Stammdaten

Register
Amtsgericht Schweinfurt HRB 1870
Eingetragen
5.6.1990
Branche
Spezialisierte Bautätigkeiten im TiefbauBau von StraßenSonstige spezialisierte Bautätigkeiten im Hochbau a. n. g.
Gegenstand
Die Durchführung von Bauarbeiten im Hoch- , Tief- und Straßenbau, ferner alle damit zusammenhängenden un den Gesellschaftszweck fördernden Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marco Gert Weigand
seit 5.12.2002
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
80.00%
CORDE Verwaltungs GmbH i. Gr.
20.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
INDUS Holding Aktiengesellschaft
Germany
80.00%
CORDE Holding GmbH i.Gr.
Germany
20.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

INDUS Holding Aktiengesellschaft

Bergisch Gladbach

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

IN TEUR ANHANG 2022 2021
UMSATZERLÖSE [8] 1.804.109 1.633.469
Sonstige betriebliche Erträge [9] 25.095 23.810
Aktivierte Eigenleistungen [10] 3.539 3.870
Bestandsveränderung [11] 30.003 21.731
Materialaufwand [12] -872.208 -757.033
Personalaufwand [13] -494.642 -467.485
planmäßige Abschreibungen -85.991 -83.051
Wertminderungen [14] -42.772 -2.479
Sonstiger betrieblicher Aufwand [15] -233.468 -207.206
OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) 133.665 165.626
Zinserträge 1.378 171
Zinsaufwendungen -14.490 -14.124
ZINSERGEBNIS [16] -13.112 -13.953
Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen 511 998
Übriges Finanzergebnis -5.133 -3.002
FINANZERGEBNIS [16] -17.734 -15.957
ERGEBNIS VOR STEUERN AUS FORTGEFÜHRTEN GESCHÄFTSBEREICHEN 115.931 149.669
Ertragsteuern [17] -43.041 -51.907
ERGEBNIS NACH STEUERN AUS FORTGEFÜHRTEN GESCHÄFTSBEREICHEN 72.890 97.762
Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche [7] -123.907 -50.198
ERGEBNIS NACH STEUERN -51.017 47.564
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 805 755
davon Anteile der INDUS-Aktionäre -51.822 46.809
Ergebnis je Aktie - unverwässert und verwässert in EUR [18]
aus fortgeführten Geschäftsbereichen [18] 2,68 3,68
aus aufgegebenen Geschäftsbereichen [18] -4,61 -1,90
aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen [18] -1,93 1,78

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

IN TEUR ANHANG 2022 2021
ERGEBNIS NACH STEUERN -51.017 47.564
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste [28] [29] 15.160 3.834
Latente Steuern [28] [25] -3.696 -899
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 11.464 2.935
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung [28] 6.412 7.101
Veränderung der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge) [28] [35] 6.772 1.678
Latente Steuern [25] [35] -1.072 -264
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 12.112 8.515
SONSTIGES ERGEBNIS 23.576 11.450
GESAMTERGEBNIS -27.441 59.014
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 789 755
davon Anteile der INDUS-Aktionäre -28.230 58.259

KONZERN-BILANZ

AKTIVA

IN TEUR ANHANG 31.12.2022 31.12.2021
Geschäfts- und Firmenwert [19] [21] 403.725 409.798
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete [20] 68.904 93.402
Sonstige immaterielle Vermögenswerte [21] 172.436 142.817
Sachanlagen [21] 344.283 416.610
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien [21] 2.215 5.782
Finanzanlagen [22] 5.571 8.794
At-Equity-bewertete Anteile [23] 4.276 4.578
Sonstige langfristige Vermögenswerte [24] 1.967 3.476
Latente Steuern [25] 20.172 13.771
Langfristige Vermögenswerte 1.023.549 1.099.028
Vorräte [26] 449.387 403.894
Forderungen [27] 195.468 168.890
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte [24] 22.048 35.538
Laufende Ertragsteuern [25] 5.342 13.739
Liquide Mittel 127.816 136.320
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte [33] 66.273 0
Kurzfristige Vermögenswerte 866.334 758.381
BILANZSUMME 1.889.883 1.857.409

PASSIVA

Gezeichnetes Kapital 69.928 69.928
Kapitalrücklage 318.143 318.143
Übrige Rücklagen 295.090 397.560
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre 683.161 785.631
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 2.060 1.843
Eigenkapital [28] 685.221 787.474
Pensionsrückstellungen [29] 23.568 41.321
Sonstige langfristige Rückstellungen [30] 1.093 1.435
Langfristige Finanzschulden [31] 580.638 477.286
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten [32] 59.737 47.023
Latente Steuern [25] 63.627 48.569
Langfristige Schulden 728.663 615.634
Sonstige kurzfristige Rückstellungen [30] 42.336 * 45.727)
Kurzfristige Finanzschulden [31] 140.734 163.168
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 74.283 * 75.811)
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten [32] 165.710 * 154.807)
Laufende Ertragsteuern [25] 17.245 14.788
Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten [33] 35.691 0
Kurzfristige Schulden 475.999 454.301
BILANZSUMME 1.889.883 1.857.409

*) Vorjahreswerte angepasst

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

IN TEUR GEZEICHNETES KAPITAL KAPITAL RÜCKLAGE GEWINN RÜCKLAGE SONSTIGE RÜCKLAGEN EIGENKAPITAL DER INDUSAKTIONÄRE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELL SCHAFTER
STAND AM 01.01.2021 63.571 239.833 398.426 -26.522 675.308 1.046
Ergebnis nach Steuern 46.809 46.809 755
Sonstiges Ergebnis 11.450 11.450
Umgliederung -1.638 1.638
Gesamtergebnis 45.171 13.088 58.259 755
Kapitalerhöhung 6.357 78.310 84.667 42
Dividendenzahlung -21.517 -21.517 -261
Transaktionen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter -11.086 -11.086 261
STAND AM 31.12.2021 69.928 318.143 410.994 -13.434 785.631 1.843
STAND AM 01.01.2022 vor IAS 37 Anpassung 69.928 318.143 410.994 -13.434 785.631 1.843
Anpassung IAS 37 (rev. 2020) -46.000 -46.000
STAND AM 01.01.2022 69.928 318.143 364.994 -13.434 739.631 1.843
Ergebnis nach Steuern -51.822 -51.822 805
Sonstiges Ergebnis 23.592 23.592 -16
Umgliederung
Gesamtergebnis -51.822 23.592 -28.230 789
Kapitalerhöhung 177
Dividendenzahlung -28.240 -28.240 -749
Transaktionen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter -
STAND AM 31.12.2022 69.928 318.143 284.932 10.158 683.161 2.060
IN TEUR EIGENKAPITAL DES KONZERNS
STAND AM 01.01.2021 676.354
Ergebnis nach Steuern 47.564
Sonstiges Ergebnis 11.450
Umgliederung
Gesamtergebnis 59.014
Kapitalerhöhung 84.709
Dividendenzahlung -21.778
Transaktionen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter -10.825
STAND AM 31.12.2021 787.474
STAND AM 01.01.2022 vor IAS 37 Anpassung 787.474
Anpassung IAS 37 (rev. 2020) -46.000
STAND AM 01.01.2022 741.474
Ergebnis nach Steuern -51.017
Sonstiges Ergebnis 23.576
Umgliederung
Gesamtergebnis -27.441
Kapitalerhöhung 177
Dividendenzahlung -28.989
Transaktionen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter
STAND AM 31.12.2022 685.221

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

IN TEUR 2022 2021
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 72.890 97.762
Abschreibungen/Zuschreibungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne latente Steuern) 128.763 85.529
Gewinne (-) bzw. Verluste (+) aus dem Abgang von Anlagevermögen -3.902 -1.991
Ertragsteuern 43.041 51.907
Finanzergebnis 17.734 15.957
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 16 1.077
Veränderungen der Rückstellungen 11.373 5.707
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen sowie anderer Aktiva -94.341 -73.040
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten und anderer Passiva 9.932 38.087
Erhaltene/gezahlte Ertragsteuern -48.454 -44.496
Erhaltene Dividenden 71 1.244
Operativer Cashflow aus fortgeführten Geschäftsbereichen 137.123 177.743
Gezahlte Zinsen -22.162 -19.575
Erhaltene Zinsen 1.378 187
Cashflow aus Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen 116.339 158.355
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -8.047 -6.965
Sachanlagen -46.493 -45.588
Finanzanlagen -417 -722
Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften -58.769 -67.328
Einzahlungen aus Abgängen von - -
Anteilen vollkonsolidierter Gesellschaften 9.843 7.849
sonstigen Anlagen 9.445 6.764
Cashflow aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen -94.438 -105.990
Einzahlungen Kapital (Kapitalerhöhung) 0 84.667
Einzahlungen durch nicht beherrschende Gesellschafter 177 42
Auszahlung Dividende -28.240 -21.517
Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter -749 -261
Auszahlungen aus der Tilgung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten -2.474 0
Auszahlungen für Transaktionen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter 0 -713
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 264.061 57.500
Auszahlung aus der Tilgung von Krediten -157.789 -142.599
Auszahlung aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -19.081 -17.959
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen 55.905 -40.840
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel fortgeführter Geschäftsbereiche 77.806 11.525
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel aufgegebener Geschäftsbereiche -80.920 -69.784
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel fortgeführter Geschäftsbereiche -194 -114
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel aufgegebener Geschäftsbereiche -68 -8
Zahlungsmittelveränderung im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten -5.128 0
Liquide Mittel am Anfang der Periode 136.320 194.701
Liquide Mittel am Ende der Periode 127.816 136.320

Weitere Informationen zur Kapitalflussrechnung sind im Anhang unter Position [34] dargestellt. Im Bezug auf die Auszahlungen für Investitionen in Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften wird auf Position [5] verwiesen.

KONZERNANHANG

GRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES

[1] ALLGEMEINES

Die INDUS Holding Aktiengesellschaft mit Sitz in der Kölner Straße 32 in 51429 Bergisch Gladbach, Deutschland, ist im Handelsregister Köln unter HRB 46360 eingetragen. INDUS ist ein langfristig orientierter Finanzinvestor, der sich als Spezialist für die Übernahme mittelständischer Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Europa etabliert hat. Die operativen Unternehmen sind fünf Unternehmensbereichen (Segmenten) zugeordnet: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik.

Die INDUS Holding AG hat ihren Konzernabschluss für das vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 dauernde Geschäftsjahr 2022 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres wurde aufgrund der Anwendung der Vorschriften für aufgegebene Geschäftsbereiche gem. IFRS 5. 32ff angepasst. Die Bilanzgliederung erfolgt nach Fristigkeiten der Vermögenswerte bzw. Schulden.

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Alle Beträge sind für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen.

Der Konzernabschluss ist grundsätzlich auf der Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung von Bilanzpositionen, bei denen eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert verpflichtend ist. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der INDUS Holding AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Gemäß § 315e HGB ist die INDUS Holding AG verpflichtet, den Konzernabschluss nach IFRS-Standards zu erstellen. Grundlage ist die Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union. Nach HGB erforderliche Anhangangaben, die über die nach IFRS erforderlichen Angaben hinausgehen, werden ebenfalls im Konzernanhang dargestellt. Der Abschluss wurde am 15. März 2023 durch den Vorstand aufgestellt. Der Aufsichtsrat billigte den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 16. März 2023.

[2] ANWENDUNG UND AUSWIRKUNG VON NEUEN UND GEÄNDERTEN STANDARDS

Alle zum 31. Dezember 2022 verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt. Von der Möglichkeit, zukünftig verpflichtende Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht.

IM GESCHÄFTSJAHR 2022 ERSTMALS VERPFLICHTEND ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN

Aus folgendem Standard ergeben sich Änderungen für den vorliegenden Abschluss

Änderung an IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen"

Die Änderung an IAS 37 betrifft die Kosten der Vertragserfüllung bei belastenden Verträgen. Mit der nun veröffentlichten Anpassung wird definiert, dass sämtliche Kosten der Vertragserfüllung, die einem Vertrag unmittelbar zurechenbar sind bei der Ermittlung, ob der Vertrag belastend im Sinne des IAS 37 ist, zu berücksichtigen sind.

Die Änderung des Standards wird rückwirkend zum 1. Januar 2022 erstmalig angewandt. Verträge, bei denen INDUS zum 1. Januar 2022 noch nicht alle Verpflichtungen erfüllt hatte, sind daraufhin angepasst worden. Der kumulative Effekt aus der erstmaligen Anwendung der Anpassung beträgt -46.000 TEUR und ist als Anpassung des Eröffnungswerts der Gewinnrücklagen erfasst worden und im Eigenkapitalspiegel vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 offen ausgewiesen worden. Mit demselben Betrag wurden die sonstigen Rückstellungen zum 1. Januar 2022 erhöht.

BIS ZUM 31. DEZEMBER 2022 VERÖFFENTLICHTE STANDARDS, DIE IM VORLIEGENDEN ABSCHLUSS NICHT VORZEITIG ANGEWENDET WURDEN

Aus neuen Standards, die bereits veröffentlicht wurden, aber nicht vorzeitig angewendet wurden, werden sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von INDUS ergeben.

[3] GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG

KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Der Geschäfts- und Firmenwert wird ermittelt als Differenz zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil des Erwerbers an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis werden deren Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft gegen die Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsbuchwert der Muttergesellschaft gegen das fortgeführte Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Wertänderungen dieser Bestandteile werden in den Folgeperioden ergebniswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten des Beteiligungserwerbs werden nicht in die Kaufpreisallokation einbezogen, sondern in der Periode des Erwerbs aufwandswirksam verrechnet.

Soweit zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung nicht beherrschende Gesellschafter ein Andienungsrecht haben, dem sich INDUS nicht entziehen kann, werden die betreffenden Anteile nicht beherrschender Gesellschafter mit ihrem beizulegenden Zeitwert als Kaufpreisverbindlichkeit bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Vorräte und Anlagevermögen werden um Zwischenergebnisse bereinigt. Auf Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern angesetzt.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle in die funktionale Währung der Einzelgesellschaft umgerechnet. Am Bilanzstichtag erfolgt für monetäre Posten eine ergebniswirksame Bewertung zum Stichtagskurs, der mit dem Devisenkassamittelkurs ermittelt wird.

Nach dem Konzept der funktionalen Währung erstellen die Gesellschaften außerhalb des Euroraums ihre Abschlüsse in der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung dieser Abschlüsse in Euro erfolgt für Vermögenspositionen und Schulden mit dem Stichtagskurs. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Positionen zu historischen Kursen geführt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Durchschnittskursen umgerechnet, und die sich hieraus ergebenden Währungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft ergebnisneutral weiterentwickelt.

Die verwendeten Kurse ergeben sich aus folgender Tabelle:

STICHTAGSKURS DURCHSCHNITTSKURS
1 EUR = 31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
Vereinigte Arabische Emirate AED 3,939 4,178 3,872 4,346
Bosnien und Herzegowina BAM 1,968 1,966 1,956 1,956
Brasilien BRL 5,639 6,310 5,443 6,381
Kanada CAD 1,444 1,439 1,370 1,483
Schweiz CHF 0,985 1,033 1,005 1,081
China CNY 7,358 7,195 7,080 7,634
Tschechien CZK 24,116 24,858 24,560 25,647
Dänemark DKK 7,437 7,436 7,440 7,437
Großbritannien GBP 0,887 0,840 0,853 0,860
Ungarn HUF 400,870 369,190 390,944 358,464
Südkorea KRW 1.344,090 1.346,380 1.358,071 1.353,946
Marokko MAD 11,197 10,555 10,682 10,634
Mexiko MXN 20,856 23,144 21,205 23,990
Polen PLN 4,681 4,597 4,684 4,564
Rumänien RON 4,950 4,949 4,932 4,921
Serbien RSD 117,393 117,590 117,451 117,586
Singapur SGD 1,430 1,528 1,452 1,590
Türkei TRY 19,965 15,234 17,385 10,467
Taiwan TWD 32,890 31,525 31,330 33,028
USA USD 1,067 1,133 1,054 1,184
Südafrika ZAR 18,099 18,063 17,210 17,479

In der Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens, der Rückstellungen und des Eigenkapitals werden die Anfangs- und Endbestände mit Stichtagskursen umgerechnet, die innerjährlichen Bewegungen mit dem Durchschnittskurs. Daraus resultierende Währungsdifferenzen werden gesondert ausgewiesen und erfolgsneutral behandelt.

BILANZIERUNG UND BEWERTUNG

Der Geschäfts- und Firmenwert wird aufgrund seiner unbestimmten Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben. Die Überprüfung auf Werthaltigkeit erfolgt mindestens einmal jährlich. Dabei wird grundsätzlich der erzielbare Betrag als höherer Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten mit dem Buchwert der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen.

Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwerts erfolgt auf der Ebene, auf der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zuordnung sinnvoll möglich ist. In den meisten Fällen wird der Geschäfts- und Firmenwert der Beteiligungsgesellschaft einschließlich ihrer Tochtergesellschaften zugeordnet (Cash Generating Units). Das entspricht den operativen Gesellschaften, wie sie im Anhang aufgelistet sind. In den wenigen Fällen, in denen eine enge Liefer- und Leistungsverknüpfung zwischen diesen Gesellschaften besteht, werden diese zu operativen Einheiten zusammengefasst und die Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwerts auf dieser Basis überprüft.

Der im Rahmen der Kaufpreisallokation entstandene Geschäfts- und Firmenwert verteilt sich auf 44 (Vorjahr: 46) Cash Generating Units. Dadurch ist kein einzelner Geschäfts- und Firmenwert im Sinne des IAS 36.134 signifikant.

Entgeltlich erworbene sonstige immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und - sofern bestimmbar - linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von zwei bis 15 Jahren abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert, ansonsten werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt mit dem Beginn der Nutzung linear über fünf bis 15 Jahre.

Leasingverhältnisse werden in der Bilanz als Nutzungsrechte aus Leasing/Miete und als (Finanz-)Verbindlichkeit aus Leasing ausgewiesen. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und in der Folge linear über die Dauer des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Auf der Passivseite wird eine Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts der Zahlungsverpflichtungen bilanziert. Die Verbindlichkeiten beinhalten neben fixen Zahlungen auch erwartete Restwertzahlungen und Ausübungspreise für Kaufoptionen, soweit diese hinreichend sicher ausgeübt werden. Dabei werden Leasingraten mit dem Zinssatz, der dem Leasingvertrag zugrunde liegt, oder mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Es werden Erleichterungsvorschriften angewendet, wonach IFRS 16 auf die bisher gem. IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse klassifizierten Sachverhalte angewendet wird bzw. die bisher nicht als Leasingverhältnis klassifizierten Sachverhalte nicht neu betrachtet werden. Ferner werden für Leasinggegenstände von geringem Wert und Verträge mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr die Anwendungsvereinfachungen des IFRS 16 angewandt, d. h. es werden keine Vermögenswerte und Leasingverbindlichkeiten bilanziert und stattdessen die Leasingzahlungen weiterhin als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige und gegebenenfalls auch außerplanmäßige Abschreibungen vermindert bewertet. Entsprechend dem tatsächlichen Nutzungsverlauf kommt die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Den planmäßigen Abschreibungen liegen hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Gebäude 20 bis 50
Grundstückseinrichtungen 8 bis 20
Maschinen und technische Anlagen 5 bis 15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Wertminderungen auf Sachanlagen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Bei Wegfall der Gründe für eine in der Vergangenheit durchgeführte Wertminderung wird eine Wertaufholung vorgenommen, maximal bis zu dem bei planmäßigem Abschreibungsverlauf anzusetzenden Buchwert.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten. Die zugerechneten Gemeinkosten werden überwiegend auf der Basis der Ist-Beschäftigung ermittelt, wenn diese im Wesentlichen der Normalauslastung entspricht. Rohstoffe und Handelswaren werden nach der Durchschnittsmethode bewertet.

Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument werden. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten ist entsprechend dem Geschäftsmodell in die Kategorien "Finanzielle Vermögenswerte, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", "Finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" und "Finanzielle Vermögenswerte, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" vorzunehmen. Finanzielle Schulden sind in den zwei Kategorien "Finanzielle Verbindlichkeiten, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" oder "Finanzielle Verbindlichkeiten, zu Anschaffungskosten bewertet" zu bilanzieren.

Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn er im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, das die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme vorsieht, die Vertragsbedingungen zeitlich festgelegte Zahlungsströme in Gestalt von Zins- und Tilgung vorsehen sowie der Vermögenswert nicht zu "als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" designiert wurde. Dies umfasst insbesondere alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausleihungen und die sonstigen Vermögenswerte (ohne Derivate).

Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz entsprechend designiert wird.

Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte bzw. finanziellen Verbindlichkeiten. Die Marktwerte von Finanzschulden werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen oder durch anerkannte Bewertungsverfahren, z. B. Discounted-Cashflow-Methoden, ermittelt und durch Bestätigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft. Die Zinssätze sind der Laufzeit und dem Risiko des zugrunde liegenden Finanzinstruments angepasst.

Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen assoziierten Unternehmen, auf die die INDUS-Gruppe einen maßgeblichen Einfluss ausübt (in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 %), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folgebewertung wird der Buchwert um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert; bei kurzfristigen Forderungen entspricht dieser Ansatz grundsätzlich dem Nennbetrag. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden durch Wertminderungsaufwendungen gemindert. Gewinne und Verluste werden in Summe in Höhe von - 2.275 TEUR (Vorjahr: 309 TEUR) im Konzernergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen wertgemindert oder ausgebucht werden.

Es werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, bilanziert. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird das vereinfachte Verfahren für die Ermittlung von Wertminderungen angewandt. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt. Aufgrund der historischen Betrachtung der Ausfälle wird angenommen, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswerts nicht signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist.

Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Erfüllungsbetrag.

Derivative Finanzinstrumente werden bei INDUS zur Absicherung von auf zukünftigen Zahlungsströmen basierenden Grundgeschäften eingesetzt. Bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts sind die entsprechenden Grundgeschäfte zum Teil bereits abgeschlossen und zum Teil noch nicht abgeschlossen worden.

Bei den als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten handelt es sich überwiegend um Zinsswaps oder Fremdwährungstermingeschäfte. Voraussetzung für eine Bilanzierung als Sicherungsbeziehung ist, dass die Sicherung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument effektiv ist, dokumentiert ist und laufend überwacht wird. Die Beurteilung einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft erfolgt auf der Grundlage der Referenzzinssätze, der Laufzeiten, der Zinsanpassungstermine und der Fälligkeiten sowie der Nominal- oder Nennbeträge. Bei der Beurteilung der Effektivität wird die Critical-Term-Match-Methode angewandt. Die Sicherungsbeziehungen bestehen meist im Verhältnis 1:1 zum Grundgeschäft und sind zu 100 % effektiv.

Die Bilanzierung dokumentierter Sicherungsbeziehungen ist abhängig von der Art der Beziehung. Im Falle der Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") wird die Änderung des beizulegenden Zeitwerts unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital fortgeführt. Bei der Bewertung der oben beschriebenen Sicherungsinstrumente wurden in beiden Geschäftsjahren ausschließlich marktbezogene Bewertungsverfahren herangezogen. Das entspricht den Verfahren der Stufe 2 in der Fair-Value-Hierarchie. Als Inputfaktor zur Bewertung der Zinsswaps werden stichtagsbezogene Marktzinssätze, abgeleitet aus öffentlich verfügbaren Swapraten, verwendet.

Darüber hinaus werden Call-/Put-Optionen aus dem Erwerb von Unternehmen als bedingte Kaufpreisverbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Bei der Bewertung der Call-/Put-Optionen zum beizulegenden Zeitwert wurden marktbezogene beobachtbare Inputfaktoren (Stufe 2) und unternehmenseigene Daten (Stufe 3) herangezogen. Als Inputfaktor zur Bewertung des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden stichtagsbezogene Marktzinssätze, abgeleitet aus der Finanzierungsstruktur von INDUS, vertraglich festgelegte EBIT-Multiples und die individuellen Planungen der erworbenen Unternehmen verwendet. Insgesamt sind die Bewertungen der Call-/Put-Optionen der Stufe 3 zuzuordnen.

Die Altersvorsorgeverpflichtungen basieren auf beitrags- sowie leistungsorientierten Versorgungsplänen in unterschiedlicher Ausgestaltung.

Der Aufwand aus beitragsorientierten Plänen ("Defined Contribution Plans") betrifft Zahlungen von INDUS an externe Einrichtungen, ohne mit der Zahlung eine darüber hinausgehende Verpflichtung gegenüber den Begünstigten einzugehen.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Obligation") werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet ("Projected Unit Credit Method"). Der für die Abzinsung der künftigen Leistungsansprüche verwendete Zinssatz ist der Marktzinssatz für risikoadäquate langfristige Anlagen mit einer vergleichbaren Laufzeit. Für jeden Pensionsplan wird der Anwartschaftsbarwert um den beizulegenden Zeitwert eines qualifizierten Planvermögens vermindert. Bei Abweichungen zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung der zugrunde gelegten Parameter zur Berechnung der Anwartschaftsbarwerte und der beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens entstehen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste. Diese versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral über die Entwicklung des Konzerneigenkapitals und die Gesamtergebnisrechnung erfasst und in den Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden berechnet für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit, welches wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen wird, und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Ressourcenabfluss als langfristig klassifiziert wird und der Effekt hieraus wesentlich ist. Gewährleistungsrückstellungen werden für den gewährleistungsbehafteten Umsatz und den relevanten Gewährleistungszeitraum auf der Basis von gesicherten Erfahrungswerten berechnet. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Rückstellungen für drohende Verluste aus Aufträgen und übrige Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind auf der Basis der zu erbringenden Leistungen berechnet.

Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, die wahrscheinlich nicht zu einem Ressourcenabfluss führen oder in ihrer Höhe nicht verlässlich bestimmt werden können. Sofern eine Eventualschuld vorliegt, werden hierzu Angaben im Anhang gemacht.

Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert nach dem bilanzorientierten Konzept ermittelt. Temporäre Differenzen entstehen, wenn die Realisierung des Vermögenswerts oder die Erfüllung der Schuld zu steuerlich abweichenden Erträgen oder Aufwendungen führt. Latente Steuern auf einen Geschäfts- und Firmenwert werden nur in dem Maße, in dem dieser steuerlich abzugsfähig ist, gebildet. Das ist bei deutschen Personengesellschaften grundsätzlich der Fall.

Latente Steuern müssen auch dann berechnet werden, wenn die Realisierung dieses Geschäfts- und Firmenwerts, z. B. über die Veräußerung der zugehörigen Personengesellschaft, nicht geplant ist. Dies führt zu einem dauerhaften Aufbau an passiven latenten Steuern bei INDUS.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verrechnet werden kann. Bei steuerlichen Verlustvorträgen ist das der Fall, wenn es entweder wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist oder in entsprechender Höhe saldierungsfähige passive latente Steuern mit zukünftig ausreichendem zu versteuernden Einkommen verrechenbar sind.

Latente Steuern sind mit dem Steuersatz zu bewerten, der in der Periode, in der sich die Differenzen voraussichtlich umkehren werden, gültig sein wird. Unabhängig von der Fristigkeit sind latente Steuern nicht abzuzinsen. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze gebildet, die nach der derzeitigen Rechtslage in den verschiedenen Ländern gültig bzw. verabschiedet sind. In Deutschland gilt ein Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vorjahr: 15 %). Unter Berücksichtigung eines Gewerbesteuer-Hebesatzes in einer Bandbreite von 295 % bis 515 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % errechnet sich für inländische Unternehmen ein Ertragsteuersatz zwischen 26,15 % und 33,85 % (Vorjahr: 26,15 % bis 33,85 %). Die ausländischen Steuersätze liegen zwischen 9 % und 32,02 % (Vorjahr: zwischen 16 % und 34 %).

Im Rahmen der Ertragsrealisierung von Kundenverträgen erfolgt die Erfassung von Umsatzerlösen gem. dem in IFRS 15 beschriebenen 5-Stufen-Modell entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt. Das INDUS-Produktportfolio ist sehr diversifiziert. Es werden Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern, aus Auftragsfertigung und im geringen Umfang aus Dienstleistungen erzielt. Die Umsatzerlöse sind folgenden Bereichen zuzurechnen: Bewehrung von Stahlbeton, Baustoffe, Verlegung von Netz- und Kabelleitungsbau, Klima- und Wärmetechnik, Zubehör für den privaten Wohnungsbau, Fensterbau (Segment Bau), Modell- und Prototypenbau in der Automobilindustrie, Vor- und Kleinserienfertigung sowie Serienfertigung von Bauteilen für große Fahrzeughersteller, Test- und Messlösungen sowie Lösungen für Spezialfahrzeuge (Segment: Fahrzeugtechnik), komplette Förderanlagen, Robotorgreifsysteme, Ventiltechnik, Automatisierungskomponenten für die Fahrzeugendmontage, Anlagen für Inertgassysteme, Anlagen für Metallsuchtechnik, integrierte Kontrollräume sowie elektrische Begleitheizsysteme (Segment: Maschinen- und Anlagenbau), Orthesen, medizinische Kompressionsstrümpfe, optische Linsen und Optiken, Operationszubehör, Rehabilitationstechnik sowie Hygieneprodukte für medizinische Anwendungen und den Haushalt (Segment: Medizin- und Gesundheitstechnik), Zulieferung von Bahntechnik, Hartmetallwerkzeuge für Straßen- und Bergbau, Gehäusebau, Strahlmittel für die Stahlindustrie sowie Bolzenschweißtechnik für Brückenbauwerkeverbindungen (Segment: Metalltechnik). Bei zahlreichen Verträgen aus den Segmenten Bau/Infrastruktur und Maschinen- und Anlagenbau sowie bei vereinzelten Verträgen aus dem Segment Fahrzeugtechnik erfolgt die Erlösrealisierung über den Zeitraum.

Werden die Voraussetzungen zur zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung erfüllt, ist eine Bestimmung des Leistungsfortschritts notwendig. Hierfür wird aufgrund der verlässlichen Kalkulation die inputorientierte "Cost-to-cost-Methode" angewandt. Die Umsatzrealisierung erfolgt damit gemessen am Leistungsfortschritt bis zur vollständigen Übertragung der Güter an den Kunden oder bis zur Erfüllung der Dienstleistung. Ein erwarteter Verlust wird sofort als Aufwand erfasst. Werden die Voraussetzungen der zeitraumbezogenen Methode nicht erfüllt, erfolgt die Erlösrealisierung zeitpunktbezogen. Dies ist typischerweise der Zeitpunkt der Warenübergabe bzw. der Zeitpunkt der Abnahme der Vertragsverpflichtung durch den Kunden.

Umsatzerlöse erfassen den Gegenwert, der für die Übertragung von Waren oder Erbringung von Dienstleistungen erwartet wird. Dabei muss es wahrscheinlich sein, dass keine wesentliche Korrektur der Umsatzerlöse stattfindet. Allgemeine Voraussetzung ist, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmbar ist und eine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass INDUS ein wirtschaftlicher Nutzen hieraus zufließen wird. In den Verträgen mit Kunden sind in der Regel branchenübliche Zahlungsziele vereinbart. Bei Verträgen, die zur zeitpunktbezogenen Umsatzrealisierung führen, werden zum Teil Anzahlungen vereinbart. Branchenübliche Garantievereinbarungen sind als Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von 13.617 TEUR (Vorjahr: 14.672 TEUR) erfasst worden.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfolgswirksam erfasst und mindern die entsprechenden Aufwendungen. Soweit die Zuwendungen für einen längeren Zeitraum gewährt werden, wird ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten gebildet und über die Laufzeit der Zuwendung erfolgswirksam aufgelöst.

Die im Rahmen des bisherigen (bis 2020) und des neuen (ab 2021) Long-Term-Incentive-Programms gewährten virtuellen Aktienoptionen ("Stock Appreciation Rights" (bis 2020), "Virtuell Performance Shares" (ab 2021)) sind als "anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich" klassifiziert. Für diese werden mit dem beizulegenden Zeitwert der eingegangenen Verpflichtungen bewertete Rückstellungen gebildet.

Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 in die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Zinsen und erhaltene Dividenden sind dem Cashflow aus Geschäftstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition liquide Mittel und enthält Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Die Ermittlung des Cashflows aus Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Im Cashflow aus Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge eliminiert.

Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam angepasst.

Im Jahr 2022 ist eine erhöhte Unsicherheit aufgrund des Ukraine-Kriegs hinzugekommen. Insbesondere sind dies die mittelbaren Auswirkungen wie Preissteigerungen und Rohstoffknappheit. Die schätzungsbasierten Bilanzposten sind auch von der weiteren Entwicklung des Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Auswirkungen abhängig.

Die Corona-Pandemie hat im Geschäftsjahr 2022 weiterhin die wirtschaftlichen Aktivitäten der Beteiligungsunternehmen beeinträchtigt, dies jedoch weniger als im Jahr 2021.

Die Bewertung bestimmter Bilanzposten zum 31. Dezember 2022 unterliegt daher einer erhöhten Unsicherheit. Im Einzelnen sind hiervon Geschäfts- und Firmenwerte, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, Latente Steuern auf Verlustvorträge und Rückstellungen betroffen.

In Rahmen der Unternehmensplanung haben die Beteiligungen, die nicht direkt vom Ukraine-Krieg betroffen sind, aber durch die mittelbaren Auswirkungen des Kriegs in Form von Preissteigerungen, Materialknappheit und Lieferengpässen zum Teil sehr deutlich betroffen sind, dies individuell in die (Teil-)Planungen integriert. Die schätzungsrelevanten zukunftsbezogenen Parameter können Zinssätze, Fremdwährungskurse, Marktrisikoprämien, Zahlungsausfälle, Kreditwürdigkeit, Umsatzerlöse, Auftrags- und Zahlungseingang sein. Diese Planungsannahmen sind mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet.

Die Auswirkungen aufgrund des Klimawandels wurden im Berichtsjahr geprüft. INDUS identifiziert, beobachtet und prüft potenzielle Risiken aufgrund des Klimawandels im Rahmen des gruppenweiten Risikomanagementsystems. Das Risikomanagementsystem setzt auf den individuellen und eigenständigen Risikomanagementsystemen der Beteiligungen auf.

INDUS hat sich verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein. Als Zwischenziel soll bis 2025 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 35 % im Vergleich zu 2018 erfolgen. INDUS unterstützt die Beteiligungen bei ihrem Engagement zum Schutz von Ressourcen und zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Über die Pläne jeder einzelnen Gesellschaft wurde im Rahmen der Budgetgespräche gesprochen und Entscheidungen getroffen. Finanziell wird INDUS die Beteiligungen in Zukunft durch die "Nachhaltigkeitsförderbank" unterstützen.

Die Zukunftsthemen Umweltschutz und Energieeffizienz sind in allen industriellen Branchen relevant. Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Die Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise stellen Risiken für die Entwicklungen der einzelnen Gesellschaften und der Gruppe dar, und je nach Marktsituation der Beteiligungsgesellschaft können diese Erhöhungen nicht immer zeitnah und vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden. Daher erwartet INDUS verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. Hier sieht INDUS mittelfristig insbesondere für die Unternehmen aus den Segmenten Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Metalltechnik nutzbare Chancen.

Hinsichtlich einer Beeinflussung der Produktionsbedingungen, des Produktportfolios und des Geschäftsverlaufs der Gruppe infolge der Erderwärmung geht INDUS im Prognosezeitraum nicht von einer relevanten Verschlechterung der aktuellen Situation aus. Dies liegt auch in der hohen Diversifikation der INDUS-Gruppe hinsichtlich der Standorte, Absatzmärkte und Geschäftsfelder begründet. Gleichwohl werden Produkte der Beteiligungen sich neuen Anforderungen anpassen und Innovationen erforderlich machen, um beste Marktpositionen zu erhalten oder erlangen. Es lagen im Geschäftsjahr 2022 keine Hinweise auf Wertminderungsbedarf von Geschäfts- und Firmenwerten aufgrund des Klimawandels vor.

Bilanzpositionen werden durch zukünftige Ereignisse, die nicht kontrolliert werden können, beeinflusst. Dies kann Forderungsausfälle, Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen oder ähnliche Sachverhalte betreffen - all dies sind Risiken, die grundsätzlich eng mit unternehmerischer Tätigkeit verbunden sind. Die Bilanzierung solcher Posten beruht auf langjähriger Erfahrung und der Beurteilung des aktuellen Umfelds.

Systembedingte Unsicherheiten resultieren aus Bilanzposten, bei denen erwartete zukünftige Zahlungsreihen diskontiert werden. Der Verlauf der Zahlungsreihen ist von zukünftigen Ereignissen abhängig, über deren Entwicklung Annahmen getroffen werden müssen. Weiterhin kann die Höhe der zukünftigen Zinssätze einen berechneten Cashflow erheblich beeinflussen. Das ist insbesondere der Fall bei der Prüfung von Vermögenswerten und zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Wertminderungen sowie der Berechnung der Pensionsrückstellungen nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren. Auch die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern basiert auf der Prognose zukünftiger steuerlich wirksamer Erträge.

Relevante Unsicherheiten resultieren auch aus Posten, die aus einer Bandbreite möglicher zukünftiger Ausprägungen zu ermitteln sind, und betreffen insbesondere die sonstigen Rückstellungen und vergleichbare Verpflichtungen. Auch hier ist langjährige Erfahrung bei der Bilanzierung von erheblicher Bedeutung; trotzdem sind regelmäßig Über- oder Unterdotierungen von Rückstellungen in den folgenden Abschlüssen anzupassen.

Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten fehlen oft aktive Märkte mit beobachtbaren Werten. Bei der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen muss der beizulegende Zeitwert der erworbenen Bilanzposten dann durch übliche Bewertungsmodelle ermittelt werden, die wiederum Annahmen über direkt beobachtbare und gegebenenfalls nicht beobachtbare Bewertungsprämissen erfordern.

Dem aktuellen Abschluss liegen Schätzungen und Annahmen zugrunde, die auf dem letzten Kenntnisstand des Managements beruhen. Da sich eine Vielzahl relevanter Bewertungsparameter aber der Kontrolle des Managements entziehen, lassen sich auch größere Buchwertanpassungen in der Zukunft nicht ausschließen.

Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet INDUS insgesamt mit einer stabilen Entwicklung, die den Ansatz der Bilanzposten entsprechend dem aktuellen Abschluss nicht wesentlich gefährdet. Die zugrunde liegenden Annahmen zur generellen konjunkturellen Entwicklung und zu der Entwicklung der relevanten Märkte im Speziellen werden ausführlich im Prognosebericht des Lageberichts erläutert.

[4] KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen vollkonsolidiert, bei denen die INDUS Holding AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zum Nutzen der INDUS-Gruppe zu beherrschen. Beherrschung liegt vor, wenn eine Gesellschaft Verfügungsmacht über die Tochterunternehmen ausüben kann, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Möglichkeit hat, ihre Verfügungsmacht zu nutzen, um die Höhe der Rückflüsse zu beeinflussen. Assoziierte Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity-Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahres erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik einbezogen.

Gesellschaften, die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen.

VOLLKONSOLIDIERTE TOCHTERUNTERNEHMEN

INLAND AUSLAND GESAMT DAVON ANTEILSBESITZ UNTER 100
%
31.12.2022
Bau/Infrastruktur 29 12 41 5
Fahrzeugtechnik 19 15 34 2
Maschinen- und Anlagenbau 36 30 66 16
Medizin- und Gesundheitstechnik 6 10 16 4
Metalltechnik 20 8 28 1
Sonstige 8 1 9 0
Summe 118 76 194 28
31.12.2021 Bau/Infrastruktur 29 9 38 5
Fahrzeugtechnik 23 18 41 2
Maschinen- und Anlagenbau 32 28 60 20
Medizin- und Gesundheitstechnik 6 10 16 4
Metalltechnik 20 10 30 1
Sonstige 8 0 8 0
Summe 118 75 193 32

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. § 313 HGB wird unter Punkt [45] dargestellt.

Der Buchwert der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter beträgt 2.060 TEUR (Vorjahr: 1.843 TEUR). Keiner der nicht beherrschenden Anteile ist für sich genommen wesentlich.

Soweit zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung nicht beherrschende Gesellschafter ein Andienungsrecht haben, dem sich INDUS nicht entziehen kann, und eine Kombination mit einer Call-Option für INDUS gegeben ist, liegt das wirtschaftliche bzw. antizipierte Eigentum bei INDUS, und die betreffenden Anteile werden in vollem Umfang konsolidiert und mit ihrem beizulegenden Zeitwert als bedingte Kaufpreisverbindlichkeit bilanziert. Zum Stichtag sind Kaufpreisverbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Gesellschaftern mit Andienungsrecht in Höhe von 64.050 TEUR (Vorjahr: 53.563 TEUR) bilanziert. In allen wesentlichen Fällen existieren Kaufpreismodelle, die unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Risikostruktur eine objektivierte Bewertung der Anteile zulassen, die einen Austausch der nicht beherrschenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert gewährleistet. Die Ausübung der Rechte ist in der Regel für INDUS zu vertraglich festgelegten Ausübungszeitpunkten möglich.

Im Konsolidierungskreis sind zum 31. Dezember 2022 36 Komplementär-GmbHs, die mit der zugehörigen KG eine Einheitsgesellschaft bilden (31. Dezember 2021: 35 Komplementär-GmbHs), enthalten.

[5] UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE

ANGABEN ZUR ERSTKONSOLIDIERUNG FÜR DAS AKTUELLE GESCHÄFTSJAHR

HEIBER + SCHRÖDER

Mit Vertrag vom 15. Dezember 2021 hat die INDUS Holding AG 100 % der Geschäftsanteile an der Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) in Erkrath erworben. HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständischer Anbieter von Spezialmaschinen für die Kartonagenindustrie und beliefert Verpackungshersteller weltweit, vor allem im Zulieferbereich für die Lebensmittel- und Kosmetik-, aber auch die Hausartikel- und Spielzeugbranche. Die Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH besitzt eine Tochtergesellschaft Heiber Schroeder USA Inc. mit Sitz in Cary, Illinois. HEIBER + SCHRÖDER wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet. Der wirtschaftliche Übergang (Closing) wurde am 8. April 2022 realisiert.

Der beizulegende Zeitwert der gesamten Gegenleistung betrug 38.000 TEUR zum Erwerbszeitpunkt und besteht vollständig aus einer Barkomponente. Die Zahlung erfolgte am 8. April 2022.

Der im Rahmen der Kaufpreisallokation ermittelte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 17.900 TEUR ist steuerlich nicht abzugsfähig. Der Geschäfts- und Firmenwert ist die Residualgröße der gesamten Gegenleistung abzüglich des Werts der neubewerteten erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden und repräsentiert nicht bilanzierungsfähige Ertragspotenziale der übernommenen Gesellschaft für die Zukunft sowie das Know-how der Belegschaft.

In der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden wie folgt ermittelt:

NEUERWERB: HEIBER + SCHRÖDER (IN TEUR)

BUCHWERTE IM ZUGANGS ZEITPUNKT NEUBEWERTUNG ZUGANG KONZERNBILANZ
Geschäfts- und Firmenwert 0 17.900 17.900
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 60 17.875 17.935
Sachanlagen 336 0 336
Vorräte 10.519 2.701 13.220
Forderungen 926 0 926
Sonstige Aktiva * 1.872 0 1.872
Liquide Mittel 970 0 970
Summe Vermögenswerte 14.683 38.476 53.159
Sonstige Rückstellungen 775 0 775
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 578 0 578
Sonstige Passiva ** 7.524 6.282 13.806
Summe Schulden 8.877 6.282 15.159

* Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte, Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern
** Sonstige Passiva: Sonstige langfristige Verbindlichkeiten, Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern

Die neubewerteten immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Kundenbeziehungen und Kundenstamm.

Die Erstkonsolidierung von HEIBER + SCHRÖDER erfolgte im April 2022. Zum Ergebnis des Geschäftsjahres trägt HEIBER + SCHRÖDER einen Umsatz in Höhe von 24.060 TEUR und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 824 TEUR bei. Wäre HEIBER + SCHRÖDER bereits zum 1. Januar 2022 einbezogen worden, beliefen sich die Umsatzerlöse 2022 auf 31.059 TEUR und das EBIT auf 1.637 TEUR.

Die ertragswirksamen Aufwendungen aus der Erstkonsolidierung, d. h. die Folgebewertung der im Rahmen der Purchase Price Allocation (PPA) identifizierten Mehrwerte und die Anschaffungsnebenkosten von HEIBER + SCHRÖDER, belasten das operative Ergebnis in Höhe von 3.329 TEUR. Die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

HELD

Mit Vertrag und Wirkung vom 18. Mai 2022 hat die INDUS Holding AG 70 % der Geschäftsanteile an der HELD Industries GmbH, Heusenstamm, erworben. Die HELD-Gruppe stellt Sondermaschinen und -anlagen für präzise Laserschneid- und Laserschweißtechnik her. HELD wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet.

Der beizulegende Zeitwert der gesamten Gegenleistung betrug 41.661 TEUR zum Erwerbszeitpunkt. Dieser besteht aus einer Barkomponente in Höhe von 25.039 TEUR sowie bedingten Kaufpreiszahlungen in Höhe von 16.622 TEUR, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und bewertet wurden und aus einer Earn-Out-Klausel sowie aus den Call-/Put-Optionen über die Minderheitsanteile resultieren. Die Barkomponente wurde am 18. Mai 2022 gezahlt. Die Ermittlung der Höhe der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit erfolgt auf Basis von EBIT-Multiples und einer Prognose über das zukünftig relevante EBIT.

Der im Rahmen der Kaufpreisallokation ermittelte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 14.628 TEUR ist steuerlich nicht abzugsfähig. Der Geschäfts- und Firmenwert ist die Residualgröße der gesamten Gegenleistung abzüglich des Werts der neubewerteten erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden und repräsentiert nicht bilanzierungsfähige Ertragspotenziale der übernommenen Gesellschaft für die Zukunft sowie das Know-how der Belegschaft.

In der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden wie folgt ermittelt:

NEUERWERB: HELD (IN TEUR)

BUCHWERTE IM ZUGANGS ZEITPUNKT NEUBEWERTUNG ZUGANG KONZERNBILANZ
Geschäfts- und Firmenwert 0 14.628 14.628
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 8 34.525 34.533
Sachanlagen 89 0 89
Vorräte 7.013 2.539 9.552
Forderungen 77 0 77
Sonstige Aktiva * 638 0 638
Liquide Mittel 3.300 0 3.300
Summe Vermögenswerte 11.125 51.692 62.817
Sonstige Rückstellungen 162 0 162
Finanzschulden 41 0 41
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 535 0 535
Sonstige Passiva ** 9.623 10.795 20.418
Summe Schulden 10.361 10.795 21.156

* Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern
** Sonstige Passiva: Sonstige langfristige Verbindlichkeiten, sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern

Die neubewerteten immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Kundenbeziehungen und Software.

Die Erstkonsolidierung von HELD erfolgte im Mai 2022. Zum Ergebnis 2022 trägt HELD einen Umsatz in Höhe von 12.400 TEUR und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 753 TEUR bei. Wäre HELD zum 1. Januar 2022 einbezogen worden, beliefen sich die Umsatzerlöse 2022 auf 12.520 TEUR und das EBIT auf -2.138 TEUR.

Die ertragswirksamen Aufwendungen aus der Erstkonsolidierung, d. h. die Folgebewertung der im Rahmen der Purchase Price Allocation (PPA) identifizierten Mehrwerte und die Anschaffungsnebenkosten von HELD, belasten das operative Ergebnis in Höhe von 4.626 TEUR. Die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

[6] UNTERNEHMENSAUFGABEN

ANGABEN ZUR ENTKONSOLIDIERUNG FÜR DAS AKTUELLE GESCHÄFTSJAHR

Am 24. Oktober 2022 hat die INDUS-Tochtergesellschaft S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG, Backnang (SMA), Insolvenz beantragt. Am 15. November 2022 wurde durch das zuständige Gericht die vorläufige Insolvenz eröffnet und am 30. Dezember 2022 das Insolvenzverfahren eröffnet. Die INDUS Holding AG hat ab dem 24. Oktober 2022 die Kontrolle über die SMA und deren Tochtergesellschaften verloren und damit die Gesellschaften entkonsolidiert.

Aufgrund der Insolvenz der SMA sind die folgenden Vermögenswerte und Schulden abgegangen:

DESINVESTITIONEN: SMA

ABGANG KONZERNBILANZ
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 5.928
Sachanlagen 14.901
Finanzanlagen 3.544
Vorräte 13.017
Forderungen 25.877
Sonstige Aktiva * 1.433
Liquide Mittel 6.513
Summe Vermögenswerte 71.213
Pensionsrückstellungen 0
Sonstige Rückstellungen 51.078
Finanzschulden 11.772
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.935
Sonstige Passiva ** 17.813
Summe Schulden 92.598

* Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte, Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern
** Sonstige Passiva: Sonstige langfristige Verbindlichkeiten, Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern

Die Finanzschulden betreffen im Wesentlichen Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 im Zusammenhang mit einem aktivierten Nutzungsrecht für ein Gebäude.

[7] AUFGEGEBENE GESCHÄFTSBEREICHE

SMA

Die INDUS Holding AG hat ab dem 24. Oktober 2022 die Kontrolle über die SMA und deren Tochtergesellschaften verloren und damit die Gesellschaften entkonsolidiert. SMA war dem Segment Fahrzeugtechnik zugeordnet und ist ein aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne von IFRS 5.32.

SELZER/SCHÄFER

Der Vorstand der INDUS Holding AG hat im vierten Quartal 2022 die Veräußerung der SELZER Fertigungstechnik und ihrer Tochtergesellschaften sowie der SCHÄFER Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften beschlossen. Es wird aktiv nach Käufern gesucht. Mit Interessenten finden Sondierungsgespräche statt. Eine Veräußerung innerhalb des nächsten Geschäftsjahres wird als sehr wahrscheinlich angesehen.

SELZER und SCHÄFER wurden bis zur Umgliederung dem Segment Fahrzeugtechnik zugeordnet und sind jeweils aufgegebene Geschäftsbereiche im Sinne von IFRS 5.32. Die Vermögenswerte und Schulden werden als "Zur Veräußerung gehalten" klassifiziert und in der Bilanz unter den entsprechenden Posten ausgewiesen sowie im Anhang unter Ziffer [33] erläutert.

Die folgende Übersicht zeigt die Aufwendungen und Erträge aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen für 2022 und 2021:

IN TEUR SMA SELZER SCHÄFER 2022 SMA SELZER
Umsatzerlöse 41.263 54.306 14.089 109.658 48.570 47.669
Sonstige Erlöse 1.503 2.609 317 4.429 2.223 1.851
Aufwendungen -113.295 -124.888 -17.159 -255.342 -74.824 -66.236
Operatives Ergebnis (EBIT) -70.529 -67.973 -2.753 -141.255 -24.031 -16.716
Ertragsteuern 930 -2.450 -233 -1.753 9 271
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -50.156 -70.573 -3.178 -123.907 -23.943 -16.324
IN TEUR SCHÄFER 2021
Umsatzerlöse 11.789 108.028
Sonstige Erlöse 489 4.563
Aufwendungen -22.485 -163.545
Operatives Ergebnis (EBIT) -10.207 -50.954
Ertragsteuern 118 398
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -9.931 -50.198

Aus dem Abgang der SMA wurde ein Entkonsolidierungsergebnis in Höhe von 18.792 TEUR vereinnahmt.

Die folgenden Cashflows können den aufgegebenen Geschäftsbereichen zugeordnet werden:

IN TEUR SMA SELZER SCHÄFER 2022 SMA SELZER
Cashflow aus Geschäftstätigkeit -25.972 -21.852 -881 -48.705 -21.536 -17.769
Cashflow aus Investitionstätigkeit -15.881 -11.648 -772 -28.301 -12.588 -11.755
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.040 -2.165 -709 -3.914 -2.321 -655
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel aus ausgegebenen Geschäftsbereichen -42.893 -35.665 -2.362 -80.920 -36.445 -30.179
IN TEUR SCHÄFER 2021
Cashflow aus Geschäftstätigkeit -2.476 -41.781
Cashflow aus Investitionstätigkeit -30 -24.373
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -654 -3.630
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel aus ausgegebenen Geschäftsbereichen -3.160 -69.784

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

[8] UMSATZERLÖSE

In den Umsatzerlösen sind Umsatzerlöse aus der zeitraumbezogenen Methode in Höhe von 205.275 TEUR enthalten (Vorjahr: 187.829 TEUR). Weiterhin sind Erlöse für Dienstleistungen in Höhe von 18.104 TEUR (Vorjahr: 16.924 TEUR) enthalten. Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach den berichtspflichtigen Segmenten ist der Segmentberichterstattung [35] zu entnehmen.

[9] SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

IN TEUR 2022 2021
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 4.996 5.874
Erträge aus der Währungsumrechnung 7.192 4.315
Erträge aus Anlagenabgängen 4.197 3.594
Auflösung von Wertberichtigungen 1.581 2.023
Ertragszuschüsse/Auflösung passiver Abgrenzung 381 329
Versicherungsentschädigungen 2.236 1.716
Erträge aus Mieten und Pachten 121 359
Zuschreibungen/Wertaufholungen auf Sachanlagen 31 0
Übrige sonstige betriebliche Erträge 4.360 5.600
Summe 25.095 23.810

Den Erträgen aus der Währungsumrechnung von 7.192 TEUR (Vorjahr: 4.315 TEUR) stehen Aufwendungen in Höhe von -9.092 TEUR gegenüber (Vorjahr: -3.462 TEUR). Der Betrag der Währungsumrechnungsdifferenzen, die im Ergebnis erfasst sind, beträgt somit -1.900 TEUR (Vorjahr: 853 TEUR).

[10] AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN

Neben den aktivierten Eigenleistungen wurden Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 21.146 TEUR (Vorjahr: 17.226 TEUR) im Periodenaufwand erfasst.

[11] BESTANDSVERÄNDERUNG

IN TEUR 2022 2021
Unfertige Erzeugnisse 23.746 33.665
Fertige Erzeugnisse 6.257 -11.934
Summe 30.003 21.731

[12] MATERIALAUFWAND

IN TEUR 2022 2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren -765.254 -659.198
Bezogene Leistungen -106.954 -97.835
Summe -872.208 -757.033

[13] PERSONALAUFWAND

IN TEUR 2022 2021
Löhne und Gehälter -415.996 -393.714
Soziale Abgaben -74.755 -70.593
Aufwendungen für Altersversorgung -3.891 -3.178
Summe -494.642 -467.485

Der Personalaufwand enhält nicht den Zinsanteil aus der Zuführung zu Pensionsrückstellungen. Dieser ist mit 469 TEUR im Zinsergebnis erfasst (Vorjahr: 367 TEUR).

[14] WERTMINDERUNGEN

Die Wertminderungen betreffen Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 39.366 TEUR (Vorjahr: 187 TEUR), immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1.874 TEUR (Vorjahr: 217 TEUR) und Sachanlagevermögen in Höhe von 1.532 TEUR (Vorjahr: 2.074 TEUR).

Die Wertminderungen betreffen die Segmente Bau/Infrastruktur in Höhe von 12.700 TEUR, Maschinen- und Anlagenbau in Höhe von 13.800 TEUR, Medizin- und Gesundheitstechnik in Höhe von 13.219 TEUR sowie Metalltechnik in Höhe von 3.053 TEUR. Im Vorjahr betrafen die Wertminderungen in Höhe von 2.479 TEUR das Segment Fahrzeugtechnik.

Zu weiteren Informationen betreffend der Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte siehe Position [19].

[15] SONSTIGER BETRIEBLICHER AUFWAND

IN TEUR 2022 2021
Vertriebsaufwendungen -102.125 -86.287
Betriebsaufwendungen -58.407 -59.771
Verwaltungsaufwendungen -57.939 -48.613
Übrige Aufwendungen -14.997 -12.535
Summe -233.468 -207.206

VERTRIEBSAUFWENDUNGEN

IN TEUR 2022 2021
Frachten, Verpackung, Provision -57.859 -51.556
Kfz, Reisen und Bewirtung -20.542 -14.767
Werbung & Messen -12.897 -9.664
Forderungen & Garantien -7.839 -7.985
Übrige Vertriebsaufwendungen -2.988 -2.315
Summe -102.125 -86.287

BETRIEBSAUFWENDUNGEN

IN TEUR 2022 2021
Maschinen und Anlagen: Instandhaltung, Wartung und laufende Kosten -20.646 -21.516
Grundstücke und Gebäude: Instandhaltung und Nebenkosten -14.975 -13.834
Energie, Betriebsstoffe und Werkzeuge -10.948 -14.815
Übrige Betriebsaufwendungen -11.838 -9.606
Summe -58.407 -59.771

VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN

IN TEUR 2022 2021
EDV, Büro und Kommunikation -18.088 -15.410
Beratung & Gebühren -19.676 -16.493
Versicherung -5.223 -4.721
Personalverwaltung und Fortbildung -7.738 -5.556
Übrige Verwaltungsaufwendungen -7.214 -6.433
Summe -57.939 -48.613

ÜBRIGE AUFWENDUNGEN

IN TEUR 2022 2021
Aufwand aus der Währungsumrechnung -9.092 -3.462
Verlust aus der Entkonsolidierung von Unternehmen 0 -837
Anlagenabgänge -295 -1.603
Sonstige -5.610 -6.633
Summe -14.997 -12.535

In verschiedenen Posten des sonstigen betrieblichen Aufwands sind die Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 471 TEUR (Vorjahr: 216 TEUR) und für Leasinggegenstände mit geringem Wert in Höhe von 302 TEUR (Vorjahr: 434 TEUR) enthalten.

[16] FINANZERGEBNIS

IN TEUR 2022 2021
Zinsen und ähnliche Erträge 1.378 171
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -14.490 -14.124
Zinsergebnis -13.112 -13.953
Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen 511 998
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -5.203 -3.378
Aufwand/Abschreibung Finanzanlagevermögen 0 -9
Erträge aus Finanzanlagen 70 385
Übriges Finanzergebnis -5.133 -3.002
Summe -17.734 -15.957

Im Zinsaufwand sind Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten gem. IFRS 16 in Höhe von 1.444 TEUR (Vorjahr: 1.475 TEUR) enthalten. Die Position "Anteile nicht beherrschender Gesellschafter" beinhaltet die Ergebnisauswirkung aus der Folgebewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (Call-/Put-Optionen) in Höhe von 3.008 TEUR (Vorjahr: 4.226 TEUR) sowie die Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen an Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-/Put-Optionen zustehen.

[17] ERTRAGSTEUERN

IN TEUR 2022 2021
Aperiodische Steuern -689 -917
Laufende Steuern -58.957 -46.859
Latente Steuern 16.605 -4.131
Summe -43.041 -51.907

Die aperiodischen Steuern resultieren im Wesentlichen aus Änderungen aufgrund divergierender Steuerfestsetzungen.

STEUERLICHE BESONDERHEITEN

Das Geschäftsmodell der INDUS Holding AG beruht auf der Bündelung mittelständischer Nischenanbieter, die eine führende Position in ihrem jeweiligen Markt besitzen. Synergien spielen beim Erwerb von Tochtergesellschaften durch die INDUS Holding AG eine untergeordnete Rolle. Jede Gesellschaft steht eigenständig für ihren Erfolg ein, bedarfsweise unterstützt durch Ressourcen der Holding.

Erworben wurden in der Vergangenheit insbesondere deutsche Personengesellschaften. Der Erwerb einer Personengesellschaft führt zu folgenden steuerlichen Konsequenzen:

Die Mehrwerte aus der steuerlichen Kaufpreisallokation sind in Form von Abschreibungen aus Ergänzungsbilanzen, verteilt auf die jeweilige Nutzungsdauer, abzugsfähig. Dies führt zu einer um die Abschreibungen geminderten steuerlichen Bemessungsgrundlage und kann auch bei ertragsstarken Gesellschaften dazu führen, dass ein steuerlicher Verlust mit entsprechenden Steuerersparnissen - Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft und Körperschaftsteuer bei der INDUS Holding AG - entsteht.

Eine Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt im Konzern nur, wenn ausreichendes zu versteuerndes Einkommen unterstellt werden kann.

Gewerbesteuer fällt auf Ebene der Gesellschaft an. Eine Ergebnisverrechnung steuerlicher Gewinne und Verluste für die Gewerbesteuer ist zwischen den Gesellschaften nicht möglich. Die steuerlichen Ergebnisse von Personengesellschaften werden der INDUS Holding AG zugerechnet und in Summe der Körperschaftsteuer unterworfen. Steuerliche Organschaftsverträge mit Kapitalgesellschaften existieren nicht. Auch erzielten verschiedene Gesellschaften (in- und ausländische Kapitalgesellschaften sowie Personenhandelsgesellschaften hinsichtlich derer Ertragsteuern) keine ausreichenden steuerpflichtigen Gewinne, um die steuerlichen Verluste zu nutzen. Diese Sachverhalte drücken sich im Wesentlichen in der Position "Keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften" aus.

ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM TATSÄCHLICHEN STEUERAUFWAND (IN TEUR)

2022 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern 115.931 149.669
Erwarteter Steueraufwand 29,6 % (Vorjahr: 29,6 %) 34.316 29.326
Überleitung
Aperiodische Steuern 689 917
At-Equity-Bewertung von assoziierten Unternehmen -151 -320
Abschreibungen von Goodwill-Kapitalgesellschaften 5.804 354
Struktureffekte aus:
abweichenden lokalen Steuersätzen 633 743
abweichenden nationalen Steuersätzen -1.445 -2.116
Anschaffungsnebenkosten aus Unternehmenserwerben 70 306
Aktivierung oder Wertberichtigung von Verlustvorträgen latenter Steuern 110 3.012
Nutzung tatsächlicher steuerlicher Verlustvorträge -763 -2.536
Keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften 10.222 18.977
Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 1.540 1.000
Auswirkungen der Zinsschranke bei der INDUS Holding AG 680 652
Sonstige nicht abzugsfähige Aufwendungen oder steuerfreie Erträge -8.664 1.205
Tatsächlicher Steueraufwand 43.041 51.520
in % vom Ergebnis 37,1% 34,4%

Bei einem Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vorjahr: 15 %) errechnet sich für inländische Unternehmen unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 395 % (Vorjahr: 395 %) sowie des Solidaritätszuschlags von unverändert 5,5 % ein Ertragsteuersatz von 29,6 % (Vorjahr: 29,6 %).

[18] ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche beträgt 2,68 EUR je Aktie (Vorjahr: 3,68 EUR je Aktie). Das Ergebnis je Aktie der aufgegebenen Geschäftsbereiche beträgt -4,61 EUR je Aktie (Vorjahr: -1,91 EUR je Aktie). Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien betrug im aktuellen Jahr 26.895.559 Stück (Vorjahr: 26.332.863 Stück). Die Erhöhung des gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien resultiert aus der Kapitalerhöhung am 26. März 2021 um 2.445.050 Aktien auf 26.895.559 Aktien.

IN TEUR 2022 2021
Ergebnis der INDUS-Aktionäre -51.822 46.809
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche -123.907 -50.198
Ergebnis der INDUS-Aktionäre für die fortgeführten Geschäftsbereiche 72.085 97.007
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Tsd. Stück) 26.896 26.333
Ergebnis je Aktie der fortgeführten Geschäftsbereiche (in EUR) 2,68 3,68
Ergebnis je Aktie der aufgegebenen Geschäftsbereiche (in EUR) -4,61 -1,90
Ergebnis je Aktie der fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche (in EUR) -1,93 1,78

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

[19] GESCHÄFTS- UND FIRMENWERT

Die auf Segmentebene zusammengefassten individuellen Geschäfts- und Firmenwerte stellen sich wie folgt dar:

ANLAGESPIEGEL - GESCHÄFTS- UND FIRMENWERT

BUCHWERT 1.1.2022 ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS ZUGANG ABGANG
Bau/Infrastruktur 134.190 0 0 0
Fahrzeugtechnik 19.375 0 0 0
Maschinen- und Anlagenbau 163.554 32.528 0 0
Medizin- und Gesundheitstechnik 69.639 0 0 0
Metalltechnik 23.040 0 0 0
Summe Geschäfts- und Firmenwert 409.798 32.528 0 0
WERTMINDERUNG WÄHRUNGSDIFFERENZ
Bau/Infrastruktur -12.700 399
Fahrzeugtechnik 0 19
Maschinen- und Anlagenbau -11.925 36
Medizin- und Gesundheitstechnik -13.219 311
Metalltechnik -1.522 0
Summe Geschäfts- und Firmenwert -39.366 765
BUCHWERT 31.12.2022
Bau/Infrastruktur 121.889
Fahrzeugtechnik 19.394
Maschinen- und Anlagenbau 184.193
Medizin- und Gesundheitstechnik 56.731
Metalltechnik 21.518
Summe Geschäfts- und Firmenwert 403.725
BUCHWERT 1.1.2021 ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS ZUGANG ABGANG
Bau/Infrastruktur 115.759 18.077 0 0
Fahrzeugtechnik 21.913 0 0 0
Maschinen- und Anlagenbau 150.581 12.542 0 0
Medizin- und Gesundheitstechnik 69.639 0 0 0
Metalltechnik 23.040 0 0 0
Summe Geschäfts- und Firmenwert 380.932 30.619 0 0
WERTMINDERUNG WÄHRUNGSDIFFERENZ
Bau/Infrastruktur 0 354
Fahrzeugtechnik -2.529 -9
Maschinen- und Anlagenbau 0 431
Medizin- und Gesundheitstechnik 0 0
Metalltechnik 0 0
Summe Geschäfts- und Firmenwert -2.529 776
BUCHWERT 31.12.2021
Bau/Infrastruktur 134.190
Fahrzeugtechnik 19.375
Maschinen- und Anlagenbau 163.554
Medizin- und Gesundheitstechnik 69.639
Metalltechnik 23.040
Summe Geschäfts- und Firmenwert 409.798

WERTHALTIGKEITSTESTS

Beim Werthaltigkeitstest wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash Generating Unit oder kurz CGU) mit dem Buchwert inklusive des zugeordneten Geschäfts- und Firmenwerts verglichen. Für den erzielbaren Betrag wird bei INDUS in der Regel der Nutzungswert herangezogen.

PLANMÄßIGER WERTHALTIGKEITSTEST ZUM 30. SEPTEMBER 2022

Zum 30. September 2022 wurde der planmäßige jährliche Werthaltigkeitstest für sämtliche Geschäfts- und Firmenwerte durchgeführt. Hierfür lagen von allen Beteiligungsunternehmen aktuelle Planungen vor. In die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen ein.

Nach dem detaillierten Planungszeitraum von in der Regel drei Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer globalen Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr 0,7 %) hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit Kapitalkostensätzen abgezinst. Diese basieren auf einem risikolosen Zinssatz in Höhe von 1,50 % (Vorjahr: 0,093 %), einer Marktrisikoprämie von 7,25 % (Vorjahr: 7,50 %) sowie auf segmentspezifischen Betafaktoren, die von einer Peer Group abgeleitet wurden, und Fremdkapitalverschuldungssätzen. Die folgenden Vorsteuer-Kapitalkostensätze fanden dabei Anwendung: Bau/Infrastruktur 11,5 % (Vorjahr: 8,7%), Fahrzeugtechnik 10,8 % (Vorjahr: 8,7 %), Maschinen- und Anlagenbau 12,2 % (Vorjahr: 9,1 %), Medizin- und Gesundheitstechnik 10,7 % (Vorjahr: 6,1 %) und Metalltechnik 11,4 % (Vorjahr: 8,7 %).

Der planmäßige Wertminderungstest hat zu Wertminderungen in Höhe von 39.815 TEUR geführt. Davon entfallen auf Geschäfts- und Firmenwerte 37.848 TEUR (Vorjahr: 2.342 TEUR), auf Sachanlagen 93 TEUR und auf immaterielle Vermögenswerte 1.874 TEUR.

ANLASSBEZOGENER WERTHALTIGKEITSTEST ZUM 31. DEZEMBER 2022

Aufgrund der insgesamt deutlich gestiegenen Kapitalkosten im vierten Quartal 2022 hat der Vorstand der INDUS Holding AG die Vorsteuer-Kapitalkostensätze der Segmente zum 31. Dezember 2022 ermittelt und für das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik einen hinreichend gestiegenen Vorsteuerkapitalkostensatz abgeleitet, der zu einem anlassbezogenen Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2022 herangezogen wurde.

Es wurde ein aktualisierter Vorsteuer-Kapitalkostensatz in Höhe von 11,5 % verwendet. Dieser basiert auf einem risikolosen Zinssatz in Höhe von 2,0 %, einer Marktrisikoprämie von 7,25 % sowie auf einem segmentspezifischen Betafaktor, der von einer Peer Group abgeleitet wurde, und Fremdkapitalverschuldungssätzen.

Der anlassbezogene Wertminderungstest hat zu Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 1.518 TEUR geführt.

Bei einer Erhöhung der Vorsteuerkapitalkostensätze vom 30. September 2022 um 0,5 Prozentpunkte würde es zu zusätzlichen Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 8.200 TEUR kommen (Vorjahr: 0 TEUR). Bei einer Verringerung der Wachstumsrate um 1,0 Prozentpunkt würde es zu zusätzlichen Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 4.400 TEUR (Vorjahr: 252 TEUR) kommen.

[20] NUTZUNGSRECHTE AUS LEASING/MIETE

Die Buchwerte der Nutzungsrechte aus Leasing- und Mietverhältnissen haben sich wie folgt entwickelt:

ANLAGESPIEGEL - Nutzungsrechte Leasing/Miete

BUCHWERT 1.1.2022 ZUGANG ABGANG ZUGANG AB SCHREIBUNG ABGANG AB SCHREIBUNG IFRS 5 Umgliederung/ Konsolidierungskreis Abgang
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude 76.441 10.750 4.487 27.277 4.456 7.412
Nutzungsrechte Technische Anlagen und Maschinen 9.223 2.023 1.382 3.115 1.158 368
Nutzungsrechte Fahrzeuge 6.595 4.487 3.597 4.506 3.562 9
Nutzungsrechte sonstiges Leasing/Miete 1.143 2.169 722 1.154 722 0
Summe Nutzungsrechte Leasing/Miete 93.402 19.429 10.188 36.052 9.898 7.789
UMBUCHUNGEN/ WÄHRUNGSDIFFERENZEN BUCHWERT 31.12.2022
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude 207 52.678
Nutzungsrechte Technische Anlagen und Maschinen -6 7.533
Nutzungsrechte Fahrzeuge -2 6.530
Nutzungsrechte sonstiges Leasing/Miete 5 2.163
Summe Nutzungsrechte Leasing/Miete 204 68.904
BUCHWERT 1.1.2021 ZUGANG ABGANG ZUGANG AB SCHREIBUNG ABGANG AB SCHREIBUNG Konsolidierungskreis Abgang
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude 70.609 19.260 3.143 13.563 2.756
Nutzungsrechte Technische Anlagen und Maschinen 8.271 3.930 1.464 3.055 1.414
Nutzungsrechte Fahrzeuge 5.484 5.613 3.123 4.425 3.053
Nutzungsrechte sonstiges Leasing/Miete 1.416 442 543 727 562
Summe Nutzungsrechte Leasing/Miete 85.780 29.245 8.273 21.770 7.785 0
UMBUCHUNGEN/ WÄHRUNGSDIFFERENZEN BUCHWERT 31.12.2021
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude 522 76.441
Nutzungsrechte Technische Anlagen und Maschinen 127 9.223
Nutzungsrechte Fahrzeuge -7 6.595
Nutzungsrechte sonstiges Leasing/Miete -7 1.143
Summe Nutzungsrechte Leasing/Miete 635 93.402

In der INDUS-Gruppe werden vor allem Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude erfasst. Diese betreffen sowohl Verwaltungsgebäude als auch Produktionsstätten und Lagerhallen. Die gemieteten technischen Anlagen betreffen in der Regel Maschinen, die für die Produktionsprozesse notwendig sind. Die Leasingverträge werden individuell vereinbart. Die Nutzungsrechte daraus haben geschätzte Gesamtnutzungsdauern von bis zu 50 Jahren. Unter [31] werden die korrespondierenden Finanzschulden näher erläutert.

[21] ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTE, DER NUTZUNGSRECHTE AUS LEASING/MIETE, DER SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, DES SACHANLAGEVERMÖGENS UND DER ALS FINANZINVESTITION GEHALTENEN IMMOBILIEN

ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN 2022 (IN TEUR)

ANFANGS BESTAND 1.1.2022 ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS ZUGANG ABGANG UMBUCHUNGEN Umgliederung IFRS 5
Geschäfts- und Firmenwert 504.816 7.253 0 -372 0 -38.449
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 140.993 -14.808 19.429 -10.188 -1.777 -14.407
Aktivierte Entwicklungskosten 40.042 -1.775 5.507 0 19 -14.507
Kundenstamm 105.458 43.484 0 0 0 -290
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 184.931 -8.989 6.279 -528 627 -6.878
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 330.431 32.720 11.786 -528 646 -21.675
Grundstücke und Gebäude 315.910 -1.869 2.167 -4.655 9.077 -41.965
Technische Anlagen und Maschinen 439.179 -63.337 14.623 -18.695 13.871 -74.067
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 204.763 -8.024 17.596 -8.449 3.128 -19.425
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 28.972 -8.090 28.595 -129 -24.945 -7.458
Summe Sachanlagen 988.824 -81.320 62.981 -31.928 1.131 -142.915
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 12.232 0 0 0 0 -3.669
WÄHRUNGSDIFFERENZ END BESTAND 31.12.2022
Geschäfts- und Firmenwert 485 473.733
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 230 119.472
Aktivierte Entwicklungskosten 111 29.397
Kundenstamm 248 148.900
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 24 175.466
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 383 353.763
Grundstücke und Gebäude 2.021 280.686
Technische Anlagen und Maschinen 233 311.807
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 376 189.965
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -79 16.866
Summe Sachanlagen 2.551 799.324
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 8.563

ABSCHREIBUNGEN 2022 (IN TEUR)

ANFANGS BESTAND 1.1.2022 ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS ZUGANG ABGANG UMBUCHUNGEN UMGLIEDERUNG IFRS 5
Geschäfts- und Firmenwert 95.018 -25.275 39.366 -372 0 -38.449
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 47.591 -8.880 36.052 -9.898 -1.777 -12.546
Aktivierte Entwicklungskosten 23.952 -1.775 9.941 0 -238 -14.507
Kundenstamm 33.798 0 10.268 0 0 -326
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 129.864 -17.973 15.118 -473 474 -6.799
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 187.614 -19.748 35.327 -473 236 -21.632
Grundstücke und Gebäude 91.898 -1.747 15.726 -658 1.383 -20.250
Technische Anlagen und Maschinen 336.302 -49.315 40.331 -17.711 957 -73.104
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 144.014 -7.721 21.272 -8.061 -799 -18.699
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 -8.061 15.630 0 0 -7.423
Summe Sachanlagen 572.214 -66.844 92.959 -26.430 1.541 -119.476
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 6.450 0 1.367 0 0 -1.469
WÄHRUNGSDIFFERENZ END BESTAND 31.12.2022
Geschäfts- und Firmenwert -280 70.008
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 26 50.568
Aktivierte Entwicklungskosten 103 17.476
Kundenstamm -102 43.638
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 120.213
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 3 181.327
Grundstücke und Gebäude 675 87.027
Technische Anlagen und Maschinen 246 237.706
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 302 130.308
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -146 0
Summe Sachanlagen 1.077 455.041
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 6.348

ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN 2021 (IN TEUR)

ANFANGS BESTAND 1.1.2021 ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS ZUGANG ABGANG UMBUCHUNGEN Umgliederung IFRS 5
Geschäfts- und Firmenwert 478.848 25.183 0 0 0 0
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 118.790 -347 29.231 -7.912 -25 0
Aktivierte Entwicklungskosten 36.726 0 3.217 -227 217 0
Kundenstamm 69.631 35.621 0 0 0 0
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 158.505 21.633 5.688 -1.829 671 0
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 264.862 57.254 8.905 -2.056 888 0
Grundstücke und Gebäude 326.828 -34.417 5.154 -5.215 20.866 0
Technische Anlagen und Maschinen 464.726 -35.811 21.772 -19.495 5.821 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 210.294 -7.238 12.426 -13.001 1.437 0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 26.685 484 31.990 -1.224 -28.987 0
Summe Sachanlagen 1.028.533 -76.982 71.342 -38.935 -863 0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 12.232 0 0 0 0 0
WÄHRUNGSDIFFERENZ END BESTAND 31.12.2021
Geschäfts- und Firmenwert 785 504.816
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 1.256 140.993
Aktivierte Entwicklungskosten 109 40.042
Kundenstamm 206 105.458
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 263 184.931
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 578 330.431
Grundstücke und Gebäude 2.694 315.910
Technische Anlagen und Maschinen 2.166 439.179
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 845 204.763
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 24 28.972
Summe Sachanlagen 5.729 988.824
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 12.232

ABSCHREIBUNGEN 2021 (IN TEUR)

ANFANGS BESTAND 1.1.2021 ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS ZUGANG ABGANG UMBUCHUNGEN UMGLIEDERUNG IFRS 5
Geschäfts- und Firmenwert 97.916 -5.436 2.529 0 0 0
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 33.011 -242 21.770 -7.543 -24 0
Aktivierte Entwicklungskosten 20.645 0 3.201 -1 0 0
Kundenstamm 27.011 -713 7.348 0 0 0
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 124.140 -3.299 10.532 -1.698 7 0
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 171.796 -4.012 21.081 -1.699 7 0
Grundstücke und Gebäude 115.527 -36.784 14.437 -2.176 -18 0
Technische Anlagen und Maschinen 361.720 -35.686 26.980 -18.523 392 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 145.818 -8.022 18.029 -12.145 -357 0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 623.065 -80.492 59.446 -32.844 17 0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 6.294 0 156 0 0 0
WÄHRUNGSDIFFERENZ END BESTAND 31.12.2021
Geschäfts- und Firmenwert 9 95.018
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 619 47.591
Aktivierte Entwicklungskosten 107 23.952
Kundenstamm 152 33.798
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 182 129.864
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 441 187.614
Grundstücke und Gebäude 912 91.898
Technische Anlagen und Maschinen 1.419 336.302
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 691 144.014
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0
Summe Sachanlagen 3.022 572.214
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 6.450

Die immateriellen Vermögenswerte haben bestimmbare Nutzungsdauern. Die Veränderung des Konsolidierungskreises betrifft Zugänge nach IFRS 3 sowie Entkonsolidierungen. Die Restbuchwerte der sonstigen immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen zum Bilanzstichtag:

RESTBUCHWERTE DES ANLAGEVERMÖGENS (IN TEUR)

31.12.2022 31.12.2021
Geschäfts- und Firmenwert 403.725 409.798
Nutzungsrechte aus Leasing/Miete 68.904 93.402
Aktivierte Entwicklungskosten 11.921 16.090
Kundenstamm 105.262 71.659
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 55.253 55.068
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 172.436 142.817
Grundstücke und Gebäude 193.659 224.012
Technische Anlagen und Maschinen 74.101 102.877
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 59.657 60.749
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 16.866 28.972
Sachanlagen 344.283 416.610
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 2.215 5.782

[22] FINANZANLAGEN

IN TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Andere Beteiligungen 2.441 2.517
Sonstige Ausleihungen 3.130 6.277
Summe 5.571 8.794

[23] AT-EQUITY-BEWERTETE ANTEILE

Die Buchwerte der at-Equity-bewerteten Anteile betragen zum 31. Dezember 2022: 4.276 TEUR (Vorjahr: 4.578 TEUR).

Die folgende Übersicht enthält weitere Angaben zu den at-Equity-bewerteten Unternehmen:

IN TEUR 2022 2021
Anschaffungskosten der assoziierten Unternehmen 4.033 5.044
Vereinnahmtes Ergebnis 511 1.082
Eckdaten der assoziierten Unternehmen:
Vermögen 7.695 8.910
Schulden 3.532 4.017
Kapital 4.163 4.892
Erlöse 12.731 23.475
Ergebnis 1.022 2.163

[24] SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

IN TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Deckungskapital Rückdeckungsversicherung 465 977
Langfristige Forderungen 4 659
Darlehen und andere Forderungen 755 553
Positive Marktwerte von Derivaten 4.171 0
Übrige Vermögenswerte 11.075 24.208
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte 16.470 26.397
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 5.949 6.111
Übrige Steuererstattungsansprüche 1.596 3.788
Vertragsanbahnungskosten 0 2.627
Summe sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 7.545 12.526
Summe 24.015 38.923
davon kurzfristig 22.048 35.538
davon langfristig 1.967 3.476

Im Vorjahr waren in den sonstigen Vermögenswerten Vertragsanbahnungskosten in Höhe von 2.627 TEUR aktiviert worden, die zum Nominalwert der geleisteten Zahlungen bewertet werden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden die Vertragsanbahnungskosten wertberichtigt.

[25] LATENTE STEUERN UND LAUFENDE ERTRAGSTEUERN

Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen wird im Folgenden erläutert:

IN TEUR Aktiv Passiv Saldo
2022
Geschäfts- und Firmenwert Personengesellschaften 5.125 -21.466 -16.341
Immaterielle Vermögenswerte * 9.002 -72.498 -63.496
Sachanlagen 11.539 -7.010 4.529
Forderungen und Vorräte 24.111 -937 23.174
Sonstige kurzfristige Aktiva 8.718 -1.240 7.478
Langfristige Rückstellungen 9.898 -1.832 8.066
Sonstige Passiva 18.723 -30.286 -11.563
Aktivierte Verlustvorträge 4.698 0 4.698
Saldierungen -71.642 71.642 0
Latente Steuern 20.172 -63.627 -43.455
IN TEUR Aktiv Passiv Saldo
2021
Geschäfts- und Firmenwert Personengesellschaften 672 -25.105 -24.433
Immaterielle Vermögenswerte * 781 -47.605 -46.824
Sachanlagen 7.905 -7.621 284
Forderungen und Vorräte 27.520 -353 27.167
Sonstige kurzfristige Aktiva 3.754 -1.176 2.578
Langfristige Rückstellungen 8.334 -20 8.314
Sonstige Passiva 27.018 -33.909 -6.891
Aktivierte Verlustvorträge 5.007 0 5.007
Saldierungen -67.220 67.220 0
Latente Steuern 13.771 -48.569 -34.798

* inklusive Nutzungsrechte aus Leasing/Miete

Die Saldierung erfolgt bei Ertragsteuern, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Im Wesentlichen betrifft das die Körperschaftsteuer der INDUS Holding AG und ihrer deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft.

Die passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus der Berechnung latenter Steuern auf Geschäfts- und Firmenwerte bei Personengesellschaften mit steuerlich abzugsfähigen Ansätzen des Geschäfts- und Firmenwerts. Zu steuerlichen Zwecken erfolgt bei Personengesellschaften eine IFRS-ähnliche Kaufpreisallokation; die entstehenden Mehrwerte - auch der steuerliche Geschäfts- und Firmenwert - sind steuerlich abzugsfähig. Da der Geschäfts- und Firmenwert nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben wird, sind nach den Voraussetzungen des IAS 12.21B in der Folge mit der Abschreibung des steuerlichen Geschäfts- und Firmenwerts latente Steuern zu bilden. Die latenten Steuern müssen bis zur Veräußerung der Gesellschaft bilanziert werden.

ENTWICKLUNG DER LATENTEN STEUERN (IN TEUR)

1.1.2022 GuV Übrige 31.12.2022
Gewerbesteuer 4.348 -297 0 4.051
Körperschaftsteuer 659 -12 0 647
ausländische Steuer 0 0 0 0
Aktivierte Verlustvorträge 5.007 -309 0 4.698
Übrige Latente Steuern -39.805 16.914 -25.262 -48.153
Latente Steuern -34.798 16.605 -25.262 -43.455
1.1.2021 GuV Übrige 31.12.2021
Gewerbesteuer 4.825 -477 0 4.348
Körperschaftsteuer 1.465 -806 0 659
ausländische Steuer 1.178 -1.178 0 0
Aktivierte Verlustvorträge 7.468 -2.461 0 5.007
Übrige Latente Steuern -27.585 -2.594 -9.626 -39.805
Latente Steuern -20.117 -5.055 -9.626 -34.798

Die übrigen Veränderungen der latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

IN TEUR 2022 2021
Rücklage für Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge) -1.072 -264
Rücklage für Währungsumrechnung -4.865 -1.072
Rücklage für Pensionen (versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) -3.696 -899
Umgliederung Gewinnrücklagen 0 -689
Veränderung Konsolidierungskreis -15.629 -6.702
Summe -25.262 -9.626

Den aktivierten latenten Steuern liegen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 35.004 TEUR (Vorjahr: 34.823 TEUR) zugrunde.

Weitere steuerliche Verlustvorträge in Höhe von zusammen 208.504 TEUR (Vorjahr: 395.328 TEUR), bei denen die Realisierungsmöglichkeit in den nächsten Jahren unwahrscheinlich ist, wurden nicht aktiviert. Es handelt sich zum überwiegenden Teil um gewerbesteuerliche Verlustvorträge, resultierend aus den steuerlichen Besonderheiten der INDUS-Gruppe, wie sie unter Ziffer [17] erläutert wurden. Zukünftige potenzielle Realisierungsmöglichkeiten sind dementsprechend durch den dann geltenden Gewerbesteuersatz bestimmt. Größte Einzelposition ist der gewerbesteuerliche Verlustvortrag der Holding. Die Verwertung dieser Verlustvorträge unterliegt keinen zeitlichen Beschränkungen.

Aktive latente Steuern in Höhe von 1.478 TEUR (Vorjahr: 4.636 TEUR) wurden bei Gesellschaften, die aktuell steuerliche Verluste erlitten haben, über die passiven Latenzen hinaus bilanziert, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit überwiegend wahrscheinlich ist.

Für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuern bilanziert, da die INDUS Holding AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern, und keine Umkehr der Differenzen (durch Veräußerung oder Ausschüttung) geplant ist. Die Abweichungen am Nettovermögen der Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Tochterkapitalgesellschaft und der jeweiligen steuerlichen Basis, welche in der Regel den Anschaffungskosten entspricht, belaufen sich auf 133.100 TEUR (Vorjahr: 50.944 TEUR). Die Summe der nicht bilanzierten temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen beträgt 6.655 TEUR (Vorjahr: 5.587 TEUR).

[26] VORRÄTE

IN TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 173.902 160.589
In Arbeit befindliche Erzeugnisse 118.898 102.205
Fertige Erzeugnisse und Waren 137.645 118.854
Geleistete Anzahlungen 18.942 22.246
Summe 449.387 403.894

Die Buchwerte der Vorräte enthalten Abwertungen in Höhe von 23.483 TEUR (Vorjahr: 26.781 TEUR).

[27] FORDERUNGEN

IN TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen an Kunden 182.087 153.646
Vertragsforderungen 12.553 13.402
Forderungen an assoziierte Unternehmen 828 1.842
Summe 195.468 168.890

Im aktuellen Berichtsjahr sind 4 TEUR an Forderungen an Kunden mit einem Zahlungsziel von mehr als einem Jahr ausgewiesen (Vorjahr: 659 TEUR).

Vertragsforderungen enthalten Forderungen aus Verträgen mit einer Umsatzrealisierung nach der zeitraumbezogenen Methode. Weitere Angaben zu den Vertragsforderungen enthält die folgende Tabelle:

IN TEUR 2022 2021
Angefallene Kosten zuzüglich anteiliger Ergebnisse 105.574 111.173
Erhaltene Anzahlungen 133.958 125.148
Vertragsforderungen 12.553 13.402
Vertragsverpflichtungen 40.937 27.377

Die Vertragsverpflichtungen betreffen Verträge mit einer Umsatzrealisierung nach der zeitraumbezogenen Methode, die einen verrechneten Überhang an erhaltenen Anzahlungen aufweisen. In der Bilanz werden diese unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Von den Vertragsverpflichtungen des Vorjahres in Höhe von 27.377 TEUR wurden 22.517 TEUR im Berichtsjahr als Umsatzerlöse erfasst. Zum 31. Dezember 2022 bestehen Leistungsverpflichtungen, deren zugeordnete Transaktionspreise 275.060 TEUR (Vorjahr: 154.479 TEUR) betragen. Planmäßig werden diese als Umsatzerlöse innerhalb der nächsten ein bis 47 Monate realisiert.

Die Forderungen enthalten Wertberichtigungen in Höhe von 5.944 TEUR (Vorjahr: 4.756 TEUR). Die Entwicklung wird im Folgenden dargestellt:

IN TEUR 2022 2021
Stand Wertberichtigungen am 1.1. 4.756 5.946
Währungsdifferenz 27 37
Veränderung Konsolidierungskreis -947 286
Zuführungen 3.975 1.740
Verbrauch -167 -1.204
Auflösungen -1.700 -2.049
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 5.944 4.756

Im Geschäftsjahr wurden Forderungen in Höhe von 840 TEUR (Vorjahr: 338 TEUR) erfolgswirksam ausgebucht.

[28] EIGENKAPITAL

GEZEICHNETES KAPITAL

Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag 69.928.453,64 EUR (Vorjahr: 69.928.453,64 EUR). Das Grundkapital ist eingeteilt in 26.895.559 (Vorjahr: 26.895.559) nennwertlose Stückaktien. Alle Aktien sind voll eingezahlt.

Die Aktien lauten auf den Inhaber und gewähren in der Hauptversammlung jeweils eine Stimme. Die Aktien sind in Düsseldorf und Frankfurt zum Geregelten Markt und in Berlin, Hamburg und Stuttgart zum Freiverkehr zugelassen.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist gemäß § 6.1. der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 34.964.225,52 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) durch Ausgabe von bis zu 13.447.779 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021) und dabei einen vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses Geschäftsjahres noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Die neuen Aktien können auch an eines oder mehrere Kreditinstitute oder andere in § 186 Abs. 5 Satz 1 des AktG genannte Unternehmen mit der Verpflichtung ausgegeben werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht) oder auch teilweise im Wege eines unmittelbaren Bezugsrechts (etwa an bezugsberechtigte Aktionäre, die vorab eine Festbezugsvereinbarung abgegeben haben), oder im Übrigen im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 5 AktG gewährt werden. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

zur Vermeidung von Spitzenbeträgen;

bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Eintragung des Genehmigten Kapitals 2021 in das Handelsregister oder, sofern dieser Betrag niedriger ist, 10 % des zum Ausgabe der neuen Aktien bestehenden Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind;

bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgütern, einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft; sowie

um den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten zum Ausgleich von Verwässerungen ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten als Aktionär zustehen würde.

Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind.

Bedingtes Kapital

Auf der Hauptversammlung am 24. Mai 2018 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 11.700.000,04 EUR, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie

die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihrem Wandlungs- bzw. Optionsrecht Gebrauch machen oder

die Verpflichtungen aus Wandel- und oder Optionsschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegeben werden, ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und

das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird.

Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie durch Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder durch Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern.

RÜCKLAGEN UND KONZERNBILANZGEWINN

Die Entwicklung der Rücklagen ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und beinhaltet die Kapitalrücklage der INDUS Holding AG. Für den Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 36,3 % (Vorjahr: 42,4 %).

ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Anteile an der Tochtergesellschaft der Rolko Kohlgrüber GmbH. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter von Personengesellschaften sowie von Kapitalgesellschaften, bei denen aufgrund wechselseitiger Optionsvereinbarungen bereits zum Erwerbszeitpunkt der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der betreffenden nicht beherrschenden Anteile vorlag, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen [30].

2021 wurde ein wechselseitiger Optionsvertrag (symmetrische Call-/Put-Option) für den Erwerb des 20% -igen Minderheitsanteils an der Weigand Bau GmbH geschlossen. Die Option kann ab dem 1. Januar 2022 jederzeit von einer der Parteien ausgeübt werden. Weiterhin wurden 2021 23,2 % Minderheitsanteile an einer Enkeltochter erworben. Beide Vorgänge sind im Eigenkapitalspiegel als "Transaktionen von Anteilen nichtbeherrschender Gesellschafter" dargestellt.

GEWINNVERWENDUNG

Der Vorstand wird der Hauptversammlung folgende Dividendenzahlungen aus dem Bilanzgewinn der INDUS Holding AG vorschlagen:

Zahlung einer Dividende von 0,80 EUR je Stückaktie (Vorjahr: 1,05 EUR je Stückaktie). Dies entspricht bei 26.895.559 Aktien (Vorjahr: 26.895.559 Aktien) einer Zahlung von 21.516.447,20 EUR (Vorjahr: 28.240.336,95 EUR). Der Gewinnverwendungsvorschlag ist separat veröffentlicht. Die vorgeschlagene Dividende wurde bilanziell nicht erfasst, und es ergeben sich keine steuerlichen Konsequenzen.

SONSTIGE RÜCKLAGEN

ENTWICKLUNG DER SONSTIGEN RÜCKLAGEN (IN TEUR)

1.1.2021 SONSTIGE ERGEBNISSE 2021 UMGLIEDERUNG IN DIE GEWINN RÜCKLAGEN 31.12.2021 SONSTIGE ERGEBNISSE 2022 UMGLIEDERUNG IN DIE GEWINN RÜCKLAGEN
Rücklage für Währungsumrechnung -830 7.101 0 6.271 6.428 0
Rücklage für Pensionen (versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) -30.555 3.834 2.327 -24.394 15.160 0
Latente Steuern für Pensionen 8.462 -899 -689 6.874 -3.696 0
Rücklage für Cashflow Hedges -4.271 1.678 0 -2.593 6.772 0
Latente Steuern für Cashflow Hedges 672 -264 0 408 -1.072 0
Summe sonstige Rücklagen -26.522 11.450 1.638 -13.434 23.592 0
31.12.2022
Rücklage für Währungsumrechnung 12.699
Rücklage für Pensionen (versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) -9.234
Latente Steuern für Pensionen 3.178
Rücklage für Cashflow Hedges 4.179
Latente Steuern für Cashflow Hedges -664
Summe sonstige Rücklagen 10.158

Die Rücklage für die Währungsumrechnung und die Rücklage für Cashflow Hedges enthalten noch nicht realisierte Gewinne und Verluste. Die Veränderung der Rücklage für die Cashflow Hedges resultiert ausschließlich aus laufender Veränderung der Marktbewertung. Auswirkungen aus Umklassifizierungen existieren nicht.

KAPITALMANAGEMENT

Die INDUS Holding AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu erhöhen sowie die Liquidität und Kreditwürdigkeit der INDUS-Gruppe sicherzustellen. In diesem Zusammenhang steht auch die fortlaufende Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zum verzinslichen Gesamtkapital, bestehend aus verzinslichem Fremdkapital und Eigenkapital. Das verzinsliche Fremdkapital umfasst die Pensionsrückstellungen und die Finanzschulden vermindert um die liquiden Mittel und beträgt 617.125 TEUR (Vorjahr: 545.454 TEUR). Unter Berücksichtigung des bilanziellen Eigenkapitals ergibt sich das Gesamtkapital in Höhe von 1.302.346 TEUR (Vorjahr: 1.332.928 TEUR). Bezogen auf das eingesetzte verzinsliche Gesamtkapital beträgt der Anteil des Eigenkapitals 52,6 % (Vorjahr: 59,1 %).

Die Verminderung des Gesamtkapitals um 30.582 TEUR (Vorjahr: Erhöhung um 88.778 TEUR) resultiert aus einer Verringerung des Eigenkapitals um 102.252 TEUR (Vorjahr: Erhöhung um 111.120 TEUR) und einer Erhöhung des verzinslichen Fremdkapitals um 71.670 TEUR (Vorjahr: Verringerung um 23.141 TEUR).

Die INDUS Holding AG unterliegt mit Ausnahme der aktienrechtlichen Regelungen zum Mindestkapital keinen weiteren rechtlich vorgegebenen Kapitalerfordernissen. Darüber hinaus ist die INDUS Holding AG im Rahmen von Kreditverträgen Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen, um damit weiterhin Finanzmittel zu angemessenen Konditionen erhalten zu können. Die geforderte Mindest-Eigenkapitalquote der INDUS Holding AG wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen Sonderkündigungsrechte im Falle eines Kontrollwechsels. Für Schuldscheindarlehen sind bestimmte Kennzahlen definiert.

[29] PENSIONEN

Die leistungsorientierten Pläne liegen bei Beteiligungsunternehmen in Deutschland und der Schweiz vor. Die deutschen Pensionspläne basieren auf lebenslangen Rentenzahlungen für die Berechtigten und deren Hinterbliebenen und unterliegen den Regelungen für Pensionsrückstellungen, Pensionskassen, Lebensversicherungen und Unterstützungskassen, die im Wesentlichen durch das BetrAVG geregelt sind. Die Pensionspläne sind nur in Einzelfällen über Deckungsvermögen finanziert. Die Pensionsverpflichtungen in der Schweiz unterliegen den gesetzlichen Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge (BVG) und werden gemäß diesen Regelungen kapitalgedeckt über Pensionskassen finanziert. Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der Verpflichtungen beträgt für deutsche Pläne 12,5 Jahre (Vorjahr: 14,5 Jahre) und für schweizerische Pläne 15,8 Jahre (Vorjahr: 16,9 Jahre).

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN TEUR)

2022 2021 Veränderung
Laufender Dienstzeitaufwand 1.921 1.881 40
Zinsaufwand 469 367 102
Erträge aus Planvermögen -162 -67 -95
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -186 -1.301 1.115
Verwaltungskosten Stiftung 127 115 12
Abgeltung eines schweizerischen Pensionsplans 0 0 0
Aufwand für DBO-Versorgungszusagen 2.169 995 1.174
+ Aufwand aus beitragsorientierten Plänen 3.419 3.332 87
= GuV-Periodenaufwand für Pensionszusagen 5.588 4.327 1.261

BILANZANSATZ (IN TEUR)

2022 2021 Veränderung
Barwert der rückstellungsfinanzierten Versorgungsansprüche 23.568 41.321 -17.753
Barwert der fondsfinanzierten Versorgungsansprüche 42.446 40.655 1.791
DBO: Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen 66.014 81.976 -15.962
Fondsvermögen zu Marktwerten -42.446 -40.655 -1.791
Nettoverpflichtungen = Rückstellung 23.568 41.321 -17.753
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -9.234 -24.394 15.160
Anfangsbestand: Bilanzwert zum 1.1. 41.321 49.682 -8.361
Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen 2.247 995 1.252
Rentenzahlungen -2.526 -2.777 251
Im Eigenkapital realisierte versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -15.160 -3.834 -11.326
Wechselkursveränderungen 336 520 -184
IFRS 5 Umgliederung -2.650 0 -2.650
Veränderung Konsolidierungskreis/ Saldierungen 0 -3.265 3.265
Endbestand: Bilanzwert zum 31.12. 23.568 41.321 -17.753
Zugrunde liegende Annahmen in Prozent:
Abzinsungsfaktor
Deutschland 3,80 1,00
Schweiz 2,25 0,35
Gehaltstrend
Deutschland 2,50 2,50
Schweiz 1,90 0,90
Rententrend
Deutschland 2,00 1,75
Schweiz 0,00 0,00
Erwartete Erträge aus Planvermögen
Deutschland 1,00 1,00
Schweiz 0,00 0,00

Der Zinsaufwand ist unter der Position Zinsergebnis erfasst. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechen im Wesentlichen den tatsächlichen Erträgen.

Die leistungsorientierten Pläne sind mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsrisiko, belastet. Eine Erhöhung oder Verminderung des Abzinsungsfaktors um 0,5 Prozentpunkte würde die Nettoverpflichtung um 3.455 TEUR (Vorjahr: 5.442 TEUR) reduzieren bzw. um 3.885 TEUR (Vorjahr: 6.050 TEUR) erhöhen. Eine Erhöhung oder Verminderung des Rentenfaktors um 0,5 Prozentpunkte würde die Nettoverpflichtung um 1.477 TEUR erhöhen (Vorjahr: 1.975 TEUR) bzw. um 1.379 TEUR (Vorjahr: 1.649 TEUR) reduzieren.

Im Zusammenhang mit Pensionsleistungen werden für 2023 Zahlungen in Höhe von 3.376 TEUR (im Jahr 2021 für 2022: 3.450 TEUR) erwartet.

Das Fondsvermögen besteht im Wesentlichen aus Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Fondsvermögens stellt sich folgendermaßen dar:

IN TEUR 2022 2021
Vermögenswerte zum 1.1. 40.655 34.411
Erwartete Erträge des Planvermögens 162 67
Laufende Beiträge durch die Gesellschaften 2.704 2.452
Pensionszahlungen -2.494 1.324
Saldierungen/Sonstiges -457 768
Abgeltung eines schweizerischen Pensionsplans 0 0
Wechselkursveränderungen 1.876 1.633
Vermögenswerte zum 31.12. 42.446 40.655

Darüber hinaus sind in der Bilanz weitere Erstattungsforderungen in Höhe von 465 TEUR (Vorjahr: 975 TEUR) bilanziert.

[30] SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

In den sonstigen Rückstellungen sind Zinsen in Höhe von -3 TEUR berücksichtigt worden (Vorjahr: 17 TEUR).

RÜCKSTELLUNGEN 2022 (IN TEUR)

ANFANGS BESTAND 1.1.2022 VERÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS VERÄNDERUNG IFRS 5 VERBRAUCH AUFLÖSUNG ZUFÜHRUNG/ NEUBILDUNG
Verpflichtungen aus Gewährleistungen 14.672 -997 -478 3.820 1.798 6.029
Verpflichtungen für Provisionen, Boni, Rabatte 14.467 170 -1.293 12.254 1.404 14.758
Kosten der Belegschaft 4.072 -778 -247 2.627 301 3.016
Übrige Rückstellungen 59.950 -48.536 -8.347 7.047 794 16.970
Summe 93.161 -50.141 -10.365 25.748 4.297 40.773
WÄHRUNGSDIFFERENZ END BESTAND 31.12.2022
Verpflichtungen aus Gewährleistungen 14 13.622
Verpflichtungen für Provisionen, Boni, Rabatte 69 14.513
Kosten der Belegschaft 5 3.140
Übrige Rückstellungen -42 12.154
Summe 46 43.429

Die Verpflichtungen für Gewährleistungen wurden aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen, Verpflichtungen für Provisionen, Boni und Rabatte sowie die Kosten der Belegschaft auf Basis geschätzter Werte gebildet. Die Kosten der Belegschaft beinhalten im Wesentlichen die Beiträge zur Berufsgenossenschaft sowie voraussichtliche Abfindungen. Die übrigen Rückstellungen betreffen die Drohverlustrückstellungen sowie eine Vielzahl von möglichen Einzelrisiken, die hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Eintritts bewertet wurden. Nennenswerte zu erwartende Erstattungen im Zusammenhang mit nach IAS 37 bilanzierten Verpflichtungen liegen nicht vor. Im Anfangsbestand zum 1. Januar 2022 ist die Anpassung der Drohverlustrückstellungen in Höhe von 46.000 TEUR aufgrund der Änderung von IAS 37 enthalten.

[31] FINANZSCHULDEN

FINANZSCHULDEN/ENTWICKLUNG (IN TEUR)

1.1.2022 BUCHWERT ZAHLUNGSWIRKSAM ZAHLUNGSUNWIRKSAM
erstmalige Bilanzierung Änderung Konsolidierungskreis
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 281.322 67.052 0 -1.124
Verbindlichkeiten aus Leasing 95.125 -23.268 19.429 -10.607
Schuldscheindarlehen 264.007 39.493 0 0
Summe Finanzschulden 640.454 83.277 19.429 -11.731
ZAHLUNGSUNWIRKSAM
UMGLIEDERUNG IFRS 5 Wechselkursänderung und weitere zahlungsunwirksame Veränderungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 477
Verbindlichkeiten aus Leasing -10.389 -145
Schuldscheindarlehen 0 0
Summe Finanzschulden -10.389 332
31.12.2022 BUCHWERT
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 347.727
Verbindlichkeiten aus Leasing 70.145
Schuldscheindarlehen 303.500
Summe Finanzschulden 721.372
1.1.2021 BUCHWERT ZAHLUNGSWIRKSAM ZAHLUNGSUNWIRKSAM
erstmalige Bilanzierung Änderung Konsolidierungskreis
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 340.405 -62.642 0 3.651
Verbindlichkeiten aus Leasing 86.120 -20.964 29.245 -123
Schuldscheindarlehen 287.089 -23.082 00 0
Summe Finanzschulden 713.614 -106.688 29.245 3.528
ZAHLUNGSUNWIRKSAM
UMGLIEDERUNG IFRS 5 Wechselkursänderung und weitere zahlungsunwirksame Veränderungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 -92
Verbindlichkeiten aus Leasing 0 847
Schuldscheindarlehen 0 0
Summe Finanzschulden 0 755
31.12.2021 BUCHWERT
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 281.322
Verbindlichkeiten aus Leasing 95.125
Schuldscheindarlehen 264.007
Summe Finanzschulden 640.454

Die zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzschulden beinhalten Zahlungsflüsse von aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von -3.914 TEUR (Vorjahr: -3.630 TEUR). Diese entfallen auf Veränderungen der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von +273 TEUR (Vorjahr: -625 TEUR) sowie Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Leasing von -4.187 TEUR (Vorjahr: -3.005 TEUR).

In den Wechselkursänderungen und weiteren zahlungsunwirksamen Veränderungen sind Zinsabgrenzungen in Höhe von 446 TEUR enthalten (Vorjahr: -90 TEUR).

FINANZSCHULDEN/DERIVATE (IN TEUR)

31.12.2022 BUCHWERT RÜCKZAHLUNGSVERPFLICHTUNG
BIS 1 JAHR ÜBER 1 BIS 5 JAHRE ÜBER 5 JAHRE
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in Konzernwährung Euro 347.123 93.753 214.143 39.227
in übriger Währung 604 604 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasing 70.145 17.306 38.836 14.003
Schuldscheindarlehen 303.500 29.071 144.929 129.500
Summe Finanzschulden 721.372 140.734 397.908 182.730
Derivate Nennwerte 113.225 38.780 74.445 0
31.12.2021 BUCHWERT RÜCKZAHLUNGSVERPFLICHTUNG
BIS 1 JAHR ÜBER 1 BIS 5 JAHRE ÜBER 5 JAHRE
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in Konzernwährung Euro 280.434 93.099 176.638 10.697
in südafrikanischen Rand 888 888 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasing 95.125 26.099 50.408 18.618
Schuldscheindarlehen 264.007 43.082 119.925 101.000
Summe Finanzschulden 640.454 163.168 346.971 130.315
Derivate Nennwerte 160.554 47.329 108.816 4.409

[32] SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

IN TEUR Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2022 KURZFRISTIG LANGFRISTIG 31.12.2021 KURZFRISTIG LANGFRISTIG
Verbindlichkeiten gegenüber Fremdgesellschafter 76.459 17.606 58.853 64.187 19.594 44.593
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 43.068 43.068 0 43.893 43.893 0
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 2.601 2.601 0
Kundengutschriften 7.187 7.187 0 11.786 11.786 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 2.766 2.340 426 4.370 3.664 706
Summe sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 129.480 70.201 59.279 126.837 81.538 45.299
Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 2.452 2.452 0 2.356 2.356 0
Verpflichtungen für Jahresabschlusskosten 3.266 3.266 0 3.238 3.238 0
Erhaltene Anzahlungen 33.030 33.018 12 25.683 25.683 0
Vertragsverpflichtungen 40.937 40.937 0 27.377 27.377 0
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 11.879 11.879 0 10.143 10.143 0
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 3.959 3.957 2 4.640 4.472 168
Investitionszuschüsse 444 0 444 1.556 0 1.556
Summe sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 95.967 95.509 458 74.993 73.269 1.724
Summe 225.447 165.710 59.737 201.830 154.807 47.023

Die Verbindlichkeiten gegenüber Fremdgesellschaftern beinhalten mit 64.050 TEUR (Vorjahr: 53.563 TEUR) bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, soweit die Minderheitsgesellschafter durch Kündigung des Gesellschaftsvertrags oder aufgrund von Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS andienen können. Im Geschäftsjahr sind neue Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von 16.622 TEUR zugegangen, 3.855 TEUR sind als Aufwand erfasst worden, und 2.280 TEUR sind im Wesentlichen durch Auszahlungen an die Fremdgesellschafter abgegangen. Die Kaufpreisverbindlichkeiten schwanken entsprechend der prozentualen Veränderung im operativen Ergebnis (EBIT), teilweise begrenzt durch Ober- und Untergrenzen.

[33] ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN IM ZUSAMMENHANG MIT ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENEN VERMÖGENSWERTEN

Der Vorstand der INDUS Holding AG hat im vierten Quartal 2022 die Veräußerung der SELZER Fertigungstechnik und ihrer Tochtergesellschaften sowie der SCHÄFER Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften beschlossen. Es wird aktiv nach Käufern gesucht. Mit Interessenten finden Sondierungsgespräche statt. Eine Veräußerung innerhalb des nächsten Geschäftsjahres wird als sehr wahrscheinlich angesehen.

Daher werden die zugeordneten Vermögenswerte als "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" ausgewiesen. Schulden der Veräußerungsgruppe wurden analog in die Bilanzposition "Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" gebucht. Abwertungen im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung von SELZER sind im Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen mit 63.038 TEUR (Vorjahr: 5.710 TEUR) aufwandswirksam enthalten.

ZUR VERÄUßERUNG GEHALTEN

SELZER SCHÄFER WEITERE *** 31.12.2022
Immaterielle Vermögenswerte 0 1.904 0 1.904
Sachanlagen 0 7.306 18.333 25.639
Beteiligungen an assozierte Unternehmen 0 757 0 757
Vorräte 15.525 1.591 0 17.116
Forderungen 6.858 1.128 0 7.986
Sonstige Aktiva * 6.008 1.735 0 7.743
Liquide Mittel 3.208 1.920 0 5.128
Summe "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" 31.599 16.341 18.333 66.273
Pensionsrückstellungen 2.650 0 0 2.650
Sonstige Rückstellungen 10.241 124 0 10.365
Finanzschulden 8.160 2.229 0 10.389
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.402 821 0 6.223
Sonstige Passiva ** 4.961 1.103 0 6.064
Summe "Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" 31.414 4.277 0 35.691

* Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte, Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern
** Sonstige Passiva: Sonstige langfristige Verbindlichkeiten, Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern
*** Weitere "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" betreffen Grundstücke und Gebäude.

SONSTIGE ANGABEN

[34] INFORMATIONEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Für den Neuerwerb von Beteiligungen wurden folgende Kaufpreise gezahlt:

IN TEUR 2022 2021
Zahlungswirksame Vorgänge aus Neuerwerben von Beteiligungen 63.039 71.115
abzüglich erworbene Finanzmittel -4.270 -3.787
Nettokaufpreis 58.769 67.328

Die liquiden Mittel enthalten Konten mit eingeschränkter Verfügungsmacht in Höhe von 577 TEUR (Vorjahr: 663 TEUR). Investitions- und Finanzierungsvorgänge in Höhe von 3.439 TEUR (Vorjahr: 5.143 TEUR), welche nicht zu einer Veränderung der liquiden Mittel führten, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung.

Die Einzahlungen aus Abgängen von Anteilen vollkonsolidierter Gesellschaften betreffen die zweite Tranche der Kaufpreiszahlung für den Verkauf der Wiesauplast-Gruppe. Im Vorjahr setzten sich die Einzahlungen zusammen aus dem im Geschäftsjahr 2021 zugeflossenen Verkaufspreis in Höhe von 10.000 TEUR abzüglich der abgehenden liquiden Mittel in Höhe von 2.151 TEUR.

Die Entwicklung der Finanzschulden wird unter Position [31] dargestellt. Im Geschäftsjahr sind 20.525 TEUR (Vorjahr: 19.408 TEUR) für Leasingverhältnisse (Zins und Tilgung) gezahlt worden.

In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows für die fortgeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen. In der folgenden Tabelle sind die Cashflows der gesamten INDUS-Gruppe unterteilt nach fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen aufgeführt:

IN TEUR 2022 2021
Cashflow aus Geschäftstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 116.339 158.355
Cashflow aus Geschäftstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche -48.705 -41.781
Summe Cashflow aus Geschäftstätigkeit 67.634 116.574
Cashflow aus Investitionstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche -94.438 -105.990
Cashflow aus Investitionstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche -28.301 -24.373
Summe Cashflow aus Investitonstätigkeit -122.739 -130.363
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 55.905 -40.840
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche -3.914 -3.630
Summe Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 51.991 -44.470
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel fortgeführter Geschäftsbereiche 77.806 11.525
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel aufgegebener Geschäftsbereiche -80.920 -69.784
Summe Zahlungswirksame Veränderungen der liquiden Mittel -3.114 -58.259

Zu Informationen bezüglich der Zusammensetzung der Cashflows aus aufgegebenen Geschäftsbereichen siehe Position [7].

[35] SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE GESCHÄFTSBEREICHE

SEGMENTBERICHT NACH IFRS 8 (IN TEUR)

BAU/ INFRASTRUKTUR FAHRZEUG TECHNIK MASCHINEN- UND ANLAGENBAU MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK METALL TECHNIK SUMME SEGMENTE
2022
Umsatzerlöse mit externen Dritten
aus Verträgen mit Kunden 458.194 128.175 385.951 147.564 460.343 1.580.227
nach der zeitraumbezogenen Methode 56.813 4.229 144.233 0 0 205.275
aus Dienstleistungsverträgen 195 10.341 1.551 6.011 6 18.104
Umsatzerlöse mit externen Dritten 515.202 142.745 531.735 153.575 460.349 1.803.606
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften 103 13.606 5 75 5.980 19.769
Umsatzerlöse 515.305 156.351 531.740 153.650 466.329 1.823.375
Segmentergebnis (EBIT) 59.616 -7.865 50.858 -4.649 50.689 148.649
Abschreibungen -33.511 -10.382 -39.906 -23.667 -17.444 -124.910
davon planmäßig -20.811 -10.382 -26.106 -10.448 -15.828 -83.575
davon Wertminderungen -12.700 0 -13.800 -13.219 -1.616 -41.335
Segment-EBITDA 93.127 2.517 90.764 19.018 68.133 273.559
Ergebnis aus Equity-Bewertung 511 0 0 0 0 511
Investitionen 12.326 10.512 67.931 9.715 12.611 113.095
davon Unternehmenserwerbe 0 0 58.769 0 0 58.769
31.12.2022
At-Equity-bewertete Anteile 4.276 0 0 0 0 4.276
Geschäfts- und Firmenwert 121.889 19.394 184.193 56.731 21.518 403.725
ÜBERLEITUNG KONZERN ABSCHLUSS
2022
Umsatzerlöse mit externen Dritten
aus Verträgen mit Kunden 503 1.580.730
nach der zeitraumbezogenen Methode 0 205.275
aus Dienstleistungsverträgen 0 18.104
Umsatzerlöse mit externen Dritten 503 1.804.109
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften -19.769 0
Umsatzerlöse -19.266 1.804.109
Segmentergebnis (EBIT) -14.984 133.665
Abschreibungen -3.853 -128.763
davon planmäßig -2.416 -85.991
davon Wertminderungen -1.437 -42.772
Segment-EBITDA -11.131 262.428
Ergebnis aus Equity-Bewertung 0 511
Investitionen 214 113.309
davon Unternehmenserwerbe 0 58.769
31.12.2022
At-Equity-bewertete Anteile 0 4.276
Geschäfts- und Firmenwert 0 403.725
BAU/ INFRASTRUKTUR FAHRZEUG TECHNIK MASCHINEN- UND ANLAGENBAU MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK METALL TECHNIK SUMME SEGMENTE
2021
Umsatzerlöse mit externen Dritten
aus Verträgen mit Kunden 416.192 162.513 286.037 142.798 420.407 1.427.947
nach der zeitraumbezogenen Methode 35.181 1.410 151.719 0 0 188.310
aus Dienstleistungsverträgen 188 9.879 979 5.878 0 16.924
Umsatzerlöse mit externen Dritten 451.561 173.802 438.735 148.676 420.407 1.633.181
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften 137 11.278 97 76 7.006 18.594
Umsatzerlöse 451.698 185.080 438.832 148.752 427.413 1.651.775
Segmentergebnis (EBIT) 70.619 -6.927 56.527 11.968 42.396 174.583
Abschreibungen -19.107 -16.253 -22.696 -10.900 -15.642 -84.598
davon planmäßig -19.107 -13.774 -22.696 -10.900 -15.642 -82.119
davon Wertminderungen 0 -2.479 0 0 0 -2.479
Segment-EBITDA 89.726 9.326 79.223 22.868 58.038 259.181
Ergebnis aus Equity-Bewertung -310 0 1.309 0 0 999
Investitionen 48.577 4.620 40.881 11.607 14.005 119.690
davon Unternehmenserwerbe 32.700 0 34.628 0 0 67.328
31.12.2021
At-Equity-bewertete Anteile 3.770 808 0 0 0 4.578
Geschäfts- und Firmenwert 134.190 19.375 163.554 69.639 23.040 409.798
ÜBERLEITUNG KONZERN ABSCHLUSS
2021
Umsatzerlöse mit externen Dritten
aus Verträgen mit Kunden 288 1.428.235
nach der zeitraumbezogenen Methode 0 188.310
aus Dienstleistungsverträgen 0 16.924
Umsatzerlöse mit externen Dritten 288 1.633.469
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften -18.594 0
Umsatzerlöse -18.306 1.633.469
Segmentergebnis (EBIT) -8.957 165.626
Abschreibungen -932 -85.530
davon planmäßig -932 -83.051
davon Wertminderungen 0 -2.479
Segment-EBITDA -8.025 251.156
Ergebnis aus Equity-Bewertung 0 1.082
Investitionen 191 119.881
davon Unternehmenserwerbe 0 67.328
31.12.2021
At-Equity-bewertete Anteile 0 4.578
Geschäfts- und Firmenwert 0 409.798

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG (IN TEUR)

2022 2021
Segmentergebnis (EBIT) 148.649 174.583
Nicht zugeordnete Bereiche inkl. AG -14.984 -8.957
Finanzergebnis -17.734 -15.957
Ergebnis vor Steuern 115.931 149.669

Die Gliederung der Segmente entspricht unverändert dem aktuellen Stand der internen Berichterstattung. Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt, wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in diesem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugtechnik, Medizin- und Gesundheitstechnik). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur abgestellt (Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Metalltechnik). Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen. Hinsichtlich der den Segmentumsätzen zugrunde liegenden Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen im Lagebericht.

Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente ist das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend der Definition im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewandt wurden, ermittelt. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf Marktpreisen.

SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE REGIONEN

Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht.

Die langfristigen Vermögenswerte, abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente, beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet.

Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von mehr als 10 % am Umsatz erreichen.

IN TEUR KONZERN INLAND EU DRITTLAND
2022
Umsatzerlöse mit externen Dritten 1.804.109 896.887 352.829 554.393
31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente 995.839 876.160 39.438 80.241
2021
Umsatzerlöse mit externen Dritten 1.633.469 837.621 330.032 465.816
31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente 1.072.987 893.656 50.022 129.309

[36] INFORMATIONEN ZUR BEDEUTUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

FINANZINSTRUMENTE 31.12.2022 (IN TEUR)

BILANZANSATZ NICHT IM ANWENDUNGSBEREICH DES IFRS 9 FINANZ INSTRUMENTE IFRS 9 DAVON ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTET DAVON ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTET
Finanzanlagen 5.571 0 5.571 2.441 3.130
Liquide Mittel 127.816 0 127.816 0 127.816
Forderungen 195.468 12.553 182.915 0 182.915
Sonstige Vermögenswerte 24.015 7.545 16.470 4.171 12.299
Finanzinstrumente: Aktiva 352.870 20.098 332.772 6.612 326.160
Finanzschulden 721.372 0 721.372 0 721.372
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 74.283 0 74.283 0 74.283
Sonstige Verbindlichkeiten 225.447 95.967 129.480 64.050 65.430
Finanzinstrumente: Passiva 1.021.102 95.967 925.135 64.050 861.085

FINANZINSTRUMENTE 31.12.2021 (IN TEUR)

BILANZANSATZ NICHT IM ANWENDUNGSBEREICH DES IFRS 9 FINANZ INSTRUMENTE IFRS 9 DAVON ZUM BEIZULEGEN DEN ZEITWERT BEWERTET DAVON ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTET
Finanzanlagen 8.794 0 8.794 2.517 6.277
Liquide Mittel 136.320 0 136.320 0 136.320
Forderungen 168.890 13.402 155.488 0 155.488
Sonstige Vermögenswerte 39.014 12.617 26.397 0 26.397
Finanzinstrumente: Aktiva 353.018 26.019 326.999 2.517 324.482
Finanzschulden 640.454 0 640.454 0 640.454
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 75.811 0 75.811 0 75.811
Sonstige Verbindlichkeiten 201.830 74.993 126.837 56.164 70.673
Finanzinstrumente: Passiva 918.095 74.993 843.102 56.164 786.938

Der beizulegende Zeitwert der Finanzschulden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beträgt 663.413 TEUR (Vorjahr: 648.256 TEUR). Der beizulegende Zeitwert aller weiteren Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten oder weicht nur unwesentlich davon ab.

FINANZINSTRUMENTE NACH GESCHÄFTSMODELL GEM. IFRS 9 (IN TEUR)

BUCHWERTE NETTOGEWINNE/-VERLUSTE
31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 0 0 0 -145
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet 326.160 324.482 -4.690 484
Finanzielle Vermögenswerte, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet - davon Eigenkapitalinstrumente 2.441 2.517 -6 0
Derivate mit Sicherungsbeziehung, Hedge Accounting 4.171 0 4.171 0
Finanzinstrumente: Aktiva 332.772 326.999 -525 339
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 64.050 53.563 -3.855 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bewertet 861.085 786.938 -681 84
Derivate mit Sicherungsbeziehung, Hedge Accounting 0 2.601 2.601 0
Finanzinstrumente: Passiva 925.135 843.102 -4.536 84

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Devisentermingeschäften sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" enthalten. Das Nettoergebnis der "Finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet" resultiert im Wesentlichen aus Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Kursgewinnen und -verlusten aus der Umrechnung von Fremdwährungsforderungen. Die Gewinne und Verluste der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" beinhalten Erträge/Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten, die in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen sind.

In der Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" werden Verluste aus Devisentermingeschäften und gegebenfalls Verluste aufgrund der Ineffektivität von Derivaten erfasst. Die Aufwendungen der Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten, zu Anschaffungskosten bewertet" beinhaltet Kursgewinne und -Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsverbindlichkeiten.

Die Gesamtzinserträge für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen 1.365 TEUR (Vorjahr: 133 TEUR). Die entsprechenden Gesamtzinsaufwendungen betragen 12.835 TEUR (Vorjahr: 13.665 TEUR).

ART UND AUSMAß VON RISIKEN, DIE SICH AUS FINANZINSTRUMENTEN ERGEBEN

GRUNDSÄTZE DES FINANZIELLEN RISIKOMANAGEMENTS

Entsprechend der Philosophie der INDUS Holding AG liegen die Einschätzung und das Management der operativen Risiken in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften und ihrer Geschäftsführung. Auf Basis der lokalen Risikoeinschätzung und der Investitions- und Finanzpläne der jeweiligen Beteiligung ermittelt und überwacht die Holding den gesamten Finanzbedarf. Zins- und Währungsrisiken werden durch originäre und derivative Finanzinstrumente abgesichert; letztere werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen.

RISIKOMANAGEMENT UND FINANZDERIVATE

Die INDUS-Gruppe unterhält ein leistungsfähiges Risikomanagementsystem zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken, dessen Schwerpunkt auf den substanziellen Problemstellungen eines diversifizierten Beteiligungsportfolios beruht. Darin eingebettet sind die spezifischen Fragestellungen des finanziellen Risikomanagements gemäß der Definition nach IFRS 7. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Hinsichtlich weiterer Details wird auf die Ausführungen im Lagebericht verwiesen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass aufgrund von nicht vorhandenen Zahlungsmitteln zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht geleistet werden können. Die Liquidität der INDUS-Gruppe wird durch das Treasury der INDUS Holding AG anhand von Liquiditätsmeldungen überwacht.

Die einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zwischen der INDUS Holding AG und den Beteiligungen. Die INDUS-Gruppe verfügt über ausreichende liquide Mittel, die die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherstellen (2022: 127.816 TEUR, Vorjahr: 136.320 TEUR). Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 91.575 TEUR (Vorjahr: 82.736 TEUR).

Die breit diversifizierte Fremdfinanzierung verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern. Durch vorhandene Liquidität und feste Finanzierungszusagen können sich bietende Chancen jederzeit wahrgenommen werden. Die langfristige und in Tranchen angelegte Finanzierung mit revolvierender Neufinanzierung begrenzt das Finanzierungsrisiko.

Ein ESG-linked Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 56.000 TEUR wurde am 1. Dezember 2021 abgeschlossen. Die Valuta erfolgte am 12. Januar 2022. Ein weiteres ESG-linked Schuldscheindarlehen wurde am 7. November 2022 mit einem Volumen von 37.000 TEUR abgeschlossen. Die Valuta erfolgte am 9. November 2022.

Unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag fixierten Konditionen für Finanzinstrumente wurden folgende Zahlungsmittelabflüsse ermittelt, die in die langfristig angelegte Finanzplanung der INDUS-Gruppe eingehen:

ZAHLUNGSMITTELABFLUSS
(IN TEUR)
31.12.2022 31.12.2021
BIS 1 JAHR ÜBER 1 BIS 5 JAHRE ÜBER 5 JAHRE BIS 1 JAHR ÜBER 1 BIS 5 JAHRE ÜBER 5 JAHRE
Zinsderivate 520 385 0 1.373 2.157 25
Summe Derivative Finanzinstrumente 520 385 0 1.373 2.157 25
Finanzschulden 143.093 413.411 244.282 173.305 367.514 141.278
- davon Verbindlichkeiten aus Leasing 17.225 38.836 14.003 27.125 52.227 19.641
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 74.283 0 0 75.811 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 70.201 59.279 0 81.538 45.299 0
Summe Finanzinstrumente 287.577 472.690 244.282 330.654 412.813 141.278

Die Zahlungsströme bestehen aus Tilgungszahlungen und den entsprechenden Zinsen. Die summierten Zahlungsströme von Finanzschulden und Zinsderivaten ergeben den Zahlungsstrom von entsprechenden Festzinskrediten.

AUSFALLRISIKO

Als Ausfallrisiko wird das Risiko finanzieller Verluste aufgrund von einer Nicht- oder Teilbegleichung bestehender Forderungen verstanden.

Im Finanzierungsbereich von INDUS werden nur Kontrakte mit Kontrahenten erster Bonität abgeschlossen. Im operativen Bereich erfolgt eine dezentrale laufende Überwachung durch die Beteiligungen. Ausfallrisiken wird durch adäquate Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Bilanzansatz der selbst ausgereichten Kredite und Forderungen, bei Derivaten der Summe ihrer positiven Marktwerte.

Durch die Eigenständigkeit der Unternehmen der INDUS-Gruppe, die ihre Aktivitäten auf verschiedenen Märkten und mit unterschiedlichen Produkten entfalten, wird eine breite Streuung des unternehmerischen Risikos erreicht.

Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen resultiert aus der oligopolistischen Struktur der Kunden im Segment Fahrzeugtechnik. Bezogen auf den Gesamtbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen existieren sieben Kunden (Vorjahr: elf) mit einem Anteil von jeweils mehr als 1 %. Das entspricht einem Anteil von ca. 21 % an den Offenen Posten im Konzernabschluss (Vorjahr: ca. 22 %). Der Umsatzanteil der Top-10-Kunden betrug ca. 19 % vom Konzernumsatz (Vorjahr: ca. 20 %).

Weiterhin bestehen Forderungen gegen Kunden und assoziierte Unternehmen, die überfällig sind, aber nicht einzeln wertberichtigt wurden. Im Laufzeitband bis drei Monate treten in der Regel keine wesentlichen Zahlungsausfälle ein, da die Überfälligkeiten überwiegend auf zeitlichen Buchungsunterschieden beruhen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten am Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als ausgefallen betrachtet, wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Schuldner ihrer Zahlungsverpflichtung nachkommen. Dies ist insbesondere bei Insolvenzverfahren oder bei Rechtsstreitigkeiten ohne Aussicht auf Erfolg gegeben. Die erwarteten Ausfälle berechnen sich anhand der Erfahrungen aus der Vergangenheit unter Berücksichtigung der Erwartungen für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Für alle weiteren finanziellen Vermögenswerte wird das Ausfallrisiko als sehr gering angesehen.

FORDERUNGEN AN KUNDEN UND ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE (IN TEUR)

2022 2021
Buchwert Bilanz 195.468 168.890
darin enthaltene Wertminderung 5.944 4.756
Bruttowert der Forderungen vor Wertminderung 201.412 173.646
davon zum Abschlussstichtag
weder wertgemindert noch überfällig 164.599 137.663
nicht wertgemindert und in folgenden Zeitbändern überfällig
weniger als 3 Monate 26.340 25.510
zwischen 3 und 6 Monaten 2.442 2.533
zwischen 6 und 9 Monaten 1.065 1.263
zwischen 9 und 12 Monaten 848 898
mehr als 12 Monate 2.367 1.732

Die folgende Tabelle enthält Informationen zum geschätzten Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlusten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

AUSFALLRISIKO FORDERUNGEN (IN TEUR)

Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Bruttobuchwert Erwarteter Verlust Beeinträchtigte Bonität
Nicht überfällig und 1 bis < 3 Monate überfällig 0,97% 190.939 1.860 Nein
3 bis < 6 Monate überfällig 6,92% 2.442 169 Nein
6 bis < 9 Monate überfällig 10,99% 1.065 117 Nein
9 bis < 12 Monate überfällig 2,95% 848 25 Nein
> 12 Monate überfällig 3,80% 2.367 90 Ja

Das erwartete Ausfallrisiko wird anhand von vergangenheitsbezogenen Daten, insbesondere historischen Ausfallquoten, ermittelt. Ist mit einer Erhöhung oder Reduzierung der Forderungsausfälle in der Zukunft zu rechnen, so erfolgt eine entsprechende Berücksichtigung bei der Bemessung der erwarteten Ausfälle.

Bei der Ermittlung des Ausfallrisikos werden die Geschäftsmodelle, die Kunden sowie das wirtschaftliche, politische und geografische Umfeld betrachtet. Daher legen die einzelnen Konzernunternehmen spezifische Ausfallraten zugrunde.

ZINSRISIKO

Die INDUS Holding AG sichert und koordiniert die Finanzierung und Liquidität der Gruppe. Im Vordergrund steht die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios. Zum Einsatz gelangen festverzinsliche Finanzierungen oder variabel verzinsliche Finanzierungen, die per Zinsswaps in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden.

Änderungen der Zinssätze könnten Marktwert und Cashflow von Finanzinstrumenten beeinflussen. Die Berechnung dieser Auswirkungen erfolgt durch eine Sensitivitätsanalyse, bei der die relevanten Zinsstrukturkurven jeweils um 100 Basispunkte parallel verschoben werden. Die Auswirkungen werden ermittelt für die fixierten Konditionen des am Abschlussstichtag vorliegenden Bestands an Finanzinstrumenten.

Die Veränderung von Marktwerten hat Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, abhängig von den Bewertungskategorien der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Die folgende Tabelle zeigt die Zinssensitivität bei einer parallelen Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte (BP):

SENSITIVITÄTSANALYSE MARKTWERTRISIKO (IN TEUR)

31.12.2022 31.12.2021
+ 100 BP - 100 BP + 100 BP - 100 BP
Marktwerte Derivate 1.410 -1.464 2.853 -2.982
davon Eigenkapital/Hedges 1.410 -1.464 2.853 -2.982
davon GuV-Zinsaufwand 0 0 0 0
Marktwerte Kredite 11.163 -11.893 11.165 -11.895
Summe Marktwerte 12.573 -13.357 14.018 -14.877

Da wirtschaftlich betrachtet die Zinsänderungsrisiken fast vollständig abgesichert sind, würden sich Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Wesentliche Auswirkungen auf den zukünftigen Cashflow existieren somit nicht.

WÄHRUNGSRISIKO

Die Währungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der operativen Tätigkeit der Konzernunternehmen sowie aus Finanztransaktionen zwischen den ausländischen Beteiligungsunternehmen und der jeweiligen Muttergesellschaft. Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Im Vorjahr wurden als Instrumente Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte eingesetzt.

Auswirkungen von Währungsrisiken auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen, wenn Finanzinstrumente in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft notieren. Wechselkursbedingte Risiken aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Da Währungssicherungen nicht formal als Sicherungsbeziehungen bilanziert werden, ergeben sich hieraus keine Auswirkungen auf die Rücklagen für Marktbewertungen von Finanzinstrumenten.

Unter der Annahme, dass am Abschlussstichtag die Umrechnungskurse aller Fremdwährungen gegenüber dem Euro um 10 % höher lägen, würde sich das Nettoergebnis aus Währungsumrechnung um 8.436 TEUR verändern (Vorjahr: 6.989 TEUR). Haupteinfluss sind wie im Vorjahr die Nettoforderungen in US-Dollar und Schweizer Franken.

BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTEN

SICHERUNGSINSTRUMENTE

Zum Abschlussstichtag liegen Währungssicherungen mit einem Nominalvolumen von 0 TEUR (Vorjahr: 5.180 TEUR) vor. Die Währungsabsicherungen des Vorjahres betrafen Geschäfte in US-Dollar. Die Sicherungskontrakte wiesen einen Marktwert von -5 TEUR auf.

Zinssicherungen existieren mit einem Nominalvolumen von 113.225 TEUR (Vorjahr: 155.261 TEUR). Die Marktwerte betragen 4.171 TEUR (Vorjahr: -2.601 TEUR). Die Zinssicherungen betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe bereits bilanzierte Darlehensgeschäfte. Weitere Details zu Fälligkeiten und Laufzeiten finden sich bei der Berichterstattung zu den Finanzschulden.

BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTEN ALS HEDGE ACCOUNTING

Von den zuvor dargestellten Sicherungsinstrumenten sind die folgenden Sicherungsinstrumente Teil eines bilanziellen Sicherungszusammenhangs (Hedge Accounting):

BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTEN GEM. IFRS 9

31.12.2022 Nominalbeträge Buchwert der Sicherungsinstrumente Bilanzposition Veränderungen im Wert des Sicherungsinstruments, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden
Absicherung von Zahlungsströmen
Zinssicherungen 113.225 4.171 sonstige kurzfr. Vw. 6.772
Währungssicherungen 0 0 sonstige kurzfr. Verb. 0
Summe 4.171 6.772
31.12.2021 Nominalbeträge Buchwert der Sicherungsinstrumente Bilanzposition Veränderungen im Wert des Sicherungsinstruments, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden
Absicherung von Zahlungsströmen
Zinssicherungen 155.260 -2.601 sonstige kurzfr. Verb. 1.678
Währungssicherungen 0 0 sonstige kurzfr. Verb. 0
Summe -2.601 1.678

Der durchschnittliche Zinssatz für die Zinssicherungen beträgt 0,95 % (Vorjahr: 0,82 %). Zum Bilanzstichtag liegen ebenso wie im Vorjahr keine bilanziellen Sicherungszusammenhänge (Hedge Accounting) für Währungssicherungen vor.

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG DER RÜCKLAGEN FÜR CASHFLOW HEDGES

Rücklage für Cashflow Hedges Latente Steuern für Cashflow Hedges
Stand am 01. Januar 2021 -4.271 672
Veränderungen beizulegender Zeitwert
Zinssicherungen 1.678 -264
Währungssicherungen 0 0
Stand am 31. Dezember 2021 -2.593 408
Stand am 01. Januar 2022 -2.593 408
Veränderungen beizulegender Zeitwert
Zinssicherungen 6.772 -1.072
Währungssicherungen 0 0
Stand am 31. Dezember 2022 4.179 -664

[37] GESTELLTE SICHERHEITEN

Gestellte Sicherheiten für Finanzschulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

VERPFÄNDETE VERMÖGENSWERTE (IN TEUR)

2022 2021
Grundschulden 18.805 18.714
Sicherungsübereignung 0 162
Sonstige Sicherungen 575 81
Summe Sicherungen 19.380 18.957

[38] EVENTUALSCHULDEN

Verpflichtungen aus Bürgschaften existieren in Höhe von 3.008 TEUR (Vorjahr: 6.637 TEUR). Dabei handelt es sich um Außenverpflichtungen der INDUS Holding AG, die diese im Zusammenhang mit den Geschäftsaktivitäten der Beteiligungen übernommen hat. Eine Inanspruchnahme der Bürgschaften durch die Begünstigten ist aus aktueller Sicht sehr unwahrscheinlich.

[39] SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für das Anlagevermögen belaufen sich auf 7.761 TEUR (Vorjahr: 11.551 TEUR), davon Sachanlagen 6.988 TEUR (Vorjahr: 11.416 TEUR) und immaterielle Vermögenswerte 773 TEUR (Vorjahr: 135 TEUR). Im Vorjahr bestand eine Zahlungsverpflichtung aus einem mehrjährigen Kundenvertrag in Höhe von 1.000 TEUR.

[40] BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

MITGLIEDER DES MANAGEMENTS IN SCHLÜSSELPOSITIONEN UND NAHESTEHENDE PERSONEN

Entsprechend der Struktur der INDUS-Gruppe zählen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen der Aufsichtsrat mit zwölf Mitgliedern (Vorjahr: zwölf Mitglieder), der Vorstand der INDUS Holding AG mit vier Personen (Vorjahr: vier Personen) sowie entsprechend der Managementstrukturen bis zum 31. Dezember 2022 die Geschäftsführungen der operativen Einheiten (2022: 118 Personen, Vorjahr: 115 Personen).

Bilanzierungspflichtige Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands existieren nicht.

ÜBERSICHT VERGÜTUNG (IN TEUR)

AUFWAND DER PERIODE DAVON KURZFRISTIGE VERGÜTUNG DAVON ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG DAVON ABFINDUNGEN DAVON PENSIONEN
2022
INDUS Holding AG
Aufsichtsrat 776 776 0 0 0
Vorstand 1.831 2.064 -233 0 0
Tochterunternehmen -
Geschäftsführer 23.890 23.222 0 120 548
Familienmitglieder 189 189 0 0 0
Summe 26.686 26.251 -233 120 548
2021 -
INDUS Holding AG
Aufsichtsrat 706 706 0 0 0
Vorstand 2.979 2.692 * 287 * 0 0
Tochterunternehmen -
Geschäftsführer 21.372 20.962 0 0 411
Familienmitglieder 186 186 0 0 0
Summe 25.243 24.546 287 0 411

* Vorjahreswerte angepasst

Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bestehen darüber hinaus Arbeitsverträge mit den jeweiligen Beteiligungsunternehmen von INDUS.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde von der außerordentlichen Hauptversammlung der INDUS Holding AG im November 2018 festgelegt. Sie ist in § 16. Abs. 1 und 2 der Satzung geregelt. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Grundvergütung in Höhe von unverändert 30 TEUR sowie ein Sitzungsgeld von 3 TEUR pro Sitzung. Der oder die Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der oder die Stellvertretende das Eineinhalbfache. Jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Vergütung in Höhe von 5 TEUR. Der oder die Ausschussvorsitzende erhält das Doppelte des vorgenannten Betrags. Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme. Der Aufsichtsrat tagte 2022 achtmal (Vorjahr: sechsmal).

Zur weiteren Informationen bezüglich der Aufsichtsratsvergütung verweisen wir auf unseren separat veröffentlichten Vergütungsbericht.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der INDUS Holding AG setze sich für das Geschäftsjahr 2022 aus dem festen Grundgehalt (einschließlich steuerpflichtiger geldwerter Vorteile), der ergebnisabhängigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive-Programm) und der aktienorientierten Vergütung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Long-Term-Incentive-Programm) zusammen. Auf der Hauptversammlung 2021 wurde ein neues Vergütungssystem für die Vorstände beschlossen. Die variablen Komponenten STI und LTI wurden neu definiert. Mit dem STI wird der jährliche Beitrag des Vorstandsmitglieds zur Erreichung der vom Aufsichtsrat vorgegebenen operativen Ziele und zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung vergütet. Das STI setzt sich zusammen aus einem Anteil, der die Erreichung finanzieller Ziele, und einem Anteil, der die Erreichung nichtfinanzieller Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit und Strategie honoriert. Der Anteil der nichtfinanziellen Ziele am Zielwert des STI beträgt mindestens 20 %.

LONG-TERM-INCENTIVE-PROGRAMM BIS 2020 (ALTES VERGÜTUNGSSYSTEM)

Das alte Long-Term-Incentive-Programm (LTI-Programm) bestand in der Gewährung von virtuellen Aktienoptionen (SAR, Stock Appreciation Rights). Ein SAR ist die Zusage einer Zahlung, deren Höhe sich nach der Differenz zwischen dem Basispreis des SAR und dem aktuellen Börsenkurs bei Ausübung des SAR bemisst. Der Basispreis des SAR entspricht dem Mittelwert der Schlusskurse im XETRA-Handel für die Aktie der Gesellschaft während der letzten 20 Handelstage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Dem Vorstand wurde bis 2020 jährlich eine Tranche von SARs gewährt. Bei Gewährung wird der Optionspreis des SAR ermittelt. Auf Basis des vertraglich vereinbarten Zielwertes ergibt sich daraus die Anzahl der zugeteilten SARs der Tranche. Die SARs sind ab ihrer Gewährung unverfallbar. Für die Optionsausübung jeder gewährten Tranche besteht eine Sperrfrist (vier Jahre). Die sich an die Sperrfrist anschließende Ausübungszeit beträgt zwei Jahre. Die Auszahlung einer Tranche kann nur erfolgen, wenn der Aktienkurs bei Ausübung über dem Basispreis des SAR der Tranche liegt und eine definierte Erfolgshürde (Mindestkurssteigerung von 12 % innerhalb der Sperrfrist) erreicht. Für die Auszahlung besteht eine Obergrenze (Cap) von 200 % des vertraglich vereinbarten Zielwerts.

Dem Vorstand wurden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Im Geschäftsjahr 2020 wurden die letzten SAR ausgegeben. Der Bestand der gewährten und noch nicht ausgeübten SARs bis zum 31. Dezember 2022 beträgt 185.376 Stück (Vorjahr: 228.264). Im Geschäftsjahr 2022 sind 42.887 Optionen verfallen. Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten und noch nicht ausgeübten SARs betrug zum Bilanzstichtag 50 TEUR (Vorjahr: 505 TEUR). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Eine Auflösung in Höhe von 455 TEUR (Vorjahr: 471 TEUR) ist im Personalaufwand erfasst. Im Geschäftsjahr und im Vorjahr sind keine Zahlungen aus den Aktienoptionen erfolgt.

Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Optionspreismodell von Black/Scholes und einer angemessenen Volatilität für INDUS sowie einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Die Optionen besitzen eine Sperrfrist von vier Jahren und eine Ausübungszeit von zwei Jahren.

LONG-TERM-INCENTIVE-PROGRAMM AB 2021 (NEUES VERGÜTUNGSSYSTEM)

Das neue LTI-Programm ist als Virtueller Performance Share Plan (VPSP) ausgestaltet. Der VPSP basiert auf einer vierjährigen Performanceperiode, die jeweils am Anfang eines Geschäftsjahres startet. Zu Beginn einer Performanceperiode werden den Vorstandsmitgliedern virtuelle Aktien (Performance Share Unit - PSU) zugeteilt. Die Anzahl der PSUs zu Beginn der Performanceperiode wird über Division des individuellen LTI-Zielwerts durch den Aktienkurs bei Zuteilung ermittelt. Der Aktienkurs bei Zuteilung ist der durchschnittliche Schlusskurs im XETRA-Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der letzten 40 Handelstage.

Über die Erreichung des vom Aufsichtsrat für die Performanceperiode definierten externen Erfolgsziels und des internen Erfolgsziels kann sich die Anzahl der PSUs über die Performanceperiode hinweg durch einen Bonusfaktor ändern. Bei Untererfüllung der Erfolgsziele liegt der Bonusfaktor unter 100 % - die Anzahl der PSUs reduziert sich entsprechend und kann bei starker Untererfüllung auch vollständig entfallen. Bei Übererfüllung der Erfolgsziele liegt der Bonusfaktor über 100 % - die Anzahl der PSUs erhöht sich entsprechend. Die finale Anzahl der PSUs am Ende der Performanceperiode ist auf 150 % der Anzahl der PSUs zu Beginn der Performanceperiode begrenzt.

Nach Vorbereitung durch den Personalausschuss setzt der Aufsichtsrat das externe und das interne Erfolgsziel für die jeweilige Performanceperiode zu Beginn der jeweiligen Performanceperiode fest. Diese Festsetzungen werden während der Laufzeit einer Performanceperiode nicht mehr verändert.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden 24.429 (Vorjahr: 25.380) virtuelle Performance Shares (VPS) aus dem neuen LTI-Programm ausgegeben. Dieser Plan (LTI-Plan 2022) besitzt einen Performancezeitraum bis zum 31. Dezember 2025. 2026 kommt es dann zur möglichen Auszahlung aus dem LTI-Plan 2022. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der VPS insgesamt 706 TEUR (Vorjahr: 719 TEUR). Der Bestand der gewährten und noch nicht ausgeübten VPS bis zum 31. Dezember 2022 beträgt 49.809 Stück (Vorjahr: 25.380 Stück). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten und noch nicht ausgeübten VPS betrug zum Bilanzstichtag 887 TEUR (Vorjahr: 676 TEUR). In dieser Höhe wurde eine Rückstellung im Jahresabschluss gebildet. In Höhe von 211 TEUR (Vorjahr: 676 TEUR) wurde eine Zuführung im Personalaufwand vorgenommen.

Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Monte-Carlo-Simulationsmodell. Hierbei wurde eine angemessene Volatilität für INDUS und ein risikoloser Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche angenommen. Für die Berechnung des TSR wurde eine angemessene Korrelation der INDUS-Aktie und des SDAX aus den historischen Daten der vergangenen drei Jahre abgeleitet.

CHANGE OF CONTROL

Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wesentlich verändert (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Falle der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird maximal für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt oder über eine Laufzeit von zwei Jahren gezahlt, soweit der reguläre Beendigungszeitraum davon abweicht.

VERGÜTUNG

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der INDUS Holding AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2022 und dem Vorjahr aus dem festen Grundgehalt (einschließlich steuerpflichtiger geldwerter Vorteile), der ergebnisabhängigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive-Programm) und der aktienorientierten Vergütung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Long-Term-Incentive-Programm) zusammen. Für 2022 und das Vorjahr gilt das als Virtueller Performance Share Plan (VPSP) ausgestaltete neue Long-Term-Incentive-Programm.

Insgesamt ist für die Vorstandsvergütung ein Aufwand in Höhe von 1.831 TEUR (Vorjahr: 2.979 TEUR) erfasst worden. Auf die feste Vergütung entfallen 1.856 TEUR (Vorjahr: 1.747 TEUR), 208 TEUR auf die kurzfristige variable Vergütung (Vorjahr: 945 TEUR) und -233 TEUR auf die virtuellen Aktienoptionen (Vorjahr: 287 TEUR).

Angaben im Sinne von § 314 Abs. 1 Nr. 6 lit. a) HGB: Die im Geschäftsjahr den Mitgliedern des Vorstands gewährten Gesamtbezüge beliefen sich auf 2.767 TEUR (Vorjahr: 3.411 TEUR). Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf 776 TEUR (Vorjahr: 706 TEUR). Für ein ehemaliges Vorstandsmitglied bestehen Altersvorsorgeansprüche mit einem Anwartschaftsbarwert in Höhe von 77 TEUR (Vorjahr: 80 TEUR). Die Altersvorsorgeansprüche sind durch eine wertkongruente Rückdeckungsversicherung gedeckt. Im Geschäftsjahr wurden 6 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) der Ansprüche ausgezahlt.

Zu den individualisierten Vorstandsvergütungen verweisen wir auf den separat veröffentlichten Vergütungsbericht.

SONSTIGE BEZIEHUNGEN

Geschäfte der INDUS-Gruppe mit Personen oder Unternehmen, die die INDUS-Gruppe beherrschen oder von ihr beherrscht werden, müssen angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Nahestehende assoziierte Unternehmen sind die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften. Die weiteren Kategorien betreffen die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, deren Familienmitglieder sowie deren zuzurechnenden Gesellschaften.

BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN (IN TEUR)

UMSATZ UND SONST. BETRIEBL. ERTRÄGE WARENBEZUG SONSTIGER BEZUG OFFENE POSTEN GEWÄHRTE DARLEHEN
2022
Nahestehende assoziierte Unternehmen 1.721 62 0 36 776
Familienmitglieder von Geschäftsführern und Gesellschaftern 1 252 1 0 0
Nicht beherrschende Gesellschafter 20.192 0 0 0 0
Geschäftsführer von Beteiligungen 0 0 60 20 0
Summe nahestehende Unternehmen und Personen 21.914 314 61 56 776
2021 -
Nahestehende assoziierte Unter nehmen 1.357 41 252 905 858
Familienmitglieder von Geschäftsführern und Gesellschaftern 1 153 5 0 0
Nicht beherrschende Gesellschafter 14.220 0 0 0 0
Geschäftsführer von Beteiligungen 0 0 71 4 1.000
Summe nahestehende Unternehmen und Personen 15.578 194 328 909 1.858

Im Geschäftsjahr 2022 wurden aus einer Geschäftsbeziehung mit einem nahestehenden Unternehmen eines nicht beherrschenden Gesellschafters Umsatzerlöse in Höhe von 20.192 TEUR (Vorjahr: 14.220 TEUR) realisiert.

[41] MITARBEITENDE

MITARBEITENDE IM DURCHSCHNITT DES GESCHÄFTSJAHRES

2022 2021
Mitarbeitende nach Regionen
Deutschland 7.549 7.571
Europa (EU & Schweiz) 1.548 1.609
Übrige Welt 1.610 1.730
Mitarbeitende der fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche 10.707 10.910
Mitarbeitende nach Segmenten
Bau/Infrastruktur 2.343 2.173
Fahrzeugtechnik 952 1.430
Maschinen- und Anlagenbau 2.418 2.289
Medizin- und Gesundheitstechnik 1.588 1.613
Metalltechnik 1.496 1.520
Übrige 40 38
Mitarbeitende der fortgeführten Geschäftsbereiche 8.837 9.063
Mitarbeitende der aufgegebenen Geschäftsbereiche 1.870 1.847
Mitarbeitende der fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche 10.707 10.910

[42] KOSTEN DER JAHRESABSCHLUSS- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNG

Das Honorar des Prüfers des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Vorjahr: Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft), betrug für die Abschlussprüfungen 919 TEUR (Vorjahr: 611 TEUR), davon für Vorjahre 0 TEUR (Vorjahr: 32 TEUR), für sonstige Bestätigungen oder Bewertungsleistungen 3 TEUR (Vorjahr: 40 TEUR), davon für Vorjahre 0 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR), für Steuerberatungsleistungen 0 TEUR (Vorjahr: 38 TEUR) und für sonstige Leistungen 0 TEUR (Vorjahr: 30 TEUR). Die Bestätigungsleistungen betreffen die prüferische Durchsicht des nichtfinanziellen Berichts der INDUS-Gruppe und die materielle Prüfung des Vergütungsberichts.

[43] DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Vorstand und Aufsichtsrat haben am 8. Dezember 2022 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Website der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht.

[44] INANSPRUCHNAHME DER ERLEICHTERUNGEN NACH § 264 ABS. 3 BZW. § 264B HGB

In der beim elektronischen Handelsregister hinterlegten Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 HGB, die Bestandteil des Konzernanhangs ist, sind die Tochtergesellschaften bezeichnet, die die Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB zum 31. Dezember 2022 in Anspruch nehmen.

[45] ANTEILSBESITZLISTE ZUM 31.12.2022 DER INDUS HOLDING AG

Firma Sitz Konzernanteile am Kapital Letzter Jahresabschluss Anm.
A. Verbundene Unternehmen (im Konzernabschluss nach IFRS 10 konsolidiert)
A.V.E.C. American Veneer Edgebanding Company, Inc. Heath/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
Akor Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz 94,00% 31.12.2022
Ancotech AG Dielsdorf/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
Ancotech GmbH Köln 100,00% 31.12.2022
ancotech Holding GmbH & Co. KG Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022 (1)
ancotech Verwaltungs GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
Anneliese Köster GmbH & Co. KG Ennepetal 100,00% 31.12.2022 (1)
Anneliese Köster Verwaltungs GmbH Ennepetal 100,00% 31.12.2022
ASS End of Arm Tooling, Inc. Plymouth/Vereinigte Staaten 90,00% 31.12.2022 (2)
ASS Maschinenbau GmbH Overath 100,00% 31.12.2022 (1)
AURORA Advanced HBAS Solutions (Kunshan) Co. Ltd. Kunshan/China 100,00% 31.12.2022 (2)
AURORA isi Araçlari San. ve Tic. Ltd. Çti. Ergene/Türkei 100,00% 31.12.2022 (2)
Aurora Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG Mudau 100,00% 31.12.2022 (1)
AURORA Netherlands B.V. Nuenen/Niederlande 100,00% 31.12.2022
AURORA North America Holding Inc. New York/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
AURORA North America LLC Grand Rapids/Vereinigte Staaten 76,00% 31.12.2022 (2)
AURORA Verwaltungs-GmbH Mudau 100,00% 31.12.2022
Betek GmbH & Co. KG Aichhalden 100,00% 31.12.2022 (1)
Betek Tools Taicang Ltd. Taicang/China 100,00% 31.12.2022 (2)
Betek Tools, Inc. Charlotte/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
Betek Verwaltungs-GmbH Aichhalden 100,00% 31.12.2022
Betomax Austria GmbH Linz/Österreich 100,00% 31.12.2022
BETOMAX Komplementär GmbH Neuss 100,00% 31.12.2022
BETOMAX systems GmbH & Co. KG Neuss 100,00% 31.12.2022 (1)
Bilstein & Siekermann GmbH + Co. KG Hillesheim 100,00% 31.12.2022 (1)
Bilstein & Siekermann International GmbH Hillesheim 100,00% 31.12.2022
Bilstein & Siekermann Verwaltungsgesellschaft mbH Hillesheim 100,00% 31.12.2022
Bilstein Siekermann Cold Forming Technology (Taicang)Co., Ltd Taicang/China 100,00% 31.12.2022 (2)
Budde Fördertechnik GmbH Bielefeld 75,00% 31.12.2022 (1)
Budde Fördertechnik GmbH Schmalkalden 75,00% 31.12.2022 (1)
Buschjost Magnetventile GmbH & Co. KG Vlotho 90,00% 31.12.2022 (1)
Buschjost Magnetventile Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Vlotho 90,00% 31.12.2022
COMPUTEC GmbH Murrhardt 100,00% 31.12.2022
COMSORT GmbH Bielefeld 100,00% 31.12.2022
CreaPhys GmbH Dresden 100,00% 31.12.2022
D.M.S. GmbH Design Modell-Studien München 100,00% 31.12.2022
Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH Dessau-Roßlau 100,00% 31.12.2022 (1)
Electronic Equipment B.V. Weert/Niederlande 100,00% 31.12.2022
eltherm (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai/China 100,00% 31.12.2022 (2)
eltherm Asia-Pacific Pte. Ltd. Singapore/Singapur 100,00% 31.12.2022 (2)
eltherm Canada Inc. Burlington/Kanada 100,00% 31.12.2022 (2)
Eltherm Chile SPA Santiago de Chile/Chile 100,00% 31.12.2022 (2)
eltherm GmbH Burbach 100,00% 31.12.2022 (1)
ELTHERM INDIA PRIVATE LIMITED Noida/Indien 100,00% 31.12.2022 (2)
eltherm Italy S.R.L. Agrate Brianza (MB)/Italien 100,00% 31.12.2022
Eltherm Kazakhstan TOO Astana (Nur-Sultan)/Kasachstan 75,10% 31.12.2022 (2)
eltherm North Africa SARL AU Casablanca/Marokko 100,00% 31.12.2022 (2)
eltherm production GmbH Burbach 100,00% 31.12.2022 (1)
eltherm South Africa (Pty) Ltd. Sandton/Südafrika 100,00% 31.12.2022 (2)
eltherm Spain S.L.U. Barcelona/Spanien 100,00% 31.12.2022
eltherm UK Ltd. Newbury/Vereinigtes Königreich 100,00% 31.12.2022 (2)
Eumatic GmbH Kunststoffverarbeitung Sittensen 100,00% 31.12.2022 (1)
EVT Dichtstoffe GmbH Stuttgart 100,00% 31.12.2022
FLACO GmbH Gütersloh 80,00% 31.12.2022 (1)
Frohmasco Spotka Z Orgranizonq Odpowiedzialnosciq Chociwel/Polen 100,00% 31.12.2022 (2)
FS-BF GmbH & Co. KG Reichshof-Hahn 100,00% 31.12.2022 (1)
FS-BF Verwaltungs GmbH Reichshof-Hahn 100,00% 31.12.2022
GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG Vlotho 100,00% 31.12.2022 (1)
GSR Ventiltechnik Verwaltungs-GmbH Vlotho 100,00% 31.12.2022
GVV Grevener Vermietungs- und Verpachtungs-GmbH & Co. KG Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022 (1)
GVV Immo AG Reinach/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
GVV Verwaltungs-GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
H. Heitz Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG Melle 100,00% 31.12.2022 (1)
H. Heitz, Furnierkantenwerk Beteiligungsgesellschaft mbH Melle 100,00% 31.12.2022
HAKAMA AG Bättwil/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
Hauff Verwaltungs GmbH Hermaringen 100,00% 31.12.2022
HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG Hermaringen 100,00% 31.12.2022 (1)
Hauff-Technik Middle East General Trading LLC Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100,00% 31.12.2022 (2)
Hauff-Technik Swiss AG Oensingen/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
Hauff-Technik UK Limited Chesterfield/Vereinigtes Königreich 100,00% 31.12.2022 (2)
Heiber Schroeder USA, Inc. Cary/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
Heiber und Schröder Maschinenbau GmbH Erkrath 100,00% 31.12.2022 (1)
Heitz Élfurnér Müvek Kft. Pusztaszabolcs/Ungarn 100,00% 31.12.2022 (2)
Heitz International Beteiligungs GmbH Melle 100,00% 31.12.2022
Heitz Properties and Rentals Inc. Heath/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
Held Industries GmbH Heusenstamm 70,00% 31.12.2022
Held Laser Systems GmbH Heusenstamm 100,00% 31.12.2022
Held Systems GmbH Heusenstamm 100,00% 31.12.2022
Helmut Rübsamen GmbH & Co. KG, Metalldrückerei-Umformtechnik Bad Marienberg 100,00% 31.12.2022 (1)
Helmut Rübsamen Verwaltungs GmbH Bad Marienberg 100,00% 31.12.2022
Horn 2. Verwaltungs GmbH Flensburg 100,00% 31.12.2022
Horn Group Manufacturing Shanghai Co., Ltd. Shanghai/China 100,00% 31.12.2022 (2)
Horn Group Trading Shanghai Co., Ltd. Shanghai/China 100,00% 31.12.2022 (2)
Horn Verwaltungs GmbH Flensburg 100,00% 31.12.2022
HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG Flensburg 100,00% 31.12.2022 (1)
IEF-Werner GmbH Furtwangen im Schwarzwald 100,00% 31.12.2022 (1)
IMAKON Sp Z.o.o. Luban/Polen 100,00% 31.12.2022 (2)
imeco Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH Goldbach 100,00% 31.12.2022
imeco GmbH & Co. KG Goldbach 100,00% 31.12.2022 (1)
INDUS Epsilon GmbH & Co. KG Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022 (1)
INDUS Epsilon Verwaltungs GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
in-situ GmbH Sauerlach 95,00% 31.12.2022
IPETRONIK Eichstätt GmbH Eichstätt 100,00% 31.12.2022
IPETRONIK GmbH & Co. KG Baden-Baden 100,00% 31.12.2022 (1)
Ipetronik Inc. Southfield/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
Ipetronik India Ltd. Bangalore/Indien 100,00% 31.12.2022 (2)
IPETRONIK Verwaltungs GmbH Baden-Baden 100,00% 31.12.2022
ISC IT Service & Consulting GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG Buxtehude 100,00% 31.12.2022 (1)
Jungmann Systemtechnik Verwaltungs-GmbH Buxtehude 100,00% 31.12.2022
Karl Simon GmbH & Co. KG Aichhalden 100,00% 31.12.2022 (1)
Keramos Zaclér s.r.o. Zaclér/Tschechien 100,00% 31.12.2022 (2)
KNUR Maschinenbau GmbH Overath 100,00% 31.12.2022
Köster & Co. GmbH Ennepetal 100,00% 31.12.2022 (1)
Köster CZ s.r.o. Zaclér/Tschechien 100,00% 31.12.2022 (2)
Krone Kälte+Klima Vertriebs-GmbH Bielefeld 100,00% 31.12.2022 (1)
KSG Asia Limited Hong Kong/China 100,00% 31.12.2022 (2)
M B N - Maschinenbaubetriebe Neugersdorf GmbH Ebersbach-Neugersdorf 100,00% 31.12.2022 (1)
M. Braun France S.A.S. Mérignac/Frankreich 100,00% 31.12.2022
M. Braun Inc. Stratham/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
M. Braun Inertgas-Systeme GmbH Garching 100,00% 31.12.2022 (1)
M. Braun Inertgas-Systems (Shanghai) Co., Ltd Shanghai/China 100,00% 31.12.2022 (2)
M. Braun Inertgas-Sytems Korea Ltd. Seoul/Südkorea 100,00% 31.12.2022 (2)
M. Braun UK Ltd. Mansfield/Vereinigtes Königreich 100,00% 31.12.2022 (2)
m+p international (UK) Ltd Farnham/Vereinigtes Königreich 100,00% 31.12.2022 (2)
m+p international China Co. Ltd. Suzhou/China 100,00% 31.12.2022 (2)
m+p international Incorporated Verona/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
m+p International Mess- und Rechnertechnik GmbH Hannover 100,00% 31.12.2022
m+p international Sarl Montesson/Frankreich 100,00% 31.12.2022
MBN Mechanical Manufacturing Co. Ltd. Changchun/China 100,00% 31.12.2022 (2)
MESUTRONIC FRANCE Colmar/Frankreich 100,00% 31.12.2022
Mesutronic Gerätebau GmbH Kirchberg im Wald 94,90% 31.12.2022 (1)
MEWESTA Hydraulik GmbH & Co.KG Münsingen 100,00% 31.12.2022 (1)
MEWESTA Hydraulik Verwaltungs GmbH Münsingen 100,00% 31.12.2022
Migua Building Products Trading L.L.C Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100,00% 31.12.2022 (2)
MIGUA Fugensysteme GmbH Wülfrath 100,00% 31.12.2022 (1)
MIGUA MIDDLE EAST FZE Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100,00% 31.12.2022 (2)
Mikrop AG Wittenbach/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
Mikrotec Optika d.o.o. Kac/Serbien 100,00% 31.12.2022 (2)
NEA International B.V. Maastricht-Airport/Niederlande 100,00% 31.12.2022
Nisterhammer Maschinenbau GmbH & Co. KG Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022 (1)
Nisterhammer Maschinenbau Verwaltungs GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
OBUK Beteiligungsgesellschaft mbH Oelde 100,00% 31.12.2022
OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG Oelde 100,00% 31.12.2022 (1)
OBUK Slovakia s.r.o Malacky/Slowakei 100,00% 31.12.2022
Ofa Bamberg GmbH Bamberg 100,00% 31.12.2022 (1)
Peiseler Asia co., Ltd. Taichung City/Taiwan 100,00% 31.12.2022 (2)
Peiseler GmbH & Co. KG Remscheid 100,00% 31.12.2022 (1)
Peiseler Holding GmbH Remscheid 100,00% 31.12.2022 (1)
Peiseler LLC Grand Rapids/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2022 (2)
Peiseler Verwaltungsgesellschaft mbH Remscheid 100,00% 31.12.2022
planetroll GmbH & Co. KG Munderkingen 100,00% 31.12.2022 (1)
planetroll Verwaltungs GmbH Munderkingen 100,00% 31.12.2022
Pneumatic Components Limited Sheffield/Vereinigtes Königreich 100,00% 31.12.2022 (2)
PROVIS Steuerungstechnik GmbH Delmenhorst 100,00% 31.12.2022
Raguse Gesellschaft für medizinische Produkte mbH Ascheberg-Herbern 100,00% 31.12.2022 (1)
Raguse Medizinische Produkte Maroc S.A.R.L. Sidi Bibi/Marokko 100,00% 31.12.2022 (2)
Raguse Medizinische Produkte Romania SRL Cisnadie/Rumänien 100,00% 31.12.2022 (2)
REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik Lage 100,00% 31.12.2022 (1)
REMKO Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Lage 100,00% 31.12.2022
RI MAC Maschinen & Anlagen GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
Rolko (Zhangzhou) Industrial Co. Ltd. Xiamen/China 70,00% 31.12.2022 (2)
Rolko Kohlgrüber GmbH Borgholzhausen 100,00% 31.12.2022 (1)
Rolko Nederland bv Houten/Niederlande 55,00% 31.12.2022
Rolko North America, Inc. Bloomfield/Vereinigte Staaten 75,00% 31.12.2022 (2)
Rolko Scandinavia ApS Silkeborg/Dänemark 100,00% 31.12.2022 (2)
Savvy Telematic Systems AG Schaffhausen/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
Schäfer GmbH & Co. KG Osnabrück 100,00% 31.12.2022 (1)
Schäfer Holding GmbH Osnabrück 100,00% 31.12.2022
Schäfer Modell- und Formenbau Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Osnabrück 100,00% 31.12.2022
Schuster Klima Lüftung GmbH & Co. KG Friedberg 100,00% 31.12.2022 (1)
Schuster Verwaltungs GmbH Friedberg 100,00% 31.12.2022
Selzer Automotiva do Brasil Ltda. Vinhedo/Brasilien 100,00% 31.12.2022 (2)
SELZER Automotive BIH d.o.o. Sarajevo/Bosnien und Herzegowina 100,00% 31.12.2022 (2)
Selzer Automotive RO S.R.L. Oradea/Rumänien 100,00% 31.12.2022 (2)
SELZER Automotive Systems (Kunshan) Co. Ltd. Kunshan/China 100,00% 31.12.2022 (2)
Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG Driedorf 100,00% 31.12.2022 (1)
Selzer Holding GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
Selzer International GmbH Driedorf 100,00% 31.12.2022
Selzer Systemtechnik GmbH Driedorf 100,00% 31.12.2022
Selzer Verwaltungsgesellschaft mbH Driedorf 100,00% 31.12.2022
Semet Maschinenbau GmbH & Co. KG Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022 (1)
Semet Maschinenbau Verwaltungs-GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 31.12.2022
Siku GmbH in Liquidation Kriens/Schweiz 100,00% 31.12.2022 (2)
Simon Beteiligungsgesellschaft mbH Aichhalden 100,00% 31.12.2022
Simon Sinterlutions Beteiligungsgsellschaft mbH Aichhalden 100,00% 31.12.2022
Simon Sinterlutions GmbH & Co. KG Aichhalden 100,00% 31.12.2022 (1)
Simon Systems Beteiligungsgesellschaft mbH Aichhalden 100,00% 31.12.2022
Simon Systems GmbH & Co. KG Aichhalden 100,00% 31.12.2022 (1)
Sitek-Spikes Beteiligungs-GmbH Aichhalden 100,00% 31.12.2022
Sitek-Spikes GmbH & Co.KG Aichhalden 100,00% 31.12.2022 (1)
TEC Holding GmbH & Co. KG Rietberg 60,00% 31.12.2022 (1)
TEC Verwaltungs mbH Rietberg-Mastholte 100,00% 31.12.2022
TECALEMIT GmbH & Co. KG Flensburg 100,00% 31.12.2022 (1)
Tecalemit Inc. Houston/Vereinigte Staaten 85,00% 31.12.2022 (2)
Turmbau Steffens & Nölle GmbH Berlin 100,00% 31.12.2022
Vulkan Harex Steelfiber (North America) Inc. Brantford/Kanada 100,00% 31.12.2022 (2)
VULKAN INOX GmbH Hattingen 100,00% 31.12.2022 (1)
Vulkan Inox Italia S.l.r. Bruneck/Italien 100,00% 31.12.2022
Weigand Bau GmbH Bad Königshofen 80,00% 31.12.2022 (1)
Weinisch GmbH & Co. KG Oberviechtach 100,00% 31.12.2022 (1)
Weinisch Verwaltungsgesellschaft mbH Oberviechtach 100,00% 31.12.2022
WIRUS Fenster GmbH & Co. KG Rietberg-Mastholte 100,00% 31.12.2022 (1)
WIRUS Fenster Verwaltungs GmbH Rietberg-Mastholte 100,00% 31.12.2022
B. Assoziierte Unternehmen (im Konzernabschluss nach IAS 28 bilanziert)
Hauff-Technik GRIDCOM GmbH Rosenberg 50,00% 31.12.2022
KSG Automotive (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai/China 51,00% 31.12.2022 (2)
C. Sonstige Beteiligungen (im Konzernabschluss nach IAS 39 bilanziert)
FORBUILD S.A. Konskie/Polen 27,20% 31.12.2021 (2)
MBN Automotive INC Montgomery/Vereinigte Staaten 100,00% 31.12.2014 (2)
PCL-SUMO Air Technology Pvt Ltd Mumbai/Indien 50,00% 31.03.2022 (2)
Polartherm Group Oy Luvia/Finnland 6,49% 30.04.2022 (2)
S.M.A. Automotive parts (Shenyang) Co., Ltd. Shenyang/China 100,00% 31.12.2021 (2)
S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG Backnang 100,00% 31.12.2021
S.M.A. Metalltechnikverwaltungs GmbH Backnang 100,00% 31.12.2021
SDI Service Design Innovation GmbH Backnang 100,00% 31.12.2021
SMA Engineering South Africa (PTY) Ltd. East London/Südafrika 100,00% 31.12.2021 (2)
SMA Metalltechnik RO S.R.L. Oradea/Rumänien 100,00% 31.12.2021 (2)
TRIBO Hartstoff GmbH Barchfeld-Immelborn 13,00% 31.03.2022

(1) Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB
(2) Landeswährung umgerechnet zum Stichtagskurs des letzen Jahresabschlusses bzw. Periodendurchschnittskurs beim Jahresergebnis
(3) Es ist kein Jahresabschluss verfügbar

[46] ORGANE

AUFSICHTSRAT DER INDUS HOLDING AG

JÜRGEN ABROMEIT

Chairman/CEO der A-Xellence AG, Osnabrück

VORSITZENDER

WOLFGANG LEMB *

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied IG Metall, Frankfurt am Main

STELLVERTRETENDER VORSITZENDER

DR. JÜRGEN ALLERKAMP

Volljurist, Vorsitzender des Vorstands Investitionsbank Berlin, Berlin (bis 30. Juni 2021)

Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

RE.START projects AG, Berlin, Vorsitzender des Aufsichtsrats

ERWE Immobilien AG, Frankfurt, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 25. Mai 2022)

Degussa Bank AG, Frankfurt, Mitglied des Aufsichtsrats (seit 17. November 2022)

DR. DOROTHEE BECKER

Diplom-Ökonomin, Sprecherin der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Gebrüder Becker, Wuppertal

DOROTHEE DIEHM *

Bevollmächtigte der IG Metall - Geschäftsstelle Freudenstadt, Freudenstadt

Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

HOMAG Group AG, Schopfloch, Mitglied des Aufsichtsrats

PIA FISCHINGER *

Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden

CORNELIA HOLZBERGER *

Wirtschaftsjuristin, M. BRAUN Inertgas-Systeme GmbH, Garching-Hochbrück

GEROLD KLAUSMANN *

Leiter Finanzen/Controlling bei der Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden

ISABELLA PFALLER

(bis 31. Mai 2022)

Diplom-Mathematikerin, Mitglied des Vorstands der Versicherungskammer Bayern, München

Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Bayerische Beamtenkasse AG, München, Vorsitzende des Aufsichtsrats **)

Consal Beteiligungsgesellschaft AG, München, Mitglied des Aufsichtsrats **)

Union Krankenversicherung AG, Saarbrücken, Vorsitzende des Aufsichtsrats **) ,

**) Mandate in Konzerngesellschaften der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München

BARBARA SCHICK

(seit 31. Mai 2022)

Volljuristin, stellvertretende Vorsitzende der Vorstände der Konzernunternehmen der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München:

Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts (Holding)

Bayern-Versicherung Lebensversicherung Aktiengesellschaft

Bayerischer Versicherungsverband Versicherungsaktiengesellschaft

Bayerische Landesbrandversicherung Aktiengesellschaft

Versicherungskammer Bayern Konzern-Rückversicherung Aktiengesellschaft

Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG

Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung Aktiengesellschaft, Berlin, Vorsitzende des Aufsichtsrats ***)

Saarland Feuerversicherung Aktiengesellschaft, Saarbrücken, Vorsitzende des Aufsichtsrats ***)

BavariaDirekt Versicherung AG (ehem. Ostdeutsche Versicherung AG), Berlin, Vorsitzende des Aufsichtsrats ***)

***) Mandate in Konzerngesellschaften der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München

HELMUT SPÄTH

Kaufmann (Dipl.-Kfm.)

Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

ifb SE, Grünwald, Vorsitzender des Verwaltungsrates (bis 30. November 2022)

UWE TRINOGGA *

Leiter der Qualitätssicherung bei der Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG, Driedorf

CARL MARTIN WELCKER

Ingenieur (Dipl.-Ing), geschäftsführender Gesellschafter der Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG, Köln

* ARBEITNEHMERVERTRETERINNEN IM AUFSICHTSRAT

VORSTAND DER INDUS HOLDING AG

DR.-ING. JOHANNES SCHMIDT, CEO

VORSTANDSVORSITZENDER

Weiteres Mandat in Beratungsgremien:

Richard Bergner Holding GmbH & Co. KG

DR. JÖRN GROßMANN, COO

Dr. rer nat., MBA

AXEL MEYER, COO

Dipl.-Wirtschafts-Ing., LL.M.

RUDOLF WEICHERT, CFO

Diplom-Kaufmann

Weiteres Mandat in Beratungsgremien:

Börsenrat Börse Düsseldorf

 

Bergisch Gladbach, den 15. März 2023

INDUS Holding AG

Der Vorstand

Dr. Johannes Schmidt

Dr. Jörn Großmann

Axel Meyer

Rudolf Weichert

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

INDUS ist eine wertorientierte Beteiligungsgesellschaft mit einem Portfolio von 45 mittelständischen Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz. INDUS erwirbt überwiegend inhabergeführte technologieorientierte Industrieunternehmen und begleitet sie mit langfristiger Ausrichtung in ihrer unternehmerischen Entwicklung. INDUS stellt sicher, dass die Beteiligungen ihre mittelständische Identität bewahren. In den kommenden Jahren ist ein Portfoliowachstum durch organisches Wachstum der bestehenden Beteiligungen und gezielte Zukäufe in Bereichen rund um die für INDUS relevante Zukunftsthemen vorgesehen.

DAS UNTERNEHMEN

AUFSTELLUNG UND GESCHÄFTSMODELL

WERTE- UND WACHSTUMSORIENTIERTE MITTELSTANDSHOLDING

Die INDUS Holding AG (im Folgenden: INDUS) wurde 1989 gegründet und zählt heute zu den führenden Spezialisten für die Übernahme und langfristige Entwicklung mittelständischer Industrieunternehmen im deutschsprachigen Raum. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auf inhabergeführten Unternehmen mit eigener industrieller Wertschöpfung. INDUS erwirbt Beteiligungen ausschließlich mehrheitlich, wahrt die mittelständische Identität ihrer Beteiligungen und unterstützt sie bei ihrer langfristigen unternehmerischen Entwicklung. Im Umfeld der Beteiligungsgesellschaften positioniert sich INDUS als langfristig orientierter Investor ohne Exit-Strategie, aber mit dem klaren Anspruch der strategischen Weiterentwicklung der Portfoliounternehmen.

Zum Bilanzstichtag umfasste das Portfolio 45 Beteiligungen (Vorjahr: 44). Im Geschäftsjahr wurden zwei Beteiligungen hinzuerworben. Eine Beteiligung aus dem Segment Fahrzeugtechnik wurde nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entkonsolidiert. Zusätzlich zu den 45 Beteiligungen des Portfolios werden zwei Beteiligungen, die im Geschäftsjahr 2023 veräußert werden sollen, als aufgegebene Geschäftsbereiche dargestellt. Am 31. Dezember 2022 gehörten insgesamt 194 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 193) zur INDUS-Gruppe.

Die INDUS-Gruppe besteht aus der Führungsgesellschaft INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach und den einzelnen Beteiligungsunternehmen. Alle direkten INDUS-Beteiligungen haben ihren Sitz in Deutschland (42) bzw. der Schweiz (3). Die beiden Beteiligungen des aufgegebenen Geschäftsbereichs haben ebenfalls ihren Sitz in Deutschland. Die INDUS-Gruppe ist weltweit in 30 Ländern (Vorjahr: 31 Länder) auf fünf Kontinenten durch Enkelgesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen vertreten.

INDUS ist seit 1995 börsennotiert. Die Aktie wird an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf im regulierten Markt gehandelt. In Berlin, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart wird das Wertpapier im Freiverkehr gehandelt. Die INDUS-Aktie wird im Börsenindex SDAX geführt. In der Berichterstattung folgt INDUS den Transparenzanforderungen des Prime Standard.

Die Holding mit Sitz in Bergisch Gladbach wird von einem Vorstand aus vier Personen geführt. Der Vorstand besteht aus Dr. Johannes Schmidt (Vorsitzender), Dr. Jörn Großmann, Axel Meyer und Rudolf Weichert. Die Zahl der Beschäftigten exklusive Vorstand betrug durchschnittlich im Geschäftsjahr 36 (Vorjahr: 35).

DAS INDUS-GESCHÄFTSMODELL: KAUFEN, HALTEN & ENTWICKELN

Die akquirierten Unternehmen und die Zielunternehmen für einen möglichen Erwerb kommen aus dem deutschsprachigen Mittelstand mit eigener industrieller Wertschöpfung und sind zum Zeitpunkt des Erwerbs überdurchschnittlich profitabel. Sie sollen einen Jahresumsatz zwischen 20 und 100 Mio. EUR sowie eine nachhaltige Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 10 % und mehr erzielen. Die Zielunternehmen bewegen sich in attraktiven Nischenmärkten mit klaren Technologieschwerpunkten in den für INDUS relevanten zukunftsfähigen Industriefeldern. Sie sollen frei von wirtschaftlichen Altlasten und unter Nachhaltigkeitsaspekten vorbildlich aufgestellt sein.

INDUS erwirbt überwiegend inhabergeführte Gesellschaften und hat vor allem Nachfolgeregelungen in Unternehmerfamilien im Blick. Mit dem Eigentumsübergang werden die Kontinuität und die mittelständische Identität der Unternehmen gesichert. So bleiben im Idealfall die bisherigen Inhaber dem Unternehmen noch für eine gewisse Zeit als Mitgesellschafter und als geschäftsführende Gesellschafter erhalten. Den direkten Erwerb von Restrukturierungsfällen schließt INDUS aus. INDUS akquiriert keine Unternehmen in den Bereichen der Rüstungs-, Genussmittel- oder Glücksspielindustrie. Ferner plant INDUS keine Akquisitionen im Zusammenhang mit der Gewinnung fossiler Brennstoffe.

INDUS kauft kontinuierlich neue Unternehmen zu. Diese Portfolioerweiterung zielt auf die Verbesserung der Entwicklungsperspektiven der gesamten Gruppe ab. Neben der organischen Entwicklung der bestehenden Portfoliounternehmen wird über die Unternehmenszukäufe sichergestellt, dass das Portfolio im Zeitablauf jeweils einen aktuellen Querschnitt zukunftsträchtiger Industrien abbildet. Die Unternehmen der Gruppe sind in unterschiedlichen Geschäfts- und Technologiefeldern, Absatzmärkten und Branchenzyklen aktiv; die Gruppe ist breit diversifiziert. Mit ihrer jeweiligen Kernkompetenz besetzen die Unternehmen in der Regel für ihre Industrien interessante Marktnischen.

INDUS stellt Nachhaltigkeit in den Fokus. Nachhaltiges Handeln erzeugt Wettbewerbsvorteile, erhöht den Unternehmenswert und stärkt die Unternehmenskultur. INDUS stärkt daher aktiv die Nachhaltigkeitsleistung in den Beteiligungen. Nachhaltiges Handeln bedeutet für INDUS die langfristig gleichrangige Behandlung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen. Nur so können dauerhaft Werte geschaffen werden, den Mitarbeitenden gute Arbeit ermöglicht werden und gleichzeitig ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt gewährleistet werden.

Als Mehrheitsgesellschafter und Finanzholding unterstützt INDUS ihre Beteiligungen als "Berater" und als "Förderbank". Der Vorstand berät die Geschäftsführungen in den Beteiligungen kontinuierlich über einen strategischen Dialog. In den Beteiligungen vermitteln die Fachexpert:innen der Holding Methodenwissen, schulen Mitarbeitende und begleiten strategische Projekte. Unterstützungsschwerpunkte liegen in der Stärkung der Innovationskraft, der Steigerung der Marktexzellenz und der der Operativen Exzellenz. Die Mitarbeitenden der Holding fördern den Wissenstransfer - durch Vernetzungen innerhalb der Gruppe sowie mit externen Partnerinnen. INDUS stellt den Beteiligungen Kapital zur Verfügung für Sachinvestitionen, für Entwicklungsvorhaben, Internationalisierung und Unternehmenszukäufe auf Enkelebene. Darüber hinaus wird über die INDUS-Innovationsförderbank Kapital für Innovationsprojekte bereitgestellt. Mit der seit 2022 neu geschaffenen Nachhaltigkeitsförderbank unterstützt INDUS finanziell Projekte in den Beteiligungen, die auf den Schutz von Ressourcen und die Reduzierung von Emissionen abzielen.

Zusammengefasst lässt sich das Geschäftsmodell von INDUS mit den Begriffen "Kaufen, halten & entwickeln" beschreiben. Dies impliziert ein langfristiges Halteversprechen an die Unternehmen bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Beteiligungen.

Die Beteiligungsunternehmen entwickeln sich so an der Seite der finanzstarken INDUS in einem sich schnell wandelnden Marktumfeld langfristig und unter Wahrung ihrer gewachsenen mittelständischen Eigenidentität. Die Aktionäre von INDUS beteiligen sich werthaltig an einem gemanagten Beteiligungsportfolio des Mittelstands und profitieren von einer regelmäßigen Dividendenausschüttung.

EXTERNE EINFLUSSFAKTOREN

Als Industrieunternehmen bewegen sich die Beteiligungen der INDUS-Gruppe unter dem Einfluss der allgemeinen Konjunktur - in Deutschland, in Europa und auf den Weltmärkten. Dabei unterliegen die Einzelgesellschaften individuellen Branchenzyklen.

Der wesentlichste externe Einflussfaktor 2022 war der Krieg in der Ukraine mit den daraus resultierenden wirtschaftlichen Auswirkungen. Insbesondere waren dies die mittelbaren Auswirkungen wie Preissteigerungen insbesondere bei Vormaterialien, Energie und Frachtkosten, steigende Personalkosten und der generell fortschreitende Inflationsverlauf. Unmittelbare Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die INDUS-Gesellschaften gab nur in unwesentlichem Umfang.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnten sich die INDUS-Beteiligungen mit ihrer mittelständischen Agilität gut behaupten. Insgesamt hat sich abermals die breite Diversifikation des INDUS-Portfolios als wichtiger Pfeiler für Stabilität bestätigt. Für die Gruppe ergibt sich über die diversifizierte Aufstellung eine konjunkturelle Risikostreuung, die das Portfolio ausbalanciert. Im Vergleich zu nicht diversifiziert aufgestellten Beteiligungsgesellschaften ist dies über längere Zeiträume, aber auch bei neuen exogenen Schocks in einzelnen Branchen ein Wettbewerbsvorteil.

Wichtig für den Erfolg der Beteiligungen sind auch die Kostenfaktoren. Im Zuge der Globalisierung stehen die mittelständischen Unternehmen zunehmend in einem unmittelbaren Preiswettbewerb zu ausländischen Wettbewerbsunternehmen, die teilweise unter wirtschaftlich günstigeren Bedingungen produzieren können. Besonders relevante Kosteneinflussgrößen sind Material, Energie und Personal. Umso wichtiger ist in einem solchen Umfeld die klare Differenzierung durch Technologie- und Innovationsführerschaft sowie Marktexzellenz und Operative Exzellenz, zu deren Erreichung INDUS wichtige Unterstützungsleistungen für die Beteiligungen bereitstellt.

Der Arbeitsmarkt steht mit der Corona-Pandemie unter neuen Vorzeichen. Unverändert besteht jedoch ein wachsender Fachkräftemangel in Deutschland. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Personalgewinnung bei zugleich stark steigenden Lohnkosten an Bedeutung. INDUS stellt sich auf den globalen Wettbewerb und steigenden Kostendruck ein, indem sie die Beteiligungen dabei unterstützt, sich auch organisatorisch international optimiert aufzustellen.

Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen den technologischen Wandel erfolgreich gestalten. Die digitale Transformation induziert in den Produktionsunternehmen gegenwärtig einen zusätzlichen intensiven Entwicklungsprozess. Gerade durch die Corona-Pandemie wurde die Notwendigkeit der Digitalisierung noch verstärkt. Digitalisierung erfordert Flexibilität in den Geschäften und in Verbindung damit einen spürbar erhöhten Investitionsbedarf. Aufgrund der hohen Bedeutung dieses externen Faktors stützt INDUS Investitionen in Innovationen über die INDUS-Innovationsförderbank.

Wichtig für den Unternehmenserfolg von INDUS ist daneben die Entwicklung auf den Kapitalmärkten: Die Situation an den Börsen und die allgemeine Zinsentwicklung bestimmen darüber, zu welchen Konditionen INDUS Eigen- und Fremdkapital beschaffen kann. Aufgrund ihrer Größe, eines breiten Kapitalmarktzugangs und der sehr soliden Bonität ist die Gesellschaft auf Schwankungen auf den Kapitalmärkten gut vorbereitet.

PORTFOLIO

45 UNTERNEHMEN IN FÜNF SEGMENTEN

Das Portfolio der Gruppe umfasste zum Bilanzstichtag 45 Beteiligungen in den fortgeführten Geschäftsbereichen. Diese waren fünf Segmenten zugeordnet: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Zwei weitere Beteiligungen werden als aufgegebene Geschäftsbereiche geführt und ausgewiesen. Diese beiden Beteiligungen gehörten bislang dem Segment Fahrzeugtechnik an.

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich immer auf die fortgeführten Geschäftsbereiche sofern nicht explizit anders genannt.

SEGMENTE BASISDATEN (in Mio. EUR)

Bau/Infrastruktur Fahrzeugtechnik Maschinen- und Anlagenbau Medizin- und Gesundheitstechnik Metalltechnik
Umsatz 515,2 142,7 531,7 153,6 460,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 59,6 -7,9 50,9 -4,6 50,7
Unternehmen 12 4 15 5 9
Mitarbeitende 2.343 952 2.418 1.588 1.496

PORTFOLIOSTRUKTUR NACH JAHREN DER GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT

67 % der Beteiligungen gehören der INDUS-Gruppe länger als zehn Jahre an. Neun Beteiligungen sind zwischen fünf und zehn Jahren im INDUS-Portfolio und sechs der 45 Beteiligungen wurden in den vergangenen fünf Jahren erworben.

PORTFOLIOSTRUKTUR NACH JAHREN

(in %/Anzahl der Beteiligungen)

PORTFOLIOSTRUKTUR NACH UMSATZ

Die jährliche Umsatzgröße der Beteiligungen liegt in einer Bandbreite von unter 10 Mio. EUR bis über 100 Mio. EUR. Rund 27 % der Beteiligungen erzielen einen Jahresumsatz von mindestens 50 Mio. EUR und etwas mehr Beteiligungen (29 %) einen Umsatz zwischen 25 und 50 Mio. EUR. Der Anteil der Beteiligungen bis 15 Mio. EUR Jahresumsatz wird zunehmend geringer und beträgt rund 22 % für 2022.

PORTFOLIOSTRUKTUR NACH UMSATZ

(in %)

ABSATZMÄRKTE AUF FÜNF KONTINENTEN

Regional gesehen konzentrieren sich alle Portfoliounternehmen auf Absatzgebiete mit politisch und wirtschaftlich stabilem Hintergrund. Größter Absatz- und damit Umsatzmarkt der Beteiligungen ist Deutschland mit 50 %. In der EU ohne Deutschland setzen die Unternehmen weitere 19 % um und im übrigen Ausland werden 31 % der Umsatzerlöse erwirtschaftet. Im Geschäftsjahr 2022 ist diese Verteilung relativ konstant zum Vorjahr.

PORTFOLIOSTRUKTUR NACH REGIONEN

(in %)

PORTFOLIOVERÄNDERUNGEN 2022

WACHSTUMSAKQUISITIONEN

Im Dezember 2021 unterzeichnete INDUS einen Vertrag zur Übernahme aller Geschäftsanteile an der Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) in Erkrath. HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständischer Anbieter von Spezialmaschinen für die Kartonagenindustrie und beliefert Verpackungshersteller weltweit, vor allem im Zulieferbereich für die Lebensmittel- und Kosmetik-, aber auch die Hausartikel- und Spielzeugbranche. Die Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH besitzt eine Tochtergesellschaft Heiber Schroeder USA Inc. mit Sitz in Cary, Illinois. HEIBER + SCHRÖDER wurde dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet. Der wirtschaftliche Übergang (Closing) und die Erstkonsolidierung erfolgten im April 2022.

Im Mai 2022 hat INDUS 70 % der Geschäftsanteile an der HELD Industries GmbH (HELD) mit Sitz in Heusenstamm erworben. HELD ist ein mittelständischer Anbieter von Sondermaschinen und -anlagen für Laserschneid- und Laserschweißtechnik. Die Systeme der HELD-Gruppe sind unter anderem im Anwendungsbereich technischer Textilien, insbesondere bei der Produktion von Airbag-Gewebehüllen, und der Metallbearbeitung im Einsatz. Der wirtschaftliche Übergang und die Erstkonsolidierung von HELD erfolgte im Mai 2022.

ERWERB VON RESTANTEILEN

INDUS hat im Juni 2022 planmäßig die Anteile eines Altgesellschafters an der MESUTRONIC Gerätebau GmbH, Kirchberg im Wald, erworben. Durch den Erwerb der Anteile in Höhe von 5 % konnte INDUS die Gesellschaftsanteile auf 94,9 % erhöhen. MESUTRONIC stellt Anlagen für die Metall- und Fremdkörperdetektion her und gehört seit 2019 zur INDUSGruppe.

Mit Vertrag vom 1. Juni 2022 hat INDUS die Restanteile in Höhe von 6,6 % an der M + P international Mess- und Rechnertechnik GmbH, Hannover, erworben und besitzt nun 100 % der Gesellschaftsanteile. Die M + P-Gruppe gehört seit 2017 zur INDUS-Gruppe und ist ein Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 hat die M. BRAUN Inertgas-Systeme GmbH & Co. KG, Garching, 25 % an der CRE-APHYS GmbH, Dresden, erworben. M. BRAUN konnte durch den Erwerb den Anteilsbesitz an CREAPHYS auf 100 % erhöhen. CREAPHYS gehört seit 2016 zur INDUS-Gruppe und konstruiert Hochvakuumsysteme sowie Komponenten für das Aufbringen dünner Schichten, Vakuum-Sublimationssysteme sowie thermische Verdampfer.

INSOLVENZ VON SMA

Der Vorstand hatte mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 23. September 2022 beschlossen, das weitere finanzielle Engagement von INDUS bei ihrem Beteiligungsunternehmen S.M.A Metalltechnik GmbH & Co. KG, Backnang (SMA) deutlich zu reduzieren und zeitlich bis Ende Oktober 2022 zu begrenzen. Dieser Entscheidung vorausgegangen waren intensive Verhandlungen der SMA mit ihren Großkunden mit dem Ziel, die bestehenden Verträge an die aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung veränderten Vertragsgrundlagen anzupassen. Es ist SMA auch nachfolgend nicht gelungen, die notwendigen Anpassungen der bestehenden Lieferverträge zu erreichen. Daher wurde am 24. Oktober 2022 auf Antrag der SMA-Geschäftsführung ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren mit dem Ziel der Sanierung beantragt. Am 15. November 2022 wurde durch das zuständige Gericht die vorläufige Insolvenz im Regelverfahren eröffnet und am 30. Dezember 2022 das Insolvenzverfahren eröffnet.

Die INDUS Holding AG hat die SMA und deren Tochtergesellschaften ab dem 24. Oktober 2022 aufgrund des Kontrollverlustes durch das Insolvenzverfahren entkonsolidiert.

ZIELE UND STRATEGIE

ZIELE

INDUS ZIELE

PROFITABLES WACHSTUM

Die INDUS-Gruppe soll organisch aus dem operativen Erfolg ihrer Beteiligungsunternehmen heraus und anorganisch durch Akquisitionen wachsen. Ein erheblicher Teil der erwirtschafteten Erträge verbleibt in den Beteiligungen und steht diesen für weiteres Wachstum zur Verfügung. Über den kontinuierlichen Zukauf von Hidden Champions aus zukunftsträchtigen Industrien soll das anorganische Wachstum gesichert werden.

WERTENTWICKLUNG

Mit der dezidierten Weiterentwicklung der einzelnen Beteiligungen soll sich deren Profitabilität und Wert nachhaltig erhöhen. In Summe führt dies zu einer Wertentwicklung der gesamten Gruppe. Ziel ist es, mittelfristig eine EBIT-Marge von "10 % + X" zu erreichen. INDUS berät die operativ eigenständigen Portfoliounternehmen aktiv bei strategischen Entscheidungen, vermittelt Methodenwissen und fördert Netzwerke nach innen und außen. Die Beteiligungsunternehmen erhalten gezielt Kapital und Know-how, das sie für ihre Weiterentwicklung nutzen.

Im Strategieprogramm PARKOUR sind konkrete Ziele zur weiteren Entwicklung der Beteiligungen formuliert: INDUS stärkt die Unternehmen darin, Innovationen als Wachstumsmotor zu nutzen und Digitalisierung erfolgreich zu gestalten. Ziel ist es, die Marktexzellenz und die Operative Exzellenz in den Beteiligungen voranzutreiben und so die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse zu fördern. Die Internationalisierung der Portfoliounternehmen wird weiter ausgebaut - insbesondere auf dem nordamerikanischen und asiatischen Markt. Die Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung bleibt ein übergreifendes Ziel und Leitlinie für das wirtschaftliche Handeln der Beteiligungen.

AUSGEWOGENE PORTFOLIOSTRUKTUR

Anorganisch soll die INDUS-Gruppe insbesondere durch Akquisitionen von Unternehmen aus den sechs definierten Zukunftsbranchen "Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik", "Bautechnik", "Sicherheitstechnik", "Medizin- und Gesundheitstechnik", "Technik für Infrastruktur und Logistik" sowie "Energie- und Umwelttechnik" wachsen. Für das Portfolio interessant sind Unternehmen, die in zukunftsorientierten industriellen Nischenmärkten aktiv und innerhalb dieser Märkte führend sind. Über den Fokus auf Unternehmen in Zukunftsbranchen will INDUS sicherstellen, dass das Beteiligungsportfolio auch in Zukunft eine ausgewogene - und damit stabile - Struktur aufweist. Für den Zeitraum bis 2025 ist es das Ziel, weiter zu wachsen und einen Gruppenumsatz von deutlich über 2 Mrd. EUR zu erwirtschaften. Im Dezember 2022 wurde das Strategie-Update PARKOUR perform 2025 veröffentlicht. Demnach ändern sich unter anderem ab 1. Januar 2023 die Managementstrukturen und die Segmentzusammensetzungen, um die bis 2025 gesetzten Ziele zu erreichen. Die Akquisitionspolitik wird auf Zukunftsthemen fokussiert, die sich aus den für die neuen Segmente relevanten Megatrends ableiten.

Die ausgewogene Struktur und starke Diversifizierung des Beteiligungsportfolios sind insbesondere dann von zentraler Bedeutung, wenn einzelne Unternehmen vor strukturellen oder konjunkturellen Herausforderungen stehen. Aktuell sind die Beteiligungen mit der angespannten Situation auf den Märkten aufgrund von Preissteigerungen, Materialknappheiten, Fachkräftemangel und Lieferkettenengpässen konfrontiert. Insgesamt konnten die Beteiligungen der INDUS-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 die Herausforderungen gut bewältigen. Aus der Sicht des Vorstands profitiert das Gesamtportfolio der INDUS-Gruppe von der Agilität der mittelständischen Unternehmen und deren Resilienz.

KONSEQUENTES WACHSTUM - BESTÄNDIGE WERTENTWICKLUNG - KONTINUIERLICHE DIVIDENDENPOLITIK

Die Aktionäre als Eigentümer sollen über berechenbare Ausschüttungen am Erfolg ihres Unternehmens teilhaben. Deshalb zahlt INDUS regelmäßig eine Dividende. Der durchschnittliche Zielwert des Dividendenvorschlags von Vorstand und Aufsichtsrat liegt zwischen 40 % und 50 % des Bilanzgewinns, der restliche Bilanzgewinn soll in der Gruppe zur Sicherung weiteren profitablen Wachstums thesauriert werden.

Der Vorstand der INDUS Holding AG hat beschlossen, der Hauptversammlung eine Dividende von 0,80 EUR je Stückaktie vorzuschlagen. Der Vorstand erachtet es als angemessen, die nicht zahlungswirksamen Wertminderungen aufgrund der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Buchwerte und die nicht zahlungswirksamen Wertminderungen im Zusammenhang mit der Aufgabe bestimmter Geschäftsbereiche bei der Dividendenpolitik für das Geschäftsjahr 2022 zu berücksichtigen. Insoweit wurde ein entsprechender Betrag aus den Gewinnrücklagen entnommen und dem Bilanzgewinn zugeführt.

DIVIDENDE JE AKTIE * MIT AUSSCHÜTTUNGSQUOTE 2017 BIS 2022

(in EUR/in %)

* - Ausschüttungsquote Dividendenzahlung für das jeweilige Geschäftsjahr
** Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung am 17. Mai 2023

STRATEGIE

"PARKOUR": NEUE HÜRDEN ERFOLGREICH NEHMEN

Das Strategieprogramm PARKOUR hat mit sportlichem Anspruch die zukünftigen Herausforderungen für die INDUSGruppe aufgegriffen und den Blick auf die weitere Entwicklung bis zum Jahr 2025 gerichtet. Durch das im Jahr 2022 entwickelte und ab Januar 2023 implementierte Strategie-Update PARKOUR perform hat INDUS die Strategie weiter geschärft und alle Hebel auf Erreichen der strategischen Ziele gestellt.

Die Kernaufgabe von INDUS bleibt auch in der Zukunft die zielgerichtete Weiterentwicklung eines diversifizierten mittelständischen Portfolios. Vor dem Hintergrund zunehmend komplexerer globaler Rahmenbedingungen, einem weltweit wachsenden Wettbewerb und der Herausforderung der digitalen Transformation unterstützt INDUS ihre Beteiligungen intensiv bei der Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist insbesondere in Krisenzeiten wichtiger denn je. Um die INDUS-Beteiligungen fit für den aktuellen und zukünftigen Aufgaben-PARKOUR zu machen, legt INDUS den Fokus noch stärker auf die Förderung von Innovationskraft, Marktexzellenz und Operativer Exzellenz. Dazu setzt INDUS anspruchsvolle Ziele, fördert die Zusammenarbeit und vermittelt die richtigen Methoden.

Die Begleitung der zunehmenden Internationalisierung der Gesellschaften ist zentraler Bestandteil der INDUS-Strategie. Auch die weitere Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung der Portfoliounternehmen wird aktiv unterstützt und vorangetrieben und ist mit der strategischen Initiative "Nachhaltig Handeln" in der PARKOUR-Strategie verankert.

Vier zentrale strategische Initiativen sind wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung der PARKOUR-Strategie:

1. Portfoliostruktur stärken

2. Innovation treiben

3. Leistung steigern

4. Nachhaltig handeln

1. PORTFOLIOSTRUKTUR STÄRKEN

INDUS plant, jährlich zwei bis drei Unternehmen auf erster Ebene zu akquirieren. Zur zukunftsorientierten Fortentwicklung des Portfolios hat INDUS sechs Zukunftsbranchen definiert, die bei den Unternehmenskäufen bevorzugt werden:

DIE BEVORZUGTEN SECHS ZUKUNFTSBRANCHEN FÜR UNTERNEHMENSZUKÄUFE

1 AUTOMATISIERUNGS-, MESS- UND REGELTECHNIK

2 BAUTECHNIK

3 SICHERHEITSTECHNIK

4 MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK

5 TECHNIK FÜR INFRASTRUKTUR UND LOGISTIK

6 ENERGIE- UND UMWELTTECHNIK

Das INDUS-Portfolio soll einen Querschnitt der relevanten Zukunftsindustrien abbilden. Damit INDUS auch zukünftig ihre angestrebten Rentabilitätsziele erreichen kann, strebt der Vorstand den passenden Zukunftsmix für das Portfolio an.

Mit dem Strategie-Update PARKOUR perform werden sich die Akquisitionstätigkeiten ab Beginn des Jahres 2023 auf Zukunftsthemen fokussieren, die sich aus den für die neu gebildeten Segmenten relevanten Megatrends ableiten.

Neben Wachstumsakquisitionen auf erster Ebene hat INDUS weiter auch Ergänzungsakquisitionen durch einzelne Beteiligungsunternehmen zu deren Stärkung im Fokus. Bei strategischen Ergänzungen auf Enkeltochterebene sind die Investitionsentscheidungen an die individuellen Strategien der Beteiligungen gekoppelt, wobei INDUS verstärkt innovationsorientierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Käufe fördert. Gegebenenfalls erwirbt INDUS auf Enkeltochterebene dann auch Unternehmen in früheren Wachstumsphasen, sofern sie aufgrund ihrer Innovations- bzw. Technologiekompetenz das Beteiligungsunternehmen besonders unterstützen können und die Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells bereits bewiesen haben. PARKOUR sieht den Erwerb von jährlich zwei bis vier strategischen Ergänzungen auf Beteiligungsebene vor.

Exit-Strategien spielen zum Zeitpunkt der Kaufentscheidungen von INDUS keine Rolle, da das Prinzip "Halten" zentraler Bestandteil der DNA von INDUS ist. Um die stabile Performance zu sichern und die angestrebten Einzel- und Gruppenwachstumsziele zu erreichen, ist im Ausnahmefall allerdings auch eine Trennung von einem Unternehmen möglich - etwa, wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen für ein Portfoliounternehmen gravierend ändern und eine wirtschaftliche Fortführung in einer anderen Konstellation für das Unternehmen und dessen Beschäftigte sinnvoller erscheint.

Angesichts des strukturellen Umbruchs in der Fahrzeugbranche und des hohen Margendrucks bei den Serienzulieferunternehmen des Segments Fahrzeugtechnik hat INDUS diese Unternehmen in den vergangenen Jahren restrukturiert und verschiedene Optionen für eine Zukunftsfähigkeit geprüft. Für WIESAUPLAST konnte im Geschäftsjahr 2021 ein strategischer Investor gewonnen werden, der die Anteile an WIESAUPLAST übernommen hat. Die SMA konnte im aktuellen Geschäftsjahr notwendige Anpassungen an bestehende Lieferverträge mit Großkunden nicht erreichen und hat im Oktober 2022 Insolvenz angemeldet. Als Teil des Strategie-Updates PARKOUR perform hat INDUS entschieden, den verbliebenen Serienzulieferer SELZER und das Unternehmen SCHÄFER aus dem Segment Fahrzeugtechnik bis zum Ende des Jahres 2023 zu veräußern und sie deshalb ab Januar 2023 in den Bereich Non-Core umzugliedern.

2. INNOVATION TREIBEN

Einmal erarbeitete Wettbewerbspositionen müssen immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Dafür müssen die Unternehmen der INDUS-Gruppe aktiv Zukunftsentwicklungen aufgreifen, Chancen erkennen und Handlungsmöglichkeiten wahrnehmen. Um sich frühzeitig auf ändernde Marktsituationen einzustellen, kommt der strategischen Initiative "Innovation treiben" besondere Bedeutung zu. Die Förderung der Innovationskraft der INDUS-Unternehmen ist ein wesentlicher Bestandteil des Strategieprogramms PARKOUR.

INDUS fördert ausgewählte Innovationsvorhaben in der Gruppe über finanzielle Zuschüsse. Die Fördermittel umfassen 40 bis 80 % des jeweiligen Projektvolumens. Dafür hat die Holding ein jährliches Budget von bis zu 3 % des Konzern-EBIT vorgesehen. Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der Beteiligungsgesellschaften zu sichern und neue Produktionsfelder sowie Märkte zu erschließen. INDUS hat das absolute Volumen der verfügbaren Fördermittel im Geschäftsjahr 2022 beibehalten.

Bei der Erhöhung der Innovationskraft steht INDUS den Beteiligungen strategisch als Sparringspartner und konzeptionell mit Methodenwissen zur Seite. Neben der Erarbeitung von unternehmensspezifischen Innovationsstrategien kommt der Erschließung von individuellen Innovationssuchfeldern und der Erarbeitung unternehmensspezifischer Innovations-Roadmaps besondere Bedeutung zu. INDUS schafft dabei auch Netzwerke mit anderen Gruppenunternehmen sowie externen Institutionen und Einrichtungen, um Impulse von außen einzuholen, in Innovationsprojekten zusammenzuarbeiten oder Innovationssuchfelder gemeinsam im Netzwerk zu erschließen. Dies geschieht z. B. durch den Arbeitskreis "Wasserstoff" und "Nachhaltiges Bauen". Als weiteres Innovationsfeld wurde im Berichtsjahr das Thema "Künstliche Intelligenz" für interne Prozesse und Produkte in den Fokus genommen.

INDUS stärkt die Entwicklung definierter, dynamischer Zukunftsbranchen und analysiert mögliche Schnittstellen mit ihren Beteiligungen. Jüngere Unternehmen mit hoher Innovationskraft können dabei interessante Akquisitionsziele für die INDUS-Gruppe, insbesondere auf Enkelebene, darstellen. INDUS unterstützt daher die Zukäufe von jüngeren Unternehmen mit hoher technologischer Kompetenz als Ergänzungsakquisitionen zur Steigerung der Innovationskraft ihrer Beteiligungen.

3. LEISTUNG STEIGERN

Dem wachsenden globalen Wettbewerb und steigenden Margendruck begegnet INDUS mit der Förderung der Marktexzellenz sowie der Operativen Exzellenz in den Portfoliounternehmen. INDUS begleitet ihre Beteiligungen gezielt bei der Optimierung der wertschöpfenden Kernprozesse von der Auftragsentstehung bis zur Auftragsabwicklung. Dabei steht beim Schwerpunkt Marktexzellenz die optimale Ausschöpfung von Marktpotenzialen im Vordergrund. Beim Schwerpunkt Operative Exzellenz sind die Ansätze des Lean Managements von zentraler Bedeutung - bei allen Tätigkeiten gilt es, Verschwendung zu vermeiden und sich auf die eigentliche Wertschöpfung zu konzentrieren.

INDUS berät im Rahmen des Schwerpunkts Marktexzellenz zu den Themen Business Development, strategisches Marketing, Vertrieb sowie Pricing und begleitet dabei die Prozesse von der strategischen Marktbearbeitung bis zur Gewinnung von Kundenaufträgen. Das Unterstützungsangebot umfasst genauso die Vermittlung methodischer Kompetenz bspw. zu Markt-/Potenzial- und Wettbewerbsanalysen wie auch die Optimierung der Preisgestaltung von Produkten und Dienstleistungen. Ein weiteres wesentliches Arbeitsfeld ist die Beratung bei der Auswahl von Vertriebskanälen und der Gestaltung von Vertriebsorganisationen sowie die Durchführung von speziellen Vertriebstrainings.

Im Rahmen des Schwerpunkts Operative Exzellenz begleitet INDUS die Portfoliounternehmen dabei, Produktivitätspotenziale in den operativen Bereichen wie Beschaffung, Produktion sowie Logistik zu heben. Das Angebot umfasst die Unterstützung bei der Optimierung und Digitalisierung der Auftragsabwicklung. Dazu gehören ein übergreifendes Schulungsprogramm zu den Themen Lean Management und Shopfloor Management, verschiedene Vernetzungsformate zum Austausch über Best Practices in der INDUS-Gruppe sowie individuelle Workshops mit den Beteiligungen zur Vermittlung von spezifischem Methodenwissen. Konkrete Optimierungsprojekte in den Portfoliounternehmen werden durch die Unternehmen selbst mit Unterstützung von INDUS koordiniert oder durch externe Partner begleitet.

4. NACHHALTIG HANDELN

Nachhaltiges Handeln erzeugt Wettbewerbsvorteile, erhöht den Unternehmenswert und stärkt die Unternehmenskultur. Aus dieser Überzeugung heraus hat INDUS ihr Nachhaltigkeitsengagement in den vergangenen Jahren immer weiter professionalisiert. Nachhaltiges Handeln bedeutet für INDUS die langfristig gleichrangige Behandlung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen: Wir wollen dauerhafte Werte schaffen, dabei gute Arbeit ermöglichen und gleichzeitig sorgsam mit der Umwelt umgehen. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist daher mittlerweile zu einer eigenständigen strategischen Initiative "Nachhaltig Handeln" des Strategieprogramms PARKOUR geworden.

Zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs folgt INDUS klaren Leitlinien in Hinblick auf nachhaltiges Handeln:

Ökonomisch nachhaltiges Verhalten sichert den zukünftigen Erfolg.

Soziale Fairness ist die Grundlage des mittelständischen Unternehmertums und fördert die Kooperation.

Das Berücksichtigen von Umweltfaktoren vermeidet Folgekosten und steigert die Prozesseffizienz.

Das Einhalten von Vereinbarungen und Regeln stärkt das Vertrauen.

Zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit orientiert sich INDUS an klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und damit an stabilitätsorientierten Aspekten. Der Unternehmenserfolg im Sinne der Gruppe, der Aktionäre sowie der übrigen Stakeholder wird so langfristig gesichert. Die Holding sorgt für eine stabile Bilanz, ein adäquates Liquiditätspolster und eine flexible Finanzierungsbasis. Sozial orientieren sich alle Gesellschaften der INDUS-Gruppe an mittelständischen Werten. Im Zentrum steht das Prinzip "Verantwortung" - für den Unternehmensbestand, aber vor allem auch für die Menschen, mit denen dieser gesichert wird. Dies findet Ausdruck in unternehmensspezifischen Verhaltenskodizes, welche die stetige Weiterentwicklung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie die Förderung von Auszubildenden und Weiterbildungen für Beschäftigte umfasst. Zudem wird die gesellschaftliche Verantwortung, insbesondere im lokalen Umfeld der Beteiligungen, durch die Unterstützung gemeinnütziger Initiativen wahrgenommen. Ökologisch unterstützt INDUS die Beteiligungen bei ihrem Engagement zum Schutz von Ressourcen und zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Die Beteiligungen engagieren sich im ökologischen Bereich insbesondere durch die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen, durch Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme, die Umstellung auf "Grünstrom", durch die Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe und die Einrichtung von "Job-Rad"-Initiativen für Mitarbeitende. Mit der "Innovationsförderbank" werden Fördermittel für nachhaltige Produktinnovationen im Zukunftsfeld "GreenTech" (Energie- und Umwelttechnik sowie Technologien und Produkte mit verbessertem energieeffizienten Nutzungsprofil) bereitgestellt. Mithilfe der im Jahr 2022 neu eingeführten Nachhaltigkeitsförderbank wurden sechs Projekte gefördert, die Ressourcen schonen und die Emissionen der jeweiligen Beteiligung wesentlich senken. Vorstand und Aufsichtsrat fühlen sich seit jeher einer verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Unternehmensführung (Corporate Governance) verpflichtet. So entsprechen sie vollständig den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und dokumentieren damit die Bedeutung der Regeln einer guten Unternehmensführung und -überwachung. Gruppenweit ist ein Hinweisgebersystem eingeführt, welches durch die Beteiligungen dezentral genutzt werden kann und damit die entsprechenden gesetzlichen Verpflichtungen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex umsetzt. Im Jahr 2022 wurden die Voraussetzungen für die Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes ab 01. Januar 2023 geschaffen.

INDUS gibt zum 31. Dezember 2022 erneut einen nichtfinanziellen Bericht für die INDUS-Gruppe ab. Dieser wird auf der INDUS-Homepage veröffentlicht und wurde einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Der nichtfinanzielle Bericht und der Prüfungsvermerk können unter folgendem Link abgerufen werden: indus.de/nichtfinanziellerbe-richt/2022. Zusätzlich hat sich das im Jahr 2021 erstmals herausgegebene Magazin SUSTA[IN] etabliert und wird im Sommer 2023 zum dritten Mal erscheinen. Hier wird in einem leserfreundlichen Format über Projekte und den Fortschritt von Nachhaltigkeitsinitiativen in der INDUS-Gruppe berichtet.

UNTERNEHMENSSTEUERUNG

PLANUNGS- UND STRATEGIEPROZESS

Ausgehend von der INDUS-Strategie PARKOUR entwickeln die INDUS-Beteiligungsunternehmen ihre individuellen Strategien und planen auf dieser strategischen Grundlage die Geschäftsentwicklung, die notwendigen Investitionen sowie die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für in der Regel drei bis fünf Planjahre.

Im Rahmen der Planungsrunde führen der INDUS-Gesamtvorstand und die jeweiligen Geschäftsführungen der Beteiligungsunternehmen ein strukturiertes Gespräch zur Geschäftsplanung und zu den daraus resultierenden Chancen- und Risiken. Über die Plandaten und aus dem Austausch mit den Geschäftsführerinnen macht sich der INDUS-Vorstand ein Gesamtbild zur erwarteten Geschäftsentwicklung. Daraus leitet er auf Holdingebene die Planung der erforderlichen Finanzierungsmittel ab und kommuniziert die Ergebnisse aus der konsolidierten Planung bzw. Erwartungen an die Eigen- sowie Fremdkapitalgeber von INDUS. Ausgangspunkt für die unternehmerischen Zielsetzungen der INDUS Holding AG sind somit im Wesentlichen die jährlichen Planungen der Beteiligungen.

Im Rahmen des Planungsprozesses liegt zusätzlich ein besonderes Augenmerk auf den Nachhaltigkeitsprojekten in den Beteiligungen. Es werden insbesondere Maßnahmen zur CO 2 -Reduzierung und Aktivitäten in den Bereichen "Arbeitnehmerbelange" und "Soziale Maßnahmen" erhoben.

STEUERUNGSGRÖßEN

Die in der Holding zur Bewertung der Situation der Gruppe insgesamt und der Beteiligungsunternehmen im Einzelnen herangezogenen wirtschaftlichen Kenngrößen entsprechen den für Produktionsunternehmen üblichen wirtschaftlichoperativen Kennzahlen. Sie werden ergänzt um wirtschaftlich-strategische Kennzahlen für die direkten Investitionsentscheidungen. Seit nunmehr zwei Jahren werden zusätzlich die Treibhausgasemissionen (THG E-Scope 1 + 2) als nichtfinanzielle Kennzahl zur Information und zur Steuerung verwendet. Für den Einzelabschluss der INDUS Holding AG gibt es keine abweichenden Steuerungsgrößen.

Der Soll-Ist-Abgleich, den INDUS im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung für das vergangene Geschäftsjahr vornimmt, findet sich im Wirtschaftsbericht.

UNTERJÄHRIGE BERICHTERSTATTUNG

INDUS wird von den Beteiligungen laufend über die wirtschaftliche Entwicklung in den Unternehmen informiert. Dazu berichten die Unternehmen der Holding monatlich über ihre wirtschaftliche Situation. Darüber hinaus erhält INDUS gezielte Informationen zu spezifischen Themen. Auf dieser Grundlage hat das Management der Holding einen kontinuierlichen Einblick in die Situation der Beteiligungen und damit einen Überblick über die Gesamtsituation der Gruppe.

Auf Grundlage der Monatszahlen verfolgt INDUS die Entwicklung der Unternehmen im Abgleich mit dem jeweiligen Budget. Die Beteiligungen aktualisieren dreimal innerhalb des Geschäftsjahres ihre Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr. Das Controlling-System liefert frühzeitig Hinweise auf Planabweichungen. Die Tochtergesellschaften nutzen zusätzlich individuelle Steuerungsmechanismen und aufgrund der Individualität auch eigene Kennzahlen. Die Geschäftsführerinnen der Beteiligungen beobachten und analysieren ihre jeweiligen Märkte und ihr spezifisches Wettbewerbsumfeld und berichten INDUS über wesentliche Veränderungen.

REGELMÄßIGER MANAGEMENTDIALOG

Parallel zu den obligatorischen Informationsflüssen für die finanzielle Berichterstattung tauschen sich Vorstand und die jeweiligen Geschäftsführungen auch informell regelmäßig über die Entwicklung in den Beteiligungen aus. INDUS verfolgt ihre Interessen als Eigentümerin aktiv durch Beratung und Begleitung bei der Weiterentwicklung in den Unternehmen.

ANGEPASSTER STEUERUNGSPROZESS UNTER PARKOUR PERFORM

Ab 1. Januar 2023 ist die aktualisierte und angepasste Strategie PARKOUR perform in Kraft getreten. Mit PARKOUR perform ändern sich wichtige Bereiche der bisherigen Unternehmenssteuerung.

Der Steuerungs- und Planungsprozess erfolgt nunmehr in einem zweistufigen Prozess. Zunächst legt der Gesamtvorstand die Ziele (für die Steuerungsgrößen) auf Holding- und Segmentebene fest und verteilt das verfügbare Investitionsbudget der Gruppe auf die Segmente. Die für das Segmentmanagement verantwortlichen Vorstände treten dann in den Dialog mit den Geschäftsführungen der Beteiligungen zur Abstimmung der Strategie, der Ziele und des Investitionsbudgets für die einzelnen Beteiligungen im Rahmen der vom Gesamtvorstand vorgegebenen Randbedingungen. Die Beteiligungen planen auf dieser strategischen Grundlage die Geschäftsentwicklung, die notwendigen Investitionen sowie die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für in der Regel drei bis fünf Planjahre. Im Rahmen eines strukturierten Gesprächs zwischen Segmentmanagement und den Geschäftsführungen der Beteiligungen zur Geschäftsplanung und den daraus resultierenden Chancen- und Risiken werden die Einzelplanungen finalisiert. Das Segmentmanagement leitet daraus die Segmentplanung ab. Die Segmentplanungen werden schließlich vom Gesamtvorstand zur Konzernplanung konsolidiert und die Konzernplanung wird von Gesamtvorstand beschlossen.

Als neue Steuerungsgröße wird zusätzlich der Free Cashflow eingeführt, um die Unternehmenssteuerung auch an einen zahlungsflussorientierten Faktor zu knüpfen. Der Free Cashflow gibt Auskunft über die Spielräume von INDUS zur Zahlung einer Dividende an ihre Aktionäre, für Neuakquisitionen margenstarker Unternehmen und zur Reduzierung der Nettoverschuldung.

NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

MITARBEITENDE

IN DER HOLDING: EIN TEAM AUS SPEZIALISTINNEN FÜR EINE EFFEKTIVE BEGLEITUNG DER BETEILIGUNGEN

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2022 beschäftigte die Holding ohne die Mitglieder des Vorstands 36 Mitarbeitende (Vorjahr: 34). Es liegt im Interesse von INDUS, die Leistungskraft der Beschäftigten zu stärken und sie langfristig an das Unternehmen zu binden. Dazu bietet INDUS ihren Mitarbeitenden in den Bereichen Gesundheit, Weiterbildung und Einkommen die Rahmenbedingungen eines modernen, attraktiven Arbeitgebers.

MITARBEITENDE IN DER HOLDING

(Anzahl)

IN DER GRUPPE: PFLEGE EINER MITTELSTÄNDISCH GEPRÄGTEN KULTUR

In der INDUS-Gruppe waren im Jahresdurchschnitt 8.837 Mitarbeitende in den fortgeführten Geschäftsbereichen beschäftigt (Vorjahr: 9.063). In den aufgegebenen Geschäftsbereichen sind 1.870 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.847) beschäftigt. In der gesamten INDUS-Gruppe sind damit im Jahresdurchschnitt 10.707 Mitarbeitende beschäftigt (Vorjahr: 10.910). Die Führung der Mitarbeitenden in den Beteiligungen liegt allein in der Verantwortung von deren Geschäftsleitungen. Dementsprechend steuern die Beteiligungsunternehmen ihre Personalarbeit quantitativ wie auch qualitativ eigenständig. Mittelständische Unternehmen nehmen eine starke Verantwortung im Bereich der Ausbildung wahr; dies gilt besonders auch für die Unternehmen der INDUS-Gruppe. 2022 waren in der gesamten Gruppe 353 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 380); das entspricht einer Ausbildungsquote von 3,3 % (Vorjahr: 3,5 %).

MITARBEITEN DE IN DER INDUS-GRUPPE

(Anzahl)

ENTWICKLUNG UND INNOVATION

F&E-UNTERSTÜTZUNG DER BETEILIGUNGEN

Als Beteiligungsgesellschaft betreibt INDUS keine Forschungs- und Entwicklungsarbeit im klassischen Sinne. Alle Aktivitäten und die Verantwortung dafür, dass die Beteiligungen mit ihren Produkten technologisch am Puls der Zeit und strategisch in ihren Märkten gut positioniert sind, liegen bei den Beteiligungen selbst.

Zugleich hat INDUS ein hohes Interesse am langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligungen. In diesem Zusammenhang betrachtet der INDUS-Vorstand das Thema Innovation als einen zentralen Schlüssel für die gesunde Weiterentwicklung der Unternehmen. Deshalb hat der Vorstand in den vergangenen Jahren verstärkt Angebote initiiert, auf welche die Beteiligungen zurückgreifen können. Diese sind:

Finanzmittel für Innovationen in Zukunftsfeldern: INDUS sieht im Rahmen der strategischen Initiative "Innovationen treiben" für ihre Beteiligungen bis zu 3 % des jährlichen Konzern-EBIT vor, um geeignete Innovationsvorhaben voranzutreiben. Ein nachlassender Eingang an Anträgen während der Corona-Jahre 2020 und 2021 und das Auslaufen einiger Bestandsprojekte führten nachlaufend zu einer rückläufigen Entwicklung des Fördervolumens der Innovationsförderbank im Jahr 2022. Im Jahr 2022 wurden Neuanträge auf Vor-Corona-Niveau gestellt und bewilligt, sodass in den Folgejahren wieder mit einem Anstieg des Fördervolumens zu rechnen ist. INDUS fördert insbesondere Aktivitäten und Projekte mit signifikanter Innovationshöhe und in definierten Zukunftsfeldern, welche aus Sicht von INDUS langfristig herausragende Entwicklungsperspektiven bieten, aber auch mit höheren Risiken verbunden sind. Darüber hinaus werden Vorhaben unterstützt, die zu einem wettbewerbsrelevanten Know-How- oder Personalaufbau in der Entwicklung beitragen. Diese Innovationen dienen der Erschließung neuer Geschäftsfelder und Technologien und somit der Stärkung der Wettbewerbspositionen.

Methodenunterstützung: INDUS legt ihren Fokus insbesondere auf die Förderung von Innovationen. Sie unterstützt ihre Beteiligungen im Innovations- und Technologiemanagement, um die strategische Position zu verbessern und so die Fokussierung und die Effektivität der Entwicklungsarbeit zu optimieren. Die Beteiligungen werden bei der Ableitung von Innovationsstrategien, der Identifikation von Innovationspotenzialen, der Ideengenerierung und -auswahl sowie dem Projektmanagement im Innovationsprozess methodisch begleitet.

Sensibilisierung & Vernetzung: Das Management der Holding beobachtet die Trends und Entwicklungen der Märkte branchenübergreifend und trägt das Wissen im Rahmen eines aktiven Dialogs mit den jeweiligen Geschäftsführungen in die Gruppenunternehmen. Dabei fördert INDUS auch den Austausch zwischen den Beteiligungen, um das Entstehen von Innovationen durch Perspektivenwechsel zu erleichtern. INDUS stellt zudem für ihre Beteiligungen Verbindungen zu externen Partnern und Institutionen her und sucht die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

INNOVATIONSAKTIVITÄT DER UNTERNEHMEN WEITER GESTIEGEN

Die ausgewiesenen Aufwendungen im Konzernabschluss der INDUS-Gruppe für F&E-Aktivitäten lagen 2022 bei 21,1 Mio. EUR (Vorjahr: 17,2 Mio. EUR). Damit konnte der Mitteleinsatz für Forschung- und Entwicklung um 3,9 Mio. EUR gesteigert werden.

Ziel ist es, ein steigendes Maß an eigener individueller F&E-Kompetenz und Innovationseffektivität von den Beteiligungsgesellschaften zu erreichen. Dabei ist der Kundenbezug in der Entwicklungsarbeit von hoher Priorität: Es bestehen sowohl kunden- als auch lieferantenseitig erfolgreiche Entwicklungspartnerschaften.

In Verbindung mit den Entwicklungsaktivitäten bei den Gesellschaften agiert die INDUS-Gruppe in erfolgreichen Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Schon heute arbeitet ein Teil der Gesellschaften mit Forschungseinrichtungen zusammen, zum Beispiel im Rahmen von Produktinnovationen oder innovationsbezogenen Marktanalysen. Die Formen der Zusammenarbeit erstrecken sich von klassischen Kunden-Lieferanten-Beziehungen über die Auftragsforschung bis hin zur Mitarbeit einzelner Gesellschaften in öffentlich geförderten Forschungsvorhaben.

NACHHALTIGKEIT

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist als vierte eigenständige strategische Initiative bei PARKOUR verankert. In Bezug auf die Nachhaltigkeitsstrategie steht für die kommenden Jahre insbesondere die Umsetzung der Treibhausgasreduktionsziele des Klimaschutzgesetzes im Fokus. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Reduzierung der Treibhausgase (THG-E): einerseits die Nutzung emissionsarmer Energiequellen und andererseits die Erhöhung der Energieeffizienz, die auch aus wirtschaftlichen Aspekten von hoher Bedeutung ist.

Als Kennzahl zur Unternehmenssteuerung wurde bei INDUS die Reduzierung der Bruttotreibhausgasemissionen (THG-E) in Scope 1 und Scope 2 definiert. Hierbei wird bewusst das Bruttoemissionsziel verwendet, da es nicht durch den Zukauf von Zertifikaten korrigiert werden kann. Zu Scope 1 gehören stationäre Verbrennung, mobile Verbrennung und flüssige Emissionen. Die Treibhausgasemissionen in Scope 2 umfassen derzeit Strom und Fernwärme. Die Emissionen werden in t CO 2 gemessen und bezogen pro Mio. EUR Bruttowertschöpfung erhoben und dargestellt.

CORPORATE GOVERNANCE

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Vorstand und Aufsichtsrat von INDUS bekennen sich umfassend zu den Prinzipien einer guten Corporate Governance. Dazu geben das Leitungs- und das Kontrollgremium jährlich eine entsprechende "Erklärung zur Unternehmensführung" ab. Die aktuelle Erklärung ist im vollständigen Wortlaut auf der INDUS-Website unter der Rubrik Über INDUS/Corporate Governance einsehbar.

Teil der Erklärung zur Unternehmensführung ist die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG. Diese haben Vorstand und Aufsichtsrat am 8. Dezember 2022 abgegeben. Darin stellen sie fest, dass die INDUS Holding AG sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission bzw. des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 entspricht. Die Entsprechenserklärung ist im vollständigen Wortlaut abrufbar auf der INDUS-Website unter der Rubrik Über INDUS/Corporate Governance.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Im Geschäftsjahr 2022 ist der Umsatz in der INDUS-Gruppe von 1,63 Mrd. EUR auf 1,80 EUR gestiegen. Das operative Ergebnis (EBIT) der INDUS-Gruppe betrug 133,7 Mio. EUR nach 165,6 Mio. EUR im Vorjahr. Bereinigt um Wertminderungen betrug das operative Ergebnis 176,4 Mio. EUR (Vorjahr: 168,1 Mio. EUR). Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche beinhaltet das Nachsteuerergebnis von SMA, SELZER und SCHÄFER und betrug -123,9 Mio. EUR (Vorjahr -50,2 Mio. EUR).

ENTWICKLUNG DES WIRTSCHAFTLICHEN UMFELDS

ENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFT: FOLGEN DES KRIEGS BELASTEN

Die deutsche Industrie hatte 2022 weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen und hohen Unsicherheiten zu kämpfen. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine mussten sich die globalen Wirtschaftsbeziehungen nach der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge neu aufstellen. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war entsprechend geprägt von den Folgen des Kriegs. Zugleich belastete auch die andauernde, wenngleich über das Jahr hinweg nachlassende Pandemie die Unternehmen. Insbesondere die chinesische Null-COVID-Politik beeinträchtigte neben der Wirtschaftstätigkeit in China auch die globalen Lieferketten. Insgesamt dauerten die Probleme entlang der Wertschöpfungskette und entsprechenden Materialengpässe an, auch wenn sich im Jahresverlauf eine leichte Entspannung abzeichnete. In Summe lag die deutsche Produktion 2022 kalenderbereinigt um 0,6 % unter 2021 - und damit 5 % unter dem Vorkrisenjahr 2019. Massiv steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise trieben die Inflation in die Höhe. So stiegen für deutsche Nicht-Haushaltskunden, d.h. vor allem für Unternehmen und Behörden, im ersten Halbjahr 2022 die Gaspreise etwa um 38,9 % und die Strompreise um 19,3 % im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2021. Trotz einer leichten Abschwächung der Teuerung gegen Jahresende betrug die Inflationsrate in Deutschland im Jahresdurchschnitt 7,9 % im Vergleich zu 2021. 2021 lag die Jahresteuerungsrate noch bei 3,1 %. Als Folge der Inflation und einer restriktiveren Geldpolitik stiegen auch die Zinsen und entsprechend die Finanzierungskosten.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen und sich eintrübender Wachstumsperspektiven zeigte sich die deutsche Wirtschaft insgesamt robust: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2022 preisbereinigt um 1,8 %, preis- und kalenderbereinigt um 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr an. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im vierten Quartal auf einen neuen Höchststand. Der private Konsum erholte sich mit dem Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen. Dieser Aufholeffekt kompensierte den Negativeffekt der massiven Preissteigerungen - in Summe legte der private Konsum leicht zu. Besonders stark stieg mit den wegfallenden Corona-Beschränkungen entsprechend auch der Dienstleistungsbereich. Die Wirtschaftsleistung im verarbeitenden Gewerbe hingegen wurde stärker von fehlenden Vorprodukten und hohen Energiepreisen gebremst und legte 2022 nur um 0,2 % zu. Der Export stieg 2022 im Vorjahresvergleich kalender- und saisonbereinigt um 14,3 % an. Der Import legte aufgrund von stark gestiegenen Energieeinfuhrpreisen jedoch zeitgleich um 24,3 % zu. Damit sank der deutsche Exportüberschuss das fünfte Jahr in Folge.

JÄHRLICHES WIRTSCHAFTSWACHSTUM

(in %)

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Stand: Jan. 2023, für 2020 Okt. 2022)

ENTWICKLUNG DES BRANCHENUMFELDS

BAU/INFRASTRUKTUR: HOHE BAUKOSTEN UND STEIGENDE ZINSEN BREMSEN ENTWICKLUNG

Das Baugewerbe in Deutschland, das relativ gut durch die Corona-Pandemie kam, musste 2022 von einem hohen Niveau aus einen Dämpfer hinnehmen. Material- und Fachkräftemangel bei zugleich hohen Baukosten und steigenden Zinsen ließen die Bruttowertschöpfung um 2,3 % sinken. So lagen die Preise für Baumaterialien 2022 über dem bereits hohen Preisniveau des Vorjahres: Stahlerzeugnisse etwa verteuerten sich um bis zu 40,4 %, die Preise für Flachglas stiegen um 49,3 %. Gleichzeitig sanken die Bauinvestitionen 2022 preisbereinigt um 1,6 %. Hochbau und Wohnungsbau wurden insbesondere von fehlenden Materialien und vom Fachkräftemangel ausgebremst. Auftragsstornierungen im privaten und gewerblichen Bereich nahmen angesichts steigender Bauzinsen im Jahresverlauf zu. So stieg nach Berechnungen der Bundesbank der Zinssatz für Hypothekarkredite mit einer Laufzeit von über zehn Jahren im Neugeschäft von Januar bis November 2022 von 1,4 % auf 3,8 %.

FAHRZEUGTECHNIK: DEUTLICH UNTER VORKRISENNIVEAU

Der deutsche Pkw-Markt blieb 2022 weiter deutlich unter Vorkrisenniveau. Der Absatz lag noch 26 % unter dem Jahresumsatz 2019. Fehlende Vor- und Zwischenprodukte, die hohen Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen und die unsicheren Rahmenbedingungen infolge des Kriegs belasteten den Markt. Die Zulassungen in Deutschland blieben mit 1 % Wachstum und 2,7 Mio. Fahrzeugen annähernd auf Vorjahresniveau. Dabei war fast jede dritte Neuzulassung eine E-Zulassung. Beim Bestelleingang war der Binnenmarkt überproportional rückläufig: Die Inlandsordern sanken 2022 im Vorjahresvergleich um 15 %, Auslandsordern gingen um 6 % zurück. Das Produktionsvolumen konnte sich im Jahresverlauf 2022 deutlich erholen, lag aber im Gesamtjahr 2022 weiterhin gut 26 % unter dem Niveau von 2019. Ähnlich beim Export: 2022 wurden 10 % mehr Pkw deutscher Hersteller exportiert als 2021. Das sind gut 25 % weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019.

MASCHINEN- UND ANLAGENBAU: ROBUST IN SCHWIERIGER GESAMTLAGE

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer konnten sich im Jahr 2022 den schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht entziehen, haben sich aber insgesamt gut behauptet. Die gestörten Lieferketten, ein deutlich spürbarer Fachkräftemangel und Probleme bei der Energieversorgung bremsten die Produktion, die nach vorläufigen Schätzungen des VDMA real 0,2 % über Vorjahr lag. Zugleich stieg der Umsatz - maßgeblich aufgrund von höheren Absatzpreisen - nominal um 10,5 %. Die Materiallage blieb jedoch herausfordernd: Im Dezember 2022 gaben laut VDMA noch 74 % der Unternehmen an, durch Störungen in vorgelagerten Lieferketten beeinträchtigt zu sein. Als Folge der Produktionsbehinderungen und der zugleich stabilen Nachfrage erreichten die Auftragsbestände ein Rekordniveau. Die Auftragsreichweite lag im Maschinenbaudurchschnitt zum Teil bei über einem Jahr.

MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK: MASSIVE KOSTENSTEIGERUNGEN

Nach dem Corona-Einbruch hat sich die Lage der deutschen Medizintechnikunternehmen 2022 weiter verschärft: Nach Schätzung des Branchenverbands BVMed konnte sich der Jahresumsatz im Vergleich zu 2021 zwar leicht erholen (+3,3 %), die Unternehmensgewinne brachen aufgrund massiver Kostensteigerungen aber ein. Erhöhte Transport-, Rohstoff- und Energiepreise sowie der erhöhte regulatorische Aufwand durch die Medizinprodukte-Verordnung (MDR) drücken die Margen. In der Herbstumfrage des BVMed erwarteten nur 11 % der Unternehmen im Jahr 2022 Gewinnsteigerungen, 62 % rechneten hingegen mit Gewinnrückgängen.

METALLTECHNIK: ERHOLUNG TROTZ ERHÖHTEM KOSTENDRUCK

Die metallverarbeitende Industrie in Deutschland war 2022 von den allgemein schwierigen Rahmenbedingungen beeinflusst. Massive Preissteigerungen bei Energie und Material führten in der M+E-Industrie zu sinkenden Erträgen und Stornierungen. Auch die Neuaufträge gingen im Jahresverlauf sukzessive zurück: Im Zeitraum Januar bis Dezember 2022 gab der Auftragseingang real um 4,2 % nach. Insbesondere die Inlandsordern waren rückläufig. Trotz dieser widrigen Rahmenbedingungen konnten sich mit der Entspannung bei den Lieferketten im Jahr 2022 Produktion (real +1,8 %) und Absatz (real +5,0 %) stabilisieren. Der Auslandsumsatz stieg real sogar um 6,3 %. Auch die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich leicht (nominal +1,7 %).

ENTWICKLUNG DER INDUS-GRUPPE

GESAMTBEWERTUNG DES VORSTANDS

STRATEGISCHE NEUAUSRICHTUNG DER INDUS-GRUPPE - AUFGABE DES SEGMENTS FAHRZEUGTECHNIK SCHAFFT BASIS FÜR NEUES WACHSTUM

Mit dem im Dezember 2022 vorgestellten Strategie-Update Parkour perform hat sich die INDUS-Gruppe ab dem 1. Januar 2023 mit den Segmenten Engineering, Infrastructure und Materials neu aufgestellt. Dabei hat der Vorstand entschieden, welche Geschäfte unter dem Dach von INDUS auch in Zukunft gute Perspektiven haben und fortgeführt werden. Insbesondere wurde entschieden, das bisherige Segment Fahrzeugtechnik aufzugeben. Vor dem Hintergrund dieser Neuordnung gilt es deshalb, nachfolgend die fortgeführten und die aufgegebenen Geschäftsbereiche gesondert zu betrachten. Zu den aufgegebenen Geschäftsbereichen gehören die SMA, die seit Oktober 2022 in Insolvenz ist, der Serienzulieferer SELZER und SCHÄFER, Hersteller von Designmodellen für die Automobilindustrie.

Die fortgeführten Geschäftsbereiche steigerten den Umsatz 2022 von 1,63 Mrd. EUR auf 1,80 Mrd. EUR. Der Umsatz stieg um 10,4 %; der Anstieg betraf vier der fünf Segmente. Der Umsatz im Segment Maschinen- und Anlagenbau konnte dabei mit 21,2 % den höchsten Zuwachs verzeichnen. Zum hohen Anstieg in diesem Segment haben insbesondere unsere Neuakquisitionen des Geschäftsjahres HEIBER + SCHRÖDER und HELD sowie die Vorjahresakquisitionen JST, FLACO und TECALEMIT Inc. beigetragen. Der Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche im Segment Fahrzeugtechnik ist um 17,9 % gesunken, da im Vorjahr noch die WIESAUPLAST-Gruppe enthalten war, die zum Ende des Geschäftsjahres 2021 verkauft wurde. Bereinigt um diesen Effekt verzeichneten die verbliebenen Beteiligungen des Segments ebenfalls einen leichten Umsatzanstieg. Addiert man die Umsätze fortgeführter und aufgegebener Geschäftsbereiche so liegt die Summe von 1,91 Mrd. EUR am unteren Ende des mit dem Halbjahresbericht 2022 angehobenen Prognosebandes von 1,90 bis 2,00 Mrd. EUR.

Das operative Ergebnis (EBIT) der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug 133,7 Mio. EUR. Dabei sind die Beiträge der Segmente Bau / Infrastruktur (59,6 Mio. EUR), Maschinen- und Anlagenbau (50,9 Mio. EUR) sowie Metalltechnik (50,7 Mio. EUR) trotz Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte gut ausgefallen. Im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik wurde aufgrund der Wertminderungen ein EBIT von -4,6 Mio. erzielt. Die Ergebnisbeiträge in den fortgeführten Geschäftsbereichen sind durch Wertminderungen in Höhe von 42,8 Mio. EUR belastet. Das EBIT des Segments Fahrzeugtechnik betrug -7,9 Mio. EUR und lag unterhalb unserer Erwartungen; dieses Segment war aufgrund von limitierten Halbleitern und Entfall von Russland-Geschäft sowie einem verspäteten Serienanlauf belastet. Das EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche vor Wertminderungen beträgt 176,4 Mio. EUR und liegt über dem Vorjahreswert von 168,1 Mio. EUR.

Die EBIT-Marge der fortgeführten Geschäftsbereiche beträgt 7,4 % und die EBIT-Marge vor Wertminderungen 9,8 %. Dies zeigt die gute Basis, von der aus wir nach der Bereinigung des Segments Fahrzeugtechnik in die kommenden Jahre starten. Die Ertragskraft der fortgeführten Geschäftsbereiche ist gut und wird zusammen mit organischem und anorganischem Wachstum die Erreichung unserer Ziele für das Jahr 2025 ermöglichen.

Der operative Cashflow war mit 137,1 Mio. EUR - aufgrund des Working-Capital-Aufbaus - um 40,6 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr (177,7 Mio. EUR). Das Working Capital betrug zum 31. Dezember 2022 496,7 Mio. EUR und war damit um 52,8 Mio. EUR höher als zum Stichtag des Vorjahres. Der Aufbau ist auf die gestiegenen Materialpreise und erhöhte Bevorratung zurückzuführen. Zum Teil sicherten sich die Gesellschaften mit einer erhöhten Bevorratung gegen Preissteigerungen und Rohstoffverknappungen ab.

2022 konnte INDUS zwei Beteiligungen akquirieren. Zunächst erfolgte im April das Closing für den Erwerb der HEIBER + SCHRÖDER. HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständischer Anbieter von Spezialmaschinen für die Kartonagenindustrie und beliefert Verpackungshersteller weltweit, vor allem im Zulieferbereich für die Lebensmittel- und Kosmetik-, aber auch die Hausartikel- und Spielzeugbranche. Im Mai 2022 hat INDUS 70 % der Geschäftsanteile an der HELD Industries GmbH (HELD) mit Sitz in Heusenstamm erworben. HELD ist ein mittelständischer Anbieter von Sondermaschinen und -anlagen für Laserschneid- und Laserschweißtechnik. Außerdem erwarb INDUS weitere Anteile an der MESUTRONIC und die Restanteile an der M+P. Die Beteiligung M. BRAUN erwarb die Restanteile an CREAPHYS.

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte der fortgeführten Bereiche betrugen 54,5 Mio. EUR (Vorjahr: 52,6 Mio. EUR). Damit konnten die Investitionen gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden.

Die Eigenkapitalquote im Konzern liegt mit 36,3 % (Vorjahr: 42,4 %) deutlich unter dem Vorjahreswert und unter dem Zielwert von 40 %. Zum Stichtag hat sich der Liquiditätsbestand gegenüber dem Vorjahr reduziert und lag bei 127,8 Mio. EUR (Vorjahr: 136,3 Mio. EUR). Die Entschuldungsdauer, das Verhältnis von Nettoverschuldung zum EBITDA (der fortgeführten Bereiche) betrug 2,3 Jahre (Vorjahr: 2,0 Jahre) und liegt damit im vorgegebenen Zielbereich von 2 bis 2,5 Jahren.

INDUS stellt die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zunehmend stärker in den Fokus. Wir verwenden die Treibhausgasemissionsintensität (THG-E Scope 1 + 2) als Steuerungsgröße auf Konzernebene. Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Emissionsintensität (Scope 1 + 2) 76 t CO 2/Mio. EUR BWS. Damit konnte die Treibhausgasemissionsintensität um rund 19 % gegenüber dem Vorjahr (94 t CO 2 /Mio. EUR BWS) gesenkt werden.

Die INDUS-Gruppe hat sich mit dem Strategie-Update PARKOUR perform und der damit verbundenen Aufgabe des Segments Fahrzeugtechnik neu aufgestellt. Die Entscheidung, sich von den langjährigen Verlustbringern aus dem Segment Fahrzeugtechnik zu trennen, befreit die Gruppe von den starken Verlusten im Automobilsektor. Die Geschäfte, die unter dem Dach von INDUS bleiben, haben gute Perspektiven. Die Aktivitäten in den fortgeführten Geschäftsbereichen wurden zum Jahresanfang 2023 neu gegliedert in die drei Segmente Engineering, Infrastructure und Materials. Der vorliegende Abschluss mit der Differenzierung zwischen fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen zeigt die Stärke der fortgeführten Geschäftsbereiche und bestätigt, dass die Entscheidung für die Aufgabe des bisherigen Segments Fahrzeugtechnik der für die Zukunftsausrichtung der INDUS-Gruppe richtige Schritt ist.

SOLL-IST-VERGLEICH

KONZERN Steuerungsgrößen IST 2021 * PLAN 2022
Zukäufe 2 Wachstumsakquisitionen, 2 Erwerbe von Enkeltochterunternehmen 2 Wachstumsakquisitionen
Umsatz 1,74 Mrd. EUR (1,68 Mrd. EUR ohne Wachstumsakquisitionen) 1,80 -1,95 Mrd. EUR
EBIT 115,4 Mio. EUR 115 bis 130 Mio. EUR
EBIT-Marge 6,6% 6,0 bis 7,0 %
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 75,6 Mio. EUR 90 bis 100 Mio. EUR
Treibhausgasemissionen (THG -E Scope 1+2) ** 93,91 t CO 2 / Mio. EUR BWS niedriger als Vorjahr
ergänzende Steuerungsgrößen
Eigenkapitalquote 42,4% > 40 %
Nettoverschuldung/EBITDA 2,3 Jahre 2 bis 2,5 Jahre
Working Capital 457,5 Mio. EUR niedriger als Vorjahr
SEGMENTE
Bau/Infrastruktur
Umsatz 451,6 Mio. EUR leicht steigender Umsatz
EBIT 70,5 Mio. EUR leicht sinkendes Ergebnis
EBIT-Marge 15,6% 13 bis 15 %
Fahrzeugtechnik
Umsatz 281,9 Mio. EUR leicht steigender Umsatz
EBIT -57,3 Mio. EUR (inkl. 8,2 Mio. EUR Wertminderungen) stark steigendes Ergebnis
EBIT-Marge -20,3% (ohne Wertminderungen - 17,4 %) negativ
Maschinen- und Anlagenbau
Umsatz 438,9 Mio. EUR stark steigender Umsatz
EBIT 56,9 Mio. EUR leicht steigendes Ergebnis
EBIT-Marge 13,0% 10 bis 12 %
Medizin- und Gesundheitstechnik
Umsatz 148,7 Mio. EUR steigender Umsatz
EBIT 12,1 Mio. EUR leicht steigendes Ergebnis
EBIT-Marge 8,1% 7 bis 9 %
Metalltechnik
Umsatz 420,4 Mio. EUR leicht sinkender Umsatz
EBIT 42,3 Mio. EUR stark sinkendes Ergebnis
EBIT-Marge 10,1% 7 bis 9 %
-
KONZERN Steuerungsgrößen IST 2022 ERREICHUNGSGRAD ***
Zukäufe 2 Wachstumsakquisitionen, 1,80 Mrd. EUR (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche 1,91 Mrd. EUR) erreicht
Umsatz erreicht
EBIT 133,7 Mio. EUR (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche 13,4 Mio. EUR) nicht erreicht
EBIT-Marge 7,4 % (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche 0,7 %) nicht erreicht
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 54,5 Mio. EUR (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche 76,5 Mio. EUR) nicht erreicht
Treibhausgasemissionen (THG -E Scope 1+2) ** 75,94 t CO 2 / Mio. EUR BWS besser als erwartet
ergänzende Steuerungsgrößen
Eigenkapitalquote 36,3% nicht erreicht
Nettoverschuldung/EBITDA 2,3 Jahre (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche 2,8 Jahre) nicht erreicht (für fortgeführte Geschäftsbereiche erreicht)
Working Capital 496,7 Mio. EUR nicht erreicht
SEGMENTE
Bau/Infrastruktur
Umsatz 515,2 Mio. EUR besser als erwartet
EBIT 59,6 Mio. EUR (EBIT vor Wertminderungen 72,3 Mio. EUR) nicht erreicht (vor Wertminderungen erreicht)
EBIT-Marge 11,6% (EBIT-Marge vor Wertminderungen 14,0%) nicht erreicht (vor Wertminderungen erreicht)
Fahrzeugtechnik
Umsatz 142,7 Mio. EUR fortgeführte Geschäftsbereiche (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche 252,4 Mio. EUR) nicht erreicht
EBIT -7,9 Mio. EUR für fortgeführte Bereiche (inkl. aufgegebene Geschäftsbereiche -128,1 Mio. EUR) nicht erreicht
EBIT-Marge - 5,5 % für fortgeführte Bereiche (-50,8 % inkl. aufgegebener Geschäftsbereiche) Prognose eingetreten
Maschinen- und Anlagenbau
Umsatz 531,7 Mio. EUR besser als erwartet
EBIT 50,9 Mio. EUR (vor Wertminderungen 64,7 Mio. EUR) nicht erreicht (vor Wertminderungen erreicht)
EBIT-Marge 9,6 % (vor Wertminderungen 12,2 %) nicht erreicht (vor Wertminderungen erreicht)
Medizin- und Gesundheitstechnik
Umsatz 153,6 Mio. EUR erreicht
EBIT -4,6 Mio. EUR (vor Wertminderungen 8,6 Mio. EUR) nicht erreicht
EBIT-Marge -3,0 % (vor Wertminderungen 5,6 %) nicht erreicht
Metalltechnik
Umsatz 460,3 Mio. EUR besser als erwartet
EBIT 50,7 Mio. EUR (vor Wertminderungen 52,3 Mio. EUR) besser als erwartet
EBIT-Marge 10,1% (vor Wertminderungen 11,4 %) besser als erwartet

* Ist 2021 beinhaltet fortgeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche
** Nettoemissionsintensität
*** zur Bestimmung der Zielerreichung im Segment Fahrzeugtechnik und für die Gruppe werden die Werte der fortgeführten und aufgegebenen Bereiche zusammen beurteilt.

ERTRAGSENTWICKLUNG DES KONZERNS

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatz 1.804,1 1.633,5 170,6 10,4
Sonstige betriebliche Erträge 25,1 23,8 1,3 5,5
Aktivierte Eigenleistungen 3,5 3,9 -0,4 -10,3
Bestandsveränderung 30,0 21,7 8,3 38,2
Gesamtleistung 1.862,7 1.682,9 179,8 10,7
Materialaufwand -872,2 -757,0 -115,2 -15,2
Personalaufwand -494,6 -467,5 -27,1 -5,8
Sonstiger betrieblicher Aufwand -233,4 -207,2 -26,2 -12,6
EBITDA 262,5 251,2 11,3 4,5
Planmäßige Abschreibungen -86,0 -83,1 -2,9 -3,5
Wertminderungen -42,8 -2,5 -40,3 <-100
Operatives Ergebnis (EBIT) 133,7 165,6 -31,9 -19,3
Finanzergebnis -17,8 -15,9 -1,9 -11,9
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen (EBT) 115,9 149,7 -33,8 -22,6
Ertragsteuern -43,0 -51,9 8,9 17,1
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche -123,9 -50,2 -73,7 <-100
Ergebnis nach Steuern -51,0 47,6 -98,6 <-100
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 0,8 0,8 0,0 0,0
davon Anteile der INDUS-Aktionäre -51,8 46,8 -98,6 <-100
Ergebnis je Aktie der fortgeführten Geschäftsbereiche in EUR 2,68 3,68 -1,00 -27,2
Ergebnis je Aktie der aufgegebenen Geschäftsbereiche in EUR -4,61 -1,91 -2,70 <-100

Der Vorstand hat Ende 2022 als Teil des Strategie-Updates PARKOUR perform entschieden, das bisherige Segment Fahrzeugtechnik aufzugeben. Die Beteiligungen SELZER und SCHÄFER sollen nicht unter dem Dach von INDUS fortgeführt, sondern veräußert werden. Sie werden als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. SMA befindet sich seit Oktober 2022 im Insolvenzverfahren, wurde entkonsolidiert und ebenso in "aufgegebene Geschäftsbereiche" umgegliedert. Entsprechend wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

UMSATZWACHSTUM DER FORTGEFÜHRTEN GESCHÄFTSBEREICHE

Der Umsatz der INDUS-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2022 um 10,4 % (+170,6 Mio. EUR) auf 1.804,1 Mio. EUR. Das organische Wachstum betrug 8,3 %. Das Wachstum aus den 2022er Neuerwerben HEIBER + SCHRÖDER sowie HELD und den 2021er Akquisitionen WIRUS, FLACO und TECALEMIT Inc. beläuft sich auf 5,0 %. Die Veräußerung von WIE-SAUPLAST zum 31. Dezember 2021 führte zu einem Umsatzabgang von 47,3 Mio. EUR (-2,9 %). Im Saldo ergibt sich daraus ein anorganisches Umsatzwachstum von 2,1%.

Zum Umsatzwachstum konnten alle Segmente außer Fahrzeugtechnik beitragen. Hier wirkt sich der Abgang von WIE-SAUPLAST Ende 2022 mindernd auf den Segmentumsatz aus. Unter Berücksichtigung des anorganischen Umsatzverlusts durch WIESAUPLAST ergibt sich organisch ein Umsatzwachstum in Höhe von 9,3 % im Segment Fahrzeugtechnik. Die höchsten Umsatzanstiege erwirtschafteten die Segmente Maschinen- und Anlagenbau (+21,2 %) sowie Bau / Infrastruktur (+14,1 %). Der Anstieg im Segment Maschinen- und Anlagenbau resultiert mit 13,4 % im Wesentlichen aus den oben aufgeführten Akquisitionen, die bis auf WIRUS diesem Segment zuzurechnen sind. Das organische Umsatzwachstum betrug erfreuliche 7,8 %. Auch in den Segmenten Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik stiegen die Umsatzerlöse um 3,3 % bzw. 9,5 % an.

Die Gesamtleistung lag mit 1.862,7 Mio. EUR um 179,8 Mio. EUR (10,7 %) über dem Vorjahresvergleichswert in Höhe von 1.682,9 Mio. EUR.

Der Materialaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 15,2 % auf 872,2 Mio. EUR (Vorjahr: 757,0 Mio. EUR). Ursache für den im Vergleich zum Umsatzwachstum überproportionalen Anstieg sind allgemein höhere Materialpreise in allen Bereichen. Damit stieg auch die Materialaufwandsquote von 46,3 % auf 48,3 %.

Der Personalaufwand stieg von 467,5 Mio. EUR auf 494,6 Mio. EUR an. Dies entspricht einer Erhöhung um 5,8 %. Die Personalaufwandsquote lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 27,4 % um 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert (28,6 %).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 12,6 % auf 233,4 Mio. EUR. Insbesondere die Energiekosten (+4,1 Mio. EUR) und die Frachtkosten (+5,3 Mio. EUR) sowie die Währungsverluste (+5,6 Mio. EUR) sind deutlich angestiegen. Es ergibt sich ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von 262,5 Mio. EUR nach 251,2 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg um 11,3 Mio. EUR (4,5 %).

Die planmäßigen Abschreibungen lagen mit 86,0 Mio. EUR um 2,9 Mio. EUR (3,5%) über dem Vorjahr. Die Wertminderungen in Höhe von 42,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2,5 Mio. EUR) betreffen Geschäfts- und Firmenwerte (39,4 Mio. EUR) und Sachanlagen (1,5 Mio. EUR) sowie immaterielle Vermögenswerte (1,9 Mio. EUR). Diese entfallen auf das Segment Bau/Infrastruktur (12,7 Mio. EUR), Maschinen- und Anlagenbau (13,8 Mio. EUR), Medizin- und Gesundheitstechnik (13,2 Mio. EUR) sowie Metalltechnik (3,1 Mio. EUR). Die Wertminderungen des Vorjahres betrafen ausschließlich das Segment Fahrzeugtechnik (2,5 Mio. EUR).

EBIT VOR WERTMINDERUNGEN GESTIEGEN

Für 2022 ergibt sich ein operatives Ergebnis bzw. EBIT von 133,7 Mio. EUR. Das EBIT liegt damit um 31,9 Mio. EUR unter dem Vorjahr (165,6 Mio. EUR). Die EBIT-Marge betrug 7,4 % im Vergleich zu 10,1 % im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Wertminderungen erzielte die INDUS-Gruppe ein operatives Ergebnis von 176,5 Mio. EUR (Vorjahr: 168,1 Mio. EUR). Damit war das operative Ergebnis vor Wertminderungen um 8,4 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Die EBIT-Marge vor Wertminderungen betrug 9,8 % nach 10,3 % im Vorjahr.

Das Finanzergebnis reduzierte sich um 1,9 Mio. EUR von -15,9 Mio. EUR auf -17,8 Mio. EUR. Das Finanzergebnis enthält das Zinsergebnis, das Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen und das übrige Finanzergebnis. Das Zinsergebnis hat sich von -14,0 Mio. EUR auf -13,1 Mio. EUR verbessert. Innerhalb des übrigen Finanzergebnisses werden insbesondere die Bewertungen der Minderheitsanteile ausgewiesen. Ursache für den gestiegenen Aufwand ist eine gestiegene Bewertung der Call-/Put- Optionen zum späteren Erwerb von Minderheitsanteilen; die Call-/Put- Optionen werden zum Zeitwert bewertet.

Das Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen bzw. EBT sank um 33,8 Mio. EUR auf 115,9 Mio. EUR (Vorjahr: 149,7 Mio. EUR). Der Steueraufwand verringerte sich deutlich um 8,9 Mio. EUR auf 43,0 Mio. EUR. Bereinigt um Wertminderungen, die bei der Steuerberechnung unberücksichtigt bleiben, beträgt die Steuerquote 27,1 % nach 34,1 % im Vorjahr.

Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche ist ein Ergebnis nach Steuern und betrug -123,9 Mio. EUR. Der Vorjahresvergleichswert lag bei -50,2 Mio. EUR. Darin enthalten sind die operativen Ergebnisse von SCHÄFER, SELZER und SMA sowie alle Wertanpassungen infolge der Entkonsolidierung von SMA und der Umgliederung von SELZER in aufgegebene Geschäftsbereiche.

Das Ergebnis nach Steuern betrug -51,0 Mio. EUR (Vorjahr: 47,6 Mio. EUR). Dies entspricht einer Reduktion um 98,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter beliefen sich auf 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,8 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern der INDUS-Aktionäre beträgt -51,8 Mio. EUR. Hieraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie der fortgeführten Geschäftsbereiche von 2,68 EUR im Vergleich zu 3,68 EUR im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie der aufgegebenen Geschäftsbereiche beträgt -4,61 EUR nach -1,91 EUR im Vorjahr.

BAU/INFRASTRUKTUR SOWIE MASCHINEN- UND ANLAGENBAU MIT ERHÖHTEN UMSATZANTEILEN

Die Umsatz- und Ergebnisanteile der einzelnen Segmente haben sich in ihren Relationen weiter leicht verändert. Insbesondere durch den Verkauf der WIESAUPLAST am Ende des Vorjahres reduziert sich der Anteil des Segments Fahrzeugtechnik deutlich. Gewachsen ist der Umsatzbeitrag der Segmente Bau / Infrastruktur mit 28,6 % (Vorjahr: 27,7 %) sowie Maschinen- und Anlagenbau mit 29,5 % (Vorjahr: 26,9 %). Die neu erworbenen Beteiligungen im Berichtsjahr HEIBER + SCHRÖDER und HELD sowie die Enkeltöchter FLACO und TECALEMIT Inc. im Vorjahr haben dazu geführt, dass das Segment Maschinen- und Anlagenbau nun das größte Segment bezüglich des Umsatzes ist. Das Segment Metalltechnik hat mit 25,5 % den drittgrößten Umsatzanteil in der INDUS-Gruppe und den Anteil im Vergleich zum Vorjahr mit 25,7 % kaum verändert. Das Segment Fahrzeugtechnik hat aufgrund der Entkonsolidierung von WIESAUPLAST Ende 2021 Umsatz abgegeben und ist daher jetzt das kleinste INDUS-Segment. Der Umsatzanteil der Fahrzeugtechnik beträgt noch 7,9 % (Vorjahr: 10,6 %). Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik hat einen Umsatzanteil von 8,5 % (Vorjahr: 9,1 %).

UMSATZVERTEILUNG NACH SEGMENTEN

(in Mio. EUR)

Mit großen Unterschieden zwischen den Segmenten stellt sich die Verteilung des operativen Ergebnisses (EBIT) dar. Das Segment Bau / Infrastruktur erwirtschaftete einen Ergebnisanteil von 40,1 % (Vorjahr: 40,4 %). Der Ergebnisbeitrag des Segments Maschinen- und Anlagenbau lag bei 34,2 % (Vorjahr 32,4 %). Das Segmentergebnis Metalltechnik trägt mit 34,1 % (24,3 %) rund ein Drittel zum EBIT der Gruppe bei. Die Segmente Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Fahrzeugtechnik erwirtschafteten im Geschäftsjahr negative Ergebnisbeiträge von -3,1 % (Vorjahr: 6,9 %) bzw. -5,3 % (Vorjahr: -4,0 %). Der negative Ergebnisbeitrag im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik ist allein auf die nicht zahlungswirksamen Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte des aktuellen Geschäftsjahres zurückzuführen.

EBIT-VERTEILUNG NACH SEGMENTEN

(in Mio. EUR)

UMSATZBEITRÄGE NACH REGIONEN

Der Umsatz der INDUS-Gruppe verteilt sich nahezu gleichmäßig auf das In- und Ausland. Relativ betrachtet erhöhte sich der Auslandsanteil gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozentpunkte auf 50,3 % (Vorjahr: 48,7 %). Insgesamt stieg der Umsatz im Ausland gegenüber Vorjahr um 14,0 % auf 907,2 Mio. EUR. Der Inlandsumsatz nahm um 7,1 % auf 896,9 Mio. EUR zu.

UMSATZENTWICKLUNG 2O21-2O22 NACH ABSATZREGIONEN

(In Mio. EUR)

ERTRAGSENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTEN

BAU / INFRASTRUKTUR

Segmentbeschreibung

Die zwölf (Vorjahr: zwölf) Beteiligungsunternehmen des Segments Bau / Infrastruktur sind in verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft aktiv. Das Leistungsspektrum reicht von Bewehrungstechnik für Stahlbeton über Baustoffe, Klima- und Wärmetechnik sowie Ausbau von Infrastrukturnetzen - insbesondere Glasfasernetze - bis hin zu Zubehör für den privaten Wohnungsbau. Klassische Bauunternehmen des Hoch- oder Tiefbaus befinden sich nicht im INDUS-Portfolio.

Das Segment ist überdurchschnittlich profitabel und zukunftsstark aufgestellt. Strategisch zielt INDUS deshalb auf die Stärkung des Segments über den weiteren Zukauf von Unternehmen.

Im Vorjahr wurde mit WIRUS Fenster GmbH & Co. KG, Rietberg-Mastholte, eine große Beteiligung mit hohem Wachstum und überdurchschnittlichem Digitalisierungsgrad erworben. WIRUS produziert Fenster, Schiebe-, Haus- und Nebeneingangstüren sowie Sicht- und Sonnenschutzsysteme.

Segmententwicklung: Umsatz deutlich gestiegen - EBIT-Marge vor Wertminderungen innerhalb des Zielkorridors

Der Segmentumsatz im Bereich Bau/Infrastruktur betrug 515,2 Mio. EUR und konnte damit um 63,6 Mio. EUR (14,1 %) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Das Umsatzwachstum entfällt mit 9,1 % auf anorganisches Wachstum durch den Neuerwerb von WIRUS und mit 5,0 % auf organisches Wachstum. Die meisten Beteiligungen des Segments trugen zum organischen Umsatzwachstum bei. In den Bereichen Bewehrungstechnik und Holzfurniere konnten die größten Umsatzzuwächse erzielt werden.

Die Beteiligungen erwirtschafteten im Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen von 72,3 Mio. EUR, das damit um 2,4 % (1,7 Mio. EUR) über dem Vorjahr in Höhe von 70,6 Mio. EUR lag. Die EBIT-Marge vor Wertminderungen erreichte mit 14,0 % (Vorjahr: 15,6 %) abermals einen hervorragenden Wert und liegt damit mitten im Zielkorridor von 13 bis 15 %.

Im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests waren Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 12,7 Mio. EUR zu erfassen. Dies ist insbesondere einem signifikanten Anstieg der aus Marktparametern abgeleiteten Kapitalkosten geschuldet. Das operative Ergebnis (EBIT) sank aufgrund der Wertminderungen im Vergleich zum Vorjahr um 11,0 Mio. EUR (15,6 %) auf 59,6 Mio. EUR (Vorjahr: 70,6 Mio. EUR). Die EBIT-Marge betrug 11,6 % nach 15,6 % im Vorjahr. Das Vorjahr war nicht durch Wertminderungen belastet.

Die gestiegenen Materialpreise und die Lieferkettenprobleme wirkten sich im Segment Bau/Infrastruktur belastend aus. Im vergangenen Jahr konnten die Segmentunternehmen jedoch unter anderem wegen gezielter Bevorratung von Rohstoffen die allgemeinen Materialengpässe weitgehend abfedern. Die höheren Materialpreise konnten jedoch nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden und belasten die EBIT-Marge. Durch die erhöhte Bevorratung stieg das Working Capital deutlich an. Aktuell ist bei den Segmentunternehmen nachfrageseitig auf hohem Niveau eine Beruhigung zu beobachten.

Die Investitionen in Höhe von 12,3 Mio. EUR betrafen im Berichtsjahr ausschließlich Sachinvestitionen. Im Vorjahr ist der Erwerb von WIRUS in den Investitionen enthalten.

KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatzerlöse mit externen Dritten 515,2 451,6 63,6 14,1
EBITDA 93,1 89,7 3,4 3,8
planmäßige Abschreibungen -20,8 -19,1 -1,7 -8,9
EBIT vor Wertminderungen 72,3 70,6 1,7 2,4
EBIT-Marge vor Wertminderungen in % 14,0 15,6 -1,6 PP -
Wertminderungen -12,7 0,0 -12,7 -
EBIT 59,6 70,6 -11,0 -15,6
EBIT-Marge in % 11,6 15,6 -4,0 PP -
Investitionen 12,3 48,6 -36,3 -74,7
Mitarbeitende 2.343 2.173 170 7,8

FAHRZEUGTECHNIK

Segmentbeschreibung

Das Segment Fahrzeugtechnik umfasst vier fortgeführte Einheiten (Vorjahr: vier fortgeführte Einheiten). Nachdem der Vorstand entschieden hatte, das bisherige Segment Fahrzeugtechnik aufzugeben, werden nun drei Beteiligungen als aufgegebene Geschäftsbereiche im Konzernabschluss dargestellt: Die SMA Metalltechnik GmbH & Co. KG war bereits per Ende Oktober 2022 nach der Beantragung eines Insolvenzverfahrens entkonsolidiert worden. Die SELZER Fertigungstechnik KG und die SCHÄFER Holding GmbH sollen im Laufe des Geschäftsjahres 2023 inklusive der jeweiligen Tochtergesellschaften veräußert werden. SMA und SELZER sind Serienzulieferer für Klimaleitungen bzw. Präzisionstechnik, SCHÄFER fertigt Designmodelle für die Automobilindustrie. Die SMA sowie SELZER und SCHÄFER werden entsprechend der IFRS-Rechnungslegung (IFRS 5) als aufgegebene Geschäftsbereiche dargestellt. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Die verbleibenden Unternehmen bieten Produkte für Heiz- und Klimasysteme für Nutzfahrzeuge, innovative Kaltfließpressteile, Spikes sowie Angebote von Test- und Messlösungen an. Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 wird das Segment Fahrzeugtechnik aufgelöst und die verbliebenen Beteiligungen auf die neu zugeschnittenen Segmente mit klaren Technologieschwerpunkten und der Ausrichtung auf Zukunftsthemen zugeordnet.

Segmententwicklung: Umsatz und EBIT der fortgeführten Einheiten rückläufig

Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik in Höhe von 142,7 Mio. EUR ist um 31,1 Mio. EUR bzw. 17,9 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Umsatzrückgang ist allein auf den Verkauf von WIESAUPLAST zum Jahresende 2021 (- 47,3 Mio. EUR) zurückzuführen. Die Umsatzerlöse der verbliebenen Segmentgesellschaften sind in Summe um 16,2 Mio. EUR bzw. 9,3 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Das operative Ergebnis (EBIT) des Geschäftsjahres 2022 lag mit -7,9 Mio. EUR um 1,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (-6,9 Mio. EUR). Die EBIT-Marge des Segments betrug -5,5 % nach -4,0 % im Vorjahr.

In dem EBIT des Vorjahres sind Wertminderungen im Umfang von 2,4 Mio. EUR enthalten. Das operative Ergebnis (EBIT) des Segments Fahrzeugtechnik vor Wertminderungen betrug -7,9 Mio. EUR nach -4,5 Mio. EUR im Vorjahr.

Der Mangel an Halbleitern limitierte im Bereich Messtechnik Umsätze und Erträge. Der vollständige Entfall des Russland-Geschäfts und der erheblich verspätete Serienanlauf eines Kunden im Bereich der Elektrobusse führen zu fehlenden Umsätzen und Erträgen im Bereich Klimatechnik für Busse.

Die Investitionen in Höhe von 10,5 Mio. EUR im Segment Fahrzeugtechnik (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR) sind ausschließlich Sachinvestitionen.

KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatzerlöse mit externen Dritten 142,7 173,8 -31,1 -17,9
EBITDA 2,5 9,3 -6,8 -73,1
planmäßige Abschreibungen -10,4 -13,8 3,4 24,6
EBIT vor Wertminderungen -7,9 -4,5 -3,4 -75,6
EBIT-Marge vor Wertminderungen in % -5,5 -2,6 +2,7 pp -
Wertminderungen 0,0 -2,4 2,4 100,0
EBIT -7,9 -6,9 -1,0 -14,5
EBIT-Marge in % -5,5 -4,0 +12,3 pp -
Investitionen 10,5 5,2 5,3 >100
Mitarbeitende 2.822 3.277 -455 -13,9

MASCHINEN- UND ANLAGENBAU

Segmentbeschreibung

Das Segment Maschinen- und Anlagenbau umfasst 15 Einheiten (Vorjahr: 13). Die Unternehmen des Segments produzieren komplette Automatisierungsanlagen, Paketverteilanlagen, Robotergreifsysteme, Ventiltechnik, Inertgas-Systeme, elektrische Begleitheizungssysteme, Schwingungsmesstechnik, Metalldetektoren oder Kontrollraumtechnik.

Seit April 2022 gehört die Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER), Erkrath, zum INDUS-Portfolio. Im Mai 2022 hat INDUS 70 % der Geschäftsanteile an der HELD Industries GmbH (HELD) mit Sitz in Heusenstamm erworben.

Im Geschäftsjahr 2021 hat INDUS die JST Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG erworben. Die HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG hat 2021 80 % der Anteile an der FLACO Geräte GmbH, Gütersloh, übernommen und im. Dezember 2021 weitere 35 % der Anteile an der US-amerikanischen TECALEMIT Inc. erworben.

Die hohe technische Kompetenz und die Qualität von "Engineered and Made in Germany" versprechen aus Sicht von INDUS weiteres Wachstum, insbesondere in den Teilfeldern Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik. Hier will INDUS weiter zukaufen. Das Segment stellt aus Sicht des Vorstands eine der Säulen der deutschen mittelständischen Industrie mit guten Perspektiven dar.

Segmententwicklung: EBIT-Marge vor Wertminderungen auf Niveau des Vorjahres

Der Segmentumsatz im Maschinen- und Anlagenbau stieg um 93,0 Mio. EUR (+21,2 %) auf 531,7 Mio. EUR (Vorjahr: 438,7 Mio. EUR). Die Zunahme umfasst anorganisches Wachstum aus den Akquisitionen des Jahres 2021 TECALEMIT Inc. und FLACO als auch aus den 2022er Akquisitionen HEIBER + SCHROEDER und HELD in Höhe von 60,1 Mio. EUR (13,7 %) sowie ein breit getragenes organisches Wachstum in Höhe von 7,5 %.

Die Beteiligungen des Segments Maschinen- und Anlagenbau konnten in der Mehrzahl ihre Vorjahresergebnisse verbessern. Die Neuakquisitionen des aktuellen Geschäftsjahres - HEIBER + SCHRÖDER und HELD - konnten trotz der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung bereits positive Ergebnisse beitragen. Die in 2021 erworbene Beteiligung JST konnte aufgrund der entfallenden Aufwendungen auf im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckte kurzfristige Vermögenswerte ihren Ergebnisbeitrag deutlich verbessern.

Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen erreichte sehr gute 64,7 Mio. EUR (Vorjahr: 56,5 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Wertminderungen lag mit 12,2 % (Vorjahr: 12,9 %) ebenfalls auf einem sehr guten Wert und somit wie im Vorjahr oberhalb des Zielkorridors von 10 bis 12 %.

Im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests waren Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 13,8 Mio. EUR zu erfassen. Dies ist zum einen aus Marktparametern abgeleiteten deutlich gestiegenen Kapitalkosten geschuldet, aber auch den reduzierten zukünftigen Ertragsaussichten einer Beteiligung. Das operative Ergebnis (EBIT) verringerte sich aufgrund der Wertminderungen auf 50,9 Mio. EUR. Die EBIT-Marge liegt demzufolge mit 9,6 % unter dem Vorjahr (12,9 %).

Die Investitionen des Berichtszeitraums in Höhe von 67,9 Mio. EUR betreffen den Erwerb von HEIBER + SCHRÖDER und HELD in Höhe von 58,8 Mio. EUR und Sachinvestitionen in Höhe von 9,1 Mio. EUR. Die Investitionen des Vorjahres enthalten mit 34,6 Mio. EUR den Erwerb von JST, FLACO und TECALEMIT Inc. und mit 6,3 Mio. EUR Sachinvestitionen.

KENNZAHLEN MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatzerlöse mit externen Dritten 531,7 438,7 93,0 21,2
EBITDA 90,8 79,2 11,6 14,6
planmäßige Abschreibungen -26,1 -22,7 -3,4 -15,0
EBIT vor Wertminderungen 64,7 56,5 8,2 14,5
EBIT-Marge vor Wertminderungen in % 12,2 12,9 -0,7 PP -
Wertminderungen -13,8 0,0 -13,8 -
EBIT 50,9 56,5 -5,6 -9,9
EBIT-Marge in % 9,6 12,9 -3,3 PP -
Investitionen 67,9 40,9 27,0 66,0
Mitarbeitende 2.418 2.289 129 5,6

MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK

Segmentbeschreibung

Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik umfasst wie im Vorjahr fünf Einheiten. Die Unternehmen fertigen Orthesen und medizinische Kompressionsstrümpfe, entwickeln optische Linsen und ganze Optiken, produzieren Operationszubehör, Rehabilitationstechnik sowie Hygieneprodukte für medizinische Anwendungen und den Haushalt.

Das Segment repräsentiert eine der Branchen, in denen sich der Vorstand auch in Zukunft Wachstumschancen verspricht. Trotz eines erhöhten Kostendrucks in der Gesundheitsbranche und hoher regulatorischer Anforderungen - insbesondere durch die MDR - bieten die Unternehmen des Segments aus Sicht des Vorstands weiterhin gute Zukunftsaussichten und attraktive Margen und werden deshalb in der neuen Segmentstruktur ab Jahresanfang 2023 dem neuen Segment Materials zugeordnet.

Segmententwicklung: Kostensteigerungen und Wertminderungen belasten EBIT

Die Beteiligungen im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik erwirtschafteten einen Umsatz in Höhe von 153,6 Mio. EUR. Dies entspricht einem Umsatzanstieg von 4,9 Mio. EUR (+ 3,3 %). Der Umsatzanstieg wurde im Wesentlichen im Bereich der optischen Linsen und der Rehabilitationstechnik erzielt.

Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen erreichte 8,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Wertminderungen lag bei 5,6 % (Vorjahr: 8,1 %).

Die gestiegenen Materialpreise und die Lieferkettenprobleme wirkten sich im Segment Medizintechnik belastend aus und werden die Beteiligungen auch in den kommenden Monaten vor weitere Herausforderungen stellen. Die höheren Bezugskosten konnten im Umfeld des Gesundheitswesens nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Hinzu kommen im Geschäftsjahr die weiter hohen Aufwendungen für die Umsetzung der Regelungen der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) sowie Aufwendungen aus Produktionsverlagerungen zur Stärkung der zukünftigen Ertragskraft der Beteiligungen.

Im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests zum 30. September 2022 und des anlassbezogenen Wertminderungstests zum 31. Dezember 2022 wurden Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Summe von 13,2 Mio. EUR erfasst. Dies ist insbesondere einem signifikanten Anstieg der aus Marktparametern abgeleiteten Kapitalkosten geschuldet. Das operative Ergebnis (EBIT) sank insbesondere aufgrund der Wertminderungen im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Mio. EUR auf -4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR). Die EBIT-Marge betrug daher -3,0 % nach 8,1 % im Vorjahr.

Die Investitionen lagen mit 9,7 Mio. EUR unterhalb des Niveaus des Vorjahreszeitraums (11,6 Mio. EUR), da im Vorjahr der Erwerb eines neuen Produktionsstandorts in den Investitionen enthalten war.

KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatzerlöse mit externen Dritten 153,6 148,7 4,9 3,3
EBITDA 19,0 22,9 -3,9 -17,0
planmäßige Abschreibungen -10,4 -10,9 0,5 4,6
EBIT vor Wertminderungen 8,6 12,0 -3,4 -28,3
EBIT-Marge vor Wertminderungen in % 5,6 8,1 -2,5 pp -
Wertminderungen -13,2 0,0 -13,2 -
EBIT -4,6 12,0 -16,6 <-100
EBIT-Marge in % -3,0 8,1 -11,1 pp -
Investitionen 9,7 11,6 -1,9 -16,4
Mitarbeitende 1.588 1.613 -25 -1,5

METALLTECHNIK

Segmentbeschreibung

Das Segment umfasst neun (Vorjahr: zehn) Einheiten und bedient insbesondere Spezialkunden. Die Bandbreite der Lösungen ist groß und beinhaltet die Fertigung von Hartmetallwerkzeugen für Straßen- und Spezialtiefbau und die Agrarindustrie, den Gehäusebau für die Labordiagnostik, die Herstellung von rostfreien metallischen Strahlmitteln oder auch die Bolzenschweißtechnik beispielsweise für Brückenbauwerke.

Segmententwicklung: Steigerung bei Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz im Segment Metalltechnik betrug 460,3 Mio. EUR und konnte gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 39,9 Mio. EUR (9,5 %) gesteigert werden. Der Anstieg konnte trotz des Wegfalls von BACHER (rund 10 Mio. EUR Vorjahresumsatz) und ohne Akquisitionen erzielt werden und betrifft nahezu alle Beteiligungen des Segments. Deutliche Umsatzsteigerungen wurden im Hartmetallbereich sowie im Bereich Metallverarbeitung und Umformtechnik erzielt.

Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen konnte ebenfalls deutlich um 9,9 Mio. EUR bzw. 23,3 % gesteigert werden. Größte positive Effekte sind hierbei die im Vorjahr durchgeführte Stilllegung von BACHER und ein einmaliger Ertrag aus einer Immobilienveräußerung. Insbesondere aufgrund dieser Sondereffekte übertraf die EBIT-Marge vor Wertminderung mit 11,4 % den Vorjahresvergleichswert um 1,3 Prozentpunkte und befindet sich oberhalb der Zielmarge von 8 bis 10 %.

Im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests waren Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 1,6 Mio. EUR zu erfassen. Dies ist insbesondere einem Anstieg der aus Marktparametern abgeleiteten Kapitalkosten geschuldet. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 50,7 Mio. EUR und lag damit um 8,3 Mio. EUR über dem Vorjahr (42,4 Mio. EUR). Die EBIT-Marge betrug 11,0 % und war trotz der Wertminderungen noch oberhalb der Zielmarge und des Vorjahreswerts (10,1 %).

Die Beteiligungen des Segments Metalltechnik waren mit gestiegenen Materialpreisen und insbesondere höheren Energiekosten konfrontiert. Die Möglichkeiten einer Preisüberwälzung sind dabei bei den Beteiligungen sehr unterschiedlich und unter anderem abhängig von der Laufzeit von Lieferverträgen.

Die Investitionen lagen mit 12,6 Mio. EUR um 1,4 Mio. EUR unter dem Vorjahr und betreffen ausschließlich Sachinvestitionen.

KENNZAHLEN METALLTECHNIK (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatzerlöse mit externen Dritten 460,3 420,4 39,9 9,5
EBITDA 68,1 58,0 10,1 17,4
planmäßige Abschreibungen -15,8 -15,6 -0,2 -1,3
EBIT vor Wertminderung 52,3 42,4 9,9 23,3
EBIT-Marge vor Wertminderung in % 11,4 10,1 1,3 PP -
Wertminderungen -1,6 0,0 -1,6 -
EBIT 50,7 42,4 8,3 19,6
EBIT-Marge in % 11,0 10,1 0,9 pp -
Investitionen 12,6 14,0 -1,4 -10,0
Mitarbeitende 1.496 1.520 -24 -1,6

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENT

GRUNDSÄTZE UND ZIELE

Das Finanzmanagement der INDUS Holding AG umfasst das Management von Eigen- und Fremdkapital sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Das Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven, Risikobegrenzung sowie eine Ertrags- und Kostenoptimierung. Die Liquiditätssicherung besitzt dabei einen besonders hohen Stellenwert: Sie ist nicht nur die Voraussetzung dafür, dass INDUS jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, sondern auch dafür, dass INDUS jederzeit Akquisitionschancen bankenunabhängig nutzen kann.

Auf Basis ihrer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken kann INDUS jederzeit flexibel investieren. INDUS unterhält langjährige, partnerschaftliche Verbindungen zu einer Reihe deutscher Finanzinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur. Von untergeordneter Bedeutung sind alternative Finanzierungsinstrumente, die im Rahmen des Gesamtportfolios ergänzend eingesetzt werden. Zur Steuerung der Finanzrisiken setzt die Gruppe bei Bedarf Zins- und Währungsderivate ein. Diese dienen ausschließlich der Risikoabsicherung.

Die Aktivitäten zur Risikobegrenzung konzentrieren sich vor allem auf die Absicherung der finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von INDUS gefährden könnten. Die wichtigste Finanzierungsquelle ist der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow). Der Bereich Treasury überwacht die Verwendung der Mittel gegenüber den Beteiligungsgesellschaften sowie die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig.

Besondere Bedeutung für den Liquiditätsbedarf der Gruppe hat das Management des Nettoumlaufvermögens (Working Capital). INDUS überwacht und unterstützt die Gesellschaften hinsichtlich ihres jeweiligen Working-Capital-Managements.

FINANZIERUNGSANALYSE 2022

Weitere Mittel wurden aus dem operativen Cashflow und der Aufnahme von langfristigen Krediten generiert. Dies waren im Wesentlichen langlaufende, bilaterale Bankdarlehen, die ohne Stellung von Sicherheiten aufgenommen wurden. In geringerem Umfang wurden Leasingfinanzierungen abgeschlossen. Temporär wurden darüber hinaus Mittel aus fest zugesagten Finanzierungslinien in Anspruch genommen, um kurzfristige Liquiditätsspitzen abzufedern. Diese Kurzfristziehungen spielen im Gesamtportfolio eine untergeordnete Rolle und waren zum Bilanzstichtag nahezu vollständig zurückgeführt (0,2 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 347,7 Mio. EUR (Vorjahr: 281,3 Mio. EUR); überwiegend (zu 99,8 %) sind diese in Euro abgeschlossen. Es bestehen Schuldscheindarlehen über insgesamt 303,5 Mio. EUR (Vorjahr: 264,0 Mio. EUR). Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 90,8 Mio. EUR (Vorjahr: 85,1 Mio. EUR).

Im Rahmen von Kreditverträgen ist INDUS Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen; die geforderte Quote wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen ein Sonderkündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels.

FINANZLAGE

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)

2022 2021
Ergebnis nach Steuern 72,9 97,8
Abschreibungen 128,8 85,5
Weitere zahlungsunwirksame Veränderungen 57 68,1
Zahlungswirksame Veränderung Working Capital -68,9 -45,9
Veränderung sonstige Bilanzposten -4,1 16,7
Steuerzahlungen -48,6 -44,5
Operativer Cashflow 137,1 177,7
Zinsen -20,8 -19,4
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 116,3 158,3
Auszahlungen für Investitionen und Akquisitionen -113,7 -120,6
Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten 19,3 14,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit -94,4 -106,0
Einzahlungen Kapital (Kapitalerhöhung) 0 84,7
Einzahlung Minderheitsgesellschafter 0,2 0,0
Auszahlungen Dividende -28,2 -21,5
Auszahlungen Minderheitsgesellschafter -0,7 -0,3
Auszahlungen aus der Tilgung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten -2,5 0
Auszahlungen für Transaktionen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter 0 -0,7
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 264,1 57,5
Auszahlung aus der Tilgung von Krediten -157,8 -142,6
Auszahlung aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -18,9 -17,9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 56,2 -40,8
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel fortgeführter Geschäftsbereiche 78,1 11,5
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel aufgegebener Geschäftsbereiche -81,2 -69,8
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel fortgeführter Geschäftsbereiche -0,2 -0,1
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel aufgegebener Geschäftsbereiche -0,1 0,0
Zahlungsmittelveränderungen im Zusammenhang mit aufgegebenen Geschäftsbereichen -5,1 0,0
Liquide Mittel am Anfang der Periode 136,3 194,7
Liquide Mittel am Ende der Periode 127,8 136,3

GESTIEGENES WORKING CAPITAL REDUZIERT OPERATIVEN CASH FLOW

Ausgehend von einem Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche von 72,9 Mio. EUR (Vorjahr: 97,8 Mio. EUR) wurde ein Operativer Cashflow von 137,1 Mio. EUR erzielt. Dieser lag 40,6 Mio. EUR unterhalb des operativen Cashflows des Vorjahres (177,7 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der im aktuellen Geschäftsjahr höhere Abfluss aus der zahlungswirksamen Veränderung des Working Capital in Höhe von -68,9 Mio. EUR im Vergleich zu -45,9 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anstieg des Working Capital resultiert aus dem Aufbau der Vorräte aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Preise, höheren Bevorratung und belebten Geschäftstätigkeit. Der Forderungsbestand ist ebenfalls durch die deutliche Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.

Die gezahlten Zinsen (einschließlich der variablen Verzinsung der Kaufpreisverpflichtungen gegenüber nicht beherrschenden Gesellschaftern) liegen mit -20,8 Mio. EUR leicht oberhalb des Vorjahreswerts in Höhe von -19,4 Mio. EUR. Ursache für den Anstieg sind höhere Zahlungen an die nicht beherrschenden Gesellschafter.

Der Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow aus Geschäftstätigkeit) erreichte demzufolge 116,3 Mio. EUR (Vorjahr: 158,3 Mio. EUR).

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (Cashflow aus Investitionstätigkeit) betrug -94,4 Mio. EUR (Vorjahr: -106,0 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie in Sachanlagen haben sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum etwas erhöht und betragen 54,5 Mio. EUR (Vorjahr: 52,6 Mio. EUR). Zudem erfolgten im Geschäftsjahr 2022 Auszahlungen für die Akquisitionen von HEIBER +SCHRÖDER sowie HELD in Höhe von 58,8 Mio. EUR, das Vorjahr beinhaltete Auszahlungen für die Erwerbe von JST, WIRUS sowie weitere Gesellschaften in Höhe von 67,3 Mio. EUR. Die Einzahlungen aus den Abgängen von Anteilen vollkonsolidierten Gesellschaften betreffen die zweite Kaufpreistranche aus dem Verkauf von WIESAUPLAST. Einzahlungen aus Abgängen von sonstigen Anlagen beliefen sich auf 9,4 Mio. EUR, (Vorjahr: 6,7 Mio. EUR). Insgesamt hat sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit um 11,6 Mio. EUR auf 94,4 Mio. EUR reduziert.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit (Cashflow aus Finanzierungstätigkeit) beträgt 56,2 Mio. EUR und steht einem Mittelabfluss in Höhe von -40,8 Mio. EUR im Vorjahr gegenüber. Dies ist insbesondere mit einer höheren Neuverschuldung zu erklären. Im aktuellen Geschäftsjahr ist die Neuverschuldung um 106,3 Mio. EUR - insbesondere im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Working Capital (+68,9 Mio. EUR) - angestiegen, im vergangenen Geschäftsjahr um - 85,1 Mio. EUR gesunken. Im vergangenen Jahr stand zur Finanzierung zusätzlich Eigenkapital in Form einer Kapitalerhöhung von 84,7 Mio. EUR zur Verfügung.

Insgesamt beträgt der Bestand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag 127,8 Mio. EUR (Vorjahr: 136,3 Mio. EUR) und liegt damit weiterhin auf einem komfortablen Niveau.

VERMÖGENSLAGE

KONZERNBILANZ, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)

AKTIVA

Differenz 2022 zu 2021
31.12.2022 31.12.2021 ABSOLUT in %
Langfristige Vermögenswerte 1.023,5 1.099,0 -75,5 -6,9
Anlagevermögen 1.001,4 1.081,8 -80,4 -7,4
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 22,1 17,2 4,9 28,5
Kurzfristige Vermögenswerte 866,4 758,4 108,0 14,2
Vorräte 449,4 403,9 45,5 11,3
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 222,9 218,2 4,7 2,2
Liquide Mittel 127,8 136,3 -8,5 -6,2
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 66,3 0,0 66,3 -
Bilanzsumme 1.889,9 1.857,4 32,5 1,7

PASSIVA

Langfristige Finanzierungsmittel 1.413,9 1.403,1 10,8 0,8
Eigenkapital 685,2 787,5 -102,3 -13,0
Fremdkapital 728,7 615,6 113,1 18,4
davon Rückstellungen 24,7 42,7 -18,0 -42,2
davon Verbindlichkeiten und latente Steuern 704,0 572,9 131,1 22,9
Kurzfristige Finanzierungsmittel 476,0 454,3 21,7 4,8
davon Rückstellungen 42,3 45,7 -3,4 -7,4
davon Verbindlichkeiten 398,0 408,6 -10,6 -2,6
davon Schulden für zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 35,7 0,0 35,7 -
Bilanzsumme 1.889,9 1.857,4 32,5 1,7

GESTIEGENE AKTIVA DURCH NEUERWERBE UND WORKING CAPITAL AUFBAU- GEGENLÄUFIGE EFFEKTE DURCH WERTMINDERUNGEN UND ENTKONSOLIDIERUNG

Die Bilanzsumme der INDUS-Gruppe betrug zum Stichtag 1.889,9 Mio. EUR und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahresstichtag um 32,5 Mio. EUR. Der Anstieg der Bilanzsumme resultiert aus den erstmaligen Konsolidierungen von HEIBER + SCHRÖDER und HELD, die insgesamt zu einem Zugang an Vermögenswerten von 116,0 Mio. EUR sowie dem Aufbau des Working Capital führten. Entgegengesetzt wirken die Entkonsolidierung der SMA, die Wertminderungen auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und auf Geschäfts- und Firmenwerte.

Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich im Stichtagsvergleich um 75,5 Mio. EUR bzw. 6,9 %, auf 1.023,5 Mio. EUR. Die Geschäfts- und Firmenwerte sanken geringfügig um 6,0 Mio. EUR, im Wesentlichen da dem Anstieg aufgrund der Neuerwerbe in Höhe von 32,5 Mio. EUR Wertminderungen von -39,4 Mio. EUR entgegenstehen. Die Nutzungsrechte aus Leasing/Miete sind von 93,4 Mio. EUR auf 68,9 Mio. EUR gesunken. Grund für den Rückgang um 24,5 Mio. EUR sind Abgänge von Leasingrechten aufgrund von auslaufenden Verträgen und der Entkonsolidierung der SMA. Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten resultiert eine Erhöhung um 29,6 Mio. EUR aus dem Zugang des Kundenstamms der erstmaligen Konsolidierungen von HEIBER + SCHRÖDER und HELD. Der Rückgang des Sachanlagevermögens in Höhe von 72,3 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus der Abwertung und Umklassifizierung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte sowie der Entkonsolidierung von SMA. Im Vorjahr enthielt das Sachanlagevermögen 53,9 Mio. EUR der aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Stichtagsvergleich um 108,0 Mio. EUR auf 866,4 Mio. EUR zu. Dies ist insbesondere auf den Ausweis von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in Höhe von 66,3 Mio. EUR zurückzuführen. Zudem stiegen die Vorräte um 45,5 Mio. EUR aufgrund der gestiegenen Preise, der höheren Bevorratung einiger Beteiligungen, der höheren Geschäftstätigkeit und der Neuerwerbe an. Die liquiden Mittel sind nur leicht um 8,5 Mio. EUR auf 127,8 Mio. EUR zurückgegangen.

PASSIVA: EIGENKAPITALQUOTE DEUTLICH UNTER 40 %

Das Eigenkapital sank um 102,3 Mio. EUR auf 685,2 Mio. EUR. Der Rückgang ist auf das negative Gesamtergebnis (-27,4 Mio. EUR), eine Anpassung aufgrund von IAS 37 (-46,6 Mio. EUR) und die Zahlung der Dividende in Höhe von 28,2 Mio. EUR zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote ging im Stichtagsvergleich von 42,4 % auf 36,3 % zurück.

Das langfristige Fremdkapital lag mit 728,7 Mio. EUR um 113,1 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Dies ist der Finanzierung des Working Capital und der Unternehmenserwerbe geschuldet. Leicht gegenläufig wirkt der Rückgang der langfristigen Rückstellungen in Höhe von 18,0 Mio. EUR.

Die kurzfristigen Schulden stiegen um 21,7 Mio. EUR auf 476,0 Mio. EUR. Der Anstieg resultiert aus der Umklassifizierung von Schulden für im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten um 35,7 Mio. Gegenläufig wirkten die Verringerung der kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie der kurzfristigen Rückstellungen.

WORKING CAPITAL (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
31.12.2022 31.12.2021 ABSOLUT IN %
Vorräte 449,4 403,9 45,5 11,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 195,5 168,9 26,6 15,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -74,3 -75,8 1,5 2,0
Erhaltene Anzahlungen -33,0 -25,7 -7,3 -28,4
Vertragsverpflichtungen -40,9 -27,4 -13,5 -49,3
Working Capital 496,7 443,9 52,8 11,9

Das Working Capital ermittelt INDUS aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen und der Vertragsverpflichtungen. Zum 31. Dezember 2022 lag das Working Capital bei 496,7 Mio. EUR. Es stieg damit um 52,8 Mio. EUR. Aufgrund der Entkonsolidierung der SMA und der Umgliederung der Vermögenswerte der SELZER und SCHÄFER in "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" sind die Werte nicht vergleichbar. Im Vorjahr waren rund 58,6 Mio. EUR für SMA, SELZER und SCHÄFER enthalten.

NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
31.12.2022 31.12.2021 ABSOLUT IN %
Langfristige Finanzschulden 580,6 477,3 103,3 21,6
Kurzfristige Finanzschulden 140,7 163,2 -22,5 -13,8
Liquide Mittel -127,8 -136,3 8,5 6,2
Nettofinanzverbindlichkeiten 593,5 504,2 89,3 17,7

Die Nettoverschuldung (Nettofinanzverbindlichkeiten) berechnet INDUS als Summe aus lang- und kurzfristigen Finanzschulden abzüglich von liquiden Mittel. Zum 31. Dezember 2022 betrug sie 593,5 Mio. EUR, was gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres einem Anstieg von 17,7 % entspricht. Dies ist auf einen Anstieg der Finanzschulden um 80,8 Mio. EUR und einem Rückgang der liquiden Mittel um 8,5 Mio. EUR zurückzuführen. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) beträgt 87 % (Vorjahr: 64 %). Das Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA (der fortgeführten Geschäftsbereiche) beträgt 2,3 (Vorjahr: 2,0). Damit liegt die Entschuldungsdauer innerhalb des Zielkorridors von 2,0 bis 2,5 Jahren.

INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Investitionen 113,3 119,9 -6,6 -5,5
davon in:
Unternehmenserwerbe 58,8 67,3 -8,5 -12,6
Immaterielle Vermögenswerte 8,0 7,0 1,0 14,3
Sachanlagen 46,5 45,6 0,9 2,0
davon in:
Grundstücke und Gebäude 2,0 4,7 -2,7 -57,4
Technische Anlagen und Maschinen 12,4 11,5 0,9 7,8
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15,5 11,0 4,5 40,9
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 16,6 18,4 -1,8 -9,8
Abschreibungen (ohne Nutzungsrechte/Leasing) * -109,8 -67,2 -42,6 -63,4

* Abschreibungen auf Nutzungsrechte/Leasing in Höhe von 19,0 Mio. EUR (Vorjahr: 18,3 Mio. EUR) hier nicht enthalten

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr um 6,6 Mio. EUR unter dem Vorjahr und erreichten 113,3 Mio. EUR. Dabei entfielen 58,8 Mio. EUR auf die Akquisition von Unternehmen (-12,6 %), 46,5 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen (+ 2,0 %), sowie 8,0 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen (+ 14,3 %)

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 8,0 Mio. EUR betreffen die Aktivierung von Entwicklungskosten und EDV-Systeme.

Den Schwerpunkt der Investitionen in Sachanlagen bilden technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebsausstattung. Die durch die Beteiligungsunternehmen eingesetzten Mittel sollen Wertschöpfungsprozesse verbessern und damit die Wettbewerbsposition der Unternehmen stärken. In den Investitionsprojekten sind eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen enthalten.

Die geleisteten Anzahlungen erhöhten sich auf 16,6 Mio. EUR. Die Abschreibungen betrugen 109,8 Mio. EUR nach 67,2 Mio. EUR im Vorjahr. In den Abschreibungen sind auch die Wertminderungen in Höhe von 42,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2,5 Mio. EUR) enthalten.

WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER AG

Der Jahresabschluss der INDUS Holding AG entspricht den Rechnungslegungsvorschriften des HGB sowie den rechtsformspezifischen Rechnungslegungsvorschriften des Aktiengesetzes und ist als Kurzform in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. Der vollständige Jahresabschluss liegt separat vor.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER INDUS HOLDING AG (IN MIO. EUR)

DIFFERENZ 2022 zu 2021
2022 2021 ABSOLUT IN %
Umsatz 6,3 6,1 0,2 3,3
Sonstige betriebliche Erträge 2,8 35,5 -32,7 -92,1
Personalaufwand -6,9 -7,6 0,7 9,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen -181,8 -14,9 -166,9 <-100
Erträge aus Beteiligungen 106,1 97,3 8,8 9,0
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 41,6 47,7 -6,1 -12,8
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 15,8 13,1 2,7 20,6
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -0,5 -0,6 0,1 16,7
Abschreibungen auf Finanzanlagen -195,5 -99,1 -96,4 -97,3
Aufwendungen aus Verlustübernahme -3,0 -7,0 4,0 57,1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -12,1 -11,3 -0,8 -7,1
Ergebnis vor Steuern -227,2 59,2 -286,4 <-100
Steuern 8,9 -4,8 13,7 >100
Jahresüberschuss /Jahresfehlbetrag -218,3 54,4 -272,7 <-100
Gewinnvortrag 1,5 0,3 1,2 >100
Entnahmen aus Gewinnrücklagen 244,0 0,0 244,0 -
Bilanzgewinn / Bilanzverlust 27,2 54,7 -27,5 -50,3

Das Ergebnis der INDUS Holding AG ist neben dem Geschäftsbetrieb der Holding im Wesentlichen durch Erträge und Aufwendungen aus den Beteiligungen geprägt. Die Erträge umfassen Erträge aus Beteiligungen und Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, Erträge aus weiterberechneten Zinsen sowie Zuschreibungen auf Finanzanlagen. Die Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus Verlustübernahmen, Abschreibungen auf Finanzanlagen und Abschreibungen auf Ausleihungen und Forderungen.

Die Umsatzerlöse umfassen die von der Gesellschaft erbrachten Dienstleistungen für Beteiligungsgesellschaften. Diese lagen mit 6,3 Mio. EUR auf Vorjahresniveau.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 32,7 Mio. EUR auf 2,8 Mio. EUR gesunken. Im Vorjahr sind Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 33,9 Mio. EUR erfasst worden. Die Zuschreibungen betrafen Wertaufholungen aus in Vorjahren vorgenommenen Abschreibungen des Finanzanlagevermögens. Diese sind maximal bis zur Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten, nicht aber darüber hinaus möglich. Im Berichtsjahr erfolgten keine Zuschreibungen.

Der Personalaufwand sank im Berichtsjahr von 7,6 Mio. EUR im Jahr 2021 auf 6,9 Mio. EUR. Ursächlich sind vor allem geringere Aufwendungen für die variable Vorstandsvergütung.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 181,8 Mio. EUR ist auf Einzelwertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 170,9 Mio. EUR zurückzuführen. Davon betreffen 78,9 Mio. EUR SMA und 92,0 Mio. EUR SELZER. Die S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG hat per Ende Oktober 2022einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Sämtliche Forderungen, Ausleihungen und Anteilsbuchwerte an der SMA wurden wertberichtigt. Die SELZER Fertigungstechnik KG und die SCHÄFER Holding GmbH sollen im Laufe des Geschäftsjahres 2023 inklusive der jeweiligen Tochtergesellschaften veräußert werden. Sämtliche Forderungen, Ausleihungen und Anteilsbuchwerte an der SELZER wurden in Hinblick auf den erwarteten Veräußerungswert wertberichtigt.

Die Erträge aus Beteiligungen und die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind insgesamt leicht von 145,0 Mio. EUR um 2,7 Mio. EUR auf 147,7 Mio. EUR angestiegen.

Die Zinserträge entstehen im Wesentlichen aus weiterberechneten Zinsaufwendungen der Holding an die Beteiligungen und lagen mit 15,8 Mio. EUR um 2,7 Mio. EUR über dem Vorjahr.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 176,8 Mio. EUR (Vorjahr: 63,6 Mio. EUR) und Abschreibungen auf Ausleihungen in Höhe von 18,7 Mio. EUR (Vorjahr: 35,5 Mio. EUR). Die Abschreibungen betreffen die vollständige Wertberichtigung der Anteile von und Ausleihungen an SMA (47,2 Mio. EUR) und SELZER (38,6 Mio. EUR) sowie die Wertberichtigungen infolge einer Überprüfung der Werthaltigkeit der weiteren Beteiligungsbuchwerte zum Bilanzstichtag. Auf Basis der Überprüfung sind 109,7 Mio. EUR wertberichtigt worden. Dies ist insbesondere einem signifikanten Anstieg der aus Marktparametern abgeleiteten Kapitalkosten geschuldet. Die Beteiligungsbuchwerte zuzüglich der Ausleihungen betragen nach Wertberichtigung 1,14 Mrd. EUR nach 1,18 Mrd. EUR im Vorjahr.

Die Zinsaufwendungen in Höhe von 12,1 Mio. EUR sind um 0,8 Mio. EUR leicht angestiegen. Insgesamt lag damit das Ergebnis vor Steuern mit -227,2 Mio. EUR aufgrund der Wertberichtigungen um 286,4 Mio. EUR unter dem des Vorjahres.

Der Steueraufwand des Geschäftsjahres ist aufgrund der teilweisen Verlustnutzungsmöglichkeit der SMA positiv und beträgt 8,9 Mio. EUR nach -4,8 Mio. EUR im Vorjahr. Der Jahresfehlbetrag beträgt demzufolge -218,3 Mio. EUR. Zur Kompensation der nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen wurden 244,0 Mio. EUR aus den Gewinnrücklagen entnommen und dem Bilanzgewinn zugeführt. Der Bilanzgewinn beträgt somit 27,2 Mio. EUR gegenüber 54,7 Mio. EUR im Vorjahr.

BILANZ DER INDUS HOLDING AG (IN MIO. EUR)

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände 0,0 0,1
Sachanlagen 8,3 8,6
Finanzanlagen 1.141,3 1.174,6
Anlagevermögen 1.149,6 1.183,3
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 363,0 505,0
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 17,8 0,2
Umlaufvermögen 380,8 505,2
Rechnungsabgrenzungsposten 0,7 0,6
Bilanzsumme 1.531,1 1.689,1

PASSIVA

Eigenkapital 821,7 1.068,2
Rückstellungen 4,9 4,5
Verbindlichkeiten 678,3 567,9
Passive latente Steuern 26,2 48,5
Bilanzsumme 1.531,1 1.689,1

Die Bilanz der Holding ist auf der Aktivseite geprägt durch die Buchwerte der Beteiligungen sowie lang- und kurzfristige Ausleihungen an die Beteiligungen.

Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG hat sich im Geschäftsjahr um 158,0 Mio. EUR verringert und betrug zum 31. Dezember 2022 1.531,1 Mio. EUR. Die Verringerung der Bilanzsumme steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Wertberichtigungen der Anteile, Ausleihungen und Forderungen in Bezug auf SMA und SELZER sowie der Überprüfung der sonstigen Buchwerte zum 31. Dezember 2022. Erhöhend wirkten die Zugänge der Beteiligungen HEIBER + SCHRÖDER und HELD und die Finanzierung des angestiegenen Working Capital der Beteiligungen.

Das Eigenkapital der INDUS Holding AG verringerte sich im Berichtszeitraum durch die Wertberichtigungen um 246,5 Mio. EUR von 1.068,2 Mio. EUR auf 821,7 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2022 beträgt 53,7 % nach 63,2 % im Vorjahr.

Die Verbindlichkeiten betrugen 678,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 und sind im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 110,4 Mio. EUR angestiegen. Die Erhöhung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Finanzierung des angestiegenen Working Capital in der Gruppe. Die Beteiligungen finanzieren sich nahezu ausschließlich über die Holding.

Die INDUS Holding AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 im Durchschnitt 36 Mitarbeitende ohne Vorstand (Vorjahr: 34 Mitarbeitende).

WEITERE RECHTLICHE ANGABEN

ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN

ANGABEN GEM. HGB §§ 289a ABS. 1 UND 315a ABS. 1: GRUNDKAPITAL, STIMMRECHTE UND ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN

Das Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2022 insgesamt 69.928.453,64 EUR. Es ist eingeteilt in 26.895.559 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährt jede Stückaktie eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften.

BETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 %

Nach aktuellen Informationen von INDUS hält die Versicherungskammer Bayern, Versicherungskammer des öffentlichen Rechts, München, zum Stichtag 17,7 % der Aktien.

SONDERRECHTE UND STIMMRECHTSKONTROLLE

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmerinnen am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und diese ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.

ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN

Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den §§ 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder für höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach § 8.1. der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Der Aufsichtsrat kann nach § 8.3. der Satzung ein Vorstandsmitglied zum oder zur Vorsitzenden oder Sprecherin des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum oder zur stellvertretenden Vorsitzenden bestellen.

WESENTLICHE VEREINBARUNGEN BEI KONTROLLWECHSEL

Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wesentlich verändert (Change of Control) und damit eine gravierende Veränderung der aktuellen, auf Langfristigkeit orientierten Unternehmensstrategie verbunden ist, sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Dienstvertrags berechtigt. Im Fall der Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, ist das Vorstandsmitglied ebenfalls zur außerordentlichen Kündigung berechtigt. Macht ein Vorstandsmitglied von seinem Recht auf Kündigung Gebrauch, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung in Höhe der Festvergütung für zwei Jahre, maximal jedoch in Höhe der Festvergütung, die das Vorstandsmitglied ab dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Eigenkündigung bis zum regulären Vertragsende erhalten hätte. Für die Berechnung der Abfindung ist die Festvergütung des Vertragsjahres anzusetzen, in dem die außerordentliche Kündigung erklärt wird bzw. die Abberufung erfolgt.

SATZUNGSÄNDERUNG

Satzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 17 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß § 6.4. der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE UND ZUM AKTIENRÜCKKAUF

BEDINGTES KAPITAL

Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.700.000,04 EUR, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie

die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder

die Verpflichteten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegebenen werden, ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und

das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird.

GENEHMIGTES KAPITAL

Der Vorstand ist gemäß § 6.1. der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 34.964.225,52 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) durch Ausgabe von bis zu 13.447.779 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021) und dabei einen vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses Geschäftsjahres noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch an ein oder mehrere Kreditinstitute oder andere in § 186 Abs. 5 Satz 1 des AktG genannte Unternehmen mit der Verpflichtung ausgegeben werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht) oder auch teilweise im Wege eines unmittelbaren Bezugsrechts (etwa an bezugsberechtigte Aktionäre, die vorab eine Festbezugsvereinbarung abgegeben haben), oder im Übrigen im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 5 AktG gewährt werden. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

zur Vermeidung von Spitzenbeträgen;

bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen; wenn der Ausgabebetrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Eintragung des Genehmigten Kapitals 2021 in das Handelsregister oder, sofern der Betrag niedriger ist, 10 % des zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktie bestehenden Grundkapitals, nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind;

bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an einem Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgütern, einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft; sowie

um den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten zum Ausgleich von Verwässerungen ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten als Aktionär zustehen würde.

Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind.

AKTIENRÜCKKAUF

Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 13. August 2020 den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung wurde mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 13. August 2020 wirksam und gilt bis zum 12. August 2025. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie einmal oder mehrmals ausgeübt werden.

Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Gesellschaft darf die Ermächtigung nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausnutzen.

Der Erwerb darf nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen:

Erfolgt der Erwerb der eigenen Aktien über die Börse, so darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im XETRA-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten zehn Börsenhandelstage vor dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäfts um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre der Gesellschaft, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im XETRA-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten zehn Börsenhandelstage vor dem Tag der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des öffentlichen Kaufangebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentlichen Kaufangebots erhebliche Kursabweichungen vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der gebotenen Kaufpreisspanne, so kann das Angebot mit Zustimmung des Aufsichtsrats angepasst werden. In diesem Fall bestimmt sich der maßgebliche Betrag nach dem entsprechenden Kurs am letzten Handelstag vor der Veröffentlichung der Anpassung; die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden. Das Volumen des Angebots kann begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 50 Stück zum Erwerb angebotener Aktien der Gesellschaft je Aktionär sowie eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien kann vorgesehen werden. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen.

Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund der vorliegenden oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, aufgrund einzelner oder mehrerer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wie folgt zu verwenden:

zur Veräußerung der erworbenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, soweit dies gegen Sachleistung und zu dem Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen (einschließlich der Erhöhung bestehender Beteiligungen) zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse durchzuführen.

zur Veräußerung der erworbenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre gegen Barzahlung, wenn der Kaufpreis den Börsenkurs der Aktie zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.

Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußerten Aktien der Gesellschaft insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bezugsrechtsfreien Veräußerung eigener Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Wandlungspflichten ausgegeben bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden.

Der Preis, zu dem Aktien gemäß dieser Ermächtigung an Dritte abgegeben werden, darf den arithmetischen Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im XETRA-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten zehn Börsenhandelstagen vor Begründung der Verpflichtung zur Veräußerung nicht um mehr als 5 % unterschreiten;

zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmerinnen und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmerinnen und Mitglieder der Geschäftsführungen der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen, soweit sie zur Bedienung von Arbeitnehmerinnen und Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft oder Arbeitnehmerinnen und Mitgliedern der Geschäftsführung der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen eingeräumten Options-bzw. Erwerbsrechten oder Erwerbspflichten auf Aktien der Gesellschaft verwendet werden sollen;

zur Erfüllung der Verpflichtungen aus Wertpapierdarlehen/Wertpapierleihen, die zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmerinnen und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmerinnen und Mitglieder der Geschäftsführungen der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen entsprechend vorstehender Regelung aufgenommen wurden;

zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten aus von der Gesellschaft oder von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen begebenen Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Zertifikaten; und/oder zur Gewährung eines Bezugsrechts auf eigene Aktien für Inhaber oder Gläubiger der von der Gesellschaft oder ihren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen in dem Umfang, wie es ihnen nach Ausübung der ihnen eingeräumten Options- oder Wandlungsrechte als Aktionär zustehen würde und nach näherer Maßgabe der Anleihe- bzw. Optionsbedingungen zum Zwecke des Verwässerungsschutzes angeboten werden kann;

für Spitzenbeträge im Fall der Veräußerung eigener Aktien im Rahmen eines Verkaufsangebots an alle Aktionäre.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, alle oder einen Teil der eigenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Die eigenen Aktien können auch nach § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des auf eine Aktie entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals eingezogen werden. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt. Die Einziehung kann auch mit einer Kapitalherabsetzung verbunden werden; in diesem Fall ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um den auf alle oder einen Teil der eingezogenen Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals herabzusetzen und die Angabe der Zahl der Aktien und des Grundkapitals in der Satzung entsprechend anzupassen.

CHANCEN UND RISIKEN

INDUS betreibt ein zentral gesteuertes Chancen- und Risikomanagement. Es unterstützt die Führung von INDUS dabei, die Unternehmensziele zu erreichen. Zentrale Aufgabe ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und nach angemessener Chancen-Risiko-Abwägung nutzen zu können. Gleichzeitig sollen Risiken frühzeitig erkannt und bewertet werden, sodass das Unternehmen angemessen und sicher reagieren kann. Zum Teil müssen Risiken bewusst eingegangen werden, um Chancen überhaupt nutzen zu können. Ebenso können sich aus verpassten Chancen Risiken ergeben. Das Chancen- und Risikomanagement ist ein systematischer Prozess, der die unternehmerischen Entscheidungen zur Zielerreichung begleitet.

CHANCENMANAGEMENT

PORTFOLIOSTRUKTUR STÄRKEN

WACHSTUMSAKQUISITIONEN

Die Kernaufgabe von INDUS liegt in der zielgerichteten Weiterentwicklung eines diversifizierten mittelständischen Portfolios. Der Vorstand der INDUS Holding AG setzt sich regelmäßig mit den Markt- und Technologietrends auseinander und hat als Teil des Strategie-Updates PARKOUR perform Zukunftsthemen für die strategische Weiterentwicklung der Segmente definiert. Aus dem regelmäßigen Dialog mit den Geschäftsführungen der Beteiligungsunternehmen ergeben sich weitere Erkenntnisse über Markt- und Technologiechancen. Chancen einer Stärkung der Portfoliostruktur werden fortlaufend analysiert und können auf der Basis einer gesicherten Finanzierung und stabiler Finanzlage der Gruppe durch das eigene M&A-Team zügig umgesetzt werden.

ERGÄNZUNGSAKQUISITIONEN

Durch Ergänzungsakquisitionen werden Chancen zur anorganischen Weiterentwicklung einer Beteiligung im Rahmen der individuellen strategischen Ausrichtung wahrgenommen. Hier erfolgt ein kontinuierlicher Austausch des Segmentmanagements mit den Geschäftsführungen der Beteiligungen im Rahmen des strategischen Dialogs, um die Chancen systematisch zu analysieren und aktiv zu verfolgen. Das eigene M&A-Team der Holding unterstützt die Geschäftsführungen bei der Chancenbewertung. Weitere Chancen aus Ergänzungsakquisitionen ergeben sich auch in Hinblick auf die stärkere Internationalisierung der Beteiligungen. Im Fokus stehen hier die Märkte in Asien und Nordamerika, ergänzend zu Europa.

INNOVATIONEN TREIBEN

Chancen ergeben sich für die Gruppenunternehmen insbesondere durch die regelmäßige Entwicklung neuer Produkte oder Prozesse. Innovationen helfen den Unternehmen, ihre Marktstellung zu behaupten und auszubauen. Durch die Verankerung im Strategieprogramm PARKOUR perform fördert INDUS die Nutzung von Chancen aus Innovationen und daraus abgeleiteter Maßnahmen. Durch die "Innovationsförderbank" werden ausgewählte Innovationsvorhaben durch finanzielle Zuschüsse bei den Beteiligungen unterstützt. INDUS steht bei der Erarbeitung von Innovationsstrategien mit Methodenwissen zur Seite und vernetzt Institutionen und Facheinrichtungen mit den Gruppenunternehmen.

LEISTUNG STEIGERN

Die verstärkte Nutzung von Chancen im operativen Bereich ist das Ziel der strategischen Initiative "Leistung steigern" als Teil des Strategieprogramms PARKOUR perform. INDUS fördert hier im Schwerpunkt "Marktexzellenz" gezielt Aktivitäten in den Bereichen Business Development, strategisches Marketing, Vertrieb sowie Pricing und begleitet und unterstützt dabei die Prozesse der Beteiligungen. Im Schwerpunkt "Operative Exzellenz" werden vor allem Chancen in der Hebung von Produktivitätspotenzialen in den wertschöpfenden Prozessen (Produktion, Supply Chain) gesehen. Hier besteht ein breites Angebot an Unterstützungsleistungen an die Beteiligungen, insbesondere bei der Implementierung von Lean-Management-Konzepten.

NACHHALTIGKEIT

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist als eigenständige strategische Initiative des Strategieprogramms PARKOUR perform etabliert. INDUS sieht erhebliche Chancen in der Förderung nachhaltiger unternehmerischer Initiativen. Zukünftige Schlüsseltechnologien beruhen auf Innovationen, die einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele leisten. Durch die Innovations- und Nachhaltigkeitsförderbank von INDUS werden die Beteiligungen hierbei gezielt unterstützt.

Durch nachhaltigere Produkte und Prozesse kann eine Umsatzsteigerung erreicht oder ein drohender Umsatzverlust kompensiert werden. Differenzierungsmerkmale können der Einsatz nachwachsender oder recycelter Rohstoffe in der aktuellen Produktpalette oder auch der Einsatz neuer Technologien, welche den Verbrauch von Ressourcen während der Produktion minimieren, sein. INDUS erwartet, dass diese Werttreiber in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und sich über entsprechende Differenzierungsmerkmale zusätzliche Umsatzchancen generieren lassen.

Auf der Personalseite adressiert das klare Bekenntnis zur Nachhaltigkeit in Verbindung mit der entsprechenden Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen die persönliche Bedeutung der Umweltthematik vieler Mitarbeitender der INDUSGruppe, sodass auch in dieser Hinsicht die Chancen im Wettbewerb um Fachkräfte erhöht werden.

CHANCEN DER BETEILIGUNGEN

Chancen der Beteiligungen leiten sich neben den Chancen aus Produkt- und Prozessinnovationen auch aus der Entwicklung des Markt- und Wettbewerbsumfelds ab. Dabei können die Beteiligungen von einer positiven konjunkturellen Entwicklung in ihren jeweiligen Märkten und von Zukunftsthemen, die sich aus Megatrends ableiten, profitieren.

Chancen für die Beteiligungen im Segment Engineering ergeben sich insbesondere durch die Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Wichtige Zukunftsthemen sind hier Automatisierung und Robotik, Sensorik und Messtechnik, Energietechnik und Logistik.

Im Segment Infrastructure ergeben sich strategische Chancen aus den Megatrends Mobilität und Urbanisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit (z. B. nachhaltiges Bauen). Relevante Zukunftsthemen sind insbesondere Infrastrukturnetze, Infrastrukturbauwerke sowie Energieeffizienz.

Im Segment Materials liegen die Chancen in einer hohen Materialkompetenz. Chancen bestehen insbesondere bei den Zukunftsthemen der Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie bei energieeffizienten und nachhaltigen Produktionsprozessen. Langfristige Wachstumschancen für die Beteiligungen im Bereich der medizinischen Verbrauchsmaterialien und Hilfsmittel ergeben sich aus dem Megatrend Demografie und Gesundheit; zunehmende regulatorische Anforderungen, insbesondere durch die neue europäische Medizinprodukteverordnung, bieten Chancen für Unternehmen, die in der Lage sind, diese Anforderungen konsequent zu erfüllen.

RISIKOMANAGEMENT

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens- , Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können. Dieses Risikomanagementsystem setzt auf den Risikomanagementsystemen der Beteiligungen in enger Abstimmung mit INDUS auf.

Das Risikomanagementsystem ist als Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand, der ein aktives Management der Risiken sicherstellt. Das Risikomanagementsystem der INDUS Holding AG ist im Risikomanagement-Handbuch der Gesellschaft dokumentiert. Das Risiko-Reporting umfasst alle vollkonsolidierten Tochterunternehmen der Gruppe.

Eine zentrale Rolle des Risikomanagements wird durch das INDUS-Beteiligungscontrolling wahrgenommen. Chancen und Risiken werden in Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und der Geschäftsleitung der Beteiligungen und dem Beteiligungscontrolling erarbeitet und mit dem Vorstand im Rahmen der Planung abgestimmt. Plan-Ist-Abweichungen der Beteiligungen werden vom Beteiligungscontrolling monatlich analysiert und erkannte Risiken dem zuständigen Vorstand berichtet. In den turnusmäßigen, wöchentlichen Vorstandssitzungen werden bedarfsorientiert wesentliche Änderungen der Risikolage besprochen und gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet. In regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen wird der Aufsichtsrat über die wirtschaftliche Lage der Gruppe sowie Plan-Ist-Abweichungen informiert.

Der Risikobeauftragte der Holding administriert fachlich das Risikomanagement-IT-System, führt regelmäßig Schulungen für die Anwenderinnen durch, analysiert bedarfsorientiert mit dem Beteiligungscontrolling die gemeldeten Risiken der Beteiligungen und sorgt für eine übergeordnete systematische Darstellung und Bewertung. Die Funktion des Risikobeauftragten ist unmittelbar dem Vorstand zugeordnet.

Der Kernprozess "Akquisition von Unternehmen" ist eng mit dem Risikomanagement verzahnt. Das dezidierte M&A-Team der Holding analysiert die Chancen und Risiken eines Akquisitionsunternehmens ausgewogen auf der Basis von Due-Diligence-Untersuchungen und bereitet die Entscheidungsvorlage für den Vorstand vor. Der Vorstand entscheidet über eine Akquisition erst nach ausführlicher Analyse der Chancen und Risiken unter Betrachtung der Risikotragfähigkeit.

Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Für die Berichterstattung der Risiken bestehen Schwellenwerte, die der Struktur des Beteiligungsportfolios Rechnung tragen. Der Vorstand überprüft und überarbeitet dazu im regelmäßigen Turnus sowie anlassbezogen das Risikoportfolio der Gesellschaft. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung definiert, dokumentiert und deren Wirksamkeit überwacht. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage der Gesellschaft informiert.

Die Struktur und die Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen sowie anlassbezogen vom Vorstand überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung fließen dann in die systematische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein. Die unterjährige Überwachung der Risikolage, die Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie eingeleitete Maßnahmen zu seiner Verbesserung werden einmal jährlich im Risikomanagement-Jahresbericht der Gesellschaft dokumentiert.

INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

BERICHT GEMÄß DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX 1

Das interne Kontrollsystem (IKS) von INDUS ist ein vom Management implementiertes, systematisches Set von Regeln, Verfahren und Verantwortlichkeiten, das darauf abzielt, die ordnungsgemäße Durchführung der Geschäftstätigkeiten des Unternehmens sicherzustellen und die Risiken in den Geschäftsprozessen zu steuern. Wir betreiben zur Sicherstellung dieser umfassenden Aufgabe die nachfolgenden integrierten Managementsysteme:

Corporate Governance System der INDUS

Risikomanagementsystem (RMS)

Compliance-Managementsystem (CMS)

Nachhaltigkeitsmanagementsystem

Rechnungslegungssystem

Die Ausgestaltung dieser Systeme beinhaltet einheitlich vorgegebene System- und Prozesselemente, die die Ordnungsmäßigkeit und Funktionsfähigkeit der Systeme sicherstellen. Im Rahmen des Systemdesigns werden auf Basis einer Risikoanalyse Rollen und Verantwortlichkeiten definiert, Richtlinien und Regeln kommuniziert und interne Trainings und Schulungsprogramme implementiert. Der laufende Betrieb beinhaltet u. a. die ordnungsgemäße Bereitstellung von Ressourcen (z. B. Hinweisgebersystem). Die Wirksamkeit der Systeme wird durch systemintegrierte Kontrollen, Self-Assessments und durch externe Prüfungen (z.B. Überprüfungen der IT-Sicherheit im Rahmen des Risikomanagements) überwacht. Die Geschäftsführungen der Beteiligungen bestätigen einmal jährlich die Einhaltung der Vorgaben des Compliance-Managementsystems. Das interne Revisionssystem überprüft prozessunabhängig die Einhaltung von Regeln, Verfahren und Verantwortlichkeiten und wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2023 im Zusammenhang mit der veränderten Leitungsstruktur neu gefasst und deutlich ausgebaut.

Alle Beteiligungen sind Bestandteil unseres IKS. Der Umfang der von jeder Einheit auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von der Wesentlichkeit der Einheit für den Konzernabschluss und den spezifischen Risiken, die mit der Einheit verbunden sind, ab. Das Management jeder Einheit ist dabei verpflichtet, in seinem Verantwortungsbereich, basierend auf den konzernweit verpflichtenden Vorgaben, ein angemessenes und wirksames IKS und RMS zu implementieren.

Der Prüfungsausschuss ist in die Überwachung des IKS und RMS systematisch eingebunden. Er überwacht insbesondere die Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess sowie die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS, des RMS und des internen Revisionssystems. Der Vorstand hat sich gemäß den Empfehlungen des DCGK 2022 mit der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems auseinandergesetzt und keine wesentlichen Beanstandungen festgestellt.

BERICHT GEMÄß §§ 289 ABS. 4, 315 ABS. 4 HGB

Umfang und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (rIKS) der INDUS Holding AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des rIKS. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des rIKS bei den Beteiligungsgesellschaften wird zudem durch die Abschlussprüfer der Konzerngesellschaften geprüft. Für die INDUS Holding AG selbst obliegt die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS direkt dem Vorstand.

1 Nicht Gegenstand der Prüfung

Das rechnungslegungsbezogene IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen, und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das rIKS ist so gestaltet, dass der Konzernabschluss der INDUS Holding AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und nach den gemäß § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften ordnungsgemäß aufgestellt wird. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB. Unabhängig von seiner Ausgestaltung kann das rIKS dennoch keine absolute Sicherheit dahingehend liefern, dass Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.

Die Prozesse zur Konzernrechnungslegung (im Folgenden verkürzt "Rechnungslegung") und Lageberichterstellung werden von den zuständigen Mitarbeitenden im Konzernrechnungswesen und im Controlling der INDUS Holding AG gesteuert. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen für die Rechnungslegung geprüft. Die sich daraus ergebenden Änderungen der Rechnungslegungsprozesse werden in zentral verfügbaren Verfahrensanweisungen und in den bei der Rechnungslegung verwendeten Systemen abgebildet. Die jeweils aktuelle Konzernbilanzierungsrichtlinie wird an alle mit der Rechnungslegung befassten Mitarbeitenden der INDUS Holding AG und der Beteiligungsgesellschaften kommuniziert. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für den Abschlusserstellungsprozess.

Die Beteiligungsgesellschaften erstellen ihre Abschlüsse für Konsolidierungszwecke ("Reporting Packages") gemäß den Vorgaben der Konzernbilanzierungsrichtlinie. Die Reporting- und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Beteiligungsgesellschaften über ein einheitliches IT-System, das zentral von der INDUS Holding AG zur Verfügung gestellt wird. Verfahrensanweisungen und standardisierte Meldeformate unterstützen dabei den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Teilweise werden zusätzlich externe Dienstleister, z. B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, beauftragt.

Zur Vermeidung von Risiken im Rechnungslegungsprozess umfasst das rIKS präventive und aufdeckende interne Kontrollen. Dazu gehören insbesondere IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Diese Kontrollen und Instrumente werden fortlaufend weiterentwickelt, um auch künftige Risiken ausschließen zu können, wenn Schwachstellen identifiziert wurden.

Das Controlling und das Konzernrechnungswesen der INDUS Holding AG stellen über entsprechende Prozesse sicher, dass die Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie eingehalten werden. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Beteiligungsgesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt.

Der Vorstand der INDUS Holding AG und die Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die gültigen Richtlinien und Verfahren zum Rechnungslegungsprozess eingehalten werden. Weiterhin stellen sie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher.

ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN UND DER RISIKOAGGREGATION

Die Beteiligungsgesellschaften und die INDUS Holding AG identifizieren und bewerten Risiken unverändert zum Vorjahr zunächst im Rahmen eines dezentralen Bottom-up-Ansatzes. Dieser Prozess wird durch den Risikobeauftragten der INDUS Holding AG unterstützt. Die Risiken werden anhand der möglichen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf den Zeitraum von einem Jahr. Die Schadensverteilung wird durch eine Dreiecksverteilung abgebildet. Eine Dreiecksverteilung beschreibt die Schäden im besten, mittleren und schlechtesten Fall. Die folgende Beschreibung der Einzelrisiken basiert auf den von den Beteiligungen und der INDUS Holding AG bis zum Abschlussstichtag identifizierten Risiken.

Die Gesamtbeurteilung der Risikolage des Konzerns erfolgt anhand eines Risikomaßes, das mittels einer Monte-Carlo-Simulation aller identifizierten und bewerteten Risiken ermittelt wird. In der Monte-Carlo-Simulation werden die Schadenshöhen simuliert und aggregiert. Chancen werden hierbei nicht betrachtet. Unter Zugrundelegung eines Konfidenzniveaus von 97 % beträgt das so ermittelte Risikomaß für den INDUS-Konzern rund 72,1 Mio. EUR (Vorjahr 72,3 Mio. EUR). Mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 % wird eine finanzielle Belastung aus dem Eintritt von Risiken in dieser Höhe nicht überschritten. Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten und die jeweilige Schadenshöhe ist stark ermessensbehaftet und kann von tatsächlich eintretenden Schadenshöhen abweichen. Dennoch ist das auf Basis des Risikomanagementsystems ermittelte Risikomaß eine Richtgröße zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit und damit der finanziellen Stabilität der Gruppe. Die Risikotragfähigkeit gilt als gegeben, wenn das Risikomaß durch Liquidität und Eigenkapital abgedeckt ist. Nach Einschätzung des Vorstands ist die Risikotragfähigkeit des ermittelten Risikobetrags gewährleistet und eine Bestandsgefährdung nicht erkennbar.

Den jeweiligen Anteil der Risikokategorie am ermittelten Risikomaß zeigt die nachfolgende Grafik:

ANTEIL DER RISIKOKATEGORIE AM ERMITTELTEN RISIKOMASS

(in %)

CORONA-PANDEMIE-RISIKEN

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich im Geschäftsjahr 2022 signifikant abgeschwächt. Die pandemiebedingten Risiken sind, soweit noch wesentlich, in die bestehenden Risikokategorien integriert.

UMFELD- UND BRANCHENRISIKEN

Die Geschäftsentwicklung der Beteiligungen steht in einem engen Zusammenhang mit der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Eine weitere Eskalation des Russland-Ukraine-Kriegs und daraus möglicherweise entstehende negative konjunkturellen Auswirkungen können durch Prognosen nicht sinnvoll beurteilt werden. Ebenso sind die Auswirkungen der aktuellen COVID - Welle in China und deren Auswirkung auf gegebenenfalls unterbrochene Lieferketten nicht vorhersehbar. Weitere Risiken für die weltweite wirtschaftliche Entwicklung ergeben sich durch zunehmende Spannungen zwischen USA und China mit nicht absehbaren Auswirkungen. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Gesellschaften und der Gruppe dar. Die hohen Energiekosten führen zu Wettbewerbsnachteilen im internationalen Kostenvergleich, und die hohe Volatilität auf den Rohstoffmärkten birgt Versorgungsrisiken und insbesondere Preisüberwälzungsrisiken. Die hohe Inflation und in der Folge die Zinserhöhungen der Zentralbanken werden durch sinkende Kaufkraft den Konsum dämpfen - mit negativen Folgen für die konjunkturelle Entwicklung.

Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio vermeidet INDUS eine überproportionale Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische werden sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko ist von Natur aus aber nicht zu vermeiden.

Darüber hinaus befindet sich die Automobilbranche in einem erheblichen Strukturwandel zur Elektromobilität mit hohen Risiken für die direkten und indirekten Zulieferindustrien. Mit der Entscheidung zur Aufgabe des Segments Fahrzeugtechnik und dem geplanten Verkauf des letzten Serienzulieferers SELZER werden die Risiken für die INDUS-Gruppe durch eine negative Entwicklung der Automobilbranche deutlich reduziert.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

Unternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der bestehenden Beteiligungsgesellschaften und von Neuerwerben. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller neuer Portfoliounternehmen und der Entwicklung des Beteiligungsportfolios ab. Um Risiken auf dem Feld "unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt INDUS bei Neuakquisitionen auf eine umfangreiche Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene Analysen. Diese eigenen Analysen werden zudem einer externen, unabhängigen Begutachtung unterzogen. Die Entscheidung für eine Neuakquisition wird nach intensiver Prüfung und durch einstimmigen Beschluss des Vorstands getroffen.

Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der strategischen Positionierung der Beteiligungsunternehmen begegnet INDUS durch eigene intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, strategisches und operatives Controlling der Beteiligungen und regelmäßige Kommunikation mit den Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Beteiligungsunternehmen stellen monatlich Daten über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage zur Verfügung. Ihre kurz- und mittelfristigen Planungen werden auf Ebene der Führungsgesellschaft aggregiert. Dies gewährleistet, dass INDUS stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns hat.

LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Beteiligungsunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken. Dazu zählen insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken.

Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Beschaffungsrisiken in Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern als Ganzes allerdings begrenzt, was gerade die vergangenen drei Jahre gezeigt haben. Es besteht das Risiko, dass die Versorgung mit Vorprodukten oder Vormaterialien nicht immer sichergestellt ist. Im Geschäftsjahr waren einige Vorprodukte (z. B. Halbleiter) nicht oder nur schwer zu beschaffen. Es besteht aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs und dessen Auswirkung auf die Energieversorgung das Risiko, dass die Energieversorgung teilweise ausfällt oder eingeschränkt wird.

Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften daher nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken reagieren. Zusätzlich begrenzen die Beteiligungsunternehmen, wo notwendig, mit dem Abschluss von Rohstoffsicherungen das Risiko. Produktions- und Absatzrisiken sind aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS in Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern begrenzt. INDUS analysiert dazu regelmäßig die Kundenstruktur in der Gruppe; es existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von mehr als 10 % am Umsatz erreichen.

Auch aufgrund von Tarifabschlüssen ergeben sich weitere leistungswirtschaftliche Risiken, da die Belastungen oft nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden können, sondern durch Produktivitätserhöhungen kompensiert werden müssen.

PERSONALRISIKEN

Der langfristige Erfolg der INDUS Holding AG hängt maßgeblich vom Wissen und von der Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeitenden ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitenden in Schlüsselpositionen. Die INDUS Holding AG begrenzt diese Risiken durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Die Beschäftigten schätzen die positive Unternehmenskultur. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine geringe Fluktuation. Die Gesamtheit aller Maßnahmen macht die Gesellschaft zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird.

Die Unternehmen der INDUS-Gruppe betreiben ihre Personalarbeit eigenständig; sie sind in vielen Branchen und Regionen angesiedelt, sodass die Risiken der Personalbeschaffung und Personalentwicklung breit gestreut sind. Qualifizierte Beschäftigte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die jeweilige Beteiligung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der weiterhin guten Beschäftigungslage ist das Risiko des Fachkräftemangels auch international weiter auf einem hohen Niveau.

INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKEN

Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet die Gesellschaft mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten.

Für die Unternehmen der Gruppe stellt der mögliche Ausfall der Informationstechnologie ein erhebliches operatives und finanzielles Risiko dar. Die Unternehmen der Gruppe sind in zunehmendem Maße von der Funktionalität und Stabilität der verschiedenen individuellen IT-Systeme abhängig. Weitere Risiken bestehen im Verlust von Daten bzw. Know-how und Datenmanipulationen. Es zeigt sich eine zunehmende Tendenz von Cyberangriffen. Die Unternehmen der Gruppe setzen je nach individueller Risikolage verschiedene Instrumente zur Risikosteuerung ein. Dies reicht von Notfall- und Datensicherungsprozessen, Einsatz moderner Antiviren- und Firewall- Soft- und Hardware, Zugriffs- und Zutrittskontrollen bis hin zu weiteren präventiven Schutzmaßnahmen wie Sensibilisierung der Mitarbeitenden und Schulungen. Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Behandlung von Cyberangriffen bleiben hoch relevant. Risiken sind teilweise durch eine Cyber-Versicherung rückgedeckt.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko sowie das Ausfallrisiko. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation unterstützt INDUS die Beteiligungsgesellschaften bei der Finanzierung und stellt bei Bedarf Finanzmittel zur Verfügung. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Führungsgesellschaft sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Führungsgesellschaft über entsprechende Liquiditätsreserven.

Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf acht (Vorjahr: acht) Kernbanken, verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht der Wegfall von bankenseitigen Kreditgebern begrenzt ist. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt durch eine revolvierende, langfristige Mittelaufnahme der Führungsgesellschaft. Kreditbesicherungen bestehen vereinzelt auf Tochterebene. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Eine Verschlechterung wesentlicher Finanzkennzahlen könnte zu höheren Finanzierungskonditionen infolge geänderter Ratingeinschätzungen führen. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslichen und variablen Darlehen; letztere sind durch Zinsswaps gesichert. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken während der Laufzeit der jeweiligen Darlehen keine Auswirkungen auf die Ertragslage. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2022 insgesamt 113,2 Mio. EUR (Vorjahr: 155,3 Mio. EUR).

Das debitorenseitige Ausfallrisiko ist durch das diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Zudem unterhalten die Beteiligungen selbst wirksame Systeme zur Überwachung der Debitorenrisiken, schließen nach eigenem Ermessen Warenkreditversicherungen ab und berichten der Führungsgesellschaft monatlich über etwaige Risiken.

Aufgrund der internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften bestehen Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS bedarfs- und risikoorientiert mit der Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2022 insgesamt 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR). Weitere Erläuterungen zur Finanzierung finden sich im Konzernanhang unter den Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten.

RECHTLICHE RISIKEN

Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Außenwirtschafts- und Zollrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen. Ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement mindert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Vonseiten der Führungsgesellschaft werden die Unternehmen durch Leitfäden, Schulungen und Informationen zu rechtskonformem Verhalten insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Geldwäscheprävention, Außenwirtschafts- und Zollrecht unterstützt.

Rechtliche Risiken können sich aus Ansprüchen und Klagen gegen INDUS und/oder Beteiligungsunternehmen (hier insbesondere Gewährleistungen und Produkthaftung) sowie behördlichen Verfahren ergeben. Geltend gemachte Ansprüche Dritter prüfen INDUS bzw. die Beteiligung eigenständig und sorgfältig auf ihre Begründetheit. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden bei Bedarf von externen Anwälten begleitet. Die in diesem Bereich identifizierten Einzelrisiken sind gering oder mittel ausgeprägt. INDUS bildet Rückstellungen, sofern Zahlungsverpflichtungen als wahrscheinlich angesehen werden und die jeweilige Höhe zuverlässig geschätzt werden kann.

SONSTIGE RISIKEN

Unter den sonstigen Risiken sind im Wesentlichen Risiken für Elementarschäden erfasst. Das Nettorisiko aus diesen Risiken ist gering, da für diese Schäden in der Regel ausreichender Versicherungsschutz besteht.

NACHHALTIGKEITSRISIKEN

Im Rahmen des nichtfinanziellen Berichts der INDUS-Gruppe berichtet INDUS über Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, den Produkten und Dienstleistungen des Konzerns verknüpft sind und sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Aspekte (Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung) haben könnten. Im Geschäftsjahr sind keine berichtspflichtigen Einzelrisiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten identifiziert worden.

RISIKEN AUS BILANZIERTEN GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTEN

Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 403,7 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 409,8 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen werden. Liegt der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwerts, werden die entsprechenden Geschäfts- und Firmenwerte wertgemindert. Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 39,4 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr: 2,5 Mio. EUR). INDUS hat damit das Risiko aus den Geschäfts- und Firmenwerten bilanziell durch Wertminderungen erfasst, soweit diese im Rahmen des Werthaltigkeitstests identifiziert wurden.

Die bilanzierten Firmenwerte verteilen sich auf 44 zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs) aus allen Segmenten. Kein einzelner Firmenwert ist größer als 10 % der Summe der Geschäfts- und Firmenwerte. Eine Wertminderung entfaltet keine unmittelbare negative Liquiditätswirkung. Indirekte Effekte, beispielsweise durch ansteigende Zinsen aufgrund verschlechterter Unternehmenskennzahlen (Rating), sind möglich und werden im Rahmen des Risikomanagements betrachtet.

GESAMTEINSCHÄTZUNG DES VORSTANDS

Im Geschäftsjahr 2022 konnte INDUS Chancen durch den Erwerb von zwei Beteiligungsunternehmen nutzen und damit einen Schwerpunkt ihrer langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie - das Wachsen durch Akquisitionen - fortsetzen. Der Vorstand sieht in möglichen Zukäufen sowohl auf Portfolioebene als auch auf Ebene der Beteiligungsunternehmen (Enkelgesellschaften) weiterhin gute Wachstumschancen für 2023.

Durch die gezielte Förderung von Innovationen in den Beteiligungen werden die Chancen durch Produkt- und Prozessinnovationen erhöht. Die verstärkten Maßnahmen zur Verbesserung von Marktexzellenz und operativer Exzellenz erhöhen die Chancen der Beteiligungen im Wettbewerb. Der Strukturwandel der Industrie zu Klimaschutz und klimaneutralen Technologien wird den Unternehmen neue Marktchancen eröffnen. Die geschärfte Strategie PARKOUR perform wird hierzu beitragen.

Auf der Risikoseite sind weiter hohe makroökonomische und politische Unsicherheiten zu verzeichnen. Die Entwicklung in Europa ist insbesondere durch den Russland-Ukraine-Krieg gekennzeichnet. Die Folgen und die Tragweite des Kriegs insbesondere bei einer weiteren Eskalation sind nicht einschätzbar. Die INDUS-Gruppe ist bisher direkt von Sanktionen und Embargos nicht wesentlich betroffen. Die hohen Energiekosten, die hohe Inflation sowie die Auswirkung der geldpolitischen Gegensteuerung durch Zinserhöhungen und Verknappung der Geldmenge führen möglicherweise in eine Rezession mit entsprechenden konjunkturellen Risiken. Mit der Entscheidung der Aufgabe des Segments Fahrzeugtechnik und nach Abschluss des Verkaufs des letzten Serienzulieferers im Portfolio werden sich die Risiken für das INDUS-Portfolio durch die volatile Entwicklung der Automobilbranche deutlich reduzieren.

Die Gesamtrisikosituation der INDUS setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Aufgrund des diversifizierten und breit aufgestellten Portfolios findet ein teilweiser Risikoausgleich innerhalb der Gruppe statt. Der Vorstand hat sich auf der Basis der Risikoaggregation mit der Risikotragfähigkeit unter Berücksichtigung von Maßnahmen auseinandergesetzt. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr und aus heutiger Sicht für das laufende Geschäftsjahr aus Sicht des Vorstands keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

PROGNOSEBERICHT

Für die INDUS-Gruppe wird 2023 ein Umsatz von 1,9 bis 2,0 Mrd. EUR erwartet und mit einem operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 145 bis 165 Mio. EUR gerechnet. Die EBIT-Marge wird im Korridor von 7,0 bis 8,0 % erwartet. Bei den Treibhausgasemissionen wird für 2023 mit einer weiteren Reduktion geplant.

ERWARTETE ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGEN

Die hohen Unsicherheiten im Markt dürften die deutsche Konjunktur auch in den kommenden Monaten weiter belasten. Nachdem sich die Wachstumsprognosen im Jahresverlauf 2022 zunehmend eingetrübt hatten, wurde der allgemeine Abwärtstrend zu Jahresbeginn 2023 von einer leichten Aufwärtsrevision abgelöst. Stand Januar rechnet die Bundesregierung 2023 mit einem leichten Wachstum des BIP von 0,2 % 2 , der Internationale Währungsfonds erwartet 0,1 % Wachstum der deutschen Wirtschaft. 3 Die Inflationsrate betrug im Januar 2023 8, 7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. 4 Auch wenn im Jahresverlauf mit einer Entspannung zu rechnen ist, dürfte die Inflation weiter hoch bleiben. Die Bundesregierung erwartet 6,0 % im Jahresdurchschnitt. 5 6 Der allgemeine Kostendruck wird in den kommenden Monaten weiter spürbar bleiben. Das gilt insbesondere für die Belastungen durch die weiterhin hohen Energiepreise. Die Trendwende ist hier zwar eingeleitet, die Erzeugerpreise für Energie lagen im Januar 2023 aber immer noch 32,9 % über den Preisen vom Januar 2022.6 Durch individuelle Vertragskonditionen werden die weiterhin verhältnismäßig hohen Preise zum Teil auch erst verzögert bei den Unternehmen ankommen. Die abfedernden Effekte staatlicher Maßnahmen sind hier noch nicht vollständig greifbar. Wachstumsperspektiven bieten insbesondere der Auf- und Umbau zu einer starken grünen Wirtschaft.

Auch die Aussichten für die Weltwirtschaft sind mit hohen Marktrisiken belastet: Eine verschlechterte Corona-Lage oder eine Immobilienkrise in China, die Eskalation des Russland-Ukraine-Kriegs oder eine Schuldenkrise in den Schwellen- und Entwicklungsländern könnten die globale Entwicklung bremsen. Stand Januar 2023 erwartet der Internationale Währungsfonds für die Weltwirtschaft ein Plus von 2,9 % für 2023. 7 Insbesondere das Ende der Null-Covid-Politik in China verbesserte die Aussichten im Vergleich zur IWF-Oktoberprognose (+2,7 %) leicht. 8 Als Effekt der Zinsanhebungen der Zentralbanken wird eine leicht reduzierte, aber weiterhin hohe globale Inflationsrate von 6,6 % erwartet. 9

2 Tagesschau, Konjunkturprognosen Deutschland
3 Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2023, S.6
4 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 069 vom 22.02.2023
5 VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht, S. 8 / Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung
6 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. N011 vom 23.02.2023
7 Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2023, S.6
8 Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Oktober 2022, S.9
9 Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2023, S.6

Wirtschaftswachstum (in %)

2022 (vorläufig) 2023 (PROGNOSE) 2024 (PROGNOSE)
Wirtschaftsräume
Weltwirtschaft 3,4 2,9 3,1
Euroraum 3,5 0,7 1,6
Ausgewählte Länder
USA 2,0 1,4 1,0
China 3,0 5,2 4,5
Deutschland 1,9 0,1 1,4

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Stand: Januar 2023)

ENGINEERING: HERAUSFORDERNDE RAHMENBEDINGUNGEN

Angesichts der hohen Marktrisiken bleiben Stimmung und Ausblick im deutschen Maschinen- und Anlagenbau gedämpft: Der Branchenverband VDMA rechnet 2023 mit einem Minus der realen Produktion von 2 %. 10 Oxford Economics prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr 2023 für den Weltmaschinenbau einen realen Zuwachs von 1 % 11 , wobei u. a. für die EU (-1 %) und die USA (-5 %) ein Rückgang erwartet wird. Trotz der hohen Risiken bewerten knapp 50 % der vom VDMA befragten Unternehmen ihre Aussichten für das Jahr 2023 optimistisch, nur 14 % pessimistisch. 12 Ein solider Auftragsbestand gibt hier Grund für Optimismus. Auch der ifo Geschäftsklimaindex für den Maschinenbau zeigt seit November 2022 einen positiven Trend. 13

INFRASTRUCTURE: EINTRÜBUNG VON HOHEM NIVEAU AUS

Ausgehend vom Boom der letzten Jahre dürfte sich die Konjunktur in der Bau- und Infrastrukturbranche im Jahr 2023 weiter abkühlen. Bereits gegen Jahresende 2022 zeigte die Anzahl der Baugenehmigungen einen Abwärtstrend: Im November 2022 sanken die Baugenehmigungen für Wohnungen um 16,3 % gegenüber November 2021. Von Januar bis November 2022 wurden 5,7 % weniger Wohnungen genehmigt als im Vorjahresvergleichszeitraum. 14 Während bei den energetischen Sanierungen eine stabile Entwicklung erwartet wird, dürfte der reale Umsatz im Wohnungsneubau (-9 %), im Wirtschaftsbau (-4 %) und im öffentlichen Bau (-5 %) zurückgehen. 15 Der Hauptverband für das Bauhauptgewerbe prognostiziert 2023 einen realen Rückgang der Produktion um 6 %. 16 Auch der Anteil der Unternehmen, die Produktionsbehinderungen durch Auftragsmangel oder Stornierungen verzeichnen, steigt. Zugleich erwartet der Verband eine weiter verbesserte Versorgungslage bei den Baumaterialien und entsprechend rückläufige Materialpreise. Obwohl der Auftragseingang mit Kriegsbeginn abflachte, lag auch der Auftragsbestand im Dezember 2022 saisonbereinigt bei einer hohen Reichweite von 4,4 Monaten. 17 Zuletzt hatte sich im Januar 2023 auch das ifo Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe wieder geringfügig verbessert. 18

MATERIALS: KOMPLEXE MARKTLAGE

Der Ausblick für das Jahr 2023 bleibt für die Branchenunternehmen vielschichtig. In der metallverarbeitenden Industrie Deutschlands sorgt der trotz Abwärtstrend anhaltend hohe Auftragsbestand für eine solide Perspektive. Die Reichweite des Auftragsbestands liegt zu Jahresbeginn bei überdurchschnittlichen sechs Monaten. Die Book-to-Bill-Rate, die im Februar 2022 erstmals seit 2020 unter 100 % lag, deutet jedoch drauf hin, dass dieser Auftragsbestand nun sukzessive abgearbeitet wird. 19 Das entspricht auch dem seit einem Jahr konstant rückläufigen M+E-Auftragseingang. Die globalen Krisen drücken die Nachfrage. Zudem belasten die im internationalen Vergleich weiterhin hohen Energiepreise, anhaltende Materialengpässe und der allgemeine Fach- und Arbeitskräftemangel die Unternehmen. Dennoch zeigte der ifo Geschäftsklimaindex seit November 2022 für den Bereich Materialerzeugung und -bearbeitung einen Aufwärtstrend. Exporterwartungen und Produktionspläne gaben jedoch im Januar 2023 nach. 20 Bei den deutschen Unternehmen mit Materialkompetenz im Bereich Gesundheit ist 2023 mit einer Fortsetzung des Kostendrucks und einem gedämpften Wachstum zu rechnen. 21 Eine maßgebliche Rolle im Markt spielt hier weiterhin der regulatorische Mehraufwand durch die Umsetzung der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR), aber auch deren Negativeffekt auf Innovationskraft und Produktvielfalt. 22 Fachkräftemangel und Lieferkettenprobleme bremsen außerdem die Wachstumsmöglichkeiten der Branche. 23 Entwicklungspotenziale bieten dagegen nachhaltige Produktentwicklungen und Recyclingansätze.

10 VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht, S. 8
11 VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht, S. 7
12 VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht, S. 8
13 Ifo Konjunkturperspektiven, Januar 2023, S.2
14 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 024 vom 18.01.2023
15 Bauindustrie, Baukonjunkturelle Lage - auf den Punkt gebracht
16 Die Deutsche Bauindustrie, www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/baukonjunktur/prognosen, Stand 10.02.22
17 Bauindustrie, Baukonjunkturelle Lage - auf den Punkt gebracht
18 Ifo Geschäftsklima, Januar 2023

ERWARTETE ENTWICKLUNG DES KONZERNS

PARKOUR PERFORM: DAS STRATEGIE-UPDATE AB 1. JANUAR 2023

Beim Strategieprogramm PARKOUR stehen die Ziele profitables Wachstum, Sicherung einer ausgewogenen Portfoliostruktur und Wertentwicklung im Mittelpunkt. PARKOUR richtet den Blick auf die Entwicklung der Gruppe bis 2025 und strebt an, die unternehmerische Fitness der Beteiligungen weiter zu erhöhen, um die anhaltenden Herausforderungen der Märkte zu meistern.

Um die festgelegten Ziele bis 2025 trotz der vielfältigen gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten in den kommenden Jahren zu erreichen, hat der Vorstand der INDUS Holding AG am 15. Dezember 2022 die Schärfung der Strategie unter dem Titel PARKOUR perform kommuniziert. Diese befindet sich seit Jahresanfang 2023 in der Umsetzung. Nach einer Phase der Konsolidierung insbesondere im bisherigen Segment Fahrzeugtechnik startet INDUS nun neu durch.

MITTELFRISTZIELE BIS 2025

Das Portfolio wird sukzessive auf Technologieschwerpunkte in der Industrietechnik fokussiert. Die Beteiligungen der fortgeführten Geschäftsbereiche werden den drei neuen Segmenten Engineering, Infrastucture und Materials zugeordnet. Nach der Entscheidung des Vorstands, das bisherige Segment Fahrzeugtechnik aufzugeben, werden die Beteiligungen SCHÄFER, SELZER und SMA als aufgegebene Geschäftsbereiche geführt. SMA war bereits nach der Beantragung eines Insolvenzverfahrens entkonsolidiert worden. Der Vorstand sieht für die Beteiligungen SCHÄFER und SELZER keine Zukunftsperspektive in der INDUS-Gruppe und will sie innerhalb eines Jahres verkaufen.

19 Gesamtmetall, M+E Konjunkturbericht, 02. Februar 2023, Folie 4
20 Ifo Konjunkturperspektiven, Januar 2023
21 LBBW, Blickpunkt Corporates, Medizintechnik, Dezember 2022
22 Spectaris, Presseinformation vom 09.05.2022, Neuer Rechtsrahmen erweist sich als praxisuntauglich
23 BVMed Herbstumfrage, Oktober 2022

Die Steuerung der Beteiligungen wird unter PARKOUR perform fokussiert auf Segmentebene erfolgen. Jedes der drei neuen Segmente wird durch einen segmentverantwortlichen Vorstand (Segmentmanagement) geführt. Dieser begleitet als Spezialist seine jeweiligen Beteiligungen, entwickelt ihre strategische Ausrichtung weiter und sichert Wachstum, Ertrags- und Wertentwicklung. Er repräsentiert das von ihm geführte Segment auch nach außen.

Die aus der neuen Managementstruktur abgeleiteten Segmente Engineering, Infrastructure und Materials werden mit klarem Fokus auf Zukunftsthemen geführt. Die Megatrends der heutigen Zeit Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Mobilität und Urbanisierung sowie Demografie und Gesundheit geben dabei die Zukunftsthemen für die neuen Segmente vor.

INDUS bleibt weiter die Heimat für technologieorientierte Unternehmen aus dem industriellen Mittelstand. Familienunternehmen finden hier für Nachfolgelösungen eine maßgeschneiderte Lösung. "Kaufen, halten &entwickeln" ist dabei der Kern der INDUS-Wertschöpfung. Mit dem Mittelstand gestalten wir Zukunft.

PARKOUR perform setzt auch in Zukunft darauf, die Portfoliostruktur gezielt zu stärken, Innovationen zu treiben, die Leistung durch Marktexzellenz sowie Operative Exzellenz in den Beteiligungen zu steigern sowie das nachhaltige Handeln in allen Prozessen zu implementieren. Die Entwicklung der Segmente wird durch Expertenwissen und gezielte Akquisitionen vorangetrieben.

PORTFOLIOSTRUKTUR STÄRKEN

Bei Wachstumsakquisitionen zur Ergänzung des Portfolios fokussiert sich INDUS auf die Suche nach Unternehmen aus der Industrietechnik mit klaren Technologieschwerpunkten. Zur Sicherung des passenden Zukunftsmix sollen Zukäufe mit klarer Ausrichtung auf die von INDUS definierten Zukunftsthemen forciert werden. Diese Zukunftsthemen sind: Energieeffizienz, Energietechnik, Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Infrastruktur, Automatisierung, Sensorik und Messtechnik, Medizinisches Verbrauchsmaterial und Hilfsmittel sowie Agrartechnik.

FOKUS AUF ZUKUNFTSTHEMEN

Im Geschäftsjahr 2022 konnten mit HEIBER + SCHRÖDER und HELD zwei Akquisitionen auf Portfolioebene realisiert werden. HEIBER + SCHRÖDER wurde im Dezember 2021 erworben. Der wirtschaftliche Übergang und die Einbeziehung in die INDUS-Gruppe erfolgten im April 2022. HELD, die zweite Portfolioakquisition des Jahres 2022, verstärkt seit Mai das INDUS-Portfolio. Sowohl HEIBER + SCHRÖDER als auch HELD konnten bereits 2022 positive operative Ergebnisse trotz der Mehrwertabschreibungen aus den Erstkonsolidierungen zum Konzernergebnis beitragen.

Im September 2022 hat INDUS nach jahrelangen Restrukturierungsbemühungen die Finanzierung der SMA begrenzt. Dies führte zur Beantragung der Insolvenz der Gesellschaft im Oktober. Damit ist das Gewicht der Serienzulieferer im Portfolio weiter zurückgegangen. Für 2023 steht der Verkaufsprozess der Beteiligungen SELZER und SCHÄFER an.

Bei entsprechender Entwicklung des Geschäftsjahres 2023 und passenden Targets sind ein bis zwei Zukäufe auf Beteiligungsebene und zusätzliche Ergänzungsakquisitionen vorgesehen.

INNOVATION TREIBEN

Die strategische Initiative "Innovation treiben" ist essenziell für die konsequente Umsetzung des INDUS-Beteiligungsansatzes "Kaufen, halten & entwickeln". Kernaufgabe des Innovationsmanagements ist die Steigerung der Innovationsfähigkeit und -tätigkeit der Beteiligungen mit dem Ziel, vermarktungsfähige oder prozessverbessernde, zukunftsabsichernde Innovationen zu generieren. INDUS stellt dafür Unterstützung bei der strategischen Ausrichtung, bei der Prozessorganisation und bei spezifischen Innovationsvorhaben für die Beteiligungsunternehmen zur Verfügung.

Im Bereich Wissen werden Prozesswissen, neue Trends und neue Themen in die Beteiligungen übergetragen. Die INDUSInnovationsförderbank ist als bewährtes Mittel zur Unterstützung von innovativen Vorhaben innerhalb der Beteiligungen langjährig etabliert. Sie trägt zuverlässig zur Steigerung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Beteiligungen bei. Im Bereich Netzwerk ist das Vernetzen sowohl der treibenden Akteure innerhalb der INDUS-Gruppe in Arbeitskreisen als auch mit Expertinnen, Hochschulen und Forschenden außerhalb der Organisation zusammengefasst. Strategische Projekte unterstützen die Digitalisierung als Innovationstreiber und die langfristige Positionierung der Unternehmen im Markt.

Im Rahmen der Innovationsförderbank befindet sich der Zugang an Neuprojekten fast wieder auf Vor-Corona-Niveau. In Summe werden 2022 elf Projekte durch die INDUS-Förderbank unterstützt. Unter anderem bedienen die Innovationsprojekte die Zukunftsfelder Nachhaltigkeit, Automatisierung, künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Aufgrund der großen Anzahl an neu bewilligten Projekten und angekündigten Projektanträgen für 2023 ist von einem weiteren Anstieg des Projektvolumens der Innovationsförderbank ausgegangen.

Neben der strategischen Positionierung der Beteiligungen soll auch die Fähigkeit zum Innovieren mit Hilfe eines "Innovations-Fitness-Tests" eruiert werden. Die Inhalte werden im Rahmen der Beteiligungsbesuche des Fachexperten "Innovation und Technologie" erarbeitet und liefern einen Überblick über Strategie, Prozesslandschaft und die verfügbaren Ressourcen im Bereich Innovation. Hieraus leiten sich dann Schwachstellen, Verbesserungsmöglichkeiten und Maßnahmen ab. Die Durchführung in der Breite der INDUS-Gruppe ist für die Geschäftsjahre ab 2023 geplant.

Zur Strukturierung der Digitalisierungsaktivitäten der Beteiligungen wird eine Digital Potential Map (DPM) für sechs Beteiligungen als Initialprojekt erstellt. Die DPM wird einen Überblick über die Digitalisierungsprojekte des jeweiligen Unternehmens geben und eine Priorisierung der Projekte ermöglichen. Bei entsprechendem Mehrwert der DPM für die Beteiligungen wird diese zukünftig für weitere Beteiligungen erstellt werden.

LEISTUNG STEIGERN

Zur Steigerung der Leistung der Beteiligungsunternehmen fördert INDUS gezielt deren Marktexzellenz und Operative Exzellenz. Beide Schwerpunkte offerieren den Beteiligungsunternehmen Unterstützungsangebote, die sich einer der folgenden vier Säulen zuordnen lassen: "Status Check", "Implementierung", "Wissen" und "Kooperation". Die Angebote werden einerseits aktiv durch Beteiligungsunternehmen nachgefragt und zum anderen bei Bedarf aus der Holding heraus eingesetzt.

Beim Schwerpunkt Marktexzellenz zielen sie direkt auf die Optimierung von Marktpositionierung und -bearbeitung ab und führen somit zu nachhaltigen Ergebnisverbesserungen.

Beim Schwerpunkt Operative Exzellenz begleitet die Holding die Beteiligungen bei der Verbesserung ihrer wertschöpfenden Kernprozesse - von der Produktionsstrategie über die Produktionsplanung und -steuerung hin zu Prozesseffektivität und -effizienz. Das Programm zur Förderung der operativen Exzellenz beinhaltet zum einen das Angebot der Wissensvermittlung über ein umfangreiches Schulungs- und Weiterbildungsangebot im Bereich Lean Management. Zum anderen initiiert und begleitet INDUS konkret und vor Ort in den Beteiligungen entsprechende Optimierungsprojekte.

Für das Jahr 2023 werden sowohl die Schulungsangebote im Rahmen des Lean-Managements als auch Shopfloor-Management fortgeführt. Um der steigenden Bedeutung von Digitalisierungsthemen gerecht zu werden, ist für das Jahr 2023 erstmalig die Durchführung eines durch INDUS koordinierten RWTH-Zertifikatskurses "Project Manager Business Software" angestrebt. Hier sollen Projektverantwortliche aus den Beteiligungen auf die Herausforderungen in Software Auswahl- und Implementierungsprojekten vorbereitet werden.

Ansatzpunkte zur Steigerung der finanziellen Leistung der Beteiligungsunternehmen und der Gruppe sind das gruppenübergreifende Liquiditätsmanagement, die Working-Capital-Optimierung in den Unternehmen, das Beteiligungscontrolling als Teil des Segmentmanagements und das Portfoliocontrolling auf Holdingebene, eine verstärkte Information sowie Kommunikation in Bezug auf finanz- und rechnungslegungsbezogene Themen zwischen der Holding und den Beteiligungsunternehmen.

NACHHALTIG HALTEN: VERSTÄRKTE AKTIVITÄTEN ZUR FÖRDERUNG DER NACHHALTIGKEIT IM GESCHÄFTSJAHR 2023

Wesentliche Schwerpunkte im Rahmen der Initiative "Nachhaltig Handeln" waren im Jahr 2022 die umfassende Neudurchführung der Wesentlichkeitsanalyse. Zum anderen wurden die Kommunikation mit den Beteiligungen in Hinblick auf die konsequente und stetige CO 2 -Emissionsreduzierung intensiviert und dafür ein unterjähriges Reporting eingeführt.

Die Wesentlichkeitsanalyse bildet die Grundlage für das strukturierte Nachhaltigkeitsmanagement. Nach der Identifizierung der wesentlichen, für die Unternehmung relevanten Aktivitäten werden diese 2023 und in den Folgejahren nun gezielt bearbeitet und Verbesserungen initiiert. Die externen und internen Stakeholder von INDUS haben dafür Aktivitäten priorisiert und der Vorstand der INDUS Holding AG hat auf dieser Basis die für INDUS entscheidenden Themen identifiziert. Diese Inhalte finden sich in den Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie wieder, die in dem separat veröffentlichten nichtfinanziellen Bericht erläutert werden. Ein besonders priorisiertes Ziel bleibt die stetige und nachhaltige Reduzierung der Treibhausgasemissionen (THG).

Die Notwendigkeit zur Dekarbonisierung und Ressourcenschonung erfordert signifikante Investitionen, wobei die Investitionsrechnung dieser Nachhaltigkeitsprojekte die Amortisationsdauer von 36 Monaten - zum Teil deutlich - überschreitet. Diese Projekte realisieren die Beteiligungen mithilfe der Nachhaltigkeitsförderbank: Diese unterstützt die Nachhaltigkeitsbemühungen der Beteiligungen mit einem Investitionszuschuss von bis zu 80 %. 2022 wurden durch den Vorstand sechs Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 5,4 Mio. EUR und einer Förderquote von 39 % genehmigt und zur Umsetzung gebracht. Neben PV-Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung wurden auch ein adiabates Kühlsystem, welches signifikante Mengen an Kühlwasser einspart, und ein mit Holzpellets betriebener Dampfkessel für den Färbebetrieb gefördert.

Neben dem Thema Dekarbonisierung gewinnt der Aspekt Soziales gesellschaftlich und auf dem Kapitalmarkt spürbar an Bedeutung. Deshalb wurden in den Budgetgesprächen für das Jahr 2023 neben Markt- und Kundenanforderungen auch Kennzahlen zu Mitarbeitenden gesammelt. Ebenso wurden Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung erfragt. Diese Abfrage ist eine weitere Vorbereitung auf die steigenden Anforderungen im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die ab 2025 in Kraft tritt. Gerade im sozialen Bereich steigt hier die Pflicht an Veröffentlichungen weiterer aussagefähiger Kennzahlen.

ERWARTUNGEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

Der nachfolgende Prognosebericht basiert auf der von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten Unternehmensplanung. Die Aussagen zur prognostizierten Entwicklung der Wirtschaftslage und insbesondere zur politischen Weiterentwicklung im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg und der damit verbundenen wirtschaftlichen Weiterentwicklung basieren auf Aussagen führender Organisationen wie Wirtschaftsforschungsinstituten und Banken. Die Planungen für 2023 sind aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs und seiner wirtschaftlichen Konsequenzen weiter von Unsicherheit geprägt. Umfang und Ausmaß der Auswirkungen der indirekten Folgen auf die INDUS-Gruppe sind zum jetzigen Zeitpunkt weder absehbar noch quantifizierbar.

Für das kommende Jahr erwarten die Unternehmen im Segment Engineering einen leicht steigenden Umsatz und ein stark steigendes operatives Ergebnis (EBIT). Die Unternehmen des Segments Infrastructure planen ebenfalls einen leicht steigenden Umsatz und ein stark steigendes EBIT; es wird sich eine deutliche Beruhigung des Baugeschäfts bei einigen Beteiligungen bemerkbar machen. Im Segment Materials erwarten wir aufgrund von stark steigenden Energiekosten, von möglichen Ergebnisbelastungen aus der intensiv diskutierten Erhebung eines Anti-Dumping-Zolls der EU auf Importe eines wichtigen Rohstoffs und von entfallenden Einmaleffekten aus 2022 ein gleichbleibendes EBIT bei steigendem Umsatz.

Insgesamt sehen die Planungen für 2023 einen steigenden Umsatz von 1,9 bis 2,0 Mrd. EUR vor. Das operative Ergebnis (EBIT) wird voraussichtlich in einem Band von 145 bis 165 Mio. EUR und damit über dem Niveau von 2022 liegen. Darin enthalten sind Zukäufe mit einem Umsatz von insgesamt rund 25 Mio. EUR. Die EBIT-Marge wird voraussichtlich zwischen 7,0 und 8,0 % liegen. Diese Prognosen sind vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Rahmenbedingungen wegen des Ukraine-Kriegs und der wirtschaftlichen Auswirkungen daraus getroffen worden. In der Prognose des operativen Ergebnisses (EBIT) sind keine Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte oder Sachanlagen enthalten.

Das im Rahmen des Planungsprozesses beschlossene Investitionsbudget der INDUS-Gruppe für das kommende Jahr liegt bei 85 bis 95 Mio. EUR Mio. EUR (exklusive Zukäufe). Als größere Investitionsprojekte sind neue Produktionsanlagen zur Realisierung der Neuprojekte und zum weiteren Aufbau eines Produktionsstandorts vorgesehen. Für Unternehmenszukäufe sieht die Planung eine Summe von 40 Mio. EUR für das Jahr 2023 vor. Hierin enthalten ist der Zahlungsmittelabfluss für den Erwerb einer Wachstumsakquisition und einer Akquisition auf Enkeltochterebene.

Die Eigenkapitalquote der INDUS-Gruppe lag 2022 mit einem Wert von 36,3 % unterhalb der Zielmarke von 40 %. Für das Jahresende 2023 wird ein Wert von rund 38 % prognostiziert. Mittelfristig bleibt es das Ziel, eine Eigenkapitalquote von über 40 % stabil zu halten. Im Rahmen der geplanten revolvierenden Finanzierung wird INDUS auch 2023 Fremdkapital in Form von Krediten und Schuldscheindarlehen aufnehmen. INDUS kann bei der Finanzierung auf die bewährten langjährigen Partner im Bankenbereich zurückgreifen, mit denen die Holding in ständigem Austausch steht. Aufgrund der aktuellen Finanzplanung geht der Vorstand von einem leichten Rückgang der Nettofinanzschulden aus. Die Entschuldungsdauer der fortgeführten Bereiche auf EBITDA-Basis betrug 2,3 Jahre für 2022. Für 2023 gehen wir von einer Entschuldungsdauer von rund 2,5 Jahren aus. Wichtig ist, dass wir langfristig im Zielkorridor von 2,0 bis 2,5 Jahren verbleiben.

ERTRAGSLAGE: STEIGENDER UMSATZ UND STEIGENDES EBIT FÜR 2023 GEPLANT

SOLL-IST-VERGLEICH

KONZERN IST 2022 PLAN 2023
Steuerungsgrößen
Zukäufe 2 Wachstumsakquisitionen, 2 Wachstumsakquisitionen
Umsatz 1,80 Mrd. EUR 1,9 Mrd. - 2,0 Mrd. EUR
EBIT 133,7 Mio. EUR 145 - 165 Mio. EUR
EBIT-Marge 7,4% 7,0 bis 8,0 %
Free Cashflow 101,5 Mio. EUR > 100 Mio. EUR
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 66,8 Mio. EUR 85 - 95 Mio. EUR
Treibhausgasemissionen (THG-E Scope 1 +2) * 75,94 t CO 2 eq /Mio. EUR BWS niedriger als Vorjahr
Ergänzende Steuerungsgrößen
Eigenkapitalquote 36,3% höher als Vorjahr, rund 38 %
Nettoverschuldung/EBITDA 2,3 Jahre rund 2,5 Jahre
Working Capital 496,7 Mio. EUR gleichbleibend
SEGMENTE
Engineering
Umsatz 580,9 Mio. EUR leicht steigender Umsatz
EBIT 47,4 Mio. EUR stark steigendes Ergebnis
EBIT-Marge 8,2% 9 bis 11%
Infrastructure
Umsatz 586,0 Mio. EUR leicht steigender Umsatz
EBIT 51,3 Mio. EUR stark steigendes Ergebnis
EBIT-Marge 8,8% 10 bis 12%
Materials
Umsatz 636,8 Mio. EUR steigender Umsatz
EBIT 49,9 Mio. EUR gleichbleibendes Ergebnis
EBIT-Marge 7,8% 6 bis 8%

* Nettoemissionsintensität

Für die Unternehmen des Segments Engineering verlief das Jahr 2022 mit einer deutlichen Umsatz- und EBIT-Steigerung vor Wertminderungen positiv. Die Unternehmen des Segments blicken insgesamt optimistisch ins Jahr 2023. Deutliche Umsatzanstiege werden bei einer Beteiligung aus dem Bereich Mess- und Regeltechnik erwartet, sofern sich die Verfügbarkeit elektronischer Bauteile verbessert. Dementsprechend ist hier auch eine deutlicher Ergebnisanstieg geplant. Anorganisches Wachstum tragen noch einmal HEIBER + SCHRÖDER und HELD bei. Gegenläufig wirkt sich ein geringerer Umsatz bei einer Beteiligung aus dem Bereich Logistik aus. Bei der Ergebnisplanung sind einige Segmentunternehmen im Vergleich zum Jahr 2022 etwas vorsichtiger. Die Unternehmen des Segments Engineering erwarten für 2023 einen leicht steigenden Umsatz. Das Segment-EBIT wird stark steigen. Die EBIT-Marge wird im Korridor zwischen 9 und 11 % liegen.

Die meisten Unternehmen des Segments Infrastructure haben 2022 erneut an ihrer Kapazitätsgrenze gearbeitet. Das EBIT vor Wertminderungen lag geringfügig unter dem Vorjahreswert; die EBIT-Marge vor Wertminderungen war leicht rückläufig. Der Umsatz konnte gesteigert werden, wozu organisches Wachstum der bestehenden Beteiligungen und anorganisches Wachstum durch die Neuakquisition von WIRUS beitragen konnten. Für das kommende Jahr wird aufgrund der Beruhigung der Baukonjunktur lediglich ein leicht steigender Umsatz bei den Beteiligungen erwartet. Das Segment Infrastructure wird im Jahr 2023 eine zuverlässige Stütze des INDUS-Portfolios bleiben. Insgesamt erwartet der INDUSVorstand für das Segment einen leicht steigenden Umsatz, ein stark steigendes operatives Ergebnis (EBIT) und eine EBITMarge im Korridor von 10 bis 12 %.

Im Segment Materials wurden im Geschäftsjahr 2022 steigende Umsätze erwirtschaftet. Die zum Teil starken Materialpreiserhöhungen konnten an die Kunden weitergegeben werden. Infolge der Stilllegung von BACHER im Jahr 2021 sind im Vorjahresvergleich 10,0 Mio. EUR Umsatz entfallen. Beim EBIT vor Wertminderungen wurde 2022 durch die verbesserte Performance vieler Segmentunternehmen und durch die oben erwähnte Portfolioveränderung eine deutliche Steigerung erzielt. Beim Blick auf das Jahr 2023 wird das operative Ergebnis wegen stark steigender Energiekosten und der diskutierten möglichen Erhebung eines Anti-Dumping-Zolls der EU auf Importe eines wichtigen Rohstoffs erheblich belastet werden; weiter entfällt ein positiver Einmaleffekt aus dem Verkauf einer Immobilie. Eine positive Entwicklung wird bei dem Bereich Vliesstoffe erwartet, wo die positiven Effekte aus der Zusammenführung der Standorte nun ihre Wirkung entfalten. Insgesamt erwarten wir im Segment Materials einen steigenden Umsatz und ein gleichbleibendes EBIT mit einer EBIT-Marge im Korridor von 6 bis 8 %.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Indus Holding AG, Bergisch Gladbach

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Indus Holding AG, Bergisch Gladbach, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Indus Holding AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Chancen und Risiken", Unterabschnitt "Risikomanagement" des Konzernlageberichts enthaltenen, als ungeprüft gekennzeichneten Angaben haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Angaben im Abschnitt "Chancen und Risiken", Unterabschnitt "Risikomanagement" des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Unternehmenserwerbe

[2] Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

[1] Unternehmenserwerbe

(1) Die Indus Holding AG hat im Geschäftsjahr 2022 jeweils die Mehrheit an zwei Gesellschaften erworben. Der beizulegende Zeitwert der Gegenleistung für die jeweiligen Erwerbsvorgänge betrug insgesamt € 79,7 Mio Diese Gegenleistung verteilt sich wie folgt auf die zwei Erwerbe: € 38,0 Mio, für den Erwerb Heiber + Schröder GmbH, Erkrath, € 41,7 Mio für die Anteile an der HELD Systems GmbH, Heusenstamm.

Den jeweiligen Minderheitsgesellschaftern wurde ein Andienungsrecht für ihre Anteile eingeräumt, dem sich die Indus Holding AG nicht entziehen kann, kombiniert mit einer Kauf Option für die jeweiligen Erwerbe (Call Put Option). Die Indus Holding AG hat daher auch die jeweiligen Anteile in vollem Umfang konsolidiert (d.h. ohne Ausweis von nichtbeherrschenden Anteilen) und jeweils eine bedingte Kaufpreisverbindindlichkeit mit ihrem beizulegendem Wer bilanziert.

Im Rahmen der Unternehmeserwerbe wurden dabei die übertragenen Gegenleistungen sowie die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden gemäß der Regelung des IFRS 3 zu ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet.

Soweit der Wert der Gegenleistungen den Wert der übertragenen Vermögenswerte übersteigt, ist dieser Betrag als Geschäfts- und Firmenwert anzusetzen. Im Rahmen der beiden Kaufpreisallokationen ergeben sich erworbene Geschäfts- und Firmenwerte von insgesamt € 32,5 Mio.

Der vollständigen Identifikation von Vermögenswerten und übernommenen Schulden sowie der Ermittlung ihrer jeweiligen Zeitwerte liegen verschiedene Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Indus Holding AG zugrunde, die Schätzungen und Ermessensspielräumen unterliegen. Vor diesem Hintergrund sowie aufgrund der Komplexität und der Schätzunsicherheiten bei der Bewertung sowie der damit verbundenen betragsmäßig wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns waren diese Sachverhalte aus unserer Sicht im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir für die jeweiligen Unternehmenserwerbe zunächst insbesondere die verfügbaren Beschlussvorlagen für den Aufsichtsrat der Indus Holding AG eingesehen, um ein Verständnis für die Unternehmenserwerbe, die jeweiligen Geschäftsmodelle der erworbenen Unternehmen sowie die Kaufmotive der gesetzlichen Vertreter zu erlangen. Damit einhergehend haben wir jeweils auch die Unternehmenskaufverträge sowie sonstige relevante Verträge und Unterlagen gewürdigt.

Für die beiden Unternehmenserwerbe haben die gesetzlichen Vertreter der Indus Holding AG jeweils ein Kaufpreisallokation-Bewertungsgutachten eines sachverständigen Dritten eingeholt für die Identifikation und die Bewertung der zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt anzusetzenden Vermögenswerte und übernommenen Schulden.

Wir haben die vorliegenden Kaufpreisallokation-Bewertungsgutachten und die fachliche Qualifikation der sachverständigen Dritten gewürdigt. Die Kaufpreisallokation Bewertungsgutachten sowie die vorgelegten Bewertungen der gesetzlichen Vertreter haben wir eingesehen, um ein Verständnis über das jeweilige Vorgehen der gesetzlichen Verteter bei der Identifikation und der Bewertung der übertragenen Gegenleistung sowie der zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt anzusetzenden Vermögenswerte und Schulden zu erlangen und dieses zu beurteilen.

Wir haben darüber hinaus unter anderem die im Rahmen des jeweiligen Kaufpreisallokation Bewertungsgutachtens bzw. die in den Bewertungen der gesetzlichen Vertreter verwendeten Bewertungsparameter und -methodiken für die Ermittlung der jeweiligen Zeitwerte der zum Erwerbeszeitpunkt anzusetzenden Vermögenswerte und übernommenen Schulden nachvollzogen und auf Angemessenheit beurteilt. Die nach IFRS 3 geforderten Anhangangaben für die Unternehmenserwerbe haben wir gewürdigt.

Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt davon überzeugen, dass die der jeweiligen Erstkonsolidierung inkl. Kaufpreisallokation zugrunde liegenden Schätzungen und Ermessenspielräume der gesetzlichen Vertreter der Indus Holding AG unter Berücksichtigung der uns verfügbaren Informationen nachvollziehbar und hinreichend begründet sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Unternehmenserwerben sind in dem Abschnitt 5 des Konzernanhangs enthalten.

[2] Werthaltigkeit Geschäfts- und Firmenwerte

(1) In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 403,7 Mio (22,2 % der Bilanzsumme bzw. 65,5 % des Eigenkapitals) unter dem Bilanzposten ["Geschäfts- und Firmenwerte"] ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren-berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des Nutzungswerts bei den Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu Wertminderungen von insgesamt € 39,4 Mio.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes, aber auch der Wachstumsrate wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes bzw. der Wachstumsrate herangezogenen Parametern und Annahmen beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zum Werthaltigkeitstest zu den Geschäfts- oder Firmenwerten und zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in den Abschnitten 19 und 21 des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Abschnitt "Chancen und Risiken", Unterabschnitt "Risikomanagement" des Konzernlageberichts enthaltenen, als ungeprüft gekennzeichneten Angaben als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem

die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zur Erfüllung der §§ 315b bis 315c HGB

alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei IndusHolding_KA_LB_2022_de.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 31. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. August 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2022 als Konzernabschlussprüfer der Indus Holding AG, Bergisch Gladbach, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT - VERWENDUNG DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Prof. Dr. Gregor Solfrian.

 

Osnabrück, den 15. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Gregor Solfrian, Wirtschaftsprüfer

Christoph Hölscher, Wirtschaftsprüfer

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