Allmed Dialysis Technologies GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Frank Tarcikowski seit 10.3.2025 | Geschäftsführer |
Jürgen Achim Haaser seit 30.7.2009 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Allmed Medical Care Holdings Ltd. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Allmed Medical GmbHPulsnitzJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Lagebericht1. Darstellung des Geschäftsverlaufs Branchen- und Marktbedingungen Allmed ist im Bereich der Medizintechnik tätig und befasst sich mit der Entwicklung, der Produktion und dem weltweiten Vertrieb von Produkten für die Dialyse . Weltweit gibt es mehr als 13 Millionen Menschen mit Nierenerkrankungen im Endstadium (ESRD). Es wird erwartet, dass diese Zahl jährlich um etwa 4,5 % zunimmt und bis 2025 etwa 16 Millionen Patienten erreicht. Ungefähr 35 % dieser Patienten erhalten eine Hämodialyse. Dies entspricht derzeit etwa 500 Millionen Sitzungen und wird bis 2025 auf etwa 650 Sitzungen ansteigen. Die Zahl der Dialysepatienten nimmt weltweit rasch zu, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Hämodialyse ist die am häufigsten angebotene Form der Nierenersatztherapie (KRT) in Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen, entweder in Verbindung mit einer Dialyse oder einer Transplantation. Es wird erwartet, dass die Akzeptanz der Hämodialyse in den kommenden Jahrzehnten weltweit weiter zunehmen wird. Die Alterung der Weltbevölkerung in Verbindung mit dem anhaltenden Anstieg der Prävalenz von Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von Nierenerkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck bedeutet, dass die Inzidenz, die Prävalenz und die Kosten von Nierenversagen in absehbarer Zukunft weiter steigen werden. Quelle: Grundlagen der chronischen Nierenerkrankung | Initiative Chronische Nierenerkrankung|CDC-Website 2. Lage des Unternehmens 2.1. Finanzielle Leistungsindikatoren Die Geschäftsführung steuert das Unternehmen überwiegend mit den finanziellen Leistungsindikatoren Umsätzen und Ergebnis vor Steuern. 2.2. Vermögenslage Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 betrug 13.771 TEUR. Das Vermögen setzt sich zum Bilanzstichtag aus 1,10 % Anlagevermögen und 98,90 % Umlaufvermögen zusammen. Das Eigenkapital beträgt 3.708 TEUR und besteht aus dem gezeichneten Kapital (25 TEUR), der Kapitalrücklage (335 TEUR), dem Gewinnvortrag (3.300 TEUR) und dem Jahresüberschuss (48 TEUR). 2.3. Ertragslage Im Geschäftsjahr 2022 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,242 Mio. Euro (Vorjahr: 12,755 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 5,512 Mio. Euro gesunken. Diese Veränderung ist ausschließlich darauf zurückzuführen, dass es auch hier eine Umsatzverschiebung von den europäischen Märkten in das außereuropäische Umfeld gab. Der Umsatzrückgang war dementsprechend erwartet worden. Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Gesellschaft einen Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) von 345 TEUR (Vorjahr: 915 TEUR) erwirtschaften. Die sonstigen Aufwendungen betrugen 1.459 TEUR und setzten sich aus Personalkosten (531 TEUR), Abschreibungen (5 TEUR) und sonstigen betrieblichen Aufwendungen (923 TEUR) zusammen. Im Ergebnis konnte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss vor Ertragsteuern in Höhe von 68 TEUR (Vorjahr: 352 TEUR) erzielen. Das Ergebnis fiel damit insgesamt höher aus als erwartet. 2.4. Finanzielle Lage Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit beträgt TEUR -484 (Vorjahr: TEUR-1.332), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR +111 (Vorjahr: TEUR -2) und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR -64 (Vorjahr: TEUR +4.708). Insgesamt hat sich der Finanzmittelbestand um 437 TEUR vermindert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Finanzlage im abgelaufenen Geschäftsjahr solide und stabil war. 2.5. Personal- und Sozialbereich Die Zahl der fest angestellten Mitarbeiter im Unternehmen betrug im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 8 (Vorjahr: 7). 3. Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung Als Anbieter und Hersteller eines lebensrettenden und lebenserhaltenden Medizinproduktes sind die Aktivitäten von Allmed kaum konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Das in Allmed gebündelte Know-how und die in den vergangenen 20 Jahren seit der Unternehmensgründung gesammelten Erfahrungen bilden eine solide Basis für die Weiterentwicklung, die laufende Produktion der Produkte und den Umgang mit dem Marktgeschehen, verbunden mit der Fähigkeit zum sicheren Umgang mit möglichen Risiken. 3.1. Chancenmanagement Die Allmed Medical GmbH, als Mitglied der Allmed Medical Care Holding mit Sitz in London/UK, wird, eingebettet in die Holdingpolitik, weiterwachsen. Allmed stellt sich konsequent der Aufgabe, Chancen zu suchen, zu erkennen und ihr Potenzial zu bewerten, um dann die als geeignet erachteten Chancen in gezieltes unternehmerisches Handeln umzusetzen. Dieses Chancenmanagement ist eng mit den für die gesamte Gruppe formulierten mittel- bis langfristigen Unternehmensstrategien verknüpft. Allmed hat eine überschaubare Anzahl von Abnehmern für seine Produkte. Der Erfahrungsaustausch mit diesen Abnehmern ist direkt und findet in kürzester Zeit statt. In diesem Bereich geht es um die Kommunikation und Diskussion nicht nur von technologischen Fragen, sondern auch von dem, was im Dialysemarkt passiert. 3.2. Risikomanagement Um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern, gehört es zu den ersten und laufenden Aufgaben des unternehmerischen Handelns von Allmed, Risiken möglichst frühzeitig zu erkennen, ihr Risikopotenzial zu bewerten und die Erkenntnisse in entsprechende unternehmerische Aktivitäten umzusetzen. Dieses Risikomanagement ist ebenso eng mit den formulierten mittel- bis langfristigen Unternehmensstrategien der gesamten Gruppe (Holding) verknüpft wie das Chancenmanagement. In der Beobachtung des Marktgeschehens - weltweit und im unmittelbaren Umfeld des Unternehmens - hat Allmed Instrumente in der Finanzbuchhaltung, in der Produktion und in der Qualitätskontrolle entwickelt und eingeführt, mit deren Hilfe Risiken, die den Fortbestand und die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens gefährden könnten, identifiziert und analysiert werden können. Diese Instrumente werden von den Verantwortlichen vor Ort und der Muttergesellschaft in regelmäßigen Abständen überprüft und bei Bedarf an neue Situationen angepasst. Die Risikosituation wird von der Geschäftsführung in enger Zusammenarbeit mit der Holding ständig überwacht. Im Falle einer Gefährdung können sofort Gegenmaßnahmen zur Abwendung oder Eindämmung eingeleitet werden. Die Führungskräfte sind angehalten, Veränderungen der Risikosituation in ihrem Verantwortungsbereich unverzüglich an die Geschäftsführung zu melden. Durch den direkten und ständigen Kontakt von Allmed nicht nur zu den Abnehmern der Produkte, sondern auch zu den Lieferanten der Rohstoffe ist es möglich, Veränderungen der Risikosituation sofort zu erkennen. 3.3. Risikofelder 3.3.1 Makroökonomische Risiken Das Risiko von grenzüberschreitenden Konflikten ist schwer abzuschätzen und aus Sicht von Allmed nicht zu beeinflussen. Die weltweit steigende Nachfrage nach den strategisch wichtigen Produkten von Allmed im Gesundheitsbereich ist jedoch eine solide Basis für weitere unternehmerische Aktivitäten von Allmed. Die politische Situation in einigen der Allmed-Märkte ist nach wie vor als instabil zu bezeichnen, jedoch verfügt Allmed über eine vielfältige und diversifizierte Kundenbasis, die das politische Risiko kompensieren kann. 3.3.2 Industriespezifische Risiken Allmed beobachtet den Markt für Dialysedienstleistungen nicht direkt, sondern ständig über die Daten, Fakten und Erfahrungen seiner Kunden, da nur diese direkt in diesem Markt tätig sind. Allmed ist daher daran interessiert, dass ihre Kunden ihre bestehenden und laufenden Versorgungsverträge mit den jeweiligen Einrichtungen auch in Zukunft behalten können. Allmed wird seinen Beitrag dazu jederzeit nach besten Kräften leisten, auch in finanzieller Hinsicht. 3.3.3 Risiken im operativen Geschäft Zur Behandlung und Abwendung möglicher Risiken im operativen Geschäft sind bei Allmed folgende Maßnahmen eingeführt worden: Die gesamte Produktion sowie die Organisation derselben wird bei der Allmed durch ein gesetzlich vorgeschriebenes und durch eine sogenannte benannte Stelle (BSI) zertifiziertes QM-System nach DIN EN ISO 13485: 2016 kontinuierlich überwacht und gesteuert. Die Einhaltung dieses QM-Systems bei Allmed wird durch regelmäßige Audits der benannten Stelle überwacht. Um das operative Geschäft weiter zu stabilisieren, werden nun verstärkt Lieferantenaudits durchgeführt, um die Quote der qualitätsbezogenen Beanstandungen weiter zu senken. Darüber hinaus wurden 2022 auch die personellen Voraussetzungen geschaffen, um den wachsenden Anforderungen in diesem Bereich Rechnung tragen zu können. 3.3.4 Personalrisiken Das Personalrisiko bei Allmed ist als durchschnittlich einzustufen. Allmed hat in der Vergangenheit, insbesondere in der Aufbauphase, einen Grundstock an qualifizierten und motivierten Mitarbeitern aufgebaut, der durch ständige und regelmäßige Schulungen weiter gefördert wird. 3.3.5 Finanzielle Risiken Allmed wickelt den Großteil seiner Geschäfte in Euro ab und ist daher nur in sehr geringem Maße den Risiken des internationalen Finanzmarktes (Währungsschwankungen) ausgesetzt. Allmed sieht auch keine finanziellen Risiken aus finanziellen Verpflichtungen (Darlehen usw.), da diese Verpflichtungen entweder zu festen Zinssätzen oder nach oben begrenzt eingegangen wurden. Die Schuldner zahlen weitgehend im Voraus oder legen Akzepte vor, so dass das Risiko von Forderungsausfällen - auch und gerade im internationalen Geschäft - so weit wie möglich minimiert wird. 3.3.6 Rechtliche Risiken Es bestehen derzeit keine Risiken aus Rechtsstreitigkeiten. 3.3.7 Sonstige Risiken Corona war in den letzten 36 Monaten eine Herausforderung und könnte auch in Zukunft ein Risiko darstellen. Da Allmed in erster Linie ein verwaltungsorientiertes Unternehmen ist, wurde die Sicherheit der Mitarbeiter durch das Angebot von Home-Office, flexiblen Arbeitszeiten gewährleistet. Andere Risiken verschiedener Art, z. B. im Zusammenhang mit IT-Systemen, Datenschutz usw., werden bei Allmed zwar beobachtet, aber nicht als wesentlich eingestuft. 3.3.8 Beurteilung der Gesamtrisikosituation Derzeit sind keine Risiken erkennbar, die zu einer nachhaltigen und negativen Beeinträchtigung der Gesamtrisikosituation von Allmed führen könnten. Die politische Situation in den Ländern der Hauptabnehmer von Allmed-Produkten ist weiterhin als instabil zu bezeichnen, in 2022 wurde ein Umsatz von 7.242 Mio. erzielt. Im Jahr 2023 soll der Umsatz durch den Ausbau der Geschäftsaktivitäten in den Wachstumsmärkten gesteigert werden. Wie sich die weitere Preissituation auf die Verkaufspreise unserer Produkte auswirken wird, ist jedoch angesichts der sich verändernden politischen und Kostenstruktur weltweit schwer abzuschätzen. Es drängen mehr Hersteller ähnlicher Produkte (China, Türkei) mit herausfordernden Preisen auf den Markt. 4. Vorhersagebericht Einige der in diesem Bericht gemachten Aussagen enthalten zukunftsgerichtete Komponenten. Diese beruhen auf Einschätzungen und Erwartungen des Managements. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich auf die Risiken solcher zukunftsgerichteter Aussagen hin. Wesentliche mögliche Abweichungen sind durch die monatlichen/jährlichen Soll-/Ist-Zahlen der Geschäftsaktivitäten von Allmed frühzeitig erkennbar. 5. Gesamtaussage und mittelfristiger Ausblick Im Gesamtmarkt für Dialysatoren mit einer weltweiten Kapazität von mehr als 500 Millionen Stück spielt Allmed (als Gruppe) mit einer Kapazität von rund 6,2 Millionen Dialysatoren eine eher kleine Rolle. Mit Allmed konnte gezeigt werden, dass es möglich ist, neben den großen "Global Playern" eine funktionierende Produktion für marktfähige Dialyseprodukte in gleichwertiger Qualität aufzubauen, um den noch am Markt tätigen kleinen und mittleren Distributoren eine Existenzgrundlage zu geben. Allmed sieht in diesem Segment, das in bestimmten geographischen Zonen mit dem Weltmarkt jährlich überproportional und stetig wächst, weiterhin gute Chancen für die Zukunft. Zukünftige Absatzmärkte sieht Allmed überall dort, wo Unternehmer oder Institutionen (z.B. durch staatliche Initiativen, um eine gewisse Unabhängigkeit von global agierenden Unternehmen zu erreichen), meist parallel zu den großen "Global Playern", die Chance und möglicherweise auch die Notwendigkeit sehen, in kleine und mittlere Dialysatorhersteller zu investieren. 6. Makroökonomischer Ausblick Das Unternehmen verfügt über personelle und technische Voraussetzungen, die in Verbindung mit den Vermarktungsaktivitäten weiterhin gute Perspektiven für die weitere Entwicklung bieten. Wie gezeigt, ist Allmed mit seinem Produktportfolio für den Einsatz im lebensrettenden und lebenserhaltenden medizinischen Bereich des wachsenden Dialysemarktes von solchen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen weitgehend isoliert, nicht aber von temporären, politisch initiierten negativen Markteinflüssen in speziellen Märkten. Allmed ist auf derartige Einflüsse organisatorisch und finanziell angemessen vorbereitet. Vor diesem Hintergrund sind die langfristigen gesamtwirtschaftlichen Perspektiven für Allmed nach wie vor als gut einzuschätzen. Als ein Einflussfaktor für die zukünftige Entwicklung ist zunächst der Krieg in der Ukraine zu nennen. Sowohl Russland als auch die Ukraine waren wichtige Märkte für Allmed, die zusammen mehr als 40% des Umsatzes in 2022 ausgemacht haben. Die Sicherheitslage in der Ukraine hat die Lieferketten und die Nachfrage im Land erheblich beeinträchtigt, und auch die Zahlungsfähigkeit der Kunden. Allmed hat trotz dieser Hindernisse auch nach Kriegsausbruch unter humanitären Gesichtspunkten weitere Lieferungen vorgenommen. Dennoch ist im Zeitpunkt der Berichterstattung abzusehen, dass die Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis erheblich sein werden. Die Sanktionen gegen Russland umfassen zwar nicht die Lieferung medizinischer Güter, doch der Ausschluss vieler russischer Banken vom SWIFT-System und die Devisenknappheit in Russland führten zwischenzeitlich dazu, dass die Kunden nur noch sehr geringe Zahlungen leisten konnten, sodass die Belieferung weitgehend eingestellt wurde. Auch hier sind daher im Zeitpunkt der Berichterstattung erhebliche Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis abzusehen, wenngleich sich zum Jahresende hin eine Verbesserung der Situation andeutet. Nach gegenwärtigem Forecast rechnet Allmed im Geschäftsjahr 2023 mit rd. 8 Mio. EUR Umsatz. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in 2023 wird positiv i.H.v. rd. 1,5 Mio. EUR erwartet. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass zum Zeitpunkt der Berichterstattung neue Marktdaten vorliegen, aus denen sich ergibt, dass die Zahl der Dialysepatienten in 2022 wieder weniger angestiegen ist als in den Vorjahren (der Fresenius Annual Report 2021 gibt das Wachstum mit 2 % an, andere Quellen sprechen teilweise sogar von einem Rückgang). Diese Abweichung von dem bis dahin sehr konstanten Wachstum von ca. 4,5 % p.a. erklärt sich durch die Übersterblichkeit bei Dialysepatienten in der Corona Pandemie. Allmed geht davon aus, dass sich der Markt mittelfristig erholen wird, kurzfristig kommt es jedoch zu einem spürbar verschärften Wettbewerb in der gesamten Lieferkette. Da die Allmed Group sowohl als Kunde (Kauf von Rohstoffen) wie auch als Lieferant (Verkauf von Fertigwaren) am Markt teilnimmt, birgt diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken, die auf der Ebene der Geschäftsführung intensiv beobachtet und berücksichtigt werden. Schließlich hat sich eine neue Entwicklung bezüglich der Faserproduktion der Allmed Group ergeben, die von mittelbarer Relevanz für diesen Lagebericht ist. Die Allmed Medical Industries GmbH, Teterow (AMI), hatte zum 31.12.2020 ihr Faserwerk in Teterow in die NephroCan GmbH & Co. KG (NCG) eingebracht, an der die NephroCan Holdings, ein strategischer Investor aus Kanada, eine Mehrheitsbeteiligung übernahm. Aufgrund der erwähnten verschärften Marktsituation sowie der stark angestiegenen Energiekosten haben die Gesellschafter der NCG im April 2022 beschlossen, den Betrieb in Teterow einzustellen. Die Gesellschaft wird solvent abgewickelt. Nach Einschätzung unabhängiger Experten wird der Erlös aus der Liquidation vollständig oder zumindest weitgehend ausreichen, um die noch bestehenden Bankdarlehen der AMI zurückzuführen. Für diese Darlehen (zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch rd. 4 Mio. EUR) besteht eine Mithaft der Allmed Medical GmbH. Die finanzierenden Banken sind über die Entwicklung informiert und haben ihre grundsätzliche Unterstützung signalisiert. Die Geschäftsführung schätzt das Risiko einer Inanspruchnahme der Allmed Medical GmbH daher als gering ein. Davon abgesehen, sind keine besonderen Ereignisse in der Geschäftstätigkeit von Allmed eingetreten, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens von Bedeutung sind. Allmed hat die wesentlichen negativen Auswirkungen in 2022 bereits absorbiert. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass in 2023 eine Erholung eintreten wird, denn einerseits wird erwartet, dass die Absatzpreise steigen, und andererseits zeichnet sich eine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehung mit den russischen Kunden ab.
Pulsnitz, 07.09.2023 Jürgen Haaser Thomas Christopher Brennan BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang1. Allgemeine Angaben Die Allmed Medical GmbH hat ihren Sitz in Pulsnitz und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Dresden unter HRB 27956 eingetragen. Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten. Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind insgesamt im Anhang aufgeführt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. 2. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung einschließlich steuerrechtlicher Maßnahmen 2.1 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Die Finanzanlagen wurden grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf die am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Werte gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB vorgenommen. Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Das Wahlrecht nach § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB wurde nicht in Anspruch genommen. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert bewertet. Erkennbare Einzelrisiken wurden durch individuell bemessene Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern die Tageswerte über den Rückzahlungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt. 2.2 Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Beim Jahresabschluss wurden die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beibehalten. 2.3 Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro Der Jahresabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte, die gemäß § 256a HGB in EUR umgerechnet wurden. 2.4 Angaben und Erläuterungen zum Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der Anlage zum Anhang (Anlagespiegel) dargestellt. Die Gesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2009 an der Kimal Renal Care PLC, Uxbridge, Vereinigtes Königreich Großbritannien, mit T£ 102 beteiligt. Damit hält die Gesellschaft zum Bilanzstichtag 51% der Anteile am Kapital. Der Jahresabschluss der Kimal Renal Care PLC weist zum 31. Dezember 2022 ein Eigenkapital von T£ 551 und einen Jahresüberschuss von T£ -18 aus. Die Beteiligung wurde im Berichtsjahr außerordentlich abgeschrieben auf EUR 1,00. 2.5 Angaben und Erläuterungen zu den Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 3,5 Mio. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von EUR 5,5 Mio. Forderungen aus Darlehen. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten mit TEUR 284 Steuererstattungsansprüche aus geleisteten Steuervorauszahlungen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben jeweils eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen mit TEUR 329 zwei Kontokorrentkredite, die zum 31.01.2023 gekündigt wurden. Die Absicherung der Kontokorrentkreditrahmen von insgesamt TEUR 300 erfolgt durch Unternehmen der Allmed Gruppe. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 7,3 Mio. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von EUR 2,1 Mio. Verbindlichkeiten aus Darlehen. 2.6 Angaben und Erläuterungen zu den sonstigen Rückstellungen Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen ist folgend dargestellt.
2.7 Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betreffen in Höhe von TEUR 20 das Ergebnis des Geschäftsjahres 2022. Die Erträge aus Währungsumrechnungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen betrugen im Berichtsjahr EUR 10.953,41 (Vj. EUR 1.688,73). Aufwendungen aus Währungsumrechnungen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 2.312,45 (Vj. EUR 7.764,91) enthalten. 2.8 Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresüberschuss beträgt EUR 47.680,08 und soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Einschließlich des zu berücksichtigenden Gewinnvortrages zum 31.12.2021 in Höhe von EUR 3.180.114,44 ergibt sich danach ein Gewinnvortrag zum 31.12.2022 von EUR 3.299.764,43. 3. Sonstige Pflichtangaben 3.1 Namen der Geschäftsführer Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt: Herr Jürgen Haaser, Dipl.-Ing., Radeberg Herr Thomas Christopher Brennan, London Die Geschäftsführer sind allein vertretungsberechtigt und befugt, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte vorzunehmen. 3.2 Vergütungen der Geschäftsführer Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 3.3 Angaben zu Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (§ 42 Abs. 3 GmbHG / § 264c Abs. 1 HGB) Gegenüber der Allmed Medical Care Holdings Ltd. bestehen zum 31. Dezember 2022 Forderungen in Höhe von TEUR 2.273,6. 3.4 Konzernzugehörigkeit Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Allmed Medical Care Holdings Ltd., London, Vereinigtes Königreich Großbritannien, einbezogen. Damit ist die Gesellschaft verbundenes Unternehmen zur Allmed Medical Care Holdings Ltd. sowie zu deren unmittelbaren und mittelbaren Tochterunternehmen. Die Offenlegung erfolgt im Unternehmensregister in London, Vereinigtes Königreich Großbritannien. 3.5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft haftet im Rahmen von zwei zwischen der UniCredit Bank AG (Poolführerin), der Commerzbank AG und dem verbundenen Unternehmen Allmed Medical Industries GmbH, Teterow, im Berichtsjahr geschlossenen Sicherheitenpoolverträgen gesamtschuldnerisch für folgende Verbindlichkeiten:
Der Kontokorrentkredit bei der UniCredit AG kann sowohl von der Allmed Medical Industries GmbH als auch von der Allmed Medical GmbH in Anspruch genommen werden. Im Übrigen ist nur seitens der Allmed Medical Industries GmbH eine Kreditaufnahme vereinbart (übrige Kreditverbindlichkeiten). Die Allmed Medical GmbH hat zum 31. Dezember 2022 die Kontokorrentkredite mit TEUR 68,6 in Anspruch genommen. Die Allmed Medical Industries GmbH hat zum 31. Dezember 2022 die obigen Poolverträge in Höhe von EUR 4,1 Mio. in Anspruch genommen. Das Risiko der Inanspruchnahme der Allmed Medical GmbH aus den vorbezeichneten Haftungsverhältnissen für die übrigen Kreditverbindlichkeiten wird als gering angesehen, da die Allmed Medical Industries GmbH vorrangig haftet sowie über Anlagen- und Umlaufvermögen verfügt, welches als Sicherheit dient und die Darlehenssumme vom Buchwert her übersteigt. 3.6 Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
Daneben besteht noch ein Angestellungsverhältnis mit dem Geschäftsführer. 3.7 Nachtragsbericht Bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung haben sich keine besonderen Ereignisse im Geschäft der Allmed ergeben, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gesellschaft wesentlich sind. 3.8 Unterschrift der Geschäftsleitung
Pulsnitz, 07.09.2023 Jürgen Haaser Thomas Christopher Brennan AnlagespiegelAnschaffungs- und Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibungen
Bilanzwerte
sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 13.11.2023 festgestellt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Allmed Medical GmbH, Pulsnitz Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Allmed Medical GmbH, Pulsnitz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Allmed Medical GmbH, Pulsnitz für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulation der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus: • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht ausgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Schwerin, den 7. September 2023 Baker
Tilly GmbH & Co. KG
Anja Verdieck, Vereidigte Buchprüferin Anja Rodenberg, Wirtschaftsprüferin |
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