Stammdaten

Register
Amtsgericht Memmingen HRB 15609
Eingetragen
20.8.2013
Branche
Herstellung von Papier, Karton und PappeHerstellung von Maschinen für die Papiererzeugung und -verarbeitungHerstellung von Wellpapier und -pappe sowie von Verpackungsmitteln aus Papier, Karton und Pappe
Gegenstand
Erzeugung und Vertrieb von Papier sowie Erzeugung und Vertrieb von Biogas und elektrischem Strom

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Carl Dr. Pawlowsky
seit 20.8.2013
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

83.40% identifiziert16.60% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
50.20%
33.20%

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Gerd RD Holding AnstaltLIE
16.60%

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Carl Pawlowsky
82131 Stockdorf
30.120 €
50.20%
Stefan Holzhey
86938 Schondorf
19.920 €
33.20%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Aviretta GmbH

Ettringen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Aviretta GmbH

I. Grundlagen des Unternehmens Geschäftsmodell

Die Geschäftstätigkeit der Aviretta GmbH insgesamt erstreckte sich im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 unverändert auf die Produktion und den Vertrieb von Wellpappenrohpapier auf Altpapierbasis. Die Herstellung von Wellpappenrohpapier erfolgt mit einer Anlage zur Auflösung von Altpapier sowie einer Papiermaschine. In der Altpapierauf- lösung wird Altpapier unter Zugabe von Wasser zu einer Fasersuspension aufgelöst, die anschließend in einem mehrstufigen Reinigungs- und Sortierprozess aufbereitet wird. Die Hauptaufgabe der Papiermaschine ist es, aus der aufgetragenen Fasersuspension im sogenannten Blattbildungsprozess eine Papierbahn zu erzeugen und dieser durch Pressen und Trocknen Wasser zu entziehen. Die Hauptbestandteile einer Papiermaschine sind der Stoffauflauf, die Siebpartie, die Pressenpartie, die Trockenpartie, die Aufrollung und der Rollenschneider.

Die Aviretta GmbH erzeugt die Papiersorten Wellenstoff und Schrenz im Flächengewichtsbereich von 70 bis 120 g/m2. Der weit überwiegende Anteil der Produktion wird an Wellpappenhersteller in Europa vertrieben.

Als Rohstoff für die Herstellung von Wellpappenrohpapier wird Altpapier (überwiegend gemischtes Altpapier und Kaufhausaltpapier) sowie Stärke verwendet. Energie (Dampf und Strom) sowie Altpapier sind die größten Kostenarten bei der Herstellung von Wellpappenrohpapier. Hauptverantwortlich für den Stromverbrauch sind die in der Stoffaufbereitung einzubringende Rühr- und Pumpenergie sowie die Motoren, Pumpen und Gebläse an der Papiermaschine. Im Trocknungsprozess wird die Papierbahn über mit Dampf beheizte Walzen geführt.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Nachfrage nach Papier wird in erster Linie getrieben von der globalen Wirtschaftsentwicklung, dem Wachstum der Weltbevölkerung, dem Pro-Kopf-Einkommen, den Werbeausgaben für Print- Medien, den privaten Konsumausgaben und dem Internet-Handel. Rund 60 % der Papiernachfrage in Europa (CEPI-Länder) entfällt auf Verpackungspapiere, 24 % auf grafische Papiere, 11 % auf Hygienepapiere und 5 % auf Sonstige und Spezialpapiere (Quelle: Confederation of European Paper Industries (CEPI) Key Statistics 2022 European Pulp & Paper Industry).

Die unterschiedlichen Anwendungssegmente für Papier unterliegen jeweils unterschiedlichen Nachfragetreibern. Der Bedarf an Wellpappenrohpapier als Basismaterial für die Herstellung von Verpackungen wird nicht nur durch die Nachfrage aus der europäischen Binnen- und Exportwirtschaft sondern u.a. auch durch die Entwicklung im Online-Handel sowie die Substitution von Packstoffen aus Kunststoff beeinflusst.

Die Marktnachfrage nach Wellpappenrohpapier war zu Beginn des Kalenderjahres 2023 aufgrund der schwachen gesamtwirtschaftlichen Konjunktur auf einem niedrigen Niveau, was zu einem Rücklauf der Verkaufspreise bis zum Ende des zweiten Quartals führte. Die Verkaufspreise stabilisierten sich im zweiten Halbjahr auf niedrigem Niveau.

Im Geschäftsjahr 2023 sanken die Energiepreise gegenüber dem sehr hohen Vorjahresniveau deutlich. Im Jahresdurchschnitt sank der Strompreis um ca. 60 %, und der Gaspreis reduzierte sich um ca. 67 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Altpapierpreis stieg von niedrigem Niveau kommend im ersten Halbjahr an und stabilisierte sich im zweiten Halbjahr auf einem mittleren Niveau.

2. Geschäftsverlauf

Die Produktionsmenge der Aviretta GmbH belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 111.035 Tonnen (Vorjahr: 102.517 Tonnen), was eine Steigerung von 8,3 % ausmacht. Die Absatzmenge belief sich auf 110.459 Tonnen (Vorjahr: 104.593). Dies entspricht einer Steigerung von 5,6 %. Trotz schwacher Marktnachfrage nach Wellpappenrohpapier konnten die Produktionsmenge und die Absatzmenge im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden.

Die Umsatzerlöse betrugen im gleichen Zeitraum insgesamt TEUR 40.515 (Vorjahr: TEUR 71.994).

Auf Basis des Geschäftsjahres 2022 ergab sich ein Rückgang der Umsatzerlöse um 43,7 %. Der Rückgang der Umsatzerlöse ist insbesondere auf die starke Reduzierung des Marktpreises, bedingt durch die ungünstige konjunkturelle Wirtschaftslage, zurückzuführen.

An der Fokussierung der Aviretta GmbH auf das Marktsegment der leichten Wellpappenrohpapiere und am Produktportfolio aus Wellenstoff und Schrenzpapier mit einem weit überwiegenden Anteil Wellenstoff wurde unverändert festgehalten. Die vertriebliche Fokussierung auf überwiegend europäische Wellpappenhersteller wurde beibehalten.

Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 5.398 (Vorjahr: TEUR 5.251). Die Rückstellungen für Überstunden und Resturlaub erhöhten sich im Laufe des Geschäftsjahres von insgesamt TEUR 273 auf TEUR 349. Die gesamten Personalrückstellungen des Geschäftsjahres liegen bei TEUR 419 (Vorjahr: TEUR 362). Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr betrug 77,75 Mitarbeiter.

Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 2.267 (Vorjahr: TEUR 2.188). Dies entspricht einer Erhöhung von 3,6 %.

3. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Ertragslage

Das Geschäftsjahr wurde mit einem Jahresüberschuss i.H.v. TEUR 177 abgeschlossen (Vorjahr:

Jahresüberschuss i.H.v. TEUR 3.279). Der Rückgang des Jahresüberschusses ist insbesondere auf das niedrigere Marktpreisniveau für Fertigprodukte zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr wurden 113.000 Stück CO 2 -Emissionszertifikate (Vorjahr: 32.000 Stück) im Gesamtwert von TEUR 9.078 (Vorjahr: TEUR 2.781) verkauft. Die im Geschäftsjahr 2023 verkaufte Menge liegt damit über der jährlichen Zuteilungsmenge von 36.030 CO 2 -Emissionszertifikaten in 2023.

Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten eines Kunden und des dadurch erwarteten Forderungsausfalls wurde eine Einzelwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferung und Leistung in Höhe von EUR 1.032 vorgenommen.

Finanzlage

Unsere Gesellschaft ist hauptsächlich durch Eigenkapital, eine stille Beteiligung, Investitionsdarlehen und Lieferverbindlichkeiten finanziert. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 53,7% (Vorjahr: 51,4%).

Die Liquidität der Gesellschaft ist durch einen Bestand an liquiden Mitteln, einen Bestand an schnell liquidierbaren Vermögensgegenständen (CO 2 -Emissionszertifikaten), zusätzliche Kontokorrentkreditlinien und ein kontinuierliches Finanzmanagement sichergestellt. Primäres Ziel für das Finanzmanagement ist die kurz- und mittelfristige Bereitstellung ausreichender Liquidität. Dieses Ziel soll durch eine grundsätzlich konservativ ausgerichtete Verschuldung und ein effektives Risikomanagement erreicht werden.

Im Geschäftsjahr wurden Investitionen von insgesamt TEUR 5.016 getätigt (Vorjahr: TEUR 4.652).

TEUR 3.480 davon betragen Investitionen in die Dampfkesselanlage zur Versorgung mit Prozessdampf.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft zum Bilanzstichtag ist mit TEUR 34.372 gegenüber dem Vorjahr (TEUR 35.543) gesunken. Der Bestand an liquiden Mitteln ist auf TEUR 1.696 gesunken (Vorjahr: TEUR 3.315).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf TEUR 6.029 (Vorjahr: TEUR 3.585) und die Forderungen aus Lieferungen- und Leistungen auf TEUR 3.013 (Vorjahr: TEUR 3.964).

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung wird von der Geschäftsführung als vor dem Hintergrund des herausfordernden Marktumfelds zufriedenstellend eingeschätzt. Das tatsächliche Bild kann von den Erwartungen abweichen, insbesondere bei einer Verschärfung der handels-, wirtschafts- und geopolitischen Konflikte.

4. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnte durch Optimierungsmaßnahmen der spezifische Stromverbrauch um 0,4 % je Tonne Fertigprodukt gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Der spezifische Dampfverbrauch hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 3% erhöht.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht Maßgeblich für die Nachfrage nach Papierprodukten, Karton und Pappen bleibt das konjunkturelle Umfeld. Die geschäftliche Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024 und darüber hinaus wird demnach wesentlich durch den weiteren Verlauf des wirtschaftlichen Umfeldes in Deutschland und Europa vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie der inflationsbedingten Konsumzurückhaltung bestimmt werden und unterliegt entsprechend einer sehr hohen Prognose- unsicherheit.

Die im Prognosebericht des Vorjahres benannte erwartete schwache Marktnachfrage hat sich bestätigt. In der Folge ist der für das Geschäftsjahr 2023 prognostizierte Umsatzrückgang wie erwartet eingetreten, und es wurde ein Jahresergebnis auf dem prognostizierten Niveau erzielt.

2. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Die Preisentwicklung sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Absatzseite kann nicht zuverlässig vorausgesagt werden.

Die Preisbildung auf dem Markt für Altpapier wird durch die wechselnde Intensität der globalen Beschaffungsaktivitäten insbesondere asiatischer Altpapierverarbeiter stark beeinflusst. Zusätzlich unterliegt die Verfügbarkeit von Altpapier aufgrund des Fahrermangels im europäischen LKW-Transportwesen zeitweisen Einschränkungen.

Aufgrund dieser Komplexität kann derzeitig keine zuverlässige Prognose bzgl. der weiteren Preisentwicklung für Altpapier in den nächsten Monaten erstellt werden.

In den Jahren 2022 und 2023 haben die u.a. durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine induzierten wirtschaftlichen Verwerfungen die Preisentwicklung insbesondere auf den Energiemärkten unvorhergesehen und erheblich beeinflusst. Die zukünftigen, nicht absehbaren Entwicklungen des russischen Angriffskriegs und weitere ähnliche geopolitische Risiken bergen entsprechende Risiken und Chancen auch für den zukünftigen Geschäftsverlauf der Aviretta GmbH. Als strom- und wärme- kostenintensives Unternehmen ist Aviretta von der Preisentwicklung von Strom und Gas stark beeinflusst. Aviretta beabsichtigt, durch weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz die Sensitivität gegenüber Energiepreisschwankungen zu reduzieren. Da im Markt für Verpackungs- papiere ein enger Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise einerseits und der Entwicklung der Absatzpreise andererseits besteht, plant Aviretta weiterhin eine kurzfristige Beschaffung von Rohstoffen und Energie.

Darüber hinaus unterliegen die Kosten für Energiebeschaffung regulatorischen Risiken, die die künftige Verfügbarkeit von Energie und weitere Kostenkomponenten der Energiebeschaffung wie Netzentgelte oder CO 2 -Emissionskosten erheblich beeinflussen können.

Auch die Preisentwicklung auf der Absatzseite unterliegt einer hohen Prognoseunsicherheit. Denn neben der Entwicklung der weltweiten Nachfrage nach Wellpappenrohpapier ist die Entwicklung der Produktionskapazitäten im Markt ein maßgeblicher Faktor für die Preisbildung.

Cyberrisiken stellen eine zunehmende Bedrohung für Unternehmen dar und können finanzielle, operative und reputationsbezogene Schäden verursachen. Um diesen Risiken angemessen zu begegnen, haben wir Sicherheitsmaßnahmen und -kontrollen implementiert, um unsere IT-Infrastruktur zu schützen und potenzielle Bedrohungen zu erkennen. Wir schulen unsere Mitarbeiter, um das Bewusstsein für Cybersicherheit zu stärken. Darüber hinaus stehen wir in Kontakt zu IT-Sicherheitsexperten und halten uns über aktuelle Entwicklungen und Bedrohungen auf dem Laufenden.

Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass die Bedrohungslandschaft ständig im Wandel ist. Obwohl wir bestrebt sind, unsere Sicherheitsvorkehrungen kontinuierlich zu verbessern, können wir nicht garantieren, dass wir vollständig vor allen möglichen Cyberrisiken geschützt sind.

Soweit sie im Einflussbereich der Gesellschaft liegen, sind zu den Risiken Maßnahmen ergriffen bzw. definiert worden, um die Auswirkung der Risiken zu minimieren bzw. zu verhindern.

Neben den genannten Chancen und Risiken waren zum Abschlussstichtag keine weiteren wesentlichen Chancen und Risiken erkennbar.

3. Ausblick

Wir gehen vor dem Hintergrund der aktuell gestiegenen Marktpreise davon aus, dass die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2024 über dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 liegen werden, sofern es nicht zu einem unerwarteten Einbruch der Marktnachfrage kommt.

Wir erwarten, dass wir die zusätzliche Kostenbelastung aus den aktuell gestiegenen Altpapierpreisen durch steigende Produktivität und Energieeffizienz im Geschäftsjahr 2024 teilweise kompensieren können. Auf dieser Grundlage und bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Marktpreisentwicklungen wird für das Geschäftsjahr 2024 ein ausgeglichenes Jahresergebnis erwartet.

 

Ettringen, 16. April 2024

Dr. Carl Pawlowsky, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 27.339.200,38 25.228.025,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 913,00 1.053,00
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 913,00 1.053,00
II. Sachanlagen 27.338.287,38 25.226.972,00
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.435.293,32 1.456.146,32
2. technische Anlagen und Maschinen 19.300.130,24 20.883.364,90
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 713.518,46 654.349,70
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.889.345,36 2.233.111,08
B. Umlaufvermögen 6.873.594,58 10.152.132,20
I. Vorräte 1.336.959,91 1.661.120,17
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 489.081,88 467.192,69
2. fertige Erzeugnisse und Waren 847.878,03 1.193.927,48
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.840.265,27 5.175.846,03
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.013.416,94 3.964.236,53
2. sonstige Vermögensgegenstände 826.848,33 1.211.609,50
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.696.369,40 3.315.166,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 159.191,37 163.076,36
Summe Aktiva 34.371.986,33 35.543.233,56

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 18.451.025,03 18.273.965,53
I. gezeichnetes Kapital 60.000,00 60.000,00
II. Kapitalrücklage 7.442.120,00 7.442.120,00
III. Gewinnvortrag 10.771.845,53 7.492.279,68
IV. Jahresüberschuss 177.059,50 3.279.565,85
B. Sonderposten für Investitionszulagen und für Zuschüsse Dritter 2.438.372,30 2.711.834,54
C. Rückstellungen 3.157.597,92 4.769.363,77
1. Steuerrückstellungen 698.566,07 1.708.688,00
2. sonstige Rückstellungen 2.459.031,85 3.060.675,77
D. Verbindlichkeiten 10.046.637,84 9.478.428,64
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.866.868,53 4.681.132,10
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.029.050,30 3.585.244,76
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.150.719,01 1.212.051,78
E. Passive latente Steuern 278.353,24 309.641,08
Summe Passiva 34.371.986,33 35.543.233,56

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 40.515.280,09 71.993.960,77
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -346.049,45 -747.667,31
3. sonstige betriebliche Erträge 12.495.936,66 4.399.125,11
4. Materialaufwand 30.690.011,12 50.829.560,83
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 14.951.472,43 25.289.928,83
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 15.738.538,69 25.539.632,00
5. Personalaufwand 5.397.594,16 5.251.058,55
a) Löhne und Gehälter 4.612.763,38 4.423.013,88
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 784.830,78 828.044,67
6. Abschreibungen 2.267.353,94 2.187.898,52
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.267.353,94 2.187.898,52
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 13.813.643,02 12.576.963,83
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.738,08 0,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 180.567,80 264.419,66
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 95.757,94 1.209.422,42
11. Ergebnis nach Steuern 222.977,40 3.326.094,76
12. sonstige Steuern 45.917,90 46.528,91
13. Jahresüberschuss 177.059,50 3.279.565,85

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Aviretta GmbH, mit Sitz in Ettringen (Bayern), ist beim Amtsgericht (Registergericht) Memmingen unter der HRB 15609 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Erzeugung und Vertrieb von Papier sowie Erzeugung und Vertrieb von Biogas und elektrischem Strom.

Größenmerkmale nach § 267 HGB

(zum jeweiligen Bilanzstichtag) 2023 (31.12.) 2022 (31.12.) 2021 (31.12.)
Bilanzsumme (in Mio.) 34,372 35,543 38,568
Umsatzerlöse (in Mio.) 40,515 71,994 87,304
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter 77,75 79,50 85,00

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu historischen Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bilanziert. Die Werteentwicklung wird in der Anlagenbuchhaltung zweifelsfrei nachgewiesen.

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bilanziert. Die Werteentwicklung wird in der Anlagenbuchhaltung zweifelsfrei nachgewiesen.

Für angeschaffte Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungspreis zwischen 250 EUR und 1.000,00 EUR wurde ein Sammelposten ("GWG-Sammelposten") nach den steuerlichen Vorschriften gebildet und aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschalierend über 5 Jahre abgeschrieben

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten auf Basis von durchschnittlichen Einkaufspreisen bewertet.

Die fertigen Erzeugnisse und Waren werden zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung von gebotenen Abschlägen im Rahmen der verlustfreien Bewertung bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen angesetzt. Sämtliche im Einzelnen ausgewiesenen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind binnen Jahresfrist fällig.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist zum Nennwert angesetzt.

Das gezeichnete Kapital (Stammkapital), sowie Einzahlungen in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 HGB sind zum Nennbetrag angesetzt

Im Sonderposten werden erhaltene und zum Nominalwert angesetzte Investitionszuschüsse ausgewiesen

Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und unter Beachtung der handelsrechtlichen Vorschriften angesetzt und bewertet worden.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

III. Angaben zur Bilanz

Das Anlagengitter ist am Schluss dieses Anhangs beigefügt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen drei und fünf Jahren.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Folgende Nutzungsdauern werden unterstellt:

Gebäude 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen zehn bis zwölf Jahre
Sonstige Transportmittel acht Jahre
Betriebsausstattung drei bis 15 Jahre
Werkzeuge fünf bis acht Jahre
Einbauten zehn Jahre
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung fünf bis 15 Jahre

Sonstige Vermögensgegenstände

Im Geschäftsjahr ergeben sich sowohl aktive latente Steuern (Sonderposten, Investitionszuschüsse) in Höhe von EUR 658.848,20 als auch passive latente Steuern für Bewertungsunterschiede bei den Sachanlagen (Technische Anlagen und Maschinen) in Höhe von EUR 937.201,44. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit einem Steuersatz von 27,02%.

Insgesamt ergibt sich ein saldiert ausgewiesener Passivüberhang in Höhe von EUR 278.353,24. Gegenüber dem Vorjahr resultiert daraus eine saldierte Veränderung (Minderung) der latenten Steuern in Höhe von EUR 31.287,84.

Bei der Kapitalrücklage handelt es sich um eine satzungsmäßige Rückalge nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 2.459.031,85 (Vorjahr: EUR 3.060.675,77) setzen sich wie folgt zusammen:

Jahresabschluss EUR 77.150,00 (Vj. EUR 69.600,00)
Ausstehende Rechnungen EUR 1.963.355,31 (Vj. EUR 2.628.684,97)
Personalverpflichtungen EUR 418.526,54 (Vj. EUR 362.390,80)

Die Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten aus:

bis zu einem Jahr (Vorjahr)
EUR
größer ein Jahr bis zu 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Gesamt
EUR
Kreditinstituten 1.244.408,43 1.622.460,10 2.866.868,53
(1.814.336,00)
Lieferungen und Leistungen 6.029.050,30 6.029.050,30
(3.585.244,76)
Stiller Gesellschafter 43.490,85 1.000.000,00 1.043.490,85
(79.190,84)
sonstige 107.227,16 107.228,16
(132.860,94)
Summe 7.424.176,74 2.622.460,10 10.046.636,84

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Buchgrundschuld über EUR 5.900.000 und die Verpfändung eines Guthabens über EUR 300.000 zu Gunsten der Sparkasse Schwaben-Bodensee sowie durch Raum-Sicherungsübertragung Inventar, Sicherungsübertragung Waren (Rohstoffe und Fertigwaren), Sicherungsübertragung Tri-Nip-Presse, Abtretung von Ansprüchen aus dem Kaufvertrag und durch Globalzession der Kundenforderungen gesichert.

Die Einlage des stillen Gesellschafters ist durch eine Grundschuldbestellung über EUR 1.000.000,00 gesichert.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von EUR 81.993,26 (Vj. EUR 118.829,54) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 5.630,07 (Vj. EUR 5.672,87) enthalten.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 40,52 Mio EUR (Vj. 71,99 Mio. EUR) erzielt. Die Umsatzerlöse (vor Verrechnung mit Rabatten und Skonto) lassen sich regional wie folgt aufteilen:

Inland EUR 8,51 Mio. (Vj. EUR 17,19 Mio.)
EU-Ausland EUR 30,48 Mio. (Vj. EUR 52,86 Mio.)
Drittländer EUR 2,32 Mio. (Vj. EUR 3,37 Mio.)

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind solche aus der Auflösung eines Sonderpostens für Zuschüsse in Höhe von EUR 273.462,24 (Vj. EUR 273.462,24) enthalten. Außerdem sind Erträge aus dem Verkauf von CO 2 -Zertifikaten in Höhe von EUR 9.078.320,00 (Vj. EUR 2.780.520,00) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 3.072.028,22 (Vj. EUR 905.660,10) enthalten, die im Wesentlichen auf Erstattungen im Rahmen der Strompreiskompensation (TEUR 1.809) und des Energiekostendämpfungsprogramms (TEUR 279) entfallen. TEUR 948 sind auf die Auflösung von sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

Des Weiteren sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 661,32 (Vj. EUR 11.083,54) enthalten.

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagenvermögens und Sachanlagen belaufen sich auf insgesamt TEUR 2.267,35 (Vj. TEUR 2.187,90) und verteilen sich wie folgt:

immaterielle Vermögensgegenstände TEUR 0,14 (Vj. TEUR 3,34)
Sachanlagen TEUR 2.267,21 (Vj. TEUR 2.184,56)

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von EUR 706,56 (Vj. EUR 1.030,23) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 59.688,46 (Vj. EUR 30.847,95) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 102.337,32 (Vj. EUR 171.884,57) enthalten.

Unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge (Vj. Erträge) aus der Zuführung und Auflösung latenter Steuern in Höhe von EUR 31.287,84 (Vj. EUR 31.220,58) enthalten.

V. Angabe zu den in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nicht berücksichtigten Vorgängen von besonderer Bedeutung, die nach dem, Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind (Angabe nach § 285 Nr. 33 HGB)

Es haben sich nach dem Schluss des Geschäftsjahres 31.12.2023 keine Vorgänge ereignet, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind.

VI. Sonstige Angaben

1. Im Jahresdurchschnitt wurden von der Gesellschaft 77,75 Mitarbeiter beschäftigt.

Davon entfallen auf die Verwaltung 25,00 Mitarbeiter sowie auf die Produktion 52,75 Mitarbeiter.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von 1.372 TEUR aus langfristigen Miet- und Lieferverträgen sowie aus einem Kaufvertrag in Höhe von 305 TEUR.

3. Als Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen ist:

Herr Dr. Carl Pawlowsky, Kaufmann, Stockdorf

Der Geschäftsführer vertritt die Gesellschaft einzeln.

4. Angaben nach § 285 Nr. 9a HGB (Gesamtbezüge der Geschäftsführung) sind nach § 286 Abs. 4 HGB unterblieben.

5. Für Abschlussprüfungsleistungen fällt ein Honorar von EUR 39.000,00 an, für sonstige Bestätigungsleistungen von EUR 12.150,00

6. Der Geschäftsführer, Dr. Carl Pawlowsky, wird der Gesellschafterversammlung vorschlagen, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von EUR

177.059,50 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Ettringen, 02. April 2024

Dr. Carl Pawlowsky

sonstige Berichtsbestandteile

 

Ettringen, den 13. Dezember 2024

gez. Dr. Carl Pawlowsky

Angaben zur Feststellung

Der Jahresabschluss wurde am 13.12.2024 festgestellt.

Bestätigungs-/Versagungsvermerk/Bescheinigungstext

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Aviretta GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Aviretta GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Aviretta GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtürmern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

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