Bernhard Rothfos GmbH
Am Sandtorpark 4, 20457 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michael Wenzel seit 10.9.2025 | Prokura |
Jasper Dietrich seit 10.9.2025 | Prokura |
Henning Jochims seit 2.5.2024 | Prokura |
Arne Tödter seit 15.1.2024 | Geschäftsführer |
Christian Bothe seit 13.1.2023 | Geschäftsführer |
Kathrin Petersen seit 21.1.2022 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Familienstiftung David M. Neumann | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Neumann Gruppe GmbHHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Neumann Gruppe GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Neumann Gruppe GmbH, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Neumann Gruppe GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, 30. Mai 2023 Ernst
& Young GmbH
Klimmer, Wirtschaftsprüfer Berg, Wirtschaftsprüferin Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2022 und 2021
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für 2022 und 2021
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 und 2021
Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns zum 31. Dezember 2022 und 2021
Konzernkapitalflussrechnung für 2022 und 2021
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022 und 2021Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze(1) Bilanzierungsgrundsätze (2) Konsolidierung a) Konsolidierungsgrundsätze b) Funktionale Währung c) Konsolidierungskreis (3) Bewertungsgrundsätze a) Biologische Vermögenswerte b) Sachanlagen c) Immaterielle Vermögenswerte d) Vorräte e) Finanzinstrumente f) Forderungen g) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente h) Eigenkapital i) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen j) Andere Verbindlichkeiten und Rückstellungen k) Leasingverhältnisse l) Steuern vom Einkommen und Ertrag m) Umsatzerfassung/Ertrags- und Aufwandsrealisierung n) Fremdkapitalkosten o) Fremdwährungsgeschäfte p) Neue und geänderte IFRS-Standards Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(4) Umsatzerlöse (5) Ergebnis aus Fair Value-Bewertungen und Währungsumrechnungsdifferenzen (6) Materialaufwand (7) Personalaufwand (8) Abschreibungen und Wertberichtigungen (9) Sonstige betriebliche Erträge (10) Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) Finanzergebnis (12) Steuern vom Einkommen und Ertrag Erläuterungen zur Konzernbilanz(13) Biologische Vermögenswerte (14) Sachanlagen (15) Immaterielle Vermögenswerte (16) Finanzielle Vermögenswerte (17) Latente Steueransprüche und Steuerschulden (18) Vorräte (19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (20) Finanzinstrumente (21) Steuererstattungsansprüche (22) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (23) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (24) Eigenkapital (25) Finanzielle Schulden (26) Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer (27) Rückstellungen (28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (29) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (30) Steuerschulden Sonstige Erläuterungen (31) Finanzinstrumente (32) Leasingverhältnisse (33) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (34) Beirat (35) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Neumann Kaffee Gruppe (im Folgenden auch als "NKG" oder "die Gruppe" bezeichnet) besteht aus 42 operativen Einheiten in 26 Ländern unter dem Dach der Neumann Gruppe GmbH (NGHH) als Management-Dienstleistungsgesellschaft. Das Mutterunternehmen, Neumann Gruppe GmbH, hat ihren Sitz in Hamburg, Deutschland, und ist beim Amtsgericht Hamburg im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 66888 eingetragen. Die Geschäftsräume befinden sich Am Sandtorpark 4 in 20457 Hamburg. Die Geschäftsanteile an der NGHH werden von der Familienstiftung David M. Neumann gehalten. 35 der 42 operativen Einheiten sind hundertprozentige Tochterunternehmen; an den Übrigen bestehen Mehrheitsbeteiligungen seitens der NGHH. Rohkaffee ist das traditionelle Kerngeschäft der Gruppe. Die Gruppe hat weltweit eine Schlüsselstellung als Partner für die Kaffeeproduzenten sowie für die Kaffee röstende und weiterverarbeitende Industrie. Die Tätigkeit der Gruppe umfasst verschiedene Dienstleistungsfunktionen und reicht von der Produktion auf eigenen Farmen bis hin zum Import in die Konsummärkte, wobei alle Stufen der Versorgungskette bis hin zu den Röstern und Herstellern von löslichen Kaffees in aller Welt dazugehören. Die NKG bietet ein einzigartiges Fachwissen in den Bereichen Anbau, Farmverwaltung, Aufbereitung, Export, Import, Transport, Lagerung, Bearbeitung, Mischung und Vermarktung von Rohkaffee. Weitere - organisatorisch unabhängige - Kompetenzen und Dienstleistungen der Gruppe gibt es in folgenden Bereichen: Rohkaffeebearbeitung, Versicherungen, Logistik, Marktforschung sowie Kaffee bezogene kaufmännische Aus- und Fortbildung. Der Konzernabschluss der Neumann Gruppe GmbH zum 31. Dezember 2022 wurde von der Geschäftsführung am 28. April 2023 freigegeben. (1) Bilanzerungsgrundsätze Die Gruppe hat ihren Konzernabschluss und die Vergleichsinformationen für die vorangegangene Periode in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2022 gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. IFRS sind die von dem International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten Standards und Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind. Die Anforderungen der IFRS vermitteln ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Gruppe weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Bilanz nach ihrer Kurz- und Langfristigkeit aus. Ein Vermögenswert ist kurzfristig, wenn erwartet wird, dass er im Rahmen eines normalen Geschäftszyklus verkauft oder verbraucht wird, wenn er hauptsächlich zu Handelszwecken gehalten wird, wenn erwartet wird, dass er innerhalb von zwölf Monaten nach dem Berichtszeitraum realisiert wird oder wenn es sich um Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente handelt. Ist ein Vermögenswert für den Tausch oder die Erfüllung einer Verbindlichkeit für mindestens zwölf Monate nach dem Berichtszeitraum gesperrt, wird ein solcher Vermögenswert als langfristig eingestuft. Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig eingestuft. Vermögenswerte werden als kurzfristig klassifiziert, wenn zu erwarten ist, dass sie im Rahmen des normalen Unternehmenszyklus realisiert, veräußert oder verbraucht werden. Der normale Unternehmenszyklus umfasst üblicherweise einen Zeitraum von 12 Monaten. Ferner werden Vermögenswerte als kurzfristig klassifiziert, wenn sie in erster Linie Handelszwecken dienen oder es sich um Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente handelt, soweit sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag keinen Beschränkungen hinsichtlich ihrer Verwendung zum Tausch oder der Tilgung von Verbindlichkeiten unterliegen. Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig klassifiziert. Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, wenn zu erwarten ist, dass sie im Rahmen des normalen Unternehmenszyklus getilgt werden, sie in erster Linie Handelszwecken dienen oder das Unternehmen nicht das Recht hat, die Tilgung der Schuld für mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden als langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten eingestuft. Die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (IAS 1) gegliedert. Bei der Aufstellung des Abschlusses wird von der Annahme der Unternehmensfortführung ausgegangen, da auf der Grundlage der heute bekannten Informationen keine Risiken erkennbar sind, die den Fortbestand der Gruppe im derzeit überschaubaren Zeitraum gefährden könnten. (2) Konsolidierung a) Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss der Neumann Gruppe GmbH, Deutschland, werden 56 ausländische und 6 inländische Unternehmen einbezogen, über die die NGHH die vollständige Kontrolle ausübt. Nach IFRS 10 ist Beherrschung gegeben, wenn der Konzern die Entscheidungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten besitzt, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse zu nutzen. Die Entscheidungsgewalt ist im Allgemeinen gegeben, wenn der Konzern direkt oder indirekt mehr als 50 Prozent der Stimmrechte des Aktienkapitals eines Unternehmens besitzt. Verfügt die Gruppe über weniger als die Mehrheit der Stimmrechte oder ähnlicher Rechte, berücksichtigt sie alle relevanten Fakten und Umstände bei der Beurteilung der vertraglichen Vereinbarung mit den anderen Stimmrechtsinhabern, der Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen und der Stimmrechte und potenziellen Stimmrechte der Gruppe. Unternehmenszusammenschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS nach der Erwerbsmethode bilanziert. Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Kontrolle erlangt wird, werden alle erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten eines Unternehmenszusammenschlusses mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der beizulegende Zeitwert von nicht beherrschenden Anteilen, die zuvor von der Gruppe gehalten wurden, wird in die Bewertung der Anschaffungskosten einbezogen. Alle mit dem Erwerb zusammenhängenden Kosten werden bei ihrem Anfall als Aufwand verbucht und in den Verwaltungskosten erfasst. Tochtergesellschaften werden zum Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Der Erwerbszeitpunkt ist das Datum, an dem die Gruppe die Kontrolle über das Nettovermögen und die Finanz- und Geschäftstätigkeit des erworbenen Unternehmens erlangt. Die Anschaffungskosten der Beteiligungen werden mit dem Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs verrechnet. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird als Geschäftswert ausgewiesen. Negative Unterschiedsbeträge aus der Konsolidierung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung geprüft. Die Gruppe prüft zu jedem Berichtszeitpunkt, ob es Anzeichen dafür gibt, dass der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert sein könnte. Liegen Anzeichen vor oder ist eine jährliche Prüfung auf Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts erforderlich, schätzt die Gruppe den erzielbaren Betrag des Geschäfts- oder Firmenwerts, d. h. seinen Nutzungswert. Wenn der Buchwert einer CGU ihren erzielbaren Betrag übersteigt, gilt der Geschäfts- oder Firmenwert als wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Zusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden, unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen Einheiten zugewiesen werden. Etwaige nicht beherrschende Anteile werden mit dem Anteil der nicht beherrschenden Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der erfassten Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen. Das den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Eigenkapital und der Jahresüberschuss werden im Eigenkapital bzw. in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die auf nicht beherrschende Anteile an einem konsolidierten Tochterunternehmen entfallenden Verluste können die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital des Tochterunternehmens übersteigen. Bei einem Verlust der Beherrschung von Tochterunternehmen werden die Vermögenswerte und Schulden des ehemaligen Tochterunternehmens aus der Konzernbilanz ausgebucht. Die verbleibenden Anteile werden ebenfalls als beizulegender Zeitwert beim erstmaligen Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts gemäß IFRS 9 neu bewertet. Anteile an assoziierten Unternehmen werden gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausübt, aber keine Kontrolle oder gemeinsame Kontrolle besitzt. Der maßgebliche Einfluss stellt die Möglichkeit dar, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen mitzuwirken, diese jedoch nicht zu beherrschen. Ein maßgeblicher Einfluss der Gruppe liegt in der Regel vor, wenn die Holding 20 % oder mehr der Stimmrechte besitzt (direkt oder über Tochtergesellschaften). Nach der Equity-Methode wird eine Beteiligung zu Anschaffungskosten erfasst und in der Folge entsprechend dem Anteil der Gruppe am Nettogewinn oder -verlust des assoziierten Unternehmens angepasst. Wenn das assoziierte Unternehmen Verluste erleidet, verbucht die Gruppe ihren Anteil an den Verlusten, bis der Buchwert der Beteiligung auf Null reduziert ist. Weitere Verluste werden nicht erfasst, es sei denn, die Gruppe ist Verpflichtungen gegenüber dem assoziierten Unternehmen eingegangen oder muss Verpflichtungen gegenüber dem assoziierten Unternehmen erfüllen, die die Gruppe garantiert hat oder zu deren Erfüllung sie anderweitig verpflichtet ist. Beim Erwerb von Anteilen an einem assoziierten Unternehmen wird ein etwaiger Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Nettovermögenswerte des assoziierten Unternehmens gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Der gesamte Buchwert der Beteiligung wird als ein einziger Vermögenswert auf Wertminderung geprüft, d. h. der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht separat geprüft. Der erzielbare Betrag einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen wird für jedes einzelne assoziierte Unternehmen ermittelt, es sei denn, das assoziierte Unternehmen generiert keine eigenständigen Cashflows. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischengewinne und -Verluste werden eliminiert. Auf temporäre Differenzen, die sich aus der Konsolidierung ergeben, werden die erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen. Der Konzernabschluss wird unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für alle einbezogenen Unternehmen erstellt. Der Abschlussstichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist in der Regel derselbe wie der des Mutterunternehmens. b) Funktionale Währung Funktionale Währung Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften werden in der jeweils vorherrschenden funktionalen Währung aufgestellt. Die funktionale Währung wird aufgrund des wirtschaftlichen Gehalts der zugrunde liegenden Ereignisse und Umstände, die für das Unternehmen bedeutend sind, bestimmt. Bilanzierung von Fremdwährungstransaktionen Jedes Tochterunternehmen innerhalb des Konzerns rechnet ihre Fremdwährungsgeschäfte in die jeweilige funktionale Währung um, indem der Fremdwährungsbetrag zu dem zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles gültigen Umrechnungskurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet wird. Hieraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Erstellung des Konzernabschlusses in USD Der Konzernabschluss sowie die Abschlüsse der konsolidierten Tochterunternehmen werden in USD (funktionale Währung) erstellt. Für die Tochterunternehmen, die eine andere lokale Währung als USD haben, wird die durchgehende Bilanzierung in USD durch eine doppelte Währungsbuchhaltung erreicht. Fremdwährungstransaktionen werden so zum jeweiligen Transaktionskurs von der lokalen Währung in USD umgerechnet. Darstellungswährung EUR Der in USD erstellte Konzernabschluss wird in EUR umgerechnet, um die Anforderungen des § 290 (1) HGB in Verbindung mit § 325 (3) HGB hinsichtlich der Erstellung und Veröffentlichung von Konzernabschlüssen in Deutschland zu erfüllen. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wird der ursprünglich in USD erstellte Konzernabschluss zu historischen Kursen bezüglich des Konzerneigenkapitals, zu Stichtagskursen bezüglich der Konzernbilanz und zu jährlichen Durchschnittskursen bezüglich der Konzerngewinn- und Verlustrechnung in EUR umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden in dem Währungsausgleichsposten innerhalb des Eigenkapitals berücksichtigt. Die Kapitalflussrechnung wird zu jährlichen Durchschnittskursen in EUR umgerechnet. Die für die Umrechnung verwendeten Währungskurse haben sich wie folgt entwickelt:
c) Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2022
Die Gruppe hält weniger als die Hälfte der Stimmrechte an den Tochtergesellschaften ACML, BIAZ, COMO, PICA und PSSS. Dennoch wird von einer 100%igen Konzernbeherrschung ausgegangen, da die Geschäftstätigkeit dieser Unternehmen aufgrund des Geschäftsaufbaus ausschließlich von der Gruppe bestimmt wird. PICA und PSSS sind Personalvermittler, deren Mitarbeiter ausschließlich für NKG-Tochtergesellschaften tätig sind. ACML erbringt ihre Dienstleistungen im Rahmen der Rohkaffeeverarbeitung ausschließlich für die NGHC. Die wesentlichen Vermögenswerte von BIAZ und COMO (Land) werden ausschließlich von FZBR (Landwirtschaft) und IBUG (Mühle) dauerhaft genutzt (99 Jahre Laufzeit). Änderungen des Konsolidierungskreises in 2022 Der Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr umfasst 63 Gesellschaften.
Ausnahmeregelung hinsichtlich der Veröffentlichung von Jahresabschlüssen
(3) Bewertungsgrundsätze a) Biologische Vermögenswerte Bei den biologischen Vermögenswerten der Gruppe handelt es sich ausschließlich um Kaffeepflanzen, die in Farms in Mexiko, Brasilien und Uganda produziert werden. Laut IAS 41 sind biologische Vermögenswerte zum Fair Value abzüglich der geschätzten Veräußerungskosten anzusetzen. Da Marktpreise für Kaffeepflanzen nicht zur Verfügung stehen und alternative Schätzungen des Fair Values nicht verlässlich sind, werden die Kaffeepflanzen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet. Der Ansatz der Herstellungskosten erfolgt auf Basis der zurechenbaren Einzelkosten sowie anteiliger Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer von 30 bis 50 Jahren. Die Nutzungsdauer variiert je nach Pflanzensorte, Anbauland und Anbaumethode. Eine jährliche Überprüfung der Nutzungsdauern nach IAS 16 wird durchgeführt. Dabei auftretende Änderungen werden als Schätzungsänderungen gemäß IAS 8 behandelt. b) Sachanlagen Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte Abschreibungen und, sofern erforderlich, kumulierte Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungskosten von Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Aufwendungen, die entstehen, nachdem der Gegenstand des Sachanlagevermögens in Betrieb genommen wurde, wie Wartungs- und Instandhaltungskosten, werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden deren Anschaffungskosten und kumulierte Abschreibungen ausgebucht und der aus ihrem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Die Nutzungsdauer und der Restwert werden jährlich überprüft. Wenn die Erwartungen von früheren Schätzungen abweichen, werden die Änderungen während der Nutzung bei der Bemessung der Abschreibungen berücksichtigt. Die Änderungen werden prospektiv als Schätzungsänderung nach IAS 8 bilanziert. Jeder Teil einer Sachanlage mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum gesamten Wert des Gegenstands wird gesondert abgeschrieben. Grundstücke und Gebäude sind trennbare Vermögenswerte und werden gesondert bilanziert. Grundstücke haben eine unbegrenzte Nutzungsdauer und werden daher nicht planmäßig abgeschrieben (IAS 16). Gemäß IFRS 16 könnte auch das Nutzungsrecht an einem Grundstück als Leasingverhältnis klassifiziert werden, wenn der Kunde das Recht hat, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Nutzung zu ziehen und die Nutzung des identifizierten Vermögenswerts über den gesamten Zeitraum der Nutzung zu bestimmen. Die Konzernunternehmen mieten auch Sachanlagen im Rahmen von Leasingverträgen, die als Nutzungsrechte unter den Sachanlagen ausgewiesen werden. Die Nutzungsrechte werden über die Dauer des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erst dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die Gruppe die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden analog zu der Erfassung der damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, planmäßig ergebniswirksam erfasst. Soweit Zuwendungen für den Erwerb oder Bau von Sachanlagen gewährt werden, vermindern die Zuwendungen die Anschaffungskosten und somit auch die planmäßigen Abschreibungen des Vermögenswertes. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden in den Sachanlagen ausgewiesen, da die Zuwendungen ausdrücklich für den Bau der Siloanlage gezahlt wurden. c) Immaterielle Vermögenswerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten aktiviert, die in der Entwicklungsphase anfallen, d. h. nachdem die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des Vermögenswerts für den Verkauf oder die Nutzung nachgewiesen wurde und der immaterielle Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen erzeugen wird. Die aktivierten Kosten umfassen alle der Entwicklungsphase direkt und indirekt zurechenbaren Kosten. Während der Forschungsphase werden alle Kosten als Aufwand erfasst. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist; dies ist i. d. R. dann der Fall, wenn ein Produktentwicklungsprojekt einen bestimmten Meilenstein in einem bestehenden Projektmanagementmodell erreicht hat. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Mit Ausnahme des Firmenwerts verfügt der Konzern über keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Alle anderen selbst erstellten und erworbenen immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
d) Vorräte Handelswaren und landwirtschaftliche Erzeugnisse Da der Konzern hauptsächlich Rohkaffee und andere Handelswaren mit der Absicht kauft, diese kurzfristig zu veräußern und einen Gewinn aus den Preisschwankungen oder eine Makler-Händler-Marge zu erzielen, ist der Konzern im Sinne des IAS 2 ein Warenhändler (Broker-Trader). Handelswaren werden zu ihrem Fair Value am Abschlussstichtag abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten angesetzt. Bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Gruppe handelt es sich ausschließlich um die Kirsche der Kaffeepflanze. Die Kirschen werden zum Zeitpunkt der Ernte und an jedem Bilanzstichtag zum Fair Value abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten bewertet. Noch anfallende Veräußerungskosten bestehen im Wesentlichen aus Kommissionen an Zwischenhändler, Preissicherungskosten, Gebühren, Abgaben und Steuern. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert zum Bilanzstichtag bewertet. Vorfinanzierungen von Rohkaffee Vorfinanzierungen von Rohkaffee werden unter den Vorräten ausgewiesen, da Vorfinanzierungen an konzernfremde Kaffeelieferanten in den Kaffee produzierenden Ländern üblicherweise durch die Lieferung von Rohkaffee zurückgeführt werden. Vorfinanzierungen werden entweder zur Vorfinanzierung der Ernte ausgegeben und sind durch Hypotheken oder Verpfändungen von angemessenen Vermögenswerten gesichert oder sie werden in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes von zur Sicherheit im Bestand hinterlegtem Rohkaffee (Coffee in deposit) gewährt. Die Vorfinanzierung von Vorräten wird zum beizulegenden Zeitwert der erwarteten Gegenleistung angesetzt und zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertminderungen bewertet. Für die Bestimmung einer Wertminderung ist das Urteil des Managements erforderlich. Darüber hinaus wendet die NKG das zukunftsorientierte Wertminderungsmodell an, das den erwarteten Kreditverlust gemäß IFRS 9 widerspiegelt. Die erwarteten Kreditverluste (ECLs) werden in zwei Stufen erfasst. Für Kreditengagements, bei denen sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht wesentlich erhöht hat, werden erwartete Kreditverluste ermittelt, die aus Ausfallereignissen resultieren, die innerhalb der nächsten 12 Monate möglich sind. Bei Krediten, bei denen sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, ist eine Wertberichtigung für Kreditverluste erforderlich, die über die Restlaufzeit des Kredits erwartet werden, unabhängig vom Zeitpunkt des Ausfalls. Die Verlustquoten werden auf der Grundlage beobachtbarer historischer Verlustdaten berechnet, wobei die aktuellen Bedingungen und die wirtschaftlichen Aussichten (z. B. auf der Grundlage der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit für wichtige Länder) berücksichtigt werden. Die Bewertung der Korrelation zwischen den in der Vergangenheit beobachteten Ausfallquoten, den prognostizierten wirtschaftlichen Bedingungen und den Kreditausfällen ist eine wesentliche Schätzung und kann unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob die Vorräte durch Kaffee, durch andere Sicherheiten (z. B. Hypotheken oder Verpfändungen von Grundstücken, landwirtschaftlichen Betrieben, Kraftfahrzeugen usw.) oder unbesichert sind. Der Betrag der Kreditausfälle reagiert empfindlich auf Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen Bedingungen. e) Finanzinstrumente Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzielle Vermögenswerte werden auf der Grundlage des Geschäftsmodells der Gruppe und der vertraglichen Bedingungen der Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts klassifiziert und bewertet. Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt:
Finanzielle Verbindlichkeiten werden in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt:
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Finanzanlagen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Finanzielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung mit den Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der gegebenen Gegenleistung entsprechen und die mit dem finanziellen Vermögenswert verbundenen Anschaffungskosten beinhalten. Die Transaktionskosten von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand verbucht. Finanzielle Verbindlichkeiten, die nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Darlehen und sonstige Verbindlichkeiten. Gewinne oder Verluste, die sich aus Änderungen der fortgeführten Anschaffungskosten ergeben, einschließlich der Auswirkungen von Wechselkursschwankungen, werden erfolgswirksam erfasst. Aus Gründen der Wesentlichkeit wird bei kurzfristigen Verbindlichkeiten (fällig innerhalb eines Jahres) keine Abzinsung oder Aufhebung der Abzinsung vorgenommen. Finanzielle Vermögenswerte werden zu jedem Bilanzstichtag daraufhin überprüft, ob es objektive Hinweise auf eine Wertminderung gibt. Eine Wertminderung liegt vor, wenn mindestens ein Ereignis eine nachteilige Auswirkung auf den geschätzten künftigen Cashflow des finanziellen Vermögenswertes hat. Anhaltspunkte für eine Wertminderung können beispielsweise ein Zahlungsverzug über einen bestimmten Zeitraum, eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit, eine hohe Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung des Schuldners oder eine Änderung oder erwartete Änderung der politischen oder makroökonomischen Rahmenbedingungen sein. Bei finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden (hier bei Forderungen und anderen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten), wird in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung eine Wertberichtigung vorgenommen, wenn es wahrscheinlich ist, dass das Unternehmen nicht alle fälligen Beträge gemäß den vertraglichen Bedingungen von Krediten, Forderungen oder Investitionen erhalten wird. Die Höhe der Wertberichtigung basiert auf historischen Werten sowie auf künftigen wirtschaftlichen Bedingungen und Ereignissen und einer individuellen Risikoeinschätzung. Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass die Wertminderungen für die Vermögenswerte nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Aufhebung eines Wertminderungsaufwands wird als Ertrag erfasst. Die Wertaufholung eines Vermögenswerts wird jedoch nur insoweit erfasst, als sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich ohne die Wertminderungen in den Vorjahren ergeben hätte. Änderungen des Buchwerts von finanziellen Vermögenswerten, die beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden entweder im sonstigen Gesamtergebnis oder in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Gruppe schließt physische Kauf- und Verkaufsverträge mit Marktteilnehmern ab. Diese Verträge werden als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten unter Verwendung der Mark-to-Market-Bewertung erfasst. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode ausgewiesen werden. Jede Änderung des beizulegenden Zeitwerts des zu erhaltenden Vermögenswerts oder der zu erhaltenden Verbindlichkeit während des Zeitraums zwischen dem Handelsdatum und dem Erfüllungsdatum wird erfasst. Jeder offene physische Vertrag wird gegen den Markt bewertet (mark-to-market), obwohl eine definierte Zuordnung zum Warenbestand oder ein physischer offener Vertrag bestehen kann. Schuldinstrumente Die Gruppe bewertet Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, wenn diese Zahlungsströme ausschließlich Kapital- und Zinszahlungen darstellen. Ein Gewinn oder Verlust aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird und nicht Teil einer Sicherungsbeziehung ist, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht oder wertgemindert wird. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen erfasst. Eigenkapitalinstrumente Die Gruppe bewertet alle Eigenkapitalbeteiligungen zum beizulegenden Zeitwert. Wenn die Gruppe sich dafür entschieden hat, Gewinne oder Verluste aus Kapitalbeteiligungen zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis auszuweisen, erfolgt nach der Ausbuchung der Beteiligung keine spätere Umgliederung der Gewinne oder Verluste zum beizulegenden Zeitwert in die Gewinn- und Verlustrechnung. Der bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfasste Gewinn oder Verlust wird über das sonstige Gesamtergebnis in die konsolidierten Gewinnrücklagen umgegliedert. Dividenden aus solchen Beteiligungen werden weiterhin als sonstige Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn das Recht der Gruppe auf den Erhalt der Zahlungen feststeht. Wertminderungsverluste (und Rückbuchungen von Wertminderungsverlusten) bei Kapitalbeteiligungen, die mit FVOCI bewertet werden, werden nicht getrennt von anderen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ausgewiesen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten, die als FVTPL eingestuft sind, werden gegebenenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Fair Value Bewertung Die Finanzinstrumente werden zum Fair Value am jeweiligen Bilanzstichtag bewertet. Fair Value ist der Preis, zu dem unter aktuellen Marktbedingungen am Bemessungsstichtag in einem geordneten Geschäftsvorfall im Hauptmarkt oder, in Abwesenheit eines Hauptmarktes, vorteilhaftesten Markt ein Vermögenswert verkauft oder eine Schuld übertragen würde. Dabei muss der vorteilhafteste Markt für die Gruppe zugänglich sein. Bei der Bemessung des Fair Values wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Die Gruppe wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering. Alle zum Fair Value bewerteten Vermögenswerte und Schulden werden in einer Fair-Value-Hierarchie, wie nachfolgend beschrieben, eingeordnet. Bei der Einstufung wird die Bemessung des Fair Value in ihrer Gesamtheit auf derjenigen Stufe der Bemessungshierarchie eingeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bemessung insgesamt wesentlich ist:
Der Fair Value von physischen Warenkontrakten, Handelswaren und landwirtschaftlichen Erzeugnissen wird in Abhängigkeit von der Rohwarenqualität, Verfügbarkeit dieser Qualität und dem allgemeinen Preisniveau aus dem börsennotierten Marktpreis abgeleitet, indem Zu- und Abschläge ("Differentiale") von den an den Warenterminbörsen in London, New York und Säo Paulo notierten Kaffeepreisen vorgenommen werden. Der Fair Value wird somit aus dem Börsenpreis und den zuletzt gehandelten bzw. zuletzt quotierten Differentialen der Marktteilnehmer abgeleitet. Da die Geschäftsführung der jeweiligen Gruppengesellschaft die Differentiale festlegt, werden alle Differentiale weltweit zusätzlich zentral von der Geschäftsführung der Neumann Gruppe GmbH auf Plausibilität geprüft und genehmigt. Die für die Festlegung der Differentiale zugrunde gelegten, angemessenen Annahmen zum Bilanzstichtag können das Risiko tragen, dass sich positive wie auch negative Auswirkungen auf den Buchwert der Finanzinstrumente und Handelswaren für das nächste Geschäftsjahr ergeben. Derivative Finanzinstrumente Der Konzern ist Marktrisiken aufgrund von Volatilitäten an den Waren-, Devisen- und Zinsmärkten ausgesetzt. Zur Minimierung dieser Risiken setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente werden im Sinne von IFRS als finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Fair Value bewertet. Der erstmalige Ansatz eines derivativen Finanzinstruments erfolgt, wenn die Gruppe Vertragspartei zu den vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird. Änderungen des Fair Values werden in das Periodenergebnis einbezogen. Physische Einkaufs- und Verkaufskontrakte Die Gruppe schließt mit Marktteilnehmern physische Ein- und Verkaufskontrakte ab. Diese werden als finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Fair Value zum Erfüllungstag bewertet. Änderungen des Fair Values zwischen dem Handelstag und dem Erfüllungstag werden erfolgswirksam erfasst. Jeder einzelne physische Ein- und Verkaufskontrakt wird zum Fair Value bewertet, auch wenn für viele der Kontrakte eine direkte Zuordnung zu im Bestand befindlichen Handelswaren oder einem anderen physischen Kontrakt vorliegt. Die NKG erstellt und verwendet Sensitivitätsanalysen für jede der folgenden Risiken:
Preisrisiko Die folgende Aufstellung simuliert die Sensitivität des Konzernjahresüberschusses vor Steuern auf eine marginale Änderung der Kaffeepreise an den Warenterminbörsen in London, New York und São Paulo, ceteris paribus (auf Basis der Warenrisikoposition).
Neben der Veränderung des Konzernjahresüberschusses ergeben sich keine weiteren Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital. Die oben dargestellte Sensitivitätsanalyse ist nicht repräsentativ für das Preisrisiko der Gruppe, weil die Stichtagsbetrachtung zum Jahresende nicht zwangsläufig die unterjährig täglich wechselnde Risikoposition widerspiegelt. Zinsrisiko Das Zinsrisiko der Gruppe entsteht hauptsächlich aus der kurzfristigen USD-Verschuldung zu variablen Zinssätzen. Die Veränderungen der Zinssätze werden im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit an die Kunden weitergereicht, jedoch oftmals mit zeitlichen Verzögerungen. Die Gruppe schließt teilweise zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken Zinsswaps ab. Diese Swaps werden abgeschlossen, um von vergleichbar niedrigen Zinssätzen zu profitieren. Zum 31. Dezember 2022 sind durch den Abschluss von Zinsswaps 4,3 % der konzernweiten Fremdfinanzierung zu fixen Zinssätzen (2021: 1,1%) gesichert. Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernjahresüberschusses vor Steuern auf eine marginale Änderung des Zinssatzes für die kurzfristige Verschuldung jeweils zum Bilanzstichtag.
Neben der Veränderung des Konzernjahresüberschusses ergeben sich - abgesehen von den unwesentlichen Auswirkungen auf die Marktwertermittlung eines direkt im Eigenkapital unter "Sonstiges Ergebnis" ausgewiesenen Zins-Swaps - keine weiteren Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital. Währungskursrisiko Die hauptsächlichen geschäftlichen Tätigkeiten sowie die Finanzierung der Gruppe werden in USD abgewickelt. Wenn einzelne Kontrakte in anderen Währungen als dem USD abgeschlossen werden, wird das Währungsrisiko durch individuelle Devisentermingeschäfte abgesichert. Um das Währungsrisiko insgesamt zu überwachen, erstellen die Gruppengesellschaften eine Währungsrisikoposition aller Fremdwährungsposten (Vermögen, Verbindlichkeiten und etwaige in Fremdwährung erwartete unrealisierte Ergebnisse). Der Saldo der Währungsrisikoposition stellt das Währungsrisiko der Gesellschaften dar, welches dann gegen die betreffende Hauptwährung der einzelnen Gruppengesellschaften abgesichert wird. Aus bilanzieller Sicht entstehen aus der Neubewertung aller monetären Vermögensgegenstände, die in einer anderen Währung als der Berichtswährung investiert sind, jeweils zum Bilanzstichtag Währungsgewinne und -verluste, so dass das Konzernergebnis durch diese Währungsschwankungen beeinflusst wird. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernjahresüberschusses vor Steuern auf eine realistische Änderung des EUR/USD Währungskurses innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten, ceteris paribus (auf Basis der monetären Vermögensgegenstände und Schulden entsprechend abweichenden funktionalen Währung):
Neben der Veränderung des Konzernjahresüberschusses ergeben sich keine weiteren Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital. Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die Gruppe die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert übertragen hat und weder die Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbunden sind, noch die Verfügungsmacht des finanziellen Vermögenswertes zurückbehalten hat. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird dann ausgebucht, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Ein Austausch von finanziellen Verbindlichkeiten mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen zwischen einem bestehenden Kreditnehmer und einem Kreditgeber wird wie eine Tilgung der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit und dem Ansatz einer neuen finanziellen Verbindlichkeit behandelt. In gleicher Weise werden wesentliche Änderungen von Vertragsbedingungen einer vorhandenen finanziellen Verbindlichkeit bilanziert. Die Differenz zwischen den entsprechenden Buchwerten wird ergebniswirksam erfasst. f) Forderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, abzüglich einer Wertberichtigung für erwartete Kreditausfälle, angesetzt. Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz des IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente an. Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix zur Messung des erwarteten Kreditausfalls für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Unter Anwendung der Wertberichtigungsmatrix werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf der Grundlage gemeinsamer Kreditrisikomerkmale, der Fälligkeitstage und der Überfälligkeitstage in Kategorien eingeteilt. Die Verlustquoten werden auf Basis beobachtbarer historischer Verlustdaten unter Berücksichtigung aktueller Bedingungen und wirtschaftlicher Aussichten (z. B. auf Basis der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit für wesentliche Länder) ermittelt. Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen Schätzungen analysiert. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der erwarteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die historischen Kreditausfälle des Konzerns und die Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächlichen Ausfälle der Kunden in der Zukunft. Informationen über die erwarteten Kreditverluste bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten des Konzerns sind in Note 19 enthalten. Die Höhe der gebildeten Wertberichtigung wird erfolgswirksam angepasst, wenn sich die Schätzung der zugrunde liegenden Inputfaktoren und damit der zu berücksichtigenden Verluste ändert. Eine Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird nur dann in Betracht gezogen, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlung aus der Forderung aus Lieferungen und Leistungen erloschen sind, oder in seltenen Fällen, wenn die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen übertragen werden. Eine Ausbuchung wird in Betracht gezogen, wenn sich der Kunde in Liquidation befindet. Forderungen aus Warentermingeschäften Forderungen aus Warentermingeschäften beinhalten Forderungen gegen Broker und Clearingstellen aus Margin Calls. Forderungen aus der Zahlung von Nachschüssen an Broker und Clearingstellen werden mit den entsprechenden zum Fair Value bewerteten offenen Warentermingeschäften saldiert. PIS/Cofins Die brasilianischen Unternehmen NKG Stockler Ltda. und NKG Fazendas Brasileiras Ltda. generieren durch den Export von Kaffee PIS- (Programa de Integracao Social - Soziales Integrationsprogramm) und Cofins-Gutschriften (Contribuicao para o financiamento da Seguridade Social - Beitrag zur Finanzierung der sozialen Sicherheit). Diese Kredite sind gesetzlich verwertbar und können zum Ausgleich von Einkommens- und anderen Steuern in Brasilien verwendet oder zurückgezahlt werden. PIS/Cofins werden mit dem beizulegenden Zeitwert der erwarteten Ausgleichszahlungen angesetzt und zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderung bewertet. Wenn die Geschäftsleitung der Ansicht ist, dass die PIS/Cofins wahrscheinlich nicht in naher Zukunft gezahlt oder mit Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern verrechnet werden können, wird eine Wertberichtigung für diese Forderungen vorgenommen. g) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel bestehen aus Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten. Sie werden zu ihrem Nennwert ausgewiesen. 22 h) Eigenkapital Finanzinstrumente werden bei der erstmaligen Erfassung entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der vertraglichen Vereinbarung entweder als Schulden oder als Eigenkapital eingestuft. Zinsen, Dividenden, Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten, die als finanzielle Schulden klassifiziert sind, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwendungen bzw. Erträge erfasst. Gewinnausschüttungen an Anteilsinhaber werden direkt vom Eigenkapital abgesetzt. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage wird für Leistungen des Gesellschafters in das Eigenkapital, die nicht Stammkapital darstellen, gebildet. Gewinnrücklage Die Gewinnrücklage wird aus thesaurierten Gewinnen gebildet, die nicht mehr Bestandteil des Gewinnvortrages sind. Gesamtergebnisrechnung Gewinne oder Verluste aus einem Sicherungsinstrument, das als wirksame Absicherung eingestuft wird, werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals (Gesamtergebnisrechnung) ausgewiesen, bis die vorgesehene Transaktion eintritt. Zu diesem Zeitpunkt wird der zuvor im Eigenkapital ausgewiesene kumulierte Gewinn oder Verlust in die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung aufgenommen. Währungsausgleichsposten Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wird der ursprünglich in USD erstellte Konzernabschluss zu historischen Kursen bezüglich des Konzerneigenkapitals, zu Stichtagskursen bezüglich der Konzernbilanz und zu jährlichen Durchschnittskursen bezüglich der Konzerngewinn- und Verlustrechnung in EUR umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden in dem Währungsausgleichsposten innerhalb des Eigenkapitals berücksichtigt und in der Gesamtergebnisrechnung gesondert ausgewiesen. i) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Leistungsorientierte Pläne Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellung beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Der Aufwand aus dem leistungsorientierten Plan und der Barwert der Pensionsverpflichtung werden anhand von versicherungs-mathematischen Bewertungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von den tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählt die Bestimmung der Abzinsungssätze, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und künftiger Rentensteigerungen. Aufgrund der Komplexität in der Bewertung und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Alle Annahmen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Der Parameter, der am stärksten Änderungen unterliegt, ist der Abzinsungssatz. Bei der Ermittlung eines angemessenen Abzinsungssatzes berücksichtigt die Geschäftsleitung den vom Versicherungsmathematiker vorgeschlagenen Zinssatz, der die Zinssätze des iBoxx für hochrangige Industrieanleihen heranzieht. Die Sterberate basiert auf öffentlich zugänglichen Sterbetafeln für das entsprechende Land. Diese Sterbetafeln ändern sich üblicherweise nur dann, wenn sich auch demografische Änderungen ergeben. Künftige Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen basieren auf erwarteten künftigen Inflationsraten für das jeweilige Land. Die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen werden zum Bilanzstichtag mit ihrem Fair Value und dem Fair Value eines etwaigen Planvermögens saldiert ausgewiesen. Bei Einführung eines neuen Planes oder einer Verbesserung eines bestehenden Planes wird der nachträglich zu verrechnende Dienstzeitaufwand linear über den durchschnittlichen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit derjenigen Anwartschaften, die von der Planänderung betroffen sind, verteilt. Soweit Anwartschaften sofort nach Einführung oder Änderung eines Plans unverfallbar sind, wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand sofort erfolgswirksam erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Kürzung oder Abgeltung von Pensionsleistungen werden zum Zeitpunkt der Kürzung oder Abgeltung erfolgswirksam erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort und dauerhaft bei ihrer Entstehung außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Konzerneigenkapital erfasst. Pensionsverpflichtungen sind zum Barwert der zukünftigen Zahlungsausgänge angesetzt. Beitragsorientierte Pläne Bei den beitragsorientierten Zusagen zahlt der Konzern aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für den Konzern keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. j) Andere Verbindlichkeiten und Rückstellungen Eine Rückstellung wird nur dann ausgewiesen, wenn das Unternehmen eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Mitteln führt und der Betrag der Verpflichtung verlässlich ermittelt werden kann. Wenn der entsprechende Zinseffekt wesentlich ist, entspricht der Rückstellungsbetrag dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Mittel. Bei Abzinsung wird die den Zeitablauf widerspiegelnde Erhöhung der Rückstellung als Zinsaufwand erfasst. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und soweit erforderlich angepasst. Die Rückstellung für Wiederherstellungskosten ist die beste Schätzung des Barwerts der Ausgaben, die zur Erfüllung der Wiederherstellungsverpflichtung am Ende des Berichtszeitraums erforderlich sind, basierend auf den aktuellen gesetzlichen Anforderungen. Zukünftige Wiederherstellungskosten werden regelmäßig überprüft, und alle Änderungen werden am Ende jeder Berichtsperiode in der Rückstellung berücksichtigt. Die ursprüngliche Schätzung der Rückstellung wird in den Anschaffungskosten des entsprechenden Vermögenswerts aktiviert und auf der gleichen Basis wie der entsprechende Vermögenswert abgeschrieben. k) Leasingverhältnisse Die Unternehmen des Konzerns schließen Leasingverträge als Leasinggeber und als Leasingnehmer ab. Leasingnehmer Ein Vertrag ist oder enthält ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag das Recht einräumt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung einer Gegenleistung für einen bestimmten Zeitraum (Leasingdauer) zu kontrollieren. Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird. Der Konzern hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Er trifft bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, Ermessensentscheidungen. Das heißt, er zieht alle relevanten Faktoren in Betracht, die für ihn einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungs- oder die Kündigungsoption auszuüben. Nach dem Bereitstellungsdatum bestimmt der Konzern die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt und sich darauf auswirkt, ob er die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausüben wird oder nicht (z. B. Durchführung von wesentlichen Mietereinbauten oder wesentliche Anpassung des zugrunde liegenden Vermögenswerts). Zu Beginn des Leasingverhältnisses erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht und eine Verbindlichkeit für die Zahlungsverpflichtungen. Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, was der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entspricht, und umfasst alle zu oder vor dem Beginn des Leasingverhältnisses geleisteten Leasingzahlungen, alle anfänglichen direkten Kosten des Leasingnehmers und eine Schätzung der Kosten, die dem Leasingnehmer für den Abbau und die Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts entstehen werden. Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird ab dem Beginn des Leasingverhältnisses bis zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses linear abgeschrieben. Der Right-of-Use-Vermögenswert wird kontinuierlich um Wertminderungen oder bestimmte Beurteilungen oder Änderungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Die Leasingverbindlichkeit wird auf der Grundlage des Barwerts der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt des Beginns des Leasingverhältnisses bewertet, die mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns abgezinst werden. Die Leasingzahlungen umfassen feste und variable Zahlungen. Die Beträge, die voraussichtlich vom Leasingnehmer im Rahmen der Restwertgarantie zu zahlen sind, sind ebenfalls enthalten. Die Leasingverbindlichkeit wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode und unter Berücksichtigung der Leasingzahlungen angepasst. Der Konzern verwendet zur Bewertung von Leasingverbindlichkeiten seinen Grenzfremdkapitalzinssatz. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den der Konzern zahlen müsste, wenn er für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die er in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Der Grenzfremdkapitalzinssatz spiegelt somit die Zinsen wider, die der Konzern "zu zahlen hätte". Wenn keine beobachtbaren Zinssätze verfügbar sind (z.B. bei Tochterunternehmen, die keine Finanzierungsgeschäfte abschließen) oder wenn der Zinssatz angepasst werden muss, um die Bedingungen des Leasingverhältnisses abzubilden (z.B., wenn dieses nicht in der funktionalen Währung des Tochterunternehmens abgeschlossen wurde), muss der Grenzfremdkapitalzinssatz geschätzt werden. Der Konzern schätzt den Grenzfremdkapitalzinssatz anhand beobachtbarer Inputfaktoren (z. B. Marktzinssätze), sofern diese verfügbar sind, und muss bestimmte unternehmensspezifische Schätzungen vornehmen (z.B. Einzelbonitätsbewertung des Tochterunternehmens). Die Leasingverbindlichkeit wird modifiziert, wenn eine Änderung der Gegenleistung, eine Anpassung der Laufzeit des Leasingverhältnisses oder eine Änderung des Umfangs durch Hinzufügen oder Entfernen des Nutzungsrechts an einem oder mehreren zugrunde liegenden Vermögenswerten vorliegt. Nutzungsrechte an Vermögenswerten werden in der Konzernbilanz nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind in demselben Posten enthalten, in dem die entsprechenden zugrunde liegenden Vermögenswerte ausgewiesen würden, wenn sie im Eigentum stünden. Aus diesem Grund werden die Nutzungsrechte unter den langfristigen Vermögenswerten, meist im Sachanlagevermögen, ausgewiesen. Bei kurzfristigen Leasingverhältnissen oder Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, bilanziert der Konzern kein Nutzungsrecht am Vermögenswert und keine Leasingverbindlichkeit und erfasst die Leasingzahlungen linear als Aufwand. Leasinggeber In einer sehr geringen Anzahl von Fällen tritt der Konzern als Leasinggeber auf. In solchen Fällen wird das Leasingverhältnis gemäß IFRS 16 als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnis klassifiziert. Leasingzahlungen, die der Konzern als Leasinggeber aus Operating-Leasingverhältnissen erhält, werden entsprechend linear als sonstige betriebliche Erträge erfasst. Ein Leasingverhältnis wird als Operating-Leasingverhältnis klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an einem Basiswert verbunden sind, überträgt. Werden diese nicht übertragen, wird ein Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing klassifiziert. Zu Beginn des Leasingverhältnisses erfasst der Konzern die im Rahmen eines Finanzierungsleasings gehaltenen Vermögenswerte in seiner Bilanz und weist sie als Forderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis aus. Bei Untermietverhältnissen, bei denen ein zugrunde liegender Vermögenswert vom Konzern an einen Dritten weitervermietet wird, klassifiziert der Konzern das Untermietverhältnis als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis. Wenn das Hauptleasingverhältnis ein kurzfristiges Leasingverhältnis ist, wird das Unterleasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis klassifiziert. Andernfalls wird das Unterleasingverhältnis unter Bezugnahme auf das Nutzungsrecht am Vermögenswert aus dem Hauptleasingverhältnis und nicht unter Bezugnahme auf den zugrunde liegenden Vermögenswert klassifiziert. Bei kurzfristigen Leasingverhältnissen oder Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, bilanziert der Konzern kein Nutzungsrecht am Vermögenswert und keine Leasingverbindlichkeit und erfasst die Leasingzahlungen linear als Aufwand. Wenn in einem Leasingvertrag ein Zinssatz festgelegt ist, hat die Neumann-Gruppe diesen Zinssatz für die Bewertung verwendet. Falls diese Information nicht vorhanden war, wurden Zinssätze im Bereich von 0,01% bis 12% (2021: 0,1% - 12,0%) angenommen. Die Leasingbedingungen enthalten keine Einschränkungen hinsichtlich Dividenden, zusätzlichen Schulden oder anderen Leasingverhältnissen. l) Steuern vom Einkommen und Ertrag Die Ertragsteuern berücksichtigen sowohl laufende wie auch latente Steueransprüche und -schulden. Latente Steuern werden mit Hilfe der bilanzorientierten Verbindlichkeits-Methode ermittelt und spiegeln den Nettosteueraufwand/ -ertrag temporärer Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz wider. Die Bewertung latenter Steueransprüche und -schulden erfolgt anhand der landesspezifischen Steuersätze des jeweiligen Sitzlandes, die erwartungsgemäß für die Periode gelten, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld beglichen wird. Latente Steueransprüche und -schulden werden unabhängig von dem Zeitpunkt erfasst, an dem sich die temporären Buchungsunterschiede voraussichtlich umkehren. Latente Steueransprüche und - schulden werden nicht abgezinst und werden in der Bilanz als langfristige Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen. Ein latenter Steueranspruch wird in dem Umfang angesetzt, wie es wahrscheinlich ist, dass zukünftige steuerliche Gewinne verfügbar sein werden. Latente Steueransprüche werden zu jedem Bilanzstichtag auf Werthaltigkeit überprüft. Wenn die Geschäftsführung den Buchwert von latenten Steueransprüchen als nicht werthaltig einschätzt, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst. Hinsichtlich nicht erfasster latenter Steueransprüche verweisen wir auf Note 17. Latente Steueransprüche und -schulden werden dann saldiert, wenn die Gruppengesellschaft ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und sich die latente Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde der Gruppengesellschaft erhoben werden. m) Umsatzerfassung/Ertrags- und Aufwandsrealisierung Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Leistungsverpflichtung durch Übertragung der Verfügungsgewalt über den Vermögenswert oder die Dienstleistung auf den Kunden erfüllt ist. Die Leistungsverpflichtung ist erfüllt, wenn die Dienstleistungen erbracht oder die zugesagten Güter oder Waren an den Kunden übertragen wurden. Die Güter bzw. Waren werden übertragen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über sie erlangt. Die Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert bezieht sich auf die Fähigkeit, die Nutzung des Vermögenswerts zu bestimmen und den gesamten verbleibenden Nutzen aus ihm zu ziehen. Die Leistungsverpflichtung wird kurzfristig (weniger als 3 Monate) erfüllt und enthält keine wesentliche Finanzierungskomponente. Die Bestimmung des Transaktionspreises erfolgt auf der Grundlage des Europäischen Standardvertrags für Kaffee (ESCC). Für im Voraus erhaltene Zahlungen für Waren und/oder Dienstleistungen wird ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Dividenden werden zum Zeitpunkt der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. Sonstige betriebliche Erträge werden zum Zeitpunkt der Leistungserbringung erfasst, sofern der Betrag verlässlich bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen zufließen wird. Zinserträge und -aufwendungen werden für alle zinstragenden Instrumente periodengerecht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden für alle verzinslichen Instrumente periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode im Gewinn oder Verlust erfasst. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. n) Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten werden grundsätzlich in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Da Fremdkapitalkosten nicht direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden sie nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. o) Fremdwährungsgeschäfte Fremdwährungsgeschäfte werden mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Abwicklung monetärer Posten zu Kursen, die sich von den ursprünglich während der Periode erfassten, unterscheiden, sind als Aufwand oder Ertrag in der Periode, in der sie entstanden sind, erfasst. p) Neue und geänderte IFRS-Standards Die Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 zum ersten Mal folgende IAS und IFRS Standards angewandt. Mit der Ausnahme zusätzlicher bzw. modifizierter Anhangangaben resultierten bei der erstmaligen Anwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Verweis auf das konzeptionelle Rahmenwerk - Änderungen an IFRS 3 Im Mai 2020 veröffentlichte das IASB Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse - Verweis auf das Rahmenkonzept". Die Änderungen sollen einen Verweis auf das Rahmenkonzept für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen aus dem Jahr 1989 durch einen Verweis auf das im März 2018 veröffentlichte Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung ersetzen, ohne dessen Anforderungen wesentlich zu ändern. Das Board fügte außerdem eine Ausnahme zum Ansatzprinzip von IFRS 3 hinzu, um das Problem potenzieller "Day-2"-Gewinne oder -Verluste zu vermeiden, die für Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten entstehen, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 Abgaben fallen würden, wenn sie separat anfallen würden. Gleichzeitig beschloss das Board, die bestehenden Leitlinien in IFRS 3 für Eventualforderungen, die nicht betroffen sind, durch Ersetzen des Verweises auf das Rahmenkonzept für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen klarzustellen. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da es während des Berichtszeitraums keine Eventualforderungen, Schulden oder Eventualverbindlichkeiten gab, die in den Anwendungsbereich dieser Änderungen fallen. Sachanlagevermögen: Erlöse vor beabsichtigter Verwendung - Änderungen an IAS 16 Im Mai 2020 veröffentlichte das IASB den Standard "Property, Plant and Equipment - Proceeds before Intended Use" (Sachanlagen - Erlöse vor der beabsichtigten Verwendung), der es Unternehmen untersagt, Erlöse aus dem Verkauf von Gegenständen, die produziert wurden, während der Vermögenswert an den Ort und in den Zustand gebracht wurde, der erforderlich ist, um ihn in der vom Management beabsichtigten Weise betreiben zu können, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage abzuziehen. Stattdessen erfasst ein Unternehmen die Erlöse aus dem Verkauf solcher Gegenstände sowie die Kosten für die Herstellung dieser Gegenstände im Gewinn oder Verlust. Die Änderung tritt für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, und ist rückwirkend auf Sachanlagen anzuwenden, die am oder nach dem Beginn der frühesten dargestellten Periode, in der das Unternehmen die Änderung erstmals anwendet, zur Nutzung bereitgestellt werden. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da keine Verkäufe von Gegenständen erfolgt sind, die von Sachanlagen produziert wurden, die zu oder nach Beginn der frühesten dargestellten Berichtsperiode in einen betriebsbereiten Zustand gebracht wurden. Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung - Änderungen an IAS 37 Im Mai 2020 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 37, um festzulegen, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend oder verlustbringend ist, berücksichtigen muss. Die Änderungen wenden einen "direkt zugehörigen Kostenansatz" an. Zu den Kosten, die sich direkt auf einen Vertrag über die Bereitstellung von Gütern oder Dienstleistungen beziehen, gehören sowohl inkrementelle Kosten als auch eine Zuweisung von Kosten, die direkt mit den Vertragsaktivitäten verbunden sind. Allgemeine und administrative Kosten stehen nicht in direktem Zusammenhang mit einem Vertrag und werden ausgeschlossen, es sei denn, sie können der Gegenpartei im Rahmen des Vertrags explizit in Rechnung gestellt werden. Die Änderungen sind für jährliche Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Die Änderungen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gruppe. IFRS 9 Finanzinstrumente - Gebühren beim "10-Prozent-Test" für die Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten Im Rahmen des jährlichen Prozesses zur Verbesserung der IFRS-Standards 2018-2020 veröffentlichte das IASB eine Änderung an IFRS 9. Die Änderung stellt klar, welche Gebühren ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob sich die Bedingungen einer neuen oder geänderten finanziellen Verbindlichkeit wesentlich von den Bedingungen der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit unterscheiden, berücksichtigt. Diese Gebühren umfassen nur solche, die zwischen dem Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden, einschließlich der Gebühren, die entweder der Kreditnehmer oder der Kreditgeber im Namen des jeweils anderen gezahlt oder erhalten hat. Ein Unternehmen wendet die Änderung auf finanzielle Verbindlichkeiten an, die am oder nach dem Beginn der jährlichen Berichtsperiode, in der das Unternehmen die Änderung erstmals anwendet, geändert oder ausgetauscht werden. Die Änderung tritt für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, wobei eine frühere Anwendung zulässig ist. Der Konzern wird die Änderungen auf finanzielle Verbindlichkeiten anwenden, die am oder nach dem Beginn der jährlichen Berichtsperiode, in der das Unternehmen die Änderung erstmals anwendet, geändert oder ausgetauscht werden. Die Änderungen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gruppe. IAS 41 Landwirtschaft - Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert Im Rahmen des jährlichen Prozesses zur Verbesserung der IFRS-Standards 2018-2020 hat das IASB eine Änderung an IAS 41 Landwirtschaft veröffentlicht. Mit der Änderung wird die Anforderung in Paragraph 22 von IAS 41 gestrichen, dass Unternehmen bei der Bewertung des beizulegenden Zeitwerts von Vermögenswerten im Anwendungsbereich von IAS 41 die Cashflows für die Besteuerung ausschließen. Ein Unternehmen wendet die Änderung prospektiv auf Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert am oder nach Beginn der ersten jährlichen Berichtsperiode an, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnt, wobei eine frühere Anwendung zulässig ist. Die Änderungen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gruppe. Die folgenden internationalen Rechnungslegungsstandards und Interpretationen, die für die Geschäftstätigkeit von NKG relevant sind, wurden veröffentlicht, sind aber für den am 1. Januar 2022 beginnenden Berichtszeitraum noch nicht anwendbar:
Änderungen zu IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig Im Januar 2020 veröffentlichte das IASB Änderungen an den Paragraphen 69 bis 76 des IAS 1, um die Anforderungen für die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig zu präzisieren. Die Änderungen stellen klar:
Die Änderungen treten für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, und sind retrospektiv anzuwenden. Es wird nicht erwartet, dass die Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gruppe haben werden. Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 - Angabe der Rechnungslegungsmethoden Im Februar 2021 hat das IASB Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 Making Materiality Judgements veröffentlicht, in denen es Leitlinien und erläuternde Beispiele zur Verfügung stellt, die Unternehmen die Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden als "wesentlich" einzustufen und folglich anzugeben sind, erleichtern sollen. Die Änderungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, für Abschlussadressaten hilfreichere Angaben zu Rechnungslegungsmethoden zu machen, indem die Anforderung, "maßgebliche" (significant) Rechnungslegungsmethoden anzugeben, durch die Anforderung, "wesentliche" (material) Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben, ersetzt wird und Leitlinien ergänzt werden, die es Unternehmen erleichtern sollen, das Konzept der Wesentlichkeit bei der Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben sind, anzuwenden. Die Änderungen an IAS 1 sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Da die Änderungen am Practice Statement 2 unverbindliche Anwendungsleitlinien für die Definition von "wesentlich" in Bezug auf Informationen zu Rechnungslegungsmethoden enthalten, wurde ein Zeitpunkt des Inkrafttretens für die Änderungen als nicht notwendig erachtet. Es wird nicht erwartet, dass die Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gruppe haben werden. Änderungen an IAS 8 - Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen Im Februar 2021 hat das IASB Änderungen an IAS 8 veröffentlicht, mit denen eine neue Definition für rechnungslegungsbezogene Schätzungen eingeführt wurde. Die Änderungen stellen klar, inwiefern sich Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen von Änderungen der Rechnungslegungsmethoden und Fehlerkorrekturen unterscheiden. Sie erläutern außerdem, wie Unternehmen rechnungslegungsbezogene Schätzungen mithilfe von Bemessungstechniken und Inputfaktoren vornehmen können. Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, und sind auf Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen anzuwenden, die zu oder nach Beginn dieses Geschäftsjahres erfolgen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern diese Tatsache angegeben wird. Es wird nicht erwartet, dass die Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gruppe haben werden. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(4) Umsatzerlöse
(5) Ergebnis aus Fair Value-Bewertungen und Währungsumrechnungsdifferenzen
(6) Materialaufwand
(7) Personalaufwand
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer bemessen am Vollzeitäquivalent beträgt 2.630 (2021: 2.517). Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer verteilt sich für das laufende Geschäftsjahr auf die nachfolgenden Gruppen:
(8) Abschreibungen und Wertberichtigungen
Für weitere Einzelheiten zu der Entwicklung der Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wird auf den Anlagenspiegel 2022 und 2021 zu diesem Anhang verwiesen. (9) Sonstige betriebliche Erträge
(10) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Im Jahr 2022 erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 9,7 Mio., was hauptsächlich auf den Anstieg der Reise- und Bewirtungskosten um EUR +2,5 Mio., der Datenverarbeitungskosten um EUR +1,2 Mio. und der personalbezogenen Kosten um EUR +1,0 Mio. zurückzuführen ist. Der Anstieg der Reisekosten ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die COVID-Reisebeschränkungen ab Mitte 2022 aufgehoben wurden. Die NGHH hat ein weltweites Kreditversicherungsprogramm abgeschlossen. Im Rahmen dieses Programms entschädigt die Kreditversicherung die Unternehmen der NKG im Falle eines Zahlungsverzugs des Käufers bei längerem Verzug (Nichtzahlung) oder im Falle einer Insolvenz. Bei den Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten handelt es sich im Wesentlichen um Unternehmensberatungshonorare, Wirtschaftsprüfungshonorare, Honorare für Rechtsanwälte und Notare, Steuerberatungshonorare und Honorare im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsprojekten. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die gestiegenen Honorare für Unternehmens- und Nachhaltigkeitsberatung zurückzuführen. Sonstige Steuerabgaben beziehen sich auf alternative Einkommenssteuern auf Erträge und Eigenkapital, nicht abzugsfähige Quellensteuern sowie auf abgeschriebene Mehrwertsteuerforderungen. Die Steuern auf Erträge und Eigenkapital entfallen hauptsächlich auf Honduras in Höhe von EUR 0,7 Mio. (2021: EUR 0,6 Mio.) und Schweiz in Höhe von EUR 0,4 Mio. (2021: EUR 0 Mio.). Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten enthalten folgende Honorare:
(11) Finanzergebnis
(12) Steuern vom Einkommen und Ertrag
Als Ertragsteuern sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die Ertragsteuern im Sitzland des Mutterunternehmens setzen sich aus Körperschaftsteuer, Gewerbeertragsteuer und Solidaritätszuschlag zusammen. Der kumulierte Steuersatz in 2022 und 2021 berechnet sich aus Körperschaftsteuer in Höhe von 15%, Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% der festgesetzten Körperschaftsteuer sowie einer steuerlich nicht abzugsfähigen Gewerbeertragsteuer in Höhe von 16%. Daraus ergibt sich ein kumulierter Steuersatz von 32%, der auch für die Berechnung der latenten Steuern herangezogen wurde. Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand (die Werte mit negativen Vorzeichen stellen einen Steueraufwand dar).
Erläuterungen zur Konzernbilanz(13) Biologische Vermögenswerte
Die Entwicklung der biologischen Vermögenswerte ist im Anlagenspiegel 2022 und 2021 zu diesem Anhang dargestellt. (14) Sachanlagen
Die Entwicklung der Sachanlagen ist im Anlagenspiegel 2022 und 2021 zu diesem Anhang dargestellt. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zwischen der Freie und Hansestadt Hamburg (FHH), der KALA und der NGHH wurde am 11. Oktober 2002 eine Vereinbarung über die Verlagerung von Betriebsanlagen der KALA geschlossen. Gemäß dieser Vereinbarung hat die KALA die Nutzung am bestehenden Betriebsstandort "Am Sandtorkai" mit Ablauf des Jahres 2006 eingestellt und mit der Produktion auf dem neuen Betriebsgelände "Hohe-Schaar-Kamp" im Februar 2006 begonnen. Die Freie und Hansestadt Hamburg zahlte der KALA als pauschale Entschädigung für die vorzeitige Aufgabe des bestehenden Betriebsstandortes und die Beendigung des Pachtverhältnisses einen in mehreren festgelegten Teilbeträgen fälligen Betrag.
(15) Immaterielle Vermögenswerte
Die Software der NKG wird planmäßig über fünf Jahre abgeschrieben. Der Goodwill resultiert aus KALA mit EUR 6,8 Mio., aus NGUS mit EUR 3,3 Millionen und aus INAM mit EUR 0,2 Millionen. Veränderungen der immateriellen Vermögenswerte werden in Anlage A und B zu diesem Anhang dargestellt. (16) Finanzielle Vermögenswerte
Veränderungen der finanziellen Vermögenswerte werden im Anlagenspiegel 2022 und 2021 zu diesem Anhang dargestellt. (17) Latente Steueransprüche und Steuerschulden
Latente Steuern werden mit Hilfe der bilanzorientierten Verbindlichkeits-Methode ermittelt und spiegeln den Nettosteueraufwand/ -ertrag temporärer Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz wider. Latente Steuern ergeben sich bei den oben aufgelisteten Posten unter folgenden Umständen:
Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge auf insgesamt EUR 13,7 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 10,8 Mio.). (18) Vorräte
Der als "zu Handelszwecken gehalten" klassifizierte Rohkaffee wird zum Fair Value bewertet. Die von Broker-Tradern gehaltenen Waren (die als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft werden) werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten bewertet. Verbrauchsgüter und Betriebsstoffe werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Vorfinanzierung von Rohkaffee wird zum beizulegenden Zeitwert der erwarteten Vergütung angesetzt und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und ist sowohl verzinslich als auch zinsfrei und hat eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Die Nettobuchwerte der Vorfinanzierungen enthalten Wertberichtigungen in Höhe von EUR 5,1 Mio. (2021: EUR 5,5 Mio.). (19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz des IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente an. Der Konzern verwendet eine Bewertungsmatrix, um den erwarteten Kreditverlust für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu messen. Unter Anwendung der Wertberichtigungsmatrix wurden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Kategorien auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale, der Fälligkeitstage und der Überfälligkeitstage gruppiert. Die Verlustraten werden auf Basis beobachtbarer historischer Verlustdaten unter Berücksichtigung aktueller Bedingungen und wirtschaftlicher Aussichten (z. B. auf Basis der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit für wesentliche Länder) ermittelt. Die Höhe der gebildeten Wertberichtigung wird erfolgswirksam angepasst, wenn sich die Schätzung der zugrunde liegenden Inputfaktoren und damit der zu berücksichtigenden Verluste ändert.
(20) Finanzinstrumente
Die Finanzinstrumente werden als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert und zum Fair Value bewertet. Forderungen aus Warentermingeschäften
Verbindlichkeiten aus Warentermingeschäften
(21) Steuererstattungsansprüche
(22) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Der Anstieg bei Forderungen gegen Finanzbehörden ist hauptsächlich auf eine gesunkene Inanspruchnahme von PIS/Cofins-Steuergutschriften in Brasilien zum Jahresende 2022 im Vergleich zum vorherigen Jahresende zurückzuführen. An Geschäftsführer, Mitarbeiter und Kunden gewährte Darlehen werden zu marktüblichen Bedingungen vergeben. In den Darlehen an Kunden und andere sind EUR 10,0 Mio. (2021: 0 USD) für ausstehende Forderungen enthalten, die im Jahr 2022 aus den Vorfinanzierungen von Rohkaffee in die sonstigen Vermögenswerte umgegliedert wurden, da die Forderungen voraussichtlich nicht mehr mit Kaffeelieferungen beglichen werden. Der Nettobuchwert dieser Forderungen enthält eine Wertberichtigung von EUR -7,9 Mio. (2021: 0 USD). (23) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(24) Eigenkapital Das voll eingezahlte Stammkapital beträgt TEUR 30.000. Kapitalmanagement Das konzernweite Kapitalmanagement hat eine gute Bonitätsbeurteilung durch die Finanzinstitutionen sowie auch die Beibehaltung von gesunden Kapitalkennzahlen zum Ziel, um so das operative Handelsgeschäft zu unterstützen und den Unternehmenswert zu optimieren. Die Neumann Gruppe GmbH und eine Gruppe von Banken haben am 26. Oktober 2012 einen Rahmenkreditvertrag (Master Credit Agreement) abgeschlossen, der den internationalen Standards der "Loan Market Association" (LMA) entspricht. Dieser Vertrag wurde am 30. Oktober 2019 angepasst. Demnach stehen bis 2024 zugesagte Kreditlinien in ausreichender Höhe zur Verfügung. Der Vereinbarung zufolge stellt die Neumann Gruppe GmbH gegenüber den Banken Standarddokumentationen bereit und ist verpflichtet, gewisse vertraglich festgelegte Kennzahlen und Kapitalanforderungen (Financial Covenants) einzuhalten. Das Kapital ist dabei entsprechend den IFRS definiert. Die erforderliche Eigenkapitalquote ist von der Inanspruchnahme der Kreditlinie abhängig. Die vertraglich festgelegten Kennzahlen (Financial Covenants) und Kapitalanforderungen wurden stets erfüllt. Nicht beherrschende Anteile Zu den Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen ergeben sich nachfolgende Finanzinformationen:
(25) Finanzielle Schulden Kurzfristige finanzielle Schulden
Im Jahr 2022 entwickelte sich die Bankverschuldung parallel zum Anstieg des Rohkaffees. Eine Reihe von Faktoren, darunter die Fundamentaldaten des Marktes (außergewöhnliche Wetterereignisse in Brasilien, Proteste, die zur Plünderung von Rohkaffee in kolumbianischen Häfen führten, Einschränkungen bei der Verschiffung) sowie ein erhöhtes Marktinteresse von Spekulanten in einem Jahr mit lockeren monetären Bedingungen ließen die Preise steigen. Infolgedessen stieg der Bedarf an Betriebskapital und wurde mit Bankkrediten finanziert. Unsere Kerngruppe von Banken erhöhte im Laufe des Jahres mehrfach ihre Zusagen, da die NGHH eine Akkordeon-Fazilität aktivierte. Die Effektivverzinsung der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten reicht im Geschäftsjahr 2022 von 1,4 bis 11,0 % p.a. (2021: von 1,2 bis 12,8 % p.a.). Langfristige finanzielle Schulden
In 2012 wurde eine langfristige Immobilienfinanzierung (besichert durch das Anlagevermögen der NKG Kala Hamburg GmbH) über einen Betrag von EUR 12,6 Mio. und mit einer Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. Der effektive Zinssatz beträgt 4,1 % p.a. zuzüglich des 6-Monats Euribor. Des Weiteren wurde eine langfristige Immobilienfinanzierung zur Finanzierung von Investments in Kenia (NKCM) über einen Betrag von EUR 2,3 Mio. abgeschlossen. Der effektive Zinssatz beträgt 8,0% zuzüglich des 3-Monats LIBOR. Rückzahlungen langfristig verzinslicher Darlehen sind wie folgt geplant:
Hinsichtlich der Rückzahlungen innerhalb eines Jahres wird auf den kurzfristigen Anteil an langfristigen Darlehen verwiesen. (26) Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
Bei den beitragsorientierten Plänen, die aufgeschobene Vergütungen darstellen, entrichtet die Gruppe festgelegte Beiträge an einen eigenständigen Fonds. Die Gruppe ist weder rechtlich noch faktisch zur Zahlung darüber hinausgehender Beiträge verpflichtet, falls der Fonds nicht über ausreichende Vermögenswerte verfügt, um alle Leistungen in Bezug auf Arbeitsleistungen der Arbeitnehmer in der Berichtsperiode und in früheren Perioden zu erbringen. Die Gruppe sieht für einige Mitarbeiter leistungsorientierte Pensionspläne vor. Für zu zahlende Leistungen in Form von Alters-, Arbeitsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten sind Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen gebildet worden. Die angebotenen Leistungen variieren gemäß den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem gezahlten Gehalt ab. Die Pensionsverpflichtungen haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Die Zuführungen für leistungsorientierte Zusagen sind als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Folgende grundlegende versicherungsmathematische Annahmen wurden für die Festlegung der Verpflichtung aus Altersversorgungsplänen herangezogen:
Die Gruppe hat die folgenden Pflichtbeiträge zur deutschen gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet:
Die laufenden Beitragszahlungen für beitragsorientierte Zusagen sind als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. (27) Rückstellungen Kurzfristige Rückstellungen
Langfristige Rückstellungen
Diese Position setzt sich aus einer Reihe von Einzelbeträgen zusammen. Die Zuordnung der langfristigen Verpflichtungen bezieht sich auf die Rückstellung für PIS/Cofins in Brasilien (2022: EUR 8,8 Mio., 2021: EUR 7,8 Mio.). Dabei liegt der vorgesehene Prozentsatz der Nennwerte der zugrunde liegenden Kredite zwischen 50 % und 66 %. Die Erwartungen des Managements hinsichtlich der Höhe und des Zeitpunkts sind in dieser Rückstellung berücksichtigt. (28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinst und werden in der Regel sofort beglichen. (29) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
(30) Steuerschulden
Sonstige Erläuterungen (31) Finanzinstrumente Klassifizierung von Finanzinstrumenten Die Kategorien des IFRS 9 lassen sich wie folgt darstellen:
Die beizulegenden Zeitwerte der Auszahlungsverpflichtung, der kurzfristigen Finanzschulden, der Verbindlichkeiten und Forderungen gegenüber institutionellen Geldgebern, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Darlehen (sonstiges Umlaufvermögen), der finanziellen Vermögenswerte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nahezu identisch mit den oben angegebenen fortgeführten Anschaffungskosten, was hauptsächlich auf die kurze Restlaufzeit dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zurückzuführen ist. Bewertungskategorien von Finanzinstrumenten In der nachfolgenden Tabelle sind die zum 31. Dezember 2022 zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente nach den in Note 6 beschriebenen Bewertungskategorien gegliedert:
In der nachfolgenden Tabelle sind die zum 31. Dezember 2021 zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente nach den in Note 6 beschriebenen Bewertungskategorien gegliedert:
Während der Berichtsperiode zum 31. Dezember 2022 gab es keine Wechsel zwischen Bewertungen zum Fair Value der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Wechsel in oder aus Bewertungen zum Fair Value der Stufe 3. (32) Leasingverhältnisse Die Leasingverhältnisse der Gruppe basieren im Wesentlichen aus Mietverträgen für Gebäude und zu einem geringeren Teil für technische Anlagen oder sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Die Auswirkungen des IFRS 16 sowie die geforderten Angaben sind wie folgt:
Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten:
(33) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Alle Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Zu den nahestehenden Personen der NKG gehören die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der Neumann Gruppe GmbH (Geschäftsführung der NKG), die oberste beherrschende Person David M. Neumann und die "Familienstiftung David M. Neumann". Alle Geschäfte mit den nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu Bedingungen durchgeführt, die denen eines fremdüblichen Geschäfts entsprechen. Nahestehende Personen halten kurzfristige Kapitalanlagen in Höhe von EUR 13,8 Mio. bei der Neumann Gruppe GmbH. Die Zinszahlungen werden periodengerecht und zu marktüblichen Konditionen abgegrenzt. Eine Verbindlichkeit in Höhe von EUR 1,6 Mio. ist gegenüber einem Teil der Geschäftsführung der NKG ausgewiesen, der Ende 2022 aus seiner Führungsposition ausscheidet. Die Bezüge der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2022 betragen EUR 3,6 Mio. (2021: EUR 3,3 Mio.). Die Pensionsrückstellungen für die Geschäftsführung betragen am 31. Dezember 2022 EUR 0 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 1,4 Mio.). Weitere Informationen finden Sie in der Anhangangabe (22) und (25). (34) Beirat Mit Wirkung vom 21. Dezember 2022 wurde der Beirat durch Gesellschafterbeschluss aufgelöst. Dieser Schritt wurde einvernehmlich mit den Mitgliedern des Beirats und der Geschäftsführung vollzogen. Die künftige Strategie besteht darin, ein hochrangiges strategisches Gremium zu bilden, das sich speziell mit den größten und sich entwickelnden Herausforderungen und Chancen befasst, mit denen die NKG in Zukunft konfrontiert sein wird, und das Leitlinien vorgibt, ohne dass es notwendigerweise aus Personen aus unseren oder verwandten Geschäftsfeldern besteht. Da die Rechtsform der Neumann Gruppe GmbH ein solches Gremium nicht vorsieht, wird dieser Prozess Zeit und Sorgfalt erfordern. Die Verantwortung liegt hier beim Gesellschafter, der Personen aus NG/NKG einbezieht. (35) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren Vorfälle und Transaktionen eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die dargestellten Abschlüsse haben. Der Konzernabschluss wird zu dem am Ende des Anhangs angegebenen Datum zur Veröffentlichung freigegeben.
Hamburg, den 28. April 2023 David M. Neumann Justin Schulze-Smidt Jörn Severloh Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022Geschäftsgegenstand und wirtschaftliches Umfeld Gruppenstruktur Geschäftsbereiche Strategie Wirtschaftsbericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Branchenspezifische Rahmenbedingungen Darstellung des Geschäftsverlaufs Vermögens- Finanz- und Ertragslage Finanzielle Leistungsindikatoren Chancen- und Risikobericht Risikomanagementsystem Chancen und Risiken Gesellschaftliche Verantwortung Prognosebericht Wirtschaftliche Entwicklung Branchenentwicklung Entwicklung der NKG Geschäftsgegenstand und wirtschaftliches Umfeld Gruppenstruktur Die Neumann Kaffee Gruppe (im Folgenden auch als "NKG" oder "die Gruppe" bezeichnet) besteht aus 42 operativen Einheiten in 26 Ländern unter dem Dach der Neumann Gruppe GmbH (im Folgenden auch als "NGHH" oder "die Gesellschaft" bezeichnet) als Management- Dienstleistungsgesellschaft Die Muttergesellschaft Neumann Gruppe GmbH hat ihren Sitz in Hamburg, Deutschland, und ist beim Amtsgericht Hamburg im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 66888 eingetragen. Die Geschäftsräume befinden sich Am Sandtorpark 4 in 20457 Hamburg. Die Geschäftsanteile an der Neumann Gruppe GmbH werden von der Familienstiftung David M. Neumann gehalten. 35 der 42 operativen Einheiten sind hundertprozentige Tochtergesellschaften. An den Übrigen bestehen Mehrheitsbeteiligungen seitens der Neumann Gruppe GmbH. Rohkaffee ist das traditionelle Kerngeschäft der Gruppe. Die Gruppe hat weltweit eine Schlüsselstellung als Partner für Kaffeeproduzenten sowie für Röster jeder Größenordnung. Die Tätigkeit der Gruppe umfasst verschiedene Dienstleistungsfunktionen und reicht von der Produktion auf drei eigenen Farmen bis hin zum Import in die Konsummärkte, wobei alle Stufen der Versorgungskette bis hin zu den Röstern und Herstellern von löslichen Kaffees in aller Welt dazu gehören. Die NKG bietet ein großes Fachwissen in den Bereichen Anbau, Farmverwaltung, Aufbereitung, Export, Import, Transport, Lagerung, Bearbeitung, Mischung und Vermarktung von Rohkaffee. Die Neumann Gruppe GmbH als Holdinggesellschaft der NKG fördert die Synergien und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gruppenfirmen. Gemeinsam mit der Geschäftsführung jeder einzelnen operativen Gesellschaft werden von der Neumann Gruppe GmbH in ihrer Eigenschaft als Management-Dienstleistungseinheit strategische Konzepte für die Gruppe und für die einzelnen Gesellschaften erstellt und strukturiert sowie operative Ziele gesetzt. Die Neumann Gruppe GmbH überwacht und koordiniert die Operationen der einzelnen Gruppenmitglieder. Als Dienstleistungseinheit ist die Neumann Gruppe GmbH verantwortlich für Compliance, Corporate Responsibility, Gruppenfinanzierung und die Ausführung von Devisentermingeschäften sowie für andere zentralisierte Dienstleistungen wie Risikomanagement, Konzernrechnungswesen, Controlling, Rechtsberatung, Personalangelegenheiten auf Managementebene, Serviceleistungen für Versicherungen sowie Fort- und Weiterbildung weltweit. Logistik Serviceleistungen werden zentral angeboten, sind jedoch in einer separaten rechtlichen Einheit organisiert. Geschäftsbereiche Importgesellschaften Die europäischen Importgesellschaften der Gruppe sind in Deutschland, Spanien, Frankreich, Russland, Polen und Italien ansässig. Der nordamerikanische Markt wird von der Rothfos Corporation betreut. Bero Coffee Singapore ist ein Hauptlieferant für Kunden in den übrigen asiatischen Märkten außer Nordkorea und Australien. Die im Jahr 2022 gegründete NKG Korea Limited bedient den koreanischen Markt und Interamerican Australia den australischen Markt. Diese Unternehmen importieren und handeln Rohkaffee, löslichen Kaffee, koffeinfreien Kaffee, andere vorindustrielle Kaffees und Spezialitätenkaffees wie Bio-Kaffee und Kaffees, die unter verschiedenen Zertifizierungen hergestellt werden. Die Qualitätskontrolle wird in einer Reihe von zertifizierten Labors in Europa durchgeführt. Darüber hinaus bieten diese Unternehmen Bestandsmanagement für größere Mengen oder Industriekunden sowie die wertsteigernde Aufbereitung von Rohkaffees (Vaporisation) an. Die InterAmerican Gesellschaften sind zusammen mit Atlas Coffee Importers Import- und Handelsunternehmen für Spezialitätenkaffee mit Büros in Hamburg, London, Zug, Hoboken, Houston, Seattle, San Diego und Sydney. Diese Kaffeehandelshäuser bieten einzigartige Kaffeesorten und Spezialitäten an, die aus allen Kaffeeprovinienzen der Welt bezogen werden. Produzierende Unternehmen Die Gruppe besitzt drei Kaffeefarmen in Brasilien, Mexiko und Uganda, die Robusta- und Arabica-Kaffees anbauen, die über Tropical Farm Management in der Schweiz vermarktet werden. Darüber hinaus betreibt die Gruppe eine Farm-Management-Gesellschaft in Kenia, die ihren Kunden Farm-Management-Dienstleistungen, Verkauf & Marketing und Erntefinanzierung anbietet. Exportgesellschaften Zur Gruppe gehören Exportgesellschaften in den Kaffee-Ursprungsländern in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien. Sie befinden sich in allen wichtigen Kaffeeproduktionsländern wie Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Honduras, Indien, Indonesien, Kenia, Mexiko, Papua- Neuguinea, Peru, Tansania, Uganda und Vietnam. Diese Exportunternehmen pflegen enge Beziehungen zu den lokalen Kaffeeproduzenten und beobachten so Produktionstrends, Qualitätsentwicklungen, Angebotsveränderungen und andere entscheidende Faktoren in ihren jeweiligen Märkten. Diese Marktintelligenz wird zum besten Vorteil des Kunden eingesetzt. Die Aktivitäten reichen vom Einkauf der Kaffeekirschen bei Kleinbauerngemeinschaften und Farmern über die Verarbeitung in Kaffeemühlen bis hin zum Export auf die internationalen Märkte. Strenge Qualitätskontrollen erfolgen bei allen Schritten der Wertschöpfungskette durch erfahrene Mitarbeiter. Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit entlang der Kaffee-Lieferkette werden immer wichtiger für unsere Aktivitäten. Daher werden alle Aktivitäten zur Unterstützung der Farmer unter der NKG BLOOM-Initiative zusammengefasst und koordiniert. Servicegesellschaften Die Rohkaffeeaufbereitung und Silolagerung wird von der NKG Kala Hamburg GmbH (KALA) durchgeführt. KALA betreibt eine der größten und modernsten Rohkaffeelager- und Verarbeitungsanlagen in Europa. Modernste Technologie ermöglicht es KALA, hochspezialisierte Halbfertigprodukte zu entwickeln und anzubieten. Die Anlage stellt die größte industrielle Einzelinvestition des Konzerns dar. Die Bernhard Rothfos Intercafé AG, Schweiz, agiert als exklusiver Marketing-Agent hauptsächlich für Produktion- und Exportunternehmen. Die Bernhard Rothfos Intercafé AG schließt Kaffee-Terminkontrakte für Mengen ab, die von Konzernunternehmen exportiert werden, mit denen ein Vermarktungsvertrag besteht. Die NKG Gruppengesellschaft Ibero Insurance-Service GmbH, die auf die Neumann Gruppe GmbH im Jahr 2022 verschmolzen ist, vermittelt die Lager- und Transportversicherung exklusiv für die Gruppengesellschaften. Die ICL Internationale Commodity Logistik GmbH ist ein Frachtspezialist für die Kaffeeindustrie. Sie konzentriert sich darauf, die Trends im weltweiten Handel zu verfolgen und beobachtet die Situation in der Container- und Schifffahrtsindustrie genau. Auf jährlicher Basis verhandelt die ICL Internationale Commodity Logistik GmbH Seefrachtraten mit verschiedenen Carriern für alle Buchungen der NKG Gruppenunternehmen. Die NKG Statistical Unit Limited mit Sitz in London widmet sich der Analyse und Zusammenstellung statistischer Daten zu Kaffeekonsum, -produktion und Ernteprognosen. Dadurch erhalten die Unternehmen der Gruppe zuverlässige Daten für eine fundierte Entscheidungsfindung. Holdings und andere nicht-operative Gesellschaften Die NGHH als Holdinggesellschaft der NKG gibt die strategische Richtung für die Gruppe vor und fördert Synergien und Kooperationen zwischen den Gruppenunternehmen. In ihrer Rolle als Management-Dienstleistungsgesellschaft erstellt die NGHH gemeinsam mit dem Management der einzelnen Gruppenunternehmen Businesspläne und operative Ziele. Als Serviceeinheit ist die NGHH verantwortlich für Compliance, Corporate Responsibility, Corporate Finance, Treasury sowie für weitere zentrale Dienstleistungen wie Risikoüberwachung, Finanzberichterstattung und Controlling, Rechtsberatung, Personalwesen auf Managementebene und professionelle Schulungen weltweit. Weitere Zwischenholdings und nicht-operative Gesellschaften in der Schweiz, den USA und Singapur übernehmen meist Management- und/oder Marketing-Supportfunktionen. Strategie Die organisatorische Präsenz des Konzerns in den wichtigsten Kaffeeanbauregionen und Verbrauchermärkten bietet die Infrastruktur für eine zuverlässige Kaffee lief er kette für seine Rösterkunden. Die Exportunternehmen und Repräsentanzen der Gruppe haben direkten Zugang zu einem Großteil der weltweiten Rohkaffeeproduktion. Gleichzeitig bedient die NKG die Verbrauchermärkte über seine Importhandelshäuser, um die vielfältigen Anforderungen größerer und kleinerer Kaffeeröster mit einem umfassenden Serviceangebot und einer großen Auswahl an Kaffeesorten, Mischungen, Zubereitungen und Tassenprofilen zu erfüllen. Die lokale Präsenz ermöglicht es den Einkaufs- und Vertriebsmitarbeitern, vertrauensvolle Beziehungen mit einem tief verwurzelten Verständnis der Kaffeegemeinschaften im Ursprungsland und der Konsumtrends in den Röstermärkten aufzubauen. Die Geschäftsführung legt die NKG-Strategie fest. Der NKG-Geschäftsplan, die Zuteilung von Ressourcen zu Geschäftsbereichen, die strategische Kundensegmentierung und die NKG-Geschäftspolitik sind Teil des jährlichen Strategieüberprüfungsprozesses. Die operativen Einheiten werden von der Holding in Form von Managementleistungen über verschiedene Funktionen hinweg geführt, wodurch eine enge Beziehung unter Beibehaltung von Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe gewährleistet wird. Das Managementteam der Holding weist den Unternehmen Ressourcen zu, erstellt gemeinsam mit dem lokalen Management die jährlichen Geschäftspläne und überwacht die operative Leistung der Konzernunternehmen. Wirtschaftsbericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Die lockeren finanziellen Bedingungen auf den großen Verbrauchermärkten, insbesondere in den USA, im Jahr 2021 in Verbindung mit Angebotsengpässen aufgrund der geringeren Erwerbsbeteiligung, Engpässen in der Lieferkette und der europäischen Energiekrise führten zu einer Beschleunigung der Preisinflation im Jahr 2022. Die jährliche Lebensmittelinflation in den USA lag im Dezember 2022 bei 10,4 %. Die anschließende Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken begann 2021, wobei die lateinamerikanischen Institute früh reagierten und die FED und die EZB in der ersten Jahreshälfte und während des gesamten Jahres 2022 eine restriktivere Geldpolitik verfolgten. Die Bilanzen der Unternehmen scheinen bisher mit der geringeren Geldmenge und deren Auswirkungen auf die Kreditverfügbarkeit und die Finanzierungskosten gut zurechtzukommen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sich die höheren Zinssätze mit einer langen und variablen Verzögerung auf die Wirtschaft auswirken werden, d. h. die Auswirkungen auf die Industrie, ein möglicher Druck auf die Gewinnspannen und Einbruch auf dem Arbeitsmarkt werden sich voraussichtlich erst Monate nach der Änderung der Politik - möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte 2023 - zeigen. Im Jahr 2022 hat sich die Inflation auf breiter Basis ausgebreitet, ausgehend von der Verknappung auf den Rohstoffmärkten (Baumaterialien, Softs, Energie) und dem Anstieg der internationalen Schifffahrtsraten (Containerstaus, langsamere Hafenabfertigung), die dann über die Lieferketten zu höheren Verbraucherpreisen und sekundären Auswirkungen von Lohnverhandlungen führten. Die Verbraucher, die während der Pandemiezeit nicht reisen und keine Freizeitaktivitäten ausüben konnten, gaben mehr Geld für Tourismus und Unterhaltung aus, wodurch sich die Inflation ungleichmäßig zwischen Waren und Dienstleistungen entwickelte. Ende 2022 ging die Wareninflation in den USA leicht zurück, während sich die Dienstleistungsinflation weiter beschleunigte. Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien waren das wichtigste politische Ereignis für den Kaffeesektor im Jahr 2022. Bolsonaros Präsidentschaft wurde durch die großflächige Abholzung des Amazonas-Regenwaldes beeinträchtigt, was sich stark auf den Agrarsektor auswirkte. Längere Trockenperioden gefährden den Anbau von Nahrungsmitteln und destabilisieren die landwirtschaftliche Bevölkerung. Der neue Präsident Lula da Silva versprach bei einem Besuch der COP27 in Sharm el-Sheikh, Ägypten, im November 2022, den Amazonas zu erhalten. Er gilt als Befürworter der brasilianischen Kleinbauern, von denen ca. 360.000 Kaffee anbauen. Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die Kaffeeröster sahen sich mit einem Dilemma konfrontiert, das sich aus den historisch hohen Input-/Produktionskosten für Rohkaffee (die die größte Komponente der Umsatzkosten darstellen), den hohen Energiekosten und dem Inflationsdruck in allen Bereichen der Gewinn- und Verlustrechnung (Dienstleistungen, Löhne usw.) ergab. Darüber hinaus sahen sich die europäischen Kaffeeröster im vierten Quartal vor Beginn der Hochsaison für Heißgetränke in der nördlichen Hemisphäre mit der Ungewissheit über einen möglichen Energie- Interventionsmechanismus und Energiesparmaßnahmen der europäischen Regierungen konfrontiert. Infolgedessen maximierten die Röstereien ihren Durchsatz und erhöhten ihre Fertigwarenbestände vor dem Winter. Als Reaktion auf die Inputinflation stiegen die Preise für Fertigprodukte im Heißgetränkesegment des Lebensmittel- und Getränkeeinzelhandels in Deutschland im Jahr 2022 um 12,5 %. Die geringe Elastizität der Kaffeenachfrage bedeutete, dass das positive Preiswachstum das leicht negative Mengenwachstum weitgehend übertraf. Die Preispolitik der Kaffeeröster war unterschiedlich: Entweder wurden die Preise einmalig erhöht, um den Kostendruck frühzeitig auszugleichen, oder es wurden mehrere Erhöhungen unterschiedlichen Ausmaßes mit einer zeitlichen Verzögerung zum Anstieg der Inputkosten vorgenommen. Die Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel führten in einigen europäischen Ländern zu vorübergehenden Lieferengpässen, die die Supermärkte veranlassten, vorübergehend ihre Eigenmarken zu bewerben. Das Jahr 2022 war durch eine enorme, anhaltende Preisvolatilität bei Kaffee gekennzeichnet. Die für 2022 geschätzte weltweite Kaffeeproduktion von 168 Millionen 60-kg-Säcken wurde während ihrer Entwicklung im Jahr 2021 durch Wetterfaktoren stark beeinträchtigt. Der wichtigste dieser Faktoren waren die Fröste im Juli 2021 in Brasilien, die das Erntepotenzial für 2022 um etwa 4 Millionen Säcke reduzierten (was 10,0 % der brasilianischen Arabica-Produktion entspricht). Letztendlich verursachte jedoch die übermäßig trockene Witterung, die auf diese Fröste am Ende des Jahres 2021 folgte, einen noch größeren Verlust an Potenzial (6 Millionen Säcke). Das Anhalten der La-Nina-Wetterlage führte auch in Lateinamerika, insbesondere in Kolumbien, zu einem weiteren Jahr mit unterdurchschnittlichen Ernten. Diese Produktionsbedingungen ließen ein zweites Jahr in Folge ein globales Defizit erwarten, weil die globale Nachfrage nicht durch die Produktion gedeckt worden war. Die Logistikkrise behinderte auch das Tempo der Kaffeelieferungen aus den Erzeuger- in die Verbraucherländern und beschleunigte den Abbau der sichtbaren Bestände am Bestimmungsort, einschließlich der an den Terminbörsen zertifizierten Bestände. Diese veränderte Wahrnehmung trieb die ICE-Arabica-Futures bis Anfang 2022 auf ein 11-Jahres-Hoch von 258 USDcts/lb (2. Position). Obwohl sich die Angebotsprobleme auf Arabica konzentrierten, stiegen die ICE-Robusta-Futures ebenfalls auf ein 11-Jahres-Hoch, das nur knapp unter 2,300 USD/mt lag. Mehrere Faktoren verbesserten die Aussichten für physischen Kaffee im ersten bis zweiten Quartal 2022 und trugen zum Abwärtstrend der Futures-Preise bei. Der erste Faktor war die Verbesserung der Logistik für die beiden größten Produzenten Brasilien und Vietnam. In beiden Ländern verbesserte sich die Verfügbarkeit von Containern und Schiffen im Laufe des Jahres 2022 erheblich und wurde durch die Verschiffung von Kaffee in Stückgütern ergänzt (zum ersten Mal seit über 30 Jahren). Höhere Liefermengen ermöglichten die Wiederauffüllung der Lagerbestände in der Nähe der Verbrauchermärkte. Der zweite Faktor war, dass die Erwartungen für das globale Nachfragewachstum im Jahr 2022 nach unten korrigiert wurden. Das Fortbestehen der Covid- Varianten dämpfte den Aufschwung des außerhäuslichen Verbrauchs, da hybride Arbeitsformen und eingeschränkte soziale Kontakte anhielten. Es wurde erwartet, dass der russische Einmarsch in der Ukraine im Februar 2022 zu einem erheblichen Rückgang auf den mengenmäßig viert- bzw. zehntgrößten Kaffeemärkten Europas führen und auch die darauffolgende Energie- und Lebenshaltungskostenkrise in anderen europäischen Märkten die zuvor erwartete Erholung nach den COVID-Beschränkungen beeinträchtigen würde. Drittens deuteten die günstigeren Witterungsbedingungen im brasilianischen Kaffeegürtel Anfang 2022 darauf hin, dass eine deutliche Erholung der Produktion und damit ein globaler Überschuss - im Jahr 2023 bevorstehen könnte. Das Problem der knappen, kurzfristigen Verfügbarkeit, insbesondere bei hochwertigen gewaschenen Arabicas, blieb jedoch bestehen, da die Preisunterschiede für diese Qualitäten auf 12-Jahres-Höchststände ansteigen mussten, um den Rückgang am Futures-Markt in diesem Zeitraum auszugleichen. Der Abbau der sichtbaren Bestände an Arabica in Konsumländern, einschließlich der zertifizierten Bestände, verstärkte sich und führte zu einer Umkehrung der Struktur der Arabica-Futures. Auf den Kaffeemärkten gab es im dritten Quartal 2022 eine Reihe fundamentaler Signale. Die kurzfristige Verfügbarkeit von Arabicas verschlechterte sich weiter. Die zertifizierten ICE- Arabica-Bestände fielen zum ersten Mal seit 1999 unter 0,5 Mio. Säcke und führten zu einer weiteren Umkehrung der Futures-Struktur, wobei der nahegelegene Spread Anfang Oktober mit einem Aufschlag von knapp 10 USDcts/lb seinen Höhepunkt erreichte. Die Auswirkungen der russischen Invasion auf die Düngemittelpreise für die Kaffeebauern stellten deren vollständigen Einsatz für die kommenden Ernten in Frage. Unsere Feldforschung in Vietnam deutet darauf hin, dass die Landwirte dort ihren Düngemitteleinsatz im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 25 % senken werden. Das durch La Nina verursachte feuchte Wetter verhinderte weiterhin eine Erholung der Produktion in Kolumbien und Zentralamerika, wobei die Ernte 2022 in Kolumbien auf einem 9-Jahres-Tiefstand liegt. Auf der Nachfrageseite sah das Tempo der Kaffeeeinfuhren in die wichtigsten Verbrauchermärkte im Jahr 2022 sehr viel gesünder aus und war in Russland und der Ukraine viel besser als erwartet (in Russland stiegen die Netto-Kaffeeeinfuhren im Kalenderjahr 2022 sogar um 3,0 %, während sie in der Ukraine nur um 10,0 % zurückgingen). Trotz der Null-Covid-Strategie erreichten die Kaffeeeinfuhren nach China im Jahr 2022 ebenfalls Rekordhöhen, da der Außer-Haus-Konsum durch Mitnahme und Lieferung weiter zunahm. Für 2022 wird die weltweite Nachfrage auf etwas mehr als 170 Millionen Säcke geschätzt und liegt damit über dem Niveau vor der Pandemie (von 169 Millionen). Trotz dieser positiven Signale verzeichneten beide Terminbörsen im vierten Quartal 2022 einen starken Rückgang. Dies war in erster Linie auf zwei kaffeebezogene Faktoren zurückzuführen. Erstens war der Beginn der Regenzeit in Brasilien Ende September 2022, was darauf hindeutete, dass sich die Produktion 2023 wie erhofft deutlich erholen könnte. Zweitens wurden mehrere 100.000 Säcke Kaffee der ICE-Arabica zur Zertifizierung angedient, was darauf hindeutet, dass sich die zertifizierten Bestände auf ein vorteilhafteres Niveau erholen könnten. Letzteres führte zum Einbruch der ICE-Arabica-Spread-Prämie von +9,9 USDcts/lb auf -3,8 USDcts/lb im Laufe eines Monats, als die angedienten Kaffees zertifiziert wurden. Die Abflachung der Arabica-Futures-Preiskurve war der Auslöser für große Verkäufe institutioneller Anleger an beiden Märkten im November-Dezember 2022 und Anfang Januar 2023 war die Tatsache, dass nichtkommerzielle Positionen von großen Netto-Long-Positionen auf große Netto-Short-Positionen umgeschichtet wurden. Der Verkauf der institutionellen Anleger wurde durch technische, momentum- und rezessionsbedingte Faktoren weiter motiviert und verschärft, wobei der New Yorker Arabica-Preis im zweiten Monat am 11. Januar einen Tiefststand von 144,70 USDcts/lb erreichte und damit mehr als 100 USDcts/lb unter dem Höchststand vom Februar 2022 (von 258,45 USDcts/lb) und unter den geschätzten Produktionskosten der meisten Arabica-Erzeuger lag. Trotz des Rückgangs der Terminpreise hat sich die zugrundeliegende Knappheit auf dem physischen Markt nicht aufgelöst. Die Umkehrung der Arabica-Preise zog keinen neuen Kaffee an die Börse (wobei sich der Anstieg der zertifizierten Bestände größtenteils als eine Umstufung herausstellte). Vielmehr festigten sich die FOB-Qualitätsdifferentiale, um den Preisverfall in den Erzeugerländern aufzuhalten und Anreize für weitere Verkäufe zu schaffen. Darstellung des Geschäftsverlaufs Als Handelshaus besteht die Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns im Kontrahieren von Kaffeeverkäufen an Dritte. Verkäufe werden zum Zeitpunkt der Unterzeichnung eines Kaufvertrags erfasst und in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, bis die Rechte und Risiken auf den Kunden übertragen werden. Im Jahr 2022 kontrahierte der Konzern 14,9 Mio. Sack als Verkäufe an Dritte, was einem Anstieg der kontrahierten Verkäufe um +0,6 Mio. Sack oder +4,2% im Vergleich zum Vorjahr 2021 (14,3 Mio. Sack) entspricht. Das Volumen blieb unter den Erwartungen der NKG aus dem Vorjahr von 15 Millionen Säcken. Importgesellschaften trugen mit 10,9 Mio. (73% des Gesamtvolumens) Sack und die Produktions- und Exportgesellschaften mit 4,0 Mio. Sack (27% des Gesamtvolumens) bei. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Konzernjahresüberschuss EUR 15,3 Mio., was einem Rückgang von EUR -30,0 Mio. oder -66,3% im Vergleich zu 2021 entspricht und mit der Prognose der NKG aus dem Vorjahr übereinstimmt. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit ging um EUR -50,7 Mio. oder -74,0% auf ein Gesamtergebnis von EUR 17,8 Mio. (2021: EUR 68,5 Mio.) zurück und geht mit der Erwartung von der NKG aus dem Vorjahr einher, dass das Ergebnis aufgrund zahlreicher Kostensteigerungen zurückgehen wird. Das Produktions- und Exportsegment trug mit EUR +22,4 Mio., das Servicesegment mit EUR + 11,0 Mio., das Importsegment mit EUR -13,4 Mio und das Holdingsegment inklusive der Konsolidierungseffekte mit EUR -2,2 Mio. bei. Die weltweiten Verkaufsmengen der importierenden Unternehmen stiegen um +0,3 % (2021: +1,3%). Der größte Umsatzanstieg kam von den nordamerikanischen Märkten, gefolgt von den europäischen Märkten und den Märkten für Spezialitäten. Im Gegensatz zum Volumenanstieg verringerten sich die Margen der importierenden Unternehmen. Das Betriebsergebnis des Segments verringerte sich um -163,1% (EUR -34,6 Mio.) im Vergleich zum Vorjahr (2021: EUR +6,1 Mio.) aufgrund gestiegener Finanzierungskosten. Die nordamerikanischen und mitteleuropäischen Märkte sahen sich mit einem beschleunigten Kostenanstieg für Seefrachten konfrontiert, und die Bemühungen, die Auswirkungen abzumildern, wurden durch Kostensteigerungen im Landtransport zunichte gemacht. Die Finanzierungskosten für das Segment stiegen ähnlich wie auf Gruppenebene. Darüber hinaus sahen sich die Verbrauchermärkte mit einer zunehmenden Inflation konfrontiert, die vor allem durch die Energie- und Treibstoffkosten vorangetrieben wurde und zu einem starken Anstieg der Logistik- und anderer Dienstleistungen führte. Rückstellungen für Vorfinanzierungen in Zentralamerika wurden vorsorglich gebildet, um die Überalterung der Bestände zum Ende der Ernte zu berücksichtigen. Die vertraglich vereinbarten Verkäufe der Farm- und Exportgesellschaften an Dritte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um +10,1 %. Die südamerikanischen Länder blieben hinter den Verkäufen des letzten Jahres zurück, Brasilien konnte jedoch die verbesserten Verkaufsmengen im Vergleich zum schwächeren Vorjahr ausgleichen. Die afrikanischen Erzeugerländer hatten einen guten Start in die neue Erntesaison, während das Volumen in der asiatischen Region auf dem Niveau des Vorjahres blieb. Die Verkäufe in der neuen Erntesaison in Vietnam hatten in diesem Jahr einen positiven Einfluss auf das Volumen in Asien. Das Betriebsergebnis des Segments ging jedoch im Vergleich zum Vorjahr um -58,2 % ( EUR -31,3 Mio.) zurück (2021: EUR +6,7 Mio.). Die Robusta-Anbauländer konnten nicht an den guten Start ins Jahr anknüpfen und blieben hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Wie die Importmärkte hatten auch die Erzeugerländer mit gestiegenen Dienstleistungs- und Energiekosten zu kämpfen, zusätzlich zu den volatilen Währungsmärkten und den Auswirkungen der Abwertung ihrer lokalen Währungen gegenüber dem USD. Auch die steigenden Preisunterschiede in einigen Ländern setzten das Bruttoergebnis des Segments unter Druck. Die Servicegesellschaften verzeichneten ein höheres Segmentergebnis aus betrieblicher Tätigkeit von +42,7 % (EUR +3,3 Mio.). Die Lagermengen sowie die Kaffeepreise im Vergleich zum Vorjahr haben trotz gestiegener Betriebskosten zu höheren Dienstleistungserlösen geführt. (2021: EUR +3,4 Mio.). Die Holdinggesellschaften in Verbindung mit Konsolidierungseffekten machen den verbleibenden Saldo aus, der ein geringeren Verlust aus dem operativen Geschäft von +84,8% (EUR +11,9 Mio.) ausweist (2021: EUR +3,9 Mio.). Auf Konzernebene verschlechterte sich das Finanzergebnis signifikant um EUR 38,0 Mio. (2021: EUR +0,4 Mio.). Der Ertragsteueraufwand verringerte sich um EUR -20,7 Mio. (2021: EUR +7,3 Mio.). Dies ist vor allem auf das gesunkene operative Ergebnis vor Steuern zurückzuführen. Vermögens- Finanz- und Ertragslage Finanzlage (inkl. Kapitalstruktur, Investitionen, Liquidität) Der Konzern ist bestrebt, ein hohes Maß an finanzieller Flexibilität aufrechtzuerhalten, um auf Veränderungen des Geschäftsumfelds und der volatilen Kaffeemärkte reagieren zu können und um die Wachstumsstrategie des Unternehmens zu unterstützen. Die Liquidität wird durch einen Kreditvertrag gesichert, der als Club Deal zwischen der NGHH und 13 teilnehmenden Banken abgeschlossen wurde. Ergänzt wird dies durch bilaterale Banklinien in den Kaffeeursprungsländern, welche die lokalen Exportgesellschaften unterhalten um die Vorteile von Exportfinanzierungsprogrammen für Agrarrohstoffe, z.B. in Brasilien, zu nutzen. Im Jahr 2022 entwickelte sich die Bankverschuldung parallel zum Anstieg des Rohkaffees. Eine Reihe von Faktoren, darunter die Fundamentaldaten des Marktes (außergewöhnliche Wetterereignisse in Brasilien, Proteste, die zur Plünderung von Rohkaffee in kolumbianischen Häfen führten, Einschränkungen bei der Verschiffung) sowie ein erhöhtes Marktinteresse von Spekulanten in einem Jahr mit lockeren monetären Bedingungen ließen die Preise steigen. Infolgedessen stieg der Bedarf an Betriebskapital und wurde mit Bankkrediten finanziert. Unsere Kerngruppe von Banken erhöhte im Laufe des Jahres mehrfach ihre Zusagen, da die NGHH eine Akkordeon-Fazilität aktivierte. Der Bedarf an Betriebskapital wird durch einen Mix von Finanzierungsinstrumenten gedeckt, die die Vorteile der Supply-Chain-Finanzierung nutzen, wie z. B. Forderungsfactoring und/oder Rückkaufsvereinbarungen für Kaffeevorräte. Das Cash-Management des Konzerns optimiert den Bargeldbedarf und die Bargeldüberschüsse auf weltweiter Basis. Der Konzern hat Cash-Pooling-Verfahren eingeführt und nutzt Netting- Fazilitäten, um seine Cash-Position konzernweit zu steuern. Liquidität Der Brutto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beläuft sich im Jahr 2022 auf einen Zufluss von EUR 38,6 Mio. (2021: EUR 89,8 Mio.) und ist im Wesentlichen auf das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Das Cash Working Capital 1 , das der Gruppe für das tägliche Cash Management zur Verfügung steht, beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 231,6 Mio. und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR +205,3 Mio. verändert. Diese Veränderung ist hauptsächlich auf einen Rückgang der kurzfristigen Finanzverschuldung zurückzuführen, der den Rückgang der Vorräte zu Anschaffungskosten mehr als ausgleicht. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Konzern-Kapitalflussrechnung für 2022 und 2021. Kapitalstruktur Seit dem 28. Dezember 2018 hält die "Familienstiftung David M. Neumann" 100 % der Anteile an der Neumann Gruppe GmbH. Das IFRS-Eigenkapital verringerte sich von EUR 380,8 Mio. zum 31.12.2021 auf EUR 375,0 Mio. zum 31.12.2022 durch
Investitionen Die Zugänge im Anlagevermögen von EUR +18,4 Mio. setzen sich hauptsächlich aus Zugängen bei den Sachanlagen zusammen. Die Zugänge bei den Sachanlagen in Höhe von EUR +17,5 Mio. resultieren hauptsächlich aus neuen Mietverträgen oder Mietvertragsverlängerungen und aus zusätzlichen Kosten für Anlagen im Bau. Nettovermögen Die Bilanzsumme lag am 31. Dezember 2022 bei EUR 1.652 Mio. und damit um EUR -314,3 Mio. unter dem Endbestand vom 31. Dezember 2021. Das langfristige Vermögen erhöhte sich um +3,7% auf EUR 216,7 Mio. und liegt damit über dem Niveau des Vorjahres. Die Finanzanlagen verringerten sich um EUR -2,1 Mio., wobei die Sachanlagen sich um EUR +8,3 Mio. erhöhten. Die latenten Steuern stiegen um EUR +1,0 Mio. Die latenten Steuersalden werden vorbehaltlich der Fälligkeit der zugrundeliegenden Steuerdifferenz hochgerechnet, die sich hauptsächlich aus dem Kursanstieg und den daraus resultierenden nicht realisierten Gewinnen/Verlusten ergibt, auf die latente Steuern gebucht werden. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um -18,3% (EUR -322,3 Mio.), was hauptsächlich auf einen Rückgang der Vorräte (EUR -418,0 Mio.) und einen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (EUR 52,9 Mio.) zurückzuführen ist. Der Rückgang der Vorräte um -31,4 % resultiert hauptsächlich aus der Fair Value Bewertung. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um +23,9 % ist auf den Anstieg des ICE-Preisniveaus zurückzuführen. Der Konzern überwacht sein Kreditrisiko regelmäßig. Während zu Beginn der Pandemie weltweit vermehrt Kundenkredite nachgefragt wurden, stellten staatliche Kredit- und Garantiesysteme Liquidität in großem Umfang zur Verfügung. Die Auswirkung auf die Qualität der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gruppe bleibt gering, was sich in einer nur niedrigen Erhöhung der gruppenweiten Wertberichtigungen niederschlägt. Der Konzern bewertet seine Vorräte, offene Positionen aus dem Handelskaffee und dazu passende Absicherungsinstrumente (wie Warentermingeschäfte, Optionen, Devisenderivate oder Zinsswaps) zum beizulegenden Zeitwert auf Basis der vorherrschenden Marktbedingungen und Preise. Das Nettogesamtvermögen aus solchen Bewertungseffekten von Finanzinstrumenten sank bis Ende Dezember 2022 auf EUR 64,0 Mio. im Vergleich zu einem Nettogesamtvermögen von EUR 152,4 Mio. bis Ende Dezember 2021.
Finanzielle Leistungsindikatoren Wichtige finanzielle Leistungsindikatoren (Kennzahlen), die im Konzernabschluss dargestellt sind und zur Steuerung des Unternehmens intern verwendet werden, sind im Folgenden aufgeführt.
Chancen- und Risikobericht Risikomanagementsystem Der Konzern ist verschiedenen Risiken ausgesetzt, die sich aus der operativen Geschäftstätigkeit ergeben, wie z. B. Marktpreisrisiken, Kredit- und Liquiditätsrisiken, Zinsrisiken, Währungsrisiken, rechtliche und regulatorische Risiken sowie andere Risiken. Um mögliche negative Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und potenzielle Risiken zu mindern bzw. zu minimieren, unterhält der Konzern ein umfassendes Risikomanagementsystem. Mit diesem System sind gruppenweite Standards und Risikolimits für alle Unternehmen der NKG- Gruppe festgelegt. Der Vorstand definiert die Risikoexposition der Gruppe und legt die globalen Risikolimits für die NKG im Rahmen der jährlichen Geschäftsplanung fest Der Geschäftsplan wird jährlich von der Gesellschafterin genehmigt. Die Gruppe hat eine konservative Risikomanagementpolitik eingeführt, die Risikolimits für die einzelnen operativen Unternehmen im Rahmen der auf Holdingebene festgelegten Gruppenlimits definiert und durchsetzt. Jede Konzerngesellschaft wird als Profit-Center geführt, um eine wettbewerbsorientierte Beziehung zwischen den einzelnen operativen Einheiten zu ermöglichen. Die Profit-Center- Struktur fördert das unternehmerische Handeln und ermöglicht eine dezentrale Entscheidungsfindung auf operativer Ebene, wodurch die Risikopositionen gemindert werden. Eine zentrale Risikoüberwachungseinheit konsolidiert die Risikopositionen auf Konzernebene und berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung. Chancen und Risiken Marktpreisrisiko Das Marktpreisrisiko wird anhand einer konsolidierten Berichterstattung über die Kaffee- und Futures-Position der Gruppe bewertet. Diese Position umfasst die finanzierten Vorräte, alle nicht realisierten und fixierten physischen Käufe und Verkaufsverträge sowie alle nicht realisierten Warentermingeschäfte und Optionen auf Terminkontrakte. Basierend auf Erfahrungswerten akzeptiert die Geschäftsführung ein Resterfüllungsrisiko für Kauf- und Verkaufsverträge physischer Waren. Um Marktrisiken zu minimieren, setzen Konzernunternehmen derivative Finanzinstrumente (hauptsächlich Warentermingeschäfte) ein. Warentermingeschäfte für Absicherungszwecke werden an Börsen von ICE Europe für Robusta-Kaffee und ICE USA für gewaschenen Arabica-Kaffee oder bei BM&F Brazil für ungewaschenen Arabica-Kaffee gehandelt. In den letzten 10 Jahren hat die NKG ihre Bestände in einer gut funktionierenden Cash & Carry- Marktstruktur leicht erhöht. Im Allgemeinen hat die NKG seine Bestände an den Warenterminbörsen abgesichert. Somit hat die Gruppe eine Nettoverkaufsposition aus Warentermingeschäften. In einer Cash & Carry - Struktur erfolgt die Bewertung der Bestände zum beizulegenden Zeitwert gegen den aktuellen Liefermonat der relevanten Warenterminbörse. Das Preisrisiko entsteht, wenn sich die Preise für die so genannten "Spreads" im Laufe der Zeit ausweiten oder verengen. Im Jahr 2021 hat die NKG aufgrund der umgekehrten Marktstruktur sowohl bei Arabica als auch bei Robusta die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Bestandsposition vom aktuellen Liefermonat auf den folgenden Liefertermin umgestellt, um das Marktpreisrisiko zu minimieren. Absicherungsgeschäfte werden gegen einzelne physische Long- oder Short-Positionen sowie gegen eine Netto-Long- oder Short-Position durchgeführt, die von der Größe des einzelnen operativen Geschäfts abhängt. Kredit- und Liquiditätsrisiko Die Bedienung der Kaffee-Lieferkette birgt das Risiko, dass Geschäftspartner ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Der Konzern begegnet dem Kontrahentenrisiko durch ein breites Portfolio von Lieferanten und Kunden, Akkreditive, Kreditversicherungen und Factoring. Forderungsversicherungen werden nur dann nicht abgeschlossen, wenn die Kunden ein gutes oder ein sehr gutes, externes Rating aufweisen oder als nicht materiell eingestuft werden. Neukunden durchlaufen einen Kreditgenehmigungsprozess und alle Zahlungsbedingungen an Kunden und deren Änderungen werden von der Geschäftsführung im jeweiligen Geschäftsplan der operativen Gesellschaft individuell genehmigt. Mit wenigen Ausnahmen werden Zahlungsbedingungen nicht länger als 120 Tage gewährt. Die NKG nutzt mehrere Handelsfinanzierungsinstrumente, um den Bedarf an Betriebskapital durch Kreditrahmen, Rückkauflinien, Factoring-Vereinbarungen und bilaterale Bankdarlehen zu finanzieren. Dieser Finanzierungsrahmen stellt sicher, dass die Liquidität der NKG jederzeit aufrechterhalten werden kann. Die Laufzeiten werden konservativ festgelegt, so dass sie den durchschnittlichen Rotationszyklus von Vermögenswerten gerecht werden, während langfristige Vermögenswerte vollständig durch die Eigenkapitalposition finanziert werden. Zinsrisiko Das Zinsrisiko wird durch Synchronisierung der Auswirkungen von Zinsänderungen zwischen kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gesteuert. Eine Erhöhung der Finanzierungskosten wird über Cost-of-Carry-Aufschläge und Anpassung der Zinsberechnung auf Zahlungskonditionen an Kunden weitergegeben. Zinsswaps werden zur Absicherung des Risikos variabler Zinssätze für befristete Kredite eingesetzt. Wechselkursrisiko Die Geschäftsleitung legt die Devisenrisikopolitik der Gruppe fest. Die Hauptgeschäftsaktivitäten der Gruppe werden in USD abgewickelt. Transaktionen in anderen Währungen werden zwecks Fixierung des Wechselkurses über Devisenkontrakte abgesichert. Zur Überwachung des gesamten Währungsrisikos erstellen die Gruppenunternehmen regelmäßig eine Währungsrisikoposition aller Fremdwährungspositionen (Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und nicht realisierte Ergebnisse, die in Fremdwährung erwartet werden). Rechtliches und regulatorisches Risiko Die Konzernleitung hält sich an einen Verhaltenskodex, der die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften in den Gerichtsbarkeiten unserer Gruppenfirmen festlegt. Die NKG beobachtet den Gesetzgebungsprozess in diesen Gerichtsbarkeiten anhand internationaler Datenbanken sowie interner und externer Berater. Die Gruppe erkennt eine zunehmende Anzahl von Regulierungsinitiativen in Bereichen wie Lebensmittelsicherheit, Steuern, Finanzmärkte, Datenschutz und Due Diligence in der Lieferkette. Gleiches gilt für Compliance-Fragen wie Geldwäsche, internationale Sanktionen oder Vorschriften zur Bekämpfung von Korruption. Weitere Risiken Unternehmen der NKG-Gruppe sind in über zwanzig Ländern weltweit aktiv, einschließlich Schwellenländern. Sie bewerten regelmäßig die politische Stabilität, Änderungen der lokalen Gesetze und Vorschriften, die Steuergesetzgebung, den freien Kapitalverkehr und die Volatilität der lokalen gegenüber der funktionalen Währung. Investitionsentscheidungen in Eigenkapital und langfristige Vermögenswerte werden sorgfältig abgewogen, indem entsprechende Risiken und zu erwartende Renditen gegeneinandergestellt werden. Zu keiner Zeit des Geschäftsjahres 2022 haben Risiken bestanden, die eine Entwicklungsbeeinträchtigung oder eine Gefährdung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gruppe hätten zur Folge haben können. Bestandsgefährdende Risiken werden auch derzeit nicht gesehen. Im Jahr 2022 erkennt die Geschäftsführung zunehmend die steigenden Kosten für Seefrachten. Auch die Bemühungen, die Auswirkungen abzumildern, wurden durch Kostensteigerungen beim Landtransport zunichte gemacht Dies könnte Auswirkungen haben, wenn die Gruppe zu Beginn der Erntesaison Vorfinanzierungen für Kaffees gewährt hat. Es könnte auch notwendig sein, die gewährten Sicherheiten zu liquidieren, wenn die Vorfinanzierungen durch die Kaffeelieferungen nicht erfüllt werden. Hinzu kommen steigende Finanzierungs- und Inflationskosten, die vor allem durch die Energie- und Treibstoffkosten getrieben werden und zu einem starken Anstieg der Logistik- und sonstigen Dienstleistungskosten führen. Auch im Hinblick auf die Cybersecurity im Zusammenhang mit dem Russland/Ukraine-Konflikt hat die NKG eine Strategie zum Schutz aller IT-Endpunkte der Gruppe eingeführt. Ziel ist es, die Daten aller Konzernunternehmen so gut wie möglich zu sichern und alle Mitarbeiter vor Identitätsdiebstahl (Hacking von IT-Konten) zu schützen. Der Einsatz von Ransomware ist ein neues Hacking-Szenario im Vergleich zu den Hacking-Versuchen der Vergangenheit und einer der gefährlichsten Angriffe, der zu einer totalen Arbeitsunfähigkeit in einem Unternehmen führen kann. Aus diesem Grund hat die NKG ein globales, modernes Sicherheitssystem eingeführt, bei dem alle IT-Endpunkte (Laptops, Desktops, Windows- und Linux-Server, ggf. Macintosh- Systeme) durch ein neues, auf künstlicher Intelligenz basierendes System geschützt werden. Chancen Chancen ergeben sich im Zusammenhang mit der aktuellen Lebenshaltungskostenkrise, die durch ein sinkendes Realeinkommen der privaten Haushalte verursacht wird. Die Preisinflation wirkt sich auf die Wahl der Verbraucher aus, und Kaufentscheidungen werden im Voraus geplant, das Preisbewusstsein rückt in den Vordergrund, und die Käufer sind bereit, ihre Einkäufe im Einzelhandel aufzuteilen. Folglich steigt die Nachfrage nach preisgünstigeren Kaffees und Mischungen, während die Herkunftsbezeichnung auf den Verpackungen für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen an Bedeutung verliert. Nichtsdestotrotz wird die Gesetzgebung zur Transparenz der Lieferkette auf breiter Ebene diskutiert und erlassen. NKGs Fußabdruck am Ursprung ermöglicht es uns, Daten an der Quelle zu erfassen und einen strukturellen Vorteil der Gruppe zu nutzen. Gesellschaftliche Verantwortung Die NGHH setzt sich für eine wachsende und nachhaltige Kaffeeindustrie und eine gute Corporate Citizenship ein. Die Berücksichtigung sozialer, ökologischer und ökonomischer Belange ist ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells der Gruppe und trägt somit zum langfristigen Erfolg bei. NKG Responsible Business Programm Das NKG Responsible Business Program definiert die vier nachfolgenden Hauptziele seiner Initiativen für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung:
Neun strategische Ziele für diese Gruppen definieren das Engagement der NKG. Gelenkt und koordiniert wird das Programm von der Holdinggesellschaft Neumann Gruppe GmbH. Die Umsetzung der strategischen Ziele erfolgt in Zusammenarbeit mit den jeweiligen operativen Gesellschaften der Gruppe. Die Strategie ist in die allgemeine Arbeit der NKG in den Bereichen Unternehmensverantwortung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftsethik integriert und wird durch die operative Arbeit unterstützt. Über die strategischen Ziele und Verpflichtungen hinaus engagieren sich die NKG und ihre Tochtergesellschaften in Bemühungen, die zu einem verantwortungsvollen Geschäft beitragen. Darüber hinaus ist die Neumann Gruppe GmbH im Namen der NKG im Jahr 2022 erneut der Global Coffee Platform (GCP) beigetreten. Die GCP ist ein einzigartiger Zusammenschluss von Kaffeeproduzenten, Händlern, Röstern, Einzelhändlern, der Zivilgesellschaft, Verbänden, Regierungen und Gebern, die eine gemeinsame Vision verfolgen, um gemeinsam auf einen florierenden, nachhaltigen Kaffeesektor für kommende Generationen hinzuarbeiten. (1) Förderung von verantwortungsvollem Verhalten innerhalb der NKG: Die NKG hat sich auf Mitarbeiterschulungen und Lernmöglichkeiten als starke Triebkraft für verantwortungsvolles Verhalten konzentriert. Schulungen zu Themen aus dem NKG- Verhaltenskodex werden jährlich für alle Mitarbeiter mit einem Computerarbeitsplatz durchgeführt. Darüber hinaus hat die NKG kürzlich sein Schulungsangebot erweitert und ein Lernzeitkontingent innerhalb der regulären Arbeitszeit eingeführt, das die Mitarbeiter für ihre persönliche und berufliche Entwicklung nutzen können. Die Unternehmen der Gruppe führen darüber hinaus Schulungen zu Themen durch, die für ihr Geschäft relevant sind (je nach Größe und Tätigkeit des Unternehmens). Die NKG ist bestrebt, verantwortungsbewusstes Verhalten intern weiter zu fördern, indem die Vielfalt der Belegschaft vergrößert und Gesundheit und Sicherheit durch Maßnahmen jenseits von Schulungen verbessert werden. (2) Wachsender Einfluss in den Lieferketten: Die NKG setzt sich aktiv für Nachhaltigkeit und Verantwortung in der Rohkaffeekette ein. Im Jahr 2021 hat die Gruppe ihr neues Programm NKG Verified erfolgreich gestartet. NKG Verified zielt darauf ab, die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette und die Einhaltung der wichtigsten Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Abholzung zu verbessern. Die Einhaltung der Kriterien wird durch interne und externe Audits von der Farm bis zur Exportstufe sichergestellt. Außerdem arbeitet NKG mit seinen Geschäftspartnern weltweit zusammen, um die allgemeinen Sozial- und Umweltstandards zu verbessern und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte entlang der Kaffee-Lieferkette umzusetzen. Um dies zu erreichen, hat NKG das Supply Chain Integrity Program (SCIP) initiiert, das aus folgenden Elementen besteht: (1) Risikobewertungen zu Menschenrechten, (2) Verhaltenskodex für Lieferanten und Selbstbewertungen, (3) digitaler Due-Diligence-Prozess und (4) Beschwerdemechanismus. SCIP soll NKG in die Lage versetzen, die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht in der Lieferkette zu erfüllen, indem es einen risikobasierten Managementansatz anwendet und dadurch die wirtschaftliche Lebensfähigkeit sicherstellt. Das Programm wird derzeit in den wichtigsten Herkunftsländern von Kaffee für den europäischen Markt eingeführt, nämlich in Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Honduras und Uganda. (3) Verbesserung der Lebensgrundlagen von Landwirten: NKG BLOOM ist eine Initiative, die die langfristige Lebensfähigkeit der Rohkaffeeversorgung sicherstellen soll. Hierbei werden Kleinbauern die Möglichkeiten und Ressourcen gegeben, die sie benötigen, um ihre Farmen mit vollem Potenzial zu betreiben und somit die Lebenssituation für die Kleinbauern und deren Familien zu verbessern. Die teilnehmenden Farmer sind Kleinbauern (sie bewirtschaften weniger als 30 Hektar Kaffee) und Farmer-Organisationen, die sich überwiegend aus Produzenten mit weniger als 30 Hektar zusammensetzen. Sie verpflichten sich, mit den NKG-Teams zusammenzuarbeiten, um ihre Farmen als Unternehmen zu führen und dabei besonders den Fokus auf die Verbesserung der sozialen und ökologischen Praktiken zu legen. Die Finanzierung ist oft der größte Engpass für die Bauern. In jahrelangen Bemühungen hat die NKG mit fünf Organisationen - USAID, IDH: The Sustainable Trade Initiative und den europäischen Banken BNP Paribas und Rabobank - zusammengearbeitet, um eine innovative Lösung zur Risikoteilung zu entwickeln und somit das Risiko der Kreditvergabe an einige der ärmsten Bauern der Welt minimiert. Diese revolvierende Kreditfazilität in einer Höhe von 25 Mio. USD bietet Kleinbauern und Bauerngruppen die Möglichkeit, schnell und einfach benötigte Finanzmittel zu leihen. (4) Schutz der Umwelt Kaffee ist ein landwirtschaftliches Produkt und als solches besonders anfällig für sich ändernde, klimatische Bedingungen. Das Hauptanliegen ist der Schutz und die Erhaltung der Umwelt sowie die Reduzierung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die NKG ist bestrebt, seine Umweltleistung zu verbessern und Umweltlösungen in seinen Betrieben zu fördern. Die Gruppe baut strategische Partnerschaften auf und fördert aktiv Umweltlösungen in der Kaffeelieferkette. Um Kleinbauern in der Kaffeebranche die Möglichkeit zu geben, effektiv auf die sich ändernden klimatischen Bedingungen zu reagieren, hat die NKG im Jahr 2010 gemeinsam mit der Branche, insbesondere über das gemeinnützige Unternehmen International Coffee Partners (ICP), die Initiative Coffee & Climate (www.coffeeandclimate.org) gegründet. Über Coffee & Climate werden Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel in den wichtigsten Anbaugebieten weltweit gefördert. Prognosebericht Wirtschaftliche Entwicklung Das Ausmaß der Preisinflationsstabilität im Jahr 2023 und darüber hinaus wird die künftigen Maßnahmen der Zentralbank bestimmen, die das Ziel verfolgt, die Preisstabilität auf eine jährliche Inflationsrate von ca. 2,0 % zu bringen. Die derzeitigen Faktoren, die das makroökonomische Umfeld prägen, lassen mehrere Szenarien zu, darunter auch eine kontrollierte Disinflation in den nächsten Monaten, wenn ein Rückgang der Reallöhne zu einer zurückhaltenden Verbrauchernachfrage führt. Ein deutlicher Anstieg der Zinssätze für Kreditkartenausgaben dürfte sich auf die Kaufkraft der Verbraucher auswirken, während die Ankündigungen von Entlassungen in den letzten 12 Monaten in sensiblen Branchen wie dem Technologiesektor (große Technologieunternehmen, Start-ups), dem Bankensektor und dem Dienstleistungssektor deutlich zugenommen haben. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Inflation in nächster Zeit auf einem Niveau oberhalb des Zielwerts von 2,0 % abschwächen wird. Dieses Szenario spiegelt eine erhöhte Rohstoffnachfrage durch die sich wieder öffnende chinesische Wirtschaft und eine robuste Verbraucherstimmung durch das Wachstum des Gesamteinkommens wider, da der US-Arbeitsmarkt bis ins erste Quartal 2023 weiter expandiert. Das Risiko einer Verlangsamung des globalen Wachstums zeigt sich in den Faktoren, die die Aussichten für die wichtigsten Wirtschaftszonen beeinflussen. Trotz Chinas plötzlicher Abkehr von den Covid-Lockdowns Anfang 2023 werden politische Unsicherheit, chinesischamerikanische Handelsbeschränkungen, vor allem im Technologiebereich, die ausländischen Investitionsströme verringern. Europa hat mit einer Energiekrise zu kämpfen, die in das zweite Jahr geht, da die Energiespeicher wieder aufgefüllt werden müssen. Die US-Notenbank kämpft darum, ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, da die Gefahr besteht, dass sie die Wirtschaft durch eine Erhöhung des Leitzinses abschwächt. Mit steigenden Zinssätzen erhöhen sich die Finanzierungskosten der Unternehmen, was das Kreditrisiko und die daraus resultierenden Prämien beeinflusst. Der Druck auf die Cashflows durch sekundäre Inflationseffekte und die geringere Preisgestaltungsmacht bei einem Wirtschaftsabschwung werden die Kreditaussichten im Jahr 2023 prägen. Branchenentwicklung Auf der Angebotsseite für Rohkaffee ist das Ausmaß einer jährlichen Erholung der brasilianischen Ernte, die Mitte 2023 geerntet werden soll (und die sich noch an den Bäumen entwickelt), noch in Frage gestellt, da nach Frost und Dürre, die die Ernten 2021 und 2022 beeinträchtigten, übermäßige Regenfälle die letzte Ernte beeinträchtigt haben. Brasilien könnte zwar ein bis zwei Millionen Säcke mehr als im Vorjahr produzieren, bleibt aber weit hinter dem Potenzial von acht bis neun Millionen Säcke zurück. Anfang 2022 wurde erwartet, dass andere kaffeeproduzierende Länder angesichts des höheren Kaffeepreises den brasilianischen Rückstand für 2022 etwas ausgleichen könnten. Ein Jahr später hat sich gezeigt, dass hohe Preise allein nicht ausreichen, um einen Ausgleich zu erzielen, so dass dies für 2023 nicht in gleichem Maße zu erwarten ist. Der inflationäre Druck auf die Produktionskosten und das unbeständige Wetter (La Nina hält an) haben die Erholung der Produktion zu einer schwierigen Aufgabe gemacht, insbesondere für die Arabica-Erzeuger in Lateinamerika. In Vietnam besteht mehr Spielraum für eine Produktionserholung im Jahr 2023, und zwar sowohl aufgrund zyklischer Faktoren als auch aufgrund der bisher günstigen Wetterbedingungen und der niedrigeren Düngemittelpreise. Es ist jedoch zu beachten, dass die globalen Düngemittelpreise zwar um 40 % unter ihrem Höchststand vom April 2022 bei etwa 570 USD/mt liegen, aber mehr als doppelt so hoch sind wie im Durchschnitt der Jahre 2017-2020. Die vorläufige Prognose der Stat Unit geht von einem Anstieg der weltweiten Produktion um 6 Mio. Säcke auf 173 Mio. Säcke im Vergleich zum Vorjahr aus, wobei von +1,5 Mio. in Brasilien, +2 Mio. in Vietnam und sehr bescheidenen Steigerungen in einigen anderen Ländern im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen wird. Der Kaffeekonsum scheint bei einem Wirtschaftsabschwung widerstandsfähig zu sein, was auf eine geringe Preiselastizität der Nachfrage hindeutet. Ein hoher Anteil der Käufer, die nach eigenen Angaben von den steigenden Lebenshaltungskosten im Jahr 2022 betroffen sein werden, wird nicht auf Kaffee gegenüber anderen Konsumgütern verzichten. Die Preissetzungsmacht der Kaffeeröster im Jahr 2023 wird von der Anziehungskraft beliebter Marken und dem verfügbaren Realeinkommen der Verbraucher abhängen. Die Inflation ist in den wichtigsten Verbrauchermärkten in Europa und den USA nach wie vor sehr hoch, und der Druck auf die Lebenshaltungskosten hat sich für die Verbraucher in den Wintermonaten der nördlichen Hemisphäre verschärft. Während dies in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass mehr Kaffee zu Hause getrunken wurde, gibt es nach der Pandemie einen Gegentrend. Dieser Gegentrend bezieht sich auf die Rückkehr zur Geselligkeit und zum Pendeln, was zu einem stärkeren Außer-Haus-Konsum führt. Die Verkaufszahlen des Einzelhandels werden in der Regel wertmäßig ausgewiesen und sind angesichts inflationärer Regalpreiserhöhungen kein Indikator für Volumentrends. Die öffentlich zugänglichen Daten der Röster deuten jedoch darauf hin, dass das Volumen nach einem Anstieg im Jahr 2021 (und einem Rückgang von nur 1,0 % im Jahr 2020) im Vergleich zum Vorjahr zurückgeht. Dies ist ein guter Indikator für die Entwicklung des Einzelhandelsvolumens, da der Außer-Haus- Verkauf weniger als 10,0 % des Umsatzes ausmacht. Die geringeren Einzelhandelsumsätze der großen Marken in Europa wurden jedoch in gewissem Maße durch den Gewinn von Marktanteilen von Discounter- und Eigenmarkenprodukten mit niedrigerem Preisniveau (und in der Regel höherem Robusta-Anteil) kompensiert Der Verbrauchertrend hin zu günstigeren Kaffeangeboten hat die Nachfrage der Röster nach Robusta auf Kosten von Arabicas erhöht, insbesondere in Europa Ende 2022 und Anfang 2023, und dieser Trend wird sich wahrscheinlich fortsetzen. Im Außer-Haus-Segment meldete ein großer öffentlicher Röster für das vierte Quartal 2022 einen Anstieg des vergleichbaren USD-Umsatzes in den USA um 10,0 % gegenüber dem Vorjahr, aber die Anzahl der Transaktionen machte nur 1,0 % dieses Wachstums aus, wobei für das gesamte Jahr 2022 ein ähnlicher Anstieg angenommen wird. Die Auslandsnachfrage scheint trotz der gestiegenen Lebenshaltungskosten nur langsam zu steigen. Es wird für 2023 ein leichter Nachfragerückgang aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds in Europa und möglicherweise auch in den USA erwartet, der jedoch durch die wesentlich besseren Aussichten für den Großteil Asiens und des Nahen Ostens kompensiert wird. Da sich die weltweiten Kaffeevorräte bis 2023 voraussichtlich nicht erholen werden, ist mit einem weiteren Jahr der Unberechenbarkeit und hohen Preisvolatilität zu rechnen. Entwicklung der NKG Auf der Angebotsseite für Rohkaffee hat sich die brasilianische Ernteschätzung für Mitte 2023 im Vergleich zum Vorjahr verbessert, nachdem Frost und Trockenheit die Ernten 2021 und 2022 beeinträchtigt hatten, was in letzter Zeit durch Regenfälle in der Region in Frage gestellt wurde. Man hatte gehofft, dass andere kaffeeproduzierende Länder in der Lage sein würden, einen Teil des brasilianischen Defizits auszugleichen, aber trotz des hohen Kaffeepreisniveaus machten die inflationären Produktionskosten und die unvorhersehbaren Wetterbedingungen die Erholung der Produktion zu einer schwierigen Aufgabe, insbesondere für Arabica-Kaffeeproduzenten in Lateinamerika und anderswo. Für die Erntesaison 2023/2024 rechnet die NKG auf der Grundlage der jüngsten Prognosen für Brasilien und Vietnam mit einem mit der aktuellen Saison vergleichbaren Produktionsniveau von etwa 166 Mio. Sack. Die jüngste Entspannung bei den Kaffeepreisen hat zusätzliche Geschäfte ermöglicht, und die Geschäftsleitung bleibt zuversichtlich, dass sich das globale Umfeld für den Rohkaffeehandel angesichts der stabilen Aussichten für die Angebotsmengen in den wichtigsten Erzeugerländern weiter verbessern wird. Bislang ist die umgekehrte Marktstruktur noch nicht überwunden, und die Gruppe optimiert ihre Lagerbestände, um ihre vertraglichen Verpflichtungen aus dem Kaffeehandel zu erfüllen. Das Ausbleiben einer erwarteten Erholung der weltweiten Kaffeevorräte im Jahr 2023 lässt auf ein weiteres Jahr der Unvorhersehbarkeit und hohen Preisvolatilität schließen. Nachhaltige und zertifizierte Kaffeesorten haben und werden einen immer größeren Anteil am Rohkaffeemarkt gewinnen. Die Transparenz der Lieferkette wird nicht nur von den Verbrauchern gefordert, sondern auch die Gesetzgebung der Regierungen drängt auf Transparenz und schreibt ethische Standards für die traditionellen Lieferketten vor. Die Gruppe ist gut positioniert, um solche nachhaltigen und zertifizierten Märkte zu bedienen, und arbeitet an hochmodernen Überwachungs- und Berichtsstrukturen, um die einzelnen Schritte der Lieferkette entlang der globalen Kaffeelieferkette zu verfolgen. Das Management sieht die Gruppe auf einem langfristigen Wachstumspfad, bleibt aber konservativ in Bezug auf das Wachstum der Kaffeenachfrage und die erreichbaren Mengen im nächsten Jahr. Mit einem geplanten Gesamtabsatz von 16,5 Millionen Säcken im Jahr 2023 wurde das Ziel des Mengenwachstums erhöht, um einen angemessenen Marktanteil in einem wachsenden Marktumfeld zu halten. Es wird erwartet, dass das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit in etwa dem Durchschnitt der Vorjahre entspricht und in Bezug auf die Gewinnspanne deutlich über dem diesjährigen Ergebnis liegt.
Hamburg, 28. April 2023 David M. Neumann Justin Schulze-Smidt Jörn Severloh |
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