RWG Rheinland eG

Leverkusen

Stammdaten

Register
Amtsgericht Krefeld GnR 275
Vorher
Raiffeisen-Erzeugergenossenschaft Bergisch Land eGRaiffeisen-Erzeugergenossenschaft Bergisch Land und Mark eG
Eingetragen
29.10.1971
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Maschinen und GerätenGroßhandel mit landwirtschaftlichen Maschinen und GerätenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Zweck der Genossenschaft ist die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb. Gegenstand des Unternehmens ist der gemeinschaftliche Einkauf landwirtschaftlicher Bedarfsartikel, der gemeinschaftliche Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die gemeinschaftliche Benutzung landwirtschaftlicher Betriebseinrichtungen und Maschinen, die gemeinschaftliche Verwertung von Schlacht-, Nutz- und Zuchtvieh, der gemeinschaftliche Bezug von Zucht- und Nutzvieh, die Herstellung von Futtermitteln, der Handel mit Brenn-, Treib und Baustoffen, der Handel mit und die Reparatur von Landmaschinen, Automobilen sowie Elektroartikel einschl. Installation, Handel mit Waren aller Art.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Anna Katharina Blum
seit 2.8.2024
Prokura
Stefanie Knedel
seit 19.5.2023
Prokura
Peter Hermann Lautz
seit 19.5.2023
Vorstandsmitglied
Prokura
Gerhard Bommers
seit 19.5.2023
Vorstandsmitglied
Patrick Müller
seit 19.5.2023
Prokura
Volker Werner Morjan
seit 19.5.2023
Vorstandsmitglied
Marcel Commes
seit 19.5.2023
Vorstandsmitglied
Karl Hugo van Bebber
seit 19.5.2023
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RWG Rheinland eG

Willich

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit und wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres 2023

Die RWG Rheinland eG (kurz: RWG) ist eine Agrar- und Handelsgenossenschaft mit den Sparten Agrar, Baustoffe, Energie und Raiffeisen-Märkten.

Als Hauptzweck übernimmt die RWG Rheinland eG in der Agrarsparte die Vermarktungs- und Versorgungsaufgaben und anbau- und futtermitteltechnische Beratung für die Landwirte des Geschäftsgebietes.

Die Sparten Baustoffe, Energie und Raiffeisen-Märkte dienen der Diversifikation.

Im Jahr 2023 wurde die Sitzverlegung der Gesellschaft nach Willich vollzogen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 hat die RWG die Profi Point Scherer GmbH zu 100 % übernommen und in Raiffeisen Baumarkt GmbH mit Sitz in Willich umfirmiert. Zum 1. April 2023 hat diese einen weiteren Baumarkt in Schwalmtal übernommen mit dem Ziel der weiteren Festigung der regionalen Kompetenz der RWG im Bereich Bau- und Raiffeisenmärkte.

Das Geschäftsgebiet stellt sich wie folgt dar:

2. Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses

Vorbemerkung

Die Erläuterungen der Veränderungen im Geschäftsjahr 2023 werden im Vergleich zu Zahlen des Geschäftsjahres 2022 dargestellt.

a) Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

(Auszugsweise Quelle: Jahresbericht Agrarwirtschaft 2023 des DRV e.V., Berlin)

i) Gesamtwirtschaftlicher Hintergrund 2023

Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % im Jahr 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Dämpfende Einflüsse überlagern sich

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Inflation hemmt den Privatkonsum

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,8 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,7 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,8 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Gespaltene Investitionskonjunktur

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Diese wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,1 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen kaum Impulse für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Schwacher Außenhandel

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 1,8 % beziehungsweise 3,0 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 Prozent- punkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Niedrigeres Finanzierungsdefizit des Staates

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum vor allem durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem aus Anhebungen von städtischen Gebühren und von Eintrittsgeldern für öffentliche Einrichtungen. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas- , Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,0 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein. Erste amtliche Angaben zur Schuldenquote im Jahr 2023 werden voraussichtlich Ende April 2024 veröffentlicht.

Robuste Arbeitsmarktlage

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Mio. Menschen im Vorjahr auf 2,6 Mio. Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um rund 300.000 auf einen neuen Rekordwert von gut 45,9 Mio. Menschen.

Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

ii) Entwicklung der Agrarpolitischen Rahmenbedingungen

Internationale Agrarmärkte

Der Preisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse (FFPI) erreichte für das Jahr 2023 ein Ergebnis von 124 Punkten. Dieser sank um 13,7 % im Vergleich zum Jahr 2022. Der FAO-Preisindex sank im Dezember um 1,5 % im Vergleich zum November. Gesunkene Preisindexe von Zucker, Pflanzenölen und Fleisch wurden von den gestiegenen Indexen bei Milch und Getreide fast ausgeglichen.

Der FAO-Getreidepreisindex lag 2023 im Durchschnitt bei 130,9 Punkten. Dies stellt einen Rückgang von 15,4 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2022 dar. Nach dem Rekordjahr 2022 spiegelt der Getreidepreisindex trotzdem weiterhin gut versorgte Märkte wider.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex erreichte 2023 einen Jahresdurchschnittswert von 126,3 Punkten. Dies entspricht einem Verlust von 32,7 % im Vergleich zu 2022.

Der FAO-Milchpreisindex lag im Durchschnitt für das Gesamtjahr 2023 mit einem Verlust von 17,3 % bei 123,7 Punkten. Diese Entwicklung ist auf die schwache Importnachfrage aufgrund hoher Mengen in den eigenen Ländern zurückzuführen. Preisrückgänge ergaben sich über alle Milchprodukte hinweg.

Auch der FAO-Fleischpreisindex sank im Jahr 2023. Er erreichte ein Jahresdurchschnitt von 114,6 Punkten und damit einen Verlust von 3,5 %. Der Rückgang ist auf höhere Exportmöglichkeiten von führenden Exportländern parallel zu einer verhaltenen Importnachfrage zurückzuführen.

Nach Angaben der Statistik über die Entwicklung des Agrarhandels der Europäischen Kommission (EU-Kommission) sank der Außenhandel der EU-27 mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln im Zeitraum Januar bis Oktober 2023 im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der Gesamtwert des Agrarexporthandels (Exporte zuzüglich Importe) erreichte in diesem Zeitraum den Wert von 323,6 Mrd. €.

Der enorme Anstieg ist weitestgehend auf den gestiegenen Import zurückzuführen, welcher um 34 % zunahm. Die Exporte sind ebenfalls angestiegen, allerdings weniger stark um 17 %. Der Handelsüberschuss für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel liegt bei 16 % und ist damit geringer als im Vorjahreszeitraum (Januar bis November).

Die Ausfuhren erreichten von Januar bis Oktober 2023 insgesamt 190,8 Mrd. € und veränderten sich damit kaum (+1 %), wobei Großbritannien, die USA und China weiterhin die wichtigsten Zielländer für europäische Exporte darstellen. Der größte Exportanstieg, im genannten Zeitraum, war für Großbritannien, die Türkei und die Ukraine zu verzeichnen. Die Ausfuhren in die USA, nach Ägypten, Algerien und in den Iran verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr.

Die Einfuhren der EU-27 erlangten bis Oktober 2023 einen Wert von 132,8 Mrd. Euro, was einer Verringerung von 6 % zur Vorjahresperiode entspricht. Die wichtigsten Importländer der Europäischen Union (EU) waren Brasilien, das Vereinigte Königreich und die Ukraine. Während der Import von Tabakprodukten, Zucker, Isoglukose, Gemüse sowie Olivenöl anstieg, sank der Import von pflanzlichen Ölen, Öl- und Eiweißpflanzen, Kaffee, Tee, Kakao, Gewürzen und Margarine deutlich.

In ihrer Landwirtschaftsprognose 2023 bis 2032 gehen FAO und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) davon aus, dass die globale Agrarproduktion um 1,1 % pro Jahr steigen wird. Diese Einschätzung deckt sich mit der des letzten Jahres. Die zusätzlichen Erträge werden dabei vor allem in Schwellen- und Niedrigeinkommensländern erzielt. Die globale Erntemenge wird bis 2032 voraussichtlich am stärksten durch einen leichteren Zugang zu Inputfaktoren sowie durch produktionssteigernde Investitionen beeinflusst. Dabei muss mit steigenden Energiekosten und höheren Preisen der Inputfaktoren gerechnet werden. Diese Entwicklung würde zu höheren Produktionskosten führen und die Inflation von Lebensmittelpreisen antreiben, was in Unsicherheiten der Ernährungssicherung resultiert.

Die weltweite Getreideproduktion wird durch höhere Produktivität und nicht durch mehr Fläche erzielt werden. Deshalb sind Investitionen in die Verbesserung des Betriebsmanagements und höhere Erträge pro Hektar essenziell. Auch bei tierischen Erzeugnissen und bei Fischereierzeugnissen werden die erwarteten Zuwächse durch Produktivitätssteigerungen pro Tier erzielt werden. Ein verbessertes Herdenmanagement und intensivere Fütterung werden erwartet. Die erhöhte Geflügelproduktion wird circa die Hälfte des gesamten Anstiegs der Fleischproduktion verantworten. Dies lässt sich auf die konstante Profitabilität und die gute Futterverwertung zurückführen. Die Schweinefleischproduktion ist weiterhin durch die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinpest beeinträchtigt, der Markt erholt sich. Weltweit wird ein starker Anstieg der Milchproduktion erwartet, die Hälfte des Anstiegs wird in Pakistan und Indien stattfinden. Die Prognosen von OECD und FAO betonen den deutlichen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel. Direkte Treibhausgasemissionen werden in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um 7,6 % steigen. Pilotprojekte zur Verringerung der Treibhausgasemissionen müssen weltweit umgesetzt werden, damit sichergestellt werden kann, dass die Agrarwirtschaft einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, wie es im Pariser Abkommen unterschrieben wurde, leistet.

Der Handel von Agrarrohstoffen und verarbeiteten Produkten entwickelt sich im Einklang mit der Lebensmittelnachfrage weltweit. Die Coronapandemie hat weltweit zu Einschränkungen des Handels geführt, allerdings blieb die Versorgung, dank resilienter Lieferketten, stabil. Auch der Angriff von Russland auf die Ukraine hat den weltweiten Handel beeinflusst, besonders hinsichtlich ukrainischer Exporte und Preise. Das Schwarzmeerabkommen hat dafür gesorgt, dass Solidaritätsrouten aufrechterhalten werden konnten, um die globale Ernährungssicherheit zu halten. Das System ist grundsätzlich auf einen gut funktionierenden, transparenten und regelbasierten Handel ausgelegt und angewiesen.

Europäische Agrar- und Ernährungspolitik

Im vergangenen Jahr griff die Reform der Europäischen Agrarpolitik (EU-Agrarpolitik) erstmalig vollumfänglich für die Landwirtschaft. Während sich die sogenannten "Öko-Regelungen" bei den Landwirten teilweise nur einer mäßigen Nachfrage erfreuten und viele Fragen bei der Umsetzung durch die Praxis offen blieben, ist die Debatte über den nächsten Programmzeitraum der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Brüssel bereits wieder in vollem Gange. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski wollte bereits im Herbst 2023 erste Eckpunkte zur GAP nach 2027 vorstellen, um den Debatten seine Sichtweise zuzufügen. Dieser Ankündigung ist er bis dato noch nicht nachgekommen. Insbesondere in Deutschland werden bereits weitreichende Änderungen an der GAP-Reform gefordert, bei der die flächenbezogenen Direktzahlungen zugunsten von finanziellen Belohnungen für die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen wie Klima- und Biodiversitätsschutz abgeschafft werden sollen.

In Brüssel haben die Diskussionen über die zukünftige Verteilung der Mittel an Fahrt aufgenommen. Nach dem Beginn der offiziellen Beitrittsverhandlungen der Ukraine mit der Europäischen Union (EU) schlägt die Frage nach den Auswirkungen auf die GAP hohe Wellen. Die Aufnahme der Ukraine als großer Agrarstaat in die EU hätte erhebliche Auswirkungen auf die Verteilung der GAP-Mittel. Die durchschnittliche Betriebsgröße der ukrainischen Betriebe ist deutlich größer als aktuell in der EU und auch die landwirtschaftlich genutzten Flächen sind deutlich größer. Deswegen hat Wojciechowski eine Obergrenze für die GAP-Zahlungen vorgeschlagen.

Der Krieg in der Ukraine führte 2023 aber auch zu Spannungen innerhalb der EU. Große Mengen an ukrainischen Agrarprodukten gelangten nach Ungarn, Bulgarien, Polen, die Slowakei und Rumänien, weswegen die Handelspreise für Weizen und andere Lebensmittel stark unter Druck gerieten und sich die EU zu einem Einfuhrverbot für diese Waren genötigt sah. Nachdem diese Maßnahme auslief und durch die EU-Kommission nicht verlängert wurde, verhängten Ungarn, Polen und die Slowakei einseitig nationale Verbote.

Weiterhin maßgebliches Thema auf EU-Ebene war das Vorhaben der Farm-To-Fork Strategie (F2F). Geplant war es, dass 2023 bereits viele der vorgeschlagenen Maßnahmen verabschiedet sein sollten. Viele Gesetze und Reformen, die als wichtige Bausteine der F2F-Strategie gelten, scheiterten aber oder verharrten im legislativen Prozess. Maßnahmen, wie die Verordnung zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR) wurden vom EU-Parlament abgelehnt oder kamen bei den nationalen Ministerien im Rat der EU nicht voran. Dies gilt auch für den Vorschlag zur Liberalisierung neuer Gentechniken (NGT). Die zunehmend polarisierten Debatten im Vorfeld der im Juni 2024 anstehenden Europawahl tragen wohl ihr Übriges dazu bei, dass es auch in den nächsten Monaten schwierig sein dürfte, Kompromisse zu finden.

Viele Elemente, die die EU-Kommission ursprünglich als Teil der F2F-Strategie vorgesehen hatte, wurden immer noch nicht vorgeschlagen, wie das versprochene Gesetz über nachhaltige Lebensmittelsysteme sowie der Großteil der Überarbeitung der EU-Tierschutzvorschriften.

iii) Entwicklung der Märkte/Sparten

Getreide

Der weltweite Getreidemarkt wurde im Jahr 2023 weiterhin von den Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine und Wetterunbilden in wichtigen Anbaugebieten überschattet. Besonders herausfordernd waren erneut die Getreideexporte aus der Ukraine, die nach dem Ende des Schwarzmeerabkommens und durch einseitige Grenzschließungen von Anrainerstaaten zu erheblichen Unsicherheiten am Markt führten.

Die weltweite Getreideernte lag laut US-amerikanischem Landwirtschaftsministerium (USDA) mit 2,23 Mrd. t über dem Vorjahresniveau (+60 Mio. t). Grund für das insgesamt zufriedenstellende Ergebnis waren insbesondere gute Maiserträge in den USA und gute Ernten in der Schwarzmeerregion. Die weltweite Nachfrage stieg aber ebenfalls an und wird auf 2,21 Mrd. t und damit knapp unter der Produktion prognostiziert. Die Endbestände sinken jedoch auf 598 Mio. t. Allerdings gibt es dabei Unterschiede zwischen den beiden wichtigsten Getreidearten. Beim Mais wird nicht zuletzt aufgrund der guten Ernte in den USA mit einem positiven Saldo und damit einem Anstieg der Endbestände gerechnet. Beim Weizen hingegen dürfte die Nachfrage das Angebot nicht decken und die Endbestände leicht zurückgehen. Rechnerisch decken die gesamten Endbestände beim Getreide zirka 28 % des weltweiten Verbrauchs. Dieser Wert allein betrachtet, lässt den Schluss auf eine insgesamt weiterhin komfortable Versorgung zu, verkennt allerdings, dass weltweit mehr als die Hälfte der Weizen- und zwei Drittel der Maisvorräte in China gebunden sind und dem Weltmarkt damit nicht zur Verfügung stehen.

Trotz einer insgesamt komfortableren Versorgungsbilanz als im Vorjahr zeigte sich der Getreidemarkt auch weiterhin volatil. Preissprünge in einem Umfang wie im Vorjahr waren allerdings nicht zu verzeichnen. Sie waren auch nicht fundamental zu erklären, sondern vielmehr mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine und den damit verbundenen Befürchtungen für den Getreidemarkt zu begründen. Diese Sorgen waren auch mehr als berechtigt, denn die Schwarzmeerregion liefert rund 20 % der weltweiten Weizenexporte.

Die Getreidepreise sanken im ersten Halbjahr 2023 deutlich, nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlichen Exporte aus der Schwarzmeerregion, die in der Summe auf dem Vorjahresniveau lagen. Politische Entscheidungen hinterließen trotzdem Spuren am Markt. So zogen nach dem Auslaufen des Getreidekorridors durch das Schwarze Meer im Juli die Notierungen kurzfristig wieder deutlich an. In der Folgezeit fielen sie wieder, auch weil die Exportmengen per Binnenschiff, Bahn und Lkw ausgebaut werden konnten. Für weitere Turbolenzen sorgten die einseitigen Grenzschließungen der Ukraine-Anrainerstaaten. Hier setzte sich der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) intensiv dafür ein, dass diese Maßnahmen von der Europäischen Union (EU) unterbunden werden. Fragen des internationalen Handels fallen in die Kompetenz der EU und nicht der nationalen Regierungen.

In der EU wurde nach Angaben der Europäischen Kommission (EU-Kommission) 2023 mit 269 Mio. t ein insgesamt enttäuschendes Ergebnis eingefahren, das dem des Dürrejahres 2018 entspricht. Wohl selten zuvor hatte die Branche mit Wetterunbilden in einem solchen Ausmaß zu kämpfen. Auf ein insgesamt feuchtes Frühjahr folgte in weiten Teilen Europas (u. a. Spanien und Italien, aber auch in weiten Teilen Zentraleuropas) eine große Trockenheit, die teilweise von massiven Regenfällen während der Ernte abgelöst wurden.

Die Versorgungsbilanz weist aber weiterhin ein positives Ergebnis auf. Der Getreideverbrauch in der EU wird im Wirtschaftsjahr 2023/2024 mit gut 257 Mio. t auf Vorjahresniveau prognostiziert. Die Endbestände sinken auf 47 Mio. t. Während die Nachfrage für die Ernährung weitgehend identisch ist, sinkt sie im Futtersektor spürbar.

Steigende Umweltauflagen und ein sich zunehmend veränderndes Ernährungsverhalten führen zu weiter sinkenden Tierbeständen, insbesondere in Deutschland.

Aufgrund der gesunkenen Erntemengen dürften die Exporte allerdings das Vorjahresniveau von rund 48 Mio. t (davon 32,5 Mio. t Weizen) nicht ganz erreichen. Vielmehr rechnet die EU-Kommission mit einer Exportmenge im Wirtschaftsjahr (WJ) 2023/2024 in Höhe von gut 46 Mio. t, davon 31 Mio. t Weizen.

In Deutschland schloss die Getreideernte 2023 erneut ein Anbaujahr mit erheblichen witterungsbedingten Herausforderungen ab. Die Herbstaussaat 2022 erfolgte weitgehend ohne Probleme, allerdings erwies sich die Frühjahrsaussaat aufgrund teilweise starker Niederschläge als schwierig. Eine sich anschließende Trockenphase wurde zur Erntezeit von teilweise massiven Niederschlägen abgelöst. In der Folge erwies sich die Getreideernte oftmals als extrem schwierig, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Während im Westen und Süden die Ernte oftmals ohne große Einbußen eingefahren werden konnte, gelang dies im Norden und Osten nur verspätet und mit erheblichen Qualitätseinbußen. Teilweise waren die Äcker aber auch durch den Regen nicht mehr mit schweren Maschinen befahrbar, sodass die Ernte komplett ausfiel.

Trotzdem konnte mit 42,3 Mio. t eine insgesamt noch knapp durchschnittliche Ernte eingefahren werden, allerdings mit in vielen Fällen enttäuschenden Qualitäten. Insbesondere Roggen- und Weizenpartien erreichten oftmals nur noch Futterqualitäten. Auch litt die Braugerste in weiten Teilen erheblich unter Aufwuchs.

Die Erfassung war für die Genossenschaften vor diesem Hintergrund sehr herausfordernd. Oftmals mussten von den Landwirten alle verfügbaren Erntefenster genutzt werden. Dies führte dazu, dass verschiedene Getreidearten unterschiedlicher Qualitäten zur selben Zeit bei den Genossenschaften angeliefert wurden. Die Mitarbeitenden vor Ort haben sich den damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich gestellt und die Partien je nach Qualität entsprechend separiert und aufgearbeitet. Die nicht für den menschlichen Verzehr geeigneten Partien werden je nach Qualität über den Tiermagen veredelt oder für die Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt. Die Branche ist in diesem Jahr dankbar, dass es diese Verwendungsmöglichkeiten gab.

Die Vermarktung war für die Raiffeisen-Genossenschaften erneut herausfordernd. Zum einen wurden die Risikomanagementsysteme durch Kursschwankungen gefordert. Auch zeigten sich Engpässe in der Logistik. Hier fehlen weiterhin ausreichend Lkw-Fahrer und auch die Anbindung an die Schiene ist oftmals weiterhin suboptimal.

Drüber hinaus leidet der Getreidehandel wie auch der Handel insgesamt unter steigenden Kosten. Insbesondere die Einführung einer CO 2 -Komponente bei der Maut ab dem 1. Dezember 2023 führte nahezu zu einer Verdoppelung der Gebühren. Ein steigender CO 2 -Preis für Diesel verursacht weitere Kostensteigerungen. Der DRV setzte sich in dem Gesetzgebungsverfahren intensiv dafür ein, dass die CO 2 -Komponente bei der Maut nicht eingeführt wird, solange alternative Antriebe im Schwerlastverkehr noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind.

Mit Sorge schaut die deutsche Getreidewirtschaft weiterhin auf die aktuellen politischen Entwicklungen in Brüssel und Berlin. Neben dem politischen Ziel der Extensivierung bereiten die zunehmenden Nutzungskonkurrenzen den Genossenschaften große Sorgen. Nach einer aktuellen Studie des Thünen-Instituts in Braunschweig können bis 2030 bis zu 600.000 ha Landwirtschaftsfläche durch Infrastrukturmaßnahmen, Wiedervernässung von Moorböden und der Errichtung von Freiflächen-Fotovoltaik-Anlagen der Landwirtschaft entzogen werden. Darüber hinaus müssen in diesem Jahr von den Landwirtinnen und Landwirten vier Prozent der Ackerflächen nach den Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik aus ökologischen Gründen stillgelegt werden. Die dadurch sinkende Getreideernte in Deutschland dürfte dauerhaft zu engen Versorgungsbilanzen und damit einem hohen Preisniveau führen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie eine laufend wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann. Mitte November 2022 überschritt die Weltbevölkerung die Acht-Milliarden-Marke. Durch die jährliche Zunahme der Weltbevölkerung um rund 80 Mio. Menschen nimmt nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums die Nachfrage nach Getreide im gleichen Zeitraum um rund 40 Mio. t zu. Insofern dürfte der internationale Handel für die europäische und deutsche Getreidewirtschaft weiter an Bedeutung zunehmen.

Die Aussaat zur Ernte 2024 verlief witterungsbedingt teilweise ebenfalls herausfordernd. Insbesondere späträumende Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben konnten wegen starker Regenfälle nicht mehr geerntet werden. Damit war auch eine Aussaat von Winterweizen auf diesen Flächen nicht mehr möglich. Insgesamt ist die Aussaatfläche von Wintergetreide im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts um insgesamt 4 % gesunken, beim Winterweizen sogar um gut 7 %. Welche Auswirkungen die teilweise massiven Überschwemmungen auf die Ackerkulturen haben werden, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Das vergangene Jahr hat allerdings erneut gezeigt, dass sich das Wetter immer mehr zur entscheidenden Größe in der Land- und Agrarwirtschaft entwickelt. Daher muss nicht nur der Klimaschutz forciert werden, sondern auch die Anpassung an sich verändernde Witterungsbedingungen.

Ölsaaten

Weltweit wird im Wirtschaftsjahr (WJ) 2023/2024 bei den Ölsaaten nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) erneut mit einer neuen Rekorderntemenge von 660 Mio. t gerechnet. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Plus von 25 Mio. t oder knapp 4 %. Grund für dieses erfreuliche Ergebnis sind weltweit solide Rapsernten sowie eine erneute Rekordernte bei den Sojabohnen in Brasilien. Die Nachfrage soll ebenfalls um gut 20 Mio. t (+3,1 %) ansteigen. Der Anstieg im Verbrauch bleibt aber hinter dem des Angebots, sodass die Endbestände leicht von 114 auf 121 Mio. t steigen sollen. Die Relation zwischen Angebot und Verbrauch beträgt trotz dieses Anstiegs weiterhin 19 %, da sich der Verbrauch ebenfalls spürbar erhöht.

Die Sojabohne ist mit einem Anteil von knapp 60 % weiterhin die wichtigste Ölsaat. Die weltweite Produktion wird für das WJ 2023/2024 aktuell auf rund 399 Mio. t geschätzt. Dieser Wert liegt deutlich über dem Vorjahresergebnis von 375 Mio. t (+7,5 %). Als wichtigstes Anbauland liegt weiterhin Brasilien auf Platz eins mit 157 Mio. t (-2 %). Die USA belegen mit 113 Mio. t (-3 %) erneut Platz zwei, gefolgt von Argentinien mit 50,0 Mio. t (+100 %).

Die wichtigsten Exporteure sind weiterhin Brasilien mit rund 100 Mio. t (+2 %), gefolgt von den USA mit 48 Mio. t (-12 %). Auf Platz drei befindet sich erstmals Paraguay mit 6,3 Mio. t (+3 %), das Argentinien mit 4,6 Mio. t (+10 %) auf Platz vier verdrängte. Auf der Importseite steht China mit 102 Mio. t erneut auf Platz eins, gefolgt von der Europäischen Union (EU) mit knapp 14 Mio. t. Auch diese Werte entsprechen den Vorjahren.

Die zweitwichtigste Ölfrucht weltweit stellt Raps dar. Hier wird für das WJ 2023/2024 nach Angaben des USDA mit einer globalen Produktion in Höhe von rund 87 Mio. t. (-2 Mio. t zum Vorjahr) gerechnet. Grund für dieses etwas schlechtere Ergebnis als im Vorjahr sind etwas geringere Ernteerwartungen in allen wichtigen Anbauregionen. Gleichwohl stellt das aktuelle Ernteergebnis den zweitbesten Wert aller Zeiten dar. Da die Nachfrage mit 86 Mio. t knapp der Produktion entsprechen soll, dürfte die Versorgungsbilanz enger als im Vorjahr ausfallen. Die weltweiten Raps-Endbestände sollen um 3 Mio. t auf 7 Mio. t steigen.

Die infolge des Ukrainekrieges stark angestiegenen Preise fielen im Laufe des Jahres 2023 und erreichten zur Jahresmitte wieder das Vorkriegsniveau. Grund für diese Entwicklung ist u. a. eine komfortable Versorgungsbilanz. Auch fielen die Preise für Pflanzenöle im selben Zeitraum wieder erheblich. Knappheiten am Markt, wie z. B. im Jahr zuvor beim Sonnenblumenöl blieben weitgehend aus.

Die Ölsaatenernte 2023 in der Europäischen Union konnte trotz teilweise knapper Niederschläge erneut überzeugen. Insgesamt wurden mit 32,8 Mio. t deutlich mehr Mengen als im Vorjahr geerntet (31,3 Mio. t). Grund für dieses insgesamt gute Ergebnis sind leicht gestiegene Erntemengen bei allen Ölsaaten. Der Raps überstieg mit 19,8 Mio. t knapp das Vorjahresergebnis von 19,6 Mio. t.

Die europäische Rapswirtschaft ist bei einem geschätzten Verbrauch von 25 Mio. t wie in den Vorjahren auf erhebliche Importmengen angewiesen. Diese stammten bislang überwiegend aus der Ukraine, Australien und Kanada. Aus der Ukraine gelangten auch in diesem Jahr wieder große Mengen auf den deutschen und europäischen Markt. Allerdings gelangte die Ware, aufgrund der nach dem Auslaufen des Schwarzmeerabkommens Mitte Juli fehlenden Exportmöglichkeit über die Seehäfen, über Binnenschiffe und Bahntransport zu den Ölmühlen. Dies stellte die Branche teilweise vor große logistische Herausforderungen.

In Deutschland wurde trotz der teilweise knappen Wasserversorgung mit knapp 4,2 Mio. t ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt. Die Hektarerträge erreichten zwar nicht das Niveau des Vorjahres, allerdings wurde dieser Umstand durch eine leicht gestiegene Anbaufläche kompensiert. Der Tiefpunkt des Rapsanbaus aus dem Jahr 2019 scheint damit überwunden zu sein. In jenem Jahr lag die Erntemenge lediglich bei 2,8 Mio. t. Allerdings wurde die Ernte 2023 von dem unbeständigen Wetter überschattet. Vielen Partien konnten nur mit Verspätung gedroschen werden und zeigten teilweise Auswuchs.

Die Aussaat zur Ernte 2024 erfolgte in der Summe weitergehend problemfrei. In verschiedenen Regionen konnten die Flächen aufgrund der späten Ernte und den Niederschlägen allerdings erst zum Ende des optimalen Aussaatfensters bestellt werden. Die Anbaufläche wird derzeit auf 1,1 Mio. ha prognostiziert. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 5 %.

Die Vermarktung der Ölsaaten war für die Raiffeisen-Genossenschaften von vergleichbaren Herausforderungen geprägt wie im Getreidesektor. Die erneut von der Bundesregierung geführten Diskussionen über ein schrittweises Auslaufen von Biokraftstoffen bis zum Jahr 2030 führte zu zusätzlichen Verunsicherungen an den Märkten. Auch wird die Branche vor zusätzliche Herausforderungen bei der Nachhaltigkeitszertifizierung gestellt. So müssen u. a. zukünftig sämtliche Warenbewegungen innerhalb der Wertschöpfungskette Biokraftstoffe in eine Unionsdatenbank der EU eingetragen werden. Der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) setzt sich mit allen anderen Verbänden der Wertschöpfungskette dafür ein, dass diese Vorgabe rechtssicher und ohne unverhältnismäßigen bürokratischen Aufwand erfolgt.

Energie

Der Weltenergiebedarf wird kontinuierlich steigen. Bis zum Jahr 2030 wird eine Bedarfserhöhung um etwa die Hälfte des gegenwärtigen Verbrauchs auf dann 160.500 Mrd. kw/h erwartet. Bis 2060 prognostizieren Experten eine weitere Verdoppelung auf 310.000 Mrd. kw/h. Dies hat verschiedene Ursachen: Zum einen wird die Weltbevölkerung weiterwachsen. Mitte November 2022 wurde die Marke von acht Milliarden Menschen überschritten. Darüber hinaus wird der weiter steigende Lebensstandard in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien und China zu einer erhöhten Energienachfrage führen. Gerade in China hat das wirtschaftliche Wachstum in den vergangenen Jahren einen so starken Anstieg der Energienachfrage verursacht, dass die USA als Nachfrageland Nummer eins überholt wurde. Aktuell bleibt jedoch abzuwarten, wie sich der Energiebedarf in China aufgrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums und zunehmender Umweltprobleme weiterentwickeln wird. Auch wenn die dortige Energieversorgung weiterhin von fossilen Brenn- und Kraftstoffen dominiert wird, ist ein spürbarer Trend zu Investitionen in erneuerbare Energien und dadurch auch in Klimaschutz festzustellen. Diese Entwicklung ist ebenfalls in Indien zu beobachten. Durch das im Jahr 2015 geschlossene Klimaschutzabkommen von Paris sind die 195 Vertragsstaaten zusätzlich gezwungen, konkrete Klimaschutzpläne vorzulegen, die auch einen Ausbau erneuerbarer Energien zulasten fossiler Energie beinhalten.

Den damit verbundenen Transformationsprozess in Europa und Deutschland haben die Raiffeisen-Genossenschaften schon vor längerer Zeit erfolgreich begonnen. Sie entwickeln sich gleichermaßen zu Händlern, Projektierern und Dienstleistern für Energie aus alternativen Quellen. Damit sind sie der siebtgrößte Betreiber von Tankstellen hierzulande, zunehmend ergänzt durch Ladesäulen für Elektromobile. Im Ergebnis sind die Raiffeisen- Genossenschaften die letzten Vollsortimenter im Energiegeschäft. Bei vielen Unternehmen und Raiffeisenmärkten können die Kunden feste Brennstoffe wie Braunkohle, Steinkohle, Grillbriketts, Festholz und Pellets sowie auch in zunehmendem Maße Gas und Strom kaufen. Einen wachsenden Anteil am Energiegeschäft hat der Handel mit Gas und Strom, als leitungsgebundene Energie, in zunehmendem Maße aus erneuerbaren Energiequellen. Immer mehr Genossenschaften bündeln hier ihr Angebot, das von immer mehr Verbrauchern in Anspruch genommen wird. Früher hatten alle Verbraucher einen individuell zugewiesenen Versorger. Nach der Marktliberalisierung bei Strom und Gas öffnete sich dieser langsam. Heute gibt es viele Kunden, die Vergleiche anstellen und ihren Lieferanten nach Preis sowie Vertrauenswürdigkeit aussuchen. Das große Kundenvertrauen, das den Raiffeisen-Genossenschaften entgegengebracht wird, zeigt ein großes Marktpotenzial, welches zunehmend erschlossen wird.

Gleichwohl spielt die Zukunft fossiler Brenn- und Kraftstoffe für die wirtschaftliche Entwicklung der Raiffeisen- Genossenschaften auch weiterhin eine zentrale Bedeutung. Allerdings hat die Bundesregierung mit dem Klimaschutzgesetz Ende 2019 klare Entscheidungen getroffen und der Branche daher mehr Planungssicherheit verschafft. Jedoch zeigen die immer deutlicheren Klimaveränderungen, dass der Transformationsprozess beschleunigt werden muss. Die Raiffeisen-Genossenschaften nehmen diese Herausforderung an und verstärken ihre Aktivitäten. Gerade wenn es um den Ausbau der erneuerbaren Energien geht, stoßen sie dabei aber auch in zunehmendem Maße an rechtliche Grenzen. Die großen Herausforderungen sind hierbei die langen Planungszeiträume und hohe Umweltauflagen.

Der Energiemarkt im Jahr 2023 war erneut stark von den Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine geprägt. Aufgrund der insgesamt weiterhin hohen Energiepreise und einer schwachen Konjunktur sank der Primärenergieverbrauch in Deutschland nach ersten Schätzungen um zirka 8 %. Die Befürchtung, die Gasversorgung könnte im Winterhalbjahr 2022/2023 knapp werden, realisierte sich nicht. Durch hohe Füllstände in den Gasspeichern, der Errichtung erster LNG-Terminals, deutliche Einsparungen und einen milden Winter, konnte die Versorgung gesichert werden. Zu einer erneuten Verunsicherung des Marktes mit steigenden Preisen führten allerdings die militärischen Auseinandersetzungen in Israel. Hier kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Konflikt ausweitet und damit Auswirkungen auf die Erdöllieferungen aus der gesamten Golf-Region entstehen.

Politisch wurden in Deutschland Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise zu begrenzen und den Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin zu beschleunigen. Darüber hinaus stellte die Bundesregierung durch das Gebäudeenergiegesetz die Weichen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung im Gebäudebereich. Leider wurde das Gesetz unter hohem zeitlichem Druck verabschiedet und weist weiterhin Unklarheiten auf. Seine Verknüpfung mit dem Wärmeplanungsgesetz führt darüber hinaus in der Praxis zu einer großen Unsicherheit, welches Heizsystem zukünftig das Beste ist. Auf diese Situation reagieren die betroffenen Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer mit einer abwartenden Haltung.

Die Raiffeisen-Genossenschaften haben sich in diesem weiterhin schwierigen Markt erfolgreich behauptet und ihre Aufgabe, den ländlichen Raum mit Energie zu versorgen, erfolgreich erfüllt. Allerdings vermissen auch sie eine politische Planungssicherheit.

In diesem Wettbewerbsumfeld ist nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) der gesamte Inlandsabsatz von Mineralölprodukten von Januar bis Oktober 2023 im Vergleich zum Vorjahr von rund 78 Mio. t spürbar um 5,5 % auf 73,7 Mio. t gesunken. Für diese Entwicklung sind die im Jahresdurchschnitt hohen Energiepreise und eine schwache Konjunktur im hohen Maße verantwortlich. Die Absatzmengen von leichtem Heizöl sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,9 Mio. t auf 9,3 Mio. t (-5,4 %). Der Rückgang kam nicht überraschend und folgt einem langjährigen Trend. Lediglich im Jahr 2022 stieg die Nachfrage wieder kurzfristig an. Aufgrund der hohen Preise haben zahlreiche Unternehmen ihre Gasversorgung aus Gründen der Versorgungssicherheit auf Heizöl umgestellt.

Die Absatzmengen von Dieselkraftstoff sanken um 3,1 % auf 27,8 Mio. t, der Absatz von Ottokraftstoff stieg erneut leicht um 2,6 % auf 14,5 Mio. t. Die Rückgänge beim Diesel dürften auf die schwache Konjunktur und einen höheren Anteil von Ottomotoren bei den Neuzulassungen zurückzuführen sein. Trotz steigender Anteile der Ottomotoren ist der Trend zu alternativen Antrieben bei den Neuzulassungen ungebrochen.

Die Kraftstoffpreise sanken nach dem explosionsartigen Anstieg aufgrund des Krieges gegen die Ukraine wieder langsam, verharren aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank der Jahresdurchschnittspreis für Diesel von 1,95 €/l im Jahr 2022 auf 1,73 €/l im Jahr 2023. Der Preis für Superbenzin bewegte sich im Durchschnitt auf dem Vorjahresniveau (1,84 €/l nach 1,86 €/l). Ein Grund für diese weiterhin sehr hohen Kraftstoffpreise sind der große Anteil an Energieabgaben, die im Durchschnitt die Hälfte des Verkaufspreises ausmachen. Die Einführung einer CO 2 -Komponente bei der Lkw-Maut sowie die Umsetzung der nächsten Stufe des CO 2 -Preises wird zu einem weiteren Anstieg der Kostenlast führen. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Ländern mit den höchsten Kraftstoffpreisen.

Die Preise für Heizöl blieben ebenfalls auf einem hohen Niveau und betrugen 1,03 €/l. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (1,32 €/l), allerdings ist dies der mit Abstand zweithöchste Preis seit 1960.

Der Pelletmarkt entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv, allerdings stand er im Jahr 2023 unter negativen Vorzeichen. So plante die Bundesregierung, die Wärmenutzung aus Holz drastisch einzuschränken. Der Referentenentwurf des Gebäudeenergiegesetzes sah zunächst ein Verbot von Holzheizungen in Neubauten vor und verlangte darüber hinaus, sie mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien zu kombinieren.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamt erhöhte sich die Anzahl der Pelletheizungen im Jahr 2023 auf 774.000 Stück (Vorjahr 648.000 Stk.). Die Pelletpreise zogen im vergangenen Jahr ebenfalls weiter an und betrugen im Durchschnitt 390 €/t (Vorjahr 260 €/t).

Düngemittel

Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Verbrauch an N- und K-Düngern im Wirtschaftsjahr (WJ) 2022/23 weiter zurück. Stabil zeigte sich lediglich der Phosphatdünger-Absatz. Die Mengen im Einzelnen:

1,04 Mio. t Stickstoffdünger (Vj. 1,10 Mio. t; -5,3 %)

0,12 Mio. t Phosphatdünger (Vj. 0,11 Mio. t; +1,4 %)

0,24 Mio. t Kalidünger (Vj. 0,38 Mio. t; -21,8 %) und

2,69 Mio. t Kalkdünger (Vj. 2,75 Mio. t; -2,0 %).

Der Aufwand an Nährstoffen je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche aus Handelsdüngern verringerte sich 2022/23 im Vergleich zu 2021/22 bei Stickstoff von gut 66 kg auf nur noch 62,5 kg, ein Niveau aus den 1960er Jahren! Kali und Phosphat sind bereits auf einem Allzeittief (abgesehen von 2008/09): Kali sank von 18,4 auf 14,4 kg, Phosphat stagniert mit etwa 7 kg auf Vorjahresniveau. Die Menge an ausgebrachtem Kalk variiert vor allem witterungsbedingt. 2022/23 lag diese mit 158,4 kg nur leicht unter dem Vorjahreswert von rund 161,6 kg/ha.

Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jeweils für Kalenderjahre ermittelt und auf Wirtschaftsjahre hochgerechnet. Demnach gaben die Landwirte im WJ 2022/23 insgesamt 3,2 Mrd. € für Handelsdünger aus, davon alleine 2,3 Mrd. € für Stickstoffdüngemittel, 304 Mio. € für Phosphat- und 148 Mio. € für Kalidünger, bevor die Preise im 2. Halbjahr 2023 wieder deutlich nachgaben.

Entsprechend gute Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse bis zur Ernte 2023 glichen die hohen Düngerkosten in etwa aus. Das betriebswirtschaftliche Risiko für Landwirte und Genossenschaften steigt jedoch mit der Variabilität der Preise.

Pflanzenschutzmittel

Gemäß Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden im Jahr 2022 in Deutschland 93.679 t an Pflanzenschutzmitteln (ohne inerte Gase) in den Verkehr gebracht. Das sind etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen 16.170 t (-18 %) an inerten Gasen für den Vorratsschutz. Die Menge an parallelgehandelten Pflanzenschutzmitteln nahm gegenüber dem Vorjahr um 6 % ab und liegt nun bei 5.456 t und einem Marktanteil von 5,8 %. Die vom BVL ermittelten Absatzmengen für 2023 werden voraussichtlich im August 2024 veröffentlicht. Bei den BVL-Angaben bleiben Bestandsunterschiede in den Lägern des Handels unberücksichtigt.

Das Handelspanel der Raiffeisen Service GmbH (RSG) nutzt dagegen unmittelbar die Werte aus den Verkäufen genossenschaftlicher Agrarhändler an die Landwirtschaft. Die Gesamtmenge hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert (plus 1 %). Zuwächse gab es bei Fungiziden (+7,1 %). Herbizide gingen um 5,8 % zurück. Die eingesetzten Mengen hängen in erster Linie von Witterungseinflüssen und dadurch induziertem Krankheits- und Schädlingsdruck ab. 3 % Preissteigerung führten zu einem Umsatzanstieg um etwa 4 %.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte der Mitte 2022 von der Europäischen Kommission (EU-Kommission) vorgelegte Vorschlag für eine neue EU-Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (SUR). Danach sollte der Pflanzenschutzmittel-Einsatz bis 2030 halbiert, in "sensiblen Gebieten" gänzlich verboten werden. Außerdem weigerten sich verschiedene EU-Staaten - allen voran Deutschland - die EU-weite Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat zu verlängern. Auch das sorgte für Verunsicherung. Bei eindeutiger Faktenlage musste die Kommission die positive Entscheidung schließlich ohne eine qualifizierte Mehrheit im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) treffen. Daraufhin war das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gezwungen, das nationale Glyphosat-Verbot mittels Eilverordnung aus der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zu streichen. Nun dürfen entsprechende Mittel - unter strengen Auflagen - weiterverwendet werden. Auch der SUR-Entwurf ist vorerst gestoppt. Im Europaparlament konnte keine Einigung zwischen den festgefahrenen Fronten erzielt werden. Allerdings hat das BMEL nun eine eigene nationale Reduktionsstrategie angekündigt. Ziel ist auch hier die Reduktion um 50 % bis 2030!

Saatgut

Den Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge wurde im Jahr 2023 Sommergerste auf einer Fläche von 321.600 ha angebaut und verzeichnete damit einen Rückgang. Die Anbaufläche von Hafer ging ebenfalls zurück, auf 141.400 ha. Bundesweit wurde eine Fläche von 472.200 ha mit Körnermais bestellt, was eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Der Anbau von Silomais und Grünmais ging auf 1,98 Mio. ha zurück.

Wie den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zu entnehmen ist, ging die Aussaatfläche bei der Herbstaussaat zur Ernte 2024 von Wintergetreide ebenso wie die von Winterraps zurück. Regional teils sehr feuchte Böden erschwerten die Aussaat.

Nach Hochrechnungen von Destatis wurde im Herbst 2023 Wintergetreide für die Ernte 2024 auf 4,9 Mio. ha ausgesät. Das ist ein Rückgang von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Aussaatfläche von Winterweizen sank voraussichtlich um 203.800 ha auf 2,6 Mio. ha (-7,3 %). Eine Abnahme der Flächen ist in allen Bundesländern außer dem Saarland zu beobachten. Die größten Flächenrückgänge in absoluten Werten sind in Niedersachsen (-58.400 ha beziehungsweise -16,6 %), Schleswig-Holstein (-31.300 ha beziehungsweise 20,9 %) und Bayern (-23.500 ha beziehungsweise -4,8 %) zu erkennen.

Bei der Aussaatfläche von Roggen und Wintermenggetreide wird von einer Abnahme um 4,4 % (-27.400 ha) auf 600.700 ha ausgegangen. Die Aussaat von Triticale erfolgte auf 333.500 ha und bleibt damit auf dem Vorjahresniveau. Beim Anbau von Wintergerste ist eine geringe Vergrößerung der Aussaatfläche um 2,5 % (+31.500 Hektar) auf 1,3 Mio. ha festzustellen.

Mit Winterraps haben die landwirtschaftlichen Betriebe 1,1 Mio. ha Fläche bestellt. Damit verringert sich die Fläche um 4,7 % beziehungsweise um 54.800 ha.

Futterwirtschaft

Zur Versorgung des Tierbestandes werden in Deutschland jedes Jahr etwa 220 Mio. t Futtermittel als Naturalwert eingesetzt. Auch im Jahr 2023 war die Zusammensetzung der Anteile aus Grundfutter, Kraftfutter oder Einzel- und Mischfutter von verschiedenen Einflussfaktoren sowie regionalen Unterschieden geprägt.

Die Grundfutter umfassen mit jährlich etwa 180 Mio. t mengenmäßig den größten Bereich der Futterwirtschaft. In den Vorjahren stellten Wetterextreme landwirtschaftliche Betriebe zum wiederholten Male vor Herausforderungen in der Versorgung der Tiere mit betriebseigenem Futter. Auf ein kaltes, nasses Frühjahr folgte ein trockener Sommer mit vielen, zum Teil extremen, Niederschlägen während der Erntezeit. Trockenheit und hohe Temperaturen haben den Maisbeständen und Grünlandstandorten örtlich teils stark zugesetzt. Dennoch ist die Versorgung mit Grundfutter im Vergleich zum Vorjahr 2022 positiver zu bewerten. Die durchschnittlichen Erträge lagen für Silomais nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mit 410 dt/ha um 13,57 % über dem letztjährigen Ergebnis von 361 dt/ha. Bei der Gesamterntemenge für Silomais war ein Plus zum Vorjahr von 10,76 % auf 81 Mio. t zu verzeichnen. Dennoch werden extreme Wetterlagen infolge der globalen Erhitzung häufiger, was sich auf die Ernte- und Ertragszahlen auswirken wird.

Der anhaltende Krieg in der Ukraine sorgt nach wie vor für Verunsicherung auf den Rohstoffmärkten. Zwar sind die Umsatzzahlen beim Mischfutter gestiegen, diese werden aber von den gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen und deren Weitergabe begleitet. Der Konflikt stellte die Branche durch eingeschränkte Rohstoffverfügbarkeiten und sich verändernde Warenströme vor große Herausforderungen. Erhebliche Verzögerungen und Engpässe in den Logistikketten, insbesondere in der Binnenschifffahrt, führten zu zusätzlicher Anspannung am Markt. Aus diesen Gründen rücken eine effiziente Flächennutzung und optimale Futterverwertung immer stärker in den Fokus der Futtermittelunternehmen.

Mischfutter spielt für eine bedarfsgerechte Tierernährung eine immer wichtigere Rolle. Dies betrifft neben der Wirtschaftlichkeit auch zunehmend umwelt- sowie tierrelevante Aspekte. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag im vergangenen Wirtschaftsjahr (WJ) 2022/2023 die Mischfutterproduktion bundesweit bei 21,8 Mio. t und sank somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 %. Vor allem im Bereich des Schweinefutters ist ein deutlicher Produktionsrückgang im Vergleich zum Wirtschaftsvorjahr zu verzeichnen. Dies zeichnet die prekäre wirtschaftliche Situation der schweinehaltenden Betriebe ab. Rasant steigende Kosten für Betriebsmittel und zunehmende gesetzliche Anforderungen standen wenig kostendeckenden Schlachttierpreisen gegenüber. Aus diesen Gründen ging die Produktionsmenge an Schweinefutter mit 8,89 % über alle Tierarten hinweg am stärksten zurück. Die hergestellten Mischfuttermengen für den Rinder- (-0,15 %) und Geflügelbereich (-1,59 %) blieben hingegen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahreszeitraum. Trotz der Produktionsrückgänge im Bereich des Schweinefutters machte dieser Sektor mit 40 % der nationalen Produktion nach wie vor mengenmäßig den größten Anteil in der deutschen Mischfutterproduktion aus. So wurden nach Tierarten betrachtet, im WJ 2022/2023 etwa 8,2 Mio. t in der Schweinefütterung, 6,4 Mio. t in der Rinderfütterung und 6,2 Mio. t in der Geflügelfütterung eingesetzt.

Die Mischfutterbranche ist durch eine Vielzahl an mittelständisch geprägten Unternehmen charakterisiert. Allgemein ist bei der Unternehmensanzahl über die Jahre eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen. Im WJ 2022/2023 nahm die Anzahl der Mischfutterwerke mit einer Jahresproduktion von über 500 t im Vergleich zum WJ 2021/2022 geringfügig ab (minus fünf Standorte). Die BLE berichtet von 276 Produktionsstandorten. Davon bilden 163 Unternehmen in den nordwestlichen Regionen der Bundesrepublik das Zentrum der Mischfutterherstellung in Deutschland.

Mit 10,53 Mio. t hat sich die Menge des eingesetzten Getreides im Mischfutter im WJ 2022/2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (11,10 Mio. t) unwesentlich reduziert. Dabei bildeten Gerste, Weizen, Mais, Roggen, Triticale und Hafer 50 % des gesamten Rohstoffeinsatzes zur Mischfutterherstellung ab. Weizen blieb hierbei mit insgesamt 3,60 Mio. t die bedeutsamste Getreideart. Darüber hinaus waren Mais (2,68 Mio. t) und Gerste (2,13 Mio. t) mengenmäßig die wichtigsten Getreidearten im Mischfutter. Eine weitere Gruppe der Rohkomponenten für Mischfutter sind Ölkuchen und -schrote. Insgesamt 5,60 Mio. t Soja- und Rapsschrot fanden ihren Weg in die Verarbeitung zu Mischfutter. Dabei wurde Rapsschrot im WJ 2022/2023 mit 2,53 Mio. t etwas weniger verarbeitet als Sojaschrot mit 2,62 Mio. t. Diese beiden Ölnebenerzeugnisse machten einen Großteil der Neben- oder Koppelprodukte aus, welche in der Mischfutterherstellung eingesetzt werden. Weitere Nebenprodukte waren beispielsweise Mühlennachprodukte (1,50 Mio. t), Zuckernebenerzeugnisse (0,49 Mio. t) oder Kleberfutter (0,41 Mio. t). Mit der Verarbeitung von Nebenprodukten leistet die Futtermittelwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz und somit zur Nachhaltigkeit.

Die Futterwirtschaft ist Schnittstelle zwischen Pflanzenbau und Tierhaltung und mit den dort stattfindenden Entwicklungen unmittelbar verknüpft. Insbesondere die Entwicklung der Tierbestände ist für die Zukunft der Futterwirtschaft ausschlaggebend. Unter der Überschrift des Green Deal der Europäischen Union wird sich die Umwelt- und Klimapolitik und damit auch die Landwirtschaft in den nächsten Jahren als auch Jahrzehnten anpassen.

Auf nationaler Ebene werden die Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft und in angrenzenden Bereichen durch gesetzliche und weiterführende Auflagen, beispielsweise durch den Lebensmitteleinzelhandel, auch zukünftig weiter verschärft. Mit der Umsetzung der Düngeverordnung, der Stoffstrombilanzverordnung oder des nationalen Lieferkettengesetzes werden die Produktionskosten weiter angehoben. Speziell für die Futterwirtschaft sind überdies der zunehmende Bedarf an heimischen Eiweißfuttermitteln, Vorschriften zu entwaldungsfreien Rohstoffen, die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln sowie die N- und P-reduzierte Fütterung von hoher Relevanz.

In der Schweinehaltung führt die toxische Kombination aus steigenden Preisen für Betriebsmittel, der anhaltenden Ausbreitung von Tierseuchen (Afrikanische Schweinepest (ASP), Aviäre Influenza (AI)), fehlender Finanzierungskonzepte zum Umbau der Tierhaltung und letztlich der kontinuierlich reduzierten Verbrauchernachfrage bereits kurzfristig zu einer deutlichen Reduktion der Bestände. Dies belegen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). So standen im November 2023 nur noch 21,2 Mio. Schweine in den Ställen. Das ist ein Rückgang von 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr und 25 % weniger als vor zehn Jahren. Gegenüber dem Stichtag 3. Mai 2023 nahm der Schweinebestand allerdings um 1,3 % zu. Dies ist seit November 2020 der erste Anstieg des Bestandes. Die Rinderbestände werden voraussichtlich relativ konstant bleiben. Für die Geflügelbestände wird grundsätzlich eine leichte Steigerung prognostiziert.

Bei der wirtschaftlich sehr angespannten Lage in der Landwirtschaft ist für 2024 mit einer Beschleunigung des Strukturwandels zu rechnen. In jedem Fall werden Futterwirtschaft und Tierernährung ihren Beitrag leisten, die Zielkonflikte besonders zwischen Umweltschutz und Tierwohl zu minimieren.

b) Umsatzentwicklung

Der Gesamtumsatz betrug im Geschäftsjahr 2023 insgesamt 196.708 TEUR nach 213.552 TEUR im Vorjahr.

Im landwirtschaftlichen Bezugsgeschäft sind die Umsätze mengenbedingt um 3 % auf 50.891 TEUR im Vergleich zum Vorjahr mit 52.378 TEUR bei einem gleichzeitig erhöhten Preisniveau gesunken.

Die landwirtschaftlichen Umsätze im Absatzgeschäft sanken preisbedingt gegenüber dem Vorjahr wertmäßig um 6 % von 48.099 in 2022 auf 45.353 TEUR im Jahre 2023 bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Tonnage um 1% (155.514 to 2023 zu 154.515 to in 2022).

Im Energiebereich sank der Umsatz wertmäßig um 15 % auf 57.976 TEUR während die Absatzmenge bei einer Reduzierung um 2 % nahezu gehalten werden konnte.

Im Bereich der Raiffeisen-Märkte verringerte sich der Umsatz um 3 % von 27.297 TEUR in 2022 auf 26.517 TEUR in 2023.

Die Umsatzerlöse im Baustoffbereich verringerten sich mengen- und preisbedingt um 12 % von 13.250 TEUR auf 11.710 TEUR in 2023.

Die sonstigen Umsätze und Dienstleistungen stiegen an, sind jedoch von untergeordneter Bedeutung.

c) Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Genossenschaft für insgesamt 4,0 Mio. EUR (Vorjahr 5,3 Mio. EUR) in Sach- und Finanzanlagen investiert. Darüber hinaus hat die RWG im Geschäftsjahr 2023 im Zusammenhang mit einer Beteiligung gesellschaftsrechtliche Veränderungen vorgenommen und in diesem Zusammenhang die in der Beteiligung enthaltenen stillen Reserven (Differenz zwischen Buchwert 2,7 Mio. EUR und Zeitwert 12,4 Mio. EUR) realisiert.

Die Investitionen ins Sachanlagevermögen in Höhe von 1,3 Mio. EUR betreffen insbesondere Investitionen in Grundstücke und Bauten in Höhe von 0,3 Mio. EUR, in technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 0,2 Mio. EUR sowie in Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 0,8 Mio.

Die Investitionen in Grundstücke und Bauten betreffen im Wesentlichen die Investitionen in die Standorte Willich und Erkrath.

Die Anlagen im Bau verteilen sich im Wesentlichen auf die Investitionen in die Standorte Willich und Heiligenhaus sowie in den Fuhrpark.

d) Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben

Im Geschäftsjahr 2023 wurden temporäre Liquiditätsspitzen insbesondere beim Ankauf des Getreides und der Ölsaaten von den Landwirten durch kurzfristige Termingelder refinanziert.

Für zukünftige Investitionen ins Anlagevermögen beabsichtigt die RWG Rheinland verstärkt langfristige Darlehen aufzunehmen und einen verstärkten Fokus auf eine fristenkongruente Finanzierung vorzunehmen.

Bei neu abgeschlossenen langfristigen Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten sowie bei kurzfristigen Termingeldern von Kreditinstituten zur Getreidefinanzierung sowie bei Neuabschlüssen und Verlängerungen im Bereich der Nachrangdarlehen hat sich das Zinsniveau entsprechend dem Zinsniveau am Kapitalmarkt erhöht.

Neben den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dient von den sonstigen Verbindlichkeiten ein wesentlicher Teil in Höhe von 21.354 TEUR als vorrangiges Refinanzierungsmittel der Genossenschaft. Diese sind im schwerpunktmäßig als qualifizierte Nachrangdarlehen mit Mitgliedern ausgestaltet und werden von der RWG als wirtschaftliches Eigenkapital betrachtet. Von den qualifizierten Nachrangdarlehen haben 7,6 Mio. EUR eine Laufzeit von mehr als einem Jahr bzw. eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren.

Perspektivisch plant die RWG Rheinland eG die Finanzierungsstruktur weiter zu optimieren und das Instrument der Nachrangdarlehen mit Mitgliedern weiter auszubauen.

Aus der Betrachtung einer fristengleichen Finanzierung des Anlagevermögens auf der einen Seite sowie aus der Gegenüberstellung der kurzfristigen Posten der Aktiv- und der Passivseite zeigt sich für die RWG Rheinland eG zum 31.12.2023 weiterer Handlungsbedarf in der Anlagenfinanzierung sowie im Bereich der Liquiditätskennziffern.

Die RWG Rheinland eG kann durch die vereinbarten Kreditlinien bei Bedarf ausreichende Mittel generieren.

e) Personal- und Sozialbereich

Neben dem hauptamtlichen Vorstand (2 Personen), waren im Geschäftsjahr durchschnittlich 272 weitere Personen beschäftigt, davon 70 Teilzeitbeschäftigte und Aushilfen sind. Ferner beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 9 Auszubildende.

An 13 ehemalige Mitarbeiter oder deren Ehegatten wurden betriebliche Rentenzahlungen geleistet.

Ferner besteht für eine Vielzahl von Mitarbeitern im Rahmen tarifvertraglicher Regelungen eine Rentenversicherung.

f) Finanzielle Leistungsindikatoren

Ein wesentlicher Leistungsindikator für die RWG Rheinland eG ist die Umsatzrentabilität als Leistungszahl von Ergebnis nach Ertragsteuern aber vor Warenrückvergütung zu Umsatzerlösen. Sie berechnet sich aus dem Verhältnis von Gewinn (Jahresüberschuss nach Steuern) dividiert durch den Umsatz. Die in Prozent ausgedrückte Umsatzrentabilität ist ein Maßstab für die Effizienz eines Unternehmens, da sie das, was vom Umsatz nach Abzug der Aufwendungen übrig bleibt - den Gewinn - ins Verhältnis zum Umsatz setzt.

Die Genossenschaft hatte für das Geschäftsjahr 2023 (siehe Lagebericht Geschäftsjahr 2022 Abschnitt "Prognosebericht") bei Umsatzerlösen in Höhe von 200 Mio. EUR ein Jahresergebnis vor Warenrückvergütung und nach Ertragsteuern in Höhe von 1,8 Mio. EUR geplant. Dies hätte einer Umsatzrentabilität von 0,9 % entsprochen.

Tatsächlich eingetreten ist ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 12.642 TEUR bei einem Umsatz in Höhe von 196.708 TEUR. Im Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 12.642 TEUR ist ein einmaliger Ertrag aus der Realisierung von stillen Reserven im Zusammenhang mit einer Beteiligung der RWG in Höhe von 9.713 TEUR, so dass der Jahresüberschuss nach Steuern ohne diesen Sondereffekt 2.928 TEUR beträgt. Dieser Jahresüberschuss in Verhältnis gesetzt zu den Umsatzerlösen führt zu einer Umsatzrentabilität von 1,5 %. Zu den Planabweichungen verweisen auf den Abschnitt "Prognosebericht".

In der mittel und- langfristigen Unternehmensplanung strebt die RWG Rheinland eG eine Umsatzrentabilität in einer Bandbreite zwischen 1,4 % und 1,6% an.

Dieser Leistungsindikator ist auch in der Mitarbeiterschaft bekannt und soll durch die Gratifikationsvereinbarungen gelebt werden.

Darüber hinaus ist das Unternehmen bestrebt, mittelfristig die Eigenkapitalquote von derzeit 41,6 % trotz des geplanten hohen Investitionsvolumens auf 45,0 % zu steigern.

g) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Im zunehmenden Wettbewerb um gute Mitarbeiter müssen wir uns als Genossenschaft als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.

Vertrauen bildet die Grundlage sämtlicher Geschäftsaktivitäten der Genossenschaft. Kompetente und verantwortliche Mitarbeiter, ethisch und sozial der langfristigen Unternehmensentwicklung verpflichtet, schaffen gemeinsam nachhaltige Werte. Diese Sichtweise bildet bei der RWG Rheinland eG die Grundlage für eine transparente und verantwortungsbewusste Unternehmensführung, welche sich in der im Jahr 2019 neu eingeführten Verhaltensrichtlinie manifestiert.

3. Lage der Genossenschaft

a) Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der Genossenschaft verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Mio. EUR auf 84.700 TEUR. Diese Reduzierung ergibt sich im Wesentlichen aus einem um 11,0 Mio. EUR gesunkenen Vorratsvermögen, was insbesondere auf Preiseffekte zurückzuführen ist.

Die Anlageintensität beträgt 57,6 % (Vorjahr 43,1 %).

Das Anlagevermögen ist zu 72,1 % (Vorjahr 57,9 %) durch Eigenkapital finanziert.

Die Eigenkapitalquote konnte aufgrund einer deutlichen Erhöhung des Eigenkapitals um 13,2 Mio. EUR von 24,9 % auf 41,6 % gesteigert werden.

b) Ertragslage

Das Rohergebnis im Sinne des § 276 S.1 HGB ist von 28.847 TEUR auf 39.969 TEUR gestiegen. Hierin ist für das Geschäftsjahr 2023 ein Einmalertrag im Bereich der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 9.713 TEUR enthalten. Die Rohertragsquote von 20,3%, ohne Einmalertrag 15,4%, hat sich demnach um 1,9 Prozentpunkte erhöht (Vorjahr 13,5 %).

Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 331 TEUR auf 12.248 TEUR reduziert. Dies ist im Wesentlichen auf im Vorjahr gebildete Personalrückstellungen zurückzuführen.

Die Höhe der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie der Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens ist im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 389 TEUR gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf ein niedrigeres Abschreibungsvolumen aufgrund reduzierter Abschreibungen auf Sachanlagen und geringerer außerplanmäßiger Abschreibungen auf Finanzanlagen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 9.800 TEUR bewegen sich mit einer Erhöhung von 0,7 % auf dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2023 haben sich insbesondere IT-Kosten, Kosten im Zusammenhang mit der Personalakquise und Aus- und Weiterbildungen, Wertberichtigungen im Bereich der Forderungen sowie rückstellungsbezogene Aufwendungen negativ entwickelt bzw. sind gestiegen. Gleichzeitig konnten insbesondere die Energiekosten gesenkt werden.

Das Finanzergebnis ist auf Grund des gestiegenen Zinsniveaus gepaart mit einem Rückgang der Beteiligungserträge von 762 TEUR auf 453 TEUR gesunken aber weiterhin positiv.

Im Jahresabschluss zum 31.12.2023 bzw. im Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 ist bereits eine Warenrückvergütung an die Mitglieder in Höhe von 256 TEUR berücksichtigt.

Das um den Einmalertrag in Höhe von 9.713 TEUR bereinigte Ergebnis vor Warenrückvergütung und Ertragsteuern beläuft sich auf 5.803 TEUR (Vorjahr 4.081 TEUR).

Die Ertragsteuern sind insbesondere auf Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz im Verhältnis und wegen des höheren Ergebnisses auch absolut gestiegen.

Das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2023 beträgt 12.642 TEUR und liegt damit um 10.367 TEUR über dem Vorjahr.

c) Beurteilung der Entwicklung durch den Vorstand

Durch die Verschmelzung im Jahr 2018 wird die Genossenschaft weiter Ihre Position in der Region stärken; sie trägt der gesamten Entwicklung der landwirtschaftlichen Branche - rückläufige Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe, Änderung der Größenstruktur sowie Kostensensibilität und Wettbewerbsfähigkeit - Rechnung.

Die Geschäftsentwicklung des Geschäftsjahres 2023 liegt bei der Umsatzentwicklung leicht unter den Erwartungen, jedoch bei der Ertragsentwicklung deutlich über den Erwartungen. Insgesamt beurteilt der Vorstand die Geschäftsentwicklung als sehr zufriedenstellend.

Alle Standorte, insbesondere die angemieteten Standorte, werden weiterhin intensiv auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft. Gegebenenfalls können durch strukturelle Maßnahmen einmalige Aufwendungen entstehen, um mittel- bzw. langfristig die Kostenseite weiter zu entlasten.

Der Vorstand sieht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als geordnet an.

4. Chancen- und Risikobericht

a) Grundsätze des Risikomanagementsystems

Die RWG Rheinland eG analysiert für sich laufend alle für sie relevanten Risiken und deren mögliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und entwickelt falls erforderlich geeignete Gegenmaßnahmen und Methoden zur Absicherung.

Zur Kompensation von gesamtvolkswirtschaftlichen Risiken sowie Risiken, die sich in der Regel auf einzelne Branchen bzw. Bereiche beziehen bedient sich die RWG Rheinland eG bereits seit vielen Jahren neben dem klassischen Landhandelsgeschäft weiterer Geschäftsfelder wie z. B. das Mineralöl- und Tankstellengeschäft, den Handel mit Baustoffen und das Einzelhandelsegment mit ihren Raiffeisenmärkten. Diese praktizierte Strategie der Diversifikation hat sich bewährt und kann die branchenspezifischen Risiken der einzelnen Sparten besser auffangen.

Darüber hinaus hat der Vorstand zur Erkennung und Steuerung von Unternehmensrisiken ein System eingerichtet, das im Wesentlichen auf folgenden Instrumenten aufbaut:

Notwendige Absicherung von Handelsgeschäften durch Kontrakte und geeignete Instrumente an den Warenterminbörsen. Einrichtung einer aussagefähigen Kontraktverwaltung.

Aussagefähige Warenbuchführung getrennt nach Betriebsstätten.

Stetige Kontrollen der Mengenbewegungen (Wareneingänge und -ausgänge).

Risiken bei der Erfassung und Lagerung von Getreide und Ölsaaten werden durch verschiedene Zertifizierungsmaßnahmen kontrolliert.

Kostenstellenrechnung zur Überwachung der einzelnen Kostenstellen.

Überwachung der Kundenforderungen (Einhaltung der vereinbarten Zahlungsziele, Forderungsstruktur sowie Bonität der Kunden).

In ausgewählten risikobehafteten Fällen werden zur Absicherung von Warenkredit-Ausfallrisiken an Abnehmer dingliche Sicherheiten hereingenommen bzw. Kreditversicherungen abgeschlossen.

Notleidende Forderungen werden einem Inkassobüro bzw. einem Rechtsanwalt zur Bearbeitung übergeben.

Abschluss unternehmensrelevanter Versicherungen (Betriebs- und Personenversicherungen).

Regelmäßige Überwachung der Ertragslage der verbundenen Unternehmen.

Es werden regelmäßig Zwischenabschlüsse erstellt und ausgewertet.

b) Risiken der zukünftigen Entwicklung

Branchenspezifische und konjunkturelle Risiken

Für die Genossenschaft ergeben sich Markt- und Umfeldrisiken sowohl auf der Beschaffungsseite (z. B. Preisrisiken, Qualität der angelieferten Ware sowie Beschaffungsengpässe z.B. durch Krisen wie der andauernde Russland-Ukraine Krieg) als auch auf der Absatzseite (Größenstrukturveränderung der landwirtschaftlichen Betriebe, Tierkrankheiten, witterungsbedingte und sonstige Einflüsse, Preisrisiken).

In den letzten Jahren wurde die Landwirtschaft in unserem Genossenschaftsgebiet bereits mit anhaltenden Dürreperioden aber auch mit langanhaltenden Niederschlägen während der Vegetationsperiode konfrontiert. Insgesamt können derartige Witterungsbedingungen die Ernte unserer Landwirte sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht negativ beeinflussen, was zu negativen wirtschaftlichen Effekten, insbesondere durch geringere Anliefermengen und/oder einer geringeren Produktqualität im Bereich Agrar der RWG Rheinland eG führen kann.

Für die bevorstehende Ernte 2024 bleiben die Witterungseinflüsse im ersten Halbjahr 2024 abzuwarten. Aktuell sehen wir trotz der vorgenannten Vorzeichen keine negativen Auswirkungen im Hinblick auf die Ernte 2024 bzw. auf die wirtschaftliche Lage der RWG Rheinland eG.

Mit dem Angriff durch Russland am 24. Februar 2022 hat die Ukraine den Kriegszustand ausgerufen. Die aktuelle Situation ist nach wie vor geprägt von geopolitischen Spannungen, die weltweit in die Volkswirtschaften ausstrahlen. So haben zum Beispiel die Europäische Union sowie die USA zwischenzeitlich umfangreiche Sanktionspakete verabschiedet und verhängt. Es ist nicht auszuschließen, dass auf Ebene der Wirtschaftspolitik weitere Maßnahmen beschlossen werden, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und somit auch auf die Wirtschaftlichkeit des Handelns der Marktteilnehmer in den betroffenen Wirtschaftsräumen haben können. Ein Ende, dieser durch Ungewissheit geprägten Situation, ist nicht absehbar.

Dieser Russland-Ukraine-Krieg hat auch die RWG in unterschiedlichen Bereichen des Beschaffungs- und Absatzmarktes sowie im Bereich der Waren-Termin-Geschäfte getroffen, was wir jedoch durch unsere etablierten innerbetrieblichen Instrumente zu jeder Zeit kompensieren konnten.

Sofern die Lieferketten für unsere wesentlichen Produktgruppen nicht deutlich stärker als bisher durch die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs beeinträchtigt werden, resultieren hieraus keine wesentlichen Risiken für die RWG.

Risiken im Marktumfeld

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die damit verbundene Konzentration der landwirtschaftlichen Betriebe werden sich vor dem Hintergrund der unbefriedigenden Ertragslage sowie der insbesondere im Jahr 2022 im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg eingetretenen Volatilität im Bezugs- und Absatzgeschäft auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.

Aktuell sind wir insbesondere von den allgemeinen Marktverwerfungen, der außergewöhnlich deutlichen Volatilität der Rohstoff- und Materialpreise im Beschaffungs- und Absatzbereich, der hohen Inflation im Bereich der Sachkosten und der damit einhergehenden Lohn-Preis-Spirale, der seit Anfang 2022 deutlich gestiegenen Refinanzierungskosten sowie im Zusammenhang mit der Materialverfügbarkeit betroffen.

Negative Auswirkungen konnten bisher gut abgefedert werden. Wir sehen für das Jahr 2024 daher keine weiteren wesentlichen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen. Jedoch können wir zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer abschätzen, in welchem Umfang sich die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung und den damit einhergehenden Marktverwerfungen zukünftig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Genossenschaft auswirken.

Im Einzelhandelsbereich besteht zudem weiterhin durch den Onlinehandel das Risiko von Umsatzrückgängen, wobei wir hier fortlaufend die Kundenbedürfnisse analysieren und erforderlichenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen. Derzeit sehen wir im Bereich der Raiffeisenmarktkunden trotz dem allgemeinen Trend zum Onlinehandel keine nennenswerte Abkehr von unserem stationären Handel.

Die insgesamt stark gestiegenen Energiebeschaffungskosten stellen für den Geschäftsbetrieb der RWG Rheinland eG eine Herausforderung dar, die durch zukunftsweisende Investitionen in erneuerbare Energien wie z.B. Photovoltaikanlagen zur eigenen Stromerzeugung abgeschwächt werden bzw. weiter abgeschwächt werden sollen.

Ausfallrisiken

Im Übrigen landwirtschaftlichen Warenbereich sowie im Bereich Großkunden Energie arbeiten wir entsprechend der Marktlage mit anderen Sicherungsmaßnahmen wie z.B. Kontrakten, Vorkäufen oder geringen offenen Mengen.

Im Bereich des Forderungsmanagements liegen naturgemäß die üblichen Adressausfallrisiken vor. Zur Risikovermeidung werden alle Kundenengagements fortlaufend überwacht und das Ausfallrisiko durch individuelle Warenkreditlimits sowie in ausgewählten risikobehafteten Fällen Kreditausfallversicherungen bzw. durch die Hereinnahme von Sicherheiten reduziert.

IT-Risiken

Durch den vermehrten Einsatz von Cloud-Lösungen erhöht die RWG kontinuierlich die Verfügbarkeit und Sicherheit der IT-Systeme und reduziert somit die Ausfallwahrscheinlichkeit. Wir sehen hier einen hohen Nutzen von Service-As-A-Standard-Lösungen (SaaS) als zukunftsweisende Alternative im Infrastruktur- und Anwendungsbereich. Die RWG wird weiterhin darauf achten, allen datenschutzrechtlichen Aspekten gerecht zu werden und sonstige, die Verfügbarkeit einschränkende Umstände durch sorgfältige Auswahl der Partner zu vermeiden.

Zinsänderungsrisiken

Wir refinanzieren uns auch zu Marktpreisen im kurz-, mittelfristigen und langfristigen Bereich, womit die RWG Rheinland eG teilweise an die allgemeine Zinsentwicklung am Kapitalmarkt gekoppelt ist und von dem derzeit hohen Zinsniveau betroffen ist. Auf der anderen Seite bietet dies auch die Chance von einem fallenden Zinsniveau zu partizipieren. Im Rahmen des Ausbaus des Working-Capital-Managements versucht die RWG konsequent, eine verbesserte fristenkongruente Finanzierung der Vermögenswerte zu realisieren. Zudem verfolgt die RWG Rheinland eG das Ziel das Eigenkapital absolut wie relativ auszubauen.

Liquiditätsrisiken

Branchenbedingt liegt durch Vorkäufe und Getreideauszahlungen ein saisonal stark schwankender Liquiditätsbedarf vor. Liquiditätsrisiken und Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden durch ausreichende Kreditlinien verringert.

Preisänderungsrisiken

Sowohl der Handel mit Agrarprodukten als auch der Energiebereich unterliegen starken Preisschwankungen. Die Volatilität bei Getreide sowie Düngemitteln hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Gleiches gilt für den Bereich Energie. Zur teilweisen Begrenzung des Risikos von Marktpreisänderungen im Getreide- und Rapsgeschäft sowie zur Absicherung von Einkaufskontrakten mit Landwirten über die kommende Getreideernte setzt die Genossenschaft derivative Finanzinstrumente in Form von standardisierten Warentermingeschäften (Futures) ein. Die aufgrund der Marktentwicklung der Genossenschaft belasteten Variation Margins (noch nicht realisierten Stichtagsverluste aus offenen Waren-Termin-Geschäften) wurden im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 berücksichtigt. Bewertungseinheiten (§ 254 HGB) wurden nicht gebildet. Der Einsatz dieser Instrumente erfolgt ausschließlich aus Gründen der Verminderung von Preisrisiken und nicht unter spekulativen Gesichtspunkten. Die Risiken aus diesen Geschäften werden durch intern festgelegte Obergrenzen limitiert, im Rahmen des Risikomanagements täglich überwacht und kontinuierlich an die Gremien gemeldet. Ohne Vorliegen eines entsprechenden Grundgeschäfts werden keine Waren-Termin-Geschäfte oder andere Derivate abgeschlossen.

Wechselkursrisiken

Die Genossenschaft beschafft und verkauft Waren ausschließlich im europäischen Währungsraum. Wechselkursrisiken entstehen somit nicht.

Qualitätssicherungsrisiken

Unsere aufwendigen Qualitätssicherungsmaßnahmen garantieren die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien. Im Einzelnen liegen folgende Zertifizierungen vor:

Zertifizierung für den Transportbereich: QS-Futtermittel und BCN-DE1 QM-Milch

RedCert - Zertifizierung

Bio (Öko) Zertifizierungen

Zertifizierung nach den Richtlinien des Verbandes "Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.", VLOG

Sonstige Risiken

Eventuell erstmalige Erschließungskosten von Lagerstätten auf ehemaligem Bahneigentum sind momentan in Höhe und Zeitraum nicht absehbar.

c) Bestandsgefährdende Risiken

Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation ergab, dass derzeit keine wesentlichen Risiken bestehen, die einzeln oder kumulativ, den Fortbestand der Genossenschaft gefährden könnten.

Unbeschadet dessen ergibt sich aus dem Geschäftsmodell der RWG bzw. aus dem Ankauf von Getreide und Ölsaaten ein grundsätzliches latentes Risiko in Bezug auf Preisschwankungen am Absatzmarkt. Aus diesem Grunde schließt die RWG sowohl physische Verkaufskontrakte als auch Waren-Termin-Geschäfte ab. Dennoch kann die falsche Handhabung mit physischen Verkaufskontrakten als auch im Bereich der Waren-Termin-Geschäfte bestandsgefährdende Risiken bergen. Die Risiken aus diesen Sicherungsgeschäften werden durch intern festgelegte Obergrenzen limitiert, im Rahmen des Risikomanagements täglich überwacht und kontinuierlich an die Gremien gemeldet.

Aktuell sieht die RWG keine Risiken, die die Entwicklung der RWG Rheinland eG beinträchtigen könnten.

d) Chancenbericht

Die für die RWG Rheinland eG erarbeitete strategische Ausrichtung sieht mittel- bis langfristig vor, die Geschäftsstellen (über alle Bereiche) auf den neuesten Stand zu entwickeln und auch entweder an gleichem Ort bzw. strategisch sinnvoll an neuen Orten zu errichten.

Hierfür ist auch eine Überarbeitung der Finanzierungsstruktur angedacht und notwendig.

Darüber hinaus sieht die RWG Rheinland eG neben den vorgenannten Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs auch weitreichende Chancen, sowohl für unsere Genossenschaft als auch für die gesamte deutsche Landwirtschaft, da hierdurch beispielsweise die Wertigkeit und Systemrelevanz (Versorgungssicherheit) der Landwirtschaft stärker denn je im Fokus stehen.

Als weiteres wird eine Chance in der Forcierung der Digitalisierung im Vertrieb als auch in der Verwaltung gesehen.

Zentralisierungen in der Vertriebsstruktur im Bereich Agrar und Logistik werden ebenfalls als Chance gesehen.

Der weitere Ausbau von leistungsfähigen Getreidestandorte wird den landwirtschaftlichen Kunden zugutekommen.

5. Prognosebericht

Der weiter anhaltende Kostendruck aufgrund der aktuellen Ertragssituation in der Landwirtschaft, erfordert eine kontinuierliche Beobachtung des landwirtschaftlichen Geschäftes, damit die gesteckten Ziele erreicht werden.

Als Ergebnis im Sinne dieses Prognoseberichtes definieren wir: handelsrechtlicher Jahresüberschuss nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zuzüglich gewährte Warenrückvergütung und abzüglich außerordentlicher Erträge und Aufwendungen wie z.B. ein Einmalertrag im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 9,7 Mio. EUR aus der Realisierung von stillen Reserven im Zusammenhang mit einer Beteiligung des Finanzanlagevermögens, womit die in diesem Abschnitt genannte Umsatzrentabilität als Verhältnis zwischen Umsatzerlöse und Ergebnis (gemäß der vorgenannten RWG-Definition) zu verstehen ist.

Das Unternehmensziel für die RWG Rheinland eG wurde für das Geschäftsjahr 2023 (siehe Lagebericht Geschäftsjahr 2022 Abschnitt "Prognosebericht") wie folgt formuliert:

(1)

Es sollen für 200 Mio. EUR Umsatzerlöse erwirtschaftet werden.

(2)

Es soll ein Ergebnis vor Warenrückvergütung und nach Ertragsteuern in Höhe von 1,8 Mio. EUR erwirtschaftet werden, was einer Umsatzrentabilität von 0,9 % entsprach.

Im Geschäftsjahr 2023 lag der Umsatz mit rd. 197 Mio. EUR um rd. 17 Mio. EUR unter dem Umsatz des Vorjahres aber nahezu auf dem von uns geplanten Niveau.

Das Ergebnis vor Warenrückvergütung, nach Ertragsteuern und ohne den vorgenannten Einmalertrag (9,7 Mio. EUR) beträgt für das Geschäftsjahr 2023 rd. 3,2 Mio. EUR und liegt damit um 1,4 Mio. EUR über dem im Vorjahr geplanten Ergebnis. Die für das Geschäftsjahr 2023 prognostizierte Umsatzrentabilität von 0,9 % wurde mit 1,6 % um 0,7 %-Punkte übertroffen.

Die Planabweichung beim Ergebnis und damit bei der Umsatzrentabilität resultiert insbesondere aus einer deutlichen Erhöhung des Rohergebnisses bzw. der Rohertragsquote jeweils im Sinne des § 276 S.1 HGB (ohne Einmalertrag 9,7 Mio. EUR) von 28,8 Mio. EUR auf 30,2 Mio. EUR bzw. von 13,5 % auf 15,4 % bei gleichzeitig vergleichbaren Betriebskosten im Vergleich zum Vorjahr.

Das Unternehmensziel für die RWG wird für das Geschäftsjahr 2024 wie folgt formuliert:

Es sollen für 200 Mio. EUR Umsatzerlöse erwirtschaftet werden.

Es soll ein Ergebnis vor Warenrückvergütung und nach Ertragsteuern in Höhe von 2,2 Mio. EUR erwirtschaftet werden, was einer Umsatzrentabilität von 1,1 % entspricht.

Hierbei ist antizipiert, dass die Umsatzerlöse auf Grund des zwar teilweise noch hohen aber dennoch rückläufigen Preisniveaus, insbesondere in den Bereichen Energie und Landwirtschaft, mit den prognostizierten 200 Mio. EUR Umsatzerlösen auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 liegen werden und wir dementsprechend mit einem organischen Wachstum rechnen.

Im Ergebnis geht die Genossenschaft trotz der weiterhin vorherrschenden Herausforderungen wie z.B. Lieferengpässe, Inflation, Zinsniveau, Lohn-Preis-Spirale und Kaufbereitschaft für das laufende Geschäftsjahr 2024 von einem Jahresüberschuss vor Warenrückvergütung und nach Ertragsteuern in Höhe von 2,2 Mio. EUR aus.

 

Willich, den 12. Februar 2024

Der Vorstand:

Peter Lautz, Vorsitzender

Volker Morjan, stellv. Vorsitzender

Gerhard Bommers

Karl van Bebber

Marcel Commes

1. Bilanz zum: 31.12.2023

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 1.369,00 1.760,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 1.370,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 22.557.911,04 23.360.783,43
2. Technische Anlagen u. Maschinen 3.422.347,78 3.843.101,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstattung 4.003.674,56 4.358.901,65
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 248.146,08 30.232.079,46 263.384,25
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 839.065,38 470.065,38
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.323.000,00 0,00
3. Beteiligungen 14.662.291,43 2.289.581,43
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 510.000,00 510.000,00
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 104.480,00 2.775.676,42
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 152.110,00 152.110,00
7. Sonstige Ausleihungen 0,00 18.590.946,81 0,00
Anlagevermögen insgesamt 48.824.396,27 38.025.364,66
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.155,31 7.155,31
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 0,00 0,00
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 22.552.035,19 33.556.101,14
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 22.559.190,50 0,00
II. Forderungen u. sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.193.789,28 12.548.325,99
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 153.713,92 0,00
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 21.476,85 405.691,43
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.894.321,96 12.263.302,01 1.575.220,04
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 978.305,27 2.175.022,86
C. Rechnungsabgrenzungsposten 74.922,87 22.147,30
D. Aktive latente Steuern
SUMME DER AKTIVSEITE 84.700.116,92 88.315.028,73

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Geschäftsguthaben
1. der verbleibenden Mitglieder 2.525.554,63 1.939.279,68
2. der ausscheidenden Mitglieder 30.105,49 9.204,52
3. aus gekündigten Geschäftsanteilen 0,00 2.555.660,12 0,00
Rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile 36.265,50 € (Vj. 571,07 €)
II. Kapitalrücklage 622.499,72 622.499,72
III. Ergebnisrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 7.008.139,89 5.743.952,20
2. Andere Ergebnisrücklagen 16.811.915,04 23.820.054,93 12.217.890,67
IV. Bilanzgewinn
1. Gewinnvortrag / Verlustvortrag 0,00 0,00
2. Jahresüberschuss 12.641.876,82 2.275.203,49
3. Einstellung in Rücklagen -4.424.656,90 8.217.219,92 -796.321,23
Eigenkapital insgesamt 35.215.434,69 22.011.709,05
B. Sonderposten mit Rücklageanteil
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.423.812,00 1.552.651,00
2. Steuerrückstellungen 2.246.163,89 720.828,85
3. Sonstige Rückstellungen 3.711.621,28 7.381.597,17 3.842.813,70
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.161.405,99 29.135.021,89
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.514.284,00 5.193.677,69
4. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 0,00 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 247.214,24 0,00
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.544.723,50 2.306.405,28
7. Sonstige Verbindlichkeiten 22.494.541,70 41.962.169,43 23.419.147,72
davon:
- aus Steuern 515.333,58 € 1.129.189,56
- im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.937,07 € 1.639,64
E. Rechnungsabgrenzungsposten 140.915,63 132.773,55
F. Passive latente Steuern 0,00 0,00
SUMME DER PASSIVSEITE 84.700.116,92 88.315.028,73

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 196.707.777,29 213.551.509,83
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0,00 0,00
3. andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 0,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 12.296.596,37 1.162.107,07
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -169.033.742,67 -185.866.776,76
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.513,92 0,00
Rohergebnis 39.969.117,07 28.846.840,14
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -10.022.152,50 -10.445.660,22
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.226.133,08 -12.248.285,58 -2.133.908,08
davon für Altersversorgung 143.653,15 (162.273,80)
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.872.004,85 -3.074.180,69
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Genossenschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 0,00
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -9.800.475,71 -12.672.480,56 -9.736.330,05
Zwischensumme 15.048.350,93 3.456.761,10
9. Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben 743.637,44 916.062,67
davon aus verbundenen Unternehmen 56.196,52 50.369,53
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 113.937,64 18.359,60
davon aus verbundenen Unternehmen 85.293,04 (0,00)
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 606.080,95 469.484,90
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 (0,00)
Zwischensumme (9. - 11.) 1.463.656,03 1.403.907,17
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -25.000,00 -211.728,10
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.010.646,69 428.009,34 -641.511,35
davon aus verbundenen Unternehmen 2.214,24 (0,00)
Zwischensumme (12. + 13.) -1.035.646,69 15.476.360,27 4.007.428,82
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.619.034,88 -1.564.599,27
15. Ergebnis nach Steuern 12.857.325,39 2.442.829,55
16. Sonstige Steuern -215.448,57 -167.626,06
17. Jahresüberschuss 12.641.876,82 2.275.203,49
18. Gewinnvortrag / Verlustvortrag 0,00 0,00
19. Einstellung in Rücklagen 4.424.656,90 796.321,23
20. Entnahme aus Rücklagen 0,00 0,00
21. Bilanzgewinn 8.217.219,92 1.478.882,26

3. Anhang

Firma: RWG Rheinland eG
Sitz: Willich
Registergericht: Krefeld
GnR: 275

A. Allgemeine Angaben

• Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften für Genossenschaften aufgestellt. Die Genossenschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Gesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.

• Im Jahresabschluss wurden bei der Ermittlung von gerundeten Beträgen (volle EUR) die kaufmännischen Rechenregeln beachtet. Korrespondierende Summen wurden ungerundet berechnet und danach das jeweilige Ergebnis gerundet.

• Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 Abs. 2 und 3 sowie 275 Abs. 2 HGB.

• Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

• Zusätzliche Angaben, wenn wegen besonderer Umstände der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild nicht vermittelt, sind nicht nötig.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

• Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

• Es bestehen folgende Nutzungsdauern je nach Bilanzposition:

Bilanzposition Nutzungsdauer
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3 Jahre
Geschäfts- und Firmenwert 15 Jahre
Gebäude und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 bis 25 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 1 bis 13 Jahre

• Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

Die Abschreibungen eines erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig auf 15 Jahre verteilt. Die angenommene Nutzungsdauer ist dadurch begründet, dass der Konjunkturverlauf in der Branche Landhandel stabil und die Wettbewerbsintensität in der Region relativ gering ist. In 2013 wurde eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen und gemäß § 253 Abs. 5 Satz 2 HGB beibehalten.

• Die Sachanlagen wurden mit den Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen sowie in der Vergangenheit vorgenommene Übertragungen von stillen Reserven nach § 6b EStG und R 6.6 EStR angesetzt. Die Abschreibungen wurden linear vorgenommen. Bei dauerhafter Wertminderung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens erfolgte eine Wertkorrektur auf den niedrigeren beizulegenden Wert (außerplanmäßige Abschreibungen).

• Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungspreis (vermindert um Vorsteuer) von 800,00 EUR sind voll abgeschrieben und als Abgang behandelt worden.

• Die im Bau befindlichen Anlagen und die geleisteten Anzahlungen wurden mit den Anschaffungskosten bewertet.

• Die Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten bewertet. Bei dauerhafter Wertminderung erfolgte eine Wertkorrektur auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Außerdem wurden bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

• Die Vorräte wurden in der Regel mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. In einzelnen Fällen waren Abwertungen auf den niedrigeren Zeitwert erforderlich. Auf den Warenbestand besteht unverändert eine versteuerte Wertberichtigung nach § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von 358,3 TEUR. Ferner wurden bei Baustoffen, Pflanzenschutzmitteln, Einzelhandelsartikeln und landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln Abschläge für Skonti und Boni vorgenommen. Aufgrund der Neueinschätzung der Bewertungsabschläge für Ladenhüter und Artikel mit geringer Umschlagshäufigkeit, ergab sich ein Mehraufwand von 740 TEUR im Vergleich zur vorhergegangenen Methodik.

• Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert angesetzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden abzüglich einer Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel bewertet. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen abgesetzt. Außerdem besteht unverändert eine versteuerte Wertberichtigung nach § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von 250,0 TEUR.

• Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt.

• Über die Höhe der passiven Steuerlatenzen hinausgehende aktive latente Steuern wurden in Ausübung des Wahlrechts § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht aktiviert.

• Die Rückstellungen für Pensionen sind nach den anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels Teilwertverfahren errechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Klaus Heubeck verwandt. Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurde der maßgebliche Rechnungszinssatz auf Basis eines 10-jährigen Durchschnitts 1,83 % (Vorjahr 1,80 %) ermittelt. Außerdem wurde kein Gehaltstrend (Vorjahr 0,00 %) berücksichtigt, da sich seit dem Geschäftsjahr 2019 alle Pensionszusagen in der passiven Phase bzw. in der laufenden Pensionszahlung befinden. Es wurde ein Rententrend zwischen 1,00 % und 2,00 % (Vorjahr 1,00 bis 2,00 %) berücksichtigt. Dabei wurden gemäß § 253 Abs. 2 S. 2 HGB bei Pensionsrückstellungen eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen.

Der Zinsänderungseffekt aus der Änderung des Betrachtungszeitraumes für die Zinsermittlung von 7 auf 10 Jahre beträgt EUR 11.523,00 (Vorjahr EUR 54.645,00). Dieser Betrag unterliegt der Ausschüttungssperre.

• Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

• Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

• Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

• Rechnungsabgrenzungsposten sind nur für wesentliche Posten gebildet worden.

• Die Angaben zu den Haftungsverhältnissen sowie den finanziellen Verpflichtungen erfolgt auf nominaler Basis.

• Die Bilanz wurde unter teilweise Verwendung des Jahresergebnisses nach § 268 Abs. 1 HGB aufgestellt.

C. Anlagenspiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0 0 0 0
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 313.859 1.590 0 12.112 303.338
3. Geschäfts- oder Firmenwert 777.486 0 0 0 777.486
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
1.091.345 1.590 0 12.112 1.080.824
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgl. Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 40.654.386 188.866 85.000 0 40.928.252
2. Technische Anlagen und Maschinen 11.441.813 16.929 189.673 79.774 11.568.641
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.883.924 649.616 163.884 534.450 13.162.974
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 263.384 423.319 -438.557 248.146
65.243.508 1.278.730 0 614.224 65.908.014
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 470.065 369.000 0 0 839.065
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 2.323.000 0 0 2.323.000
3. Beteiligungen 2.545.019 12.396.810 2.670.900 2.670.000 14.942.729
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 510.000 0 0 0 510.000
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 2.775.676 0 -2.670.900 296 104.480
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 152.110 0 0 0 152.110
7. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
6.452.871 15.088.810 0 2.670.296 18.871.384
Summe 72.787.724 16.369.130 0 3.296.632 85.860.222
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0 0 0
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 312.099 1.981 12.112 301.969
3. Geschäfts- oder Firmenwert 777.485 0 0 777.485
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
1.089.584 1.981 12.112 1.079.454
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgl. Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 17.293.603 1.076.738 0 18.370.341
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.598.712 627.356 79.774 8.146.293
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.525.023 1.165.929 531.653 9.159.299
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0
33.417.337 2.870.024 611.427 35.675.934
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0
3. Beteiligungen 255.438 25.000 0 280.438
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0 0 0 0
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0
7. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0
255.438 25.000 0 280.438
Summe 34.762.359 2.897.005 623.539 37.035.826
Buchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.369 1.760
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1 1
4. Geleistete Anzahlungen 0 0
1.370 1.761
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgl. Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 22.557.911 23.360.783
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.422.348 3.843.101
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.003.675 4.358.902
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 248.146 263.384
30.232.080 31.826.171
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 839.065 470.065
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.323.000 0
3. Beteiligungen 14.662.291 2.289.581
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 510.000 510.000
5. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 104.480 2.775.676
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 152.110 152.110
7. Sonstige Ausleihungen 0 0
18.590.947 6.197.433
Summe 48.824.396 38.025.365

D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. BILANZ

• Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB

Die Genossenschaft besitzt folgende Kapitalanteile an anderen Unternehmen:

Name und Sitz Anteil am Gesellsch.-kapital Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
% Jahr TEUR Jahr TEUR
RWG Beteiligungs GmbH, Leverkusen 100,00 2023 432 2023 58
Raiffeisen Baumarkt GmbH, Willich 100,00 2023 0 2023 -330
Raiffeisen Obst und Gemüse GmbH, Leverkusen 49,00 2023 226 2023 200
Wilhelm Weuthen GmbH & Co. KG, Schwalmtal 6,00 2022 15.000 2022 8.021
RWZ AG < 1,00 2021 133.641 2021 8.726
I. RWZ Holding GmbH 42,70 2023 29.019 2023 0
AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster 0,26 2021 535.649 2021 10.116
9. Raiffeisen West AG 22,09 2022/2023 5.435 2022/2023 93
AGRAVIS Kraftfutterwerke Münsterland GmbH, Münster 0,11 2021 6.869 2021 192
Raiffeisen Energie GmbH & Co. KG, Hannover 1,15 2021 1.750 2021 -189
Bauvista GmbH & Co. KG, Lage 0,29 2021 2.916 2021 1.996
Raiffeisen-NetWorld GmbH, Köln 2,52 2022 5.365 2022 -221
AGRAVIS Kraftfutterwerke Rhein- Main GmbH, Wiesbaden 5,00 2022 1.490 2022 -458

• Von den in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen Vermögensgegenständen haben insgesamt TEUR 0,0 (Vorjahr TEUR 2,1) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die übrigen in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

• Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 115,3 (Vorjahr TEUR 0,0) und aus Steuerforderungen im Zusammenhang mit der umsatzsteuerlichen Organschaft in Höhe TEUR 38,4 (Vorjahr TEUR 0,0).

• Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 21,5 (Vorjahr TEUR 405,7).

• Im Posten Sonstige Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen Schadensersatzansprüche als antizipative Beträge, Sicherheitseinbehalte (Margins) im Zusammenhang mit Waren-Termingeschäfte in Höhe von TEUR 1.005,7 sowie noch nicht geltend gemachte Vorsteuer enthalten.

• Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage Andere Ergebnisrücklagen
Geschäftsjahr Vorjahr Geschäftsjahr Vorjahr
Anfangsbestand 5.743.952,20 5.516.431,84 12.217.890,67 10.377.866,72
Einstellung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 0,00 0,00 1.433.555,16 1.271.223,08
Entnahme für das Geschäftsjahr 0,00 0,00 0,00 0,00
Einstellung aus Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 1.264.187,69 227.520,36 3.160.469,21 568.800,87
Endbestand 7.008.139,89 5.743.952,20 16.811.915,04 12.217.890,67

• In den Sonstigen Rückstellungen sind enthalten:

Personalkosten 1.722,5 TEUR
Prüfung/Steuerberatung/Beratungskosten 130,0 TEUR
Jahresabschluss 165,0 TEUR
Archivierungskosten 44,3 TEUR
Warenrückvergütung 256,0 TEUR
Instandhaltung / Abbruchkosten 287,0 TEUR
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 645,9 TEUR
Sonstiges 460,9 TEUR

• Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

Verbindlichkeiten Restlaufzeit Geschäftsjahr Vorjahr
TEUR TEUR
- gegenüber Kreditinstituten bis zu 1 Jahr 7.814,6 25.294,2
2 bis 5 Jahre 4.902,9 2.831,3
über 5 Jahre 443,9 1.009,5
13.161,4 29.135,0
- aus Lieferungen und Leistungen bis zu 1 Jahr 4.514,3 5.193,7
2 bis 5 Jahre 0,0 0,0
über 5 Jahre 0,0 0,0
4.514,3 5.193,7
- ggü. verbundenen Unternehmen bis zu 1 Jahr 247,2 0,0
2 bis 5 Jahre 0,0 0,0
über 5 Jahre 0,0 0,0
247,2 0,0
- ggü. Beteiligungsunternehmen bis zu 1 Jahr 1.544,7 2.306,4
2 bis 5 Jahre 0,0 0,0
über 5 Jahre 0,0 0,0
1.544,7 2.306,4
- sonstige Verbindlichkeiten bis zu 1 Jahr 14.830,3 11.728,5
2 bis 5 Jahre 7.664,2 11.690,6
über 5 Jahre 0,0 0,0
22.494,5 23.419,1
Verbindlichkeiten gesamt bis zu 1 Jahr 28.951,2 44.522,8
2 bis 5 Jahre 12.567,1 14.521,9
über 5 Jahre 443,9 1.009,5
41.962,2 60.054,3

• Die Verbindlichkeiten sind durch folgende Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind voll durch eingetragene Grundschulden und durch Sicherungsübereignung von Teilen des Fuhrparks abgesichert. Weitere Absicherungen erfolgen durch die Abtretung von Ansprüchen aus Stromeinspeisung, Abtretung von Forderungen und Sicherungsübereignungen von Vorratsvermögen. Ferner wurde ein Teil der Mieteinnahmen an eine Bank abgetreten.

• Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Außerdem bestehen für die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, soweit sie aus Lieferungen und Leistungen resultieren, die üblichen Eigentumsvorbehalte.

• Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind vollständig sonstige Verbindlichkeiten (Vorjahr TEUR 0,0).

• Der Posten Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht enthält Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.544,7 (Vorjahr TEUR 2.306,4), die aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

• Im Posten sonstige Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Nachrangdarlehen, Einlagen von Mitgliedern und Nichtmitgliedern sowie Steuerverbindlichkeiten enthalten.

• Am Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB:

Aus einer gegenüber einer Hausbank gegebenen Bürgschaft besteht zum 31.12.2023 ein Bürgschaftsrisiko in Höhe von EUR 252.139,40 (Vorjahr EUR 274.272,04). Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen liegen bei dem Sicherungsnehmer geordnete wirtschaftliche Verhältnisse vor, weswegen wir das Risiko der Inanspruchnahme als gering einschätzen.

II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

• Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr 2023 Geschäftsjahr 2022 Geschäftsjahr 2021 Geschäftsjahr 2020
TEUR TEUR TEUR TEUR
landw. Bezugsgeschäft 50.891 52.378 39.032 39.345
landw. Absatzgeschäft 45.353 48.099 37.697 29.624
Brenn- und Treibstoffe 57.976 68.489 41.247 36.835
Baustoffe 11.710 13.250 12.059 12.362
Raiffeisen-Markt 26.517 27.297 28.296 25.848
Frachten 2.523 2.499 2.343 2.148
Sonstiae Umsätze, Skonti und Rabatte 1.738 1.540 1.488 1.426
Umsatz It. GuV 196.708 213.552 162.162 147.589

• Die Umsätze werden im Wesentlichen im Inland und in den Niederlanden getätigt.

• In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind die nachfolgenden Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung sowie periodenfremde Erträge und Aufwendungen enthalten:

Erträge aus gesellschaftsrechtlichen Veränderungen (Buchgewinn) im Zusammenhang mit einer Beteiligungsgesellschaft (Finanzanlagevermögen) in Höhe von TEUR 9.713,5, die im Posten sonstige betriebliche Erträge enthalten sind.

Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Pensionsrückstellungen in Höhe von insgesamt TEUR 261,1 und Erträge aus der Forderungsbewertung in Höhe von TEUR 655,4, die im Posten sonstige betriebliche Erträge enthalten sind.

Außerdem Erträge aus Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 959,1, die im Posten sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen werden und denen korrespondierenden Aufwendungen zur Schadensbeseitigung in Höhe von TEUR 776,6, die im Schwerpunkt im Posten sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen sind.

Der Posten sonstige betriebliche Aufwendungen enthält Aufwendungen aus der Zuführung zu Einzelwertberichtigungen zu Forderungen in Höhe von TEUR 811,0 sowie TEUR 248,6 im Zusammenhang mit der langfristigen Unternehmensstrategie.

• Im Posten sonstige betriebliche Aufwendungen sind im Umfang von TEUR 69,0 periodenfremde Aufwendungen enthalten.

• Im Jahresabschluss zum 31.12.2023 resultieren aus den unterschiedlichen Ansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung insgesamt eine Steuerentlastung bzw. aktive latente Steuern. Von dem Aktivierungswahlrecht hat die RWG Rheinland eG im Jahresabschluss zum 31.12.2023 keinen Gebrauch gemacht.

Aktive latente Steuern resultieren aus unterschiedlichen Ansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz bei folgenden Bilanzposten: Sachanlagevermögen, Finanzanlagevermögen, Vorratsvermögen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen, sonstige Rückstellungen und passive Rechnungsabgrenzungsposten.

Passive latente Steuern resultieren aus unterschiedlichen Ansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz bei folgenden Bilanzposten bzw. Sachverhalten: Sachanlagevermögen bzw. aus der Nutzung von § 6b EStG in der Steuerbilanz und Finanzanlagen.

Bei der Berechnung wurde ein Steuersatz von 31,113 % zugrunde gelegt.

• In dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 26 (Vorjahr TEUR 40) enthalten.

E. Sonstige Angaben

• Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen (jeweils in TEUR), die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:

bis 1 Jahr 2-5 Jahre über 5 Jahre
Mietverträge für Liegenschaften, Standorte, Gebäude 490 364 -
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen 77 230 -
Leasingverträge PKW 132 155 -
EDV-Nutzungsgebühren 482 - -
Mietverträge techn. Ausstattung/Leitungen 168 15 -
Versicherungen 546 - -
Investitionsverpflichtungen 208 - -
Offene Kreditzusagen 600 - -
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen 300 - -

• Die Genossenschaft hat Miet-/Pachtverträge zur Anmietung von Büro- und Geschäftsräumen sowie Grundstücksflächen abgeschlossen. Zweck der Verträge ist die Beschaffung von betriebsnotwendigen Anlagevermögen, dass käuflich nicht zu erwerben war.

• Risiken und Vorteile dieser Geschäfte stellen sich wie folgt dar:

• Durch den Abschluss von mittel- und langfristigen Miet- und Pachtverträgen kann einerseits Planungssicherheit geschaffen werden, andererseits besteht das Risiko einer längerfristigen Bindung.

• Zur teilweisen Begrenzung des Risikos von Marktpreisänderungen im Getreide- und Rapsgeschäft sowie zur Absicherung von Einkaufskontrakten mit Landwirten über die kommende Getreideernte setzte die Genossenschaft derivative Finanzinstrumente in Form von standardisierten Warentermingeschäften (Futures) ein. Die aufgrund der Marktentwicklung der Genossenschaft belasteten Variation Margins (noch nicht realisierte Stichtagsverluste aus offenen Waren-Termin-Geschäften) wurden im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 im Materialaufwand berücksichtigt. Bewertungseinheiten (§ 254 HGB) wurden nicht gebildet.

• Die Zahl der im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Kaufmännische Mitarbeiter 141 64
Gewerbliche Mitarbeiter 61 6
202 70

Außerdem wurden durchschnittlich 9 Auszubildende beschäftigt.

• Mitgliederbewegung

Zahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile
Anfang 2023 1.609 6.808
Zugang 2023 33 48
Abgang 2023 38 127
Ende 2023 1.604 6.729
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr erhöht um EUR 586.274,95
Höhe des Geschäftsanteils EUR 2.500,00

Eine Haftsumme besteht nicht.

Auf Grund einer Satzungsänderung (Generalversammlung vom 26.10.2021, eingetragen im Genossenschaftsregister am 19.05.2023) hat sich die Höhe des Geschäftsanteils im Jahr 2023 von EUR 300 auf EUR 2.500 erhöht. Die Anzahl der Geschäftsanteile der Mitglieder hat sich durch die Umstellung nicht verändert. Eine Umrechnung der bestehenden Geschäftsguthaben erfolgte auf Basis der gezeichneten Geschäftsanteile. Dies führte dazu, dass die neuen erhöhten Geschäftsanteile mit den Pflichteinzahlungsanteil von 10% gem. § 37 der Satzung angesetzt werden. Die Umstellung hatte keinen Einfluss auf die Höhe der Geschäftsguthaben.

• Nachtragsbericht gemäß § 285 Nr. 33 HGB

Vorgänge von besonderer Bedeutung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

• Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 12.641.876,82 €
abzgl. Vorwegeinstellung in die Rücklagen (§§ 38 und 39 der Satzung) - 4.424.656,90 €
Bilanzgewinn 8.217.219,92 €

Verwendung des Bilanzgewinns

abzügl. Ausschüttung einer Dividende von 4,00 % 77.571,19 €
8.139.648,73 €
Zuführung zur zweckgebundenen Rücklage - 8.139.648,73 €
Zuführung zu den anderen Ergebnisrücklagen - €
- €

Der Zuführungsbetrag zur zweckgebundenen Rücklage resultiert aus den im Geschäftsjahr 2023 gehobenen stillen Reserven im Finanzanlagevermögen.

Die zweckgebundene Rücklage kann zur Kompensation von außerplanmäßigen Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Anlagevermögen der RWG Rheinland eG in Anspruch genommen werden.

• Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:

Genoverband e. V.

Ludwig-Erhard-Allee 20

40227 Düsseldorf

• Mitglieder des Vorstands

ehrenamtlich

Peter Lautz, Vorsitzender

Volker Morjan, stv. Vorsitzender

Gerhard Bommers

hauptamtlich:

Karl van Bebber

Marcel Commes

• Mitglieder des Aufsichtsrats

Volker Schopen, Vorsitzender Hans-Michael Meyer
Michael Dohrenbusch, stv. Vorsitzender * Manfred Rüter
Franz-Josef Klein, stv. Vorsitzender ** Ulrich Scherer
Ute Stöcker *** Christian Schumacher
Hermann-Josef Bienefeld Eugen Steinfarz ***
Thomas-Martin Börsch Hans Stöcker
Ralf Crummenerl Hartmut Elsiepen
Dietmar Demmer *** Christian Benninghoven ****
Stephanie Klein **** Hubertus Schmitz ****
Lydia Heinke **** Andreas Steves ****

* Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates ab 02.06.2023

** Mitglied des Aufsichtsrates und stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates bis 02.06.2023

*** Mitglied des Aufsichtsrates bis 02.06.2023

**** Mitglied des Aufsichtsrates ab 02.06.2023

• Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen gegen

Mitglieder des Vorstands EUR 26.239,75
Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 49.241,18

 

Willich, den 31. Januar 2024

Der Vorstand:

Peter Lautz, Vorsitzender

Volker Morjan, stellv. Vorsitzender

Gerhard Bommers

Karl van Bebber

Marcel Commes

Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 15. Mai 2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die RWG Rheinland eG, Willich

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der RWG Rheinland eG, Willich, (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG in Verbindung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i. V. mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Genossenschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, 16. April 2024

Genoverband e.V.

Nikolas Bertram, Wirtschaftsprüfer

Sven Peters, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich in mehreren Sitzungen über die geschäftliche Entwicklung der Genossenschaft berichten lassen.

Er hat zum Jahresende an den Warenbestandsaufnahmen teilgenommen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinnes geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes.

Der Vorschlag steht im Einklang mit den Bestimmungen der Satzung.

 

Willich, den 16. April 2024

Volker Schopen, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

2 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.