Kiefel GmbHLiquidiert
Industriestraße 17, 83395 Freilassing, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Thomas Huber seit 1.8.2011 | Prokura |
Andreas Frisch seit 1.8.2011 | Prokura |
Peter Eisl seit 4.2.2010 | Geschäftsführer |
Wolfgang Eglseer seit 20.4.2007 | Prokura |
Thomas Josef Halletz seit 20.4.2007 | Geschäftsführer |
Karlheinz Koschel seit 20.4.2007 | Prokura |
Johann Haas seit 20.4.2007 | Prokura |
Erwin Wabnig seit 20.4.2007 | Prokura |
BeteiligungenBeta
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Kiefel GmbHFreilassingJahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und Lagebericht 2010LageberichtI. Geschäfts- und Rahmenbedingungen1. Darstellung der Geschäftstätigkeit Die Kiefel GmbH bietet als führender Produzent von Serien- und Sondermaschinen weltweit Produktlösungen für die kunststoffverarbeitende Industrie in den Technologiebereichen Fügen, Formen und Hochfrequenzschweißen an. Als Partner namhafter Hersteller entwickelt und produziert Kiefel Anlagen für Kunden in der Medizintechnik, Automobil-, Kühlschrank- und Verpackungsindustrie. Kiefel vertreibt seine Produktpalette weltweit und verfügt über ein globales Netz von Vertriebsniederlassungen und Vertretungen. Der Sitz der Kiefel GmbH befindet sich in Freilassing/Deutschland. 2 . Wirtschaftliches Umfeld und Branchenentwicklung Nach dem schwersten Einbruch der Konjunktur seit der Nachkriegszeit in 2009, als Folge der Finanzmarktkrise, erlebte Deutschland in 2010 den größten Aufschwung seit der Wiedervereinigung. Während die EU in 2010 reell um 1,8 % 1 gewachsen ist, erreichte das BIP in Deutschland ein Wachstum von 3,6 % 2. Geprägt von stark anziehenden Exporten und einem weiterhin günstigen Zinsniveau konnte der deutsche Maschinenbau deutlich zulegen. So hatte der Auftragseingang, nach einem Rückgang in 2009 um 38 %, einen Zuwachs von 36 % 3 in 2010. Die Kunststoff- und Gummibranche konnte sogar, nach einer Abnahme der Bestellungen im Vorjahr um 29 %, eine Zunahme um 75 % 4 verbuchen. Nachdem die Kiefel GmbH den stärksten Einbruch des Auftragseingangs durch die Finanzmarktkrise bereits in 2008 registrierte und in 2009 einen lediglich moderaten Einbruch des Auftragseinganges um 6 % verzeichnete, lag der Zuwachs in 2010 mit 35 % in Summe der vergangenen zwei Jahre über der Entwicklung der Kunststoff- und Gummibranche. Stärkster Wachstumstreiber der Weltwirtschaft in 2010 war China mit 10,0 % 5, unterstützt von staatlichen Konjunkturprogrammen. Von dieser Entwicklung profitierte auch die Kiefel GmbH und konnte den Auftragseingang aus dieser Region im Vergleich zum Vorjahr nahezu vervierfachen. Auch in anderen Entwicklungsmärkten wie Südamerika, Südostasien und Osteuropa konnten deutliche Wachstumsraten erzielt werden, die zusammen mit dem weiterhin stabilen Auftragseingangsniveau der traditionellen Kernmärkte Westeuropa und NAFTA zu einer positiven Entwicklung beitrugen. 3 . Geschäftsverlauf Nach einem verhaltenen 1. Quartal 2010 konnte in der Folge eine sehr deutliche Belebung festgestellt werden, welche sich in hohen Zuwachsraten im Auftragseingang für das 2. und 3. Quartal widerspiegelte. Diese Entwicklung hielt bis Ende 2010 bei leicht nachlassender Dynamik an. So konnten, mit Ausnahme der Medizinbranche, alle Planzahlen weit übertroffen werden. Den stärksten absoluten Zuwachs erzielte der Bereich Verpackung, welcher den Auftragseingang zum Vorjahreszeitraum verdoppelte. Hier kommt der Branche, die traditionell investitionsgüterlastig ist, vor allem die Auflösung des Investitionsstaus des Vorjahres, eine Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für die Kunden sowie eine erhöhte Nachfrage von Kühlschrankanlagen aus China zu Gute. Auch die Automobilbranche konnte durch Akquirierung von Großprojekten deutlich zulegen. Im Bereich Medizin wurde, bedingt durch Verschiebung von einzelnen Projekten durch den Kunden, der Plan nicht erreicht.
Insgesamt erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 35,2 % auf € 76,3 Mio. und spiegelt sich in einem Rekordauftragsbestand zum Bilanzstichtag von € 45,6 Mio. wider. Der Umsatz steigerte sich in 2010 um 17,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit wurden die Planerwartungen übertroffen. Den stärksten Zuwachs hatte wiederum die Branche Verpackung, welche aufgrund der sehr positiven Auftragseingangsentwicklung und der kürzesten Durchlaufzeiten innerhalb der Geschäftsbereiche den Umsatz mehr als verdoppeln konnte. Ebenfalls deutlich höhere Umsätze konnte der Bereich Medizin, bedingt durch einen hohen Auftragsbestand am Anfang des Geschäftsjahres erzielen. Die Branche Automobil wird von der positiven Auftragseingansentwicklung erst in 2011 profitieren, da die größten Bestellungen in der 2. Jahreshälfte 2010 eingingen und somit für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht mehr umsatzwirksam wurden. Der Auslandsumsatz lag aufgrund des veränderten Umsatzmixes zum Vorjahr bei 90,5 % (Vorjahr: 59,3 %), dies reflektiert die in 2010 anspringende Weltkonjunktur und die Exportbedeutung für die Kiefel GmbH. Westeuropa und der NAFTA-Raum erwiesen sich als stärkste Absatzmärkte, gefolgt von einer überproportionalen Umsatzzunahme in China (Versechsfachung zum Vorjahr) und Südostasien (Verdreifachung zum Vorjahr) womit die Stellung dieser Märkte in Zukunft unterstrichen wird.
Im Geschäftsjahr 2010 wurde der in 2009 vorangetriebene Umbau des Unternehmens weiter konsequent fortgesetzt. So konnte die Neuorganisation in eine Branchenstruktur mit ergebnisverantwortlichen Geschäftsbereichen erfolgreich umgesetzt werden. Der eingeleitete Wandel vom Maschinenbauunternehmen mit eigener Fertigung hin zum prozess- und engineeringorientierten Unternehmen als Technologie- und Kompetenzpartner wurde mit der Übergabe der spannabhebenden Fertigung an den Zulieferer im März 2010 endgültig vollzogen. Neben dem Verkauf des Maschinenparks und der Werkzeuge wurden auch 21 Mitarbeiter dieses Teilbereiches vom Zulieferer übernommen. Im Juli 2010 wurde mit dem Start des Projektes "Campus" ein weiterer Meilenstein zur Umsetzung dieser Strategie gelegt. Das Projekt beinhaltet die Modernisierung des Standortes Freilassing, den Bau eines neuen Kunden- und Technologiezentrums, sowie die Optimierung der Montage- und Logistikprozesse. Letzteres wurde mit der Schaffung eines neuen Zentrallagers, sanierten und rationell organisierten Montagehallen sowie der Verlagerung der Vormontage von Baugruppen zur Konzerngesellschaft Brückner Slowakia in 2010 bereits umgesetzt. Der endgültige Abschluss des Projektes ist für Ende 2011 geplant. II. ErtragslageDas Rohergebnis in 2010 konnte von 56,8 % im Vorjahr auf 60,2 % gesteigert werden. Darin sind periodenfremde bzw. neutrale Erträge von € 1,1 Mio. enthalten. Trotz steigendem Preisdruck, vor allem in den sich dynamisch entwickelnden BRIC-Staaten, gelang es dem Unternehmen insgesamt die Margen weiterhin stabil zu halten. Die Betriebsleistung erhöhte sich nach einer Verminderung in 2009 um 36,8 % im Vergleich zum Umsatz noch deutlicher um 49,7% in 2010 auf € 71,6 Mio. Der Auftragsbestand stieg im gleichen Zeitraum um 44,3 % auf € 45,6 Mio. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im überwiegenden Ausmaß den Verkauf der Fertigung und die Auflösung von Einzelwertberichtigungen. Mit einem Rückgang von 13,0 % auf € 1,3 Mio. verminderten sich die sonstigen betrieblichen Erträge nur geringfügig im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt mit € 2,3 Mio. über den Planerwartungen und deutlich über dem negativen Wert des Vorjahres von € -2,0 Mio. Darin enthalten ist ein Finanzergebnis von € 0,4 Mio. welches sich aus Beteiligungserträgen und dem Zinsergebnis zusammensetzt. Das Ergebnis vor Steuern von € 2,0 Mio. ist durch das außerordentliche Ergebnis aufgrund der in 2010 durchgeführten Umstellung der Rechnungslegung auf BilMoG um € 0,3 Mio. reduziert. Der Effekt resultiert aus der Höherbewertung von Personalrückstellungen (Pension, Altersteilzeit). Durch einen stark veränderten Branchenmix im Vergleich zum Vorjahr sowie die veränderte Wertschöpfungstiefe mit dem Verkauf der mechanischen Fertigung ist die Materialaufwandsquote gemessen an der Betriebsleistung um 9,2 Prozentpunkte auf 49,2 % gestiegen. Die Personalaufwandsquote konnte deutlich von 47,3 % in 2009 auf 30,5 % in 2010 gesenkt werden. Dies ist im Wesentlichen durch den in 2009 aus Restrukturierung resultierenden Effekt und der ab Mitte des Jahres 2010 konstant hohen Auslastung bedingt. Auch wirkte die nach dem 1. Halbjahr auslaufende Kurzarbeit für einzelne Unternehmsteile und der damit verbunden Erstattung der Bundesagentur für Arbeit positiv auf die Quote. Obwohl die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in 2010 um 39,4 % im Vergleich zum Vorjahr auf € 13,3 Mio. anstiegen, sind sie in Relation zur Betriebsleistung um 1,4 Prozentpunkte auf 18,6 % gesunken. Der absolute Anstieg ist im überwiegenden Ausmaß mit den zur Betriebsleistung einhergehenden höheren Kosten für Provisionen, Ausgangsfrachten und Reisen im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme von Maschinen beim Kunden zu erklären. Der abzuführende Gewinn des Berichtsjahres beträgt € 1,9 Mio., nach einem Verlust von € 2,2 Mio. im Vorjahr. III. VermögenslageDie Bilanzsumme der Gesellschaft beläuft sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf € 55,0 Mio (Vorjahr € 43,9 Mio). Das Anlagevermögen verringerte sich um € 0,5 Mio. durch den Verkauf von Maschinen und Werkzeugen im Zuge der Auflösung der Fertigung. Nach einer Abnahme des Vorratsvermögens von 81,8 % in 2009 sind die Vorräte in 2010 wieder deutlich auf € 14,5 Mio. aufgrund der hohen Bestandsveränderung angestiegen. Die Anzahlungsquote lag mit 23,4 % unter dem Wert von 35,1 % des Vorjahres. Die liquiden Mittel haben sich infolge der geringeren Anzahlungsquote im Vergleich zu 2009 sowie höheren Beständen um € 4,4 Mio. auf € 15,7 Mio. verringert. Der im Vergleich zur Bestandserhöhung moderate Rückgang der Liquidität ist durch niedrigere Forderungen sowie korrespondierend aus höheren Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung zu erklären. So nahmen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 9,6 % auf € 7,4 Mio. bei einer Umsatzsteigerung von 17,7 % im Vergleich zu 2009 ab. Die Forderungen an den Gesellschafter, die Kiefel Verwaltungs GmbH, nahmen um € 5,0 Mio. auf € 8,2 Mio. zu. Insgesamt erhöhte sich das Umlaufvermögen infolge der Geschäftssteigerung um 28,8 % auf € 51,8 Mio. Die Eigenkapitalquote verringerte sich aufgrund der höheren Bilanzsumme bei gleichbleibendem Eigenkapital (Ergebnisabführungsvertrag) von 65,2 % im Vorjahr auf 52,1%. Die Rückstellungen haben sich mit € 9,6 Mio. (Vorjahr € 9,2 Mio.) um 4,4 % nur geringfügig erhöht. Dies resultiert überwiegend aus umsatzbedingt höheren Rückstellungen für Gewährleistungen und Leistungsprämien sowie den Rückstellungen für Zeitguthaben. Dagegen standen niedrigere Rückstellungen für ERA-Zahlungen und Abfindungen zu Buche. Die Verbindlichkeiten haben sich mit € 16,7 Mio. zu € 6,1 Mio. im Vorjahr überdurchschnittlich erhöht. Neben den, im Zusammenhang mit dem gestiegenen Auftragsbestand, deutlich höheren Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen ist vor allem ein Konzerndarlehen von € 4,0 Mio. sowie die Verbindlichkeit aus der Gewinnabführung von € 1,9 Mio. (Vorjahr: Forderung aus Verlustausgleich € 2,2 Mio.) dafür verantwortlich. Dem kurzfristigen Fremdkapital von € 24,5 Mio. stehen kurzfristig gebundene Vermögenswerte in Höhe von € 42,5 Mio. gegenüber. IV. Finanzlage
*Cash Flow vor Verlustausgleich/Ergebnisabführung Der Cash Flow nahm in 2010 um insgesamt € 4,4 Mio. ab, wobei die Liquidität der Gesellschaft mit € 15,7 Mio. zum Bilanzstichtag weiterhin ausgezeichnet ist. Bedingt durch den Aufbau des Working Capitals im Bereich der Bestände, mit niedrigerer Anzahlungsquote und höherem Auftragsbestand als im Vorjahr, ist der operative Cash Flow mit € 1,4 Mio. negativ. Die Investitionstätigkeit in 2010 der Gesellschaft wurde fast vollständig durch den Verkauf von Maschinen und Anlagen im Bereich der spannabhebenden Fertigung kompensiert. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit beinhaltet im Wesentlichen die Gewinnabführung sowie die Gewährung eines Gesellschafterdarlehens an die Kiefel Verwaltungs GmbH. V. Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenNeben den im Rahmen der Vermögens- Finanz- und Ertragslage genannten finanziellen Leistungsindikatoren, werden nachfolgend die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren dargestellt. Als mittelständisches Unternehmen übernimmt die Kiefel GmbH aktiv Verantwortung in der Gesellschaft. Hierunter fällt insbesondere der Gedanke des nachhaltigen Wirtschaftens. Neben Einsparungen beim Energieverbrauch und der weiteren Reduktion des Abfalls bei der Produktion tragen die von Kiefel gelieferten Anlagen mit technologischen Innovationen zu Fortschritten im Umweltschutz bei. So konnten bei der neu entwickelten KMD-Baureihe weitere Energieeinsparungen erreicht werden. Mit neuen Verfahren wird der Folienverbrauch auf diesen Anlagen minimiert. Durch die in 2010 begonnene Modernisierung des Standortes, insbesondere der thermischen Sanierung von Bestandsgebäuden und des Neubaus nach aktuellen energetischen Gesichtspunkten, wird der Energieverbrauch zukünftig weiter gesenkt werden. Mit der Einführung neuer Softwaresysteme, z.B. dem Umstieg auf das neueste SAP-Release und der Einrichtung von modernsten CAD-Arbeitsplätzen trägt die Kiefel GmbH dem technologischen Fortschritt Rechnung. Durch den Verkauf der spannabhebenden Fertigung und der Übernahme von 21 Mitarbeitern durch den Zulieferer lag die Fluktuation in 2010 bei 14,5 %. Bereinigt um diesen Sondereffekt und dem Abschluss der in 2009 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen ergibt sich eine Quote von 4,2 %. VI. PersonalbereichDas Personal der Kiefel GmbH ist ein wesentlicher Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. Im Bereich der Serien- und Sondermaschinenfertigung für die Kunststoff-Verarbeitung ist Kiefel aufgrund der Leistung, der Fähigkeiten, der Erfahrung und des engagierten Einsatzes aller Mitarbeiter weltweit führend. Zur hohen Motivation der Belegschaft tragen flexible Arbeitszeitsysteme, ein gutes Betriebsklima sowie leistungs- und erfolgsorientierte Entgeltkomponenten bei. Zudem setzt sich Kiefel gezielt für die Weiterentwicklung der Mitarbeiter und die Stärkung ihrer Bindung an das Unternehmen ein. Der Besuch von Weiterbildungsmaßnahmen zum Erwerb oder zur Erweiterung fachspezifischer Zusatzqualifikationen wird finanziell und zeitlich gefördert. Ein Anreizsystem, nach dem Vorschläge aus den Reihen der Mitarbeiter umgesetzt und prämiert werden, führt zu einer fortlaufenden Verbesserung von Produkten und Arbeitsabläufen. Nach den in 2009 notwendigen Anpassungsmaßnahmen und der Neuorganisation des Unternehmens in einer Branchenstruktur stellte das Geschäftsjahr 2010 besonders hohe Anforderungen an die Mitarbeiter der Kiefel GmbH. So musste durch die schnelle Belebung der Konjunktur die Phase der Kurzarbeit rasch überwunden und die vollen Kapazitäten wieder aufgebaut werden. Das hohe Engagement und die Bereitschaft der Belegschaft auch mit Mehrarbeit sich auf die neue Situation einzustellen, war eine entscheidende Komponente für den positiven Geschäftsverlauf in 2010. Weitere Auslastungsspitzen konnten durch die Beschäftigung von Fremdarbeitern abgedeckt werden. Zum 31.12.2010 beschäftige die Kiefel GmbH 337 Mitarbeiter (Vorjahr: 355) und 44 Auszubildende (Vorjahr: 42). Die Anzahl der Beschäftigten betrug in 2010 im Durchschnitt 335 (Vorjahr: 386), die Ausbildungsquote 11,9 % (Vorjahr: 9,7 %). VII. Forschung und EntwicklungForschung und Entwicklung ist für Kiefel von entscheidender Bedeutung, um mit innovativen Produkten, verbesserten Systemlösungen und hoher Verarbeitungsqualität die Erwartungen der Kunden zu erfüllen und die Ertragskraft des Unternehmens nachhaltig zu steigern. In 2010 wurden in allen Geschäftsbereichen innovative Konzepte erarbeitet und neue Maschinen entwickelt. Bereich Verpackung Auf der K-Messe präsentierte KIEFEL erstmals den neuen Druckluftformautomaten SPEEDFORMER KMD 80 der Öffentlichkeit und zeigt die Trends für wirtschaftliche Großserienfertigung von Verpackungsteilen. Der neue SPEEDFORMER ist eine komplett überarbeitete Studie, einer neuen Maschinengeneration. Das neue Konzept ermöglicht den Kunden die Herstellkosten der Formteile um 10% zu senken. Umgesetzt wird dies beim SPEEDFORMER KMD 80 durch Energierückgewinnung und damit geringeren Energieverbrauch, eine materialabhängige Taktzahl von 65 Takten / Minute und die Reduzierung des Materialverbrauchs durch optimale Ausnutzung der Formfläche und mittels innovativen Folientransports. Der innovative Antrieb bietet hohe Schließkräfte kombiniert mit höchster Präzision. Ein revolutionäres Kettenschienensystem sorgt für exakten Vorschub. Dazu kommt mit der Software Simotion von Siemens ein modernstes integriertes System zur Anwendung. Durch die Integration von Positionierung und SPS direkt im Antrieb ergeben sich niedrigste Zykluszeiten mit optimalen Funktionsergebnissen, die koordinierten Mehrachsbewegungen schnell und präzise ermöglichen. Die Umsetzung dieser Studie bis zur serienreifen Maschine ist bis Mitte 2011 geplant. Auch im Thema Automatisierung setzte KIEFEL weitere Akzente. Speziell im Bereich der Kippmaschinen wird die automatische Weiterverarbeitung der geformten Becher aber auch anderer Produkte mit neuen Konzepten zukunftsorientiert und produktionssicher ermöglicht. Für diesen Anwendungsbereich hat die Kiefel GmbH ein neues Stapelkonzept entwickelt. Die kostengünstige und verschleißfreie Stapelausrüstung ist lebensmittelgerecht und eine wesentliche Komponente für einen störungsfreien und erfolgreichen Fertigungsprozess mit hohen Geschwindigkeiten. Bereich Medizin Im Bereich Medizin wird das Produktportfolio durch Befülltechnik und die Entwicklung von flexiblen Kompaktanlagen für die Produktion von Infusions- und Blutbeutel erweitert. Befüllanlagen werden dabei sowohl als autark arbeitend als auch integriert in vollautomatische Produktionslinien angeboten. Der Vorteil der integrierten Befülltechnologie besteht im kompakten Design sowie in der hochpräzisen Abfülltechnik, die für alle gängigen Abfülllösungen verwendet werden kann. Integrierte Cip/Sip Systeme sorgen für einen zeitgemäßen Einsatz dieser Anlagen und erfüllen alle gängigen Vorschriften in der Medizintechnik. Die bewährte KIEFEL-Technologie zum Herstellen von flexiblen Behältern wird durch die IV-Express Produktionsanlage erweitert. Mit diesem Anlagenkonzept erfüllt KIEFEL eine zentrale Forderung aller Produzenten perfekt, nämlich auf kompakten Flächen hohe Ausstoßraten zu erzielen und dabei äußerst flexibel auf Produktumstellungen reagieren zu können. KIEFEL kann aufgrund der vorangegangenen Entwicklungsphase eine Aufstellflächenreduktion von 30% - 50% anbieten. Manuelle, semiautomatische oder vollautomatische Produktionsanlagen werden von KIEFEL standardisiert angeboten oder auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse perfekt zugeschnitten. Bereich Automobil Die Kiefel GmbH optimiert den Form- und Kaschierprozess durch eine umfangreiche und durchdachte fertigungstechnische Ausstattung der neuen Inline-Thermoformanlage. Ob hochwertige Türverkleidungen, Instrumententafeln und Konsolen, die Inline-Vakuumformanlage mit 2-fach Drehuntertisch und 4-fach Rotationsobertisch entspricht höchsten Anforderungen. So ist die Oberflächenveredelung von Türen mit Folienmaterial, beispielsweise für ein 4-türiges Fahrzeug innerhalb von 80 s gewährleistet. Besonders hervorzuheben ist neben der bereits seit Jahren praktizierten Querspreizung der Folie, die Möglichkeit der zusätzlichen Längsstreckung. Technisch umgesetzt wurde dies durch ein in Längsrichtung 2-geteiltes Kettenschienensystem. Über eine höhere Fördergeschwindigkeit der in Durchlaufrichtung zweiten Kettenschiene wird eine kontinuierliche Längsstreckung der Folie erreicht. Damit kommt der Hersteller von kaschierten Türseitenverkleidungen zu einer beachtlichen Materialeinsparung von bis zu 10%. Dies ist ein nicht von der Hand zu weisender Kostenfaktor. Ebenfalls gesteigert wird die Qualität indem das optische Erscheinungsbild des Endproduktes durch die gleichmäßige Orientierung der Narbe harmonisiert wird. Durch die konsequente Weiterentwicklung in allen drei Geschäftsbereichen beweist die Kiefel GmbH auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eindrucksvoll ihre Innovationskraft und bildet zusammen mit dem bestehenden Technologiezentrum eine Entwicklungspartnerschaft und optimale Kundenbetreuung als solide Grundlage für die kommenden Jahre. VIII. Risiken der künftigen EntwicklungKiefel verfolgt mit seiner Risikomanagementstrategie das Ziel, jene Risiken, die untrennbar mit den vielfältigen geschäftlichen Aktivitäten verbundenen sind, zu minimieren bzw. zu umgehen, um potentielle Gefährdungen vom Unternehmen abzuwenden und eine Bestandsbeeinträchtigung auszuschließen. Um Risken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten, gleichzeitig aber auch Gewinnchancen konsequent zu nutzen, wurde ein gruppenweites Risikomanagementsystem implementiert. Durch die starke Belebung der Konjunktur im abgelaufenen Geschäftsjahr ergeben sich auch Risiken. So ist aufgrund der gestiegenen Nachfrage, speziell aus dem Ausland und den teilweise immer noch nicht angepassten Kapazitäten am Zuliefermarkt ein erhöhtes Risiko von Lieferverzögerung bzw. -ausfällen von Teilkomponenten zu erwarten. Kiefel wirkt diesem Risiko mit einem aktiven Lieferantenmanagement und einer ausgewogenen Sourcingstrategie entgegen. Durch die zunehmende Verknappung des Angebots an den Rohstoffmärkten und der aus der Finanzkrise resultierenden und weiter steigenden globalen Überschussliquidität ist in Folge mit einer inflationären Preissteigerung zu rechnen. Der VDMA prognostiziert für fast alle Rohstoffarten für 2011 deutlich steigende Preise 6. Die Kiefel GmbH begegnet diesen Preisrisiken durch eine diversifizierte Einkaufsstrategie sowie einer stetigen Produkt- und Kostenanalyse der bestehenden Produkte. Diese Verfahren bestehen aus funktionsübergreifenden Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Risiken die sich auf die Liquidität des Unternehmens auswirken können, werden durch solide Finanzierungen, das Vorhandensein von Kreditlinien und einem effektiven Forderungsmanagement minimiert. Durch ein systematisches Debitorenmanagement werden Zahlungsausfälle aus Lieferungen an Kunden verhindert. So werden sämtliche Lieferungen von Maschinen durch Anzahlungen, Akkreditive oder durch das Instrument der Kreditversicherung abgesichert. Zusätzlich wird einer drohenden Zahlungsunfähigkeit von Kunden mit Factoringvereinbarungen begegnet. Eine weiterhin große Bedeutung kommt dem Risiko aus Wechselkursschwankungen zu, beeinflusst von der jüngsten Entwicklung im Euro-Raum. Es bleibt abzuwarten inwieweit der Stabilitätspakt der Euro-Mitgliedsländer die hohe Überschuldung einzelner Mitgliedsstaaten kompensieren kann. Durch diese Schwankung kann die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere im US-Dollar-Raum als auch in den BRIC-Staaten beeinträchtigt und die Ertragskraft der nordamerikanischen Tochtergesellschaft nachhaltig belastet werden. Mit der Kurssicherung durch den Abschluss von Devisentermingeschäften im Rahmen von konzernweiten Treasury werden Kursschwankungen nach Auftragseingang aktiv begegnet. Kostenrisiken durch Auslastungsschwankungen oder potentielle Fertigungsunterbrechungen, verbunden mit Leerstandkosten in den Montagehallen, werden durch gezielte Flexibilisierung der Fertigung minimiert. Einen wesentlichen Beitrag leisten die Mitarbeiter der Kiefel GmbH, die das wichtigste Kapital des Unternehmens darstellen. Der in 2010 schon spürbare Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, speziell von Ingenieuren, wird sich in 2011 noch weiter verschärfen. Hier sind deshalb attraktive Arbeitsbedingungen, motivierende Führung und hohe Identität mit dem Unternehmen wichtig. Die Kiefel GmbH setzt auf erprobte Instrumente der Personalentwicklung und -qualifizierung. So wird mit der hohen Ausbildungsquote im Vergleich zum Branchendurchschnitt und permanenter Weiterbildung der Nachwuchs im eigenen Haus rekrutiert. Gegen Qualitätsrisiken setzt die Kiefel GmbH spezifische Qualitätsmanagementstrategien zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist nach ISO9001 zertifiziert. Alle Aktivitäten der Kiefel GmbH unterliegen den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die gewisse Risiken in sich bergen. Dagegen ergreift das Unternehmen alle erforderlichen Maßnahmen, um die Einhaltung rechtmäßigen Handels zu gewährleisten. Die gruppeneinheitliche Compliance Richtlinie reduziert in allen Bereichen das Risiko, dass die Geschäftspraktiken der Kiefel GmbH nicht im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen oder auch mit ethischen Grundsätzen stehen. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind nicht bekannt. IX. Chancen der künftigen Entwicklung und AusblickNachdem in 2010 die Auswirkung der Finanzkrise überwunden wurde, wird auch für 2011 eine positive Entwicklung erwartet. Zwar wird das globale Wachstum in 2011 unserer Ansicht nach nicht mehr ganz so dynamisch verlaufen, dennoch rechnet die Weltbank mit einem Zuwachs von 3,3 %. Vor diesem Hintergrund und einem Rekordauftragsbestand geht auch die Kiefel GmbH optimistisch in das Jahr 2011. So wird bei weiterhin hohen Bestellungen die Rückkehr zum Umsatzniveau der Vorkrisenjahre erwartet. Durch die erfolgreiche Umstrukturierung des Unternehmens und die weitere Umsetzung der Unternehmensstrategie können weitere Potentiale gehoben und die Ertragskraft gesteigert werden. So wird durch den Abschluss des Projekt Campus ein neues Kunden- und Technologiezentrum am Standort Freilassing entstehen, das den Anforderungen der Zeit gerecht wird und eine Antwort auf die wachsenden technologischen Bedürfnisse der Kunden gibt. Die Kunden haben nunmehr die Möglichkeit auf Laboranlagen Produktionsprozesse zu simulieren, um so die optimale Maschinenlösung für ihre Produkte zu erhalten. Die neue Branchenstruktur mit der Fokussierung auf die einzelnen Bereiche lässt weiteres Wachstum zu. Durch die Bündelung der Kompetenzen, höherer Flexibilität und enger Verzahnung aller Bereiche entlang der Wertschöpfungskette können Kundenwünsche optimal bedient werden. Auch für 2011 wird die konsequente Weiterentwicklung der Produktpalette aller Geschäftsbereiche vorangetrieben. Mit der Entwicklung des IV-Express im Bereich Medizin mit kompakten Stationen in modularer Bauweise können kostengünstigere, flexible Lösungen bei gleichbleibend hoher Qualität angeboten werden. Dies eröffnet vor allem Chancen in den ehemaligen Schwellenländern, die einem hohen Preisdruck ausgesetzt sind. Mit der Einführung der neu entwickelten Thermoformanlage KMD 80 sowie der Produktergänzung KMD 60 und KMD 90 wird Kiefel den Bereich Verpackung nachhaltig stärken und die Position als Technologieführer weiter sichern. Die Fokussierung der Vertriebsaktivitäten in den Wachstumsmärkten Südostasien, China als auch Brasilien ist ein wesentliches Ziel in den nächsten Jahren. Insbesondere mit der Entwicklung von Einplatzanlagen sowie kostengünstigen Lösungen sollte weiteres Wachstum generiert werden. Dafür wird die Nutzung der "Plattformgesellschaften" der Brücknergruppe weiter intensiviert und ausgebaut. Durch die Kooperation mit Brückner Machinery India besitzt Kiefel nun einen deutlich besseren Marktzugang in Indien. In den USA und Kanada werden durch Rekrutierung neuer Vertriebsmitarbeiter weitere Marktpotentiale erschlossen. Nach der Rückkehr in die Gewinnzone in 2010 sollte die Ertragskraft des Unternehmens in den folgenden Jahren weiter deutlich gesteigert werden. Basierend auf den hohen Auftragsbestand und dem weiterhin positiven Konjunkturverlauf rechnet die Gesellschaft mit einem Umsatz von € 76,5 Mio. in 2011 und € 84 Mio. in 2012 mit einer entsprechenden positiven Entwicklung auf die Ertragslage. X. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des GeschäftsjahresVorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ereignet.
Freilassing, den 30. März 2011 Die Geschäftsführung der Kiefel GmbH Thomas J. Halletz Peter Eisl
1 Quelle: URL http://europa.eu/
BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine AngabenDie Kiefel GmbH führt als Obergesellschaft einen Teilkonzern der Kiefel Verwaltungs GmbH, Siegsdorf. Oberstes Mutterunternehmen ist die Brückner Verwaltungsgesellschaft mbH, Siegsdorf. Der Jahresabschluss und der Lagebericht zum 31. Dezember 2010 der Kiefel GmbH werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Aufstellung des Jahresabschlusses der Kiefel GmbH erfolgt nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der Umstellung auf das BilMoG. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Die Pauschalwertberichtigung für Forderungen wurde aufgrund der Betriebsprüfung im Jahr 2010 von 3,6% auf 2,6% reduziert. Dieser Effekt führt zu einer Minderung der Pauschalwertberichtigung von T€ 74. Die restlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Wahlrechte wurden unverändert zum Vorjahr beibehalten. Änderungen die sich durch das BilMoG ergaben wurden berücksichtigt und sind im Anhang detailliert aufgeführt; Vorjahreszahlen wurden insoweit nach Art. 67 Abs. 8 EGHGB nicht angepasst. Entgeltlich erworbene i m m aterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßigen, linearen Abschreibungen aktiviert. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit es abnutzbar ist, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Bemessung der Abschreibung erfolgt auf Basis des tatsächlichen Nutzungsverlaufes. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis einschließlich € 150 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Anlagenzugänge, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als € 150, aber weniger als € 1.000 betragen, werden über 5 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer für Mess- und Prüfgeräte wurde aufgrund der im Rahmen der Betriebsprüfung durchgeführten Analysen im Jahr 2010 von 5 auf 6 Jahre erhöht. Dies ergibt eine Minderung der Abschreibung in Höhe von T€ 5. Die Anteile an verbundenen Unternehmen des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Die erworbenen Vorräte werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die selbsterstellten Vorräte (unfertige und fertige Erzeugnisse) sind zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. In den Herstellungskosten sind neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf den Fertigungsprozess entfallende Material- und Fertigungsgemeinkosten und Abschreibungen enthalten. Daneben sind Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie die freiwilligen sozialen Aufwendungen berücksichtigt. Fremdkapitalkosten wurden bei der Bewertung nicht angesetzt. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständewerden zu Nennwerten angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche und niedrig verzinsliche Forderungen werden auf den Barwert abgezinst. Die liquiden Mittel sind zum Nominalwert bilanziert. Die Rückstellungen für Pensionen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis der "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck angesetzt. Bisher erfolgte die Bewertung nach dem steuerlichen Teilwertverfahren entsprechend den Grundsätzen des § 6a EStG. Abweichend vom maßgeblichen steuerrechtlichen Zinssatz in Höhe von 6% wurde in der Handelsbilanz zum 31.12.2009 für die Diskontierung ein Zinssatz von 5% zu Grunde gelegt. Durch die Neubewertung der Rückstellung für Pensionen nach BilMoG ergibt sich zum 01.01.2010 ein höherer Anfangsbestand der Rückstellung als zum 31.12.2009 von T€ 100. Die Rückstellung wurde mit der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit) und einem Zinssatz von 5,25% berechnet. Die Bewertung erfolgte nach § 253 Abs. 2 HGB. Es wird eine pauschale Restlaufzeit der Verpflichtung von 15 Jahren angenommen. Außerdem wurde eine erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung und ein Rententrend von je 2% berücksichtigt. Vom Verteilungswahlrecht des Art. 67 Abs. 1 EGHGB wurde kein Gebrauch gemacht. Die Veränderung wird in der GuV als außerordentlicher Aufwand ausgewiesen. Die Bewertung zum 31.12.2010 erfolgt unter Anwendung der gleichen Methoden wie zum 01.01.2010. Es wird ein Zinssatz von 5,15% zu Grunde gelegt. Im Übrigen bleiben die Bewertungsgrundlagen gegenüber dem 01.01.2010 unverändert. Bei der Rückstellung für Altersteilzeit kommt das Blockmodell zur Anwendung. Die in der Rückstellung enthaltenen Aufstockungsbeträge stellen nach ihrem wirtschaftlichen Charakter eine eigenständige Abfindungsverpflichtung (termination benefits) dar und sind nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB passiviert. Durch die Neubewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit nach BilMoG ergibt sich zum 01.01.2010 ein höherer Anfangsbestand der Rückstellung als zum 31.12.2009 von T€ 217. Die Veränderung wird in der GuV als außerordentlicher Aufwand ausgewiesen. Zur Absicherung der Altersteilzeitverpflichtung besteht eine Rückdeckungsversicherung bei der Allianz. Der Zeitwert zum 31.12.2010 in Höhe von T€ 465 entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten und wurde gem. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit der Rückstellung für den Erfüllungsrückstand der Altersteilzeit in Höhe von T€ 456 verrechnet. Hieraus ergibt sich ein nach Maßgabe des § 266 Abs. 2 E. HGB gesondert ausgewiesener aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von T€ 9. Die Erträge aus der Rückdeckungsversicherung in Höhe von T€ 2 wurden mit dem Zinsanteil der Rückstellungszuführung in Höhe von T€ 32 saldiert. Durch die Neubewertung der Jubiläumsrückstellung nach BilMoG ergibt sich zum 01.01.2010 ein geringerer Anfangsbestand der Rückstellung als zum 31.12.2009 von T€ 21. Die Veränderung wird unter den Gewinnrücklagen bilanziert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in angemessener Höhe. Die Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag passiviert. WährungsumrechnungForderungen, Bankguthaben und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr werden zum Bilanzstichtag sowohl unrealisierte Kursverluste als auch Kursgewinne erfolgswirksam erfasst. Kursgewinne bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit über einem Jahr werden nicht vereinnahmt. Bei Deckung durch Termingeschäfte erfolgt die Bewertung zum Terminkurs. BewertungseinheitenMaschinenverkäufe an die Kiefel Technologies Inc. (KTI) werden ab dem Geschäftsjahr 2010 in USD abgewickelt. Die erwarteten Zahlungen werden durch Devisentermingeschäfte gesichert. In der Berichtsperiode wurden zwei USD-Werklieferungsverträge mit der KTI abgeschlossen. Die vereinbarte Gegenleistung beträgt TUSD 612 bzw. TUSD 1.480. Die Gegenleistung wird sukzessive mit Leistungserbringung bis zum 26. April 2011 bzw. 8. November 2011 zur Zahlung fällig. Für die erste Werkslieferung hat KTI zum 31.12.2010 bereits eine Anzahlung von TUSD 184 an die Kiefel GmbH geleistet. Zur Absicherung der hiermit verbundenen und noch offenen Währungsrisiken wurden im Rahmen von Forward Contracts TUSD 428 bzw. TUSD 1.480 entsprechend der Zahlungsfälligkeiten auf Termin verkauft (Micro-Hedge). Mithin bilden Grund- und Sicherungsgeschäft eine Bewertungseinheit im Sinne von § 254 HGB. Zum Bilanzstichtag entstandene Gewinne (T€ 23) bzw. Verluste (T€ 8) aus den abgeschlossenen Sicherungsgeschäften, waren aufgrund der gebildeten Bewertungseinheiten nicht erfolgswirksam abzubilden. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögenDie Entwicklung der Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2010 ist nachfolgend in der Anlage zum Anhang dargestellt. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenVon den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 7.411 haben T€ 602 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Hierbei handelt es sich um die Forderung aus dem Verkauf des Fertigungsbereiches Zerspannung sowie um Maschinen- und Materialverkäufen an die Firma Stadelberger. Diese Forderung wird mit 4,5% verzinst. Forderungen gegenüber verbundenen UnternehmenEs bestehen Forderungen aus Gewinnanteilen in Höhe von T€ 440 gegen die Kiefel Verwaltungsgesellschaft & Co. Hochfrequenz KG. Gegenüber dem Gesellschafter, der Kiefel Verwaltungs GmbH, Siegsdorf besteht eine Darlehensforderung von T€ 8.164 mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Hierin enthalten ist die Verlustabführung in Höhe von T€ 2.213 aus dem Jahr 2009. Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen mit T€ 1.845 aus Lieferungen und Leistungen. Sonstige VermögensgegenständeDie sonstigen Vermögensgegenstände betragen T€ 3.520. Hierin enthalten sind Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von T€ 625. Es handelt sich dabei um den Anspruch aus dem Körperschaftsteuerguthaben gemäß § 37 KStG. Das Körperschaftssteuerguthaben ist auf den Barwert diskontiert. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz von 4,5%. Liquide MittelDie liquiden Mittel umfassen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten. BilanzgewinnMit der Kiefel Verwaltungs GmbH, Siegsdorf, wurde am 5. März 2007 ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Für das Geschäftsjahr 2010 ist ein Jahresüberschuss in Höhe von T€ 1.947 abzuführen. RückstellungenSonstige Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten der Gesellschaft gebildet. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 8.274 betreffen im Wesentlichen Gewährleistungen (T€ 2.803), Personal (T€ 4.269) und ausstehende Rechnungen (T€ 889). Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfassen die künftigen Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Arbeits- und in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten haben ausnahmslos eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Als Sicherheiten bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie einige Bankbürgschaften für erhaltene Anzahlungen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen mit T€ 8.874. Hierin enthalten ist eine Darlehensverbindlichkeit gegenüber der Brückner Technologie Holding in Höhe von T€ 4.000 und die Verbindlichkeit gegenüber der Kiefel Verwaltungs GmbH für die Gewinnabführung von 1.947. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von T€ 2.927. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöseDie Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
Im Geschäftsbereich Verpackung wurden Umsatzerlöse in Höhe von T€ 31.386, im Geschäftsbereich Automobil von T€ 5.590 und Medizin von T€ 17.657 erzielt. Sonstige Umsätze sind in Höhe von T€ 7.947 enthalten. Periodenfremde und neutrale Erträge und AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Erträgen von T€ 1.299 sind Erlöse aus dem Verkauf von Maschinen und Werkzeugen der Fertigung an die Fa. Stadlberger von T€ 522, der Auflösung von Einzelwertberichtigungen von T€ 476, aus der Auflösung von Rückstellungen von T€ 86 und aus ausgebuchten Forderungen von T€ 59 enthalten. Der außerordentliche Aufwand in Höhe von T€ 317 ergibt sich aus der Umstellung der Pensions- und Altersteilzeitrückstellung zum 01.01.2010 auf BilMoG. ZinsaufwendungenIn den Zinsaufwendungen sind Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 91 enthalten. Steuern vom Einkommen und ErtragDas Ergebnis wird von Ertragssteuern in Höhe von T€ 15 belastet. Sonstige AngabenSonstige finanzielle VerpflichtungenEs handelt sich um folgende zum Stichtag verbleibende Gesamtverpflichtungen aus Leasingverträgen:
Die Miete für die Betriebsgebäude beträgt T€ 688 p.a. Das Mietverhältnis besteht gegenüber verbundenen Unternehmen. Ab dem Jahr 2011 erhöht sich die Miete auf T€ 1.200 p.a. und hat eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren. Darüber hinaus bestehen Abnahmeverpflichtungen in Höhe von T€ 6.595 gegenüber der Firma Stadelberger Maschinenbau GmbH, Tacherting. Anteilsbesitz
Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)Durchschnittlich wurden im Geschäftsjahr 2010 bei der Fa. Kiefel 335 Arbeitnehmer beschäftigt. Auszubildende werden hierbei nicht berücksichtigt. Im Vorjahr wurden ohne Auszubildende durchschnittlich 386 Mitarbeiter beschäftigt. Angaben zum MutterunternehmenDie Gesellschaft wird in den Teilkonzernabschluss der Brückner Technology Holding GmbH, Siegsdorf (BTH) einbezogen. Der Teilkonzernabschluss der BTH wird in den Konzernabschluss der Brückner Verwaltungsgesellschaft mbH, Siegsdorf (BVG) einbezogen. Der Teilkonzernabschluss der BTH und der Konzernabschluss der BVG werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Gemäß § 291 HGB stellt die Gesellschaft keinen Konzernabschluss auf. GeschäftsführungGeschäftsführer sind die Herren
Die in der Konzernumlage enthaltenen Bezüge der Geschäftsführung betrugen im Berichtsjahr T€ 684. Für ehemalige Geschäftsführer sind Pensionsrückstellungen in Gesamthöhe von T€ 322 passiviert.
Freilassing, am 30. März 2011 Die Geschäftsführung der Kiefel GmbH Thomas J. Halletz Peter Eisl Entwicklung des Anlagevermögens
Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Kiefel GmbH, Freilassing, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführer der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführer sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 30. März 2011 PricewaterhouseCoopers
Karlheinz Gohel, Wirtschaftsprüfer Andreas Fell, Wirtschaftsprüfer |
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