Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 216677
Vorher
Supertribe GmbH
Eingetragen
10.4.2020
Branche
Betrieb von Verkehrswegen für StraßenfahrzeugeVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingBetrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich Omnibusbahnhöfen
Gegenstand
Die Entwicklung und der Betrieb von Mobilitätslösungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christian Springub
seit 10.4.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (3)

Ungelöste Beteiligungen (6)

Gesellschafter
Beta

9 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 9 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Springub Invest UG (haftungsbeschränkt)
Germany
26.669 €
34.27%
Klaradal GmbH
Germany
26.601 €
34.18%
Dance Mobility UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG
Germany
13.569 €
17.44%
FPCI Idinvest Smart City Fund II vertreten durch ihre Verwaltungsgesellschaft Eurazeo Global Investor (EGI) S.A.S.
France
4.093 €
5.26%
Counterculture Capital GmbH
Germany
2.793 €
3.59%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Dance GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

I. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell:

Die Dance GmbH ("Dance" oder das "Unternehmen") ist ein full-service E-Mobilitätsunternehmen, das einen innovativen Abo-Service für Elektrofahrräder ("ebikes") und Elektro-Mopeds ("emopeds") betreibt und sich für lebenswerte Städte einsetzt.

Mit Dance können Mitglieder ihre Stadt ganz einfach mit ihrem eigenen hochwertigen, individuell gestalteten ebike oder ihrem eigenen modernen emoped erkunden und dabei von der im Abo enthaltenen Wartung, Reparatur und Versicherung profitieren. Sowohl Privat- als auch Geschäftskunden können bequeme und nachhaltige Mobilitätsentscheidungen ohne die Nachteile eines Kaufs treffen. Dance Mitglieder können dabei zwischen einer flexiblen monatlichen Mitgliedschaft und einem Jahresabonnement entscheiden.

Dance schafft durch die nahtlose Integration seiner differenzierten Hardware, Software und Serviceleistung aufregende Nutzererlebnisse. In jedem seiner Märkte erbringt das Unternehmen seine Premium-Dienstleistungen durch ein engagiertes lokales Serviceteam, das sich z. B. um die Lieferung, Abholung, Reparatur und Überholung der ebikes und emopeds kümmert.

Dance ist davon überzeugt, dass wir einer vernetzten und lebenswerten Stadt umso näherkommen, je mehr Menschen Elektromobilität nutzen. Dabei trägt das Unternehmen zu positiven Auswirkungen auf die Umwelt bei, indem es (1) eine Verlagerung von Verkehrsmitteln mit höheren Kohlendioxidemissionen hin zu nachhaltiger Elektromobilität unterstützt und (2) ein zirkuläres Modell mit regelmäßiger Wartung seiner Elektrofahrzeuge verfolgt, wodurch die Nutzungsdauer der eigenen Flotte verlängert und Abfall und Treibhausgase reduziert werden.

Dance erzielt in erster Linie Einnahmen aus den von den Mitgliedern gezahlten Mitgliedsbeiträgen. Dazu gehören Abonnementgebühren für das Fahrzeug als auch für Abonnement-Zusatzleistungen wie Komfortversicherungen oder Zubehör wie Fahrradkörbe, Kindersitze oder Mopedhelme.

Der Service des Unternehmens ist in Berlin, Hamburg, München (Deutschland), Wien (Österreich) und Paris (Frankreich) verfügbar, wobei die Mitglieder aus drei verschiedenen Dance-Fahrzeugtypen wählen können: Step-over-ebike, Low-Step-ebike und emoped.

Rechtliche Struktur:

Die Dance GmbH hält 100 % der Anteile an zwei ausländischen Tochtergesellschaften. Dance Mobility France SAS (Stammkapital 1 EUR) ist für alle Geschäftsaktivitäten in Frankreich zuständig, während über die Dance Mobility Austria GmbH (Stammkapital TEUR 35) alle Geschäftstätigkeiten in Österreich abgewickelt werden. Diese Eigentumsstruktur ermöglicht der Dance GmbH die bestmögliche Kontrolle und Übersicht über alle internationalen Aktivitäten, was die Ausrichtung auf die Unternehmensstrategie sicherstellt und ein effizientes Management der Geschäftsaktivitäten in den verschiedenen Märkten ermöglicht.

Im September 2024 beschloss Dance, das Geschäft in Österreich nicht mehr weiterzuführen, da die Skalierbarkeit auf neue Städte im Land und die Akzeptanz auf dem ursprünglichen Markt zu gering war. Aus diesem Grund wurde mit der Liquidation der Dance Austria Mobility GmbH, der für alle Geschäftsaktivitäten in Österreich verantwortlichen ausländischen Tochtergesellschaft, begonnen.

Im Jahr 2022 wurde die Rollich Mobility Services GmbH, ein Anbieter von emoped-Abonnements in Berlin, die im Jahr 2021 von der Gesellschaft erworben wurde, mit der Dance GmbH verschmolzen.

Forschungs- und Entwicklungsinitiativen:

Die Entwicklung eigener Innovationen ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Unternehmens. Die gesamte ebike-Flotte wird von Dance bedarfsgerecht und speziell für den Einsatz mit Abonnenten entwickelt. Innerhalb von Dance ist ein engagiertes Team von Hardware-Ingenieuren für die kontinuierliche Verbesserung der ebikes und ihrer Funktionen zuständig, unterstützt von externen Beratern und Dienstleistern, die an spezifischen Forschungs- und Entwicklungsinitiativen mitwirken. Den Herstellungsprozess der ebikes verantwortet Dance's Produktionspartner in Taiwan.

Erhebliche Investitionen hat Dance vor allem in Bezug auf die Optimierung bestehender und neu entwickelter Software getätigt. Die Dance App ist ein Kernelement der Software-Strategie und dient als Hauptschnittstelle zwischen Mitgliedern und dem Unternehmen. Sie sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Prozesse und trägt zu einer effizienten Nutzererfahrung bei, die Freude bringt. Über die Dance App werden den Mitgliedern hilfreiche Servicedienste zur Verfügung gestellt, wie z. B. verschiedene In-Ride-Informationen und die Nutzung des neuen Navigationsdienstes. Darüber hinaus hat Dance eine Reihe von Softwareanwendungen zur Unterstützung der Fahrzeugkonnektivität, zur Bereitstellung von Business Intelligence sowie zur Optimierung von Prozessen entwickelt und wird dies auch weiterhin tun.

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 9 Mitarbeiter in der Produkt- und Softwareentwicklung tätig.

II. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Makroökonomische Bedingungen:

Global

Im Jahr 2023 verlangsamte sich das globale Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr. Diese Verlangsamung kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden, darunter die russische Invasion in der Ukraine, die hohe Inflation und die strengeren Finanzierungsbedingungen, die sich sowohl auf die fortgeschritteneren Volkswirtschaften als auch auf die Schwellenländer auswirkten. Der weltweite Inflationsdruck nahm weiter zu, angetrieben von volatilen Rohstoffpreisen, Unterbrechungen in den globalen Lieferketten und angespannten Arbeitsmarktbedingungen.1 Nach Angaben des IWF verlangsamte sich das globale Wachstum weiter von 3,4 % im Jahr 2022 auf 3,2 % im Jahr 2023, während sich die globale Inflation von 8,7 % im Jahr 2022 auf 6,8 % im Jahr 2022 reduzierte, was vor allem auf weltweit höhere Kreditzinsen zurückzuführen ist.2

Eurozone

Das reale BIP im Euroraum stieg 2023 nur noch um 0,4%, nachdem es 2022 um 3,4% zugenommen hatte. Insgesamt stiegen die privaten Konsumausgaben 2023 um 0,5%. Die Verlangsamung des Wachstums im Jahr 2023 war weitgehend auf die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine zurückzuführen, wobei die Auswirkungen auf die einzelnen Länder je nach ihrer jeweiligen Wirtschaftsstruktur unterschiedlich waren. Die Industrie litt vor allem unter der restriktiven Geldpolitik, den hohen Energiepreisen und der nachlassenden globalen Nachfrage. Der Dienstleistungssektor konnte sich dagegen relativ gut behaupten und profitierte noch von den Auswirkungen des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs nach der Pandemie. Allerdings nahm die Wachstumsschwäche gegen Ende des Berichtsjahres zu. Dies war auf die Auswirkungen der höheren Zinsen zurückzuführen, die sich zunehmend in den einzelnen Wirtschaftssektoren bemerkbar machten, sowie auf die Spillover-Effekte vom schwachen Industriesektor auf den Dienstleistungssektor.

Deutschland, Österreich und Frankreich

Innerhalb der Märkte, in denen Dance aktiv ist, war das makroökonomische Umfeld durch vergleichbare Trends gekennzeichnet.

Im Jahr 2023 schrumpfte das deutsche BIP um -0,3%. Trotz des jüngsten Preisrückgangs blieben die Preise in allen Phasen des Wirtschaftsprozesses hoch und dämpften das Wirtschaftswachstum. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft im Jahr 2023. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den beiden vorangegangenen Jahren.3 Ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und einer schwächeren Inlands- und Auslandsnachfrage trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei.4

Im Vergleich zu 2022 schrumpfte das österreichische BIP nach einem stärkeren Wachstum in den Vorjahren im Jahr 2023 um 0,1%, was den allgemeinen europäischen Wirtschaftsabschwung widerspiegelt. Ein Großteil der Stagnation war auf die schwächere Nachfrage in wichtigen Exportmärkten, insbesondere in Europa und China, sowie auf den Inflationsdruck zurückzuführen. Der Arbeitsmarkt blieb robust, mit niedrigen Arbeitslosenquoten um die 5 %, wobei die österreichische Regierung auch Maßnahmen wie Lohnanpassungen und Subventionen ergriff, um die Auswirkungen der Inflation auf die Arbeitnehmer abzumildern. 5

1 Vgl. Europäische Zentralbank, 2023,

https://www.ecb.europa.eu/press/annual-reports-financial-statements/annual/html/ecb.ar2023~d033c21ac2.de.html

2 Vgl. Internationaler Währungsfonds (IWF), https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/04/16/world-economic-outlook-april-2024.

3 Vgl. Statistisches Bundesamt 2024,

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html :~:text=019%20vom%2015.,der%20Wirtschaftsleistung%200%2C1%20%25

https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-990892

4 Vgl. Bundesregierung Deutschland, 2024, https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-990892

In Frankreich wurde eine ähnliche Verlangsamung des BIP-Wachstums festgestellt. Wie 2022 war auch 2023 von einer hohen Inflation geprägt, insbesondere beim Verbrauch der privaten Haushalte. Das Wachstum der französischen Wirtschaft war moderat: Das BIP (in Volumen) stieg um 0,9%, nach einem Wachstum von 2,6% im Jahr 2022.6

Vor diesem makroökonomischen Hintergrund lässt sich eine wachsende Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltiger Mobilität angesichts des Klimawandels und des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins erkennen. In einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld können Verbraucher zudem mit einem Abonnementmodell die hohen Anschaffungskosten eines Fahrzeugs umgehen. Infolgedessen können Unternehmen wie Dance von Wachstum und Stabilität profitieren.

Branchenbericht:

Der globale Mikromobilitätsmarkt wächst bis 2023 weiter auf einen Gesamtwert von 2,9 Mrd. USD. Dies spiegelt die anhaltende Nachfrage nach urbaner Mobilität auf Seiten der Verbraucher wider. 7

Innerhalb des Mikromobilitätsmarktes haben E-Bikes eine starke Entwicklung erfahren. Nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Fahrradindustrie (ZIV) wird der Wert der Verkäufe von Fahrrädern und Elektrofahrrädern im Jahr 2023 7,1 Mrd. € erreichen, was einem Wachstum von 75 % gegenüber den 4 Mrd. € von 2019 entspricht. Der Anteil der verkauften E-Bikes erhöhte sich mit 2,1 Millionen gegenüber 1,9 Millionen Standardfahrrädern am schnellsten, was bedeutet, dass E-Bikes zum ersten Mal den Absatz von Standardfahrrädern nach Stückzahlen übertreffen. 8

Ein Faktor, der diesen Trend vorantreibt, ist die steigende Nachfrage nach nachhaltiger Mobilität im Hinblick auf den zunehmenden Klimawandel. Menschen, die täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind, verursachen im Vergleich zu konventionellen Verkehrsteilnehmern 84% weniger Kohlendioxidemissionen.9 Außerdem ist Radfahren ein wirksames Mittel zur Bekämpfung von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die körperliche Betätigung an der frischen Luft regt das Herz-Kreislauf-System an, fördert die Durchblutung und wirkt sich positiv auf die Stimmung aus.10 Radfahren ist demnach nicht nur nachhaltiger, sondern auch gesünder.

5 Vgl. STATISTICS AUSTRIA, 2023,

https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2024/02/20240229BIP2023Q4EN.pdf

6 Vgl. INSEE - France, 2024, https://www.insee.fr/en/statistiques/8193933?sommaire=8068801.

7 Vgl. Cycling Electric, 2024, https://www.cyclingelectric.com/in-depth/electric-bike-sales-around-the-world-pass-key-milestones.

8 Vgl. ZIVL Bicycle market report, 2023,

https://www.ziv-zweirad.de/fahrradmarkt-1-hlbj-2023-insgesamt-positive-zahlen-kaufzurueckhaltung-und-schlechtes-wetter-trueben-die-bilanz/.

9 Vgl. European Cyclists Federation, 2020,

https://ecf.com/news-and-events/news/cyclists-have-84-lower-daily-co2-lifecycle-travel-emissions-non-cyclists-new.

10 Vgl. ADFC, 2022, https://www.adfc.de/artikel/gute-gruende-fuer-den-arbeitsweg-per-rad.

Der Kauf eines Fahrrads stellt zwar das größte Segment in der Mikromobilitätsbranche dar, aber die mit dem Kauf verbundenen Reibungsverluste, wie z. B. hohe Anfangsinvestitionen, kostspielige Reparaturen und potenzieller Diebstahl, verlagern die Nachfrage zunehmend hin zu Abonnementmodellen.

Dance hebt sich durch seinen klaren Fokus auf Abo-Modelle für ebikes und emopeds von vielen anderen Marktteilnehmern ab. Eine Studie der Boston Consulting Group aus dem Jahr 2022 kommt zu dem Ergebnis, dass das Abonnement die am schnellsten wachsende Kategorie im Bereich der Mikromobilität mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 30% im nächsten Jahrzehnt sein wird.11

Damit einher gehen die kontinuierlichen Investitionen in die Fahrradinfrastruktur in ganz Europa, insbesondere in vielen Märkten von Dance. Paris hat einen erheblichen Umfang an Veränderungen und Investitionen in die Infrastruktur erlebt. Ziel ist es, 2 Milliarden Euro in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren und dabei das Fahrradnetz auf 100.000 km zu erweitern.12 Städtische Entwicklungen wie weniger Autoparkplätze und Vorschriften über Schadstoffemissionen werden weiterhin zu einer Steigerung der Nachfrage nach ebikes und emopeds beitragen.

b) Geschäftsverlauf

Das Wachstum von Dance wird von drei starken Trends angetrieben, die sich gegenseitig ergänzen: (1) der ebike-Markt wächst stark, (2) die Städte wandeln sich durch Mikromobilität und (3) ein fortschreitender Generationswandel, der Abonnements dem Kauf vorzieht.

Insbesondere durch die genannten Entwicklungen hat Dance im Jahr 2023 trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Marktumfelds große Entwicklungsschritte vollbracht. Mit dem Betrieb in fünf pulsierenden europäischen Städten, in denen drei verschiedene Elektrofahrzeuge angeboten werden, wuchs die Mitgliederzahl um etwa 55% seit Jahresbeginn. Die Mehrheit der Mitglieder des Unternehmens schließt dabei ein Jahresabonnement ab. Dies ist eine klare Bestätigung für den Product-Market Fit und unterstreicht die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Mobilitätslösungen, die in einem leistungsstarken Abonnementangebot zusammengefasst sind. Mit dem "Dance for Business" Angebot ermöglicht Dance auch Geschäftskunden, ihren Mitarbeitern ebikes und emopeds mit steuerlichen Vorteilen anzubieten, etwa als freiwillige Leistung oder Gehaltsumwandlung.

Im November 2023 führte Dance einen Personalabbau durch, von dem 33% seiner Mitarbeiter betroffen waren. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld einen noch kostenbewussteren Ansatz für die Erfüllung der Unternehmensziele zu verfolgen.

Das Unternehmen ist damit insgesamt gut positioniert, um seine Strategie umzusetzen und Städte lebenswerter zu gestalten, um einen signifikant positiven Einfluss auf das globale Klima zu haben.

11 Vgl. Lang; Schellong; Hagenmaier; Herrmann; Hohenreuther, 2022, https://www.bcg.com/publications/2022/the-future-of-urban-mobility.

12 Vgl. Reuters, 2023, https://www.reuters.com/world/europe/france-spend-2-billion-euros-boost-bicycle-usage-2023-05-05/.

c) Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 konnte Dance seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Umsatzerlöse für das Jahr beliefen sich auf TEUR 6.201 (2022: TEUR 3.347), wovon TEUR 2.746 (2022: TEUR 742) aus konzerninternen Miet- und Lizenzverträgen und TEUR 440 (2022: TEUR 431) aus dem Verkauf von Treibhausgasminderungsquoten. Dieser Umsatzanstieg ist hauptsächlich auf eine erhöhte Geschäftstätigkeit zurückzuführen, insbesondere die Erhöhung der Mitgliederbasis. Zwar konnte das geplante Ziel einer mehr als Verdoppelung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr nicht erreicht werden, dennoch konnten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um über 85 % gesteigert werden. Der Rückgang gegenüber dem ursprünglichen Ziel ist vor allem auf die schwache allgemeine Wirtschaftslage zurückzuführen, insbesondere in Deutschland, wo der erwartete Kundenzuwachs nicht erreicht werden konnte.

Die gesamten indirekten Kosten (vor Zinsen und Steuern) im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 18.756 haben sich im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 22.266) verringert. Ein Rückgang der Mitarbeiterzahl führte zu einem Rückgang der Löhne, Gehälter und Sozialversicherungskosten (TEUR 5.965) gegenüber dem Vorjahr (TEUR 7.351). Die Marketingkosten sanken auf TEUR 746 (2022: TEUR 3.419). Die Marketingkosten beinhalten Aufwendungen für Kundenakquise, Kundenbindung, Markenmarketing, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Des Weiteren stiegen die Abschreibungen aufgrund der Erweiterung der E-Bike-Flotte von TEUR 3.172 auf TEUR 5.372.

Damit erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von -9.049 TEUR (2022: TEUR -16.876). Somit konnte das Planziel eines EBITDA im negativen einstelligen Millionenbereich erreicht werden.

Die von Dance gehaltenen langfristigen Verbindlichkeiten und Wandeldarlehen führten im Jahr 2023 zu einem Zinsaufwand von TEUR 2.751 (2022: TEUR 1.238).

d) Finanzlage

Im Jahr 2023 erwirtschaftete Dance einen Periodenfehlbetrag von TEUR 17.160 (2022: TEUR 21.290).

Im Jahr 2023 sank das Eigenkapital um TEUR 6.884 auf TEUR -805 (2022: TEUR 6.079). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Nettoverlust für den Berichtszeitraum zurückzuführen. Dieser wurde zum Teil durch Kapitalerhöhungen aus dem ersten und zweiten Closing der Series A2 Finanzierungsrunde, der im Berichtszeitraum abgeschlossen wurde, ausgeglichen.

Im Jahr 2022 schloss Dance eine Kreditfazilität ab. Zum 31. Dezember 2023 sind die Darlehen im Rahmen dieser Fazilität unter den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 17.500 (2022: TEUR 15.000) ausgewiesen, von denen ein Betrag von TEUR 8.587 (2022: TEUR 15.000) mittelfristiger Natur und 8.913 TEUR (2022: TEUR 0) kurzfristiger Natur sind.

Im August 2024 wurde eine Änderung der Kreditfazilität vorgenommen, durch die die Fazilität in ein endfälliges Darlehen mit einem Fälligkeitsdatum im August 2031 und einer vorzeitigen Rückzahlung in Höhe des monatlichen EBITDA abzüglich aller geleisteten Zahlungen auf zulässige fällige Verbindlichkeiten (Kapital und Zinsen) umgewandelt wurde, vorausgesetzt, dass die verbleibenden verfügbaren Mittel den Betrag der Liquiditätsreserve von TEUR 500 nicht unterschreiten.

Die Liquidität war während des gesamten Berichtsjahres gesichert, so dass Dance seinen finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkam.

e) Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,0% auf TEUR 22.354 (2022:

TEUR 25.692).

Das Anlagevermögen verringerte sich im Jahr 2023 auf TEUR 15.630 (2022: TEUR 19.646), was im Wesentlichen auf die Abschreibung unseres Fuhrparks zurückzuführen ist.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verringerten sich im Jahr 2023 auf TEUR 995 (2022: TEUR 2.412), was im Wesentlichen auf die fortgesetzten Investitionen in unsere Flottenerweiterung und die Ergebnisse aus dem operativen Geschäft zurückzuführen ist.

Auf der Passivseite der Bilanz erhöhten sich die sonstigen Verbindlichkeiten auf TEUR 18.483 (2022: TEUR 16.874) aufgrund der weiteren Nutzung der Kreditlinie, was zu ausstehenden Kapitalbeträgen von TEUR 17.500 (2022: TEUR 15.000) und einer Kapitalisierung von ausstehenden Zinsen ("PIK") von TEUR 682 führte. Die im Vorjahr aufgenommenen Wandeldarlehen wurden im Jahr 2023 in Eigenkapital gewandelt. Im Jahr 2023 wurden weitere Wandeldarlehen aufgenommen, die in Höhe von TEUR 101 nicht gewandelt blieben und in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst wurden (2022: TEUR 1.646).

f) Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

1. Finanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren, die zur unternehmerischen Steuerung von Dance genutzt werden, sind insbesondere Umsatzerlöse und EBITDA, die einen Rückschluss auf die unternehmerische Leistungsfähigkeit geben können.

Die Umsatzerlöse werden in erster Linie durch Anzahl der Mitglieder und die erzielten durchschnittlichen Umsätze pro Mitglied (ARPU) bestimmt. EBITDA bezeichnet das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen.

Diese finanziellen KPIs sowie die Liquiditätssituation des Unternehmens werden kontinuierlich überwacht, unter anderem durch monatliche Berichterstattung.

2. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren werden nicht als wesentliches Mittel zur Unternehmenssteuerung verwandt.

3. Gesamtaussage zum Geschäftsjahr

Dance hat nach Einschätzung der Geschäftsführung ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich, das trotz schwieriger makroökonomischer Bedingungen durch ein Mitglieder- und Umsatzwachstum gekennzeichnet war. Dieses Wachstum wurde neben der zunehmenden Markenbekanntheit durch die erfolgreiche Etablierung in fünf Städten, in denen wir drei Arten von Elektrofahrzeugen anbieten, angetrieben. Die Investitionen, die für den Start und die Skalierung des Geschäfts erforderlich waren, spiegeln sich in unseren Finanzergebnissen wider, entsprechen unseren Erwartungen und bilden die Grundlage für weiteres Wachstum und künftige Margenverbesserungen. Die im Jahr 2023 abgeschlossenen Eigenkapital- und Fremdkapitalerhöhungen bestätigen die Chancen von Dance und unterstützen die Umsetzung der Unternehmensstrategie.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Risikobericht

Liquiditätsrisiko:

Die Liquiditätslage des Unternehmens wird stark von unseren Finanzergebnissen, dem Betriebskapitalbedarf und den Investitionen in unsere Elektrofahrzeugflotte beeinflusst.

Die abgeschlossenen Finanzierungsrunden der Serie A2 (1. und 2. Closing) sowie die weitere Inanspruchnahme der bestehenden Kreditfazilität führten im Berichtszeitraum zu einem Mittelzufluss, der sich positiv auf die Liquiditätslage des Unternehmens auswirkte. Darüber hinaus hat sich Dance bereits im August 2024 weitere Eigenkapitalzuflüsse (1. Closing der Restrukturierungsfinanzierungsrunde) gesichert.

Dance hat mehrere Maßnahmen eingeleitet, um eine ausreichende kurzfristige Liquidität sicherzustellen. Zum einen sollen zusätzliche Kosteneffizienzmaßnahmen umgesetzt werden, zum anderen hat Dance eine Änderung der bestehenden Kreditfazilität vorgenommen, die die Rückzahlungsverpflichtungen (Tilgungs- und Zinszahlungen) während der Laufzeit des Darlehens an die Fähigkeit des Unternehmens zur Schaffung zusätzlicher Liquidität knüpft, d. h. die Rückzahlung wird erst dann fällig, wenn die Liquiditätslage dies erlaubt. Mit dieser Modifikation wurde eine Verlängerung der Darlehenslaufzeit vereinbart, sodass das die Fazilität erst nach mehr als fünf Jahren zurückzuzahlen ist.

Ein Nichterreichen der geplanten Finanzergebnisse würde jedoch zu einem Anstieg des Liquiditätsrisikos führen und den Bedarf an externer Finanzierung erhöhen. Durch eine wirksame Liquiditätssteuerung und -überwachung ist das Unternehmen jedoch in der Lage, seine finanzielle Situation umfassend und proaktiv zu beurteilen.

Somit besteht weiterhin eine wesentliche Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Dies stellt ein bestandsgefährdendes Risiko dar. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Dance GmbH weiterhin finanzielle Unterstützung erhalten wird und damit die Fortführung der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich ist.

Finanzielles Risiko:

Die Finanzergebnisse des Unternehmens hängen von einem kontinuierlichen Mitgliederwachstum und der Ausweitung der Gewinnmargen ab. Es besteht das Risiko, dass die Mitgliederziele nicht erreicht werden, was in Kombination mit möglichen Rückgängen beim ARPU zu niedrigeren Einnahmen als erwartet führen kann. Darüber hinaus können Dance beispielsweise durch betriebliche Ineffizienzen, unvorhergesehene Kosten oder Inflationsdruck mehr Kosten entstehen, die sich nachteilig auf die Gewinnmargen auswirken können. Derartige Risiken können durch makroökonomische Faktoren sowie durch Veränderungen in der Wettbewerbslandschaft für Elektromobilitätslösungen verursacht werden.

Risiken in der ebike Entwicklung:

Die Entwicklung von Dance eigenen, speziell entworfenen und gebauten ebikes setzt das Unternehmen verschiedenen Risikofaktoren aus, die sich aus Konstruktionsmängeln oder Produktionsfehlern bei einzelnen Fahrzeugkomponenten ergeben können. Solche Probleme könnten eine Bedrohung für den reibungslosen Betrieb des Unternehmens darstellen und zu einer hohen Reparaturrate und/oder zu erheblichen Kosten führen. Darüber hinaus könnte ein bedeutender Teil der Fahrzeugflotte dadurch unbrauchbar werden. Um diese Risiken zu vermindern, führt Dance eine kontinuierliche Überwachung aller Produktionsprozesse durch und unterzieht alle Fahrzeuge regelmäßigen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen.

Risiken in der Lieferkette:

Auf der Beschaffungsseite besteht das Risiko, dass Dance aufgrund von Problemen in der Lieferkette nicht in der Lage ist, notwendige Produkte, Komponenten und Teile zu beschaffen oder nur zu deutlich höheren Preisen. Dieses Risiko wird in wesentlichem Maße von den aktuellen Entwicklungen auf dem Weltmarkt beeinflusst. Dance begegnet diesem Risiko durch ein solides Beschaffungs- und Lieferantenmanagement, laufende Preisanalysen und eine Diversifizierung der Beschaffungskanäle. Durch die genaue Überwachung der Lieferketten, die Durchführung von Risikobewertungen und die Pflege von Beziehungen zu mehreren Lieferanten ist Dance bestrebt, die Auswirkungen potenzieller Unterbrechungen abzuschwächen und eine stabile und zuverlässige Materialversorgung zu gewährleisten.

Risiken durch Saisonalität:

Die Abonnementbranche für Mikromobilität ist durch Saisonabhängigkeit gekennzeichnet. Der Großteil der Neuabonnements wird in Europa vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten abgeschlossen. Infolgedessen unterliegen auch die Cashflows von Dance saisonalen Schwankungen. Das Unternehmen hat Maßnahmen ergriffen, um die Saisonabhängigkeit seines Geschäfts abzumildern. Dazu gehören die Einführung und die Vermarktung von Jahresabonnements. Die Mehrheit der Dance-Mitglieder am Ende des Berichtszeitraums hat das Jahresabonnement gewählt. Durch das Angebot dieser Pläne verringert das Unternehmen seine saisonale Abhängigkeit und strebt eine ausgewogenere Cashflow-Generierung während des gesamten Jahres an.

Kundenbetrug und Ausfallrisiko:

Auf der Nutzerseite besteht das Risiko von Betrug und Zahlungsausfällen, entweder aufgrund von Fehlern bei der Risikoanalyse von Neukunden oder aufgrund von Einkommensverlusten bestehender Kunden. Um dieses Risiko zu verringern, muss jeder Nutzer seine Identität durch eine umfassende Prüfung verifizieren. Danach wird eine manuelle Überprüfung durch ein internes, geschultes Team vorgenommen. Dance hat außerdem eine auf Vergangenheitswerten basierende Risikoliste entwickelt, um unerwünschte Kunden herauszufiltern, und führt zunehmend Kreditrisikoprüfungen durch. Darüber hinaus wird ein aktives Debitorenmanagement betrieben, um dem Ausfallrisiko von Kunden zu begegnen. Dance verfügt über eine sehr fragmentierte Mitgliederbasis ohne Kundenkonzentration, was das Ausfallrisiko erheblich verringert.

Zinsänderungsrisiko:

Dance ist auf Fremdfinanzierung angewiesen, um seine Wachstumsstrategie umzusetzen. Ein Anstieg der Zinssätze, z. B. durch einen Anstieg der Leitzinsen, führt zu zusätzlichen Zinskosten für das Unternehmen und setzt es einem erheblichen Zinsrisiko aus. Das Unternehmen beobachtet die Entwicklung der Zinssätze genau und beabsichtigt, dieses Risiko durch eine Diversifizierung der Kreditaufnahme zu mindern. Im August 2024 nahm Dance eine Änderung seiner bestehenden Kreditfazilität vor, die dazu führte, dass der ausstehende Betrag unverzinslich wurde, wodurch sich das Zinsrisiko für das Unternehmen deutlich verringerte.

Wechselkursrisiko:

Dance hat bestimmte auf USD lautende Verträge, zum Beispiel mit seinem Partner für die Herstellung von ebikes. Daher ist das Unternehmen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt, insbesondere in Bezug auf den EUR/USD-Wechselkurs. Diese Risiken werden weder durch die in EUR erzielten Einnahmen noch durch finanzielle Absicherungen auf natürliche Weise abgesichert.

Risiko des Vermögensverlusts:

Unser Geschäftsmodell sieht eine angemessene Wartung vor, um die Langlebigkeit unserer Fuhrparks zu gewährleisten, damit diese unseren Mitgliedern weiterhin Einnahmen bringen. Es besteht das Risiko, dass Fuhrparks irreparabel beschädigt werden oder gestohlen werden und daher keinen Mehrwert mehr für das Unternehmen bieten können.

IT-Risiko:

Es besteht grundsätzlich das Risiko eines IT-Ausfalls und der Nichtverfügbarkeit der Dance-Website oder -App. Die Einführung einer aktiven Überwachung, einschließlich automatisierter Testsysteme, und das Vorhandensein eines Notfallplans tragen jedoch dazu bei, das Risiko eines erheblichen Systemausfalls zu mindern. Darüber hinaus verlässt sich das Unternehmen auf seriöse Partner, einschließlich Cloud- und SaaS-Anbieter, und deren bewährte Sicherheitsfähigkeiten. Nichtsdestotrotz ist Dance Cyber-Risiken wie Datenlecks, Betrug oder potenziellen Verlusten aufgrund von Schäden an der technologischen Infrastruktur, der Nutzung von Technologie oder der Schädigung des Rufs ausgesetzt.

b) Chancenbericht

Die Nachfrage nach nachhaltigen Mobilitätsalternativen nimmt deutlich zu, angetrieben durch ein wachsendes Bewusstsein für den Klimawandel und individuelle Gesundheitsaspekte. Es wird erwartet, dass dieser Trend in den kommenden Jahren anhalten wird, was das erhebliche Marktpotenzial in diesem Bereich verdeutlicht.

Wesentliche Faktoren, die diesen Trend verstärken und die weitere positive Entwicklung von Dance vorantreiben sind:

• Ununterbrochenes Wachstum im ebike Markt

• Kontinuierliche Investitionen in Infrastruktur für Fahrräder

• Anhaltende Verlagerung zu Abomodellen

Insbesondere Abonnement-Angebote wie das von Dance werden daher in absehbarer Zeit die höchsten durchschnittlichen Wachstumsraten im Mikromobilitätsmarkt aufweisen.13

Dance wird in verschiedener Hinsicht von diesen Trends profitieren können, einschließlich durch:

• Signifikante Wachstumsmöglichkeiten in den bestehenden Städten

• Expansion in neue Märkte

• Erweiterung des Fahrzeugportfolios

13 Vgl. Lang; Schellong; Hagenmaier; Herrmann; Hohenreuther, 2022, https://www.bcg.com/publications/2022/the-future-of-urban-mobility.

Die internationale Expansion von Dance sowie der mögliche Ausbau des Elektrofahrzeugportfolios werden in den kommenden Jahren systematisch vorangetrieben und bieten erhebliche Wachstums- und Ertragschancen.

Insbesondere durch unseren Premium-Service, individuell gestaltete ebikes, erstklassige Software-Komponenten und eine wiedererkennbare Markenidentität will sich das Unternehmen vom Wettbewerb differenzieren. Durch die Schaffung einer Bewegung will Dance einen positiven Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels leisten und aktiv an der nachhaltigen Entwicklung lebenswerter Städte mitwirken.

Gesamteinschätzung

Bei der Bewertung der Chancen und Risiken sind wir insgesamt positiv eingestellt. Angesichts des Bedarfs an Vorabinvestitionen ist das Unternehmen auf weiteres Eigenkapital und Fremdkapital angewiesen, um seinen Betrieb weiter ausbauen zu können. Der aktuelle Betrieb weist jedoch inzwischen nur noch einen leicht negativen Cashflow auf und soll sich zukünftig selbst finanzieren. Zu den weiteren Risiken für die Erreichung der ehrgeizigen Wachstumsziele des Unternehmens gehören finanzielle Risiken, wobei den möglichen Auswirkungen der Inflation und der Zinsentwicklung besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Neben dem Lieferkettenrisiko besteht auch ein Kundenausfallrisiko, dem das Unternehmen durch geeignete Maßnahmen begegnet.

Diesen Risiken stehen signifikante Chancen gegenüber, die Dance realisieren kann. Nachhaltige Entwicklungen bei der Mikromobilität, insbesondere bei ebikes, die stetige Infrastrukturverbesserung und der Wandel vom Kauf hin zum Abomodell ermöglichen es dem Unternehmen in bestehenden und neuen Märkten zu skalieren, neue Fahrzeugangebote einzuführen und innovative Nutzererlebnisse zu schaffen. Damit kann Dance viele neue Mitglieder anziehen und bestehende Abonnenten an sich binden.

Dieser Lagebericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens beziehen. Diese Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder unvorhergesehene Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Entwicklungen von den derzeitigen Erwartungen abweichen.

c) Ausblick und Prognose

Auf dem schnell wachsenden Markt für Abonnementdienste im Bereich der Elektromobilität will Dance eine führende Position einnehmen, die auf den Säulen einer starken Abonnement-DNA, differenzierten Fahrzeugen mit großartiger Technologie und hochwertigem Design, hervorragendem Kundenservice und einer vertrauenswürdigen Premiummarke beruht, mit der sich die Nutzer identifizieren können. Auch wenn das makroökonomische Umfeld weiterhin unsicher sein dürfte, geht das Unternehmen davon aus, dass es von den säkularen Trends des Wachstums der Elektromobilität, den Investitionen der Städte in eine nachhaltige Infrastruktur und dem Wandel der Verbraucher hin zu Abonnements weiter profitieren wird.

Für das Geschäftsjahr 2024 plant das Unternehmen mit einem weiteren Anstieg der Mitgliederzahlen. Dadurch soll der Umsatz plangemäß im Vergleich zu 2023 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen. Durch die entsprechende Skalierung, die Optimierung von Prozessen sowie die Reduktion von Personal- und Marketingkosten erwartet Dance im Jahr 2024 zudem eine signifikante Verbesserung des EBITDA und damit eine wesentliche Verringerung des operativen Mittelbedarfs. Somit wird für 2024 mit einem nur noch leicht negativen EBITDA geplant. Damit kann das Unternehmen in zunehmendem Maße faszinierende Nutzererlebnisse schaffen und zu lebenswerteren Städten beitragen.

In den vorliegenden ersten zehn Monaten des Geschäftsjahres 2024 verlief die Entwicklung der Umsatzerlöse gemäß Plan. Das EBITDA liegt ebenfalls innerhalb der Planwerte. Da wir gegenwärtig weiterhin von den o.g. Annahmen für unsere Planung für 2024 ausgehen, erwarten wir weiterhin, dass wir unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2024 insgesamt erreichen können.

Für das Geschäftsjahr 2025 plant das Unternehmen ebenso mit einem weiteren Anstieg der Mitgliedszahlen, insbesondere mit einer Linearisierung der Mitgliedszahlen im Jahresverlauf durch die Fokussierung auf die Jahresabonnements. Somit soll der Umsatz gegenüber 2024 ebenso im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen. Durch den höheren Umsatz und die Auswirkungen der Effizienzmaßnahmen in 2023 und 2024 will das Unternehmen in 2025 erstmal mindestens einen ausgeglichenen EBITDA erreichen.3

3 Vgl. Statistisches Bundesamt 2024,

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 15.630.431,16 19.645.888,88
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 86.782,65 116.552,65
II. Sachanlagen 15.385.558,46 19.371.246,18
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.269.574,31 13.204.225,94
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.115.984,15 6.167.020,24
III. Finanzanlagen 158.090,05 158.090,05
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 158.090,05 158.090,05
B. Umlaufvermögen 5.607.466,30 5.551.637,87
I. Vorräte 476.760,06 301.650,59
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.135.554,31 2.838.276,29
1. Forderungen gegen Gesellschafter 325.858,97 114.792,96
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.996.150,25 1.026.128,79
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 148.264,07
3. sonstige Vermögensgegenstände 813.545,09 1.697.354,54
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 301.778,48 339.899,36
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 995.151,93 2.411.710,99
C. Rechnungsabgrenzungsposten 311.663,29 494.395,39
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 804.545,44
Aktiva 22.354.106,19 25.691.922,14

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 6.078.992,65
I. Gezeichnetes Kapital 63.089,00 49.946,00
II. Kapitalrücklage 46.348.587,09 36.085.561,85
III. Verlustvortrag 30.056.515,20 8.766.411,14
IV. Jahresfehlbetrag 17.159.706,33 21.290.104,06
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 804.545,44
B. zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlagen 0,00 508.746,10
C. Rückstellungen 313.642,12 266.087,82
D. Verbindlichkeiten 21.830.780,60 18.836.970,57
1. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 114,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 114,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.962.774,78 1.085.038,89
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2.962.774,78 1.085.038,89
3. sonstige Verbindlichkeiten 18.867.891,82 17.751.931,68
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 9.562.840,12 2.751.931,68
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 9.305.051,70 15.000.000,00
E. Rechnungsabgrenzungsposten 209.683,47 1.125,00
Passiva 22.354.106,19 25.691.922,14

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 4.333.177,67 2.214.754,37
2. Personalaufwand 5.965.414,68 7.350.818,29
a) Löhne und Gehälter 5.042.932,90 6.306.556,99
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 922.481,78 1.044.261,30
davon für Altersversorgung 50.221,06 61.269,04
3. Abschreibungen 5.372.003,47 3.171.647,12
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 5.372.003,47 3.171.647,12
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.416.651,96 11.739.826,00
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.070,71 3.264,07
davon aus verbundenen Unternehmen 4.068,50 3.264,07
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.750.716,72 1.238.161,57
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -7.668,00 7.668,60
8. Ergebnis nach Steuern -17.159.870,45 -21.290.103,14
9. sonstige Steuern -164,12 0,92
10. Jahresfehlbetrag 17.159.706,33 21.290.104,06

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften des HGB für Kapitalgesellschaften unter Beachtung der Vorschriften des GmbHG erstellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 und Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften aufgestellt. Die größenabhängigen Erleichterungen der §§ 276 und 288 Abs. 2 HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften wurden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen.

Gemäß § 293 Abs. 1 HGB ist die Gesellschaft von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Dance GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Berlin
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Berlin (Charlottenburg)
Register-Nr.: HRB 216677 B

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend, welche im Vergleich zum Vorjahr unverändert sind.

Wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Der Jahresabschluss ist unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt worden. Die Gesellschaft befindet sich in der Aufbauphase. Daher reichen die Umsatzerlöse aktuell nicht aus, die laufenden Aufwendungen zu decken. Infolge der hieraus resultierenden Liquiditätsunterdeckung ist die Fortführung der Unternehmenstätigkeit über den Prognosezeitraum hinaus von der weiteren finanziellen Unterstützung der Gesellschafter beziehungsweise externer Darlehensgeber abhängig.

Die Eigenkapitalgeber haben im August 2024 eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals von TEUR 11 und der Kapitalrücklage von TEUR 1.404 vereinbart und durchgeführt. Mit dem externen Darlehensgeber ist für das ausgereichte Darlehen (Stand 31. Dezember 2023: TEUR 18.218) eine zinsfreie Laufzeit ab September 2024 und ein Aufschub der Fälligkeit auf mehr als fünf Jahre sowie die Änderung in ein endfälliges Darlehen beschlossen worden, wobei eine vorzeitige Tilgung in Höhe des EBITDA abzüglich der geleisteten Zahlungen auf die zulässige Verschuldung (Tilgung und Zinsen) kurzfristig fällig wird, sofern die verbleibenden verfügbaren Mittel den Betrag der Liquiditätsreserve von TEUR 500 nicht unterschreiten. Unter Berücksichtigung dieser ergriffenen Maßnahmen und vorbehaltlich der Erreichung der Planung geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Gesellschaft im Prognosezeitraum bis Ende Dezember 2025 ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Dies stellt ein bestandsgefährdendes Risiko dar. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Dance GmbH weiterhin finanzielle Unterstützung erhalten wird und damit die Fortführung der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich ist.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Planmäßige Abschreibungen erfolgten nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Den planmäßigen Abschreibungen lagen Nutzungsdauern von drei Jahren zu Grunde.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Die Nutzungsdauern lagen zwischen drei und fünfzehn Jahren. Die Sachanlagen bestehen überwiegend aus Sachanlagen, die dem Unternehmen langfristig zur Vermietung dienen. Die zur Vermietung bestimmten Sachanlagen werden über drei beziehungsweise sieben Jahre abgeschrieben.

Die geringwertigen Anlagegüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 800 wurden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang gezeigt. Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250 wurden mit den Anschaffungskosten als Aufwand gebucht.

Das Zubehör der Sachanlagen, die dem Unternehmen zur Vermietung dienen, wird abweichend von den Bilanzierungsgrundsätzen zu den vorgenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern auch bei Anschaffungskosten unter EUR 800 mit den Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig über drei Jahre abgeschrieben.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt. Von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 3 S. 6 HGB wurde kein Gebrauch gemacht.

Vorräte

Die Waren wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Die geleisteten Anzahlungen werden mit dem Nominalwert bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nominalwert bzw. unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Wertberichtigungen wurden, soweit erforderlich, für spezielle Einzelwertrisiken durchgeführt.

Flüssige Mittel

Flüssige Mittel wurden zum Nominalwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital entspricht der im Gesellschaftsvertrag und im Handelsregister eingetragenen Höhe und wurde zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist und berücksichtigen alle bis zur Jahresabschlusserstellung erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste, die dem abgelaufenen Geschäftsjahr zuzurechnen sind. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen wurden berücksichtigt, soweit ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorlagen. Soweit die Rückstellungen eine Restlaufzeit von über einem Jahr aufwiesen, wurden sie entsprechende § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Passive Rechnungsabgrenzung

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten wurden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich umkehren. Nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) wird im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag vom Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Am Bilanzstichtag sind alle Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs zu bewerten. Für alle Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr wird dabei das Anschaffungskosten- und das Imparitätsprinzip beachtet.

Angaben zur Bilanz

Angaben zum Anlagevermögen

Das Anlagevermögen besteht hauptsächlich aus Sachanlagen, die dem Unternehmen für die langfristige Vermietung dienen. Sachanlagen mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 2.654 (i. Vj.: TEUR 3.548) zum Stichtag 31. Dezember 2023 werden über sieben Jahre abgeschrieben. Sachanlagen mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 9.163 (i. Vj.: TEUR 7.919) zum Stichtag 31. Dezember 2023 werden über insgesamt drei Jahre abgeschrieben. Alle übrigen Sachanlagen werden zwischen drei und fünfzehn Jahren abgeschrieben.

Das Zubehör der vermieteten Sachanlagen weist einen Buchwert zum Stichtag 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 1.195 (i. Vj.: TEUR 1.405) auf.

Angaben zu den Posten und Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr aus.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 2.996 (i. Vj.: TEUR 1.026) stellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.991 (i. Vj.: TEUR 742) sowie sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 5 (i. Vj.: TEUR 284) dar. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen weisen wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr aus.

Die Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 326 (i. Vj.: TEUR 115) weisen wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf und bestehen aus sonstigen Forderungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 672 (i. Vj.: TEUR 1.477) bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Steuern in Höhe von TEUR 280 (i. Vj.: TEUR 1.025) sowie Kautionen in Höhe von TEUR 302 (i. Vj.: TEUR 340). Die Kautionen weisen eine Restlaufzeit von über einem Jahr auf. Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände weisen wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio von TEUR 178 (i. Vj. TEUR 311) enthalten.

Eigenkapital

Die Gesellschaft hat mit Gesellschafterbeschluss vom 9. Dezember 2022 und Eintrag im Handelsregister am 11. Januar 2023 eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Bei der Kapitalerhöhung wurde das Stammkapital um TEUR 9 auf TEUR 59 erhöht. Darüber hinaus wurde eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 5.533 beschlossen. Die Beträge wurden teilweise bereits im Geschäftsjahr 2022 eingezahlt und in 2023 in das Eigenkapital umgebucht. In dem Zusammenhang wurden ebenfalls Darlehen in Höhe von TEUR 1.646 gewandelt und in die Kapitalrücklage eingelegt.

Weiterhin hat die Gesellschaft mit Gesellschafterbeschluss vom 19. Juli 2023 und Eintrag im Handelsregister am 12. September 2023 eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Bei der Kapitalerhöhung wurde das Stammkapital um TEUR 4 auf TEUR 63 erhöht. Darüber hinaus wurde eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 1.464 beschlossen. Im Zuge der Kapitalerhöhung wurden ebenfalls Wandeldarlehen mit einem Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 1.620 in die Kapitalrücklage eingelegt.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von TEUR 184 (i. Vj.: TEUR 156) sowie für Jahresabschluss- und Steuererklärungsposten in Höhe von TEUR 107 (i. Vj.: TEUR 76). Alle Rückstellungen weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Angaben zu den Posten und Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen weisen wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 2.963 (i. Vj. TEUR 1.085) stellen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.961 (i. Vj. TEUR 961) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2 (i. Vj.: TEUR 124) dar. Sie weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 18.483 (i. Vj. TEUR 16.874) bestehen im Wesentlichen aus einem Darlehen in Höhe von TEUR 18.218 (i. Vj. TEUR 15.000). Das Darlehen weist in Höhe von TEUR 8.913 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von TEUR 9.305 eine Restlaufzeit von einem bis fünf Jahren auf. Das Darlehen ist besichert durch ein allgemeines Pfandrecht an sämtlichen Rechten, Titeln, Anteilen und Vermögenswerten des Unternehmens. Darüber hinaus bestehen die sonstigen Verbindlichkeiten im Wesentlichen aus Wandeldarlehen in Höhe von TEUR 101 (i. Vj. EUR 1.646) und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Neben den in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten haftet die Dance GmbH als Bürge für die Verbindlichkeiten aus einem Mietvertrag der Tochtergesellschaft, der Dance Mobility Austria GmbH (verbundenes Unternehmen). Der Mietvertrag wurde zum 31. Dezember 2024 gekündigt. Die Dance GmbH wird als Bürge für die Restforderungen in Anspruch genommen. Aus der Inanspruchnahme resultiert ein Verlust in Höhe von TEUR 37.

Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.493 aus Mietverträgen über Immobilien und in Höhe von TEUR 56 über Leasingverträge für bewegliche Vermögensgegenstände mit Laufzeiten bis 2026.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 16 (i. Vj.: TEUR 57) sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 28 (i. Vj.: TEUR 125) enthalten.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 92 (i. Vj.: 105).

Die Arbeitnehmer waren in den folgenden Funktionen des Unternehmens beschäftigt:

Zentrale Funktionen 45 Mitarbeiter
Lokale Operationen 47 Mitarbeiter

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 285 Nr. 21 HGB

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden insbesondere mitTochterunternehmen abgeschlossen. Wesentliche Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen, soweit sie nicht mit zu 100% in Konzernbesitz befindlichen vollkonsolidierten Unternehmen geschlossen werden, bestehen bei der Dance GmbH nicht.

Geschäftsführung

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Name Vorname ausgeübter Beruf
Ljung Alexander Chairman of the Board (abberufen am 16. Januar 2024)
Quidenius-Wahlforss Eric Chief Executive Officer
Springub Christian Chief Product Officer

Vergütung der Geschäftsführung

Bezüglich der Angabe der Organbezüge nehmen wir die Schutzvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch.

Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen

Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:

Name, Sitz Unternehmen Gesamtes Eigenkapital Anteil am gezeichneten Kapital Ergebnis (Jahresabschluss 2023)
Dance Mobility Austria GmbH Wien, Österreich TEUR 163 100% TEUR 14
Dance Mobility France S.A.S. Paris Frankreich TEUR 83 100% TEUR 54

Die Gesellschaft ist von keinem Unternehmen unbeschränkt haftende Gesellschafterin.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -17.159.706,33 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Eigenkapital

Die Gesellschafter haben im August 2024 mit den bisherigen Gesellschaftern und dem externen Darlehensgeber ein Buy-Out und Restructuring Agreement unterschrieben. In dem Agreement wurde im Wesentlichen Folgendes vereinbart:

Die Gesellschaft hat mit Gesellschafterbeschluss vom 29. August 2024 und Eintrag im Handelsregister am 18. September 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Bei der Kapitalerhöhung wurde das Stammkapital um TEUR 11 auf TEUR 74 erhöht. Darüber hinaus wurde eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 1.404 beschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde durchgeführt.

Darüber hinaus wurde mit dem externen Darlehensgeber vereinbart, das Darlehen (Stand 31. Dezember 2023: TEUR 18.218) ab September 2024 zinslos zu stellen und die Fälligkeit über den Prognosezeitraum hinaus zu verlängern. Das Darlehen weist nach Änderung eine Restlaufzeit von über fünf Jahren aus. Darüber hinaus wurde der Vertrag in ein endfälliges Darlehen geändert, wobei eine vorzeitige Rückzahlung in Höhe des EBITDA abzüglich der geleisteten Zahlungen auf die zulässige Verschuldung (Tilgung und Zinsen) fällig wird, sofern die verbleibenden verfügbaren Mittel den Betrag der Liquiditätsreserve von TEUR 500 nicht unterschreiten.

Angaben zu anderen Unternehmen mit Anteilsbesitz

Mit Beschluss vom 16. September 2024 und Eintrag im Handelsgericht Wien am 20. September 2024 hat die Gesellschaft die Auflösung und Liquidation der Dance Mobility Austria GmbH beschlossen.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Berlin, den 9. Dezember 2024

gez. Eric Quidenus-Wahlforss, Geschäftsführer

gez. Christian Springub, Geschäftsführer

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen ansolchen Rechten und Werten 151.966,55 5.443,03 0,00 0,00 157.409,58
151.966,55 5.443,03 0,00 0,00 157.409,58
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.699.119,17 3.153.486,00 4.051.036,09 2.782.174,55 21.121.466,71
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.167.020,24 0,00 -4.051.036,09 0,00 2.115.984,15
22.866.139,41 3.153.486,00 0,00 2.782.174,55 23.237.450,86
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 158.090,05 0,00 0,00 0,00 158.090,05
158.090,05 0,00 0,00 0,00 158.090,05
23.176.196,01 3.158.929,03 0,00 2.782.174,55 23.552.950,49
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen ansolchen Rechten und Werten 35.413,90 35.213,03 0,00 0,00 70.626,93
35.413,90 35.213,03 0,00 0,00 70.626,93
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.494.893,23 5.336.790,44 0,00 979.791,27 7.851.892,40
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3.494.893,23 5.336.790,44 0,00 979.791,27 7.851.892,40
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3.530.307,13 5.372.003,47 0,00 979.791,27 7.922.519,33
Buchwerte
Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen ansolchen Rechten und Werten 86.782,65 116.552,65
86.782,65 116.552,65
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.269.574,31 13.204.225,94
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.115.984,15 6.167.020,24
15.385.558,46 19.371.246,18
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 158.090,05 158.090,05
158.090,05 158.090,05
15.630.431,16 19.645.888,88

sonstige Berichtsbestandteile

 

Berlin, den 09.12.2024

gez. Eric Quidenius-Wahlforss

gez. Christian Springub

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 12.12.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Dance GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Dance GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Dance GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf den Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Anhang sowie die Angaben im Abschnitt "Liquiditätsrisiko" des Risikoberichts des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sich die Gesellschaft in der Aufbauphase befindet und aus dem operativen Geschäft eine Liquiditätsunterdeckung resultiert. Das geplante Wachstum der Gesellschaft kann nur durch weitere Eigenkapital- und Fremdkapitalmaßnahmen finanziert werden, wovon die Geschäftsführer derzeit ausgehen. Dies deutet auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 9. Dezember 2024

O&R Oppenhoff & Rädler AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Christoph Mittermaier, Wirtschaftsprüfer

Stefan Hien, Wirtschaftsprüfer

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