.

Gesamtbezüge der Organe

Die Geschäftsführer erhalten von der Gesellschaft keine Vergütungen.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 keine Mitarbeiter.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktgerechten Konditionen durchgeführt.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, lagen nicht vor.

 

Marl, 20. Juni 2023

Geschäftsführung

Rica Jockenhöfer

Heiko Oltmanns

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 ist durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 24. Oktober 2023 festgestellt worden.

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

1.1. Pro.Com International GmbH

Die Anteile an der Pro.Com International GmbH werden in Familienbesitz gehalten. Sitz der Gesellschaft ist Marl.

Die Gesellschaft ist sowohl im Marktsegment moderner und SB-orientierter Tischgruppen tätig als auch im Segment funktionaler Polstergarnituren, die sie insbesondere aus Asien und Osteuropa importiert. Die Produkte werden im gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden europäischen Ausland vertrieben. Es handelt sich hierbei durchweg um stagnierende bzw. schrumpfende Märkte mit starkem Wettbewerb.

1.2. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Jahr 2022 war wie kaum ein anderes von geopolitischen, konjunkturellen und strukturellen Krisen geprägt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die damit verbundenen Sanktionen sowie die anhaltenden Störungen in den globalen Lieferketten, verursacht durch die langanhaltenden restriktiven Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie, haben gewaltige Angebotsschocks bei Energie und Vorprodukten ausgelöst und die Inflation auf Rekordhöhen getrieben. So lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr in den EU-27-Staaten durchschnittlich bei 9,2 % und in Deutschland bei 7,9 % im Vergleich zum Vorjahr 1.

1 Vgl. IfW Kieler Konjunkturberichte Nr. 99 (2023/Q1), Destatis Pressemitteilung Nr. 022 vom 17.01.2023

Die zuvor genannten Faktoren waren ausschlaggebend für die deutliche Abschwächung der Weltwirtschaft in 2022. Nicht zuletzt die Containerfrachten und auch der USD schwankten im Zeitablauf teilweise erheblich. Während bei den Containerfrachten gem. SCFI 2 ein Allzeithoch von USD/EUR 7.797 zu verzeichnen war (am Jahresende lag zum Vergleich der Index rd. 700 % darunter), rutschte der Euro unterjährig sogar unter die Parität der US-Währung und lag bei nur noch 0,95 USD/EUR. In der zweiten Jahreshälfte 2022 erholten sich die Kurse langsam. Zum Jahresende lag der Wechselkurs bei USD/EUR 1,07. Immense Preissteigerungen von über 300 % und teilweise Materialverknappungen waren auch im Bereich der Spanplatten und Sperrholz aus Osteuropa zu verzeichnen 3.

2 SCFI = Shanghai Containerized Freight Index

3 Vgl. Möbelkultur 12/2022: Die Preise steigen weiter

In diesem herausfordernden globalen Umfeld zeigt sich die europäische Wirtschaft indessen widerstandfähig. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP 4 ) innerhalb der EU-27-Staaten lag in 2022 bei 3,5 %. Niedrigere Energiepreise, weniger Lieferengpässe und ein starker Arbeitsmarkt haben zu einem moderaten Wachstum im ersten Quartal 2023 geführt; die Ängste vor einer Rezession sind zurückgegangen. Der Wachstumsausblick für die EU-Wirtschaft zeigt entsprechend für 2023 auf 1,0 % 5.

4 BIP = Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug aller Vorleistungen

5 Vgl. Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 15.05.2023

Aufgrund der stärkeren Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas und Öl im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa waren die Auswirkungen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und die Sanktionen gegen Russland maßgeblich für das Auslösen der Energiekrise und der damit einhergehenden schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland in 2022. Folglich fiel die Zuwachsrate in 2022 mit 1,9 % deutlich geringer aus als noch vor dem Krieg prognostiziert (4,0 %) 6. Das Konsumentenvertrauen rutschte auf ein Allzeittief und zog das Geschäftsklima im Einzelhandel nach sich. Die zahlreichen konjunkturellen und strukturellen Krisen stellen den Handel vor enorme Herausforderungen 7.

6 Vgl. IfW Kieler Konjunkturberichte Nr. 86 (2021/Q4), https://www.destatis.de/DE/Presse/ Pressemitteilungen/2023/01/PD23_020_811.html:~:text=WIESBADEN, abgerufen am 17.01.2023

7 Vgl. Ifo Branchen-Dialog Weniger Kunden im Möbelhandel

1.3 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die zuvor beschriebenen Herausforderungen wirkten sich auch auf die deutsche Möbelindustrie aus. Gleichwohl hat die Branche dabei noch einmal davon profitiert, dass die Konsumenten in Deutschland angesichts der weltweiten Krisen mehr Wert auf Wohnlichkeit und Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden gelegt haben. So steigerte die deutsche Möbelindustrie ihren Umsatz in 2022 um knapp 7 %, wobei ausschlaggebend dafür vor allem die Preissteigerungen aufgrund der Erhöhung der Material- und Energiekosten waren 8.

8 Vgl. Internet World: Möbelhersteller und -handel: Kein Umsatzanstieg in 2023, Abruf vom 16.06.2023

Aktuell steuert Deutschlands Möbelbranche noch vor der üblichen Sommerflaute auf eine kräftige Krise zu, da die Kundenfrequenz in den Möbelhäusern in den letzten Wochen und Monaten deutlich eingebrochen ist. Hauptgrund für die starke Zurückhaltung der Verbraucher ist nach Einschätzung der Möbelhändler die wirtschaftliche Unsicherheit infolge von Inflation, steigenden Preisen und Zinsen und vor allem politischer Entscheidungen im Hinblick auf die Heizungspläne der Bundesregierung. Die Kaufzurückhaltung ist insbesondere in den unteren und mittleren Preissegmenten spürbar und das in einem beträchtlichen Maße. Nicht zuletzt die Lieferzeiten nach Deutschland verdeutlichen das Ausmaß der Krise. Waren es in 2022 noch zehn bis zwölf Wochen, liegen die Lieferzeiten derzeit bei vier bis sechs Wochen 9.

9 Vgl. Die Welt vom 09.06.2023: 30 bis 40 Prozent weniger Kunden - Möbelhäuser klagen über Konsumeinbruch

2. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.1. Ertragslage

Die Ausweitung des Geschäftsvolumens in 2022 resultiert im Wesentlichen aus Erhöhungen der Verkaufspreise zur Kompensation der überproportionalen Kostensteigerungen für Frachten, Rohstoffe usw. Gleichwohl konnten die notwendigen Anpassungen der Verkaufspreise im Geschäftsjahr nur zum Teil an den Handel weitergegeben werden. Korrespondierend zum Geschäftsverlauf haben sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entwickelt. Insgesamt hat sich die Entwicklung positiv auf unsere Ertragslage ausgewirkt, so dass das Rohergebnis um rd. 42 % über dem Vorjahr liegt. Insgesamt hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 einen Jahresüberschuss von TEUR 645 erzielt (Vorjahr Jahresfehlbetrag von TEUR -230).

2.2. Finanzlage

Das Finanzmanagement der Gesellschaft basiert im Wesentlichen auf einer soliden Innenfinanzierung, welche die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft sicherstellt. Ebenso verfügt die Gesellschaft über ein funktionsfähiges Debitorenmanagement, welches einen zeitnahen Ausgleich der offenen Posten überwacht.

Die Stichtagsliquidität zum 31. Dezember 2022 beläuft sich auf TEUR 6.883 und ist gegenüber dem Vorjahresstichtag gesunken; sie war und ist jederzeit gewährleistet.

2.3. Vermögens- und Kapitallage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft ist im Vergleich zum Vorjahr um rd. 1 % gestiegen. Ursächlich hierfür sind auf der Aktivseite die stichtagsbedingte Erhöhung des Vorratsvermögens und der Kundenforderungen einerseits und die Verminderungen der Guthaben bei Kreditinstituten andererseits.

Auf der Passivseite führten das gestiegene Eigenkapital und höhere Lieferantenverbindlichkeiten sowie um rd. 22 % gesunkene Rückstellungen insgesamt zu einer Ausweitung der Bilanzsumme. Die genannten Veränderungen sind im Wesentlichen auf stichtagsbezogene Effekte zurückzuführen.

2.4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt unser Fokus auf dem Rohergebnis. Diesen verwenden wir auch für unsere interne Unternehmenssteuerung. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unsere Erläuterungen zur Ertragslage.

2.5. Gesamteinschätzung der Geschäftsführung

Die Geschäftsführung beurteilt die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage positiv.

3. Nachtragsbericht

Besondere Risiken, die über das allgemeine Geschäftsrisiko der Branche hinausgehen, sehen wir für unsere Gesellschaft nicht. Es sind keine Entwicklungen und Risiken bekannt, die bestandsgefährdend wären.

Bestehenden Risiken wird durch bilanzielle Vorsorge Rechnung getragen.

4. Risiko- und Chancenbericht

Es bestehen nach wie vor wirtschaftliche und politische Unsicherheitsfaktoren, was sich nachhaltig negativ auf die Energiepreise auswirken und damit die Inflationsrate antreiben kann. Insbesondere sind dabei protektionistische Tendenzen, die weltweite Staatsverschuldung, speziell die Staatsverschuldung im Euro- und im USD-Raum, die zukünftige Entwicklung von Wechselkursen sowie geopolitische und wirtschaftliche Unruhen zu nennen. Bis in die zweite Jahreshälfte 2022 war Russland noch ein wichtiger Energielieferant für Deutschland. Aufgrund der infolge des Kriegs in der Ukraine stark gestiegenen Preise für die Einfuhr von Energie stiegen die deutschen Energieimporte aus Russland wertmäßig zwar leicht an, jedoch ging die importierte Warenmenge aus Russland mengenmäßig um rd. 42 % zurück 10. Bisher haben sowohl die westlichen Länder als auch Russland indes darauf verzichtet, die Rohstoffexporte von Russland gänzlich zu beenden.

10 Vgl. Destatis, Außenhandel mit Russland, Abruf vom 14.06.2023

Nach wie vor bestehen keine Lieferungs- und Leistungsbeziehungen nach Russland, Belarus oder die Ukraine, so dass derzeit auch keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere Vermögenslage, wie z. B. Ausfall von Forderungen, erkennbar sind.

Ein weiteres, schwer kalkulierbares Risiko ist die immer weiter voranschreitende Konzentration im Handel und die damit zusammenhängende Marktmacht der Kunden, die zu einem steigenden Ausfall von Marktteilnehmern führen wird, wenn notwendige Preisanpassungen nicht oder nicht in der erforderlichen Höhe durchgesetzt werden können.

Die Gesellschaft hat ein Risikomanagementsystem, welches der Geschäftsführung sowie den Gesellschaftern in angemessener Form die Unternehmensdaten liefert, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage notwendig sind. Dazu werden jeweils Monats- und Quartalsabschlüsse erstellt. Ferner wird die Entwicklung von u. a. des Schlüsselindikators Rohergebnis regelmäßig durch die Geschäftsführung untersucht.

Marktchancen ergeben sich aufgrund unserer guten langjährigen Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten durch die Entwicklung gemeinsamer Produkte, welche die aktuellen Trends rechtzeitig aufnehmen und für eine schnelle Implementierung in das Sortiment sorgen sowie aufgrund des konsequenten Qualitätsmanagements für unsere Produkte. Angefangen bei der Auswahl der Vorlieferanten über die Kontrollen in unserem Lager bis hin zu den "after-sales-services" überwachen wir unsere Prozesse mit Hilfe von Kennzahlen (z. B. Reklamationsquote pro Kunde) regelmäßig.

5. Prognosebericht

Im Vorjahr hatten wir für das Geschäftsjahr 2022 eine Verschlechterung unseres Rohgewinns im Vergleich zu 2021 prognostiziert. Wesentlich bedingt durch die durchgeführten Preiserhöhungen zur Kompensation der überproportionalen Kostensteigerungen für Frachten, Rohstoffe usw., die Entspannung der Frachtkosten und die Erholung des Euros im Vergleich zum USD in der zweiten Jahreshälfte konnten wir im Berichtsjahr insgesamt einen höheren Rohgewinn als in 2021 erwirtschaften.

Wie bereits beschrieben, werden nach Einschätzung der Experten die Absatzmengen der deutschen Möbelbranche in 2023 weiter zurückgehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach mittel- und hochpreisigen Qualitätsprodukten stabiler als nach den für uns relevanten günstigen Produkten bleiben wird 11. Bedingt durch die Inflationsdynamik in 2023 und den Rückgang der realen Pro-Kopf-Löhne kommt es zu Kaufkraftverlusten insbesondere der einkommensschwachen Konsumenten. Diese können sich immer weniger leisten und sind zurückhaltend mit Einkäufen 12.

11 Vgl. Ifo Branchen-Dialog Weniger Kunden im Möbelhandel

12 Vgl. Die Welt vom 09.06.2023: 30 bis 40 Prozent weniger Kunden - Möbelhäuser klagen über Konsumeinbruch

Auch bei unbestritten schwierigen Rahmenbedingungen sind wir zuversichtlich, dass die Themen Wohnen und Einrichten bei den Verbrauchern weiter im Fokus bleiben werden. Die eigenen vier Wände bleiben gerade jetzt ein sicherer Rückzugsort in unsicheren Zeiten.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir insgesamt eine deutliche Verschlechterung unseres Rohergebnisses im Vergleich zu 2022, die wir aber sicher verkraften werden.

 

Marl, 20. Juni 2023

Geschäftsführung

Rica Jockenhöfer

Heiko Oltmanns

In dem zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und Lagebricht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Pro.Com International GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Pro.Com International GmbH, Marl, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pro.Com International GmbH, Marl, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, 20. Juni 2023

ROTTHEGE GMBH
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT

Ulla Schaub, Wirtschaftsprüfer"

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