SDA SE Open Industry Solutions

Gerhofstraße 1, 20354 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 144213
Eingetragen
13.12.2016
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Die Entwicklung, der Betrieb und Vertrieb von Software für den Aufbau und die Nutzung der Service Dominierten Architektur und die Entwicklung, der Betrieb und Vertrieb von sonstigen Softwarelösungen sowie damit verbundene Beratungsleistungen. Ferner das Erbringen von Beratungs- und Servicedienstleistungen im IT-Bereich für Versicherungsunternehmen, Industriekunden und sonstige Kunden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Danijela Stojkovic
seit 4.5.2023
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SDA SE Open Industry Solutions

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

SDA SE Open Industry Solutions

I. Grundlagen der Unternehmenstätigkeit

1. Geschäftstätigkeit

Die Service Dominierte Architektur - sie ist Namensgeber und Alleinstellungsmerkmal der SDA SE, wissenschaftlich fundiert und dient als Bauplan für die Entwicklung der SDA Plattform sowie weiterer Produkte und Lösungen. Mit den umfassenden Fähigkeiten der Plattform und ihrem kontinuierlichen Ausbau wird die digitale Transformation u.a. in der Finanz- und Versicherungsbranche gestaltet. Ein modulares Baukastensystem steht den Kunden und ihren individuellen Bedürfnissen zur Verfügung. Die SDA Plattform ist in den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Insurance im Einsatz.

Die SDA SE Open Industry Solutions ist ein Joint Venture von SIGNAL IDUNA, msg, Allianz X, Debeka und HUK-COBURG. Durch das Wissen und die Kreativität der Mitarbeitenden werden servicedominierte Kundenerlebnisse für alle Branchen ermöglicht. Durch stetiges Lernen - auch mit Hilfe von Endkunden als Co-Creatoren - werden die Lösungen beständig weiterentwickelt.

2. Struktur und Steuerung

Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2023 durch drei Vorstände geführt.

Christina Paschali-Haas trug bis März 2023 als Chief Financial Officer die Verantwortung für die Geschäftsbereiche Finanzen und Recht.

Carsten-H. Oldemeier gestaltete als COO und Interim-CEO bis September 2023 die strategische Weiterentwicklung der SDA SE und war zudem verantwortlich für den Geschäftsbereich Personal.

Marco Ziegler ist als Chief Sales Officer verantwortlich für die Geschäftsbereiche Business Development, Sales und Marketing, sowie auch die Betriebsorganisation. Seit dem 1. März 2024 verantwortet er die Bereiche Projekte, SDA-Servicekatalog und Sales und Marketing.

Steffen Heilmann ist seit dem 1. März 2024 Chief Executive Officer und verantwortlich für die Geschäftsbereiche Strategie, Produkte, Technologie, Finanzen, Recht und Personal.

Das Unternehmen wird vom Aufsichtsrat kontrolliert und beraten. Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Personen, darunter Prof. Dr. Markus Warg als Vorsitzender und Daniela Rode als stellvertretende Vorsitzende. Weitere Mitglieder sind Carsten Middendorf, Daniel Thomas, Dr. Normann Pankratz und Dr. Jürgen Zehetmaier.

Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung. Die Mitglieder bringen ihre Erfahrung und ihr Fachwissen ein, um sicherzustellen, dass das Unternehmen auf Kurs bleibt und erfolgreich ist.

3. Markt und Wettbewerb

Große, internationale Software- und Beratungsfirmen haben heute, ebenso wie Ihre Kunden, die Herausforderung der digitalen Transformation zu meistern. Deren Know-how ist zudem meist eher auf proprietäre Enterprise-Produkte beschränkt, was z. T. daran liegt, dass diese Häuser auch als Vertriebspartner proprietärer Anbieter fungieren. Hingegen ist heute Know-how im Bereich Open Source, Cloud/Verteilte Systeme und Microservices wichtig und gefragt. Die Projekte sind heute zudem kleiner, dafür aber dynamischer. Leistung ist hier leichter und schneller messbar. Digital-Agenturen kommen nicht aus der Technik, sondern aus dem Branding und dem Design. Gerade aber die Entwicklung großer, verteilter Cloud-Systeme erfordert eine sehr tiefe und breite technische Expertise. Ebenfalls müssen neue technologische Entwicklungen (z. B. Machine Learning) berücksichtigt werden. Da Software in Zukunft eine der wichtigsten Bestandteile eines jeden Geschäftsmodells sein wird, sind Software-Engineers weiterhin sehr stark gefragt.

Der Ansatz der SDA SE Open Industry Solutions ist dabei am Nutzen der Kunden orientiert. Die Service Dominierte Architektur (SDA) ermöglicht als Bauplan auf Plattformen sowohl den Prozess der gemeinsamen (kooperativen, co-kreativen) Erstellung von Wertversprechen als auch deren Anwendung, um in Echtzeit Gebrauchsnutzen zu generieren. Wie können Partner angebunden werden? Wie werden eigene Fähigkeiten eingebracht? Wie erhält der Kunde im Zuge der Interaktion unmittelbaren Nutzen? Diese und weitere Fragen löst die Service Dominierte Architektur mit ihren 5 Service Systemen. Dem SDA-Bauplan folgend werden Produkte und Lösungen als IT-Systeme entwickelt, bei denen Services als zentrale Elemente betrachtet werden. Ein Service ist dabei eine abstrakte Funktionseinheit, die über ein Netzwerk zugänglich ist und bestimmte Aufgaben erfüllt. Diese Aufgaben können beispielsweise die Abfrage von Daten oder die Durchführung von Transaktionen sein. Die Service Dominierte Architektur ermöglicht es, dass diese Services flexibel kombiniert und wiederverwendet werden können, um neue Produkte, Lösungen und schrittweise auch Plattformen zu erstellen. Dabei werden die Services über standardisierte Schnittstellen miteinander verbunden und können von verschiedenen Anwendungen genutzt werden. Der Vorteil liegt darin, dass aus fachlicher Sicht Kooperationen ermöglicht werden und aus technischer Sicht die Wiederverwendbarkeit von Komponenten gefördert, die Integration von verschiedenen Systemen erleichtert und somit die Flexibilität und Skalierbarkeit von IT-Systemen verbessert wird.

II. Wirtschaftsbericht

1. Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Ausgehend von den Ergebnissen der im Jahr 2022 beauftragten SWOT-Analyse wurde im Geschäftsjahr 2023 mit Unterstützung einer Unternehmensberatung an der nachhaltigen Refokussierung des Geschäftsmodells der SDA SE gearbeitet. Nachdem die SDA SE bewiesen hat, dass die SDA Plattform "läuft" und funktioniert, soll mit der Re-Fokussierungsstrategie die Marktfähigkeit verbessert werden. Hierzu wurden Produkte definiert, mit denen der Marktzugang verbessert werden soll. Zielsetzung hierbei ist es diese Produkte beim Kunden "spitz" zu etablieren und dann mit weiteren SDA SE Produkten in Richtung Plattform zu expandieren; daher wird dieser Ansatz auch als "land and expand" bezeichnet. Neben den Geschäftsbereichen "Produkt" und "Servicekatalog", soll nun der Bereich "Projekte" den Produktvertrieb unterstützen und positive Umsatz- und Ergebnisbeiträge liefern.

Der Geschäftsverlauf 2023 ist insbesondere geprägt durch die Kündigung von Produktverträgen und dem Auslaufen von Projektverträgen sowie erhöhten Aufwendungen in den Bereichen Personal und Rechts- und Beratungskosten, die im Rahmen der Refokussierung der SDA SE anfielen.

Dies führte zu einem Anstieg des Jahresfehlbetrags auf 6,1 Mio. € (Vorjahr Jahresfehlbetrag 3,2 Mio. €). Der im Vorjahreslagebericht prognostizierte Fehlbetrag für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe 4,1 Mio. € wurde deutlich verfehlt. Die Abweichung zum Plan ist umsatzseitig insbesondere auf fehlendes Neugeschäft und aufwandsseitig auf erhöhte Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refokussierung der SDA SE zurückzuführen.

2. Ertragslage

Die Umsätze gingen im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Mio. € (oder 21 %) auf 5,7 Mio. € zurück. Die Umsatzrückgänge resultieren im Wesentlichen aus der Kündigung von Produktverträgen sowie dem Auslaufen eines Plattform-Dienstleistungsvertrags. Der Umsatzrückgang überkompensierte Umsatzerhöhungen im Zusammenhang mit der Akquise neuer Kunden.

Bedingt durch den geringeren Einsatz von externen Entwicklern und sonstigen Fremdleistungen, sank der Materialaufwand auf 1,1 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €).

Die Personalaufwendungen stiegen um 1,7 Mio. € auf 7,8 Mio. € an. Dies resultiert insbesondere aus der Erhöhung der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl sowie erhöhten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refokussierung der Gesellschaft.

Getrieben durch erhöhte Rechts- und Beratungskosten im Rahmen der Refokussierung der SDA SE sowie erhöhte Aufwendungen für die Personalbeschaffung stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 52 % auf 3,5 Mio. € an.

Durch aktives Liquiditätsmanagement konnten im Geschäftsjahr 2023 erstmalig Zinserträge in Höhe von 0,2 Mio. € erzielt werden.

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der SDA SE beläuft sich per 31. Dezember 2023 auf 9,2 Mio. €. Die Aktiva sind geprägt durch das Umlaufvermögen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Bilanzsumme um 5,0 Mio. €. Das Eigenkapital sank um 6,1 Mio. € (oder 57 %) und führte zu einem Rückgang der Eigenkapitalquote auf 50 % (Vorjahr 75 %).

Zum Bilanzstichtag verfügt die SDA SE über flüssige Mittel in Höhe von 7,7 Mio. €. Die Gesellschaft kam im gesamten Geschäftsjahr 2023 ihren Zahlungsverpflichtungen nach. 

4. Finanzlage

Insbesondere der negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit führte zu einem Rückgang des Finanzmittelfonds.

III. Risiko- und Chancenbericht

1. Risiken

- Branchenspezifische Risiken

Das Hauptrisiko besteht darin, dass die digitale Transformation der Versicherungsindustrie in Europa zu langsam vorangeht und die entwickelten Produkte der SDA SE von bestehenden Kunden und potenziellen Neukunden nicht im ausreichenden Maße nachgefragt werden. Darüber hinaus könnte die SDA SE auf Veränderungen im Markt oder in der Technik nicht schnell genug reagieren, sodass bestehende Verträge gekündigt werden. Weiterhin bestehen Risiken im Hinblick auf die Verletzung von Datenschutzrichtlinien sowie das Anbieten fehlerhafter Software (z.B. Schadsoftware oder Sicherheitsschwachstellen).

- Operative Risiken

Die Mitarbeiterfluktuation stellt ein relevantes Risiko für die Geschäftstätigkeit der SDA SE dar, insbesondere für die Liefer- und Leistungsfähigkeit im Bereich des Projektbereichs. Um der Mitarbeiterfluktuation entgegenzuwirken, wurden diverse kultur- und bindungsfördernde Maßnahmen wie z.B. regelmäßige Feedbackumfragen sowie Veranstaltungen im Büro (Breakfast-Updates, Pizza-Updates sowie Board Game Nights) veranstaltet.

- Ertragsrisiken und finanzwirtschaftliche Risiken

Die Mehrjahresplanung aus dem Dezember 2023 ging von Projektumsätzen für 2024 in Höhe von 6,0 Mio. € aus und schloss mit einem Jahresergebnis von 0,0 Mio. €. Aufgrund von Verzögerungen bei der Kontrahierung von Projektverträgen, wurden die Projektumsätze im Zuge der zweiten Hochrechnung für das Geschäftsjahr 2024 auf 1,7 Mio. € adjustiert. Die Realisierung von geplanten Projektumsätzen stellt ein Risiko mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Um dem Risiko entgegenzuwirken hat die Gesellschaft im Zuge der Refokussierung erste Maßnahmen zur Kostensenkung angestoßen umgesetzt und setzt weitere Maßnahmen kontinuierlich um. Mittelfristig sind jedoch Kapitalmaßnahmen notwendig, um die Liquidität der Gesellschaft zu stützen.

Zur Risikosteuerung hat die SDA SE diverse Maßnahmen ergriffen, um diese Risiken zu senken. Insbesondere gibt es ein Frühwarnsystem im Rahmen des Kontrollumfeldes. Teil dieses Frühwarnsystems ist unter anderem eine aktive Überwachung der Liquidität mit entsprechenden frühzeitigen Eingriffsmöglichkeiten. Dazu kommen interne und externe Audits wie ISO 27001, sowie laufende Schulungen der Mitarbeiter:Innen der SDA SE. Dienstleister werden ebenso in der Auswahl auf eine Einhaltung dieser hohen Sicherheitsstandards geprüft und während der Zusammenarbeit auditiert.

2. Chancen

Die SDA SE hat sich auf die Entwicklung von Software für Plattformen und Ökosysteme fokussiert und darin eine große Expertise und Innovationskraft sowie erstklassige Referenzen im deutschen Versicherungsmarkt aufgebaut. Mit dem exponentiellen Wachstum der Digitalisierung befindet sich die SDA SE in einer der tragenden und wachstumsstärksten Branchen überhaupt. Über die geplanten Ergebnisse hinaus besteht durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren namenhaften Partnern stets die Chance, zusätzliche Umsätze über Vertriebskooperationen zu generieren.

IV. Prognosebericht - voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Basierend auf der zweiten Hochrechnung für das Geschäftsjahr 2024 geht die SDA SE von rückläufigen Umsätzen (exklusive der Umsätze aus Vermietungstätigkeit) in Höhe von 4,5 Mio. € aus. Unter Berücksichtigung sinkender Kosten im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 geht die SDA SE für 2024 von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,1 Mio. € aus. Für das Jahr 2024 wurde ein Shareholder-Commitment durch die Eigentümer vereinbart. Dieses sieht vor, dass die notwendigen Umsätze durch die Aktionäre erbracht werden.

Ab dem Geschäftsjahr 2025 erwartet die Gesellschaft steigende Umsätze durch Projekt und Produktgeschäfte.

 

Hamburg, den 28. 03. 2024

Marco Ziegler

Steffen Heilmann

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss, der hier aufgrund der Inanspruchnahme von Erleichterungen nur teilweise offengelegt wird.

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 273.176,72 326.438,72
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 488,72 488,72
II. Sachanlagen 272.688,00 325.950,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 272.688,00 325.950,00
B. Umlaufvermögen 8.589.030,72 13.601.094,75
I. Vorräte -59.376,56 -72.393,32
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 203.348,88 203.348,88
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 926.915,69 1.196.378,90
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 7.721.491,59 12.477.109,17
C. Rechnungsabgrenzungsposten 94.592,48 68.368,84
Aktiva 8.956.799,92 13.995.902,31

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 4.641.229,18 10.744.006,78
I. Gezeichnetes Kapital 287.619,00 287.619,00
II. Kapitalrücklage 19.759.907,92 19.759.907,92
III. Gewinnrücklagen 22.857,20 22.857,20
IV. Verlustvortrag 9.326.377,34 6.127.751,03
V. Jahresfehlbetrag 6.102.777,60 3.198.626,31
B. Rückstellungen 1.833.945,25 1.086.774,75
C. Verbindlichkeiten 884.642,07 1.290.120,78
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.259,85 329,62
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 4.259,85 329,62
2. sonstige Verbindlichkeiten 880.382,22 1.289.791,16
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 880.382,22 1.289.791,16
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.596.983,42 875.000,00
Passiva 8.956.799,92 13.995.902,31

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 5.163.279,31 5.545.580,75
2. Personalaufwand 7.807.666,82 6.082.408,64
a) Löhne und Gehälter 6.648.523,92 5.277.475,18
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.159.142,90 804.933,46
davon für Altersversorgung 32.197,55 24.481,88
3. Abschreibungen 112.142,25 114.325,74
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 112.142,25 114.325,74
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.509.151,26 2.332.759,07
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 1.749,59 3.162,05
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 163.357,60 24.000,00
6. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 200.000,00
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen 200.000,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 38.378,26
8. Ergebnis nach Steuern -6.102.323,42 -3.198.290,96
9. sonstige Steuern 454,18 335,35
10. Jahresfehlbetrag 6.102.777,60 3.198.626,31

Anhang

Allgemeine Angaben

Die SDA SE Open Industry Solutions hat ihren Sitz in Hamburg und wird beim Registergericht Hamburg unter der Handelsregisternummer 144213 geführt.

Der Jahresabschluss der SDA SE Open Industry Solutions wurde auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des Aktiengesetzes zu beachten.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind entsprechend den §§ 266 und 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren) gegliedert.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wird vom Grundsatz der Unternehmensfortführung gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB ausgegangen.

Die Gesellschaft wird nach der vorliegenden Unternehmensplanung noch bis einschließlich 2026 negative Jahresergebnisse erzielen. Die notwendige Liquidität ist nach den Planungen bis Frühjahr 2025 gegeben, so dass für die anschließenden Zeiträume weitere Kapitalmaßnahmen durch die Gesellschafter notwendig werden. Nach den bisherigen Gesprächen mit den Gesellschaftern wird davon ausgegangen, dass die notwendige Kapitalerhöhung zeitnah erfolgen wird.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Aktiva

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Der planmäßigen Abschreibung liegen bei Sachanlagegütern Nutzungsdauern zwischen 3 und 13 Jahren zugrunde.

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu 800 EUR wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten unter 250 EUR wurden im Zugangsjahr in voller Höhe als Betriebsausgabe erfasst.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt.

Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt worden, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Passiva

Das Eigenkapital wurde zum Nennwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig und nicht besichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 169,12 TEUR (Vorjahr: 732,34 TEUR) enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern von 110,91 TEUR (Vorjahr: 542,08 TEUR) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit von 27,88 TEUR (Vorjahr: 25,73 TEUR).

Als passive Rechnungsabgrenzungposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag angesetzt worden, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagegegenstände im Jahr ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Forderungen gegen Gesellschaftern betragen insgesamt 7,62 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) und sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

Die Forderungen besitzen eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Steuererstattungen in Höhe von 60 TEUR ausgewiesen, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen. Diese betreffen im Folgejahr abziehbare Vorsteuerbeträge in Höhe von 17 TEUR (Vorjahr: 145 TEUR) und gezahlt Kapitalertragsteuer in Höhe von 43 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Die Darstellung des Eigenkapitals erfolgte gem. § 272 HGB unter Berücksichtigung des Aktiengesetztes und des Gesellschaftsvertrags.

Das Grundkapital besteht aus 287.619 auf den Namen lautende Stückaktien zum Ausgabebetrag von 1,00 EUR (entspricht dem rechnerischen Wert) je Aktie gegen Bareinlage.

Die freie Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB beträgt 19.759.907,92 EUR.

Die Gewinnrücklagen sind unverändert zum Vorjahr und umfassen ausschließlich die gesetzliche Rücklage gem. § 150 Abs. 1 AktG.

Die sonstigen Rückstellungen von 1.834 TEUR (Vorjahr: 1.087 TEUR) betreffen primär mit 170 TEUR (Vorjahr: 195 TEUR) Gewährleistungsrückstellungen, mit 75 TEUR (Vorjahr: 95 TEUR) Urlaubsrückstellungen, mit 277 TEUR (Vorjahr: 251 TEUR) Tantiemen und Prämien, mit 6 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) Berufsgenossenschaftsbeiträge, mit 243 TEUR (Vorjahr: 120 TEUR) ausstehende Rechnungen, mit 0 TEUR (Vorjahr: 104 TEUR) für Virtual Stock Options, mit 412 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) Personalkosten sowie mit 224 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) Rückstellungen für drohende Verluste aus Dauerschuldverhältnissen und Absatzgeschäften.

Sämtliche Verbindlichkeiten besitzen eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 488,72 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 488,72 0,00 0,00
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 827.509,21 58.880,25 411,75
Summe Sachanlagen 827.509,21 58.880,25 411,75
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 400.000,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 400.000,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 1.227.997,93 58.880,25 411,75
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 488,72
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 488,72
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 885.977,71
Summe Sachanlagen 0,00 885.977,71
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 0,00 400.000,00
Summe Finanzanlagen 0,00 400.000,00
Summe Anlagevermögen 0,00 1.286.466,43
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 501.559,21 112.142,25 411,75 0,00 613.289,71
Summe Sachanlagen 501.559,21 112.142,25 411,75 0,00 613.289,71
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 400.000,00 0,00 0,00 0,00 400.000,00
Summe Finanzanlagen 400.000,00 0,00 0,00 0,00 400.000,00
Summe Anlagevermögen 901.559,21 112.142,25 411,75 0,00 1.013.289,71
Zuschreibung Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 488,72 488,72
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 488,72 488,72
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 272.688,00 325.950,00
Summe Sachanlagen 0,00 272.688,00 325.950,00
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 0,00 273.176,72 326.438,72

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 490 TEUR. Hiervon betreffen 338 TEUR Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und 152 TEUR Gutschriften eines Dienstleisters für das Geschäftsjahr 2022. Weiterhin sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 0,3 TEUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

Im Personalaufwand unter dem Posten soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung werden Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 32 TEUR ausgewiesen. Die Personalaufwendungen enthalten außergewöhnliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refokussierung der Gesellschaft in Höhe von 587 TEUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 189 TEUR. Diese betreffen Abrechnungen eines Dienstleisters betreffend des Geschäftsjahres 2022. Weiterhin sind außergewöhnliche Aufwendungen mit der Refokussierung der Gesellschaft in Höhe von 1.063 TEUR sowie Fremdleistungen in Höhe von 35 TEUR enthalten.

Sonstige Pflichtangaben

Während des Geschäftsjahres wurden durchschnittlich 82 Arbeitnehmer (Vorjahr: 69 Arbeitnehmer) beschäftigt. Bei 9,25 Arbeitnehmern handelt es sich um leitende Angestellte.

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 1.533 TEUR (Vorjahr: 1.944 TEUR) und beinhaltet Mietverpflichtungen (1.150 TEUR) sowie Verpflichtungen aus Leasingverträgen (23 TEUR) mit einer Laufzeit von längstens 3 Jahren.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch Frau Paschali-Haas (bis 30.03.2023), Herrn Marco Ziegler und Herrn Carsten-H. Oldemeier (bis 15.09.2023) geführt.

Bis zur Erstellung des Jahresabschlusses wurde Herr Steffen Heilmann (ab 01.03.2024) zum Vorstand bestellt.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres bestand der Aufsichtsrat aus den folgenden Mitgliedern:

Herr Prof. Dr. Markus Warg, Diplom-Volkswirt (Vorsitzender)

Herr Dr. Christian Bielefeld, Jurist und Vorstandsmitglied SIGNAL IDUNA Gruppe

(stellvertretender Vorsitzender bis 28.02.2023)

Frau Daniela Rode, Diplom-Mathematikerin und Vorständin der SIGNAL IDUNA Gruppe (ab 01.03.2023)

Herr Daniel Thomas, Mitglied des Vorstands der HUK-Coburg

Dr. Jürgen Peter Zehetmaier, Diplom-Kaufmann und Mitglied des Vorstands der msg systems ag

Dr. Normann Pankratz, Diplom-Mathematiker und Vorstandsmitlglied

Herr Carsten Middendorf, Ökonom und Investment Director Allianz X GmbH (bis 04.04.2024)

Herr Patrick Strama, Investment Director Allianz X GmbH (ab 04.04.2024)

Die Gesamtbezüge der tätigen Vorstände belaufen sich für das Berichtsjahr auf 96 TEUR.

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, 28.03.2024

gez. Marco Ziegler

gez. Steffen Heilmann

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 03.09.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

an die SDA SE Open Industry Solutions, Hamburg

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der SDA SE Open Industry Solutions, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SDA SE Open Industry Solutions, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Ausführungen des Vorstands in Abschnitt III.1 des Lageberichts, wonach vor dem Hintergrund der bestehenden und voraussichtlich noch bis einschließlich 2026 andauernden Verlustsituation Kapitalmaßnahmen durch die Gesellschafter zur Sicherstellung der Liquidität notwendig werden. Nach der aktualisierten Unternehmensplanung ist die Liquidität der Gesellschaft noch bis Frühjahr 2025 gegeben. Nach den Reaktionen von Aufsichtsrat und Gesellschaftern wird erwartet, dass die notwendige Kapitalerhöhung rechtzeitig erfolgen wird, so dass nach unserem Urteil keine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellen würde. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts daher nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, den 13. Mai 2024

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