Union Investment Real Estate Digital GmbHLiquidiert

20355 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 162153
Eingetragen
31.3.2020
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Beratungsdienstleistungen für digitale und sonstige Services, die Konzeption und Entwicklung innovativer Softwarelösungen, die Erbringung von quartiers- und immobilienbezogenen Mehrwertservices sowie die Bereitstellung von Distributionskanälen hierfür.

Finanzübersicht

Historie

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Union Asset Management Holding AG

Frankfurt am Main

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bericht des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat und Präsidium

Der Aufsichtsrat und das von ihm gebildete Präsidium haben im Geschäftsjahr 2022 die Geschäftsführung des Vorstands nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Vorschriften überwacht sowie über die vorgelegten zustimmungsbedürftigen Geschäfte entschieden.

Zur Erfüllung seiner Aufgaben und in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften hat der Aufsichtsrat ein Präsidium gebildet, das insbesondere als Personalausschuss und Prüfungsausschuss tätig ist und die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereitet. Das Präsidium tagte im Jahr 2022 viermal. Der Aufsichtsrat wurde über seine Tätigkeit regelmäßig unterrichtet.

Im Jahr 2022 gab es folgende Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Präsidiums:

Mit Ablauf des 31. März 2022 schied Frau Heike Orth als Arbeitnehmervertreterin aus dem Aufsichtsrat aus und ging in den Ruhestand. Für sie rückte mit Wirkung ab dem 1. April 2022 bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai 2022 Frau Judith Bender als Arbeitnehmervertreterin in den Aufsichtsrat nach. Herr Professor Wolfgang Müller (bis zum Wechsel in den Ruherstand zum 31. Dezember 2022 Mitglied des Vorstands der BBBank eG) schied mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat dankt Frau Heike Orth, Frau Judith Bender und Herrn Professor Wolfgang Müller für ihre engagierte und wertvolle Unterstützung.

Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai 2022 endete im Übrigen die Mandatsperiode sowohl der zehn Anteilseignervertreter als auch der fünf Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung wählte am 17. Mai folgende zehn Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat: Ulrike Brouzi (Mitglied des Vorstands der DZ BANK AG), Dr. Matthias Hildner (Vorsitzender des Vorstands der Wiesbadener Volksbank eG), Marija Kolak (Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)), Oliver Lüsch (Vorsitzender des Vorstands der BBBank eG), Jörn Nordenholz (Vorsitzender des Vorstands der Volksbank Niedersachsen-Mitte eG, Hoya), Dr. Cornelius Riese (Co-Vorsitzender des Vorstands der DZ BANK AG), Dr. Norbert Rollinger (Vorsitzender des Vorstands der R+V Versicherung AG), Stefan Schindler (Vorsitzender des Vorstands der Sparda-Bank Nürnberg eG), Georg Schneider (Vorsitzender des Vorstands der VR-Bank Handels- und Gewerbebank eG, Gersthofen) und Andreas Theis (Mitglied des Vorstands der Volksbank Eifel eG, Bitburg). Die Belegschaft wählte folgende fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat: Thorsten Bartsch (Gruppenleiter Redaktions- und Trainingsmanagement, Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main), Susanne Heidecke (Betriebsrätin, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main), David Milleker (Betriebsrat, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main), Wolfgang Nett (Vertriebsdirektor, Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main) und Claudia Vives Carrasco (Fachmanagerin Immobilien, Union Investment Real Estate GmbH). Die Mandatsperiode aller 15 Aufsichtsratsmitglieder reicht bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach Beginn der Amtszeit beschließt, also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2027.

In seiner konstituierenden Sitzung am 17. Mai 2022 wählte der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat Herrn Dr. Cornelius Riese erneut zum Aufsichtsrats- und Präsidiumsvorsitzenden. Herr Andreas Theis wurde erneut zum stellvertretenden Aufsichtsrats- und Präsidiumsvorsitzenden gewählt. Zu Präsidiumsmitgliedern wurden außerdem Frau Ulrike Brouzi und Herr David Milleker wiedergewählt.

Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Über die Lage und die Entwicklung der Gesellschaft und des Konzerns sowie über den allgemeinen Geschäftsverlauf wurde dem Aufsichtsrat vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend schriftlich und mündlich Bericht erstattet. Darüber hinaus hat der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig über das laufende Geschäft und die zukünftige Geschäftspolitik einschließlich der strategischen und organisatorischen Ausrichtung der Union Investment Gruppe unterrichtet.

Der Aufsichtsrat hat sich mit der Risikosituation der Gesellschaft und des Konzerns sowie weiteren wesentlichen für das Investmentgeschäft typischen Risiken auseinandergesetzt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im vergangenen Geschäftsjahr fanden fünf Sitzungen statt. In diesen Sitzungen sowie anhand turnusmäßiger Berichte, insbesondere durch Quartalsberichte, wurde der Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die aktuelle Lage der Gesellschaft und des Konzerns, vor allem über die allgemeine Geschäftsentwicklung, wichtige Einzelvorgänge und die personelle Entwicklung, informiert. Die Unterrichtung des Aufsichtsrats über die Arbeit des Präsidiums erfolgte umfassend und kurzfristig. Darüber hinaus stimmte der Aufsichtsrat wesentlichen geschäftlichen Maßnahmen zu. Weitere Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzungen waren unter anderem die Budgetplanung, die Auswirkungen regulatorischer Veränderungen auf das Geschäft der Union Investment Gruppe sowie verschiedene Beteiligungsangelegenheiten.

Zwischen den Aufsichtsratssitzungen informierte der Vorstand das Gremium in schriftlicher Form über wichtige Vorgänge wie beispielsweise Personalangelegenheiten. In dringenden Fällen stimmte der Aufsichtsrat wesentlichen Geschäftsvorfällen zwischen den Sitzungen im Wege des schriftlichen Beschlussverfahrens zu. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, zugleich Vorsitzender des Präsidiums, erörterte auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstandsvorsitzenden wichtige Entscheidungen und besondere Einzelvorgänge.

Bericht gemäß § 289f Absatz 4 in Verbindung mit Absatz 2 Nr. 4 HGB

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat gemäß § 111 Absatz 5 AktG Zielgrößen bis zum 31. Dezember 2026 für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand der Gesellschaft festgelegt. Der für den Aufsichtsrat beschlossene Zielanteil beträgt 26,7 % (4 von 15). Im Berichtszeitraum betrug der Frauenanteil im Aufsichtsrat 26,7 % (4 von 15). Der für den Vorstand beschlossene Zielanteil beträgt 20 % (1 von 5). Im Berichtszeitraum betrug der Frauenanteil im Vorstand 20 % (1 von 5).

Außerdem hat der Vorstand der Gesellschaft gemäß § 76 Absatz 4 AktG Zielgrößen bis zum 31. Dezember 2026 für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt. Auf Bereichsleiterebene (erste Ebene nach Vorstand) beträgt die Zielgröße 25 % (1 von 4). Sie wurde im Berichtszeitraum eingehalten. Auf Abteilungsleiterebene (zweite Ebene nach Vorstand) beträgt die Zielgröße bis zum 31. Dezember 2026 7,14 % (1 von 14). Im Berichtszeitraum betrug der Frauenanteil 0 % (0 von 15). Aktuell liegt eine Unterschreitung der Zielgröße vor, bei Besetzung einer offenen Stelle in 2022 hat sich im Auswahlprozess im Rahmen der erfolgten Gesamtwürdigung der fachlichen und persönlichen Eignung ein männlicher Bewerber durchgesetzt.

Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfer

Durch die Hauptversammlung am 17. Mai 2022 war die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer gewählt und anschließend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung beauftragt worden.

Die PricewaterhouseCoopers GmbH hat als Abschlussprüfer den vom Vorstand aufgestellten und vorgelegten Jahresabschluss der Gesellschaft sowie den vom Vorstand aufgestellten und vorgelegten Konzernabschluss unter Einbeziehung der Buchführung der Lageberichte für die Gesellschaft und den Konzern für das Geschäftsjahr 2022 sowie den Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen als mit den gesetzlichen Vorschriften in Übereinstimmung stehend befunden. Sie hat hierüber jeweils den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Im Zusammenhang mit der Prüfung des Berichts des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat die PricewaterhouseCoopers GmbH bestätigt, dass nach ihrer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung "1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war, 3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Die Prüfungsberichte sind den Mitgliedern des Aufsichtsrats zugegangen und wurden umfassend beraten. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu.

Ausgehend von der in § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG kodifizierten Verpflichtung zur Überwachung der Qualität der Abschlussprüfung befasste sich der Aufsichtsrat im Jahr 2022 intensiv mit geeigneten Beurteilungskriterien und verabschiedete entsprechende Leitlinien.

Zur Überwachung der Qualität der Abschlussprüfung im Jahr 2022 hat der Aufsichtsrat die PricewaterhouseCoopers GmbH um einen Qualitätsbericht gebeten, in dem die von der Prüfungsgesellschaft getroffenen Prozesse und Maßnahmen zur Qualitätssicherung, u. a. zur Auftragsannahme und -fortführung sowie zur unabhängigen auftragsbegleitenden Qualitätssicherung, erläutert werden. Außerdem beurteilte der Aufsichtsrat selbst die Qualität der Abschlussprüfung anhand der von ihm zuvor beschlossenen Indikatoren.

Darüber hinaus hat sich das Präsidium des Aufsichtsrats zur Beurteilung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers in aggregierter Form über die im Jahr 2022 von den Einheiten des UMH Konzerns beim Abschlussprüfer oder bei Mitgliedern seines Netzwerks in Anspruch genommenen Nichtprüfungsleistungen informieren lassen.

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns eingehend ebenso geprüft wie das Präsidium des Aufsichtsrats (Prüfungsausschuss) unter Vorsitz von Herrn Dr. Cornelius Riese, das zur Vorbereitung der abschließenden Prüfung durch den Aufsichtsrat über diese Vorlagen in Anwesenheit des Abschlussprüfers ausführlich verhandelt hat. Es ergaben sich keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus den Konzernabschluss und den Lagebericht für den Konzern umfassend geprüft und über diese Vorlagen in Anwesenheit des Abschlussprüfers ebenfalls ausführlich verhandelt. Auch hierzu ergaben sich keinerlei Einwendungen.

Auch vom Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der Lageberichte für die Gesellschaft und den Konzern sowie des Berichts über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen durch den Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen. Mit dem Beschluss vom 23. Februar 2023 hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist. Dem Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an. Mit Beschluss vom heutigen Tag hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten und vorgelegten Konzernabschluss gebilligt.

Einwendungen gegen die Schlusserklärung des Vorstands in dem Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sind nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Aufsichtsrats nicht zu erheben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Jahr 2022 geleistete Arbeit.

 

Frankfurt am Main, 31. März 2023

Union Asset Management Holding AG,
Frankfurt am Main

Dr. Cornelius Riese, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

der Union Asset Management Holding AG

Hinweis

Der nachfolgende Lagebericht steht im Kontext mit den geprüften Finanzdaten und den Anhangsangaben. Der Lagebericht enthält auch in die Zukunft gerichtete Aussagen, die nicht auf historischen Tatsachen, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Zukunftsaussagen sind immer für den Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. Die Union Asset Management Holding AG (UMH) übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Diesbezüglich ist deutlich darauf hinzuweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ereignisse dahingehend beeinflussen können, dass diese von den prognostizierten wesentlich abweichen. Aus aktueller Sicht wesentliche Faktoren sind im Prognose-, Chancen- und Risikobericht und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben.

Hinweis: Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben, usw.) auftreten.

A Grundlagen des Konzerns

Die Union Asset Management Holding AG mit ihren Tochtergesellschaften (Union Investment) ist Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Zielsetzung und Strategie von Union Investment orientieren sich daher am Förderauftrag innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe (Prinzip der Subsidiarität). Die lokale Einheit von Primärbank und ihren Mitgliedern soll durch spezialisierte Dienstleister auf überregionaler Ebene unterstützt werden (Bündelung der Kräfte). Das Leistungsangebot von Union Investment richtet sich an private und institutionelle Kunden.

Im Retailgeschäft steht das Leistungsangebot von Union Investment exklusiv den Privatkunden der Partnerbanken zur Verfügung ("Verbund first"). Dabei verfolgt Union Investment einen zweistufigen Vertriebsansatz, das heißt die bedarfsorientierte Unterstützung des Beratungsprozesses der Partnerbanken. Durch Produkte und Dienstleistungen unterstützt Union Investment die Vertriebspartner entlang der Wertschöpfungskette und bietet diesen eine möglichst passgenaue Besetzung des Geschäftsfeldes Asset Management.

Das Leistungsangebot des Geschäftsfelds Institutionelle Kunden richtet sich an institutionelle Anleger unterschiedlicher Größenklassen. Kunden aus dem Kreis der Genossenschaftlichen FinanzGruppe sind Primärbanken sowie die anderen Spezialinstitute, aber auch Firmenkunden der genossenschaftlichen Primärbanken. Darüber hinaus konkurriert Union Investment auch um Anlagegelder institutioneller Investoren außerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, wie zum Beispiel Pensionskassen, Versorgungswerke, Versicherungen.

Die Kernregionen der Privatkunden-Geschäftsaktivitäten von Union Investment sind das Geschäftsgebiet der Genossenschaftlichen FinanzGruppe (Deutschland) sowie der Volksbanken in Österreich. Der regionale Fokus des Geschäfts mit institutionellen Kunden liegt schwerpunktmäßig ebenfalls auf Deutschland, ergänzt um eine selektive Auslandsmarktbearbeitung. Die wesentlichen Standorte der Asset Management-Einheiten von Union Investment sind dabei Frankfurt, Hamburg, Erlangen, Luxemburg, Wien und Paris.

1 Umfasst die im Konsolidierungskreis des UMH Konzerns enthaltenen Unternehmen, Stand 31.12.2022.

Die Union Investment Gruppe besteht aus verschiedenen Einzelgesellschaften mit der Uni-on Asset Management Holding AG (UMH) als Führungsgesellschaft. Der Konsolidierungskreis der UMH enthält aktuell 19 Beteiligungsunternehmen. 1 Die bedeutendsten Beteiligungen des UMH-Portfolios lassen sich untergliedern nach:

Kapitalverwaltungsgesellschaften im In- und Ausland:

Bündelung der Asset Management-Kompetenz für unterschiedliche Managementstile, Asset-Klassen oder regionale Kapitalmärkte.

Wertpapierinstitute/-firmen im In- und Ausland:

Angebot differenzierter Portfoliomanagement-, Anlageberatungs-, Fondsbrokerage-, Vertriebs- und Betreuungsleistungen sowie Bereitstellung von Investmentdepots.

Finanzunternehmen:

Übernahme und Verwaltung von Beteiligungen zum Erwerb von Immobilien.

Anbieter von Nebendienstleistungen:

Bereitstellung von Dienstleistungen aus den Bereichen Fondsadministration und Infrastruktur sowie Ankauf, Verkauf und Bewirtschaftung von Immobilien.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gesellschaften:

Im Außenverhältnis erfolgt die Führung der Union Investment Gruppe über die einzelnen Gesellschaften als juristische Personen. Im Innenverhältnis ist das Steuerungskonzept von Union Investment durch eine durchgängige gesellschafts- und standortübergreifende Organisation nach Segmenten gekennzeichnet. Die Kernkompetenzfelder Marktbearbeitung und Portfoliomanagement sind jeweils in zwei Segmenten organisiert: Segmente Privatkunden und Institutioneile Kunden sowie Segmente Portfoliomanagement und Immobilien. Darüber hinaus gibt es die Segmente Fondsdienstleistungen (Fondsadministration, Investmentdepotgeschäft, Fondsbrokerage) und Infrastruktur (IT, Strategischer Einkauf, Business Services, Projektmanagement).

Die Gesellschaften der Union Investment Gruppe werden grundsätzlich den Segmenten zugeordnet. Zum Teil erfolgt dabei die Aufteilung einzelner Einheiten einer Gesellschaft auf jeweils unterschiedliche Segmente. Ausnahmen hiervon bilden aufgrund ihrer Eigentümerstruktur nicht-integrierte Gesellschaften wie Jointventures (zum Beispiel BEA Union Investment) sowie Union Investment-Beteiligungen, bei denen aufgrund ihres Geschäftsmodells oder anderer Kriterien eine eigenständige Führung vorteilhaft ist (zum Beispiel die Unternehmen der ZBI Gruppe). Diese Gesellschaften werden über das jeweilige Aufsichtsgremium gesteuert.

Als Asset Manager konzentriert sich Union Investment auf die Anlagebedürfnisse von privaten und institutionellen Kunden. Sie bietet den Privatanlegern Produkte und Dienstleistungen von der privaten Altersvorsorge über Ansparlösungen bis zum Vermögensaufbau. Zu den erfolgreichsten Lösungen zählten im Jahr 2022 global investierende Aktienfonds (unter anderem aus der "UniGlobal"-Produktgruppe) sowie die unter "Unilmmo" angebotenen offenen Immobilienfonds von Union Investment. Als absatzstark erwiesen sich daneben die auf Nachhaltigkeit ausgelegten Produktvarianten etablierter Union Investment-Fonds. Darüber hinaus werden den Privatanlegern zahlreiche Produkte aus der Palette der Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds, offene Immobilienfonds, Mischfonds, Dachfonds und wertgesicherten Fonds angeboten.

In Bezug auf institutionelle Anleger ist Union Investment als eine der größten deutschen Fondsgesellschaften in der Lage, eine große Bandbreite der verschiedensten Formate anzubieten. Diese umfasst neben klassischen Spezialfonds und einer Vielzahl unterschiedlich konzipierter institutioneller Fonds auch Advisory- und Outsourcing-Mandate sowie die institutionelle Vermögensverwaltung.

Der Unternehmensgegenstand der UMH selbst umfasst im Wesentlichen den Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen, insbesondere an Kapitalverwaltungsgesellschaften im In- und Ausland, für eigene Rechnung. Ferner beinhaltet der Unternehmensgegenstand die Erbringung von sonstigen Dienstleistungen ausschließlich für Tochtergesellschaften, soweit diese nicht aufgrund eines Gesetzes einer besonderen Erlaubnis bedürfen, sowie die Vornahme von Rechtsgeschäften und Handlungen, die für die Erreichung des Unternehmensgegenstandes unmittelbar oder mittelbar erforderlich oder nützlich sind.

Bei den im Konsolidierungskreis der UMH enthaltenen Unternehmen kommt es regelmäßig zu gesellschaftsrechtlichen oder wesentlichen geschäftspolitischen Änderungen.

Die Anteile an den assoziierten Unternehmen compertis Beratungsgesellschaft für betriebliches Vorsorgemanagement mbH, Wiesbaden, und R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft, Wiesbaden, wurden im Geschäftsjahr veräußert.

Ferner wurde die Gesellschaft UIR Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg, zum 31. Dezember 2022 entkonsolidiert, da der Einfluss der Gesellschaft auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des UMH-Konzerns unwesentlich ist.

B Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1. Kapitalmärkte

Bereits zu Beginn des Jahres 2022 trübte sich das Kapitalmarktumfeld ein. Nach Wochen steigender Spannungen zwischen Russland und der Ukraine bzw. dem Westen verschärfte der russische Einmarsch in die Ukraine die sicherheitspolitische Lage massiv. Der Westen erließ daraufhin Sanktionen, Russland antwortete mit Gegensanktionen. Die Unsicherheit um die Auswirkungen auf Konjunktur, die sich zuvor schon abzukühlen begann, und die bereits im Vorfeld anziehende Inflation nahm mit Kriegsbeginn deutlich zu. Das erhoffte Aufholen und Abarbeiten von Aufträgen, die aufgrund der Lieferengpässe in 2021 aufgelaufen waren, kam durch den Ukraine-Krieg erneut ins Stocken. Die vor allem wegen der hohen Rohstoffpreise weiter steigende Teuerung dämpfte die Konsumlaune, während China mit harten Lockdowns gegen aufflammende Corona-Infektionsherde ankämpfte. Im Ergebnis ging das weltweite Wachstumstempo zurück. Ein wirtschaftlicher Einbruch wie zu Beginn der Corona-Krise konnte aber vermieden werden. Vor allem der US-Konsum erwies sich trotz einer Abschwächung bislang als Konjunkturstütze. Darüber hinaus hat die US-Regierung im Sommer ein neues Konjunkturprogramm verabschiedet, das vor allem mittelfristig seine Wirkung entfalten dürfte.

Dennoch werden der Ukraine-Krieg und seine Folgen noch länger das Wachstum -vor allem in Europa -belasten, zumal ein Ende der Kampfhandlungen weiterhin nicht in Sicht ist. Der Krieg und die von den westlichen Industrieländern gegen Russland verhängten Sanktionen haben zu ausgeprägten Knappheiten auf den Rohstoffmärkten geführt, vor allem im Bereich der Energie- und Agrarrohstoffe. Im Fokus stehen dabei der nordatlantische Energiemarkt, an dem insbesondere der Ausfall von bislang aus Russland bezogenen Ölprodukten wie bspw. Diesel schwer wiegen. Eine Gasverknappung in Deutschland dürfte in diesem Winter aufgrund der hohen Füllstände der Gasspeicher vermieden werden, was bei hohen Gaspreisen über den vergangenen Sommer teuer erkauft wurde. In vielen Regionen der Welt ist die Inflation auf zweistellige Werte angestiegen, da ein knappes Güterangebot auf eine robuste Nachfrage traf, die zum Teil noch immer von Nachholeffekten aus der Pandemie getrieben war.

Hohe Verluste bei Aktien und Renten - Gewinne bei Währungen und Öl

Wertentwicklung 2022 (in %)

Aktien

Renten

Rohstoffe

Währungen

1 Hartwährungen.

Quelle: Union Investment, Refinitiv; Stand: 31. Dezember 2022. Indizes: DAX, EURO STOXX 50, S&P 500, Nikkei 225, MSCI Emerging Markets, jew. Net-Return-Variante; JPM GBI EMU Germany 1-10Y, iBOXX Euro Sovereigns, ICE BofA Euro Corporates, ICE BofA Euro Yield, JPM EMBI Global Diversified, jew. Total-Return-Variante; S&P GSCI Brent Crude Dyn. Roll, S&P GSCI Gold Dyn. Roll und S&P GSCI Copper Dynamic Roll, jew. Excess-Return-Varante.

Die Angaben zur Wertentwicklung basieren auf Vergangenheitswerten und lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Aufgrund der hohen Inflation hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im März begonnen, die Leitzinsen zu erhöhen. Dieser ersten Zinsanhebung ließ sie sechs weitere mit Schriftgrößen von 50 und 75 Basispunkten folgen. Insgesamt hat sie den Leitzins 2022 um 425 Basispunkte angehoben. Im Euroraum hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins ab Juli in vier Schritten um 2,5 Prozentpunkte erhöht. Zudem sind die Anleiheankaufprogramme zum Ende des zweiten Quartals ausgelaufen.

Mit Ausnahme von Energierohstoffen, deren Preise durch die Verknappungen stark anzogen, verzeichneten alle Anlage- und Subanlageklassen in den ersten drei Quartalen 2022 deutliche Kursverluste. Die Kombination von anschwellender Inflation und restriktiverer Geldpolitik ließ an den Rentenmärkten die Renditen sicherer Staatsanleihen stark ansteigen und lastete auf dem Goldpreis. In Verbindung mit zunehmenden Konjunkturrisiken erhöhten sich bei Peripherie-, Unternehmens- und Schwellen-Iänderanleihen zusätzlich die Renditeaufschläge (Spreads). Diese Marktsegmente verloren daher ebenso zweistellig an Wert wie das Gros der Aktienmärkte. Die Sorgen vor einer Rezession haben zu einer größeren Unsicherheit hinsichtlich der bislang robusten Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und in der Folge der zukünftigen Entwicklung der Unternehmensgewinne geführt. Der US-Dollar profitierte von der restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank und dem Krieg in der Ukraine und erreichte gegenüber dem Euro für mehrere Wochen die Parität. Mit Beginn des vierten Quartals keimten Hoffnungen auf, dass die Notenbanken in Anbetracht eines baldigen Inflationshochpunkt die Zinserhöhungen zügig beenden könnten. Im Zuge dessen konnten Aktien, Gold und Anleihen mit Risikoaufschlag einen Teil der zuvor aufgelaufenen Verluste wieder wettmachen. Dennoch verblieben für das Gesamtjahr überwiegend deutliche Kursverluste in nahezu allen Anlageklassen.

Geldpolitik bremst Konjunktur, um erhöhte Inflation zu bekämpfen

BIP-Prognosen (in %)

Quelle: Union Investment; Stand: 13. Januar 2023.

Inflationsprognosen (in %)

Quelle: Union Investment; Stand: 13. Januar 2023.

Die Lage an den Kapitalmärkten dürfte zunächst schwierig bleiben, bevor eine Besserung eintritt. Wirtschaftlich wird 2023 herausfordernd, denn in den westlichen Ländern wird sich eine Rezession zu Beginn des Jahres kaum vermeiden lassen. Während das Wachstum in den USA durch die schnelle und scharfe Straffung der Geldpolitik nachgeben dürfte, ist der Abschwung in Europa das Ergebnis der Energiekrise und der hohen Inflation. Für das Gesamtjahr erwarten unsere Volkswirte für die USA ein leicht steigendes Bruttoinlandsprodukt (+0,3 Prozent), im Euroraum eine um 0,4 Prozent schrumpfende Wirtschaft. In Deutschland dürfte der Rückgang durch die hohen Energiekosten sowie eine schwache Nachfrage von Konsumenten und aus dem Ausland noch etwas stärker ausfallen. In China sollte sich nach der Beendigung der Null-Covid-Politik das Wachstum 2023 wieder etwas beschleunigen.

Die Inflation wird nach unserer Einschätzung strukturell höher bleiben, als wir es in den vergangenen zehn Jahren gewohnt waren. Der bereits Ende 2022 ersichtliche Trend zu sinkenden Inflationsraten sollt sich 2023 fortsetzen. Gründe dafür sind neben statistischen Basiseffekten die sich verlangsamende Wirtschaft, eine Normalisierung der Lieferketten sowie Bremseffekte durch die weltweit gestraffte Geldpolitik. Im Ergebnis dürfte die Teuerung in den USA in diesem Jahr um 4,0 Prozent zulegen, während sie im Euroraum noch bei 6,8 Prozent liegen sollte.

Die sinkenden Inflationsraten verringern zwar den geldpolitischen Handlungsdruck, so dass die Zentralbanken Ende 2022 das geldpolitische Straffungstempo drosseln konnten. Dennoch werden die Notenbanker in Washington, London und Frankfurt nicht müde zu betonen, dass die Inflation zuerst noch deutlich sinken muss, bevor sie die Zinserhöhungen stoppen werden. Unsere Volkswirte erwarten noch einen weiteren Zinsschritt der Fed von 25 Basispunkten im Februar. Die EZB dürfte hingegen noch bis Maidie Leitzinsen um insgesamt 125 Basispunkte anheben und dann pausieren. Zudem rückt der Abbau der Notenbankbilanz im Jahresverlauf auf die Tagesordnung, der die Liquidität im Finanzsystem verknappen wird.

Durch die Bremseffekte der Geldpolitik dürfte das Umfeld für die Kapitalmärkte zunächst anfällig bleiben. Im weiteren Verlauf sollte das Ausbleiben einer schweren Rezession stärker die Sicht der Investoren prägen, so dass zunehmend mit verhaltenem Konjunktur- und Inflationsoptimismus zu rechnen ist. Somit bergen die ersten Handelswochen des neuen Jahres die Gefahr von Rücksetzern an den Kapitalmärkten, ehe sich im weiteren Jahresverlauf die Aussichten nach und nach aufhellen dürften. Je stärker wir uns dem bevorstehenden Wendepunkt bei der Geldpolitik nähern, desto begrenzter wird das Potenzial für weitere Renditeanstiege an den Rentenmärkten. Gleichzeitig befinden wir uns wieder auf Renditeniveaus, die für viele Investoren eine Anlage in sicheren Anleihen attraktiv machen. Aufgrund der begrenzten fundamentalen Risiken bei qualitativ hochwertigen Schuldnern sind besonders Unternehmensanleihen gute Bonität attraktiv. Bei den anderen Rentensegmenten steht aufgrund konjunktureller und politischer Risiken besonders die sorgfältige Titelauswahl im Fokus.

Dies gilt auch für die Aktienmärkte. Die milde Rezession wird dazu führen, dass die Unternehmensgewinne global um bis zu rund zehn Prozent schrumpfen. Mittelfristig wird das Wachstum aber zulegen und damit ein weniger knappes Gut werden als in den zurückliegenden Jahren, wovon vor allem Substanzaktien profitieren dürften. Zudem sollte der Druck auf die Bewertungen über die Zinsseite im Jahresverlauf nachlassen. Bei den Rohstoffen dürften Industriemetalle im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien gefragt bleiben. Insgesamt wird sich im Jahr 2023 unserer Erwartung nach Geduld auszahlen.

2. Immobilienmärkte

Nachdem die Auswirkungen der Corona-Pandemie weitgehend überwunden waren, begann das Jahr 2022 mit einer sehr starken Nachfrage nach Immobilien. In den ersten beiden Quartalen wurden jeweils neue Transaktionsrekorde auf den europäischen Immobilienmärkten aufgestellt. Bedingt durch die stark steigenden Inflationsraten, die eine Folge der Coronapandemie sowie des Krieges in der Ukraine waren, erhöhten die Zentralbanken dann aber weltweit die Zinsen. Auch die Immobilienmärkte blieben von dieser Entwicklung nicht unberührt. Auf der einen Seite sind die Finanzierungskosten für Immobilienkredite deutlich gestiegen, was dazu geführt hat, dass Investoren, die mit einem hohen Fremdkapitaleinsatz agieren, sich weitgehend vom Markt zurückgezogen haben. Gleichzeitig sind die Renditeanforderungen der am Markt verbliebenen eigenkapitalstarken Investoren jetzt höher, so dass die Immobilienpreise unter Druck geraten sind und spürbar korrigiert haben. Auf der anderen Seite profitierten Bestandsportfolios durch indexierte Mietverträge von den hohen Inflationsraten.

Im Bürobereich war im Jahresverlauf 2022 auf zahlreichen Immobilienmärkten eine spürbare Erholung der Mieternachfrage zu beobachten. Dennoch wurde bei der Mehrzahl der internationalen Büromärkte ein Anstieg der Leerstandsrate registriert, da die zuletzt hohen Fertigstellungen neuer Büroflächen noch nicht vollständig von der wieder anziehenden Nachfrage absorbiert werden konnten. Die Büromieten in den USA zeigten sich weiterhin überwiegend stabil, in Europa und in Asien-Pazifikwar bei der Mehrzahl der bedeutsamsten Büromärkte Mietpreiswachstum zu beobachten.

Die Nachfrage nach Logistikflächen war auch im Jahr 2022 sehr hoch. Die derzeitigen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen haben sich demnach nicht negativ auf die Flächenumsätze ausgewirkt. Nach wie vor bauen viele Unternehmen ihre Lagerkapazitäten aus, um die Abhängigkeit von äußeren Einflüssen zu reduzieren, und auch der weiterhin kontinuierlich wachsende E-Commerce erhöht die Flächennachfrage. Gleichzeitig besteht ein Angebotsmangel, der sich perspektivisch vor dem Hintergrund der verteuerten Finanzierungskonditionen sowie dem Anstieg der Baukosten fortsetzen dürfte. Der sehr hohe Wettbewerb gerade um urbane Flächen und moderne Gebäude dürfte dafür sorgen, dass die Mieten für Logistikflächen auch in Zukunft noch weiter steigen werden.

Bedingt durch die hohen Inflationsraten hat sich die Konsumentenstimmung deutlich eingetrübt. Die Haushalte sind aufgrund der gestiegenen Energiepreise und der überall gestiegenen Preise vielfach zum Sparen gezwungen. Dennoch zeigten sich die Spitzenmieten im Einzelhandel fast überall stabil, da die Umsätze nominal deutlich gestiegen sind und sich die Relation Miete zu Umsatz für viele Händler verbessert hat. Auch im Einzelhandelsbereich waren steigende Spitzenrenditen zu beobachten, wobei die Anstiege jedoch oftmals geringer ausfielen als in anderen Nutzungsarten.

Im Jahr 2022 verzeichneten alle europäischen Hotelmärkte gegenüber den beiden noch stark durch die Corona-Pandemie geprägten Vorjahren steigende Hotelzimmer-Auslastungsraten, Zimmerpreise und Zimmererlöse. Insbesondere in der durch Freizeittourismus geprägten Sommersaison erreichten die wichtigen Hotelkennzahlen vielerorts bereits wieder das Vorkrisenniveau von 2019. Im Gesamtjahr verbuchte sogar die Mehrzahl der europäischen Hotelmärkte gegenüber 2019 einen Anstieg der durchschnittlichen Zimmerpreise. Allerdings blieben die Auslastungsraten der Hotels flächendeckend noch hinter denen des Jahres 2019 zurück, sodass auch die Zimmererlöse vielerorts noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreichten. Die Erholung der europäischen Hotelmärkte sollte mittelfristig weiter voranschreiten, wobei die aktuell hohe Inflation die Nachfrage zunächst wieder etwas dämpfen dürfte.

Das Jahr 2023 wird vermutlich in fast allen Weltregionen durch rezessive Tendenzen geprägt sein. Dennoch wird sich der Mietpreisanstieg in den meisten Nutzungsarten voraussichtlich in abgeschwächter Form fortsetzen, da qualitativ hochwertige Flächen in den zentralen Lagen weiterhin knapp und gefragt sein dürften. Auch wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 der Anpassungsprozess bei den Renditen weitgehend abgeschlossen sein, so dass sich der Transaktionsmarkt langsam wieder beleben wird. Dann dürfte auch wieder der Ankauf von attraktiven Immobilen zu guten Konditionen möglich sein. Der Markt wird auch 2023 und 2024 durch eigenkapitalstarke Investoren geprägt sein.

3. Absatz und Fondsvermögen

Branchensituation Publikumsfonds

Die deutsche Investmentbranche verzeichnete in diesem Umfeld bis einschließlich September 2022 bei den Wertpapier-Publikumsfonds insgesamt Nettomittelrückflüsse in Höhe von -12,4 Mrd. Euro. Besonders hohe Rückflüsse wiesen Rentenfonds (-13,5 Mrd. Euro) und Geldmarktfonds (-9,0 Mrd. Euro) aus, während zuvorderst Mischfonds mit 14,8 Mrd. Euro merkliche Nettomittelzuflüsse verbuchten. Die anderen Assetklassen im Bereich der Wertpapier-Publikumsfonds verbuchten per Saldo Nettomittelrückflüsse in Höhe von -7,7 Mrd. Euro. Die Offenen Immobilienfonds erreichten einen positiven Nettoabsatz in Höhe von 4,0 Mrd. Euro (Quelle: BVl-lnvestmentstatistik September 2022).

Branchensituation Spezialfonds

Die deutsche Investmentbranche erzielte im Jahr 2022 in den von ihr verwalteten offenen Wertpapierspezialfonds Nettomittelzuflüsse in Höhe von 52,4 Mrd. Euro (Stand: 30. November 2022), die sich damit niedriger als im Vorjahr (30. November 2021: 105,5 Mrd. Euro) bewegten. Das in offenen Wertpapierspezialfonds verwaltete Volumen lag Ende November 2022 mit 1.986,9 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr (2.166,4 Mrd. Euro per 30. November 2021) auf niedrigerem Niveau (Quelle: BVl-Statistik).

Branchensituation Immobilienfonds

Während die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie im Geschäftsjahr 2022 abflachten, sah sich die Branche mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Geopolitische Verschiebungen, der Krieg in der Ukraine, eine schwächelnde Weltwirtschaft, steigende Zinsen, die wiederum zu einer hohen Volatilität an den Kapitalmärkten und schwierigeren Rahmenbedingungen an den Immobilienmärkten führten, verlangsamten das Wachstum des Marktes für offene Immobilienfonds. Laut BVI erreichten die 64 offenen Immobilienfonds (ohne offene Spezialfonds) am deutschen Markt mit Stand November 2022 ein Fondsvolumen von 131,0 Mrd. Euro (Stand November 2021: 124,9 Mrd. Euro). Durch die aktiv am Markt vertriebenen Produkte flossen der Branche bis Ende November 2022 insgesamt 4,3 Mrd. Euro netto an neuen Mitteln zu. Dies belegt zwar das grundsätzliche Vertrauen der Anleger in diese Anlageklasse, liegt jedoch unter dem Wert des Vorjahres (Stand November 2021: 6,6 Mrd. Euro). Nachrichtlich ist zu erwähnen, dass sich weiterhin 14 Fonds mit 0,6 Mrd. Euro Fondsvolumen in Abwicklung befinden.

II. Geschäftsentwicklung im Einzelnen

1. Assets under Management und Wertentwicklungen im Überblick

1.1 Fondsgeschäft/Assets under Management

Die Anzahl der aufgelegten beziehungsweise als Verwaltungsmandate übernommenen Produkte bei den Beteiligungsgesellschaften der UMH lag 2022 mit 1.196 Produkten (Vorjahr 1.197) auf dem Niveau des Vorjahres.

Das Volumen der Assets under Management verringerte sich 2022 von 454,1 Mrd. Euro (Stand per 31. Dezember 2021) auf 413,1 Mrd. Euro (-41,0 Mrd. Euro). Die Verringerung resultierte aus der negativen Wertentwicklung an den internationalen Kapitalmärkten. Gegenläufig wirkten die positiven Nettomittelzuflüsse.

Die Entwicklung der Assets under Management im Jahr 2022 lässt sich insgesamt wie folgt zusammenfassen:

Das Volumen der Publikumsfondsverringerte sich um -28,7 Mrd. Euro auf 235,1 Mrd. Euro.

Das Volumen der Spezialfonds verringerte sich um -4,8 Mrd. Euro auf 141,7 Mrd. Euro.

Das Volumen der anderen Formate (Advisory-Mandate und Vermögensverwaltung) abzüglich der fremdvergebenen Mandate lag mit 36,3 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau (43,8 Mrd. Euro).

Volumen der Assets under Management

Das Volumen der Assets under Management der Union Investment Gruppe stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Fondsvermögen 376.834.713 410.304.181 -33.469.468
Volumen in anderen Formaten 51.683.105 61.262.434 -9.579.329
Davon Fondsgebundene Vermögensverwaltung 6.080.098 7.244.865 -1.164.767
Davon Institutionelle Vermögensverwaltung 6.089.842 7.366.094 -1.276.252
Davon Advisory und Outsourcing 39.513.165 46.651.475 -7.138.310
Fremdvergebene Mandate -15.402.478 -17.467.105 2.064.627
Gesamt 413.115.340 454.099.510 -40.984.170

Unter dem Dach der UMH verwaltet die Union Investment Gruppe zum Berichtsstichtag insgesamt 413.115.340 TEuro Assets under Management (Vorjahr: 454.099.510 TEuro). Das Fondsvermögen verteilt sich auf von ihr aufgelegte Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds, Mischfonds, Sonstige Wertpapierfonds, Wertgesicherte Fonds, Immobilienfonds, Alternative Anlagefonds und Hybridfonds.

Daneben verwaltet die Union Investment Gruppe Assets im Rahmen von fondsgebundener Vermögensverwaltung, institutioneller Vermögensverwaltung, Advisory und Outsourcing sowie Private Banking. Als Abzugsposten wird das Fondsvolumen derjenigen Fonds berücksichtigt, die von der Union Investment Gruppe aufgelegt werden, deren Portfoliomanagement aber fremdvergeben ist. Die Definition der Assets under Management orientiert sich hierbei an der Gesamtstatistik des BVI Bundesverbands Investment und Asset Management e.V. (BVI), Frankfurt am Main.

Nettoabsatz der Assets under Management

Der Nettoabsatz der Assets under Management der Union Investment Gruppe verteilt sich wie folgt:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Nettoabsatz Fondsvermögen 16.133.248 38.152.434 -22.019.186
Nettoabsatz in anderen Formaten 1.155.355 3.624.548 -2.469.193
Davon Institutionelle Vermögensverwaltung -478.991 -2.480.630 2.001.639
Davon Advisory und Outsourcing -332.531 2.270.679 -2.603.210
Nettoveränderung Fremdvergebene Mandate 238.301 -1.261.835 1.500.136
Gesamt 17.526.904 40.515.147 -22.988.243

Der Nettoabsatz der Assets under Management ergibt sich als Saldo der Zu- und Rückflüsse in den zu den Assets under Management zählenden Produktformaten. Er beträgt im Geschäftsjahr 17.526.904 TEuro (Vorjahr: 40.515.147 TEuro).

Volumen der Fondsvermögen

Das Volumen der Fondsvermögen der Union Investment Gruppe stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Publikumsfonds 235.147.199 263.864.181 -28.716.982
Aktienfonds 74.746.217 83.726.726 -8.980.509
Rentenfonds 34.466.357 45.359.135 -10.892.778
Geldmarktfonds 1.253.013 866.729 386.284
Mischfonds 71.688.042 81.449.537 -9.761.495
Sonstige Wertpapierfonds 1.174.972 1.847.615 -672.643
Altersvorsorge-Sondervermögen - - -
Wertgesicherte Fonds 1.894.664 2.601.269 -706.605
Offene Immobilienfonds 46.982.616 44.013.641 2.968.975
Alternative Anlagefonds 1.699.486 2.122.733 -423.247
Hybridfonds 1.241.832 1.876.796 -634.964
Spezialfonds 141.687.513 146.440.000 -4.752.487
Aktienfonds 619.983 743.620 -123.637
Rentenfonds 15.730.086 17.623.025 -1.892.939
Mischfonds 83.636.787 89.164.490 -5.527.703
Sonstige Wertpapierfonds 383.967 549.223 -165.256
Wertgesicherte Fonds 15.523.202 16.923.607 -1.400.405
Immobilien-Spezialfonds 15.893.544 13.161.249 2.732.295
Alternative Anlagefonds 9.899.944 8.274.786 1.625.158
Gesamt 376.834.713 410.304.181 -33.469.468

1.2 Wertentwicklung der Fonds der Union Investment Gruppe

Im Angesicht der schwachen Konjunkturdynamik, der hohen Inflation, der Zinswende der Notenbanken sowie des Kriegs in der Ukraine und seiner anderen Folgen gaben alle Haupt-Composites im Jahr 2022 sowohl absolut wie auch in der relativen Betrachtung nach. Über längere Zeiträume (drei bzw. fünf Jahre) liegt sowohl absolut wie relativ nur noch der Composite Aktien deutlich im Plus. Die volumengewichtete Outperformerquote über alle Fonds lag auf Jahressicht bei 33,5 Prozent, in den längeren Zeiträumen bei 61,1 und 77,8 Prozent.

Union Composites im Benchmark-Vergleich (1 Jahr) 1
(Angaben in %)

Quelle: Union Investment auf Basis PEARL; Stand: 30. Dezember 2022.

1 Wertentwicklung seit 1. Januar 2022; Rundungsdifferenzen sind möglich; Geld markt/Renten 0 -1: Geldmarktfonds und Kurzläufer-Rentenfonds, die mit Geldmarktfonds vergleichbar sind (Restlaufzeit der Titel < 1 Jahr); Balanced: Mischfonds/MultiAsset Fonds; Asymmetrische dynamische Fonds: IMMUNO & KONVEXO Fonds ohne Laufzeitbegrenzung.

Die verwalteten Aktienfonds verloren absolut im Durchschnitt 13,9 Prozent und lagen damit 1,4 Prozentpunkte unter dem Mittel ihrer Vergleichsindizes. Am geringsten fielen die Verluste in den Composites Aktien Euroland (-12,3 Prozent) und Aktien Europa (-12,7 Prozent) aus. Die globalen Aktienfonds folgten mit einem Minus von 13,0 Prozent mit geringem Abstand. Deutlich höher waren die Rückgänge bei den Aktien Deutschland-Fonds, die im Mittel 24,2 Prozent abgaben. In der Betrachtung gegenüber ihrer Vergleichsindizes erzielten nur die Composites Aktien Nordamerika Blend und Aktien Euroland mit +1,1 bzw. +0,1 Prozentpunkten ein positives Alpha. Die übrigen Composites konnten ihre Benchmarks nicht schlagen.

Bei den Rentenfonds verloren die wichtigen Composites Renten EUR Staatsanleihen, Renten EUR Aggregate und Renten EUR Unternehmensanleihen IG (ohne Laufzeitbegrenzung) im Jahresvergleich 8,7, 11,6 bzw. 14,7 Prozent. Während der erstgenannte damit leicht vor seiner Benchmark lag (+0,1 Prozentpunkte), rangierten die beiden anderen mit-0,3 bzw. -0,9 Prozentpunkte etwas stärker dahinter. Grund dafür ist das schwierige Rentenmarktumfeld der letzten zwölf Monate, in dem sowohl die Renditen als auch die Risikoaufschläge gestiegen sind. Daher lag auch die Wertentwicklung der Geldmarkt- und Rentenfonds mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr auf Jahressicht bei -1,5 Prozent, womit sie um einen Prozentpunkt schlechter als ihre Benchmark abschnitten.

Die gemischten Mandate gaben im Schnitt um 14,2 Prozent nach, 1,2 Prozentpunkte mehr als ihre Vergleichsindizes. Die asymmetrisch-dynamischen Wertsicherungsprodukte verloren 6,8 Prozent und lagen damit 1,4 Prozentpunkte hinter ihren Benchmarks. Im Bereich Absolute Return verzeichneten die Mandate im Durchschnitt Verluste von 6,8 Prozent, 3,4 Prozentpunkte mehr als ihre Vergleichsindizes.

Immobilienfonds für Privatanleger

Nach einem herausfordernden Pandemie-Jahr 2021 sah sich Union Investment auch im Geschäftsjahr 2022 durch geopolitische, wirtschaftliche und zuletzt finanzielle Verwerfungen stark herausgefordert. Nach dem kontinuierlichen Wachstum der letzten Jahre konzentrierte sich das Unternehmen im Jahr 2022 in vielen Bereichen auf die Chancen, die das herausfordernde Marktumfeld bot und konnte den bisherigen Wachstumspfad weiterverfolgen. Als eigenkapitalstarker Investor hat Union Investment auch bei steigenden Immobilienrenditen erfolgreich Investments verfolgt und ein weiteres Wachstum im Privatkundenbereich verzeichnet. Das Vermietungsgeschäft wurde trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten erfolgreich vorangetrieben und das Inflationsumfeld für Mieterhöhungen per Indizes genutzt. Eine Risikovorsorge aufgrund bonitätsschwacher Mieterstrukturen wurde nur noch in ausgewählten Fällen umgesetzt. Der Gebäudebestand wurde vor dem aktuellen Hintergrund auf seine Energieeffizienz geprüft und entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Trotz der Herausforderungen an den Investmentmärkten, standen die Zeichen im Jahr 2022 weiter auf Wachstum. Die Fonds (UIR, URA, ZBI) konnten im Jahresverlauf erfolgreich 10 Liegenschaften mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1.157 Mio. EUR erwerben. Das Fondsvermögen der Publikumsfonds (UIR, URA, ZBI) stieg von 38.910 Mio. EUR (30.12.2021) auf 41.148 Mio. EUR (30.12.2022) und die Fonds verzeichneten einen Mittelabsatz in Höhe von 1.796 Mio. EUR. Die durchschnittlich gewichtete Zwölf-Monats-Performance der Fonds für Privatanleger stieg im Jahresverlauf um +22 Basispunkte an und lag am Jahresende bei 2,2 Prozent.

Immobilienfonds für Institutionelle Anleger

Union Investment hat ihr Geschäft mit institutionellen Immobilienfonds, Clubfonds und Service-KVG-Mandaten im Jahr 2022 weiter ausgebaut. Das Immobilienfondsvermögen der institutionellen Produkte stieg im laufenden Geschäftsjahr von 17.283 Mio. EUR (31.12.2021) auf 19.871 Mio. EUR (31.12.2022). Zusätzlich zu einem Catch-of-the-Day Deal über 216 Mio. EUR investierten die Fonds für institutionelle Anleger in insgesamt 51 Immobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen i.H.v. 1.744 Mio. EUR. Die Kapitalzusagen institutioneller Immobilienanleger beliefen sich auf 2.758 Mio. EUR. Per Ultimo Dezember wiesen die Fonds eine Jahresperformance von 3,3 Prozent und zeigten damit einen leichten Anstieg über den Jahresverlauf von +50 Basispunkten auf.

Im Bereich des institutionellen aktiven Geschäfts wurde ein neuer Fonds aufgelegt: der UH SCE 2 Immobilien GmbH & Co. geschlossene InvKG. Hinzu kamen zwei neue Fonds im Bereich der Service-KVG Mandate.

1.3 Auszeichnungen, Ranking und Ratings 1

Als einzige Kapitalanlagegesellschaft erhielt Union Investment im Februar 2022 zum nunmehr 20. Mal in Folge von "Capital" die Höchstnote von fünf Sternen und belegte im Gesamtvergleich der Universalanbieter Platz 1. Darüber hinaus bekam die Gesellschaft für vier Fonds das €uro ECO-Rating Avon der Finanzen Verlag GmbH und 33 Euro-Fund-Awards 2022 für Einzelfonds von €uro, €uro am Sonntag, Börse-Online und TIAM-Fund-Research verliehen. ImTelos ESG Company Check wurde Union Investment mit "Platin" ausgezeichnet. Im November erhielt die Gesellschaft die Scope Awards als bester Asset Manager in der Kategorie "Aktienfonds Dividende" und für den UniGlobal als bester Einzelfonds in der Kategorie "Aktien Welt".

Im Ranking der Kapitalverwaltungsgesellschaften von Scope liegt Union Investment per 31. Dezember 2022 mit einer Quote von 46,7 Prozent der Fonds mit Top-Rating auf Platz 11 und ist damit die zweitbeste deutsche KVG (Deka: Platz 3, 58,3 Prozent; DWS: Platz 15, 44,4 Prozent; Allianz Global Investors: Platz 33, 35,2 Prozent).

Bei der Ratingagentur Morningstar belegt Union Investment per 31. Dezember 2022 im Vergleich mit den inländischen Hauptwettbewerbern in der Betrachtung über ein und fünf Jahre jeweils den dritten sowie über drei Jahre den vierten Platz. Die Quoten der Fonds in der oberen Hälfte der jeweiligen Vergleichsgruppe lagen auf Jahressicht bei 38,1 Prozent, in den längeren Betrachtungszeiträumen bei 46,2 bzw. 50,8 Prozent.

1 Quellen: PFA Wettbewerbsvergleiche Morningstar und Scope; Union Rating Portal.
2 Quellen: Investmentstatistiken des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. per 31.12.2022 sowie per 31.12.2021; interne Berechnungen.

2. Absatz- und Fondsvermögensentwicklung

2.1 Absatz und Fondsvermögen Union Investment Gruppe 2

Zum 31. Dezember 2022 hatte die Union Investment Gruppe einen Bestand von 413,1 Mrd. Euro Assets under Management (2021:454,1 Mrd. Euro). In der Investmentstatistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. (BVI) erreichte sie per Ende 2022 einen Marktanteil an den branchenweiten Assets under Management von 14,7 Prozent (Dezember 2021:14,3 Prozent). Damit liegt Union Investment, aktuell auf Position 2 im Gesamtmarkt, mittlerweile nahezu gleichauf mit dem Marktführer (2021: Rang 2). Die Assets verteilen sich auf die zwei Geschäftsbereiche Privatkunden und Institutionelle Kunden.

Absatz- und Vermögensentwicklung im Geschäft mit Privatanlegern

Alle Fonds der Marke Union Investment werden Privatkunden ausschließlich über die genossenschaftlichen Partnerbanken angeboten. Mit diesem Vorgehen unterscheidet sich Union Investment von den meisten Wettbewerbern.

Die rein auf die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken ausgerichtete Strategie war bereits in der Vergangenheit die Basis für die erfolgreiche Entwicklung der Union Investment Gruppe. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe bewährte sich auch im Jahr 2022.

Assets under Management und Nettoabsatz im Geschäftsbereich Privatkunden

(in Mrd. Euro)

Assets under Management und Nettoabsatz im Geschäftsbereich Institutionelle Kunden

(in Mrd. Euro)

Marktanteile

Assets under Management

Quelle: Investmentstatistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) per Dezember 2022.

Der Bruttoabsatz im Privatkundengeschäft erreichte 34,3 Mrd. Euro (2021: 40,2 Mrd. Euro). Nach Berücksichtigung der Rückflüsse verblieb ein Nettoabsatz von 10,7 Mrd. Euro zu (2021:19,7 Mrd. Euro). Dieser floss insbesondere in die Assetklassen der Aktien- und Mischfonds sowie die offenen Immobilienfonds. Aus Rentenfonds zogen Kunden hingegen Mittel ab.

Die Assets under Management im Geschäft mit Privatkunden nahmen per 31. Dezember 2022 um knapp 9 Prozent auf 190,4 Mrd. Euro ab (2021: 209,0 Mrd. Euro).

In der Investmentstatistik des BVI hatte die Union Investment Gruppe beim Bestand an gemanagten Publikumsfonds per Ende 2022 einen Marktanteil von 22,3 Prozent (Dezember 2021: 22,1 Prozent). Union Investment belegte damit weiterhin den ersten Rang unter den größten Publikumsfonds-Managern Deutschlands (2021: Rang 1).

Absatz- und Vermögensentwicklung im Geschäft mit institutionellen Anlegern

Die Assets under Management bei institutionellen Anlegern nahmen im Jahr 2022 auf 222,8 Mrd. Euro ab (2021:245,1 Mrd. Euro). Das darin enthaltene Vermögen in Spezialfonds erreichte 134,5 Mrd. Euro (2021: 137,9 Mrd. Euro). Die Assets under Management derweiteren Formate des institutionellen Geschäfts (Publikumsfonds, Advisory und institutionelle Vermögensverwaltung) beliefen sich auf 88,2 Mrd. Euro (2021:107,2 Mrd. Euro).

Im Jahr 2022 flossen dem institutionellen Geschäft 6,8 Mrd. Euro netto zu (2021: 20,8 Mrd. Euro). Der Nettoabsatz konzentrierte sich dabei insbesondere auf Spezialfonds. Institutionelle Fonds verzeichneten hingegen Nettomittelabflüsse, die anderen Formate beendeten das Jahr ausgeglichen.

In der BVl-lnvestmentstatistik hatte die Union Investment Gruppe per Ende 2022 beim Bestand an Spezialfonds einen Marktanteil von 13,8 Prozent (2021: 13,2 Prozent). Damit ist sie nun der größte Spezialfonds-Manager in Deutschland (2021: Rang 2).

2.2 Depotgeschäft und Fondsbrokerage

In der Union Investment Gruppe wurden zum Jahresende 2022 für mehr als 5,3 Mio. Kunden Depots mit Beständen gruppeneigener und gruppenfremder Investmentfonds geführt. Das Bestandsvolumen reduzierte sich von insgesamt 204,3 Mrd. Euro um -12,0 Mrd. Euro auf 192,3 Mrd. Euro.

Die Zahl der verwalteten Depots mit Drittfonds (Fonds gruppenfremder Kapitalverwaltungsgesellschaften) belief sich zum Ende des Berichtsjahrs auf ca. 603.000 Depots (2021: 545.000 Depots). Ende 2022 betrug das Volumen der in Drittfonds angelegten Assets 13,8 Mrd. Euro (2021: 13,6 Mrd. Euro).

Insgesamt wickelte die Union Investment Service Bank AG im Jahr 2022 rund 100,6 Mio. Kundentransaktionen ab, davon entfallen

80,2 Mio. auf Spar-, Auszahlpläne, VL u. ä.,

17,8 Mio. auf Ertragsausschüttungen/-thesaurierung und Depotgebühren,

2,3 Mio. auf onlinefähige Transaktionen und

0,3 Mio. auf manuelle, nicht onlinefähige Sonderbuchungen.

2,0 Mio. Transaktionen wurden direkt vom Endanleger und den Banken über den Onlineservice erfasst. Der Automatisierungsgrad bei der Transaktionsbearbeitung liegt mit 99,4 Prozent (Vorjahr: 99,3 Prozent) weiterhin auf dem betriebswirtschaftlichen Optimum.

Im Geschäftsfeld Fondsbrokerage wurden im Berichtsjahr insgesamt rund 0,7 Mio. Kundenorders von attrax S.A. mit einem Volumen von rund 43,8 Mrd. Euro abgewickelt.

Weiterhin sind 0,1 Mio. Orders in Fonds der Union Investment Gruppe über 5,9 Mrd. Euro verbucht worden.

Das für die Kunden der attrax verwahrte Bestandsvolumen betrug zum Ende des Berichtszeitraums 77,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 85,9 Mrd. Euro). Der Anteil des auf die genossenschaftlichen Partnerbanken entfallenden Bestandsvolumens lag bei 30,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 32,1 Mrd. Euro), der Anteil des Bestandsvolumens der institutionellen Kunden bei 47,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 53,8 Mrd. Euro). Das im Jahr 2022 ausgezahlte Provisionsvolumen aus Kontinuitätsprovision (Auskehr) belief sich auf circa 155,4 Mio. Euro (Vorjahr: 165,6 Mio. Euro).

Die Anzahl der im Geschäftsfeld Fondsbrokerage aktiv betreuten Genossenschaftsbanken liegt bei 148, die der betreuten institutionellen Kunden veränderte sich zum Jahresende 2022 von 46 auf 45.

III. Geschäftspolitische Rahmenbedingungen

Das Jahr 2022 ist einerseits geprägt von den Auswirkungen des Virus Sars-Cov-2 (COVID-19) und dessen Varianten, wobei in Deutschland der Omikron-Subtyp BA.5 dominiert. Die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC hat vor der schnellen Verbreitung neuer Sublinien gewarnt. Dabei wird durch neue Sublinien mit einer zunehmenden Anzahl von Infektionen gerechnet, aber nicht mehr mit einem Anstieg von schweren Krankheitsverläufen.

Andererseits haben sich gravierende Auswirkungen durch den russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ergeben. Infolgedessen wurden seitens der Europäischen Union verschiedene Sanktionen gegen Russland beschlossen. Daraufhin beschränkte Russland die Lieferung von Gas. Beim Gipfeltreffen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs zum Ukraine-Konflikt am 30. Mai 2022 verständigten diese sich darauf, bis Ende des Jahres 2022 mehr als zwei Drittel der russischen Öl-Lieferungen in die EU mit einem Einfuhrverbot zu belegen. Diese Umstände führten zu einem extremen Anstieg der Energiepreise.

Die Ukraine ist zudem einer der wichtigsten Agrarlieferanten der Welt. Der Europäischen Kommission zufolge werden zehn Prozent des Weltweizenmarktes, 15 Prozent des Maismarktes und 13 Prozent des Gerstenmarktes produziert. Darüber hinaus ist die Ukraine der wichtigste Akteur auf dem Markt für Sonnenblumenöl mit über 50 Prozent des Welthandels. Die entsprechenden Agrarprodukte werden mit Schiffen durch das Schwarze Meer befördert, welches zu großen Teilen durch Russland beherrscht wird, sodass eine gesicherte Lieferung in Abnehmerländer nicht gewährleistet ist und sich dadurch die Beschaffungspreise deutlich erhöht haben.

Die vorgenannten Faktoren und die damit einhergehenden Unsicherheiten belasteten das Unternehmer- und Verbrauchervertrauen schwer und wirkten auf die Inflation in Deutschland ein, sodass diese im Jahresverlauf auf den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren anstieg. Die Inflationsrate bleibt nach der Herbstprojektion der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Entwicklung auch in den Folgejahren auf einem hohen Niveau, wobei damit gerechnet wird, dass im Jahresdurchschnitt 2022 die Inflationsrate 8 Prozent und im Jahr 2023 diese noch 7 Prozent betragen wird.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht in seinem am 9. November 2022 vorgelegten Jahresgutachten davon aus, dass für Deutschland im Jahr 2022 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,7 Prozent erwartet wird, jedoch zu berücksichtigen ist, dass im zweiten Halbjahr von einer Stagnation auszugehen ist und für das Jahr 2023 erhebliche Abwärtsrisiken für den konjunkturellen Ausblick bestehen.

Um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig auf einen angestrebten Zielwert von 2 Prozent zurückkehrt hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität mehrfach angehoben, sodass diese seit dem 15. Dezember 2022 bei 2,50%, 2,75 % bzw. 2,00% liegen. Der EZB-Rat geht zudem davon aus, dass zur Zielerreichung die Zinsen noch deutlich und in einem gleichmäßigen Tempo weiter angehoben werden müssen.

Union Investment hat auf nationaler und internationaler Ebene darauf hingewirkt, dass die Rahmenbedingungen für Investmentvermögen weiterentwickelt werden. Ferner findet ein kontinuierlicher Austausch mit anderen Aufsichtsbehörden sowie mit Vertretern der regionalen und europäischen Politik statt.

Gesetzgebung zur Förderung eines nachhaltigen Finanzsystems

Im Jahr 2022 erfolgten weitere Schritte zur Umsetzung der EU-Regulierung im Bereich "Sustainable Finance".

Bei der Taxonomie-Verordnung (EU 2020/852) geht es um ein Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Die Taxonomie ist in erster Linie ein Instrument zur Erhöhung der Transparenz, denn sie beinhaltet keine Investitionsvorgaben oder -verböte. Die delegierte Verordnung, die die Taxonomie-Kriterien für die ersten beiden von insgesamt sechs Umweltzielen enthält, gilt grundsätzlich seit dem 1. Januar 2022. Im Fokus steht dabei der Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Die ergänzende delegierte Verordnung mit Taxonomie-Kriterien für Atomkraft und Erdgas wurde am 15. Juli 2022 im EU-Amtsblatt veröffentlicht und gilt ab dem 1. Januar 2023.

Darüber hinaus hat die "Platform on Sustainable Finance" als zuständige Expertengruppe der EU-Kommission im Laufe des Jahres 2022 verschiedene Berichte zu Nachhaltigkeitsthemen vorgelegt. Diese Dokumente binden zwar die EU-Kommission nicht, schließen aber auch nicht aus, dass die ausgewiesenen Ergebnisse in politischen Entscheidungen einfließen.

Zudem besteht seit dem 2. August 2022 eine Pflicht zu einer Nachhaltigkeitspräferenzabfrage (NHPA) im Rahmen der Anlageberatung. Die Union-Investment-Gruppe hat sich gemeinsam mit den Vertriebspartnern intensiv auf diese Neuerung vorbereitet, um die NHPA fristgerecht umsetzen zu können. Die finalen Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority- ESMA) zur NHPA (ESMA35-43-3172) wurden am 23. September 2022 veröffentlicht, wobei deren Anwendungsbeginn noch offen ist.

Die sogenannte Offenlegungs-Verordnung (EU 2019/2088, Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor) trat grundsätzlich bereits im März 2021 in Kraft. Die konkretisierenden technischen Regulierungsstandards (RTS) zu Inhalt, Methodik und Darstellung traten jedoch erst am 14. August 2022 in Kraft und sind ab dem 1. Januar 2023 anzuwenden.

Mit Blick auf neue nachhaltigkeitsbezogene Berichtspflichten im Rahmen der "Corporate Sustainability Reporting Directive" (CSRD) haben sich die EU-Gesetzgeber auf einen Rechtstext geeinigt, dessen Veröffentlichung im EU-Amtsblatt jedoch noch nicht erfolgt ist. Die schrittweise Anwendung startet voraussichtlich im Jahr 2025.

Ferner führt die ESMA seit dem 18. November 2022 eine Konsultation zur Namensgebung nachhaltiger Fonds bis zum 20. Februar 2023 durch. Dabei geht es um die Einführung quantitativer Kriterien für die Nutzung eines ESG- oder nachhaltigkeitsbezogenen Begriffs bei der Verwendung von Fondsbezeichnungen.

Auf nationaler Ebene hat in der aktuellen Legislaturperiode ein neu zusammengesetzter Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung seine Arbeit aufgenommen. Dieser Beirat hat bereits Arbeitsschwerpunkte festgelegt, jedoch stehen konkrete Empfehlungen an die Bundesregierung noch aus.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die geplante Richtlinie für nachhaltige Investmentvermögen nach einer im Jahr 2021 erfolgten Konsultation im Mai 2022 vorerst zurückgestellt. Die Richtlinie soll konkretisierende Vorgaben dazu enthalten, wie Publikumsinvestmentvermögen künftig materiell ausgestaltet sein müssen, damit diese sich als nachhaltig bezeichnen sowie als nachhaltig vertrieben werden dürfen.

Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger

Die europäische Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte ("PRIIPs-VO") ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Details in Bezug auf die Darstellung, den Inhalt, die Überprüfung und die Überarbeitung dieser Basisinformationsblätter werden in der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653 und in der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2268 geregelt. Verpackte Anlageprodukte sind insbesondere auch Investmentvermögen. Für diese Produkte ist ein einheitliches Basisinformationsblatt zu erstellen. Die PRIIPs-VO regelt sowohl Form und Inhalt dieses Basisinformationsblatts als auch die Anforderungen an die Bereitstellung des Basisinformationsblatts durch den Hersteller und/oder diejenigen Personen, die über ein verpacktes Produkt beraten oder es verkaufen.

Für OGAW-Sondervermögen sowie für Investmentvermögen, bei denen nach nationalem Recht wesentliche Anlegerinformationen entsprechend den Vorgaben für OGAW-Sondervermögen erstellt werden, galt eine Übergangsvorschrift bis zum Jahresende 2022. Ab dem 1. Januar 2023 wird daher für die verwalteten OGAW und AIF in der Union-Investment-Gruppe, die Kleinanlegern angeboten werden sollen, ein Basisinformationsblatt erstellt und veröffentlicht.

Geldwäscheprävention/Finanzsanktionen/Hinweisgeberstelle

In regulatorischer Hinsicht lag der Fokus im Jahr 2022 insbesondere auf dem Thema EU-Finanzsanktionen. Anlässlich des russischen Überfalls auf die Ukraine wurden durch die EU eine große Anzahl von Verordnungen erlassen. Die Sanktionen richten sich gegen Personen und Einrichtungen in Russland und im Ausland, die den Krieg gegen die Ukraine unterstützen oder zu verantworten haben. Insgesamt wurden im Laufe des Jahres mehr als 118 Organisationen und 1.200 Einzelpersonen mit Sanktionen belegt, wobei diese Liste durch ein neuntes Maßnahmenpaket der EU-Staats- und Regierungschefs, welches am 16. Dezember 2022 in Kraft getreten ist, um 141 Personen und 49 Einrichtungen erweitert wurde.

Zur Überwachung der Sanktionen wurden die internen Prozesse und Richtlinien entsprechend angepasst. Dabei wurde insbesondere im Rahmen des Projektes "Sankt Roger" eine digitale Möglichkeit geschaffen, die Einhaltung der Vorgaben im Rahmen des Portfoliomanagements systemisch zu gewährleisten.

Das Projekt "Sankt Roger" startete bereits im Jahr 2021, um sowohl den gestiegenen rechtlichen Anforderungen und Aufwänden gerecht zu werden als auch zur Vereinheitlichung von Prozessen und einer stärkeren Digitalisierung von Geldwäschepräventionsprozessen nachzukommen. Um den komplexen Aufgabenstellungen durch unterjährig sich ergebende Aktualisierungen bei den Finanzsanktionen gerecht zu werden, wurde das Umsetzungsprojekt auf das Jahr 2023 ausgeweitet.

Im Vorgriff auf das geplante Hinweisgeberschutzgesetz, welches voraussichtlich Mitte 2023 in Kraft treten wird, wurde ein weiterer Meldekanal für Hinweisgeber (sog. Whistleblower) etabliert, der insbesondere für externe Hinweisgeber die Möglichkeit zur Meldung von Verdachtsmomenten für kriminelle Handlungen oder sonstige Unregelmäßigkeiten genutzt werden kann, welche zu Reputations- oder Vermögensschäden führen können. Das Verfahren gewährleistet dabei die Vertraulichkeit der Identität des Hinweisgebers.

Änderung der Wertpapierdienstleistungsrichtlinie und MiFID Il-Quick-Fix

Auch im Jahr 2022 stand die zweite europäische Finanzmarktrichtlinie (Richtlinie 2014/65/EU -MiFID II) nebst den hierzu ergangenen Durchführungsbestimmungen (sog. Level 2-Maßnahmen) im Mittelpunkt zahlreicher regulatorischer Initiativen. Hierbei wurden entweder in den Vorjahren begonnene Maßnahmen weitergeführt oder es fanden neue Überlegungen zur Optimierung oder Ausgestaltung der Vorgaben zu einzelnen Themen, letzteres insbesondere über sog. Level-3-Maßnahmen der ESMA in Form von Leitlinien und Empfehlungen, statt. Der Regulierungsdruck in den EU-Mitgliedstaaten sowie bei den lokalen Aufsichtsbehörden bleibt insoweit hoch. Entsprechendes gilt für die entsprechenden Arbeiten in Projekten oder bei Verbänden (bspw. BVR, BVI und EFAMA), die zur Analyse und Umsetzung neuer regulatorischer Vorgaben erforderlich sind.

Besondere Aufmerksamkeit galt hierbei dem sog. "MiFID II Quick Fix" (EU-Richtlinie 2021/338 vom 16. Februar 2021 zur Änderung der Richtlinie 2014/65/EU) und den neuen Anforderungen an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Product-Governance-Prozess der Banken sowie in der Anlageberatung und Finanzportfolioverwaltung (Delegierte Richtlinie (EU) 2021/1269 vom 21. April 2021 zur Änderung der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 sowie Delegierte Verordnung (EU) 2021/1253 vom 21. April 2021 zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565)). In beiden Fällen wurden die notwendigen Umsetzungsarbeiten im Rahmen von Projekten koordiniert (Projekte PHASE und Projekt EU Action Plan).

Das Projekt PHASE war der Umsetzung des MiFID II Quick Fix gewidmet. Hierbei war der bisherige Standard einer papierhaften Zur-Verfügung-Stellung von Pflichtinformationen an Depotkunden bei der Union Investment Service Bank AG auf ein elektronisches Format umzustellen, mit der Möglichkeit, auf Kundenwunsch weiterhin Informationen auf Papier zu erhalten. Das Projekt konnte im Herbst 2022 abgeschlossen werden.

Im Projekt EU Action Plan wurden die Voraussetzungen zur Einführung der sog. Nachhaltigkeitspräferenzabfrage in der Anlageberatung der Vertriebspartner und in den gemeinsam mit den Primärbanken angebotenen Fondsvermögensverwaltungen geschaffen. In Zusammenarbeit mit den zuständigen BVR-Gremien wurde eine Logik zur Erhebung und Auswertung der Nachhaltigkeitspräferenzen entwickelt sowie die hierfür notwendigen Prozesse für Datenlieferungen eingerichtet. Diese wurden technisch in die Beratungsprozesse für Einzelfondsanlagen und die Fondsvermögensverwaltungen integriert.

Zur weiteren Entwicklung ihrer "Retail Investment Strategie" (RIS) hat die EU-Kommission, aufbauend auf den Ergebnissen einer bereits im Vorjahr zum Thema RIS durchgeführten Studie, im Frühling 2022 neue Ansätze zur Optimierung der Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung vorgestellt und konsultiert. Kern der Konsultation ist es, die bisherige Produktzentrierte Geeignetheitsprüfung durch einen Anleger-orientierten Prozess (sog. "personalised asset allocation strategy") zu ersetzen oder zu ergänzen. Ergänzend ist eine Neuregulierung des zuwendungsbasierten Vertriebs in der Diskussion. Entsprechende gesetzgeberische Maßnahmen im Zusammenhang mit RIS werden im kommenden Jahr erwartet.

Auch auf Ebene der Aufsichtsbehörden (BaFin und ESMA) wurde intensiv an der Weiterentwicklung und Klärung des EU-Rechts gearbeitet. So erfolgte im Frühjahr durch die ESMA im Zuge ihrer Level-3-Kompetenz eine Überarbeitung der bestehenden Leitlinien zu bestimmten Aspekten der MiFID Il-Anforderungen an die Geeignetheit. Hierbei wurden die neuen Vorgaben aus der Delegierten Verordnung zu MiFID II zur Nachhaltigkeitspräferenzabfrage der Kunden eingearbeitet. Anpassungen waren auch an den ESMA-Leitlinien zur Product Governance erforderlich. Die BaFin wiederum ergänzte im FAQ zu den "MiFID Il-Wohlverhaltensregeln nach §§ 63 ff. WpHG" weitere Klarstellungen, insbesondere zum Thema Kundeninformationen und Zuwendungen.

Digital Operational Resilience Act

Die Europäische Kommission hatte Ende September 2020 ein Maßnahmenpaket zur Digitalisierung des Finanzsektors vorgelegt, in welcher ein "Digital Operational Resilience Act" (DORA) als Teil enthalten ist. Dieser hat zum Ziel, den wachsenden Cyberrisiken, im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung der Finanzgeschäfte und den damit verbundenen zunehmenden Bedrohungen durch Cyberangriffe, zu begegnen. Die geplante DORA-Verordnung beinhaltet dabei Anforderungen für Unternehmen, die im Finanzsektor tätig sind, sowie für kritische Dienstleister, die Leistungen in den Bereichen IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) wie Cloudplattformen oder Datenanalysen erbringen.

Die DORA-Verordnung wurde am 27. Dezember im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Ab dem 17. Januar 2025 sind die entsprechenden Vorgaben zu beachten.

Die betroffenen Unternehmen -hierzu gehören u. a. Kreditinstitute, Wertpapierfirmen, Verwalter alternativer Investmentfonds sowie OGAW-Verwaltungsgesellschaften -haben dabei sicherzustellen, dass diese in der Lage sind, Störungen und Bedrohungen im Zusammenhang mit IKT standzuhalten. Finanzunternehmen werden zudem verpflichtet, einen Managementprozess zur Überwachung und Protokollierung IKT-bezogener Vorfälle einzurichten, diese Vorfälle zu klassifizieren und beim Erreichen von Wesentlichkeitsschwellen den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden.

Mit der Verordnung sollen insbesondere auch IKT-Drittanbieter überwacht werden. Für kritische Anbieter aus Drittländern sind daher ergänzende Vorgaben zu beachten, um auf Ebene der EU eine gesamthafte Aufsicht sicherzustellen.

IV. Produktpolitik und -auflegungen

1. Privatkunden

Die Produktpolitik im Segment Privatkunden orientiert sich im Jahr 2022 weiterhin vorrangig an den Kundenbedürfnissen. Dabei richtet sich die Marktbearbeitung unverändert auf die Fokusthemen "Vermögen anlegen und Vermögen optimieren", "Für das Alter vorsorgen" und "Vermögen ansparen" aus. Das Thema Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle für die Marktbearbeitung. Die Steuerung der produktpolitischen Themen des Privatkundengeschäfts erfolgt gesamthaft durch die Abteilung Produktmanagement der Union Investment Privatfonds GmbH (UIP) und umfasst auch die Fonds der Schwestergesellschaften sowie das R+V-Kooperationsgeschäft.

Entwicklungen in Bezug auf die Produktpalette

Entwicklung der Neuauflegungen

Ziehung einer ausgabeaufschlagfreien Anteilklasse UniNachhaltig Aktien Deutschland -net- A mit Umstellung des indexnahen Fonds UniDeutschland auf ein nachhaltiges Anlagekonzept zum 17. Januar 2022.

Zum 01. Juni 2022 wurde die nachhaltige Produktpalette um einen weiteren wirkungsbezogenen Fonds für Privatkunden ergänzt. Der Fonds UniZukunft Welt A (inkl. Anteilklasse ohne Ausgabeaufschlag) ist ein breiter Aktienfonds mit Ausrichtung auf die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen.

Ebenfalls zum 01. Juni 2022 wurde ein weiterer Fonds zur Ergänzung der nachhaltigen Produktpalette aufgelegt. Der Fonds UniNachhaltig Aktien Infrastruktur (inkl. Anteilklasse ohne Ausgabeaufschlag) investiert weltweit in Unternehmen aus ausgewählten Infrastrukturbranchen unter Anwendung des nachhaltigen Investmentprozesses.

Am 01. Juli 2022 wurde der internationale Aktienfonds UniThemen Aktien A (inkl. Anteilklasse ohne Ausgabeaufschlag) aufgelegt. Der Fonds investiert in die Themen, die von Research und Fondsmanagement als besonders Wachstums- und zukunftsträchtig eingestuft werden.

Das UnionDepot Komfort hatte nach einer Pilotphase in der zweiten Jahreshälfte 2021 zum 01. Januar 2022 bundesweiten Marktstart. Kern des neues Depotmodells ist ein Komplettpreis, den der Kunde direkt an seine Bank zahlt. Dieser Preis deckt sämtliche Kosten für Transaktionen und Beratung ab. Es fallen keine Ausgabeaufschläge und Depotgebühren an. Zudem werden Provisionen an den Kunden zurückerstattet.

Per 31. Dezember 2022 sind 133 Banken für das UnionDepot Komfort freigeschaltet. Weitere 87 Banken befinden sich im Onboardingprozess. Der Bestand per Ende Dezember 2022 beträgt 1,5 Mrd. Euro.

Finanzportfolioverwaltung

Der digitale Anlage-Assistent Meinlnvest bietet als standardisierte Finanzportfolioverwaltung drei klassische und drei nachhaltige Portfolios mit jeweils unterschiedlichen Risikoausrichtungen an. In diesen werden überwiegend Union-Fonds eingesetzt und zusätzlich Drittfonds (z. B. ETFs) beigemischt. Bislang haben über 400 Banken Meinlnvest freigeschaltet. Seit Marktstart 2017 bestehen zum Stichtag 31. Dezember 2022 mehr als 100 Tsd. Depots. Der Bestand des Anlagevermögens beträgt dabei 443 Mio. Euro. Darüber hinaus kam das 12-Monatssparvolumen in Meinlnvest auf 95 Mio. Euro.

Vermögen-Plus, eine fondsbasierte Finanzportfolioverwaltung, wird über die Banken für das Segment der Beratungs- und Betreuungskunden angeboten. Dabei wird die persönliche Beratung des Kunden mittels moderner Technologie unterstützt. Vermögen-Plus liegt ein aktiver Portfoliomanagementansatz zu Grunde. Darunter exklusiv für Vermögen-Plus gemanagte Multi-Asset-Portfolios in Verbindung mit Drittfonds und dem gezielten Einsatz von ETFs. Es werden drei klassische sowie drei nachhaltige Anlagestrategien angeboten, mit jeweils unterschiedlicher Risikoausrichtung. Bislang wurden über 400 Banken für Vermögen-Plus freigeschaltet. Seit Marktstart wurden zum Stichtag 31. Dezember 2022 mehr als 238 Tsd. Vermögen Plus-Depots eröffnet, das Anlagevolumen beträgt 4.8 Mrd. Euro. Darüber hinaus kommt das 12-Monatssparvolumen in Vermögen-Plus auf 477 Mio. Euro.

Fondsmaßnahmen

Mit Blick auf die Fondsmaßnahmen erfolgte zum 30. September 2022 die Auflösung des Garantiefonds UniGarantTop: Europa V. Der Fonds mit einer rollierenden, 5-jährigen Garantieperiode kann im aktuellen Umfeld nicht den gewünschten Kundenmehrwert erzielen und wurde daher zum Garantietermin aufgelöst.

Auch im Jahr 2022 hält die hohe Nachfrage nach nachhaltigen Fonds weiter an. So konnten seit Jahresbeginn über 6,0 Mrd. Euro Nettoabsätze durch die Fonds mit Nachhaltigkeitsansatz (inkl. Anteilklassen ohne Ausgabeaufschlag) des Segments Privatkunden erzielt werden.

2. Institutionelle Anleger

Die Union Investment Institutional GmbH (UIN) weist weiterhin stetiges Wachstum im Bereich der Advisory- und Insourcing-Mandate auf. Hierzu erbringt sie bereits für zahlreiche Master-Kapitalverwaltungsgesellschaften und Kunden Portfoliomanagementleistungen. Im Jahr 2022 wurden in der UIN insgesamt 37 neue Spezial-AIF (12 aktiv gemanagte Spezial-AIFs und 25 Spezial-AIF, bei denen ein Berater eingeschaltet ist) aufgelegt. Neue Anteilscheinklassen zu Spezial-AIF der UIN wurden nicht gebildet. In Bezug auf das Mandatsgeschäft wurden zwei neue Advisory-Mandate und zehn neue Insourcing-Mandate (hierunter fallen auch Mandatsauflagen, bei denen ein UIN-Spezialfonds auf eine Master-KVG übertragen wurde, die Union aber das Management fortführen durfte) entwickelt und aufgelegt oder in Managementfunktion übernommen. Zusätzlich gab es bei den Insourcing-Mandaten sechs KVG-Wechsel (d.h. das Mandat wurde schon von UIN gemanagt, der Vertragsaufsatz musste aber neu erfolgen, da der Anleger die KVG gewechselt hat). Von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde für die Übernahme von Portfoliomanagementleistungen im Kontext von Auslagerungsmandaten und den damit verbundenen Leistungen die Angemessenheit und Wirksamkeit der in den Prozess implementierten Kontrollen bescheinigt (Prüfung nach ISAE-3402-Standard), welches die kontinuierliche Einhaltung des hohen Qualitätsanspruchs der Gesellschaft untermauert.

Unter dem Gesichtspunkt eines schwierigen Umfeldes war das abgelaufene Geschäftsjahr für Union Investment im Geschäftsbereich Institutionelle Kunden erfolgreich. Der Nettoabsatz (inklusive Advisory- und institutioneller Vermögensverwaltungsmandate) betrug 6,8 Mrd. Euro (nach 20,8 Mrd. Euro im Vorjahr). Insgesamt wurden im Berichtsjahr 33 (2021: 59) neue Kunden gewonnen, 33 davon im nicht-genossenschaftlichen Sektor. Der Nettoabsatz bei den Neukunden lag bei 1,8 Mrd. Euro.

Aufgrund der Störung von Lieferketten sowie Verwerfungen an den Kapitalmärkten steigt der Liquiditätsbedarf bei institutionellen Anlegern. Die Risikotragfähigkeit der Anleger ist aktuell stark begrenzt. Ein Abbau der Risikoaktiva sowie Abschreibungsrisiken auf den Wertpapierbestand bestehen.

Die gruppenzugehörige Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main (Quoniam), hatte im Berichtsjahr einen Nettomittelrückfluss von -3,3 Mrd. Euro zu verzeichnen. Dennoch konnte die Kundenbasis durch 7 neue Kunden mit einem Anlagevolumen von 0,4 Mrd. Euro verstärkt werden. Quoniam agiert als Spezialist für quantitative Investmentstrategien über alle Asset-Klassen hinweg. Die Gesellschaft betreut aktuell 21,3 Mrd. Euro in 109 institutionellen Mandaten.

Das gemeinsam mit der Hongkonger The Bank of East Asia Limited gegründete Joint Venture BEA Union Investment Management Limited, Hongkong, ist mit einem positiven Nettoabsatz (exkl. Fund-of-Fund) in Höhe von rund 0,2 Mrd. Euro weiterhin auf Erfolgskurs. Die Assets under Management nahmen gegenüber 2021 um -10,4% auf umgerechnet rund 7,4 Mrd. EUR ab.

3. Immobilienfonds für Privatanleger

Nach einem herausfordernden Pandemie-Jahr 2021 sah sich Union Investment Real Estate auch im Geschäftsjahr 2022 durch geopolitische, wirtschaftliche und zuletzt finanzielle Verwerfungen stark herausgefordert. Nach dem kontinuierlichen Wachstum der letzten Jahre konzentrierte sich das Unternehmen im Jahr 2022 in vielen Bereichen auf die Chancen, die das herausfordernde Marktumfeld bot und konnte den bisherigen Wachstumspfad weiterverfolgen. Als eigenkapitalstarker Investor konnte Union Investment Real Estate auch bei steigenden Immobilienrenditen erfolgreich Investments verfolgen und ein weiteres Wachstum im Privatkundenbereichverzeichnen. Die Anteilscheine der Publikums-Investmentvermögen sowie der institutionellen Publikumsfonds wurden von den Banken der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie der Union Investment Privatfonds GmbH bzw. der Union Investment Institutional GmbH vertrieben. Die Publikums-Investmentvermögen umfassen den Unilmmo: Deutschland, den Unilmmo: Europa und den Unilmmo: Global. Zu den institutionellen Publikumsfonds/Spezialfonds gehören der Unilnstitutional European Real Estate sowie die weitere Anteilscheinklasse Unilnstitutional European Real Estate FK für Firmenkunden, der Unilnstitutional German Real Estate und die Anteilscheine des Spezialfonds DIFA-Fonds Nr. 3. Die Mittelzuflüsse der Union Investment Real Estate GmbH beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.091 Mio. Euro, einschließlich Wiederanlage der Ertragsausschüttungen. Die Anteilscheinrückgaben beliefen sich auf 786,2 Mio. Euro, so dass im Kalenderjahr 2022 ein Nettomittelzufluss von 2.304,8 Mio. Euro zu verzeichnen war.

Zum Jahresende 2022 wurde die Genehmigung zum Vertrieb der Fonds Unilmmo: Deutschland, Unilmmo: Europa und Unilmmo: Global in Österreich erteilt.

4. Immobilienfonds für Institutioneile Anleger

Produktauflagen und Produkte in Konzeption

Im Jahr 2022 lag der Schwerpunkt auf dem Sourcing der aktiven Bestandsfonds sowie dem Ausbau des Service-KVG-Geschäfts mit der Entwicklung neuer Produktideen und -auflagen bei Club-Deals.

Für den im Jahr 2020 für die genossenschaftlichen Primärinstitute aufgelegten Ull German Prime Select Fonds für die genossenschaftlichen Primärinstitute wurde eine Beteiligung am Uptown-Tower in München erworben. Das Fondsvermögen ist somit auf rund 1,1 Mrd. EUR angestiegen.

Weitere Ankäufe mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Mio. EUR wurden u.a. für den Ull Garbe Logistik Fonds, den Ull Garbe Logistics Real Estate Fund sowie den Ull EuropeanM getätigt.

Mit der "OHM 2"-Transaktion wurde zudem ein so genannter "Catch-of-the-day" erfolgreich umgesetzt. Nachdem bereits 2018 ein erster Teil des Siemens-Campus in Erlangen durch einen Club von Investoren im Rahmen einer Investment-KG zusammen ("OHM 1") geführt wurde, erfolgte Ende September 2022 der Ankauf und das Closing eines zweiten Teils. Hier wurden vier Anleger in einer Investment-KG zusammengeführt, die zusammen mit dem Ull EuropeanM und dem Unilnsitutional German Real Estate eine Beteiligung von 60% am zweiten Teil des Siemens-Campus in Erlangen erworben haben. Der Siemens Konzern bleibt mit 40% beteiligt.

Das Gesamtvolumen der Transaktion beträgt rund 210 Mio. EUR Eigenkapital, was angesichts der Rahmenumstände besonders hervorzuheben ist.

Im Service-KVG-Bereich ist weiterhin ein ordentliches Wachstum der verwalteten Vermögen zu verzeichnen. Im Berichtszeitraum wurden bislang zwei neue Vehikel aufgelegt; eines ist in der Auflagephase.

So wurde bei den Service-Mandaten mit dem Redos Einzelhandel Deutschland IV bereits ein weiteres Produkt der erfolgreichen Reihe aufgelegt, nachdem der Redos Einzelhandel Deutschland III seine finale Vertriebsphase in Q1 abgeschlossen hat und sämtliche eingeworbenen Mittelzusagen abgerufen wurden. Aufgrund der vorgenannten Rahmenumstände wurde seitens UIN-IK-GBM die Vertriebsphase des Reods Einzelhandel Deutschland IV auf Q1 2023 verschoben.

Final konzeptioniert wurde ein Immobilien-Dachfonds in Zusammenarbeit mit den Luxemburger Kollegen. Mit diesem Fonds soll für kleinere Geno-Banken die Möglichkeit geschaffen werden, in spezialisierte Fonds zu investieren, die aufgrund der Mindestzeichnungssummen sonst nicht zur Verfügung stünden. Die Produktauflage und -platzierung wurde bis auf Weiteres verschoben.

Für einen Versicherungskonzern wurde ein Bündelungsvehikel aufgelegt und ein erstes Investment über 30 Mio. EUR vollzogen. Zurzeit wird mit den Anlegern über die Einbringung von weiteren Immobilienanlagen und die zukünftige Strategie gesprochen.

Für einen öffentlichen Anleger wird aktuell die Auflage eines Individualmandates im Bereich Wohnen Deutschland mit einem Zielvolumen von anfänglich 400 Mio. EUR, perspektivisch bis zu 1,0 Mrd. EUR möglich, vorangetrieben. Als Anlagemanager soll auf Wunsch des Anlegers NUVEEN angebunden werden.

Für die in den vergangenen Jahren aufgelegten Investment-Kommanditgesellschaften für die Eigenbestände zweier Primärinstitute wurden weitere Einbringungen bzw. ein Verkauf vollzogen.

Bei den genossenschaftlichen Primärinstituten ist das Interesse nach Individualmandaten, entweder als Einbringungslösung oder als Neuauflage eines Spezial-AIF, nicht zuletzt aufgrund der positiven Erfahrungswerte der Anleger aus den letzten Jahren, weiter vorhanden. Hier stehen wir mit einer Vielzahl von Instituten im Austausch und sind optimistisch, weitere Mandate zu gewinnen.

5. Ausblick 2023

5.1 Privatkunden

Zusätzlich zur regelmäßigen Adjustierung des Sortiments erfolgt auch die Pflege bestehender Produkte. Vor dem Hintergrund gesetzlicher Änderungen strebt das Segment Privatkunden an, den Anlegern marktaktuelle Fonds und Lösungen anzubieten, die alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um attraktive Mehrwerte zu schaffen.

Aufgrund der hohen Nachfrage vonseiten der Kooperationspartner nach einer offensiveren Vermögen-Plus Strategie wird im März 2023 das Portfolioangebot erweitert. Diese offensivere vierte Strategie wird es sowohl für die klassische als auch nachhaltige Variante geben. Der bekannte Portfoliomanagementansatz kommt auch hier zum Tragen. Dafür werden im Januar 2023 zwei neue offensivere Multi-Asset-Fonds aufgelegt - UniMultiAsset: Chance IV und UniMultiAsset Chance IV Nachhaltig.

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Innovationsprozesses "Ideenscreening" des Segments Privatkunden wurden neue Produktideen vorgestellt und für die Auflegung ausgewählt. In diesem Zusammenhang wurde die Neuauflegung von zwei Fonds beschlossen. Die Konzepte der Fonds mit den vorläufigen Arbeitstiteln UniNachhaltig Aktien Wasser und UniNachhaltig Aktien Dividende sollen die nachhaltige Produktpalette erweitern und werden derzeit erarbeitet.

Bei UniNachhaltig Aktien Dividende (Arbeitstitel) handelt es sich um einen breiten Aktienfonds, der in aussichtsreiche nachhaltige Dividendentitel investieren wird. Der Fonds UniNachhaltig Aktien Wasser ist ein nachhaltiger, thematischer Aktienfonds mit Fokus auf das Thema Wasser. Die nachhaltige Wasserversorgung, Extremwetter durch Klimawandel und der unaufhaltsam steigende Wasserverbrauch sind globale Herausforderungen. Dementsprechend investiert der UniNachhaltig Aktien Wasser in ein dediziertes Investmentuniversum, mit Fokus auf Unternehmen mit Expertise im Bereich der Frischwasserversorgung als auch Unternehmen, die versuchen Extremwetteranpassungen vorzubeugen, zu verhindern und entgegenzuwirken.

Nach der unterlassenen Auflegung des ersten geplanten Privatmarkt-ELTIF im Juli 2022, aufgrund einer hohen Verunsicherung auf Anlegerseite (Krieg, Inflation, Zinsentwicklung), wurde die Vorbereitung eines Infrastruktur-ELTIF aufgenommen. Dieser setzt auf die in Überarbeitung befindliche ELTIF-Verordnung auf, die absatzerleichternde Regelungen vorsieht (Verzicht auf Prüfung von Mindestanlage und Mindestvermögen etc.). Insofern kann eine Auflegung erst im 4. Quartal 2023 mit Anwendbarkeit des angepassten Verordnungstextes erwartet werden.

5.2 Institutionelle Anleger

Aktuell besteht weiterhin ein sehr herausforderndes Marktumfeld für institutionelle Anleger, das durch Belastungsfaktoren Inflation und Geldpolitik, Wachstumsverlangsamung, geopolitische Spannungen und die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beeinflusst wird. Aufgrund der Störung von Lieferketten sowie Verwerfungen an den Kapitalmärkten steigt der Liquiditätsbedarf bei institutionellen Anlegern. Die Risikotragfähigkeit der Anleger ist aktuell stark begrenzt. Ein Abbau der Risikoaktiva sowie Abschreibungsrisiken auf den Wertpapierbestand bestehen.

Dementsprechend wird aus heutiger Sicht mit Portfolioumschichtungen und Mittelabflüssen im weiteren Verlauf gerechnet. Die Zurückhaltung bei neuen Anlageaktivitäten besteht ebenfalls weiterhin.

In diesem Umfeld ergeben sich folgende Chancen:

Union Investment ist ein renommierter, lösungsorientierter Asset Manager und bietet institutionellen Anlegern attraktive Ertragschancen durch ein breites Spektrum an aktiven Anlagestrategien über verschiedene Assetklassen, -Stile und Regionen an. Zusätzlich positioniert sich die Gesellschaft im Bereich der illiquiden Alternative Investments, um den bestehenden Diversifikationsbedarf der Anleger abzudecken und eine Erhöhung der Ertragsmarge zu erreichen. Mit Blick auf nachhaltige Anlagestrategien zielt Union Investment auf eine stärkere Fokussierung ab, um sich weitestgehend einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Mittel- bis langfristig ist Union Investment weiterhin auf profitables Wachstum ausgerichtet. Durch Identifikation von Handlungsfeldern in den operativen Bereichen wird eine Steigerung der Effektivität und Effizienz angestrebt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor hierfür ist eine time to market Kundenorientierung, die die Gesellschaft durch langjähriges Kundenvertrauen und -nähe erbringt.

Trotz des herausfordernden Marktumfelds und steigenden Wettbewerbsdruck sieht sich Union Investment gut positioniert, zukünftig den Nettoabsatz sowie die Assets under Management kontinuierlich zu steigern und den damit einhergehenden Provisionsüberschuss zu erhöhen.

5.3 Immobilienfonds

Immobilienfonds für Privatanleger

Aktuell bieten sich an den Immobilienmärkten mehr Chancen als Risiken. Es wird nach wie vor attraktive Opportunitäten geben. Auch im Jahr 2023 werden unsere Anleger Immobilien für ihre Portfolien nachfragen, da diese auch in schwierigen Zeiten als Stabilitätsanker wirken. Eigenkapitalstarke, langfristig orientierte Investoren, wie Union Investment können diese Chancen entschlossen nutzen. Es besteht aus heutiger Sicht die Chance, im zweiten Halbjahr 2023 hochwertige Objekte, die in anderen Marktphasen nur selten gehandelt werden, zu attraktiven Konditionen zu erwerben.

Es gilt, die Balance zwischen Chancenorientierung und Sicherheitsbedürfnis der Anleger im aktuellen Marktumfeld im Blick zu behalten.

Union Investment analysiert und bewertet fortlaufend die Entwicklung der weltweiten Volkswirtschaften sowie deren relevanten Immobilienmärkte. Die Ergebnisse werden dann in der Investitionsstrategie berücksichtigt. Dies umfasst die Identifizierung attraktiver Teilmärkte sowie die Diversifikation bzw. sinnvolle Internationalisierung des Portfolios.

Diese Internationalisierung setzt Union Investment konsequent fort, um attraktive Investmentmöglichkeiten in den bedeutenden Immobilienmärkten der Welt wahrzunehmen. Durch ein eigenes Immobilien-Projektmanagement hat Union Investment darüber hinaus eine besondere Kompetenz darin, das Potenzial von Immobilien im Entwicklungsstadium zu beurteilen und einen Neubau von der Konzeption bis zur Fertigstellung fachkundig zu begleiten.

Die Einstiege in neue Geschäftsfelder und in veränderte Anlagestrategien bieten Chancen zur Erwirtschaftung höherer Renditen. Anleger sind bereit, kontrollierte Risiken einzugehen. Deshalb realisiert Union Investment auch Ankäufe, die der Risikoklasse "Manage to Core" zuzurechnen sind und zu Core-Immobilien weiterentwickelt werden. Manage to Core-Objekte haben ihr Potential noch nicht ausgeschöpft und sind am Markt häufig unterbewertet. Union Investment sieht vor diesem Hintergrund die Möglichkeit, ihre Position als aktiver Risikomanager weiter zu etablieren und das Fondsgeschäft nachhaltig auszubauen.

Neben der regelmäßigen Überprüfung der Produktpalette nimmt deren bedarfsorientierte Adjustierung einen hohen Stellenwert ein. Den Anlegern werden dadurch marktaktuelle Fonds und Lösungen angeboten, um attraktive Mehrwerte zu schaffen.

Union Investment hat sich daher auch zum Ziel gesetzt, das Immobilienportfolio stetig zu überprüfen und angemessen zu optimieren, um so das Portfolio für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg stetig weiterzuentwickeln. Damit die Immobilien wettbewerbsfähig bleiben, wird regelmäßig der Bestand überprüft und individuelle Objektstrategien entwickelt, die sowohl Instandhaltungen und Refurbishments, aber auch Erweiterungsmaßnahmen oder Verkäufe beinhalten.

Nachhaltigkeit: "Manage to Green"-Strategie

Ergänzend zur wirtschaftlichen Betrachtung stehen nachhaltige Aspekte im Fokus. Hierzu zählen sowohl die Schaffung von Transparenz bei allen relevanten Gebäude- und Portfoliodaten als auch die Kontinuität der Verbrauchserfassung der Immobilien. Mit der in 2018 verabschiedeten "Manage to Green"-Strategie wurde zudem das Ziel formuliert, die Klimaneutralität des Gebäudebestandes sicherzustellen und damit den Klimaschutzplan 2050 zu erfüllen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Union Investment Real Estate GmbH weltweit vor der Herausforderung steht, mit den Ressourcen sinnvoll und schonend umzugehen, kommt die Union Investment Real Estate GmbH durch diese Maßnahmen nicht nur dem gesteigerten Interesse der Kunden nach, sondern stärkt somit auch die Positionierung als verantwortungsvoller Real Estate Asset Manager.

Digitalisierungsinitiativen: Zukunftsfähigkeit der Immobilienportfolios langfristig sicherstellen

Zudem nutzt Union Investment als vorausschauender Immobilienmanager offensiv die Chancen der Digitalisierung für ein nachhaltiges Wachstum. Als Impulsgeber entwickelt sie gemeinsam mit ihren Partnern zukunftsfähige Standards für die Immobilienwirtschaft. Im Fokus stehen hierbei die Optimierung von Standardprozessen und Schnittstellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die Verbesserung der IT-Sicherheit und des Datenschutzes, die Optimierung der Kundenkommunikation sowie die digitale Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Durch die identifizierten Chancen sieht Union Investment die Perspektive, den Nettoabsatz sowie das Fondsvermögen kontinuierlich zu steigern und somit aktiv zum Erfolg der Union Investment Gruppe beizutragen. Des Weiteren arbeitet die Union Investment Real Estate GmbH kontinuierlich an der Optimierung der Prozesse und einhergehender Zeit- und Kosteneinsparungen. Insgesamt ergeben sich dadurch sowohl absatz- als auch kostenseitige Chancen für eine verstetigte Ergebnisentwicklung.

Immobilienfonds für Institutionelle Anleger

Im Jahr 2023 strebt Union einen Ausbau der bestehenden Produkte -unter der Prämisse, dass neue Mittelzusagen eingeworben werden können -an. Hierbei sollen speziell vor dem Hintergrund der neuen Marktgegebenheiten insbesondere auch große institutionelle Anleger, z. B. durch das Format "Catch of the Day", gewonnen werden.

Für Service-KVG-Mandate wird weiterhin eine intensive Marktansprache betrieben. Hier sind bspw. individuelle Fondslösungen für kleinere genossenschaftliche Institute im Bereich von jeweils ca. 150 Mio. bis 200 Mio. EUR als Beispiele zu nennen. Hier sollen vor allem auch die Produktgattung geschlossene Investment-KG, u.a. mit Einbringungsmandaten, weiter ausgebaut werden.

V. Lage der Gesellschaft

1. Ertragslage

2022
Mio. EUR
2021
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Zinsabhängiges Geschäft
Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften sowie festverzinslichen Wertpapieren 1,7 -3,1 4,8
Laufende Erträge aus nicht festverzinslichen Wertpapieren und Gewinnabführungsverträgen 8,2 15,8 -7,6
Zinsaufwendungen -1,0 -1,3 0,3
Risikovorsorge -0,1 -0,1 -
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 8,8 11,3 -2,5
Provisionsabhängiges Geschäft
Provisionserträge 3.493,4 3.790,3 -296,9
Provisionsaufwendungen -1.457,4 -1.497,7 40,3
Provisionsüberschuss 2.036,0 2.292,6 -256,6
Ergebnis aus Finanzanlagen -59,9 3,2 -63,1
Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten -155,0 39,8 -194,8
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen 3,2 6,2 -3,0
Verwaltungsaufwendungen
Personalaufwendungen -566,5 -556,1 -10,4
Sachaufwendungen -535,9 -470,3 -65,6
Abschreibungen -91,1 -92,0 0,9
Verwaltungsaufwendungen -1.193,5 -1.118,4 -75,1
Sonstiges betriebliches Ergebnis 54,0 0 54,0
Konzernergebnis vor Steuern 693,6 1.234,7 -541,1
Ertragsteuern -203,3 -373,9 170,6
Konzernergebnis 490,3 860,8 -370,5
Davon entfallen auf:
Anteilseigner der Union Asset Management Holding AG 482,3 850,9 -368,6
Nicht beherrschende Anteile 8,0 9,9 -1,9
Assets under Management (Endvolumen) in Mrd. Euro 413,1 454,1 -41,0
Cost Income Ratio (CIR) 63,2 % 47,5 % 15,7 %

Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge lag im Berichtsjahr mit 8,8 Mio. Euro stark unter dem Niveau des Vorjahres. Dies resultierte im Wesentlichen aus geringeren Erträgen aus Anteilen an Tochterunternehmen und geringeren Erträgen aus in den Eigenanlagen gehaltenen Investmentanteilen. Gegenläufig stiegen die Zinserträge.

Der Provisionsüberschuss setzt sich im Detail wie folgt zusammen:

2022
Mio. EUR
2021
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Provisionserträge 3.493,4 3.790,3 -296,9
aus Absatzprovisionen 402,1 453,4 -51,3
aus Verwaltungsvergütungen 2.895,4 3.150,1 -254,7
aus Wertpapier-Investmentvermögen 2.322,9 2.613,7 -290,8
Davon erfolgsabhängige Verwaltungsvergütungen 25,9 382,8 -356,9
aus Immobilien-Investmentvermögen 572,5 536,4 36,1
aus Wertpapierverwahrung 44,8 42,6 2,2
Sonstige 151,1 144,2 6,9
Provisionsaufwendungen -1.457,4 -1.497,7 40,3
für volumenabhängige Provisionen -992,1 -940,9 -51,2
Sonstige -465,3 -556,8 91,5
Gesamt 2.036,0 2.292,6 -256,6

Wesentlicher Treiber des Provisionsüberschusses sind die Assets under Management des jeweiligen Geschäftsjahres. Ihre Entwicklung wird maßgeblich vom Nettoneugeschäft sowie der Kapitalmarktentwicklung bestimmt. 2022 verringerten sich die Assets under Management bis zum Jahresende mäßig um -41,0 Milliarden Euro auf nunmehr 413,1 Milliarden Euro. Die Verringerung resultierte aus der negativen Wertentwicklung an den internationalen Kapitalmärkten. Gegenläufig wirkten die positiven Nettomittelzuflüsse.

Über achtzig Prozent des Provisionsüberschusses waren vom Volumen der Assets under Management abhängig, insbesondere der wesentliche Anteil der Provisionserträge aus Verwaltungsvergütungen (exklusive der erfolgsabhängigen Verwaltungsvergütung und der Transaktionsvergütungen aus den Immobilien-Investmentvermögen) und die Provisionsaufwendungen für volumenabhängige Provisionen (bestehend aus Kontinuitätsprovision, Vertriebsprovision und Sonstige). Per Saldo stiegen diese beiden Positionen leicht an (+54,0 Mio. Euro). Ursächlich hierfür war das leicht gestiegene durchschnittliche Volumen der Assets under Management (+1,9 Prozent).

Der deutliche Anstieg der Verwaltungsvergütung aus den Immobilien-Investmentvermögen resultierte im Wesentlichen aus dem spürbaren Anstieg des durchschnittlichen Volumens der Immobilien-Investmentvermögen (+9,7 Prozent).

Die Erträge aus erfolgsabhängigen Verwaltungsvergütungen lagen mit 25,9 Mio. Euro stark unter dem Vorjahr (382,8 Mio. Euro).

Die Provisionserträge aus Absatzprovisionen enthalten im Wesentlichen den Bruttoausweis des erzielten Ausgabeaufschlags. Die daraus an die Vertriebspartner als Absatzprovision gezahlten Anteile sind in den Sonstigen Provisionsaufwendungen enthalten. Per Saldo lagen diese stark unter dem Niveau des Vorjahres.

Der Rückgang im Ergebnis aus Finanzanlagen um -63,1 Mio. Euro auf -59,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro) war im Wesentlichen in dem negativen realisierten Ergebnis aus der Veräußerung von Investmentanteilen aus den Eigenanlagen von Union Investment begründet.

Das Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten betrug -155,0 Mio. Euro nach 39,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer starken Veränderung der bewerteten Garantieversprechen für Anlageprodukte. Des Weiteren verringerte sich das Ergebnis aus der Bewertung von Investmentanteilen der Eigenanlagen von Union Investment kräftig.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen lag mit 3,2 Mio. Euro stark unter dem Vorjahr (6,2 Mio. Euro) und beinhaltet im Wesentlichen den Ergebnisanteil der BEA Union Investment Management Limited, Hongkong. Des Weiteren spiegeln sich hier die Ergebnisanteile der Union Investment Gruppe an der R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft, Wiesbaden, und der compertis Beratungsgesellschaft für betriebliches Vorsorgemanagement mbH, Wiesbaden, wider.

Die Verwaltungsaufwendungen lagen mit -1.193,5 Mio. Euro um -75,1 Mio. Euro spürbar über dem Vorjahreswert-1.118,4 Mio. Euro):

Die Personalaufwendungen lagen mit -566,5 Mio. Euro um -10,4 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert -556,1 Mio. Euro). Der Personalaufwand stieg im Wesentlichen aufgrund des Anstieges der Personalaufwendungen für Altersteilzeit und Altersversorgung.

Weitere Abweichungen des Personalaufwands entstanden aufgrund der durchschnittlichen Gehaltsanpassungen in 2022.

Die Sachaufwendungen lagen mit -535,9 Mio. Euro um -65,6 Mio. Euro spürbar über dem Vorjahreswert-470,3 Mio. Euro).

2022
Mio. EUR
2021
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Gesamt -535,9 -470,3 -65,6
IT-Aufwendungen -150,1 -125,6 -24,5
Öffentlichkeitsarbeit/Marketing -75,1 -70,3 -4,8
Beratung -118,7 -102,0 -16,7
Bürobetrieb -49,2 -41,2 -8,0
Grundstücks- und Raumkosten -23,0 -19,7 -3,3
Übrige -119,8 -111,5 -8,3

Die Sachaufwendungen stiegen im Wesentlichen aufgrund von IT-Aufwendungen, Beratung, Bürobetrieb, Informationsbeschaffung und Öffentlichkeitsarbeit/Marketing.

Die Abschreibungen lagen mit -91,1 Mio. Euro um 0,9 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres (-92,0 Mio. Euro) und blieben somit nahezu unverändert.

Das Sonstiges betriebliches Ergebnis betrug im Berichtszeitraum 54,0 Mio. Euro und lag damit stark über dem Vorjahreswert (0 Mio. Euro). Diese Abweichung resultierte im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Bei einem Konzernsteuersatz von 31,26 Prozent beträgt die Steuerquote im UMH-Konzern 29,31 Prozent (Vorjahr 30,28 Prozent). Der Ertragsteueraufwand sank im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 170,6 Mio. Euro auf -203,3 Mio. Euro. Er setzt sich aus -2T&J Mio. Euro laufendem Steueraufwand (Vorjahr: -369,0 Mio. Euro) und 75,4 Mio. Euro latentem Steuerertrag (Vorjahr: -4,9 Mio. Euro Steueraufwand) zusammen. Bei den laufenden Steuern erklärt sich die Abnahme im Wesentlichen durch das im Vergleich zum Vorjahr geringer ausgefallene Konzernergebnis vor Steuern. Der latente Steuerertrag ergibt sich im Wesentlichen aus der Bildung von aktiven Latenzen für negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten.

Die beschriebenen Entwicklungen führten insgesamt im Vergleich zum Vorjahr zu einem starken Rückgang des Konzernergebnisses um -370,5 Mio. Euro auf 490,3 Mio. Euro (Vorjahr: 860,8 Mio. Euro).

Des Weiteren zeugt der niedrige Wert der Cost Income Ratio (CIR) von 63,2 Prozent von einem weiterhin effizienten Ressourceneinsatz der Union Investment Gruppe. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die CIR um 15,7 Prozentpunkte.

Vergleich mit dem ursprünglich prognostizierten Ergebnis 2022

Die ursprünglichen Erwartungen an das Konzernergebnis 2022 wurden mäßig unterschritten. Ursächlich für diese Entwicklung war der kräftige Rückgang des Finanzergebnisses -bestehend aus Zinsüberschuss, Ergebnis aus Finanzanlagen und Sonstigem Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten. Im Wesentlichen war dies der starken Veränderung der Bewertung von Garantieversprechen für Anlageprodukte geschuldet sowie dem stark gesunkenen Wertbeitrag aus den Eigenanlagen. Gegenläufig erhöhte sich der Provisionsüberschuss leicht. Ursächlich für diese Entwicklung war der leichte Anstieg des volumenabhängigen Provisionsüberschusses sowie der starke Anstieg der erfolgsabhängigen Verwaltungsvergütung. Der Verwaltungsaufwand blieb gegenüber der ursprünglichen Planung konstant. Der Personalaufwand erhöhte sich leicht gegenüber dem prognostizierten Ergebnis 2022; hauptsächlich aufgrund der angepassten Sonderzahlungen sowie der Altersversorgung. Die Sachaufwendungen stiegen ebenfalls leicht an, hauptsächlich aufgrund von höheren Aufwendungen für IT-Kosten und Beratung. Gegenläufig sanken die Abschreibungen, insbesondere auf Software, spürbar. Das sonstige betriebliche Ergebnis stieg kräftig an, im Wesentlichen resultiert dies aus der Auflösung von Rückstellungen. Per Saldo führte dies zu einem mäßigen Rückgang des Ergebnisses und einem leichten Anstieg der CIR gegenüber der ursprünglichen Planung.

Ausschüttung

Der Hauptversammlung am 23. Mai 2023 soll eine Dividende in Höhe von 8,61 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Das Ausschüttungsvolumen würde demnach 250,1 Mio. Euro betragen. Der Aufsichtsrat der UMH AG hat in seiner Sitzung am 23. Februar 2023 dem Gewinnverwendungsvorschlag zugestimmt.

2. Liquiditätssteuerung und Finanzlage

2.1 Liquiditätssteuerung

Ziel der Liquiditätssteuerung ist neben der Sicherstellung einer permanenten Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften in der Union Investment Gruppe die rendite- und risikoorientierte Anlage verfügbarer Finanzmittel.

Die Steuerung basiert auf einer laufenden Überwachung und Analyse sämtlicher Finanzmittelbestände und Zahlungsströme der Gesellschaften. Hierauf aufbauend wird im Rahmen einer regelmäßigen Liquiditätsplanung die kurz- bis mittelfristige Liquiditätssituation abgeleitet. Die Planung erfolgt System gestützt, monatlich rollierend für einen Planungszeitraum von 15 Monaten auf Basis der jeweils aktuellen Ergebnisplanungen. Die geplanten Mittelzu- und -abflüsse leiten sich unmittelbar aus den budgetierten Erträgen und Aufwendungen sowie aus absehbaren liquiditätswirksamen Veränderungen von Bilanzpositionen ab.

Die Ergebnisse der Liquiditätsplanung bilden die Grundlage für die Disposition der Finanzmittel innerhalb der folgenden vier Finanzmittelklassen.

Liquidität (Anlagen zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung): Liquiditätsanlagen umfassen Finanzmittel mit einer voraussichtlichen Anlagedauer von unter drei Jahren. Dazu zählen neben den Beständen auf Bankkonten Anlagen in Geldmarktfonds, Anlagen in Rentenfonds, die in kurzlaufende Rentenpapiere investieren, sowie sonstige zur kurzfristigen Anlage geeigneten Produkte.

Strategische Positionen (langfristige Kapitalanlagen): Strategische Positionen weisen eine voraussichtliche Anlagedauer von mindestens drei Jahren auf und umfassen Fonds- oder Wertpapieranlagen, die unter Rendite-/Risikogesichtspunkten ausgewählt werden. Der jeweilige Anlagehorizont wird bei Abschluss des konkreten Geschäfts ermittelt.

Dotationen: Anlagen als Dotationen erfolgen regelmäßig als sogenannte Erstdotationen in neu aufgelegte Fonds der Union Investment Gruppe, um ein neues Anlageprodukt am Markt erfolgreich platzieren zu können. Erstdotationen werden grundsätzlich innerhalb von sechs Monaten zurückgeführt.

Mitarbeiteranlagen: Mitarbeiteranlagen umfassen sämtliche für Mitarbeiter der Gesellschaften im Rahmen von Altersvorsorge- und Mitarbeiterbindungsprogrammen angelegte Mittel.

Aufbauend auf der Prognose der Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft erfolgt innerhalb des Liquiditätsmanagements die konkrete Auswahl von Anlagealternativen. In die Anlagenentscheidung fließen als weiteres Steuerungselement regelmäßige Stresstests zur Untersuchung des Einflusses von Zinsänderungen auf die Liquiditätspositionen ein. Die Anlagestrategie ist insgesamt konservativ.

Die vier Finanzmittelklassen unterliegen einer fortlaufenden Risikoüberwachung.

2.2 Finanzlage Konzern

Der Gesamtbestand an finanziellen Mitteln ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Mio. EUR Prozent Mio. EUR Prozent Mio. EUR
Wertpapierbestände 1.455,7 43,7 2.026,2 62,1 -570,5
Bankbestände 1.877,9 56,3 1.238,6 37,9 639,3
Gesamtbestand an finanziellen Mitteln 3.333,6 100,0 3.264,8 100,0 68,8

Der Wertpapierbestand setzt sich wie folgt aus den vier Finanzmittelklassen zusammen:

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Mio. EUR Prozent Mio. EUR Prozent Mio. EUR
Kurzfristige Anlagen zur Liquiditätssteuerung 649,8 44,6 780,4 38,5 -130,6
davon Rentenfonds 649,8 44,6 780,4 38,5 -130,6
Strategische Positionen 751,4 51,6 1.215,7 60,0 -464,3
davon Rentenfonds 536,0 36,8 915,2 45,2 -379,2
davon Geldmarktfonds 207,5 14,3 61,5 3,0 146,0
davon Immobilienfonds 4,0 0,3 4,0 0,2 0,0
davon Aktienfonds 3,4 0,2 133,6 6,6 -130,2
davon Mischfonds 0,3 0 47,8 2,4 -47,5
davon Alternative Anlagefonds 0,1 0 28,9 1,4 -28,8
davon Hybridfonds 0,1 0 24,7 1,2 -24,6
Dotationen 50,9 3,5 26,8 1,3 24,1
davon Mischfonds 18,7 1,3 15,2 0,8 3,5
davon Alternative Anlagefonds 13,8 0,9 5,7 0,3 8,1
davon Aktienfonds 11,2 0,8 0 0 11,2
davon Rentenfonds 7,0 0,5 5,8 0,3 1,2
davon Immobilienfonds 0,2 0 0,1 0 0,1
davon Hybridfonds 0 0 0 0 0,0
davon Sonstige Fonds 0 0 0 0 0,0
Mitarbeiteranlagen 3,6 0,2 3,3 0,2 0,3
davon Rentenfonds 2,4 0,2 1,7 0,2 0,7
davon Aktienfonds 0,5 0 0,5 0 0,0
davon Mischfonds 0,1 0 0,5 0 -0,4
davon Sonstige Fonds 0,6 0 0,6 0 0,0
Gesamtbestand Wertpapiere 1.455,7 100,0 2.026,2 100,0 -570,5
davon Rentenfonds 1.195,2 82,1 1.703,1 84,1 -507,9
davon Geldmarktfonds 207,5 14,3 61,5 3,0 146,0
davon Mischfonds 19,1 1,3 63,5 3,1 -44,4
davon Aktienfonds 15,1 1,0 134,1 6,6 -119,0
davon Alternative Anlagefonds 13,9 1,0 34,6 1,7 -20,7
davon Immobilienfonds 4,2 0,3 4,1 0,2 0,1
davon Hybridfonds 0,1 0 24,7 1,2 -24,6
davon Sonstige Fonds 0,6 0 0,6 0,0 0,0

Unter Berücksichtigung des Bestandes der verfügbaren finanziellen Mittel zum Abschlussstichtag und der auf Basis der rollierenden 15-Monats-Liquiditätsplanung erwarteten Liquiditätsentwicklung sind die Gesellschaften der Union Investment Gruppe zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts bei plangemäßem Geschäftsverlauf jederzeit in der Lage, ihre im genannten Planungszeitraum fällig werdenden finanziellen Verpflichtungen aus liquiden Mitteln bedienen zu können.

3. Vermögenslage

3.1 Übersicht über die Vermögenslage

In der nachfolgenden Übersicht sind die einzelnen Posten der Konzernbilanz nach finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst.

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Mio. EUR Prozent Mio. EUR Prozent Mio. EUR
Forderungen an
Kreditinstitute 1.902,1 40,1 1.251,1 27,3 651,0
Kunden 94,6 2,0 98,8 2,2 -4,2
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 1,2 0,0 1,2 0,0 -
Finanzanlagen 1.475,0 31,1 2.080,6 45,3 -605,6
Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen 58,3 1,2 67,6 1,5 -9,3
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 365,3 7,7 373,0 8,1 -7,7
Ertragsteueransprüche 159,3 3,4 95,7 2,1 63,6
Nutzungsrechte 401,0 8,5 327,8 7,1 73,2
Übrige Aktiva 265,5 5,6 293,2 6,4 -27,7
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 18,5 0,4 0,0 0,0 18,5
Summe der Aktiva 4.740,8 100,0 4.589,0 100,0 151,8

Passiva

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Mio. EUR Prozent Mio. EUR Prozent Mio. EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 96,6 2,0 64,9 1,4 31,7
Kunden 3,4 0,1 2,4 0,1 1,0
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 262,4 5,5 140,7 3,1 121,7
Rückstellungen 209,3 4,4 291,3 6,3 -82,0
Ertragsteuerverpflichtungen 136,4 2,9 231,2 5,0 -94,8
Leasingverbindlichkeiten 409,5 8,6 331,8 7,2 77,7
Übrige Passiva 1.028,5 21,8 1.091,6 23,8 -63,1
Eigenkapital 2.594,7 54,7 2.435,1 53,1 159,6
Summe der Passiva 4.740,8 100,0 4.589,0 100,0 151,8

Die Konzernbilanzsumme ist mit 4.740,8 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresstichtag um 3 Prozent angestiegen. Das für Kunden der Union Investment Gruppe verwaltete Vermögen - Investmentvermögen und sonstige Asset Management-Formate -schlägt sich branchentypisch nicht in der Bilanz nieder.

Die Aktivseite der Konzernbilanz ist durch die finanziellen Mittel Bankbestände und Wertpapiere geprägt. Der Gesamtbestand an finanziellen Mitteln ist um 68,8 Mio. Euro auf 3.333,6 Mio. Euro angestiegen. Die Bankbestände sind in der Bilanzposition Forderungen an Kreditinstitute enthalten und stiegen um 639,3 Mio. Euro auf 1.877,9 Mio. Euro. Die Wertpapiere sind überwiegend in der Bilanzposition Finanzanlagen enthalten. Der Wertpapierbestand sank um 570,5 Mio. Euro auf 1.455,7 Mio. Euro. Die Zusammensetzung der finanziellen Mittel wird im Abschnitt "Finanzlage" erläutert.

Die Positiven Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten enthalten Optionen, welche die UMH berechtigt, zukünftig Anteile an einem Unternehmen zu erwerben.

Den Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 8,0 Mio. Euro standen Abschreibungen in Höhe von -8,1 Mio. Euro gegenüber. Einschließlich sonstiger Veränderungen verminderte sich der Restbuchwert des Sachanlagevermögens von 50,5 Mio. Euro im Vorjahr um -0,6 Mio. Euro auf 49,9 Mio. Euro.

Für Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte wurden im Berichtsjahr 36,3 Mio. Euro aufgewendet, denen Abschreibungen in Höhe von -40,9 Mio. Euro gegenüberstanden. Einschließlich sonstiger Veränderungen verminderte sich der Restbuchwert der Immateriellen Vermögenswerte von 322,5 Mio. Euro im Vorjahr um -7,1 Mio. Euro auf 315,4 Mio. Euro.

In den Übrigen Aktiva sind in Höhe von 200,7 Mio. Euro Forderungen an Sondervermögen (Vorjahr: 229,0 Mio. Euro) und in Höhe von 19,0 Mio. Euro Forderungen aus sonstigen Steuern (Vorjahr: 28,4 Mio. Euro) enthalten. Bei den Forderungen an Sondervermögen handelt es sich dabei im Wesentlichen um die abgegrenzten Forderungen aus der Verwaltungsvergütung und den Pauschalgebühren für den Monat Dezember.

Die Nutzungsrechte stiegen insbesondere aufgrund der Verlängerung des Mietvertrages für das MainTorPorta in Frankfurt am Main.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 31,7 Mio. Euro auf 96,6 Mio. Euro und resultieren im Wesentlichen aus Provisionsverbindlichkeiten aus dem Anteilscheingeschäft und Servicegebühren.

Die Negativen Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten enthalten in Höhe von 262,4 Mio. Euro (Vorjahr: 140,8 Mio. Euro) bewertete Unterdeckungsbeträge aus Kapitalerhaltungszusagen nach AltZertG und aus Mindestzahlungszusagen im Rahmen von echten Garantiefonds. Der starke Anstieg resultiert aus der negativen Entwicklung der Kapitalmärkte und dem Anstieg der Bundrendite.

31.12.2022
Mio. EUR
31.12.2021
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 187,9 243,3 -55,4
Rückstellungen für Leistungsorientierte Verpflichtungen 79,5 140,2 -60,7
Rückstellungen für andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 108,4 102,9 5,5
Rückstellungen für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses - 0,2 -0,2
Andere Rückstellungen 21,4 48,0 -26,6
Gesamt 209,3 291,3 -82,0

Die Rückstellungen entwickelten sich von 291,3 Mio. Euro um -82,0 Mio. Euro auf 209,3 Mio. Euro. Die Rückstellungen für Leistungsorientierte Verpflichtungen entwickelten sich von 140,2 Mio. Euro um -60,7 Mio. Euro auf 79,5 Mio. Euro. Der Rechnungszins beträgt 3,7 Prozent (im Vorjahr 1,1 Prozent). Die Rückstellungen für andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer stiegen von 102,9 Mio. Euro um 5,5 Mio. Euro auf 108,4 Mio. Euro. Die Anderen Rückstellungen sanken von 48,0 Mio. Euro um -26,6 Mio. Euro auf 21,4 Mio. Euro.

Die Übrige Passiva sinkt insbesondere durch niedrigere abgegrenzte Schulden für Provisionen an die Vermittlerbanken. Diese entwickelten sich um -38,0 Mio. Euro auf 758,0 Mio. Euro.

Das Eigenkapital entwickelte sich von 2.435,1 Mio. Euro um 159,6 Mio. Euro auf 2.594,7 Mio. Euro. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die im Geschäftsjahr gezahlte Dividende für das Vorjahr (350,3 Mio. Euro) im Vergleich zum Gesamtkonzernergebnis des Berichtsjahres (521,3 Mio. Euro) zurück zu führen. Die Eigenkapitalquote beträgt 54,7 Prozent und liegt um 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert in Höhe von 53,1 Prozent.

3.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Für die Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit der Union Investment Gruppe sowie für ihre Stellung im Wettbewerb sind die Mitarbeiter der entscheidende Erfolgsfaktor. Das Leistungsvermögen und die Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter werden entsprechend ihrer Aufgaben und Potenziale im Rahmen einer innovativen und bedarfsorientierten Personalentwicklung bestmöglich gefördert. Im Geschäftsjahr 2022 wurden für Personalentwicklungsmaßnahmen insgesamt rund 4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) investiert. Zielorientierte Mitarbeiterführung sowie der Einsatz leistungsorientierter Vergütungsinstrumente bewirken, dass die Mitarbeiter auf allen hierarchischen Ebenen eine unternehmerische Denk- und Handlungsweise entwickeln. Variable, an individuellen Leistungszielen bemessene Gehaltsbestandteile unterstützen zudem den Leistungswillen und die Zielorientierung der Mitarbeiter.

Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte die UMH 360 Mitarbeiter (Vorjahr: 349 Mitarbeiter) mit einem durchschnittlichen Alter von 43,4 Jahren (Vorjahr: 43,4 Jahre) und einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 11,1 Jahren (Vorjahr: 11,1 Jahre). Die Union Investment Gruppe beschäftigte 4.305 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.109 Mitarbeiter) zum Ende des Jahres 2022. Konzernweit betrugen das durchschnittliche Alter 43,2 Jahre (Vorjahr: 43,2 Jahre) und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit 10,2 Jahre (Vorjahr: 10,1 Jahre).

Die Mitarbeiteranzahl der Union Investment Gruppe zum Stichtag 31.12.2022 ist inkl. der neuen Gesellschaft ZBI. Die Kennzahlen Durchschnittsalter und durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der UIG wurden hingegen exkl. ZBI ausgewertet, da aufgrund der Erstkonsolidierung, die entsprechenden Daten nicht zur Verfügung standen.

Markenleistung

Die Werte der klassischen Parameter zur Messung der Markenleistung haben sich 2022 auf hohem Niveau gehalten. Die gestützte Bekanntheit der Marke Union Investment stieg von 61,4 Prozent bevölkerungsweit im Dezember 2021 auf 63,1 Prozent per November 2022. Die gestützte Werbeerinnerung fiel geringfügig von 33,9 Prozent im Dezember 2021 auf 30,3 Prozent per November 2022, die Kaufbereitschaft stieg im selben Zeitraum von 38,0 auf 40,4 Prozent. Letzterer KPI darf nicht zu direkt bewertet werden, da die Angabe zur Kaufbereitschaft in einem anonymen Interview hochgradig unverbindlich ist, die Quote tatsächlicher Abschlüsse korreliert mit der Kaufbereitschaft nur gering. Dies gilt vor allem auch, da der Einfluss des Bankberaters bei der Kaufentscheidung hoch ist, dieser Einfluss in der Abfragesituation allerdings nicht abgebildet werden kann.

Im Rahmen der aus der UMH heraus vorgenommenen strategischen Markenführung wird seit 2013 bei allen markenrelevanten Zielgruppen der sogenannte Markenstärkeindex erhoben. Er wird aus den gängigen Parametern der Markenführung gebildet und kann Werte zwischen 0 und 100 annehmen. Der aktuelle Wert des Markenstärkeindex sank bei Bankberatern im Privatkundengeschäft gegenüber dem Vorjahr um 6 Punkte auf 88,2 Punkte. Bei Privatanlegern liegt der Wert des Markenstärkeindex 2022 gegenüber 2021 um 6,8 Punkte niedriger bei nun 68,7 Punkten. Bei institutionellen Anlegern liegt der letzte Messpunkt im Berichtsjahr 2021, der dabei ermittelte Indexwert lag bei 87,5 Punkten. 2020 konnte der Index in der Zielgruppe institutionelle Anleger aus erhebungstechnischen Gründen nicht ermittelt werden. Der letzte zuvor ermittelte Wert des Markenstärkeindex stammt aus 2019, dort wurden 85 Punkte gemessen.

Der alternierend zweijährig erhobene Indexwert bei Immobilienmarktteilnehmern betrug im Jahr 2021 82,2 Punkte. Im Jahr 2022 wurde er nicht erhoben. Bei der voranstehenden Messung aus dem Jahr 2019 betrug der Indexwert 84,4 Punkte. Zu beachten ist, dass sich die Erhebungsbasis geändert hat. Bis 2019 wurden ausschließlich eigene Geschäftspartner befragt. Der aktuelle Indexwert beruht auf einer Marktbefragung, somit wurden auch Immobilienmarktteilnehmer befragt, mit denen die UIR nicht in Geschäftsbeziehung steht. Obwohl der 2021 gemessene Wert numerisch niedriger ist, ist er aufgrund der breiteren Befragtenbasis als Verbesserung zu werten. Bei Mietern wurde der Markenindex sowohl 2020, 2021 als auch 2022 aufgrund der bei den Kernmietergruppen - Mieter großer Büroflächen, Hotels und Einzelhandelsgeschäfte in Shopping-Centern -infolge der Corona-Pandemie schwierigen Lage nicht erhoben. Der Wert des Markenstärkeindex bei Mietern in Objekten der UIR/Uli lag 2018 bei 72,2 Indexpunkten. Bei der Erhebung zuvor (2016) betrug der Wert für diese Zielgruppe 71 Punkte.

Angesichts der in den verschiedenen Zielgruppen unterschiedlichen Relevanz der Marke im Entscheidungsprozess sind die aktuellen Werte aller Zielgruppen aus markenfachlicher Sicht positiv einzuwerten.

Da Marke im Zug der Digitalisierung wichtiger wird, bei Union Investment einen hohen Stellenwert besitzt und zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der Marke verfolgt werden, erwarten wir perspektivisch, dass die vom Niveau her sehr guten Werte sich weiter verfestigen.

In der Wettbewerbsbetrachtung bleibt das Bild der letzten Jahre stabil: Union Investment setzt sich in der Markenstärke deutlich von den meisten Mitbewerbern ab. Die Marke bildet somit nachhaltig ein klares Asset der Union Investment Gruppe.

Kundenzufriedenheit

Unter den Kundengruppen von Union Investment liegen im Berichtsjahr lediglich für Vermittlerbanken und Privatanleger neue Werte zur Gesamtzufriedenheit mit der Geschäftsbeziehung vor, nicht aber für institutionelle Kunden und Mieter.

Der im Berichtsjahr 2022 gemessene Durchschnittswert der Zufriedenheit mit Union Investment liegt bei Geno-Bankführungskräften bei 2,2. Für beide Zielgruppen der genossenschaftlichen Vertriebspartnerbanken sind diese Ergebnisse als stabil einzuordnen. Bei Privatanlegern beträgt der Durchschnittswert für die Kundenzufriedenheit 2022 wie im Vorjahr 2,2 auf der 5er-Skala von 1 = .außerordentlich zufrieden' bis 5 = .unzufrieden'.

Für das Geschäftsjahr 2023 kann man davon ausgehen, dass es wie in den Vorjahren ambitioniert, aber durchaus möglich ist, die guten Werte bei den Vertriebspartnern und Privatanlegern halten zu können. Bei beiden Gruppen kommt es erfahrungsgemäß zu Abstrahleffekten in Abhängigkeit von der Kapitalmarktsituation: ungünstige Kapitalmarktkonstellationen führen zu einer "gefühlt" niedrigeren Zufriedenheit mit Fonds-Anbietern. Positiv ist zu vermerken, dass die im Jahresverlauf 2022 infolge des Ukraine-Kriegs und des Zinsanstiegs durchaus herausfordernden Rahmenbedingungen für das Fondsgeschäft noch nicht zu einer nennenswerten Stimmungsbeeinträchtigung bei Vertriebspartnerbanken und Privatanlegern geführt hat.

Bei institutionellen Kunden von Union Investment werden im zweijährigen Rhythmus eigene Zufriedenheitsbefragungen durchgeführt. Die Befragungen werden in Jahren mit ungeraden Jahreszahlen durchgeführt, daher fand im Berichtsjahr keine Befragungswelle statt. Auf einer Skala von 1 = .außerordentlich zufrieden' bis 5 = .unzufrieden' lag der Wert für die Gesamtzufriedenheit institutioneller Anleger mit der Geschäftsbeziehung im Jahr2021 bei 1,75. Er verbesserte sich von bereits sehr hohem Niveau gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2019 leicht, dort betrug der Gesamtzufriedenheitswert 1,81.

Bei Mietern in den Objekten von Union Investment Real Estate GmbH und Union Investment Institutional Property GmbH werden in zweijährigem Rhythmus Zufriedenheitsbefragungen durchgeführt. Aufgrund der Corona-Pandemie, die bei vielen Mietern der wichtigsten Mietergruppen Büromieter, Hotels und Einzelhandelsmieter in Shopping-Centern zu kritischen Ertragslagen führte, haben UIR und Ull in Abstimmung mit der die Befragung durchführenden UMH (dort ist die zentrale Marktforschung der UIG angesiedelt) die ursprünglich für 2020 geplante, dann zunächst für das Berichtsjahr 2021 angesetzte Kundenzufriedenheitsbefragung ein weiteres Mal auf das Jahr 2023 verschoben. Die aktuelle Befragung stammt daher aus dem Jahr 2018.

2018 hatten sich die Zufriedenheitswerte gegenüber dem vorherigen Messzeitpunkt auf dem bestehenden guten Niveau gehalten: Auf einer Skala von 1 = .außerordentlich zufrieden' bis 5 = .unzufrieden' liegt der Wert 2018 für die Zufriedenheit von Mietern in deutschen Objekten der Union Investment Real Estate GmbH/Union Investment Institutional Property GmbH wie zuvor bei 2,3.

Wie sich die Mieterzufriedenheit im Geschäftsjahr 2023 entwickelt, ist schwer zu prognostizieren. Einer der Treiber der Entwicklung wird sicher der weitere Verlauf des Ukraine-Kriegs mit den damit einhergehenden Herausforderungen für die Energieversorgung sowie Zinsanstieg und Inflation sein.

Unseres Erachtens sollte Union Investment über vielfältige Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie die ausgeprägte Qualitätsausrichtung ihrer Immobilien für die Mieter weiterhin ein geschätzter Vertragspartner bleiben und damit Impact auf stabile Mieterzufriedenheit geben.

Nachhaltigkeitsmanagement in der Union Investment Gruppe

Nachhaltigkeit ist fest im Wertegerüst und den Strukturen der Union Investment Gruppe verankert. Nachhaltigkeit ist Teil unseres Selbstverständnisses, welches wir in unserem Leitbild zum Ausdruck bringen. In unserem unternehmensweiten Nachhaltigkeitskodex sind die Grundprinzipien und Leitideen, nach denen sich Nachhaltigkeit in unserem Denken und Handeln widerspiegelt, verankert.

Nachhaltigkeitsstrategie

Union Investment strebt an, bis 2025 eine führende Position als Asset Manager in Deutschland zu übernehmen. Hierfür sind im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie die nachfolgenden fünf strategischen Handlungsfeldern definiert worden: Positionierung und Kommunikation, Leistungen und Kompetenzen, Vermarktung, Produkte und Betrieb.

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist durch den Gesamtvorstand von Union Investment verabschiedet. Auf Unternehmensebene wird unsere Nachhaltigkeitsstrategie von unserem Gesamtvorstand verantwortet und von der Gruppe Nachhaltigkeitsmanagement sowie unserem unternehmensweiten Steuerungskreis Nachhaltigkeit (SKN) umgesetzt und weiterentwickelt. Die Nachhaltigkeitsstrategie wird in regelmäßigen Abständen geprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.

Produkte

Union Investment verwaltete per 31.12.2022 122 Mrd. Euro Anlegergelder, die entsprechend der EU-Offenlegungsverordnung als Artikel-8-Fonds (Fonds mit Nachhaltigkeitsstrategie) und Artikel-9-Fonds (Fonds, die zu Nachhaltigkeitszielen beitragen) eingestuft sind. Zusammenfassend lassen sich diese Produkte als Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen bezeichnen. Vermögensanlagen, die ökologische oder soziale Merkmale fördern, können in eine breite Palette von Assets investieren, von denen einige nicht unbedingt selbst als nachhaltige Anlagen gelten oder zu den spezifischen ökologischen oder sozialen Merkmalen beitragen, die durch das Finanzprodukt gefördert werden.

Weitere Details sind in unseren Leitlinien für verantwortliches investieren veröffentlicht.

Klimastrategie

Die Klimastrategie von Union Investment zielt auf eine Klimaneutralität im Geschäftsbetrieb bis 2045 und bei unseren durch die Produkte finanzierte Emissionen bis 2050 ab.

Mit einem Anteil von 40 Prozent an den weltweiten CO 2 -Emissionen sind Gebäude "schlafende Klimariesen". Sie sind darum ein wichtiger Hebel im Kampf gegen den Klimawandel. Für das gewerbliche Immobilienportfolio besteht daher eine "Manage to Green"-Strategie mit dem Ziel, unser weltweites Immobilienportfolio bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen.

Der Vorstand von Union Investment hat 2022 eine Strategie für die Erreichung der kurz- und mittelfristigen Klimaschutzziele in der Verwaltung von Wertpapierprodukten beschlossen. Die Strategie ergänzt das langfristige Ziel, die finanzierten Treibhausgasemissionen im Wertpapiervermögen bis vor 2050 auf netto null zu bewegen. Im ersten Schritt steht die Fokussierung auf die Konzerne mit dem höchsten Treibhausgasausstoß. Denn fast drei Viertel der CO 2 -Emissionen in den Fonds von Union Investment werden von knapp 50 Unternehmen verursachen.

Konkret bedeutet das, dass wir die ausgewählten Firmen in den kommenden Jahren immer wieder konsequent auf ihre lang-, sowie mittel- und kurzfristigen Emissionsreduktionsziele sowie die dafür notwendigen Umsetzungs- und Investitionspläne prüfen. Diejenigen Emissionsschwergewichte, die diesen Anforderungen innerhalb der gesetzten Fristen nicht nachkommen, werden schrittweise aus den Wertpapierportfolios herausgesteuert. Das gilt ab 2025 global für die langfristigen Reduktionsziele und ab 2030 auch für kurz- und mittelfristige Ziele. In den darauffolgenden Jahren verlangen wir von den Zielunternehmen eine klare Kommunikation über den Plan, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Spätestens 2040 müssen sich die Unternehmen auf dem richtigen Reduktionspfad befinden oder bereits klimaneutral sein.

3.3 Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung dient der Ermittlung und Darstellung des Zahlungsmittelflusses, den die Union Investment Gruppe im Geschäftsjahr aus der betrieblichen Tätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit erwirtschaftet oder verwendet hat.

Für Investmentgesellschaften ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt in der Union Investment Gruppe weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung, noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

31.12.2022
Mio. EUR
31.12.2021
Mio. EUR
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit -37,0 619,3
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 439,7 -342,8
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -402,6 -276,5
= Veränderungen des Zahlungsmittelbestands 0,1 0
+ Zahlungsmittelbestand zu Beginn des Geschäftsjahres 0 0
= Zahlungsmittelbestand zum Ende des Geschäftsjahres 0,1 0

Als Zahlungsmittelbestand ist der Bilanzposten Barreserve definiert, der sich aus Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken sowie Schuldtiteln öffentlicher Stellen und Wechseln, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind, wenn die Restlaufzeit kürzer als drei Monate und der Bestand als Liquiditätshaltung zu sehen ist, zusammensetzt. Nicht einbezogen werden täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute, die wir der betrieblichen Tätigkeit zuordnen.

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit wurde nach der indirekten Methode ermittelt und gibt die Zahlungsströme aus den wesentlichen erlöswirksamen Tätigkeiten sowie aus der Veränderung von Bilanzpositionen aus dem operativen Geschäft der Union Investment Gruppe wieder, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Er kennzeichnet die Fähigkeit der Union Investment Gruppe, Zahlungsmittel aus eigener Kraft aus dem operativen Geschäft zu generieren, um Verpflichtungen nachzukommen, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, Dividenden zu zahlen und Investitionen zu tätigen, ohne dabei auf eine Außenfinanzierung zurückgreifen zu müssen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist im Berichtsjahr durch Einzahlungen in Höhe von 1.535,2 Mio. Euro aus dem Verkauf und in Höhe von 1.053,9 Mio. Euro Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen geprägt. Zudem wurden Auszahlungen aus dem Erwerb von Immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 36,3 Mio. Euro und Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 8,0 Mio. Euro getätigt.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit setzt sich (gemäß der Definition nach IAS 7.17) aus den Zahlungsströmen aus Transaktionen mit Eigenkapitalgebern und anderen Gesellschaftern konsolidierter Tochterunternehmen sowie Mittelveränderungen aus sonstigem Kapital, der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten, den Ein- und Auszahlungen aus Darlehen und anderen Ausleihungen zusammen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit entfällt überwiegend auf die Auszahlungen der durch die UMH gezahlten Dividende für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 350,3 Mio. Euro und die auf nicht beherrschende Anteilseigner entfallenden Ausschüttungen von Tochterunternehmen der UMH in Höhe von 8,6 Mio. Euro. Die Auszahlungen für den Tilgungsanteil von Leasingverbindlichkeiten betragen 44,4 Mio. Euro und die Mittelveränderungen aus sonstigem Kapital 0,6 Mio. Euro.

VI. Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft hat bei den in dem Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die dem Vorstand zum Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Die Gesellschaft ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt worden.

Eine Unterlassung von Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank (DZ BANK AG), Frankfurt am Main, oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, die nach den dem Vorstand bekannten Umständen für die Gesellschaft einen Vorteil hätten haben können, erfolgte nicht.

C Erklärung zur Unternehmensführung 1

Bericht gemäß § 289f Absatz 4 in Verbindung mit Absatz 2 Nr. 4 HGB

Der Aufsichtsrat der Union Asset Management Holding AG (UMH) hat gemäß § 111 Absatz 5 AktG Zielgrößen bis zum 31. Dezember 2026 für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand der UMH festgelegt.

Der für den Aufsichtsrat beschlossene Zielanteil beträgt 26,7% (4 von 15). Im Berichtszeitraum betrug der Frauenanteil im Aufsichtsrat 26,7 % (4 von 15).

Der für den Vorstand beschlossene Zielanteil beträgt 20% (1 von 5). Im Berichtszeitraum betrug der Frauenanteil im Vorstand 20% (1 von 5).

Außerdem hat der Vorstand der UMH gemäß § 76 Absatz 4 AktG Zielgrößen bis zum 31. Dezember 2026 für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt.

Auf Bereichsleiterebene (erste Ebene nach Vorstand) beträgt die Zielgröße 25 % (1 von 4). Sie wurde im Berichtszeitraum eingehalten.

Auf Abteilungsleiterebene (zweite Ebene nach Vorstand) beträgt die Zielgröße bis zum 31. Dezember 2026 7,14% (1 von 14). Im Berichtszeitraum betrug der Frauenanteil 0% (0 von 15). Aktuell liegt eine Unterschreitung der Zielgröße vor. Bei der Besetzung einer offenen Stelle in 2022 hat sich im Auswahlprozess im Rahmen der erfolgten Gesamtwürdigung der fachlichen und persönlichen Eignung ein männlicher Bewerber durchgesetzt.

1 Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Absatz 4 HGB (Angabe zur Frauenquote) wird in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

D Prognose-, Chancen- und Risikobericht

I. Chancenbericht

Union Investment verfolgt eine wertorientierte Unternehmenspolitik, das heißt das Ziel einer stetigen Steigerung des Unternehmenswertes. Erreicht werden soll diese Steigerung grundsätzlich durch dauerhaftes und profitables Wachstum unter Berücksichtigung von Rendite-Risiko-Gesichtspunkten. Im Einzelnen versteht es die Gesellschaft als ihren Auftrag, das Vermögen der Kunden zu vermehren und Vertrauen zu gewinnen. Hierzu stellt sie sich den zentralen Herausforderungen an den Kapitalmärkten und entwickelt bedarfsorientierte Anlagelösungen. Die Geschäftsentwicklung der Union Investment Gruppe spiegelt sich in den Aufwendungen, Erträgen und dem Ergebnis im UMH-Konzernabschluss wider. In diesem Zusammenhang werden die folgenden Chancen gesehen:

Aktuell besteht ein herausforderndes Marktumfeld im Asset Management. Zu den geopolitischen Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg, kommen weitere Unsicherheitsfaktoren wie Wachstumsverlangsamung, Störung von Lieferketten, Inflation und Geldpolitik. Die aktuell hohen Preissteigerungsraten führen trotz eines steigenden Zinsniveaus zu einer realen Entwertung von Zinsanlagen. In diesem Kontext können Anleger nur dann eine positive reale Rendite erwirtschaften, wenn sie bereit sind, kontrollierte Risiken einzugehen. Hier sieht Union Investment die Möglichkeit, ihre Position als Lösungsanbieter und Risikomanager zu nutzen, um das Fondsgeschäft weiter auszubauen. Hierfür stehen den Anlegern eine Vielzahl von Assetklassen, Anlagestrategien und Anlageregionen mit Ertragschancen zur Verfügung.

Im institutionellen Geschäft wird mit Diversifikationsbedarf der Kunden aufgrund der Umfeldbedingten Unsicherheit gerechnet, dem Union Investment mit entsprechenden Angeboten begegnet. In Bezug auf die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Leistungen wird eine stärkere Fokussierung angestrebt, um sich im Wettbewerb hervorzuheben.

Für Privatkunden liegt der Schwerpunkt weiterhin auf marktaktuellen Fonds und Lösungen, um Mehrwert für die Kunden zu schaffen. Daneben wird die Digitalisierung von Prozessen und Leistungen weiterverfolgt mit Potenzial für neuen Kundennutzen auf allen Wertschöpfungsstufen.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden zahlreiche gesetzgeberische Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen, die das Wertpapiergeschäft stark beeinflussen; auch zukünftig werden weitere Maßnahmen erwartet. Im Rahmen dieser Veränderungen sieht Union Investment sowohl bei Privatais auch institutionellen Anlegern die Chance, individuelle lösungsorientierte Produkte zu entwickeln und die Kundenbindung zu stärken. Institutionellen Anlegern bietet Union Investment dabei spezifische Lösungen an, die die regulatorischen Erfordernisse und Meldeanforderungen abbilden. Auf diese Weise trägt Union Investment dazu bei, dass institutionelle Anleger ihren Aufwand für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen bei der Erfassung in den eigenen Systemen reduzieren können.

Durch die identifizierten Chancen sieht Union Investment die Perspektive, den Nettoabsatz sowie die Assets under Management kontinuierlich zu steigern und den damit einhergehenden Provisionsüberschuss der Unternehmensgruppe weiter zu erhöhen. Des Weiteren arbeitet Union Investment kontinuierlich an der Verbesserung der Prozesse und damit einhergehenden Zeit- und Kosteneinsparungen. In Summe ergeben sich dadurch sowohl aufwands- als auch ertragsseitige Chancen für eine positive Ergebnisentwicklung.

II. Risikobericht

Mit dem vorliegenden Risikobericht setzt die Union Asset Management Holding die für die Union Investment Gruppe geltenden risikobezogenen Transparenzanforderungen nach § 315 des Handelsgesetzbuches (HGB) um. Des Weiteren werden in dem vorliegenden Bericht die Anforderungen des IAS 1.134-136 und des IFRS 7.31-42 umgesetzt, ausgenommen von einzelnen Angaben, die bereits im Konzernanhang erfolgen. Dies betrifft insbesondere die Angaben zum Eigenkapitalmanagement des Konzernanhangs, zum Kreditrisiko gemäß IFRS 7.35A-38 des Konzernanhangs sowie zum Liquiditätsrisiko gemäß IFRS 7.39 des Konzernanhangs.

Die quantitativen Angaben in diesem Risikobericht beruhen auf Informationen, die dem Vorstand vorgelegt und zur internen Steuerung verwendet werden (sogenannter Management Approach). Um einen gesamthaften Blick auf die Risikolage der Gruppe zu gewährleisten, schließt dies neben finanziellen Risiken auch nicht-finanzielle Risiken ein. Mit der Offenlegung dieser für den verständigen Adressaten wesentlichen Angaben soll die Entscheidungsnützlichkeit der externen Berichterstattung sichergestellt werden.

1. Bewährte Systeme zur Identifizierung und Steuerung von Risiken

Die Union Investment Gruppe ist als Asset Manager in hohem Maße von der Entwicklung der Kapital- und Immobilienmärkte sowie dem Anlageverhalten der Fondsanleger abhängig. Sie handelt im Interesse der Fondsanleger und verfolgt eine wertorientierte Unternehmenspolitik mit dem langfristigen Ziel, den Unternehmenswert unter Berücksichtigung von Rendite und Risiko nachhaltig zu steigern.

Die internen Steuerungssysteme sind dabei u.a. darauf ausgerichtet, Risiken zu identifizieren, regelmäßig zu überwachen und aktiv zu steuern. So sollen Risiken, die zu negativen Abweichungen vom prognostizierten Geschäftsverlauf führen können, möglichst frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet werden. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass unternehmerische Chancen unter Beachtung von Risikotragfähigkeit und Profitabilität genutzt werden können.

Das Risikomanagementsystem (RMS) der Union Investment Gruppe ist ein fortlaufender Prozess, der die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen und Regelungen zur Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung von Risiken umfasst. Das RMS ist gemäß den aufsichtsrechtlichen Anforderungen organisiert. Als Konzerngesellschaft des DZ BANK-Konzerns ist die UMH in das Risikomanagement des Konzerns eingebunden.

Die Verantwortung für die Risikosteuerung der Union Investment Gruppe obliegt dem Vorstand der UMH. Im Risikoappetitstatement (RAS) triff der Vorstand die wesentlichen Aussagen zum Risikoappetit. Es beinhaltet neben der Beschreibung des Geschäftsmodells und der Risiken insbesondere qualitative Vorgaben für das Eingehen von Risiken (risikopolitische Leitsätze) sowie Vorgaben zur deren quantitativen Steuerung. In der Risikostrategie sind die identifizierten wesentlichen Risikoarten abgegrenzt, die grundlegenden Verfahren zur Risikomessung festgelegt und konkrete Leitlinien für den Umgang mit dem jeweiligen Risiko vorgegeben. Die Risikostrategie steht im Einklang mit den Risikostrategien des DZ BANK-Konzerns. Für alle im Rahmen der Risikoinventur identifizierten wesentlichen Risikoarten, Risikokonzentrationen und Wechselwirkungen mit Investmentvermögen wurden Verfahren für die Risikomessung und Steuerung entwickelt. Das Risk and Data Quality Management Committee, als zentrales Risikokomitee der Union Investment Gruppe, diskutiert in seinen Sitzungen die Risikosituation der Gruppe und bereitet Entscheidungen für den Vorstand der UMH vor. Der Chief Risk Officer und die zentrale Einheit Risikomanagement sind vom Vorstand beauftragt, die Funktionsfähigkeit des gruppenweiten RMS sicherzustellen. Im Rahmen des regelmäßigen Berichtswesens werden für die UMH und die wesentlichen Gesellschaften der Gruppe quartalsweise Risikoberichte für die Geschäftsleitungen und Aufsichtsräte erstellt.

Die Details zum RMS inklusive aller Richtlinien und Fachkonzepte sind im Risikohandbuch der Union Investment Gruppe dokumentiert.

Die Interne Revision überprüft die Funktionsfähigkeit des RMS im jährlichen Rhythmus.

Im Folgenden sind die wesentlichen Elemente des RMS der Union Investment Gruppe dargestellt:

Risikotragfähigkeitsanalyse

Zur Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaften und der Gruppe wird die Risikotragfähigkeit im Rahmen der ökonomischen Risiko- und Kapitalsteuerung regelmäßig überwacht. Die wesentlichen Risikoarten werden gemäß den Vorgaben der Risikostrategie und unter Beachtung der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse limitiert und mit Risikokapital unterlegt. Dabei wird, entsprechend der Risikoneigung, das maximal zulässige Risiko durch ein Gesamtlimit so begrenzt, dass die UMH und die Union Investment Gruppe nicht im Bestand gefährdet werden. Diversifikationseffekte zwischen den Risikoarten werden berücksichtigt. Die Ermittlung des Risikokapitalbedarfs und die Überwachung der Limite erfolgen nach marktüblichen Standards und Methoden durch eine unabhängige Stelle. Für die wesentlichen Risikoarten werden regelmäßig Stresstests durchgeführt. Die angewandten Methoden unterliegen einer jährlichen Angemessenheitsprüfung.

Frühwarnsystem

In dem Frühwarnsystem werden Risikoindikatoren regelmäßig erhoben und zu verschiedenen Kategorien aggregiert. Sofern die vordefinierten Toleranzgrenzen überschritten sind oder das Risiko als erhöht eingestuft wird, wird ein Frühwarnimpuls ausgelöst, der eine Ursachenanalyse und Maßnahmen zur Risikobewältigung bei den für die Risikosteuerung Verantwortlichen auslöst. Die aus dem System generierten Steuerungsimpulse gewährleisten damit frühzeitige Steuerungsmaßnahmen. Das Risikoindikatorensystem umfasst operationelle Risiken, Geschäftsrisiken, Marktpreisrisiken sowie Risiken, die sich aus ausgelagerten Tätigkeiten ergeben können. Ergänzend hierzu besteht ein Ad-hoc-Meldewesen zur Früherkennung außerordentlicher Risikosituationen mit kurzfristigem Handlungsbedarf.

Risikoberichtswesen

Der Vorstand der UMH wird quartalsweise in schriftlicher Form über die Entwicklung der Risikolage in dem Berichtszeitraum informiert. Im Risikobericht wird die Gesamtrisikolage dargestellt und beurteilt. Es werden kritische Risikopotenziale aufgezeigt und bei Bedarf Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der kritischen Risikopotenziale dargestellt. Auf Basis dieses Berichtes informiert der Vorstand den Aufsichtsrat. Außerhalb der regelmäßigen Risikoberichte werden unter Risikogesichtspunkten kritische Informationen unverzüglich an den Vorstand und bei Bedarf an den Aufsichtsrat eskaliert.

2. Darstellung der wesentlichen Risiken 1

Die im Rahmen der jährlichen Risikoinventur identifizierten und als wesentlich bewerteten Risiken sind Gegenstand der Risikostrategie der Union Investment Gruppe. Auf Basis der in der Strategie festgelegten Leitlinien werden diese Risiken mit Hilfe des Risikomanagementsystems regelmäßig überwacht und gesteuert.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten durch menschliches Verhalten, technologisches Versagen, Prozess- oder Projektmanagementschwächen oder durch externe Ereignisse. Das Rechtsrisiko ist in dieser Definition eingeschlossen. Diesem Risiko kommt im Vergleich zu den anderen Risiken große Bedeutung zu, da der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Gruppe in der Erbringung von Dienstleistungen für Dritte und nicht in der Übernahme von Risiken auf eigene Rechnung liegt.

Die Quantifizierung des operationellen Risikos erfolgt zentral durch die DZ BANK AG mit einem ökonomischen Portfoliomodell. Zum 31.12.2022 wurde für die UMH ein Risikobeitrag in Höhe von 160,0 Mio. Euro (Vorjahr 153,9 Mio. Euro) ermittelt. Das Limit belief sich auf 192,0 Mio. Euro (Vorjahr 192,0 Mio. Euro). Im Jahresverlauf lag der Risikobeitrag jederzeit unterhalb des Limits.

Das ergänzend eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene Risikoindikatoren Impulse. Aus diesen leiteten sich Maßnahmen für die Risikosteuerung ab. Im Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine unternehmenskritische Situation.

In der Internen Verlustdatensammlung erfasst die Gruppe alle Verluste ab einem Betrag von 1.000 Euro brutto, die beim Eintritt von operationellen Risiken entstehen. Als Konsequenz aus dem Risikoeintritt kann es neben den entstandenen Verlusten auch zu Verzögerungen oder Unterbrechungen im Betriebsablauf oder in der Folge zu Reputationsrisiken kommen. Die Sammlung der Verlustereignisse ermöglicht es, die schlagend gewordenen operationellen Risiken zu analysieren sowie Trends und Konzentrationen zu erkennen. Somit können die im Weiteren dargestellten Maßnahmen zur Minderung oder Vermeidung des Risikoeintrittes gezielter ausgestaltet werden. Bei Verlusten ab einer Schadenshöhe von 500.000 Euro brutto wird ein standardisierter Maßnahmen-Management-Prozess eingeleitet. Aufgrund von in Einzelfällen sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten für größere Schäden treten regelmäßig Schwankungen der Schadenverläufe im Zeitablauf auf. Der Schadenverlauf war im Berichtszeitraum in Bezug auf das Limit zu jeder Zeit unkritisch.

1 Quelle: eigene Berechnungen bzw. Berechnungen durch DZ BANK AG entsprechend der im Risikohandbuch beschriebenen Methoden, Stand 31.12.2022.

In dem jährlichen Risk Self Assessment wird durch szenariobasierte Analysen das Risikoprofil aus operationellen Risiken geschärft. Dabei spielen gerade Worst-Case-Szenarien eine wesentliche Rolle. Sie geben steuerungsrelevante Hinweise auf den Umgang mit extremen Risikoausprägungen.

Zur Minderung oder Vermeidung der Auswirkungen aus operationellen Risiken hat die Gruppe verschiedene organisatorische Vorkehrungen getroffen:

Für alle wesentlichen Geschäftsvorgänge existieren Richtlinien und Prozesse in der Geschäftsprozesslandkarte, in denen Zuständigkeiten und Abläufe beschrieben sind. Die Angemessenheit und Aktualität der Richtlinien und Prozesse unterliegen der regelmäßigen Prüfung durch die interne Revision.

Die in der Union Investment Gruppe praktizierte Bündelung von Aktivitäten und die damit verbundene Spezialisierung auf einzelne Wertschöpfungsstufen trägt elementar zur Reduktion operationeller Risiken bei. Beispielsweise werden IT-Dienstleistungen und damit verbundene Aufgaben auf einen spezialisierten IT-Dienstleister in der Gruppe ausgelagert. Die Back-Office-Tätigkeiten sind ebenfalls organisatorisch zusammengefasst.

Zusätzlich zu der internen Aufgabenbündelung erfolgt die Auslagerung von Leistungen auf spezialisierte, externe Anbieter, beispielsweise im IT-Betrieb. Die wesentlichen IT-Dienstleister für die UMH sind die T-Systems, die Atruvia AG, die Ratiodata und die Computacenter AG & Co. oHG. Darüber hinaus wurden weitere Tätigkeiten, beispielsweise im Investmentdepotgeschäft oder im Portfoliomanagement, ausgelagert.

Alle geplanten Auslagerungen durchlaufen dabei einen standardisierten Outsourcingprozess, der auch eine Risikoanalyse des Auslagerungsvorhabens umfasst. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Analyse werden ausgelagerte Aktivitäten und Prozesse im Risikomanagementsystem berücksichtigt. Bestehende Auslagerungen werden überwacht und darüber regelmäßig an die Geschäftsleitungen berichtet. Bei Bedarf werden erforderliche Maßnahmen eingeleitet.

Ergänzend sind verschiedene organisatorische, technische und personelle Maßnahmen umgesetzt, die die Prozessstabilität verbessern und Risiken reduzieren. Dieses sind beispielsweise die Implementierung eines internen Kontrollsystems, die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Prävention strafbarer Handlungen, die Umsetzung der Funktionstrennung bis auf die Ebene des Vorstandes, die Einrichtung einer angemessenen technischen Infrastruktur, die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Bereitstellung ausreichender Personalressourcen.

Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme unterliegt in der Union Investment Gruppe dem Bereich Konzern-Personal und ist in der Vergütungsrichtlinie verankert. Ziel der Vergütungssysteme ist es, die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen zu honorieren und wirksame Leistungsanreize zu setzen. Dabei sollen ausdrücklich keine Ziele vereinbart werden, die zum Eingehen unverhältnismäßig hoher Risiken verleiten. Dies trägt zur Minimierung der operationellen Risiken bei. Die Vergütungssysteme sind so ausgestaltet, dass sie den jeweils gültigen regulatorischen Vorschriften entsprechen.

Für bestimmte Risiken, die sich zum Teil auch der Steuerung entziehen, werden Versicherungen abgeschlossen.

Zur Verminderung der Auswirkungen von extern verursachten Risiken mit sehr hohen bis hin zu existenzbedrohenden Schadenspotenzialen besteht ein gruppenweites Konzept zur Notfall- und Krisenvorsorge.

Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko setzt sich aus dem Marktpreisrisiko im engeren Sinne und dem Marktliquiditätsrisiko zusammen.

Das Marktpreisrisiko im engeren Sinne bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Finanzinstrumenten beziehungsweise anderen Vermögenswerten, verursacht durch eine Veränderung der Marktpreise oder preisbeeinflussenden Parameter (zum Beispiel Zinsrisiko, Spread- und Migrationsrisiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko, Fondspreisrisiko oder Asset Management-Risiko). Das Marktliquiditätsrisiko ist das Risiko eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der Marktliquidität, zum Beispiel durch Verschlechterung der Marktiefe oder durch Marktstörungen, eintreten kann. Das Marktliquiditätsrisiko hat nur geringe Bedeutung.

Für die UMH und die Union Investment Gruppe sind insbesondere die Kategorien Fondspreisrisiko und Asset Management-Risiko von Bedeutung. Das Fondspreisrisiko ergibt sich aus der Anlage der eigenen Mittel der Gesellschaften. Die eigenen Mittel werden ihrer Struktur nach überwiegend konservativ, vornehmlich in Fonds der Union Investment Gruppe investiert. Als Folge von erhöhten Volatilitäten an den Finanzmärkten kann es zu Wertveränderungen der Fondsanlagen kommen, die sich in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Bei der Überwachung und Steuerung der Eigenanlagen durch ein Dispositionsgremium verfolgt die UMH keine kurzfristige Gewinnerzielungsabsicht durch eine gezielte Handelstätigkeit. Im allgemeinen Marktpreisrisiko werden neben dem Fondspreisrisiko auch die Zinsrisiken im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionsverpflichtungen erfasst. Das allgemeine Marktpreisrisiko wird zentral durch die DZ BANK AG ermittelt.

Beim Asset Management-Risiko handelt es sich um das Risiko aus vertraglich vereinbarten Verpflichtungen zu Nachschusszahlungen an Fondsanleger bzw. Kunden. Die Relevanz dieser Risikokategorie ergibt sich aus möglichen Nachschusszahlungen bei den geförderten Altersvorsorgeprodukten (Riester Renten-Produkte, insbesondere UniProfiRente) und bei Garantiefonds. Solche Nachschusszahlungen an die Anleger würden sich als Aufwendungen für die Gesellschaft niederschlagen. Der Risikoquantifizierung der Altersvorsorgeprodukte liegt eine Simulation der erwarteten künftigen Nachschusspflichten zugrunde. Die Risikoquantifizierung der möglichen Nachschusszahlungen von Garantiefonds erfolgt in Abhängigkeit von der Produktgestaltung mit geeigneten Modellen und statistischen Verfahren. Die Entwicklung der Altersvorsorgeprodukte und der Garantiefonds unterliegen einer laufenden Überwachung.

Das Marktpreisrisiko der UMH wird unmittelbar auf Ebene des Risikokapitalbedarfs gesteuert und durch ein Limit limitiert, das sowohl das Fondspreisrisiko als auch das Asset Management-Risiko abdeckt. Die Quantifizierung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs für das Fondspreisrisiko und Asset Management-Risiko ergab zum 31.12.2022 einen Risikokapitalbedarf in Höhe von 392,1 Mio. Euro (Vorjahr 430,1 Mio. Euro). Das Limit belief sich auf 600,0 Mio. Euro (Vorjahr 515,0 Mio. Euro). Im Jahresverlauf lag das Risiko jederzeit unterhalb des Limits.

Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten aufgrund negativer Wertveränderungen für den Teil des Beteiligungsportfolios, für den die Risiken nicht im Rahmen der anderen Risikoarten berücksichtigt werden. In das Beteiligungsrisikowerden nur solche Beteiligungen einbezogen, die nicht in die differenzierte Risikomessung mit einer Durchschau auf die Einzelrisiken integriert sind. Bei Eintritt des Risikos drohen Abschreibungen auf die Buchwerte der relevanten Beteiligungen. Die Quantifizierung des Beteiligungsrisikos erfolgt zentral durch die DZ BANK AG. Zum 31.12.2022 wurde für die UMH ein Risikobeitrag in Höhe von 48,7 Mio. Euro (Vorjahr 94,3 Mio. Euro) ermittelt. Das Limit belief sich auf 70,0 Mio. Euro (Vorjahr 120,0 Mio. Euro). Im Jahresverlauf lag der Risikobeitrag jederzeit unterhalb des Limits.

Geschäftsrisiko

Das Geschäftsrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes aus Ergebnisschwankungen, die sich bei gegebener Geschäftsstrategie ergeben können und die nicht durch andere Risikoarten abgedeckt sind. Insbesondere umfasst dies das Risiko, dass aufgrund von Veränderungen wesentlicher Rahmenbedingungen (z. B. Wirtschafts- und Produktumfeld, Kundenverhalten, Wettbewerbssituation) den Verlusten rein operativ nicht begegnet werden kann. Somit würde die Gesellschaft bei Risikoeintritt einen operativen Verlust ausweisen.

Die Ermittlung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs erfolgt mit einem Earnings-at-Risk Ansatz als Value-at-Risk im 1-Jahres-Horizont zum Konfidenzniveau von 99,9 Prozent zentral durch die DZ BANK AG. Zum 31.12.2022 wurde für die UMH ein Risikobeitrag in Höhe von Null Euro (Vorjahr Null Euro) ausgewiesen. Aufgrund des niedrigen Geschäftsrisikos und der Berechnungen der letzten Stichtage betrug das Limit für 2022 ebenfalls Null. Das ergänzend eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene Risikoindikatoren Impulse. Aus diesen leiteten sich Maßnahmen für die Risikosteuerung ab. Im Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine unternehmenskritische Situation.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Ereignissen, die das Vertrauen in die Unternehmen der Union Investment Gruppe oder in die angebotenen Produkte und Dienstleistungen insbesondere bei Kunden, Distributoren, Anteilseignern, Mitarbeitern, auf dem Arbeitsmarkt, in der allgemeinen Öffentlichkeit und bei der Aufsicht beschädigen.

Aus dem Management der Investmentvermögen heraus können Reputationsrisiken für die Gruppe und die Gesellschaften entstehen. Der Eintritt von Reputationsrisiken könnte zum Abfluss von Kundengeldern und damit zu geringeren künftigen Erträgen führen. Die Auswirkungen aus Reputationsrisiken werden in der Risikomessung des Geschäftsrisikos berücksichtigt.

Zusätzlich wird das Reputationsrisiko in der Union Investment Gruppe über einen stakeholder-basierten Ansatz erfasst und gesteuert. Für jeden Stakeholder wird anhand von quantitativen und qualitativen Indikatoren eine Einwertung des Reputationsrisiko-Niveaus vorgenommen. Quartalsweise wird im Rahmen des Risikoberichts über die Einwertung der Reputation für die relevanten Stakeholder sowie möglicher Reputationsereignisse an den Vorstand berichtet.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist der Verlust, der dadurch entstehen kann, dass Geldmittel zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) oder dass Geldmittel bei Bedarf nur zu erhöhten Konditionen beschafft werden können (Refinanzierungsrisiko). Bei den Positionen, aus denen Liquiditätsrisiken entstehen können, handelt es sich im Wesentlichen um die Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaften. Der Eintritt von Liquiditätsrisiken könnte zu Verzögerungen bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaften führen. Um dies zu vermeiden, unterliegen die Liquiditätspositionen einem laufenden Liquiditätsmanagement. Dabei zielen die aktive Planung und Steuerung der Liquiditätspositionen darauf ab, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften jederzeit sicherzustellen. Im Berichtszeitraum war die Zahlungsfähigkeit zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko unerwarteter Verluste durch den Ausfall von Gegenparteien. Das Kreditrisiko der UMH ergibt sich im Wesentlichen aus Eigenanlagen in Fonds, Bankeinlagen/ Termingelder, Forderungen gegenüber Kunden und sonstigen Positionen. Das Risiko wird derzeit nicht auf UMH-Ebene limitiert, sondern im zentralen Pufferkapitalbedarf (zPKB) auf DZ BANK-Ebene berücksichtigt. Die Quantifizierung des Kreditrisikos erfolgt dabei halbjährlich durch die UMH auf Basis der Eigenkapitalanforderungen nach Kreditrisikostandardansatz (KSA). Hierbei werden alle kreditrisikorelevanten Positionen für die Kapitalpufferberechnung verwendet. Zum 31.12.2022 belief sich der zentrale Pufferkapitalbedarf für das Kreditrisiko auf 121,7 Mio. Euro (Vorjahr: 166,0 Mio. Euro).

Langlebigkeitsrisiko

Das Langlebigkeitsrisiko resultiert aus Zusagen zu Pensionszahlungen bei Renteneintritt. Das Risiko besteht darin, dass sich der Wert der Rückstellungen für die Pensionsverpflichtungen aufgrund einer sich ändernden Lebenserwartung erhöhen kann. Das Langlebigkeitsrisiko wird derzeit nicht auf UMH-Ebene limitiert, sondern im zentralen Pufferkapitalbedarf (zPKB) auf DZ BANK-Ebene berücksichtigt. Die Ermittlung des Langlebigkeitsrisikos erfolgt mit den üblichen aktuariellen Methoden und Sterbetafeln. Zum 31.12.2022 belief sich der zentrale Pufferkapitalbedarf für das Langlebigkeitsrisiko auf 20,8 Mio. Euro (Vorjahr: 20,5 Mio. Euro).

Nachhaltigkeitsrisiko

Nachhaltigkeitsrisiken werden im Sinne von Umwelt-, sozialen- oder Governance-Risiken nicht als eigenständige Risikoart betrachtet, sondern als Treiber bestehender Risikoarten verstanden, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben kann. Dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken ein, aber auch Risiken, die sich aus regulatorischen Anforderungen mit Klima- oder Nachhaltigkeitsbezug ergeben.

Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur werden Nachhaltigkeitsrisiken als Treiber der finanziellen und nicht-finanziellen Risikoarten berücksichtigt und eine Betroffenheitsanalyse durchgeführt.

So können Nachhaltigkeitsrisikotreiber beispielsweise die operationellen Risiken beeinflussen, indem sich finanzielle Verluste aus nachhaltigkeitsbedingten Rechtsansprüchen oder im Fall von Klima- und Umweltereignissen auch aus der Beeinträchtigung der Geschäftskontinuität aufgrund extremer Wetterereignisse ergeben.

Nachhaltigkeitsrisikotreiber können auch zu einer Veränderung der Ertragslage und der Reputationsrisiken führen, in dem sich beispielsweise eine negative Wirkung auf die Reputation durch Produkte oder Geschäftsbeziehungen ergibt, die hinsichtlich klima- und umweltschädlicher Einflüsse kontrovers von den Stakeholdern gesehen werden. Reputationsrisiken können darüber hinaus auch aufgrund eines aktiven nicht nachhaltigen Handelns entstehen oder auch, wenn sich die Union Investment Gruppe in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder zu passiv verhält und nachhaltiges Handeln unterlässt.

Die Nachhaltigkeitsrisikotreiber werden wie andere Risikotreiber implizit in der Risikomessung berücksichtigt. So werden nachhaltigkeitsgetriebene operationelle Risiken in den Instrumenten Verlustdatensammlung, szenariobasiertes Risk Self Assessment und Risikoindikatoren berücksichtigt und darüber gesteuert und überwacht. Auch im Geschäftsrisiko und Reputationsrisiko werden verschiedene Risikoindikatoren erhoben, die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.

Art und Umfang der Prozesse zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagementsystem werden vor dem Hintergrund der aktuellen Umfeldbedingungen kontinuierlich weiterentwickelt bzw. ergänzt.

Gesamtrisiko

Das Gesamtrisiko wird auf Basis der einzelnen Risikoarten ermittelt. Bei der Aggregation werden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Der zentrale Pufferkapitalbedarf wird dabei sowohl auf der Limit- als auch auf der Risikoseite zu dem korrelierten Wert addiert. Zum 31.12.2022 belief sich der Gesamtkapitalbedarf auf 701,2 Mio. Euro (Vorjahr 815,0 Mio. Euro). Das Gesamtlimit betrug zum 31.12.2022 947,3 Mio. Euro (Vorjahr 954,7 Mio. Euro). Im Jahresverlauf lag der Gesamtkapitalbedarf jederzeit unterhalb des Gesamtlimits.

Die Risikodeckungsmasse wird gemäß den Vorgaben der DZ BANK quartalsweise ermittelt. Zum 31.12.2022 betrug die Risikodeckungsmasse 1.879,1 Mio. Euro (Vorjahr 1.665,9 Mio. Euro). Damit entspricht die Auslastung der Risikodeckungsmasse durch das Gesamtlimit zum 31.12.2022 50,4 Prozent (Vorjahr 57,3 Prozent). Die Risikotragfähigkeit der Union Investment Gruppe war im Jahresverlauf jederzeit gewährleistet.

3. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage im Berichtszeitraum

Die Ergebnisse der Risikoüberwachung wurden in den regelmäßigen Sitzungen des Risk and Data Quality Management Committees diskutiert und bei Bedarf Maßnahmen abgeleitet. Mit den quartalsweisen Risikoberichten und bei Bedarf durch die Ad hoc-Eskalation kritischer Sachverhalte wurde der Vorstand der UMH über die risikorelevanten Sachverhalte informiert. Auf Basis dieser Informationen hat der Vorstand Maßnahmen zur Risikosteuerung ergriffen und den Aufsichtsrat der UMH über die Risikolage in Kenntnis gesetzt. Einzelnen risikobehafteten Entwicklungen konnte durch gezielte Maßnahmen der Risikosteuerung begegnet werden.

Die Risikosituation im Geschäftsjahr 2022 war geprägt durch den Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Inflation insbesondere bei Energie- und Lebensmittelpreisen. Marktseitig führte der Krieg und dessen Folgen zu erhöhter Volatilität und steigenden Zinsen. Entsprechend kam es bei den Altersvorsorgeprodukten zu einem Anstieg der Drohverlustrückstellung. Die Marktsituation wirkte sich auch negativ auf die Performance der Fonds aus. Der operative Betrieb von Union Investment lief trotz der Umstände stabil. Im Rahmen des Krieges befürchtete Cyberangriffe auf Union Investment konnten bisher nicht festgestellt werden, die Situation wird weiterhin eng beobachtet.

Der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Risikosituation war im Geschäftsjahr 2022 rückläufig. Trotz zeitweise erhöhter Inzidenzwerte und einer erhöhten Krankheitsquote kam es zu keiner signifikanten Beeinträchtigung des operativen Tagesgeschäfts.

Die Analyse der Risikotragfähigkeit zeigt keine auffälligen Entwicklungen, die nicht mit den eingeleiteten Maßnahmen zu bewältigen waren. Die Risikotragfähigkeit der Union Investment Gruppe war jederzeit sichergestellt. Das Gesamtlimit wurde während des Berichtszeitraums durchgängig eingehalten. Für geschäftliche und steuerliche Risiken wurden im Jahresabschluss nach vernünftigem kaufmännischem Ermessen Rückstellungen gebildet. Die Zahlungsfähigkeit der UMH und der Gesellschaften der Union Investment Gruppe war zu keiner Zeit gefährdet.

III. Prognosebericht

Hinsichtlich der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird auf die Ausführungen im Kapitel B V. 3.2. verwiesen.

Das konjunkturelle Umfeld ist unverändert von abnehmender Konjunkturdynamik, hoher Inflation und restriktiverer Geldpolitik gekennzeichnet. Die Notenbanken haben in diesem Zuge klar den Fokus auf die Bekämpfung der Inflation gelegt und nehmen dafür eine weitere Wachstumsabschwächung in Kauf. Diese Entwicklung wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten des Geschäftsjahres 2023 die Weltwirtschaft dominieren. Zudem belasten geopolitische Risiken die Märkte. In diesem Umfeld beabsichtigt die UMH eine Fortsetzung des profitablen Wachstums.

Dies setzt voraus, dass die UMH, wie in den Vorjahren, im Vergleich zur Konkurrenz deutlich erfolgreicher agiert. Erreicht werden soll dieses Ziel durch die Stärkung der Agilität und Innovationskraft. Die hohe Kundenorientierung erfordert im veränderten Umfeld eine deutlich höhere Geschwindigkeit im unternehmerischen Handeln. Es ist wichtiger denn je, flexibel und schnell auf Anforderungen zu reagieren. Zusätzlich beabsichtigt die UMH, durch die zunehmende Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe weitere Effizienzsteigerungen zu erzielen. Um diese Ziele zu erreichen, insbesondere unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, aber auch zur Erfüllung der fortlaufenden regulatorischen Anforderungen, sind erhebliche Investitionen erforderlich.

Die UMH strebt zum Ende des Geschäftsjahres 2023 einen deutlich höheren Stand der Assets under Management an. Das Neugeschäft wird auf dem Niveau des Geschäftsjahres erwartet. Die Wertentwicklung wird im Geschäftsjahr 2023 leicht positiv erwartet.

Der Provisionsüberschuss wird für das Geschäftsjahr 2023 leicht rückläufig erwartet. Grund hierfür sind die stark gesunkenen Ertragserwartungen für die erfolgsabhängige Verwaltungsvergütung sowie ein geringer Rückgang des volumenabhängigen Provisionsüberschusses bei konstanten durchschnittlichen Assets under Management.

Das Finanzergebnis -bestehend aus Zinsüberschuss, Ergebnis aus Finanzanlagen und Sonstigem Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten -wird im Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich stark steigen. Dies liegt im Wesentlichen an einem erwartungsgemäß stark steigenden Ergebniseffekt aus der Bewertung von Garantieversprechen für Anlageprodukte sowie dem starken Anstieg aus dem Wertbeitrag der in den Eigenanlagen gehaltenen Investmentanteile.

Die Verwaltungsaufwendungen werden im Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich leicht ansteigen. Der Personalaufwand der UMH steigt dabei plangemäß leicht an. Aus heutiger Sicht erhöht sich der Sachaufwand spürbar, im Wesentlichen aufgrund höherer Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit/Marketing, Beratung sowie Grundstücks- und Raummieten. Bei den Abschreibungen, insbesondere auf Software, wird ein spürbarer Anstieg erwartet.

Beim Sonstigen betrieblichen Ergebnis wird ein starker Rückgang erwartet. Im Wesentlichen sinken annahmegemäß die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Aufgrund der beschriebenen Effekte wird für das Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Geschäftsjahr ein spürbar höheres Ergebnis vor Steuern erwartet. Aus heutiger Sicht wird die Aufwand-Ertrags-Relation leicht sinken.

E Nichtfinanzielle Erklärung 1

Die UMH ist in den nichtfinanziellen Konzernbericht der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main, einbezogen und damit von der Abgabe einer eigenen nichtfinanziellen Erklärung befreit. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist Bestandteil des Nachhaltigkeitsberichts der DZ BANK Gruppe und in deutscher Sprache auf der folgenden Internetseite abrufbar: www.dzbank.de/berichte

Der Verweis auf die Nichtfinanzielle Berichterstattung der DZ BANK AG erfolgt auf freiwilliger Basis. Hiervon unbenommen ist die freiwillige Fortführung der auch bisher erfolgten Nachhaltigkeitsberichterstattung (Nachhaltigkeitsbericht).

 

Frankfurt am Main, den 17. März 2023

Union Asset Management Holding AG

Hans Joachim Reinke, Vorsitzender des Vorstands

Sonja Albers, Mitglied des Vorstands

Dr. Frank Engels, Mitglied des Vorstands

Giovanni Gay, Mitglied des Vorstands

André Haagmann, Mitglied des Vorstands

1 Die Erklärung nach § 289b Abs. 2 S. 3 HGB wird in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Konzernabschluss nach IFRS der Union Asset Management Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

UMH Konzern Textziffer 2022
TEUR
2021
TEUR
Zinsüberschuss [26] 8.909 11.354
Zinserträge und laufende Erträge 9.934 12.701
Zinsaufwendungen -1.025 -1.347
Risikovorsorge [27] -52 -57
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 8.857 11.297
Provisionsüberschuss [28] 2.036.016 2.292.593
Provisionserträge 3.493.433 3.790.302
Provisionsaufwendungen -1.457.417 -1.497.709
Ergebnis aus Finanzanlagen [29] -59.857 3.246
Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten [30] -154.962 39.778
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen [31] 3.158 6.240
Verwaltungsaufwendungen [32] -1.193.505 -1.118.425
Sonstiges betriebliches Ergebnis [33] 53.885 21
Konzernergebnis vor Steuern 693.592 1.234.750
Ertragsteuern [24], [34] -203.256 -373.992
Konzernergebnis 490.336 860.758
Davon entfallen auf:
Anteilseigner der Union Asset Management Holding AG 482.323 850.824
Nicht beherrschende Anteile 8.013 9.934

Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

UMH Konzern Textziffer 2022
TEUR
2021
TEUR
Konzernergebnis 490.336 860.758
Erfolgsneutrales Konzernergebnis 30.936 25.651
Bestandteile, die in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 3.434 4.017
Anteiliges Erfolgsneutrales Ergebnis von nach der Equity-Methode bewerteten Joint Ventures und assoziierten Unternehmen [36], [56] 3.434 4.017
Erfolgsneutrale Ertragsteuern [36] - -
Bestandteile, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 27.502 21.634
Gewinne und Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, für die die Fair Value OCI-Option ausgeübt wurde [36], [56] -16.801 10.348
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen [36], [56] 64.574 16.798
Erfolgsneutrale Ertragsteuern [36] -20.271 -5.512
Gesamtkonzernergebnis 521.272 886.409
Davon entfallen auf:
Anteilseigner der Union Asset Management Holding AG 513.302 875.506
Nicht beherrschende Anteile 7.970 10.903

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Textziffer 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Barreserve [9], [37] 47 37
Forderungen an Kreditinstitute [10], [38] 1.902.060 1.251.097
Forderungen an Kunden [10], [39] 94.576 98.800
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten [19], [40] 1.184 1.184
Finanzanlagen [12], [41] 1.474.992 2.080.607
Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen [13], [42] 58.316 67.577
Sachanlagen [14], [43] 49.859 50.461
Immaterielle Vermögenswerte [15], [44] 315.409 322.518
Ertragsteueransprüche [24], [45] 159.291 95.695
Sonstige Aktiva [46] 265.505 293.195
Nutzungsrechte [47] 400.988 327.765
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte [17], [48] 18.517 -
Summe der Aktiva 4.740.744 4.588.936

Passiva

Textziffer 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten [18], [49] 96.638 64.885
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden [18], [50] 3.402 2.361
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten [19], [51] 262.387 140.729
Rückstellungen [20], [21], [52] 209.337 291.269
Ertragsteuerverpflichtungen [24], [53] 136.350 231.210
Sonstige Passiva [54] 1.028.423 1.091.651
Leasingverbindlichkeiten [55] 409.512 331.767
Eigenkapital [56] 2.594.695 2.435.064
Gezeichnetes Kapital 87.130 87.130
Kapitalrücklage 18.617 18.617
Gewinnrücklagen 1.943.584 1.402.577
Fair Value OCI-Rücklage 14.244 29.648
Rücklage aus der Währungsumrechnung 15.654 12.220
Konzerngewinn 482.323 850.824
Nicht beherrschende Anteile 33.143 34.048
Summe der Passiva 4.740.744 4.588.936

Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

UMH Konzern Textziffer Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Fair Value OCI-Rücklage
TEUR
Rücklage aus der Währungsumrechnung
TEUR
01.01.2021 87.130 18.617 1.171.839 20.362 8.203
Konzernergebnis - - - - -
Erfolgsneutrales Konzernergebnis [56] - - 11.329 9.336 4.017
Gesamtkonzernergebnis - - 11.329 9.336 4.017
Erwerb/Veräußerung von Nicht beherrschenden Anteilen - - -207 - -
Veränderungen des Konsolidierungskreises - - - - -
Gezahlte Dividenden [56] - - -231.186 - -
Einstellung in die Gewinnrücklagen - - 450.752 - -
Umgliederungen innerhalb des Eigenkapitals [56] - - 50 -50 -
31.12.2021 87.130 18.617 1.402.577 29.648 12.220
01.01.2022 87.130 18.617 1.402.577 29.648 12.220
Konzernergebnis - - - - -
Erfolgsneutrales Konzernergebnis [56] - - 43.021 -15.476 3.434
Gesamtkonzernergebnis - - 43.021 -15.476 3.434
Erwerb/Veräußerung von Nicht beherrschenden Anteilen - - -2.502 - -
Veränderungen des Konsolidierungskreises - - - - -
Gezahlte Dividenden [56] - - -350.264 - -
Einstellung in die Gewinnrücklagen - - 850.824 - -
Umgliederungen innerhalb des Eigenkapitals [56] - - -72 72 -
31.12.2022 87.130 18.617 1.943.584 14.244 15.654
UMH Konzern Konzerngewinn
TEUR
Eigenkapital vor Nicht beherrschenden Anteilen
TEUR
Nicht beherrschende Anteile
TEUR
Eigenkapital Gesamt
TEUR
01.01.2021 450.752 1.756.903 31.256 1.788.159
Konzernergebnis 850.824 850.824 9.934 860.758
Erfolgsneutrales Konzernergebnis - 24.682 969 25.651
Gesamtkonzernergebnis 850.824 875.506 10.903 886.409
Erwerb/Veräußerung von Nicht beherrschenden Anteilen - -207 -16 -223
Veränderungen des Konsolidierungskreises - - -906 -906
Gezahlte Dividenden - -231.186 -7.189 -238.375
Einstellung in die Gewinnrücklagen -450.752 - - -
Umgliederungen innerhalb des Eigenkapitals - - - -
31.12.2021 850.824 2.401.016 34.048 2.435.064
01.01.2022 850.824 2.401.016 34.048 2.435.064
Konzernergebnis 482.323 482.323 8.013 490.336
Erfolgsneutrales Konzernergebnis - 30.979 -43 30.936
Gesamtkonzernergebnis 482.323 513.302 7.970 521.272
Erwerb/Veräußerung von Nicht beherrschenden Anteilen - -2.502 -279 -2.781
Veränderungen des Konsolidierungskreises - - -6 -6
Gezahlte Dividenden - -350.264 -8.590 -358.854
Einstellung in die Gewinnrücklagen -850.824 - - -
Umgliederungen innerhalb des Eigenkapitals - - - -
31.12.2022 482.323 2.561.552 33.143 2.594.695

Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

UMH Konzern 2022
TEUR
2021
TEUR
Konzernergebnis 490.336 860.758
Im Konzernergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten sowie Bewertungsänderungen aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten 200.167 11.156
Zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen und abgegrenzten Schulden 1.031.863 1.162.138
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen 57.254 351.394
Gewinne/Verluste aus der Veräußerung von Vermögenswerten und Schulden 65.550 2.467
Saldo sonstige Anpassungen -8.921 -11.363
Zwischensumme 1.836.249 2.376.550
Zahlungswirksame Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus der betrieblichen Tätigkeit
Forderungen an Kreditinstitute -650.986 -659.070
Forderungen an Kunden 4.106 -18.647
Andere Aktiva -45.530 -121.837
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31.753 34.784
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.040 837
Positive/Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten -5.582 -5.009
Andere Passiva -988.586 -815.024
Erhaltene Zinsen und Dividenden 19.097 21.812
Gezahlte Zinsen -6.209 -4.614
Ertragsteuerzahlungen -232.385 -190.464
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit -37.033 619.318
UMH Konzern 2022
TEUR
2021
TEUR
Einzahlungen aus der Veräußerung von:
Finanzanlagen 1.535.150 818.220
Sachanlagen 365 96
Immateriellen Vermögenswerten 2.315 73
Auszahlungen für den Erwerb von:
Finanzanlagen -1.053.918 -1.098.205
Sachanlagen -7.969 -21.984
Immateriellen Vermögenswerten -36.290 -41.005
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 439.653 -342.805
Dividendenzahlungen an Anteilseigner der UMH AG und andere Gesellschafter -358.854 -238.374
Auszahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten -44.403 -41.034
Mittelveränderungen aus sonstigem Kapital 647 2.888
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -402.610 -276.520
Zahlungsmittelbestand zu Beginn des Geschäftsjahres 37 44
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit -37.033 619.318
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 439.653 -342.805
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -402.610 -276.520
Zahlungsmittelbestand zum Ende des Geschäftsjahres 47 37

Als Zahlungsmittelbestand ist der Bilanzposten Barreserve definiert, der sich aus Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken sowie Schuldtiteln öffentlicher Stellen und Wechseln, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind, wenn die Restlaufzeit kürzer als drei Monate und der Bestand als Liquiditätshaltung zu sehen ist, zusammensetzt. Nicht einbezogen werden täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute, die der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet werden.

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zusammensetzung und Veränderung des Zahlungsmittelbestands des Geschäftsjahres. Sie ist aufgeteilt in die Positionen betriebliche Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Als Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit werden Zahlungsvorgänge (Zu- und Abflüsse) aus Forderungen an Kreditinstitute und Kunden, Anderen Aktiva, Positiven und Negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Anderen Passiva ausgewiesen. Zins- und Dividendenzahlungen sowie tatsächliche Ertragsteuerzahlungen werden ebenfalls dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigt Zahlungsvorgänge zum Bestand an Finanzanlagen, Sachanlagen und Immateriellen Vermögenswerten. Dabei werden auch Effekte aus der Veränderung des Konsolidierungskreises berücksichtigt.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit umfasst Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen, Einzahlungen aus der Aufnahme oder Auszahlungen aus der Rückzahlung von Ausleihungen, Dividendenzahlungen, der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten und Mittelveränderungen aus sonstigem Kapital.

Für Gesellschaften der Asset Management-Branche ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Sie ersetzt im UMH Konzern weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung, noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

Anhang

Allgemeine Angaben

[1] Grundlagen der Konzernrechnungslegung

Die Union Asset Management Holding AG (UMH AG) ist die Holdinggesellschaft der Union Investment Gruppe. Sie ist ein Tochterunternehmen der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main (DZ BANK). Hauptzweck der von der UMH AG gehaltenen Beteiligungsunternehmen ist die Auflegung, der Vertrieb und die Verwahrung von Investmentanteilen sowie die Erbringung hiermit verbundener Dienstleistungen. Gleichzeitig ist die Union Investment Gruppe das Kompetenzzentrum für Asset Management in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Der Sitz der UMH AG befindet sich in der Bundesrepublik Deutschland in der Weißfrauenstraße 7 in 60311 Frankfurt am Main. Die Gesellschaft wurde am 16. Juni 1999 unter der Nummer HRB 47289 in das Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main eingetragen. Die Aktien der UMH AG werden nicht an einem öffentlichen Markt gehandelt.

Der Konzernabschluss der UMH AG wird in den Konzernabschluss der DZ BANK einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis einzubeziehender Unternehmen auf und wird unter der Nummer HRB 45651 im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main geführt. Die Konzernabschlüsse der DZ BANK und UMH AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, die Konzernbilanz, die Eigenkapitalveränderungsrechnung, die Kapitalflussrechnung sowie den Anhang (Notes). Er fasst die Abschlüsse der UMH AG und ihrer Tochterunternehmen zusammen (im Folgenden auch "UMH Konzern" oder "Union Investment Gruppe" genannt). Der Konzernabschluss ist zum Bilanzstichtag der UMH AG, dem 31. Dezember 2022, aufgestellt. Die Bilanzstichtage der einbezogenen Tochterunternehmen stimmen hiermit überein. Das vollkonsolidierte Sondervermögen UI Vario: 2, dessen Fondsgeschäftsjahr am 31. Mai endet, wurde mit einem Zwischenabschluss per 31. Dezember 2022 einbezogen.

Nach international üblichen Gepflogenheiten werden die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzernbilanz in einer übersichtlichen Kurzform, die den Vorschriften des IAS 1 entspricht und durch zusätzliche Angaben im Anhang ergänzt.

Die Konzernrechnungslegung erfolgt in Euro (EUR). Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit wird der Konzernabschluss, soweit nicht anders gekennzeichnet, in Tausend Euro (TEuro) dargestellt. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.

Die Bilanzierung und Bewertung wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) vorgenommen. Erträge und Aufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt und in der Periode erfolgswirksam, der sie wirtschaftlich zuzurechnen sind.

Die Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben (IFRS 7.31-42), sind mit Ausnahme der Angaben zum Kreditrisiko gemäß IFRS 7.35A-38 (Textziffern [6], [58] und [59]) sowie der Angaben zum Liquiditätsrisiko gemäß IFRS 7.39 (Textziffer [63]) im Risikobericht des Konzernlageberichts enthalten. Zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine verweisen wir auf Kapitel 3 im Risikobericht des Konzernlageberichts.

[2] Rechnungslegungsmethoden

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 wurden nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Die Abschlüsse der in den UMH Konzern einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Rechnungslegungsmethoden erstellt.

Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2022 erstmalig berücksichtigte Änderungen der IFRS

Im UMH Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 werden die folgenden Änderungen an den IFRS erstmalig berücksichtigt:

Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse,

Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen,

Änderungen an IAS 16 Sachanlagen,

Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2018-2020.

Die Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse umfassen eine Aktualisierung der Querverweise in IFRS 3 auf das überarbeitete Rahmenkonzept 2018 sowie die Einführung einer Ausnahmeregelung bei den Ansatzvorgaben in IFRS 3. Für separat erfasste Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IAS 37 und IFRIC 21 sind demnach vom Erwerber für die Identifizierung einer Verpflichtung die Vorgaben von IAS 37 und IFRIC 21 anzuwenden. Schließlich beinhalten die Änderungen die Aufnahme eines ausdrücklichen Verbots im Standardtext für die Erfassung von Eventualforderungen.

Die Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen stellen klar, welche Kosten in die Beurteilung, ob ein Vertrag belastend ist, einfließen. Bei der Ermittlung der "Kosten der Vertragserfüllung" sind sämtliche Kosten zu berücksichtigen, die sich direkt auf einen Vertrag beziehen.

Die Änderungen an IAS 16 Sachanlagen verbieten, von den Kosten einer Sachanlage die Einnahmen abzuziehen, die aus der Veräußerung von Artikeln entstehen, die produziert werden, während diese Sachanlage an den richtigen Ort und in den notwendigen Zustand gebracht wird, um sie in der von der Unternehmensführung beabsichtigten Weise zu nutzen. Stattdessen erfasst ein Unternehmen die Einnahmen aus derartigen Veräußerungen und die Kosten für die Produktion dieser Artikel im Betriebsergebnis.

Die Änderung an IFRS 9 Finanzinstrumente im Rahmen der jährlichen Verbesserungen, Zyklus 2018-2020 stellt klar, welche Gebühren, die zwischen dem Unternehmen und dem Gläubiger angefallen sind, während der Abgangsprüfung für finanzielle Verbindlichkeiten mit dem 10 Prozent-Test des IFRS 9.B3.3.6 künftig einzubeziehen sind. Führt die Abgangsprüfung für modifizierte oder ausgetauschte finanzielle Verbindlichkeiten zur Tilgung, sind jegliche Kosten und Gebühren ergebniswirksam im Gewinn oder Verlust zu erfassen. Resultieren die Modifikation oder der Austausch dagegen nicht in einer Tilgung, sind Kosten und Gebühren über die Restlaufzeit der modifizierten Verbindlichkeit durch Anpassung des Buchwerts und des Effektivzinses zu verteilen, soweit sie nicht eine Kompensation für die Modifikation der Zahlungsströme der Verbindlichkeit darstellen. Letztere sind im Rahmen der Modifikationsbuchung ergebniswirksam zu erfassen.

Im Rahmen der jährlichen Verbesserungen, Zyklus 2018-2020 wurde eine Passage in den begleitenden Beispielen des IFRS 16 Leasingverhältnisse gestrichen. Diese befasste sich mit der bilanziellen Berücksichtigung von Erstattungen des Leasinggebers für Mietereinbauten des Leasingnehmers.

Alle oben ausgeführten Änderungen beziehungsweise Verbesserungen der IFRS sind für Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden, die am 1. Januar 2022 oder später beginnen.

Aus den oben aufgeführten Änderungen beziehungsweise Verbesserungen der IFRS ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den UMH Konzernabschluss.

Nicht angewendete übernommene Änderungen der IFRS

Von einer freiwilligen vorzeitigen Anwendung des folgenden neuen Rechnungslegungsstandards, sowie der aufgeführten Änderungen mehrerer Rechnungslegungsstandards und Verbesserungen der IFRS wird abgesehen:

IFRS 17 Versicherungsverträge,

Änderungen an IFRS 17 Versicherungsverträge,

Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses und an IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler,

Änderungen an IAS 12 Ertragsteuern - Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einem einzigen Geschäftsvorfall entstehen.

Das IASB hat am 18. Mai 2017 IFRS 17 Versicherungsverträge veröffentlicht. Der neue Standard verfolgt das Ziel einer konsistenten, prinzipienbasierten Bilanzierung von Versicherungsverträgen und erfordert eine Bewertung von Versicherungsverbindlichkeiten mit einem aktuellen Erfüllungswert. Dies führt zu einer einheitlicheren Bewertung und Darstellung aller Versicherungsverträge. IFRS 17 ersetzt IFRS 4 Versicherungsverträge.

Nach IFRS 17 werden Versicherungsverträge entweder nach dem allgemeinen Modell oder nach einer vereinfachten Methode, dem Premium Allocation Approach, bewertet. Das allgemeine Modell legt fest, dass ein Unternehmen eine Gruppe von Versicherungsverträgen bei erstmaligem Ansatz als die Summe aus (a) dem Betrag des Erfüllungswerts (Fulfilment Cashflows) und (b) der vertraglichen Servicemarge (Contractual Service Margin) zu ermitteln hat. Die Fulfilment Cashflows setzen sich zusammen aus der wahrscheinlichkeitsgewichteten Schätzung der zukünftigen Zahlungsströme, einer Anpassung hinsichtlich des Zeitwerts des Geldes und den finanziellen Risiken, die mit den zukünftigen Zahlungsströmen verbunden sind, sowie einer risikobedingten Anpassung in Bezug auf die nichtfinanziellen Risiken.

Im UMH Konzern befinden sich weder Unternehmen, die über eine Zulassung als Versicherungsgesellschaft verfügen, noch hat der UMH Konzern Verträge in seinem Bestand identifiziert, aus denen signifikante Versicherungsrisiken im Sinne dieses Standards erwachsen. Aus diesem Grunde wird auf detailliertere Ausführungen zu den Inhalten dieses Standards verzichtet.

IFRS 17 ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.

Die Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses verlangen, dass Unternehmen ihre "wesentlichen" (material) anstatt wie bisher die "bedeutenden" (significant) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angeben. Gegenstand der Änderungen an IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler sind Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen von Schätzungen.

Die Änderung an IAS 12 Ertragsteuern sieht unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahmeregelung vor, nach der im Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswerts oder einer Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern anzusetzen sind.

Diese Ausnahmeregelung darf nicht auf die Bilanzierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen oder Stilllegungs- beziehungsweise Rückbauverpflichtungen angewendet werden.

Die Änderungen an IAS 1, IAS 8 und IAS 12 sind erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Es sind keine wesentlichen Auswirkungen aus diesen Änderungen auf künftige Abschlüsse des UMH Konzerns zu erwarten.

Nicht übernommene verabschiedete Änderungen der IFRS

Für die folgenden Änderungen mehrerer Rechnungslegungsstandards ist eine Übernahme durch die EU noch nicht erfolgt:

Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements

Classification of Liabilities as Current or Non-Current,

Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2 - Disclosure of Accounting Policies,

Amendments to IFRS 16 Leases - Lease Liability in a Sale and Leaseback.

Derzeit werden die Auswirkungen aus den oben genannten Änderungen der IFRS auf den UMH Konzernabschluss geprüft.

Die Erstanwendungszeitpunkte der verabschiedeten Änderungen der IFRS gelten vorbehaltlich ihrer Übernahme in das EU-Recht.

Freiwillige Änderungen von Rechnungslegungsmethoden

Im Geschäftsjahr erfolgten keine freiwilligen Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

[3] Konsolidierungskreis

In den UMH Konzernabschluss sind neben der UMH AG als Mutterunternehmen 18 Tochterunternehmen (Vorjahr: 19) einbezogen, an denen die UMH AG direkt oder indirekt mehr als 50 Prozent der Anteile oder Stimmrechte hält. Von diesen Tochterunternehmen haben 14 (Vorjahr: 15) ihren Sitz im Inland und vier (Vorjahr: vier) ihren Sitz im Ausland.

22 Tochterunternehmen (Vorjahr: 22), die von untergeordneter Bedeutung für den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des UMH Konzerns sind, wurden nicht konsolidiert, sondern als Anteile an Tochterunternehmen unter den Finanzanlagen ausgewiesen.

Die Gesellschaft UIR Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg, wurde zum 31. Dezember 2022 entkonsolidiert, da der Einfluss der Gesellschaft auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des UMH Konzerns unwesentlich ist. Zum Abgangszeitpunkt entfielen auf die Gesellschaft Vermögenswerte in Höhe von 90 TEuro und Schulden in Höhe von 5 TEuro. Der Aufwand aus der Entkonsolidierung beträgt 54 TEuro.

Im UMH Konzernabschluss befinden sich keine Teilkonzerne, die einen eigenen Teilkonzernabschluss nach IFRS aufstellen.

Im Geschäftsjahr wird ein Investmentfonds (Vorjahr: eins) gemäß IFRS 10 als konsolidiertes strukturiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Ein Joint Venture (Vorjahr: eins) -davon eins im Ausland (Vorjahr: eins) -wird nach der Equity-Methode bewertet.

Zum Stichtag wird kein assoziiertes Unternehmen (Vorjahr: zwei inländische assoziierte Unternehmen) nach der Equity-Methode bewertet. Die Anteile an den bislang nach der Equity-Methode bewerteten assoziierten Unternehmen compertis Beratungsgesellschaft für betriebliches Vorsorgemanagement mbH, Wiesbaden, und R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft, Wiesbaden, wurden im Geschäftsjahr veräußert.

Ein assoziiertes Unternehmen (im Vorjahr: eins), das von untergeordneter Bedeutung für den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des UMH Konzerns ist, wird nicht nach der Equity-Methode bewertet, sondern als Anteile an assoziierten Unternehmen unter den Finanzanlagen ausgewiesen.

Zum Berichtsstichtag werden zwei Investmentfonds (Vorjahr: keine), bei denen die UMH AG in der Lage ist, Kontrolle auszuüben, "Zur Veräußerung gehalten" (Held for Sale).

Eine vollständige Aufzählung der zum Abschlussstichtag in den UMH Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen, Joint Ventures sowie Investmentfonds kann der Anteilsbesitzliste (Textziffer [68]) entnommen werden.

[4] Konsolidierungsgrundsätze

Die Konsolidierung von Tochterunternehmen und Investmentvermögen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Danach werden alle Vermögenswerte und Verpflichtungen des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Erlangung des beherrschenden Einflusses mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) angesetzt.

Ein sich aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte und Verpflichtungen ergebender Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) unter den Immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts wird mindestens jährlich, sofern Anzeichen für eine mögliche Wertminderung bestehen, auch unterjährig, auf Werthaltigkeit überprüft. Wenn eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts festgestellt wird, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung.

Negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Konzerninterne Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen werden miteinander verrechnet. Zwischenergebnisse aufgrund konzerninterner Umsätze werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Joint Ventures und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet und als Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten dieser Beteiligungen und die in den Folgeperioden in einer Nebenrechnung fortgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss bestimmt. Dabei werden die gleichen Regeln wie bei Tochterunternehmen angewendet.

Die Fortschreibung des Equity-Buchwerts basiert auf den nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellten und auf IFRS übergeleiteten Abschlüssen der assoziierten Unternehmen und Joint Ventures.

Der UMH Konzern hält von Zeit zu Zeit Dotationsbestände bei einer Anzahl von Investmentvermögen, bei denen er in der Lage ist, Kontrolle auszuüben. Diese Bestände werden -sofern Beherrschung vorliegt -vollkonsolidiert. Erfüllen die Dotationsbestände die Kriterien des IFRS 5, erfolgt der Ausweis wie in Textziffer [17] beschrieben.

Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert werden, sowie Aktien und Sonstiger Anteilsbesitz sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert in den Finanzanlagen ausgewiesen.

[5] Schätzungen

Für die Ermittlung der Buchwerte der im Konzernabschluss angesetzten Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen sind in Übereinstimmung mit den betreffenden Rechnungslegungsstandards Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen. Diese beruhen auf historischen Erfahrungen, Planungen und Erwartungen oder Prognosen zukünftiger Ereignisse.

Annahmen und Schätzungen kommen vor allem bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten sowie der Erhebung der Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte zur Anwendung. Darüber hinaus haben Schätzungen einen wesentlichen Einfluss auf die Bestimmung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten sowie von Immateriellen Vermögenswerten, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden. Annahmen und Schätzungen wirken sich des Weiteren auf die Bewertung von Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer beziehungsweise für Andere Rückstellungen, sowie auf den Ansatz und die Bewertung von Ertragsteueransprüchen und Ertragsteuerverpflichtungen aus.

Beizulegende Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten ist mit Schätzungsunsicherheiten verbunden, wenn für die jeweiligen Finanzinstrumente keine Kurse aktiver Märkte verfügbar sind. Schätzungsunsicherheiten treten vor allem dann auf, wenn die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte mittels Bewertungstechniken erfolgt, in die wesentliche nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter einfließen. Dies betrifft sowohl Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als auch Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und deren beizulegende Zeitwerte im Anhang angegeben werden. Die der Bestimmung von beizulegenden Zeitwerten zugrundeliegenden Annahmen zu verwendeten Bewertungsparametern und Bewertungsmethoden sind in den Angaben zu Finanzinstrumenten in Textziffer [61] dargestellt.

Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte

Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs finanzieller Vermögenswerte der Kategorien "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" und "Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgsneutralen Konzernergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte" sowie bei Forderungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen sind die erwarteten künftigen Zahlungsströme aus Zins- und Tilgungsleistungen sowie aus der Verwertung von Sicherheiten zu ermitteln. Unsicherheiten ergeben sich aus den hierfür erforderlichen Einschätzungen und Annahmen hinsichtlich der Höhe sowie des zeitlichen Anfalls der künftigen Zahlungsströme. Zu den Einflussfaktoren auf den Wertberichtigungsbedarf, die durch Ermessensentscheidungen festgelegt werden, gehören beispielsweise wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die finanzielle Performance des Kontrahenten sowie der Wert gehaltener Sicherheiten. Im Rahmen der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs für Portfolios werden zudem mithilfe statistischer Modelle ermittelte Parameter, wie zum Beispiel die Ausfallwahrscheinlichkeit, in die Einschätzungen und Annahmen einbezogen.

Geschäfts- oder Firmenwerte und Immaterielle Vermögenswerte

Der Ansatz von Geschäfts- oder Firmenwerten basiert im Wesentlichen auf zukünftig erwarteten positiven Erträgen und Synergieeffekten sowie nicht ansetzbaren Immateriellen Vermögenswerten, die sich aus Unternehmenszusammenschlüssen ergeben beziehungsweise im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben werden. Die Werthaltigkeit wird mittels Planungsrechnungen überprüft, die im Wesentlichen auf Schätzungen beruhen. Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene identifizierbare Immaterielle Vermögenswerte werden auf Basis ihres künftigen wirtschaftlichen Nutzens angesetzt. Dieser wird aufgrund angemessener und begründeter Annahmen durch das Management beurteilt.

Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und Andere Rückstellungen

Schätzungsunsicherheiten im Zusammenhang mit Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer ergeben sich vor allem aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen, auf deren Bewertung versicherungsmathematische Annahmen wesentlichen Einfluss haben. Die versicherungsmathematischen Annahmen beinhalten zahlreiche langfristige, zukunftsorientierte Faktoren wie Gehalts- und Rententrends oder durchschnittliche künftige Lebenserwartungen.

Zukünftig tatsächlich eintretende Mittelabflüsse aufgrund von Sachverhalten, für die Andere Rückstellungen erfasst wurden, können von der erwarteten Inanspruchnahme abweichen.

Die Bewertungsgrundlagen sowie die der Ermittlung der Rückstellungen zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen werden in Textziffer [52] dargestellt.

Zu den Sensitivitäten in Bezug auf Änderungen des Diskontierungszinssatzes von Pensionsverpflichtungen verweisen wir auf Textziffer [52].

Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen

Der Ermittlung der latenten Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen liegen Schätzungen zukünftiger zu versteuernder Einkommen der Steuersubjekte zugrunde, welche sich insbesondere auf die Beurteilung der Werthaltigkeit latenter Ertragsteueransprüche auswirken. Weiterhin erfordert die Berechnung der tatsächlichen Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen zum Zeitpunkt der Erstellung der handelsrechtlichen Abschlüsse Einschätzungen ertragsteuerrelevanter Sachverhalte (Textziffer [24]).

Klimabezogene Sachverhalte

Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten sowie für Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr keine expliziten Anpassungen aufgrund von klimabezogenen Sachverhalten erfolgt.

Schätzung, ob variable Gegenleistungen im Sinne des IFRS 15 begrenzt sind

Das Entgelt für die Asset Management-Leistung, das sich aus einer laufenden Vergütung, Teilen der Pauschalvergütung und der erfolgsabhängigen Verwaltungsvergütung zusammensetzt, ist grundsätzlich entsprechend über die Laufzeit in gleichen Beträgen für die Laufzeitintervalle der Leistungsserie zu vereinnahmen. Da es sich bei der laufenden Vergütung und der Pauschalvergütung um eine in Abhängigkeit von den Assets under Management variable Gebühr handelt, besteht für diese Unsicherheit über die Höhe der über die Laufzeit des Investmentvermögens oder eines Vermögensverwaltungsvertrags insgesamt anfallende Vergütung. Die Entwicklung der Assets under Management ist abhängig von der Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der verwalteten Vermögenswerte, von Einzahlungen beziehungsweise Auszahlungen an Anteilscheininhaber sowie Ein- oder Auszahlungen bei Vermögensverwaltungsmandaten. Aufgrund der Regelungen des IFRS 15 zur Begrenzung der Vereinnahmung variabler Gegenleistungen ist die variable Vergütung in diesem Fall nicht von Beginn an in voller Höhe in den Transaktionspreis einzubeziehen. Die Einbeziehung erfolgt erst zum Zeitpunkt, zu dem sich die Unsicherheit auflöst, was jeweils zu den Abrechnungszeitpunkten (in der Regel monatlich) der Fall ist.

Soweit erfolgsabhängige Vergütungskomponenten vereinbart sind, werden diese unter anderem durch die Marktentwicklung und damit durch Faktoren beeinflusst, die außerhalb der Kontrolle der Gesellschaft liegen. Da diese Erträge wegen nicht auszuschließender erheblicher Rückschlagrisiken an den Kapitalmärkten einer großen Anzahl und einer breiten Spanne möglicher Ergebnisse unterliegen, können diese unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRS 15 zur Begrenzung der Vereinnahmung variabler Gegenleistungen erst dann in die Höhe des Transaktionspreises einbezogen werden, wenn die vereinbarten Outperformance-Kriterien in Bezug auf eine definierte Benchmark und den vereinbarten Bemessungszeitraum erfüllt wurden, da erst zu diesem Zeitpunkt kein signifikantes Stornierungsrisiko mehr besteht.

Soweit bei Immobilien-Investmentvermögen oder anderen AIF-Investmentvermögen Investitionsvergütungen vereinbart wurden, können diese aufgrund der Regelungen des IFRS 15 zur Begrenzung der Vereinnahmung variabler Gegenleistungen erst dann in die Höhe des Transaktionspreises einbezogen werden, wenn der Übergang von Nutzen und Lasten erfolgt ist beziehungsweise bei Bestandsentwicklungen, sobald gemäß Baufortschritt Zahlungen in die Investmentvermögen abgerechnet werden.

[6] Finanzinstrumente

Alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einschließlich aller derivativen Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 9 in der Bilanz erfasst. Sämtliche Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Ansatz von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt unter Berücksichtigung der direkt dem Erwerb zurechenbaren Transaktionskosten. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, welchen Kategorien nach IFRS 9 sie zum Zeitpunkt ihres Zugangs zugeordnet wurden. Bei finanziellen Vermögenswerten ergibt sich die Kategorie durch das Geschäftsmodell und die Erfüllung des Zahlungsstromkriteriums.

Kategorien von Finanzinstrumenten

Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertete Vermögenswerte (Fair Value PL) (Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss)

Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert im erfolgsneutralen Konzernergebnis bewertet werden, sind als "Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte" zu kategorisieren. Diese Kategorie setzt sich aus den folgenden Unterkategorien zusammen:

Verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Vermögenswerte (Financial Assets mandatorily measured at fair value through profit or loss)

Die Unterkategorie "Verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Vermögenswerte" umfasst finanzielle Vermögenswerte, welche die Zahlungsstrombedingung nach IFRS 9 nicht erfüllen oder mit der Absicht der kurzfristigen Weiterveräußerung erworben werden. Hierfür müssen diese finanziellen Vermögenswerte Teil eines Portfolios eindeutig identifizierter und gemeinsam gesteuerter Finanzinstrumente sein, für das in der jüngeren Vergangenheit Hinweise auf kurzfristige Gewinnrealisierungen bestehen, oder es muss sich um derivative Finanzinstrumente handeln, die nicht als Sicherungsinstrumente in effektiven Sicherungsbeziehungen designiert sind.

Der UMH Konzern ordnet dieser Kategorie Investmentanteile und einen Teil der Forderungen an Kreditinstitute und Kunden zu. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Fremdkapitalinstrumente, die in einem Halten- oder einem Halten- und Verkaufen-Geschäftsmodell gehalten werden, allerdings das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen. Derivative Finanzinstrumente fallen ebenfalls in diese Kategorie.

Finanzielle Vermögenswerte aus bedingten Gegenleistungen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen (Contingent considerations)

Dieser Unterkategorie werden bedingte Gegenleistungen zugeordnet, die der Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses oder bei analoger Anwendung des IFRS 3 bei Transaktionen auf Basis des IAS 28 als finanzielle Vermögenswerte klassifiziert hat.

Aktuell bestehen im UMH Konzern keine Anwendungsfälle.

Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögenswerte (Fair Value Option)

Der Unterkategorie "Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögenswerte" dürfen durch Ausübung der Fair Value Option finanzielle Vermögenswerte zugeordnet werden, wenn hierdurch Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen (Rechnungslegungsanomalien) beseitigt oder erheblich vermindert werden.

Im UMH Konzern wird von der Fair Value Option kein Gebrauch gemacht.

Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgsneutralen Konzernergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fair Value OCI) (Financial assets measured at fair value through other comprehensive income)

Die Kategorie setzt sich aus den folgenden Unterkategorien zusammen:

Verpflichtend zur erfolgsneutralen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Vermögenswerte (Financial assets mandatorily measured at fair value through other comprehensive income)

Eine Klassifizierung in diese Kategorie erfolgt, sofern der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht. Zudem müssen die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Diese finanziellen Vermögenswerte bestehen aufgrund der Zahlungsstrombedingung ausschließlich aus Schuldinstrumenten. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Sowohl Zinserträge, Wertberichtigungen als auch Effekte aus der Währungsumrechnung sind erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Unterschiede zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert werden im erfolgsneutralen Konzernergebnis berücksichtigt. Die im erfolgsneutralen Konzernergebnis erfassten Beträge sind bei Abgang in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern (sogenanntes Recycling).

Im UMH Konzern werden zum Bilanzstichtag keine Schuldinstrumente zum beizulegenden Zeitwert im erfolgsneutralen Konzernergebnis bewertet.

Zur erfolgsneutralen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögenswerte (Fair Value OCI-Option)

Für Eigenkapitalinstrumente besteht bei Zugang das unwiderrufliche Wahlrecht der Designation als "Zur erfolgsneutralen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögenswerte" (Fair Value OCI-Option). Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden, bis auf nicht-kapitalrückführende Dividenden, im erfolgsneutralen Konzernergebnis erfasst. Eine spätere Umgliederung (Recycling) des kumulierten erfolgsneutralen Konzernergebnisses in die Gewinn- und Verlustrechnung -etwa aufgrund des Abgangs des Instruments -erfolgt nicht. Nach Abgang dieser Eigenkapitalinstrumente erfolgt die Umbuchung des kumulierten erfolgsneutralen Konzernergebnisses in die Gewinnrücklagen. Das generelle Wahlrecht zur Ausübung der Fair Value OCI-Option gilt nur für Eigenkapitalinstrumente, die weder zu Handelszwecken gehalten werden, noch eine bedingte Gegenleistung darstellen, die von einem Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses gemäß IFRS 3 angesetzt wird.

Der UMH Konzern prüft bei jedem Neuzugang von Eigenkapitalinstrumenten, ob das Wahlrecht ausgeübt werden soll. Aktuell wird das Wahlrecht für alle Eigenkapitalinstrumente ausgeübt.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Financial assets measured at amortised cost)

Eine Klassifizierung in diese Kategorie erfolgt, sofern der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten. Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (sogenannte Zahlungsstrombedingung). Finanzielle Vermögenswerte in dieser Kategorie bestehen aufgrund der Zahlungsstrombedingung ausschließlich aus Schuldinstrumenten. Sie sind zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten. Sowohl Zinserträge, Wertberichtigungen als auch Effekte aus der Währungsumrechnung sind erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Der UMH Konzern ordnet dieser Kategorie den überwiegenden Teil seiner Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie der unter der Position Sonstige Aktiva ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu.

Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Fair Value PL) (Financial liabilities measured at fair value through profit or loss)

Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, sind als "Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" zu kategorisieren. Die Kategorie setzt sich aus den folgenden Unterkategorien zusammen:

Verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Verbindlichkeiten (Financial liabilities mandatorily measured at fair value through profit or loss)

Die Unterkategorie "Verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Verbindlichkeiten" umfasst finanzielle Verbindlichkeiten, die mit der Absicht der kurzfristigen Rückzahlung ausgegeben werden. Hierfür müssen diese finanziellen Verbindlichkeiten Teil eines Portfolios eindeutig identifizierter und gemeinsam gesteuerter Finanzinstrumente sein, für das in der jüngeren Vergangenheit Hinweise auf kurzfristige Gewinnrealisierungen bestehen, oder es muss sich um derivative Finanzinstrumente handeln, die nicht als Sicherungsinstrumente in effektiven Sicherungsbeziehungen designiert sind.

Im UMH Konzern sind regelmäßig nur derivative Finanzinstrumente verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis zu bewerten.

Finanzielle Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen (Contingent considerations)

Dieser Unterkategorie werden bedingte Gegenleistungen zugeordnet, die der Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses oder bei analoger Anwendung des IFRS 3 bei Transaktionen auf Basis des IAS 28 als finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert hat.

Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Verbindlichkeiten (Fair Value Option)

Der Unterkategorie "Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Verbindlichkeiten" dürfen durch Ausübung der Fair Value Option finanzielle Verbindlichkeiten zugeordnet werden, wenn hierdurch Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen (Rechnungslegungsanomalien) beseitigt oder erheblich vermindert werden, diese als Portfolio auf Basis des beizulegenden Zeitwerts gesteuert werden oder ein oder mehrere trennungspflichtige eingebettete Derivate enthalten sind.

Im UMH Konzern werden keine finanziellen Verbindlichkeiten zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestuft.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (AC) (Financial liabilities measured at amortised cost)

Finanzielle Verbindlichkeiten sind für die Folgebewertung als "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" zu kategorisieren. Davon ausgenommen sind:

"Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertete finanzielle Verbindlichkeiten", finanzielle Verbindlichkeiten, die entstehen, wenn eine Übertragung eines finanziellen Vermögenswerts nicht die Bedingung für die Ausbuchung erfüllt oder die Bilanzierung unter Zugrundelegung eines anhaltenden Engagements erfolgt, Finanzgarantien, Kreditzusagen mit einem unter dem Marktzinssatz liegenden Zins und bedingte Gegenleistungen, die von einem Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses gemäß IFRS 3 angesetzt werden.

Der UMH Konzern ordnet dieser Kategorie seine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie die unter der Position Sonstige Passiva ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu.

Erstmaliger Ansatz und Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Der erstmalige Ansatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Marktübliche Käufe und Verkäufe von nicht derivativen finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts zwischen dem Handelstag und dem Erfüllungstag werden entsprechend der Kategorisierung der finanziellen Vermögenswerte erfasst.

Unterschiedsbeträge zwischen Transaktionspreisen und beizulegenden Zeitwerten werden beim erstmaligen Ansatz erfolgswirksam vereinnahmt, wenn die beizulegenden Zeitwerte dem in einem aktiven Markt notierten Preis für einen identischen Vermögenswert beziehungsweise für eine identische Schuld entsprechen oder auf einer Bewertungstechnik basieren, die nur Daten aus beobachtbaren Märkten verwendet. Soweit der beizulegende Zeitwert zum Zugangszeitpunkt aus Transaktionspreisen abgeleitet wird und dieser darüber hinaus als Bewertungsmaßstab im Rahmen der Folgebewertung zur Anwendung kommt, werden Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nur dann erfolgswirksam erfasst, wenn sie auf die Veränderung von beobachtbaren Marktdaten zurückgeführt werden können. Beim erstmaligen Ansatz nicht erfasste Unterschiedsbeträge werden über die Laufzeit der betreffenden Finanzinstrumente verteilt und entsprechend vereinnahmt.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus diesen auslaufen oder diese auf Dritte übertragen wurden und keine substanziellen Chancen und Risiken aus den finanziellen Vermögenswerten verbleiben. Sind die Ausbuchungskriterien für finanzielle Vermögenswerte nicht erfüllt, wird die Übertragung an Dritte als besicherte Kreditaufnahme bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen beziehungsweise aufgehoben wurden oder ausgelaufen sind.

Wertberichtigungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten

Wertberichtigungen nach IFRS 9 fallen ausschließlich bei finanziellen Vermögenswerten an, die Fremdkapitalinstrumente darstellen. Eigenkapitalinstrumente fallen nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 Wertberichtigungen. Wertberichtigungen sind für die folgenden finanziellen Vermögenswerte zu bilden:

Finanzielle Vermögenswerte der IFRS 9-Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte",

Finanzielle Vermögenswerte (nur Schuldinstrumente) der IFRS 9-Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgsneutralen Konzernergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte",

Offene Kreditzusagen bei einer aktuell bestehenden rechtlichen Verpflichtung zur Kreditgewährung (unwiderrufliche Kreditzusagen), soweit diese nicht zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertet werden,

Finanzgarantien, soweit diese nicht zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertet werden,

Forderungen aus Leasingverhältnissen und

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte, die in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen.

Bei Zugang werden die vorgenannten finanziellen Vermögenswerte grundsätzlich der Stufe 1 zugeordnet, soweit diese im sogenannten Standardansatz für die Ermittlung von Wertberichtigungen im Rahmen des IFRS 9 geführt werden. Eine weitere Ausnahme bilden finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität, sogenannte "purchased or originated credit-impaired assets" (POCI). Der erwartete 12-Monats-Kreditverlust stellt für Vermögenswerte der Stufe 1 die Mindestbemessungsgröße für die Risikovorsorge dar.

An jedem Bilanzstichtag wird das Ausfallrisiko der jeweiligen Instrumente ermittelt und geprüft, ob es sich seit dem letzten Bilanzstichtag signifikant erhöht hat. Wichtige objektive Hinweise bei Fremdkapitalinstrumenten sind finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder Schuldners, Ausfälle oder Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen, die Nichteinhaltung von vertraglich vereinbarten Nebenabreden und der vertraglich vereinbarten Bereitstellung von Sicherheiten sowie erhebliche Herabstufungen des Ratings beziehungsweise Einstufung des Geschäftspartners in ein Ausfallrating. Makroökonomische Faktoren werden hierbei nicht berücksichtigt, da das Volumen der nicht täglich fälligen Forderungen von untergeordneter Bedeutung ist.

Vermögenswerte, bei denen sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, jedoch keine objektiven Hinweise auf Wertminderung vorliegen, werden der Stufe 2 zugeordnet. Die Wertberichtigung ist für diese Vermögenswerte in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu bemessen.

Vereinfachend kann davon ausgegangen werden, dass sich das Ausfallrisiko bei einem Finanzinstrument seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wenn ermittelt wird, dass bei dem betreffenden Finanzinstrument zum Abschlussstichtag ein niedriges Ausfallrisiko besteht (sogenannte low credit risk exemption). Dies sehen wir für alle Finanzinstrumente mit einem Investmentrating als gegeben an.

Finanzielle Vermögenswerte, die aufgrund objektiver Hinweise als wertgemindert eingestuft werden, sind entsprechend der Stufe 3 zuzuordnen. Die Wertberichtigung ist für diese Vermögenswerte in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu bemessen.

Finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität (POCI) sind bei Zugang mit ihrem um die für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste reduzierten Buchwert anzusetzen und entsprechend mit einem risiko adjustierten Effektivzinssatz zu amortisieren. Zum Abschlussstichtag sind nur die kumulierten Änderungen der seit dem erstmaligen Ansatz über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertberichtigung zu erfassen. Ein Stufentransfer ist für diese Vermögenswerte nicht vorgesehen.

Der UMH Konzern verwendet eine vereinheitlichte Ausfalldefinition zur Beurteilung des "Credit-Impaired" Status eines finanziellen Vermögenswertes. Die Ausfalldefinition orientiert sich an Artikel 178 CRR. Nach dieser Definition gilt, dass nach 90 Tagen Zahlungsverzug ein Ausfallereignis eingetreten ist.

Sofern ein finanzieller Vermögenswert mehr als 30 Tage überfällig ist, sehen wir eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos als gegeben an. Für Forderungen ohne Rating wird bei der Beurteilung auf Expertenschätzungen zurückgegriffen. Anderenfalls wird das verfügbare Rating des Kontrahenten in die Beurteilung mit einbezogen.

Für im Standardansatz des IFRS 9 geführte Bestände der Stufen 1 und 2 werden die erwarteten Kreditausfälle parameterbasiert auf kollektiver Basis berechnet, für Bestände der Stufe 3 werden Discounted Cashflow-Szenarien herangezogen.

Bei der Berechnung der erwarteten Kreditausfälle erfolgt die Ableitung der anzusetzenden Ausfallwahrscheinlichkeiten unter Zugrundelegung öffentlich verfügbarer Ratings von Moody's, S&P oder Fitch. Die verfügbaren externen Ratings werden auf eine von der DZ BANK vorgegebene Masterskala (VR Note) gemappt. Für jede der darin enthaltenen Ratingklassen werden Matrizen mit spezifischen Ausfallwahrscheinlichkeiten verwendet. Wird am Berichtsstichtag festgestellt, dass gegenüber früheren Stichtagen keine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos mehr vorliegt, werden die betroffenen finanziellen Vermögenswerte wieder in Stufe 1 transferiert und die Risikovorsorge wieder auf die Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts reduziert.

Für einen Rücktransfer aus Stufe 3 wird der Ausfallstatus in Übereinstimmung mit der aufsichtsrechtlichen Definition erst nach einer entsprechenden Wohlverhaltensperiode aufgehoben.

Im UMH Konzern kommt der sogenannte Vereinfachte Ansatz gemäß IFRS 9.5.5.15 zur Anwendung, wonach für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, auch für solche mit signifikanter Finanzierungskomponente, sowie für aktive Vertragsvermögenswerte im Anwendungsbereich des IFRS 15 bereits bei Zugang der erwartete Kreditverlust über die gesamte Laufzeit ermittelt wird.

Bei Forderungen im Anwendungsbereich des Vereinfachten Ansatzes basieren die anzusetzenden Wertberichtigungsquoten auf Erfahrungen des UMH Konzerns in der Vergangenheit. Bei den Provisionsforderungen handelt es sich überwiegend um kurzfristige Forderungen nach IFRS 15, deren Werthaltigkeit nach Erfahrung des UMH Konzerns nicht von makroökonomischen Faktoren beeinflusst wird.

Direkte Wertberichtigungen reduzieren die Buchwerte von Vermögenswerten unmittelbar. Direktabschreibungen werden vorgenommen, wenn davon ausgegangen wird, dass die Forderung uneinbringlich geworden ist. In der Regel handelt es sich dabei um unwesentliche Kleinstbeträge.

Werden bei finanziellen Vermögenswerten substanzielle Vertragsanpassungen vorgenommen, werden diese ausgebucht und als Zugang eines neuen Vermögenswerts erfasst. Für die Beurteilung, ob eine substanzielle Modifikation vorliegt, wird neben diversen qualitativen Kriterien auch ein quantitatives Kriterium herangezogen. Als Schwellenwert gilt hier eine Veränderung des Barwerts der neu verhandelten vertraglichen Cashflows gegenüber dem Barwert der ursprünglichen vertraglichen Cashflows von mehr als 10 Prozent als substanziell. Eine substanzielle Modifikation sehen wir dann als gegeben an, wenn eine der folgenden Arten von Vertragsanpassungen vorliegt: Währungswechsel, Aufnahme oder Anpassung von Eigenkapital-Wandlungsrechten, Wechsel des Schuldners, Aufnahme von Nebenabreden, mit denen das Zahlungsstromkriterium des IFRS 9 nicht mehr erfüllt ist. Eine substanzielle Modifikation sehen wir auch dann als gegeben an, wenn durch andere vertragliche Anpassungen unter Würdigung der Gesamtumstände der Charakter eines finanziellen Vermögenswerts in einem solchen Umfang geändert wurde, dass ein neues Finanzinstrument im Sinne des IFRS 9 vorliegt. Für wertgeminderte Vermögenswerte (Stufe 3) gelten die Regelungen für POCI. Haben Vertragsanpassungen von finanziellen Vermögenswerten keine substanziellen Auswirkungen, werden diese infolgedessen auf eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem ursprünglichen Zugangszeitpunkt überprüft. Bei Modifikationen, die nicht zur Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts führen (nicht-substanzielle Vertragsanpassungen), werden die Anpassungen der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme als Modifikationsergebnis in Höhe der Differenz zwischen den ursprünglich vereinbarten Zahlungsströmen und den mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz diskontierten modifizierten Zahlungsströmen erfasst.

In der aktuellen Berichtsperiode wurden mit Ausnahme der oben erwähnten Ausweitung der low credit risk exemption auf alle Finanzinstrumente im Anwendungsbereich der Wertberichtigungsvorschriften des IFRS 9 keine Änderungen an den Annahmen zur Berechnung oder den Inputfaktoren der erwarteten Kreditausfälle vorgenommen.

Eingebettete Derivate

Ein eingebettetes Derivat ist Bestandteil eines hybriden Vertrags, der auch ein nicht derivativen Basisvertrag enthält, mit dem Ergebnis, dass ein Teil der Zahlungsströme des zusammengesetzten Finanzinstruments ähnlichen Schwankungen unterliegt wie ein alleinstehendes Derivat. Ein Derivat, das mit einem Finanzinstrument verbunden, aber unabhängig von diesem vertraglich übertragbar ist oder mit einer anderen Vertragspartei geschlossen wurde, ist kein eingebettetes Derivat, sondern ein eigenständiges Finanzinstrument.

Enthält ein hybrider Vertrag einen Basisvertrag, bei dem es sich um einen finanziellen Vermögenswert im Anwendungsbereich des IFRS 9 handelt, sind die Vorschriften der Kategorisierung finanzieller Vermögenswerte auf den gesamten hybriden Vertrag anzuwenden.

Enthält ein hybrider Vertrag einen Basisvertrag, bei dem es sich nicht um einen finanziellen Vermögenswert im Anwendungsbereich des IFRS 9 handelt, ist ein eingebettetes Derivat dann vom Basisvertrag zu trennen und separat zu bilanzieren, wenn:

die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind,

ein eigenständiges Instrument mit gleichen Bedingungen die Definition eines Derivats erfüllen würde und

der hybride Vertrag nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wird.

Sind diese Voraussetzungen nicht kumulativ erfüllt, darf das eingebettete Derivat nicht vom Basisvertrag getrennt werden. Wird ein eingebettetes Derivat getrennt, so ist der Basisvertrag nach den einschlägigen Standards zu bilanzieren.

Wenn ein Vertrag ein oder mehrere eingebettete Derivate enthält und der Basisvertrag kein finanzieller Vermögenswert im Anwendungsbereich des IFRS 9 ist, kann der gesamte hybride Vertrag als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden. Davon ausgenommen sind Fälle, in denen eingebettete Derivate die vertraglich vorgeschriebenen Zahlungsströme nur insignifikant verändern, oder bei erstmaliger Beurteilung mit vergleichbaren hybriden Instrumenten ohne oder mit nur geringem Analyseaufwand ersichtlich ist, dass eine Abtrennung der eingebetteten Derivate unzulässig ist.

Klassen von Finanzinstrumenten

Die Klassen von Finanzinstrumenten entsprechen den Bilanzpositionen (Textziffer [57]).

[7] Fair Value-Bewertung der Finanzinstrumente

Der Fair Value ist der Preis, den man in einer gewöhnlichen Transaktion zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswerts erhalten würde oder bei der Übertragung einer Schuld zu zahlen hätte. Die Ermittlung des Fair Value von Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis von Marktkursen beziehungsweise beobachtbaren Marktdaten des Stichtags und anerkannten Bewertungsmodellen. Investmentanteile werden zum Rücknahmepreis bewertet, vermindert um einen Rücknahmeabschlag, sofern ein solcher nach den Vertragsbedingungen erhoben wird. Sofern Wertpapiere und Derivate mit ausreichender Liquidität an aktiven Märkten gehandelt werden -somit Börsenkurse verfügbar sind - oder von aktiven Marktteilnehmern handelbare Kurse gestellt werden, bilden diese Kurse die Grundlage zur Bestimmung des Fair Value. In Fällen, in denen keine Preise von liquiden Märkten verfügbar sind, wird auf Methoden zurückgegriffen, deren Bewertungsparameter auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. Täglich oder kurzfristig fällige Finanzinstrumente werden mit ihrem Nominalwert berücksichtigt. Zu diesen Instrumenten zählen der Kassenbestand, das Kontokorrentguthaben sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

[8] Währungsumrechnung

Sämtliche monetären Vermögenswerte und Schulden werden mit dem entsprechenden Stichtagskurs am Abschlussstichtag in die jeweilige funktionale Währung der Unternehmen des UMH Konzerns umgerechnet. Die Umrechnung nicht monetärer Vermögenswerte und Schulden richtet sich nach den für sie angewendeten Bewertungsmaßstäben. Soweit nicht monetäre Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ist die Umrechnung mit dem historischen Kurs vorzunehmen. Mit dem beizulegenden Zeitwert bewertete nicht monetäre Vermögenswerte werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Erträge und Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste werden grundsätzlich mit dem Stichtagskurs zum Zeitpunkt ihrer erfolgswirksamen oder erfolgsneutralen Erfassung umgerechnet.

Falls die funktionale Währung der in den Abschluss des UMH Konzerns einbezogenen Tochterunternehmen von der Konzernberichtswährung Euro abweicht, werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden mit dem Kurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgt mit historischen Kursen. Die entstehende Differenz wird in der Rücklage aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs. Die funktionale Währung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen entspricht überwiegend der Konzernberichtswährung Euro.

[9] Barreserve

Als Barreserve werden der Kassenbestand und die Guthaben bei Zentralnotenbanken und anderen staatlichen Institutionen ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert.

[10] Forderungen an Kreditinstitute und Kunden

Als Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind sämtliche auf den Namen lautende Forderungen erfasst, die entweder als "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte", "Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte", "Zum beizulegenden Zeitwert im erfolgsneutralen Konzernergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte" kategorisiert sind.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet, sofern sie das Zahlungsstromkriterium des IFRS 9 erfüllen und im Rahmen des Geschäftsmodells "Halten" geführt werden. Die Fair Value Option für Forderungsbestände wird im UMH Konzern nicht genutzt.

Zinserträge aus Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden unter den Zinserträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften erfasst.

Agio- und Disagiobeträge sowie Anschaffungsnebenkosten werden über das Zinsergebnis erfolgswirksam erfasst. Abgegrenzte Zinsen auf Forderungen sowie Agios und Disagios werden mit den jeweiligen Forderungen unter den entsprechenden Bilanzpositionen ausgewiesen. Agio- und Disagiobeträge werden nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt.

[11] Risikovorsorge

Die Risikovorsorge für Barreserve, Forderungen an Kreditinstitute und Kunden, Finanzanlagen und Sonstige Aktiva, die zu fortgeführten Anschaffungskosten kategorisiert beziehungsweise als Finanzierungs-Leasingverhältnisse eingestuft werden, wird als gesonderter Bilanzposten offen aktivisch abgesetzt. Zuführungen zur und Auflösungen von Risikovorsorge für diese Bilanzposten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Risikovorsorge erfasst.

Uneinbringliche Forderungen werden direkt abgeschrieben, wobei Eingänge auf schon abgeschriebene Forderungen erfolgswirksam erfasst werden.

Die Risikovorsorgebildung umfasst darüber hinaus Veränderungen von Rückstellungen für Finanzgarantien. Zuführungen zu und Auflösungen von Rückstellungen für Finanzgarantien gehen ebenfalls erfolgswirksam in die Risikovorsorge ein.

[12] Finanzanlagen

Als Finanzanlagen werden auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sowie auf den Inhaber oder den Namen lautender sonstiger Anteilsbesitz an Unternehmen, bei denen kein maßgeblicher Einfluss besteht, ausgewiesen, sofern diese Wertpapiere beziehungsweise Unternehmensanteile nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Darüber hinaus umfassen die Finanzanlagen Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie nicht nach der Equity-Methode bewertete Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen.

Diese Bilanzposition enthält im Wesentlichen Investmentanteile. Diese umfassen kurzfristige Anlagen zur Liquiditätssteuerung (Liquidität), Startdotationen für neu aufgelegte Investmentvermögen (Dotationen), Anlagen in Altersvorsorge- und Mitarbeiterbindungsprogrammen (Mitarbeiteranlagen) sowie längerfristige Kapitalanlagen (Strategische Positionen).

Der erstmalige Ansatz der Finanzanlagen erfolgt grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert. Die Folgebewertung dieser finanziellen Vermögenswerte richtet sich danach, welchen Kategorien nach IFRS 9 sie zum Zeitpunkt ihres Erwerbs zugeordnet wurden. Bewertungsergebnisse von Finanzanlagen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden im Sonstigen Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten ausgewiesen.

Soweit es sich bei diesen Beständen um Eigenkapitalinstrumente handelt, sind diese grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis zu bewerten. Im UMH Konzern wurde das Wahlrecht zur Nutzung der Fair Value OCI-Option für alle Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen, die sich zum 1. Januar 2018 im Bestand befanden, angewendet. Bei Neuzugängen von Eigenkapitalinstrumenten nach dem 1. Januar 2018 wird im Einzelfall über die Inanspruchnahme der Fair Value OCI-Option entschieden. Soweit es sich bei Beständen dieser Position um Schuldinstrumente handelt, was bei unseren Eigenanlagen in Investmentanteilen regelmäßig der Fall ist, sind diese zwingend zum beizulegenden Zeitwert im erfolgswirksamen Konzernergebnis zu bewerten, da das Zahlungsstromkriterium des IFRS 9 für diese Bestände grundsätzlich nicht erfüllt ist.

[13] Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen beziehungsweise an Joint Ventures werden zum Zeitpunkt der Erlangung eines maßgeblichen Einflusses beziehungsweise bei Gründung zu Anschaffungskosten in der Konzernbilanz angesetzt. In den Folgejahren wird der Equity-Buchwert um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen fortgeschrieben. Erhaltene Dividendenzahlungen mindern den Equity-Buchwert. Das anteilige erfolgswirksame Jahresergebnis fließt als Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ein, das anteilige erfolgsneutrale Jahresergebnis wird im erfolgsneutralen Konzernergebnis gebucht. Bei Veräußerungen realisierte Gewinne und Verluste sowie Wertberichtigungen und Wertaufholungen von Anteilen an assoziierten Unternehmen und von Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, werden im Ergebnis aus Finanzanlagen berücksichtigt.

[14] Sachanlagen

In den Sachanlagen werden für eigene Zwecke genutzte Grundstücke und Gebäude, die voraussichtlich länger als eine Periode genutzt werden, sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen ausgewiesen.

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, die in den folgenden Geschäftsjahren um die kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertberichtigungen reduziert werden. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear über die Nutzungsdauer. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Die Bestimmung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer wird unter Beachtung der voraussichtlichen physischen Abnutzung, der technischen Obsoleszenz sowie rechtlicher und vertraglicher Beschränkungen vorgenommen.

Ergeben sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Vermögenswerte, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag geringer als der Buchwert ist, zu dem der Vermögenswert bilanziert wird. Der erzielbare Betrag bemisst sich als der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Abschreibungen auf Sachanlagen werden als Verwaltungsaufwendungen erfasst. Wertminderungen und Wertaufholungen gehen in das Sonstige betriebliche Ergebnis (Textziffer [33]) ein.

[15] Immaterielle Vermögenswerte

Unter den Immateriellen Vermögenswerten werden neben erworbener und selbsterstellter Software auch Vertriebs- und Exklusivitätsrechte, erworbene Kundenstämme und Marken sowie Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen.

Die Immateriellen Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Software, erworbene Kundenbeziehungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden bei der Folgebewertung um kumulierte Abschreibungen und kumulierte Wertberichtigungen reduziert.

Bestehen zum Abschlussstichtag Hinweise auf eine Wertminderung (sogenannte triggering events), werden die Immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, noch nicht nutzungsbereite Immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Sie sind jährlich durch einen Werthaltigkeitstest auf das Vorliegen von Wertberichtigungen zu prüfen. Darüber hinaus erfolgt für diese Vermögenswerte ein anlassbezogener Werthaltigkeitstest bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung.

Die Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte sind in den Verwaltungsaufwendungen (Textziffer [32]) enthalten, Wertberichtigungen und Wertaufholungen sowie Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Immateriellen Vermögenswerten werden im Sonstigen betrieblichen Ergebnis (Textziffer [33]) erfasst.

[16] Nutzungsrechte

Unter dieser Position werden die im Rahmen des IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingvereinbarungen ausgewiesen (right of use assets).

Die Zugangsbewertung der Nutzungsrechte erfolgt im UMH Konzern in Höhe der Leasingverbindlichkeiten (Textziffer [22]), gegebenenfalls korrigiert um den Betrag der für das Leasingverhältnis im Voraus geleisteten oder abgegrenzten Leasingzahlungen. Im Rahmen der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und (außerplanmäßigen) Wertminderungen sowie unter Berücksichtigung eventueller vorgenommener Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten bewertet.

Die planmäßigen Abschreibungen werden gemäß IAS 16 vorgenommen und erfolgen linear über die voraussichtliche Dauer des Leasingverhältnisses. Die planmäßigen Abschreibungen werden in den Verwaltungsaufwendungen (Textziffer [32]) ausgewiesen.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von nicht mehr als einem Jahr sowie für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, von der Aktivierung solcher Nutzungsrechte abzusehen.

Ergeben sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Vermögenswerte, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag geringer als der Buchwert ist, zu dem der Vermögenswert bilanziert wird. Der erzielbare Betrag bemisst sich als der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Wertminderungen und Wertaufholungen gehen in das Sonstige betriebliche Ergebnis (Textziffer [33]) ein. Zur Ermittlung der Wertminderungen sind die Vorschriften des IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten anzuwenden.

[17] Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden

Langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten und Schulden, deren Veräußerung geplant ist, realisieren ihren Buchwert überwiegend durch das Veräußerungsgeschäft und nicht durch ihre fortgesetzte Nutzung. Sie sind daher bei Erfüllung der nachfolgend genannten Bedingungen als "Zur Veräußerung gehalten" (Held for Sale) zu klassifizieren.

Die Klassifizierung als "Zur Veräußerung gehalten" setzt voraus, dass die Vermögenswerte oder die Gruppen von Vermögenswerten und Schulden im gegenwärtigen Zustand zu gängigen Bedingungen veräußerbar sind und die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Eine höchstwahrscheinliche Veräußerung liegt vor, wenn der Plan für den Verkauf beschlossen wurde, die Suche nach einem Käufer und die Durchführung des Plans aktiv begonnen haben, der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe aktiv zu einem Preis angeboten wird, der in einem angemessenen Verhältnis zum derzeitigen beizulegenden Zeitwert steht, und die Veräußerung erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung abgeschlossen wird.

Als "Zur Veräußerung gehalten" klassifizierte Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als "Zur Veräußerung gehalten" wird die planmäßige Abschreibung der Vermögenswerte eingestellt. Für Finanzinstrumente erfolgt die Bewertung nach IFRS 9.

Der Ausweis der als "Zur Veräußerung gehalten" klassifizierten Vermögenswerte beziehungsweise Veräußerungsgruppen erfolgt gesondert in den Bilanzposten Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Zur Veräußerung gehaltene Schulden. Das Ergebnis aus der Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten sowie das Ergebnis aus der Veräußerung dieser Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen mit Geschäftsfeldqualität wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen erfasst. Das Ergebnis aus der Bewertung und Veräußerung von Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen ohne Geschäftsfeldqualität wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst (Textziffer [33]).

Der UMH Konzern hält von Zeit zu Zeit Dotationsbestände bei einer Anzahl von Investmentvermögen, bei denen er in der Lage ist, Kontrolle auszuüben. Diese Bestände werden -sofern Beherrschung vorliegt -vollkonsolidiert. Erfüllen die Dotationsbestände die Kriterien des IFRS 5, werden sie als Veräußerungsgruppe der Kategorie "Zur Veräußerung gehalten" klassifiziert und auf der Grundlage des IFRS 5 ausgewiesen. Dies ist der Fall, wenn der UMH Konzern unmittelbar um eine Rückführung der Bestände durch aktiven Abverkauf bemüht ist und es sehr wahrscheinlich ist, dass diese Fondsbestände innerhalb eines Jahres nach dem Ersterwerb nicht mehr unter der Kontrolle des UMH Konzerns stehen. Die Bewertung erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung des IFRS 9 gemäß IFRS 5.5(c).

[18] Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden

Als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden werden sämtliche auf den Namen lautende Verbindlichkeiten ausgewiesen, die nicht als "Zu Handelszwecken gehalten" eingestuft werden. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Fair Value Option für finanzielle Verbindlichkeiten wird im UMH Konzern nicht angewendet.

Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden werden gesondert im Zinsüberschuss erfasst.

[19] Positive und Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten

Derivative Finanzinstrumente mit positiven und negativen beizulegenden Zeitwerten werden den Bilanzpositionen Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten beziehungsweise Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten zugeordnet, auch wenn trotz ökonomischer Sicherungsabsicht die Voraussetzungen zu einer Bilanzierung als Sicherungsinstrument nicht gegeben sind. Bewertungsergebnisse aus diesen Finanzinstrumenten werden im Sonstigen Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten ausgewiesen.

Unter dem Bilanzposten Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten werden auch die Unterdeckungsbeträge aus Kapitalerhaltungszusagen nach § 1 Abs. 1 Nr. 3 Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz - AltZertG (Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen) des Produkts UniProfiRente der Union Investment Privatfonds GmbH ausgewiesen. Bei den passivierten Beträgen handelt es sich jeweils um die Differenz zwischen dem Barwert der nach § 1 Abs. 1 Nr. 3 AltZertG garantierten Altersvorsorgebeiträge und dem Marktwert des Kundendepots, sofern die Differenz positiv ist.

Daneben werden unter der Bilanzposition Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten die Unterdeckungsrisiken aus Garantiefonds, die von konzernangehörigen Kapitalverwaltungsgesellschaften aufgelegt wurden, ausgewiesen. Der Wertansatz erfolgt jeweils in Höhe der Differenz zwischen dem Barwert der Garantiezusage zum nächsten Garantietermin eines Investmentvermögens und dem Net Asset Value dieses Investmentvermögens, sofern die Differenz positiv ist.

Bei der Ermittlung der bilanziellen Wertansätze der Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten werden, soweit erforderlich, Bewertungsabschläge für das Kreditrisiko des Kontrahenten (CVA) beziehungsweise das eigene Kreditrisiko (DVA) berücksichtigt.

[20] Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden gemäß IAS 19 bilanziert.

Für die betriebliche Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Versorgungssystemen unterschieden. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) geht das Unternehmen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an einen externen Versorgungsträger hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein.

Die Union Investment Gruppe ist mit anderen Finanzinstituten in Deutschland Mitgliedsunternehmen des BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G., Berlin (BVV), BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V., Berlin (BVVeV), der R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft, Wiesbaden (RVP), sowie bei der Versorgungskasse genossenschaftlich orientierter Unternehmen VGU e.V., Wiesbaden (VGUeV). In Ergänzung zu den Direktzusagen des UMH Konzerns werden von diesen Versorgungsträgern Altersversorgungsleistungen an berechtigte Mitarbeitende in Deutschland geleistet. Sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeitende leisten hierbei regelmäßig Beiträge, die sich im Regelfall aus der Anwendung eines prozentualen Beitragssatzes auf das monatliche Bruttoeinkommen der aktiven Mitarbeitenden ergeben. Die Tarife der Versorgungsträger sehen sowohl feste Rentenzahlungen mit Überschussbeteiligungen als auch Kapitalzahlungen vor.

Für die Erfüllung dieser zugesagten Leistungen der Versorgungsträger haften die Mitgliedsunternehmen, sowohl bei Anwartschaften der aktiven Belegschaft als auch Anwartschaften von bereits ausgeschiedenen Mitarbeitenden, subsidiär. Eine Haftung der Union Investment Gruppe für Zusagen anderer Mitgliedsunternehmen des jeweiligen Versorgungsträgers erfolgt nicht.

Insgesamt wird aber momentan eine Inanspruchnahme der Subsidiärhaftung als unwahrscheinlich angesehen. Die Vermögenswerte beziehungsweise die auf die gegenwärtigen und ehemaligen Mitarbeitenden bezogenen Pensionsverpflichtungen werden dabei nicht den einzelnen Mitgliedsunternehmen zugeordnet. Dies liegt maßgeblich in der Tatsache begründet, dass die Versorgungsträger ihre Vermögensanlagen weder den Leistungsberechtigten noch den Mitgliedsunternehmen vollständig zuordnen. Informationen zu Unterdeckungen, die die künftigen Beiträge des Konzerns beeinflussen könnten, liegen aktuell nicht vor. Daher klassifiziert die Union Investment Gruppe die aufgeführten Pläne als leistungsorientierte gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber und behandelt diese in der Rechnungslegung als beitragsorientierte Pläne.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und frühere Mitarbeitende zu erbringen (Defined Benefit Plans), wobei zwischen rückstellungs- und extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird.

Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeitende der Union Investment Gruppe sowie deren Hinterbliebene nach IAS 19 gebildet (arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanziert). Je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten an den einzelnen Standorten der Union Investment Gruppe bestehen dabei unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Vergütung der Mitarbeitenden basieren.

Bei den arbeitgeberfinanzierten Pensionszusagen wurden zum 1. November 2007 die Altersrentenverpflichtungen gegenüber den Rentnern und den ausgeschiedenen Anwärtern mit unverfallbaren Ansprüchen sowie eines wesentlichen Teils der aktiven Anwärter über die VGUeV beziehungsweise über die RVP ausfinanziert. Aufgrund der Ausfinanzierung dieser Verpflichtungen über externe Versorgungsträger bestehen keine direkten Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem betroffenen Personenkreis.

Die Bewertung der leistungsorientierten Altersversorgungsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation) der UMH Konzerngesellschaften erfolgt gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (The Projected Unit Credit Method) und basiert auf versicherungsmathematischen Gutachten. Der Berechnung liegen aktuelle Sterbe-, Invaliditäts- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten, erwartete Gehalts-, Anwartschafts- und Rentensteigerungen sowie ein realitätsnaher Rechnungszins zugrunde. Der Rechnungszins orientiert sich an den Zinssätzen, die für langfristige Industrieanleihen von Emittenten bester Bonität gelten, und wurde mit 3,70 Prozent (Vorjahr: 1,10 Prozent) festgelegt. Als Rechnungsgrundlage für die Sterblichkeits- und Invaliditätsannahmen dienen die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck.

Den arbeitgeberfinanzierten Pensionsverpflichtungen stehen die Vermögenswerte der VGUeV und der RVP gegenüber, die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionszusagen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind. Die Vermögenswerte aus der VGUeV und der RVP sind Planvermögen im Sinne des IAS 19 und werden mit den Pensionsverpflichtungen saldiert. Übersteigt das Vermögen die Verpflichtungen aus den Pensionszusagen, wird nach IAS 19 ein Aktivposten ausgewiesen. Soweit das Vermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen passiviert.

Zur Abdeckung von Risiken aus den Pensionsverpflichtungen wurden in einigen Fällen in der Vergangenheit Rückdeckungsversicherungen, welche teilweise an die Arbeitnehmer verpfändet sind, abgeschlossen. Die Beiträge gehen zulasten der Union Investment Gruppe.

Den aus der Entgeltumwandlung resultierenden arbeitnehmerfinanzierten Verpflichtungen stehen Anlagen in Investmentanteilen der Union Investment Gruppe gegenüber. Diese Investmentanteile werden seit September 2013 im Rahmen einer Treuhandstruktur ("Contractual Trust Arrangement", CTA) von der R+V Treuhand GmbH, Wiesbaden, gehalten. Sie stellen Planvermögen im Sinne des IAS 19 dar und werden mit den jeweiligen Pensionsverpflichtungen saldiert.

Aus Erhöhungen oder Verminderungen entweder des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung oder des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens oder der Erstattungsansprüche können versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste entstehen. Ursächlich dafür können etwa Änderungen der Berechnungsparameter, Schätzungsänderungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen und Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Ertrag aus den Planvermögen und den Erstattungsansprüchen sein.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Verpflichtungen, Planvermögen und Erstattungsansprüchen werden gemäß IAS 19.120(c) erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst.

Für Verpflichtungen im Zusammenhang mit Altersteilzeitregelungen werden Rückstellungen angesetzt. Die Investmentanteile zur Sicherung der Ansprüche aus Altersteilzeit werden seit 2015 im Rahmen einer Treuhandstruktur ("Contractual Trust Arrangement", CTA) von der R+V Treuhand GmbH, Wiesbaden, gehalten. Die Rückstellungen für Altersteilzeitregelungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert der Investmentanteile saldiert.

[21] Andere Rückstellungen

Die Anderen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 bilanziert.

Rückstellungen stellen Schulden dar, die bezüglich ihrer Höhe oder Fälligkeit ungewiss sind. Sie werden für gegenwärtige Verpflichtungen angesetzt, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, sofern ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann.

Die Rückstellungen werden in Höhe der bestmöglichen Schätzung mit dem Barwert der zu erwartenden Inanspruchnahme angesetzt und bewertet. Dabei werden die mit dem jeweiligen Sachverhalt verbundenen Risiken und Unsicherheiten sowie künftige Ereignisse berücksichtigt.

Rückstellungen für Finanzielle Garantien im Anwendungsbereich des IFRS 9 werden zum Zugangszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt mit dem höheren Wert einer gemäß IAS 37 zu bildenden Rückstellung oder dem ursprünglichen Betrag.

[22] Leasingverbindlichkeiten

Unter diesem Bilanzposten werden die nach IFRS 16 zu passivierenden Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverhältnissen ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des Barwerts der verbleibenden Leasingzahlungen, abgezinst mit dem im Mietvertrag implizit enthaltenen Zinssatz oder, falls dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmt werden kann, mit dem unternehmensspezifischen Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers. Die Grenzfremdkapitalzinssätze werden unter Berücksichtigung der Laufzeit des Leasingvertrags auf der Basis beobachtbarer Swapkurven (Basiskurve) gleicher Währung, ergänzt um einen Credit Spread, bestimmt.

Beim Erstzugang werden über die Grundmietzeit hinausgehende, vertraglich eingeräumte Verlängerungsoptionen berücksichtigt, soweit im Zugangszeitpunkt die Inanspruchnahme der Verlängerungsoption wahrscheinlich ist. Verlängerungsoptionen mit Verlängerungsmieten, die gleich oder höher als die Mieten während der Grundmietzeit des Leasingverhältnisses sind, werden als nicht hinreichend sicher für eine Ausübung der Verlängerungsoptionen betrachtet. Diese Annahme kann im Einzelfall widerlegt werden, wenn die wirtschaftlichen Konsequenzen für den Leasingnehmer bei Nichtausübung der Verlängerungsoption unter Berücksichtigung vertraglicher, vermögenswert- und unternehmensspezifischer sowie marktbasierter Faktoren signifikant wären. Ob die Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen wahrscheinlich ist, wird zum Zeitpunkt des Erstzugangs sowie für Zwecke der Folgebewertung in regelmäßigen Abständen mit den zuständigen Fachabteilungen auf einzelvertraglicher Basis überprüft.

Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten werden im Zinsüberschuss (Textziffer [26]) ausgewiesen.

[23] Erträge

Zinsen und Dividenden

Zinsen werden abgegrenzt und periodengerecht erfasst. Soweit für die Abgrenzung von Zinserträgen die Effektivzinsmethode angewandt wird, werden diese unter den nach der Effektivzinsmethode berechneten Zinserträgen ausgewiesen.

Die zur Berechnung des Effektivzinses herangezogenen Cashflows berücksichtigen vertragliche Vereinbarungen im Zusammenhang mit den jeweiligen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten.

Dividendeneinkünfte aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen und Beteiligungen sowie Ausschüttungen auf Investmentanteile werden zum Zeitpunkt der Entstehung des Rechtsanspruchs auf die Zahlung vereinnahmt.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Im UMH Konzern werden Verträge abgeschlossen, die die Erbringung mehrfacher Dienstleistungen beinhalten können. Die Erlöse daraus werden getrennt gebucht, soweit eine Dienstleistung als eigenständig abgrenzbare Leistungsverpflichtung einzustufen ist.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden berücksichtigt, wenn die zugrunde liegende Dienstleistung erbracht wurde, es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der ökonomische Nutzen zufließen wird, und der Ertrag zuverlässig bestimmt werden kann. Erträge werden somit entweder über den Zeitraum vereinnahmt, über den die zugrunde liegende Leistung erbracht wird, oder direkt nach der Leistungserbringung erfolgswirksam erfasst.

Im Wesentlichen handelt es sich im UMH Konzern bei den Erlösen aus Verträgen mit Kunden um Provisionserträge.

Zu den Provisionen, die über den Zeitraum der Leistungserbringung verdient werden, gehören insbesondere die Entgelte für die Verwaltung von Investmentvermögen beziehungsweise für die Vermögensverwaltung in anderen Formaten sowie für die Verwahrung von Wertpapieren ("Union-Depots").

Der UMH Konzern erhält aus manchen Vertragsverhältnissen erfolgsabhängige Verwaltungsvergütungen. Diese sind vom Übertreffen vereinbarter absoluter oder relativer Outperformance-Kriterien abhängig, die sich von Produkt zu Produkt unterscheiden und monatliche, quartalsweise, jährliche oder längere Bemessungszeiträume beinhalten können. Bei den erfolgsabhängigen Verwaltungsvergütungen erfolgt die Ertragsvereinnahmung, wenn die Höhe dieser Provision zuverlässig geschätzt werden kann und es hochwahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit nicht mehr besteht. Wegen der nicht auszuschließenden Rückschlagrisiken an den Kapitalmärkten werden diese Provisionen deshalb regelmäßig vereinnahmt, wenn die vereinbarten Outperformance-Kriterien in Bezug auf die definierte Benchmark und den Bemessungszeitraum erfüllt wurden, da erst zu diesem Zeitpunkt kein signifikantes Stornierungsrisiko mehr besteht.

Bei manchen Verträgen mit Kunden haben die Kapitalverwaltungsgesellschaften des UMH Konzerns die Option, Dritte in die Erbringung von Leistungen an die Kunden einzubinden. Der UMH Konzern wird in diesen Fällen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, grundsätzlich als Auftraggeber ("Prinzipal") dieser Vereinbarungen angesehen, weil er die Verfügungsgewalt über die den Kunden zugesagten Leistungen innehat.

Die praktischen Behelfe, Verzicht auf Anpassung der Gegenleistung um Auswirkungen aus einer Finanzierungskomponente (IFRS 15.63), Erfassung von Vertragsanbahnungskosten als Aufwand (IFRS 15.94) und Verzicht auf Angaben zu Leistungsverpflichtungen (IFRS 15.121), werden angewendet.

[24] Ertragsteuern

Laufende und latente Ertragsteueransprüche werden im Posten Ertragsteueransprüche, laufende und latente Ertragsteuerverpflichtungen im Posten Ertragsteuerverpflichtungen ausgewiesen.

Laufende Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen wurden mit den aktuellen Steuersätzen berechnet. Für die deutschen Gesellschaften beträgt der Körperschaftsteuersatz 15,0 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent) und der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent) der Körperschaftsteuer. Der für die inländischen Gesellschaften angewendete lokale Gewerbesteuersatz beträgt zwischen 15,4 Prozent und 16,45 Prozent (Vorjahr: 15,4 Prozent bis 16,45 Prozent). Latente Steueransprüche und -verpflichtungen entstehen aus der unterschiedlichen Bewertung eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer Verpflichtung nach IFRS und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz. Hieraus resultieren in der Zukunft voraussichtliche Ertragsteuerbelastungs- oder -entlastungseffekte (temporäre Unterschiede). Sie wurden mit den landesspezifischen Ertragsteuersätzen des jeweiligen Sitzlandes bewertet, deren Gültigkeit für die entsprechende Periode ihrer Realisierung zu erwarten ist. Aktive latente Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden nur bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass in der Zukunft zu versteuernde Gewinne in der gleichen Steuereinheit anfallen. Tatsächliche Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden unsaldiert ausgewiesen. Eine Abzinsung erfolgt nicht.

Die Bilanzierung der latenten Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen erfolgt in Abhängigkeit von der Behandlung des zugrunde liegenden Sachverhalts erfolgswirksam (Ertragsteuern) oder erfolgsneutral (Eigenkapital). In der Bilanz werden latente Ertragsteueransprüche beziehungsweise -verpflichtungen saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Sonstige, nicht ertragsabhängige Steuern werden im Sonstigen betrieblichen Ergebnis (Textziffer [33]) ausgewiesen.

Es gab keine Änderungen von Steuersätzen oder Steuervorschriften nach dem Bilanzstichtag, die wesentliche Auswirkungen auf die Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen im UMH Konzern haben.

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in späteren Jahren oder niemals steuerpflichtig beziehungsweise steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden beziehungsweise bis zum Bilanzstichtag verabschiedeten Steuersätze berechnet.

Der UMH Konzern ist in verschiedenen Ländern zur Entrichtung von Ertragsteuern nach jeweils unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen verpflichtet. Die weltweite Steuerrückstellung wird auf Basis einer nach den lokalen Bestimmungen vorgenommenen Gewinnermittlung und den anwendbaren lokalen Steuersätzen gebildet. Es gibt aber gleichwohl Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Die Höhe der Rückstellungen für diese Sachverhalte basiert auf Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Ertragsteuern fällig werden. Etwaige Risiken aus einer abweichenden steuerlichen Behandlung werden in angemessener Höhe zurückgestellt. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die tatsächlichen und latenten Steuern haben.

Daneben sind Schätzungen vorzunehmen, um bestimmen zu können, ob eine Wertberichtigung bei den aktiven latenten Steuern notwendig ist. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der Bewertungsunterschiede und der Nutzbarkeit der Verlustvorträge, die zum Ansatz von aktiven latenten Steuern geführt haben. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Zeiträume, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Es bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung komplexer Steuervorschriften und der Höhe und des Zeitpunkts künftiger zu versteuernder Einkünfte. Insbesondere vor dem Hintergrund der internationalen Verflechtungen können Unterschiede zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und Annahmen oder künftigen Änderungen dieser Annahmen Änderungen des Steuerergebnisses in künftigen Perioden zur Folge haben.

[25] Eventualschulden

Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch zukünftige Ereignisse noch bestätigt wird, die nicht unter der Kontrolle des UMH Konzerns stehen. Darüber hinaus stellen gegenwärtige Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, jedoch aufgrund eines unwahrscheinlichen Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen nicht erfasst werden oder deren Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann, Eventualschulden dar.

Die Angabe der Höhe der Eventualschulden erfolgt im Anhang, es sei denn, die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist äußerst gering.

Eventualschulden werden mit der bestmöglichen Schätzung der möglichen künftigen Inanspruchnahme bewertet.

Eventualschulden für Prozessrisiken werden ausgewiesen, wenn die Ansatzvoraussetzungen zur Bildung einer Rückstellung nicht vorliegen, jedoch die Möglichkeit, dass sich aus dem jeweiligen Rechtsstreit eine Zahlungspflicht für ein Unternehmen des UMH Konzerns ergibt, nicht unwahrscheinlich ist. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten werden nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

[26] Zinsüberschuss

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zinserträge und laufende Erträge 9.934 12.701 -2.767
aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 5.120 11 5.109
aus Negativen Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte -3.473 -3.174 -299
aus Investmentanteilen 5.497 9.240 -3.743
aus sonstigen Forderungen 38 T1 11
aus Beteiligungen 5 6 -1
aus Anteilen an Tochterunternehmen 2.745 6.551 -3.806
aus Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen 2 40 -38
Zinsaufwendungen -1.025 -1.347 322
für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden -64 -50 -14
für die Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten -2.671 -1.391 -1.280
für Sonstige Verbindlichkeiten 1.637 83 1.554
für Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 74 12 62
für die Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Mietsoftware -1 -1 -
Gesamt 8.909 11.354 -2.445

Die nach der Effektivzinsmethode vereinnahmten Zinserträge belaufen sich auf 2.667 TEuro (Vorjahr: 11 TEuro).

[27] Risikovorsorge

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Risikovorsorge für Forderungen an Kreditinstitute - - -
Zuführung - - -
Auflösung - - -
Ergebnis aus Modifikation - - -
Direkte Wertberichtigung - - -
Eingänge auf direkt wertberichtigte Forderungen - - -
Risikovorsorge für Forderungen an Kunden -52 -57 5
Zuführung - - -
Auflösung - - -
Ergebnis aus Modifikation - - -
Direkte Wertberichtigung -64 -66 2
Eingänge auf direkt wertberichtigte Forderungen 12 9 3
Risikovorsorge für sonstige Forderungen - - -
Zuführung - - -
Auflösung - - -
Ergebnis aus Modifikation - - -
Direkte Wertberichtigung - - -
Eingänge auf direkt wertberichtigte Forderungen - - -
Gesamt -52 -57 5

Auf Verträge mit Kunden im Sinne des IFRS 15 entfällt ein Wertminderungsaufwand in Höhe von -64 TEuro (Vorjahr: -66 TEuro).

[28] Provisionsüberschuss

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Provisionserträge 3.493.433 3.790.302 -296.869
aus Absatzprovisionen 402.122 453.357 -51.235
aus Verwaltungsvergütungen 2.895.380 3.150.080 -254.700
aus Wertpapierverwahrung 44.823 42.645 2.178
Sonstige 151.108 144.220 6.888
Provisionsaufwendungen -1.457.417 -1.497.709 40.292
für volumenabhängige Provisionen -992.112 -940.917 -51.195
für umsatzabhängige Provisionen -370.037 -411.680 41.643
für Wertpapierverwahrung -5.682 -5.592 -90
Sonstige -89.586 -139.520 49.934
Gesamt 2.036.016 2.292.593 -256.577

Die Provisionserträge resultieren aus Verträgen mit Kunden einschließlich Investmentvermögen.

Die beim Absatz von Investmentanteilen mit Ausgabeaufschlag erzielten, vom Transaktionsvolumen abhängigen Absatzprovisionen dienen unter anderem der Abdeckung von Vertriebs- und Marketingaufwendungen. Die Höhe des Ausgabeaufschlags bemisst sich jeweils nach einem in den Anlagebedingungen festgesetzten prozentualen Zuschlag auf den Nettoinventarwert der ausgegebenen Anteilscheine. Die Ausgabeaufschläge werden zum Absatzzeitpunkt vereinnahmt.

Mit den Verwaltungsvergütungen wird die Verwaltung von Publikums- und Spezialfonds sowie individuellen Portfolios oder Portfolios im Rahmen institutioneller Advisory-Verträge vergütet. Verwaltungsvergütungen unterscheiden sich je nach den verwalteten Assetklassen und enthalten zum Teil erfolgsabhängige Anteile. Im Falle von erfolgsabhängigen Verwaltungsvergütungen erfolgt die Ertragsvereinnahmung, wenn die vereinbarten Outperformance-Kriterien in Bezug auf eine definierte Benchmark und den vereinbarten Bemessungszeitraum erfüllt wurden, da erst zu diesem Zeitpunkt kein signifikantes Stornierungsrisiko mehr besteht. Zum Teil werden zur Abdeckung vertraglich definierter Kosten Pauschalvergütungen erhoben. Die als Prozentsatz der Assets under Management vertraglich vereinbarten laufenden Verwaltungsvergütungen und Pauschalvergütungen werden zeitraumbezogen vereinnahmt, die Abrechnung erfolgt in der Regel monatlich.

Unter den Verwaltungsvergütungen werden auch die bei der Verwaltung von Immobilien-Investmentvermögen oder bei anderen alternativen Investmentvehikeln vereinbarten Investitionsvergütungen ausgewiesen. Diese werden jeweils zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Lasten beziehungsweise im Falle von Projektenwicklungen zum Zeitpunkt der gemäß Baufortschritt in die Investmentvermögen abgerechneten Zahlungen vereinnahmt.

Die in obiger Tabelle ausgewiesenen Verwaltungsvergütungen beinhalten Provisionserträge, die die Kapitalverwaltungsgesellschaften des UMH Konzerns für die Durchführung von Wertpapierleihegeschäften für Rechnung der Kunden erhalten. Die hieraus entstehenden Erträge werden zeitraumbezogen über den Zeitraum der Leistungserbringung vereinnahmt. Die Provisionserträge aus Wertpapierleihegeschäften werden zwischen den Kapitalverwaltungsgesellschaften des Konzerns und den Investmentvermögen beziehungsweise den für Kunden in anderen Formaten verwalteten Vermögensmassen verteilt, aus denen die Wertpapiere verliehen werden.

Die Erträge aus der Wertpapierverwahrung entfallen im Wesentlichen auf die zeitraumbezogene Vereinnahmung der Depotgebühren für die bei der Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main, geführten Union-Depots. Diese Depotgebühren werden monatlich als Forderung abgegrenzt und in der Regel im Dezember eingezogen. Daneben sind darin Gebühren für sonstige im Rahmen der Depotführung erbrachten Dienstleistungen enthalten, die zum Zeitpunkt der Leistungserbringung vereinnahmt werden.

Die sonstigen Provisionserträge beinhalten Erträge aus der Vermittlung von Investmentvermögen konzernfremder Kapitalverwaltungsgesellschaften.

[29] Ergebnis aus Finanzanlagen

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Ergebnis aus der Veräußerung von Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren inklusive Sonstigen Anteilsbesitzes -62.331 1.732 -64.063
Ergebnis aus der Veräußerung von Investmentanteilen -62.331 1.732 -64.063
Ergebnis aus der Veräußerung von sonstigem Anteilsbesitz - 0 0
Ergebnis aus der Veräußerung sowie der Wertänderung von Anteilen an assoziierten Unternehmen 2.474 1.514 960
Realisiertes Ergebnis aus der Veräußerung von Anteilen an assoziierten Unternehmen 2.474 - 2.474
Wertaufholungen von Anteilen an assoziierten Unternehmen - 1.514 -1.514
Gesamt -59.857 3.246 -63.103

[30] Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Ergebnis aus ohne Handelsabsicht abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumenten -127.240 35.298 -162.538
Bewertungsergebnis aus ohne Handelsabsicht abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumenten -121.658 39.368 -161.026
Realisiertes Ergebnis aus ohne Handelsabsicht abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumenten -5.582 -4.070 -1.512
Bewertungsergebnis aus verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierten finanziellen Vermögenswerten -27.722 4.480 -32.202
Bewertungsergebnis aus verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizu legenden Zeitwert kategorisierten Forderungen an Kunden -66 - -66
Bewertungsergebnis aus verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizu legenden Zeitwert kategorisierten Investmentanteilen -27.656 4.480 -32.136
Gesamt -154.962 39.778 -194.740

[31] Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Joint Ventures 2.879 5.176 -2.297
Assoziierte Unternehmen 279 1.064 -785
Gesamt 3.158 6.240 -3.082

[32] Verwaltungsaufwendungen

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Personalaufwendungen -566.591 -556.141 -10.450
Löhne und Gehälter -493.706 -487.310 -6.396
Soziale Abgaben -55.080 -51.670 -3.410
Aufwendungen für Altersversorgung -17.805 -17.161 -644
Sachaufwendungen -535.855 -470.332 -65.523
IT-Aufwendungen -150.089 -125.634 -24.455
Beratung -118.722 -101.977 -16.745
Öffentlichkeitsarbeit/Marketing -75.134 -70.262 -4.872
Bürobetrieb -49.170 -41.239 -7.931
Informationsbeschaffung -34.555 -28.954 -5.601
Grundstücks- und Raumkosten -23.049 -19.748 -3.301
Übrige -85.136 -82.518 -2.618
Abschreibungen -91.059 -91.952 893
Sachanlagen -8.074 -8.179 105
Immaterielle Vermögenswerte -37.174 -40.890 3.716
Nutzungsrechte -45.811 -42.883 -2.928
Gesamt -1.193.505 -1.118.425 -75.080

[33] Sonstiges betriebliches Ergebnis

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Sonstige betriebliche Erträge 68.475 38.786 29.689
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 26.818 4.538 22.280
Erträge aus der Auflösung von abgegrenzten Schulden 15.025 8.569 6.456
Erträge aus der Erstattung Sonstiger Steuern 4.504 5.261 -757
Erträge aus Währungsumrechnungsdifferenzen 1.166 365 801
Mieterträge 681 237 444
Sonstige Erträge aus dem Leasinggeschäft 115 42 73
Wertaufholungen von Immateriellen Vermögenswerten - 1.183 -1.183
Übrige Sonstige betriebliche Erträge 20.166 18.591 1.575
Sonstige betriebliche Aufwendungen -14.590 -38.765 24.175
Abschreibungen auf Erworbene Kundenbeziehungen -3.678 -3.693 15
Aufwendungen für Sonstige Steuern -1.841 -1.959 118
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -1.548 -406 -1.142
Aufwendungen aus Währungsumrechnungsdifferenzen -1.064 -440 -624
Wertberichtigungen von Immateriellen Vermögenswerten -222 -393 171
Aufwendungen aus der Entkonsolidierung -54 - -54
Sonstige Aufwendungen aus dem Leasinggeschäft -26 -2 -24
Übrige Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.157 -31.872 25.715
Gesamt 53.885 21 53.864

Bezüglich der Erläuterung der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen verweisen wir auf die Entwicklung der Anderen Rückstellungen (Textziffer [52]).

In den Übrigen Sonstigen betrieblichen Erträgen sind in Höhe von 3.823 TEuro Erträge im Zusammenhang mit EDV-Dienstleistungen (Vorjahr: 3.258 TEuro) und 2.374 TEuro Erträge aus der Erstattung von geldwerten Vorteilen (Vorjahr: 2.292 TEuro) enthalten. Darüber hinaus gab es im Vorjahr einen einmaligen Ertrag aus Vertragsstrafen im Zusammenhang mit Nutzungsrechten in Höhe von 3.147 TEuro.

[34] Ertragsteuern

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Laufender Steueraufwand -278.667 -369.130 90.463
Latente Steuern 75.411 -4.862 80.273
Gesamt -203.256 -373.992 170.736

Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen dem Konzernergebnis vor Steuern und den Ertragsteuern im Geschäftsjahr:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Konzernergebnis vor Steuern 693.592 1.234.750 -541.158
x Ertragsteuersatz 31,260% 31,260% -
= erwarteter Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 216.817 385.983 -169.166
Steuerminderung wegen steuerfreier Erträge -4.239 -14.053 9.814
Mehrsteuern wegen nicht abzugsfähiger Aufwendungen 4.792 4.030 762
Abweichende Gewerbesteuer 4.815 8.232 -3.417
Steuersatzdifferenzen auf Ergebnisbestandteile, die in anderen Ländern der Besteuerung unterliegen -13.015 -11.116 -1.899
Effekte aus Steuersatzänderungen und neuen Steuern -40 - -40
Laufende Steueraufwendungen/-erträge, die frühere Perioden betreffen -780 -561 -219
Latente Steueraufwendungen/-erträge, die frühere Perioden betreffen - 2 -2
Sonstiges -5.094 1.475 -6.569
Steueraufwand nach IFRS 203.256 373.992 -170.736

Der latente Steuerertrag, der auf das Entstehen beziehungsweise die Umkehrung temporärer Unterschiede zurückzuführen ist, die weder aus Verlustvorträgen noch aus Steuersatzdifferenzen resultieren, beläuft sich auf 74.853 TEuro (Vorjahr: -4.862 TEuro).

Der latente Steueraufwand (Steuerertrag), der auf Steuersatzänderungen oder auf der Einführung neuer Steuerarten beruht, ist der Überleitungsrechnung zu entnehmen.

Angaben zur Gesamtergebnisrechnung

[35] Umgliederungen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr erfolgten keine Umgliederungen aus dem Erfolgsneutralen Konzernergebnis in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

[36] Erfolgsneutrale Ertragsteuern

Auf die Bestandteile des Erfolgsneutralen Konzernergebnisses entfallen die folgenden Ertragsteuern:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Bestandteile, die in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (vor Steuern) 3.434 4.017 -583
Erfolgsneutrale Ertragsteuern - - -
Bestandteile, die in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (nach Steuern) 3.434 4.017 -583
Anteiliges Erfolgsneutrales Ergebnis von nach der Equity-Methode bewerteten Joint Ventures und assoziierten Unternehmen (vor Steuern) 3.434 4.017 -583
Erfolgsneutrale Ertragsteuern - - -
Anteiliges Erfolgsneutrales Ergebnis von nach der Equity-Methode bewerteten Joint Ventures und assoziierten Unternehmen (nach Steuern) 3.434 4.017 -583
Bestandteile, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (vor Steuern) 47.773 27.146 20.627
Erfolgsneutrale Ertragsteuern -20.271 -5.512 -14.759
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Bestandteile, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (nach Steuern) 27.502 21.634 5.868
Gewinne und Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, für die die Fair Value OCI-Option ausgeübt wurde (vor Steuern) -16.801 10.348 -27.149
Erfolgsneutrale Ertragsteuern 250 -170 420
Gewinne und Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, für die die Fair Value OCI-Option ausgeübt wurde (nach Steuern) -16.551 10.178 -26.729
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen (vor Steuern) 64.574 16.798 47.776
Erfolgsneutrale Ertragsteuern -20.521 -5.343 -15.178
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen (nach Steuern) 44.053 11.455 32.598
Erfolgsneutrales Konzernergebnis (vor Steuern) 51.207 31.163 20.044
Erfolgsneutrale Ertragsteuern -20.271 -5.512 -14.759
Erfolgsneutrales Konzernergebnis (nach Steuern) 30.936 25.651 5.285

Angaben zur Konzernbilanz

[37] Barreserve

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Kassenbestand 47 37 10
Gesamt 47 37 10

[38] Forderungen an Kreditinstitute

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an inländische Kreditinstitute 1.386.583 849.000 537.583
Davon täglich fällig 1.040.895 839.753 201.142
Forderungen an ausländische Kreditinstitute 515.477 402.097 113.380
Davon täglich fällig 511.236 398.856 112.380
Gesamt 1.902.060 1.251.097 650.963

Der Buchwert stellt das maximale Ausfallrisiko der Forderungen dar.

[39] Forderungen an Kunden

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an inländische Kunden 49.075 45.431 3.644
Forderungen an ausländische Kunden 45.501 53.369 -7.868
Gesamt 94.576 98.800 -4.224

Bei allen Forderungen stellt der Buchwert das maximale Ausfallrisiko dar. Es bestehen keine gesicherten Forderungen (Vorjahr: keine).

Es bestehen keine Forderungen aus Arbeitgeberdarlehen an Angestellte (Vorjahr: keine).

Die Forderungen an Kunden beinhalten in Höhe von 4.742 TEuro (Vorjahr: 4.264 TEuro) Forderungen aus abgegrenzten Depotgebühren für Anlagekonten nach dem Vermögensbildungsgesetz.

[40] Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Aus sonstigen Geschäften 1.184 1.184 -
Gesamt 1.184 1.184 -

Die Positiven Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten enthalten Optionen, welche die UMH AG berechtigt, zukünftig Anteile an einem Unternehmen zu erwerben.

[41] Finanzanlagen

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.447.547 2.035.827 -588.280
Aktien 10 27 -17
Investmentanteile 1.437.222 2.026.220 -588.998
Sonstiger Anteilsbesitz 10.315 9.580 735
Anteile an Tochterunternehmen 27.442 44.777 -17.335
Anteile an assoziierten Unternehmen 3 3 -
Gesamt 1.474.992 2.080.607 -605.615

Entwicklung der Finanzanlagen

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
TEUR
Anteile an Tochterunternehmen
TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen
TEUR
Gesamt
TEUR
Buchwert zum 01.01.2021 1.686.246 56.804 - 1.743.050
Anschaffungskosten zum 01.01.2021 1.677.573 40.635 - 1.718.208
Zugänge 1.098.093 109 3 1.098.205
Umbuchungen 35.000 - - 35.000
Abgänge -788.449 -21.788 - -810.237
Anschaffungskosten zum 31.12.2021 2.022.217 18.956 3 2.041.176
Kumulierte Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung zum 01.01.2021 8.673 16.169 - 24.842
Erfolgsneutrale Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung in der Berichtsperiode 711 9.637 - 10.348
Erfolgswirksame Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung in der Berichtsperiode 6.274 - - 6.274
Umbuchungen Fair Value-Bewertung 4.218 - - 4.218
Abgänge Fair Value-Bewertung -6.266 15 - -6.251
Kumulierte Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung zum 31.12.2021 13.610 25.821 - 39.431
Buchwert zum 31.12.2021 2.035.827 44.777 3 2.080.607
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
TEUR
Anteile an Tochterunternehmen
TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen
TEUR
Gesamt
TEUR
Anschaffungskosten zum 01.01.2022 2.022.217 18.956 3 2.041.176
Zugänge 1.053.917 26 - 1.053.943
Umbuchungen -20.001 - - -20.001
Abgänge -1.572.990 -1.070 - -1.574.060
Veränderung des Konsolidierungskreises - Abgänge -3 - - -3
Anschaffungskosten zum 31.12.2022 1.483.140 17.912 3 1.501.055
Kumulierte Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung zum 01.01.2022 13.610 25.821 - 39.431
Erfolgsneutrale Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung in der Berichtsperiode -441 -16.360 - -16.801
Erfolgswirksame Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung in der Berichtsperiode -29.230 - - -29.230
Umbuchungen Fair Value-Bewertung 1.484 - - 1.484
Abgänge Fair Value-Bewertung -21.016 69 - -20.947
Veränderung des Konsolidierungskreises - Abgänge 0 - - 0
Kumulierte Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung zum 31.12.2022 -35.593 9.530 - -26.063
Buchwert zum 31.12.2022 1.447.547 27.442 3 1.474.992

[42] Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anteile an Joint Ventures 58.316 57.692 624
Anteile an assoziierten Unternehmen - 9.885 -9.885
Gesamt 58.316 67.577 -9.261

Für die nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen liegen weder aktive Märkte vor, noch ist eine verlässliche Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte unter Verwendung einer Bewertungstechnik, die nicht auf Marktdaten basiert, möglich. Anderweitige Märkte existieren nicht. Die Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen sind dazu bestimmt, dem Geschäftsbetrieb des UMH Konzerns dauerhaft zu dienen.

Entwicklung der Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen

Anteile an Joint Ventures
TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen
TEUR
Gesamt
TEUR
Buchwert zum 01.01.2021 54.008 7.735 61.743
Veränderungen aus der Equity-Bewertung 3.684 635 4.319
Davon erfolgsneutrale Veränderungen -1.492 -429 -1.921
Davon erfolgswirksame Veränderungen 5.176 1.064 6.240
Wertaufholungen - 1.515 1.515
Buchwert zum 31.12.2021 57.692 9.885 67.577
Veränderungen aus der Equity-Bewertung 624 279 903
Davon erfolgsneutrale Veränderungen -2.255 - -2.255
Davon erfolgswirksame Veränderungen 2.879 279 3.158
Abgänge - -10.164 -10.164
Buchwert zum 31.12.2022 58.316 - 58.316

Die erfolgsneutral erfassten Veränderungen aus der Equity-Bewertung der Anteile an Jointventures sind in Höhe von 3.434 TEuro (Vorjahr: 4.017 TEuro) auf die Währungsumrechnung und in Höhe von -5.689 TEuro (Vorjahr: -5.509 TEuro) auf Ausschüttungen zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr wurden die Anteile an der R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft, Wiesbaden, und an der compertis Beratungsgesellschaft für betriebliches Vorsorgemanagement mbH, Wiesbaden, veräußert und entkonsolidiert. Hieraus entstand ein Ertrag in Höhe von 2.474 TEuro, der im Ergebnis aus Finanzanlagen (Textziffer [29]) ausgewiesen wird.

[43] Sachanlagen

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Grundstücke und Gebäude 33.843 35.910 -2.067
Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.016 14.551 1.465
Gesamt 49.859 50.461 -602

Entwicklung der Sachanlagen

Grundstücke und Gebäude
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
Buchwert zum 01.01.2021 24.621 12.087 36.708
Anschaffungskosten zum 01.01.2021 32.325 26.780 59.105
Zugänge 13.829 8.154 21.983
Umbuchungen - -92 -92
Abgänge -2.706 -9.353 -12.059
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - 187 187
Anschaffungskosten zum 31.12.2021 43.448 25.676 69.124
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 01.01.2021 -7.704 -14.693 -22.397
Zugänge - Abschreibungen -2.541 -5.638 -8.179
Umbuchungen - Abschreibungen - 37 37
Abgänge - Abschreibungen 2.707 9.280 11.987
Abgänge - Wertberichtigungen - 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - -111 -111
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 31.12.2021 -7.538 -11.125 -18.663
Buchwert zum 31.12.2021 35.910 14.551 50.461
Grundstücke und Gebäude
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
Anschaffungskosten zum 01.01.2022 43.448 25.676 69.124
Zugänge 1.197 6.771 7.968
Umbuchungen -1 -38 -39
Abgänge -512 -3.978 -4.490
Anschaffungskosten zum 31.12.2022 44.132 28.431 72.563
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 01.01.2022 -7.538 -11.125 -18.663
Zugänge - Abschreibungen -3.264 -4.810 -8.074
Umbuchungen - Abschreibungen 1 11 12
Abgänge - Abschreibungen 512 3.509 4.021
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 31.12.2022 -10.289 -12.415 -22.704
Buchwert zum 31.12.2022 33.843 16.016 49.859

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt bei Betriebs- und Geschäftsausstattungen ein bis 23 Jahre.

Die Position Grundstücke und Gebäude beinhaltet ausschließlich Einbauten in fremde Gebäude. Deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer orientiert sich an der jeweiligen Mietdauer.

[44] Immaterielle Vermögenswerte

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Geschäfts- oder Firmenwerte 115.629 115.629 -
Erworbene Software 108.569 112.145 -3.576
Selbsterstellte Software 7.607 4.605 3.002
Erworbene Kundenbeziehungen 59.520 63.198 -3.678
Übrige Immaterielle Vermögenswerte 24.084 26.941 -2.857
Gesamt 315.409 322.518 -7.109

Die Übrigen Immateriellen Vermögenswerte enthalten in Höhe von 21.984 TEuro (Vorjahr: 24.732 TEuro) Rechte für den Vertrieb in Österreich.

Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts (Textziffer [71]) und einer in den Übrigen Immateriellen Vermögenswerten enthaltenen Marke in Höhe von 2.059 TEuro (Vorjahr: 2.059 TEuro) verfügen sämtliche Immateriellen Vermögenswerte über eine begrenzte Nutzungsdauer.

Entwicklung der Immateriellen Vermögenswerte

Geschäfts- oder Firmenwerte
TEUR
Erworbene Software
TEUR
Selbsterstellte Software
TEUR
Erworbene Kundenbeziehungen
TEUR
Übrige Immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Gesamt
TEUR
Buchwert zum 01.01.2021 98.778 112.333 1.954 65.165 28.724 306.954
Anschaffungskosten zum 01.01.2021 98.778 406.076 1.987 68.056 45.181 620.078
Zugänge - 37.744 3.261 - - 41.005
Umbuchungen - -1 - - - -1
Abgänge - -40.196 - - - -40.196
Veränderung des Konsolidierungskreises - Zugänge 16.851 3 - 1.726 - 18.580
Anschaffungskosten zum 31.12.2021 115.629 403.626 5.248 69.782 45.181 639.466
Wertaufholungen zum 01.01.2021 - - - - 975 975
Zugänge - - - - 1.183 1.183
Wertaufholungen zum 31.12.2021 - - - - 2.158 2.158
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 01.01.2021 - -293.743 -33 -2.891 -17.432 -314.099
Zugänge - Abschreibungen - -37.313 -610 -3.693 -2.966 -44.582
Zugänge - Wertberichtigungen - -393 - - - -393
Umbuchungen - Abschreibungen - 1 - - - 1
Abgänge - Abschreibungen - 39.970 - - - 39.970
Veränderung des Konsolidierungskreises - Zugänge - -3 - - - -3
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 31.12.2021 - -291.481 -643 -6.584 -20.398 -319.106
Buchwert zum 31.12.2021 115.629 112.145 4.605 63.198 26.941 322.518
Anschaffungskosten zum 01.01.2022 115.629 403.626 5.248 69.782 45.181 639.466
Zugänge - 32.278 4.011 - - 36.289
Abgänge - -9.721 - - -8 -9.729
Anschaffungskosten zum 31.12.2022 115.629 426.183 9.259 69.782 45.173 666.026
Wertaufholungen zum 01.01.2022 - - - - 2.158 2.158
Wertaufholungen zum 31.12.2022 - - - - 2.158 2.158
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 01.01.2022 - -291.481 -643 -6.584 -20.398 -319.106
Zugänge - Abschreibungen - -33.402 -1.009 -3.678 -2.763 -40.852
Zugänge - Wertberichtigungen - -136 - - -86 -222
Abgänge - Abschreibungen - 7.405 - - - 7.405
Abschreibungen und Wertberichtigungen zum 31.12.2022 - -317.614 -1.652 -10.262 -23.247 -352.775
Buchwert zum 31.12.2022 115.629 108.569 7.607 59.520 24.084 315.409

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Erworbene Software beträgt überwiegend vier beziehungsweise fünf Jahre, für Erworbene Kundenbeziehungen zwölf beziehungsweise 20 Jahre und für Übrige Immaterielle Vermögenswerte 15 Jahre. Die Nutzungsdauer für Selbsterstellte Software beträgt fünf Jahre. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear.

[45] Ertragsteueransprüche

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Laufende Ertragsteueransprüche 17.809 4.739 13.070
Inland 17.288 4.619 12.669
Ausland 521 120 401
Latente Ertragsteueransprüche 141.482 90.956 50.526
Aktive Steuerabgrenzungen (erfolgswirksam) 299.355 207.208 92.147
Aktive Steuerabgrenzungen (erfolgsneutral) 30.992 61.878 -30.886
Saldierung -188.865 -178.130 -10.735
Gesamt 159.291 95.695 63.596

Die aktiven latenten Steuern, die erwartungsgemäß erst nach Ablauf von zwölf Monaten realisiert werden, betragen 138.646 TEuro (bezogen auf den Nettowert, Vorjahr: 87.220 TEuro).

Aktive latente Steuern bilden die potenziellen Ertragsteuerentlastungen aus zeitlich begrenzten Unterschieden zwischen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz nach IFRS und den Steuerbilanzwerten nach lokalen steuerrechtlichen Vorschriften der Konzernunternehmen ab.

Für Verlustvorträge in Höhe von 4.473 TEuro (Vorjahr: 728 TEuro) werden latente Steuern angesetzt, da die Realisierung aus heutiger Sicht als sicher angesehen werden kann.

Die latenten Ertragsteueransprüche wurden im Zusammenhang mit folgenden Bilanzposten gebildet:

Aktiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verlustvorträge 700 182 518
Investmentanteile 9.409 2.273 7.136
Anteile an Tochterunternehmen und Beteiligungen 125 125 -
Sachanlagen 119 119 -
Immaterielle Vermögenswerte 0 0 -
Sonstige Aktiva 729 1.003 -274

Passiva

Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 79.485 41.378 38.107
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 104.173 111.863 -7.690
Andere Rückstellungen 450 603 -153
Sonstige Passiva 7.995 9.222 -1.227
Leasingverbindlichkeiten 127.162 102.318 24.844
Gesamt 330.347 269.086 61.261

[46] Sonstige Aktiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Sonstige finanzielle Forderungen 204.232 231.729 -27.497
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 201.837 230.213 -28.376
Davon gegenüber Sondervermögen 200.681 229.044 -28.363
Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen 2 - 2
Übrige Sonstige Forderungen 2.393 1.516 877
Sonstige Steueransprüche 18.962 28.384 -9.422
Übrige Sonstige Aktiva 22.638 15.615 7.023
Davon aktivierte Überdeckung aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 5.399 - 5.399
Davon als Vermögenswerte erfasste Erstattungsansprüche gemäß IAS 19.116 16.029 14.913 1.116
Rechnungsabgrenzungsposten 19.673 17.467 2.206
Gesamt 265.505 293.195 -27.690

Der Buchwert der Sonstigen finanziellen Forderungen stellt das maximale Ausfallrisiko der Forderungen dar.

[47] Nutzungsrechte

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude 396.836 323.537 73.299
Nutzungsrechte für Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.152 4.228 -76
Gesamt 400.988 327.765 73.223

Entwicklung der Nutzungsrechte

Grundstücke und Gebäude
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
Buchwert zum 01.01.2021 295.030 5.329 300.359
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge 533 60 593
Zugänge 55.384 2.354 57.738
Neubewertungen 12.000 114 12.114
Abschreibungen -39.410 -3.473 -42.883
Abgänge - -156 -156
Buchwert zum 31.12.2021 323.537 4.228 327.765
Buchwert zum 01.01.2022 323.537 4.228 327.765
Zugänge 23.293 2.286 25.579
Neubewertungen 95.342 1.274 96.616
Abschreibungen -42.280 -3.531 -45.811
Abgänge -3.056 -105 -3.161
Buchwert zum 31.12.2022 396.836 4.152 400.988

[48] Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Finanzanlagen 18.517 - 18.517
Gesamt 18.517 - 18.517

[49] Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber inländischen Kreditinstituten 96.636 64.884 31.752
Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten 2 1 1
Gesamt 96.638 64.885 31.753

[50] Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber inländischen Kunden 3.344 2.317 1.027
Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kunden 58 44 14
Gesamt 3.402 2.361 1.041

[51] Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Aus Garantiezusagen 262.387 140.729 121.658
Gesamt 262.387 140.729 121.658

[52] Rückstellungen

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 187.923 243.297 -55.374
Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen 79.468 140.222 -60.754
Rückstellungen für andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer 108.455 102.910 5.545
Davon Rückstellungen für Altersteilzeitregelungen 58.843 48.893 9.950
Davon Übrige Rückstellungen für andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer 49.612 54.017 -4.405
Rückstellungen für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses - 165 -165
Davon Rückstellungen für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Rahmen von Restrukturierungen - - -
Andere Rückstellungen 21.414 47.972 -26.558
Übrige Rückstellungen 21.414 47.972 -26.558
Gesamt 209.337 291.269 -81.932

Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen

Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pläne betreffen sowohl geschlossene Versorgungssysteme, in die keine neuen Teilnehmer mehr aufgenommen werden, als auch offene Systeme unter anderem für Vorstandsmitglieder oder andere Personen der Geschäftsleitung. Neu eintretenden Mitarbeitenden werden in Deutschland fast ausschließlich beitragsorientierte Versorgungspläne angeboten. Eine Rückstellung ist für diese Pläne nicht anzusetzen. Im Ausland zeigt sich das Bild der Versorgungspläne heterogener, da hier sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pläne bestehen, die einem kleinen Teil neuer Mitarbeitenden offenstehen. Insgesamt ist der Anteil der ausländischen Zusagen am gesamten konzernweiten Verpflichtungsumfang unwesentlich.

Innerhalb des UMH Konzerns bestehen vereinzelt Altersversorgungszusagen über die R+V Pensionsversicherung a.G., Wiesbaden (RVPaG). Gemäß IAS 24.9 (b) (v) handelt es sich bei der RVPaG um ein nahestehendes Unternehmen. Im Jahr 2021 wurde aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase seitens der RVPaG ein erweiterter Gründungsstock nach § 178 Abs. 5 VAG eingerichtet, an dem sich der UMH Konzern beteiligt hat. In Folge wurde die bislang nach IAS 19.46 als beitragsorientierter Plan behandelte Versorgungszusage (treat as a Defined Contribution Plan) neu eingeschätzt. Durch die gestiegene Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme des Versorgungsträgers, bedingt durch Niedrigzinsphase und damit verbundener Gewährung des Gründungsstockdarlehens, werden die Zusagen als leistungsorientierter Plan eingestuft und entsprechend bilanziert. Die Bilanzierung erfolgt erfolgsneutral, da das Planvermögen grundsätzlich nicht an die Trägergesellschaften des erweiterten Gründungsstocks zurückfließen kann und die Bilanzierung der Leistungsverpflichtung mit Unsicherheiten verbunden ist, wird der rechnerische Überschuss nicht aktiviert, sondern im Rahmen des Asset Geiling auf null Euro begrenzt.

Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne beträgt im Geschäftsjahr -6.632 TEuro (Vorjahr: -6.058 TEuro) und wird in den Verwaltungsaufwendungen unter den Aufwendungen für Altersversorgung erfasst.

Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen lässt sich in folgende Risikoklassen einteilen:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Deutschland 353.258 438.234 -84.976
Endgehaltsabhängige Pläne 133.545 186.175 -52.630
Leistungsorientierte Beitragspläne 219.713 252.059 -32.346
Ausland 6.154 7.782 -1.628
Endgehaltsabhängige Pläne - - -
Leistungsorientierte Beitragspläne 6.154 7.782 -1.628
Gesamt 359.412 446.016 -86.604

Bei den endgehaltsabhängigen Rentenzusagen handelt es sich um Rentenzusagen des Arbeitgebers an Arbeitnehmer in Abhängigkeit von der Höhe des letzten Entgelts vor Eintritt des Versorgungsfalls. Es ist überwiegend von einer lebenslangen Zahlungsverpflichtung auszugehen. Die Rentenhöhe ist in Deutschland in der Regel nach § 16 Abs. 1 BetrAVG gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreises oder der Nettolöhne alle drei Jahre anzupassen. Für den im Jahr 2022 stark angestiegenen Verbraucherpreisindex wurde bei der diesjährigen Bewertung der Verpflichtung eine einmalige Erhöhung des Rententrends vorgenommen. Wesentliche Risikofaktoren bei den endgehaltsabhängigen Versorgungsplänen stellen somit die Langlebigkeit, die Gehaltsdynamik, das Inflationsrisiko sowie der Abzinsungszinssatz dar.

Einen bedeutenden, vom Unternehmen nicht zu beeinflussenden, Risikofaktor stellt das Marktzinsniveau für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen dar, da der daraus abgeleitete Zins sowohl die Höhe der Verpflichtungen als auch die Bewertung des Planvermögens beeinflusst. Bei entsprechender Plangestaltung beziehungsweise Vermögensanlage kann durch Herstellung einer Kongruenz dieses Risiko eingeschränkt werden.

Bei den leistungsorientierten Beitragsplänen handelt es sich mehrheitlich um Zusagen auf fixe Kapitalbeiträge beziehungsweise festverzinste Beiträge, die teilweise vom Arbeitnehmer und teilweise vom Arbeitgeber erbracht werden. Das dominierende Versorgungssystem wird hierbei durch die Mitarbeitenden über Entgeltumwandlung finanziert. Beim anderen maßgeblichen System sind die Beiträge bezügedynamisch und müssen vom Arbeitgeber erbracht werden. Dieses Versorgungssystem ist jedoch für Neueintritte geschlossen.

Die Pensionspläne in Deutschland unterliegen keinen Mindestfinanzierungsanforderungen. Die ausländischen Pensionspläne unterliegen teilweise nationalen Bestimmungen, die aber keine Vorgaben für eine Mindestdotierung enthalten.

Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 446.016 401.032 44.984
Laufender Dienstzeitaufwand 9.394 9.899 -505
Zinsaufwand 4.916 3.015 1.901
Tatsächliche Rentenzahlungen -6.555 -8.452 1.897
Beiträge von Arbeitnehmern 6.840 5.407 1.433
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) -101.199 35.115 -136.314
Davon aus erfahrungsbedingten Anpassungen -19.662 36.610 -56.272
Davon aus Veränderungen von finanziellen Annahmen -81.537 -1.495 -80.042
Endbestand zum 31.12. 359.412 446.016 -86.604

Bei der Bewertung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematischen Annahmen angewendet:

31.12.2022
Prozent
31.12.2021
Prozent
Veränderung Prozentpunkte
Abzinsungssatz 3,70 1,10 2,60
Gehaltssteigerung 0,00-3,00 0,00-3,00 -
Rentenerhöhung 0,00-3,00 0,00-3,00 -
Fluktuationsquote 0,00-6,00 0,00-6,00 -

Für die Parameter Gehaltssteigerung beziehungsweise Rentenerhöhung ergeben sich auf der Grundlage des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen gewichtete absolute Prozentsätze in Höhe von 1,30 Prozent (Vorjahr: 1,41 Prozent) beziehungsweise 1,24 Prozent (Vorjahr: 1,35 Prozent). Der gewichtete absolute Prozentsatz der Fluktuationsquote beträgt 0,74 Prozent (Vorjahr: 0,72 Prozent).

Sensitivitätsanalyse

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen gegenüber den zentralen versicherungsmathematischen Annahmen. Die dargestellten Effekte beruhen dabei auf einer isolierten Betrachtung der Veränderung einer Annahme, bei der die übrigen Annahmen gleich bleiben. Korrelationseffekte zwischen einzelnen Parametern werden nicht berücksichtigt.

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Änderung des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum Stichtag, wenn 359.412 446.016 -86.604
der Abzinsungssatz um 50 Basispunkte höher wäre -12.660 -21.264 8.604
der Abzinsungssatz um 50 Basispunkte niedriger wäre 14.276 24.670 -10.394
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte höher wäre 2.221 4.305 -2.084
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre -2.117 -4.079 1.962
die künftige Rentensteigerung 25 Basispunkte höher wäre 3.904 6.672 -2.768
die künftige Rentensteigerung 25 Basispunkte niedriger wäre -3.734 -6.351 2.617
die künftige Lebenserwartung um ein Jahr zunehmen würde 4.280 7.011 -2.731
die künftige Lebenserwartung um ein Jahr abnehmen würde -4.454 -7.194 2.740

Die Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt zum Ende des Geschäftsjahres im Inland 11 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre), im Ausland 8 Jahre (Vorjahr: 10 Jahre).

Planvermögen

Der Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 359.412 446.016 -86.604
Davon nicht über Planvermögen finanziert 66.832 85.414 -18.582
Davon über Planvermögen finanziert 292.580 360.602 -68.022
Abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens -286.900 -306.461 19.561
Auswirkungen der Vermögensobergrenze - Asset Ceiling 1.557 667 890
Leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen (netto) 74.069 140.222 -66.153
Aktivierte Überdeckung 5.399 - 5.399
Ausgewiesene Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen 79.468 140.222 -60.754
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche 16.029 14.913 1.116

Das Planvermögen hat sich wie folgt entwickelt:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 306.461 247.806 58.655
Zinserträge 3.422 1.891 1.531
Erträge/Aufwendungen aus dem Planvermögen (ohne Zinserträge) -34.874 51.911 -86.785
Dotierungen der Planvermögen 17.290 12.339 4.951
Davon Beiträge der Arbeitgeber 10.365 6.948 3.417
Davon Beiträge der Arbeitnehmer 6.925 5.391 1.534
Erbrachte Pensionszahlungen -5.399 -7.486 2.087
Endbestand zum 31.12. 286.900 306.461 -19.561

Das tatsächliche Ergebnis aus Planvermögen beträgt im Geschäftsjahr -31.452 TEuro (Vorjahr: 53.802 TEuro).

Im folgenden Geschäftsjahr sind Einzahlungen in Planvermögen in Höhe von 16.312 TEuro (Vorjahr: 12.065 TEuro) geplant.

Das Planvermögen besteht im Wesentlichen aus Ansprüchen aus Versicherungsverträgen und Investmentanteilen mit breit diversifizierten Portfolien. Die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus Versicherungsverträgen bestehenden Risiken im Planvermögen werden von den Versorgungsträgern VGUeV und RVP regelmäßig überprüft, um den Deckungsgrad der Verpflichtung zu ermitteln.

Die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen bestehen im Euro-Währungsraum.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilt sich auf folgende Anlageklassen:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Investmentanteile (Wertpapierfonds) -Ohne Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt 167.013 189.682 -22.669
Investmentanteile (Immobilienfonds) -Ohne Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt 1.378 963 415
Ansprüche aus Versicherungsverträgen 110.550 105.698 4.852
Sonstige Vermögenswerte 7.959 10.118 -2.159
Gesamt 286.900 306.461 -19.561

Die Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) entwickelt sich wie folgt:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 667 - 667
Zinsaufwand 7 - 7
Veränderungen der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) 883 667 216
Endbestand zum 31.12. 1.557 667 890

Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen (netto)

Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen (netto), bestehend aus dem Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen, Planvermögen und den Veränderungen der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling), entwickeln sich wie folgt:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 140.222 153.226 -13.004
Laufender Dienstzeitaufwand 9.394 9.899 -505
Nettozinsaufwendungen 1.502 1.124 378
Erträge (-)/Aufwendungen (+) aus dem Planvermögen (ohne Zinserträge) 34.874 -51.911 86.785
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) -101.199 35.115 -136.314
Veränderungen der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) 883 667 216
Beiträge von Arbeitnehmern 6.840 5.407 1.433
Beiträge zu Planvermögen -17.290 -12.339 -4.951
Erbrachte Pensionszahlungen -1.157 -966 -191
Endbestand zum 31.12. 74.069 140.222 -66.153

Erstattungsansprüche

Die Erstattungsansprüche haben sich wie folgt entwickelt:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 14.913 12.280 2.633
Zinserträge 164 92 72
Erträge/Aufwendungen aus den Erstattungsansprüchen (ohne Zinserträge) -868 669 -1.537
Dotierungen der Erstattungsansprüche 1.875 1.930 -55
Davon Beiträge der Arbeitgeber 1.860 1.914 -54
Davon Beiträge der Arbeitnehmer 15 16 -1
Erbrachte Pensionszahlungen -55 -58 3
Endbestand zum 31.12. 16.029 14.913 1.116

Das tatsächliche Ergebnis aus Erstattungsansprüchen beträgt im Geschäftsjahr -704 TEuro (Vorjahr: 761 TEuro).

Entwicklung der Anderen Rückstellungen

Übrige Rückstellungen
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2022 47.972 47.972
Zuführungen 1.832 1.832
Inanspruchnahmen -529 -529
Auflösungen -26.224 -26.224
Effekt aus der Erhöhung des abgezinsten Betrags im Zeitablauf und Änderung des Abzinsungssatzes -1.637 -1.637
Endbestand zum 31.12.2022 21.414 21.414

Die Auflösungen entfallen in Höhe von -22.042 TEuro auf Rückstellungen für mögliche Schadensersatzleistungen im Bereich Fondsadministration.

Die Restlaufzeiten der Anderen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Übrige Rückstellungen 21.414 47.972 -26.558
Bis drei Monate - 0 0
Drei Monate bis ein Jahr 2.023 1.731 292
Ein Jahr bis fünf Jahre 8.443 33.930 -25.487
Über fünf Jahre 10.354 12.065 -1.711
Unbestimmte Laufzeit 594 246 348

[53] Ertragsteuerverpflichtungen

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Laufende Ertragsteuerverpflichtungen 118.346 208.593 -90.247
Rückstellungen für Ertragsteuern 118.345 208.591 -90.246
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 1 2 -1
Latente Ertragsteuerverpflichtungen 18.004 22.617 -4.613
Passive Steuerabgrenzungen (erfolgswirksam) 183.507 166.771 16.736
Passive Steuerabgrenzungen (erfolgsneutral) 23.362 33.976 -10.614
Saldierung -188.865 -178.130 -10.735
Gesamt 136.350 231.210 -94.860

Rückstellungen für Ertragsteuern sind Steuerverpflichtungen, für die noch kein rechtskräftiger Steuerbescheid ergangen ist. Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern beinhalten Zahlungsverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern gegenüber in- und ausländischen Finanzverwaltungen.

Passive latente Steuern bilden die potenziellen Ertragsteuerbelastungen aus zeitlich begrenzten Unterschieden zwischen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz nach IFRS und den Steuerbilanzwerten nach lokalen steuerrechtlichen Vorschriften der Konzernunternehmen ab. Die passiven latenten Steuern, die erwartungsgemäß erst nach Ablauf von zwölf Monaten realisiert werden, betragen 18.001 TEuro (bezogen auf den Nettowert, Vorjahr: 22.617 TEuro).

Die latenten Ertragsteuerverpflichtungen wurden im Zusammenhang mit folgenden Bilanzposten gebildet:

Aktiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 78 78 -
Investmentanteile 144 7.037 -6.893
Anteile an Tochterunternehmen und Beteiligungen 544 709 -165
Sachanlagen 7 8 -1
Immaterielle Vermögenswerte 19.517 21.976 -2.459
Sonstige Aktiva 212 230 -18
Nutzungsrechte 124.449 101.047 23.402

Passiva

Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 2 19 -17
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 61.423 69.591 -8.168
Andere Rückstellungen 384 39 345
Sonstige Passiva 109 13 96
Gesamt 206.869 200.747 6.122

[54] Sonstige Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.371 8.001 -630
Verbindlichkeiten aus aktivierter Mietsoftware 463 3.641 -3.178
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.482 2.785 697
Verbindlichkeiten aus Gewinnabführungsverträgen 484 - 484
Übrige Sonstige Verbindlichkeiten 2.942 1.575 1.367
Sonstige Steuerverpflichtungen 48.024 62.395 -14.371
Abgegrenzte Schulden 972.671 1.021.065 -48.394
Davon für Vertriebsprovisionen 757.983 796.002 -38.019
Übrige Sonstige Passiva 306 114 192
Rechnungsabgrenzungsposten 51 76 -25
Gesamt 1.028.423 1.091.651 -63.228

[55] Leasingverbindlichkeiten

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Grundstücke und Gebäude 405.325 327.519 77.806
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.187 4.248 -61
Gesamt 409.512 331.767 77.745

[56] Eigenkapital

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Gezeichnetes Kapital 87.130 87.130 -
Kapitalrücklage 18.617 18.617 -
Gewinnrücklagen 1.943.584 1.402.577 541.007
Fair Value OCI-Rücklage 14.244 29.648 -15.404
Rücklage aus der Währungsumrechnung 15.654 12.220 3.434
Konzerngewinn 482.323 850.824 -368.501
Nicht beherrschende Anteile 33.143 34.048 -905
Gesamt 2.594.695 2.435.064 159.631

Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital entspricht dem Grundkapital der UMH AG. Dieses beträgt 87.130 TEuro (Vorjahr: 87.130 TEuro) und ist eingeteilt in 29.043.466 (Vorjahr: 29.043.466) voll eingezahlte und auf den Namen lautende Stückaktien. Zum Abschlussstichtag hat der UMH Konzern keine eigenen Aktien im Bestand. Vorzugsrechte oder Beschränkungen in Bezug auf die Ausschüttung von Dividenden liegen nicht vor.

Im Geschäftsjahr wurde aufgrund des Hauptversammlungsbeschlusses vom 17. Mai 2022 eine Dividende in Höhe von 12,06 Euro je Aktie (Vorjahr: 7,96 Euro je Aktie) ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividendensumme in Höhe von 350.264 TEuro (Vorjahr: 231.186 TEuro).

Der Hauptversammlung am 23. Mai 2023 wird eine Dividende in Höhe von 8,61 Euro je Aktie vorgeschlagen. Das Ausschüttungsvolumen beträgt demnach 250.064 TEuro. Der Aufsichtsrat der UMH AG hat in seiner Sitzung am 23. Februar 2023 dem Gewinnverwendungsvorschlag zugestimmt.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Agiobeträge aus der Ausgabe von Gesellschaftsanteilen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Gewinne aus Vorjahren, die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nach IAS 19.120(c) aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen, den Planvermögen und den Erstattungsansprüchen nach IAS 19.116 sowie die Effekte aus der IFRS-Erstanwendung.

Veränderung der Gewinnrücklagen durch erfolgsneutrale Ergebniskomponenten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen 43.021 11.329 31.692
Gesamt 43.021 11.329 31.692

Fair Value OCI-Rücklage

Die Fair Valué OCI-Rücklage enthält die erfolgsneutralen Fair Value-Bewertungseffekte aus Finanzinstrumenten der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" nach Berücksichtigung der darauf entfallenden latenten Steuern. Eine erfolgswirksame Erfassung ist bei diesen Instrumenten nicht vorgesehen.

Veränderung der Fair Value OCI-Rücklage durch erfolgsneutrale Ergebniskomponenten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Gewinne und Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, für die die Fair Value OCI-Option ausgeübt wurde -15.476 9.336 -24.812
Gesamt -15.476 9.336 -24.812

Rücklage aus der Währungsumrechnung

In der Rücklage aus der Währungsumrechnung werden Fremdwährungseffekte ausgewiesen, die im Zusammenhang mit der Umrechnung von auf Fremdwährung lautenden Abschlüssen der Konzerngesellschaften in Euro als Konzernberichtswährung entstehen.

Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung durch erfolgsneutrale Ergebniskomponenten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anteiliges Erfolgsneutrales Ergebnis von nach der Equity-Methode bewerteten Joint Ventures und assoziierten Unternehmen 3.434 4.017 -583
Gesamt 3.434 4.017 -583

Nicht beherrschende Anteile

Die Nicht beherrschenden Anteile beinhalten die nicht der UMH AG zustehenden Anteile am Eigenkapital von Tochterunternehmen.

Veränderung der Nicht beherrschenden Anteile durch erfolgsneutrale Ergebniskomponenten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Gewinne und Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, für die die Fair Value OCI-Option ausgeübt wurde -1.075 843 -1.918
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen 1.032 126 906
Gesamt -43 969 -1.012

Angaben zu den Finanzinstrumenten

[57] Kategorien von Finanzinstrumenten

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.484.212 1.256.730 227.482
Forderungen an Kreditinstitute 1.185.655 926.412 259.243
Forderungen an Kunden 94.325 98.589 -4.264
Sonstige finanzielle Forderungen 204.232 231.729 -27.497
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 107.411 75.246 32.165
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 96.638 64.884 31.754
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.402 2.361 1.041
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 7.371 8.001 -630
Leasingverbindlichkeiten 409.512 331.767 77.745
Verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Vermögenswerte 2.173.626 2.352.348 -178.722
Forderungen an Kreditinstitute 716.405 324.685 391.720
Forderungen an Kunden 251 211 40
Finanzanlagen 1.437.269 2.026.268 -588.999
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 1.184 1.184 -
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 18.517 - 18.517
Zur erfolgsneutralen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögenswerte 37.723 54.339 -16.616
Finanzanlagen
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere inklusive Sonstigen Anteilsbesitzes 10.278 9.559 719
Anteile an Tochterunternehmen 27.442 44.777 -17.335
Anteile an assoziierten Unternehmen 3 3 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 262.387 140.730 121.657
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 1 -1
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 262.387 140.729 121.658

Für alle Beteiligungen in Form von Eigenkapitalinstrumenten und nicht konsolidierten Tochterunterunternehmen im Bestand des UMH Konzerns wurde die Fair Value OCI-Option ausgeübt. Der UMH Konzern hält den Ergebnisausweis aufgrund dieser Klassifizierung von strategischen Finanzinvestitionen für aussagekräftiger. Beim Zugang jeder neuen Beteiligung wird im Einzelfall entschieden, ob die Inanspruchnahme der Fair Value OCI-Option auch für diesen Erwerb sachgerecht ist.

Im Geschäftsjahr wurden Dividenden in Höhe von 2.750 TEuro aus diesen Finanzinstrumenten vereinnahmt (Vorjahr: 6.557 TEuro) sowie Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von 2 TEuro (Vorjahr: 40 TEuro). Aufgrund der Veräußerung von zwei (Vorjahr: drei) Beteiligungen beziehungsweise einer (Vorjahr: zwei) Liquidation wurde die darauf entfallende aufgelaufene Fair Value OCI-Rücklage in Höhe von -77 TEuro (Vorjahr: 48 TEuro) in die Gewinnrücklagen umgebucht. Auf diese Beteiligungen entfiel keine Dividende (Vorjahr: 1 TEuro). Zusätzlich sind aufgrund der Entkonsolidierung der UIRV sechs Beteiligungen aus dem Bestand abgegangen, auf welche im Geschäftsjahr eine Dividende von 0 TEuro entfiel. Für diese Beteiligungen bestand keine Fair Value OCI-Rücklage.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte (beim Erstansatz als erfolgsneutral bewertet eingestuft) 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Aktien 10 27 -17
Sonstiger Anteilsbesitz 10.268 9.532 736
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen 27.442 44.777 -17.335
Anteile an nicht konsolidierten assoziierten Unternehmen 3 3 -
Gesamt 37.723 54.339 -16.616

[58] Kreditrisikoexposition

Investmentgrade NR -nicht eingestuft beziehungsweise kein Rating erforderlich
Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 1.161.512 - - - 24.143 -
Davon Kontokorrent 1.161.512 - - - - -
Davon in Deutschland 1.040.895 - - - - -
Davon in restlicher EU 120.346 - - - - -
Davon sonstige 271 - - - - -
Davon aus Lieferungen und Leistungen - - - - 24.143 -
Davon in Deutschland - - - - 19.904 -
Davon in restlicher EU - - - - 2.379 -
Davon sonstige - - - - 1.860 -
Forderungen an Kunden 378 - - - 93.778 169
Davon an Privatkunden - - - - 6.899 169
Davon in Deutschland - - - - 6.899 169
Davon in restlicher EU - - - - - -
Davon sonstige - - - - - -
Davon an andere Finanzinstitute 378 - - - 82.329 -
Davon in Deutschland 378 - - - 38.536 -
Davon in restlicher EU - - - - 35.066 -
Davon sonstige - - - - 8.727 -
Davon an Sonstige - - - - 4.550 -
Davon in Deutschland - - - - 2.728 -
Davon in restlicher EU - - - - 1.245 -
Davon sonstige - - - - 577 -
Sonstige finanzielle Forderungen - - - - 204.232 -
Davon an Sondervermögen - - - - 200.680 -
Davon in Deutschland - - - - 144.113 -
Davon in restlicher EU - - - - 56.567 -
Davon sonstige - - - - - -
Davon an Sonstige - - - - 3.552 -
Davon in Deutschland - - - - 2.893 -
Davon in restlicher EU - - - - 472 -
Davon sonstige - - - - 187 -
Gesamt 1.161.890 - - - 322.153 169
31.12.2022
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 1.185.655
Davon Kontokorrent 1.161.512
Davon in Deutschland 1.040.895
Davon in restlicher EU 120.346
Davon sonstige 271
Davon aus Lieferungen und Leistungen 24.143
Davon in Deutschland 19.904
Davon in restlicher EU 2.379
Davon sonstige 1.860
Forderungen an Kunden 94.325
Davon an Privatkunden 7.068
Davon in Deutschland 7.068
Davon in restlicher EU -
Davon sonstige -
Davon an andere Finanzinstitute 82.707
Davon in Deutschland 38.914
Davon in restlicher EU 35.066
Davon sonstige 8.727
Davon an Sonstige 4.550
Davon in Deutschland 2.728
Davon in restlicher EU 1.245
Davon sonstige 577
Sonstige finanzielle Forderungen 204.232
Davon an Sondervermögen 200.680
Davon in Deutschland 144.113
Davon in restlicher EU 56.567
Davon sonstige -
Davon an Sonstige 3.552
Davon in Deutschland 2.893
Davon in restlicher EU 472
Davon sonstige 187
Gesamt 1.484.212
Investmentgrade NR -nicht eingestuft beziehungsweise kein Rating erforderlich
Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 913.925 - - - 12.487 -
Davon Kontokorrent 913.925 - - - - -
Davon in Deutschland 839.754 - - - - -
Davon in restlicher EU 73.903 - - - - -
Davon sonstige 268 - - - - -
Davon aus Lieferungen und Leistungen - - - - 12.487 -
Davon in Deutschland - - - - 9.245 -
Davon in restlicher EU - - - - 2.327 -
Davon sonstige - - - - 915 -
Forderungen an Kunden - - - - 98.564 25
Davon an Privatkunden - - - - 5.766 25
Davon in Deutschland - - - - 5.766 25
Davon in restlicher EU - - - - - -
Davon sonstige - - - - - -
Davon an andere Finanzinstitute - - - - 90.579 -
Davon in Deutschland - - - - 38.206 -
Davon in restlicher EU - - - - 40.998 -
Davon sonstige - - - - 11.375 -
Davon an Sonstige - - - - 2.219 -
Davon in Deutschland - - - - 1.212 -
Davon in restlicher EU - - - - 680 -
Davon sonstige - - - - 327 -
Sonstige finanzielle Forderungen - - - - 231.729 -
Davon an Sondervermögen - - - - 229.044 -
Davon in Deutschland - - - - 169.773 -
Davon in restlicher EU - - - - 59.271 -
Davon sonstige - - - - - -
Davon an Sonstige - - - - 2.685 -
Davon in Deutschland - - - - 2.051 -
Davon in restlicher EU - - - - 462 -
Davon sonstige - - - - 172 -
Gesamt 913.925 - - - 342.780 25
31.12.2021
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 926.412
Davon Kontokorrent 913.925
Davon in Deutschland 839.754
Davon in restlicher EU 73.903
Davon sonstige 268
Davon aus Lieferungen und Leistungen 12.487
Davon in Deutschland 9.245
Davon in restlicher EU 2.327
Davon sonstige 915
Forderungen an Kunden 98.589
Davon an Privatkunden 5.791
Davon in Deutschland 5.791
Davon in restlicher EU -
Davon sonstige -
Davon an andere Finanzinstitute 90.579
Davon in Deutschland 38.206
Davon in restlicher EU 40.998
Davon sonstige 11.375
Davon an Sonstige 2.219
Davon in Deutschland 1.212
Davon in restlicher EU 680
Davon sonstige 327
Sonstige finanzielle Forderungen 231.729
Davon an Sondervermögen 229.044
Davon in Deutschland 169.773
Davon in restlicher EU 59.271
Davon sonstige -
Davon an Sonstige 2.685
Davon in Deutschland 2.051
Davon in restlicher EU 462
Davon sonstige 172
Gesamt 1.256.730

Forderungen mit einer Non-Investmentgrade Einstufung liegen im Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht vor.

Bei den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten stellt der Buchwert das maximale Ausfallrisiko dar. Für das maximale Ausfallrisiko der begebenen Finanzgarantie siehe Textziffer [73].

[59] Bruttobuchwerte und Risikovorsorge

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte.

Forderungen an Kreditinstitute Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2021 578.304 5.829 - 584.133
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge 269 - - 269
Zugang neuer finanzieller Vermögenswerte 17.793.728 96.970 - 17.890.698
Umbuchung nach zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Transfer aus Stufe 1 - - - -
Transfer aus Stufe 2 - - - -
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Transfer nach Stufe 1 - - - -
Transfer nach Stufe 2 - - - -
Transfer nach Stufe 3 - - - -
Direkte Wertberichtigung - - - -
Abgänge und Tilgung finanzieller Vermögenswerte -17.458.419 -90.312 - -17.548.731
Buchwerterhöhung aufgrund von Modifikation - - - -
Buchwertverringerung aufgrund von Modifikation - - - -
Amortisationen, Marktwertänderungen und sonstige Bewertungsänderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen 43 0 - 43
Veränderung des Konsolidierungskreises -Abgänge - - - -
Endbestand zum 31.12.2021 913.925 12.487 - 926.412
Forderungen an Kreditinstitute Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2022 913.925 12.487 - 926.412
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - - - -
Zugang neuer finanzieller Vermögenswerte 16.672.651 174.348 - 16.846.999
Umbuchung nach zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Transfer aus Stufe 1 - - - -
Transfer aus Stufe 2 - - - -
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Transfer nach Stufe 1 - - - -
Transfer nach Stufe 2 - - - -
Transfer nach Stufe 3 - - - -
Direkte Wertberichtigung - - - -
Abgänge und Tilgung finanzieller Vermögenswerte -16.424.950 -162.686 - -16.587.636
Buchwerterhöhung aufgrund von Modifikation - - - -
Buchwertverringerung aufgrund von Modifikation - - - -
Amortisationen, Marktwertänderungen und sonstige Bewertungsänderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen -31 -6 - -37
Veränderung des Konsolidierungskreises -Abgänge -83 - - -83
Endbestand zum 31.12.2022 1.161.512 24.143 - 1.185.655
Forderungen an Kunden Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2021 251 79.858 102 80.211
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - 536 - 536
Zugang neuer finanzieller Vermögenswerte - 508.435 - 508.435
Umbuchung nach zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Transfer aus Stufe 1 - - - -
Transfer aus Stufe 2 - - 23 23
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Transfer nach Stufe 1 - - - -
Transfer nach Stufe 2 - - - -
Transfer nach Stufe 3 - -23 - -23
Direkte Wertberichtigung - - -66 -66
Abgänge und Tilgung finanzieller Vermögenswerte -251 -490.269 -34 -490.554
Buchwerterhöhung aufgrund von Modifikation - - - -
Buchwertverringerung aufgrund von Modifikation - - - -
Amortisationen, Marktwertänderungen und sonstige Bewertungsänderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen - T1 - T1
Veränderung des Konsolidierungskreises -Abgänge - - - -
Endbestand zum 31.12.2021 - 98.564 25 98.589
Forderungen an Kunden Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2022 - 98.564 25 98.589
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - - - -
Zugang neuer finanzieller Vermögenswerte 375 633.523 - 633.898
Umbuchung nach zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Transfer aus Stufe 1 - - - -
Transfer aus Stufe 2 - - 209 209
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Transfer nach Stufe 1 - - - -
Transfer nach Stufe 2 - - - -
Transfer nach Stufe 3 - -209 - -209
Direkte Wertberichtigung - - -64 -64
Abgänge und Tilgung finanzieller Vermögenswerte - -638.058 -1 -638.059
Buchwerterhöhung aufgrund von Modifikation - - - -
Buchwertverringerung aufgrund von Modifikation - - - -
Amortisationen, Marktwertänderungen und sonstige Bewertungsänderungen 3 - - 3
Währungsumrechnungsdifferenzen - -42 - -42
Veränderung des Konsolidierungskreises -Abgänge - - - -
Endbestand zum 31.12.2022 378 93.778 169 94.325
Sonstige finanzielle Forderungen Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2021 - 180.667 - 180.667
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - 5 - 5
Zugang neuer finanzieller Vermögenswerte - 3.392.542 - 3.392.542
Umbuchung nach zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Transfer aus Stufe 1 - - - -
Transfer aus Stufe 2 - - - -
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Transfer nach Stufe 1 - - - -
Transfer nach Stufe 2 - - - -
Transfer nach Stufe 3 - - - -
Direkte Wertberichtigung - - - -
Abgänge und Tilgung finanzieller Vermögenswerte - -3.341.500 - -3.341.500
Buchwerterhöhung aufgrund von Modifikation - - - -
Buchwertverringerung aufgrund von Modifikation - - - -
Amortisationen, Marktwertänderungen und sonstige Bewertungsänderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen - 15 - 15
Veränderung des Konsolidierungskreises -Abgänge - - - -
Endbestand zum 31.12.2021 - 231.729 - 231.729
Sonstige finanzielle Forderungen Stufe 1
TEUR
Stufe 2
TEUR
Stufe 3
TEUR
Gesamt
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01.2022 - 231.729 - 231.729
Veränderung des Konsolidierungskreises -Zugänge - - - -
Zugang neuer finanzieller Vermögenswerte - 3.119.328 - 3.119.328
Umbuchung nach zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Transfer aus Stufe 1 - - - -
Transfer aus Stufe 2 - - - -
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Transfer nach Stufe 1 - - - -
Transfer nach Stufe 2 - - - -
Transfer nach Stufe 3 - - - -
Direkte Wertberichtigung - - - -
Abgänge und Tilgung finanzieller Vermögenswerte - -3.146.827 - -3.146.827
Buchwerterhöhung aufgrund von Modifikation - - - -
Buchwertverringerung aufgrund von Modifikation - - - -
Amortisationen, Marktwertänderungen und sonstige Bewertungsänderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen - 2 - 2
Veränderung des Konsolidierungskreises -Abgänge - - - -
Endbestand zum 31.12.2022 - 204.232 - 204.232

Im abgelaufenen Geschäftsjahr und im Vorjahr wurde keine Risikovorsorge nach IFRS 9.5.5 erfasst, da der ermittelte Betrag nicht materiell war. Es bestehen keine Kreditverluste von Vermögenswerten mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität (POCI).

Die in den Tabellen enthaltenen Bruttobuchwerte der Stufe 2 entstammen vollständig den im Vereinfachten Ansatz geführten Beständen.

[60] Ertrags-, Aufwands-, Gewinn- und Verlustposten

Nettogewinne und -Verluste

Nettogewinne und -Verluste aus Finanzinstrumenten verteilen sich in der jeweils angegebenen Höhe auf die Kategorien des IFRS 9 für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente -211.175 50.366 -261.541
Verpflichtend zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizu legenden Zeitwert kategorisierte finanzielle Vermögenswerte -211.175 50.366 -261.541
Erfolgsneutral mit dem beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 1.204 6.191 -4.987
Zur erfolgsneutralen Bewertung mit dem beizu legenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögenswerte 1.204 6.191 -4.987
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.021 -2.848 3.869
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 1.012 -2.810 3.822
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten 9 -38 47

Die Nettogewinne und -Verluste umfassen Ergebnisse aus der erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert beziehungsweise Wertminderungen und Wertaufholungen sowie Ergebnisse aus der Veräußerung und vorzeitigen Tilgung der jeweiligen Finanzinstrumente. Darüber hinaus werden Zinserträge und -aufwendungen sowie laufende Erträge einbezogen.

Zinserträge und -aufwendungen

Für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ergeben sich folgende Gesamtzinserträge und -aufwendungen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zinserträge 2.705 37 2.668
Zinsaufwendungen und Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte -1.632 -2.828 1.196

[61] Beizulegende Zeitwerte

Soweit für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten ein aktiver Markt vorliegt, werden die jeweiligen Börsenkurse am Abschlussstichtag als beizulegender Zeitwert zugrunde gelegt. Bei Investmentanteilen entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den durch die Kapitalverwaltungsgesellschaften nach nationalen investmentrechtlichen Vorschriften veröffentlichten Rücknahmepreisen (Net Asset Value). Sehen die Vertragsbedingungen eines Investmentvermögens vor, dass ein Rücknahmeabschlag erhoben wird, ist der beizulegende Zeitwert um diesen Abschlag vermindert.

Für nicht an einem aktiven Markt notierte Eigenkapitalinstrumente der Finanzanlagen erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts grundsätzlich auf Basis von Ertragswertverfahren unter Verwendung von Parametern wie Planzahlen, ermittelten freien Cashflows, Betafaktoren oder risikoadjustierten und interpolierten Zinssätzen anhand der Basisdiskontkurve.

Für Finanzmittel, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Kontokorrent- und Tagesgeldeinlagen bei Kreditinstituten sowie für kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Kreditaufnahmen ohne oder mit kurzfristiger Zinsbindung wird aufgrund der kurzen Restlaufzeit der Buchwert als realistische Schätzung des beizulegenden Zeitwerts verwendet.

Für die in der Tabelle enthaltenen finanziellen Vermögenswerte entsprechen die Buchwerte dem Betrag, der das maximale Ausfallrisiko am besten darstellt, dem das Unternehmen zum Abschlussstichtag ausgesetzt ist, wobei gehaltene Sicherheiten oder andere Kreditbesicherungen nicht berücksichtigtwurden. Die Negativen Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten resultieren im Wesentlichen in Höhe von 248.976 TEuro (Vorjahr: 129.608 TEuro) aus Kapitalerhaltungszusagen für das Altersvorsorgeprodukt UniProfiRente sowie in Höhe von 13.410 TEuro (Vorjahr: 11.121 TEuro) für Mindestzahlungszusagen aus den von konzernangehörigen Kapitalverwaltungsgesellschaften aufgelegten Garantiefonds.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt für alle Klassen von Finanzinstrumenten nach den oben dargestellten Bewertungsmethoden.

Aktiva 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute (Beizulegender Zeitwert) 1.902.060 1.251.097 650.963
Forderungen an Kreditinstitute (Buchwert) 1.902.060 1.251.097 650.963
Forderungen an Kunden (Beizulegender Zeitwert) 94.576 98.800 -4.224
Forderungen an Kunden (Buchwert) 94.576 98.800 -4.224
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten (Beizulegender Zeitwert) 1.184 1.184 -
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten (Buchwert) 1.184 1.184 -
Finanzanlagen (Beizulegender Zeitwert) 1.474.992 2.080.607 -605.615
Finanzanlagen (Buchwert) 1.474.992 2.080.607 -605.615
Sonstige finanzielle Forderungen (Beizulegender Zeitwert) 204.232 231.729 -27.497
Sonstige finanzielle Forderungen (Buchwert) 204.232 231.729 -27.497
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (Beizulegender Zeitwert) 18.517 - 18.517
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (Buchwert) 18.517 - 18.517

Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Beizulegender Zeitwert) 96.638 64.885 31.753
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Buchwert) 96.638 64.885 31.753
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Beizulegender Zeitwert) 3.402 2.361 1.041
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Buchwert) 3.402 2.361 1.041
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten (Beizulegender Zeitwert) 262.387 140.729 121.658
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten (Buchwert) 262.387 140.729 121.658
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Beizulegender Zeitwert) 7.371 8.001 -630
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Buchwert) 7.371 8.001 -630

[62] Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte

Vermögenswerte und Schulden, die in der Bilanz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Die wiederkehrenden Bewertungen des beizulegenden Zeitwerts werden wie folgt in die Level der Bewertungshierarchie eingeordnet:

Aktiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 716.405 324.685 391.720
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 716.405 324.685 391.720
Davon Level 3 - - -
Forderungen an Kunden 251 211 40
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 - - -
Davon Level 3 251 211 40
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 1.184 1.184 -
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 - - -
Davon Level 3 1.184 1.184 -
Finanzanlagen 1.474.992 2.080.607 -605.615
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 1.423.174 2.020.486 -597.312
Davon Level 3 51.818 60.121 -8.303
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 18.517 - 18.517
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 18.517 - 18.517
Davon Level 3 - - -
Gesamt 2.211.349 2.406.687 -195.338

Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 1 -1
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 - 1 -1
Davon Level 3 - - -
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 262.387 140.729 121.658
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 262.387 140.729 121.658
Davon Level 3 - - -
Gesamt 262.387 140.730 121.657

Level 1-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die sich aus notierten Preisen auf aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ergeben.

Level 2-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die auf Parametern beruhen, die nicht notierten Preisen für Vermögenswerte und Schulden wie in Level 1 entsprechen und entweder direkt oder indirekt abgeleitet werden. Investmentanteile, die zur Eigenanlage gehalten werden, sind grundsätzlich dieser Bewertungsstufe zugeordnet.

Level 3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die sich aus Modellen ergeben, welche Parameter für die Bewertung von Vermögenswerten oder Schulden verwenden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Umgruppierungen

Bei am Abschlussstichtag gehaltenen Vermögenswerten, deren beizulegender Zeitwert auf wiederkehrender Basis bewertet wird, fanden im Geschäftsjahr keine Umgruppierungen zwischen den Levein 1, 2 und 3 statt.

Umgruppierungen zwischen den Levein 1 und 2 finden zu dem Zeitpunkt statt, an dem sich eine Veränderung der Inputfaktoren ergibt, die für die Einordnung in die Bewertungshierarchie relevant ist.

Beizulegende Zeitwerte in Level 3

Die wiederkehrenden Bewertungen des beizulegenden Zeitwerts von Vermögenswerten in Level 3 entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Forderungen an Kunden 2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 211 - 211
Zugänge(Käufe) 106 211 -105
Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung -66 - -66
Davon erfolgswirksam -66 - -66
Endbestand zum 31.12. 251 211 40
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 1.184 - 1.184
Zugänge(Käufe) - 939 -939
Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung - 245 -245
Davon erfolgswirksam - 245 -245
Endbestand zum 31.12. 1.184 1.184 -
Finanzanlagen 2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anfangsbestand zum 01.01. 60.121 68.555 -8.434
Zugänge (Käufe) 6.963 6.193 770
Veränderungen aus der Fair Value-Bewertung -14.254 8.046 -22.300
Davon erfolgswirksam 2.547 -2.302 4.849
Davon erfolgsneutral -16.801 10.348 -27.149
Abgänge (Verkäufe) -1.009 -2.672 1.663
Abgänge (Veränderung des Konsolidierungskreises) -3 -20.001 19.998
Endbestand zum 31.12. 51.818 60.121 -8.303

Im Rahmen der Prozesse zur Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird zu jedem Abschlussstichtag überprüft, inwieweit die für die Bewertung eingesetzten Bewertungsmethoden weiterhin üblich und die in die Bewertungsmethoden eingehenden Bewertungsparameter am Markt beobachtbar sind. Auf Grundlage dieser Prüfung wird eine Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts zu den Levein der Bewertungshierarchie vorgenommen. Umgruppierungen zwischen den Levein finden im UMH Konzern grundsätzlich statt, sobald sich eine Veränderung der Inputfaktoren ergibt, die für die Einordnung in die Bewertungshierarchie relevant ist. Bei allen Schritten dieses Prozesses werden sowohl die Besonderheiten der jeweiligen Produktart als auch die Besonderheiten in den Geschäftsmodellen der Konzernunternehmen berücksichtigt.

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Betrag des erfolgswirksamen Verlusts aus Vermögenswerten im Posten Forderungen an Kunden in Höhe von -66 TEuro (Vorjahr: -) wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten ausgewiesen.

Im Vorjahr wurden Call-Optionen auf Geschäftsanteile der aam2cred Debt Investments GmbH erworben. Der Ermittlung des Unternehmenswerts wurde ein risikoadjustierter Zinssatz von 23,50 Prozent (Vorjahr: 21,70 Prozent) zugrunde gelegt, im Black-Scholes-Modell wurden eine Volatilität von 42,00 Prozent und risikolose Zinssätze von 1,31 Prozent (2024), 1,56 Prozent (2026) und 1,72 Prozent (2029) verwendet. Durch die Änderung des Zinsniveaus haben sich bei einer im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Mittelfristplanung keine signifikanten Wertänderungen ergeben, sodass im Geschäftsjahr keine Bewertungsanpassung erfolgt ist. Im Vorjahr wurde ein erfolgswirksamer Gewinn in Höhe von 245 TEuro in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten ausgewiesen.

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Betrag des erfolgswirksamen Gewinns aus Vermögenswerten im Posten Finanzanlagen in Höhe von 2.547 TEuro (Vorjahr: -2.302 TEuro) wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Posten Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten sowie Ergebnis aus Finanzanlagen ausgewiesen. Der Betrag des erfolgsneutral erfassten Verlusts in Höhe von -16.801 TEuro (Vorjahr: 10.348 TEuro) wird in der Gesamtergebnisrechnung in dem Posten Gewinne und Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, die zur erfolgsneutralen Bewertung eingestuft wurden, ausgewiesen.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Anteile an Tochterunternehmen in Level 3 erfolgt auf Basis von Ertragswertverfahren unter Verwendung der nicht beobachtbaren Inputfaktoren künftige Erträge und risikoadjustierte Zinssätze. Die risikoadjustierten Zinssätze bewegten sich in einer Spanne zwischen 9,18 Prozent und 13,00 Prozent (Vorjahr: zwischen 8,05 Prozent und 11,20 Prozent). Für eine Beteiligung an einem Start-Up wurde eine Pre-Money-Valuation anhand der Bewertung zur letzten Finanzierungsrunde durchgeführt. Der Bilanzposten Finanzanlagen enthält Investmentanteile (Anteile an Private Equity Fonds). Der beizulegende Zeitwert entspricht den von den Kapitalverwaltungsgesellschaften nach nationalen investmentrechtlichen Vorschriften veröffentlichten Rücknahmepreisen (Net Asset Value). Die Ermittlung des Rücknahmepreises basiert im Wesentlichen auf den von den konzernfremden Verwaltern der Zielfonds übermittelten Discounted Cashflowbasierten Werten.

In folgender Übersicht werden für zum beizulegenden Zeitwert bewertete Level 3 Finanzinstrumente die Bewertungstechnik, die nicht beobachtbaren Inputfaktoren sowie deren Spannen zum 31. Dezember 2022 dargestellt:

Bilanzposten Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert
TEUR
Forderungen an Kunden Gründungsstockdarlehen 251
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten Option in Zusammenhang mit Beteiligungserwerb 1.184
Finanzanlagen Investmentanteile 14.047
Sonstiger Anteilsbesitz 10.326
Anteile an Tochterunternehmen 27.442
Anteile an assoziierten Unternehmen 3
Bilanzposten Bewertungstechnik Nicht beobachtbare Inputfaktoren Spanne der nicht beobachtbaren Inputfaktoren
in Prozent
Forderungen an Kunden DCF-Verfahren Ausfallwahrscheinlichkeit 0,35 %
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten Black Scholes Model Annahmen zu Ausübung, Ertragskennziffern und Dividendenrendite des Underlyings -
Finanzanlagen Net Asset Value - -
Ertragswertverfahren künftige Erträge -
Ertragswertverfahren künftige Erträge -
Ertragswertverfahren künftige Erträge -

In folgender Übersicht werden für zum beizulegenden Zeitwert bewertete Level 3 Finanzinstrumente die Bewertungstechnik, die nicht beobachtbaren Inputfaktoren sowie deren Spannen zum 31. Dezember 2021 dargestellt:

Bilanzposten Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert
TEUR
Forderungen an Kunden Gründungsstockdarlehen 211
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten Option in Zusammenhang mit Beteiligungserwerb 1.184
Finanzanlagen Investmentanteile 5.734
Sonstiger Anteilsbesitz 9.607
Anteile an Tochterunternehmen 44.777
Anteile an assoziierten Unternehmen 3
Bilanzposten Bewertungstechnik Nicht beobachtbare Inputfaktoren Spanne der nicht beobachtbaren Inputfaktoren
in Prozent
Forderungen an Kunden DCF-Verfahren Ausfallwahrscheinlichkeit -
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten Black Scholes Model Annahmen zu Ausübung, Ertragskennziffern und Dividendenrendite des Underlyings -
Finanzanlagen Net Asset Value - -
Ertragswertverfahren künftige Erträge -
Ertragswertverfahren künftige Erträge -
Ertragswertverfahren künftige Erträge -

Für Finanzanlagen sowie Positive und Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmodellen ermittelt wird, wird auf eine Sensitivitätsanalyse verzichtet, da die sich ergebenden Effekte unwesentlich sind.

Vermögenswerte und Schulden, die nicht mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Wiederkehrende Bewertungen des beizulegenden Zeitwerts von Vermögenswerten und Schulden, die in der Bilanz nicht mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden, für die der beizulegende Zeitwert aber angegeben wird, werden wie folgt in die Stufen der Bewertungshierarchie eingeordnet:

Aktiva 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 1.185.655 926.412 259.243
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 1.185.655 926.412 259.243
Davon Level 3 - - -
Forderungen an Kunden 94.325 98.589 -4.264
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 94.325 98.589 -4.264
Davon Level 3 - - -
Sonstige finanzielle Forderungen 204.232 231.729 -27.497
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 204.232 231.729 -27.497
Davon Level 3 - - -
Gesamt 1.484.212 1.256.730 227.482

Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 96.638 64.884 31.754
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 96.638 64.884 31.754
Davon Level 3 - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.402 2.361 1.041
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 3.402 2.361 1.041
Davon Level 3 - - -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.371 8.001 -630
Davon Level 1 - - -
Davon Level 2 6.908 4.360 2.548
Davon Level 3 463 3.641 -3.178
Gesamt 107.411 75.246 32.165

Bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden die Verbindlichkeiten aus Mietsoftware dem Fair-Value Level 3 zugeordnet. Da es sich überwiegend um kurzfristige Verbindlichkeiten handelt, entspricht der bilanzierte Buchwert dem Fair Value. Unsicherheiten bei der Bewertung ergeben sich aus der zukünftigen Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen.

[63] Analyse der vertraglichen Fälligkeiten

In der Fälligkeitsanalyse werden die vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse dargestellt:

Aktiva 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 1.902.060 1.251.097 650.963
Bis ein Monat 1.897.381 1.250.056 647.325
Ein Monat bis drei Monate 4.679 1.041 3.638
Drei Monate bis ein Jahr - - -
Ein Jahr bis fünf Jahre - - -
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit - - -
Forderungen an Kunden 95.350 99.004 -3.654
Bis ein Monat 82.412 87.847 -5.435
Ein Monat bis drei Monate 2.779 3.047 -268
Drei Monate bis ein Jahr 44 4 40
Ein Jahr bis fünf Jahre 4.047 3.349 698
Über fünf Jahre 5.760 4.656 1.104
Unbestimmte Laufzeit 308 101 207
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 1.184 1.184 -
Bis ein Monat - - -
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr - - -
Ein Jahr bis fünf Jahre 1.166 1.166 -
Über fünf Jahre 18 18 -
Unbestimmte Laufzeit - - -
Finanzanlagen 1.474.992 2.080.607 -605.615
Bis ein Monat - - -
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr - - -
Ein Jahr bis fünf Jahre - - -
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit 1.474.992 2.080.607 -605.615
Sonstige finanzielle Forderungen 204.232 231.729 -27.497
Bis ein Monat 201.692 229.307 -27.615
Ein Monat bis drei Monate 2.078 1.671 407
Drei Monate bis ein Jahr 161 445 -284
Ein Jahr bis fünf Jahre 257 204 53
Über fünf Jahre 41 93 -52
Unbestimmte Laufzeit 3 9 -6
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 18.517 - 18.517
Bis ein Monat - - -
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr - - -
Ein Jahr bis fünf Jahre - - -
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit 18.517 - 18.517

Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 96.638 64.885 31.753
Bis ein Monat 96.638 64.762 31.876
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr - 123 -123
Ein Jahr bis fünf Jahre - - -
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.402 2.361 1.041
Bis ein Monat 3.238 2.361 877
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr - - -
Ein Jahr bis fünf Jahre - - -
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit 164 - 164
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 577.748 111.892 465.856
Bis ein Monat 125.598 1.765 123.833
Ein Monat bis drei Monate 6.869 281 6.588
Drei Monate bis ein Jahr 28.219 1.910 26.309
Ein Jahr bis fünf Jahre 124.822 17.784 107.038
Über fünf Jahre 292.240 90.152 202.088
Unbestimmte Laufzeit - - -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.374 8.001 -627
Bis ein Monat 4.565 5.155 -590
Ein Monat bis drei Monate 19 74 -55
Drei Monate bis ein Jahr 221 1.710 -1.489
Ein Jahr bis fünf Jahre 638 487 151
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit 1.931 575 1.356
Leasingverbindlichkeiten 439.800 338.154 101.646
Bis ein Monat 3.285 3.387 -102
Ein Monat bis drei Monate 6.751 7.452 -701
Drei Monate bis ein Jahr 35.407 32.781 2.626
Ein Jahr bis fünf Jahre 175.575 140.860 34.715
Über fünf Jahre 218.782 153.674 65.108
Unbestimmte Laufzeit - - -

In der voranstehenden Tabelle wurden unter den Negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten die undiskontierten vertraglichen Zahlungsverpflichtungen aus den Kapitalerhaltungs- und Garantiezusagen aller UniProfiRente-Verträge und Garantiefonds abzüglich der diesen Verträgen zum Bilanzstichtag zugeordneten Vermögenswerte ausgewiesen, soweit diese Verträge zum Bilanzstichtag einen negativen Marktwert der Kapitalerhaltungs- beziehungsweise Garantiezusagen aufwiesen.

Sonstige Angaben 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Finanzielle Garantien 28.095 26.495 1.600
Bis ein Monat - - -
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr - - -
Ein Jahr bis fünf Jahre - - -
Über fünf Jahre - - -
Unbestimmte Laufzeit 28.095 26.495 1.600
Kreditzusagen 1.961 1.692 269
Bis ein Monat - - -
Ein Monat bis drei Monate - - -
Drei Monate bis ein Jahr 105 211 -106
Ein Jahr bis fünf Jahre 798 423 375
Über fünf Jahre 1.058 1.058 -
Unbestimmte Laufzeit - - -

Für Finanzielle Garantien werden Nominalbeträge angegeben, diese entsprechen nicht den erwarteten Zahlungsmittelabflüssen.

[64] Darstellung der Fremdwährungsvolumina

Aktiva 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 1.494 1.463 31
US-Dollar (USD) 586 473 113
Schweizer Franken (CHF) - - -
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) 848 956 -108
Polnische Zloty (PLN) - - -
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen 60 34 26
Forderungen an Kunden 1.536 2.136 -600
US-Dollar (USD) 698 830 -132
Schweizer Franken (CHF) 351 410 -59
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) 469 860 -391
Polnische Zloty (PLN) - - -
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen 18 36 -18
Finanzanlagen 4.177 2.883 1.294
US-Dollar (USD) 1.633 903 730
Schweizer Franken (CHF) 2.544 1.978 566
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) - - -
Polnische Zloty (PLN) - - -
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen - 2 -2
Sonstige finanzielle Forderungen 154 151 3
US-Dollar (USD) 94 80 14
Schweizer Franken (CHF) 8 - 8
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) 52 71 -19
Polnische Zloty (PLN) - - -
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen 0 0 -
Gesamt 7.361 6.633 728

Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 144 2.243 -2.099
US-Dollar (USD) 30 2.216 -2.186
Schweizer Franken (CHF) 78 4 74
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) 17 3 14
Polnische Zloty (PLN) 19 20 -1
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen - - -
Leasingverbindlichkeiten 1.232 1.383 -151
US-Dollar (USD) 1.232 1.383 -151
Schweizer Franken (CHF) - - -
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) - - -
Polnische Zloty (PLN) - - -
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen - - -
Gesamt 1.376 3.626 -2.250
Sonstige Angaben 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Finanzielle Garantien 28.095 26.495 1.600
US-Dollar (USD) 28.095 26.495 1.600
Schweizer Franken (CHF) - - -
Japanische Yen (JPY) - - -
Britische Pfund (GBP) - - -
Polnische Zloty (PLN) - - -
Hongkong-Dollar (HKD) - - -
Übrige Fremdwährungen - - -
Gesamt 28.095 26.495 1.600

Für Finanzielle Garantien wird der Nominalbetrag angegeben.

Sonstige Angaben

[65] Eigenkapitalmanagement

Einzelne Gesellschaften der Union Investment Gruppe unterliegen auf Einzelinstitutsebene aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen nach nationalen Vorschriften, die im Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt erfüllt waren. In der Bundesrepublik Deutschland ergeben sich aufsichtsrechtliche Kapitalanforderungen für Kapitalverwaltungsgesellschaften aus § 25 Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und für die Union Investment Service Bank AG, die Quoniam Asset Management GmbH und die VisualVest GmbH aus Artikel 11 der Verordnung (EU) 2019/2033 des Europäischen Parlaments und des Rates vom T1. November 2019 über Aufsichtsanforderungen an Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 1093/2010, (EU) Nr. 575/2013, (EU) Nr. 600/2014 und (EU) Nr. 806/2014 (Investment Firm Regulation beziehungsweise IFR). Für den UMH Konzern bestehen keine regulatorischen Eigenmittelanforderungen, da die Kriterien der IFR für das Vorliegen einer Wertpapierfirmengruppe nicht erfüllt sind. Der Vorstand der UMH AG überwacht die Angemessenheit der Eigenmittelausstattung der Union Investment Gruppe wie im Risikobericht des Konzernlageberichts beschrieben.

Zur Zusammensetzung und Entwicklung des Eigenkapitals verweist der UMH Konzern auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung.

[66] Angaben zu den Erlösen aus Verträgen mit Kunden

Aufteilung der Erlöse aus Verträgen mit Kunden

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Erlösarten
Provisionserträge 3.493.433 3.790.302 -296.869
aus Absatzprovisionen 402.122 453.357 -51.235
aus Verwaltungsvergütungen 2.895.380 3.150.080 -254.700
aus Wertpapierverwahrung 44.823 42.645 2.178
Sonstige 151.108 144.220 6.888
Sonstige betriebliche Erträge 12.319 8.360 3.959
Erlösarten Gesamt 3.505.752 3.798.662 -292.910
Geografische Hauptmärkte
Deutschland 2.634.108 2.905.703 -271.595
Restliche EU 871.644 892.959 -21.315
Rest der Welt - - -
Geografische Hauptmärkte Gesamt 3.505.752 3.798.662 -292.910
Art der Umsatzvereinnahmung
Zeitpunktbezogen 509.399 559.330 -49.931
Zeitraumbezogen 2.996.353 3.239.332 -242.979
Art der Umsatzvereinnahmung Gesamt 3.505.752 3.798.662 -292.910

Aus den erbrachten Asset Management-Leistungen entstehen wegen der periodischen Abrechnungen typischerweise keine Vertragsvermögenswerte. Da von Kunden keine Vorauszahlungen geleistet werden, entstehen keine Vertragsverbindlichkeiten.

In Bezug auf Verträge mit Kunden, bei denen die Erlöse signifikante Finanzierungskomponenten enthalten, wird der in IFRS 15.63 eingeräumte praktische Behelf angewendet, nach dem eine Anpassung der Transaktionspreise in Bezug auf die Effekte einer signifikanten Finanzierungskomponente unterbleiben kann, wenn der Kunde voraussichtlich spätestens innerhalb eines Jahres nach Übertragung der zugesagten Wirtschaftsgüter oder Dienstleistungen zahlen wird.

Die vom UMH Konzern geschlossenen Verträge mit Kunden gewähren stets einen Anspruch auf eine von den Kunden zu zahlende Gegenleistung in einer Höhe, die direkt dem Wert der vom Unternehmen bereits für diese Kunden erbrachten Leistungen entspricht. Deshalb wird der in IFRS 15.121 (b) eingeräumte praktische Behelf in Anspruch genommen und Umsätze in Höhe der Beträge erfasst, die das Unternehmen in Rechnung stellen darf. Dadurch entfällt die Verpflichtung zur Angabe der Gesamthöhe der Transaktionspreise, die den zum Bilanzstichtag noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen für den Vertragsbestand zugeordnet werden. Quantitative Angaben zu den noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen sind bei den für das Asset Management typischen Vertragsgestaltungen aufgrund der Regelungen des IFRS 15 zur Begrenzung der Vereinnahmung variabler Gegenleistungen nicht möglich.

Angaben zu Verträgen mit Kunden

Ein Teil der in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen wird unter Anwendung der Regelungen des IFRS 15 bilanziert.

Forderungen an Kreditinstitute
TEUR
Forderungen an Kunden
TEUR
Sonstige Forderungen
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand zum 01.01.2021 5.822 79.866 176.967 262.655
Zugänge 94.938 490.987 3.366.143 3.952.068
Abgänge -88.303 -472.828 -3.313.308 -3.874.439
Wertminderung/Wertaufholung - -66 - -66
Sonstiges 0 563 1 564
Stand zum 31.12.2021 12.457 98.522 229.803 340.782
Stand zum 01.01.2022 12.457 98.522 229.803 340.782
Zugänge 169.714 599.583 3.099.122 3.868.419
Abgänge -158.033 -604.318 -3.127.776 -3.890.127
Wertminderung/Wertaufholung - -64 - -64
Sonstiges -6 -42 0 -48
Stand zum 31.12.2022 24.132 93.681 201.149 318.962

[67] Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

Maßgebliche Ermessensausübung und Annahmen

Beherrschung von anderen Unternehmen

Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er aus seiner Verbindung mit dem Unternehmen variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, diese Rückflüsse mittels seiner Verfügungsgewalt zu beeinflussen.

Um festzustellen, ob ein Unternehmen zu konsolidieren ist, überprüft der UMH Konzern eine Reihe von Faktoren, unter anderem

den Zweck und die Gestaltung des Unternehmens,

die relevanten Tätigkeiten und wie diese bestimmt werden,

ob der Konzern durch seine Rechte die Fähigkeit hat, die relevanten Tätigkeiten zu bestimmen,

ob der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse hat und ob der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rückflüsse beeinflusst wird.

Wenn Stimmrechte maßgeblich sind, beherrscht der Konzern ein Unternehmen, sofern er direkt oder indirekt mehr als die Hälfte der Stimmrechte an dem Unternehmen besitzt, ausgenommen es gibt Anzeichen, dass ein anderer Investor über die praktische Fähigkeit verfügt, die relevanten Tätigkeiten einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung der Beherrschung werden auch potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, soweit diese als substanziell erachtet werden. Ähnlich beurteilt der UMH Konzern das Vorliegen einer Beherrschung in Fällen, in denen er nicht die Mehrheit der Stimmrechte besitzt, aber die praktische Fähigkeit zur einseitigen Lenkung der relevanten Tätigkeiten hat. Diese Fähigkeit kann in Fällen entstehen, in denen der Konzern die Möglichkeit zur Beherrschung der relevanten Tätigkeiten aufgrund der Größe und Verteilung der Stimmrechte der Anteilseigner besitzt.

Der Konzern überprüft mindestens zu jedem Quartalsabschluss die Angemessenheit zuvor getroffener Konsolidierungsentscheidungen. Entsprechend erfordern diejenigen Strukturveränderungen, die zu einer Veränderung eines oder mehrerer Kontrollfaktoren führen, eine Neubewertung, wenn sie eintreten. Dazu gehören Änderungen der Entscheidungsrechte, Änderungen von vertraglichen Vereinbarungen, Änderungen der Finanzierungs-, Eigentums- oder Kapitalstrukturen sowie Änderungen nach einem auslösenden Ereignis, das in den ursprünglichen Vertragsvereinbarungen vorweggenommen wurde.

Der UMH Konzern geht grundsätzlich davon aus, dass er in Bezug auf die von den Kapitalverwaltungsgesellschaften des Konzerns verwalteten Investmentvermögen nach Würdigung ihrer Rolle nach den nationalen investmentrechtlichen Vorschriften

über Bestimmungsmacht im Sinne des IFRS 10.7(a) verfügt,

über das Risiko aus, sowie Rechten an, variablen wirtschaftlichen Erfolgen aus dem Engagement an diesen Einheiten verfügt (IFRS 10.7(b)) und

über die Möglichkeit verfügt, durch Ausübung seiner Bestimmungsmacht über diese Einheiten die Höhe seiner wirtschaftlichen Erfolge zu beeinflussen (IFRS 10.7(c)).

Vor diesem Hintergrund wird geprüft, bei welchen dieser Investmentvermögen der UMH Konzern die zur Vollkonsolidierung verpflichtende Rolle des Prinzipals einnimmt, beziehungsweise bei welchen er nur als Agent für konzernfremde Anleger tätig wird.

Demnach hat der UMH Konzern bei diesen Investmentvermögen immer dann die Rolle eines Agenten inne, wenn

die vertraglich vereinbarten Vergütungen angemessen und so ausgestaltet sind, wie sie auch zwischen voneinander unabhängigen Geschäftspartnern üblich sind (IFRS 10.B69) und

der Umfang der ökonomischen Partizipation des UMH Konzerns an einem solchen Investmentvermögen und die damit verbundene Variabilität unter Berücksichtigung seiner direkten Beteiligung an diesem Investmentvermögen sowie der wesentlichen Vergütungskomponenten des UMH Konzerns für die Verwaltung des Fonds eine intern festgelegte Schwelle nicht überschreiten. Wenn die Schwelle überschritten wird, erfolgt eine Einzelfallanalyse unter Würdigung der Gesamtumstände.

Der UMH Konzern geht wegen des Vorrangs der investmentrechtlichen Anlegerschutzvorschriften davon aus, dass er-solange die Schwelle zur Kontrolle im Sinne des IFRS 10 nicht überschritten wird -nicht über einen signifikanten Einfluss auf Sondervermögen im Sinne des IAS 28 verfügt, die von Kapitalverwaltungsgesellschaften des Konzerns verwaltet werden. Eigenanlagen in nicht vollkonsolidierten Sondervermögen werden deshalb nicht nach der Equity-Methode, sondern zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Assoziierte Unternehmen, gemeinschaftliche Führung und maßgeblicher Einfluss

Assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, bei denen der UMH Konzern direkt oder indirekt über einen maßgeblichen Einfluss verfügt. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 Prozent vermutet.

Der UMH Konzern ist mit 49 Prozent der Stimmrechte an der BEA Union Investment Management Limited, Hongkong (BU) beteiligt. Da die Beteiligung gemeinsam mit anderen Partnern beherrscht wird, die Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung aller Parteien erfordern und der UMH Konzern über Rechte am Nettovermögen verfügt, wurde diese Beteiligung als Joint Venture klassifiziert. Die Beteiligung wird unverändert seit dem Erwerbszeitpunkt nach der Equity-Methode in den UMH Konzernabschluss einbezogen.

Anteile an Tochterunternehmen

Abweichende Abschlussstichtage

Im Geschäftsjahr wurde, wie auch im Vorjahr, kein Unternehmen mit einem Abschluss in den UMH Konzern einbezogen, dessen Datum vom Abschlussstichtag des UMH Konzerns abweicht. Das vollkonsolidierte Sondervermögen Ul Vario: 2, dessen Fondsgeschäftsjahr am 31. Mai endet, wird mit einem Zwischenabschluss per 31. Dezember 2022 einbezogen.

Nicht beherrschende Anteile an den Tätigkeiten des UMH Konzerns und den Cashflows

Für die Tochterunternehmen Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg (UIR), Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg (Ull), ZBI GmbH, Erlangen (ZBIG), Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main (QAM), und Union Investment Real Estate Austria AG, Wien (URA), bestehen im UMH Konzern wesentliche Nicht beherrschende Anteile:

Nicht beherrschende Anteile am Kapital (inklusive Ergebnisanteil) 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Union Investment Real Estate GmbH 22.512 22.583 -71
Union Investment Institutional Property GmbH 4.743 4.512 231
ZBI GmbH 4.384 5.008 -624
Quoniam Asset Management GmbH 1.292 1.958 -666
Union Investment Real Estate Austria AG 627 635 -8
Übrige -415 -648 233
Gesamt 33.143 34.048 -905
Nicht beherrschende Anteile am Konzernergebnis 2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Union Investment Real Estate GmbH 5.759 6.416 -657
Union Investment Institutional Property GmbH 1.782 2.431 -649
ZBI GmbH 172 56 116
Quoniam Asset Management GmbH 239 950 -711
Union Investment Real Estate Austria AG 61 80 -19
Übrige 1 0 1
Gesamt 8.014 9.933 -1.919

Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg

Die UIR mit Sitz in Hamburg ist ein Asset Manager für Gewerbeimmobilien. Auf gewerblichen Immobilienmärkten ist die UIR als Investor und Verkäufer, als Bauherr und Entwickler sowie als Vermieter und Dienstleister rund um die Immobilie aktiv. Derzeit betreut die UIR Immobilien-Investmentvermögen mit einem Nettofondsvermögen von 40,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 37,8 Mrd. Euro). Die UMH AG hält direkt 90,0 Prozent (Vorjahr: 90,0 Prozent) der Anteile an der UIR. Die Stimmrechtsquote entspricht der Beteiligungsquote. Die Nicht beherrschenden Anteile entfallen in Höhe von 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent) auf die UIR Beteiligungs GmbH & Co KG und in Höhe von 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent) auf die DZ BANK.

Die UMH AG hat mit der UIR im Januar 2014 auf unbestimmte Zeit einen Beherrschungsvertrag abgeschlossen, der mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende eines jeden Wirtschaftsjahrs gekündigt werden kann. Dieser garantiert den außenstehenden Gesellschaftern UIR Beteiligungs GmbH & Co KG für die Dauer des Vertrags für jedes volle Geschäftsjahr einen Gewinnanteil (Bardividende) in Höhe von 1.961 TEuro für 5,5 Prozent der Gesellschaftsanteile beziehungsweise der DZ BANK 1.605 TEuro für 4,5 Prozent der Gesellschaftsanteile. Die außenstehenden Gesellschafter haben auf die Geltendmachung der Garantiedividende verzichtet, der Anspruch auf die ausgeschüttete Dividende gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der UIR bleibt von diesem Verzicht unberührt. Im Geschäftsjahr wurden an die außenstehenden Gesellschafter der UIR Dividendenausschüttungen (Bardividenden) in Höhe von 6.000 TEuro (Vorjahr: 4.889 TEuro) geleistet.

Zusammengefasste Finanzinformationen über die UIR:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Vermögenswerte 429.096 427.780 1.316
Schulden 203.986 201.957 2.029
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zins- und Provisionserträge 488.755 458.724 30.031
Erfolgswirksames Ergebnis 57.585 64.152 -6.567
Erfolgsneutrales Ergebnis 1.702 8.753 -7.051
Gesamtergebnis 59.287 72.905 -13.618
Cashflow 2 -4 6

Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg

Die UII mit Sitz in Hamburg und einer Niederlassung in London ist ein Asset Manager für Immobilien mit Schwerpunkt auf die Anlagebedürfnisse institutioneller Investoren. Derzeit betreut die UII ein Volumen von 14,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,0 Mrd. Euro).

Die UMH AG hält direkt 90,0 Prozent (Vorjahr: 90,0 Prozent) der Anteile an der UII. Die Stimmrechtsquote entspricht der Beteiligungsquote. Die Nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 10,0 Prozent (Vorjahr: 10,0 Prozent) entfallen vollständig auf die BAG Bankaktiengesellschaft, Hamm.

Die UMH AG hat mit der UII im Oktober 2013 auf unbestimmte Zeit einen Beherrschungsvertrag abgeschlossen, der mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende eines jeden Wirtschaftsjahrs gekündigt werden kann. Dieser garantiert dem Außenstehenden für die Dauer des Vertrags für jedes volle Geschäftsjahr einen Gewinnanteil (Bardividende) in Höhe von zwölf Prozent des Geschäftsanteils im Nennbetrag von 620 TEuro, das sind 74 TEuro. Im Geschäftsjahr wurden an den außenstehenden Anteilseigner der UII Dividendenausschüttungen (Bardividende) in Höhe von 1.700 TEuro geleistet (Vorjahr: 889 TEuro).

Zusammengefasste Finanzinformationen über die UII:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Vermögenswerte 61.992 65.651 -3.659
Schulden 14.559 20.536 -5.977
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zins- und Provisionserträge 102.869 96.243 6.626
Erfolgswirksames Ergebnis 17.819 24.308 -6.489
Erfolgsneutrales Ergebnis 1.499 -393 1.892
Gesamtergebnis 19.318 23.915 -4.597
Cashflow - - -

ZBI GmbH, Erlangen

Die ZBIG mit Sitz in Erlangen wurde 2017 im Zuge einer strategischen Partnerschaft zwischen der ZBI Gruppe und Union Investment gegründet. Die ZBI Gruppe verwaltet Wohnimmobilienfonds für private und institutionelle Anleger.

Die UMH AG hält direkt 94,9 Prozent (Vorjahr: 94,9 Prozent) der Anteile an der ZBIG. Die Stimmrechtsquote entspricht der Beteiligungsquote. Die Nicht beherrschenden Anteile entfallen zum Stichtag in Höhe von 5,1 Prozent (Vorjahr: 5,1 Prozent) auf die BAG Bankaktiengesellschaft, Hamm.

Zusammengefasste Finanzinformationen über die ZBIG:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Vermögenswerte 166.197 144.762 21.435
Schulden 80.229 46.567 33.662
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zins- und Provisionserträge 12 436 -424
Erfolgswirksames Ergebnis 3.363 -3.761 7.124
Erfolgsneutrales Ergebnis -10.937 2.461 -13.398
Gesamtergebnis -7.574 -1.300 -6.274
Cashflow -1 1 -2

Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main

Die QAM ist ein Wertpapierinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main und einer Niederlassung in London.

Die UMH AG hält direkt 95,3 Prozent (Vorjahr: 93,8 Prozent) der Kapitalanteile und sämtliche stimmberechtigten Anteile an der QAM. Auf die Nicht beherrschenden Anteile entfallen 4,7 Prozent (Vorjahr: 6,2 Prozent) der Kapitalanteile. Diese nicht stimmberechtigten Anteile werden durch das Management der QAM gehalten. Der Effekt aus der Veränderung der Beteiligungsquote auf das den beherrschenden Anteilen zugeordnete Eigenkapital beträgt im Geschäftsjahr -2,5 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr wurden Dividenden (Bardividende) in Höhe von 819TEuro (Vorjahr: 1.024 TEuro) an Nicht beherrschende Anteile der QAM ausbezahlt.

Zusammengefasste Finanzinformationen über die QAM:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Vermögenswerte 60.069 70.722 -10.653
Schulden 32.540 39.215 -6.675
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zins- und Provisionserträge 53.525 61.756 -8.231
Erfolgswirksames Ergebnis 5.100 15.291 -10.191
Erfolgsneutrales Ergebnis 4.093 108 3.985
Gesamtergebnis 9.193 15.399 -6.206
Cashflow 0 0 0

Union Investment Real Estate Austria AG, Wien

Die URA mit Sitz in Wien ist eine Kapitalanlagegesellschaft für Immobilien nach österreichischem Immobilien-Investmentfondsgesetz. Derzeit betreut die URA Immobilien-Investmentvermögen mit einem Volumen von 1,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,2 Mrd. Euro).

Die UMH AG hält indirekt 94,5 Prozent (Vorjahr: 94,5 Prozent) der Anteile an der URA. Die Stimmrechtsquote entspricht der Beteiligungsquote. Die Nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent) entfallen vollständig auf die BAG Bankaktiengesellschaft, Hamm.

Im Geschäftsjahr wurden Dividenden (Bardividenden) in Höhe von 72 TEuro (Vorjahr: 87 TEuro) an Nicht beherrschende Anteile der URA gezahlt.

Zusammengefasste Finanzinformationen über die URA:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Vermögenswerte 18.228 18.221 7
Schulden 6.823 6.670 153
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zins- und Provisionserträge 20.664 17.694 2.970
Erfolgswirksames Ergebnis 1.102 1.460 -358
Erfolgsneutrales Ergebnis 51 9 42
Gesamtergebnis 1.153 1.469 -316
Cashflow - - -

Wesensart und Umfang maßgeblicher Beschränkungen

Nationale regulatorische Anforderungen und gesellschaftsrechtliche Bestimmungen schränken die Fähigkeit des UMH Konzerns ein, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Diese Beschränkungen lassen sich jedoch nicht konkret einzelnen Vermögensgegenständen oder Bilanzposten zuordnen.

Zudem bestehen für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Wertpapierinstitute beziehungsweise Wertpapierfirmen der Union Investment Gruppe aufgrund regulatorischer Bestimmungen Beschränkungen, Darlehen an andere Konzernunternehmen zu vergeben.

Wesensart der Risiken, die mit Anteilen an konsolidierten strukturierten Unternehmen einhergehen

Im UMH Konzernabschluss wird das Investmentvermögen Ul Vario: 2 mit einem Net Asset Value zum Bilanzstichtag in Höhe von 1.463,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.535,9 Mio. Euro) vollkonsolidiert. Es handelt sich hierbei um einen Dachfonds, der als Vehikel zur Bündelung der strategischen Eigenanlagepositionen des UMH Konzerns aufgelegt wurde und dessen Anlageuniversum sich auf Investmentvermögen, die von der Union Investment Gruppe verwaltet werden, konzentriert. Sämtliche Anteilscheine dieses von der Union Investment Luxembourg S.A. verwalteten Investmentvermögens befinden sich im Eigentum von Unternehmen des UMH Konzerns. Der Anteilscheinerwerb ist ausschließlich Unternehmen des UMH Konzerns Vorbehalten. Das maximale Verlustrisiko beschränkt sich auf das konsolidierte Nettovermögen dieses strukturierten Unternehmens.

Anteile an gemeinsamen Vereinbarungen und assoziierten Unternehmen

Abweichende Abschlussstichtage

Im Geschäftsjahr wurde kein Unternehmen mit einem Abschluss in den UMH Konzern einbezogen, dessen Datum vom Abschlussstichtag des UMH Konzerns abweicht.

Es wird der jeweils zuletzt verfügbare Jahresabschluss, gegebenenfalls mit Anpassungen, verwendet. Wesentliche bekannte Effekte des Geschäftsjahres werden in einer Überleitungsrechnung berücksichtigt.

Art, Umfang und finanzielle Auswirkungen der Anteile an gemeinsamen Vereinbarungen

BEA Union Investment Management Limited, Hongkong

Die BEA Union Investment Management Limited (BU) ist ein Gemeinschaftsunternehmen der UMH AG mit der The Bank of East Asia Limited, Hongkong (BEA). Die Kapitalverwaltungsgesellschaft bietet Portfoliomanagement-Leistungen im Bereich Publikumsfonds und für "Mandatory Provident Fund Schemes" (MPF) -regulierte Altersvorsorgeprodukte -an, ebenso wie Vermögensverwaltungs- und Advisory-Leistungen für institutionelle Kunden. Der Vertrieb erfolgt über die BEA sowie zunehmend über Dritte und erstreckt sich schwerpunktmäßig auf Hongkong und China. Ende 2022 hat die Gesellschaft 40,2 Mrd. HKD Assets under Management (Vorjahr: 50,2 Mrd. HKD) in 87 Produkten (Vorjahr: 92 Produkte).

Die Beteiligungsquote der UMH AG beträgt am Abschlussstichtag 49 Prozent (Vorjahr: 49 Prozent). Die übrigen Anteile in Höhe von 51 Prozent (Vorjahr: 51 Prozent) entfallen auf die BEA. Die Anteile an der BU werden im UMH Konzern nach der Equity-Methode bilanziert. Im Geschäftsjahr hat die BU eine Dividende in Höhe von 47,5 Mio. HKD beziehungsweise 5.690 TEuro (Vorjahr: 52,2 Mio. HKD beziehungsweise 5.509 TEuro) an die UMH AG ausgeschüttet.

Zusammengefasste Finanzinformationen über die BU:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Vermögenswerte 67.138 71.785 -4.647
Davon Barreserve 0 0 -
Schulden 7.856 10.370 -2.514
Davon finanzielle Verbindlichkeiten 7.792 10.297 -2.505
2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zinserträge 684 131 553
Zinsaufwendungen -27 -14 -13
Provisionserträge 26.011 35.755 -9.744
Provisionsaufwendungen -5.026 -7.800 2.774
Verwaltungsaufwendungen und Sonstiges betriebliches Ergebnis -14.677 -15.415 738
Ertrag steuern -1.035 -2.038 1.003
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 5.876 10.563 -4.687
Erfolgsneutrales Ergebnis - - -
Gesamtergebnis 5.876 10.563 -4.687

Überleitungsrechnung von den zusammengefassten Finanzinformationen zum Buchwert der Anteile an der BU:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Bilanzielles Nettovermögen 59.282 61.415 -2.133
Multiplikation mit Anteilsquote 29.048 30.093 -1.045
Geschäfts- oder Firmenwert 29.268 27.599 1.669
Buchwert aus der Bewertung nach der Equity-Methode 58.316 57.692 624

Art, Umfang und finanzielle Auswirkungen der Anteile an assoziierten Unternehmen

Sonstige assoziierte Unternehmen

Die einzelnen für den UMH Konzern nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen wurden im Geschäftsjahr veräußert. Im Vorjahr betrug der Buchwert 9,9 Mio. Euro.

Zusammengefasste Finanzinformationen über einzelne nicht wesentliche assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Anteiliges Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1.818 3.406 -1.588
Anteiliges Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - - -
Anteiliges erfolgsneutrales Ergebnis - - -
Anteiliges Gesamtergebnis 1.818 3.406 -1.588

Wesensart und Umfang maßgeblicher Beschränkungen

Das Gemeinschaftsunternehmen BU unterliegt in seinem Sitzland Hongkong regulatorischen Mindesteigenkapitalanforderungen und insoweit Beschränkungen bei Dividenden- und Kapitalauszahlungen.

Risiken, die mit den Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen einhergehen

Verpflichtungen in Bezug auf Gemeinschaftsunternehmen

Jeder der beiden Anteilseigner der BU darf das Gemeinschaftsunternehmen ohne Angabe von Gründen beenden. In diesem Fall greift ein spezieller Mechanismus. Der kündigende Vertragspartner muss dem nicht-kündigenden Vertragspartner seine Anteile zu einem Preis je Anteil anbieten, den der Kündigende selbst bestimmt. Lehnt der nicht-kündigende Vertragspartner das Angebot ab, muss der kündigende Vertragspartner im Gegenzug die Anteile des nicht-kündigenden Vertragspartners zum zuvor genannten Preis je Anteil übernehmen. Diese Vereinbarung findet keine Berücksichtigung in den Bilanzansätzen des UMH Konzerns.

Zum Bilanzstichtag hat der UMH Konzern Provisionsrückstellungen gegenüber der BU in Höhe von 529 TEuro (Vorjahr: 541 TEuro) passiviert.

Nicht angesetzte Verluste

Für die im UMH Konzernabschluss unter Anwendung der Equity-Methode bewerteten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen bestehen keine nicht angesetzten Verluste.

Anteile an nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen

Strukturierte Unternehmen sind Unternehmen, die derart ausgestaltet sind, dass Stimmrechte oder diesen vergleichbare Rechte nicht der dominierende Faktor für die Frage der Beherrschung über das Unternehmen sind. Im UMH Konzern werden ausgehend von deren Ausgestaltung sowie den damit verbundenen Risiken die folgenden Arten von Anteilen an nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen unterschieden:

Anteile an Investmentvermögen, die von Unternehmen der Union Investment Gruppe aufgelegt wurden.

Anteile an Investmentvermögen, die von konzernfremden Unternehmen aufgelegt wurden.

Investmentvermögen, die von Unternehmen der Union Investment Gruppe aufgelegt wurden

Die im Rahmen der Berichterstattung nach IFRS 12 zu berücksichtigenden nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen umfassen im Wesentlichen Investmentvermögen, die von Unternehmen der Union Investment Gruppe nach dem Vertragsform-Modell ohne Stimmrechte und in geringerem Umfang in Gesellschaftsstrukturen mit eigener Rechtspersönlichkeit aufgelegt wurden. Die Kapitalverwaltungsgesellschaften des Konzerns gründen solche strukturierten Unternehmen, um unterschiedliche Kundenanforderungen in Bezug auf Investitionen in spezifische Assetklassen oder Investmentstile zu erfüllen.

Der UMH Konzern erzielt für seine fondsbezogenen Investment-Management-Leistungen Einnahmen aus laufenden Verwaltungsvergütungen, zum Teil ergänzt um Erfolgsbeteiligungen (Performance Fees). Daneben erhält der UMH Konzern Auslagenersatz aus Investmentvermögen, zum Teil in Form von Pauschalvergütungen.

Derivative Geschäfte zwischen Unternehmen des UMH Konzerns und von der Union Investment Gruppe verwalteten Investmentvermögen werden nicht getätigt. Eine Refinanzierung von Investmentvermögen durch Darlehen seitens Unternehmen der Union Investment Gruppe erfolgt nicht.

Eigenanlagebestände in Investmentvermögen werden grundsätzlich zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert klassifiziert, so dass die realisierten Bewertungserfolge im Ergebnis aus Finanzanlagen und die unrealisierten Bewertungserfolge aus diesen Positionen im Sonstigen Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten enthalten sind.

Die Investmentvermögen finanzieren sich grundsätzlich über die Ausgabe von Anteilscheinen an die Anleger. Eine darüber hinausgehende Finanzierung durch die Aufnahme von Fremdkapital erfolgt nur bei den Offenen Immobilien-Publikumsfonds, Immobilien-Spezialfonds und im Einzelfall bei sonstigen Investmentvermögen.

Ein wesentliches Merkmal aller von der Union Investment Gruppe verwalteten Investmentvermögen ist die Risikodiversifikation nach nationalen investmentrechtlichen Vorschriften.

Bestandteil dieser Geschäftsaktivität sind auch die von Unternehmen der Union Investment Gruppe aufgelegten Garantiefonds. Diese sind mit Marktwertgarantien versehen. Dabei wird ein bestimmter Betrag und/oder eine bestimmte Wertentwicklung dieser Anlagen bis zu einer bestimmten Höhe garantiert. Die Höhe der Marktwertgarantien und die Fälligkeitstermine variieren aufgrund der für die einzelnen Investmentfonds jeweils getroffenen Vereinbarungen. Die Leistung unter einer Marktwertgarantie wird ausgelöst, wenn der Marktwert der betroffenen Anteilscheine die garantierten Vorgaben an bestimmten Terminen nicht erreicht. Zum Bilanzstichtag verwaltet der UMH Konzern Garantiefonds mit einem Volumen von 307.126 TEuro (Vorjahr: 361.106 TEuro) (Net Asset Value) und einem Nominalbetrag der Mindestzahlungszusage in Höhe von 331.858 TEuro (Vorjahr: 362.686 TEuro). Die Garantiezusagen entsprechen ökonomisch eingebetteten Put-Optionen, die zum Bilanzstichtag mit 13.410 TEuro (Vorjahr: 11.121 TEuro) bewertet und als Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden.

Anzahl der Anteilscheingattungen und das Volumen der vom UMH Konzern verwalteten Investmentvermögen dieser Geschäftsaktivität:

Volumen Anzahl (Anteilscheingattungen)
31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
31.12.2022 Stück 31.12.2021 Stück
Publikumsfonds 213.006.060 238.933.778 332 339
Davon Garantiefonds 307.126 361.106 8 9
Spezialfonds 140.438.223 144.554.032 524 494
Davon Garantiefonds - - - -
Gesamt 353.444.283 383.487.810 856 833
Davon Garantiefonds 307.126 361.106 8 9

Im Zusammenhang mit den Anteilen dieser Geschäftsaktivität werden in der Bilanz des UMH Konzerns die unten aufgeführten Vermögenswerte und Schulden erfasst. Darüber hinaus ergibt sich gegebenenfalls eine sonstige Exponierung aus Eventualschulden sowie Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstigen Verpflichtungen.

Geschäftsjahr 2022 Publikumsfonds Spezialfonds Gesamt
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR
Vermögenswerte 1.753.141 7 43.569 - 1.796.710
Forderungen an Kunden 4.017 - 15.073 - 19.090
Investmentanteile 1.423.243 - 13.979 - 1.437.222
Sonstige Forderungen 186.165 7 14.516 - 200.681
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 18.516 - 1 - 18.517
Nutzungsrechte 121.200 - - - 121.200
Schulden 139.080 13.410 23 - 139.103
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 13.410 13.410 - - 13.410
Sonstige Verbindlichkeiten 11 - 23 - 34
Leasingverbindlichkeiten 125.659 - - - 125.659
Bilanzielle Nettoexponierung (Vermögenswerte abzüglich Schulden) 1.614.061 -13.403 43.546 - 1.657.607
Eventualschulden - - - - -
Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstige Verpflichtungen 318.447 318.447 - - 318.447
Finanzgarantien - - - - -
Kreditzusagen - - - - -
Sonstige Verpflichtungen 318.447 318.447 - - 318.447
Ausgewiesene Exponierung (Bilanzielle Nettoexponierung + Eventualschulden + Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstige Verpflichtungen) 1.932.508 305.044 43.546 - 1.976.054
Tatsächliche Höchstverlustexponierung 1.932.508 305.044 43.546 - 1.976.054
Geschäftsjahr 2021 Publikumsfonds Spezialfonds Gesamt
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR
Vermögenswerte 2.286.779 8 44.031 - 2.330.810
Forderungen an Kunden 3.668 - 10.762 - 14.430
Investmentanteile 2.018.780 - 7.440 - 2.026.220
Sonstige Forderungen 203.219 8 25.828 - 229.047
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 - - - 0
Nutzungsrechte 61.111 - - - 61.111
Schulden 73.243 11.121 38 - 73.281
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 11.121 11.121 - - 11.121
Sonstige Verbindlichkeiten 75 - 38 - 113
Leasingverbindlichkeiten 62.048 - - - 62.048
Bilanzielle Nettoexponierung (Vermögenswerte abzüglich Schulden) 2.213.536 -11.113 43.993 - 2.257.529
Eventualschulden - - - - -
Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstige Verpflichtungen 351.566 351.566 - - 351.566
Finanzgarantien - - - - -
Kreditzusagen - - - - -
Sonstige Verpflichtungen 351.566 351.566 - - 351.566
Ausgewiesene Exponierung (Bilanzielle Nettoexponierung + Eventualschulden + Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstige Verpflichtungen) 2.565.102 340.453 43.993 - 2.609.095
Tatsächliche Höchstverlustexponierung 2.565.102 340.453 43.993 - 2.609.095

Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstige Verpflichtungen sind mit ihren Nominalwerten angegeben. Dabei werden nur Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstige Verpflichtungen berücksichtigt, für die keine Schulden oder Eventualschulden erfasst sind.

Die tatsächliche Höchstverlustexponierung wird im UMH Konzern als Bruttowert ohne Anrechnung vorhandener Sicherheiten ermittelt und entspricht für diese Geschäftsaktivität der in obiger Tabelle ausgewiesenen Exponierung.

In Bezug auf die Angabe des maximalen Verlustrisikos ist zu berücksichtigen, dass in obiger Tabelle unter den Sonstigen Verpflichtungen Marktpreisgarantien in Höhe der Nominalwerte der Garantiezusagen für Garantiefonds (331.858 TEuro, Vorjahr: 362.686 TEuro), abzüglich der passivierten negativen Marktwerte für die in diesen Produkten eingebetteten Put-Optionen (13.410 TEuro, Vorjahr: 11.121 TEuro) enthalten sind. Die Höchstverlustexponierung für die Marktpreisgarantien der Garantiefonds stellt jedoch nicht das ökonomische Risiko dieser Produktgattung dar, da bei diesem auch das zum Berichtsstichtag vorhandene Nettovermögen dieser Garantiefonds (307.126 TEuro, Vorjahr: 361.106 TEuro) sowie das zur Sicherung der Mindestzahlungszusagen verwendete Steuerungsmodell dieser Produkte zu berücksichtigen ist.

Der UMH Konzern hat im Geschäftsjahr folgende Erträge durch strukturierte Unternehmen dieser Geschäftsaktivität erzielt:

Geschäftsjahr 2022 Publikumsfonds Spezialfonds Gesamt
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR
Ausgabeaufschläge, Verwaltungsvergütungen und sonstige Provisionserträge 2.929.238 1.101 259.439 - 3.188.677
Erträge aus Ausschüttungen 4.806 - 691 - 5.497
Realisierte und unrealisierte erfolgswirksame Bewertungserfolge aus Eigenanlagen und Garantien -93.347 -2.587 773 - -92.574
Sonstige betriebliche Erträge - - 450 - 450
Summe erfolgswirksamer Erträge 2.840.697 -1.486 261.353 - 3.102.050
Unrealisierte Bewertungserfolge im Erfolgsneutralen Konzernergebnis - - - - -
Geschäftsjahr 2021 Publikumsfonds Spezialfonds Gesamt
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR Davon Garantiefonds
TEUR
TEUR
Ausgabeaufschläge, Verwaltungsvergütungen und sonstige Provisionserträge 3.231.267 2.538 251.707 - 3.482.974
Erträge aus Ausschüttungen 2.594 - 949 - 3.543
Realisierte und unrealisierte erfolgswirksame Bewertungserfolge aus Eigenanlagen und Garantien 8.514 -399 -2.701 - 5.813
Sonstige betriebliche Erträge 5 - 466 - 471
Summe erfolgswirksamer Erträge 3.242.380 2.139 250.421 - 3.492.801
Unrealisierte Bewertungserfolge im Erfolgsneutralen Konzernergebnis - - - - -

Aus dieser Geschäftsaktivität entstanden dem UMH Konzern im Geschäftsjahr Verluste in Höhe von -97.994 TEuro (Vorjahr: -23.687 TEuro). Diese waren ausschließlich im erfolgswirksamen Konzernergebnis zu berücksichtigen. Bei der Ermittlung der Verluste je Investmentvermögen wurden die im Geschäftsjahr für das jeweilige Investmentvermögen bezogenen Ausschüttungen abgesetzt. Dem stehen Gewinne in Höhe von 10.917 TEuro entgegen (im Vorjahr: 33.043 TEuro).

Anteile an Investmentvermögen, die von konzernfremden Unternehmen aufgelegt wurden

Neben der Verwaltung von Investmentvermögen, die von Kapitalverwaltungsgesellschaften der Union Investment Gruppe aufgelegt wurden, managen die Unternehmen des UMH Konzerns auch Portfolien von Investmentvermögen, die von konzernfremden Unternehmen aufgelegt wurden. Der UMH Konzern erzielt aus diesen Vertragsbeziehungen Management-Vergütungen und teilweise zusätzliche Erfolgsbeteiligungen (Performance Fees). Derivative Geschäfte zwischen Unternehmen des UMH Konzerns und diesen konzernfremden Investmentvermögen werden nicht getätigt. Eine Refinanzierung konzernfremder Investmentvermögen durch Darlehen seitens Unternehmen der Union Investment Gruppe erfolgt nicht.

Volumen und Anzahl der Mandate dieser Geschäftsaktivität stellen sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

Volumen Anzahl
31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
31.12.2022 Stück 31.12.2021 Stück
Insourcing-Mandate 38.499.805 44.012.602 212 213

Diese Geschäftsaktivität schlägt sich zum Bilanzstichtag ausschließlich in der Bilanzposition Forderungen an Kunden durch Provisionsforderungen in Höhe von 17.858 TEuro (Vorjahr: 18.676 TEuro) nieder. Eine sonstige Exponierung aus Eventualschulden sowie Finanzgarantien, Kreditzusagen und Sonstigen Verpflichtungen bestand zum Bilanzstichtag für diese Geschäftsaktivität nicht.

Das maximale Verlustrisiko aus Vermögenswerten gegenüber nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen aus dieser Geschäftsaktivität entspricht den aktuellen Buchwerten dieser Positionen und beträgt 17.858 TEuro (Vorjahr: 18.676 TEuro).

Aus dieser Geschäftsaktivität hat der UMH Konzern im Geschäftsjahr ausschließlich Provisionserträge in Höhe von 75.733 TEuro (Vorjahr: 84.646 TEuro) erzielt. Verluste aus dieser Geschäftsaktivität sind im Geschäftsjahr nicht entstanden.

Förderung von nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen

Wesensart der Förderung

Der UMH Konzern wird als Sponsor eines Investmentvermögens gesehen, wenn Marktteilnehmer diese strukturierte Einheit mit dem UMH Konzern verbinden. Davon geht der UMH Konzern aus, wenn die Begriffe "Union Investment" oder "Union" für die Bezeichnung eines Investmentvermögens verwendet werden.

Da die vom UMH Konzern an die von Unternehmen der Union Investment Gruppe verwalteten sowie an die von konzernfremden Unternehmen aufgelegten Investmentvermögen erbrachten Asset Management-Dienstleistungen regelmäßig den Tatbestand der Anteile in strukturierten Unternehmen erfüllen, sind diese Geschäftsbeziehungen bereits in den vorangegangenen Angaben zu Beziehungen zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen enthalten und weitere Angaben an dieser Stelle nicht erforderlich.

[68] Anteilsbesitzliste

Der Anteilsbesitz der Union Asset Management Holding AG stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

Einbezogene Tochterunternehmen

Name, Sitz Konzernanteil am Kapital - direkt Konzernanteil am Kapital - indirekt
Kapitalverwaltungsgesellschaften
Union Investment Institutional GmbH, Frankfurt am Main 100,0% -
Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg 90,0% -
Union Investment Luxembourg S.A., Senningerberg, Luxemburg 100,0% -
Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main 100,0% -
Union Investment Real Estate Austria AG, Wien, Österreich - 94,5%
Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg 90,0% -
ZBI Fondsmanagement GmbH, Erlangen - 94,9 %
Wertpapierinstitute/Wertpapierfirmen
Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg 100,0% -
Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main 1 95,3% -
Union Investment Austria GmbH, Wien, Österreich 100,0% -
Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main 100,0% -
VisualVest GmbH, Frankfurt am Main 100,0% -
Finanzunternehmen
ZBI GmbH, Erlangen 94,9% -
Anbieter von Nebendienstleistungen
Union IT-Services GmbH, Frankfurt am Main 2 100,0% -
Union Service-Gesellschaft mbH, Frankfurt am Main 2 100,0% -
ZBI Immobilienmanagement GmbH, Erlangen - 94,9 %
ZBVV - Zentral Boden Vermietung und Verwaltung GmbH, Erlangen - 94,9 %
Sonstige Tochterunternehmen
Union Investment Real Estate Digital GmbH, Hamburg 2 100,0% -

1 Für diese Gesellschaft beträgt der Stimmrechtsanteil 100 Prozent.
2 Die Gesellschafterversammlungen dieser Tochterunternehmen haben beschlossen, unter Inanspruchnahme des § 264 Abs. 3 HGB auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses und ihres Lageberichts für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 nach § 325 HGB zu verzichten.

Einbezogene Investmentfonds

Name, Sitz Konzernanteil am Kapital -direkt Konzernanteil am Kapital -indirekt
UI Vario: 2, Senningerberg, Luxemburg - 100,0 %

Nach der Equity-Methode einbezogene Joint Ventures

Name, Sitz Konzernanteil am Kapital -direkt Konzernanteil am Kapital -indirekt
BEA Union Investment Management Limited, Hongkong, Hongkong 49,0 % -

Zur Veräußerung gehaltene Investmentfonds

Name, Sitz Konzernanteil am Kapital -direkt Konzernanteil am Kapital -indirekt
REDOS Einzelhandel Deutschland IV, Hamburg - 100,0 %
UniInstitutional Multi Asset Nachhaltig, Senningerberg, Luxemburg - 99,9 %

Nicht einbezogene Tochterunternehmen

Name, Sitz Konzernanteil am Kapital - direkt Konzernanteil am Kapital - indirekt
HMV GmbH, Erlangen - 94,9 %
UI Infrastruktur Management SARL, Senningerberg, Luxemburg - 100,0 %
UI Management S.a r.l., Senningerberg, Luxemburg - 100,0 %
UI Private Debt Management S.a r.l., Senningerberg, Luxemburg - 100,0 %
UII Anzinger Straße 29 Verwaltung LP GmbH, Hamburg - 90,0 %
UII Issy 3 Moulins SARL, Paris, Frankreich - 90,0 %
UII MS Immobilien GP GmbH, Hamburg - 90,0 %
UII MS Immobilien Verwaltung LP GmbH, Hamburg - 90,0 %
UII PSD KN ImmoInvest GP GmbH, Hamburg - 90,0 %
UII SCE Management GP GmbH, Hamburg - 90,0 %
UII Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg - 90,0 %
UIR Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg - 90,0 %
UIW Austria Verwaltungs GmbH, Erlangen - 94,9 %
UNION INVESTMENT REAL ESTATE ASIA PACIFIC PTE. LTD., Singapur, Singapur - 90,0 %
Union Investment Real Estate France SAS, Paris, Frankreich - 90,0 %
URA Verwaltung GmbH, Wien, Österreich - 94,5 %
VR Consultingpartner GmbH, Frankfurt am Main 100,0 % -
ZBI Beteiligungs GmbH, Erlangen - 94,9 %
ZBI Fondsverwaltungs GmbH, Erlangen - 94,9 %
ZBI Vertriebskoordinations GmbH i.L., Erlangen - 94,9 %
ZBI Wohnen Plus Verwaltungs GmbH, Erlangen - 94,9 %
ZBI WohnWert Verwaltungs GmbH, Erlangen - 94,9 %

Nicht einbezogene assoziierte Unternehmen

Name, Sitz Konzernanteil am Kapital -direkt Konzernanteil am Kapital -indirekt
Berlin-AI Management S.à r.l., Senningerberg, Luxemburg - 20,0 %

[69] Eventualschulden

Die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Gesellschaft Union Investment Towarzystwo Funduszy Inwestycyinych S.A., Warschau, entstandene Eventualschuld in Höhe von 200 TPLN beziehungsweise in Höhe von 44 TEuro ist im Laufe des Geschäftsjahres erloschen.

[70] Sonstige Verpflichtungen

In der Union Investment Gruppe bestehen Kapitalerhaltungszusagen nach § 1 Abs. 1 Nr. 3 des Gesetzes über die Zertifizierung von Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen (Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz - AltZertG) in Höhe von 18.066.766 TEuro (Vorjahr: 17.157.238 TEuro). Es handelt sich dabei um die Gesamtsumme der bisher von Anlegern in die einzelnen Produktvarianten UniProfiRente und UniProfiRente Select bei der Union Investment Privatfonds GmbH eingezahlten Altersvorsorgebeiträge, die nach den gesetzlichen Vorschriften zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens zur Verfügung gestellt werden müssen sowie um die durch die Union Investment Privatfonds GmbH garantierten Auszahlungsbeträge für die Vertragsbestände, die sich bereits in der Depot-Auszahlungsphase befinden.

Aus von konzernangehörigen Kapitalverwaltungsgesellschaften aufgelegten echten Garantiefonds bestehen Mindestzahlungszusagen in Höhe von 331.858 TEuro (Vorjahr: 362.686 TEuro).

Der Fair Value aus der Unterdeckung dieser Garantiezusagen wird unter der Bilanzposition Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten (Textziffer [51]) ausgewiesen.

Es bestehen zum Jahresende gegenüber sechs (Vorjahr: sechs) Fonds Zeichnungsverpflichtungen über insgesamt 16.138 TEuro (Vorjahr: 18.073 TEuro).

[71 ] Unternehmenszusammenschlüsse

Der Geschäfts- oder Firmenwert sowie die immateriellen Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden auf Basis der Zahlungsmittel generierenden Einheit (ZGE) auf Werthaltigkeit überprüft. Zu diesem Zweck wird der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Geschäfts- oder Firmenwert der identifizierten ZGE zugeordnet. Die Union Investment Gruppe verfügt über eine einzige ZGE, da der Konzern für Steuerungs- und Berichtszwecke als ein Geschäftssegment geführt wird.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird im vierten Quartal jedes Geschäftsjahres auf seine Werthaltigkeit überprüft. Sofern Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen, wird die Werthaltigkeit zusätzlich anlassbezogen überprüft.

Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden Einheiten mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Sofern der erzielbare Betrag den Buchwert übersteigt, besteht kein Wertberichtigungsbedarf für den Geschäfts- oder Firmenwert. Der Buchwert entspricht dem auf die Geschäfts- oder Firmenwert tragende Einheit entfallenden Eigenkapital. Als erzielbarer Betrag wird jeweils der Nutzungswert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden Einheit ermittelt. Basis hierfür ist die 4-Jahres-Planung für die Union Investment Gruppe, aus der erwartete zukünftige Zahlungsströme abgeleitet werden.

Bei der Schätzung der über den 4-Jahres-Zeitraum hinausgehenden Zahlungsströme wurden konstante Wachstumsraten in Höhe von 0,5 Prozent berücksichtigt. Der Nutzungswert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden Einheit ergibt sich durch Abzinsung dieser Zahlungsströme auf den Zeitpunkt des Werthaltigkeitstests. Auf Basis des Capital Asset Pricing Model wurde im Geschäftsjahr ein Diskontierungsfaktor nach Steuern in Höhe von 11,0 Prozent (Vorjahr 9,2 Prozent) verwendet.

Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen werden die für die Ermittlung der Nutzungswerte besonders relevanten Parameter innerhalb plausibler Bandbreiten verändert. Die besonders relevanten Parameter sind die prognostizierten Zahlungsströme und die Diskontierungsfaktoren. In keinem der Szenarien ergäbe sich ein Wertberichtigungsbedarf auf den Geschäfts- oder Firmenwert.

[72] Leasing

UMH Konzern als Leasingnehmer

Der UMH Konzern hat im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit Leasingverträge für Gebäude und Betriebs- und Geschäftsausstattungen (KFZ und Hardware) abgeschlossen. Leasingverträge für Gebäude werden üblicherweise mit Vertragslaufzeiten von zehn bis 15 Jahren abgeschlossen und mit Verlängerungsoptionen versehen. Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsausstattungen haben Vertragslaufzeiten von bis zu neun Jahren.

Es bestehen Leasingverträge mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen sowie variablen Leasingzahlungen.

Der UMH Konzern nimmt die Anwendungserleichterungen des IFRS 16 für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Anspruch.

Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten erfolgt in Textziffer [63].

Die folgenden Aufwendungen und Erträge wurden im Geschäftsjahr in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Abschreibungen für Nutzungsrechte -45.811 -42.883 -2.928
Zinsaufwendungen für die Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten -2.671 -1.391 -1.280
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse -70 - -70
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte -5.697 -5.532 -165
Aufwendungen, die nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden -8.166 -6.051 -2.115
Ertrag aus dem Unterleasing von Nutzungsrechten 240 17 223
Gesamt -62.175 -55.840 -6.335

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse betrugen im Geschäftsjahr 60.918 TEuro (Vorjahr: 53.968 TEuro).

Die nachfolgende Tabelle zeigt künftige Zahlungsmittelabflüsse, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht berücksichtigt werden:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Aus variablen Leasingzahlungen 81.877 43.800 38.077
Aus Verlängerungs- und Kündigungsoptionen 425.813 369.257 56.556
Aus Restwertgarantien - - -
Aus bereits eingegangenen, aber noch nicht begonnenen Leasingverhältnissen - - -
Gesamt 507.690 413.057 94.633

Es bestehen keine mit Leasingverhältnissen verbundenen Beschränkungen oder Zusagen.

Im Geschäftsjahr erfolgten keine Sale-and-Leaseback-Transaktionen.

UMH Konzern als Leasinggeber

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Künftige Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen 74 35 39
Davon bis ein Jahr 74 18 56
Davon ein bis zwei Jahre - 17 -17
Davon zwei bis drei Jahre - - -
Davon drei bis vier Jahre - - -
Davon vier bis fünf Jahre - - -
Davon länger als fünf Jahre - - -
Künftige Mindestleasingzahlungen entfallen auf: 74 35 39
Leasing von Grundstücken und Gebäuden 74 35 39
Kfz-Leasing - - -
IT-Leasing - - -

Die im Geschäftsjahr erfassten Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen betragen 240 TEuro (Vorjahr: 17 TEuro). Zusätzlich wurden variable Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Zinssatz abhängen, in Höhe von 70 TEuro (Vorjahr: 8 TEuro) erfasst.

Wesentliche Risiken ergeben sich hieraus nicht.

[73] Finanzielle Garantien und Kreditzusagen

Infolge der Veräußerung der GVA GENO-Vermögens-Anlage Gesellschaft mbH, Frankfurt am Main (GVA), hat die UMH AG im Geschäftsjahr 2011 eine Garantieerklärung zur Absicherung von Darlehensforderungen der Garantiebegünstigten gegenüber zwei von der GVA vertriebenen Geschlossenen Fonds gegenüber der DZ BANK und der WGZ BANK ausgesprochen. Nach der Fusion von DZ BANK und WGZ BANK zum 29. Juli 2016 besteht die Garantieerklärung in voller Höhe gegenüber der DZ BANK.

Per 31. Dezember 2022 entspricht der Nominalbetrag der Garantieerklärung 30,0 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 30,0 Mio. US-Dollar) beziehungsweise 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 26,5 Mio. Euro).

Im Juli 2021 hat die Union Investment Institutional GmbH der R+V Pensionsversicherung a.G. vertraglich die Vergabe eines in Tranchen abrufbaren Gründungsstockdarlehens nach § 178 VAG bis zu einer maximalen Gesamthöhe von 1,9 Mio. Euro zugesagt. Die letzte Tranche kann am 31. Dezember 2045 abgerufen werden. Das Darlehen wird variabel verzinst und ist mit einem Zinscap und einem Zinsfloorversehen. Zum Bilanzstichtag waren 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) noch nicht abgerufen.

[74] Anzahl Beschäftigte

Im Geschäftsjahr betrug der nach § 267 Abs. 5 HGB berechnete durchschnittliche Personalbestand nach Gruppen:

2022
Anzahl
2021
Anzahl
Veränderung
Anzahl
Mitarbeiterinnen 1.949 1.864 85
Davon Vollzeitbeschäftigte 1.213 1.143 70
Davon Teilzeitbeschäftigte 736 721 15
Mitarbeiter 2.299 2.200 99
Davon Vollzeitbeschäftigte 2.139 2.063 76
Davon Teilzeitbeschäftigte 160 137 23
Beschäftigte gesamt 4.248 4.064 184
Nachrichtlich:
Weibliche Nachwuchskräfte 77 66 11
Männliche Nachwuchskräfte 109 91 18
Nachwuchskräfte gesamt 186 157 29

[75] Abschlussprüferhonorar

Der Honoraraufwand für den Abschlussprüfer setzt sich getrennt nach Dienstleistungsarten wie folgt zusammen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 794 669 125
Andere Bestätigungsleistungen 266 194 72
Steuerberatungsleistungen - - -
Sonstige Leistungen 75 210 -135
Gesamt 1.135 1.073 62

Die Honorarleistungen für Abschlussprüfungen umfassen die Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der UMH AG, für die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der UMH AG, der prüfungspflichtigen Einzelabschlüsse und Lageberichte sowie der Konzernpackages der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und Investmentvermögen. Weiterhin werden in dieser Kategorie die Honorare für die prüferischen Durchsichten der unterjährigen verkürzten Konzernzwischenabschlusspakete ausgewiesen. In den Anderen Bestätigungsleistungen werden im Wesentlichen berechnete Honorare für die Prüfung nach § 89 Wertpapierhandelsgesetz sowie sonstige Bestätigungen und prüfungsnahe Dienstleistungen erfasst. Die Sonstigen Leistungen resultieren im Wesentlichen aus Beratungsdienstleistungen.

[76] Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Geschäftsjahresabschluss haben sich nicht ereignet.

[77] Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die DZ BANK hält zum Bilanzstichtag direkt 72,33 Prozent des Grundkapitals der UMH AG (Vorjahr: 72,33 Prozent). Demnach wird die UMH AG gemäß IFRS 10 von der DZ BANK beherrscht und somit gehört die DZ BANK zu den nahestehenden Unternehmen des UMH Konzerns. Weiterhin nahestehend sind die anderen zum Konsolidierungskreis der DZ BANK gehörenden Unternehmen, die nicht konsolidierten Tochterunternehmen, die assoziierten Unternehmen und die Joint Ventures der DZ BANK.

Nahestehende Unternehmen, die vom UMH Konzern beherrscht werden oder auf die vom UMH Konzern ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, sind in der Anteilsbesitzliste (Textziffer [68]) verzeichnet.

Als nahestehende Personen im Sinne des IAS 24.9 gelten im UMH Konzern der Vorstand und Aufsichtsrat der DZ BANK, der Vorstand und der Aufsichtsrat der UMH AG, die Segment-/Bereichsleiter und weitere Mitarbeitende in Schlüsselpositionen des UMH Konzerns sowie deren jeweilige nahe Familienangehörige.

Zwischen der UMH AG und den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen bestehen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit umfangreiche Leistungsbeziehungen, die zu Marktpreisen beziehungsweise marktüblichen Konditionen abgewickelt werden.

Die UMH AG und weitere in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen stehen in Ausübung ihrer normalen Geschäftstätigkeit in Beziehung zu anderen nahestehenden Unternehmen und Personen. Die Geschäftsbeziehungen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Aktiva 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 1.751.590 1.108.429 643.161
Davon DZ BANK 1.031.183 776.048 255.135
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 720.320 332.327 387.993
Davon Joint Ventures der DZ BANK 87 54 33
Forderungen an Kunden 1.140 1.135 5
Davon DZ BANK 52 - 52
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 644 702 -58
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen 47 93 -46
Davon Joint Ventures der UMH AG 146 129 17
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer 251 211 40
Sonstige Aktiva 17.799 16.265 1.534
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 1.171 1.242 -71
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen 599 110 489
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer 16.029 14.913 1.116
Nutzungsrechte 88 217 -129
Davon DZ BANK 88 38 50
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen - 179 -179

Passiva

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 546 549 -3
Davon DZ BANK 495 506 -11
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 51 43 8
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 15 29 -14
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 15 18 -3
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 - 0
Davon assoziierte Unternehmen der UMH AG - 11 -11
Sonstige Passiva 159.838 176.319 -16.481
Davon DZ BANK 114.204 118.989 -4.785
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 44.336 53.997 -9.661
Davon Joint Ventures der DZ BANK 126 2.193 -2.067
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen 600 271 329
Davon assoziierte Unternehmen der UMH AG - 304 -304
Davon Joint Ventures der UMH AG 529 541 -12
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer 43 24 19
Leasingverbindlichkeiten 88 210 -122
Davon DZ BANK 88 31 57
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen - 179 -179
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Zinserträge und laufende Erträge 1.429 -2.352 3.781
Davon DZ BANK 1.483 -2.113 3.596
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK -59 -239 180
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer 5 - 5
Zinsaufwendungen -62 -56 -6
Davon DZ BANK -3 -9 6
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK -59 -46 -13
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 -1 1
Provisionserträge -95.065 -101.682 6.617
Davon DZ BANK -88.407 -91.210 2.803
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK -7.218 -9.725 2.507
Davon Joint Ventures der DZ BANK 43 -1.261 1.304
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen - 0 0
Davon Joint Ventures der UMH AG 517 514 3
Provisionsaufwendungen -114.910 -105.821 -9.089
Davon DZ BANK -58.024 -56.125 -1.899
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK -54.287 -45.744 -8.543
Davon Joint Ventures der DZ BANK -32 - -32
Davon assoziierte Unternehmen der UMH AG - -1.067 1.067
Davon Joint Ventures der UMH AG -2.474 -2.850 376
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer -93 -35 -58
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Verwaltungsaufwendungen -9.957 -10.488 531
Davon DZ BANK -3.350 -3.936 586
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK -5.029 -4.917 -112
Davon Joint Ventures der DZ BANK -200 -163 -37
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen -1.373 -1.339 -34
Davon assoziierte Unternehmen der UMH AG - -129 129
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer -5 -4 -1
Sonstiges betriebliches Ergebnis 1.996 4.322 -2.326
Davon DZ BANK 348 224 124
Davon unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK 1.398 2.780 -1.382
Davon Joint Ventures der DZ BANK -18 -59 41
Davon nicht konsolidierte Tochterunternehmen 268 1.377 -1.109
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer - 0 0
Sonstige Angaben 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Finanzielle Garantien 28.095 26.495 1.600
Davon DZ BANK 28.095 26.495 1.600
Kreditzusagen 1.586 1.692 -106
Davon Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer 1.586 1.692 -106

Bezüglich der Finanziellen Garantien und Kreditzusagen wird auf die Ausführungen in Textziffer [73] verwiesen.

Der beizulegende Zeitwert des unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK stehenden Unternehmens R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft, Wiesbaden, verwalteten Planvermögens beträgt zum Stichtag 24.489 TEuro (Vorjahr: 27.140 TEuro). Im Geschäftsjahr erfolgten Dotierungen in Höhe von 753 TEuro (Vorjahr: 313 TEuro).

Die Bilanzposition Sonstige Aktiva enthält Versorgungspläne zugunsten der Arbeitnehmer in Höhe von 16.029 TEuro (Vorjahr: 14.913 TEuro). Darin enthalten ist der beizulegende Zeitwert der Erstattungsansprüche an die R+V Lebensversicherung AG, Wiesbaden, einem Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung der DZ BANK, in Höhe von 12.048 TEuro (Vorjahr: 10.607 TEuro). Im Geschäftsjahr erfolgten Dotierungen in Höhe von 1.658 TEuro (Vorjahr: 1.662 TEuro).

Vergütungen an nahestehende Personen

Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gelten im UMH Konzern der Vorstand und Aufsichtsrat der UMH AG, die Segment-/Bereichsleiter und weitere Mitarbeitende in Schlüsselpositionen des UMH Konzerns.

Grundsätzlich besteht für Vorstände und AT Mitarbeitende, die keine Risikoträger sind, ein Vergütungssystem aus einem Grundgehalt (aufgeteilt auf zwölf Monate) sowie kurzfristig und langfristig orientierten variablen Vergütungsbestandteilen.

Für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die Risikoträger sind, besteht das Vergütungssystem ebenfalls aus einem auf zwölf Monate aufgeteilten Grundgehalt. Darüber hinaus erhalten sie neben dem Grundgehalt eine variable Vergütung nach dem "Risk-Taker Modell". Das Risk-Taker Modell beinhaltet einen mehrjährigen Bemessungszeitraum sowie eine zeitverzögerte Auszahlung der variablen Vergütung über mehrere Jahre. Ziel ist es, die Risikobereitschaft der Risikoträger zu reduzieren, in dem sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft langfristige Zeiträume für die Bemessung beziehungsweise Auszahlung einfließen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der UMH AG erhalten eine feste, nicht gewinnabhängige jährliche Vergütung sowie eine Reisekostenerstattung. Der Gesamtbetrag der Vergütung setzt sich zusammen aus der Grundvergütung und einem Sitzungsgeld. Das Sitzungsgeld ist abhängig von der Anzahl der wahrgenommene Sitzungen im Geschäftsjahr und daher in der Höhe variabel.

Für diesen Personenkreis werden entsprechend IAS 19.151 auch Angaben gemacht, soweit deren Arbeitsverhältnis beendet ist.

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Kurzfristige Vergütungen 12.352 12.560 -208
Langfristige Vergütungen 3.067 3.369 -302
Beiträge zu beitragsorientierten Versorgungsplänen 39 46 -7
Laufender Dienstzeitaufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne 2.647 3.030 -383
Gesamt 18.105 19.005 -900

Die Mitglieder des UMH AG Aufsichtsrats erhalten für die Wahrnehmung ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat der UMH AG sowie weiterer Tätigkeiten bei Tochterunternehmen eine Vergütung im Geschäftsjahr in Höhe von 345 TEuro (Vorjahr: 379 TEuro). Die Vergütungen der Mitglieder des Vorstands der UMH AG betragen im Geschäftsjahr 7.212 TEuro (Vorjahr: 5.456 TEuro).

Die Gesamtbezüge der ehemaligen Vorstände und ihrer Hinterbliebenen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6b HGB betragen 1.091 TEuro (Vorjahr: 909 TEuro). Es bestehen leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen für ehemalige Vorstände und ihre Hinterbliebenen in Höhe von 17.524 TEuro (Vorjahr: 15.238 TEuro).

[78] Vorstand der Union Asset Management Holding AG

Name Beruf
Hans Joachim Reinke Vorsitzender des Vorstands
Sonja Albers Mitglied des Vorstands
Dr. Frank Engels Mitglied des Vorstands (seit 1. Juli 2022)
Giovanni Gay Mitglied des Vorstands (seit 1. März 2023)
André Haagmann Mitglied des Vorstands
Alexander Lichtenberg Mitglied des Vorstands (bis 31. Dezember 2022)
Alexander Schindler Mitglied des Vorstands (bis 31. März 2022)
Jens Wilhelm Mitglied des Vorstands (bis 30. Juni 2022)

[79] Aufsichtsrat der Union Asset Management Holding AG

Name und Bezeichnung Beruf
Dr. Cornelius Riese Vorsitzender 1 Co-Vorstandsvorsitzender, DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main
Andreas Theis Stv. Vorsitzender 1 Mitglied des Vorstands, Volksbank Eifel eG, Bitburg
Thorsten Bartsch Arbeitnehmervertreter Gruppenleiter, Redaktions- und Trainingsmanagement, Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main
Judith Bender Arbeitnehmervertreterin (seit 1. April 2022 bis 17. Mai 2022) Betriebsrätin, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Ulrike Brouzi Mitglied 1 Mitglied des Vorstands, DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main
Susanne Heidecke Arbeitnehmervertreterin (seit 17. Mai 2022) Betriebsrätin, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Dr. Matthias Hildner Mitglied Vorsitzender des Vorstands, Wiesbadener Volksbank eG, Wiesbaden
Marija Kolak Mitglied Präsidentin, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), Berlin
Oliver Lüsch Mitglied (seit 17. Mai 2022) Vorsitzender des Vorstands, BBBank eG, Karlsruhe
David Milleker Arbeitnehmervertreter 1 Betriebsrat, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Prof. Dr. Wolfgang Müller Mitglied (bis 17. Mai 2022) Mitglied des Vorstands (bis 31. Dezember 2022), BBBank eG, Karlsruhe
Wolfgang Nett Arbeitnehmervertreter Vertriebsdirektor, Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main
Jörn Nordenholz Mitglied Vorsitzender des Vorstands, Volksbank Niedersachsen-Mitte eG, Hoya
Heike Orth Arbeitnehmervertreterin (bis 31. März 2022) Senior Managerin Vertriebsunterstützung (bis 31. März 2022), Union Investment Institutional GmbH, Frankfurt am Main
Dr. Norbert Rollinger Mitglied Vorsitzender des Vorstands, R+V Versicherung AG, Wiesbaden
Stefan Schindler Mitglied Vorsitzender des Vorstands, Sparda-Bank Nürnberg eG, Nürnberg
Georg Schneider Mitglied Vorsitzender des Vorstands, VR-Bank Handels- und Gewerbebank eG, Gersthofen
Claudia Vives Carrasco Arbeitnehmervertreterin Fachmanagerin Immobilien, Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg

1 Zugleich Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats.

[80] Mandate von Vorständen und Mitarbeitenden in Aufsichtsgremien

Zum 31. Dezember 2022 wurden Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien von großen Kapitalgesellschaften wahrgenommen. In den Konzernabschluss einbezogene Gesellschaften sind durch ( *) kenntlich gemacht.

Von Mitgliedern des Vorstands der Union Asset Management Holding AG:

Name Mandatsbezeichnung(en)
Hans Joachim Reinke Union Investment Institutional GmbH, Frankfurt am Main ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 2. April 2022) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 2. April 2022)
Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats
Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg ( *) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
Sonja Albers Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main ( *) Vorsitzende des Aufsichtsrats (seit 1. April 2022) Stv. Vorsitzende des Aufsichtsrats (bis 31. März 2022)
Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main ( *) Stv. Vorsitzende des Aufsichtsrats (seit 6. Juli 2022 bis 31. Dezember 2022) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 1. Juli 2022 bis 5. Juli 2022)
Union Investment Institutional GmbH, Frankfurt am Main ( *) Stv. Vorsitzende des Aufsichtsrats (seit 2. April 2022) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 1. April 2022)
Dr. Frank Engels Union Investment Institutional Property GmbH, Frankfurt am Main ( *) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 1. Juli 2022)
Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 10. Oktober 2022)
André Haagmann Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 1. Juli 2022) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 28. März 2022 bis 30. Juni 2022) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 1. Januar 2022 bis 27. März 2022)
Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 1. Juli 2022)
Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 18. März 2022) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 18. März 2022)
Alexander Lichtenberg Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main ( *) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 1. April bis 31. Dezember 2022) Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 31. März 2022)
Alexander Schindler Union Investment Institutional GmbH, Frankfurt am Main ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 31. März 2022)
Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg ( *) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 28. März 2022)
Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 18. März 2022)
Jens Wilhelm Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 30. Juni 2022)
Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main ( *) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 30. Juni 2022)
Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 30. Juni 2022)

Von Mitarbeitenden der Union Asset Management Holding AG:

Name Mandatsbezeichnung(en)
Dr. Carsten Fischer Union Investment Luxembourg S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Mitglied des Aufsichtsrats
Dr. Daniel Günnewig Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 1. Juni 2022)
Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main ( *) Mitglied des Aufsichtsrats
Dr. Gunter Haueisen Union Investment Luxembourg S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats

Von Mitgliedern der Geschäftsführungen/Vorstände und Mitarbeitenden:

Name Mandatsbezeichnung(en)
Dr. Michael Bütter Vorsitzender der Geschäftsführung (Union Investment Real Estate GmbH) ADLER Group S.A., Luxemburg, Luxemburg Unabhängiges Mitglied des Verwaltungsrats (bis 31. Januar 2022) Union Investment Institutional Property GmbH, Hamburg ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 28. März 2022)
Giovanni Gay Mitglied der Geschäftsführung (Union Investment Privatfonds GmbH, bis 28. Februar 2023) Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 1. Juni 2022) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 31. Mai 2022)
Dr. Bernd Ital Mitglied der Geschäftsführung (ZBI Fondsmanagement GmbH, seit 1. Juli 2022) Mitglied der Geschäftsführung (ZBI GmbH, bis 30. Juni 2022) ZBI Fondsmanagement GmbH, Erlangen ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (bis 30. Juni 2022)
Rainer Kobusch Mitglied des Vorstands (Union Investment Service Bank AG, bis 31. März 2022) Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 31. März 2022)
Jörg Kotzenbauer Vorsitzender der Geschäftsführung (ZBI GmbH) ZBI Fondsmanagement GmbH, Erlangen ( *) Vorsitzender des Aufsichtsrats
Marco Knopp Mitglied der Geschäftsführung (ZBI GmbH, seit 1. September 2022) ZBI Fondsmanagement GmbH, Erlangen ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 1. Juli 2022)
Irene Lehrbach-Appenheimer Mitglied der Geschäftsführung (Union IT-Services GmbH, bis 30. Juni 2022) Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (bis 31. Mai 2022)
Stephan Nasterlack Mitglied der Geschäftsführung (Union IT-Services GmbH) Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (seit 1. Juni 2022)
Klaus Riester Mitglied der Geschäftsführung (Union Investment Privatfonds GmbH) Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Mitglied des Aufsichtsrats (bis 31. Mai 2022)
Barbara Resch Mitglied des Vorstands (Union Investment Service Bank AG) Attrax Financial Services S.A., Senningerberg, Luxemburg ( *) Stv. Vorsitzende des Aufsichtsrats (seit 1. Juni 2022)
Harald Rieger Mitglied der Geschäftsführung (Union Investment Institutional GmbH, seit 1. Januar 2022) Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt am Main ( *) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 18. März 2022)

[81] Übrige sonstige Angaben

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 17. März 2023 vom Vorstand unterzeichnet und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

 

Frankfurt am Main, 17. März 2023

Union Asset Management Holding AG

Hans Joachim Reinke, Vorsitzender des Vorstands

Sonja Albers, Mitglied des Vorstands

Dr. Frank Engels, Mitglied des Vorstands

Giovanni Gay, Mitglied des Vorstands

André Haagmann, Mitglied des Vorstands

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Union Asset Management Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die von uns vor Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangte Erklärung zur Unternehmensführung nach 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wirtragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 17. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stefan Peetz, Wirtschaftsprüfer

ppa. Dinko Grgat, Wirtschaftsprüfer

Aktionäre und Gremien der Union Asset Management Holding AG

Aktionäre

DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main 72,34 %
VR GbR Frankfurt am Main 24,25 %
Kreditgenossenschaften inklusive Holdinggesellschaften der Primärbanken, Verbände und Zweckgesellschaften der deutschen genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie Sonstige 3,41 %

Stand: 1. April 2023

Vorstand der Union Asset Management Holding AG

Name Beruf
Hans Joachim Reinke Vorsitzender des Vorstands
Sonja Albers Mitglied des Vorstands
Dr. Frank Engels Mitglied des Vorstands
Giovanni Gay Mitglied des Vorstands
André Haagmann Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat der Union Asset Management Holding AG

Name und Bezeichnung Beruf
Dr. Cornelius Riese Vorsitzender 1 Co-Vorstandsvorsitzender, DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main
Andreas Theis Stv. Vorsitzender 1 Mitglied des Vorstands, Volksbank Eifel eG, Bitburg
Thorsten Bartsch Arbeitnehmervertreter Gruppenleiter, Redaktions- und Trainingsmanagement, Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main
Ulrike Brouzi Mitglied 1 Mitglied des Vorstands, DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main
Susanne Heidecke Arbeitnehmervertreterin Betriebsrätin, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Dr. Matthias Hildner Mitglied Vorsitzender des Vorstands, Wiesbadener Volksbank eG, Wiesbaden
Marija Kolak Mitglied Präsidentin, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), Berlin
Oliver Lüsch Mitglied Vorsitzender des Vorstands, BBBank eG, Karlsruhe
David Milleker Arbeitnehmervertreter 1 Betriebsrat, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Wolfgang Nett Arbeitnehmervertreter Vertriebsdirektor, Union Investment Privatfonds GmbH, Frankfurt am Main
Jörn Nordenholz Mitglied Vorsitzender des Vorstands, Volksbank Niedersachsen-Mitte eG, Hoya
Dr. Norbert Rollinger Mitglied Vorsitzender des Vorstands, R+V Versicherung AG, Wiesbaden
Stefan Schindler Mitglied Vorsitzender des Vorstands, Sparda-Bank Nürnberg eG, Nürnberg
Georg Schneider Mitglied Vorsitzender des Vorstands, VR-Bank Handels- und Gewerbebank eG, Gersthofen
Claudia Vives Carrasco Arbeitnehmervertreterin Fachmanagerin Immobilien, Union Investment Real Estate GmbH, Hamburg

Stand: 1. April 2023

1 Zugleich Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats.

Beirat

Matthias Berkessel Mitglied des Vorstands Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG
Thomas Bierfreund Co-Vorstandssprecher VR Bank Tübingen eG
Frank Manfred Bonin Vorstandsvorsitzender Volksbank eG Südheide - Isenhagener Land - Altmark
Ulf Brothuhn Vorsitzender des Vorstands Bremische Volksbank eG
Dirk Dejewski Mitglied des Vorstands VR Bank zwischen den Meeren eG
Carsten Düerkop Vorsitzender des Vorstands VR-Bank Westmünsterland eG
Sven Fiedler Mitglied des Vorstands Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG
Bernd Finkbeiner Mitglied des Vorstands VR-Bank Ellwangen eG
Gerald Fleischmann Vorsitzender des Vorstands Volksbank Wien AG
Matthias Frentzen Mitglied des Vorstands Dortmunder Volksbank eG
Joachim Haas Mitglied des Vorstands Sparda-Bank Baden-Württemberg eG
Joachim Hausner Stellv. Vorsitzender des Vorstands VR Bank Bamberg-Forchheim eG
Ute Heilig Mitglied des Vorstands Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg eG
Björn Henkel Mitglied des Vorstands VR-Bank Mitte eG
Martin Holzer Mitglied des Vorstands Volksbank Tirol AG
Matthias Hümpfner Vorsitzender des Vorstands Volksbank Karlsruhe Baden-Baden eG
Holger Hürten Vorsitzender des Vorstands VR-Bank Rhein-Sieg eG
Torsten Jensen Mitglied des Vorstands VR Bank Nord eG
Andreas Jeske Mitglied des Vorstands VR Bank in Holstein eG
Clifford Jordan Mitglied des Vorstands VR Bank Südpfalz eG
Dr. Ralf Kölbach Sprecher des Vorstands Westerwald Bank eG
Klaus Königs Sprecher des Vorstands VR Bank Lahn-Dill eG
René Königshausen Vorstandsvorsitzender PSD Bank West eG
Frank Kraaz Mitglied des Vorstands VR-Bank Ludwigsburg eG
Martin Laubisch Stv. Vorstandsvorsitzender Sparda-Bank Berlin eG
Norbert Lautenschläger Vorstandsvorsitzender Volksbank Lauterbach-Schlitz eG
Jürgen Neutgens Mitglied des Vorstands Volksbank Köln Bonn
Jörg-Peter Nitschmann Vorsitzender des Vorstands LIGA Bank eG
Martina Palte Mitglied des Vorstands Berliner Volksbank eG
Albert Pastötter Mitglied des Vorstands Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG
Reiner Richter Mitglied des Vorstands Volksbank Lahr eG
Martin Schadewald Mitglied des Vorstands Volksbank Jever eG
Ulrich Scheppan Mitglied des Vorstands Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG
Roland Seidl Mitglied des Vorstands meine Volksbank Raiffeisenbank eG
Stefan Sendlinger Mitglied des Vorstands VR-Bank Rottal-Inn eG
Wolfgang Völkl Sprecher des Vorstands Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG
Dr. Lars Witteck Sprecher des Vorstands Volksbank Mittelhessen eG
Matthias Zander Sprecher des Vorstands Volksbank Kraichgau eG

Stand: 1. April 2023

Gewinnverwendungsbeschluss

Auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat beschloss die Hauptversammlung der Union Asset Management Holding AG am 23. Mai 2023, den im Einzelabschluss 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 252.483.539,22 Euro zur Ausschüttung einer Dividende auf die für das Geschäftsjahr 2022 gewinnberechtigten 29.043.466 Stückaktien wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von ca. 287% auf das Grundkapital in Höhe von 87.130.398,00 Euro 250.064.242,26 Euro
(dies entspricht einer Dividende von 8,61 Euro pro Stückaktie)
Weitere Einstellung andere Gewinnrücklagen 0,00 Euro
Vortrag auf neue Rechnung 2.419.296,96 Euro
Bilanzgewinn 252.483.539,22 Euro

Inhalt und Ergebnis der Beschlussfassung wurden vom Vorsitzenden der Hauptversammlung ordnungsgemäß verkündet und festgestellt.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

95 nahegelegene Organisationen

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