Vattenfall Energy Trading GmbH

Amerigo-Vespucci-Platz, 20457 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 80335
Vorher
Nordic Powerhouse GmbHVattenfall Europe Trading GmbHVattenfall Trading Services GmbH
Eingetragen
12.6.2001
Branche
ElektrizitätshandelWärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklern
Gegenstand
Handel mit Energie und Dienstleistungen hierzu auf den Märkten und an den Energiebörsen Europas. Ferner zählen zum Gegenstand des Unternehmens der Handel mit Finanzprodukten und Dienstleistungen hierzu, die ausschließlich gemäß § 2 Abs. 6 Nr. 5 KWG für ihr Mutterunternehmen oder ihre Tochter oder Schwesterunternehmen zu erbringen sind, wobei sich Finanzdienstleistungen auf Finanzinstrumente im Sinne des § 1 Abs. 11 Satz 1 und Satz 4 Nr. 5 KWG beschränken.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Ron Köppen
seit 14.6.2021
Prokura
Geschäftsführer
Isabel Bonilla-Werner
seit 14.6.2021
Prokura
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Vattenfall ABSWE
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Vattenfall (Deutschland) GmbH
Germany
5.000.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Vattenfall Energy Trading GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bericht über das Geschäftsjahr 2023 vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht

Jahresabschluss der Vattenfall Energy Trading GmbH zum 31. Dezember 2023

 

Bilanz

 

Gewinn- und Verlustrechnung

 

Entwicklung des Anlagevermögens

 

Anhang

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Geschäft und organisatorische Struktur

Die Unternehmen des deutschen Teilkonzerns von Vattenfall sind auf verschiedenen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette aktiv. Dazu gehören die Strom- und Wärmeerzeugung aus konventionellen und erneuerbaren Energieträgern sowie die Energieverteilung und der Vertrieb.

Die Vattenfall-Gruppe gliedert sich grenzübergreifend in sechs Business Areas: Customers & Solutions, Distribution, Generation, Heat, Markets und Wind. Die Business Areas sind wiederum in Business Units und Operating Units untergliedert. Den unternehmensweiten Stabsfunktionen zugeordnete Fachabteilungen unterstützen das Business und üben eine funktionale Steuerung im Rahmen ihres Zuständigkeitsbereichs aus.

Steuerungsgrößen des Konzerns sind das Betriebsergebnis nach den internationalen Bilanzierungsvorschriften IFRS sowie daraus abgeleitete wertorientierte Kennzahlen. Neben dem Finanzziel auf Konzernebene, eine vorgegebene Kapitalrendite (ROCE) zu erreichen, bestehen auf Business Unit-Ebene finanzielle Leistungskennziffern wie z. B. underlying EBIT, external operating expenses oder Capex. Aufgrund der Steuerung des Unternehmens in einer funktionalen Struktur lässt sich kein Bezug von finanziellen Leistungskennziffern zum handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft herstellen. Die lokale Steuerung der Vattenfall Energy Trading GmbH (VET GmbH) erfolgt anhand des EBIT.

Die VET GmbH ist die zentrale Handelsplattform der Vattenfall-Gruppe und Teil der Business Area Markets. Mit Standorten in Hamburg, Stockholm, Amsterdam und Kopenhagen ist die Business Area Markets europaweit vertreten.

Hauptaufgaben der VET GmbH sind die Optimierung und das Risikomanagement des Vattenfall-Portfolios entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese reicht vom Einkauf der Brennstoffe über den Handel von physischen und finanziellen Produkten bis hin zu Portfolio- und Risikomanagement. Das Produktportfolio der VET GmbH umfasst neben Strom unter anderem auch Erdgas, CO 2 -Emissionsrechte, Steinkohle, Öl sowie Frachtraten, Biomasse, und Währungen. Die Handelseinheit ist in Zentraleuropa, Skandinavien, Mittel- und Osteuropa aktiv. Die VET GmbH handelt an allen zentralen Energiebörsen, wie z. B. EEX, EPEX, ICE, NORD POOL SPOT N2EX, PXE, TGE, HUPX, PEGAS.

Wirtschaftsbericht

Rahmenbedingungen

Das Gesamtergebnis der VET GmbH wird stark von den Marktpreisschwankungen für Strom und Einsatzstoffe beeinflusst. Die wichtigsten Handelsprodukte für Vattenfall sind Strom, Erdgas sowie CO 2 -Emissionsrechte.

Die Vattenfall-Gruppe hat die Verantwortung für die Optimierung (Produktionsplanung und Dispatching) aller Erzeugungskapazitäten in der Business Area Markets und damit auch bei der VET GmbH zentralisiert. Im Rahmen der Optimierung der Portfolien erfolgt eine Einsatzsteuerung der Kraftwerkskapazitäten in Abhängigkeit von variablen Erzeugungskosten und der prognostizierten/beobachtbaren Strompreise. Auf Basis des optimierten Kraftwerkeeinsatzplanes erfolgt dann eine gemeinsame Steuerung und Sicherung aller Input- und Outputfaktoren.

Im Kundengeschäft bietet die VET GmbH Industriekunden, Stadtwerken aber auch Betreibern von Erneuerbaren Energien Anlagen Serviceleistungen, Energiebeschaffung am Großhandelsmarkt, Marktzugang oder Absicherungsgeschäfte an.

Darüber hinaus führt die VET GmbH Eigenhandel innerhalb der vom Board of Directors der Vattenfall AB gesetzten Risikomandate durch. Hierbei wird versucht die Preisschwankungen auf den Energiemärkten zu nutzen und durch verschiedene Kauf- und Verkaufsaktivitäten Gewinne zu erzielen.

Wirtschaftliches Umfeld

Nach dem Ausnahmezustand an den europäischen Energiemärkten im Jahr 2022, war das Jahr 2023 durch eine Normalisierung an den Termin- und Spotmärkten gekennzeichnet. Die zum Jahresende 2022 begonnene Entspannung an den Märkten bedingt durch eine verbesserte Versorgungssituation sowie gedämpfter Nachfrage setzte sich im Jahr 2023 fort.

Für Deutschland wurde 2023 auf dem Day-Ahead-Strommarkt ein durchschnittlicher Preis von 95,41 EUR/MWh erzielt, was mehr als einer Halbierung des Preises im Vergleich zu 2022 entspricht. Im ersten Quartal lagen die Auktionsergebnisse im Durchschnitt bei 115,82 EUR/MWh und fielen dann im zweiten und dritten Quartal auf ein Niveau von zirka 90 EUR/MWh, was auf die nachlassenden Gaspreise zurückzuführen war. Auch im vierten Quartal gaben die Preise weiter nach. Zur Entspannung am Spotmarkt trugen die gute Verfügbarkeit der Kernkraftwerke in Frankreich, die gute Lage der Wasserkraftwerke, die verbesserte Erzeugung aus Windkraft sowie der niedrige Stromverbrauch aufgrund des milden Wetters und des strukturell geringeren Verbrauchs von Industrie- und Haushaltskunden bei. Der Quartalsdurchschnitt lag bei 83,04 EUR/MWh. In den Niederlanden lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis 2023 bei 96,04 EUR/MWh (60 % unter dem Vorjahresniveau). Der durchschnittliche nordische Day-Ahead Preis (SYS) lag bei 56,46 EUR/MWh (58 % unter dem Vorjahresniveau).

Auch der Stromterminmarkt spiegelte die Fortsetzung der Ende 2022 begonnenen Entspannung an den Commodity-Märkten wider. Der deutsche Frontjahreskontrakt startete bei 214,27 EUR/MWh in das Jahr und handelte nach stetigem Abfall Ende März bei 130,25 EUR/MWh. Anfang Juni erreichte der Kontrakt einen neuen Tiefststand und fiel unter 120 EUR/MWh. Während des Sommers handelte der Kontrakt wieder stärker und schwankte in einem Band zwischen 130 - 150 EUR/MWh, bevor der Preis von Ende August bis Anfang Oktober wieder kontinuierlich fiel und die Marke von 115 EUR/MWh durchbrach. Nach einem kurzen Preissprung auf über 135 EUR/MWh aufgrund des Nahostkonflikts fiel der Future stetig bis Jahresende und schloss das Handelsjahr bei 95,72 EUR/MWh. Der durchschnittliche Preis des Frontjahreskontraktes lag bei 137,51 EUR/MWh und damit 54% unter dem Vorjahresniveau. Der niederländische Frontjahreskontrakt startete 2023 bei 190,02 EUR/MWh und somit 24,25 EUR/MWh unter dem deutschen Kontrakt. Mit den fallenden Gaspreisen nahm der Spread kontinuierlich ab und fiel Mitte Februar unter 10 EUR/MWh. Mit dem Anstieg der Gaspreise im Mai kam es nochmal zu einer Zunahme des Spread auf über 15 EUR/MWh. Danach fiel der Spread kontinuierlich bis Jahresende und schloss bei 1,28 EUR/MWh, was einem Schlusswert von 94,44 EUR/MWh des niederländischen Frontjahreskontraktes entsprach. Der durchschnittliche Preis des niederländischen Frontjahreskontraktes in 2023 lag bei 128,15 EUR/MWh. Der nordische Frontjahreskontrakt startete 2023 mit 84,00 EUR/MWh in den Handel. Trotz überdurchschnittlicher Temperaturen im Frühjahr führten ruhige und trockene Bedingungen dazu, dass der nordische Frontjahreskontrakt zwischen 63 EUR/MWh und 75 EUR/MWh schwankte. Von Ende Juli bis Anfang Oktober führten reiche Niederschläge mehrmals zu negativen Spotpreisen und der Preis des nordischen Frontjahreskontrakts erreichte mit 38,83 EUR/MWh den tiefsten Stand des Jahres 2023. Zum Jahresende stiegen die Spotpreise aufgrund des kalten und ruhigen Wetters rasch an und der nordische Frontjahreskontrakt erholte sich und schloss bei 58,18 EUR/MWh.

Der Frontjahreskontrakt am niederländischen Erdgashandelspunkt TTF wurde im Jahr 2023 zu einem Durchschnittspreis von 52,12 EUR/MWh gehandelt, was einem Rückgang von 54 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der europäische Gasmarkt war im Laufe des Jahres einer erheblichen Preisvolatilität ausgesetzt, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wurde. Die wichtigsten Einflussfaktoren waren hohe Füllstände in den Gasspeichern, ein milder Winter, Arbeitskampfmaßnahmen in australischen LNG-Anlagen, längere Wartungsarbeiten an Gasanlagen in Norwegen, Konflikte im Nahen Osten sowie ein robustes LNG- und Pipelineangebot. Der Frontjahreskontrakt startete in das Jahr 2023 mit einem Preis von 74,75 EUR/MWh und sank dann bis zum Ende der Ausspeicherungssaison am 31. März auf 57,12 EUR/MWh, was auf die hohen Füllstände der Gasspeicher sowie auf einen milden Winter zurückzuführen war. Bis Anfang Juni sank der Preis weiter auf 42,45 EUR/MWh, getrieben durch ein robustes LNG-Angebot in Europa. Zwischen dem 6. und dem 15. Juni stiegen die Preise auf 55,61 EUR/MWh, ausgelöst durch Nachrichten über Arbeitskampfmaßnahmen in den LNG-Anlagen Gorgon und Wheatstone von Chevron in Australien. Anschließend setzte sich die Preisvolatilität aufgrund längerer Wartungsarbeiten an norwegischen Gasanlagen fort, aber der Preis ging schließlich zurück und pendelte sich Anfang Oktober bei 44,14 EUR/MWh ein.

Danach stieg der Preis aufgrund des Nahostkonflikts zwischen Israel und der Hamas auf 56,54 EUR/MWh an. Mit der Stabilisierung der Lage im Nahen Osten, den hohen Füllständen der Gasspeicher, umfangreichen LNG- und norwegischen Pipeline-Lieferungen und dem Wintereinbruch endete das Handelsjahr schließlich mit einem Preis von 34,82 EUR/MWh.

Der CO 2 -Jahresfuture (Lieferung Dezember 2024) begann das Jahr mit 82,45 EUR/t und erreicht nach kurzer Seitwärtsbewegung mit 101,25 EUR/t am 21. Februar seinen Jahreshöchststand. Der Grund war die Erwartung regulatorischer Veränderungen im Zuge der Verabschiedung des Fit-for-55 Maßnahmenpakets und der REPower-EU Agenda. Ab April fiel der Future kontinuierlich aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Industrie sowie aus dem Stromsektor. Für Schwäche sorgte außerdem gegen Jahresende die Verkündung der EU-Kommission von zusätzlichen CO 2 -Auktionen im Rahmen des sogenannten 'Frontloading'. Am 18. Dezember schloss der EUA-DEC23-Kontrakt bei 69,08 EUR/t.

Nach dem Rekordhoch im Jahr 2022 blieb die weltweite Kohlenachfrage auch im Jahr 2023 hoch. Während die jährliche Nachfrage in der EU und den USA um 20% zurückging, stieg der Verbrauch in den asiatischen Ländern, auf die 70 % der weltweiten Nachfrage entfallen, an. Dies kann auf die steigende Stromnachfrage und die geringe Stromerzeugung aus Wasserkraft zurückgeführt werden. Der tägliche Referenzindex API2 für Steinkohlelieferungen nach Europa lag im Durchschnitt bei 128,14 USD/t und damit um 43,9 % niedriger als im Vorjahr. Der Index begann bei 187,46 USD/t und sank Anfang Juni auf 98,23 USD/t. Im Oktober stieg der Index kontinuierlich wieder auf über 140 USD/t an, gab jedoch gegen Jahresende nach und schloss bei 114,93 USD/t.

Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Folgemonat handelte durchschnittlich bei 82,18 USD/bbl und somit 17% unter dem Vorjahresniveau. Der Preis für Brent startet das Jahr bei 85,91 USD/bbl und erreichte das Jahreshoch von 96,55 USD/bbl Ende September. Danach setzte ein kontinuierlicher Preisabfall ein und der Kontrakt schloss am Jahresende bei 77,04 USD/bbl.

Lage des Unternehmens

Geschäftsverlauf

Die VET GmbH konnte im Jahr 2023 das Produktportfolio weiter diversifizieren und ihre Rolle als wichtiger interner und externer Geschäftspartner ausbauen. Dabei prägen die veränderte Energielandschaft, der Ausstieg aus fossilen Energieträgern, das Wachstum der Erneuerbaren und dezentralen Energien sowie der digitale Fortschritt das Geschäft zunehmend.

Der Bereich Erneuerbare Energien wurde im Jahr 2023 weiter ausgebaut. VET GmbH hat das strategische Ziel, einer der führenden Anbieter in der Direktvermarktung, sowie bei grünen Power Purchase Agreements und bei Corporate Power Purchase Agreements zu werden. Dabei unterstützt die VET GmbH Betreiber von Wind- und Solaranlagen bei der Marktintegration der Erneuerbaren Energien sowie Großkunden, die Energie aus Erneuerbaren Anlagen direkt beziehen möchten, um so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dabei spielen die Digitalisierung der Ablauforganisation und der Ausbau des auf Algorithmen basierten Handels eine wichtige Rolle, um die Vielzahl der Geschäfte im kurzfristigen Handel zu automatisieren.

Das Drittkundenbestandportfolio wurde weiter an die Marktveränderungen angepasst was positive Auswirkungen auf die Profitabilität zur Folge hatte.

Die Marktbewegungen der letzten zwei Jahre erforderten besondere Aufmerksamkeit auf die Liquiditätspositionen mit bestehenden Handelspartnern. Die VET GmbH bestätigte sich dabei als verlässlicher und finanzstarker Partner im Markt. Auch in Zukunft wird die VET GmbH ein hohes Augenmerk auf die finanzielle Stabilität seiner Handelspartner legen, um ein ausgewogenes Portfolio zu bewirtschaften.

Ein weiterer Wachstumsbereich ist die Nutzbarmachung dezentraler Flexibilitäten. Für die Elektrifizierung und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien ist ein flexibles Energiesystem erforderlich. Dies gilt sowohl auf Ebene der Übertragungs- und Verteilnetze wie auch auf der Ebene des kurzfristigen Großhandelsmarktes. Die VET GmbH bietet seinen Kunden Algorithmen basierte Services an, um ihre dezentralen flexiblen Anlagen bestmöglich zu optimieren und dadurch Mehrerlöse zu erzielen.

Im Energiehandel wurde weiter in die Automatisierung und Digitalisierung investiert, insbesondere in die Entwicklung von Algorithmen, um so den Handel bei der Analyse und Ausführung von Handelsgeschäften zu unterstützen.

Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung 2023
Mio. €
2022
Mio. €
Veränderung
Mio. €
Umsatzerlöse und Erträge 99.458,7 118.730,2 -19.271,5
Materialaufwand -98.698,7 -118.467,7 19.769,0
Operative Aufwendungen -224,1 -370,0 145,9
EBIT 535,9 -107,5 643,4
Finanzergebnis 101,9 -5,9 107,8
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 637,8 -113,4 751,2

Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus geringeren Umsatzerlösen im Strom- und Gas- sowie im Zertifikatehandel bedingt durch den Rückgang des Handelsvolumens sowie gesunkene Marktpreise in 2023. Die Umsatzerlöse im Stromhandel verringerten sich um 1.700,6 Mio. € auf 31.654,8 Mio. €, im Gashandel um 14.166,9 Mio. € auf 55.255,1 Mio. € und im Zertifikatehandel um 2.939,7 Mio. € auf 12.375,7 Mio. €.

Der Rückgang der Materialaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus verringerten Materialaufwendungen im Strom- und Gas- sowie im Zertifikatehandel bedingt durch den Rückgang des Handelsvolumens sowie gesunkene Marktpreise in 2023. Die Materialaufwendungen im Stromhandel verringerten sich um 5.507,0 Mio. € auf 30.241,4 Mio. €, im Gashandel um 11.898,0 Mio. € auf 55.649,8 Mio. € und im Zertifikatehandel um 2.341,4 Mio. € auf 12.594,8 Mio. €.

Das EBIT liegt mit 535,9 Mio. € über dem Vorjahresniveau und ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Rohertragsmarge im Stromhandel um 3.675,9 Mio. €. Gegenläufig entwickelten sich die Rohertragsmargen im Gas- sowie Zertifikatehandel. Diese verringerte sich um 2.268,9 Mio. € bzw. um 598,3 Mio. €. Das Jahresergebnis vor Gewinnabführung beläuft sich auf 637,8 Mio. € und nach Gewinnabführung auf 0,0 Mio. €.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Bilanz 31.12.2023
Mio. €
31.12.2022
Mio. €
Veränderung
Mio. €
Aktiva
Anlagevermögen 54,0 68,8 -14,8
Umlaufvermögen (einschließlich RAP) 6.426,7 14.711,3 -8.284,6
6.480,7 14.780,1 -8.299,4
Passiva
Eigenmittel 120,2 120,2 0,0
Mittel- und kurzfristige Fremdmittel 6.360,5 14.659,9 -8.299,4
6.480,7 14.780,1 -8.299,4

Der Rückgang der Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus verringerten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund geringerer Handelsvolumen sowie gesunkener Marktpreise im Jahr 2023.

Auf Grund der Integration der Gesellschaft in das konzernweite Cash-Pooling haben sich keine unmittelbaren Auswirkungen der Finanzmarktsituation auf die Finanzierung der Gesellschaft ergeben.

Mio. € 2023 2022 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -4.437,1 -2.563,0 -1.874,1
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 130,2 25,9 104,3
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -667,6 80,3 -747,9
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -4.974,5 -2.456,8 -2.517,7
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -2.351,6 2.622,9 -4.974,5

Der Rückgang des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung von erhaltenen Marginzahlungen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält die Gewinnabführung an die Gesellschafterin. Der Finanzmittelfonds besteht aus Cash-Pool-Verbindlichkeiten i.H.v. 2.372,9 Mio. € sowie Sichteinlagen von 21,3 Mio. €.

Der Liquiditätsbedarf der Gesellschaft ist durch die Cash-Pooling-Vereinbarung mit der Gesellschafterin jederzeit gesichert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2023 beschäftigte die VET GmbH 388 Mitarbeiter, verglichen mit 373 Mitarbeitern zum Vorjahresstichtag. Die Veränderung ergibt sich aus 61 Zugängen und 46 Abgängen.

Prognosebericht

Wesentliche Einflussfaktoren auf die zukünftige Entwicklung der Ertragslage der Gesellschaft sind die angewandten Sicherungsstrategien im Rahmen des Portfoliomanagements sowie die Strategien im Eigenhandel. Des Weiteren können Änderungen in der Geschäftstätigkeit der Vattenfall Gruppe erhebliche Auswirkungen auf die Ertragslage der VET GmbH haben.

Die VET GmbH erwirtschaftete im Jahr 2023 ein EBIT von 535,9 Mio. € (Vorjahr: -107,5 Mio. €) und liegt damit oberhalb des im Vorjahr prognostizierten EBIT-Bereichs zwischen 250 Mio. € und 300 Mio. €. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung von Rückstellungen für Handelsportfolien für die Lieferjahre 2024 und 2025. Der Rückgang der Rückstellungen für Handelsportfolien ist bedingt durch die Erhöhung des Zeitwertes der Handelsportfolien für zukünftige Lieferperioden infolge des Rückgangs der Strompreise. Unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen in 2023 konnte das Geschäftsjahr mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen werden.

Eine Prognose der zu erwartenden Ergebnishöhe ist auf Basis des existierenden Abrechnungsmodells, welches sehr stark auf den tagesaktuellen Marktpreisen basiert, schwierig zu erstellen. Jedoch auf Basis der abgeschlossenen Handelsgeschäfte und unter der Annahme unveränderter Rahmenbedingungen gehen wir davon aus, dass das Geschäftsjahr 2024 mit einem positiven EBIT abgeschlossen werden kann. Das EBIT wird voraussichtlich zwischen 50 Mio. € und 100 Mio. € liegen.

Geopolitische Ereignisse wie im Februar 2022 begonnene Ukraine-Russland Krise und der Krieg in Nahost seit Oktober 2023 können weiterhin erhebliche Konsequenzen für den Energiemarkt, seine Teilnehmer und damit auch für Vattenfall haben. Die Situation und soweit möglich die Folgen für die VET GmbH werden fortlaufend analysiert.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Grundsätzlich ergeben sich für die VET GmbH Chancen aus Preisentwicklungen auf den Strommärkten, den Brennstoffmärkten für Gas, Kohle und Öl sowie auf dem Handelsmarkt für CO 2 -Emissionszertifikate, da die Handelsaktivitäten unter anderem darauf abzielen Preisänderungen an den Energiemärkten gezielt zu nutzen.

Des Weiteren ergeben sich für die VET GmbH Chancen durch neue Geschäftsaktivitäten sowie dem Ausbau bestehender Geschäftsaktivitäten. In diesem Zusammenhang sieht die VET GmbH insbesondere Chancen im Bereich der Direktvermarktung von Erneuerbaren Energien Anlagen.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Chancen der VET GmbH nur geringfügig verändert.

Risiken

Die VET GmbH unterliegt aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit im Wesentlichen Marktpreis-, Ausfall- sowie Liquiditätsrisiken.

Das Marktrisiko berücksichtigt negative finanzielle Auswirkungen, die durch Preisänderungen auf dem Strommarkt, den Brennstoffmärkten für Gas, Kohle und Öl sowie auf dem Handelsmarkt für CO 2-Emissionszertifikate eintreten können. Um diese Risiken zu begrenzen, werden Risikomandate festgelegt. Zur Steuerung der Marktrisiken werden täglich Risikoberichte erstellt, die einen Überblick über den Stand sowie die Preisniveaus und Volatilitäten ermöglichen.

Kreditrisiken sowie Erfüllungsrisiken werden mit Kreditlimiten für alle Handelspartner in Abhängigkeit von der Bonität des jeweiligen Kontrahenten gemanagt. Darüber hinaus handelt die VET GmbH an Energiebörsen, wie der EEX, wodurch die Ausfall- und Erfüllungsrisiken durch das zentrale Clearing wesentlich reduziert werden.

Geopolitische Ereignisse wie im Februar 2022 begonnene Ukraine-Russland Krise und der Krieg in Nahost seit Oktober 2023 können weiterhin erhebliche Konsequenzen für den Energiemarkt, seine Teilnehmer und damit auch für Vattenfall haben. Die Situation und soweit möglich die Folgen für die VET GmbH werden fortlaufend analysiert.

Im Energiehandelsgeschäft werden das Liquiditätsrisiko des Unternehmens sowie das Marktliquiditätsrisiko betrachtet. Die Unternehmensliquidität wird durch das Risiko zeitlich versetzter Zahlungsströme aus der Absicherung von OTC-Forwards durch börsengehandelte Futures belastet. Das Marktliquiditätsrisiko beschreibt potenzielle Verluste, falls eine Position oder ein Produkt aufgrund des Volumens nicht beschafft werden kann oder die Beschaffung bzw. der Verkauf den Marktpreis selbst beeinflusst. Wegen des langfristigen Charakters der Portfolien zur Vermarktung des Stroms aus Erzeugungsanlagen des Vattenfall-Konzerns sind Marktliquiditätsrisiken relevant. Diese werden bei der Festlegung der Absicherungsstrategien angemessen berücksichtigt.

Die "Risk Policy" der VET GmbH gewährleistet, dass sämtliche Handelsaktivitäten im Rahmen der Mandate durchgeführt und überwacht werden. Die Inhalte der Risk Policy sind neben der Definition und Identifikation der Geschäftsrisiken die Festlegung von Messkriterien, Grenzwerten, Verantwortlichkeiten und Regelprozessen. Das operative Risk-Controlling ist dabei verantwortlich für die regelmäßige Überprüfung und Berichterstattung der Risikopotentiale auf Basis der entsprechenden Markt- und Handelsdaten. Eine besondere und ergänzende Überwachungsfunktion nimmt das "Risk Committee" ein, dass sich aus einem Mitglied der Geschäftsführung, dem Verantwortlichen für den kaufmännischen Bereich und dem Konzern-Risiko-Management zusammensetzt und regelmäßig ein Review der Risikopolitik sowie der Risikopotentiale und -ergebnisse durchführt.

Operative Risiken, wie z. B. der Ausfall von IT-Systemen, Fehler im Handelsprozess werden durch ein stringentes Verfügbarkeitsmanagement bzw. durch begleitende Prozessaudits überwacht.

Die VET GmbH hat die regulatorischen Anforderungen (z.B. EMIR, REMIT) und zugehörige Anpassungen von Regelungen und Q&As in 2023 umgesetzt. Die Hinweise der Regulierungsbehörden wurden ausgewertet und auf Umsetzungsbedarf geprüft. Bestehende Prozesse und Prüfungsroutinen wurden weiterhin verbessert.

Die Risikolage der VET GmbH hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert.

Gesamtrisikolage

Für die Gesellschaft ergab sich im Jahr 2023 weder durch Einzelrisiken noch durch die aggregierte Risikoposition eine Bestandsgefährdung. Auch für das Geschäftsjahr 2024 sind keine derartigen Risiken erkennbar.

 

Hamburg, 15. März 2024

Vattenfall Energy Trading GmbH

Geschäftsführung

Frank van Doorn

Patrice Petong

Bilanz

AKTIVA

Mio. € Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 52,2 66,7
Sachanlagen 0,8 1,1
Finanzanlagen 1,0 1,0
54,0 68,8
Umlaufvermögen
Vorräte (2) 30,8 32,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (3) 819,3 1.713,3
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (3) 2.141,4 6.910,6
Sonstige Vermögensgegenstände (3) 3.409,5 6.032,4
Flüssige Mittel 21,3 20,3
6.422,3 14.708,6
Rechnungsabgrenzungsposten (4) 4,4 2,7
6.480,7 14.780,1

PASSIVA

Mio. € Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Eigenkapital (5)
Gezeichnetes Kapital 5,0 5,0
Kapitalrücklage 2,4 2,4
Gewinnvortrag 112,8 112,8
120,2 120,2
Rückstellungen (6) 915,1 2.052,2
Verbindlichkeiten (7)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.611,2 1.757,1
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.686,5 3.235,6
Sonstige Verbindlichkeiten 146,4 7.615,0
5.444,1 12.607,7
Rechnungsabgrenzungsposten (8) 1,3 0,0
6.480,7 14.780,1

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio. € Anhang 2023 2022
Umsatzerlöse (9) 99.388,7 118.495,5
Sonstige betriebliche Erträge (10) 70,0 234,7
Materialaufwand (11) -98.698,7 -118.467,7
Personalaufwand (12) -63,6 -59,2
Abschreibungen (13) -16,3 -16,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) -144,2 -294,4
Zinsergebnis (15) 101,9 -5,9
Ergebnis vor Steuern 637,8 -113,4
Steuern (16) 0,0 1,0
Gewinnabführung/Verlustübernahme -637,8 112,4
Jahresüberschuss 0,0 0,0

Entwicklung des Anlagevermögens

Mio. € Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Patente, Lizenzen 18,8 1,5 0,0 6,1 14,2
Geschäfts- oder Firmenwert 153,3 0,0 0,0 0,0 153,3
172,1 1,5 0,0 6,1 167,5
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4,6 0,0 0,0 0,1 4,5
4,6 0,0 0,0 0,1 4,5
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1,0 0,0 0,0 0,0 1,0
1,0 0,0 0,0 0,0 1,0
177,7 1,5 0,0 6,2 173,0
Mio. € kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Patente, Lizenzen 18,2 0,7 0,0 6,1 12,8
Geschäfts- oder Firmenwert 87,2 15,3 0,0 0,0 102,5
105,4 16,0 0,0 6,1 115,3
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3,5 0,3 0,0 0,1 3,7
3,5 0,3 0,0 0,1 3,7
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
108,9 16,3 0,0 6,2 119,0
Mio. € Buchwerte 31.12.2023 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Patente, Lizenzen 1,4 0,6
Geschäfts- oder Firmenwert 50,8 66,1
52,2 66,7
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,8 1,1
0,8 1,1
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1,0 1,0
1,0 1,0
54,0 68,8

Anhang

Allgemeine Vorbemerkungen

Der Jahresabschluss der Vattenfall Energy Trading GmbH (VET GmbH) wurde nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften für große Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes sowie unter Beachtung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Alle Werte sind in Millionen Euro ausgewiesen.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke teilweise an dieser Stelle gemacht. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die VET GmbH wird in den befreienden Konzernabschluss der Vattenfall AB mit Sitz in Stockholm/Schweden einbezogen. Der Konzernabschluss der Vattenfall AB ist nach den Vorschriften der von der EU-Kommission übernommenen IAS/IFRS aufgestellt und wird in deutscher Sprache im Bundesanzeiger offengelegt. Des Weiteren ist er beim Bolagsverket in Sundsvall, Schweden, erhältlich. Dort ist die Gesellschaft in das Register unter der Nummer 556036-2138 eingetragen.

Zwischen der VET GmbH und der Vattenfall GmbH, Berlin besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

Die VET GmbH ist in den körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerlichen Organkreis der Vattenfall GmbH einbezogen.

Die VET GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRB Nr. 80335 eingetragen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

AKTIVA

Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten erfasst und linear entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Von dem Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird kein Gebrauch gemacht.

Entgeltlich erworbene Geschäfts- und Firmenwerte werden linear entsprechend ihrer Nutzungsdauer abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Fremdkapitalzinsen sind nicht einbezogen.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn bei dauerhafter Wertminderung der Ansatz mit einem niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich ist. Sofern die Gründe für die außerplanmäßigen Abschreibungen entfallen sind, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten des Vermögensgegenstands.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert unter Beachtung des Wertaufholungsgebots bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund vorübergehender Wertminderung werden nicht vorgenommen.

Umlaufvermögen

Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten unter Anwendung der Gruppenbewertung zum gleitend gewogenen Durchschnittspreis und unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Allen erkennbaren Einzelrisiken und dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Energiehandelsaktivitäten werden entsprechend der zugrundeliegenden Verträge ausgewiesen. Sofern mit den Handelspartnern Verträge geschlossen sind, die ein Netting von Commodities vorsehen, werden die Forderungen und Verbindlichkeiten je Commodity und Handelspartner saldiert ausgewiesen. Sollte darüber hinaus ein Cross-Commodity-Netting-Agreement vereinbart sein, so werden die Energiehandelsaktivitäten auch Commodity-übergreifend saldiert ausgewiesen. Für verbundene Unternehmen der Vattenfall-Gruppe wird davon abweichend keine Saldierung der Stromhandelsaktivitäten vorgenommen, da durch die bestehenden Inhouse-Cash Verfahren die entsprechenden Zahlungsströme direkt verrechnet werden.

Flüssige Mittel

Flüssige Mittel werden mit dem Nennwert bilanziert.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

PASSIVA

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Bei der Bemessung der Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in notwendigem Umfang Rechnung getragen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die unter den sonstigen Rückstellungen erfassten Jubiläumszuwendungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Verpflichtungen aus Vorruhestandsregelungen sowie die Schuldposten aus Aufstockungsbeträgen und dem angesammelten Erfüllungsrückstand bei Altersteilzeitverträgen sind mit dem versicherungsmathematischen Barwert angesetzt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt.

Versicherungsmathematische Prämissen

% 31.12.2023 31.12.2022
Abzinsungsfaktor für Pensionsverpflichtungen 1,83 1,78
Abzinsungsfaktor für langfristige Personalrückstellungen 1,75 1,44
Abzinsungsfaktor für Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen 1,08 0,59
Langfristige Gehaltssteigerungsrate 2,0 2,0
Langfristige Rentensteigerungsrate 2,5 2,5
Fluktuationsrate 0,0 bis 10,4 0,0 bis 10,4
Dynamik der Beitragsbemessungsgrenze 3,50 3,50

Für die Abzinsung werden auf den 31. Dezember 2023 hochgerechnete Zinssätze angewandt. Basis für die Hochrechnung sind, die von der Deutschen Bundesbank ermittelten und am 30. November 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssätze. Bei Pensionsrückstellungen werden zur Durchschnittszinsermittlung die vergangenen zehn Geschäftsjahre, bei den anderen Rückstellungen die vergangenen sieben Geschäftsjahre einbezogen. Für langfristige Pensions- und Personalrückstellungen wird eine Restlaufzeit von 15 Jahren und bei Altersteilzeitrückstellungen von 3 Jahren angenommen.

Die Fluktuationsraten beziehen sich auf verschiedene Personengruppen. Bei den angegebenen Fluktuationsraten handelt es sich um das entsprechende Minimum und Maximum.

Soweit Pensionsverpflichtungen mit einem Aktivwert einer Versicherung rückgedeckt sind, werden diese mit den jeweiligen Rückstellungen saldiert.

Kongruent rückgedeckte Altersversorgungszusagen, deren Höhe sich somit ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs bestimmt, sind mit diesem bewertet, soweit er den garantierten Mindestbetrag (diskontierter Erfüllungsbetrag der Garantieleistung) übersteigt. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsnehmers zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sogenannte Überschussbeteiligung).

Der Zinsanteil aus der Zuführung zu den Pensions- und sonstigen Rückstellungen wird im Zinsergebnis erfasst. Das Ergebnis aus Zinssatzanpassungen wird mit den Zuführungsbeträgen zur Rückstellung verrechnet. Ein sich daraus ergebender Aufwand wird für Pensionsrückstellungen im Personalaufwand und für sonstige Rückstellungen im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst, ein sich daraus ergebender Ertrag wird innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen.

Die anderen sonstigen Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Dabei werden Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die zum 30. November 2023 veröffentlichten Daten wurden dafür auf den 31. Dezember 2023 hochgerechnet. Die anzuwendenden Zinssätze werden von der Deutschen Bundesbank regelmäßig veröffentlicht.

Rückstellungen aus Drohverlusten für Handelsgeschäften

Hauptaufgaben der VET GmbH sind es den Wert der Vermögenswerte des Vattenfall Konzerns und Kunden in Großhandelsenergiemärkten zu maximieren. Dies umfasst die gesamte Kette von Produktionsplanung über Verteilung bis hin zu physischem und finanziellem Marktzugang. Außerdem zählen dazu die Ausführung der primären Absicherungsstrategie sowie die Beschaffung bzw. Vermarktung von Brennstoffen, Strom und Klimaschutzzertifikaten. Dies geschieht über Standardgeschäfte oder bilateral ausgehandelte Nichtstandard-Verträge mit Dritten. Darüber hinaus umfasst die Tätigkeit von VET GmbH den Eigenhandel mit allen genehmigten Produkten und Energierohstoffen auf der Grundlage von zugewiesenem Risikokapital und im Rahmen vorgegebener Mandate.

Die VET GmbH verfolgt einerseits die Absicherung des deutschen Kraftwerksportfolios sowie die Absicherung der B2B-Vertragsportfolien und andererseits Eigenhandelsstrategien.

Kraftwerksportfolien

Im Rahmen der Absicherung des deutschen Kraftwerksportfolios wird das Gesamtportfolio der Stromerzeugung der deutschen Vattenfall Kraftwerke abgesichert und die dafür notwendigen Einsatzfaktoren beschafft. Auf Basis eines optimierten Kraftwerkeeinsatzplanes erfolgt eine gemeinsame Steuerung und Sicherung aller Einsatzfaktoren und Erzeugungsmengen sowie die Entwicklung einer Absicherungsstrategie. Als Steuerungsgrößen dienen hier u. a. die Margen aus Stromerlösen, Brennstoffen und Emissionskosten (Clean-Dark-Spread, Clean-Spark-Spread etc.). Entsprechend der Absicherungsstrategie beschafft die VET GmbH über Börsenmarktplätze oder von OTC-Handelspartnern die Einsatzfaktoren Gas, Kohle und CO 2 -Emissionszertifkate und veräußert diese an die Kraftwerksgesellschaften des Vattenfall Konzerns weiter. Die von den Kraftwerksgesellschaften erzeugten Strommengen werden an die VET GmbH veräußert, die diese Mengen wiederum über Börsenmarktplätze oder an OTC-Handelspartner vermarktet.

Im Rahmen des Risikomanagements werden sämtliche aus den jeweiligen Beschaffungs-, Absatzgeschäften und Sicherungsinstrumenten entstehenden Risiken eines Absicherungsportfolios überwacht und gesteuert. Innerhalb des Absicherungsportfolios sind grundsätzlich nur Geschäfte zusammengefasst, die einen hohen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang ausweisen. Darüber hinaus werden Sicherungsinstrumente, wie z. B. Forwards, Futures oder Swaps, gemäß Risikostrategie zur Minderung von Preisänderungs- und Marktliquiditätsrisiken eingesetzt. Grundsätzlich werden die Absatz- und Beschaffungsgeschäfte durch Sicherungsinstrumente des gleichen Basiswertes abgesichert. Darüber hinaus können jedoch auch Absicherungen von Absatzgeschäften durch Beschaffungsgeschäfte unterschiedlicher Basiswerte erfolgen. Dies ist bedingt durch die Risikosteuerung der Kraftwerksportfolien, da die Wertänderungsrisiken der Erzeugungsmengen sowie der notwendigen Einsatzfaktoren gesamtheitlich gesteuert und abgesichert werden. Zwischen den verschiedenen einbezogenen Basiswerten besteht ein sachlicher Zusammenhang, da zwischen den Erzeugungsmengen (Strom) und den Einsatzfaktoren (Gas, Kohle, CO 2 ) eine hohe Korrelation besteht und sich gegenläufige Wertänderungen ausgleichen. Die Risikosteuerung erfolgt anhand einer mengenmäßigen Steuerung. Hierbei werden Hedge Ratios unter Berücksichtigung von erwarteten Marktpreisen für jede zeitliche Lieferperiode festgelegt und entsprechende Absicherungsstrategien durchgeführt. Die Risikobewertung und -überwachung des Absicherungsportfolios erfolgt anhand einer Deckungsbeitragsrechnung. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Vorausschau auf die künftigen Deckungsbeiträge aus dem zum Stichtag vorhandenen Bestandsgeschäft des Absicherungsportfolios sowie eine laufende Gegenüberstellung der Plan- und der Ist-Erfolgsbeiträge aller in Lieferung gegangener Geschäfte eines jeweiligen Kalenderjahres. Eine Risikoberichterstattung an das Management erfolgt monatlich.

Die Handelsgeschäfte zur Absicherung der Einsatzfaktoren und Erzeugungsmengen sowie die Verträge mit den Kraftwerksgesellschaften der deutschen Gruppe sind in Bewertungseinheiten zusammengefasst und werden in Laufzeitbänder (Jahresscheiben) unterteilt, in welchen sich die gegenläufigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme ausgeglichen haben und voraussichtlich ausgleichen werden. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheiten erfolgt jeweils zum Jahresende durch die Betrachtung der Zeitwerte der Bewertungseinheiten. Die bilanzielle Abbildung erfolgt anhand der Einfrierungsmethode. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der einbezogenen Geschäfte einer Bewertungseinheit negativ, so wird eine Rückstellung aus Drohverlusten für Handelsgeschäfte gebildet. Sofern sich positive beizulegende Zeitwerte ergeben, bleiben diese bilanziell unberücksichtigt.

B2B-Vertragsportfolien

Die Absicherung der B2B-Vertragsportfolien wird in Portfolien organisiert, die einer definierten Portfolio- und Absicherungsstrategie entsprechen und durch die Portfolio-Manager eigenverantwortlich geführt werden. Die Geschäfte innerhalb der B2B-Vertragsportfolien unterliegen gleichartigen Risiken und stehen in einem sachlichen Zusammenhang. Darüber hinaus besteht ein enger zeitlicher Zusammenhang, da die zusammengefassten Geschäfte keine wesentlichen voneinander abweichenden Laufzeiten aufweisen.

Innerhalb der B2B-Vertragsportfolien sind die einer Absicherungsstrategie zugehörigen Geschäfte zusammengefasst, die vergleichbaren Markt- und Liquiditätsrisiken unterliegen und deren gegenläufige Wertänderungen sich ausgleichen und damit eine risikominimierende Wirkung erzielen. Grundsätzlich werden Grundgeschäfte gleichartiger Risiken zusammengefasst und durch entsprechende Sicherungsinstrumente gleicher Basiswerte abgesichert.

Die Handelsgeschäfte zur Absicherung der B2B-Vertragsportfolien sind auf Portfoliobasis in Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB zusammengefasst und werden in Laufzeitbänder (Jahresscheiben) unterteilt, in welchen sich die gegenläufigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme ausgeglichen haben und voraussichtlich ausgleichen werden. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheiten erfolgt jeweils zum Jahresende durch die Betrachtung der Zeitwerte der Bewertungseinheiten. Die bilanzielle Abbildung erfolgt anhand der Einfrierungsmethode. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der einbezogenen Geschäfte einer Bewertungseinheit negativ, so wird eine Rückstellung aus Drohverlusten für Handelsgeschäfte gebildet. Sofern sich positive beizulegende Zeitwerte ergeben, bleiben diese bilanziell unberücksichtigt.

Eigenhandelsportfolien

Die Transaktionen des Eigenhandels sind in Portfolien organisiert, die einer definierten Eigenhandelsstrategie entsprechen und durch die Portfolio-Manager eigenverantwortlich geführt werden. Die Geschäfte innerhalb der Eigenhandelsportfolien unterliegen gleichartigen Risiken und stehen in einem sachlichen Zusammenhang. Darüber hinaus besteht ein enger zeitlicher Zusammenhang, da die zusammengefassten Geschäfte keine wesentlichen voneinander abweichenden Laufzeiten aufweisen.

Innerhalb der Eigenhandelsportfolien sind die einer Handelsstrategie zugehörigen Geschäfte zusammengefasst, die vergleichbaren Markt- und Liquiditätsrisiken unterliegen und deren gegenläufige Wertänderungen sich ausgleichen und damit eine risikominimierende Wirkung erzielen. Grundsätzlich werden Grundgeschäfte gleichartiger Risiken zusammengefasst und durch entsprechende Sicherungsinstrumente gleicher Basiswerte abgesichert. Darüber hinaus werden in wenigen Einzelfällen auch Cross-Commodity Hedges zur Sicherung von Risiken eingesetzt, sofern die Basiswerte geeignet sind die Risiken des Portfolios zu reduzieren. Zwischen den verschiedenen einbezogenen Basiswerten besteht ein sachlicher Zusammenhang, da zwischen den Erzeugungsmengen (Strom) und den Einsatzfaktoren (Gas, Kohle, CO 2 ) eine hohe Korrelation besteht und sich gegenläufige Wertänderungen ausgleichen.

Die Handelsgeschäfte im Rahmen des Eigenhandels sind auf Portfoliobasis in Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB zusammengefasst. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheiten erfolgt jeweils zum Jahresende durch die Betrachtung der Zeitwerte der Portfolien. Die bilanzielle Abbildung erfolgt anhand der Einfrierungsmethode. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der einbezogenen Geschäfte eines Portfolios negativ, so wird eine Rückstellung aus Drohverlusten für Handelsgeschäfte gebildet. Sofern sich positive beizulegende Zeitwerte ergeben, bleiben diese bilanziell unberücksichtigt.

Zur Stichtagsbewertung werden die Handelsgeschäfte in Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB zusammengefasst und in Laufzeitbänder (Jahresscheiben) unterteilt. Die Bewertung der Handelsgeschäfte erfolgt anhand allgemein anerkannte Bewertungsverfahren und -modelle, z. B. das "Mark-to-Market"-Verfahren (MtM). Hierzu werden aktuelle Marktparameter und Marktpreiskurven berücksichtigt, die auf objektiven und externen Quellen basieren.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern

Die VET GmbH ist in den ertragsteuerlichen Organkreis der Vattenfall GmbH einbezogen. Latente Steuern auf temporäre oder quasi-permanente Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden auf Ebene des Organträgers ermittelt und bei Passivüberhang - nach Saldierung - auch dort bilanziert.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung bewertet. Am Bilanzstichtag erfolgt für Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten eine Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs. Das Niederstwertprinzip für Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und das Höchstwertprinzip für Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden im Wertansatz beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 sind im Anlagenspiegel dargestellt.

Für den Firmenwert der im Geschäftsjahr 2017 übernommenen Trading Funktionen von der Vattenfall Energy Trading Netherlands N.V., Amsterdam, Niederlande (Vattenfall Energy Trading Netherlands N.V.,) in Höhe von 153,3 Mio. € wird eine Nutzungsdauer von zehn Jahren zugrunde gelegt, da die voraussichtliche Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann.

Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz der VET GmbH nach § 285 Satz 1 Nr. 11 HGB setzt sich am Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Beteiligungsanteil
%
Eigenkapital 2022
Mio. €
Ergebnis 2022
Mio. €
Vattenfal Europe Power Management GmbH, Hamburg 100,0 18,4 1,9

(2) Vorräte

Mio. € 31.12.2023 31.12.2022
Erdgas 30,8 32,0
30,8 32,0

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mio. € 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 819,3 1.713,3
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.141,4 6.910,6
Sonstige Vermögensgegenstände 3.409,5 6.032,4
6.370,2 14.656,3

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von 2.141,4 Mio. € (Vorjahr: 4.308,0 Mio. €) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die im Vorjahr ausgewiesene Cash-Pool-Forderung gegen die Gesellschafterin von 2.602,6 Mio. € ist in 2023 in eine Cash-Pool-Verbindlichkeit von 2.372,9 Mio. € umgeschlagen.

Der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang des Handelsvolumens mit den Gesellschaften der Vattenfall Gruppe sowie gesunkenen Marktpreisen im Jahr 2023.

Der Rückgang der Cash-Pool-Forderung gegen die Vattenfall GmbH resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung von erhaltenen Marginzahlungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Variation Margin Zahlungen von 2.023,0 Mio. € (Vorjahr: 1.760,6 Mio. €), Forderungen für Initial Margin Zahlungen von 529,4 Mio. € (Vorjahr: 3.411,4 Mio.€), CO 2 -Emissionszertifikaten in Höhe von 475,6 Mio. € (Vorjahr: 536,2 Mio. €) sowie ROC-Zertifikaten in Höhe von 154,3 Mio. € (117,0 Mio. €) zusammen.

(4) Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet gezahlte und abgegrenzte Rechnungen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) sowie gezahlte und abgegrenzte Optionsprämien von 2,2 Mio. € (Vorjahr: - Mio. €).

(5) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zu 100,0 % von der Vattenfall GmbH gehalten.

(6) Rückstellungen

Mio. € 31.12.2023 31.12.2022
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6,7 6,6
Steuerrückstellungen 0,1 0,0
Sonstige Rückstellungen 908,3 2.045,6
915,1 2.052,2

Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab.

Verpflichtungen aus Pensionszusagen sind teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert. Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie werden nach § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Es handelt sich um Aktivwerte bei Rückdeckungsversicherungen. Der beizulegende Zeitwert der Vermögensgegenstände entspricht den Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen.

Die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren abgezinst. Bei einem Ansatz dieser Rückstellungen unter Anwendung einer Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Jahren ergäbe sich eine um 0,1 Mio. € höhere Rückstellung.

Mio. € 31.12.2023 31.12.2022
Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 8,0 7,8
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände -1,3 -1,2
Nettowert der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 6,7 6,6

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten:

Mio. € 31.12.2023 31.12.2022
Rückstellungen für Handelsportfolien 860,7 1.987,4
Personalbezogene Rückstellungen 22,4 24,3
Übrige Rückstellungen 25,2 33,9
908,3 2.045,6

Zur Bemessung der Rückstellungen für Handelsportfolien werden die negativen Zeitwerte der einzelnen Portfoliogruppen aus dem Absicherungsgeschäft sowie dem Eigenhandelsgeschäft betrachtet. Zum 31. Dezember 2023 ergaben sich folgende Werte:

Mio. € Nominalwert Kauf Nominalwert Verkauf Rückstellung
Kraftwerksportfolien 3.254,3 3.226,5 -646,5
B2B-Vertragsportfolien 3.065,1 3.411,3 -8,6
Eigenhandelsportfolien 275.195,5 275.822,9 -205,6
281.514,9 282.460,7 -860,7
Vorjahresangaben 343.648,4 342.253,9 -1.987,4
Mio. € Nominalwert Kauf Nominalwert Verkauf
Gas 184.089,1 184.275,4
Strom 85.701,6 86.141,2
Emissionszertifikate 8.451,0 8.639,6
Sonstige 3.273,2 3.404,5
281.514,9 282.460,7
Vorjahresangaben 343.648,4 342.253,9

Aus dem Handelsbereich (Eigenhandel und ökonomische Sicherungsstrategie) ergibt sich eine ermittelte Drohverlustrückstellung in Höhe von 860,7 Mio. € (Vorjahr: 1.987,4 Mio. €). Hinsichtlich der Art und des Umfangs verweisen wir auf die allgemeinen Erläuterungen zur Portfoliostruktur. Ohne die Bildung von Bewertungseinheiten wäre die Drohverlustrückstellung um 5,0 Mio. € (Vorjahr: 118,5 Mio. €) höher. Der Rückgang der Rückstellungen für Handelsportfolien resultiert im Wesentlichen aus dem Verbrauch der im Vorjahr zurückgestellten drohende Verluste für die Lieferperiode 2023.

Die übrigen Rückstellungen betreffen hauptsächlich Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

(7) Verbindlichkeiten

Mio. € 31.12.2023 31.12.2022
Insgesamt Restlaufzeit Insgesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr > 5 Jahre < 1 Jahr > 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.611,2 1.611,2 - 1.757,1 1.757,1 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.686,5 3.686,5 - 3.235,6 3.235,6 -
Sonstige Verbindlichkeiten 146,4 146,4 - 7.615,0 7.615,0 -
5.444,1 5.444,1 - 12.607,7 12.607,7 -

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Cash-Pool-Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin von 2.372,9 Mio. € (Vorjahr: Cash-Pool-Forderung von 2.602,6 Mio. €) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 1.313,6 Mio. € (Vorjahr: 3.235,6 Mio. €).

Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang des Handelsvolumens mit den Gesellschaften der Vattenfall Gruppe sowie gesunkenen Marktpreisen im Jahr 2023.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen erhaltene Variation Margin Zahlungen von 88,3 Mio. € (Vorjahr: 7.465,9 Mio. €). Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen 2,0 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) auf Verbindlichkeiten aus Steuern und 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

(8) Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltete im Wesentlichen erhaltene und abgegrenzte Optionsprämien in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(9) Umsatzerlöse

Mio. € 2023 2022
Gashandel 55.255,1 69.422,0
Stromhandel 31.654,8 33.355,4
Zertifikatehandel 12.375,7 15.315,4
Kohle- und Biomassehandel 8,7 154,7
Sonstige Handelsaktivitäten 94,4 248,0
99.388,7 118.495,5

(10) Sonstige betriebliche Erträge

Mio. € 2023 2022
Kursgewinne 66,8 227,9
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3,1 2,0
Sonstige 0,1 4,8
70,0 234,7

Die Kursgewinne beinhalten Gewinne aus Fremdwährungsgeschäften in Höhe von 24,1 Mio. € (Vorjahr: 165,2 Mio. €).

(11) Materialaufwand

Mio. € 2023 2022
Gashandel 55.649,8 67.547,8
Stromhandel 30.241,4 35.748,4
Zertifikatehandel 12.594,8 14.936,2
Kohle- und Biomassehandel 9,0 53,5
Sonstige Handelsaktivitäten 60,9 47,7
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren 98.555,9 118.333,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 142,8 134,1
98.698,7 118.467,7

(12) Personalaufwand

Mio. € 2023 2022
Löhne und Gehälter 55,7 52,2
Soziale Abgaben 5,7 5,0
Aufwendungen für Altersversorgung 2,2 2,0
63,6 59,2

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

2023 2022
Geschäftsführer 2 2
Leitende 20 21
Angestellte 361 335
383 358

(13) Abschreibungen

Die Abschreibungen sind im Einzelnen aus der Entwicklung des Anlagevermögens zu entnehmen.

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio. € 2023 2022
Aufwendungen aus Kursverlusten 80,4 224,3
Aufwendungen für Serviceleistungen 33,9 29,9
Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13,7 27,1
Sonstige Aufwendungen 16,2 13,1
144,2 294,4

Die Kursverluste beinhalten Verluste aus Fremdwährungsgeschäften in Höhe von 30,5 Mio. € (Vorjahr: 169,5 Mio. €).

Die Aufwendungen für Serviceleistungen beinhalten im Wesentlichen IT-Dienstleistungen sowie verrechnete Stabsfunktionen, die von der Vattenfall-Gruppe bezogen wurden.

Honorare des Abschlussprüfers

Auf die Angabe zum Honorar des Abschlussprüfers wird verzichtet, da diese in die Angaben des Konzernabschlusses der Vattenfall AB, Stockholm, Schweden miteinbezogen wird.

(15) Zinsergebnis

Mio. € 2023 2022
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 131,7 26,2
davon aus verbundenen Unternehmen 23,6 18,9
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -29,8 -32,1
davon an verbundene Unternehmen 13,7 0,0
101,9 -5,9

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).

(16) Steuern

Mio. € 2023 2022
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 1,0

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultieren vollständig aus der VET GmbH Betriebsstätte in Kopenhagen, welche nicht in den steuerlichen Organkreis der Vattenfall GmbH einbezogen ist. Die Betriebsstätte wurde zum 1. Juli 2022 geschlossen.

Sonstige Angaben

Außerbilanzielle Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2023 bestanden Verpflichtungen aus Holdingumlagen und Serviceverträgen mit Vattenfall Konzerngesellschaften in Höhe von 11,1 Mio. € (Vorjahr: 6,8 Mio. €) sowie Verpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €).

Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen nach § 6b Abs. 2 EnWG

Entsprechende Geschäfte mit wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage lagen im Geschäftsjahr nicht vor.

Neben der abgeschlossenen Cash-Pooling-Vereinbarung, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit der Vattenfall GmbH existieren keine weiteren Geschäfte größeren Umfangs.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Abschlussstichtag nicht eingetreten.

Mitglieder der Geschäftsführung

 

Frank van Doorn, Resorts Trading, Customers, Finance

 

Patrice Petong, Resorts Operations, Assets

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Von der Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB wurde Gebrauch gemacht.

 

Hamburg, 15. März 2024

Vattenfall Energy Trading GmbH

Geschäftsführung

Frank van Doorn

Patrice Petong

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Vattenfall Energy Trading GmbH, Hamburg

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Vattenfall Energy Trading GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Vattenfall Energy Trading GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs.3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

 

Hamburg, den 16. April 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Folker Trepte, Wirtschaftsprüfer

ppa. Christian Schröer, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 5. Juni 2024 festgestellt.

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