Rinder-Union West eG

Münster

Stammdaten

Register
Amtsgericht Münster GnR 377
Eingetragen
13.4.1993
Branche
Haltung von Legehennen zur KonsumeiererzeugungHaltung von sonstigen RindernBetrieb von Brütereien
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist 1. Der Betrieb von Besamungsstationen und Embryotransfereinrichtungen zur Förderung der Rindviehzucht durch Einsatz wertvollster Bullen, um a) durch Zuchtprogramme die Leistungen zu steigern; b) die Bullen mit positiven Zuchtwertschätzergebnissen weitgehend auszu nutzen und den Einsatz von Sperma züchterisch wertvoller Bullen zu steigern; c) durch Bekämpfung von Rinderkrankheiten die Fruchtbarkeit zu fördern; d) den züchterischen Fortschritt durch Embryotransfer und Entwicklung bzw. Weiterentwicklung biotechnischer Verfahren zu steigern. 2. Die Anpassung der Erzeugung und des Absatzes von Zucht- und Nutzvieh an die Erfordernisse des Marktes durch a) Ausrichtung der Produktion nach gemeinsamen Erzeugungs- und Qualitätsregeln durch rassenspezifische Zuchtplanung, Auswertung von Leistungsprüfungen und Zuchtbuchführung für Herdbuchtiere; b) Beratung in Fragen der Rinderzucht, der Besamung und des Absatzes; c) Verkauf der gesamten Produktion an Zucht- und Nutzvieh und Embryonen nach gemeinsamen Verkaufsregeln in Kommission und/oder Eigenhandel; d) Ausrichtung von Veranstaltungen und Ausstellungen; e) Unterstützung entsprechender Maßnahmen der zuständigen Ministerien und Landwirtschaftskammern. 3. Die Abgabe von Sperma, Embryonen und sonstigem Besamungszubehör kann auch an Nichtmitglieder erfolgen, sofern es sich auf Geschäfte zur Auslastung vorhandener Kapazitäten bezieht, die für den Einsatz im eigenen Geschäftsbetrieb nicht benötigt werden. 4. Die Genossenschaft ist Zuchtverband im Sinne der Verordnung (EU) 2016/1012 mit dem Zweck der Förderung der Zucht und Haltung von Milch- und Zweinutzungsrindern in guter Qualität und gutem Rassetyp. Es werden robuste, gesunde und fruchtbare Tiere angestrebt, die somit den Erfordernissen der milchviehhaltenden Betriebe möglichst optimal entsprechen. Die Zucht der Milchund Zweinutzungsrassen erfolgt gemäß den Tierzuchtrechtlichen Bestimmungen der Rinder-Union West eG, die Satzungsbestandteil sind, sowie des jeweiligen Zuchtprogramms. Bei gefährdeten Rassen steht die Erhaltung der genetischen Vielfalt im Vordergrund. Die Genossenschaft ist weiterhin Besamungsorganisation und Embryotransfereinrichtung nach den Bestimmungen der Richtlinien der Kommission 88/407 EWG bzw. 89/556 EWG. Als Erzeugergemeinschaft für Zuchtrinder arbeitet sie im Sinne des Marktstrukturgesetzes. 5. Die Genossenschaft kann Zweigniederlassungen errichten und sich an Unternehmen beteiligen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Inse-Marie Stalter
seit 26.5.2023
Vorstandsmitglied
Robert Knops
seit 2.6.2020
Vorstandsmitglied
Michael Dr. Steinmann
seit 30.10.2018
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Rainer Thoenes
seit 4.4.2018
Vorstandsmitglied
Heinrich Buxtrup
seit 4.4.2018
Vorstandsmitglied
Frank Osterhaus
seit 4.4.2018
Vorstandsmitglied
Alfred Bormann
seit 13.6.2016
Vorstandsmitglied
Josef Franz Mathweis
seit 13.5.2015
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Rinder-Union West eG

Münster

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Lagebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

1. Selbstverständnis und Eigentümerstruktur

Die Rinder-Union West eG ist ein zukunftsorientiertes, führendes landwirtschaftliches Unternehmen der Rinderzucht, Besamung und Zuchtrindervermarktung mit aktuell 15.533 Mitgliedern. Schon mit der Gründung der Rinder-Union West eG im April 1993 haben wir einen ganz besonderen Grundstein gelegt.

Entstanden aus 15 ehemals selbstständigen Organisationen, ist die RUW die einzige Genossenschaft auf dem Gebiet der Rinderzucht, die über drei Bundesländer hinweg arbeitet. Mit unserer Zentrale in Münster und den beiden Regionalzentren in Krefeld und Fließem bei Bitburg sind wir in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland vertreten. Flächen- und zahlenmäßig bilden wir damit eine der größten Rinderzuchtorganisationen in Deutschland.

Eine zusätzliche Stärke der RUW bildet die Partnerschaft mit anderen Organisationen wie beispielsweise dem Holstein-Zuchtprogramm Phönix, dem Zuchtprogramm YPERIOS (INRA95) des Zuchtunternehmens AURIVA-Elevage oder der GGI-Spermex GmbH.

2. Geschäftsbereiche, Produkte und Dienstleistungen

Die Produkte und Dienstleistungen der Rinder-Union West eG sind in folgende Geschäftsbereiche unterteilt:

• Besamung

- Durchführung künstlicher Besamungen beim Rind

- Spermaverkäufe Rinder

- Embryotransfer

- Besamungsbedarf

- sonstige Dienstleistungen

• Vermarktung

- Auktionen von Zucht- und Nutzvieh

- Ab Hof Geschäfte mit Zucht- und Nutzvieh

• Zucht

3. Standorte

Die Rinder-Union West eG unterhält in ihrem Einzugsgebiet folgende Standorte:

- Zentrale: Schiffahrter Damm 235a, 48147 Münster

- Regionalzentrum Nordrhein: Kleinewefersstr. 160, 47803 Krefeld

- Regionalzentrum Rheinland-Pfalz/Saarland: Hamerter Berg 1, 54636 Fließem

- Bullenhaltung und Spermaproduktion: Vardingholter Str. 21, 46325 Borken-Hoxfeld

- Auktionsstandort: Ökonomierat-Peitzmeier-Platz 2 - 4, 59063 Hamm

- Auktionsstandort: Kleinewefersstr. 160, 47803 Krefeld

- Auktionsstandort: Hamerter Berg 1, 54636 Fließem

4. Absatzmärkte

Das Einzugsgebiet für den Absatz der Produkte und Dienstleistungen der Rinder-Union West eG im Mitgliedergeschäft umfasst im Wesentlichen die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Die Produkte der Genossenschaft werden des Weiteren in andere Bundesländer innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und in die Länder der Europäischen Union abgesetzt. Der Vertrieb der Produkte in Drittländer erfolgt über die Beteiligungsgesellschaft GGI-Spermex GmbH, Cloppenburg, für Sperma.

5. Externe Einflussfaktoren für das Geschäft

Externe Einflussfaktoren für das Geschäft der Rinder-Union West eG liegen vor allem in ordnungspolitischen Regularien, Subventionen, bautechnischen Vorschriften, steuerlichen Änderungen und die hierdurch gegebenen Rahmenbedingungen zu den nationalen und internationalen Märkten.

Weitere Einflussfaktoren sind der Ukrainekrieg mit seinen Auswirkungen auf fast alle Wirtschaftsbereiche sowie Tierkrankheiten, die entweder die Handelsfähigkeit der eigenen Rinderhalter oder aber den Zugang zu den Märkten innerhalb Europas und in Drittländer oder auch in andere Regionen Deutschlands beeinflussen.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Milch-, Schlacht-, Nutz- und Zuchtviehpreise blieben im GJ 2022/23 auf gutem, zum Teil sehr gutem Niveau, was zu einer stabilen wirtschaftlichen Lage in der Milchviehhaltung führte. Die positive Erlössituation konnte trotz weiterhin rückläufiger Milchkuhbestände erreicht werden. Die Anzahl der Milchkühe in Deutschland hat sich auf Basis der November-Viehzählung 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 % verringert und beträgt nun 3,71 Millionen Tiere. Dieser Rückgang ist im Vergleich zum Vorjahr, in dem er nur -0,6 % betrug, wieder deutlich angestiegen.

Innerhalb des RUW-Gebiets lag der Rückgang der Milchkühe bei 2,4 %, was leicht unter dem Bundesdurchschnitt liegt. In Nordrhein-Westfalen betrug der Rückgang 2,2 %, in Rheinland-Pfalz 3,0 %, und im Saarland 3,6 %. Insgesamt wurden im November 2023 in diesen drei Bundesländern noch 481.326 Milchkühe gezählt.

2. Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2022/23 erzielte die Rinder-Union West eG folgende Umsätze:

Umsätze 2021/22 2022/23 Veränderung
EUR EUR %
Geschäftsbereich Besamung
Besamungen Rinder 17.545.051 19.468.039 11,0
Spermaverkäufe Rinder 1.488.588 1.516.854 1,9
Embryo-Transfer 263.685 439.825 66,8
Sonstige Erlöse 2.023.917 2.561.906 26,6
21.321.241 23.986.624 12,5
Geschäftsbereich Vermarktung
Kommissionsgeschäfte 2.225.790 2.424.655 8,9
Sonstige Viehgeschäfte 23.469.551 25.191.526 7,3
25.695.341 27.616.181 7,5
Geschäftsbereich Zucht
Herdbuchbeiträge 1.548.156 1.511.231 -2,4
Sonstige Erlöse 889.251 1.070.938 20,4
2.437.407 2.582.169 5,9
Sonstige Umsatzerlöse
Sonstige Erlöse 675.094 609.348 -9,7
Gesamtumsatz 50.129.083 54.794.322 9,3
gewährte Warenrückvergütung 600.000 100,0
Gesamtumsatz 50.129.083 54.194.322 8,1
Mengenumsatz
2021/22 2022/23 Veränderung
Geschäftsbereich Besamung Stück Stück %
Erstbesamungen 329.125 326.106 -0,9
Geschäftsbereich Vermarktung
Kommissionsgeschäft 10.954 11.018 0,6
sonstige Viehgeschäfte 30.578 30.589 0,0
41.532 41.607 0,2

Im Geschäftsjahr 2022/23 stiegen die Umsatzerlöse der RUW inkl. Provisionen im Geschäftsbereich Vermarktung um 5,8 Mio. EUR bzw. 9,1 % auf 69,3 Mio. EUR. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren deutliche Umsatzsteigerungen in allen drei Geschäftsbereichen Besamung, Vermarktung und Zucht/Herdbuch. So stieg der Umsatz im Geschäftsbereich Besamung um 12,5 %, im Geschäftsbereich Vermarktung um 7,5 % sowie im Geschäftsbereich Zucht um 5,9 %. Während die Zahl der gehandelten Zucht- und Nutzrinder mit einem minimalen Anstieg von 0,2 % nahezu konstant blieb, stiegen infolge der erfreulichen Preissteigerungen für Zucht- und Nutzvieh die Umsatzerlöse in der Vermarktung deutlich. Unterdessen war der Bereich Besamung durch einen spürbar gebremsten Strukturwandel in der Rinderhaltung geprägt. Dies führte zu einer stabilen Entwicklung bei den Dienstleistungserlösen und bei einem höheren Preisniveau für Sperma sowie deutlich mehr abgesetzten Portionen zu einem deutlichen Umsatzplus im Spermavertrieb. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Zucht/Herdbuch stiegen trotz leicht rückläufiger Umsatzerlöse aus Herdbuchbeiträgen aufgrund einer deutlich zunehmenden Zahl an Typisierungen und einer gestiegenen Zahl an Kuheinstufungen gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % an.

Geschäftsbereich Besamung

Nach vielen Jahren mit deutlichen Rückgängen der Besamungszahlen konnte das Niveau der gemeldeten Gesamtbesamungen gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr nahezu zugehalten werden (-0,2 % auf 600.882 Gesamtbesamungen). Der um 2,4 % höhere Rückgang der Milchviehpopulation im RUW-Gebiet lässt schlussfolgern, dass die größer werdenden Betriebe, die weiter Milch produzieren, auf die Besamung und nicht auf den Einsatz von Deckbullen setzen. In den Vorjahren waren noch Rückgänge der Gesamtbesamungen von über 5 % zu verbuchen.

Beim direkten Spermaabsatz (verkaufte Portionen) im eigenen Zuchtgebiet wurden 3,9 % mehr Portionen verkauft als im Vorjahr bei einer Umsatzsteigerung von 14,8 %. Bei den verkauften Portionen wurde im Bereich der Technikerbesamungen ein Rückgang von 7,5 % verzeichnet. Gleichzeitig stiegen die Verkäufe an EBB um 9,8 % Portionen an. Der Trend geht weiter zur Eigenbestandsbesamung. Insgesamt wurden 394.324 Portionen direkt an die Eigenbestandsbesamer (EBB) und Behälterbesitzer verkauft. Dies ist eine Herausforderung für die Aufrechterhaltung des Besamungsservice und erfordert eine Ausweitung der Logistik für den EBB-Bereich.

Im Geschäftsbereich Besamung wurde ein wertmäßiger Gesamtumsatz von knapp 24 Mio. EUR erzielt (+12,5 %). Infolge nur leicht rückläufiger Besamungszahlen und aufgrund angepasster Dienstleistungsgebühren stiegen die Erlöse für Inseminationen und Anfahrten um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr. Während die Erlöse aus dem Spermaverkauf im traditionellen Besamungsgeschäft um 0,7 % abnahmen, stiegen die Umsatzerlöse aus dem Verkauf vorbezahlter Portionen um 32,5 % sowie aus Spermaverkäufen an Eigenbestandsbesamer um 22,4 % deutlich an. Durch die RUW-Bonus-Verträge wurde den teilnehmenden Mitgliedsbetrieben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 erneut ein Rabatt von gut 2,0 Mio. EUR gewährt. Neben einer kostenlosen Anpaarungsberatung haben die Betriebe mit einem durchschnittlichen Nachlass von rund 5,20 EUR pro Portion wieder einen spürbaren Rabatt auf die Listenpreise für Sperma erhalten. Der Umsatz aus Spermaverkäufen an Dritte konnte im Geschäftsjahr 2022/23 nur leicht gesteigert werden. Mit knapp 1.517 TEUR wurde der Vorjahresumsatz um 1,9 % übertroffen. Der Umsatz aus Direktlieferungen in Spermadepots blieb mit einem leichten Zuwachs von 0,8 % gegenüber dem Vorjahr nahezu gleich. Weiter positiv entwickelte sich der Umsatz im Dienstleistungsbereich Fruchtbarkeitsservice sowie im Verkauf von Calcium-Boli.

Dem Umsatzanstieg von 12,5 % im Geschäftsbereich Besamung stand ein um gut 24 % gestiegener Wareneinsatz gegenüber. Während der Wareneinsatz für den Zukauf von Embryonen für das Holstein-Zuchtprogramm der Phönix Group deutlich um 51 % anstieg, stieg auch der Wareneinsatz für Zukaufsperma um knapp 22 % sowie für die Bereiche Bullenhaltung, Besamungsstation und Spermaproduktion um rund 17 %.

Aufgrund des Umsatzanstiegs von 2.665 TEUR (12,5 %) war die Entwicklung des Bruttogewinns erfreulich positiv. Mit einem Bruttogewinn von gut 15,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 wurde der Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres 2021/22 in der Geschäftssparte Besamung im Ergebnis mit einem Plus von 1,0 Mio. € (+6,9 %) deutlich übertroffen.

Geschäftsbereich Vermarktung

Die Rahmenbedingungen beeinflussten auch im zurückliegenden Geschäftsjahr die Zucht- und Nutzviehvermarktung erheblich. Während zu Beginn des Geschäftsjahres das hohe Milchpreisniveau und die Aufhebung der Einschränkungen aufgrund des Blauzungenvirus (BTV 8) im Süden unseres Gebietes einen positiven Einfluss mit sich brachten, sorgten die Exporteinschränkungen der Regierung für Drittlandsexporte und das erneute Auftreten der Blauzungenkrankheit (BTV 3), diesmal in NRW, für schwierigere Absatzmöglichkeiten. Dennoch konnten die Umsätze wie bereits im Vorjahr um 7,2 % gesteigert werden. Die Gesamtstückzahl lag dabei mit 41.607 vermarkteten Tieren leicht über der des Vorjahres (+0,2 %). Der insgesamt gestiegene Umsatz resultierte sowohl aus dem Nutzvieh- (+1,3 %) wie auch besonders aus dem Zuchtviehsegment (+8,4 %). Dabei konnte die Steigerung der vermarkteten Zuchttiere um 2,9 % auf 20.030 Stück die Rückgänge um 2,2 % in der Nutzviehvermarktung auf 21.577 Tiere mehr als ausgleichen.

Nachdem im vorherigen Geschäftsjahr der Durchschnittspreis für Rinder auf allen drei Auktionsplätzen der RUW erstmalig die 2.000 €-Grenze überschritten hatte, konnte dies mit dem Überschreiten der Marke von 2.150 € im Geschäftsjahr 2022/23 nochmal deutlich gesteigert werden. Die halfterlose Vermarktung, die im laufenden Geschäftsjahr nun sowohl in Krefeld als auch in Fließem etabliert wurde, trug ihren Teil zur Stabilisierung bzw. dem Anstieg der Auftriebszahlen bei. Mit 2,2 % mehr vermarkteten Tieren steht das Umsatzplus von 11,2 % für den genannten deutlichen Anstieg der Durchschnittspreise. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verteilung der Verkaufstiere zwischen den Auktionsplätzen einpendeln wird, wenn im laufenden Geschäftsjahr auch im letzten Vermarktungsstandort der RUW in Hamm der halfterlose Auftrieb eingeführt wird. Die Kunden der Auktionen kamen auch im Geschäftsjahr 2022/23 aus dem eigenen Zuchtgebiet sowie aus Italien, den Niederlanden und Belgien.

Die höchste Steigerungsrate des Umsatzes mit 28,6 % auf gut 9,9 Mio. Euro verzeichnete der Zuchtviehexport. Dafür waren sowohl der gestiegene Durchschnittspreis als auch die höhere Anzahl an exportierten Zuchttieren (+16,3 %) verantwortlich. Hauptzielländer der Exporte waren Ungarn mit gut einem Viertel der Tiere, gefolgt von den Niederlanden, Italien und Marokko. Insgesamt verließen 5.955 Zuchttiere das RUW-Gebiet in andere Länder. Durch die gestiegenen Zahlen in der Auktions- und in der Exportvermarktung konnten im Ab Hof-Geschäft bei einer begrenzten Menge an Zuchttieren die Vorjahreszahlen nicht ganz gehalten werden. Ein Tierzahlrückgang von 4,1 % auf knapp 9.000 Stück brachten einen Umsatzrückgang um 6,6 % mit sich. Dennoch bleibt dieser Vermarktungsweg der umsatzstärkste mit knapp 11,5 Mio. Euro. Der Absatz im eigenen Zuchtgebiet sank, dagegen stieg die Vermarktung in andere Regionen Deutschlands leicht an.

Die über den Berichtszeitraum gesehenen guten Schlachtpreise sorgten in der Nutzviehvermarktung für eine leicht positive Preisentwicklung. Mit 2,7 % höherem Rückgang der vermarkteten Nutztiere war der Bereich der Ab Hof-Vermarktung gekennzeichnet, gleichzeitig stieg der Umsatz mit 4,1% in diesem Vermarktungssegment aber auch deutlich an. Grund für diese Entwicklung dürfte das auf vier Wochen heraufgesetzte Vermarktungsalter der sogenannten Montagskälber sein. Der Durchschnittspreis der älteren Tiere stieg damit im Schnitt an, spreizte sich aber aufgrund der unterschiedlichen Qualitäten der Kälber auch weiter auf. Insgesamt liegen Auktionsvermarktung und Ab Hof-Vermarktung des Nutzviehs mit 3,05 Mio. Euro und 3,14 Mio. Euro auf etwa gleichem Umsatzniveau.

Das Ergebnis des Geschäftsbereichs Vermarktung hat sich im Geschäftsjahr 2022/23 aufgrund einer positiven Preisentwicklung bei Zucht- und Nutzvieh nach mehreren schwächeren Jahren wieder positiv entwickelt. Die Stückzahlen sind mit 41.607 verkauften Tieren in 2022/23 zwar nur leicht, und zwar um 0,2 % gestiegen. Aufgrund der hohen Zucht- und Nutzviehpreise konnte der Umsatz inkl. Provisionen allerdings um 7,8 % auf 42,1 Mio. EUR spürbar zulegen. Ursächlich für die Umsatzentwicklung war somit ein erhöhtes Preisniveau bei nahezu stabilen Stückzahlumsätzen. So ist die Zahl der umgesetzten Rinder bei Zuchtviehauktionen um 2,2 % gestiegen und im Ab Hof- Geschäft in Deutschland um 4,1 % gesunken, während die Stückzahlumsätze im Export um 16,3 % deutlich gestiegen ist. Wie im Vorjahr ging die Zahl der gehandelten Montagskälber zurück, und zwar um 2,1 %. Insgesamt sind die Stückzahlen im Ab Hof-Geschäft beim Nutzvieh um 2,7 % zurückgegangen. Die Stückzahlen im Nutzvieh-Auktionsgeschäft haben sich trotz vermehrter Anstrengungen den Auktionsbetrieb zu fördern, um 0,8 % auf 5.929 Tiere verringert.

Der Bruttogewinn in der Geschäftssparte Vermarktung erhöhte sich aufgrund der stabilen Stückzahlen und des deutlich höheren Preisniveaus für Zucht- und Nutzvieh im Geschäftsjahr 2022/23 um 6,7 % auf knapp 4,6 Mio. €. Während der Bruttogewinn im Zuchtviehbereich um 8,7 % bzw. 296 TEUR auf 3.703 TEUR stieg, konnte der Bruttogewinn im Bereich Nutzvieh um 4,8 % bzw. 39 TEUR auf 860 TEUR zulegen. Das betriebswirtschaftliche Ergebnis in der Tiervermarktung hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr somit erstmals seit 5 Jahren gegenüber dem Vorjahr wieder verbessert.

Geschäftsbereich Zucht

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Zucht stiegen im Geschäftsjahr 2022/23 um 145 TEUR bzw. 5,9 % auf insgesamt 2.582 TEUR. Während die Umsatzerlöse aus Herdbuchbeiträgen um 2,4 % sanken, stiegen die Umsatzerlöse in den Bereichen Kuheinstufung (+10,5 %) und Herdentypisierung (+27 %) im Geschäftsjahr 2022/23 erneut spürbar an. Die Umsatzerlöse aus Herdentypisierung (KuhVision und HerdScan) machen mittlerweile über 30 % der Umsatzerlöse im Bereich Zucht/Herdbuch aus. Gleichzeitig stieg der Wareneinsatz in diesem Segment um 9,6 % an. Im Ergebnis legte der Bruttogewinn im Geschäftsbereich Zucht/Herdbuch im Geschäftsjahr 2022/23 um 5,0 % auf gut 2,0 Mio. EUR zu.

Zusammenfassung

Während die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Besamung aufgrund eines spürbar gebremsten Strukturwandels, einer Steigerung der Spermaverkaufszahlen und zugleich eines gestiegenen Preisniveaus für Sperma um 2,7 Mio. EUR bzw. 12,5 % stiegen, legten die Umsatzerlöse in der Tiervermarktung um 1,9 Mio. EUR bzw. 7,5 % auf insgesamt 27,6 Mio. EUR zu. Unter Hinzurechnung der Umsatzerlöse im Bereich Zucht/Herdbuch von gut 2,6 Mio. EUR sowie leicht rückläufiger sonstiger Umsatzerlöse von gut 0,6 Mio. EUR ergibt sich eine Gesamtleistung der Rinder-Union West eG im Geschäftsjahr 2022/23 von 54,8 Mio. EUR gegenüber 50,1 Mio. EUR im vorangegangenen Geschäftsjahr. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen von zusammen knapp 134 TEUR sowie der Verrechnung des Wareneinsatzes von 31,9 Mio. EUR und sonstiger betrieblicher Erträge von 984 Mio. EUR resultiert ein Rohgewinn in Höhe von knapp 24 Mio. EUR (+7,0 %).

3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Rinder-Union West eG verwendet die nachfolgend beschriebenen Kennzahlen intern zur Steuerung der Genossenschaft. Daneben kommen noch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren zur Bewertung der Gesamtsituation der Genossenschaft zum Einsatz.

Bei den finanziellen Leistungskennzahlen unterliegen einer kontinuierlichen Überwachung und Optimierung:

• Gesamtumsatz

• Ordentliches Ergebnis vor Warenrückvergütung, Risikovorsorge, neutralem Ergebnis und Steuern

• Bilanzielle Eigenkapitalquote

4. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die Genossenschaft trägt der Bedeutung der Mitarbeiter in ihrem personalintensiven Geschäftsmodell durch folgende Leistungsindikatoren Rechnung:

• Personalaufwand am Bruttogewinn

• Mitarbeiterentwicklung operative Geschäftsbereiche

Der gesamte Personalaufwand hat sich im Geschäftsjahr 2022/23 um 290 TEUR auf 12,9 Mio. EUR erhöht. Der Anstieg geht im Wesentlichen auf die vermehrte Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter zum 30.09.2023 von 210 auf 214 zurück. Die Personalkosten binden im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 56,28 % des Bruttogewinns der Rinder-Union West eG.

2021/22
Anzahl
2022/23
Anzahl
Besamung 123 129
Vermarktung 38 40
Zucht 11 10

5. Ertragslage

Die aus dem Jahresabschluss abgeleiteten Kennziffern zur Ertragslage der Rinder-Union West eG haben sich wie folgt entwickelt:

2021/22
TEUR
2022/23
TEUR
Rohergebnis 22.404 23.979
ordentliche Aufwendungen 21.535 21.977
Finanzergebnis 858 268
Zwischensumme: ordentliches Ergebnis 1.727 2.270
eigene Warenrückvergütung 0 600
Ergebnis nach WRV 1.727 1.670
neutrales Ergebnis / Risikovorsorge 255 217
Steuern vom Einkommen und Ertrag 7 96
Jahresergebnis 1.975 1.791

Das Rohergebnis lag mit 23 Mio. EUR um 6,2 % über dem Vorjahresniveau. Maßgeblich für den Anstieg des Rohergebnisses waren deutlich verbesserte Wertschöpfungen in den Geschäftsbereichen Besamung (+6,9%), Vermarktung (+6,7%) und Zucht (5,0%). Lediglich bei den sonstigen Erlösen wurde eine verminderte Wertschöpfung (-9,7%) erzielt. Die Ertragslage der RUW kann aufgrund der steigenden Erträge aus den Geschäftsbereichen Besamung, Vermarktung und Zucht als zufriedenstellend bezeichnet werden.

6. Finanzlage

Der Cashflow bzw. die Kapitalflussrechnung zeigt folgende Entwicklung:

2021/22
TEUR
2022/23
TEUR
Jahresüberschuss 1.975 1.791
Zahlungsunwirksame Aufwendungen 2.312 1.591
Zahlungsunwirksame Erträge 96 990
Zwischensumme: Cashflow 4.383 4.372
Mittelzu- / -abfluss aus lfd. Geschäftstätigkeit 2.662 4.846
Mittelzu- / -abfluss aus der Investitionstätigkeit -490 -4.446
Mittelzu- / -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -119 238
Zahlungswirksame Veränd. Finanzmittelbestand 2.053 638

Der Nettozufluss liquider Mittel (= Cashflow) hat sich zum Schluss des Geschäftsjahres 2022/23 um 11 TEUR auf 4.372 TEUR gerinfügig verschlechtert. Des Weiteren zeigt die Kapitalflussrechnung, dass sich der Finanzmittelbestand mit 0,6 Mio. EUR auf 4,5 Mio. EUR erhöht hat. Gleichzeitig ist der Mittelüberschuss aus der laufenden Geschäftstätigkeit um +2.184 TEUR auf +4.846 TEUR in 2022/23 deutlich gestiegen.

7. Vermögenslage

Die wichtigsten Kennzahlen zur Vermögenslage haben sich wie folgt entwickelt:

2021/22
%
2022/23
%
Sachanlagenintensität 33,12 30,65
Eigenkapitalquote 85,31 83,99
Anlagendeckung I 131,34 125,61
Liquidität 1. Grades 76,70 73,04

Zum 30.09.2023 weist die Rinder-Union West eG eine Bilanzsumme von 49,8 Mio. EUR aus; sie erhöhte sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um 3,2 Mio. EUR oder 6,8 %. Auf das Anlagevermögen entfallen 33,3 Mio. EUR und auf das Umlaufvermögen 16,5 Mio. EUR. Das Eigenkapital der RUW beläuft sich zum 30.09.2023 auf 41,8 Mio. EUR, es hat sich insbesondere aufgrund des guten Geschäftsjahresergebnisses um 2,1 Mio. EUR bzw. 5,2 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2021/22 erhöht. Die Eigenmittel entfallen zu 6,9 % auf Geschäftsguthaben verbleibender Mitglieder und zu 93,1 % auf Kapital- und Gewinnrücklagen. In Verbindung mit der um 6,8 % gestiegenen Bilanzsumme ist der Anteil des Eigenkapitals in Relation zu den Gesamtmitteln um 1,3 Prozentpunkt auf 84,0 % gesunken. Nach wie vor wird das Anlagevermögen zum Bilanzstichtag in vollem Umfang durch eigene Mittel gedeckt.

Das Investitionsvolumen im Sachanlagevermögen betrug insgesamt 1.888 TEUR. Auf Ersatzbeschaffungen im Fuhrpark entfiel ein Betrag von 1.209 TEUR. Der Zugang von Zuchtbullen und Bullenkälbern betrug 493 TEUR.

Abschließend bleibt festzustellen, dass die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft geordnet ist. Sie ist nach wie vor gekennzeichnet durch den hohen Anteil von Eigenkapital und den hohen Bestand an freier Liquidität. Die Zahlungsfähigkeit war in der Berichtszeit jederzeit gegeben.

8. Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf

Während die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Besamung aufgrund eines spürbar gebremsten Strukturwandels, einer Steigerung der Spermaverkaufszahlen und zugleich eines gestiegenen Preisniveaus für Sperma um 2,7 Mio. EUR bzw. 12,5 % stiegen, legten die Umsatzerlöse in der Tiervermarktung um 1,9 Mio. EUR bzw. 7,5 % auf insgesamt 27,6 Mio. EUR zu. Unter Hinzurechnung der Umsatzerlöse im Bereich Zucht/Herdbuch von gut 2,6 Mio. EUR sowie leicht rückläufiger sonstiger Umsatzerlöse von gut 0,6 Mio. EUR ergibt sich eine Gesamtleistung der Rinder-Union West eG im Geschäftsjahr 2022/23 von 54,8 Mio. EUR gegenüber 50,1 Mio. EUR im vorangegangenen Geschäftsjahr. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen von zusammen knapp 134 TEUR sowie der Verrechnung des Wareneinsatzes von 31,9 Mio. EUR und sonstiger betrieblicher Erträge von 984 TEUR resultiert ein Rohgewinn in Höhe von knapp 24 Mio. EUR (+7,0 %).

Dem um knapp 1,6 Mio. EUR bzw. 7,0 % gestiegenen Rohgewinn standen im Geschäftsjahr 2022/23 um 442 TEUR bzw. 2,1 % gestiegene ordentliche Aufwendungen gegenüber. Der Personalaufwand ist im Geschäftsjahr 2022/23 um 290 TEUR auf gut 12,9 Mio. EUR gestiegen (+2,3 %). Der Anstieg geht sowohl auf gestiegene Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden aufgrund tariflicher Abschlüsse als auch eine leicht gestiegene Zahl von Beschäftigten auf 214 Mitarbeitende (+4 Mitarbeitende) zurück. Die Personalkosten binden im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt gut 56 % des Bruttogewinns aus den Geschäftsbereichen Besamung, Vermarktung und Zucht.

Während sich die Abschreibungen auf Anlagevermögen wie z.B. Kraftfahrzeuge und Zuchtbullen um insgesamt 133 TEUR (-7,3 %) auf knapp 1,7 Mio. EUR verringerten, stiegen die Abschreibungen auf Umlaufvermögen auf 195 TEUR (+206 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 wiederum um 153 TEUR bzw. 2,2 % auf 7,1 Mio. EUR gestiegen. Ursächlich für den Anstieg der Kosten war die weitere Normalisierung bei der Durchführung von wiederkehrenden Veranstaltungen nach dem Ende der Corona-Pandemie, wie z. B. die Teilnahme an der Messe Euro Tier im November 2022 oder die German Dairy Show im Juni 2023, aber auch weiter gestiegene Aufwendungen für Energieträger wie z.B. Dieselkraftstoff oder diverse Kosten im Verwaltungsbereich. Einsparungen konnten dagegen bei Aufwendungen für Werbung und Kataloge, bei Nachzahlungen für Bullen, für Porto sowie für die Nachzuchtbewertung erzielt werden. Dagegen stiegen infolge von Beitragsanpassungen und Sonderprojekten die Beitragszahlungen an den Dachverband. Insgesamt belaufen sich die ordentlichen Aufwendungen auf knapp 22 Mio. EUR. Im Saldo verzeichnet die RUW im Geschäftsjahr 2022/23 ein Betriebsergebnis von 2,0 Mio. EUR, was einer Steigerung von rund 1,1 Mio. EUR gegenüber dem Betriebsergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahrs bedeutet.

Das Finanzergebnis in Höhe von 268 TEUR fiel im Geschäftsjahr 2022/23 um rund 590 TEUR niedriger aus als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Während die Erträge aus Beteiligungen, der Ausleihung von Anlagevermögen sowie Bankzinsen und sonstigen Finanzerträgen stiegen, musste auf der Seite der Aufwendungen außer dem Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen kein weiterer Aufwand verbucht werden.

Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses von 268 TEUR erwirtschaftet die Rinder-Union West eG ein ordentliches Ergebnis von 2.270 TEUR. Nach Abzug einer Warenrückvergütung von 600 TEUR verbleibt ein Ergebnis nach Warenrückvergütung von 1.670 TEUR. Unter Hinzurechnung des neutralen Ergebnisses von 217 TEUR sowie unter Abzug der gewinnabhängigen Steuern von 97 TEUR resultiert ein Jahresüberschuss nach Steuern von knapp 1,8 Mio. EUR.

C. Chancen- und Risikobericht

1. Grundsätze des Risikomanagements

Grundsätzliches Bestreben der Genossenschaft ist es, Chancen und Risiken des unternehmerischen Handelns verantwortungsbewusst gegeneinander abzuwägen und so den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Risiken und Chancen resultieren einerseits aus externen Einflüssen. Andererseits sind sie immanent im Agieren des Unternehmens begründet. Die Möglichkeiten, Risiken in den Geschäftsfeldern zu erkennen und zu bewerten sowie die Implementierung geeigneter Absicherungssysteme und -verfahren, sind Hauptelemente des Risiko-Managementsystems. Unterstützt durch geeignete EDV-Programme, organisatorische Regelungen und durch Regelkommunikation zwischen den Handelnden ist das Risikomanagement fest in die Unternehmensabläufe integriert.

Zur Erkennung und Steuerung von Unternehmensrisiken hat der Vorstand der Genossenschaft ein System eingerichtet, das im Wesentlichen auf folgenden Instrumenten aufbaut:

- Laufende Betrachtung der strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Geschäftsfelder der RUW. Auf Basis dieser Strukturentwicklungen wird die Organisation der Genossenschaft laufend angepasst und optimiert.

- Zeitnahe Analyse der Absatzmärkte für das Vermarktungsgeschäft unter Berücksichtigung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Dies ermöglicht eine schnelle und flexible Reaktion, um gegebenenfalls die Nachteile minimieren zu können.

- Einrichtung einer Kostenrechnung, die die verschiedenen Geschäftsbereiche abbildet und eine konsequente Kostenkontrolle und Steuerungsmaßnahmen ermöglicht. Dieses Instrument wird durch geeignete Planungsrechnungen ergänzt.

- Einrichtung einer internen Revision zur Durchführung von Prüfungen zwecks Überwachung des Geschäftsablaufes, der Betriebsorganisation und des Rechnungswesens. Außerdem wirkt diese bei Inventuren und Vorarbeiten zum Jahresabschluss mit.

- Liquiditätsrechnungen, die im ständigen Abgleich mit den Ist-Beträgen eine sachgerechte Unternehmensleitung ermöglichen.

- Abschluss einer Kreditausfallversicherung, um besondere Ausfallrisiken im Forderungsbereich abzudecken. Außerdem wird den Risiken durch ein straffes Mahnwesen Rechnung getragen.

- Ein verschärftes veterinärmedizinisches Hygienekonzept, um den erhöhten Risiken bei positiven BHV-1 Bullenbeständen zu genügen.

2. Gesamtwirtschaftliche, branchenspezifische und konjunkturelle Risiken

Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen im In- und Ausland haben direkten und indirekten Einfluss auf die für die Genossenschaft relevanten Märkte. Insgesamt ist das Verhalten der heimischen Mitglieder, aber auch vieler externer Kunden oft zeitversetzt und oft nur kurzzeitig den zyklischen Schwankungen der Märkte für Nahrungsmittel und Zuchtprodukte, aber auch andere Wirtschaftsgüter angepasst. Das hohe Niveau der Erzeugerpreise für Milch verbesserte trotz weiterem Anstieg der Produktionskosten die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Der Ukrainekrieg mit seinen Auswirkungen auf fast alle Wirtschaftsbereiche beienflusst weiterhin viele Märkte für landwirtschaftliche Waren.

3. Unternehmensspezifische Chancen und Risiken

Das zurückliegende Geschäfstjahr war ein Jahr, das von vielen Herausforderungen geprägt war, allen voran der anhaltende Krieg in der Ukraine, der weiterhin weitreichende Auswirkungen auf fast alle Wirtschaftsbereiche hatte. Trotz dieser Herausforderungen und rückläufiger Kuhzahlen blicken wir auf ein Jahr zurück, in dem alle drei Großen Säulen der RUW - Besamung, Vermarktung und Zucht - deutliche Umsatzsteigerungen generieren konnten. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist an erster Stelle der gute Milchpreis.

Nach wie vor besteht ein Risiko in der nicht kalkulierbaren Gefahr durch das Auftreten von Tierseuchen. Ein herber Schlag in Bezug auf die Vermarktung war der Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Nordrhein-Westfalen, der zusätzlich zur Absage der RUWschau führte.

4. Markt- und Preisrisiken

Die Milch-, Schlacht-, Nutz- und Zuchtviehpreise blieben auf gutem, zum Teil sehr gutem Niveau, was zu einer stabilen wirtschaftlichen Lage in der Milchviehhaltung führte. Dies brachte in der Folge in der vor- und nachgelagerten Wirtschaft eine ebenfalls gute Umsatzsituation. Die Stückzahlen in den Bereichen Vermarktung und Besamung blieben auf konstantem Niveau, die Umsätze konnten aber zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Allerdings stiegen auch die Kosten, insbesondere für Energie und energieaufwändig herzustellende Produkte wie Stickstoff (N2), stark an. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben wir zum einen ein konsequentes Kostenmanagement umgesetzt, mussten aber auch unsere Gebührenstruktur anpassen. Die Fusion mit der RBG Aachen konnte rückwirkend zum 01.01.2023 umgesetzt werden. Sie ist als guter Schritt zur ansonsten durch den Strukturwandel rückläufigen Kundenentwicklung anzusehen. Zu den politisch schwierigen Rahmenbedingungen in unserem Wirkungskreis kamen auch im zurückliegenden Jahr weitere Punkte hinzu. Die Umsetzung des Verbringungsverbots der Kälber bis 28 Tage nach der Geburt schaffte neue "Spielregeln" im Vermarktungsgeschehen. Ein herber Schlag in Bezug auf die Vermarktung war der Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Nordrhein-Westfalen, der zusätzlich zur Absage der RUWschau führte.

5. Strukturelle und personelle Risiken

Die Genossenschaft benötigt zur langfristigen Sicherstellung des geschäftlichen Erfolgs leistungsstarke und qualifizierte Mitarbeiter. Eine hohe Fluktuation und die unzureichende Bindung von Nachwuchskräften können die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen. Zudem wird die demographische Entwicklung in Deutschland den schon jetzt herrschenden Mangel an Fachkräften verschärfen. Es besteht somit in Zukunft immer stärker das Risiko, nicht in ausreichendem Umfang geeignete Mitarbeiter zu finden. Die Genossenschaft stellt sich durch moderne Ausbildungsformen und durch attraktive zukunftsfähige Perspektiven auf diese veränderten Rahmenbedingungen ein. Dem latenten Risiko einer fachlichen Wissensdegression wirkt das Unternehmen durch entsprechende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen entgegen.

6. Regularische und rechtliche Risiken

Ordnungspolitische Regularien, Subventionen oder steuerliche Änderungen bestimmen die Rahmenbedingungen der Märkte. Aktuell sind in diesem Bereich keine größeren Veränderungen zu erwarten.

7. Informationstechnologische Risiken

Die Nutzung von Informationstechnologie kennzeichnet die gesamte Geschäftstätigkeit der Rinder-Union West eG. Alle wesentlichen Geschäftsprozesse werden IT-technisch unterstützt und abgebildet. Um die Sicherheit der IT-Infrastruktur sicherstellen zu können werden Firewall-Systeme, Viren-Scanner, Web-Filter etc. genutzt, um das System wirkungsvoll gegen unberechtigten Zugang zu sichern und gegen Angriffe zu schützen.

8. Gesamtrisiko

Im Berichtsjahr war die Risikosituation bei der Rinder-Union West eG beherrschbar und die mit unserer unternehmerischen Tätigkeit verbundenen Risiken als nicht bestandsgefährdend einzustufen. Es gab im Vergleich zu den Vorjahren keine wesentliche Veränderung der Risikolage. Auch für die Zukunft sind keine Risiken erkennbar, welche den Fortbestand der Genossenschaft gefährden.

D. Prognosebericht

1. Künftige Ausrichtung der Genossenschaft

Parallel zu den wachsenden Ansprüchen der Mitgliedsbetriebe durch stärkere Professionalisierung und ein deutliches betriebliches Wachstum hat die Genossenschaft sich in den vergangenen Jahren durch die Änderungen ihrer Geschäftsprozesse und die Anpassung an die kundenspezifischen Anforderungen weiterentwickelt. Weiterhin sind enge Kundenbeziehungen das oberste Ziel, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für die Milcherzeuger als starker Partner sichtbar und anerkannt zu bleiben. Die Rinder-Union West eG trägt durch die eigene Weiterentwicklung dem Strukturwandel in der Landwirtschaft, aber auch den Weiterentwicklungen in der Rinderzucht Rechnung. Aufgrund der schrumpfenden Milchvieh- und Jungviehbestände (DESTATIS, ebd.) gilt die Aufmerksamkeit der Gewinnung von Marktanteilen und der strukturellen Konsolidierung, aber auch der verursachergerechten Bepreisung von Dienstleistungen und Produkten.

2. Erwartete Umsatz- und Ertragslage

Abweichend zur Planungsrechnung für 2022/23 wurde ein Geschäftsvolumen von 54.794 TEUR erzielt (+6.079 TEUR). Die positive Abweichung im Vergleich zur Planungsrechnung war insbesondere auf die verbesserten Umsätze in den Geschäftsbereichen Besamung von + 2.417 TEUR, Vermarktung + 3.388, Zucht von + 223 TEUR und den sonstigen Umsatzerlösen von + 51 TEUR zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der Abweichung im Wareneinsatz von + 5.164 TEUR zur Planungsrechnung sowie der Abweichungen bei den Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen von + 4 TEUR führte dies gegenüber der Planung für 2022/23 zu einem verbesserten Bruttogewinn von + 919 TEUR. Durch u.a. die Kostenerstattung aus dem Phönix-Zuchtprogramm von + 366 TEUR führte dies zu einem verbesserten Rohgewinn von + 1.363 TEUR.

Das Geschäftsvolumen für das kommende Geschäftsjahr 2023/24 wird sich aus heutiger Sicht bei vorsichtiger Planung auf einen Umsatz von 51.728 TEUR belaufen. Entscheidend ist im Wesentlichen die weitere Preisentwicklung und Nachfrage bei der Vermarktung von Zucht- und Nutzvieh, aber auch die Nachfrage der Produkte und Dienstleistungen aus den Geschäftsbereichen Besamung und Zucht.

Die Genossenschaft erwartet unter Berücksichtigung von leicht steigenden Umsätzen im Spermaabsatz im Geschäftsbereich Besamung, sinkenden Absatzmengen und stabilen Preisen in der Vermarktung von Zucht- und Nutzvieh sowie leichten Rückgängen im Geschäftsbereich Zucht ein rückläufiges Betriebsergebnis. Unter Berücksichtigung von gleichbleibenden Mitarbeiterzahlen, steigenden Löhnen aufgrund der Tarifabschlüsse und stabilen ordentlichen Aufwendungen wird in der Planungsrechnung 2023/24 ein negatives Betriebsergebnis von - 37 TEUR ermittelt.

3. Erwartete Vermögens- und Finanzlage

Die Abweichung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zur Planungsrechnung 2022/23 ergab einen positiven Wert von 1.642 TEUR. Dies resultiert aus einem verbesserten Rohgewinn der Planungsrechnung um 1.363 TEUR sowie den gegenüber der Planungsrechnung niedrigeren ordentlichen Aufwendungen von 173 TEUR und des um 106 TEUR verbesserten Finanzergebnisses zum tatsächlichen Jahresergebnis. Das bilanzielle Eigenkapital und somit auch die Eigenkapitalquote lagen somit über den für das Geschäftsjahr geplanten Werten.

Das ordentliche Ergebnis für das Geschäftsjahr 2023/24 wird mit einem positiven Wert von + 264 TEUR geplant. Die Genossenschaft ist solide finanziert. Aufgrund der dargestellten Entwicklungen wird erwartet, dass die betriebliche Innenfinanzierungskraft unverändert dazu geeignet ist, finanzielle Möglichkeiten für notwendige Investitionen zu eröffnen. Das bilanzielle Eigenkapital bzw. die Eigenkapitalquote können somit im Geschäftsjahr 2023/2024 - basierend auf dem geplanten positiven Betriebsergebnis - gehalten werden.

4. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung der Genossenschaft

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft aufgrund der Verbesserung des Betriebsergebnisses aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie des deutlich verbesserten ordentlichen Ergebnisses als zufriedenstellend.

Aufgrund der erwartbaren rückläufigen Stückzahlumsätze in den zentralen Geschäftsbereichen Besamung und Vermarktung infolge eines voranschreitenden Strukturwandels wird das Umsatz- und Ertragspotenzial für die nächsten Jahre als rückläufig eingeschätzt. Aufgrund dessen arbeitet der Vorstand laufend daran, die Ertragskraft des Unternehmens zu erhalten. Hierzu zählen neben der im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 angepassten Gebührenordnung auch weitere strukturelle Veränderungen zur Kostensenkung im Verwaltungs- und Personalbereich sowie ein effizientes Kostenmanagement im Holstein-Zuchtprogramm. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, Erträge zu sichern bzw. zu steigern, Kosten zu senken bzw. deren Steigerungen abzufedern und die Gesamtorganisation an die Strukturentwicklung in der Rinderhaltung anzupassen."

Beeinflusst wird der weitere Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres insbesondere durch einen weiteren Rückgang der Rinderbestände im Geschäftsgebiet der Rinder-Union West eG (DESTATIS, ebd.). Der fortschreitende Abbau der Rindviehbestände hat unmittelbaren Einfluss auf den Geschäftsbereich Besamung. Bei gleichzeitig restriktiveren Bewirtschaftungsauflagen wird insbesondere der Jungviehbestand in vielen Betrieben weiter zurückgefahren. Diese Entwicklung schränkt auf der einen Seite die Zahl der potenziellen Rinderbesamungen ein und führt auf der anderen Seite zu einem verringerten Bestand an potenziellen Vermarktungstieren.

Vor dem Hintergrund des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in Nordrhein-Westfalen schränken die veterinärhygienischen Maßnahmen die Vermarktung von Zuchtrindern aus Nordrhein-Westfalen in andere deutsche Bundesländer, in das EU-Ausland sowie in Drittländer ein. Vor dem Hintergrund der Einschränkungen im Viehverkehr infolge veterinärhygienischer Maßnahmen auf der einen Seite sowie erhöhter Auflagen bei den Transportbedingungen auf der anderen Seite wird die Wirtschaftlichkeit des Geschäftsbereichs Vermarktung als rückläufig eingeschätzt.

Vor diesem Hintergrund sind die strategischen Weichenstellungen, das Dienstleistungsangebot der Genossenschaft und den Kontakt zu den Mitgliedsbetrieben zu stärken, unerlässlich. Die Genossenschaft wird zu diesem Zweck weiter innerbetriebliche Abläufe und Strukturen überprüfen und erforderlichenfalls anpassen. Im Geschäftsbereich Besamung wird nach der organisatorischen Umstrukturierung des Spermavertriebs aktuell an einer Optimierung der Touren- und Routenplanung der Eigenbestandsbesamerversorgung sowie im Besamungsservice gearbeitet. Zudem wird daran gearbeitet, den Vertrieb von Sperma sowie Zucht- und Nutzrindern durch die Optimierung des etablierten CRM-Systems zu stärken. Hierzu wird die Rinder-Union West eG die Möglichkeiten der Digitalisierung weiter vorantreiben und die Chancen neuer Technologien gezielt nutzen. Im Dienstleistungsbereich Besamung wird zudem ein digitales System für die Anmeldung von Dienstleistungsbesamungen erarbeitet.

Bilanz

Aktiva

30.9.2023
EUR
30.9.2022
EUR
A. Anlagevermögen 33.279.670,57 30.259.761,46
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 95.367,59 68.510,59
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 95.367,59 68.510,59
II. Sachanlagen 15.253.969,44 15.430.851,16
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.702.407,66 13.361.257,96
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.188.056,00 1.781.836,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 363.505,78 287.757,20
III. Finanzanlagen 17.930.333,54 14.760.399,71
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.786.202,09 1.786.202,09
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 37.971,00 59.064,00
3. Beteiligungen 2.565.898,38 2.565.898,38
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 226.085,02 249.002,33
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 13.211.771,70 10.016.121,60
6. sonstige Ausleihungen 7.232,79 3.796,86
7. Genossenschaftsanteile 95.172,56 80.314,45
B. Umlaufvermögen 16.489.096,83 16.328.158,96
I. Vorräte 891.235,14 720.017,58
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 72.483,98 65.316,39
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 155.857,24 100.532,43
3. fertige Erzeugnisse und Waren 662.893,92 554.168,76
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.243.666,31 7.027.241,01
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.356.238,87 6.056.084,32
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 57.578,26 0,00
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 89.600,77 581.605,23
4. sonstige Vermögensgegenstände 740.248,41 389.551,46
III. Wertpapiere 4.849.965,50 4.714.662,90
1. sonstige Wertpapiere 4.849.965,50 4.714.662,90
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.504.229,88 3.866.237,47
Aktiva 49.768.767,40 46.587.920,42

Passiva

30.9.2023
EUR
30.9.2022
EUR
A. Eigenkapital 41.802.836,59 39.741.875,60
I. Geschäftsguthaben 2.898.699,11 3.038.281,72
der verbleibenden Mitglieder 2.857.490,61 2.896.403,52
der ausscheidenden Mitglieder 41.208,50 141.878,20
davon rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsguthaben 31.808,00 30.354,00
II. Kapitalrücklage 2.877.158,66 2.877.158,66
III. Ergebnisrücklagen 35.061.534,31 33.351.553,92
1. gesetzliche Rücklage 10.085.752,62 10.013.660,46
2. andere Ergebnisrücklagen 24.975.781,69 23.337.893,46
IV. Bilanzgewinn 965.444,51 474.881,30
davon Gewinnvortrag 474.881,30
B. Rückstellungen 5.778.112,74 4.788.164,07
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.799.297,00 1.805.278,00
2. Steuerrückstellungen 30.849,00 29.433,33
3. sonstige Rückstellungen 3.947.966,74 2.953.452,74
C. Verbindlichkeiten 2.187.818,07 2.057.880,75
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.857.010,62 1.572.376,19
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 52.972,98
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 28.420,19 58.371,66
4. sonstige Verbindlichkeiten 302.387,26 374.159,92
davon aus Steuern 119.070,97 154.243,80
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 83.052,58 93.996,71
Passiva 49.768.767,40 46.587.920,42

Gewinn- und Verlustrechnung

1.10.2022 - 30.9.2023
EUR
1.10.2021 - 30.9.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 54.194.321,70 50.129.083,46
2. Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 14.706,90 -6.780,71
3. andere aktivierte Eigenleistungen 148.400,00 137.500,00
4. sonstige betriebliche Erträge 1.918.059,94 1.914.870,42
5. Materialaufwand 31.932.840,80 28.611.740,96
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 30.503.221,27 27.350.552,33
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.429.619,53 1.261.188,63
6. Personalaufwand 12.964.440,84 12.887.838,76
a) Löhne und Gehälter 10.770.029,53 10.365.373,07
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.194.411,31 2.522.465,69
davon für Altersversorgung 172.184,84 382.576,25
7. Abschreibungen 1.686.751,76 1.819.588,09
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.686.751,76 1.819.588,09
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.943.301,08 7.590.735,34
9. Erträge aus Beteiligungen 90.466,00 1.396.981,94
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 135.541,09 96.476,92
davon aus verbundenen Unternehmen 1.023,00 1.440,00
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 74.159,82 35.598,82
davon Erträge aus Abzinsung 6.400,00 6.200,00
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 635.866,20
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 32.116,16 35.281,00
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung -32.109,00 -33.156,00
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 96.517,91 6.518,81
15. Ergebnis nach Steuern 1.890.273,10 2.129.723,11
16. sonstige Steuern 99.709,89 154.841,81
17. Jahresüberschuss 1.790.563,21 1.974.881,30
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 474.881,30
19. Einstellungen in Ergebnisrücklagen 1.300.000,00 1.500.000,00
a) in anderen Ergebnisrücklagen 1.300.000,00 1.500.000,00
20. Bilanzgewinn 965.444,51 474.881,30

Anhang

Firma: Rinder-Union West eG
Sitz: Münster
Registergericht: Münster
GenR-Nr.: GenR 377

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

• Mit dem Beschluss der Generalversammlung / Vertreterversammlung am 14. März 2023 / 23. März 2023 stimmten diese dem Abschluss des Verschmelzungsvertrages zwischen der Rinderbesamungsgenossenschaft Aachen eG (als übertragender Rechtsträger) und der Rinder-Union-West eG (als übernehmender Rechtsträger) in der Fassung vom 9. Januar 2023 zu. Die Verschmelzung erfolgt mit Wirkung zum 1. Oktober 2022. Die Eintragung in das Genossenschaftsregister der aufnehmenden Genossenschaft erfolgte am 25. August 2023. Sämtliche Aktiva und Passiva der Rinderbesamungsgenossenschaft Aachen eG werden im Wege der Verschmelzung zu ihren Buchwerten übernommen.

• Die Genossenschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Gesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.

• Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften für Genossenschaften (§§ 336 ff. HGB) aufgestellt.

• In der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich keine Veränderungen.

• Die Vorjahreszahlen im Jahresabschluss enthalten nur die Werte der Rinder-Unon-West eG vor der Verschmelzung während die Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres unter Berücksichtigung der Verschmelzung sowohl die Werte der übernehmenden als auch der übertragenden Genossenschaft enthalten. Aus diesem Grunde sind die Vorjahreszahlen nur eingeschränkt mit diesem Geschäftsjahr vergleichbar.

Zum besseren Verständnis zeigt die folgende Aufstellung die einzelnen Posten des Jahresabschlusses der Rinderbesamungsgenossenschaft Aachen eG, als übertragende Rechtsträgerin, zum 30. September 2022:

Bilanz auf den 30.09.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 I. Geschäftsguthaben 1.083,16
II. Sachanlagen 1.249,50 II. Ergebnisrücklagen 409.980,39
III. Finanzanlagen 1.882,97 III. Bilanzgewinn
B. Umlaufvermögen Eigenkapital gesamt 411.063,55
I. Vorräte 14.571,45 B. Rückstellungen 5.630,21
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 24.763,17 14.091,17
III. Kassenbestand 388.317,84 C. Verbindlichkeiten
D. Rechnungsabgrenzung 0,00
430.784,93 430.784,93

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.10.2021 bis 30.09.2022

EUR
1. Rohergebnis 59.242,02
2. Personalaufwand 27.142,65
3. Abschreibungen 797,18
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 11.947,72
5. Erträge aus Beteiligungen 15,47
6. Erträge aus anderen Wertpapieren 322,88
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 25.002,12
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00
11. Ergebnis nach Steuern -5.309,30
12. sonstige Steuern 0,00
13. Jahresüberschuss -5.309,30
14. Gewinnvortrag 59,81
15. Einstellungen in Ergebnisrücklagen 0,00
16. Entnahmen aus Rücklagen 5.249,49
15. Bilanzgewinn 0,00

B. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

• Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

• Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anhang als Anlage A beigefügt.

• Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

• Die Sachanlagen wurden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Abschreibungen erfolgten planmäßig linear bzw. degressiv unter Schätzung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern.

• Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Insofern die Gründe für einen niedrigeren Wertansatz weggefallen sind, wurden Zuschreibungen in erforderlicher Höhe entsprechend § 253 Abs. 5 HGB vorgenommen.

• Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Des weiteren besteht eine pauschale Wertberichtigung gemäß § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von 853 TEUR. Von dem Wahlrecht zur Fortführung des niedrigeren Wertansatzes wurde gemäß Art. 67 Abs. 4 EGHGB Gebrauch gemacht.

• Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen bilanziert. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

• Sonstige Wertpapiere sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Kurswert bewertet worden.

• Die liquiden Mittel umfassen ausschließlich Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten und sind zum Nennwert bewertet.

• Das Eigenkapital ist zum Nennwert angesetzt.

• Die Pensionsverpflichtungen wurden nach der Projected Unit Credit Method (PUC) berechnet. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht. Dabei dürfen Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Berechnung der Pensionsverpflichtungen liegen die Wahrscheinlichkeitswerte nach den "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Es wurde mit einem Zinsfuß von 1,81 % gerechnet. Bei den Bewertungen wurde eine unternehmensspezifische Fluktuationsrate von 0,0 % berücksichtigt. Bei den gehaltsabhängigen Versorgungszusagen wurden in die Berechnung langfristig erwartete Gehaltsentwicklungen mit einbezogen, die von diversen Kriterien (Inflation, Produktivität, Karriere u.a.) abhängen. Als unternehmensspezifischer Parameter für die langfristige Gehaltssteigerung wurden Raten zwischen 0,00 % und 2,30 % verwendet. Des Weiteren ist eine Rentenanpassung von 0,75 % bis 2,57 % je nach Basis der vereinbarten Rentensteigerungen in die Berechnung der Pensionsverpflichtungen eingeflossen.

• Der Unterschiedsbetrag aus der Anpassung des Durchschnittsbildungszeitraums (sieben statt zehn Jahre) zur Feststellung des maßgeblichen Abzinsungssatzes beträgt TEUR 34. Dieser Betrag unterliegt einer Ausschüttungssperre.

• Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe ihrer nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträge gebildet und bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten fristenadäquaten Zinssätzen abgezinst.

• Die Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte der Warenlieferanten.

• Beträge in Fremdwährungen wurden mit dem Devisenkassamittelkurs in EURO angesetzt.

• Die Bilanzaufstellung erfolgt unter Berücksichtigung der teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses (§§ 268 Abs. 1, 270 Abs. 2 HGB).

C. Angaben zur Bilanz

• Von den Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr

Forderungen Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- aus Lieferungen und Leistungen 0 3.095
- sonstige Vermögensgegenstände 0 0

• In den Forderungen an verbundene Unternehmen bzw. Beteiligungsunternehmen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. sonstige Vermögensgegenstände sind.

Forderungen an verbundene Unternehmen Beteiligungsunternehmen
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 57.578 0 89.601 581.605
- Sonstige Vermögensgegenstände 0 0 0 0

• In den Sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten:

Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- Gehaltsendabrechnungen 363.605 288.862
- Personalaufwendungen (streitig) 152.244 229.413
- Urlaubsrückstellung 566.737 482.479
- Inflationsausgleichsprämie 0 382.000
- Weihnachtsgeld 617.000 157.000
- Instandhaltung Standorte Krefeld und Hamm 183.600 50.000
- Bullennachzahlungen 295.000 305.000
- Warenrückvergütung 600.000 0

• Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit

bis zu einem Jahr 1 bis 5 Jahre
Verbindlichkeiten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- aus Lieferungen und Leistungen 1.857.011 1.572.376 0 0
- ggü. verbundenen Unternehmen 0 52.973 0 0
- ggü. Beteiligungsunternehmen 28.420 58.372 0 0
- sonstige Verbindlichkeiten 302.387 374.160 0 0
über 5 Jahre Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- aus Lieferungen und Leistungen 0 0
- ggü. verbundenen Unternehmen 0 0
- ggü. Beteiligungsunternehmen 0 0
- sonstige Verbindlichkeiten 0 0

• Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundene Unternehmen Beteiligungsunternehmen
Verbindlichkeiten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- aus Lieferungen und Leistungen 0 52.973 28.420 58.372

• Für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, sind latente Steuern nach § 274 HGB unter Berücksichtigung des unternehmensindividuellen Steuersatzes (15,83 % KSt/SolZ und 15,68 % GewSt) ermittelt worden. Aktive latente Steuern ergaben sich bei den Sachanlagen, Anteilen an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Fertigen Erzeugnissen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Pensions- und sonstigen Rückstellungen. Passive latente Steuern bestehen dagegen nicht. In Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden keine aktiven latenten Steuern bilanziert. Aufgrund der nur partiellen Steuerpflicht der Genossenschaft beträgt die unternehmensindividuelle Steuerbelastung 3,02%.

• Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB bestanden am Bilanzstichtag nicht.

D. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

• Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

Umsätze nach Geschäftsbereichen vor Warenrückvergütung: Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
a) Geschäftsbereich Besamung 23.986.624 21.321.241
b) Geschäftsbereich Vermarktung (Provisionen u. sonstige Erlöse) 27.616.181 25.695.341
c) Geschäftsbereich Zucht 2.582.169 2.437.407
d) Sonstige 609.348 675.094
54.794.322 50.129.083
Summe der Zuschlagspreise nach Auktionsplätzen: Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- Münster 2.754.930 2.830.475
- Hamm 4.320.620 4.366.380
- Krefeld 5.089.581 3.985.850
- Fließem 2.364.520 2.230.193
14.529.651 13.412.898

• In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende außergewöhnliche Aufwendungen enthalten:

außergewöhnliche Aufwendungen Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- Sanierungsaufwendungen Standort "Krefeld" 305.135 64.123
- Sanierungsaufwendungen Standort "Münster" 0 50.640
- Sanierungsaufwendungen Standort "Hamm" 57.600 0

• In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind - soweit nicht vorstehend erläutert - folgende periodenfremde Erträge und Aufwendungen enthalten:

Periodenfremde Erträge Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- Verkauf von Anlagevermögen 293.459 275.355
- Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen 261.156 827.642
- Zuschreibung Wertpapiere des Umlaufvermögens 135.303 0
- Zuschreibung Wertpapiere des Anlagevermögens 95.650 0
Periodenfremde Aufwendungen Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- Verluste aus dem Abgang von Anlagegütern 315.463 417.234

E. Sonstige Ausgaben

• Die Zahl der 2022/23 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Kaufmännische Mitarbeiter 71 16
Gewerbliche Mitarbeiter 103 14
174 30
Außerdem wurden durchschnittlich 2 Auszubildende beschäftigt.

• Mitglieder des Vorstands

Heinrich Buxtrup (Vorsitzender)
Alfred Bormann (stellvertretender Vorsitzender)
Rainer Thoenes (stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Jens Baltissen (ab 23.08.2023)
Christian Bange (bis 22.02.2023)
Dr. Jürgen Hartmann (bis 30.04.2023)
Robert Knops
Frank Osterhaus
Josef Mathweis
Inse-Marie Stalter (ab 22.02.2023)
Dr. Michael Steinmann

• Mitglieder des Aufsichtsrats

Georg Geuecke (Vorsitzender)
Hans-Georg Theunissen (stellvertretender Vorsitzender)
Frank Königs (stellvertretender Vorsitzender)
Karl-Heinz Arden Peter Meutes
Franz-Josef Aussel Hermann-Josef Olbing
Joachim Berg (ab 23.03.2023) Hubert Ollertz Mertens
Niko Billen Josef Rüping
Hermann-Josef Bonhoff Josef Sander jun.
Georg Daamen Martin Schmidt
Hans-Wilhelm Derksen Dirk Schulze zur Heide
Bernd Ehl Simon Seidenfaden
Ernst-Wilhelm Frickenhaus Stefan Siepermann
Thomas Hannen Inse-Marie Stalter (bis 22.02.2023)
Arndt Hantsche Jürgen Tacken
Jochen Kanning Matthias Zens
Karsten Krause

• Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an

Mitglieder des Vorstands EUR 28.484,94
Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 37.077,82

• Die Genossenschaft unterhält Beteiligungen i.S.v. § 271 Abs. 1 HGB an folgenden Unternehmen:

Name und Sitz Quote der Eigenkapital der Ergebnis des letzten
Beteiligung Gesellschaft Geschäftsjahres
in % Jahr TEUR Jahr TEUR
CRI Genetics GmbH, Münster 45,1 2022 577,5 2022 34,5
GGI-Spermex GmbH, Cloppenburg 20,5 2022 3.508,2 2022 148,3
RUW Rinder-Service GmbH, Münster (verb. Unternehmen) 100,0 2023 222,9 2023 42,6
Zentralhallen GmbH, Hamm (verb. Unternehmen) 99,7 2022 3.798,3 2022 298,3
IFN Schönow GmbH, Bernau 12,8 2023 2.935,4 2023 310,9
Halle Münsterland GmbH, Münster 4,0 2022 6.793,9 2022 -1.245,9
Evolution GmbH, Alsfeld 16,3 2022 117,0 2022 14,0
3. Raiffeisen West AG 19,2 2023 7.755,7 2023 124,2
Phönix Repro GmbH 16,7 2022 16,1 2022 -58,0

• Der Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022/23 in Höhe von EUR 1.790.563,21 - nach den im Jahresabschluss mit EUR 1.300.000,00 ausgewiesenen Einstellungen in die anderen Ergebnisrücklagen - (Bilanzgewinn) auf neue Rechnung vorzutragen.

• Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, und mit denen eine andere Darstellung der Lage der Gesellschaft verbunden wäre, ist nicht zu berichten.

• Mitgliederbewegung

Zahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2022/23 15.521 15.770 0
Zugang 2022/23 384 390 0
Abgang 2022/23 372 382 0
Ende 2022/23 15.533 15.778 0
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 38.912,91
Höhe des Geschäftsanteils EUR 300,00
Höhe der Haftsumme EUR 0,00

• Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:

Raiffeisenverband Westfalen-Lippe e.V.

Martin-Luther-King-Weg 8

48155 Münster

Entwicklung des Anlagevermögen

Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten:

Stand zum 01.10.2022
EUR
+ Zugänge
EUR
+/- Umbuchungen
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 647.153,97 97.876,42 0,00
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
647.153,97 97.876,42 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.119.290,92 9.967,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.077.075,18 1.302.097,62 * 268.645,99
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 287.757,20 575.860,32 -268.645,99
34.484.123,30 1.887.924,94 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.771.658,36 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 59.064,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 2.565.898,38 0,00 0,00
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 249.002,33 0,00 0,00
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 80.314,45 15.901,14 * 0,00
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 10.508.164,30 3.100.000,00 0,00
7. Sonstige Ausleihungen 3.796,86 6.227,07 0,00
16.237.898,68 3.122.128,21 0,00
Anlagevermögen insgesamt 51.369.175,95 5.107.929,57 0,00
- Abgänge
EUR
Stand zum 30.09.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 745.030,39
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
0,00 745.030,39
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 466.231,62 26.663.026,30
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.212.702,70 7.435.116,09
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 231.465,75 363.505,78
1.910.400,07 34.461.648,17
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 2.771.658,36
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 21.093,00 37.971,00
3. Beteiligungen 0,00 2.565.898,38
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 22.917,31 226.085,02
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 1.043,03 95.172,56
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 13.608.164,30
7. Sonstige Ausleihungen 2.791,14 7.232,79
47.844,48 19.312.182,41
Anlagevermögen insgesamt 1.958.244,55 54.518.860,97

* Zugänge enthalten die Werte aus der Verschmelzung mit der Rinderbesamungsgenossenschaft Aachen eG

Kumulierte Abschreibungen:

Stand zum 01.10.2022
EUR
+ Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
- Abgänge Geschäftsjahr
EUR
- Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Stand zum 30.09.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 578.643,38 71.019,42 0,00 0,00 649.662,80
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
578.643,38 71.019,42 0,00 0,00 649.662,80
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.758.032,96 514.162,20 311.576,52 0,00 13.960.618,64
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.295.239,18 1.101.570,14 1.149.749,23 0,00 5.247.060,09
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
19.053.272,14 1.615.732,34 1.461.325,75 0,00 19.207.678,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 985.456,27 0,00 0,00 0,00 985.456,27
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 492.042,70 0,00 0,00 95.650,10 396.392,60
7. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
1.477.498,97 0,00 0,00 95.650,10 1.381.848,87
Anlagevermögen insgesamt 21.109.414,49 1.686.751,76 1.461.325,75 95.650,10 21.239.190,40

Buchwerte:

30.09.2022
EUR
30.09.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 68.510,59 95.367,59
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
68.510,59 95.367,59
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.361.257,96 12.702.407,66
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.781.836,00 2.188.056,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 287.757,20 363.505,78
15.430.851,16 15.253.969,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.786.202,09 1.786.202,09
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 59.064,00 37.971,00
3. Beteiligungen 2.565.898,38 2.565.898,38
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 249.002,33 226.085,02
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 80.314,45 95.172,56
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 10.016.121,60 13.211.771,70
7. Sonstige Ausleihungen 3.796,86 7.232,79
14.760.399,71 17.930.333,54
Anlagevermögen insgesamt 30.259.761,46 33.279.670,57

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes.

Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.

 

Münster, 21. Februar 2024

gez. Georg Geuecke, Vorsitzender des Aufsichtsrates

sonstige Berichtsbestandteile

Unterschriften des Vorstandes:

 

Münster, 21. Februar 2024

Rinder-Union West eG

der Vorstand:

gez. Buxtrup

gez. Bormann

gez. Thoenes

gez. Dr. Baltissen

gez. Knops

gez. Mathweis

gez. Osterhaus

gez. Stalter

gez. Dr. Steinmann

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 21.03.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

An die Rinder-Union West eG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Rinder-Union West eG - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Rinder-Union West eG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Münster, 21. Februar 2024

gez. Steffi Große Breuing, Wirtschaftsprüferin

gez. Frank Niemer, Wirtschaftsprüfer

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