APCOA ValueSpaces GmbHLiquidiert

Flughafenstraße 34, 70629 Stuttgart, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 784807
Vorher
ValueSpaces GmbH
Eingetragen
17.5.2022
Branche
Entwicklung und Programmierung von AnwendungssoftwareBetrieb von Parkhäusern und ParkplätzenEntwicklung und Programmierung von Internetpräsentationen
Gegenstand
Software Development

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Peter Minev
seit 31.1.2024
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

APCOA Parking Holdings GmbH

Leinfelden-Echterdingen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht 2022

APCOA im Überblick

2022
T€
2021
T€
Kennzahlen
Recurring EBITDA * 64.113 40.023
Recurring EBITDA-Marge % 8,0% 6,5%
CAPEX * 34.289 39.659
Free Cash Flow * 32.184 43.525
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzgl. erworbener Zahlungsmittel, und gewährten Darlehen (3.666) (2.594)
Konzernumsatz 800.574 616.338
Jahresfehlbetrag (36.029) (81.825)
Bilanzsumme 1.646.829 1.652.407
Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile (237.607) (202.853)
Eigenkapitalquote % -14,4% -12,3%
Konzern-Liquidität 131.278 148.421
Durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten 4.885 4.711

* steuerungsrelevante Kennzahl ohne Anwendung des IFRS 16

Inhaltsverzeichnis

APCOA im Überblick

1 Grundlage des Konzerns

1.1 Geschäftstätigkeit

1.2 Eigentümerstruktur

1.3 Organisationsstruktur

1.4 Produkte und Dienstleistungen

1.5 Geschäftsbeeinflussende Trends und Marktentwicklungen

1.6 Steuerungssystem

1.7 Steuerungsrelevante Leistungsindikatoren

1.8 Erklärung zur Unternehmensführung

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Ertragslage

2.2.2 Finanzlage

2.3 Vermögenslage

2.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

3 Prognosebericht

4 Chancen- und Risikobericht

4.1 Operative Chancen und Risken

4.2 Finanzielle Risiken

5 Gesamtaussage

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftstätigkeit

Der Konzern der APCOA Parking Holdings GmbH (APCOA PARKING Group) ist ein europaweit tätiger Anbieter im Bereich der Parkraumbewirtschaftung. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit steht der Betrieb von öffentlichen und privaten Parkplätzen und Parkhäusern sowie das Überwachen der ordnungsgemäßen Nutzung der Parkplätze. Der Konzern tritt als Dienstleistungsunternehmen und damit als Pächter oder als Betreiber im Auftrag der Eigentümer auf. Europaweit bewirtschaftet die APCOA PARKING Group mit 13 Landesgesellschaften über 1,8 Millionen Einzelstellplätze an über 12.000 Standorten. Dabei ist die Umsatz- und Ergebnisbasis des Unternehmens in mehrfacher Hinsicht stark diversifiziert: Geografisch ist das Unternehmen in 13 Ländern vertreten, betreibt Parkflächen in verschiedenen Standorttypen und das über unterschiedliche Vertragsarten, nämlich sowohl Pachtverhältnisse als auch Managementverträge. Zudem werden die Umsätze zum einen über Kurzzeitparkgebühren, zum anderen auch über mehrmonatige, langfristige Mietverträge mit Dauerparkern sowie über Gebühren aus der Kontrolle der bestimmungsgemäßen Nutzung von privaten Parkflächen erzielt. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit alternativen Nutzungsformen insbesondere für ungenutzte Parkflächen weitere Ertragsquellen entwickelt.

Die Bewirtschaftung von Parkplätzen und Parkhäusern erfolgt primär an City-Standorten, Flughäfen, Krankenhäusern, Shoppingcentern, Hotels, Messen und Veranstaltungszentren. Darüber hinaus gehören die Parkraumüberwachung (das Ausstellen von Vertragsstrafen auf privatem Grund und das Verhängen von Bußgeldern im öffentlichen Raum) sowie weitergehende Dienstleistungen (z.B. Valet-Service, Traffic- und Taxi-Management sowie Reservierungssysteme an Flughäfen und Messen) zum Dienstleistungsportfolio der APCOA PARKING Group.

Unter der Bezeichnung APCOA Urban Hubs erweitert das Unternehmen seit Anfang 2021 sein Kerngeschäft. Dahinter steht die weiter diversifizierte Nutzung der physischen und digitalen Infrastruktur der Gruppe durch Partnerunternehmen und eigene Dienstleistungen. Konkret können Parkflächen für Dienstleistungen aus den Bereichen Logistik, Mobilität, Elektrifizierung und Neue Technologien genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise die kurzfristige Lagerung von Gütern für die Verteilung auf der letzten Meile ebenso wie Angebote für Shared-Mobility Services, E-Ladesäulen oder die Installation von 5G Antennen. Die digitale Plattform FLOW ermöglicht dabei die Reservierung, den berührungslosen Zugang und die automatische Abrechnung für die Nutzung der physischen Infrastruktur. Im Rahmen der Trends Urbanisierung, neue Mobilität und zunehmender E-Commerce bietet das pan-Europäische Netzwerk von APCOA mit mehr als 12.000 Standorten in über 1.800 Städten für das Unternehmen und seine Partner ein hohes Entwicklungspotential.

1.2 Eigentümerstruktur

Die APCOA PARKING Group gehört zu 100% der Park Luxco 3 S.C.A., einer Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg. Hinter der Park Luxco 3 S.C.A. stehen weitere Beteiligungsgesellschaften. Zum Bilanzstichtag werden 83,53% der Anteile durch von Centerbridge Partners Holding LLC, New York, Vereinigte Staaten, beratene Fonds gehalten.

1.3 Organisationsstruktur

Die APCOA Parking Holdings GmbH mit Verwaltungssitz in Stuttgart ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Der Konzern umfasst mit der APCOA Parking Holdings GmbH 37 (im Vj. 34) Gesellschaften.

Der Konzern wird von Philippe Op de Beeck, CEO, und Samuel Groves, CFO der APCOA PARKING Group., geleitet. Beide vertreten die APCOA Parking Holdings GmbH als Geschäftsführer. Als Leitungsorgan trägt die Geschäftsführung die strategische und operative Verantwortung des Konzerns.

Der Beirat (Advisory Board) berät und hat gemäß interner Geschäftsverteilung auch Entscheidungsbefugnisse und ist auf diese Weise in die Unternehmensstrategie eingebunden.

Die APCOA PARKING Group steuert ihre Landesgesellschaften gleichermaßen und zentral über die APCOA PARKING Holdings GmbH.

Länderübersicht der APCOA PARKING Group

Die Landesgesellschaften werden jeweils von einem eigenen, operativ ausgerichteten Management geführt, das direkt an die Geschäftsführung der APCOA Parking Holdings GmbH berichtet. Die APCOA Parking Holdings GmbH unterstützt die Landesgesellschaften mit ihren Kompetenzen in den zentralen Bereichen IT, Personal, Marketing, Treasury, Controlling, Konzernrechnungslegung, interne Revision und Operationale Exzellenz.

1.4 Produkte und Dienstleistungen

Innerhalb der Geschäftsbereiche Parken und Parkraumüberwachung bietet die APCOA PARKING Group zahlreiche Dienstleistungen an. Neben der Bewirtschaftung und Vermarktung von Parkhäusern und Parkplätzen für das Kurzzeit- und Dauerparken, zählen dazu unter anderem folgende Leistungen: der Betrieb von E-Ladeinfrastrukturen, Traffic-Management, Taxi-Management, Shuttle-Management, Valet Parking, Automated Valet Parking, Trolley Services, Parkraumüberwachung, Sicherheits- und Reinigungsdienste, Werbeflächenvermarktung, E-Solutions wie Online-Buchungsplattformen, Apps und elektronische Zahlungsmethoden, Inkassodienste sowie 24/7-Support und die Beratung von Immobilieneigentümern zum Commercial & Technical Asset Management sowie bei Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Parkhäusern und Parkflächen.

Gegenüber den Endkunden, d.h. den Autofahrern, bietet die Gesellschaft mit der seit 2018 umgesetzten Digitalisierung der Parkprozesse über Smartphone-Anwendungen und endkundenorientierte Internetseiten verschiedene Services rund um das On- und Off-Street Parken an. Damit wird die gesamte Wertschöpfungskette des Parkens abgedeckt: von der Suche und Reservierung eines Parkplatzes über die Navigation zum Parkhaus bis hin zur berührungslosen Ein- und Ausfahrt und dem elektronischen Bezahlvorgang. Das Ziehen eines Tickets, der Gang zum Kassen- oder Ticketautomaten und die Bezahlung mit Bargeld wird den Autofahrern damit erspart. Der Parkvorgang wird für Endkunden damit einfacher, schneller und komfortabler.

Konkret wurde im ersten Halbjahr 2018 die Marke APCOA FLOW lanciert, unter der das Unternehmen alle digitalen Dienstleistungen bündelt. Die Einführung erfolgte zunächst im deutschen Markt an mehr als 200 Standorten mit insgesamt ca. 100.000 Stellplätzen, mit dem Ziel, künftig alle Stellplätze in der APCOA Gruppe mit FLOW nutzbar zu machen. Seitdem wurde FLOW in Italien, Schweden, Österreich, Polen, Dänemark und Norwegen eingeführt. Belgien, die Niederlande und die Schweiz sind im Verlauf des Jahres 2021 hinzugekommen. Im Vereinigten Königreich und in Irland besteht ein vergleichbares Angebot weiterhin unter der Marke APCOA Connect. Die Funktionen innerhalb der Smartphone-Applikationen werden laufend weiterentwickelt. Zum Ende 2022 wurde die Marke von 2.700.000 registrierten FLOW Nutzern über alle Märkte hinweg übertroffen. Insgesamt nutzen bereits über 8 Millionen registrierte Kunden digitale Parkservices der APCOA Gruppe.

Hinter APCOA FLOW steht eine offene, digitale und skalierbare Plattform, die alle Parkhäuser samt Parktechnik über eine Cloud Lösung samt Smartphone-Applikationen mit seinen Kunden und deren Fahrzeugen verbindet. So ist ein vernetztes System entstanden, das für APCOA erstmals einen direkten Kanal zu seinen Endkunden bietet. Damit ergeben sich im Rahmen der Marketingaktivitäten völlig neue Möglichkeiten der Kundenansprache und Kundenbindung.

Zudem bietet die digitale Plattform über Ihre offenen Schnittstellen die Möglichkeit für neue B2B Partnerschaften mit Unternehmen aus den Sektoren Mobilität, Logistik, Elektrifizierung und Technologie. Zahlreiche Kooperationen wurden in diesem Zusammenhang bereits umgesetzt. Allen gemein ist, dass durch die Verbindung der physischen mit der digitalen Infrastruktur eine alternative Nutzung der Parkflächen ermöglicht wird, die über die Kernfunktion "Parken" hinausgeht. Dieses Konzept wird von APCOA unter der Bezeichnung "APCOA Urban Hubs" gegenüber Partnerunternehmen und Immobilieneigentümern vermarktet.

Folgend einige konkrete Beispiele der Urban Hub Anwendungen: Mit den Berliner Verkehrsbetrieben wurde ein gemeinsamer Mobilitäts-Hub eröffnet, auf dem verschiedene Sharing-Angebote von Mobilitätsdienstleistern verfügbar sind. Weiterhin werden inzwischen zahlreiche Parkhäuser durch verschiedene Logistikdienstleister als temporäres Warenlager für die Verteilung der Güter auf der letzten Meile in der Innenstadt per Elektro-Dreirad genutzt. Zudem können bereits an verschiedenen Standorten an Packstationen Päckchen abgeholt werden. Mehrere Anbieter von Sharing Fahrzeugen nutzen APCOA Parkhäuser für die elektrische Ladung ihrer Fahrzeuge sowie deren Bereitstellung für ihre Kunden.

Gruppenweit wird zudem die Elektroladeinfrastruktur von derzeit über 2.500 Ladestationen weiter ausgebaut. Dazu hat das Unternehmen im September 2022 seine Strategie vorgestellt. Ziel ist es, bis 2035 bis zu 100.000 neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge in den Parkhäusern in ganz Europa zu installieren. Dazu will APCOA selbst in den Ausbau von 11- bis 22-kW-Ladestationen investieren und zu einem führenden Ladeinfrastrukturbetreiber werden. Parallel dazu werden strategische Partner aus der Automobilindustrie sowie Energieversorger und Ladeinfrastrukturanbieter wie bp über 1.000 zusätzliche Schnellladesäulen quer über das dichte Standortnetz von APCOA-Parkhäusern einrichten.

Am Stuttgarter Flughafen hat das gemeinsam mit Bosch und Daimler umgesetzte Automated Valet Parking als weltweit erste vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion (SAE Level 4) die Freigabe der Behörden für den Serienbetrieb in Deutschland erhalten. Kunden können damit ins Parkhaus fahren, aussteigen und das Fahrzeug per Klick auf die Smartphone-App zum Parken schicken - der automatisierte Parkservice, kommt ohne den Fahrer aus. Während dieser das Parkhaus bereits verlassen hat und die gewonnene Zeit anderweitig nutzen kann, fährt das Fahrzeug selbstständig zu einem zugewiesenen Stellplatz und parkt ein. Die technologische Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens spielt eine Schlüsselrolle in der Mobilität der Zukunft. Fahrzeug und Infrastruktur übernehmen die Fahr- und Rangieraufgaben: Statt wertvolle Zeit für die Parkplatzsuche und das Einparken in engen Parkhäusern aufzuwenden, kann sich der Fahrer direkt anderen Dingen widmen. Zudem sind basierend auf dieser Technologie künftig weitere Dienstleistungen wie beispielsweise das automatisierte Laden von Elektrofahrzeugen möglich.

In diesem Kontext kommen verschiedene Identifikationstechnologien wie Kameras zur automatischen Nummernschilderkennung (ANPR), QR-Code-Leser oder Bluetooth-Schnittstellen zum Einsatz, über die der Kunde Zugang zum Parkhaus erhält und seinen Parkvorgang startet und beendet. Die Abrechnung der Parkgebühren erfolgt über das hinterlegte Nutzerprofil automatisch im Hintergrund.

Darüber hinaus hat das Unternehmen weiter an seinen elektronischen Plattformen zum Vertrieb und zur Verwaltung seiner Dauerparkplatzangebote gearbeitet. Bereits seit Ende 2021 standen in allen Landesgesellschaften entsprechende Plattformen für die Buchung von Saison- und Dauerparkplätzen für Endkunden zur Verfügung. Die Webseiten der 13 Landesgesellschaften werden hinsichtlich der Transaktionsfunktionen für den Onlineverkauf von Dienstleistungen sowie der Inhalte und deren Auffindbarkeit im Netz ständig optimiert und weiterentwickelt.

Mit dem APCOA Traffic-Management-System hat die APCOA PARKING Group zudem ein System entwickelt, um Verkehrsströme zu kontrollieren und in ausgewiesenen Service-Bereichen beispielsweise an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten zu leiten. Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist das Taxi-Management am Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER). Das APCOA Traffic Management System soll dabei eine hohe Service- und Qualitätsoptimierung, geordnete und zielgerichtete Verkehrsströme, erhöhte Sicherheit sowie einen effizienten und fairen Umgang mit allen Fahrgästen und Fahrern erzielen. Darüber hinaus kann das System einen Beitrag zu hohen CO 2 Emissionseinsparungen leisten.

Die Entwicklung technischer Lösungen als Basis für neue Produkte und Dienstleistungen spielt für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens eine immer größere Rolle. Insbesondere digitale Technologien bieten bereits seit einigen Jahren die Grundlage für ein starke Vernetzung von Kunden und ihren Fahrzeugen mit der Infrastruktur und den Serviceangeboten des Unternehmens. Damit kann das Unternehmen Kunden zielgerichtet individuelle und komfortable Angebote machen und weitere Umsatzpotentiale erschließen. Aus diesem Grund hat sich APCOA entschieden, ihre technischen Entwicklungskapazitäten auszuweiten und hat dafür die Value Spaces GmbH mit Sitz in Berlin gegründet. Die neue Gesellschaft ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der digitalen Plattformen sowie der darauf basierenden Anwendungen für Immobilieneigentümer und Parkkunden. Dabei werden auch die Dienstleistungen Dritter in Anspruch genommen. Zudem verfügt das Unternehmen über die Entwicklungscenter in UK und Norwegen, die in enger Abstimmung weitere Lösungen für Geschäfts- und Endkunden entwickeln und zur Marktreife bringen. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahre der APCOA Parking Group selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von € 0,9 Mio aktiviert.

1.5 Geschäftsbeeinflussende Trends und Marktentwicklungen

Das Geschäft der APCOA PARKING Group wird von diversen externen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen insbesondere die langfristigen Megatrends Urbanisierung, neue Mobilitätsformen, Digitalisierung, E-Commerce sowie Nachhaltigkeit. Auch das Auftreten der Covid-19 Pandemie hatte in den letzten Jahren einen Einfluss auf die Marktentwicklung.

Die ab Februar 2020 auch in Europa aufgetretene Covid-19 Pandemie sorgte durch die wiederholten staatlich verordneten Lockdowns für schnelle und teils starke Rückgänge der Transaktionen im Bereich Kurzparken. Die Auswirkungen der Pandemie waren auch noch im Jahr 2022 in Form regional niedrigerer Frequenzniveaus als im Jahr 2019 spürbar.

Als weitere geschäftsbeeinflussende Marktentwicklungen sind die ab Mitte 2021 ansteigende Inflation sowie die Ausweitung des Ukrainekonflikts ab Februar 2022 zu nennen. Insbesondere aufgrund der Zunahme der Preise für Energieprodukte und Lieferengpässe bei verschiedenen Vorprodukten stieg die Inflation in der Eurozone in 2021 im Vergleich zu 2020 stark an. Dieser Effekt wurde mit dem Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine ab März 2022 noch mal deutlich verschärft. Der mit der Inflation einhergehende Kaufkraftverlust und die allgemeine Verunsicherung durch die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Krisen sorgten für eine zurückhaltende Stimmung bei den Konsumenten und eine Verteuerung des operativen Betriebs.

Langfristig bestimmen jedoch weiterhin die grundsätzlichen Trends wie die Urbanisierung die Marktentwicklung. Weltweit zieht es immer mehr Menschen in die Städte, die als wirtschaftliche und kulturelle Zentren eine hohe Lebensqualität bieten. Bereits heute leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten und bis 2030 wird diese Zahl auf über 5 Milliarden steigen. Auch in den europäischen Metropolen ist das städtische Bevölkerungswachstum bemerkbar. Die zunehmende Anzahl an Menschen in den Ballungsgebieten führt auch zu einem steigenden Bedarf an Mobilität. Eine führende Rolle spielt dabei die individuelle Mobilität per PKW, die für über 80% der Personenbeförderung in der EU steht und auch an den weiterhin zunehmenden Zulassungszahlen und dem steigenden Fahrzeugbestand von PKW in Europa abzulesen ist. Parallel dazu sinkt die Verfügbarkeit von kostenlosem öffentlichem und privatem Parkraum. Das führt in vielen Städten zu einem hohen Verkehrsaufkommen auch auf Grund des stetigen Parksuchverkehrs.

Laut einer Studie von INRIX aus dem Jahr 2017 verbringen beispielsweise deutsche Autofahrer durchschnittlich 41 Stunden pro Jahr mit der Parkplatzsuche. Damit werden allein in Deutschland 1,9 Milliarden Stunden Zeit und 3,2 Milliarden Liter Kraftstoff verschwendet. Das entspricht gesamtwirtschaftlichen Kosten von über 40 Milliarden Euro. Hier liegen die Potenziale insbesondere in einer Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen im Bereich der übergreifenden intelligenten Parkraumbewirtschaftung.

Der steigende Bedarf an Mobilität in den Metropolen führt jedoch nicht zwingend zu einem Nachfrageanstieg nach Parkplätzen. Neue Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Technologien, z.B. Car Sharing oder zusätzliche Taxidienste wie "Uber", bieten Alternativen zur Nutzung eines individuellen PKWs. Darüber hinaus versuchen Städte und Kommunen mit dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs den Straßenverkehr in den Zentren zu begrenzen. Einige Städte beschränken den Verkehr von PKW mit Verbrennungsmotoren über die Einführung von zusätzlichen Straßennutzungsentgelten (Beispiel: congestion charge in London oder Straßenmaut in Oslo). Das kann zu einem gleichbleibenden oder gar rückläufigen Verkehrsaufkommen und einem stagnierenden Bedarf an Parkraum führen.

Mehrere europäische Länder haben zudem inzwischen entschieden, zukünftig keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen, so beispielsweise ab dem Jahr 2025 Norwegen und ab dem Jahr 2030 die Niederlande, Irland und Island. Das EU-Parlament hat zudem am 14.02.2023 für das endgültige Aus des Verbrennungsmotors gestimmt. Ab 2035 sollen in der EU nur noch Neuwagen verkauft werden, die keine Treibhausgase ausstoßen oder mit e-Fuels betrieben werden. Als alternativer Antrieb zeichnet sich momentan insbesondere der Elektroantrieb ab, für den eine flächendeckende Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum benötigt wird. Deren Ausbau durch öffentliche und private Investoren wird in den kommenden Jahren in ganz Europa weiter an Bedeutung gewinnen, um die neue Technologie zu etablieren.

Bereits seit einiger Zeit ist zudem ein starker Wachstumstrend im Bereich des E-Commerce und der Lieferdienste zu beobachten, der durch die Covid-Pandemie nochmals beschleunigt wurde. Damit verbunden ist zum einen ein Rückgang der Frequenzen im stationären Einzelhandel in Innenstadtlagen, der auch einen negativen Einfluss auf das Parken haben kann. Zum anderen erfordert die damit verbundene hohe Nachfrage nach Logistikdienstleistungen jedoch zusätzliche Logistikflächen in Innenstädten für den Umschlag und die Verteilung der online bestellten Waren an die Endkunden.

Durch diese Entwicklungen ergeben sich für die APCOA PARKING Group neue Potenziale. Im Rahmen der Smart City Diskussion sieht sich die APCOA PARKING Group gegenüber Städten und Kommunen als Partner für das Thema Logistik, Mobilität und neue Technologien. Mit seinem Traffic-Management-System hat das Unternehmen beispielsweise bereits bewiesen, Verkehrsströme an Mobilitätsknoten wie Flughäfen und Bahnhöfen erfolgreich zu regeln und damit CO 2 Einsparungen zu realisieren.

Zudem können Parkhäuser in urbanen Gebieten neue Aufgaben übernehmen. Mit Hilfe digitaler Plattformen und technologischen Zugangslösungen sowie einem Ausbau der Elektroinfrastruktur werden Parkhäuser zu Knotenpunkten transformiert, an denen Mobilitäts-, Logistik-, E-Lade- und Technologiedienstleistungen angeboten werden. Hier können Fahrzeuge ausgeliehen, gemietet und elektrisch geladen werden. Als Anlaufstellen in zentraler Lage bieten sich Parkhäuser zudem für Logistikunternehmen an, die dort Pakete zur Abholung hinterlegen oder freie Flächen als Verteilzentren nutzen. Außerdem stellen Parkhäuser eine Basis für die Installation von 5G Masten aber auch von (Kleinst-) Windrädern und PV-Anlagen dar, mit denen elektrische Energie gewonnen werden kann. Damit haben Parkhäuser das Potential als Hubs in urbanen Gebieten einen Beitrag bei der nachhaltigen Entwicklung der Stadt der Zukunft zu übernehmen.

Auch die zunehmende Digitalisierung, d.h. die Nutzung von Smartphones für Navigation, Buchungs- und Bezahlvorgänge, wird das Parkverhalten von Autofahrern langfristig beeinflussen. Parkräume müssen technisch aufgerüstet und onlinefähig werden, um die gewünschten Funktionen in Form von Smartphone-Applikationen (Apps) zu ermöglichen. Auch die berührungslose Zufahrt zu beschrankten Parkräumen und das Automated Valet Parking wird den Komfort aber auch die Sicherheit bei der Nutzung und somit die Wettbewerbsfähigkeit von Parkhäusern erhöhen.

1.6 Steuerungssystem

Die wirtschaftliche Planung und Steuerung des Konzerns erfolgt zentral über die von der Geschäftsführung vorgegebenen Zielgrößen, die im Strategieprozess mit den Bereichen und Landesgesellschaften abgestimmt werden. Auf Basis dieser Vorgaben erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Geschäftsentwicklung anhand monatlich aktualisierter Einschätzungen der Steuerungs- und Leistungskennzahlen (Monatsreporting), bei der die Umsetzung der strategischen Ziele verfolgt und Maßnahmen zur Gegensteuerung bei Planabweichungen eingeleitet werden. Darüber hinaus gibt es pro Jahr 2-4 Sitzungen der lokalen, operativen Geschäftsführer mit der Gruppe, sowie - je nach Größe und Art der strategischen Fragestellungen - einbis dreimal jährlich intensive Reviews der Geschäftsentwicklung pro Land.

1.7 Steuerungsrelevante Leistungsindikatoren

Wesentliche steuerungsrelevante finanzielle Leistungsindikatoren für die APCOA PARKING Group sind das recurring EBITDA (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation & Amortisation bereinigt um Sondereffekte), die Investitionen (Capital Expenditure = Capex) und der Free Cash Flow. Die Definition dieser steuerungsrelevanten Kennzahlen basiert auf den bis zum 31. Dezember 2018 in der EU anwendbaren Rechnungslegungsstandards. IFRS 16 findet derzeit noch keine Berücksichtigung. Die APCOA PARKING Group verwendet derzeit noch keine gruppenweiten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung. Geplant ist zukünftig etwa die Entwicklung der Frequenzzahlen, also die Anzahl der Ein- und Ausfahrten in Parkhäusern, sowie die Dauer der Parkvorgänge (Length of Stay), als Indikator zu verwenden, um so die Auslastung der Parkhäuser zu messen. Dieses erfordert jedoch die tägliche Bereitstellung aller Transaktionsdaten eines Parkhauses, gegenwärtig ist diese Information noch nicht für alle Parkhäuser verfügbar.

Das recurring EBITDA spiegelt den Erfolg der operativen Geschäftstätigkeit wider und ist somit ein entscheidender Leistungsindikator für die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Die APCOA PARKING Group definiert das recurring EBITDA als EBITDA nach dem zum 31.12.2018 anwendbaren IFRS Standards bereinigt um Sondereffekte. Der Rechnungslegungsstandard IFRS 16 wird folglich bei der Berechnung nicht angewendet.

Die Investitionen umfassen alle Zugänge zum Anlagevermögen ohne Anwendbarkeit von IFRS 16, auch solche, die über Leasingverträge finanziert werden und dementsprechend keinen unmittelbaren Abgang von Zahlungsmitteln zur Folge haben. Die Investitionen betreffen insbesondere Zugänge von Sachanlagen, die im operativen Geschäft der Verbesserung und Instandhaltung der Gebäude und Parkplätze und den dazugehörigen technischen Anlagen dienen. Dazu zählen auch Investitionen im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme neuer Standorte.

Der Free Cash Flow stellt einen weiteren wesentlichen finanziellen Leistungsindikator dar. Dieser setzt sich aus dem Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cash Flow aus Investitionstätigkeit abzüglich Ausgaben, die dem Bereich M&A zuzuordnen sind, zusammen. Seit dem Geschäftsjahr 2020 wird dieser noch um M&A Aktivitäten und Finanzanlagen bereinigt. Auch hier wird der Rechnungslegungsstandard IFRS 16 nicht angewendet.

1.8 Erklärung zur Unternehmensführung

Die APCOA PARKING Group strebt für die Geschäftsführung eine Zielgröße von 35% Frauenanteil bis 2025 an. Weiterhin wird ebenfalls bis 2025 für die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung eine Zielgröße von 15 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 20% angestrebt.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die APCOA PARKING Group zeichnet sich durch ein Geschäftsmodell aus, das sich durch eine hohe Diversifizierung des Vertragsportfolios über verschiedene Standorttypen und Vertragsarten (Pacht- und Managementverträge) sowie auf der Umsatzseite über Kurzzeitparken, Kontrollgebühren und Dauermietverträge auszeichnet.

Die Basis des Geschäfts liegt dabei im hohen und weiter wachsenden Fahrzeugbestand in Europa. Zum Ende 2021 waren nahezu 300 Millionen Personenwagen zugelassen, was einem Plus von 1,2% zum Vorjahr entspricht. 1 Außerdem waren ca. 44 Millionen Nutzfahrzeuge und Busse zugelassen und damit 2,2% mehr als in 2019.

Hinsichtlich der bereits genannten Trends der Urbanisierung, Digitalisierung samt E-Commerce und Elektrifizierung des Individualtransportes ergeben sich neue Möglichkeiten der Flächennutzung der Parkinfrastruktur durch eigene Services sowie Dienstleistungen von Partnern. Im Rahmen der Urban Hub Initiative können in diesem Zusammenhang künftig verstärkt neue Umsatzkanäle mit Partnern aus den Bereichen Logistik, Mobilität, E-Laden und Proximity Services erschlossen werden.

Unsere Standorte im Umfeld von City- und Shoppingcenter profitieren vom Trend der Urbanisierung, der zunehmend mehr Menschen in die Städte zieht. Auch neue Mobilitätsangebote wie Car-Sharing sorgen im urbanen Umfeld für eine Zunahme an Fahrzeugen. Dementgegen steht die ebenfalls zunehmende Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, der boomende ECommerce, der ein Risiko für die Attraktivität der Innenstädte darstellt, sowie die Ausweitung des Home-Office.

Unsere durch Reisetätigkeit beeinflussten Standorte sind unter anderem abhängig von den Entwicklungen der Fluggastzahlen im europäischen Flugverkehr. Seit 2014 hat das Passagieraufkommen um über 30% zugenommen. Auch im Jahr 2019 stiegen die Fluggastzahlen in der Europäischen Union laut europäischem Flughafenverband ACI noch um 3,2%. Bedingt durch das Auftreten von COVID-19 und die daraufhin wiederholt beschlossenen staatlich verordneten Mobilitätseinschränkungen ("Lock Down") konnte diese Entwicklung im Jahr 2020 und 2021 nicht fortgesetzt werden. Die Fluggastzahlen in der Europäischen Union fielen laut europäischem Flughafenverband ACI zum Ende 2021 um 60% im Vergleich zum Jahr 2019. Im Jahr 2022 hat sich die Zahl der Flugreisenden an europäischen Flughäfen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt, lag aber dennoch 21% unter dem Niveau von 2019. Für 2023 bestehen durch die geopolitischen Spannungen, nach wie vor einige Unsicherheiten. Aber die Wiederöffnung von China, die nachlassenden Sorgen einer Rezession in Europa und die abnehmende Inflation geben Hoffnung. Der ACI geht weiterhin davon aus, dass der globale Flugverkehr von 3,6 Milliarden Passagieren in 2020 auf nahezu 19 Milliarden Passagiere 2040 anwachsen wird.

Neben den umfeldspezifischen Einflussfaktoren ist die Preissetzung der Parktarife ein weiterer wichtiger Faktor für die Umsatzentwicklung. Die Höhe der Parkentgelte wird grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage am jeweiligen Standort bestimmt. Tarifveränderungen ergeben sich aus dem Wettbewerbsumfeld und der damit verbundenen Markttransparenz in der unmittelbaren Umgebung der Parkräume. Ferner kann die APCOA PARKING Group Parktarife anpassen, wenn in den Pachtverträgen mit den Eigentümern eine Tarifhoheit vereinbart wurde. Die Pachten für Parkhäuser und Parkplätze sind über die Vertragslaufzeiten weitestgehend festgeschrieben, mit Ausnahme von umsatzabhängigen Pachtvereinbarungen. Indexierte Anpassungen der Pachten in Abhängigkeit der Entwicklung der Inflationsrate werden in der Regel durch eine Erhöhung der Parkentgelte ausgeglichen.

Als ein wichtiges Instrument zur Optimierung der Preissetzung hat sich das Dynamic Pricing entwickelt. Abhängig von verschiedenen Faktoren wie Wochentag, Uhrzeit oder Auslastung können die Parktarife auf Parkhausebene dynamisch angepasst werden. Das Unternehmen hat damit auch eine Möglichkeit geschaffen, die Nachfrage auf Parkhausebene individuell in einem gewissen Rahmen steuern zu können. Insgesamt bietet das Dynamic Pricing signifikante Ertragssteigerungspotentiale.

Hinsichtlich der Wettbewerbssituation ist auf dem europäischen Markt der Parkraumbewirtschaftung nach wie vor eine starke Fragmentierung zu beobachten. Die Mehrzahl der Anbieter sind lokale Betreiber mit weniger als 20 Parkhäusern. Zu den Top 5-Parkraumbewirtschaftern auf europäischer Ebene zählen bezogen auf die Anzahl der Stellplätze die APCOA PARKING Group, Q-Park N.V., Empark Aparcamientos y Servicios, S.A., Interparking N.V., Saba Infraestructuras S.A. und Indigo Park S.A. Hier ergeben sich durch eine weitere Konsolidierung Wachstumspotentiale.

1 Im Bericht der A CEA von 2022 sind ist die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge für die Türkei und Russland nicht mit enthalten.

2.2 Geschäftsverlauf

Das Fortdauern der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal sowie der Krieg in der Ukraine haben die Geschäftstätigkeit der APCOA PARKING Group im Geschäftsjahr 2022 belastet und das Kundenverhalten deutlich beeinflusst, so dass die Planung insbesondere für Messe- und Eventstandorte verfehlt wurde. Zudem erzielte die Parkraumüberwachung nicht den geplanten Umsatz.

Der Umsatz des Geschäftsjahres 2022 ist im Vergleich zum Vorjahr um T€ 184.236 bzw. 29,9% und das operative Ergebnis bereinigt um Sondereffekte (recurring EBITDA) um T€ 24.090 auf T€ 64.113 gestiegen. Der im Prognosebericht 2021 erwartete deutliche Anstieg des recurring EBITDAs wurde folglich erzielt.

Die im Vorjahr erhöhten Investitionen wurden im Geschäftsjahr 2022 um T€ 5.423 auf T€ 34.228 reduziert. Die Investitionstätigkeit in 2022 lag damit unter dem im Prognosebericht 2021 erwarteten signifikanten Anstieg, was auf reduzierte Finanzleasing-Investitionen zurückzuführen ist.

Im Geschäftsjahr wurde ein Free Cash Flow von T€ 205.719 erwirtschaftet, gegenüber einen Vorjahres Free Cash Flow von T€ 185.739. Die Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen und Darlehen im Geschäftsjahr 2022 betrugen T€ 3.664 (Vorjahr: T€ 1.795). Das im Prognosebericht 2021 erwartete gleichbleibende Niveau des Free Cash Flows wurde aufgrund des besseren operativen Ergebnisses übertroffen.

2.2.1 Ertragslage Gewinn- und Verlustrechnung

2022
T€
2021
T€
Umsatzerlöse 800,574 616,338
Sonstige Erträge 10,384 11,348
Pachtaufwand (245,508) (158,951)
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen (78,240) (62,094)
Personalaufwand (188,587) (166,322)
Sonstige Aufwendungen (72,168) (54,734)
Sondereffekte 10,546 9,800
Anwendung IFRS 16 (172,887) (155,364)
Recurring EBITDA 64,113 40,023
Anwendung IFRS 16 sowie Sondereffekte 162,341 145,563
Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 226,454 185,586
Ab-/Zuschreibungen auf und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten (176,677) (160,729)
Operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 49,777 24,857
Finanzerträge 3,133 5,381
Finanzaufwendungen (98,187) (108,460)
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen (93) (32)
Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) (45,369) (78,254)
Ertragsteuern 9,340 (3,571)
Jahresüberschuss / (Jahresfehlbetrag) (36,029) (81,825)
Davon entfallen auf Anteilseigner des Mutterunternehmens (36,017) (81,933)
Nicht beherrschende Anteile (12) 108

Die APCOA PARKING Group nutzt als wesentliche Steuergröße das recurring EBITDA und dessen Komponenten, wie es sich ohne die Anwendung von IFRS 16 darstellt. Die obige Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung spiegelt dieses wider.

Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete die APCOA PARKING Group insgesamt einen Umsatzanstieg um 29,9% (T€ 184.236) gegenüber dem Vorjahr.

Der Umsatzanstieg führte im Geschäftsjahr 2022 zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Getrieben durch den Umsatzanstieg sind insbesondere auch höhere variable Pachtaufwendungen, Personalaufwendungen sowie Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen zu verzeichnen.

Der variable Pachtaufwand stieg im Geschäftsjahr von T€ 162.068 um T€ 76.602 bzw. 47,3% auf T€ 238.670, wobei die APCOA Parking Group im Vergleichsjahr 2021 T€ 11.497 Zuwendungen durch die öffentliche Hand erhielt.

Die Personalkosten sind im Geschäftsjahr 2022 ebenfalls gestiegen (von T€ 166.322 um 13,4% auf T€ 188.587), der Personalaufbau ging mit der Normalisierung des Konsumentenverhaltens und damit des Frequenzanstiegs in den von uns betriebenen Standorten einher.

Die Kosten für Material und bezogene Leistungen, vor allem für Energie und Kraftstoffe, waren insbesondere Mitte des Jahres bedingt durch die bereits beschriebenen makroökonomischen Faktoren deutlich erhöht, insgesamt war ein Anstieg von T€ 62.094 um T€ 16.146 bzw. 26,0% auf T€ 78.240 zu verzeichnen.

Insgesamt beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 das recurring EBITDA auf T€ 64.113, was einer Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr um T€ 24.090 entspricht.

Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Jahresfehlbetrag T€ 36.029, was eine Verringerung des Fehlbetrages um T€ 45.796 im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Trotz des noch nicht auf Vor-Corona-Niveau befindlichen operativen Ergebnisses und des Wertminderungsbedarfes für Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen konnte der Jahresfehlbetrag unter anderem durch gesunkene Finanz- und Ertragssteueraufwendungen vermindert werden.

Nachfolgende Tabelle stellt den Umsatz des Geschäftsjahres 2022 und des Vorjahres 2021 der jeweiligen Segmente der APCOA PARKING Group dar:

Umsatzerlöse nach Segmenten 2022
T€
2021
T€
DACH 256.788 188.960
Nord-West 244.368 184.586
Nord-Ost 171.579 143.977
Süd-Ost 79.498 61.504
Alle sonstigen Segmente 48.380 37.331
Umsätze Segmente 800.613 616.358
Überleitungseffekte (39) (20)
Umsatzerlöse 800.574 616.338

In der Region DACH mit Deutschland, Österreich und der Schweiz erzielt die APCOA PARKING Group einen Umsatzanstieg von 35,9% (T€ 188.960 auf T€ 256.788) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Standorte, die stark von Reisetätigkeit abhängig sind, zeigten den höchsten Umsatzzuwachs verglichen mit dem Vorjahr, ebenfalls positiv entwickelten sich Standorte im Umfeld von Messen und Veranstaltungen.

Umsatzzuwächse wurden auch in der Region Nord-West (Vereinigtes Königreich und Norwegen) erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Umsatz um 32,4% (T€ 184.586 auf T€ 244.368). Auch in der Region Nord-West zeigen sich Standorte, die der Reisetätigkeit zuzuordnen sind, stark verbessert. Leicht rückläufig sind hingegen die Umsatzzahlen aus der Parkraumüberwachung.

Das gleiche Bild zeigt sich auch für die Region Nord-Ost, d.h. Dänemark und Schweden. Hier beträgt der Umsatzanstieg 19,2% (T€ 143.977 auf T€ 171.579). Auch hier haben Standorte, die stark vom Reiseverkehr beeinflusst sind, den höchsten Umsatzanstieg.

Die Region Süd-Ost (Italien und Polen) weist einen Umsatzanstieg von 29,3% (T€ 61.504 auf T€ 79.498) auf. Die Standorte mit Bezug zu Reisen konnten neben Standorten mit Bezug zu Gesundheitseinrichtungen, insbesondere in Italien, den größten Umsatzanstieg verzeichnen.

Die sonstigen Länder tragen im Berichtsjahr mit einem Anstieg um 29,6% in Höhe von T€ 48.380 zum Gesamtumsatz bei (Vorjahr: T€ 37.331). Auch hier zeigt sich eine positive Umsatzentwicklung. Standorte, die auf hohe Reisetätigkeit angewiesen sind, konnten den größten Umsatzzuwachs erzielen.

Nachfolgende Tabelle zeigt eine Überleitung des Betriebsergebnisses (EBITDA) auf das steuerungsrelevante Betriebsergebnis bereinigt um Sondereffekte vor der Anwendung des IFRS 16 (recurring EBITDA):

recurring EBITDA nach Segmenten 2022
T€
2021
T€
DACH 14.918 4.543
Nord-West 20.095 14.954
Nord-Ost 24.001 21.560
Süd-Ost 13.479 9.172
Alle sonstigen Segmente (8.380) (10.208)
recurring EBITDA Segmente 64.112 40.023
Sondereffekte (10.546) (9.800)
Anwendung IFRS 16 172.887 155.364
Ab-/Zuschreibungen auf und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten (176.677) (160.729)
Finanzergebnis (95.147) (103.111)
Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) (45.370) (78.254)

Im operativen Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr sind Sondereffekte in Höhe von T€ 10.545 enthalten. Beinhaltet sind darin als wesentliche Sondereffekte Drohverlustrückstellungen (T€ 10.345), Restrukturierungsaufwendungen (T€ 1.648), Bonusrückstellungen (T€ 827), M&A Aktivitäten(T€ 638), Kosten für Gremien und Aufsichtsrat (T€ 444), Ertrag aus einem negativen Unterschiedsbetrag aus einer Kaufpreisallokation(T€ -3.785) und Sonstige (T€ 253).

Das recurring EBITDA des Geschäftsjahrs 2022 war trotz des signifikanten Anstiegs im Vergleich zum Vorjahr insbesondere im ersten Quartal durch das Andauern der Coronavirus-Krise und die damit verbundene geringe Auslastung der von APCOA PARKING Group betreuten Objekte beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das recurring EBITDA in Summe über alle Regionen deutlich auf T€ 64.113. Das recurring EBITDA war zu Beginn des Jahres 2022 erneut maßgeblich von den Vertragsstrukturen und damit dem Variabilitäts- bzw. Flexibilitätsgrad und den daraus resultierenden Handlungsoptionen abhängig. Länder mit einem höheren Anteil an Betriebsführungsverträgen, Mietverträgen mit überwiegend variablen Pachten oder Einnahmen aus Parkraumüberwachung befanden sich in einer besseren Ausgangslage als solche mit einem hohen Anteil an Fixpachtmietverträgen. Ab Mai 2022 erholte sich die Geschäftslage wieder. Dadurch verbesserte sich in Folge dessen auch der Ergebnisbeitrag der Länder mit hohem Fixpachtanteil.

Im vergangenen Geschäftsjahr verbesserte sich das Finanzergebnis um T€ 7.496 von T€ -103.111 auf T€ -95.174. Sowohl die Finanzerträge (um T€ -2.248) als auch die Finanzaufwendungen zurück (T€ 10.272). Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen hat sich von T€ -32 auf T€ -93 verändert.

Die seitens der APCOA PARKING Group vorgenommenen Wertberichtigungen lagen im Geschäftsjahr 2022 um T€ 15.948 über dem Vorjahr (T€ 176.677 bzw. T€ 160.729).

Die Gesellschaft erzielte im vergangenen Jahr einen Steuerertrag in Höhe von T€ 9.340, wobei laufendem Steueraufwand in Höhe von T€ 4.244 ein Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von T€ 13.584 gegenüberstand. In der Vergleichsperiode saldierten sich der laufende Steueraufwand in Höhe von T€ 2.020 sowie latente Steuern in Höhe von T€ 1.551 zum gesamten Steueraufwand in Höhe von T€ 3.571.

2.2.2 Finanzlage

Kapitalstruktur und Sicherheiten

Die Eigenkapitalquote der APCOA PARKING Group betrug zum 31. Dezember 2022 -14,4%. Die Fremdfinanzierung des Konzerns wird im Wesentlichen durch eine Anleihe sichergestellt. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5,5 Jahre und endet im Januar 2027. Diese umfasst eine endfällige Tranche über T€ 320.000 (Senior Secured Fixed Rate Notes), eine endfällige Tranche über T€ 365.000 (Senior Secured Floating Rate Notes) und eine Kreditlinie über T€ 80.000 für Überziehungskredite und Bankgarantien (Revolving Credit Facility). Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Zinssatz auf die Anleihe mit fixem Zinssatz (Senior Secured Fixed Rate Notes) 4,625% und die Anleihe mit dem variablen Zinssatz (Senior Secured Floating Rate Notes) war mit einem 3-Monats-Euribor (mit 0% Floor) plus 5,00% Marge verzinst.

In dem Kreditvertrag sind Finanzkennzahlen verbindlich vereinbart, deren Einhaltung regelmäßig überprüft wird. Zum 31.12.2022 wurden diese eingehalten.

Als Sicherheit für den neuen Konsortialkredit haben einzelne Konzerngesellschaften Anteile an Konzerngesellschaften, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegenüber konsolidierten Tochterunternehmen verpfändet. Des Weiteren wurden im Rahmen der Kreditvereinbarung Bankkonten verpfändet. Es besteht ein Haftungsverbund zwischen den Darlehensnehmern. Die im Vereinigten Königreich ansässigen Gesellschaften haben einen Globalabsicherungsvertrag über das gesamte Vermögen (Debenture) abgeschlossen. Der Kreditgeber hat ein Verwertungsrecht, falls die Darlehensnehmer ihren Verpflichtungen zu Zins- und Tilgungszahlungen nicht nachkommen.

Kreditlinien

Um die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, Barmitteln vorgehalten. Zum 31.12.2022 verfügt die APCOA PARKING Group über liquide Mittel in Höhe von T€ 131.278. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Kreditfazilitäten der APCOA PARKING Group:

Konditionen der Kreditgewährung
31.12.2022 Actual Fixer Zinsatz Variabler Zinssatz Marge
Senior Secured Fixed Rate Notes T€ 320.000 4,625%
Senior Secured Floating Rate Notes T€ 365.000 EURIBOR 5,00%
Revolving Credit Facility T€ 80.000 EURIBOR 3,75%

Die Bereitstellungsgebühr für ungenutzte Kreditlinien für die Revolving Credit Facility beträgt 1,125%.

31.12.2022
Kreditlinien Linie
T€
In Anspruch genommen
T€
Freie Linie
T€
Revolving Credit Facility 80.000 22.573 57.427
Summe (bar und aval) 80.000 22.573 57.427

Die Revolving Credit Facility setzt sich zusammen aus einer Kreditlinie für Überziehungskredite in Höhe von T€ 49.500 und einer Linie für Garantien in Höhe von T€ 30.500. Die Garantielinie dient der Absicherung des operativen Avalgeschäftes der APCOA PARKING Group, welche zum Stichtag in Höhe von T€ 22.573 in Anspruch genommen wurde.

Investitionen

Nachfolgende Tabelle stellt die in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 getätigten Investitionen dar:

2022
T€
2021
T€
Bestandsgeschäft 17.312 26.187
Neugeschäft 12.260 7.715
Infrastruktur 4.716 5.757
APCOA PARKING Group 34.289 39.659

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Investitionen i.H.v. T€ 34.289 getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich die Investitionen um 13,5% (-T€ 5.370), dies ist durch den Rückgang im Finanzleasing begründet.

Die Investitionen im Bestandsgeschäft i.H.v. T€ 17.312 wurden in erster Linie zur Erneuerung und technologischen Verbesserung von bestehendem Equipment im Zuge von Vertragsverlängerungen verwendet. Investitionen in das Neugeschäft, insbesondere Urban Hubs, dienen der Anpassung unseres Geschäftsmodells an sich ändernde Mobilitätserfordernisse insbesondere im urbanen Raum (T€ 12.260). Im Bereich der digitalen Infrastruktur (T€ 4.716) ist das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.

Liquidität

Konzernkapitalflussrechnung 2022 2021
Cash Flow aus operativer Tätigkeit 238.481 208.350
Cash Flow aus Reorganisation (2.134) (1.977)
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 236.347 206.374
Cash Flow aus Investitionstätigkeit (30.628) (20.635)
davon für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzgl. erworbener Zahlungsmittel (3.664) (1.795)
Free Cash Flow 205.719 185.739
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit (222.168) (102.480)
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (16.449) 83.259
Anfangsbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 148.421 65.030
Nicht zahlungswirksame Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (695) 133
Endbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente vor Wertberichtigung gem. IFRS 9 131.278 148.421

Der Bestand an liquiden Mitteln ist um T€ 17.143 gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Der operative Cash Flow, der sich aus der Anpassung des Cash Flows aus betrieblicher Tätigkeit um die zahlungswirksamen Sondereffekte und der Reorganisation des jeweiligen Berichtsjahres ergibt, betrug im Geschäftsjahr 2022 T€ 238.481 gegenüber T€ 208.350 im Vorjahr, was eine Erhöhung um T€ 30.131 darstellt. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Erholung der durch die COVID-19 Krise stark beeinträchtigten Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um T€ 40.868 auf T€ 226.454, dazu kommt, dass die Vorauszahlungen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte in 2022 angestiegen sind, während diese im Vorjahr gefallen waren, was den Cashflow um T€ 10.510 erhöht hat.

Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit ist durch einen negativen Cash Flow aus Reorganisation und Sondereffekten von T€ -2.134 leicht höher belastet als im Vorjahr (T€ -1.977).

Der Cash Outflow aus Investitionstätigkeit erhöhte sich im laufenden Geschäftsjahr um T€ -9.993 von T€ -20.635 auf T€ -30.628 im Wesentlichen durch gegenüber dem Vorjahr erhöhte Ausgaben für Anlagegegenstände aus 2021, die im Geschäftsjahr 2022 gezahlt wurden, als auch durch höhere Investitionen im Geschäftsjahr selbst (T€ 8.916) und für Akquisitionen in Deutschland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich für die Barmittel in Höhe von T€ 3.664 aufgewendet wurden.

Der Free Cash Flow ist im Vergleich zum Vorjahr um T€ 19.980 auf T€ 205.719 gestiegen, ganz maßgeblich beeinflusst durch das bessere operative Ergebnis, kompensiert durch den höheren Cash Flow aus Investitionstätigkeit.

Der Cash Outflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um T€ -119.687 auf T€ -222.168. Im Vorjahr ist der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit durch die Aufnahme (T€ 681.972) und Rückzahlung von Finanzschulden (T€ 593.740) gekennzeichnet gewesen. Im Geschäftsjahr ist der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit durch die erfolgten Tilgungen von Schulden aus Leasingverbindlichkeiten und Finanzschulden in Höhe von T€ 135.364, sowie durch Zahlung von Zinsen, Bankgebühren und Transaktionskosten in Höhe von T€ 86.772 getrieben.

Nachfolgende Tabelle zeigt eine Überleitung des Free Cash Flow nach der Anwendung des IFRS 16 auf den Financial Performance Indicator Free Cash Flow (d.h. exkl. IFRS 16):

2022
T€
2021
T€
Free Cash Flow (nach der Anwendung des IFRS 16) 205.719 185.739
EBITDA-Effekt aus der Anwendung von IFRS 16 (172.887) (155.364)
Sonstige Effekte aus der Anwendung von IFRS 16 und Anpassungen (4.314) 10.555
Free Cash Flow (excl. IFRS 16) 28.518 40.931
davon für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzgl. erworbener Zahlungsmittel (3.664) (1.795)
davon für gewährte oder zurückgeführte Darlehen (2) (800)
Free Cash Flow (excl. IFRS 16) ohne Unternehmensakquisitionen/ Darlehen * 32.184 43.525

* steuerungsrelevante Kennzahl

2.3 Vermögenslage

Im aktuellen Geschäftsjahr hat sich die Bilanzsumme um T€ 5.578 auf T€ 1.646.829 verringert.

Konzernbilanz 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen und Nutzungsrechte 1.405.289 1.413.761
Finanzanlagen und sonstige langfristige Aktiva 34.020 21.587
Kurzfristige Vermögenswerte 76.243 68.638
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 131.278 148.421
Summe Aktiva 1.646.829 1.652.407
Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile (237.607) (202.853)
Langfristige Schulden 1.478.689 1.475.422
Kurzfristige Schulden 405.747 379.838
Summe Passiva 1.646.829 1.652.407

Die immateriellen Vermögenswerte bestehen hauptsächlich aus Geschäfts- oder Firmenwerten i.H.v. T€ 357.720 (im Vj. T€ 356.826), aktivierten Kundenbeziehungen i.H.v. T€ 87.816 im Vj. T€ 91.000) und Markenzeichen i.H.v. T€ 26.244 (im Vj. T€ 26.405). Im Gegensatz zum Vorjahr fanden im aktuellen Geschäftsjahr drei Unternehmenserwerbe statt, was zu einer Erhöhung der Geschäfts- oder Firmenwerte um T€ 5.339 führte. Ebenso haben sich die aktivierten Kundenbeziehungen i.H.v. T€ 4.918 erhöht. Maßgeblich waren jedoch in 2022 die planmäßige Abschreibung der Kundenbeziehungen sowie Fremdwährungseffekte.

Die Sachanlagen und Nutzungsrechte sind im aktuellen Geschäftsjahr um T€ 6.018 auf T€ 913.885 gesunken. Die Reduzierung entfällt mit T€ 4.491 im Wesentlichen auf technische Anlagen und Maschinen. In 2022 überstiegen die Zugänge zu den Nutzungsrechten nach IFRS 16 in Höhe von T€ 144.314 die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von insgesamt T€ 139.942.

Finanzanlagen und sonstige langfristige Aktiva enthalten im Wesentlichen aktive latente Steuern i.H.v. T€ 17.489 (im Vj. T€ 6.783) sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte von T€ 14.294 (im Vj. T€ 12.157), die insbesondere die auch in 2022 fortgeführte Darlehensvergabe an das Joint Venture ParcBrux in Belgien enthalten.

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 7.605 auf T€ 76.243 erhöht. Die Veränderung beruht im Wesentlichen auf durch positive Umsatzentwicklung gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte, welche sich um T€ 7.653 auf T€ 54.656 erhöhten. Ebenso haben sich die Übrigen Vermögenswerte um T€ 1.485 auf T€ 18.016 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Dem steht eine Reduzierung der laufenden Ertragssteuern von T€ 2.033 auf T€ 1.947 gegenüber.

Die Zahlungsmittel und die Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich auf T€ 131.278 gegenüber T€ 148.421 im Vorjahr und sind damit um t€ 17.143 gesunken.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 betrug das Eigenkapital inklusive der nicht beherrschenden Anteile T€ -237.607 und ist gegenüber dem Vorjahr um T€ -34.754 gesunken. Die Eigenkapitalquote ist insgesamt von -12,3% auf -14,4% gesunken. Der Rückgang der Eigenkapitalquote ist zum ganz überwiegenden Teil auf den Jahresfehlbetrag zurückzuführen.

Der Anstieg der langfristigen Schulden um T€ 3.267 auf T€ 1.478.689 beruht im Wesentlichen auf dem Anstieg der finanziellen Verbindlichkeiten (langfristig) um T€ 6.087 auf T€ 1.460.795. Demgegenüber sind die passiven latenten Steuern um T€ 1.610 auf T€ 11.897 gesunken.

Die kurzfristigen Schulden beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf T€ 405.747 (im Vj. T€ 379.838). Die Erhöhung um T€ 25.909 ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um T€ 23.545 auf T€ 155.534 zurückzuführen.

2.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Geschäftsführung beurteilt die wirtschaftliche Lage der APCOA PARKING Group zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernlageberichts als nach wie vor herausfordernd. 2022 ist das dritte Jahr in Folge, dass durch extreme externe Entwicklungen geprägt ist. Die Jahre 2020 und 2021 waren von COVID-19 und den damit verbundenen hohen Frequenz- und Umsatzverlusten während der wiederholten Lock-Downs in ganz Europa dominiert. In 2022 sah sich das Unternehmen ab Anfang des Jahres mit den Konsequenzen des Konflikts in der Ukraine konfrontiert. Die internationalen politischen Spannungen führten zu einer stark steigenden Inflation ausgelöst durch die hohen Energiepreise. Damit verbunden erhöhten sich auf Grund der vertraglichen Kopplung an die Inflation auch die Pachtgebühren. Nicht zuletzt sorgte die Inflation für höhere Lohnforderungen. In Kombination mit dem durch Rezessionsangst verbundenen Konsumentenverhalten setzten die gestiegenen Kosten für Pacht, Energie und Personal das Unternehmen im Jahr 2022 unter Druck.

Nichtsdestotrotz haben sich die Umsätze bis zum Ende des Jahres 2022 positiv entwickelt. Ab Mitte des Jahres wurde das vor-COVID Niveau beim Umsatz für vergleichbare Parkobjekte erreicht. Das Umsatzniveau lag auf Grund der Inbetriebnahme neu gewonnener Objekte und dem Abschluss der Integration von Akquisitionen bereits ab dem ersten Quartal durchgehend über dem Niveau von 2019. Damit ist das Unternehmen trotz der laufenden hohen Inflation, Rezessionsängsten und internationaler politischer Unsicherheit erfolgreich auf seinen Wachstumspfad zurückgekehrt, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie ursprünglich in 2021 geplant.

Ein wichtiger Stabilitätsfaktor war die hohe Liquidität des Unternehmens durch die am 23. Juli 2021 durch die APCOA Parking Holdings GmbH begebene, vorrangig besicherte Unternehmensanleihe mit Fälligkeit 2027 in Höhe von T€ 685.000, die aus festverzinslichen vorrangig besicherten Schuldverschreibungen sowie variabel verzinslichen vorrangig besicherten Schuldverschreibungen bestehen. Die Erlöse aus dem Angebot der Schuldverschreibungen wurden von der Gruppe verwendet, um (i) bestimmte ihrer bestehenden Schulden, einschließlich aufgelaufener Zinsen, vollständig zurückzuzahlen, (ii) Barmittel in die Bilanz der Gruppe für allgemeine Unternehmens- und Betriebskapitalzwecke einzuzahlen und (iii) Gebühren und Kosten zu zahlen, die im Zusammenhang mit dem Angebot der Schuldverschreibungen anfallen. Staatliche Coronahilfen haben die Liquidität zusätzlich verbessert.

Nach dem initialen Krisenmanagement mit Beginn der Wirtschaftskrise durch die COVID-19 Pandemie Anfang 2020 hat sich das Management ab Q2/2020 wieder auf die fortgesetzte Expansion des Kerngeschäftes konzentriert. Im Fokus standen dabei die Steigerung des Neugeschäftes, Maßnahmen zum Ertrags- und Portfoliomanagement, Initiativen zur Kostenkontrolle sowie der Sicherung der hohen Kundenbindung. Hinzu kam eine starke Ausrichtung am Endkunden mittels neuer digitaler Services und die Etablierung von strategischen Partnerschaften mit anderen Marktteilnehmern im Logistik-, Mobilitäts- und Energiesektor, die Flächen für Ihre eigenen Dienstleistungen nutzen. Diese Maßnahmen wurden auch im Jahr 2022 fortgeführt. Ergänzend dazu kamen die gesteigerten Aktivitäten rund um das neue Geschäftsfeld EV Charging. Insgesamt war es dadurch möglich, eine erneute Erweiterung des Vertragsportfolios durch Neugeschäft zu erreichen.

Nach den erheblichen Frequenzrückgängen im Jahr 2020 und der darauffolgenden Erholung in 2021 konnten Umsatz und Ertrag in 2022 trotz der weiterhin herausfordernden Lage deutlich gesteigert werden. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30% von T€ 616.338 auf T€ 800.574 erhöht. Das recurring EBITDA lag bei T€ 64.113im Vergleich zu T€ 40.023 in 2021. Die recurring EBITDA Marge konnte von 6,5% auf 8% gesteigert werden.

Der betriebliche Cash Flow betrug zum Ende des Jahres 2022 T€ 236.347. Mit T€ 8.746 wurden die Investitionen (Capex) in das Neugeschäft ohne Finance Lease im Vergleich zu T€ 6.450 im Vorjahr deutlich gesteigert. Mit diesen gezielt eingesetzten Mitteln soll die Grundlage für weitere Effizienzgewinne sowie zusätzliches Wachstum gelegt werden. Durch die Finanzierungsmaßnahmen und die Aktivitäten zum Schutz des Working Capital wurde ein Net Cash Flow von T€ 16.447 erreicht.

Der Ergebnisbeitrag durch das Neugeschäft belief sich im aktuellen Geschäftsjahr auf T€ 10.966. Die Kundenbindungsrate, unter der die APOCA PARKING Group die Beziehung zu dem Vermieter bei Leasingverträgen und zum Auftraggeber bei Managementverträgen versteht, konnte vom bereits sehr hohen Niveau von 97,3% in 2021 auf 98,8% in 2022 gesteigert werden. Mit den Verlängerungen und dem Abschluss neuer Verträge sowie mit dem organischen Wachstum hat die APCOA PARKING Group ihre Position als europäisches Unternehmen im Parkierungsgeschäft in Europa weiter gestärkt.

APCOA konnte 2022 zahlreiche neue Objekte im In- und Ausland hinzugewinnen. Zu den Objekten im Bereich City- und Shoppingcenter zählen unter anderem der Podbi Park in Hannover, das Liffey Valley Shopping Centre in Dublin, die Firenze Ex Manifattura Tabacchi in Florenz, das Milano Largo Corsia dei Servi in Mailand sowie die Citycon Shopping-Center in Kolbotn und Trekanten in Norwegen.

Im Sektor Travel hat APCOA an verschiedenen Flughafenstandorten weitere Dienstleistungen übernommen. Dazu zählen das Forecourt Management an den Flughäfen London City Airport und Stuttgart. Am Flughafen Berlin Brandenburg hat das Unternehmen das Gepäckwagenmanagement übernommen.

Zu den bekanntesten Portfolio-Objekten, welche insbesondere durch Veranstaltungen profitieren, zählen neben der Elbphilharmonie Hamburg und der Allianz Arena München in Deutschland auch Wembley Park im Vereinigten Königreich. Hinzugekommen ist nun auch eine Zusammenarbeit mit Schalke 04 für das Parken an der Veltins-Arena. In Norwegen hat zudem das Birkebeiner Stadium im Olympiapark von Lillehammer das Portfolio erweitert.

Für den Geschäftsbereich Healthcare & Education wurden verschiedene neue Verträge für den Betrieb von Krankenhausparkflächen vereinbart: für das Universitätshospital in Aalborg in Dänemark, für verschiedene Standorte des Hospitalbetreibers Vestre Viken in Norwegen, sowie eine Regionalklinik in Polen. Hinzukommen die Parkflächen der Loughborough University in UK.

Im Umfeld Parkraumüberwachung und Services konnten im Geschäftsjahr 2022 ebenfalls zahlreiche Vertragsabschlüsse erzielt werden. In Belgien wurden die Ausschreibungen der Brüsseler Gemeinden Elsene und Vorst für das On-Street Parken gewonnen. Mit dem Discounter Lidl wurde eine Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich On- und Off-Street Parken für mehr als 80 Standorte in Dänemark, Deutschland und der Schweiz vereinbart. Zudem wurde ein großer Off-Street Vertrag in UK unterzeichnet.

Nach den beiden durch den Ausbruch der COVID-19 Pandemie und die wiederholten Lock Downs in ganz Europa geprägten Jahre 2020 und 2021 musste sich das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr weiteren Herausforderungen stellen. Ausgelöst durch die politische Lage in Osteuropa und die damit verbundene Inflation und Rezessionsangst stand das Unternehmen unter Kosten- und Umsatzdruck. Trotz dieser Schwierigkeiten konnte das Jahr 2022 mit signifikanten Umsatzzuwächsen, einem deutlich gesteigerten positiven recurring EBITDA, sowie einem positiven Net Cashflow abgeschlossen werden. Möglich wurde das durch die konsequente Reaktion des Managements auf die neuen Herausforderungen sowie die kontinuierlichen Maßnahmen zur Sicherung von Wachstum und Liquidität. Dazu zählten zum einen ein weiteres herausragendes Ergebnis bei der Neugeschäftsakquise, zum anderen aber auch eine konsequente Kostenkontrolle, ohne dabei wichtige Investitionen in zukünftiges Wachstum zu vernachlässigen. Dazu zählen die Weiterentwicklung der Parkhäuser in Urban Hubs, ein Bereich der erneut Ergebnisbeiträge geleistet hat, aber auch das neue Geschäftsfeld rund um das Laden von Elektrofahrzeugen. Nicht zuletzt setzt das Unternehmen seine Entwicklungsanstrengungen für neue digitale Produkte und Dienstleistungen fort.

3 Prognosebericht

Die Eindämmung der COVID-19 Pandemie hat für das erste Quartal 2023 zu deutlich stärkere Umsätze und einen damit einhergehenden steigenden Ergebnisbeitrag von Standorten, welche stark durch Reisetätigkeit, Gesundheitswesen und Gastgewerbe beeinflusst sind, geführt. Die APCOA PARKING GROUP hat die deutlich positivere Aussicht für den Beginn des Geschäftsjahres in ihren Finanzprognosen abgebildet.

Die Geschäftsführung erwartet für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres eine positive Entwicklung bei allen Kennzahlen, einen deutlichen Anstieg des recurring EBITDA, einen moderaten Anstieg der Investitionen sowie einen moderaten Anstieg des Free Cash Flow.

Die Einschätzung beruht auf einer andauernden Aufhebung der Mobilitätsbeschränkungen sowie der Erfahrungen aus den drei vorangegangenen Jahren, dass die Aufhebung der Mobilitätsbeschränkungen zu einem schnellen und starken Anstieg der Frequenzen und des Umsatzes führt. Die Planungen der Länder spiegeln die Inflationserwartung wider, gestiegene Kosten werden über Preisanpassungen kompensiert, wenn die vertraglichen Gegebenheiten dies ermöglichen.

4 Chancen- und Riskobericht

4.1 Operative Chancen und Risken

Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das Chancen- und Risikomanagement sind in der APCOA PARKING Group eindeutig geregelt und spiegeln die Konzernstruktur wider. Die zentrale Konzernsteuerung ist über die APCOA Parking Holdings GmbH mit der dezentralen Verantwortung der Landesgesellschaften für das operative Geschäft verbunden.

Die Zentralisierung administrativer und verkaufsfördernder Funktionen sowie deren konsequenter Ausbau dienen der Sicherung und Weiterentwicklung des Bestandsgeschäfts sowie dem Aufbau neuer Geschäftsfelder.

Gegenüber Endkundensieht die APCOA PARKING Group wesentliche Potenziale in der Online- und Offline-Vermarktung ihres Dienstleistungsportfolios, z.B. von Kurzparker-Parkplätzen, Dauerparker-Mietverträgen, Saisontickets oder Sonderangeboten bei der Reservierung von Flughafen-Stellplätzen. Einen weiteren Vertriebskanal hat das Unternehmen mit seinen Apps "APCOA Connect" im Vereinigten Königreich und Irland sowie "APCOA FLOW" in allen anderen Ländern, in denen die APCOA Group vertreten ist, eröffnet, über die on- und off-street Parkdienstleistungen mobil und berührungslos genutzt und bezahlt werden können. Zusammen verzeichnen die Apps APCOA Connect und APCOA FLOW bereits über 8 Millionen registrierte Nutzer, die über diese Kanäle auch erstmals individuell angesprochen werden können. Die laufende Weiterentwicklung von bestehenden digitalen Dienstleistungen wie das elektrische Laden und die Einführung neuer Dienstleistungen wie das Autonome Valet Parken erlauben zudem die weitere Erschließung und Bindung von Endverbrauchern, die über diese Kanäle personalisiert erreichbar sind.

Im Geschäftskundenbereich genießt die APCOA Group ein sehr hohes Vertrauen, was sich darin bemerkbar macht, dass über 98,8% der auslaufenden Verträge in 2022 verlängert werden konnten. Mit innovativen Technologien, effizienten Prozessen und profitablen Geschäftsmodellen erzielt die APCOA Group bei der Bewirtschaftung von Parkflächen für Immobilieneigentümer attraktive Erträge und steigert gleichzeitig den Wert der Immobilien. Mit der bereits erfolgreich gestarteten Vermarktung von Parkflächen an Partnerunternehmen für Logistik-, Mobilitäts-, E-Lade- und Technologiedienstleitungen können neue Umsatzpotentiale erschlossen werden. Gleiches gilt für die zunehmende Nachfrage nach E-Ladeinfrastrukturen. Diese Chance nutzt die APCOA PARKING Group durch Investitionen und den Ausbau zentraler IT-Systeme, der Digitalisierung der Parkabfertigungsanlagen, den Aufbau von E-Ladesäulen und eines intensiven Partnermanagements.

Weitere Marktchancen für das Unternehmen bestehen auch mit den Produkten Parkraumüberwachung sowie Traffic- und Taxi-Management. Hinzu kommen positive Potentiale durch die Vermarktung der physischen und digitalen Infrastruktur an Geschäftspartner aus den Bereichen Logistik, Mobilität, Elektrifizierung sowie Technology- und Proximity-Services im Rahmen der Urban Hubs Initiative.

Kurzfristige Risiken aus dem Neugeschäft können sich aus der Verschiebung des operativen Startdatums eines neu dem Portfolio hinzugefügten Park-Objektes ergeben. Auch Pachtsteigerungen können zu einer Reduzierung der Profitabilität führen, wenn Vertragsverhältnisse nicht kurzfristig gekündigt beziehungsweise positiv beeinflusst werden können. Ebenso stellt der Anstieg von Pachten aufgrund von Indexierungen in Abhängigkeit der Entwicklung der Inflationsrate, der nicht an den Endkunden weitergegeben werden kann, ein Risiko dar. Aufgrund der Vielzahl von Verträgen ist die Auswirkung einzelner Verträge für die APCOA PARKING Group als gering einzuschätzen.

Chancen und Risiken können sich auch aus dem Bestandsgeschäft ergeben. Hier besteht das Risiko, dass bestehende Verträge nicht verlängert, beziehungsweise Ausschreibungen nicht erneut gewonnen werden können. Aufgrund der Vielzahl von Verträgen ist die Auswirkung des Wegfalls einzelner Verträge für die APCOA PARKING Group als gering einzuschätzen.

Ein weiteres Risiko kann die Entwicklung der Energiepreise darstellen, die sich im Zuge von lokalen und globalen politischen Spannungen verändert. Die Energiekosten machen einen nicht unerheblichen Teil der laufenden Kosten des operativen Geschäfts aus. Daher agiert das Unternehmen mit längerfristigen Verträgen, um sich günstige Konditionen zu sichern. Zum anderen werden nach Möglichkeit Verträge so gestaltet, dass die Energiekosten von den Immobilieneigentümern getragen werden. Aufgrund der Diversifizierung des Energieeinkaufs über verschiedene Länder und Stromanbieter sowie die häufige vertragliche Vereinbarung, die Energiekosten durch die Immobilieneigentümer tragen zu lassen, ist die Auswirkung für die APCOA PARKING Group als moderat einzuschätzen.

Endkundenseitig liegen die Risiken in Frequenzverlusten infolge einer nachteiligen Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ordnungspolitischer Maßnahmen oder außerordentlicher Ereignisse wie Naturkatastrophen, Extremwetterlagen, Terroranschlägen und Epidemie. Diese können sich negativ auf Fluggastzahlen und Hotelbuchungen sowie das Einkaufs- und Freizeitverhalten auswirken. Auch potenzielle Auswirkungen von möglichen Veränderungen im Parkverhalten, wie zum Beispiel die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, können die Geschäftsentwicklung beeinflussen. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeiten und der zumeist nur lokalen Auswirkungen der meisten genannten Risiken ist das Risiko für die APCOA PARKING Group als moderat einzuschätzen.

Sollten die genannten Risiken eintreten, haben diese einen negativen Einfluss auf das EBITDA.

Durch den Geschäftsbetrieb können zudem Risiken im Zusammenhang mit dem Management von Bargeld und damit verbundenen potenziellen Vermögensschäden durch Mitarbeiter oder durch externe Personen auftreten.

Diesen möglichen Vermögens- und Reputationsrisiken begegnet die APCOA PARKING Group durch Richtlinien, Prozessdefinitionen und Prozesskontrollen für eigene Mitarbeiter, genauso wie für beteiligte externe Dienstleister.

Vorfälle, die etwa durch Einbruch, Diebstahl oder Unterschlagung entstehen, werden systematisch erfasst, nachverfolgt und analysiert. Das bestehende Kontrollumfeld wird so stetig verbessert und regelmäßig durch interne Audits überprüft. Darüber hinaus existiert ein gruppenweites Whistle Blowing-Programm, über das mögliche Unregelmäßigkeiten berichtetet werden können und dann nachverfolgt werden. Das Risiko für materielle Vermögensschäden wird als gering angesehen.

Vor dem Hintergrund von vergangenen Betrugsfällen haben wir ein Maßnahmenpaket geschnürt, um sowohl das Vermögens- als auch Reputationsrisiko in solchen Fällen zu minimieren. Wesentliche Schritte dabei waren die systematische Analyse des IKS-Systems in allen APCOA Gesellschaften durch externe Berater aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Durch ein Risk Assessment wurden zunächst Prozesse, die anfällig für Betrugsvorfälle ("Fraud-sensitive") sind, definiert und anschließend eine Risiko-Kontroll-Matrix erstellt, die das Kerngerüst der anschließenden Prüfungen in allen Ländergesellschaften bildete. Für die erkannten Schwachstellen wurden konkrete Aktionspläne mit Verantwortlichkeiten und Umsetzungsterminen definiert. Die Implementierung wurde durch einen monatlichen Follow-Up Prozess überwacht und ist abgeschlossen. Zur Sicherstellung, dass angemessene Kontrollen weiterhin implementiert und wirksam sind, finden Prüfungen durch die Interne Revision statt. Fraud-sensitive Bereiche beinhalten die Kernprozesse Park-to-Cash, Order-to-Cash, Invest-to-Dispose, Financial Reporting, Purchase-to-Pay und Hire-to-Retire. Für diese wurden 38 Subprozesse und über 90 Einzelkontrollen als Prüfungsgegenstand definiert und geprüft.

Zusätzlich wurden im Rahmen dieses Projektes gruppenweite generische Standards unter der Berücksichtigung eines IKS-Systems definiert, die insbesondere in den Bereichen Umsatzerfassung und Cash Management bereits sukzessive eingeführt werden.

Die APCOA PARKING Group versichert über das konzerngesteuerte Versicherungswesen Risiken, die sich aus dem Geschäft und für das Management sowie für die Mitarbeiter ergeben. Das Risikoportfolio wird regelmäßig überwacht und zusammen mit dem Makler überarbeitet und versicherungstechnisch konzernweit umgesetzt. Die APCOA PARKING Group realisiert eine strikte Strategie zur Optimierung der Haftung für operative und administrative Risiken und zur Vermeidung und Bearbeitung von passiven und aktiven Schäden. Seit dem ersten Quartal 2017 arbeitete das Konzernversicherungswesen mit webbasierter Software zur Steuerung und aktiven Berichterstattung für alle Konzerngesellschaften.

4.2 Finanzielle Risiken

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die APCOA PARKING Group ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Sie steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft liquide Mittel und Kreditlinien bei Banken vorhält sowie durch kontinuierlichen Dialog Zugang zum Kapitalmarkt hat. Das operative Liquiditäts-Management umfasst eine tägliche Zusammenführung von liquiden Mitteln im Rahmen von Cash Pools, die von der Abteilung Group Treasury koordiniert werden. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -unterdeckungen entsprechend den Erfordernissen des Gesamtkonzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden.

Für die Budgetplanung wurde eine monatliche Liquiditätsplanung für 2023 erstellt, die im Rahmen der Prüfung der Unternehmensfortführung aktualisiert und auf das erste Halbjahr 2024 erweitert wurde.

Die Liquidität auf Konzernebene und die der Landesgesellschaften wird laufend überwacht. Dazu wird täglich ein Gruppenliquiditätsstatus erstellt. Zusätzlich wird monatlich von allen Einheiten eine rollierende 17-Wochen-Liquiditätsprognose nach Planungskategorien und auf Wochenbasis angefertigt.

Zum 31.12.2022 verfügt die APCOA PARKING Group neben liquiden Mittel in Höhe von T€ 131.278 über freie Kreditlinien in Höhe von T€ 49.500 für Überziehungskredite.

Im Geschäftsjahr 2022 waren die Einschränkungen und Restriktionen aus der COVID 19 Pandemie weitestgehend gelockert. Insoweit bestand und besteht auch zukünftig ein gegenüber 2021 erheblich reduziertes Liquiditätsrisiko. Das Liquiditätsrisiko wird als klein eingeschätzt.

Refinanzierungsrisiken

Mit dem Abschluss der Anleihe am 23. Juli 2021 und der Super Senior Revolving Credit Facility am 14. Juli 2021 wurde festgelegt, dass die Einhaltung einer Minimumliquidität als Finanzkennzahl (Covenant) für die Super Senior Revolving Credit Facility bis September 2022 überwacht wird. Ab September 2022 ist im Rahmen dieser Fazilität die Einhaltung der Drawn Super Senior Leverage Ratio als Finanzkennzahl (Covenant) basierend auf einem im Kreditvertrag definierten konsolidierten Pro Forma EBITDA vereinbart. Im Falle einer Verletzung der Kreditvereinbarung könnten die Gläubiger unter bestimmten Voraussetzungen entsprechende Kredite ungeachtet der vertraglich vereinbarten Laufzeiten fällig stellen. Eine Nichterfüllung des Covenant könnte zu einem Refinanzierungsrisiko für den Konzern führen. Im Rahmen der Konzernplanung wird die Einhaltung dieser Kreditvereinbarung (Covenant) überwacht und monatlich den Gläubigern gemeldet. Derzeit geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Super Senior Revolving Credit Facility für kurzlaufende Überziehungskredite auf Grund der derzeitigen und zukünftigen Liquiditätssituation nicht in Anspruch genommen wird. Im Rahmen der Konzernplanung wird die Einhaltung dieser Kreditvereinbarung (Covenant) monatlich bzw. quartalsweise überwacht und den Gläubigern gemeldet. Refinanzierungsrisiken werden als gering eingeschätzt.

Steuerrisiken

Steuerrisiken bestehen für die APCOA PARKING Group für den Fall, dass die lokalen Finanzbehörden der steuerlichen Beurteilung eines Sachverhaltes durch APCOA PARKING Group nicht folgen. Dem Risiko wird durch die Einholung von steuerlicher Beratung und dem Monitoring der relevanten Sachverhalte Rechnung getragen. Die bestehenden Steuerrisiken können kurzfristig einen mäßig starken Einfluss auf das Ergebnis der APCOA PARKING Group haben.

Kreditrisiken

Kreditrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass Vertragspartner einer Transaktion nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und der APCOA PARKING Group daraus ein finanzieller Schaden entsteht. Forderungsausfallrisiken sind aufgrund des von der APCOA PARKING Group betriebenen Geschäftsmodells grundsätzlich niedrig. Darüber hinaus zeichnen sich die Forderungen durch eine breite geographische Verteilung sowie eine große Zahl unterschiedlicher Schuldner aus. In der Parkraumbewachung wird dem relativ hohem Risiko von Nichtzahlern durch ausreichende Wertberichtigungen auf Forderungen Rechnung getragen. Kreditrisiken werden als gering eingeschätzt.

Währungsrisiken

Die Währungsrisiken der APCOA PARKING Group resultieren grundsätzlich aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Die APCOA PARKING Group ist jedoch darauf bedacht, Landesgesellschaften in der jeweiligen Landeswährung mit Finanzmittel auszustatten, so dass insoweit keine wesentlichen Währungsrisiken für die Landesgesellschaften bestehen. Währungsrisiken, die den Cashflow des Konzerns nicht beeinflussen (Risiken aus der Währungsumrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Berichtswährung des Konzerns, sog. Translationsrisiken) sichert die APCOA PARKING Group nicht ab. Da die Fremdfinanzierung der APCOA PARKING Group in der Konzernwährung (EUR) zur Verfügung gestellt wird und diese teilweise von den Währungen der lokalen APCOA Gesellschaften abweicht, ergibt sich durch Kursschwankungen ein Translationsrisiko. Dieses Risiko wird monatlich überwacht und bei Bedarf werden Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Zudem findet eine monatliche Überwachung von Währungsrisiken aus Zahlungsströmen statt. Das Währungsrisiko wird als gering eingeschätzt.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken bestehen grundsätzlich aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Die APCOA PARKING Group schätzt das Risiko wesentlicher Zinssteigerungen als erhöht ein und geht kurz- und mittelfristig von einem erhöhten Zinsniveau aus. Der maßgebliche Referenzzinssatz der Finanzierung der Gesellschaft ist der Euribor. Deshalb wurde am 22. Dezember 2022 mit der Barclays Bank Ireland PLC eine Zinssicherung für einen Teil der variabel verzinslichen Finanzinstrumente abgeschlossen. Das Zinssicherungsgeschäft ist ein Interest Rate Cap über einen Nominalwert von T€ 150.000 mit einer Cap Rate von 2.69% für den 3-Monats-Euribor mit einer Laufzeit von 15. Januar 2023 bis 15. Januar 2025. Es findet weiterhin eine Überwachung und Bewertung der Zinsänderungsrisiken statt, so dass kurzfristig auf weitere Marktänderungen reagiert werden kann.

5 Gesamtaussage

Das Management-Team hat im Frühjahr 2016 die Geschäfte der APCOA PARKING Group übernommen und seine Aktivitäten bis zum Abschluss des Geschäftsjahres 2019 auf das weitere Wachstum und die Margenverbesserung des Unternehmens konzentriert. Dazu haben aus unserer Sicht insbesondere die verschiedenen strategischen Initiativen und Investitionen einen wichtigen Beitrag geleistet.

Auf Basis des Know-hows aus 13 europäischen Ländern und seiner hohen Marktdurchdringung hat das Unternehmen Chancen in der europaweiten Parkraumbewirtschaftung bis zum Abschluss des Geschäftsjahres 2019 erfolgreich genutzt. Zu den fortbestehenden Opportunitäten zählen insbesondere die zunehmende Urbanisierung, die Reduzierung, Bepreisung und Verteuerung des öffentlichen Parkraums, der steigende Bedarf an Mobilität in Ballungsräumen und die Digitalisierung von Parkvorgängen.

Des Weiteren wurden mit der Übernahme von verschiedenen Mitbewerbern Möglichkeiten für eine Konsolidierung des fragmentierten Marktes für Parkraummanagement genutzt. Dabei standen eine sinnvolle Erweiterung des Produktportfolios, eine Vergrößerung der Marktanteile, die Erschließung neuer Märkte sowie die Ergänzung neuer Technologien im Fokus des Unternehmens.

Auf dieser Basis hat die APCOA PARKING Group ihre Marktposition als eines der führenden europäischen Unternehmen im Parkraummanagement sowie ihre Profitabilität bis einschließlich 2019 ausgebaut.

Die Covid-19 Pandemie, die sich seit März 2020 in Europa verbreitet hat, hat die Geschäftsführung vor eine neue Situation gestellt. Der Fokus lag damit zunächst auf dem Schutz der Belegschaft, der Sicherung der Liquidität und dem Erhalt der langfristigen Geschäftsfähigkeit. Mit der Begebung von zwei Unternehmensanleihen in Höhe von insgesamt 685 Millionen Euro im Juli 2021 hat das Unternehmen ein finanzielles Polster für den weiteren Fortgang der Covid-19 Ausnahmesituation sowie perspektivisch für weitere Investitionen in Neugeschäft geschaffen.

Trotz der anhaltenden Auswirkungen von Covid-19 konnten im Jahr 2021 sowohl Umsatz als auch Ertrag wieder erheblich gesteigert und positiv abgeschlossen werden, auch wenn das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht wurde.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich dem Unternehmen mit der hohen Inflation und der Verunsicherung der Konsumenten auf Grund des Ukraine-Konflikts neue Herausforderungen aufgetan. Obwohl APCOA damit unter Kosten- und Umsatzdruck stand, wurde das Jahr mit einem sehr deutlichen Umsatz- und Ertragszuwachs, sowie einem positiven operativen Cash-Flow abgeschlossen.

Das Management rechnet mit einer weiteren Erholung der wirtschaftlichen Situation für das Jahr 2023 und plant, den Weg auf seinen ursprünglichen Wachstumspfad weiterzugehen und seine starke Position im Markt für Parkraummanagement weiter auszubauen.

Das Unternehmen hat dafür mit seiner bereits im Jahr 2020 weiterentwickelten Strategie wichtige Weichenstellungen getroffen und neue Geschäftsmodelle aufgesetzt. Dazu zählen die 2021 lancierte Initiative APCOA Urban Hubs, mit der ein neues Geschäftsfeld für die Vermarktung von Parkflächen für alternative Nutzungsformen etabliert werden konnte. In diesem Rahmen konnten zahlreiche B2B Partner aus der Logistik-, Mobilitäts-, Elektrolade- und Technologiebranche gewonnen werden, die Parkflächen im Rahmen ihrer eigenen Wertschöpfungsketten einsetzen. Dieser Bereich leistet bereits einen substanziellen Beitrag zum Geschäftsergebnis. Das Unternehmen verzeichnet in diesem Bereich weiterhin ein großes Marktinteresse und hat eine nennenswerte Pipeline an Partnerschaftsprojekten aufgebaut. Mit dem geplanten, groß angelegten Ausbau der E-Ladeinfrastruktur plant das Unternehmen eine zusätzliche, stark wachsende Umsatzquelle zu erschließen. Mit der Investition in mehr als 100.000 zusätzlichen Ladepunkten bis 2035, will APCOA zu einem der führenden Anbieter von Ladeinfrastruktur im Parkbereich werden. Hinzukommen sollen mehrere tausend Schnellladesäulen, für die das Unternehmen Verträge mit namhaften Anbietern wie bp oder Ionity abgeschlossen hat. Weitere Opportunitäten hat das Unternehmen für die Bepreisung seiner Parkflächen und den erweiterten Einsatz des Dynamic Pricings identifiziert. Auch im Bereich der Akquise von Verträgen mit Immobilieneigentümern, die nach einem finanziell stabilen und technologisch breit aufgestellten Dienstleister suchen, sieht APCOA weiteres Potential in ihren Bestandsmärkten. Dabei kommen dem Unternehmen die engen Kundenbeziehungen zugute, die in über 50 Jahren entstanden und gepflegt wurden. Eine weitere Marktchance wird in der Übernahme weiterer Mitbewerber gesehen, die durch die verschiedenen Krisen geschwächt wurden. Nicht zuletzt nutzt das Unternehmen intensiv seine erweiterten Entwicklungskapazitäten, um neue Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen und damit die Attraktivität der Marke zu erhöhen.

 

Leinfelden-Echterdingen, 19. April 2023

Philippe Op de Beeck, Geschäftsführer

Samuel Groves, Geschäftsführer

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022

Inhaltsverzeichnis

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Veränderung des Konzerneigenkapitals für das Geschäftsjahr 2022

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1. Allgemeines

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden .

3. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

4. Erläuterungen zur Konzernbilanz.

5. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung.

6. Sonstige Angaben

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Notes 2022
T€
2021
T€
Umsatzerlöse (12) 800.574 616.338
Sonstige Erträge (13) 10.384 11.348
Pachtaufwand (14) (245.508) (158.951)
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen (15) (78.240) (62.094)
Personalaufwand (16) (188.587) (166.322)
Sonstige Aufwendungen (17) (72.168) (54.734)
Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 226.454 185.586
Ab-/Zuschreibungen auf und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten (18) (176.677) (160.729)
Operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern 49.777 24.857
Finanzerträge (19) 3.133 5.381
Finanzaufwendungen (20) (98.187) (108.460)
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen (24) (93) (32)
Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) (45.369) (78.254)
Ertragsteuern (21) 9.340 (3.571)
Jahresüberschuss / (Jahresfehlbetrag) (36.029) (81.825)
Davon entfallen auf
Anteilseigner des Mutterunternehmens (36.017) (81.933)
Nicht beherrschende Anteile (12) 108

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Anhang 2022
T€
2021
T€
Periodenüberschuss / (Periodenfehlbetrag) (36.029) (81.825)
Sonstiges Ergebnis
Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen (122) 64
Gewinne / (Verluste) aus der Absicherung von Cash Flows 700 261
Effekte aus der Fair-Value-Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (75)
Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 578 250
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne (36) 771 169
Ertragsteuereffekte (44) (8)
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 728 161
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 1.306 411
Gesamtergebnis nach Steuern (34.723) (81.414)
Davon entfallen auf
Anteilseigner des Mutterunternehmens (34.683) (81.499)
Nicht beherrschende Anteile (40) 85

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Anhang 31. Dezember 2022
T€
31. Dezember 2021
T€
Langfristige Vermögenswerte 1.439.309 1.435.348
Immaterielle Vermögenswerte (22) 491.404 493.858
Sachanlagen und Nutzungsrechte (23) 913.885 919.903
Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (24) 1.659 1.751
Beteiligungen (25) 156 139
Laufende Ertragsteuerforderungen (21)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (26) 14.294 12.157
Übrige Vermögenswerte (27) 422 757
Aktive latente Steuern (21) 17.489 6.783
Kurzfristige Vermögenswerte 207.521 217.060
Vorräte (28) 1.624 1.124
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte (29) 54.656 47.003
Laufende Ertragsteuerforderungen (21) 1.947 3.980
Übrige Vermögenswerte (27) 18.016 16.531
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (30) 131.278 148.421
Summe Aktiva 1.646.829 1.652.407

Passiva

Anhang 31. Dezember 2022
T€
31. Dezember 2021
T€
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eige (237.051) (202.368)
Gezeichnetes Kapital (31) 104 104
Kapitalrücklage (32) 768.058 768.058
Sonstige Rücklagen (33) (7.026) (8.360)
Gewinnrücklagen (34) (998.187) (962.170)
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Eigenkapi (556) (485)
Nicht beherrschende Anteile (556) (485)
Summe Eigenkapital (237.607) (202.853)
Langfristige Schulden 1.478.689 1.475.422
Finanzielle Verbindlichkeiten (35) 1.460.795 1.454.708
Sonstige Rückstellungen (36) 3.146 3.112
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (37) 2.831 4.041
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten (21) 16
Sonstige Schulden (38) 19 37
Passive latente Steuern (21) 11.897 13.507
Kurzfristige Schulden 405.747 379.838
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (39) 155.534 131.989
Finanzielle Verbindlichkeiten (35) 183.856 180.260
Sonstige Rückstellungen (36) 10.444 9.303
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten (21) 4.534 4.731
Vertragsverbindlichkeiten (38) 10.233 12.390
Sonstige Schulden (38) 41.146 41.165
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 1.646.829 1.652.407

Veränderung des Konzerneigenkapitals für das Geschäftsjahr 2022

Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens
entfallendes Eigenkapital Kumuliertes Gesamtergebnis
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Neubewertung leistungsorientierter Versorgunspläne Rücklage für Cash Flow Hedges Rücklage für Währungsdifferenzen
Anhang (30) (31) (33) (32) (32) (32)
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 01.01.2021 104 768.058 (880.162) (2.589) (960) (6.593)
Periodenergebnis - - (81.933) - - -
Sonstiges Ergebnis - - (75) 161 261 87
Gesamtergebnis der Periode (82.008) 161 261 87
Dividende an nicht beherrschende Anteile - - - - - -
Stand am 31.12.2021 104 768.058 (962.170) (2.428) (699) (6.506)
Stand am 01.01.2022 104 768.058 (962.170) (2.428) (699) (6.506)
Periodenergebnis - - (36.017) - - -
Sonstiges Ergebnis - - - 728 700 (94)
Gesamtergebnis der Periode (36.017) 728 700 (94)
Dividende an nicht beherrschende Anteile - - - - -
Stand am 31.12.2022 104 768.058 (998.186) (1.700) 2 (6.600)
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens
Übrige Rücklagen Summe Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Anhang (32)
T€ T€ T€ T€
Stand am 01.01.2021 1.273 (120.869) (545) (121.414)
Periodenergebnis - (81.933) 108 (81.825)
Sonstiges Ergebnis - 434 (23) 411
Gesamtergebnis der Periode (81.499) 85 (81.414)
Dividende an nicht beherrschende Anteile - - (25) (25)
Stand am 31.12.2021 1.273 (202.368) (484) (202.853)
Stand am 01.01.2022 1.273 (202.368) (484) (202.853)
Periodenergebnis - (36.017) (12) (36.029)
Sonstiges Ergebnis - 1.334 (28) 1.306
Gesamtergebnis der Periode (34.683) (40) (34.723)
Dividende an nicht beherrschende Anteile - - (31) (31)
Stand am 31.12.2022 1.273 (237.051) (556) (237.606)

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Anhang 2022
T€
2021
T€
Konzernergebnis vor Ertragsteuern (45.369) (78.254)
Abschreibungen auf und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten (18) 176.677 160.729
Finanzergebnis (19) (20) 95.147 103.111
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte (3.150) 7.360
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte (8.818) (8.530)
Veränderung der Vorräte (545) 302
Veränderung der Rückstellungen (2.124) (1.059)
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten 30.259 32.697
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge (3.604) (6.771)
Gezahlte Ertragsteuern (2.125) (3.212)
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 236.347 206.374
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 582 570
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (22) (23) (27.526) (18.610)
Auszahlungen für Akquisitionen von at-equity Unternehmen (1) 0
Auszahlungen für andere Beteiligungen (17)
Rückzahlung gewährter Darlehen 1.013
Auszahlungen für gewährte Darlehen (1.015) (800)
Auszahlung für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzgl. erworbener Zahlungsmittel (6) (3.664) (1.795)
Cash Flow aus Investitionstätigkeit (30.628) (20.635)
An nicht beherrschende Anteilseigner gezahlte Dividenden (31) (25)
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden (35) - 681.972
Tilgung von Finanzschulden (35) (2.355) (593.740)
Tilgung von Schulden aus Leasingverbindlichkeiten (35) (42) (133.009) (99.512)
Gezahlte Zinsen, Bankgebühren, Transaktionskosten (20) (35) (42) (86.772) (91.176)
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit (40) (222.168) (102.480)
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (16.449) 83.259
Anfangsbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 148.421 65.030
Wechselkursbedingte Wertänderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (695) 133
Endbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (30) 131.278 148.421
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (17.143) 83.392

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1. Allgemeines

Die APCOA Parking Holdings GmbH mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen, Deutschland, ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht. Sie ist als Muttergesellschaft des Konzerns (APCOA PARKING Group) am Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 726108 registriert. Der Hauptsitz der Verwaltung der Gesellschaft befindet sich in der Flughafenstraße 34, 70629 Stuttgart, Deutschland. Der Konzernabschluss ist in Euro (€) dargestellt, da den meisten Konzerntransaktionen diese Währung zugrunde liegt. Sofern nicht anders angegeben, erfolgt der Ausweis in Tausend Euro (T€). Bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Das Geschäftsjahr der APCOA Parking Holdings GmbH und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr.

Der Konzernabschluss der APCOA Parking Holdings GmbH wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

(1) Geschäftstätigkeit

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns umfasst den Bereich Parkraummanagement. Der Konzern besitzt ein diversifiziertes Portfolio aus Miet-/Pachtverträgen und Managementverträgen für die Bewirtschaftung von Parkflächen und -garagen.

(2) Eigentumsverhältnisse

Eigentümerin der Gesellschaft ist zu 100% die Park Luxco 3 S.C.A. mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg. Oberstes Mutterunternehmen und mittelbarere Gesellschafterin der APCOA Parking Holdings GmbH ist die Park Luxco S.C.A. mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg.

Management Co-Investmentprogramm und Managementvergütung bei Eigentümerwechsel

An der Muttergesellschaft der APCOA PARKING Group, der Park Luxco 3 S.C.A., einer Gesellschaft nach luxemburgischem Recht, die 100% der Anteile an der APCOA Parking Holdings GmbH hält, sind Personen der APCOA PARKING Group gemeinsam mit weiteren externen Personen (zusammen die Co-Investoren) mittelbar über eine Co-Investment-Gesellschaft, die Park Investment S.C.S.p., mit 12,50% beteiligt. Zum Bilanzstichtag waren 75,88% der hierfür zur Verfügung stehenden Anteile im Eigentum dieses Personenkreises. Die Anteile sind den Co-Investoren in den Jahren 2016 und 2017 zu den jeweils aktuellen beizulegenden Zeitwerten angeboten worden. Der beizulegende Zeitwert ist durch einen externen Gutachter auf Basis anerkannter Bewertungsmethoden, u.a. mittels Verwendung von Ergebnismultiplikatoren unter Rückgriff auf eine Vergleichsgruppe, ermittelt worden. Das Co-Investmentprogramm sieht vor, dass die beteiligten Co-Investoren bei einem Wechsel der Eigentumsverhältnisse der Muttergesellschaft u.a. infolge einer Veräußerung oder eines Börsengangs, an den daraus resultierenden Nettoerlösen im Umfang ihrer indirekten Beteiligung partizipieren. Das Co-Investmentprogramm sieht Regelungen für den Fall vor, dass der beteiligte Personenkreis das Unternehmen vorzeitig verlässt. In Abhängigkeit von Anlass und Zeitpunkt des Ausscheidens steht den Co-Investoren in diesem Fall ein Rückkauf ihrer Beteiligung zu einem Wert zwischen den ursprünglichen Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert im Zeitpunkt des Ausscheidens zu, sofern eine Mindestbeschäftigungsdauer von drei Jahren erreicht ist. Der Rückkauf ist dabei in Form wechselseitiger Kauf- und Verkaufsoptionen ausgestaltet, die in Abhängigkeit von Anlass und Zeitpunkt des Ausscheidens in Kraft treten.

Da die Anteile in den Erwerbszeitpunkten zu ihren jeweils aktuellen beizulegenden Zeitwerten durch die Co-Investoren erworben wurden, lag und liegt keine als Personalaufwand der Periode zu erfassende Zuwendung vor.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein weiteres Managementvergütungsprogramm ("equity-settled") für die Geschäftsführung der Gesellschaft, einzelnen Mitgliedern des Beirats sowie Mitgliedern der Geschäftsführung von Tochterunternehmen der Gesellschaft eingeführt, das den Regeln des IFRS 2 unterliegt. Im Rahmen dieses Programms wird eine Einkommenskomponente in Abhängigkeit des Verkaufspreises im Falle eines potenziellen Verkaufs oder der Liquidation der APCOA PARKING Group geregelt. Notwendige Bedingung ist, dass der jeweilige Begünstigte zum Zeitpunkt des Verkaufs noch bei der APCOA PARKING Group angestellt ist.

Der für das Geschäftsjahr 2022 geschätzte relevante Kompensationsanteil für die Geschäftsführung der Gesellschaft liegt bei unter zwei Million Euro (im VJ. unter einer Million), welcher nicht als Personalaufwand erfasst wurde. Es besteht keine Zahlungsverpflichtung seitens der APCOA PARKING Group, die Zahlungen werden durch Park Luxco 2 S.à.r.l. geleistet ("equity-settled"). Der relevante Kompensationsanteil ist ein Schätzwert, welcher wesentlich durch die Schätzung des Verkaufserlös und den Exit-Zeitpunkt beeinflusst ist.

(3) Grundlagen der Erstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Stichtag 31. Dezember 2022 verpflichtend anzuwenden sind und den nach § 315e HGB ergänzend zu beachtenden, handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Bezeichnung "IFRS" beinhaltet alle vom Internationalen Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten Standards sowie die diesbezüglichen Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRIC).

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Grundlage der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2022 erfolgt nach den verpflichtend anzuwendenden Standards und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzern hat Standards und IFRIC-Interpretationen, die bereits herausgegeben wurden, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewendet. Die Erstanwendung dieser Standards und Interpretationen erfolgt zum verpflichtenden Termin.

Veröffentlichte, beziehungsweise geänderte, von der EU übernommene und im Geschäftsjahr erstmals anzuwendende Standards und Interpretationen

Im Mai 2020 hat das IASB Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags veröffentlicht, um zu konkretisieren, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend oder verlustbringend ist, zu berücksichtigen hat. Mit den Änderungen wird präzisiert, dass ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend oder verlustbringend ist, direkt zurechenbare Kosten im Zusammenhang mit der Erfüllung von Verträgen über die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen einschließlich zusätzlicher Kosten (z. B. direkter Lohn- und Materialkosten) und weiterer Kosten, die sich unmittelbar auf Tätigkeiten zur Vertragserfüllung beziehen (z. B. planmäßige Abschreibung von Gegenständen der Betriebs- und Geschäftsausstattung, die zur Vertragserfüllung genutzt werden, und Kosten für Organisation und Überwachung der Vertragserfüllung), zu berücksichtigen hat. Allgemeine Verwaltungskosten stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Vertrag und fallen somit nicht unter die Vertragserfüllungskosten, es sei denn, eine Weiterbelastung an den Kunden ist im Vertrag ausdrücklich vorgesehen. Gemäß den Übergangsvorschriften wendet die APCOA PARKING Group die Änderungen auf Verträge an, bei denen zu Beginn des Geschäftsjahres, in dem die Änderungen erstmals anwendet, noch nicht alle Verpflichtungen erfüllt wurden. Die Vergleichsinformationen wurden nicht angepasst. Es ergaben sich aus der erstmaligen Anwendung dieser Änderungen keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Mai 2020 hat das IASB Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Verweis auf das Rahmenkonzept veröffentlicht. Mit den Änderungen wird der Verweis auf eine frühere Fassung des Rahmenkonzepts des IASB durch einen Verweis auf die im März 2018 veröffentlichte aktuelle Fassung ersetzt, ohne deren bestehende Regelungen signifikant zu ändern. Das Board hat darüber hinaus eine Ausnahmeregelung in Bezug auf die Grundsätze für den Ansatz in IFRS 3 eingeführt, um zu vermeiden, dass bei separat erfassten Schulden und Eventualschulden im Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 Abgaben sog. Day-2-Gewinne oder -Verluste entstehen. Gleichzeitig beschloss das Board, den Standard um eine klarstellende Aussage zu ergänzen, dass die bestehenden Regelungen für Eventualforderungen in IFRS 3 durch den Ersatz des Verweises auf das Rahmenkonzept für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen nicht berührt werden. Gemäß den Übergangsvorschriften wendet die APCOA PARKING Group die Änderungen prospektiv an, d. h. auf Unternehmenszusammenschlüsse, die nach Beginn des Geschäftsjahres stattfinden, in dem sie die Änderungen erstmals anwendet. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da es während des Berichtszeitraums keine Eventualforderungen, Schulden oder Eventualverbindlichkeiten gab, die in den Anwendungsbereich dieser Änderungen fallen.

Im Mai 2020 hat das IASB Änderungen an IAS 16 Sachanlagen: Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet, veröffentlicht. Gemäß den Änderungen ist es Unternehmen nicht mehr gestattet, Erlöse aus dem Verkauf von Gegenständen, die produziert werden, während eine Sachanlage zu dem Standort und in den vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieser Sachanlage abzuziehen. Stattdessen sind diese Erlöse zusammen mit den Herstellungskosten der Gegenstände in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Gemäß den Übergangsvorschriften wendet der Konzern die Änderungen rückwirkend nur auf Sachanlagen an, die zu oder nach Beginn der frühesten dargestellten Berichtsperiode, in der die Änderungen erstmals angewandt werden, in einen betriebsbereiten Zustand gebracht wurden. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der APCOA PARKING Group, da keine Verkäufe von Gegenständen erfolgt sind, die von Sachanlagen produziert wurden, die zu oder nach Beginn der frühesten dargestellten Berichtsperiode in einen betriebsbereiten Zustand gebracht wurden.

Ebenfalls im Mai 2020 verabschiedete das IASB die jährlichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2018-2020. Die Verbesserungen des Sammelstandards, welcher im Rahmen der jährlichen Aktualisierung veröffentlicht wurde, betreffen mehrere IFRS, hauptsächlich zur Beseitigung von Inkonsistenzen und zur Klarstellung von Formulierungen. Die Änderung an IFRS 1 gestattet einem Tochterunternehmen, das Paragraph D16(a) des IFRS 1 anwendet, kumulierte Umrechnungsdifferenzen auf der Grundlage der im Konzernabschluss des Mutterunternehmens ausgewiesenen Beträge zu bewerten, ausgehend von dem Zeitpunkt, zu dem das Mutterunternehmen auf IFRS umgestellt hat. Diese Änderung hatte keine Auswirkungen, da die APCOA PARKING Group kein Erstanwender ist. Durch die Änderung an IFRS 9 wird klargestellt, welche Gebühren ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob die Bedingungen einer neuen oder modifizierten finanziellen Verbindlichkeit wesentlich von denjenigen der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit abweichen, zu berücksichtigen hat. Es sind nur solche Gebühren einzubeziehen, die zwischen dem Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden. Gemäß den Übergangsvorschriften wendet die APCOA PARKING Group die Änderung auf finanzielle Verbindlichkeiten an, die zu oder nach Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie die Änderung erstmals anwendet, modifiziert oder ausgetauscht werden. Diese Änderung hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da es während des Berichtszeitraums keine Modifizierungen der Finanzinstrumente des Konzerns gab. Mit der Änderung an IAS 41 entfällt die Vorschrift in Paragraph 22 des IAS 41, wonach steuerliche Zahlungsströme bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten nicht zu berücksichtigen sind. Diese Änderung hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da die APCOA PARKING Group zum Abschlussstichtag keine Vermögenswerte hielt, die in den Anwendungsbereich von IAS 41 fallen.

Veröffentlichte, beziehungsweise geänderte, von der EU noch nicht übernommene oder noch nicht angewendete Standards, Interpretationen und Änderungen

Im Mai 2017 veröffentlichte das IASB IFRS 17 Versicherungsverträge, einen umfassenden neuen Rechnungslegungsstandard, der Grundsätze für Ansatz, Bewertung, Darstellung und Angabepflichten in Bezug auf Versicherungsverträge enthält. Mit seinem Inkrafttreten ersetzt IFRS 17 den 2005 veröffentlichten IFRS 4 Versicherungsverträge. IFRS 17 ist unabhängig von der Art des auflegenden Unternehmens auf alle Arten von Versicherungsverträgen (d. h. Lebensversicherungen, Sachversicherungen, Direktversicherungen und Rückversicherungen) und auf bestimmte Garantien und Finanzinstrumente mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung anzuwenden. Hinsichtlich des Anwendungsbereichs gelten einzelne Ausnahmeregelungen. Das übergeordnete Ziel von IFRS 17 ist es, ein für die Versicherer nützlicheres und einheitlicheres Bilanzierungsmodell zu schaffen. Im Gegensatz zu den Vorschriften von IFRS 4, die weitgehend Bestandsschutz für frühere lokale Bilanzierungsvorschriften gewähren, stellt IFRS 17 ein umfassendes Modell für Versicherungsverträge dar, das alle relevanten Aspekte der Bilanzierung abbildet. Den Kern des Standards bildet das allgemeine Modell, ergänzt durch.

eine spezifische Variante für Verträge mit direkter Überschussbeteiligung (variable fee approach: Ansatz der variablen Vergütung) und

ein vereinfachtes Modell (premium allocation approach: Ansatz der Prämienallokation), in der Regel für kurzfristige Verträge.

IFRS 17 ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Vergleichsinformationen sind zwingend anzugeben. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig, sofern das Unternehmen bereits IFRS 9 und IFRS 15 anwendet oder zum gleichen Zeitpunkt wie IFRS 17 erstmals anwendet. Diese Neuregelung ist auf die APCOA PARKING Group nicht anwendbar, daher wird keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

Im Januar 2020 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig. Gegenstand der Änderungen an IAS 1 ist insbesondere die Klarstellung, dass im Rahmen der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig auf bestehende Rechte des Unternehmens zum Abschlussstichtag abzustellen ist. Hierbei sollen die Erwartungen und Absichten des Managements, ob ein solches Recht tatsächlich auch ausgeübt wird oder eine vorzeitige Rückzahlung beabsichtigt ist, unberücksichtigt bleiben.

Zusätzlich wurden im Oktober 2022 weitere Änderungen an IAS 1 veröffentlicht, betreffend die Klassifizierung von Schulden (als kurz- oder langfristig), für die bestimmte Kreditbedingungen (Covenants) vereinbart sind. Mit den veröffentlichten Änderungen stellt der IASB klar, dass nur solche Covenants, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag einhalten muss, die Klassifizierung einer Verbindlichkeit als kurz- oder langfristig beeinflussen. Darüber hinaus sehen die Änderungen zusätzliche Angabepflichten für langfristige Schulden mit Covenants vor. Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen, und sind rückwirkend anzuwenden. Die APCOA PARKING Group erwartet derzeit aus der erstmaligen Anwendung der Änderungen an IAS 1 keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Februar 2021 hat das IASB Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 Making Materiality Judgements veröffentlicht, in denen es Leitlinien und erläuternde Beispiele zur Verfügung stellt, die Unternehmen die Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden als "wesentlich" einzustufen und folglich anzugeben sind, erleichtern sollen. Die Änderungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, für Abschlussadressaten hilfreichere Angaben zu Rechnungslegungsmethoden zu machen, indem die Anforderung, "maßgebliche" (significant) Rechnungslegungsmethoden anzugeben, durch die Anforderung, "wesentliche" (material) Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben, ersetzt wird und Leitlinien ergänzt werden, die es Unternehmen erleichtern sollen, das Konzept der Wesentlichkeit bei der Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben sind, anzuwenden. Die Änderungen an IAS 1 sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Die APCOA PARKING Group erwartet derzeit aus der erstmaligen Anwendung der Änderungen keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Februar 2021 hat das IASB Änderungen an IAS 8 veröffentlicht, mit denen eine neue Definition für rechnungslegungsbezogene Schätzungen eingeführt wurde. Die Änderungen stellen klar, inwiefern sich Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen von Änderungen der Rechnungslegungsmethoden und Fehlerkorrekturen unterscheiden. Sie erläutern außerdem, wie Unternehmen rechnungslegungsbezogene Schätzungen mithilfe von Bemessungstechniken und Inputfaktoren vornehmen können. Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, und sind auf Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen anzuwenden, die zu oder nach Beginn des Geschäftsjahres der erstmaligen Anwendung erfolgen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern diese Tatsache angegeben wird. Die APCOA PARKING Group hat keine vorzeitige Anwendung vorgenommen und erwartet derzeit aus der erstmaligen Anwendung der Änderungen keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Mai 2021 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 12, die den Anwendungsbereich der Ausnahmeregel beim erstmaligen Ansatz gemäß IAS 12 (Initial recognition exemption) dahin gehend eingrenzen, dass sie nicht mehr für Geschäftsvorfälle gilt, aus denen zu versteuernde und abzugsfähige temporäre Differenzen entstehen, die betragsgleich sind. Bislang bestand eine gewisse Unsicherheit darüber, ob beispielsweise die Befreiung für Transaktionen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen (wenn ein Leasingnehmer zu Beginn des Leasingverhältnisses einen Vermögenswert und eine Verbindlichkeit ansetzt) und Rückbauverpflichtungen (wenn ein Unternehmen eine Verbindlichkeit ansetzt und die Rückbaukosten in die Kosten des Vermögenswerts einbezieht) Anwendung findet. Durch die Änderungen wird klargestellt, dass diese Befreiung nicht gilt und dass Unternehmen latente Steuern auf solche Transaktionen erfassen müssen. Die Änderung gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist. Die APCOA PARKING Group hat keine vorzeitige Anwendung vorgenommen und geht derzeit davon aus, dass die Änderungen keine signifikanten Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Im September 2020 veröffentlichte das IASB Änderungen an IFRS 16, die die Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten, die aus einer Sale-and-Leaseback-Transaktion entstehen, regeln. Demnach hat der Verkäufer-Leasingnehmer die Leasingverbindlichkeit in der Folge so zu bewerten, dass durch den zurückbehaltenen Anteil des Nutzungsrechts keine Gewinne oder Verluste entstehen. Die Änderung gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Die Änderungen sind rückwirkend auf Sale-and-Leaseback-Transaktionen anzuwenden, die nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung abgeschlossen werden. Die APCOA PARKING Group geht derzeit davon aus, dass die Änderungen keine signifikanten Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Bei Anerkennung von IASB-Verlautbarungen durch die EU, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant die APCOA PARKING Group derzeit keine vorzeitige Anwendung.

(4) Konsolidierungskreis

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst mit der APCOA Parking Holdings GmbH 37 (im Vj. 34) Gesellschaften, welche zum 31. Dezember 2022 voll konsolidiert wurden.

Die im Januar 2022 erworbene Gesellschaft Alpina 2 wurde noch im Berichtsjahr auf die APCOA Parking Deutschland GmbH verschmolzen. Die ValueSpaces GmbH wurde im Berichtsjahr neu gegründet.

Tochterunternehmen

Es wurden alle Tochtergesellschaften, bei denen der APCOA Parking Holdings GmbH direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschafter zusteht, voll konsolidiert.

Vollkonsolidierte Tochterunternehmen 31.12.2022 31.12.2021
Name Sitz Kapitalanteil Kapitalanteil
APCOA Parking Holdings GmbH Leinfelden-Echterdingen Konzernmutter Konzernmutter
APCOA PARKING Deutschland GmbH Filderstadt 100% 100%
Park & Control PAC GmbH Filderstadt 100% 100%
PARCON Gesellschaft für Parkraummanagement und Consulting mbH Hamburg 51% 51%
ARGE Klinikum Augsburg GbR Leinfelden-Echterdingen 86% 86%
ValueSpaces GmbH Stuttgart 100%
APCOA Parking Austria GmbH Wien 100% 100%
Park & Control PAC Austria GmbH Wien 100% 100%
APCOA Parking Holdings UK Ltd. Uxbridge 100% 100%
APCOA Parking UK Ltd. Uxbridge 100% 100%
APCOA Facilities Management (UK) Ltd. Uxbridge 100% 100%
APCOA Facilities Management (Harrow) Ltd. Uxbridge 100% 100%
APCOA Parking Services UK Ltd. Uxbridge 100% 100%
Park & Control UK Limited (vormals Parking and Enforcement Agency Ltd) Uxbridge 100% 100%
Gemini Parking Solutions London Ltd. Uxbridge 100%
APCOA Parking Ireland Ltd. Lucan Village 100% 100%
APCOA Parking Italia S.p.A. Mantua 100% 100%
Park & Control S.r.l. Mantua 100% 100%
APCOA Scandinavia AS (vormals EuroPark Scandinavia AS) Oslo 100% 100%
APCOA Parking Norway AS (vormals EuroPark AS) Oslo 100% 100%
APCOA PARKING Sverige AB Stockholm 100% 100%
EuroPark Öst AB Stockholm 100% 100%
Rationell Parkeringsservice RPS AB Stockholm 100% 100%
PS Park Smart AB Stockholm 100% 100%
EPS Bevakning AB Stockholm 100% 100%
XPERT Parkering Sweden AB Stockholm 100% 100%
APCOA Parking Holding Danmark ApS Vejle 100% 100%
APCOA PARKING Danmark A/S Vejle 100% 100%
EuroIncasso ApS Vejle 100% 100%
APCOA Parking Polska Sp.z o.o. Warschau 100% 100%
APCOA Parking Nederland B.V. Rotterdam 100% 100%
Beheerskantoor Scheveningen B.V. S-Gravenhage 100%
APCOA PARKING Belgium N.V. Antwerpen 100% 100%
APCOA Parking Switzerland AG Basel 51% 51%
APCOA Parking Service Switzerland AG Biel 100% 100%
APCOA PARKING Luxembourg S.à r.l. Luxemburg 100% 100%
Park & Control PAC Switzerland GmbH (vormals Real Estate Schaffhausen GmbH) Schaffhausen 100% 100%

Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machten im Geschäftsjahr 2022 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch:

APCOA PARKING Deutschland GmbH

Park Control PAC GmbH

ValueSpaces GmbH

Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen

Die Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen umfassen die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Unternehmen, bei denen die Gesellschaft über einen maßgeblichen Einfluss verfügt oder ein Gemeinschaftsunternehmen sind, werden im Konzernabschluss der Gesellschaft grundsätzlich at-equity bilanziert. Am 04. Januar 2019 gründete die APCOA Parking Belgien zusammen mit einem Partner das Gemeinschaftsunternehmen (Joint-Venture) ParcBrux BVBA mit Sitz in Gent, Belgien und einem eingetragenen Kapital von T€ 200, wovon APCOA PARKING Group 50 Prozent (T€ 100) zuzurechnen sind. Am 13. Mai 2022 hat APCOA Parking Belgien zusammen mit einem Partner die Partnerschaft Maatschap Parkeren Leuven (MPL) mit Sitz in Antwerpen, Belgien gegründet. Zusammen haben beide Partner jeweils 50% (T€ 1) und damit insgesamt T€ 2 eingelegt.

Die Gesellschaft hat am 04. Oktober 2017 13,33% der Anteile der AGILE PARKING SOLUTIONS PRIVATE LIMITED, Delhi, Indien erworben. Die Gesellschaft hat das Recht auf einen Sitz im Aufsichtsrat dieser Gesellschaft und übt dadurch maßgeblichen Einfluss bei diesem assoziierten Unternehmen aus. Durch eine Kapitalerhöhung ohne Beteiligung der APCOA wurde der APCOA zuzurechnende Anteil auf 10,44% verwässert. Mit dem Abschlussstichtag 31.03. weicht der Abschlussstichtag von der Gesellschaft ab.

(5) Sonstige Beteiligungen

Sonstige Beteiligungen, an denen die Gesellschaft weniger als 20 Prozent hält, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

(6) Akquisitionen

Im Geschäftsjahr 2022 hat APCOA PARKING Group im Rahmen der Konzernstrategie nachfolgende strategische Übernahmen getätigt:

a) Alpina Parking GmbH

Mit Wirkung zum 10. Januar 2022 hat die APCOA Parking Deutschland GmbH 100 Prozent der Anteile an der Alpina Parking GmbH, Wien, Österreich, (Alpina 2) erworben. Alpina 2 betreibt ein Parkhaus in München, Deutschland. Die Gesellschaft wurde zum Zeitpunkt des Erwerbs in der APCOA PARKING Group vollkonsolidiert. Mit Verschmelzungsvertrag vom 7. Juli 2022 wurde die Alpina 2 auf die APCOA Parking Deutschland GmbH verschmolzen.

Die Alpina 2 hat seit dem erstmaligen Einbezug zum 10. Januar 2022 bis zum 30. September 2022 T€ 375 zum Konzernumsatz und T€ 46 Gewinn zum Konzernergebnis beigetragen. Aufgrund der im Oktober 2022 gebuchten Verschmelzung auf die APCOA Parking Deutschland GmbH sind keine Angaben für das Geschäftsjahr 2022 mehr möglich.

Die in den sonstigen Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2022 erfassten Transaktionskosten für den Alpina 2 Erwerb betrugen T€ 118.

Die Transaktion ist gemäß IFRS 3 als Unternehmenserwerb zu klassifizieren. Der Kaufpreis belief sich auf T€ 620 in bar. Der aus dem Erwerb entstehende Goodwill in Höhe von T€ 659 besteht vor allem aus nicht separat identifizierbaren Komponenten wie positiven Geschäftsaussichten, Synergien mit dem bereits vorhandenen Geschäftsbetrieb in Deutschland und Mitarbeiter-Know-how und ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Vermögenswerte und Schulden Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt
T€
Langfristige Vermögenswerte 18
Kurzfristige Vermögenswerte 32
davon flüssige Mittel 12
davon übrige Kurzfristige Vermögenswerte 19
Summe Aktiva 50
Kurzfristige Verbindlichkeiten (89)
Summe Verbindlichkeiten (89)
Nettovermögen (39)
Übertragene Gegenleistung 620
davon bar 620
Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) 659

b) Beheerskantoor Scheveningen B.V.

Mit Wirkung zum 02. März 2022 hat die APCOA Parking Nederland B.V. 100 Prozent der Anteile an der Beheerskantoor Scheveningen B.V., s-Gravenhage, Niederlande (BKS) erworben. Ziel ist es, die Präsenz in den Niederlanden zu stärken und das Wachstum zu forcieren. Der Erwerb ermöglicht APCOA die Übernahme mehrerer Managementverträge in den Niederlanden. Die Gesellschaft wurde zum Zeitpunkt des Erwerbs in der APCOA PARKING Group vollkonsolidiert.

Seit dem erstmaligen Einbezug zum 02. März 2022 hat BKS T€ 1.939 zum Konzernumsatz und T€ -29 zum Konzerngewinn beigetragen. Hätte die Übernahme zum 1. Januar 2022 stattgefunden, so hätte sie mit T€ 1.567 zum Umsatz und mit einem Verlust in Höhe von T€ 29 zum Konzerngewinn beigetragen.

Die in den sonstigen Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2022 erfassten Transaktionskosten für den BKS-Erwerb betrugen T€ 74.

Die Transaktion ist gemäß IFRS 3 als Unternehmenserwerb zu klassifizieren. Der Kaufpreis belief sich auf T€ 1.771 in bar. Der aus dem Erwerb entstehende negative Unterschiedsbetrag belief sich auf T€ (3.785), welcher zum Erwerbszeitpunkt als Gewinn im Geschäftsjahres 2022 unter der Position Sonstige Erträge erfasst wurde. Als Grund für den entstandenen negativen Goodwill sieht APCOA insbesondere die Tatsache, dass Tätigkeiten der BKS teilweise eingestellt werden mussten, was zum Erwerbszeitpunkt bilanziell nur teilweise berücksichtigt werden konnte.

Insgesamt wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten mit einem Bruttowert von T€ 39, welcher einem Zeitwert und den erwarteten vollständig einbringlichen Forderungen von T€ 27 entspricht, erworben.

Vermögenswerte und Schulden Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt
T€
Langfristige Vermögenswerte 5.062
davon Kundenbeziehungen 4.918
davon sonstiges Anlagevermögen 144
Kurzfristige Vermögenswerte 5.052
davon flüssige Mittel 2.281
davon übrige Kurzfristige Vermögenswerte 2.771
Summe Aktiva 10.114
Langfristige Verbindlichkeiten (1.269)
davon latente Steuern (1.269)
Kurzfristige Verbindlichkeiten (3.289)
Summe Verbindlichkeiten (4.558)
Nettovermögen 5.556
Übertragene Gegenleistung 1.771
davon bar 1.771
Negativer Unterschiedsbetrag (3.785)

c) Gemini Parking Solutions London Ltd

Mit Wirkung zum 28. Juni 2022 hat die APCOA Parking (UK) Limited 100 Prozent der Anteile an der Gemini Parking Solution London Ltd, Uxbridge, Großbritannien (Gemini) erworben. Durch den Erwerb der Gemini soll das Betreiben von privaten Parkflächen in Innenstädten ausgebaut werden. Die Gesellschaft wurde zum Zeitpunkt des Erwerbs in der APCOA PARKING Group vollkonsolidiert.

Seit dem erstmaligen Einbezug zum 28. Juni 2022 hat Gemini T€ 1.933 zum Konzernumsatz und T€ 392 zum Konzerngewinn beigetragen. Hätte die Übernahme zum 1. Januar 2022 stattgefunden, so hätte sie mit T€ 4.079 zum Umsatz und mit einem Gewinn in Höhe von T€ 513 zum Konzerngewinn beigetragen.

Die in den sonstigen Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2022 erfassten Transaktionskosten für den Gemini-Erwerb betrugen T€ 359.

Die Transaktion ist gemäß IFRS 3 als Unternehmenserwerb zu klassifizieren. Der Kaufpreis belief sich auf T€ 4.227 in bar. Darüber hinaus besteht eine bedingte Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von T€ 1.205. Diese Zahlung steht unter der Bedingung, dass eine angekündigte Gesetzesänderung umgesetzt wird, die das Geschäftsmodell des erworbenen Unternehmens erfolgreicher machen wird. Der aus dem Erwerb entstehende Goodwill belief sich auf T€ 4.680 und wurde in der Konzernbilanz aktiviert. Der Goodwill entsteht aufgrund von erwarteten Synergien aus gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Es wird erwartet, dass der Goodwill in Höhe von T€ 4.680 nicht steuerlich abzugsfähig ist.

Insgesamt wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten mit einem Bruttowert von T€ 3, welcher einem Zeitwert und den erwarteten vollständig einbringlichen Forderungen von T€ 3 entspricht, erworben.

Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 3.45 vorläufig bewertet; die Finalisierung der Bewertung ist noch nicht abgeschlossen. Sollten sich hieraus neue Informationen über Fakten und Umstände ergeben, die zum Zeitpunkt des jeweiligen Erwerbs vorhanden waren, wird die Erwerbsbilanzierung entsprechend angepasst.

Vermögenswerte und Schulden Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt
T€
Langfristige Vermögenswerte 306
Kurzfristige Vermögenswerte 999
davon flüssige Mittel 659
davon übrige Kurzfristige Vermögenswerte 339
Summe Aktiva 1.305
Kurzfristige Verbindlichkeiten (302)
Summe Verbindlichkeiten (554)
Nettovermögen 751
Übertragene Gegenleistung 5.431
davon bar 4.227
davon bedingt 1.205
Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) 4.680

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(7) Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden die APCOA Parking Holdings GmbH und ihre Tochtergesellschaften, über die sie direkt oder indirekt Beherrschung ausübt, einbezogen. Die APCOA PARKING Group beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, sofern es Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen hat. Das heißt, die APCOA PARKING Group verfügt über bestehende Rechte, die der APCOA PARKING Group die gegenwärtige Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten verleiht. Dies sind die Tätigkeiten, die die Rendite des Beteiligungsunternehmens wesentlich beeinflussen. Darüber hinaus ist die APCOA PARKING Group schwankenden Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt oder besitzt Anrechte auf diese und hat die Fähigkeit, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.

Sofern die APCOA PARKING Group weniger als die Mehrheit der Stimmrechte hält, können andere Sachverhalte und Umstände (einschließlich vertraglicher Vereinbarungen, welche der APCOA PARKING Group die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen geben) dazu führen, dass die Gesellschaft das Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die APCOA PARKING Group nimmt im Hinblick auf die Beherrschung von Beteiligungsunternehmen eine Neubeurteilung vor, falls Sachverhalte und Umstände darauf hinweisen, dass es Änderungen bei den Faktoren gibt, die die Beherrschung begründen.

Die Konsolidierung beginnt, sobald die APCOA PARKING Group Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, und endet am Tag des Verlusts der Beherrschung des Tochterunternehmens durch die APCOA PARKING Group. Für den Konzernabschluss werden sämtliche Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge, Aufwendungen und Zahlungsströme der APCOA Parking Holdings GmbH mit denen ihrer Tochterunternehmen zusammengefasst.

Konzerninterne Transaktionen (Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten) werden vollständig eliminiert.

Ein Unterschiedsbetrag, der sich beim Erwerb weiterer Anteile oder bei der Veräußerung von Anteilen nach der Erstkonsolidierung ohne Verlust der Beherrschung an einem bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen ergibt, wird direkt mit dem Eigenkapital verrechnet.

Unternehmenserwerbe

Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs gemäß IFRS 10 "Konzernabschlüsse" erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse". Hierbei ist eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Erwerbs vorzunehmen. Dabei werden die Anschaffungskosten der Beteiligungen mit den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verrechnet. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert und mindestens einmal jährlich einer Prüfung auf Werthaltigkeit unterzogen. Ein verbleibender passiver Unterschiedsbetrag wird nach Überprüfung der Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sofort ertragswirksam vereinnahmt. Bei einem Erwerb von weniger als 100% der Anteile werden die Anschaffungswerte einer Beteiligung mit den anteiligen Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In Höhe der verbleibenden Zeitwerte werden nicht beherrschende Anteile im Eigenkapital ausgewiesen, einschließlich der diesen zustehenden Gewinne und Verluste.

Die Anwendung der Erwerbsmethode erfordert Schätzungen und Beurteilungen vor allem in Bezug auf die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sowie der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die im Rahmen der Kaufpreisaufteilung vorgenommenen Schätzungen können die zukünftigen Konzernergebnisse signifikant beeinflussen.

(8) Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen werden Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als der jeweiligen Landeswährung abgewickelt werden, mit dem aktuellen Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls erfasst. Monetäre Posten in fremder Währung (liquide Mittel, Forderungen, Verbindlichkeiten) werden an jedem Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Nichtmonetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert erfasst werden, werden mit den Wechselkursen am Tage der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes umgerechnet. Gewinne und Verluste, die sich aus der Währungsumrechnung ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Zum Konzern gehören 21 (im Vj. 20) Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht dem Euro entspricht. Die funktionale Währung der Tochtergesellschaften entspricht bis auf eine Gesellschaft (APCOA Parking Holdings UK Ltd., Uxbridge) jeweils der Landeswährung, da es sich bei den Tochtergesellschaften um wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheiten handelt. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Abschlüsse, welche in Fremdwährung aufgestellt werden, in Euro umgerechnet. Die Umrechnung der Abschlüsse erfolgt auf der Grundlage des Konzeptes der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Die Vermögenswerte und Schulden werden folglich zum Stichtagskurs, das Eigenkapital zum historischen Kurs und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Auftretende Wechselkursdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und in die sonstigen Rücklagen (Rücklage für Währungsdifferenzen) des Konzerns eingestellt. Diese Umrechnungsdifferenzen werden bei Abgang des Tochterunternehmens erfolgswirksam erfasst.

Für die Umrechnung der Währungen im Konzern wurden folgende Wechselkurse für einen Euro zugrunde gelegt:

Währung ISO Code Stichtagskurse 2022 Durchschnittskurse 2022 Stichtagskurse 2021 Durchschnittskurse 2021
Britisches Pfund GBP 0,886930 0,852608 0,840280 0,860004
Dänische Kronen DKK 7,436500 7,439575 7,436400 7,437049
Norwegische Kronen NOK 10,513800 10,101505 9,988800 10,163389
Polnische Zloty PLN 4,680800 4,684487 4,596900 4,564036
Schwedische Kronen SEK 11,121800 10,627434 10,250300 10,144850
Schweizer Franken CHF 0,984700 1,005172 1,033100 1,081411

(9) Verwendung von Schätzungen und Beurteilungen des Managements

Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses müssen von der Geschäftsführung Schätzungen und Annahmen vorgenommen werden, die einen Einfluss auf die Bestandteile und Posten des Konzernabschlusses und die Erläuterungen zum Konzernabschluss haben.

Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden verfügbare Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länderspezifische staatliche Maßnahmen berücksichtigt. Bei der Ermittlung zukünftigen Cashflows und Kapitalkosten wurden die makroökonomischen Risiken des Zinsanstiegs und der Inflation, und eine damit einhergehende gesteigerte Unsicherheit der Konjunkturentwicklung in die Schätzungen und Beurteilungen des Management mit einbezogen. Die tatsächlichen Entwicklungen können von den vorgenommenen Schätzungen und Annahmen abweichen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erstmalig zum Transaktionspreis erfasst und im Anschluss um Wertberichtigungen in Höhe des erwarteten Zahlungsausfalls korrigiert. Als Basis für die Berechnung werden historische Ausfallquoten zugrunde gelegt, die um aktuelle Konjunkturentwicklungen angepasst werden. In der Regel vermindert ein Rückgang des Forderungsvolumens solche Wertberichtungen auf Portfoliobasis entsprechend und umgekehrt. Sofern einzelne Forderungen drohen auszufallen, werden Einschätzungen und Beurteilungen einbezogen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden basieren.

Wertminderungen

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, eines Vermögenswerts sowie eines immateriellen Vermögenswertes mit unbestimmter Nutzungsdauer ist mit Schätzungen des Managements verbunden. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Die Gesellschaft bestimmt diese Werte grundsätzlich mit Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) basieren. Diesen diskontierten Cashflows liegen Fünf-Jahres-Prognosen zugrunde, die auf vom Management genehmigten Finanzplänen aufbauen. Die Cash Flow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf der besten, vom Management vorgenommenen Einschätzung über künftige Entwicklungen. Cashflows jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung einer einheitlichen Wachstumsrate extrapoliert. Diese wird unter Berücksichtigung der erwarteten langfristigen Entwicklungspotentiale relevanter Märkte sowie öffentlich verfügbarer, langfristiger Inflationserwartungen und der Fähigkeit diese in Form von Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben, ermittelt. Zur Diskontierung der Cashflows werden gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten herangezogen. Diese sind Peer Group-basiert und wurden unter Rückgriff auf Kapitalmarktdaten ermittelt. Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten und des Nutzungswerts basiert, beinhalten geschätzte Cashflows, geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze. Die Bewertung immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer ist zusätzlich von zu Grunde gelegten Lizenzraten abhängig. Diese Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes, der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie der sonstigen Vermögenswerte haben. Weitere Angaben zu den Schätzungen und Annahmen finden sich in Anhangangabe (10) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze unter der Überschrift Wertminderungen von langlebigen Vermögenswerten sowie in Anhangangabe (22) Immaterielle Vermögenswerte.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Verpflichtungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und damit zusammenhängende Aufwendungen und Erträge werden in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen ermittelt. Diese Bewertungen beruhen auf Schlüsselprämissen, darunter Abzinsungsfaktoren, Gehalts- und Rententrends sowie Lebenserwartungen. Die angesetzten Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für hochwertige festverzinsliche Anlagen mit fristenkongruenter Laufzeit erzielt werden. Aufgrund einer schwankenden Markt- und Wirtschaftslage können die zugrunde liegenden Prämissen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Dies kann wesentliche Auswirkungen auf die Verpflichtungen für Pensionen und sonstigen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben. Die hieraus resultierenden Differenzen werden in der Periode ihres Entstehens direkt innerhalb des Eigenkapitals im sonstigen Ergebnis erfasst und sind damit nicht erfolgswirksam.

Sonstige Rückstellungen

Die Bestimmung von Rückstellungen ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen verbunden. Die sonstigen Rückstellungen werden für eine Vielzahl von Einzelrisiken gebildet, deren Zahlungszeitpunkte oder Beträge unsicher sind. Zur Bildung der sonstigen Rückstellungen sind Schätzungen nötig. Diese Rückstellungen decken auch Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab, soweit die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind. Zur Beurteilung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung im geltend gemachten Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und Gutachten von Rechtsanwälten und anderer Faktoren herangezogen sowie Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahme getroffen.

Ertragsteuern

Für die Bildung von Steuerrückstellungen müssen Schätzungen vorgenommen werden. Außerdem ist zu bestimmen, ob der Ansatz von aktiven latenten Steuern zulässig ist oder eine Wertberichtigung bei den aktiven latenten Steuern notwendig ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass aktive latente Steuern, welche aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen herrühren, in Zukunft gegen zu versteuernde Gewinne verrechnet werden können, ist zu beurteilen. Soweit ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sind, müssen ebenfalls aktive latente Steuern angesetzt werden. Es bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie der Höhe und des Zeitpunkts künftiger zu versteuernder Einkünfte.

Leasing

Die Bewertung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und Nutzungsrechten erfordert das Treffen von Annahmen hinsichtlich wesentlicher Parameter bzw. deren Wahrscheinlichkeiten und Zeitpunkte des Eintritts bzw. der Ausübung sowie die Festlegung eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder die Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen werden nur in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist. Für die APCOA PARKING Group ist dies regelmäßig gegeben, wenn die Ausübungsoption innerhalb des Detailplanungszeitraums liegt und in der Planung berücksichtigt wurde. Bei Ausübungsoptionen, die erst nach dem Detailplanungszeitraum liegen ist deren Ausübung in der Regel nicht hinreichend sicher.

Weitere Erläuterungen hierzu siehe Kapitel (10) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie (42) Angaben zu Leasingverbindlichkeiten.

(10) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Im Folgenden werden die wesentlichen im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt. Weitere Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzernbilanz sowie entsprechende Zahlenangaben ergeben sich aus deren Erläuterung.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und grundsätzlich planmäßig über die jeweilige Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen. Darüber hinaus werden immaterielle Vermögenswerte immer dann auf ihre Werthaltigkeit untersucht, wenn Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegen, und gegebenenfalls auf ihren erzielbaren Betrag abgeschrieben. Soweit die Gründe für eine erfasste Wertminderung entfallen, wird eine Zuschreibung auf den Wert vorgenommen, der sich ergeben hätte, wenn in früheren Perioden keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der immateriellen Vermögenswerte werden mindestens an jedem Abschlussstichtag überprüft. Wenn die Erwartungen von den bisherigen Schätzungen abweichen, werden entsprechende Änderungen gemäß IAS 8 als Änderungen von Schätzungen erfasst.

Der Bilanzposten immaterielle Vermögenswerte enthält neben dem Geschäfts- oder Firmenwert auch Lizenzen, Nutzungsrechte, vertragliche Rechte und zugekaufte Software sowie die bei Unternehmenserwerben identifizierten immateriellen Vermögenswerte, Vertragsbeziehungen (Managementverträge), selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte und Markenzeichen. Die folgenden Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern werden von der Gesellschaft angewendet:

Immaterielle Vermögenswerte Abschreibungsmethode Nutzungsdauer
Geschäfts- oder Firmenwert - unbestimmt
Markenzeichen - unbestimmt
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte linear 2 - 20 Jahre
Vertragsbeziehungen linear 15 - 28 Jahre
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte linear 3 - 5 Jahre

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Abschreibung der Vertragsbeziehungen über eine Restnutzungsdauer von 13 Jahren für die bis zum Geschäftsjahre 2017 bestehenden Vertragsbeziehungen und über 15 -20 Jahre für die danach erworbenen Vertragsbeziehungen.

Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen

In IFRIC 12 werden zwei Arten von Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen unterschieden. In der einen erfasst der Betreiber einen finanziellen Vermögenswert, speziell ein unbedingtes vertragliches Recht zum Erhalt von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten von der Regierung als Gegenleistung für die Erstellung und Erneuerung von Vermögenswerten des öffentlichen Sektors. In der anderen erfasst der Betreiber einen immateriellen Vermögenswert, ein Recht des Betreibers zur Erhebung von Gebühren bei der Benutzung von Vermögenswerten des öffentlichen Sektors, die er erstellt oder erneuert hat. Ein Recht zur Erhebung von Gebühren ist dabei kein unbedingtes Recht zum Erhalt von Zahlungsmitteln, da die Beträge hinsichtlich der Nutzung der Dienstleistungen durch die Öffentlichkeit ungewiss sind. Für den Fall, dass beide Arten von Vereinbarungen innerhalb eines Vertrages vorhanden sind, erlaubt IFRIC 12 in dem Ausmaß, in dem die Regierung eine unbedingte Zahlungsgarantie zur Errichtung eines Vermögenswertes des öffentlichen Bereiches ausgibt, die Erfassung eines finanziellen Vermögenswertes. In dem Ausmaß, in dem der Betreiber auf die Nutzung der Dienstleistung durch die Öffentlichkeit angewiesen ist, um Zahlungen zu erhalten, erfasst der Betreiber ebenso einen immateriellen Vermögenswert. Die erstmalige Anwendung dieser Interpretation im Geschäftsjahr 2008 hat dazu geführt, dass ein immaterieller Vermögenswert in Zusammenhang mit dem Abschluss eines Arbeitsgemeinschaftsvertrags für den Betrieb von Parkierungsanlagen aktiviert worden ist. Die Anschaffungskosten beliefen sich bis zum 31. Dezember 2022 auf T€ 4.416 und werden über die Dauer der Vertragslaufzeit bis 2028 abgeschrieben. Der Buchwert zum 31. Dezember 2022 beträgt T€ 1.424. Gegenstand des Arbeitsgemeinschaftsvertrags ist zum einen in baulicher Hinsicht die Sanierung des Parkraums auf dem Gelände des Klinikums Augsburg und zum anderen deren Parkraumbewirtschaftung über eine Laufzeit von 20 Jahren. Zur Ermöglichung der Parkraumbewirtschaftung sind Parkabfertigungsanlagen durch den Konzessionär (APCOA PARKING Group) zu finanzieren, der dafür das Recht erhält, die Parkierungsanlagen durch Erhebung von Parkgebühren gegenüber Dritten zu bewirtschaften. Die APCOA PARKING Group trägt dabei das Betreiberrisiko, weshalb die Dienstleistungskonzessionsvereinbarung nach dem Intangible-Asset Modell bilanziert wird.

Am Ende des Baukonzessionsvertrages gehen die durch den Konzessionsnehmer erbrachten Bauleistungen in das Eigentum des Klinikums Augsburg nach dessen Wahl entweder entschädigungslos oder zum beizulegenden Zeitwert über.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind in diesem Zusammenhang Umsatzerlöse i.H.v. T€ 1.322 (im Vj. T€ 1.180) und ein Ergebnis i.H.v. T€ 63 (im Vj. T€ 124) erwirtschaftet worden.

Geschäfts- oder Firmenwert

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen anfallenden Geschäfts- oder Firmenwerte stellen den Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zum Erwerbszeitpunkt dar. Dieser Geschäfts- oder Firmenwert wird den jeweiligen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft.

Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen sowie ggf. Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Sachanlagen werden im Zugangsjahr zeitanteilig abgeschrieben. Die Restbuchwerte, die Nutzungsdauern und die Abschreibungsmethoden werden mindestens an jedem Abschlussstichtag überprüft. Weichen die Erwartungen von den bisherigen Schätzungen ab, werden entsprechende Änderungen gemäß IAS 8 als Änderungen von Schätzungen bilanziert. Unter den Sachanlagen sind auch die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen ausgewiesen, da sie unter den gleichen Bilanzposten wie eigene Vermögenswerte erfasst werden.

Abgänge werden sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen erfasst. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens werden im Zeitpunkt der Ausbuchung in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Der Konzern überprüft Sachanlagen regelmäßig, zumindest am Bilanzstichtag, daraufhin, ob Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Die folgenden Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern werden von der APCOA PARKING Group angewendet:

Sachanlagen Abschreibungsmethode Nutzungsdauer
Grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken linear 10 - 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen linear 3 - 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung linear 2 - 20 Jahre

Forschung und Entwicklung

Ausgaben für Forschung und Entwicklung, soweit sie nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" nicht aktivierungspflichtig sind, werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand erfasst.

Beteiligungen

Alle Ankäufe und Veräußerungen von Beteiligungen werden zum Handelstag erfasst.

Wertminderungen von langlebigen Vermögenswerten

Ein Werthaltigkeitstest wird bei Geschäfts- oder Firmenwerten sowie immateriellen Vermögenswerten mit einer unbestimmten Nutzungsdauer mindestens jährlich, bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer, bei Nutzungsrechten sowie bei Sachanlagevermögen nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte gemäß IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten", durchgeführt. Eine Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswertes den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert grundsätzlich einzeln ermittelt. Sofern dies nicht möglich ist, erfolgt die Ermittlung auf Basis einer Gruppe von Vermögenswerten, die weitgehend unabhängige Cashflows generieren. Für den Konzern stellt eine zahlungsmittelgenerierende Einheit i.d.R. ein Parkhaus dar. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird als Vermögenswert erfasst und mindestens jährlich auf eine Wertminderung hin überprüft sowie zusätzlich, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Dies erfordert eine Schätzung des erzielbaren Betrags der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Ausgangspunkt zur Bestimmung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ist hierbei gemäß IAS 36 die interne Steuerungs- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Nachdem die interne Berichtsstruktur der APCOA PARKING Group auf Basis der Länder aufbaut, wurden die entsprechenden Vermögenswerte sowie der Geschäfts- oder Firmenwert den jeweiligen Ländern als Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.

Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags wurde sowohl der Nutzungswert als auch der beizulegende Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, ermittelt. Dabei ist das führende Wertkonzept zur Bestimmung des erzielbaren Betrags das Konzept des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Kosten der Veräußerung (Nettoveräußerungspreis).

Zur Ermittlung des Nettoveräußerungspreises muss der Konzern ein angemessenes Bewertungsverfahren anwenden. Dieses Verfahren stützt sich auf ein Discounted-Cashflow -Bewertungsverfahren als Indikator für den beizulegenden Zeitwert.

Das Bewertungsverfahren ist in der Gesamtheit der Stufe 3 der Fair Value Hierarchie des IFRS 13 zuzuordnen, da in die Bewertung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auch nicht beobachtbare Inputfaktoren einfließen.

Jährlicher Wertminderungstest auf Geschäfts- oder Firmenwert sowie Markenzeichen zum 31. Dezember 2022

Der regelmäßige Wertminderungstest auf den Geschäfts- oder Firmenwert sowie Markenzeichen der APCOA PARKING Group wurde zum 31. Dezember 2022 (im Vj. 31. Dezember 2021) durchgeführt. Dabei bilden aktualisierte, vom Management genehmigte Finanzpläne den Ausgangspunkt. Die Pläne wurden angepasst, um die Einflüsse von IFRS 16 zu berücksichtigen. Die risikoäquivalenten Kapitalisierungszinssätze veränderten sich (nach Steuern) auf Raten zwischen 4,88% und 7,56% (im Vj. zwischen 5,40% und 7,17%). Der Vorsteuerzinssatz betrug zwischen 5,49% und 9,96% (im Vj. zwischen 6,21% und 9,28%). Die Planung für das Budget und den Mid-term-Plan (Detailplanungszeitraum) wurde auf einer detaillierten Umsatz- und Kostenplanung über 5 Jahre (Vorjahr: 5 Jahre) auf Länder- und Gruppenebene durchgeführt. Hierzu wurden vor allem Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Parkgebühren und Auslastungen, sowie der Kostenentwicklung und des Neugeschäftes getroffen. Der Entwicklung dieser Annahmen liegen konzerninterne Einschätzungen sowie externe Marktstudien zugrunde. Einflüsse der Corona Pandemie wurden bei der Erstellung des Budgets für 2022 und des darauffolgenden Mid-term-Plans berücksichtigt. Das Management geht aufgrund von Erfahrungswerten weiterhin davon aus, dass im Anschluss an den Detailplanungszeitraum die langfristigen Wachstumsraten realisiert werden können. Für die Langfristplanung wurde eine einheitliche Wachstumsrate von 1,00% (im Vj. 1,00%) verwendet.

Gruppe zahlungsgenerierende Einheiten (Länder) Kapitalisierungszinssatz nach Steuern Wachstumsrate
2022 2021 2022 2021
Deutschland 5,52% 5,40% 1,00% 1,00%
Vereinigtes Königreich 6,94% 6,57% 1,00% 1,00%
Norwegen 6,31% 7,17% 1,00% 1,00%
Italien 7,56% 7,01% 1,00% 1,00%
Belgien 6,41% 6,06% 1,00% 1,00%
Dänemark 5,78% 5,55% 1,00% 1,00%
Schweden 5,46% 5,91% 1,00% 1,00%
Österreich 6,24% 5,87% 1,00% 1,00%
Niederlande 6,00% 5,56% 1,00% 1,00%
Schweiz 4,88% 5,46% 1,00% 1,00%
Irland 6,53% 6,13% 1,00% 1,00%

Auf Basis des durchgeführten Wertminderungstestes zum 31. Dezember 2022 wurden keine außerplanmäßigen Wertminderungen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Im Vorjahr sind ebenfalls keine außerplanmäßigen Wertminderungen vorgenommen worden.

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung der Markenzeichen "APCOA" und "EuroPark" wurde die Methode der Lizenzpreisanalogie angewandt. Hierfür muss der Konzern die markenrelevanten künftigen Cashflows und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Die Cashflows werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet, aktuelle Entwicklungen werden berücksichtigt. Sie werden unter Anwendung eines risikoäquivalenten Kapitalisierungszinssatzes von 5,52% und 6,31% (im Vj. 5,40% und 7,17%) auf den Bilanzstichtag abgezinst. Die Vorsteuerzinssätze betrugen 6,56% und 7,74% (im Vj. 6,77% und 8,01%). Der Detailplanungszeitraum beträgt 5 Jahre (im Vj. 5 Jahre). Für die Extrapolation der Cashflows jenseits des Mittelfristzeitraums wird zur Berücksichtigung des erwarteten preis- und mengenbedingten Wachstums eine konstante Wachstumsrate von 1,00% (im Vj. 1,00%) verwendet. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der Markenzeichen wurden Lizenzraten zwischen 0,20% und 0,50% (im Vj. 0,20% und 0,50%) angewandt. Die Lizenzsätze basieren auf Marktanalysen sowie Einschätzungen des Managements. Bei Entfall des Grundes für eine in Vorjahren erfasste außerplanmäßige Abschreibung erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens auf die ursprünglichen Anschaffungskosten. Es wurde für die Markenzeichen kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Auf die Ermittlung eines Nutzungswertes wurde daher verzichtet.

Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu Anschaffungskosten (Bewertung nach gewichteten Durchschnittskosten) oder, soweit erforderlich, zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Bestandsrisiken aufgrund eingeschränkter Verwertbarkeit und von Überbeständen wird durch Wertabschläge ausreichend Rechnung getragen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu ihrem Nominalwert angesetzt. Es wird eine Risikovorsorge unter Berücksichtigung von Sicherheiten gebildet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, welche Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände und flüssige Mittel in Parkierungsanlagen sowie Gelder in Transit einschließen, haben beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eine Risikovorsorge wird gebildet.

Pensionsrückstellungen

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen basiert auf dem in IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) für Leistungszusagen auf Altersversorgung (Methode der laufenden Einmalzahlungen). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten sowie sonstige versicherungsmathematische Annahmen berücksichtigt. Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Der Zinssatz zur Ermittlung des Barwerts der Verpflichtungen wird grundsätzlich auf Basis der Renditen für erstrangige festverzinsliche Unternehmensanleihen des jeweiligen Währungsraumes mit fristenkongruenter Laufzeit ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (im sonstigen Ergebnis), ohne späteres Recycling in der Gewinn- und Verlustrechnung. Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil wird im Finanzergebnis gezeigt. Die Erträge aus dem Planvermögen werden ebenfalls als Zinsertrag ausgewiesen. Der Dienstzeitaufwand wird in dem Personalaufwand ausgewiesen.

Die im Rahmen der beitragsorientierten Pläne zu zahlenden Beiträge werden aufwandswirksam erfasst, wenn die Beiträge fällig sind, und als Bestandteil des Personalaufwandes ausgewiesen. Vorauszahlungen auf Beiträge werden aktiviert, sofern diese Vorauszahlungen zu einer Rückerstattung oder einer Verringerung künftiger Zahlungen führen werden.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hinsichtlich des Abflusses von Ressourcen muss über 50% liegen (more likely than not). Rückstellungen werden nur für rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt, sofern aus der Abzinsung ein wesentlicher Zinseffekt resultiert. Der Abzinsung liegen Zinssätze vor Steuern zu Grunde, die die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für die Schuld spezifischen Risiken, soweit erforderlich, widerspiegeln. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die erwarteten Kostensteigerungen.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind nach IFRS 9 i.V.m. IAS 32 Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Sofern bei finanziellen Vermögenswerten Handels- und Erfüllungstag zeitlich auseinanderfallen können, ist für die erstmalige Bilanzierung der Erfüllungstag maßgeblich. Die erstmalige Bewertung eines Finanzinstruments erfolgt grundsätzlich zum jeweiligen Zeitwert, ausgenommen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die grundsätzlich zum Transaktionspreis erfasst werden. Für die Bewertung unterscheidet IFRS 9 finanzielle Vermögenswerte in folgende Kategorien:

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Finanzinstrumente,

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Finanzinstrumente,

zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Finanzinstrumente.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind dagegen den beiden Kategorien zuzuordnen:

erfolgswirksam zum Zeitwert bilanzierte und zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente sowie

übrige finanzielle Verbindlichkeiten.

Je nach Kategorisierung der Finanzinstrumente erfolgt die Folgebewertung entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Markt- oder Börsenpreis. Sofern kein aktiver Markt- oder Börsenpreis für ein Finanzinstrument ermittelt werden kann, wird der beizulegende Zeitwert mittels geeigneter finanzmathematischer Methoden, wie zum Beispiel anerkannte Optionspreismodelle oder der Diskontierung zukünftiger Zahlungszuflüsse mit dem Marktzinssatz, errechnet. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen den Anschaffungskosten abzüglich Tilgungen, Wertminderungen und der Auflösung einer Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Beteiligungen werden ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei Veräußerung wird die im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderung in die Gewinnrücklagen umgebucht. Dividenden werden erfolgswirksam erfasst, sofern sie keine Kapitalrückführung darstellen.

Der beizulegende Zeitwert der kurzfristigen Finanzinstrumente, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht, soweit nicht anders angegeben, aufgrund der Kurzfristigkeit den Buchwerten.

Nach IFRS 9 basiert das genutzte Wertminderungsmodell auf erwarteten Kreditverlusten. Die Wertminderungsvorschriften sind auf Schuldinstrumente anzuwenden, deren Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten, oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert erfolgt. Mit dem allgemeinen Ansatz werden erwartete Verluste bereits bei Zugang erfasst. Für die Ermittlung von erwarteten Verlusten sieht der Standard ein dreistufiges Modell vor.

Im allgemeinen Ansatz werden Finanzinstrumente bei Zugang der ersten Stufe zugeordnet und die Bildung einer Risikovorsorge erfolgt durch Erfassung der Wertminderung in Höhe der Kreditverluste, die in den nächsten zwölf Monaten erwartet werden. Ein Transfer zur Stufe 2 erfolgt bei signifikantem Anstieg des Kreditrisikos und die Risikovorsorge wird für die über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt. Ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos besteht, ist durch einen Vergleich der ursprünglichen Ausfallwahrscheinlichkeit bei Zugang des Instruments mit der Ausfallwahrscheinlichkeit am Abschlussstichtag zu beurteilen. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos liegt bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen vor. Bei Vorliegen eines objektiven Hinweises erfolgt ein Transfer zur Stufe 3. Dies hat zur Folge, dass Zinserträge in Bezug auf den Nettobuchwert zu ermitteln sind, während die Zinserträge bei Stufe 1 sowie Stufe 2 weiterhin auf den Bruttobuchwert zu ermitteln sind. Objektiver Hinweis auf Wertminderung wird bei einer Überfälligkeit von 90 Tagen bzw. von 360 Tagen bei Vertragsstrafen angenommen. Liegt am Stichtag ein niedriges Ausfallrisiko vor (z.B. Investment Grade), wird das Finanzinstrument ohne weitere Prüfung der ersten Stufe zugeordnet.

Die Forderungen gegenüber at-equity Beteiligungen befinden sich in der ersten Stufe, d.h. Erfassung der Wertminderung in Höhe der Kreditverluste, die in den nächsten zwölf Monaten erwartet werden.

IFRS 9 enthält zudem einen vereinfachten Ansatz für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15. Nach dem vereinfachten Ansatz ist für alle Finanzinstrumente unabhängig von der Kreditqualität eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen. Somit erfolgt bei Zugang eine pauschale Zuordnung zur Stufe 2 und bei einem objektiven Hinweis auf Wertminderung erfolgt ein Transfer zur Stufe 3.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte erfolgt die Ermittlung der Wertminderung mithilfe des vereinfachten Ansatzes während Zahlungsmittel und sonstige finanzielle Vermögenswerte anhand des allgemeinen Modells wertgemindert werden.

Für die Risikovorsorge für Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert sind, werden zunächst die Kreditrisiken der einzelnen Schuldner anhand von gemeinsamen Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert. Dazu werden die jeweiligen Schuldner nach der Art der Geschäftsbeziehung eingeteilt. Bei der Ermittlung der Risikovorsorge erfolgt eine diversifizierte Analyse der Schuldner. Für die Analyse werden unter anderem Informationen über den Zahlungsverzug aus der Vergangenheit, aktuelle Informationen des Marktes, wie beispielsweise Credit Default Swaps, Zukunftseinschätzungen insbesondere zu Länderrisiken und externe Ratingeinschätzungen herangezogen. Im vereinfachten Ansatz werden diese Informationen verarbeitet und daraus eine Risikomatrix abgeleitet. Im allgemeinen Ansatz berechnen sich die Risikovorsorgesätze für bedeutende Schuldner auf individueller Basis. Jedoch werden bei weniger bedeutenden Schuldnern Cluster gebildet, um Risikovorsorgesätze zu berechnen.

Die Quantifizierung der erwarteten Kreditverluste bezieht sich im Wesentlichen auf drei Risikoparameter: Ausfallwahrscheinlichkeit, Verlustquote bei Ausfall und die tatsächliche Inanspruchnahme bei Ausfall. Die Kreditrisiken und die damit verbundenen Risikovorsorgesätze werden regelmäßig überprüft und entsprechend angepasst. Während der Berichtsperiode wurden keine Anpassungen an dem Schätzverfahren der Risikovorsorgesätze vorgenommen.

Derivative Finanzinstrumente

Nach IFRS 9 sind alle derivativen Finanzinstrumente zum Marktwert am Bilanzstichtag zu bilanzieren, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Der Marktwert eines derivativen Finanzinstruments kann positiv oder negativ sein. Für die Erfassung der Veränderungen der Marktwerte - erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutrale Erfassung im Eigenkapital - ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IFRS 9 designiert wurde oder nicht. Liegt kein Hedge Accounting vor, sind die Veränderungen der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente sofort erfolgswirksam zu erfassen. Besteht hingegen eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IFRS 9, wird der Sicherungszusammenhang als solcher bilanziert.

Neben einem freistehenden Derivat, dessen Wertänderungen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, werden im Konzern Grundgeschäfte mittels Cash Flow Hedges abgesichert. Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagement-Zielsetzungen und -Strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermittelt. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt, da alle wesentlichen wertbildenden Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft zum Zeitpunkt der Designation in eine Sicherungsbeziehung übereinstimmen. Bei Cashflows-Hedges wird der effektive Teil der Marktwertänderung aus einem Sicherungsinstrument ergebnisneutral unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital erfasst, während der ineffektive Teil sofort erfolgswirksam erfasst wird. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z. B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird. Resultiert eine Absicherung im Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswertes oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die im Eigenkapital erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nicht-finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise der nicht-finanziellen Schuld.

Wird mit dem Eintritt einer mit hoher Wahrscheinlichkeit geplanten Transaktion oder einer festen Verpflichtung nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten Beträge unmittelbar in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder ein Überrollen des Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument erfolgt, verbleiben die bislang im Eigenkapital erfassten Beträge solange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die mit hoher Wahrscheinlichkeit geplante Transaktion oder feste Verpflichtung eingetreten ist.

Erfolgsunsicherheiten (Eventualschulden und Eventualforderungen)

Erfolgsunsicherheiten sind mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig unter Kontrolle des Konzerns stehen. Eventualschulden sind zudem gegenwärtige Verpflichtungen, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, bei denen der Abfluss von Ressourcen, die wirtschaftlichen Nutzen verkörpern, nicht wahrscheinlich ist oder bei denen der Umfang der Verpflichtung nicht verlässlich geschätzt werden kann. Eventualschulden werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wenn sie im Rahmen eines Unternehmenserwerbs übernommen wurden. Eventualforderungen werden nicht angesetzt. Sofern die Möglichkeit eines Abflusses von wirtschaftlichem Nutzen nicht unwahrscheinlich ist, werden im Konzernanhang Angaben zu Eventualschulden gemacht. Gleiches gilt für Eventualforderungen, sofern deren Zufluss wahrscheinlich ist.

Ertragsteuern / Latente Steuern

Der Ertragssteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der Veränderung der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden Steuersätze berechnet. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt entsprechend der "Liability Method" nach IAS 12 "Ertragsteuern". Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche temporären und quasi permanenten Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, unabhängig von dem Zeitraum, innerhalb dessen sich diese Differenzen ausgleichen. Die latenten Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Zeitpunkt der Realisation gelten beziehungsweise erwartet werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind. Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden im Eigenkapital und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Auf Verlustvorträge werden aktive latente Steuern gebildet, soweit es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft ausreichend zu versteuerndes Einkommen vorliegt, gegen das die Verlustvorträge verrechnet werden können.

Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt.

Beim Leasingnehmer sind grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse die Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz als Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten zu erfassen. Nutzungsrechte werden unter dem Sachanlagevermögen ausgewiesen, da sie unter den gleichen Bilanzposten wie eigene Vermögenswerte erfasst werden. Die Leasingverbindlichkeit ist zum Bereitstellungszeitpunkt des Leasinggegenstandes mit dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zu bewerten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:

Fixe Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistende Leasinganreize,

variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,

erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien

In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind darüber hinaus Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgt sofern bestimmbar mit dem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Bei der Bestimmung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet der Konzern den risikolosen Zinssatz als Ausgangspunkt und passt diesen um das Kreditrisiko des Leasingnehmers an. Weitere Anpassungen werden für die Laufzeit des Leasingverhältnisses sowie der Währung vorgenommen.

Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und umfassen:

Den Betrag aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit,

bei oder vor Bereitstellung geleisteter Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Anreize, - anfängliche direkte Kosten, und - Rückbauverpflichtungen.

Im Rahmen der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit mit dem angewendeten Zinssatz aufgezinst und um geleistete Leasingzahlungen reduziert. Das Nutzungsrecht wird planmäßig über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben.

Mit Ausnahme von Reinigungsmaschinen und Parkraumüberwachungssensoren werden die Ansatz- und Bewertungsvorschriften gemäß IFRS 16 nicht für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist, angewendet. Leasingverhältnisse, deren Laufzeit innerhalb von 12 Monaten nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung endet, werden als kurzfristige Leasingverhältnisse in den Aufwendungen erfasst. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten.

Weitergehende Angaben zu Leasingverhältnissen befinden sich in Kapitel (42) Angaben zu Leasingverhältnissen.

Umsatzrealisierung und Umsatzausweis

Die Umsatzerlöse enthalten alle Erlöse, die aus der typischen Geschäftstätigkeit des Konzerns resultieren. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Für Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden wird das 5-Schritte-Modell nach IFRS 15 angewendet. Der Konzern erzielt Umsätze und Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Parkraummanagement inklusive des Eintreibens von Bußgeldern aus der Parkraumüberwachung bei entsprechenden Verstößen. Umsätze werden gemäß IFRS 15 dann realisiert, wenn der Kunde die Nutzung der übertragenen Dienstleistungen bestimmt und im Wesentlichen den Nutzen daraus zieht. Bei Vertragsabschluss nimmt APCOA PARKING Group eine Einschätzung vor, ob als Prinzipal oder Agent gehandelt wird. Dabei sind insbesondere folgende Kriterien relevant:

welche der Parteien hat die Tarifautonomie,

welche Partei bestimmt die Öffnungszeiten,

welche Partei bestimmt Frequenzen der Kontrollgänge, wenn Verstöße mit Geldstrafen geahndet werden,

welche Partei bestimmt die operative Ausgestaltung der betriebsüblichen Tätigkeiten.

Umsätze von Kurzzeitparkern umfassen die kurzzeitige Überlassung von Parkfläche an Kunden. Die Umsätze werden realisiert, während der Parkraum genutzt wird. Da die Parkraumnutzung in der Regel an einem Tag erfolgt, und das Ende der Leistungserbringung mit dem Bezahlzeitpunkt übereinstimmt, werden die Umsätze von Kurzzeitparkern zu diesem Zeitpunkt realisiert.

Dauerparker-Verhältnisse sind Mietverhältnisse mit Kunden, die dem Kunden das Recht gewähren, die Parkfläche für einen gewissen Zeitraum für eine zuvor vertraglich vereinbarte Vergütung zu nutzen. Umsätze aus diesen Mietverhältnissen werden monatlich, quartalsweise oder jährlich in Rechnung gestellt und zeitraumbezogen realisiert.

Umsätze aus Managementverträgen werden mit der Erbringung von Managementleistungen, wie Instandhaltung, Überwachung der Parkflächen und dem Ausstellen von Vertragsstrafen, Gebühreneinsammlung etc. für einen Vertragspartner erzielt. Im Gegenzug erhält der Konzern eine Managementgebühr. Diese kann sowohl fixe als auch variable Bestandteile aufweisen. Umsätze aus Managementverträgen werden auch zeitraumbezogen realisiert, wenn dem Kunden der Nutzen aus der Dienstleistung zufließt und er gleichzeitig die Leistung nutzt, während sie erbracht wird.

Bei der Umsatzerfassung im Bereich Parkraumüberwachung und On-Street erzielt der Konzern Umsätze aus dem Ausstellen von Vertragsstrafen auf geleasten Flächen mit dem Parker als Kunden und ähnliche Dienstleistungen bei Managementverträgen. Die Umsatzerlösrealisierung erfolgt zeitpunktbezogen und in Abhängigkeit davon, ob der Zahlungszufluss aus den Bußgeldern wahrscheinlich ist. Erfolgt die Parkraumüberwachung im Auftrag des Grundeigentümers wird die Umsatzerlösrealisierung zeitraumbezogen vorgenommen und nur die Managementvergütung als Umsatz ausgewiesen.

Werbung, wie z.B. auf Tickets oder in Parkhäusern, wird ebenfalls zeitraumbezogen realisiert, da die Tickets über mehrere Monate verteilt bzw. die Werbung über einen bestimmten Zeitraum in den Parkhäusern aufgehängt wird.

Die Realisierung der Erträge aus der Parkplatzvermietung im Zusammenhang mit dem Konzessionsvertrag wird, wie oben dargestellt, zeitraumbezogen erfasst.

Zeitraumbezogene Umsätze werden output-basiert erfasst, dies vermittelt ein getreues Bild der übertragenen Dienstleistungen, da der Kunde stetig die erhaltenen Dienstleistungen erhält.

Realisierung von sonstigen Erträgen und Zinserträgen

Sonstige Erträge werden sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen erfasst. Zinserträge werden zeitanteilig erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn hinreichend Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendung erlangt wird und der Konzern alle damit verbundenen Bedingungen einhält. Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig im Gewinn oder Verlust zu erfassen, und zwar im Verlauf der Perioden, in denen das Unternehmen die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, als Aufwendungen ansetzt. Die erhaltenen Zuwendungen werden von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen. Soweit mehrere GuV-Posten betroffen sind, wurde eine Aufteilung nach Relation der subventionierten Kosten vorgenommen. Falls keine entsprechenden Aufwendungen den erhaltenen Zuwendungen entgegenstehen, erfolgt der Ausweis in den sonstigen Erträgen.

Aufwandsrealisierung

Sonstige Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwand erfasst. Zinsen werden zeitanteilig als Aufwand erfasst.

3. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(11) Segmentangaben

Der Lenkungsausschuss des Konzerns, bestehend aus dem Chief Executive Officer und dem Chief Financial Officer, ist der Hauptentscheidungsträger des Konzerns und überprüft die Ergebnisse aus geografischer Sicht. Der Konzern fasst seine Geschäftssegmente (Länder) auf Grundlage gleicher wirtschaftlicher Merkmale (hierzu zählen Ähnlichkeit der Märkte, des wirtschaftlichen Umfelds sowie der finanziellen Parameter - insbesondere Wachstumserwartungen und Höhe der Margen) wie folgt zusammen:

DACH: Bestehend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Nord-West: Bestehend aus dem Vereinigten Königreich und Norwegen

Nord-Ost: Bestehend aus Dänemark und Schweden

Süd-Ost: Bestehend aus Italien und Polen

Alle sonstigen Segmente: Alle anderen nicht berichtspflichtigen Geschäftssegmente (Belgien, Irland, Niederlande, und Luxemburg) sowie die Konzernzentrale

Der Lenkungsausschuss bewertet die Ertragskraft der Geschäftssegmente auf Basis der Umsatzerlöse und des recurring EBITDAs. Das recurring EBITDA spiegelt den Erfolg der operativen Geschäftstätigkeit wider und ist somit ein entscheidender Leistungsindikator für die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Die APCOA PARKING Group definiert das recurring EBITDA als EBITDA nach dem zum 31.12.2018 anwendbaren IFRS Standards bereinigt um Sondereffekte. Der Rechnungslegungsstandard IFRS 16 wird folglich bei der Berechnung nicht angewendet.

a) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

Umsatzerlöse nach Segmenten 2022
T€
2021
T€
DACH 256.788 188.960
Nord-West 244.368 184.586
Nord-Ost 171.579 143.977
Süd-Ost 79.498 61.504
Ale sonstigen Segmente 48.380 37.331
Umsätze Segmente 800.613 616.358
Überleitungseffekte (39) (20)
Umsatzerlöse 800.574 616.338

Der Standort des Kunden mit welchem die Umsatzerlöse erzielt werden entspricht dem jeweiligen Unternehmensstandort. Die Umsatzerlöse des Konzerns im Herkunftsland Deutschland betrugen € 220 Mio. (im Vorjahr: € 161 Mio.). Die nächstgrößten Umsatzerlöse erzielte der Konzern in Norwegen (€ 127 Mio., Vorjahr € 88 Mio.), im Vereinigten Königreich (€ 118 Mio., Vorjahr € 97 Mio.), Dänemark (€ 92 Mio.; Vorjahr € 68 Mio.) und in Schweden (€ 80 Mio.; Vorjahr € 76 Mio.). Im aktuellen Geschäftsjahr besteht wie bereits im Vorjahr kein einzelner externer Kunde, auf den 10% oder mehr der Umsatzerlöse entfallen.

Grundsätzlich erzielt jedes Segment die im Konzern vorkommenden Umsatzarten (siehe Kapitel 12 Umsatzerlöse), wenn auch mit unterschiedlicher Verteilung. Konzernweit wird der höchste Anteil an Umsatzerlösen durch Kurzzeitparker generiert, wobei der Anteil bei dem Segment Dach (63% des Segmentumsatzes, Vorjahr 56%) am höchsten ist, gefolgt von Segment Süd-Ost (62%; Vorjahr 61%). Region Nord-Ost sowie Region Nord-West weisen einen nahezu gleichen Anteil an Kurzzeitparkern auf (41% bzw. 40% am Segmentumsatz; Vorjahr 35% bzw 34%). Segment DACH verzeichnet den höchsten Anteil an Umsatzerlösen durch Dauerparker (20% des Segmentumsatzes; Vorjahr 25%). In Nord-West dominieren Umsatzerlöse aus Managementverträgen (37% des Segmentumsatzes; Vorjahr 43%), während Nord-Ost den höchsten Anteil an Umsatzerlösen aus Parkraumüberwachung und "On-Street" (32%; Vorjahr 34%) aufweist.

Sämtliche Umsatzerlöse in 2022 wurden, wie bereits im Vorjahr, ausschließlich im Bereich Parkraummanagement erzielt.

b) Recurring EBITDA

Das recurring EBITDA je Segment und die Überleitung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) stellt sich wie folgt dar:

recurring EBITDA nach Segmenten 2022
T€
2021
T€
DACH 14.918 4.543
Nord-West 20.095 14.954
Nord-Ost 24.001 21.560
Süd-Ost 13.479 9.172
Ale sonstigen Segmente (8.380) (10.208)
recurring EBITDA Segmente 64.112 40.023
Sondereffekte (10.546) (9.800)
Anwendung IFRS 16 172.887 155.364
Ab-/Zuschreibungen auf und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten (176.677) (160.729)
Finanzergebnis (95.147) (103.111)
Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) (45.370) (78.254)

Im operativen Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr sind Sondereffekte in Höhe von T€ l0.546 (Vorjahr: T€ 9.800) enthalten. Beinhaltet sind darin als wesentliche Sondereffekte Aufwendungen für die Bildung für Drohverlustrückstellungen (T€ 10.345), und Restrukturierungsaufwendungen (T€ 1.648) und Erträge aus dem günstigen Erwerb einer Tochtergesellschaft (T€ 3.785), die sich wie folgt auf die Segmente verteilen:

Exceptional Items 2022
T€
2021
T€
DACH 12.218 4.026
Nord-West 548 1.236
Nord-Ost 151 139
Süd-Ost - -
Ale sonstigen Segmente (2.371) 4.399
Summe 10.546 9.800

c) Investitionen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

2022
T€
2021
T€
DACH 8.959 6.388
Nord-West 6.979 4.433
Nord-Ost 3.131 3.112
Süd-Ost 4.338 1.390
Ale sonstigen Segmente 4.118 3.286
Summe 27.526 18.610

d) Informationen über geographische Gebiete

Langfristige Vermögenswerte, ausgenommen Finanzinstrumente und aktive latente Steuern, erreichen eine wesentliche Höhe in Deutschland (T€ 660.567, Vorjahr: T€ 648.164) sowie in Italien (T€ 179.678, Vorjahr: T€ 179.002).

(12) Umsatzerlöse

Der Konzern erzielt seine Umsätze im Bereich Parkraummanagement. Die Umsätze lassen sich einteilen in:

Umsatzerlöse nach Umsatzarten 2022
T€
2021
T€
Kurzzeitparker 399.373 272.877
Managementverträge 147.716 131.574
Dauerparker 103.733 96.706
Parkraumüberwachung und "On-Street" 94.392 74.575
Sonstige Dienstleistungen 60.903 45.863
Erlösschmälerung (5.542) (5.258)
Summe 800.574 616.338

Die Umsätze aus der Parkraumüberwachung werden im Rahmen von Geschäftsbesorgungs- oder Pachtverträgen durch die Ausstellung von Strafzetteln für Falschparker auf privatem Grund und Boden generiert und die "On-Street"-Umsätze durch die Ausstellung von Strafzetteln für Falschparker auf öffentlichem Grund und Boden.

Die sonstigen Dienstleistungen beinhalten im Wesentlichen die Erlöse aus der Weiterberechnung von Betriebskosten im Rahmen von Managementverträgen i.H.v. T€ 13.382 (im Vj. T€ 11.074), Urban Hubs T€ 7.857 (Vj. T€ 1.975), Erstattungen für sonstige Verwaltungs- und Betriebskosten sowie Bauleistungen T€ 4.247 (im Vj. T€ 3.495), Gebühren, die von Taxiunternehmen an die Gesellschaft entrichtet werden für die Benutzung von Standplätzen, die sich auf Betriebsgelände befinden, i.H.v. T€ 4.017 (im Vj. T€ 1.255) sowie Erlöse aus Werbeaktivitäten i.H.v. T€ 873 (im Vj. T€ 892).

Umsätze von Parkraumüberwachung und "On-Street" werden zeitpunktbezogen, Umsätze aus Managementverträgen, Kurzzeitparkern und Dauerparker werden zeitraumbezogen erfasst. Umsätze aus sonstigen Dienstleistungen werden überwiegend zeitraumbezogen erfasst.

(13) Sonstige Erträge

Sonstige Erträge 2022
T€
2021
T€
Negativer Unterschiedertrag aus Kaufpreisallokation 3.785 -
Aktivierte Eigenleistungen 456 436
Meterträge 256 225
Erträge aus negativen variablen Mietzahlungen nach IFRS 16.38(b) 252 4.152
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen 194 1.219
Erträge aus Mahnungen 132 135
Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen 79 -
Fremdwährungserträge 77 84
Erträge aus der Auflösung von Accruals 62 87
Übrige sonstige Erträge 5.091 5.011
Summe 10.384 11.348

Wie bereits im Vorjahr sind die Erträge aus negativen variablen Mietzahlungen nach IFRS 16.38(b) auf die Änderungen an IFRS 16: Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19 zurückzuführen. Siehe auch Kapital (3) für weiterführende Informationen.

Die sonstigen Erträge beinhalten im Berichtsjahr Erträge aus dem Erwerb einer Tochtergesellschaft i.H.v. T€ 3.785. Der Erwerb erfolgte aufgrund von erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen zu einem Preis unter Marktwert, und führte somit zu einem Gewinn. Ansonsten sind, wie auch bereits im Vorjahr Erträge aus der Erstattung von Versicherungsschäden, periodenfremde Erträge und Abstandszahlungen enthalten. Im aktuellen Berichtsjahr sind keine Zuwendungen der öffentlichen Hand (im Vj. T€ 811) enthalten.

(14) Pachtaufwand

Die Pachtaufwendungen der Gesellschaft setzen sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

Pachtaufwand 2022
T€
2021
T€
Variabel 238.670 162.068
Fix 6.714 8.257
Sonstiger Pachtaufwand 125 123
Erhaltene Zuwendungen der öffentlichen Hand - (11.497)
Summe 245.508 158.951

Basierend auf meist langfristigen Pachtverträgen ist die Gesellschaft verpflichtet, neben fixen Pachtzahlungen erfolgsabhängige variable Pachtzahlungen zu leisten. Dabei errechnet sich der variable Anteil am Pachtaufwand in der Regel prozentual an den erzielten Umsatzerlösen einer Periode. Bei dem fixen Pachtaufwand 2022 handelt es sich wie im Vorjahr um Aufwendungen für kurzfristige Leasingverträge bzw. Leasingverträge von geringem Wert. Der sonstige Pachtaufwand beinhaltet ausschließlich Pachtzahlungen für Werbeflächen.

Bei den Erträgen aus erhaltenen Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt es sich um Kompensationen für fixe Pachtaufwendungen, welche länderspezifisch im Zuge der Corona-Krise aufgelegt wurden.

(15) Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen 2022
T€
2021
T€
Wartungs- und Instandhaltungskosten 23.223 22.982
Betriebsnebenkosten 23.115 18.603
Externe andere Dienstleistungen 25.915 14.978
Verbrauchsmaterial 5.194 4.780
Andere 793 751
Summe 78.240 62.094

Die Wartungs- und Instandhaltungskosten liegen auf dem Niveau des Vorjahres und beinhalten Aufwendungen für die Wartung i.H.v. T€ 15.651 (im Vj. T€ 15.185) sowie Aufwendungen für Instandhaltung und Reparatur an technischen Anlagen und Gebäuden i.H.v. T€ 7.572 (im Vj. T€ 7.798).

Die Betriebsnebenkosten umfassen hauptsächlich Energiekosten i.H.v. T€ 8.446 (im Vj. T€ 6.148), weitere Nebenkosten (Gas, Wasser, etc.) i.H.v. T€ 11.569 (im Vj. T€ 9.952) sowie Aufwendungen für öffentliche Abgaben i.H.v. T€ 3.o27 (im Vj. T€ 2.471). Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert insbesondere aus den gestiegenen Energie- und sonstigen Betriebskosten.

Bei den externen anderen Dienstleistungen handelt es sich hauptsächlich um die Gebühren von externen Dienstleistern im Zusammenhang mit Parkraumüberwachung im Vereinigten Königreich. Wesentliche weitere externe Dienstleistungen sind: Aufwendungen für Payment Cards i.H.v. T€ 8.395 (im Vj. T€ 4.198), Aufwendungen für Reinigungsdienste i.H.v. T€ 2.045 (im Vj. T€ 1.264), Aufwendungen für das Cash Management in Verbindung mit erhaltenen Kundenzahlungen i.H.v. T€ 814 (im Vj. T€ 738) sowie Aufwendungen für die Schneebeseitigung i.H.v. T€ 773 (im Vj. T€ 9O3).

Die deutliche Zunahme der externen anderen Dienstleistungen resultiert im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen für Parkraumüberwachung (T€ +4.856) insbesondere im Vereinigten Königreich sowie gestiegenen Transaktionskosten für Payment Cards (T€ +4.197), vor allem im Vereinigten Königreich und in Deutschland.

Die Aufwendungen für Verbrauchsmaterial sind hauptsächlich für allgemeine Betriebsmittel zur Aufrechterhaltung der operativen Tätigkeiten angefallen.

(16) Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Personalaufwand 2022
T€
2022
T€
Löhne und Gehälter 158.476 140.127
Soziale Abgaben 25.192 21.491
Aufwendungen für Altersversorgung 4.920 4.703
Summe 188.587 166.322

Die Löhne und Gehälter des Geschäftsjahres 2022 enthalten Bonuszahlungen an das Management i.H.v. T€ 7.755 (im Vj. T€ 10.842). Des Weiteren sind Aufwendungen für Abfindungszahlungen im Zuge der Reorganisation für Mitarbeiter i.H.v. T€ 851 (im Vj. T€ 2.788) enthalten.

Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten im Wesentlichen Beiträge zu beitragsorientierten Pensionsplänen i.H.v. T€ 4.822 (im Vj. T€ 4.461) sowie Zuführungen i.H.v. T€ +98 (im Vj. T€ 242) zu den Pensionsrückstellungen.

Weitere Erläuterungen zu den Pensionsrückstellungen finden sich in Anhangangabe (38) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand i.H.v. T€ 1.105 (im Vj. T€ 9.670) aufwandsmindernd im Personalaufwand erfasst. Es handelt sich dabei um unterschiedliche staatliche Hilfsprogramme, welche im Rahmen der Corona-Krise in verschiedenen Ländern aufgesetzt wurden, in denen die APCOA PARKING Group tätig ist.

Die Anzahl der Beschäftigten hat sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt entwickelt:

Beschäftigte 31.12.2022 31.12.2021
Arbeiter 4.204 4.174
Angestellte 523 416
Leitende Angestellte 158 121
Summe 4.885 4.711

(17) Sonstige Aufwendungen

Die sonstigen Aufwendungen der Gesellschaft entfallen auf folgende Positionen:

Sonstige Aufwendungen 2022
T€
2021
T€
Prüfungs- und Beratungskosten 9.803 8.631
Aufwendungen für Leiharbeitnehmer 9.683 5.950
IT-Aufwendungen 9.221 8.459
Fuhrpark 7.643 5.985
Telekommunikation 7.120 6.009
Marketingaufwendungen 4.260 3.385
Versicherungsaufwand 3.486 3.309
Aufwendungen für Geschäftsreisen 2.666 1.446
Aufwendungen für Büroausstattung 2.612 2.355
Bankgebühren 597 528
Wertberichtigungen auf Forderungen aus LuL 382 586
Übrige sonstige Aufwendungen 14.696 8.092
Summe 72.168 54.735

Die sonstigen Aufwendungen sind 2022 um T€ 17.433 gestiegen. Dieser Anstieg ist maßgeblich durch die übrigen sonstigen Aufwendungen (T€ 6.604), die Aufwendungen für Leiharbeiter (T€ 3.733), sowie die Aufwendungen für den Fuhrpark (T€ 1.658) getrieben.

Die übrigen sonstigen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen die sonstigen administrativen Aufwendungen i.H.v. T€ 4.863 (im Vj. T€ 6.630), sonstige operative Aufwendungen i.H.v. T€ 3.235 (im Vj. T€ 1.986) und Aufwendungen aus öffentlich-rechtlichen Abgaben i.H.v. T€ 3.603 (im Vj. T€ 1.738).

Die gestiegenen Aufwendungen für Leiharbeiter korrelieren zum Umsatzanstieg, ebenso die um T€ +875 gestiegenen Marketingaufwendungen. Es zeigt sich eine Normalisierung des Geschäftsbetriebs, der durch die Corona-Pandemie und die dadurch eingeschränkte Mobilität beeinträchtigt war. In diesem Zusammenhang stehen auch die gestiegenen Aufwendungen für Geschäftsreisen (T€ +1.220). Der Anstieg der Aufwendungen für Fuhrpark resultiert wesentlich aus den gestiegenen Benzinpreisen.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand i.H.v. T€ 89 (Vj. T€ 1.831) in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

(18) Ab-/Zuschreibungen auf und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten

Die Ab-/Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechten umfassen sowohl planmäßige Abschreibungen als auch außerplanmäßige Wertminderungen bzw. -aufholungen und setzen sich zum 31. Dezember 2022 folgendermaßen zusammen:

Abschreibungen 2022
T€
2021
T€
Planmäßige Abschreibungen 167.177 155.398
Außerplanmäßige Abschreibungen 9.500 5.331
Summe 176.677 160.729

Weiterführende Angaben zu den Abschreibungen können aus den Anhangangaben (22) Immaterielle Vermögenswerte sowie (23) Sachanlagen entnommen werden.

(19) Finanzerträge

Finanzerträge 2022
T€
2021
T€
Währungsgewinne 2.849 4.131
Finanzerträge von Dritten und Kreditinstitute 272 1.243
Sonstige Finanzerträge 12 7
Summe 3.133 5.381

Die unter den Finanzerträgen ausgewiesenen Kursgewinne resultieren aus der regelmäßigen Bewertung der Fremdwährungsdarlehen sowie der Cashpool-Konten gegenüber den verbundenen Unternehmen. Die Cashpool-Konten werden in der jeweiligen Landeswährung geführt. Weitere Angaben zu den Fremdwährungsdarlehen können den Anhangangaben (35) Finanzielle Verbindlichkeiten sowie 0 Risikomanagement des Konzerns entnommen werden.

(20) Finanzaufwendungen

Finanzaufwendungen 2022
T€
2021
T€
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen 50.143 53.296
Finanzaufwendungen Kreditinstitute und Schuldinstrumente 39.571 48.031
Währungsverluste 7.821 6.445
Finanzaulwendungen nahestehende Unternehmen (1) -
Sonstige Finanzaufwendungen 651 687
Summe 98.187 108.460

Die im Jahr 2021 höheren Finanzaufwendungen gegenüber Kreditinstituten und für Schuldinstrumente beruhen auf einer Auflösung von Transaktionskosten der vorherigen Finanzierung.

Die Währungsverluste kommen hauptsächlich aus den nicht in der funktionalen Währung denominierten verzinslichen Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen in EUR, britischem Pfund, norwegischen Kronen und schwedischen Kronen. Dies führte im Geschäftsjahr 2022 vor allem bei der APCOA Parking Holdings GmbH zu hohen Währungsverlusten im Wesentlichen aus den Finanzierungen der norwegischen und schwedischen Tochtergesellschaften. Die Währungsverluste aus 2021 waren teilweise auch auf das Bankdarlehen zurückzuführen, das einheitlich in Euro denominiert wurde.

Wir verweisen auf die Anhangangabe (44) Risikomanagement des Konzerns für weitergehende Information bzgl. der finanziellen Aufwendungen und Erträgen.

(21) Ertragsteuern

In Deutschland beträgt die Körperschaftsteuer 15% zuzüglich des Solidaritätszuschlags i.H.v. 5,5% auf die festzusetzende Körperschaftsteuer. In Deutschland bestehen ertragsteuerliche Organschaften zwischen der APCOA Parking Holdings GmbH als Organträgerin und der APCOA Parking Deutschland GmbH, Park & Control PAC GmbH sowie ValueSpaces GmbH als Organgesellschaften.

Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz beläuft sich auf 14% (im Vj. 15%). Die Höhe des Gewerbesteuersatzes hängt von den festgesetzten Gewerbesteuerhebesätzen der Gemeinden ab, in denen das Unternehmen tätig ist.

Der Gesamtsteuersatz für das Geschäftsjahr 2022 beträgt 30% (im Vj. 31%).

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern entfällt zum 31. Dezember 2022 auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Zuordnung latenter Steuern 2022
T€
2021
T€
2022
T€
2021
T€
Immaterielle Vermögenswerte 280 1.059 31.306 31.924
Sachanlagen 368 365 591 1.083
Nutzungsrechte nach IFRS 16 - - 224.695 221.258
Sonstige Vermögenswerte 894 1.079 2.977 2.982
Finanzielle Verbindlichkeiten - - 1.422 1.844
Sonstige Rückstellungen 898 782 - -
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 174 416 - -
Verbindlichkeiten aus Leasing nach IFRS 16 247.326 239.037 - -
Sonstige Schulden - 291 80 107
Steuerliche Verlustvorträge 12.785 7.721 - -
Steuerliche Zinsvorträge - - - -
Sonstiges 4.679 2.301 741 576
Zwischensumme 267.404 253.051 261.812 259.774
Saldierungen * (249.915) (246.267) (249.915) (246.267)
Latente Steuern laut Konzernbilanz 17.489 6.783 11.897 13.507
davon aus Verrechnung mit dem Eigenkapital 480 524 - -

* Nach IAS 12 sind aktive und passive latente Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde zu saldieren, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Die im Eigenkapital erfassten latenten Steuern resultieren aus Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen.

Die Zinsvorträge der APCOA Parking Holdings GmbH, Deutschland, sowie APCOA Scandinavia AS, Norwegen, belaufen sich auf insgesamt T€ 127.223 (im Vj. T€ 97.219), davon wurden aktive latente Steuern i.H.v. T€ 0 (im Vj. T€ 0) angesetzt.

Die auf immaterielle Vermögenswerte entfallenden passiven latenten Steuern i.H.v. T€ 31.306 (im Vj. T€ 31.924) sind im Wesentlichen auf, die bei Unternehmenserwerben im Jahr 2007 identifizierten, immateriellen Vermögenswerte Vertragsbeziehungen und Markenzeichen zurückzuführen. Die passiven latenten Steuern aufgrund von Wertaufstockungen und dem Ansatz von Vermögenswerten infolge von Kaufpreisallokationen vermindern sich im Rahmen der Abschreibung der Vermögenswerte über deren Nutzungsdauer. Sie werden zukünftig nicht zahlungswirksam.

Die aktiven latenten Steuern sind i.H.v. T€ 12.120 (im Vj. T€ 3.607) langfristig. Die passiven latenten Steuern sind i.H.v. T€ 8.336 (im Vj. T€ 10.106) langfristig.

Die Aufwendungen und Erträge für die latenten Steuern und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag stellen sich für das Geschäftsjahr wie folgt dar:

Laufende und latente Steuern 2022
T€
2021
T€
Laufender Steueraufwand / (-ertrag) 4.244 2.020
Latenter Steueraufwand / (-ertrag) (13.584) 1.551
Summe Steueraufwand / (-ertrag) (9.340) 3.571

Aus früheren Perioden ergibt sich ein Steueraufwand i.H.v. T€ 445 (im Vj. Steueraufwand T€ 2.686); der restliche Steueraufwand entfällt auf das aktuelle Geschäftsjahr.

Die folgende Tabelle zeigt die steuerliche Überleitungsrechnung von dem im jeweiligen Geschäftsjahr erwarteten Ertragsteueraufwand (-ertrag) zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand (-ertrag). Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands (-ertrags) wird der im Geschäftsjahr gültige Konzernsteuersatz von 30% (im Vj. 31%) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert.

Steuerüberleitung 2022
T€
2021
T€
Ergebnis vor Steuern (45.369) (78.254)
Konzernsteuersatz (%) 30% 31%
Erwarteter Steueraufwand / (-ertrag) (13.583) (24.047)
Steuersatzdifferenzen (1.452) 458
Steueraufwendungen (-erstattungen) für frühere Geschäftsjahre 445 2.686
Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge 1.923 8.930
Nutzung bzw. erstmaliger Ansatz von Verlust- / Zinsvorträgen, für die im Vj. keine latenten Steuern angesetzt wurden (8.718) (287)
Abschreibung bisher aktivierte Verlustvorträge 89 2.800
Steuerfreie Erträge (425) (330)
Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen 825 -
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben: 11.696 13.115
davon entfallen auf
Steuereffekte aus Hinzurechnungen und Kürzungen für lokale Steuern 3.614 3.217
Sonstige nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (Zinsaufwendungen) 8.082 9.898
Negativer Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung (723) -
Sonstige Differenzen 584 247
Gesamtsteueraufwand / (-ertrag) (9.340) 3.572

Die ausgewiesenen Steuersatzdifferenzen ergeben sich aus der Differenz zwischen dem Konzernsteuersatz und den individuellen Steuersätzen der Einzelgesellschaften sowie aus Änderungen der Steuersätze, welche Auswirkungen auf die Berechnung der latenten Steuern haben.

Insgesamt bestehen steuerliche Verlustvorträge i.H.v. T€ 154.204 (im Vj. T€ 188.118). Die heutige Einschätzung bezüglich der Nutzbarkeit der Verlustvorträge kann sich in Abhängigkeit von der Ertragslage des Unternehmens sowie der Steuergesetzgebung in zukünftigen Jahren ändern und eine Anpassung der latenten Steuern auf die Verlustvorträge erforderlich machen.

Auf steuerliche Verlustvorträge, die in 2022 bestanden haben, wurden i.H.v. T€ 157.312 (im Vj. T€ 156.994) keine aktiven latenten Steuern gebildet, da eine Realisierung der Steueransprüche durch positive steuerliche Ergebnisse im nach IAS 12 vorgesehenen Planungszeitraum nicht wahrscheinlich ist. Die angegebenen steuerlichen Verlustvorträge sind mit Ausnahme des steuerlichen Verlustvortrags in Luxemburg (hier: 17 Jahre) nach IAS 12.81 (e) unbegrenzt vortragsfähig.

Nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurde Verfallsdatums innerhalb von
31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
APCOA Parking UK Ltd., Vereinigtes Königreich 58.514 62.229 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Holdings UK Ltd., Vereinigtes Königreich 17.331 22.518 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Holdings GmbH, Deutschland 13.066 46.129 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Services UK Ltd., Vereinigtes Königreich 10.410 13.081 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Scandinavia AS, Norwegen 6.245 1.682 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA PARKING Belgium N.V., Belgien 3.423 2.831 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Austria GmbH, Österreich 3.349 2.826 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg 2.382 2.164 Mehr als 5 Jahren
APCOA Parking Switzerland AG, Schweiz 1.004 1.089 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Services Switzerland AG, Schweiz 917 794 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Nederland B.V., Niederlande 275 - unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking and Control UK Limited 244 - unbegrenzt vortragsfähig
Real Estate Schaffhausen GmbH, Schweiz 36 - unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Ireland Ltd. - 873 unbegrenzt vortragsfähig
EuroPark Öst AB, Schweden - 789 unbegrenzt vortragsfähig
Rationell Parkeringsservice RPS AB, Schweden - 197 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Parking Sverige AB, Schweden - 53 unbegrenzt vortragsfähig
Nationwide Controlled Parking Systems Ltd. - 35 unbegrenzt vortragsfähig
APCOA Facilities Management (UK) Ltd., Vereinigtes Königreich - 22 unbegrenzt vortragsfähig

Belgien und Luxemburg aufgrund der eingereichten Steuererklärungen und Veranlagungen angepasst. Verlustvorträge Belgien zum 31.12.2021: T€ 2.831 (im Vorjahresanhang: T€ 0), Verlustvorträge Luxemburg zum 31.12.2021: T€ 2.164 (Vorjahresanhang: T€ 0).

Auf Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen (sog. Outside Basis Differences) wurden wie im Vorjahr keine latenten Steuern gebildet, da die Gewinne der ausländischen Tochtergesellschaften diesen zur Reinvestition zur Verfügung stehen.

4. Erläuterungen zur Konzernbilanz

(22) Immaterielle Vermögenswerte

Anschaffungskosten 01.01.2022
T€
Zugänge aus Unternehmenserwerben
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 761.338 5.496 - - - (15.532)
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 59.270 17 3.673 (1.367) 1.784 (663)
Markenzeichen 26.405 - - - - (161)
Vertragsbeziehungen 227.551 4.918 - - - (4.652)
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 2.720 - 901 (687) - (159)
Geleistete Anzahlungen 961 - 2.176 - (752) (21)
Summe 1.078.243 10.431 6.750 (2.053) 1.031 (21.188)
Anschaffungskosten 31.12.2022
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 751.301
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 62.713
Markenzeichen 26.244
Vertragsbeziehungen 227.817
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 2.774
Geleistete Anzahlungen 2.364
Summe 1.073.214
01.01.2022 Zugänge aus Unternehmenserwerben Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge
Kumulierte Abschreibungen T€ T€ planmäßige
T€
außerplanmäßige
T€
T€ T€
Geschäfts- oder Firmenwert 404.511 - - - - -
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 41.645 - 7.927 4 - (1.248)
Markenzeichen - - - - - -
Vertragsbeziehungen 136.551 - 7.162 - - -
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 1.679 - 412 - - (686)
Summe 584.386 - 15.501 4 - (1.934)
Kumulierte Abschreibungen Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
31.12.2022
T€
Geschäfts- oder Firmenwert - (10.929) 393.582
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte (1.031) (397) 46.899
Markenzeichen - - -
Vertragsbeziehungen - (3.711) 140.001
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte - (78) 1.327
Summe (1.031) (15.115) 581.810
Buchwerte 01.01.2022
T€
31.12.2022
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 356.826 357.720
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 17.625 15.814
Markenzeichen 26.405 26.244
Vertragsbeziehungen 91.000 87.816
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 1.040 1.447
Geleistete Anzahlungen 961 2.364
Summe 493.858 491.404
Anschaffungskosten 01.01.2021
T€
Zugänge aus Unternehmenserwerben
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 748.661 691 - - - 11.986
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 55.844 3.274 (1.196) 915 433
Markenzeichen 26.257 - - - - 148
Vertragsbeziehungen 224.425 (352) - - - 3.478
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 2.684 - 628 - (581) (10)
Geleistete Anzahlungen 259 - 345 - 345 13
Summe 1.058.129 338 4.246 (1.196) 679 16.047
Anschaffungskosten 31.12.2021
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 761.338
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 59.270
Markenzeichen 26.405
Vertragsbeziehungen 227.551
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 2.720
Geleistete Anzahlungen 961
Summe 1.078.243
01.01.2021 Zugänge aus Unternehmenserwerben Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge
Kumulierte Abschreibungen T€ T€ planmäßige
T€
außerplanmäßige
T€
T€ T€
Geschäfts- oder Firmenwert 392.730 - - - - -
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 35.140 7.248 (1.147)
Markenzeichen - - - - - -
Vertragsbeziehungen 127.186 - 6.879 - - -
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 1.546 - 416 - - -
Summe 556.601 - 14.543 - - (1.147)
Kumulierte Abschreibungen Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
31.12.2021
T€
Geschäfts- oder Firmenwert - 11.781 404.511
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 50 354 41.645
Markenzeichen - - -
Vertragsbeziehungen - 2.486 136.551
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte (277) (5) 1.679
Summe (227) 14.616 584.386
Buchwerte 01.01.2021
T€
31.12.2021
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 355.931 356.826
Erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 20.704 17.625
Markenzeichen 26.257 26.405
Vertragsbeziehungen 97.239 91.000
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 1.138 1.040
Geleistete Anzahlungen 259 961
Summe 501.528 493.858

Die Nutzungsdauer der Markenzeichen ist unbegrenzt, da APCOA PARKING Group sie ohne zeitliche Beschränkung nutzen darf und eine Aufgabe der Markenzeichen in Zukunft nicht vorgesehen ist. Zum 31. Dezember 2022 ergeben sich, genauso wie im Vorjahr, keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte, Markenzeichen sowie auf Vertragsbeziehungen. Außerplanmäßige Abschreibungen fanden im laufenden Geschäftsjahr keine statt.

Die erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte der APCOA PARKING Group werden für Zwecke der Wertminderungsprüfung den nachfolgenden Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Die Geschäfts- oder Firmenwerte der jeweiligen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilen sich zum Stichtag wie folgt:

Zahlungsmittelgenerierende Einheit Geschäfts- oder Firmenwert 31.12.2021
T€
Zugang Firmenwert 2022
T€
Wechselkurseffekte 2022
T€
Geschäfts- oder Firmenwert 31.12.2022
T€
Wertminderung zum 2022
T€
Deutschland 137.294 659 - 137.953 -
Vereinigtes Königreich 9.384 4.837 (679) 13.542 -
Norwegen 8.390 - (413) 7.977 -
Italien 44.708 - - 44.708 -
Belgien 10.978 - - 10.978 -
Dänemark 72.351 - (1) 72.350 -
Schweden 47.886 - (3.752) 44.134 -
Österreich 5.617 - - 5.617 -
Niederlande 11.166 - - 11.166 -
Schweiz 4.930 - 242 5.173 -
Irland 4.122 - - 4.122 -
Summe 356.827 5.496 (4.604) 357.720 -

Wertminderungen auf die erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte des Geschäftsjahres 2022 wurden, wie im Vorjahr, keine erfasst.

Sensitivitätsanalyse Werthaltigkeitstest Geschäfts- oder Firmenwert

Bei einer Veränderung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten um ±2% (Vorjahr ±1%) ergeben sich die folgenden Sensitivitäten auf den Überschuss des erzielbaren Betrags über den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:

Sensitivitätsanalyse : Überschuss / Unterdeckung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Verkaufskosten
Überschuss / Unterdeckung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Verkaufskosten über / unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bei einer Veränderung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) WACC WACC +2% 31.12.2022 WACC -2% WACC WACC +1% 31.12.2021 WACC -1%
Zahlungsmittelgenerierende Einheit T€ T€ T€ T€ T€ T€
Deutschland 584.684 273.684 1.376.846 810.580 580.708 1.173.103
Vereinigtes Königreich 127.377 92.880 196.436 137.908 113.469 172.936
Norwegen 76.774 38.302 163.465 169.021 142.828 205.047
Italien 102.721 44.638 210.922 55.315 24.149 98.742
Belgien 1.247 (3.784) 11.987 63 (4.329) 6.560
Dänemark 283.570 168.373 564.243 370.767 282.903 508.103
Schweden 168.783 96.732 358.444 151.458 115.485 205.929
Österreich 73.399 47.827 129.416 49.017 37.952 65.543
Niederlande 18.658 (861) 62.821 18.034 5.993 36.579
Schweiz 114.159 69.921 250.724 84.639 64.921 115.521
Irland 51.940 32.819 92.299 65.305 51.121 86.283

Die im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland gesunkene Überdeckung ist auf einer gegenüber den anderen Ländern verzögerte Erholung nach der COVID 19 Pandemie als auch auf eine Erhöhung des WACC zurückzuführen. Für die CGU Belgien entspricht bei einem um 0,20%-Prozentpunkte höheren WACC der erzielbare Betrag entspricht dem Buchwert. Ferner entspricht bei einer um 0,22%-Prozentpunkte niedrigeren ewigen Wachstumsrate der erzielbare Betrag dem Buchwert der CGU Belgien Bei einer Veränderung der Wachstumsannahmen im langfristigen Planungszeitraum um ±1% ergeben sich die folgenden Sensitivitäten auf den Überschuss des erzielbaren Betrags über den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:

Sensitivitätsanalyse: Überschuss / Unterdeckung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Verkaufskosten
Überschuss / Unterdeckung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Verkaufskosten über / unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bei einer Veränderung der Wachstumsannahmen im mittleren und langfristigen Planungszeitraum Wachstum +/-0% Wachstum +1% 31.12.2022 Wachstum -1% Wachstum +/-0% Wachstum +1% 31.12.2021 Wachstum -1%
Zahlungsmittelgenerierende Einheit T€ T€ T€ T€ T€ T€
Deutschland 584.684 835.065 425.008 810.580 1.128.504 610.453
Vereinigtes Königreich 127.377 150.007 111.271 137.908 167.191 117.536
Norwegen 76.774 106.760 56.293 169.021 199.201 147.255
Italien 102.721 139.353 75.783 55.315 92.027 29.084
Belgien 1.247 4.841 (1.225) 63 5.672 (3.694)
Dänemark 283.570 371.600 226.019 370.767 488.966 295.194
Schweden 168.783 227.744 131.422 151.458 198.716 120.199
Österreich 73.399 91.896 60.830 49.017 63.512 39.459
Niederlande 18.658 33.098 9.029 18.034 34.266 7.640
Schweiz 114.159 154.371 90.419 84.639 111.981 67.305
Irland 51.940 65.220 42.727 65.305 83.137 53.294

Im Rahmen der Akquisition der APCOA PARKING Group wurden das Markenzeichen "APCOA" sowie das Markenzeichen "EuroPark" erworben. Der Buchwert des Markenzeichens "APCOA" beläuft sich zum Stichtag auf T€ 23.185 (im Vj. T€ 23.185). Der Buchwert des Markenzeichens "EuroPark" beläuft sich zum Stichtag auf T€ 3.058 (im Vj. T€ 3.210). Die Nutzungsdauer der Markenzeichen ist unbestimmt. Die Marken werden für die weitere Expansion des Konzerns genutzt. Die Markenzeichen "APCOA" sowie "EuroPark" wurden im Geschäftsjahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dabei wurde der erzielbare Betrag als Kapitalwert der zukünftigen eingesparten Lizenzgebühr ermittelt, die anfallen würde, wenn für die Nutzung der Markenzeichen einem Dritten gegenüber eine Gebühr zu entrichten wäre. Die zugrunde gelegten Daten basieren auf Erfahrungswerten des Managements aus der Vergangenheit und den Erwartungen an die künftige Marktentwicklung. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden wie bereits im Vorjahr kein Wertberichtung bzw. - aufholungsbedarf festgestellt.

(23) Sachanlagen und Nutzungsrechte

Anschaffungskosten 01.01.2022
T€
Zugänge aus Unternehmenserwerben
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 18.809 959 (798) 437 (819)
Technische Anlagen und Maschinen 110.287 231 6.011 (6.675) 4.428 (2.079)
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 42.816 19 6.849 (3.950) 607 (1.017)
Nutzungsrechte nach IFRS 16 1.200.975 214 144.314 (27.765) 90 (7.346)
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.901 - 3.370 (90) (6.961) (179)
Summe 1.381.789 464 161.504 (39.278) (1.399) (11.441)
Anschaffungskosten 31.12.2022
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 18.588
Technische Anlagen und Maschinen 112.204
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 45.323
Nutzungsrechte nach IFRS 16 1.310.483
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.041
Summe 1.491.639
01.01.2022 Zugänge aus Unternehmenserwerben Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge
Kumulierte Abschreibungen T€ T€ planmäßige
T€
außerplanmäßige
T€
T€ T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 8.106 1.235 9 (791)
Technische Anlagen und Maschinen 69.028 12.281 1.715 - (6.509)
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 30.372 5.852 (3.924)
Nutzungsrechte nach IFRS 16 354.379 132.379 7.772 (72) (27.765)
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -
Summe 461.886 151.748 9.496 (72) (38.988)
Kumulierte Abschreibungen Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
31.12.2022
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken (3) (573) 7.983
Technische Anlagen und Maschinen 1.301 (2.380) 75.436
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11 (824) 31.488
Nutzungsrechte nach IFRS 16 90 (3.938) 462.846
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -
Summe 1.399 (7.715) 577.754
Buchwerte 01.01.2022
T€
31.12.2022
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 10.703 10.604
Technische Anlagen und Maschinen 41.259 36.768
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.443 13.835
Nutzungsrechte nach IFRS 16 846.597 847.637
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.901 5.041
Summe 919.903 913.885
Anschaffungskosten 01.01.2021
T€
Zugänge aus Unternehmenserwerben
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 16.791 771 (9) 462 794
Technische Anlagen und Maschinen 103.224 - 8.866 (3.664) 352 1.510
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.742 3.811 (2.333) 1.029 566
Nutzungsrechte nach IFRS 16 1.053.490 - 156.888 (18.037) (176) 8.810
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.034 - 5.977 (164) (2.151) 205
Summe 1.218.281 176.314 (24.206) (484) 11.884
Anschaffungskosten 31.12.2021
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 18.809
Technische Anlagen und Maschinen 110.287
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 42.816
Nutzungsrechte nach IFRS 16 1.200.975
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.901
Summe 1.381.789
01.01.2021 Zugänge aus Unternehmenserwerben Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge
Kumulierte Abschreibungen T€ T€ planmäßige
T€
außerplanmäßige
T€
T€ T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 6.496 1.097 10
Technische Anlagen und Maschinen 59.106 - 11.361 645 (3.315)
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 26.383 5.051 21 (2.045)
Nutzungsrechte nach IFRS 16 240.357 - 123.347 4.654 - (16.975)
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - -
Summe 332.342 140.856 5.331 (22.335)
Kumulierte Abschreibungen Umbuchungen
T€
Währungsumrechnung
T€
31.12.2021
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 0 503 8.106
Technische Anlagen und Maschinen (24) 1.256 69.028
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 445 517 30.372
Nutzungsrechte nach IFRS 16 0 2.996 354.379
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - -
Summe 421 5.271 461.886
Buchwerte 01.01.2021
T€
31.12.2021
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 10.295 10.703
Technische Anlagen und Maschinen 44.118 41.259
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.359 12.443
Nutzungsrechte nach IFRS 16 813.133 846.597
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.034 8.901
Summe 885.939 919.903

Zum 31. Dezember 2022 bestehen Eigentums- und Verfügungsbeschränkungen für Sachanlagen i.H.v. T€ 4.460 (im Vj. T€ 3.986). Des Weiteren wurden Schulden durch Verpfändung von Sachanlagen i.H.v. T€ 6.436 (im Vj. T€ 6.690) gesichert. Zum Bilanzstichtag bestehen außerdem vertragliche Verpflichtungen in Bezug auf den Erwerb von Sachanlagen i.H.v T€ 2.339 (im Vj. T€ 928). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um vertragliche Verpflichtungen in Italien zum Erwerb technischer Anlagen.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Nutzungsrechte von T€ 7.772 (im Vorjahr T€ 4.654) entfielen im laufenden Geschäftsjahr auf Nutzungsrechte aus gemieteten Parkflächen und stammen aus den Tochterunternehmen in Deutschland und resultieren aus deren erwarteter negativen zukünftigen Geschäftsentwicklung. Der erzielbare Betrag der 14 (Vorjahr 21) im Jahr 2022 wertgeminderten Nutzungsrechte aus gemieteten Parkflächen beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahrs auf T€ 46.629 (Vorjahr T€ 45.344). Der verwendete Vorsteuerzinssatz für Deutschland betrug im Berichtsjahr 7,4% (Vorjahr Deutschland 7,2% und Vereinigtes Königreich 7,8%). Die erzielbaren Beträge basieren dabei auf dem Nutzungswert, die verwendeten Abzinsungssätze entsprechen jenen des regelmäßigen Wertminderungstests (Kapitel 10, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). T€ 1.719 (im Vj. T€ 645) betreffen zum überwiegenden Teil außerplanmäßige Abschreibungen auf technische Anlagen der deutschen Tochterunternehmungen, welche zum Großteil zur Parkraumüberwachung genutzt wurden und deren Kosten aufgrund erwarteter negativen zukünftigen Geschäftsentwicklung als nicht mehr erzielbar eingeschätzt werden.

(24) Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen

APCOA PARKING Group hält 10,44% (Vorjahr: 10,44%) der Anteile an der AGILE PARKING SOLUTIONS PRIVATE LIMITED (assoziiertes Unternehmen) bzw. wie bereits im Vorjahr 50% der Anteile an der ParcBrux BVBA (Gemeinschaftsunternehmen). Bei dem Ertrag von T€ 326 in 2021 aus AGILE handelt es sich im Wesentlichen um den Bewertungseffekt der durch eine Kapitalerhöhung ohne Beteiligung der APCOA PARKING Group verwässerten Beteiligung. Bei beiden Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen handelt es sich um nicht wesentliche assoziierte Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 12.

Die folgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen zu einzelnen nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen:

Nicht wesentliche Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen 2022
T€
2021
T€
Buchwert der Beteiligungen 1.659 1.751
Auf APCOA entfallender Anteil am Ergebnis (93) 326
Nicht wesentliche Beteiligungen an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 2022
T€
2021
T€
Auf APCOA entfallender Anteil am Ergebnis - (358)

Der auf APCOA PARKING Group entfallende Verlust aus nach der at-Equity Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen, welcher nicht mehr erfasst wurde, beträgt zum 31.12.2022 T€ 103.

(25) Beteiligungen

Die Beteiligungen gehören zur Kategorie der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente und setzen sich zusammen aus Anteilen an nicht börsennotierten Unternehmen mit einer Beteiligungsquote von weniger als 20%. Vermögenswerte sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts wird erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, da diese Investitionen nicht zum Kerngeschäft gehören, jedoch für strategische Zwecke gehalten werden.

Fair Value Erhaltene Dividenden
31.12.2022
Eigenkapitalinstrumente designiert erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert in T€ in T€
Airport Parking Graz GmbH 15 -

(26) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige (langfristige) finanzielle Vermögenswerte 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Forderungen gegenüber at-equity Beteiligungen 10.335 10.333
Zinsderivat 2.100 -
Langfristige Forderungsansprüche gegenüber Dritten 760 932
Geleistete Sicherheiten 689 545
Übrige finanzielle Vermögenswerte 410 347
Summe 14.294 12.157

Bei den langfristigen Forderungsansprüchen handelt es sich um Darlehensforderungen gegenüber einem Joint Venture in Belgien (T€ 10.335) und um die Forderungsansprüche der APCOA Parking Italia S.p.A. gegenüber der Stadt Palermo (T€ 760) im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten aus Gebührenbescheiden für die Abfallsteuer (Tarsu).

Die geleisteten Sicherheiten beinhalten im Wesentlichen Kautionen an Vertragspartner im Zusammenhang mit gemietetem Parkraum.

(27) Übrige Vermögenswerte

Die langfristigen übrigen Vermögenswerte setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Langfristige übrige Vermögenswerte 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Abgrenzungen und Vorauszahlungen 422 757
Summe 422 757

Die kurzfristigen übrigen Vermögenswerte setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Kurzfristige übrige Vermögenswerte 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Abgrenzungen und Vorauszahlungen 14.049 12.992
Umsatzsteuerforderungen 1.294 1.849
Sonstige übrige Vermögenswerte 2.673 1.690
Summe 18.016 16.531

Bei den Abgrenzungen und Vorauszahlungen handelt es sich vor allem um abgegrenzte Aufwendungen an Partner im Zusammenhang mit Management- und Leasingverträgen sowie um sonstige Vorauszahlungen.

(28) Vorräte

Die Vorräte betragen zum Bilanzstichtag T€ 1.624 (im Vj. T€ 1.124). Die Vorräte im Konzern beinhalten vor allem Ersatzteile für Parkautomaten, Parktickets, Bekleidung sowie sonstige Verbrauchsmaterialien.

(29) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige (kurzfristige) finanzielle Vermögenswerte 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 52.107 44.790
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.549 2.213
Summe 54.656 47.003

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus debitorischen Kreditoren i.H.v. T€ 1.507 (im Vj. T€ 1.409) sowie Kautionen und geleisteten Sicherheiten i.H.v. T€ 939 (im Vj. T€ 402).

Bei den Wertberichtigungen handelt es sich um Einzelwertberichtigungen und eine Risikovorsorge.

nicht überfällig davon überfällig
Analyse der wertberichtigten Buchwert 31.12.2022 31.12.2022 1-30 Tage 31 - 90 Tage 91-180 Tage 181 - 360 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 31.12.2022
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 57.483 36.720 7.366 3.106 3.341 2.750
Wertberichtigungen (5.376) (838) (518) (687) (652) (832)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.549 2.549
Wertberichtigung
Summe 54.656 38.432 6.848 2.419 2.689 1.918
davon überfällig
Analyse der wertberichtigten > 360 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 31.12.2022
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 4.200
Wertberichtigungen (1.849)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Wertberichtigung
Summe 2.351
nicht überfällig davon überfällig
Analyse der wertberichtigten Buchwert 31.12.2021 31.12.2021 1-30 Tage 31 - 90 Tage 91-180 Tage 181 - 360 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 31.12.2021
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 50.294 24.179 13.323 4.796 2.284 1.572
Wertberichtigungen (5.504) (961) (289) (921) (586) (509)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.213 2.213
Wertberichtigung
Summe 47.003 25.431 13.034 3.875 1.698 1.063
davon überfällig
Analyse der wertberichtigten > 360 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 31.12.2021
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 4.140
Wertberichtigungen (2.238)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Wertberichtigung
Summe 1.902

Die Risikovorsorge wird anhand gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften gruppiert, die sich aus den verschiedenen Dienstleistungen ergeben und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht sowie gegebenenfalls wertberichtigt werden. Hierzu werden historische Ausfallerfahrungen berücksichtigt. Weiterhin werden makroökonomische Inputfaktoren wie Länderratings einbezogen, um zukünftigen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Hieraus werden Abwertungsmatrizen gebildet, die die Risikostruktur der Forderungen angemessen widerspiegeln. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Als Hinweis auf ein mögliches Ausfallereignis wird eine Überfälligkeit von 360 Tagen definiert, da zu diesem Zeitpunkt mit keiner Begleichung mehr gerechnet wird. Die Forderungen werden auf die erwarteten realisierbaren Zahlungen an Wert berichtigt, die sich aus Erfahrungswerten der Vergangenheit ergaben. Die Ausbuchung erfolgt spätestens nach zwei Jahren bzw. im Fines Business mit dem Ausfallereignis.

Im Berichtsjahr ist eine geringfügige Reduzierung der Wertberichtigungen i.H.v. T€ 128 gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Aus den Forderungen für vermietete Stellplätze sind i.H.v. T€ 921 (im Vj. T€ 1.032) an Sicherheiten hinterlegt, die nicht Teil der Risikovorsorge sind.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2022
T€
2021
T€
Stand Vorjahresabschluss 5.504 5.580
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 3.526 3.266
Inanspruchnahme durch Abschreibung (388) (654)
Auflösungen durch Rückzahlung (3.290) (2.680)
Währungsumrechnung 24 (8)
Stand 31.12. 5.376 5.504

In Vollstreckungsmaßnahmen befinden sich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. T€ 1.340 (im Vj. T€ 690).

(30) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Bank 117.020 137.564
Verfügungsbeschränkte Bankguthaben 7.214 6.418
Zahlungsmittel in Parkierungsanlagen 2.659 2.000
Kasse 1.793 1.365
Zahlungsmittel in Transit 2.592 1.075
Summe 131.278 148.421

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich zusammen aus Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von höchstens drei Monaten, dem Kassenbestand sowie Zahlungsmitteln in Parkierungsanlagen und Geldern in Transit. Zum Bilanzstichtag sind Konten als Sicherheit im Rahmen der Kreditvereinbarung i.H.v. T€ 45.576 (im Vj. T€ 90.996) verpfändet, die für die Finanzdisposition der APCOA PARKING Group jedoch frei verfügbar sind. Die verfügungsbeschränkten Bankguthaben bestehen aus Bankguthaben i.H.v. T€ 7.214 (im Vj. T€ 6.418), welche APCOA PARKING Group auf Grund gesetzlicher Bestimmungen oder vertraglicher Verpflichtungen nur zweckgebunden verwenden darf.

Die nachfolgende Tabelle zeigt das Kreditrisiko von Zahlungsmittel und -äquivalente entsprechend den Anforderungen des IFRS 9.

Kreditrisiko der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Internes Bonitätsrating Externes Bonitätsrating Erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit
%
Grundlage für die Erfassung der erwarteten Kreditrisikovorsorge Geschätzter Bruttobuchwert bei Ausfall 31.12.2022
T€
A AAA - BBB- 0 - 0,4 Bis zu 12 Monate erwartete Verluste 117.020
B BB+ - B- n/a Bis zu 12 Monate erwartete Verluste 0
C CCC - D n/a Über die Gesamtlaufzeit erwartete Verluste 0
Other 14.259
Summe 131.278

Die Einteilung in die einzelnen Risikoklassen wurde anhand des Ratings der einzelnen Bank vorgenommen. Die Berechnung der Kreditausfallwahrscheinlichkeit erfolgte anhand von marktfähigen Parametern, die zukunftsgerichtete Informationen, wie z.B. CDS Spreads, bereits beinhalten.

(31) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2022 € 103.896 (im Vj. € 103.896).

Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 8 Geschäftsanteile: ein Geschäftsanteil der Gattung A mit einem Nennbetrag i.H.v. € 25.000, ein Geschäftsanteil der Gattung A mit einem Nennbetrag von € 4.250, ein Geschäftsanteil der Gattung B (stimmrechtslos) mit einem Nennbetrag von € 65.000, ein Geschäftsanteil der Gattung B (stimmrechtslos) mit einem Nennbetrag i.H.v. € 5.692, zwei Geschäftsanteile der Gattung B (stimmrechtslos) mit einem Nennbetrag i.H.v. jeweils € 1.186, ein Geschäftsanteil der Gattung B (stimmrechtslos) mit einem Nennbetrag i.H.v. € 949 und ein Geschäftsanteil der Gattung B (stimmrechtslos) mit einem Nennbetrag i.H.v. € 633. Zum Bilanzstichtag sind alle Geschäftsanteile voll eingezahlt.

(32) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr T€ 768.058.

(33) Sonstige Rücklagen

Die Rücklage für Neubewertung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen enthält die Neubewertung aus leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen, welche in der Periode, in der sie anfallen, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden.

Die Rücklage für Währungsdifferenzen dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen.

(34) Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen setzen sich aus dem Verlust des Geschäftsjahres und den aufgelaufenen Verlusten der Vorjahre zusammen. Diese werden auf neue Rechnung vorgetragen.

(35) Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich zum Bilanzstichtag folgendermaßen zusammen:

31.12.2022
T€
Residual term < 1 year Residual term 1-5 years Residual term > 5 years
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 689.755 13.602 676.153 -
Verbindlichkeiten aus Leasing 948.714 165.659 459.251 323.803
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 1.205 - 1.205 -
Erhaltene Sicherheiten 1.766 1.383 384 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.211 3.211 - -
Derivative Finanzinstrumente (0) - - (0)
Summe 1.644.651 183.856 1.136.992 323.803
Originäre Finanzinstrumente 1.644.651 183.856 1.136.992 323.803

Zum Vorjahr ergibt sich folgende Darstellung für die finanziellen Verbindlichkeiten:

Finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2021
T€
Restlautzeit < 1 Jahr Restlaufzeit 1-5 Jahre Restlaufzeit > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 686.328 12.334 10.456 663.538
Verbindlichkeiten aus Leasing 942.059 162.697 457.783 321.579
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 57 57 0 0
Erhaltene Sicherheiten 1.944 1.580 364 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.593 3.593 0 0
Derivative Finanzinstrumente 988 0 0 988
Summe 1.634.968 180.260 468.603 986.105
Originäre Finanzinstrumente 1.633.980 180.260 468.603 985.117
Derivative Finanzinstrumente 988 0 0 988

Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Zinsswaps in dänischen Kronen, welche zur Absicherung des Zinsrisikos aus variabel verzinslichen Leasingverbindlichkeiten in eine Cash Flow Hedge Beziehung eingebunden sind. Diese wurden im November 2022 im Zuge der Anpassung des Leasingsvertrags aufgelöst und der negative Marktwert in Höhe von T€ 383 wurde im Anschlussvertrag finanziert.

Die Fremdfinanzierung des Konzerns wird im Wesentlichen durch eine Anleihe sichergestellt. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5,5 Jahre und endet im Januar 2027. Diese umfasst eine endfällige Tranche über T€ 320.000 (Senior Secured Fixed Rate Notes), eine endfällige Tranche über T€ 365.000 (Senior Secured Floating Rate Notes) und eine Kreditlinie über T€ 80.000 für Überziehungskredite und Bankgarantien (Revolving Credit Facility). Zum 31. Dezember 2022 war die Kreditlinie mit einem Betrag i.H.v. T€ 22.573 (im Vj. T€ 20.223) durch Bankgarantien gezogen.

Im Vertrag zu den Schuldverschreibungen sind Finanzkennzahlen (Covenants) vereinbart, welche auf Basis der konsolidierten Zahlen der APCOA PARKING Group vor IFRS 16 ermittelt werden. Die Einhaltung dieser Kennzahlen wird vom Management der APCOA PARKING Group und den Kreditgebern regelmäßig überprüft.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns ersichtlich. Die Werte in der Tabelle geben nicht diskontierte Zahlungsströme wieder. Die Zinszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung werden auf Basis des zum Bilanzstichtag aktuellen Referenzzinssatzes bestimmt. Die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:

Die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:

Vertraglich vereinbarte Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten

Buchwert 31.12.2022 Cash Flow 2023
T€ Zins fix Zins variabel Tilgung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 689.755 14.914 30.032 13.602
Verbindlichkeiten aus Leasing 948.714 48.098 0 123.698
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 1.205 0 0 1.205
Erhaltene Sicherheiten 1.766 0 0 1.383
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.211 14 0 2.734
Summe 1.644.651 63.026 30.032 142.622
Cash Flow 2024-2027 Cash Flow > 2027
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 59.407 108.361 693.453 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasing 134.438 0 407.381 118.299 0 424.948
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 0 0 0 0 0 0
Erhaltene Sicherheiten 0 0 384 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12 0 478 0 0 0
Summe 193.857 108.361 1.101.695 118.299 0 424.948

Die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten wurden im November 2022 vorzeitig im Zuge der Anpassung des Leasingvertrags aufgelöst und der negative Marktwert in Höhe von T€ 383 wurde im Anschlussvertrag finanziert.

Zum Vorjahr ergibt sich folgende Darstellung für die originären finanziellen Verbindlichkeiten:

Vertraglich vereinbarte Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten

Buchwert 31.12.2021 Cash Flow 2022
T€ Zins fix Zins variabel Tilgung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 686.328 14.471 18.343 12.334
Verbindlichkeiten aus Leasing 942.059 47.349 355 119.137
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 57 0 0 57
Erhaltene Sicherheiten 1.944 0 0 1.580
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.593 19 0 3.593
Summe 1.633.980 61.839 18.698 136.700
Cash Flow 2023 - 2026 Cash Flow > 2026
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 59.200 73.405 10.456 7.400 4.618 685.000
Verbindlichkeiten aus Leasing 132.344 1.230 399.869 127.929 810 421.951
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 0 0 0 0 0 0
Erhaltene Sicherheiten 0 0 364 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 0
Summe 191.544 74.635 410.690 135.329 5.428 1.106.951

Analog stellen sich im Vorjahr die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten wie flgt dar:

Vertraglich vereinbarte Zins- und Tilgungszahlungen der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten

Buchwert 31.12.2021 Cash Flow 2022
T€ Zins fix Zins variabel Tilgung
Derivative Finanzinstrumente 988 0 163 0
Cash Flow 2023 -2026 Cash Flow > 2026
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
Derivative Finanzinstrumente 0 515 0 0 310 0

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2022 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Kassakurs zum Stichtag umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2022 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

Kreditsicherheiten für die gewährten Kreditlinien wurden durch Verpfändung von Geschäftsanteilen nach dem jeweiligen nationalen Recht bei den folgenden Gesellschaften im Konzern bestellt:

Konzernunternehmen 31.12.2022 Verpfändeter Anteil 31.12.2021 Verpfändeter Anteil
APCOA Parking Holding Danmark ApS 100% 100%
APCOA Scandinavia AS 100% 100%
APCOA PARKING Belgium N.V. 100% 100%
APCOA PARKING Deutschland GmbH 100% 100%
APCOA Parking Italia S.p.A. 100% 100%
APCOA Parking Norway AS 100% 100%
APCOA PARKING Danmark A/S 100% 100%
APCOA Parking Austria GmbH 100% 100%
APCOA PARKING Sverige AB 100% 100%
APCOA Parking Nederland B.V. 100% 100%
APCOA Parking Holdings UK Ltd. 100% 100%
APCOA Parking UK Ltd. 100% 100%
APCOA Facilities Management (UK) Ltd. 100% 100%
APCOA Parking Services UK Ltd. 100% 100%
Park & Control S r l. 100% 100%
Park & Control PAC GmbH 100% 100%
Park & Control PAC Austria GmbH 100% 100%

Zusätzlich wurden Kreditsicherheiten an Forderungen gegen konsolidierte Tochterunternehmen nach dem jeweiligen nationalen Recht bestellt (zum Beispiel Sicherungsabtretungen oder Pfandrechte). Diese Forderungen gegen konsolidierte Tochterunternehmen sowie die verpfändeten Anteile an konsolidierten Tochterunternehmen wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert, in den Nettobuchwert der beliehenen Vermögenswerte wurden diese Posten daher nicht eingerechnet. Der Buchwert der verpfändeten Bankkonten beläuft sich zum Bilanzstichtag auf T€ 45.576 (im Vj. T€ 90.996). Im Rahmen der Kreditvereinbarung wurden keine Forderungen gegen Dritte verpfändet (im Vj. T€ 0).

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 707.055 707.790
Nettobuchwerte der beliehenen Vermögenswerte 45.576 90.996

Es besteht ein Haftungsverbund zwischen dem Schuldner und anderen wesentlichen Konzerngesellschaften, die Garantien als Personalsicherheiten bestellt haben. Die Kreditgeber erhalten ein Verwertungsrecht, falls die Kreditlinien gekündigt werden, was zum Beispiel möglich sein kann, wenn der Schuldner seinen Verpflichtungen aus den Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten nicht nachkommt. Des Weiteren wurden durch die Gesellschaften im Vereinigten Königreich Sicherheiten über das gesamte Vermögen bestellt.

(36) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Sonstige Rückstellungen Drohverluste
T€
Mieten
T€
Personal
T€
Übrige
T€
Summe
T€
Stand 01.01.2022 583 2.554 5.334 3.944 12.415
Änderung Konsolidierungskreis - - 2.990 - 2.990
Zuführungen - 2.737 191 1.790 4.718
Verbrauch (448) (177) (4.952) (139) (5.716)
Auflösung (116) (293) (79) (134) (622)
Zinsaufwand aus Aufzinsung und Zinssatzänderung - - - 4 4
Umgliederungen - - 1.343 (1.425) (82)
Währungsdifferenzen (19) (2) (81) (18) (120)
Stand 31.12.2022 - 4.819 4.746 4.022 13.587
davon kurzfristig - 4.819 2.878 2.747 10.444
davon langfristig - - 1.871 1.274 3.145
Sonstige Rückstellungen Drohverluste
T€
Mieten
T€
Personal
T€
Übrige
T€
Summe
T€
Stand 01.01.2021 838 2.683 5.967 4.067 13.555
Änderung Konsolidierungskreis - - - - -
Zuführungen 115 681 2.014 584 3.394
Verbrauch (366) (493) (2.318) (671) (3.848)
Auflösung - (14) (327) (35) (376)
Zinsaufwand aus Aufzinsung und Zinssatzänderung - - - 4 4
Umgliederungen 7 (302) (2) (6) (303)
Währungsdifferenzen (11) (1) - 1 (11)
Stand 31.12.2021 583 2.554 5.334 3.944 12.415
davon kurzfristig 581 2.555 4.788 1.379 9.303
davon langfristig - - 548 2.564 3.112

Die Rückstellungen für Drohverluste enthielten im Vorjahr die zukünftigen Ergebnisse für verlustbringende Verträge, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 16 fielen.

Die Rückstellungen für Mieten enthalten die geschätzten Aufwendungen für Bestandteile von Mietzahlungen, deren Betrag beziehungsweise deren Zeitpunkt ungewiss ist.

Die Rückstellungen für Personal enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten im Rahmen der Reorganisation der APCOA PARKING Group für Abfindungen sowie langfristige Vergütungsbestandteile.

Des Weiteren betreffen die übrigen sonstigen Rückstellungen unterschiedliche über die Gruppe verteilte Rückstellungen. Wesentliche Position ist die Rückstellung für Instandhaltung die um T€ 658 auf T€ 1.112 (im Vj. 426) angestiegen ist.

Die italienische Gesellschaft hat von der Stadt Palermo Gebührenbescheide über Abfallsteuer (Tarsu) für die Jahre 2006 bis 2013 erhalten. Im Geschäftsjahr 2019 schloss die Gesellschaft einen Vertrag mit dem Vermieter, nach dem dieser sich verpflichtet, alle Ansprüche der Stadt Palermo aus Abfallsteuer zu übernehmen. Insgesamt hat die italienische Gesellschaft für mögliche Zahlungsverpflichtungen T€ 581 zum 31. Dezember 2022 zurückgestellt und eine Rückgriffforderung in gleicher Höhe aktiviert. Wir verweisen auf das Kapitel (41) "Eventualverbindlichkeiten".

(37) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Den Mitarbeitern der APCOA PARKING Group werden Versorgungsansprüche nach unterschiedlichen Programmen gewährt. Dabei handelt es sich sowohl um beitragsorientierte als auch um leistungsorientierte Versorgungspläne.

Beitragsorientierte Pläne

Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined contribution plans) zahlt das Unternehmen Beiträge an eine eigenständige, externe Einheit (Fonds). Beitragsorientierte Pensionspläne existieren in Österreich, Irland, dem Vereinigten Königreich, in Norwegen, in Dänemark, in Schweden und in der Schweiz. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen oder Risiken. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des laufenden Jahres im operativen Ergebnis ausgewiesen und belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt T€ 4.822 (im Vj. T€ 4.461).

Leistungsorientierte Pläne

Alle übrigen Versorgungspläne sind leistungsorientiert (Defined benefit plans) und unterliegen unterschiedlichen Pensionsvereinbarungen.

Gemeinschaftlicher Pensionsplan mehrerer Arbeitgeber in Norwegen: Dieser Plan basiert auf der Teilnahme an einem gemeinschaftlichen Pensionsplan mehrerer Arbeitgeber auf einer gesetzlichen Grundlage (AFP). Die Pensionszahlungen werden an Arbeitnehmer im Falle eines vorzeitigen Ruhestands ausbezahlt. Die Beitragszahlungen des Arbeitgebers sind abhängig von dem Einkommen der Arbeitnehmer und werden für alle Beschäftigten bis zu ihrem 62. Lebensjahr gezahlt.

Leistungsorientierter Plan in Deutschland: Es existiert in Deutschland ein leistungsorientierter Plan, der ausschließlich aus dem in der Vergangenheit erworbenen Anwartschaftsanspruch besteht. Die Pensionsleistungen umfassen gemäß der Pensionsordnung Alters-, Erwerbsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten. Die Leistung ist abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Höhe der Bezüge des Anwärters. Leistungsorientierter Plan in Österreich: Der in Österreich bestehende Pensionsplan umfasst die so genannten Abfertigungszahlungen, die der Konzern seinen Mitarbeitern, welche vor dem 01. Januar 2003 angestellt wurden, zu zahlen hat. Mitarbeiter, die nach dem 01. Januar 2004 angestellt wurden, haben ein Anrecht auf Zahlungen der Abfertigungen aus der Mitarbeiterversorgungskasse. Für diese Mitarbeiter stellen die Abfertigungen einen beitragsorientierten Plan nach IAS 19 dar.

Leistungsorientierter Plan in Belgien: In Belgien existieren leistungsorientierte Pläne. Die Pensionsverpflichtungen setzen sich aus vier verschiedenen Plänen zusammen (offene und geschlossene Pläne) und berücksichtigen künftige Gehaltssteigerungen und die Ergebnisse beinhalten belgische Lohnsteuern, die für Pensionspläne fällig sind. Diese Pläne werden aufgrund von Mindestgarantien den leistungsorientierten Plänen nach IAS 19 zugeordnet. Die Pensionsverpflichtungen in Belgien wurden im Vorjahr erstmalig in der Darstellung der leistungsorientierten Pläne berücksichtigt. In den Vorjahren ist hierauf verzichtet worden, da sie insgesamt für den Konzern unwesentlich waren.

Leistungsorientierter Plan im Vereinigten Königreich: Im Vereinigten Königreich umfassen die Pensionsleistungen je nach Anwärter Alters- und Hinterbliebenenrenten sowie Leistungen in Todesfällen des Anwärters bei der Arbeit. Die Leistung ist abhängig vom beruflichen Status, der Betriebszugehörigkeit und der Höhe der Bezüge der Anwärter.

Sonstige leistungsorientierte Pläne: Nach dem schweizerischen beruflichen Vorsorgegesetz (BVG) hat jeder Arbeitgeber Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses an anspruchsberechtigte Mitarbeiter zu gewähren. Die Vorsorgeleistungen werden über Pensionskassen, sogenannte Sammelstiftungen, finanziert und von diesen verwaltet. Es werden sowohl Arbeitgeber-, als auch Arbeitnehmerbeiträge an die Pensionskasse entrichtet, wobei die Beiträge des Unternehmens insgesamt mindestens den in den Planbedingungen vorgegebenen Arbeitnehmerbeiträgen entsprechen müssen. Im Fall einer Unterdeckung können entweder die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge erhöht, eine Mindestverzinsung entschieden oder andere gesetzlich zulässige Maßnahmen getroffen werden. Diese Pläne werden aufgrund von Mindestgarantien den leistungsorientierten Plänen nach IAS 19 zugeordnet. In der nachfolgenden Darstellung wird der leistungsorientierte Plan der APCOA Parking Service Switzerland AG und der Park & Control PAC GmbH berücksichtigt.

Der leistungsorientierte Plan der APCOA Parking Switzerland AG ist für den Konzern unwesentlich. Daher wird auf eine weitere Darstellung verzichtet.

Entwicklung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung und des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens:

Überleitung der Pensionsverpflichtung Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung
T€
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
T€
Bilanzierte Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen
T€
Stand zum 1. Januar 2022 * 8.923 (5.293) 3.630
Laufender Dienstzeitaufwand (146) - (146)
Zinsaufwand / (Zinsertrag) 55 (34) 21
Pensionszahlungen (161) - (161)
Beiträge des Arbeitgebers - (131) (131)
Beiträge der Teilnehmer des Plans 122 (131) (9)
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne (771) - (771)
davon aufgrund veränderter finanzieller Parameter (833) - (833)
davon aufgrund veränderter demographischer Annahmen (6) - (6)
davon erfahrungsbedingte Anpassungen 68 - 68
Tatsächliche Erträge / Aufwendungen der Planvermögen (ohne bereits in den Zinsen enthaltene Beträge) - 87 87
gezahlte Leistungen 15 (16) (1)
Wechselkursänderungen (230) 230 -
Unterdeckung / (Überdeckung) 7.807 (5.288) 2.519
Effekt aus Aktivierungsobergrenze - - 312
Stand zum 31. Dezember 2022 7.807 (5.288) 2.831
Überleitung der Pensionsverpflichtung Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung
T€
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
T€
Bilanzierte Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen
T€
Stand zum 1. Januar 2021 * 8.787 (5.034) 3.753
Laufender Dienstzeitaufwand 242 - 242
Zinsaufwand / (Zinsertrag) 28 (19) 9
Pensionszahlungen (149) - (100)
Beiträge des Arbeitgebers - (100) (2)
Beiträge der Teilnehmer des Plans 98 (100) (2)
Planabgeltung - - -
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne (169) - (169)
davon aufgrund veränderter finanzieller Parameter (177) - (177)
davon aufgrund veränderter demographischer Annahmen 1 - 1
davon erfahrungsbedingte Anpassungen 7 - 7
Transfer des Pensionsguthabens - - -
Tatsächliche Erträge / Aufwendungen der Planvermögen (ohne bereits in den Zinsen enthaltene Beträge) - 6 6
gezahlte Leistungen (1) 1 -
Wechselkursänderungen 86 (47) 39
Unterdeckung / (Überdeckung) 8.923 (5.293) 3.630
Effekt aus Aktivierungsobergrenze - - 410
Stand zum 31. Dezember 2021 8.923 (5.293) 4.040

* vor Asset Ceiling/Effekt aus der Aktivierungsgrenze

Die wesentlichen Leistungsverpflichtungen bestehen in der Schweiz i.H.v. T€ 2.381 (im Vj. T€ 2.297), in Deutschland i.H.v. T€ 1.429 (im Vj. T€ 2.073), Österreich i.H.v. T€ 836 (im Vj. T€ 1.029) und Belgien i.H.v. T€ 2.204 (im Vj. T€ 2.573).

Die mit den leistungsorientierten Pensionszusagen verbundenen Verpflichtungen sind teilweise durch Planvermögen gedeckt und zwar einerseits über rückgedeckte Versicherungsverträge und andererseits über separate Pensionsvehikel. Planvermögen wird aktuell im Vereinigten Königreich, Belgien und der Schweiz eingesetzt. Im Vereinigten Königreich ist das Vermögen wie folgt investiert:

Vereinigtes Königreich 2022
T€
2021
T€
Anlagen in Aktien 382 414
Unternehmensanleihen 205 269
Staatsanleihen 130 176
Sonstige Anlagen 205 0
Liquide Mittel 9 176
Summe 931 1.036

In der Schweiz erfolgt die Anlage des Planvermögens bis zu einem Betrag i.H.v. T€ 2.361 (im Vj. T€ 1.932) gemäß der Strategie der Sammelstiftung (VZ BVG). Eine detaillierte Aufteilung der Asset Allocation ist nicht möglich, so dass das Vermögen als "Sonstige Anlagen" zu klassifizieren ist. Die Vermögenswerte sind zu 100% an einem aktiven Markt notiert.

Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2023 mit Beiträgen zu leistungsorientierten Pensionsplänen von insgesamt T€ 144 (im Vj. T€ 147) und Auszahlungen von T€ 1.039 (im Vj. T€ 99).

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken z. B. allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken (Langlebigkeitsrisiko, etc.) und finanziellen Risiken (Zinsänderungsrisiko, Kapitalmarktbeziehungsweise Anlagerisiken, etc.) ausgesetzt.

Verwendete Faktoren bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen 2022 2021
Abzinsungsfaktor
Deutschland 3,69% 0,82%
Österreich 3,10% 0,90%
Schweiz 2,20% 0,35%
Belgien 3,05% 1,10%
Italien 3,70% 0,90%
Vereinigtes Königreich 5,10% 1,10%
Langfristige Gehaltssteigerungen
Deutschland 0,00% 0,00%
Österreich 2,20% 2,00%
Schweiz 1,00% 1,00%
Belgien 0,00% 0,00%
Italien 0,00% 0,00%
Vereinigtes Königreich 0,00% 0,00%
Rentendynamik
Deutschland 1,00% 1,00%
Österreich 0,00% 0,00%
Schweiz 0,00% 0,00%
Belgien 2,60% 1,80%
Italien 2,50% 1,50%
Vereinigtes Königreich 3,00% 3,00%

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Leistungsverpflichtung beträgt in der Schweiz bei der APCOA Parking Service Switzerland AG 15 (im Vj. 19) und bei der Park & Control PAC Switzerland GmbH 18 (im Vj. 21), in Deutschland 11 (im Vj. 13), in Belgien 13 (im Vj. 13), im Vereinigten Königreich 10 (im Vj. 12), in Österreich 9 (im Vj. 10) und in Italien 10 (im Vj. 10) Jahre.

Eine Erhöhung oder Verminderung des Abzinsungsfaktors um einen Prozentpunkt würde den Barwert der Verpflichtungen aus betrieblichen Altersversorgungsplänen der Gruppe um T€ 560 reduzieren, beziehungsweise um T€ 616 erhöhen. Eine Erhöhung oder Verminderung des Rententrends um einen Prozentpunkt würde den Barwert der Verpflichtungen aus betrieblichen Altersversorgungsplänen der Gruppe um T€ 188 erhöhen, beziehungsweise um T€ 166reduzieren.

Die Sensitivitätsanalysen basieren auf der Änderung einer einzelnen Annahme, wobei alle anderen Annahmen konstant bleiben. In der Realität wird es wahrscheinlich zu Abweichungen kommen. Die Methoden zur Berechnung der oben dargestellten Sensitivitäten und zur Berechnung der Pensionsrückstellungen stimmen überein. Die Auswirkungen anderer Versicherungsmathematischer Annahmen sind nicht wesentlich. Auf eine Darstellung wurde deshalb verzichtet.

Die Neubewertungsverluste im Geschäftsjahr i.H.v. T€ -771 (im Vj. T€ -169) werden mit den sonstigen Rücklagen verrechnet. Die insgesamt im Eigenkapital des Konzerns erfassten Gewinne aus Neubewertung der Versorgungsbezüge betragen T€ 2.181 (im Vj. T€ 2.952). Die direkt im Eigenkapital des Konzerns erfassten latenten Steuern belaufen sich auf T€ 480 (im Vj. T€ 524).

(38) Sonstige Schulden

Die sonstigen langfristigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige langfristige Schulden 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Abgrenzungen und erhaltene Vorauszahlungen 19 37

Die sonstigen kurzfristigen Schulden und Vertragsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige Schulden und Vertragsverbindlichkeiten 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Personalverbindlichkeiten 22.674 23.725
Vertragsverbindlichkeiten 10.233 12.390
Abgrenzungen und erhaltene Vorauszahlungen 4.951 3.200
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 2.594 3.356
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 5.702 6.242
Übrige Schulden 5.225 4.642
Summe 51.380 53.555

Die Personalverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Bonusverbindlichkeiten i.H.v. T€ 9.321 (im Vj. T€ 11.825) und Urlaubsansprüche i.H.v. T€ 7.017 (im Vj. T€ 6.537) sowie Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten und die Lohnsteuern.

Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten

T€ 01.01.2022 Transfer in Umsatz Zugang 31.12.2022
Vertragsverbindlichkeiten 12.390 (12.390) 10.233 10.233

Die Vertragsverbindlichkeiten bestehen ausschließlich aus Kundenvorauszahlungen und betreffen Zeiträume von höchstens einem Jahr. Wie nach IFRS 15 zulässig, wird der Transaktionspreis, der diesen nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet wird, nicht offengelegt.

(39) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 154.289 130.623
Sonstige Verbindlichkeiten 1.245 1.366
Summe 155.534 131.989

5. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

(40) Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher, investiver und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die in Fremdwährung gehalten werden oder fällig sind, werden getrennt von den Zahlungsströmen aus betrieblicher, investiver und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Der Fonds der Kapitalflussrechnung umfasst ausschließlich die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (siehe Anhangangabe (30)). Darin enthalten ist ein Betrag i.H.v. T€ 7.214 (im Vj. T€ 6.418) von Bankguthaben, den APCOA PARKING Group auf Grund gesetzlicher Bestimmungen oder vertraglicher Verpflichtungen nur zweckgebunden verwenden darf.

Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten werden in der nachfolgenden Tabelle, unterteilt nach zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Komponenten, dargestellt:

1.1.2022 Zahlungswirksame Buchwertänderungen Währungsumrechnung Fair Value-Änderungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 686.328 (38.773) 61 -
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 942.059 (183.153) (4.458) -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 778 (211) 35 -
Derivative Finanzinstrumente 988 - - -
Summe 1.630.153 (222.136) (4.361) -
Zugänge aus Unternehmenserwerben Sonstige Änderungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 46 42.093
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 204 194.061
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - -
Derivative Finanzinstrumente - (988)
Summe 249 235.166
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten 31.12.2022
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 689.755
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 948.714
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 602
Derivative Finanzinstrumente -
Summe 1.639.071
1.1.2021 Zahlungswirksame Buchwertänderungen Zahlungsunwirksame Buchwertänderungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten T€ Währungsumrechnung Fair Value-Änderungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 587.827 50.125 736 -
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 884.917 (152.808) 7.535 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 518 227 34 -
Derivative Finanzinstrumente 1.322 - 1 (335)
Summe 1.474.584 (102.456) 8.305 (335)
Zahlungsunwirksame Buchwertänderungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten Zugänge aus Unternehmenserwerben Sonstige Änderungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen - 47.640
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen - 202.414
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - -
Derivative Finanzinstrumente - -
Summe - 250.054
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten 31.12.2021
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 686.328
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 942.059
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 778
Derivative Finanzinstrumente 988
Summe 1.630.153

Die Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen ergibt sich aus einer zahlungswirksamen Veränderung i.H.v. T€ 38.773 und einer zahlungsunwirksamen Veränderung i.H.v. T€ 42.093 . Die zahlungswirksame Veränderung ergibt sich aus gezahlten Zinsen und Bankgebühren i.H.v. T€ -36.449 und gezahlten Transaktionskosten i.H.v. T€ -180 sowie Auszahlungen aus Darlehen von netto T€ 2.355. Die zahlungsunwirksame Veränderung ergibt sich aus der Abgrenzung von Zinsen und Bankgebühren sowie der Veränderung von Transaktionskosten i.H.v. T€ 42.093 und aus einer Fremdwährungsveränderung i.H.v. T€ 61.

Die Änderungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sind in Kapitel (42) kommentiert. Die sonstigen Änderungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen resultieren im Wesentlichen aus Modifikationen (T€ 69.133), Neuaufnahmen (T€ 75.037). sowie Abzinsung (T€ 50.143).

Unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten findet in dieser Übersicht lediglich ein Ausweis der Verbindlichkeiten aus dem Darlehen in der Schweiz statt. Die Veränderung der hinterlegten Barsicherheiten wird in dieser Übersicht nicht dargestellt, da diese nicht im Zusammenhang mit den Finanzierungsaktivitäten stehen.

6. Sonstige Angaben

(41) Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse bestätigt wird, die jedoch außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen. Ferner stellen gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualverbindlichkeiten dar, wenn eine Inanspruchnahme hieraus nicht wahrscheinlich ist und/oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Die Gesellschaft kann im Zuge ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten, Schadenersatzansprüche, Ermittlungs- und Gerichtsverfahren einschließlich Fragen der Produkthaftung und wirtschaftliche Streitigkeiten verwickelt werden.

Zum 31. Dezember 2022 bestehen nach Ansicht der Geschäftsführung und ihrer Rechtsberater im Hinblick auf das Geschäft der Gesellschaft, ihre Finanzlage oder ihr betriebliches Ergebnis keine weiteren wesentlichen Sachverhalte, als die im Nachfolgenden aufgeführten.

APCOA Parking Italia S.p.A. erhielt Steuerbescheide über Abgaben für die Besetzung von öffentlichem Grund (TOSAP) der Stadt Avellino für die Jahre 2013 bis 2017 über insgesamt € 11,5 Mio. (inkl. Zinsen und Strafzuschlägen). Diese Bescheide 2013 bis April 2015 wurden in der ersten und zweiten Instanz erfolgreich angefochten. Hiergegen hat die Gemeinde Berufung eingelegt. Der Widerspruch gegen die Bescheide ab Mai 2015 wurde in zweiter Instanz abgewiesen. Gegen diese Entscheidung hat die Gesellschaft Berufung eingelegt.

Das Management geht derzeit davon aus, dass das Risiko der Inanspruchnahme nicht wahrscheinlich ist. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass das entstehende Risiko auf den Eigentümer der Garage übertragen werden kann. Eine Rückstellung wurde daher im vorliegenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nicht gebildet.

(42) Angaben zu Leasingverhältnissen

Der Konzern mietet unter anderem Parkraum, Parkgebäude, Bürogebäude, Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von 6 Monaten bis 30 Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen und/oder Kündigungsoptionen aufweisen. Derartige Vertragskonditionen werden dazu verwendet, um der Gruppe die maximale betriebliche Flexibilität zu sichern. Wie der Konzern die Einschätzung vornimmt, ob Optionen in die Leasingverbindlichkeit einbezogen werden, ist in Kapitel (10) dargelegt. Eine Änderung der Einschätzung zur Ausübung von bisher durch die Gruppe als nicht hinreichend sicher angesehen Optionen könnte die Leasingverbindlichkeit und die korrespondierenden Nutzungsrechte wesentlich erhöhen. Aus Optionen, deren Verlängerung der Konzern zum 31. Dezember 2022 als nicht hinreichend sicher erachtet, können sich erhebliche zukünftige Mittelabflüsse ergeben. Verlängerungsoptionen seitens der Verpächter in wesentlichem Umfang bestehen keine. Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Hierzu zählen insbesondere auch variable Zahlungen in Abhängigkeit von einem und/oder mehreren unterschiedlichen Faktoren wie Umsatzerlöse, Frequenzen der jeweiligen Mietfläche. Für einige Mietflächen sind bis zu 100% der Leasingzahlungen abhängig von den erzielten Umsätzen. Variable Zahlungsbedingungen werden aus unterschiedlichen Gründen verwendet, unter anderem zur Minimierung der Fixkostenbasis, welcher die Gruppe ausgesetzt ist und um einen Zusammenhang mit der ökonomischen Entwicklung der Mietfläche herzustellen. Abhängig von der Höhe der maßgeblichen Faktoren ist der Konzern höheren oder niedrigeren Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen ausgesetzt. Im Geschäftsjahr 2022 betrug das Verhältnis von Fixpachtzahlungen zu variablen Leasingaufwendungen 74% (im Vj.: 92%), die variablen Komponenten überwogen also wieder deutlicher die volumenabhängigen variablen Pachtzahlungen. Im Geschäftsjahr 2022, betrug der Aufwand für variable Pachten T€ 238.670. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Leasingverträge unter Zugrundelegung der bestehenden Planung beträgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 etwa 8 Jahre.

Zur Optimierung der Leasingkosten während der Vertragslaufzeit gewährt der Konzern in manchen Fällen Restwertgarantien, im überwiegenden Teil bei Fahrzeugen und Maschinen. Zum 31. Dezember 2022 wurde davon ausgegangen, dass aufgrund eingegangener Restwertgarantien ein Betrag von T€ 217 (im Vj.: T€ 208) zu zahlen sein wird, der entsprechend in den Leasingverbindlichkeiten erfasst ist.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Finanzschulden aus Leasingverhältnissen in Höhe von T€ 133.009 (im Vj.: T€ 99.512) zurückgeführt sowie T€ 50.143 (im Vj.: T€ 53.296) an Zinsen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen gezahlt.

Die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen sind mit Buchwerten in Höhe von T€ 847.637 (im Vj.: T€ 846.597) in den Sachanlagen ausgewiesen, die sich wie folgt nach Klassen aufteilen lassen:

Nutzungsrechte nach Klassen 2022
T€
2021
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 833.953 834.783
darauf in der Berichtsperiode erfasste Aufwendungen für planm. Abschreibungen 126.984 118.611
Technische Anlagen und Maschinen 13.684 11.814
darauf in der Berichtsperiode erfasste Aufwendungen für planm. Abschreibungen 5.252 4.736
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - -
darauf in der Berichtsperiode erfasste Aufwendungen für planm. Abschreibungen 3 -

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind unter anderem folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:

2022
T€
2021
T€
Aufwendungen iZm kurzfristigen Leasingverhältnissen 7.717 8.223
Aufwendungen iZm Leasingverhältnissen über Vermögenswerte mit geringem Wert 1.305 1.618
Aufwendungen iZm variablen Leasingzahlungen 238.670 162.068
Aufwendungen/Ertrag aus außerplanmäßiger Wertberichtigungen und -aufholungen auf Nutzungsrechte 7.772 4.654

Weiterführende Angaben zu Zinsaufwand auf Leasingverhältnisse finden sich in Kapitel (20) Finanzaufwendungen sowie zu Nutzungsrechten in Kapitel (23) Sachanlagen und Nutzungsrechte.

(43) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente sind gemäß IAS 32 Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Die von den IFRS geforderten zusätzlichen Angaben sind an entsprechender Stelle innerhalb des Konzernabschlusses enthalten. Insbesondere verweisen wir auf die Ausführungen in den Anhangangaben (35) und (44).

(44) Risikomanagement des Konzerns

Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Geschäftspraxis des Konzerns. Das Risikomanagement des Konzerns umfasst verschiedene Ebenen und Risikoarten. Auf Konzernebene ist Risikomanagement ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsplanungs- und Controllingprozesse. Wesentliche Risiken werden überwacht und regelmäßig mit dem Beirat diskutiert. Im Konzern werden die Aufgaben der Risikoidentifikation und -steuerung von dem Konzern-Treasury wahrgenommen. Das Konzern-Treasury berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und wird durch dezentrale Risikoassistenten unterstützt. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Geschäftsführung.

Finanzielles Risikomanagement

Der Konzern ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, die sich aus den betrieblichen Geschäftstätigkeiten und den Finanztätigkeiten des Konzerns ergeben. Die für den Konzern bedeutendsten finanziellen Risiken ergeben sich aus der Änderung der Fremdwährungskurse, der Zinssätze sowie der Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner des Konzerns. Die regelmäßige Berichterstattung der Risiken wird durch die entsprechenden Controllingfunktionen innerhalb des Konzerns durchgeführt. Eine strikte und stabile Finanzierungsstruktur ist der APCOA PARKING Group für die Einhaltung der Vereinbarungen der Fremdfinanzierung im Rahmen des Vertrags zur Schuldverschreibung vorgegeben (sog. Covenants). Die Überwachung der Einhaltung der Covenants erfolgt regelmäßig.

Derivative Finanzinstrumente dürfen ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen werden. Je nach Einschätzung des Risikos werden ausgewählte derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Zur Sicherung des Ausfallrisikos werden Sicherungsgeschäfte grundsätzlich nur mit führenden Finanzinstituten abgeschlossen.

Buchwerte, Wertansätze und Fair Values nach Bewertungskategorien Bewertungskategorie Buchwert Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
IFRS 9 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgswirksam
31.12.2022
T€
31.12.2022
T€
31.12.2022
T€
Beteiligungen FVtOCI 156
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC/n.a. 12.194 10.335
Derivative Finanzinstrumente FVtPL 2.100 2.100
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen FAAC 54.656 54.656
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 131.278 131.278
Finanzielle Verbindlichkeiten FLAC/n.a. 1.644.651 1.644.651
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen FLAC 689.755 689.755
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 3.211 3.211
davon Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen FVtPL 1.205 1.205
davon Leasingverbindlichkeiten n.a. 948.714
davon erhaltene Sicherheiten FLAC 1.766 1.766
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 155.534 155.534
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien IFRS 9
Financial Assets Measured at Amortised Cost (FAAC) 196.270 196.270
Financial Assets Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL) 2.100 2.100
Financial Assets Measured at Fair Value through OCI (FVtOCI) 156
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC) 850.267 850.267
Financial Liabilities Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL) 1.205 1.205
Buchwerte, Wertansätze und Fair Values nach Bewertungskategorien Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Nicht im Anwendungsbereich des IFRS 9
Fair Value erfolgsneutral
31.12.2022
T€
31.12.2022
T€
Beteiligungen 156
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.859
Derivative Finanzinstrumente
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen
davon Leasingverbindlichkeiten 948.714
davon erhaltene Sicherheiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien IFRS 9
Financial Assets Measured at Amortised Cost (FAAC)
Financial Assets Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL)
Financial Assets Measured at Fair Value through OCI (FVtOCI) 156
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC)
Financial Liabilities Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL)
Buchwerte, Wertansätze und Fair Values nach Bewertungskategorien Fair Value davon davon davon
31.12.2022
T€
Fair Value Stufe 1 1) 31.12.2022
T€
Fair Value Stufe 2 2) 31.12.2022
T€
Fair Value Stufe 3 3) 31.12.2022
T€
Beteiligungen 156
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente 2.100 2.100
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 659.587 659.587
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 1.205 1.205
davon Leasingverbindlichkeiten
davon erhaltene Sicherheiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien IFRS 9
Financial Assets Measured at Amortised Cost (FAAC)
Financial Assets Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL)
Financial Assets Measured at Fair Value through OCI (FVtOCI)
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC)
Financial Liabilities Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL)
Buchwerte, Wertansätze und Fair Values nach Bewertungskategorien Bewertungskategorie IFRS 9 Buchwert Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
31.12.2021
T€
Fortgeführte Anschaffungskosten 31.12.2021
T€
Fair Value erfolgswirksam 31.12.2021
T€
Beteiligungen FVtOCI 139
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC/n.a. 12.157 10.333
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen FAAC 47.003 47.003
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente FAAC 148.421 148.421
Finanzielle Verbindlichkeiten FLAC/n.a. 1.634.968 1.634.968
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen FLAC 686.328 686.328
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 3.593 3.593
davon Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen FVtPL 57 57
davon Leasingverbindlichkeiten n.a. 942.059
davon derivative Finanzinstrumente in Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n.a. 988
davon erhaltene Sicherheiten FLAC 1.944 1.944
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 131.989 131.989
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien IFRS 9
Financial Assets Measured at Amortised Cost (FAAC) 205.758 205.758
Financial Assets Measured at Fair Value through OCI (FVtOCI) 139
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC) 823.854 823.854
Financial Liabilities Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL) 57 57
Buchwerte, Wertansätze und Fair Values nach Bewertungskategorien Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Nicht im Anwendungsbereich des IFRS 9
Fair Value erfolgsneutral 31.12.2021
T€
31.12.2021
T€
Beteiligungen 139
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.824
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente
Finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen
davon Leasingverbindlichkeiten 942.059
davon derivative Finanzinstrumente in Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) 988
davon erhaltene Sicherheiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien IFRS 9
Financial Assets Measured at Amortised Cost (FAAC)
Financial Assets Measured at Fair Value through OCI (FVtOCI) 139
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC)
Financial Liabilities Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL)
Buchwerte, Wertansätze und Fair Values nach Bewertungskategorien Fair Value 31.12.2021
T€
davon Fair Value Stufe 1 1) 31.12.2021
T€
davon Fair Value Stufe 2 2) 31.12.2021
T€
davon Fair Value Stufe 3 3) 31.12.2021
T€
Beteiligungen 139
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente
Finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldverschreibungen 713.445 713.445
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Verbindlichkeiten aus Kaufpreisen 57 57
davon Leasingverbindlichkeiten
davon derivative Finanzinstrumente in Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) 988 988
davon erhaltene Sicherheiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien IFRS 9
Financial Assets Measured at Amortised Cost (FAAC)
Financial Assets Measured at Fair Value through OCI (FVtOCI)
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC)
Financial Liabilities Measured at Fair Value through Profit and Loss (FVtPL)

1) Die Ermittlung des Fair Value erfolgte auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten.

2) Die Ermittlung des Fair Value erfolgte auf Basis von Parametern, für die direkt oder indirekt abgeleitete notierte Preise auf einem aktiven Markt zur Verfügung stehen.

3) Die Ermittlung des Fair Value erfolgte auf Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, die nicht näherungsweise dem Buchwert entsprechen, wurden anhand der Barwerte der mit den Vermögenswerten und Schulden verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche Markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren, ermittelt. Hierbei wird unterstellt, dass die im Rahmen der diesjährigen Refinanzierung vereinbarte Marge für APCOA PARKING Group weiterhin marktgerecht ist. Mithilfe dieses für APCOA PARKING Group spezifischen Spreads wurde die aktuelle Zinskurve für Unternehmen mit vergleichbarem Kreditrisiko adjustiert. Da diese adjustierte Zinskurve nicht am Markt beobachtbar ist, wird der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente der Stufe 3 der Fair Value Hierarchie zugeordnet.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzierungsinstrumente wurden anhand von Bewertungsmodellen ermittelt, die auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basieren.

Der beizulegende Zeitwert von Zinsswapkontrakten wurde unter Verwendung von DCF-Verfahren (Discounted Cashflows = abgezinste Zahlungsströme) und dem Black-Scholes-Modell ermittelt.

2022 Zum Fair Value bewertetes Finanzinstrument
T€ Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Derivative Finanzinstrumente 0 2.100 0 2.100
2021 Zum Fair Value bewertetes Finanzinstrument
T€ Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Derivative Finanzinstrumente in Hedge-Beziehung 0 (988) 0 (988)

Der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert wurden, wird mit anerkannten Bewertungsmodellen unter Zuhilfenahme am Markt beobachtbarer Multiplikatoren ermittelt.

Kreditrisiko

Kreditrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass Geschäftspartner einer Transaktion nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und dem Konzern daraus ein finanzieller Schaden entsteht. Das maximale Kreditrisiko entspricht, ohne Berücksichtigung jeglicher zusätzlichen Sicherheiten oder sonstiger Kreditverbesserungen, maximal dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte des Konzerns. Der Konzern trägt dem Kreditrisiko durch die Bildung von entsprechenden Wertberichtigungen Rechnung.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Hohe Forderungsausfallrisiken sieht die Gesellschaft historisch bedingt nicht. Zweifelhafte Forderungen werden wertberichtigt. Im Falle von uneinbringlichen Forderungen werden diese vollständig abgeschrieben. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen einem aktiven Risikomanagement mit Fokussierung auf die Überwachung der laufenden Forderungen. Des Weiteren wird auf die Ausführungen unter Absatz (29) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte verwiesen. Das Ziel des Managements der Forderungen ist die Verbesserung der Konzernliquidität durch eine optimierte Vermögensverwendung unter gleichzeitiger Einhaltung eines annehmbaren Risikoniveaus. Die Gefahr von Risikokonzentrationen ist im Konzern als gering anzusehen, da ein Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dauermietern und Falschparkern besteht. Diese Forderungen zeichnen sich durch eine breite geographische Verteilung sowie eine große Zahl verschiedener Schuldner aus. Die Risiken werden regelmäßig pro Land und Art der Gegenpartei überwacht. Es gibt keine Risikokonzentration pro Land innerhalb des Konzerns.

Forderungen gegenüber Kunden sind i.H.v. T€ 1.766 (im Vj. T€ 1.944) durch Sicherheitsleistungen (im Wesentlichen Kautionen) abgesichert.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken ergeben sich, wenn zu einem beliebigen Zeitpunkt die finanziellen Verpflichtungen die finanziellen Vermögenswerte übersteigen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos durch den Konzern erfolgt durch Einbehaltung einer ausreichenden, leicht verfügbaren Reserve, um die benötigte Liquidität zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. Die Konzernliquidität wird laufend überwacht. Aus der Kreditlinie können bei Bedarf auf Abruf zusätzlich T€ 57.427 (im Vj. T€ 59.767) für Überziehungskredite und für Avale gezogen werden. Des Weiteren wird auf die Ausführungen unter Absatz (35) Finanzielle Verbindlichkeiten verwiesen.

Durch die COVID-19 Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Umsatz hatte sich das Liquiditätsrisiko der APCOA PARKING Group erhöht. Aufgrund dessen hat die APCOA PARKING Group am 23. Juli 2021 eine neue Finanzierung abgeschlossen. Dadurch steht der Gesellschaft eine endfällige Tranche über T€ 320.000 (Senior Secured Fixed Rate Notes), eine endfällige Tranche über T€ 365.000 (Senior Secured Floating Rate Notes) und eine Kredit- und Garantielinie über T€ 80.000 (Revolving Credit Facility) zur Verfügung. Die alte Finanzierung der Term Loan Facility B über T€ 592.000 und Term Loan Facility B2 T€ 78.000 wurde durch die neue Finanzierung abgelöst. Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Zinssatz auf die Anleihe mit fixem Zinssatz (Senior Secured Fixed Rate Notes) 4,625% und 5,00% auf die Anleihe mit dem variablen Zinssatz (Senior Secured Floating Rate Notes). Die Anleihe mit dem variablen Zinssatz ist mit einem 3-Monats-Euribor (mit 0% Floor) plus 5,00% Marge verzinst. Die Geschäftsführung hat darüberhinausgehende Maßnahmen ergriffen, um ausreichend Liquidität in der Gruppe sicherzustellen. Dazu zählen unter anderem Reduzierungen bei Mietzahlungen durch Vertragsnachverhandlungen, Veränderungen der fixen in variable Mietanteile, Opex- und Overhead-Kürzung, Investitionsreduktionen und die Inanspruchnahme staatlicher Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld.

Going Concern

Die Fremdfinanzierung des Konzerns wird im Wesentlichen durch die am 23. Juli 2021 ausgegebenen Senior Secured Fixed Rate Notes (T€ 320.000), einer Senior Secured Floating Rate Notes (T€ 365.000) und eine Kredit- und Garantielinie über T€ 80.000 sichergestellt. Zum 31. Dezember 2022 war die Kredit- und Garantielinie mit einem Betrag i.H.v. T€ 22.573 in Anspruch genommen. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten belief sich zum 31. Dezember 2022 auf T€ 131.278.

Die im Vertrag zur Schuldverschreibung derzeit geforderten Liquiditätskennzahlen wurden vom Konzern eingehalten.

Zahlungsfähigkeit und die Einhaltung der geänderten Kreditbedingungen und damit eine positive Fortbestehensprognose sind nach Erwartung der Geschäftsführung sichergestellt, der Abschluss wurde daher unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Marktrisiken

Ein Marktrisiko resultiert aus Marktpreisänderungen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns. Ein Marktrisiko kann das operative Ergebnis, das Finanzergebnis sowie das Eigenkapital des Konzerns beeinflussen. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Neben Währungsrisiken unterliegt der Konzern Zinsänderungsrisiken. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Währungsrisiko

Der Konzern ist europaweit tätig und daher Wechselkursschwankungen ausgesetzt, welche Auswirkungen auf das Finanzergebnis und das Eigenkapital des Konzerns haben. Ein Fremdwährungsrisiko entsteht dadurch, dass der auf lokale Währung lautende, gezahlte oder erhaltene Betrag für Transaktionen durch Änderungen im Wechselkurs schwankt (Transaktionsrisiko). Zusätzlich entsteht ein Fremdwährungsrisiko durch die Umrechnung der Abschlüsse der konsolidierten Tochterunternehmen für Zwecke der Erstellung des Konzernabschlusses in Euro (Umrechnungsrisiko), deren funktionale Währung nicht der Euro ist. Die Ziele des Managements von Fremdwährungsrisiken durch den Konzern sind der Erhalt des ökonomischen Wertes seines derzeitigen und zukünftigen Vermögens und die Minimierung der Volatilität des Finanzergebnisses des Konzerns. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen daher durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen der Konzern Finanzinstrumente eingeht.

Den Währungssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde:

Wesentliche originäre monetäre Finanzinstrumente (Flüssige Mittel, Forderungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und unverzinsliche Verbindlichkeiten) sind bis auf einige Ausnahmen unmittelbar in funktionaler Währung denominiert. Dadurch wird die Auswirkung auf das Ergebnis oder das Eigenkapital von lokalen Währungskursänderungen soweit wie möglich reduziert. Unverzinsliche Wertpapiere beziehungsweise gehaltene Eigenkapitalinstrumente sind nicht monetär und demnach mit keinem Währungsrisiko im Sinne des IFRS 7 verbunden.

Zinserträge und -aufwendungen aus Finanzinstrumenten werden größtenteils direkt in funktionaler Währung erfasst. Wie bereits im Vorjahr ergaben sich im Geschäftsjahr 2022 aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldverschreibungen keine Effekte aus der Währungssensitivitätsanalyse. Die Tranchen der Anleihe sind, wie bereits unter dem Konsortialkreditvertrag, ausschließlich in Euro denominiert.

Verzinsliche Schulden, welche nicht in der funktionalen Währung denominiert waren, betrafen zudem Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen in Euro, norwegischen Kronen, schwedischen Kronen, dänische Kronen, polnische Zloty und Schweizer Franken. Die Sensitivitätsanalyse ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Nicht in der funktionalen Währung denominierte verzinsliche Schulden Auswirkung auf das Ergebnis bei einer Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber der Fremdwährung
31.12.2022 31.12.2021
+10% -10% +10% -10%
T€ T€ T€ T€
NOK -4.073 4.978 -4.651 5.685
SEK -4.621 5.648 -5.014 6.128
DKK -2.224 2.718 -2.224 2.718
PLN -119 146 -136 167
CHF -200 244 -108 136

Zinssatzrisiko

Zinssatzrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf das Finanzergebnis und das Eigenkapital des Konzerns haben können. Zinssatzschwankungen können zur Veränderung des Zinsertrags und Zinsaufwands führen. Des Weiteren kann der Marktwert von bestimmten finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und Absicherungsinstrumenten beeinflusst werden. Das Hauptziel des Managements von Zinssatzrisiken durch den Konzern ist der Erhalt des Nettozinsergebnisses. Die Zins- und Fremdwährungsentwicklung wird wöchentlich überwacht und an das Management und die Gesellschafter berichtet. Bei Bedarf wird über eine weitere Sicherung entschieden.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Marktzinssatzänderungen von Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen eines Cash Flow Hedge zur Absicherung zinsbedingter Zahlungsschwankungen designiert wurden, haben Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und werden daher bei den eigenkapitalbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.

Marktzinssatzänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cash Flow Hedges gegen Zinsänderungsrisiken designiert sind, und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten mit ein.

Wenn das Marktzinsniveau im Geschäftsjahr 2022 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre das Jahresergebnis um T€ 2.663 (im Vj. T€ 1.892 geringer) besser und das sonstige Ergebnis wäre im Geschäftsjahr unverändert (im Vj. um T€ 226 geringer gewesen). Bei einem um 100 Basispunkte niedrigeren Marktzinsniveau, wäre das Jahresergebnis um T€ 754 (im Vj. T€ 0) geringer und das sonstige Ergebnis wäre unverändert (im Vj. um T€ 246 besser gewesen).

Sicherungsmaßnahmen Cash Flow Hedges

Im Vorjahr bestanden im Konzern 2 DKK-Zinsswaps (amortisierend) zur Sicherung variabler Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten. Als Grundgeschäft im Hinblick auf die amortisierenden Swaps in DKK wurde eine variabel verzinsliche Finanzierungsleasingverbindlichkeit designiert. Die Zahlungsstromänderungen der Grundgeschäfte, welche sich aus der Änderung der 3-Monats- CIBOR-Rate ergaben, wurden durch die Zahlungsstromänderungen der Zinsswaps quartalsweise ausgeglichen. Mit der Sicherungsmaßnahme wurde verfolgt, einen Teil der variabel verzinslichen Leasingverbindlichkeiten in fest verzinsliche Leasingverbindlichkeiten zu transformieren und damit den Zahlungsstrom aus den finanziellen Verbindlichkeiten zu sichern. Die amortisierenden Zinsswaps in DKK hatten eine Restlaufzeit bis Juni 2032. Der negative Marktwert in Höhe von T€ 383 wurden im November 2022 im neuen Leasingvertrag zusätzlich finanziert. Der Nominalwert betrug im Vorjahr T€ 3.681.

Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wurde prospektiv anhand der critical terms match Methode beurteilt. Da sämtliche wertbestimmenden Inputparameter übereingestimmt haben, war die Sicherungsbeziehung effektiv. Gründe für Ineffektivität können aus einem abweichenden Kreditrisiko zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft resultieren. Es wurde regelmäßig überprüft, dass das Kreditrisiko bei Grund- und Sicherungsgeschäft nicht dominiert. Retrospektiv wurde anhand der Dollar-Offset Methode eine mögliche Ineffektivität gemessen.

Zum Bilanzstichtag im Vorjahr waren alle Sicherungsbeziehungen dieser Art als in hohem Maße wirksam anzusehen. Der Fair Value, der als Sicherungsinstrument eingesetzten Zinsderivate, betrug im Konzern zum 31. Dezember 2022 T€ 0 (im Vj. T€ -988). Der Fair Value wurde im Vorjahr unter den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Aus der erfolgsneutralen Realisierung resultiert im Geschäftsjahr 2022 eine Wertveränderung der Sicherungsgeschäfte i.H.v. T€ +854 (im Vj. T€ +334). Nach dänischem Steuerrecht war der negative Marktwert der DKK-Swaps steuerlich abzugsfähig. Aufgrund dessen waren im Zusammenhang mit den DKK- Zinsswaps keine latenten Steuern zu erfassen und der Ausweis im Eigenkapital erfolgte mit dem Nettowert. Die Wertänderung aus dem Grundgeschäft betrug T€ -854.

Im Zusammenhang mit den DKK Zinsswaps erhöht sich im Jahr 2022 das sonstige Ergebnis um T€ 716 (im Vj. T€ 37) und es wurde eine Reklassifizierung i.H.v. T€ 138 (im Vj. T€ 224) ins Zinsergebnis vorgenommen wodurch sich eine Veränderung des Eigenkapitals i.H.v. T€ 854 (im Vj. T€ 261) ergibt. Es ergab sich keine Ineffektivität im Berichtszeitraum.

Sicherungsmaßnahmen freistehendes Derivat

Im Geschäftsjahr besteht im Konzern ein Zinscap zur Sicherung variabler Zinsen der in Euro emittierten Anleihen. Hierbei werden Zahlungsstromänderungen des Grundgeschäfts, welche sich aus variablen Kuponzahlungen ergeben, durch die Zahlungsstromänderungen des Zinscaps auf Basis des 3-Monats EURIBORs quartalsweise ausgeglichen. Mit der Sicherungsbeziehung wird verfolgt, einen Teil der variabel verzinslichen Verbindlichkeiten in fest verzinsliche Verbindlichkeiten zu transformieren und damit den Zahlungsstrom aus den finanziellen Verbindlichkeiten zu sichern. Der Zinscap mit Sicherungsbeginn Januar 2023 und einem Nominalwert von T€ 150.000 hat eine Restlaufzeit bis Januar 2025. Der Transaktionspreis betrug T€ 2.100. Die Abweichung zum beizulegenden Zeitwert am Stichtag ist aufgrund der zeitlichen Nähe zum Stichtag von nur wenigen Tagen unwesentlich.

Kapitalmanagement

Der Konzern definiert das verwaltete Kapital als das Konzerneigenkapital inklusive der Minderheitsanteile. Die Ziele der Verwaltung des Kapitals sind:

Die Möglichkeit des Konzerns, die Unternehmensfortführung sicherzustellen, um den Kunden weiterhin Parkraummanagement auf höchstem Niveau und den Investoren Erträge bieten zu können.

Den Investoren angemessene Erträge auf Basis der eingegangenen Risiken bieten zu können.

Die finanziellen Mittel bereitzuhalten, um dem Konzern Investitionen in Bereiche zu ermöglichen, welche den Investoren weitere Erträge generieren.

Die Kapitalmanagementstrategie von APCOA PARKING Group zielt darauf ab, dass die Konzerngesellschaften eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung aufweisen. Darüber hinaus wurde am 23. Juli 2021 mit dem Abschluss der Anleihe Finanzkennzahlen (Covenants) vereinbart, welche auf Basis der konsolidierten Zahlen der APCOA PARKING Group ohne Berücksichtigung der Effekte aus IFRS 16 ermittelt werden. Hierzu wird eine Minimumliquidität APCOA PARKING Group berechnet, welche nicht kleiner als T€ 10.000 sein. Ab September 2022 ist im Rahmen der Anleihe zudem die Einhaltung der Drawn Super Senior Leverage Ratio als Finanzkennzahl (Covenant) basierend auf einem im Kreditvertrag definierten Pro Forma EBITDA vereinbart. Die Einhaltung dieser Kennzahlen wird vom Management der APCOA PARKING Group und den Darlehensgebern regelmäßig überprüft. Im Geschäftsjahr 2022 wurden alle extern auferlegten Kapitalanforderungen erfüllt.

Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien

In den folgenden Tabellen ist das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dargestellt:

aus Zinsen aus Dividenden aus der Folgebewertung
Währungsumrechnung Wertberichtigung aus Abgängen Nettoergebnis
Nettoergebnis nach Bewertungskategorie 2022
T€
2022
T€
2022
T€
2022
T€
2022
T€
2022
T€
Financial Assets measured at Amortised Costs (FAAC) (28) (236) (383) (646)
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC) (39.706) (4.934) (44.640)
Summe (39.706) (4.962) (236) (383) (45.286)
aus Zinsen aus Dividenden aus der Folgebewertung
Nettoergebnis nach Bewertungskategorie 2021
T€
2021
T€
Währungsumrechnung 2021
T€
Wertberichtigung 2021
T€
aus Abgängen 2021
T€
Nettoergebnis 2021
T€
Financial Assets measured at Amortised Costs (FAAC) 41 (458) (186) (603)
Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC) (48.039) (2.314) (50.353)
Summe (48.039) (2.273) (458) (186) (50.955)

(45) Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Als nahestehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, die dem abschlusserstellenden Unternehmen nahestehen, z.B. wenn eine der Parteien direkt oder indirekt über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Als nahestehende Unternehmen des Konzerns wurde die Park Luxco 3 S.C.A., Luxemburg, deren unmittelbare Eigentümerin Park Luxco 2 S.à.r.l, Luxemburg und die Park Luxco S.C.A., Luxemburg als ultimatives Mutterunternehmen identifiziert.

Ebenfalls als nahestehendes Unternehmen wurde das assoziierte Unternehmen AGILE PARKING SOLUTIONS PRIVATE LIMITED, Delhi (Agile), das Gemeinschaftsunternehmen ParcBrux, Gent, und die Partnerschaft Maatschap Parken Leuven, Leuven identifiziert.

Zusätzlich wurden Centerbridge Partners Holding LLC, New York und Centerbridge Partners Europe, LLP, London, die als Manager oder Berater für mittelbar an der Gesellschaft beteiligten Fonds tätig sind, als sonstige nahestehende Unternehmen identifiziert.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Die Forderungen gegenüber ParcBrux bestehen neben Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Dienstleistungen der belgischen Tochterunternehmung zum Großteil aus Darlehensforderungen (s. Kapitel 25).

Der Aufwand gegenüber der Agile resultiert im Wesentlichen aus Dienstleistungen im Bereich der Softwareentwicklung, der Aufwand gegenüber Centerbridge Partners Europe, LLP, London, beruht auf der Erstattung von Beratungskosten in Verbindung mit Reisekosten und Auslagen.

Die folgende Tabelle enthält die Gesamtbeträge aus Transaktionen zwischen nahestehenden Personen und Unternehmen für das betreffende Geschäftsjahr:

Transaktionen mit nahestehende Personen und Unternehmen Ertrag 2022
T€
Aufwand 2022
T€
Forderungen 2022
T€
Verbindlichkeiten 2022
T€
ParcBrux 1.270 11.421
Maatschap Parkeren Leuven 296 547
AGILE PARKING SOLUTIONS PRIVATE LIMITED 90 647 3 0
Centerbridge Partners Europe, LLP 66
Summe 1.656 714 11.971 0
Transaktionen mit nahestehende Personen und Unternehmen Ertrag 2021
T€
Aufwand 2021
T€
Forderungen 2021
T€
Verbindlichkeiten 2021
T€
ParcBrux 1.857 10.975
AGILE PARKING SOLUTIONS PRIVATE LIMITED 72 854 72 247
Centerbridge Partners Europe, LLP 0
Summe 1.929 854 11.046 247

Angaben zum Management in Schlüsselpositionen

Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen wurden die Mitglieder der Geschäftsführung und des Beirates identifiziert.

Geschäftsführung und Beirat
Geschäftsführung/ -leitung der APCOA PARKING HOLDINGS Group
Philippe Op de Beeck (CEO)
Samuel Groves (CFO)
Beirat
Robert Orr (Vorsitzender)
Erik Brenneis
Gregory Marsh
Oliver Stork Niederlegung zum 31.03.2022
Julian von Martius Niederlegung zum 05.10.2022
Steven Skaar
Bernd Gieseken Bestellt zum 01.04.2022
Alvaro Fabian Bestellt zum 06.10.2022

Die Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung/ -leitung sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

2022
T€
2021
T€
Kurzfristig fällige Leistungen 3.144 3.930
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 99 93
Andere langfristig fällige Leistungen 1.350
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 200

Das bestehende Co-Investmentprogramm als weitere Vergütungskomponente sowie das im Geschäftsjahr 2022 aufgesetzte Managementvergütungsprogramm werden in Kapitel 2 dargestellt.

Die kurzfristig fälligen Leistungen enthalten sowohl die Gehälter als auch die jährlich zugesagten variablen Vergütungen für das Management.

Zum 31. Dezember 2022 sind Rückstellungen für die Vergütung von Mitgliedern des Managements aus kurzfristig fälligen Leistungen von T€ 1.350 (im Vj. T€ 2.640) passiviert. Darüber hinaus bestehen kurzfristige Forderungen aus Darlehen in Höhe von t€ 35. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen für Mitglieder des Managements bestehen zum Ende des Berichtsjahres nicht (im Vj. T€ 331).

Die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses betreffen die Beiträge zur Altersvorsorge für Herrn Op de Beeck.

Darüber hinaus betrugen die Pensionszahlungen an frühere Mitglieder des Managements und deren Hinterbliebene T€ 88 (im Vj. T€ 88). Für diesen Personenkreis sind zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen i.H.v. T€ 1.429 (im Vj. T€ 2.072) passiviert.

An die Mitglieder des Beirats wurden Aufwandsentschädigungen für das Geschäftsjahr i.H.v. T€ 387 (im Vj. T€ 439) erfasst. Alle Bezüge und Aufwandsentschädigungen sind kurzfristig fällig.

(46) Honorar Abschlussprüfer

Das Audit Committee der APCOA Parking Holdings GmbH hat am 27. April 2022 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer gewählt. Die Honorare der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PricewaterhouseCoopers-Verbunds für die an die APCOA PARKING Group und an die konsolidierten Tochterunternehmen im jeweiligen Geschäftsjahr erbrachten Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Honorar Abschlussprüfer 2022
T€
2021
T€
Abschlussprüfungsleistungen 908 1.273
davon Inland 530 753
Andere Bestätigungsleistungen 75 782
davon Inland 57 774
Steuerberatungsleistungen 42 46
davon Inland 0 0
Sonstige Leistungen 19 49
davon Inland 0 0
Summe 1.045 2.151

(47) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde durch die Geschäftsführung am 19. April 2023 genehmigt.

Der Konzernabschluss wird durch die Gesellschafterversammlung gebilligt. Auch nach der Ausfertigung kann dieser geändert werden, falls wesentliche Fehler bestehen würden.

 

Leinfelden-Echterdingen, 19. April 2023

Philippe Op de Beeck, Geschäftsführer

Samuel Groves, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die APCOA Parking Holdings GmbH, Leinfelden-Echterdingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der APCOA Parking Holdings GmbH, Leinfelden-Echterdingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der APCOA Parking Holdings GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmertätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, das künftige Ergebnisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 19. April 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Daniel Spengemann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Malte Oertel, Wirtschaftsprüfer

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