Matrix42 Group GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Niilo Johannes Fredrikson seit 6.5.2024 | Geschäftsführer |
Marc Gregor Dr. Breitfeld seit 18.1.2023 | Geschäftsführer |
Randi Mette Selnes seit 15.3.2021 | Geschäftsführer |
Katja Frau Gogalla seit 15.3.2021 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Neo MidCo S.à r.l. | 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Matrix42 Holding GmbHFrankfurt am MainKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023Inhalt I. Eckdaten zur Matrix42 Group I.1. Geschäftsmodell I.2. Forschung und Entwicklung I.3. Mitarbeiter und Organisation I.4. Kunden und Partner II. Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds, des Marktes und der Branche II.1. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung II.2. Marktlage und Mitbewerber III. Geschäftsverlauf III.1. Überblick III.2. Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf IV. Ertragslage V. Vermögenslage VI. Kapitalstruktur und Liquidität VI.1. Kapitalstruktur VI.2. Liquidität VII. Auftragsbestand VIII. Prognose und Bericht über die Risiken und Chancen VIII.1. Prognose VIII.2. Bericht über die Risiken und Chancen VIII.3. Risikoberichterstattung bezüglich Finanzinstrumenten I. Eckdaten zur Matrix42 Group Die Matrix42 Holding GmbH ("Matrix42" oder "die Gesellschaft") mit Sitz in Frankfurt am Main, Deutschland, ist das Mutterunternehmen aller Konzerngesellschaften ("Matrix42 Group" oder "die Gruppe") und wurde am 15.03.2021 gegründet. Die Matrix42 Holding GmbH hat Tochtergesellschaften in Europa, USA und Australien. Die Zusammensetzung der Matrix42 Group gestaltet sich zum 31.12.2023 wie folgt:
I.1. Geschäftsmodell Die Matrix42 Group stellt innovative Lösungen für digitales Arbeitsplatzmanagement (Digital Workspace Management) bereit. Die Matrix42 GmbH wurde 1992 mit der Kernidee gegründet, Transparenz und Kontrolle über die IT und Geschäftsprozesse von Unternehmen zu bieten. Die Matrix42 Group ist in der Vergangenheit sowohl organisch als auch durch Übernahmen gewachsen. Wichtige Übernahmen der Vergangenheit, die zur Erweiterung des Produktangebots und der geografischen Reichweite der Matrix42 Group beigetragen haben, sind beispielsweise:
Aktuell sei hier nachrichtlich angemerkt, dass die Matrix42 Group im April 2024 das finnische Softwarehaus Efecte Plc übernommen hat. Heute ist die Gruppe in mehr als zehn Ländern vertreten und beschäftigte im Berichtsjahr 2023 im Durchschnitt 360 Mitarbeiter (2022: 399 Mitarbeiter). Dies entspricht einem Rückgang von 39 Mitarbeitern gegenüber dem Vorjahr. Die Matrix42-Plattform, die von etwa 4.500 Kunden weltweit verwendet wird, automatisiert aufgabenkritische IT- und Business-Support-Prozesse, Lizenzen und Cloud-Kostenmanagement sowie damit verbundene Unternehmensabläufe bei gleichzeitiger Schaffung betrieblicher Effizienz und Verbesserung der Mitarbeitererfahrungen. Die Geschäftsleitung bewertet die Geschäftsperformance anhand der folgenden bedeutsamsten Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators - KPIs):
Die KPI-Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2023 und die Prognose für 2024 sind in Abschnitt VIII dieses Berichts dargelegt. I.2. Forschung und Entwicklung Die Entwicklungstätigkeiten der Matrix42 Group wurden im Jahr 2023 von Teams in Deutschland, Österreich, Rumänien und der Ukraine durchgeführt. Anfang 2023 eröffneten wir einen Entwicklungsstandort in Rumänien, der die Entwicklungsaktivitäten in Belarus und in den USA ersetzt. Dabei werden agile Scrum-Entwicklungsmethoden angewandt, die zu einer erhöhten Geschwindigkeit der Produktentwicklung und nachhaltigen Verbesserung der Produktqualität beitragen. Darüber hinaus verringert die Scrum-basierte Entwicklungsmethode, die Teams aus verschiedenen Standorten einbindet, die Abhängigkeit von einzelnen Personen. Im Geschäftsjahr 2023 beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf 19.203 TEUR (Vj.: 16.970 TEUR) (bzw. 28,5% der konsolidierten Umsatzerlöse (Vj.: 29,4%)), was einer Steigerung von 13,2% gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 entspricht. Diese Ausgaben dienen als Basis für neue Produkte und Innovationen und zeugen von unserem starken Fokus auf die Verbesserung bestehender Software-Produkte. Die F&E-Tätigkeiten werden größtenteils von internen Mitarbeitern der Matrix42 Group ausgeübt. Im Geschäftsjahr 2023 machten externe Tätigkeiten 5,6% (Vj.: 6,0%) der F&E-Ausgaben aus. Die Kernaktivitäten im Bereich Entwicklung konzentrierten sich im Geschäftsjahr 2023 auf eine tiefer gehende Integration zwischen dem Enterprise Service Management ("ESM") und dem Simple Desktop Display Manager ("SDDM") von FireScope sowie zusätzliche Application Programming Interface ("API")-Konnektoren zu verschiedenen Anwendungen, die Optimierung der Plattform für Cloud-Umgebungen u.a. mit SQL-Cluster, sowie einer nativen Cloud-Lösung für AI-Anwendungen. Im Jahr 2024 werden sich die F&E-Anstrengungen weiterhin auf die Verbesserung der Cloud-Fähigkeiten der Plattform konzentrieren und die AI-Anwendungen werden weiter ausgebaut. Das Forschungs- und Entwicklungsteam konzentriert sich auf die Bereitstellung einer innovativen Digital Workspace Management Suite. Die Suite vereint vier unterschiedliche Produkte, die auch einzeln erhältlich sind, heute aber hauptsächlich als Komplett-Suite verkauft werden. Die Produkt-Suite der Matrix42 Group oder Digital Workspace Management Suite ("DWS") umfasst die Produkte Unified Endpoint Management ("UEM"), IT Service Management bzw. Enterprise Service Management ("ITSM" bzw. "ESM"), Software Asset Management ("SAM") und Endpoint Security ("ES"). Die Suite zielt auf eine Automatisierung und Digitalisierung zahlreicher Prozesse von IT-Abteilungen, spart Kosten, gewährleistet die Sicherheit sensibler Unternehmensdaten auf allen Plattformen und garantiert Konformität. Dabei können die IT-Mitarbeiter des Kunden alle Geräte, Apps und Services in dieser ganzheitlich integrierten Lösung mit konsistenten Prozessen einfach und sicher verwalten. Die Integration in die bestehende IT-Infrastruktur erfolgt nahtlos. Digital Workspace Management von Matrix42 kann in der Cloud, auf eigenen Servern oder als Hybridmodell betrieben werden. I.3. Mitarbeiter und Organisation Eine wichtige Ressource der Matrix42 Group sind qualifizierte, engagierte und motivierte Mitarbeiter. Die Entwicklung von Mitarbeitern und der Unternehmenskultur haben für die Matrix42 Group eine hohe Priorität. Die Mitarbeiterstrategie der Matrix42 Group ist auf das Anwerben neuer, qualifizierter Talente sowie die Weiterentwicklung und Bindung der bestehenden Mitarbeiter ausgerichtet - in einer Branche, in der ein hoher Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern besteht. Die kontinuierliche Zunahme der Talentdichte und die Bindung von leistungsstarken Mitarbeitern sind wichtig, um das Wachstum und die Internationalisierungsstrategie der Gruppe zu unterstützen. Wir messen den Erfolg bei der Umsetzung unserer Personalstrategie, indem wir regelmäßig die Mitarbeiterzufriedenheit und -engagement messen, den Mitarbeitern Schulungen anbieten und herausragende Leistungen über unser Performance Management System ermitteln und honorieren. Die Anzahl der Vollzeitäquivalente ("VZÄ") auf Basis des Quartalsdurchschnitts, aufgegliedert nach Region, ist nachstehend dargelegt:
Personalbeschaffung Da die Matrix42 Group weiter ein starkes Wachstum plant, kommt der Personalabteilung eine wichtige Unterstützungsfunktion bei der kontinuierlichen Suche und Anstellung von Fachkräften zu. Die Gewinnung talentierter Mitarbeiter erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Matrix42 Group ihre finanziellen Ziele erreicht und ihr Geschäft in positiver Weise weiterentwickelt. Deshalb liegt der Fokus der Personalbeschaffung auf der Entwicklung der Talent-Pipeline und der Einstellung neuer Mitarbeiter. I.4. Kunden und Partner Die Matrix42 Group hat aus Sicht der Geschäftsführung einen loyalen, langjährigen Kundenstamm. Der Kundenstamm ist äußerst diversifiziert und umfasst große Produktionsunternehmen, Stellen der öffentlichen Verwaltung und kleine Unternehmen im Dienstleistungssektor. Die Gruppe rechnet für die kommenden Jahre weiterhin mit einem Up- und Cross-Selling an ihren bestehenden Kundenstamm, da viele Kunden bislang nur einzelne Produkte aus dem Produktportfolio der Matrix42 Group nutzen. Aus Managementperspektive profitieren die Kunden der Matrix Group von deren Produkten durch eine hohe Transparenz und Benutzerfreundlichkeit bei der Verwaltung von IT-Infrastruktur, Arbeitsplätzen, Systemen und Services. Diese Vorteile werden durch die Entwicklung des Matrix42 Marketplace ergänzt, der es Kunden ermöglicht, zusätzliche Systeme und Lösungen, die teilweise von Partnern entwickelt werden, zu integrieren. Die Matrix42 Group arbeitet mit zahlreichen Partnern, die die Produkte der Matrix42 Group vertreiben und/oder Dienstleistungen zur Implementierung der Matrix42-Produkte anbieten. Dabei wird zwischen Partnern, die auf die von der Matrix42 Group bereitgestellten Produkte und Dienstleistungen spezialisiert sind, und Systemintegratoren, die die Produkte der Gruppe im Rahmen ihrer Projekte zur Arbeitsplatzmodernisierung und zum Servicemanagement nutzen, unterschieden. Die Relevanz der Partnerökosysteme hat in den vergangenen Jahren zugenommen, und wir beabsichtigen, unsere Beziehungen zu den Partnern in Zukunft weiter zu stärken. Um den anhaltenden Erfolg des Partnernetzwerks sicherzustellen, bietet die Matrix42 Group regelmäßige Schulungen und Zertifizierungen an. Die Gruppe stellt derzeit alle Produkte von unbefristeten Lizenzen auf sogenannte Subscription-Lizenzen um und bietet Kunden die Bereitstellung in einer Cloud-Infrastruktur an. Diese Umstellung soll Mehrwert für den Kunden schaffen, indem die Bereitstellung regelmäßiger Produkterweiterungen sowie die Leichtgängigkeit der Software verbessert werden. Die Cloud-Delivery-Instanz ermöglicht es den Kunden zudem, einen der vielen Out-of-the-box-Konnektoren von Matrix42 zu Azure, AWS und Google Cloud zu konfigurieren. Die Konnektoren importieren automatisch und kontinuierlich alle Software-Pakete, Cloud-Ressourcen einschließlich ihres Verbrauchs, Geräte und ihre Speicherinhalte. II. Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds, des Marktes und der Branche II.1. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Das deutsche BIP ist in realen Beträgen um 6,3% (Vj. 1,9%) auf 4.122 Mrd. EUR (Vj. 3.877 Mrd. EUR) im Jahr 2023 gestiegen 1. Das BIP der Eurozone ist in 2023, wie im Vorjahr, stärker gewachsen als in Deutschland (+6,6% / Vj. +3,5%) 2. Seit 2022 hat die Europäische Zentralbank ("EZB"), den Leitzins schrittweise bis auf 4,5% im September 2023 angehoben, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Als Reaktion auf die inzwischen gesunkene Inflationsrate von 2,4% im Mai 2024 (Gesamtjahr 2023: 5,9%) hat die EZB den Leitzins, nach einer seit 2022 andauernden Phase steigender Zinsen, erstmals wieder gesenkt, auf nun 4,25%. 3. Die US-Notenbank hat bis Juli 2023 die Leitzinsen auf 5,5% erhöht. Das Vertrauen der Verbraucher ist nach wie vor durch das von hoher Inflation geprägte Umfeld und den anhaltenden Krieg in der Ukraine belastet, was sich am monatlichen GfK-Konsumklimaindex ablesen lässt. Diese Umfrage lieferte für Mai 2024 ein Ergebnis von -24 Punkten und damit eine deutliche Erholung gegenüber 2022 (Dezember: -40,1 Punkte), ist aber immer noch negativ 4 , was sich in einem schwachen Wirtschaftswachstum in der gesamten Eurozone widerspiegelt. Entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung verzeichnet Bitkom ein anhaltendes Wachstum am deutschen IT-Software-Markt mit einem jährlichen Marktvolumen von 37,9 Mrd. EUR im Jahr 2022,42,5 Mrd. EUR im Jahr 2023 und einem erwarteten Wachstum von knapp 9,6% auf 46,6 Mrd. EUR im Jahr 2024 5. Angesichts der deutlichen und anhaltenden Entwicklungen in Richtung Digitalisierung und Remote Working sowie der zunehmenden Bedeutung der Cybersicherheit geht die Geschäftsführung davon aus, dass der IT-Software-Markt auch weiterhin das BIP-Wachstum in Deutschland deutlich übertreffen wird, was dem Geschäftsmodell der Gruppe in ihrem Hauptmarkt zugutekommt. 1 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/Tabellen/bip-bubbles.html 2 https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Basistabelle/Wirtschaft-Finanzen.html 3 https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/key_ecb_interest_rates/html/index.en.html 4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2425/umfrage/gfk-konsumklima-index/ 5 https://www.bitkom.org/Marktdaten/ITK-Konjunktur/ITK-Markt-Deutschland II.2. Marktlage und Mitbewerber Die Matrix42 Group ist am Markt für Enterprise Service Management ("ESM") tätig, wobei die Märkte für IT Service Management ("ITSM") und Software Asset Management ("SAM") Teilmärkte des ESM darstellen. ESM ist die Erweiterung der ITSM-Prinzipien, um Prozesse nicht nur in der IT, sondern auch in HR, Legal, Facility Management, Marketing oder Finance zu automatisieren. Das Research-Unternehmen Gartner hat die Größe von zwei Schlüsselmärkten untersucht, in denen die Gruppe tätig ist: IT Service Management ("ITSM") und IT Asset Management ("ITAM"). Das globale Marktvolumen von ITSM beträgt 8,3 Mrd. USD im Jahr 2023 (Vj.: 7,1 Mrd. USD) und wächst jährlich mit 16,8%. Der kleinere ITAM-Markt generierte in 2023 2,0 Mrd. USD (Vj.: 1,7 Mrd. USD) mit einer jährlichen Wachstumsrate von 17% 6. Das renommierte Marktforschungsunternehmen Forrester hat den ESM-Markt (Enterprise Service Management, eine breiter gefasste Definition des Marktes, die ITSM und SAM einschließt) bewertet und geht von einem globalen Marktvolumen von 10 Mrd. USD in 2022 aus, das durch zusätzliche Anwendungsfälle auf 30 Mrd. USD steigen kann. 7 Trotz der nach wie vor gedrückten Wirtschaftslage in Europa zeigt die Studie, dass die Matrix42 Group in attraktiven Märkten tätig ist, die in absehbarer Zukunft weiter erheblich wachsen können. Die wichtigsten Mitbewerber der Matrix42 Group sind ServiceNow, Freshworks, Ivanti und EasyVista. ServiceNow bedient primär Large-Cap-Kunden mit mehr als 10.000 Nutzern, während Freshworks hauptsächlich Small-Cap-Kunden mit bis zu 500 Nutzern bedient, allerdings zunehmend auch etwas größere Kunden. Sowohl die Matrix42 Group als auch EasyVista bedienen Kunden aus dem mittleren Marktsegment mit 250 bis 5.000 Nutzern. Aus Managementperspektive behauptet die Gruppe ihre Marktposition gegenüber den kleineren Mitbewerbern durch erweiterte Funktionen und fortschrittlichere Bedienbarkeit und gegenüber den großen Mitbewerbern durch eine kürzere Zeit bis zur Wertschöpfung (Time-to-Value) und ein besser für das mittlere Marktsegment geeignetes Produktangebot sowie eine einzigartige Kombination von ESM und UEM aus einem Haus. Laufende Investitionen in Forschung und Entwicklung und Markteinführungen dienen der weiteren Stärkung der Wettbewerbspositionierung der Gruppe. Die im vierten Quartal 2021 durchgeführte Forrester Wave für das Enterprise Service Management ("ESM") stellt die Matrix42 Group als "Strong Performer" in ihrer Vergleichsgruppe von Mitbewerbern heraus 8. Die als führend beschriebenen Unternehmen, wie etwa ServiceNow, Atlassian und Ivanti, zielen in der Regel auf größere Unternehmen außerhalb der Kernzielmarktes der Matrix42 Group. 6 Gartner Studie https://www.gartner.com/document/4656899?ref=solrAll&refval=417762118& 7 Untersuchung von Forrester mit Analyst Will McKeon White im August 2022 8 The Forrester Wave: Enterprise Service Management, Q4 2021, December 6, 2021 III. Geschäftsverlauf III.1. Überblick Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind für die Matrix42 Group die Konzern-Umsatzerlöse und das Konzern-Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisation ("Konzern-EBITDA"). Zu den strategischen Prioritäten zählen die erfolgreiche Umstellung auf ein Abonnement-Umsatzmodell und eine Cloud-Bereitstellung sowie das internationale Wachstum der Gruppe in ausgewählten wichtigen Regionen. Die Matrix42 Group entwickelt sich operativ im Geschäftsjahr 2023 entsprechend der Prognose des Vorjahres (stabiles Umsatz- und EBITDA-Wachstum). Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 betrugen 67.412 TEUR, nach 57.773 TEUR im Vorjahr. Die Umsatzziele des Budgets wurden trotz des eingetretenen Wachstums nur knapp verfehlt, hauptsächlich verursacht durch niedrigere Erlöse aus Lizenzverkäufen, die großenteils durch regelmäßig wiederkehrende und zeitanteilig über die Abonnementlaufzeit erfasste Abo-Umsatzerlöse ersetzt wurden. Die Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2023 ein EBITDA in Höhe von 1.312 TEUR erzielen, nach -9.537 TEUR im Geschäftsjahr 2022. Obwohl sich das EBITDA gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert hat, wurde das EBITDA-Budget verfehlt, hauptsächlich verursacht durch Restrukturierungskosten für die Schließung des Standorts in Belarus sowie die Einstellung der Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten in den USA. III.2. Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Die Gruppe investiert weiterhin in die Skalierbarkeit und langfristige Rentabilität ihres operativen Geschäftsmodells. Diese Investitionen fokussieren sich derzeit insbesondere auf die Bereiche Cloud und Subscription, da hier ein zunehmendes Interesse der Kunden und ein anhaltendes Umsatzwachstum erwartet werden. Dies zeigt sich daran, dass beim Auftragseingang der Anteil an Cloud und Subscription von 80% im Jahr 2022 auf 93% im Jahr 2023 gestiegen ist. Das EBITDA 2023 wurde, wie bereits im Vorjahr, durch Sondereffekte negativ beeinflusst. Hierzu gehören insbesondere die Transformation des Geschäftsmodells von unbefristeten Software-Lizenzen auf Subscription-Lizenzen, weiterhin vorhandene Sondereffekte aus der Kaufpreisallokation (1.058 TEUR; Vj.: 3.820 TEUR) sowie aus Sicht der Geschäftsführung nicht wiederkehrende Aufwendungen (6.570 TEUR; Vj.: 7.507 TEUR) für beispielsweise Restrukturierungskosten oder die Einigung auf eine fixe Einmalzahlung anstelle des zukünftigen Earn-Outs für den Erwerb der EgoSecure Gruppe. Ohne Berücksichtigung der Restrukturierungs- und weiteren Einmalkosten hat die Gruppe das EBITDA-Budget übertroffen. Insgesamt beurteilen wir die wirtschaftliche Lage der Gruppe basierend auf unseren bedeutsamsten Leistungsindikatoren daher als positiv. IV. Ertragslage Die Ertragslage gestaltet sich wie folgt:
Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von 67.412 TEUR (Vj.: 57.773 TEUR) resultieren aus dem operativen Geschäft der Matrix42 Group. Die Gesamtumsatzerlöse setzen sich aus Umsatzerlösen aus Lizenzverkäufen, Subscription und Wartung (92,5%, Vj.: 90,3%), professionellen Dienstleistungen (6,4%, Vj.: 8,2%) und Schulungen (1,1%, Vj.: 1,5%) zusammen. Die Verschiebung hin zu einem höheren Anteil von Umsatzerlösen aus Lizenzen, Subscription und Wartung resultiert insbesondere aus dem Verkauf von zusätzlichen Abo-Lizenzen an Bestandskunden bzw. Neukunden und aus Preisanpassungen. Darüber hinaus können die Umsatzerlöse auf Regionen aufgeschlüsselt werden, wobei Europa (96,4%, Vj.: 95,7%), Amerika (3,0%, Vj.: 3,8%) und Sonstige (0,6%, Vj.: 0,5%) die Erlösquellen der Matrix42 Group sind. Umsatzkosten Die Umsatzkosten in Höhe von 8.793 TEUR (Vj.: 8.322 TEUR) resultieren aus den Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren in Höhe von 6.531 TEUR (Vj.: 5.725 TEUR) und Dienstleistungen in Höhe von 2.262 TEUR (Vj.: 2.597 TEUR). Daraus resultiert eine Bruttomarge von 87,0% (Vj.: 85,6%). Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf 3.213 TEUR (Vj.: 3.556 TEUR) und beinhalten hauptsächlich Gewinne aus der Währungsumrechnung von insgesamt 593 TEUR (Vj.: 1.353 TEUR), Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen von 1.455 TEUR (Vj.: 613 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Abgrenzungen von insgesamt 47 TEUR (Vj.: 208 TEUR), sowie sonstige periodenfremde Erträge von insgesamt 140 TEUR (Vj.: 148 TEUR). Vertriebs- und Marketingaufwendungen Die Vertriebs- und Marketingausgaben belaufen sich auf 33.267 TEUR (Vj.: 37.816 TEUR) und enthalten unter anderem planmäßige Abschreibungen auf Kundenbeziehungen und Marken in Höhe von 5.007 TEUR (Vj.: 5.007 TEUR). Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf 19.203 TEUR (Vj.: 16.970 TEUR) und enthalten unter anderem planmäßige Abschreibungen auf die Software-Produkte der Gruppe in Höhe von 6.071 TEUR (Vj.: 5.992 TEUR). Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 8.412 TEUR (Vj.: 6.236 TEUR) und beinhalten vor allem Aufwendungen aus Rechts- und Beratungskosten Höhe von 1.302 TEUR (Vj.: 2.802 TEUR), Finanzierung, Umstrukturierungskosten und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 2.083 TEUR (Vj.: 434 TEUR), Verluste aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1.277 TEUR (Vj.: 391 TEUR), der Vergütung des Beirats in Höhe von 566 TEUR (Vj.: 500 TEUR) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 279 TEUR (Vj.: 471 TEUR). Die im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 deutlich höheren Umstrukturierungskosten und ähnlichen Aufwendungen sind auf die Schließung des Standortes in Belarus sowie die Einstellung der Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten in den USA zurückzuführen. Finanzergebnis Das Finanzergebnis beläuft sich auf -6.565 TEUR (Vj.: -4.360 TEUR). Es setzt sich zusammen aus Zinserträgen (10 TEUR, Vj.: 171 TEUR) und Zinsaufwendungen (6.575 TEUR, Vj.: 4.531 TEUR), wobei letztere hauptsächlich aus Zinsaufwendungen aus Darlehen in Höhe von 5.663 TEUR (Vj.: 3.904 TEUR) und für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 118 TEUR (Vj.: 164 TEUR) resultieren. Die deutlich höheren Zinsaufwendungen sind auf die gestiegenen Leitzinsen zurückzuführen. Ertragsteuern Die Ertragsteuererträge in Höhe von 2.321 TEUR (Vj.: 10.173 TEUR) umfassen den tatsächlichen Steueraufwand in Höhe von -344 TEUR (Vj.: -238 TEUR) und den latenten Steuerertrag in Höhe von 2.665 TEUR (Vj.: 10.411 TEUR). Der latente Steuerertrag ergibt sich hauptsächlich aus der Umkehrung der latenten Steuerverbindlichkeiten aus der Kaufpreisallokation. Periodenergebnis Der Periodenverlust für das Geschäftsjahr 2023 beläuft sich auf -16.907 TEUR (Vj.: -17.660 TEUR) und ist hauptsächlich auf Auswirkungen aus der Abschreibung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte im Rahmen der Kaufpreisallokation zurückzuführen. V. Vermögenslage
Die Bilanzsumme zum Berichtszeitpunkt beläuft sich auf 297.776 TEUR (31.12.2022: 298.449 TEUR). Auf der Aktivseite werden die aufgrund der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte geringeren langfristigen Vermögenswerte durch höhere Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie einem deutlich höheren Cash-Bestand ausgeglichen. Auf der Passivseite wird das Jahresergebnis durch gestiegene Vertragsverbindlichkeiten kompensiert. Die immateriellen Vermögenswerte belaufen sich zum Berichtszeitpunkt auf 259.193 TEUR (31.12.2022: 269.269 TEUR) und umfassen den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 142.122 TEUR (31.12.2022: 142.122 TEUR), Kundenverträge und damit verbundene Kundenbeziehungen in Höhe von 81.612 TEUR (31.12.2022: 86.276 TEUR), entwickelte Technologien in Höhe von 27.440 TEUR (31.12.2022: 32.961 TEUR) und Marken in Höhe von 7.438 TEUR (31.12.2022: 7.782 TEUR) und sonstigen in Höhe von 581 TEUR (31.12.2022: 128 TEUR). Die Abnahme ist auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Die Sachanlagen belaufen sich auf 194 TEUR (31.12.2022: 216 TEUR) und setzen sich zusammen aus sonstigem Anlagevermögen und Geschäftsausstattung in Höhe von 141 TEUR (31.12.2022: 141 TEUR), technischen Anlagen und Maschinen in Höhe von 26 TEUR (31.12.2022: 42 TEUR) und Mietereinbauten in Höhe von 27 TEUR (31.12.2022: 33 TEUR). Die Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 belaufen sich auf 1.783 TEUR (31.12.2022: 2.614 TEUR) und sind hauptsächlich mit Immobilienmiete verbunden. Die Abnahme ist auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich zum Berichtszeitpunkt auf 16.910 TEUR (31.12.2022: 9.544 TEUR), wobei der Bruttobetrag bei 17.553 TEUR (31.12.2022: 10.451 TEUR) liegt und sich die spezifischen Wertberichtigungen auf 643 TEUR (31.12.2022: 907 TEUR) belaufen. Der Rückgang resultiert aus einem deutlich verbesserten Forderungsmanagement. Das Eigenkapital beläuft sich zum Berichtszeitpunkt auf 132.711 TEUR (31.12.2022: 149.156 TEUR) und setzt sich zusammen aus dem Gesellschaftskapital in Höhe von 25 TEUR (31.12.2022: 25 TEUR), Rücklagen in Höhe von 185.044 TEUR (31.12.2022: 184.636 TEUR), einem Ergebnisvortrag in Höhe von -35.587 TEUR (31.12.2022: -17.927 TEUR), anderen Posten des sonstigen Ergebnisses in Höhe von 135 TEUR (31.12.2022: 81 TEUR) und dem Periodenverlust in Höhe von -16.907 TEUR (31.12.2022: -17.660 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich auf 69.815 TEUR (31.12.2022: 65.484 TEUR) und resultieren aus einem Darlehen, das zur Finanzierung der Transaktion verwendet wurde, sowie in Anspruch genommenen Kreditlinien. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen zum Berichtszeitpunkt bei 2.853 TEUR (31.12.2022: 3.800 TEUR). Die Leasingverbindlichkeiten betragen insgesamt 1.873 TEUR (31.12.2022: 2.704 TEUR) und umfassen langfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 714 TEUR (31.12.2022: 1.374 TEUR) und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.159 TEUR (31.12.2022: 1.330 TEUR). VI. Kapitalstruktur und Liquidität VI.1. Kapitalstruktur Das Eigenkapital beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 132.711 TEUR (31.12.2022: 149.156 TEUR), woraus sich eine Eigenkapitalquote von 44,6% (31.12.2022: 50,0%) ergibt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 165.065 TEUR (31.12.2022: 149.293 TEUR). Bei einer Bilanzsumme von 297.776 TEUR (31.12.2022: 298.449 TEUR) ergibt sich daraus eine Schuldenquote von 55,4% (31.12.2022: 50,0%). Die Summe der Verbindlichkeiten setzt sich zusammen aus langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 99.625 TEUR (31.12.2022: 98.792 TEUR) und kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 65.440 TEUR (31.12.2022: 50.501 TEUR). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente belaufen sich auf 9.054 TEUR (31.12.2022: 3.143 TEUR), wie vorstehend erwähnt. Die finanziellen Verbindlichkeiten betragen 75.620 TEUR (31.12.2022: 70.321 TEUR) und umfassen kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 9.865 TEUR (31.12.2022: 9.924 TEUR) und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 65.755 TEUR (31.12.2022: 60.398 TEUR). Folglich beläuft sich die Nettofinanzverschuldung (Differenz aus den finanziellen Verbindlichkeiten und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten) zum Berichtszeitpunkt auf 66.565 TEUR (31.12.2022: 67.179 TEUR). Die Covenants, zum jeweiligen Quartalsende über Barmittel (inkl. Kreditlinien) von mindestens 2.000 TEUR zu verfügen, waren, wie im Vorjahr, jederzeit erfüllt. VI.2. Liquidität Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit beläuft sich auf 12.044 TEUR (Vj.: -5.911 TEUR) und setzt sich zusammen aus dem Periodenergebnis in Höhe von -16.907 TEUR (Vj.: -17.660 TEUR), hauptsächlich bereinigt um Abschreibungen (13.975 TEUR, Vj.: 13.937 TEUR), Finanzergebnis (-6.565 TEUR, Vj.: -4.360 TEUR), Ertragsteuern (-2.321 TEUR, Vj.: -10.173 TEUR), anteilsbasierte Vergütungen (408 TEUR, Vj.: 972 TEUR) und Änderungen in verschiedenen Bilanzposten. Aufgrund dessen hat sich der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Cashflow aus der Investitionstätigkeit Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf -1.706 TEUR (Vj.: -1.351 TEUR) und setzt sich zusammen aus Zahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (-618 TEUR, Vj.: -284 TEUR), Earn-Out-Zahlungen (-941 TEUR, Vj.: -1.067 TEUR) sowie Akquisitionen in Höhe von -150 TEUR (Vj.: 0 TEUR). Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf -4.455 TEUR (Vj.: -192 TEUR) und setzt sich zusammen aus Darlehens- und Krediteinzahlungen (12.000 TEUR, Vj.: 5.613 TEUR), Rückzahlungen von Darlehen (-9.534 TEUR, Vj.: 0 TEUR) gezahlten Nettozinsen (-4.501 TEUR, Vj.: -5.003 TEUR), Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten (-1.429 TEUR, Vj.: -1.642 TEUR) sowie der Rückzahlung des im Geschäftsjahr 2022 erhaltenen Darlehens von Gesellschaftern (840 TEUR). Die Liquidität und damit die Fähigkeit zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen war und ist, nach Ansicht des Managements, auch in der Zukunft stets gegeben. VII. Auftragsbestand Zum 31.12.2023 beträgt der Auftragsbestand der Matrix42 Group 38.144 TEUR (31.12.2022: 22.712 TEUR). Dieser resultiert aus Wartungsverträgen und Abonnements. Der Auftragsbestand zum Ende des Geschäftsjahres 2023 zeigt die künftigen Umsatzerlöse basierend auf verbindlichen Verträgen, für die Kunden bereits Zahlungen geleistet haben oder für die Rechnungen gestellt wurden, die zum 31.12.2023 fällig sind. Die betreffenden Beträge sind als "Vertragsverbindlichkeiten" ausgewiesen. VIII. Prognose und Bericht über die Risiken und Chancen VIII.1. Prognose Die Matrix42 Group prognostiziert ihre KPIs im Rahmen ihres jährlichen Budgetierungsprozesses. Die Prognose beginnt mit der Erwartung in Bezug auf neue Aufträge basierend auf Erfahrungen und der Vertriebspipeline, der Kundenbindungsrate des Kundenstamms und anderen Umsatzschätzungen (einschließlich der Auflösung passiver Rechnungsabgrenzungsposten und des Projekt-Backlog bei professionellen Dienstleistungen), aufgegliedert nach Region und Umsatzmodell. Anschließend werden die Aufwendungen für Markteinführungen und Personal unter Berücksichtigung von Personalveränderungen, anderen Betriebskosten und Investitionsausgaben, sowie Kosteninflation geplant, deren jeweilige Höhe die Erreichung der Prognose für die Umsatzerlöse vollumfänglich unterstützt. In der nachstehenden Tabelle finden Sie unsere Prognoseerwartungen für 2024 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023:
Wir erwarten im kommenden Jahr ein starkes Wachstum der Umsatzerlöse sowie ein starkes Wachstum des EBITDA, unterstützt insbesondere durch die Übernahme der Efecte Gruppe im April 2024 sowie der mehrjährigen Umstellung des Geschäftsmodells von unbefristeten Lizenzen auf ein Lizenz-Abonnement-Modell. Obwohl der anhaltende Krieg in der Ukraine zu einem deutlichen Rückgang der Konjunktur in ganz Europa und durch die stark steigenden Energiepreise zu steigender Inflation und Zinsen führte, konnte die Matrix42 Group die Umsätze im Jahr 2023 in einem schwierigen Marktumfeld um 16,7% steigern und somit die Prognose knapp erreichen. Die Herausforderungen für die Softwareentwicklung infolge des Kriegs in der Ukraine wurden unter anderem durch einen Umzug in ein Büro mit besserer Notfallinfrastruktur in Kiew begegnet. Zudem sind seit Corona alle ukrainischen Mitarbeiter mit Home-Office-Arbeitsplätzen ausgestattet. Die Softwareentwicklung in Belarus wurde aufgrund des Krieges Ende 2022 geschlossen. Als Ersatz konnte Anfang 2023 ein Softwareentwicklungs-Team in Rumänien mit Erfahrungen in unserem Marktsegment gewonnen werden. Eine Reihe makroökonomischer und geopolitischer Faktoren, einschließlich des Krieges in der Ukraine, haben die Inflation in der Eurozone 2022 in den zweistelligen Bereich getrieben 9. Inzwischen hat sich, insbesondere durch die Zinserhöhungen der EZB, die Inflationsrate auf unter 3% stabilisiert und die EZB konnte die EURIBOR-Zinssätze erstmalig, nach einer seit 2022 andauernden Phase steigender Zinsen, im Juni 2024 um 0,25%-Punkte senken. Dennoch geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Finanzierungs-, Energie- und Hosting-Kosten mittelfristig nicht deutlich rückläufig sein werden und die Personalkosten aufgrund der inflationsbedingten Preissteigerungen der letzten Jahre weiter überdurchschnittlich steigen werden. Zur Minderung der höheren Kostenbasis passt die Gruppe laufend ihre Preis- und Kostenstruktur an, u.a. durch das Umsetzen von Preiserhöhungen bei Kunden und Analyse der Lieferantenbasis mit Blick auf eine Verbesserung der Vertragsbedingungen. Trotz der makroökonomisch nach wie vor schwierigeren Rahmenbedingungen kann die Matrix42 Group ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung sowie das geplante Wachstum über ihren eigenen Cashflow und die verfügbaren Kreditfazilitäten finanzieren. Die Gruppe ist gut positioniert, um ihre strategischen Ziele zu erreichen und sich weiterhin von ihren Mitbewerbern abzuheben. 9 https://sdw.ecb.europa.eu/ VIII.2. Bericht über die Risiken und Chancen Eines der Hauptziele der Matrix42 Group besteht im Ausbau ihrer Wettbewerbsposition durch Erzielung eines nachhaltigen Wachstums über organisches Wachstum in ihren Kernmärkten und Erschließung neuer europäischer und internationaler Märkte. Neue Märkte bieten größere Wachstumschancen für die Gruppe, da sie im Vergleich zum Kernmarkt in DACH oft unterversorgt sind. Durch die Übernahme der Efecte Gruppe baut die Matrix Group ihre Marktpräsenz in Skandinavien deutlich aus. In diesem Abschnitt beleuchten wir die Risiken für das Geschäft, die die Umsetzung des Strategieplans der Gruppe behindern können, falls diese Risiken eintreten und nicht gemindert oder gesteuert werden. Die Risiken werden vor den Maßnahmen zur Risikobegrenzung und in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft dargestellt. Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter: Die Gruppe hat ambitionierte Wachstumspläne, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Um die Wachstumsziele zu erreichen, bedarf es der Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter. Wichtige Bereiche, in denen wir künftig mit Einstellungen rechnen, sind F&E und Sales & Marketing. In den Schlüsselmärkten der Matrix42 Group bestehen eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Talenten und eine geringe Arbeitslosigkeit. In Deutschland liegt die Gesamtarbeitslosenquote im Mai 2024 bei 5,8% 10. Daher sind qualifizierte Mitarbeiter ein knappes Gut, und die Gruppe muss ihre bestehenden Talente erfolgreich halten und in großem Umfang neue Talente einstellen, wenn das Umsatzwachstum und die Erschließung neuer Märkte vorangetrieben werden sollen. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir überdurchschnittliche Leistungen an Arbeitnehmer anbieten, mit unseren Mitarbeitern regelmäßig kommunizieren und unser Personalrekrutierungsteam weiter stärken. Auch durch das nach wie vor schwierige makroökonomische Umfeld hat sich der Markt für Personalbeschaffung im Jahr 2023 etwas entspannt. In Summe war die Gruppe im Jahr 2023 mit 83 Einstellungen erfolgreich, neue Talente wie geplant einzustellen. Deshalb schätzen wir dieses Risiko als gering bis mittel ein. Dieses Risiko ist von großer Bedeutung und wir gehen davon aus, dass diese Tätigkeiten die Gruppe bei der Wahrung ihrer starken Wettbewerbsposition wirksam unterstützen werden. Makroökonomisches Umfeld: Die jüngsten makroökonomischen Entwicklungen stellen ein Risiko für die kurz- bis mittelfristigen Finanzpläne der Gruppe dar. Die Inflation in Deutschland lag im Januar 2023 bei 8,7%, hat sich jedoch inzwischen bei unter 3% stabilisiert 11. Die EZB hat ihre Interbank-Zinssätze im September 2023 auf 4,5% angehoben. Mit der Zinssenkung der EZB um 0,25%-Punkte im Juni 2024 hat sich gezeigt, dass der Zinsgipfel erreicht scheint und sich die Zinssätze mittelfristig nach unten bewegen könnten. Dennoch gehen wir davon aus, dass auch weiterhin, zumindest kurzfristig, die Investitionsbereitschaft der Marktteilnehmer vorsichtig bleibt mit einer sich mittelfristig entspannenden Tendenz. Die nach wie vor erhöhte Inflation und EURIBOR-Zinssätze wirken sich auf die Kostenbasis und den Cashflow der Matrix42 Group aus, mit hohen Finanzierungsaufwendungen aufgrund höherer Zinsen, Umsatzkosten (energiebedingt), Personalkosten und anderen Betriebskosten. Darüber hinaus kann das aktuelle makroökonomische Umfeld die Bonität einiger unserer Kunden und Partner verringern, was bedingt durch eine höhere Forderungslaufzeit einen Dominoeffekt auf den Umsatz im Neugeschäft und/oder das Betriebskapital haben kann. Diese aus dem makroökonomischen Umfeld resultierenden Risiken sind von großer Bedeutung und können von der Gruppe zum Teil gemindert werden. Insbesondere hält die Gruppe ihre Ausgaben streng im Auge, überprüft regelmäßig die Bedingungen mit Lieferanten und berücksichtigt den Inflationsdruck auf die Kosten in ihren Verkaufspreisen an Kunden. Obwohl unsere Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 dem nach wie vor schwierigen makroökonomischen Umfeld trotzen konnte, muss dies nicht anhalten. Wir schätzen dies deshalb als ein mittleres Risiko ein. Verzögerter Eintritt in neue Märkte: Eine Folge der vorherrschenden makroökonomischen Bedingungen ist das Risiko eines verzögerten Eintritts in neue Märkte. Wenn dieses Risiko eintritt, bedeutet dies ein geringeres Umsatzwachstum im Vergleich zu den Prognosen. Sollte dieses Risiko zum Tragen kommen, wird die Gruppe versuchen, den Cashflow und das EBITDA zu optimieren und die Geschwindigkeit der internationalen Expansion anzupassen. Dieses Risiko wird als niedrig eingeschätzt. Beurteilung der Gesamtrisikosituation: Insgesamt ist die Risikosituation der Matrix42 Group weiterhin stabil. Auch unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und der geopolitischen Lage sind derzeit keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Für die Matrix42 Group bestehen auch in Zeiten wirtschaftlicher Volatilität diverse Chancen. Die wichtigsten Chancen, die für die Matrix42 Group relevant sind, sind nachstehend beschrieben: Upselling an Kunden: Die Gruppe hat ihr Produktportfolio in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet, sowohl organisch als auch durch Übernahmen. Heute verwenden lediglich etwa 25% des Kundenstamms die Workspace Management Suite ("WSM") sowie 55% der Kunden nur ein Produkt der Matrix42 Group. Dies stellt eine wesentliche Chance für die Gruppe dar, die Anzahl der Produkte und somit den Umsatz pro Kunde zu erhöhen. Erweiterung der Produkt-Suite: Kontinuierliche Investitionen in die Erweiterung und Verbesserung der Produkt-Suite (z. B. in Bezug auf Cloud und Sicherheit) dienen dem Ausbau und der Verbesserung des Produktangebots der Gruppe. Daher ist die Erweiterung der Produkt-Suite ein Hebel zur Stärkung der Wettbewerbsposition der Gruppe. Die Geschäftsleitung erwartet, dass die Erweiterung der Produkt-Suite in Kombination mit einer besseren Integration unserer Produkte in eine "Suite" den Umwandlungsraten beim Upselling an Kunden weiter zugutekommen und die durchschnittlichen Umsatzerlöse mit Bestandskunden steigern wird. Zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und Cybersicherheit: Die Produkte der Matrix42 Group unterstützen Unternehmen, IT- und Business-Support-Prozesse zu automatisieren und zu digitalisieren, so dass die Gruppe gut positioniert ist, um von dem weiterhin wachsenden Markt für Digitalisierung und Automatisierung zu profitieren. Darüber hinaus steigen die Kosten für Unternehmen infolge von Cyberkriminalität weltweit weiter an, von 3 Bio. USD im Jahr 2015 auf geschätzte 10,5 Bio. USD im Jahr 2025, was einer Wachstumsrate von 15% pro Jahr entspricht 12. Laut dem "State of Cybersecurity Report" des Ponemon Institute geben 45% der befragten kleinen bis mittleren Unternehmen an, dass ihre Prozesse mit Blick auf die Abwehr von Cyberangriffen nicht ausreichend wirksam sind 13. Die tendenziell zunehmende Häufigkeit und die hohen Kosten von Cyberangriffen in Kombination mit der mangelnden Vorbereitung auf derartige Angriffe stellen eine Chance für die Matrix42 Group dar, da die Enterprise Service Management Suite durch Schaffung von Transparenz im IT-Netzwerk eines Unternehmens zur Verbesserung der Cybersicherheit beiträgt. Die Matrix42 Group ist gut positioniert, um von der wachsenden Gefahr aus Cyberkriminalität in den kommenden Jahren zu profitieren. Preiselastizität bei Kunden: Die Matrix42 Group hat in jüngster Zeit unter Beweis gestellt, dass sie die Preise bei Bedarf erhöhen kann, ohne dass damit eine wesentliche Verringerung der Nachfrage einhergeht. Diese Entwicklung zeugt von der Qualität des Angebots der Matrix42 Group und bietet der Gruppe eine Möglichkeit, die Inflationsauswirkungen auf ihre Kostenbasis abzufangen. Near-Shoring von Entwicklungsleistung: Mit ihrer Softwareentwicklung in der Ukraine und dem erfolgreichen Aufbau eines Entwicklungsteams in Rumänien hat die Matrix42 Group unter Beweis gestellt, dass sie werthaltige Geschäftstätigkeiten erfolgreich in Niedrigkostenländern (Ukraine) bzw. in Ländern mit einem erweiterten Pool an hochqualifizierten Softwareentwicklern (Rumänien) aufbauen kann. Die Matrix42 Group verfügt über ein Management Information System, das strategische Entscheidungen unterstützt, die in Bezug auf Chancen und Risiken getroffen werden. Die Geschäftsführer der Gruppe beurteilen regelmäßig die Chancen und Risiken der Gruppe und berücksichtigen diese in ihrer Entscheidungsfindung. Die Reaktion auf neue Trends und Entwicklungen am dynamischen Softwaremarkt kann meist zugleich als Chance und als Risiko begriffen werden. Die Matrix42 Group ist gut aufgestellt, um bei tiefgreifenden Änderungen in der Branche schnell zu reagieren. Efecte Akquisition: Durch die Akquisition der Efecte Gruppe ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken. Die Chancen bestehen insbesondere in der starken Präsenz im skandinavischen Markt und dem möglichen Cross-Selling von Matrix42-Produkten an Efecte-Kunden sowie von Efecte-Produkten an Matrix42-Kunden. Außerdem besteht die Chance, Synergien in Forschung und Entwicklung zu realisieren, z. B. im Bereich KI. Da Integrationen von Unternehmen in der Regel eine gewisse Unsicherheit unter den Mitarbeitern auslösen, besteht das Risiko, dass im Rahmen des Integrationsprozesses wichtige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Diesem Risiko versucht die Matrix Gruppe durch regelmäßige und transparente interne Kommunikation zu begegnen. 10 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Arbeitsmarkt/arb210a.html 11 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/09/PD23_355_611.html 12 https://www.embroker.com/blog/cyber-attack-statistics/ 13 https://www.keepersecurity.com/ponemon2020.html VIII.3. Risikoberichterstattung bezüglich Finanzinstrumenten Die wichtigsten bestehenden Finanzinstrumente mit Relevanz für die Matrix42 Group sind Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Zum Bilanzstichtag verfügt die Gruppe über ein externes Fazilität-B-Darlehen in Höhe von 66 Mio. EUR (Vj.: 60 Mio. EUR) und eine in Höhe von 2 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR) in Anspruch genommene revolvierende Kreditfazilität (Revolving Credit Facility - "RCF") von 6 Mio. EUR. Die Finanzschulden der Gruppe unterliegen einem Zinsrisiko im Falle steigender Zinssätze (EURIBOR). Zinsrisiken (z. B. durch ein Swap-Instrument) sind momentan nicht abgesichert. Obwohl sich das Zinsrisiko erheblich auf die Zinsaufwendungen und den Cashflow auswirken kann, wurde zum jetzigen Zeitpunkt auf Sicherungsinstrumente verzichtet, da deren Preise aufgrund von Marktvolatilität nach wie vor hoch sind und das Ende des Zinserhöhungszyklus erreicht sein könnte. Die Absicherungspreise werden regelmäßig überwacht. Die Währungsströme der Gruppe sind derart, dass überschüssige Barmittel in EUR, der funktionalen Währung, erwirtschaftet werden. Gewinne und Verluste in anderen Währungen sind unwesentlich. Die Gruppe kann ihre revolvierende Kreditfazilität in USD oder EUR in Anspruch nehmen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lauten hauptsächlich auf EUR und in geringerem Umfang auf CHF, USD und andere Währungen. Da die Gruppe bis zu einem gewissen Grad von der natürlichen Absicherung (Mittelzuflüsse und -abflüsse in derselben Währung) profitiert, stellt das Kreditrisiko das Hauptrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar. Die Gruppe hat zahlungsfähige Kunden und Partner und pflegt mit vielen von ihnen langjährige Beziehungen. Das Kreditrisiko wird durch Überprüfung der Kreditbedingungen für Kunden während des Verkaufszyklus und im Vorfeld des Vertragsschlusses gesteuert. Darüber hinaus hat die Gruppe kürzlich die Ressourcenallokation zu den Inkassotätigkeiten und der Verwaltung von Zahlungen erhöht. Ein echtes Factoring wird von der Gruppe nicht angewandt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden von der Gruppe innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen beglichen. Die Gruppe überprüft regelmäßig die Zahlungs- und Skontofristen mit Lieferanten im Rahmen ihres Arbeitskapitalmanagements. Der kurzfristige Finanzierungsbedarf der Matrix42 Group wird durch ihren operativen Cashflow abgedeckt.
Frankfurt am Main, 31. Juli 2024 Niilo Fredrikson, Geschäftsführer Dr. Marc Breitfeld, Geschäftsführer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023Vermögenswerte
Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20231. Berichtendes Unternehmen Die Matrix42 Holding GmbH ("Matrix42" oder "die Gesellschaft") hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Die Geschäftsräume der Matrix42 Holding GmbH befinden sich in der Elbinger Str. 7, 60487 Frankfurt am Main. Dieser Konzernabschluss umfasst die Matrix42 Holding GmbH und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als "Matrix42 Group" oder "die Gruppe" bezeichnet). Seit 1992 entwickelt die Matrix42 GmbH (bis zum 20. Oktober 2022 matrix42 AG) als größte Tochtergesellschaft der Matrix42 Holding GmbH vor allem Softwarelösungen, die IT-Organisationen bei der Digitalisierung der Arbeitsumgebung ihrer Mitarbeitenden unterstützen. Die Software der Matrix42 GmbH für Digital Workspace Management ermöglicht die Verwaltung von Geräten, Anwendungen, Prozessen und Diensten. Diese innovative Software integriert physische, virtuelle, mobile und cloudbasierte Arbeitsumgebungen in die bestehende IT-Infrastruktur. Die Lösungen der Matrix42 Group harmonisieren IT-Services mit Prozessen und verbessern digitale Arbeitsumgebungen über die reine Verwaltung des digitalen Arbeitsplatzes hinaus. Die Matrix42 Holding GmbH (ehemals: Neo BidCo GmbH) wurde am 15. März 2021 gegründet und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 122231 eingetragen. Die direkte Muttergesellschaft der Matrix42 Holding GmbH ist die Neo MidCo S.à r.l., Luxemburg, die 100 % der Anteile an der Matrix42 Holding GmbH hält. Zum 31. Dezember 2023 hält die Corten Capital GP Limited, Guernsey, Kanalinseln, indirekt 99,07 % der Anteile an der Matrix42 Holding GmbH und stellt die oberste beherrschende Partei dar. Die oberste Muttergesellschaft der Matrix42 Holding GmbH, die einen Konzernabschluss aufstellt, ist die Neo MidCo S.à r.l., Luxemburg. Der Konzernabschluss wird im Registre de Commerce et des Sociétés in Luxemburg veröffentlicht werden. Das Geschäftsjahr der Matrix42 Group entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss der Matrix42 Group zum 31. Dezember 2023 wurde von der Geschäftsleitung am 31. Juli 2024 erstellt und den Gesellschaftern zur Genehmigung vorgelegt. Im Geschäftsjahr 2023 wenden die folgenden konsolidierten deutschen Tochtergesellschaften der Matrix42 Group die Befreiung des § 264 Abs. 3 des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) von der Pflicht zur Offenlegung des Jahresabschlusses sowie der Erstellung eines Anhangs und eines Lageberichtes an: Matrix42 Group GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland Matrix42 Service GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland Matrix42 GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland Matrix42 Marketplace GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland FastViewer GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland EgoSecure GmbH, Frankfurt, Deutschland 2. Grundlagen der Rechnungslegung 2.1. Grundlagen der Rechnungslegung Gemäß § 315e HGB wurde der Konzernabschluss der Matrix42 Holding GmbH in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB), den International Financial Reporting Standards (IFRS), erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die IAS, IFRS und die entsprechenden Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden sind, wurden angewendet. Der Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Soweit nichts anderes angegeben ist, wurden alle Beträge auf den nächsten Tausender gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können Rundungsdifferenzen auftreten. Der Konzernabschluss vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit den geltenden Rechnungslegungsvorschriften. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses ging die Gruppe davon aus, dass sie in der Lage sein wird, den Geschäftsbetrieb fortzusetzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Muttergesellschaft, der Matrix42 Holding GmbH, und ihrer Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2023. Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden unter Verwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss der Muttergesellschaft. Die Kapitalkonsolidierung der vollkonsolidierten Unternehmen wird gemäß der Erwerbsmethode durchgeführt. Gemäß dieser Methode werden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem anteiligen beizulegenden Zeitwert des Eigenkapitals zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der (positive) Saldo eines verbleibenden Überschusses der Anschaffungskosten gegenüber dem erworbenen Nettovermögen wird als Geschäftswert ausgewiesen. Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt voll konsolidiert, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem die Gruppe die Beherrschung erlangt. Die Konsolidierung endet, sobald die Muttergesellschaft nicht mehr die Beherrschung ausübt. Alle Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzerninternen Transaktionen werden eliminiert. Tochtergesellschaften Neben der Matrix42 Holding GmbH als Muttergesellschaft der Gruppe umfasst der Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen alle Tochtergesellschaften, bei denen die Muttergesellschaft direkt oder indirekt die Beherrschung innehat ("Beherrschungskonzept"). Die folgenden Tochtergesellschaften sind zum 31. Dezember 2023 in den Konzernabschluss einbezogen:
Die Entwicklung der Konzerngesellschaften im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:
Die Matrix42 Lithuania UAB, Vilnius, Litauen, wurde zum 17.05.2023, die EgoSecure LLC, Minsk, Belarus, zum 14.06.2023 und die EgoSecure S.a r.l., Luxemburg, Luxemburg, zum 18.12.2023 liquidiert. 2.2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Unternehmenszusammenschlüsse Die Gruppe bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn die erworbenen Aktivitäten und Vermögenswerte die Definition eines Geschäftsbetriebs erfüllen und die Beherrschung auf die Gruppe übergegangen ist. Bei der Beurteilung, ob eine bestimmte Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten einen Geschäftsbetrieb darstellt, bewertet die Gruppe, ob die erworbene Gruppe von Vermögenswerten und Tätigkeiten mit dem Ziel geführt und geleitet werden kann, Güter oder Dienstleistungen für Kunden zu erzeugen oder sonstige Erträge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit zu erwirtschaften. Die Gruppe hat die Möglichkeit, einen "Konzentrationstest" anzuwenden, der eine vereinfachte Beurteilung der Frage erlaubt, ob eine erworbene Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten einen Geschäftsbetrieb darstellt oder nicht. Der optionale Konzentrationstest ist erfüllt, wenn der beizulegende Zeitwert der erworbenen Bruttovermögenswerte im Wesentlichen auf einen einzigen identifizierbaren Vermögenswert oder eine Gruppe ähnlicher identifizierbarer Vermögenswerte konzentriert ist. Die beim Erwerb übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet, ebenso wie das erworbene identifizierbare Nettovermögen. Der aus dem Erwerb entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung überprüft. Jeder Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Transaktionskosten werden zu dem Zeitpunkt, zu dem sie anfallen, ergebniswirksam erfasst. Die übertragene Gegenleistung enthält keine Beträge, die mit der Abwicklung von Geschäftsbeziehungen, die bereits vor dem Unternehmenszusammenschluss bestanden, in Beziehung stehen. Diese Beträge werden im Allgemeinen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bewertung von bedingten Gegenleistungen erfolgt zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert. Wird eine Verpflichtung zur Zahlung einer bedingten Gegenleistung, die der Definition eines Finanzinstruments entspricht, als Eigenkapital eingestuft, wird sie nicht neu bewertet und ihre Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Ansonsten werden sonstige bedingte Gegenleistungen zu jedem Berichtszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der bedingten Gegenleistung werden ergebniswirksam erfasst. Transaktionen in Fremdwährungen Die Währungsumrechnung des Konzerns erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen". Die funktionale Währung ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das Unternehmen tätig ist. Bei allen Tochtergesellschaften der Gruppe ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Transaktionen in Fremdwährungen werden zu dem am Tag der Transaktion geltenden Wechselkurs in die jeweilige funktionale Währung der Konzerngesellschaften umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die auf Fremdwährungen lauten, werden mit dem Kurs zum Abschlussstichtag in die funktionale Währung umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden zu dem Kurs in die funktionale Währung umgerechnet, der am Tag der Ermittlung des Wertes gültig war. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden zum Kurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Fremdwährungsdifferenzen werden in der Regel ergebniswirksam erfasst und unter den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Vermögenswerte und Schulden aus ausländischen Geschäftsbetrieben, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes und der Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die beim Erwerb entstanden sind, werden mit dem Wechselkurs zum Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Erträge und Aufwendungen aus den ausländischen Geschäftsbetrieben werden zu den durchschnittlichen Wechselkursen der Periode in Euro umgerechnet. Fremdwährungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Umrechnungsrücklage kumuliert. Bei einem vollständigen oder teilweisen Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs, der zum Verlust der Beherrschung, des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung führt, wird der entsprechende, bis zu diesem Zeitpunkt kumuliert in der Umrechnungsrücklage erfasste Betrag als Teil des Gewinns oder Verlusts aus der Veräußerung ergebniswirksam umgegliedert. Bei einem teilweisen, nicht zum Verlust der Beherrschung führenden Abgang einer Tochtergesellschaft ist der entsprechende Anteil an dem kumulierten Betrag den nicht beherrschenden Anteilen wieder zuzuordnen. Bei einem teilweisen, mit dem Erhalt des maßgeblichen Einflusses bzw. der gemeinschaftlichen Führung verbundenen Abgang eines assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens, wird der entsprechende Anteil an dem kumulierten Betrag ergebniswirksam umgegliedert. Folgende Wechselkurse sind für den Konzernabschluss wesentlich:
Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen immateriellen Vermögenswerte entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen (falls vorhanden) ausgewiesen. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn die Ansatzkriterien des IAS 38.57 erfüllt sind; andernfalls werden die entsprechenden Aufwendungen in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst. Siehe auch den Abschnitt "Forschung und Entwicklung". Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, wenn es einen Hinweis darauf gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Nutzungsdauer wird bei immateriellen Vermögenswerten mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Erforderliche Änderungen der Nutzungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen betrachtet. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear abgeschrieben, und die Abschreibungseffekte werden ergebniswirksam erfasst. Die geschätzten Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer lauten wie folgt:
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf der Ebene des einzelnen Vermögenswerts oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Wertminderung überprüft. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Zudem wird die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer jährlich überprüft, um festzustellen, ob die Annahme einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen. Ein immaterieller Vermögenswert wird entweder bei Abgang (d. h. Verlust der Beherrschung) oder dann ausgebucht, wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen aus der fortgesetzten Nutzung oder dem Abgang des erfassten Vermögenswertes zu erwarten ist. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, ergebniswirksam erfasst. Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten umfassen alle Kosten, die dem Erwerb des Vermögenswertes direkt zugeordnet werden können. Bei selbst erstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten und angemessener Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen ermittelt. Sachanlagen werden linear abgeschrieben und die Abschreibungseffekte werden ergebniswirksam erfasst. Die geschätzten Nutzungsdauern für Sachanlagen lauten wie folgt:
Die Nutzungsdauern werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst, um Änderungen im erwarteten Nutzungsverlauf zu berücksichtigen. Gegebenenfalls werden Wertminderungen vorgenommen, die bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung rückgängig gemacht werden. Forschung und Entwicklung Aufwendungen für Forschungsaktivitäten werden zu dem Zeitpunkt, an dem sie anfallen, ergebniswirksam erfasst. Entwicklungskosten werden generell nur dann aktiviert, wenn die Aufwendungen verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist und der Konzern beabsichtigt und über ausreichende Ressourcen verfügt, um die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Diese Kosten werden ansonsten ergebniswirksam erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Entwicklungskosten zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen ausgewiesen. Im Falle der Matrix42 Group ist eine eindeutige Zuordnung der Aufwendungen zur Forschungs- oder Entwicklungsphase aufgrund der agilen Forschungs- und Entwicklungsprozesse nicht möglich. Nach IAS 38.53 ist der Ansatz in Zweifelsfällen verboten. Alle Aufwendungen für Forschung und Entwicklung werden daher der Forschungsphase zugeordnet und ergebniswirksam als Aufwand erfasst. Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte Die Buchwerte der nicht-finanziellen Vermögenswerte der Gruppe (mit Ausnahme von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Vorräten, Vertragsvermögenswerten und latenten Steueransprüchen) werden an jedem Bilanzstichtag daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich auf Wertminderung geprüft. Zudem wird eine Wertminderungsprüfung durchgeführt, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass der Buchwert wertgemindert sein könnte. Zur Überprüfung auf Wertminderung werden die Vermögenswerte in die kleinste Gruppe von Vermögenswerten zusammengefasst, die Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeugen und weitgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZGEs) sind. Der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird den ZGEs oder den Gruppen von ZGEs zugeordnet, die voraussichtlich einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen werden. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer ZGE ist der höhere der beiden Beträge aus seinem/ihrem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten. Bei der Beurteilung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows auf ihren Barwert abgezinst, wobei ein Abzinsungssatz vor Steuern angewendet wird, der gegenwärtige Marktbewertungen des Zinseffekts und der speziellen Risiken des Vermögenswerts oder der ZGE widerspiegelt. Eine Wertminderungsaufwendung wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer ZGE seinen bzw. ihren erzielbaren Betrag übersteigt. Eine Wertminderungsaufwendung wird ergebniswirksam erfasst. Sie wird so zugeordnet, dass zuerst der Buchwert des der ZGE zugewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerts reduziert wird und dann die Buchwerte der sonstigen Vermögenswerte der ZGE anteilig vermindert werden. Eine Wertminderung in Bezug auf den Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht aufgeholt. Bei sonstigen Vermögenswerten kann ein Wertminderungsaufwand nur insoweit aufgeholt werden, als dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht den Betrag des Buchwerts übersteigt, der für den Vermögenswert bestimmt worden wäre, abzüglich der Abschreibung oder Amortisation, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Finanzielle Vermögenswerte Die finanziellen Vermögenswerte der Matrix42 Group, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, umfassen vor allem Forderungen, Vertragsvermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Einlagen. Sowohl finanzielle Vermögenswerte als auch finanzielle Verbindlichkeiten werden erstmalig angesetzt, wenn eine Gesellschaft Vertragspartei der vertraglichen Bestimmungen des Finanzinstruments wird. Marktübliche Käufe und Veräußerungen von Finanzinstrumenten werden zum Zeitpunkt der Transaktion erfasst, d. h. an dem Tag, an dem die Matrix42 Group die Verpflichtung zum Kauf eines Vermögenswerts eingegangen ist. Bei Käufen oder Veräußerungen von finanziellen Vermögenswerten ist der relevante Zeitpunkt für die erstmalige Erfassung der Tag, an dem der Vertrag geschlossen wird. Für die Ausbuchung ist der relevante Zeitpunkt der Tag, an dem der Vertrag ausläuft. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel nicht saldiert; sie werden nur dann saldiert, wenn zum gegebenen Zeitpunkt ein Recht auf Saldierung der Beträge besteht und die Absicht besteht, einen Ausgleich auf Nettobasis durchzuführen. Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, der dem Transaktionsbetrag entspricht. Die Buchwerte werden unter Anwendung des Effektivzinssatzes fortgeschrieben. Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit oder zur Allokation von Zinserträgen und Zinsaufwendungen auf die jeweiligen Perioden. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Ein- oder Auszahlungen (einschließlich aller Gebühren, die Teil des Effektivzinssatzes sind, Transaktionskosten und sonstiger Agien oder Disagien) über die erwartete Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit oder eine gegebenenfalls kürzere Periode auf den Nettobuchwert beim erstmaligen Ansatz abgezinst werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen werden gemäß IFRS 15 zunächst zum Transaktionspreis bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Beträge, die von Kunden für im Rahmen des normalen Geschäftsverkehrs verkaufte Waren und erbrachte Dienstleistungen geschuldet werden. Sie sind im Allgemeinen innerhalb von 30 Tagen fällig und werden daher als kurzfristig eingestuft. Finanzinstrumente können darüber hinaus Änderungen unterliegen. Die Matrix42 Group hat keine Änderungen an ihren Finanzinstrumenten vorgenommen. Wertminderung finanzieller Vermögenswerte Die Gruppe ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob bei einem finanziellen Vermögenswert oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten eine Wertminderung eingetreten ist. Darüber hinaus wendet IFRS 9 das sogenannte Modell der erwarteten Kreditausfälle für die Erfassung erwarteter Verluste an. Dementsprechend wird bei der Erfassung von Forderungen die künftige Ausfallwahrscheinlichkeit auf Grundlage historischer Daten und erwarteter künftiger Ereignisse bestimmt. Wertminderungen werden für erwartete Kreditverluste gemäß einem dreistufigen Modell erfasst. Die Gruppe wendet jedoch den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditausfälle zu bewerten. Demnach bewertet sie die Wertberichtigung beim erstmaligen Ansatz und während der Laufzeit eines Vermögenswerts mit einem Betrag, der den über die gesamte Laufzeit erwarteten Kreditausfällen entspricht. Diese Vereinfachung konnte für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte mit einer wesentlichen Finanzierungskomponente sowie für Leasingforderungen angewendet werden. Wenn im Falle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerten objektive Hinweise (wie die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls oder erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners) vorliegen, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungsbedingungen eingehen werden, wird eine Wertminderung mithilfe eines Wertberichtigungskontos vorgenommen. Wertgeminderte Forderungen werden ausgebucht, wenn sie sich als uneinbringlich erweisen. Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko über ein Wertberichtigungskonto oder über eine direkte Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt davon ab, wie verlässlich die Einschätzung der Risikosituation ist. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit Zahlungsausfälle einzelner Kunden oder Kundengruppen verzeichnen müssen, die jedoch für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung waren. Der Buchwert des Vermögenswertes wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Ein Wertminderungsaufwand wird ergebniswirksam erfasst. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in einer der folgenden Perioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung wertaufgeholt. Die Höhe der Wertaufholung ist auf die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung begrenzt. Die Wertaufholung wird ergebniswirksam erfasst. Beizulegender Zeitwert finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Die folgenden Stufen werden zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendet:
Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen, der kurzfristigen Verbindlichkeiten und der Rückstellungen entspricht aufgrund der kurzfristigen Fälligkeit dieser Instrumente ungefähr dem beizulegenden Zeitwert. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird grundsätzlich ausgebucht (d. h. aus der Konzernbilanz entfernt), wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
Wenn die Gruppe ihre vertraglichen Anrechte auf Zahlungsströme aus einem Vermögenswert überträgt oder eine "Pass-Through Arrangement" eingeht, beurteilt sie, ob und in welchem Umfang sie die mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen behält. Wenn sie im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch behält und die Beherrschung des Vermögenswerts nicht überträgt, erfasst sie den übertragenen Vermögenswert weiter in dem Umfang ihres anhaltenden Engagements. In diesem Fall weist die Gruppe auch eine entsprechende Verbindlichkeit aus. Der übertragene Vermögenswert und die damit verbundene Verbindlichkeit werden so bewertet, dass den Rechten und Verpflichtungen, die die Gruppe behalten hat, Rechnung getragen wird. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Der Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" umfasst Kassenbestände und Bankguthaben. Finanzielle Verbindlichkeiten Erstmaliger Ansatz und Bewertung Eine finanzielle Verbindlichkeit ist die vertragliche Verpflichtung zur Lieferung von Barmitteln oder zum Austausch von Finanzinstrumenten zu Ungunsten der Gesellschaft. Ausgenommen sind z. B. Verpflichtungen aus Leasingverträgen, Verpflichtungen aus einem Plan für Leistungen an Arbeitnehmer oder anteilsbasierte Vergütungen oder eigene Eigenkapitalinstrumente. Die finanziellen Verbindlichkeiten der Matrix42 Group umfassen hauptsächlich Verbindlichkeiten gegenüber Banken (Darlehen). Gemäß IFRS 9 werden finanzielle Verbindlichkeiten bei der Matrix42 Group entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert. Im Allgemeinen werden alle finanziellen Verbindlichkeiten in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" eingestuft, es sei denn, sie erfüllen die Anforderungen für eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert oder die "Fair Value Option" wird angewendet. Alle finanziellen Verbindlichkeiten, bei denen es sich nicht um Derivate handelt oder die freiwillig zum beizulegenden Zeitwert eingestuft werden, werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert einschließlich der direkten Transaktionskosten bewertet. Bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt der erstmalige Ansatz am Handelstag; sie werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wenn für das Derivat kein Börsen- oder Marktpreis aus einem aktiven Markt verfügbar ist, wird der beizulegende Zeitwert anhand von Finanzbewertungsmethoden bestimmt. Derivate werden als freistehende derivative Finanzinstrumente bilanziert. Folgebewertung Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden Nach dem erstmaligen Ansatz werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, sowie im Zuge von Abschreibungen unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Der Effektivzinssatz für die Folgebewertung wird beim erstmaligen Ansatz als derjenige Zinssatz definiert, der zur Abzinsung der künftigen Zahlungsströme aus dem Vermögenswert oder der Verbindlichkeit auf den Betrag verwendet wird, zu dem er ursprünglich angesetzt wurde. Bei der Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten werden etwaige Agio- oder Disagiobeträge beim Erwerb sowie Gebühren oder Kosten berücksichtigt, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind. Abschreibungen unter Anwendung der Effektivzinsmethode werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzierungskosten ausgewiesen. Finanzielle Verbindlichkeiten können darüber hinaus Änderungen unterliegen. Bei Änderungen der zugrunde liegenden Verträge und der damit verbundenen Zahlungsströme müssen die Buchwerte entsprechend angepasst werden. Werden die Änderungen als wesentliche Änderungen eingestuft, wird das Instrument ausgebucht und unter Berücksichtigung der geänderten Vertragsbedingungen neu erfasst. Änderungen sind für die Matrix42 Group kein relevantes Thema. Diese Kategorie umfasst im Allgemeinen verzinsliche Darlehen. Weitere Informationen sind in der Anhangangabe "4.18 Finanzielle Verbindlichkeiten" enthalten. Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Freistehende Derivate werden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der für den Verkauf eines finanziellen Vermögenswerts oder die Übertragung einer finanziellen Verbindlichkeit im Rahmen einer ordnungsgemäßen Transaktion zwischen Marktteilnehmern zum Bewertungsstichtag erhalten oder gezahlt würde. Es handelt sich daher um einen Veräußerungspreis (exit price) basierend auf einer hypothetischen Transaktion zum Bewertungsstichtag. Der beizulegende Zeitwert wird basierend auf der in IFRS 13 "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert" dargelegten dreistufigen Hierarchie bestimmt. Er wird, sofern verfügbar, anhand der notierten Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten auf einem aktiven Markt ohne Anpassung bestimmt (Stufe 1). Wenn diese Daten nicht verfügbar sind, erfolgt eine Bewertung auf der Grundlage direkt oder indirekt beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 2). In allen anderen Fällen werden Bewertungsmethoden angewendet, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3). Wenn Inputfaktoren aus verschiedenen Stufen verwendet werden, wird die für den niedrigsten wesentlichen Inputfaktor geltende Stufe bestimmt, und der gesamte beizulegende Zeitwert wird dieser Stufe zugeordnet. Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die Verpflichtung aus der Verbindlichkeit entweder erfüllt oder aufgehoben ist oder ausläuft. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere Verbindlichkeit desselben Kreditgebers zu wesentlich anderen Bedingungen ersetzt oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird der entsprechende Austausch bzw. die entsprechende Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird ergebniswirksam erfasst. Leasingverhältnisse Ein Leasingverhältnis wird als Vertrag definiert, der gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zur Nutzung eines zugrunde liegenden Vermögenswerts berechtigt. Die Matrix42 Group hat beschlossen, die Leitlinien von IFRS 16 nicht auf Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und auf Leasingverhältnisse für geringwertige zugrunde liegende Vermögenswerte anzuwenden. Diese Leasingverhältnisse sind von der Bilanzierung ausgenommen und die Leasingzahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. IFRS 16 wird nicht auf Leasingverhältnisse angewendet, die immaterielle Vermögenswerte zum Gegenstand haben. Darüber hinaus macht die Matrix42 Group von der Vereinfachungsoption Gebrauch, nach der sowohl die Leasing- als auch die Nichtleasingkomponenten zusammen als Grundlage für die Ermittlung der vertraglichen Leasingzahlungen berücksichtigt werden. Die Gruppe als Leasingnehmer Die Gruppe erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse (mit Ausnahme von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist) anhand eines Berechnungsmodells unter Verwendung der vertragsspezifischen Bewertungsparameter. Leasingverbindlichkeiten Zu Beginn des Leasingverhältnisses setzt die Gruppe die Leasingverbindlichkeiten in Höhe des Barwerts der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen an. Leasingzahlungen umfassen a) feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize; b) variable Leasingzahlungen, die zu Beginn des Leasingverhältnisses an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind; c) Beträge, die im Rahmen von Restwertgarantien voraussichtlich zu entrichten sind; d) der Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Leasingnehmer hinreichend sicher ist, dass er diese auch tatsächlich wahrnehmen wird, und e) Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-)Satz gebunden sind, werden in der Periode als Aufwand verbucht, in der das Ereignis oder die Bedingung, die die Zahlung auslöst, eintritt (es sei denn, sie sind durch die Produktion von Vorräten bedingt). Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet die Gruppe den dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres ermittelt werden kann, den Grenzfremdkapitalzinssatz der Gruppe. Die Leasingverbindlichkeit wird zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Eine Neubewertung erfolgt, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Änderung eines Indexes oder Zinssatzes ändern, wenn sich die Schätzung der Gruppe hinsichtlich des Betrags ändert, der voraussichtlich im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlen ist, wenn die Gruppe ihre Einschätzung darüber ändert, ob sie eine Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ausüben wird, oder wenn eine Änderung der de facto festen Leasingzahlungen eintritt. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen oder ergebniswirksam erfasst, wenn der Buchwert des Nutzungsrechtes auf Null reduziert wurde. Nutzungsrechte Die Gruppe erfasst Nutzungsrechte zum Zeitpunkt des Beginns der Nutzung (d. h. zu dem Zeitpunkt, zu dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung zur Verfügung steht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet, jeweils bereinigt um etwaige Neubewertungen von Leasingverbindlichkeiten. Nutzungsrechte werden bei der erstmaligen Bewertung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Dies umfasst den anfänglichen Betrag der Leasingverbindlichkeit, berichtigt um alle Leasingzahlungen, die am oder vor dem Beginn des Leasingverhältnisses geleistet wurden, zuzüglich aller anfänglich angefallenen direkten Kosten und einer Schätzung der Kosten für die Demontage und die Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder für die Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder des Standortes, an dem er sich befindet, abzüglich aller erhaltenen Leasinganreize. Die Abschreibung von Nutzungsrechten erfolgt linear über den kürzeren der beiden folgenden Zeiträume: Laufzeit des Leasingvertrags oder erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Wenn das Eigentum am Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf die Konzerngesellschaft übertragen wird oder die Kosten die Ausübung einer Kaufoption beinhalten, wird die Abschreibung auf Grundlage der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für Leasinggegenstände lauten wie folgt:
Nutzungsrechte werden auch auf Wertminderung geprüft. Einzelheiten zu den Rechnungslegungsgrundsätzen sind im Abschnitt "Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte" enthalten. Anteilsbasierte Vergütung Gemäß IFRS 2 sind anteilsbasierte Vergütungen Transaktionen, bei denen ein Unternehmen Güter oder Dienstleistungen von einer Gegenpartei erhält und dafür eine Gegenleistung in Form von Eigenkapitalinstrumenten, Barmitteln oder anderen Vermögenswerten für Beträge erhält, deren Höhe vom Kurs (oder Wert) der Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft oder einer anderen Konzerngesellschaft abhängt. Bei der Matrix42 Group wird der beizulegende Zeitwert zum Tag der Gewährung von aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente als Aufwand während des Erdienungszeitraums der Prämien mit einer einhergehenden Eigenkapitalerhöhung erfasst. Erfassung der Umsatzerlöse Die Erfassung der Umsatzerlöse basiert auf den Rechnungslegungsgrundsätzen des IFRS 15. Die Matrix42 Group bietet ihre Softwarelösungen und Dienstleistungen über zwei Vertriebskanäle an: Partner Business und Direktgeschäft. Die Partner bieten ihren Kunden die Produkte der Matrix42 Group an. Auf Wunsch des Kunden bestellen die Partnerunternehmen die Software oder eine Dienstleistung direkt bei der Matrix42 Group. In diesem Fall ist das Partnerunternehmen Vertragspartner und tritt als Käufer der Software auf. Daher wird die Rechnung für die Software und/oder die Dienstleistung an das Partnerunternehmen ausgestellt, das diese später auch begleicht. Beim Direktgeschäft erfolgt der Vertrieb der Software und der damit verbundenen Dienstleistungen durch die Matrix42 Group an den Endnutzer, d. h. den Kunden. Die Hauptumsatzträger der Matrix42 Group sind die beiden Bereiche Software und Dienstleistungen. Die Softwareverkäufe umfassen den Verkauf von Software als Dienstleistung (SaaS) (1.a), Abonnements für On-Premise-Software (1.b) und unbefristete On-Premise-Software (1.c). Die Dienstleistungen unterteilen sich in Wartungsdienste für unbefristete On-Premise-Software (2.a) und Beratungsdienste, die professionelle Dienstleistungen (2.b) und Schulungen (2.c) umfassen. Die folgenden Informationen beziehen sich auf die Art und den Zeitpunkt der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen in Verträgen mit Kunden, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen, sowie auf die damit verbundenen Grundsätze der Erfassung der Umsatzerlöse.
Der Transaktionspreis richtet sich nach den in den Verträgen angegebenen Festpreisen. Die Einzelveräußerungspreise entsprechen den Preisen, zu denen die Waren und Dienstleistungen regelmäßig zum Verkauf angeboten werden. Es bestehen keine Rücknahme-, Erstattungs- oder ähnliche Verpflichtungen oder Garantien in nennenswerter Höhe in Bezug auf jedwede Umsatzerlöse. Gemäß IFRS 15.105 weist die Matrix42 Group Verträge in der Bilanz als Vertragsvermögenswert oder Vertragsverbindlichkeit aus, je nachdem, ob das Unternehmen seine Leistung erbracht oder der Kunde die Zahlung geleistet hat, wenn eine der Vertragsparteien ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt hat. Ansprüche auf Gegenleistungen von Kunden werden nur dann als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, wenn der Anspruch auf Gegenleistungen unbedingt ist. Es bestehen keine wesentlichen Finanzierungskomponenten. Bei der Matrix42 Group werden Provisionen für den Verkauf von Softwarelizenzen und anderen Dienstleistungen an Vertriebsmitarbeitende gezahlt. Diese Provisionen erfüllen die Kriterien für Vertragsabschlusskosten und werden aktiviert und anschließend über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Bestimmung des Zeitpunkts der Erfassung der Umsatzerlöse Für die zeitliche Zuordnung von Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Softwarelizenzen und damit zusammenhängenden Dienstleistungen bestehen besondere Anforderungen, die Ermessensentscheidungen und Annahmen beinhalten. Entscheidend ist zunächst die Beurteilung, ob angebotene Lizenzen und Wartungsdienste als eine einzige Leistungsverpflichtung oder als getrennte Leistungsverpflichtungen zu betrachten sind. Für diese Beurteilung werden in Übereinstimmung mit IFRS 15 verschiedene Indikatoren verwendet, die Ermessensentscheidungen erfordern. Hinsichtlich des Zeitpunkts der Erfassung der Umsatzerlöse bei Lizenzen prüft die Matrix42 Group, ob die von der Gesellschaft zugesagte Lizenz dem Kunden (IFRS 15.B56) entweder:
Ein Recht auf Zugriff ist gegeben, wenn alle der folgenden Kriterien erfüllt sind (IFRS 15.B58):
In diesem Fall werden die Umsatzerlöse im Zeitverlauf erfasst. Ansonsten werden die Umsatzerlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst. Fremdwährungsgewinne und -verluste Fremdwährungsgewinne und -verluste werden gemäß IAS 1.35 unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und ausgewiesen. Steuern Laufende Steuern Die laufenden Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden in Höhe des Betrages angesetzt, der voraussichtlich von den Steuerbehörden erstattet bzw. an diese gezahlt wird. Bei der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze berücksichtigt, die am Bilanzstichtag in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist und steuerpflichtige Einkünfte erzielt, in Kraft sind oder in Kürze gelten werden. Laufende Steuern, die sich auf direkt im Eigenkapital erfasste Posten beziehen, werden im Eigenkapital und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Geschäftsleitung prüft regelmäßig einzelne Steuerangelegenheiten, um festzustellen, ob die geltenden Steuervorschriften Auslegungsspielraum bieten. Falls erforderlich, werden Steuerrückstellungen erfasst. Latente Steuern Latente Steuern ergeben sich aus Bewertungsunterschieden zwischen den IFRS- und Steuerbilanzen der Konzerngesellschaften sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen, soweit diese Unterschiede im Zeitverlauf wertaufgeholt werden. Zudem werden latente Steueransprüche für steuerliche Verlustvorträge in dem Maße ausgewiesen, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie in absehbarer Zukunft genutzt werden können. Die Gesellschaft wendet zur Berechnung der latenten Steuern die Verbindlichkeitsmethode an, wobei die am Bilanzstichtag geltenden oder in Kürze geltenden Steuersätze angewendet werden. Die Auswirkungen von Änderungen der Steuersätze auf latente Steuern werden daher nach Inkrafttreten der gesetzlichen Änderung erfasst. Latente Steueransprüche werden mit latenten Steuerschulden saldiert, soweit sie von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden (IAS 12.74). Latente Steuerschulden werden für steuerliche temporäre Differenzen erfasst, die bei Investitionen in Tochtergesellschaften entstehen, außer in Fällen, in denen die Gruppe in der Lage ist, die Auflösung der temporären Differenz zu steuern, und es wahrscheinlich ist, dass die temporäre Differenz in absehbarer Zukunft nicht wertaufgeholt wird. Latente Steueransprüche werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger steuerpflichtiger Gewinn besteht, mit dem die temporären Differenzen verrechnet werden können. Latente Steuerschulden und -ansprüche werden anhand geltender Steuersätze und Gesetze bewertet, deren Anwendbarkeit zu erwarten ist, wenn die Verbindlichkeit beglichen oder der Vermögenswert realisiert wird. Die Bewertung latenter Steueransprüche und -verbindlichkeiten hat die steuerlichen Konsequenzen zu berücksichtigen, die daraus resultieren, in welcher Art und Weise die Gruppe zum Bilanzstichtag erwartet, die Verbindlichkeit zu begleichen oder den Vermögenswert zu realisieren. 2.3. Neue Standards oder Änderungen und bevorstehende Anforderungen in künftigen Geschäftsjahren Der IASB hat die folgenden Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Berichtszeitraum noch nicht verpflichtend anzuwenden waren bzw. von der Europäischen Union noch nicht übernommen wurden.
Die Gruppe hat sich gegen die vorzeitige Anwendung dieser Standards entschieden. Diese Standards und Interpretationen werden zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung in den Konzernabschlüssen umgesetzt. Es wird nicht davon ausgegangen, dass die oben aufgeführten Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die zukünftigen Konzernabschlüsse der Matrix42 Holding GmbH haben werden. 3. Verwendung von Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen Beim Erstellen des Konzernabschlusses hat die Geschäftsführung Ermessensentscheidungen und Schätzungen zugrunde gelegt, die sich auf die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns und die ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen der Schätzungen werden prospektiv erfasst. Ermessensentscheidungen Informationen über Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit den stärksten Auswirkungen auf die im Abschluss ausgewiesenen Beträge sind vor allem in Bezug auf Leasing (Beurteilung der Laufzeit von Leasingverhältnissen im Hinblick auf die hinreichend sichere Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen) und die Erfassung der Umsatzerlöse (Beurteilung, ob die Umsatzerlöse im Zeitverlauf oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst werden) enthalten. Bestimmung der Laufzeit von Leasingverträgen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen - die Gruppe als Leasingnehmer Die Gruppe bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses zunächst auf Grundlage der unkündbaren Laufzeit des Leasingverhältnisses. Zeiträume, die sich aus einer Verlängerungsoption ergeben, werden berücksichtigt, wenn hinreichend sicher ist, dass die Gruppe diese Option ausüben wird. Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, werden berücksichtigt, wenn hinreichend sicher ist, dass die Gruppe diese Option ausüben wird. Die Gruppe unterhält mehrere Leasingverträge, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Die Gruppe trifft Ermessensentscheidungen bei der Beurteilung, ob die Option zur Verlängerung oder Kündigung des Leasingverhältnisses mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden wird oder nicht. Das bedeutet, dass sie alle relevanten Faktoren berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz für die Ausübung der Verlängerungs- oder Kündigungsoption bieten. Die Gruppe bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses neu, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt, das/die innerhalb der Kontrolle der Gruppe liegt und Einfluss darauf hat, ob sie die Option zur Verlängerung oder Kündigung des Leasingverhältnisses ausübt oder nicht (z. B. wesentliche Mietereinbauten oder wesentliche Anpassungen am zugrunde liegenden Vermögenswert). Annahmen und Schätzungsunsicherheiten Zum Bilanzstichtag hat die Geschäftsleitung die folgenden wichtigen zukunftsbezogenen Annahmen getroffen und wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten identifiziert, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dem zufolge innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Berichtigung der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird. Im Allgemeinen werden Annahmen und Schätzungen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten und der Wertberichtigung für erwartete Kreditausfälle bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Steuern getroffen. Wertminderung immaterieller Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt einen erheblichen Anteil des Gesamtvermögens dar. Da er nicht planmäßig abgeschrieben wird, ist die jährliche obligatorische Wertminderungsprüfung von großer Bedeutung. Die Wertminderungsprüfung erfordert zunächst die Bestimmung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder der Gruppe solcher Einheiten, denen diese Posten zugeordnet sind. Die Matrix42 Group wird als eine einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit bewertet. Der erzielbare Betrag, der entweder der Nutzungswert oder der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten sein kann, wird in der Regel nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, wobei angemessene Annahmen der Marktteilnehmer zugrunde gelegt werden. Die Identifizierung von Anzeichen für eine Wertminderung, die Schätzung künftiger Zahlungsströme und die Ermittlung des Nutzungswerts von Vermögenswerten sind mit wesentlichen Ermessensentscheidungen verbunden, die die Geschäftsleitung im Hinblick auf die Identifizierung und Überprüfung von Indikatoren für eine Wertminderung, die erwarteten Zahlungsströme, die anzuwendenden Abzinsungssätze, die jeweiligen Nutzungsdauern und die Restwerte treffen muss. Weitere Einzelheiten sind der Anhangangabe "4.10 Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts und immaterieller Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer" zu entnehmen. Steuern Die Gruppe trifft sowohl bei der Berechnung der tatsächlichen als auch der latenten Steuern Annahmen. Der Ansatz latenter Steueransprüche setzt insbesondere voraus, dass in der Zukunft ausreichend steuerpflichtiges Einkommen erzielt wird, das mit Steuergutschriften und Verlustvorträgen verrechnet werden kann. Bei der Beurteilung, ob latente Steuern aktiviert werden können, sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Steuerangelegenheiten unterliegen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch die Steuerbehörden, und es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass diese in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen als die Gruppe. Ist eine Änderung der Einschätzung wahrscheinlich, wird eine entsprechende Rückstellung gebildet. 4. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzernbilanz und Konzerngewinn- und -verlustrechnung Die folgenden Anhangangaben beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2023, die Vergleichsangaben auf das Geschäftsjahr 2022. 4.1. Umsatzerlöse Umsatzquellen Die Matrix42 Group erzielt Umsatzerlöse vor allem aus der Lizensierung und dem Verkauf von selbst entwickelten Softwarelizenzen und dem Verkauf von Softwarelizenzen Dritter sowie aus Wartungsdiensten. Die Softwarelösungen unterstützen IT-Organisationen bei der Digitalisierung der Arbeitsumgebung ihrer Mitarbeitenden, indem sie neben dem klassischen Geräte- und Softwaremanagement auch Endgerätesicherheit bietet. Die von der Matrix42 Group angebotenen Softwarelösungen integrieren physische, virtuelle, mobile und cloudbasierte Arbeitsumgebungen in bestehende IT-Infrastrukturen von Unternehmen. Weitere Umsatzquellen sind professionelle Dienstleistungen für die Implementierung der verkauften Software in die Systemlandschaft der Kunden und für deren Verwendung. Aufgliederung der Erlöse aus Verträgen mit Kunden In den folgenden Tabellen werden die Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach den wichtigsten Regionen sowie Hauptprodukten und -dienstleistungen aufgeschlüsselt.
Die Kundenstruktur und die Vielzahl der Geschäftsaktivitäten der Gruppe führten im Geschäftsjahr 2023, wie auch bereits im Geschäftsjahr 2022, zu keiner wesentlichen Konzentration auf einzelne Kunden, Regionen oder Geschäftsfelder. Vertragssalden Die folgende Tabelle enthält Informationen über Vertragskosten und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
Die Vertragsverbindlichkeiten beziehen sich in erster Linie auf die von den Kunden erhaltenen Vorauszahlungen für die Nutzung von Softwarelizenzen und Wartungsdiensten, für die die Umsatzerlöse im Zeitverlauf erfasst werden. In diesen Fällen werden die Umsatzerlöse, die dem zukünftigen Leistungszeitraum zuzuordnen sind, monatlich anteilig erfasst. Die Verbuchung der entsprechenden Umsatzerlöse wird voraussichtlich in den nächsten drei Jahren erfolgen. Von den zum 31.12.2022 vorhandenen Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 22.712 TEUR (31.12.2021: 21.193 TEUR) wurden 20.154 TEUR im Geschäftsjahr 2023 (2022: 15.648 TEUR) im Umsatz erfasst. Leistungsverpflichtungen und Grundsätze für die Erfassung der Umsatzerlöse Umsatzerlöse werden auf Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung bewertet. Die Gruppe verbucht Umsatzerlöse, wenn sie die Verfügungsgewalt an einen Kunden überträgt. Vertragskosten Bei der Matrix42 Group werden Provisionen für den Verkauf von Softwarelizenzen und anderen Dienstleistungen an Vertriebsmitarbeiter gezahlt. Gemäß IFRS 15 erfüllen diese Provisionen die Kriterien für Vertragsabschlusskosten im Sinne von IFRS 15.94. Die Geschäftsleitung geht von der Einbringlichkeit dieser Provisionen aus. Die Gruppe hat sie daher zum 31.12.2023 als Vertragskosten in Höhe von 1.279 TEUR (31.12.2022: 1.852 TEUR) aktiviert. Aktivierte Provisionen werden abgeschrieben, wenn die entsprechenden Umsatzerlöse verbucht werden. Im Geschäftsjahr 2023 betrug der Abschreibungsbetrag 1.401 TEUR (Geschäftsjahr 2022: 1.149 TEUR) und es ergab sich kein Wertminderungsaufwand in Bezug auf die aktivierten Kosten. 4.2. Sonstige betriebliche Erträge
4.3. Sonstige betriebliche Aufwendungen
4.4. Finanzergebnis
4.5. Zusätzliche Angaben aufgrund der Anwendung des Umsatzkostenverfahrens
Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten ist wie folgt:
4.6. Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 19.203 TEUR (Vj.: 16.970 TEUR) und enthalten Abschreibungen auf Software-Produkte in Höhe von 6.071 TEUR (Vj.: 5.992 TEUR). 4.7. Anteilsbasierte Vergütung Zur Beteiligung der derzeitigen und zukünftigen Mitglieder der Geschäftsführung und anderer Führungskräfte in Schlüsselpositionen der Matrix42 Group am Erfolg der Gruppe wurde beschlossen, ab dem 01.07.2021 ein Management-Investment-Programm (MIP) einzuführen. Seit der Einführung wurden sieben verschiedene einzelne Teilnehmende in das Management-Investment-Programm aufgenommen, von denen drei bereits wieder ausgeschieden sind. Im Rahmen des MIP wird den Teilnehmenden eine anteilsbasierte Vergütung gewährt, indem ihnen eine Option zum Kauf von Eigenkapitalinstrumenten an einer Gesellschaft auf einer Ebene oberhalb der Matrix42 Holding GmbH angeboten werden. Die Teilnehmenden halten Gesellschaftsanteile und sind damit indirekt am Kapital der Matrix42 Holding GmbH beteiligt. Die anteilsbasierte Vergütungsvereinbarung der Gruppe wird als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Im Rahmen des Programms gelten die folgenden Ausübungsbedingungen:
Die mit den anteilsbasierten Vergütungen verbundenen Eigenkapitalinstrumente haben sich im Geschäftsjahr 2023 weder verändert noch wurden sie ausgeübt oder sind verfallen. Der beizulegende Zeitwert der anteilsbasierten Vergütungen belief sich zum Zeitpunkt der Gewährung am 01.07.2021 auf 2,61 Mio. EUR. Der beizulegende Zeitwert wurde anhand der Black-Scholes-Formel ermittelt. Für die Bewertung der beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der Gewährung der anteilsbasierten Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente wurden die folgenden Input-Parameter verwendet:
Gemäß dem Unverfallbarkeitsplan wurden 408 TEUR (Vj.: 972 TEUR) als Personalaufwand erfasst und als Erhöhung der Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2023 dargestellt. 4.8 Ertragsteuern Die Ertragssteuern umfassen Folgendes:
Die Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steuerertrag/(-aufwand) stellt sich wie folgt dar:
Der erwartete Steuersatz für das Geschäftsjahr 2023 von 31,925% ergibt sich aus der erwarteten Gewerbesteuer von 16,1% sowie aus der Körperschaftsteuer von 15% und dem Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die veranlagte Körperschaftsteuer in Deutschland, da der überwiegende Teil der Geschäftstätigkeit in Deutschland stattfindet. Für die deutschen Gesellschaften, die einen Verlust erwirtschaftet haben, wurden latente Steueransprüche in Höhe von 30 TEUR gebildet. Die Nutzung wird durch zukünftige steuerpflichtige Gewinne sichergestellt, obwohl die Gesellschaften im laufenden Zeitraum teilweisen einen Verlust erlitten haben. Die latenten Steuern ergeben sich aus den folgenden Bilanzpositionen der Gruppe:
Informationen über die Organschaft Zwischen der Matrix42 Service GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Matrix42 GmbH wurde ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Die formellen und materiellen Anforderungen an die Organschaft sind erfüllt. Die steuerlichen Gewinne und Verluste der Matrix42 Service GmbH und der Matrix42 GmbH werden auf Ebene der Matrix42 Service GmbH gepoolt und besteuert. Weitere Einzelheiten zu latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden Die Matrix42 Group weist steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 54.022 TEUR sowie Zinsvorträge in Höhe von 7.893 TEUR für Zwecke der latenten Steuern nicht aus. Es wird nicht erwartet, dass die bestehenden steuerlichen Zins- und Verlustvorträge im Planungszeitraum genutzt werden. Die Verlustvorträge umfassen überwiegend Steuerverluste ausländischer Gesellschaften, vor allem in den USA. Steuerliche Verluste in Höhe von 28.458 TEUR verfallen zwischen 2026 und 2037, die restlichen nicht genutzten Steuerverluste haben kein Ablaufdatum. Temporäre Differenzen, für die keine latenten Steueransprüche gebildet wurden, liegen nicht vor. Globale Mindestbesteuerung Der Konzern ist in verschiedenen Ländern tätig, die ein neues Gesetz zur globalen Mindestbesteuerung erlassen haben. Allerdings hat dies für die Matrix42 Group keine Auswirkungen, da das Gesetz erst ab einem Konzernumsatz von 750 Mio. EUR anwendbar ist. 4.9. Immaterielle Vermögenswerte
Der Geschäfts- oder Firmenwert zum 31.12.2023 beläuft sich auf 142.122 TEUR (31.12.2022: 142.122 TEUR) und ist auf den Erwerb der ehemaligen Matrix42 Group GmbH und ihrer Tochtergesellschaften zurückzuführen. Die Kundenverträge und die damit verbundenen Kundenbeziehungen zum 31.12.2023 belaufen sich auf 81.612 TEUR (31.12.2022: 86.276 TEUR) und entfallen auf den bestehenden Stamm an Abonnementen. Diese bestehenden Beziehungen werden anhand einer Schätzung der künftig mit diesen Kunden erzielten Erträge bewertet. Die Kundenbeziehungen werden nach der Residualwertmethode, einer Form des einkommensbasierten Ansatzes, bewertet. Die entwickelte Technologie zum 31.12.2023 beläuft sich auf 27.440 TEUR (31.12.2022: 32.961 TEUR) und kann Innovationen oder technischen Entwicklungen, wie patentierter oder nicht patentierter Technologie, Geschäftsgeheimnissen oder Datenbanken zugeordnet werden. Matrix42 hat eine Software-Suite entwickelt, die drei Komponenten umfasst: Digital Workspace Platform (DWP), Unified Endpoint Management (UEM) und Enterprise Service Management (ESM). DWP ist eine Plattform, die auch zur Bereitstellung der UEM- und ESM-Angebote verwendet wird. Mit der DWP können Unternehmen ihre Workflows über visuelle Low-Code-Schnittstellen anpassen. ESM standardisiert verschiedene Dienste, darunter IT- und Nicht-IT-Prozesse. UEM bietet Kunden eine zentrale Lösung für den sicheren Zugriff auf alle IT-Geräte und Anwendungen. Software Asset Management ermöglicht die Visualisierung des Servicestatus und die Optimierung des Lebenszyklusmanagements von Lizenzen. Die Warenzeichen / die Marke zum 31.12.2023 belaufen / beläuft sich auf 7.438 TEUR (31.12.2022: 7.782 TEUR) und bezieht sich auf das Warenzeichen "Matrix42" mit den dazugehörigen Logos und weiteren Marketingmaterialien. Das Warenzeichen ist rechtlich geschützt. Die Gruppe verwendet neben ihrer Unternehmensmarke auch Produktmarken, von denen zwei - EgoSecure und Empirum - rechtlich geschützte Marken darstellen. Darüber hinaus waren zuvor FireScope und Silverback als Marken registriert. Die Gesellschaft ist auch Eigentümerin der Domains von FastViewer und weiterer Produktmarken. Entwickelte Technologien sowie Warenzeichen und Marke wurden nach der Methode der Lizenzpreisanalogie bewertet, da dies den angemessensten Ansatz für die Schätzung der beizulegenden Zeitwerte darstellt. Diese Methode basiert auf dem Prinzip, dass der Wert eines immateriellen Vermögenswerts gleich dem Barwert der Einsparungen an Lizenzgebühren nach Steuern ist, die sich aus dem Besitz des immateriellen Vermögenswerts ergeben. Im Januar 2023 wurde für 550 TEUR die calipio GmbH erworben und sofort auf die Matrix42 Austria GmbH verschmolzen. Einziger materieller identifizierter Vermögenswert ist eine Software. Da der Kaufpreis im Wesentlichen dem Wert der Software zum Kaufzeitpunkt entspricht, wurde der komplette Kaufpreis auf die Software allokiert. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wurde entsprechend nicht erfasst. Es gibt keine Eigentumsbeschränkungen oder immaterielle Vermögenswerte, die als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet wurden. 4.10. Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts und immaterieller Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer Im Geschäftsjahr 2023, genau wie im Vorjahr, wird die Matrix42 Group auf Gruppenebene gesteuert und gilt somit als zahlungsmittelgenerierende Einheit ("ZGE"). Dies entspricht der derzeitigen internen Berichts- und Kontrollstruktur der Gruppe. Der bestehende Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich auf Wertminderung geprüft. Die Prüfung wird jeweils am Ende eines jeden Geschäftsjahres durchgeführt. Die Prüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf Wertminderung wird auf Ebene der Matrix42 Group durchgeführt. Der erzielbare Betrag dieser ZGE wurde auf Grundlage des höheren Wertes zwischen Nutzungswert und beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten unter Verwendung der abgezinsten Zahlungsströme der nächsten 5 Jahre ermittelt. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wurde auf Grundlage der in die Bewertungstechnik einbezogenen Parameter als Stufe 3 eingestuft. Die wichtigsten Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags zugrunde gelegt wurden, sind im Folgenden aufgeführt. Die den wichtigsten Annahmen zugeordneten Werte spiegeln die Einschätzung der Geschäftsleitung hinsichtlich zukünftiger Trends in den betreffenden Branchen wider und wurden auf Grundlage historischer Daten aus externen und internen Quellen ermittelt.
Der Abzinsungssatz wurde auf Grundlage des historischen Branchendurchschnitts der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern geschätzt, wobei ein möglicher Fremdkapitalanteil von 6,4% (Vj.: 16,4%) bei einem Marktzinssatz von 2,8% (Vj.: 2,2%) zugrunde gelegt wurde. Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für fünf Jahre und eine Wachstumsrate für den Zeitraum danach. Die Endwachstumsrate wurde auf Grundlage der von der Geschäftsleitung geschätzten langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit den Annahmen übereinstimmt, die ein Marktteilnehmer treffen würde. Demnach beläuft sich die durchschnittliche im Planungszeitraum moderat steigende EBIT-Marge auf 11,4% sowie das Umsatzwachstum auf durchschnittlich 15,9% p.a. Sensitivität der getroffenen Annahmen Der geschätzte erzielbare Betrag der ZGE überstieg ihren Buchwert um 32.511 TEUR (Vj.: 59.451 TEUR). Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass keine nach vernünftigem Ermessen mögliche Änderung einer der wesentlichen Annahmen, die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten der ZGE verwendet werden, dazu führen könnte, dass der Buchwert der ZGE ihren erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt. Dies wäre erst bei einem jährlich um 15,4% niedrigeren EBITDA oder einer um 2 %-Punkte niedrigeren EBIT-Marge der Fall. 4.11. Sachanlagen
Es gibt keine Sachanlagen, die als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet wurden. 4.12. Nutzungsrechte Die im Rahmen von Leasingverhältnissen aktivierten Nutzungsrechte beziehen sich hauptsächlich auf die Anmietung von Gebäuden an verschiedenen Standorten sowie auf Fahrzeuge und Büroausstattung, vor allem Hardware.
4.13. Sonstige finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:
4.14. Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte umfassen Folgendes:
Die Matrix Gruppe weist sämtliche Umsatzsteuerforderungen seit diesem Geschäftsjahr separat unter den sonstigen Vermögenswerten aus, um den Abschlussadressaten relevantere Informationen zu vermitteln. Wäre diese Ausweisänderung bereits im Vorjahr vorgenommen worden, wären an dieser Stelle Umsatzsteuerforderungen in Höhe von 5.815 TEUR ausgewiesen worden. 4.15. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Entwicklung der Wertberichtigungskonten stellt sich wie folgt dar:
Die Analyse der überfälligen, aber nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2023 stellt sich wie folgt dar:
Die Analyse der überfälligen, aber nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2022 stellt sich wie folgt dar:
Die seit mehr als 90 Tagen überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen einzeln wertgeminderte Forderungen in Höhe von 288 TEUR (31.12.2022: 362 TEUR). Hierbei handelt es sich insbesondere um Forderungen ggü. Kunden, bei denen ein Zahlungseingang nicht mehr erwartet wird. In Bezug auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weder wertgemindert noch in Zahlungsverzug sind, bestanden an den Bilanzstichtagen keine Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen würden. 4.16. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 9.054 TEUR zum 31.12.2023 (31.12.2022: 3.143 TEUR) beinhalten fast ausschließlich Bankguthaben der operativen Tochtergesellschaften. Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Kapitalflussrechnung zu entnehmen. 4.17. Eigenkapital Stammkapital Das Stammkapital beträgt 25.387 EUR zum 31.12.2023 (31.12.2022: 25.387 EUR) und setzt sich aus 25.387 Anteilen mit einem Nennwert von 1 EUR zusammen. Der Betrag wurde in voller Höhe eingezahlt. Weitere genehmigte Anteile existieren nicht. Rücklagen Die Kapitalrücklage beläuft sich zum 31.12.2023 auf 185.044 TEUR (31.12.2022: 184.636 TEUR). Die Kapitalrücklage beinhaltet das von den Gesellschaftern zusätzlich eingezahlte Kapital in Höhe von 183.178 TEUR (31.12.2022: 183.178 TEUR) sowie die anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 1.867 TEUR (31.12.2022: 1.459 TEUR). Gewinnrücklagen Der Posten "Gewinnrücklagen" enthält die kumulierten Gewinne der Vorjahre der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Periodenergebnis Der Posten "Periodenergebnis" fasst die Gewinne und Verluste des Geschäftsjahres der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften zusammen. Sonstiges Ergebnis Das sonstige Ergebnis enthält die Differenzen aus der Währungsumrechnung der ausländischen Abschlüsse, die nicht ergebniswirksam sind, sondern als sonstiges Ergebnis ausgewiesen werden. Sie belaufen sich zum 31.12.2023 auf 135 TEUR (31.12.2022: 81 TEUR). Kapitalmanagement Ziel der Gruppe ist es, eine starke Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Kunden, Banken und Gesellschafter zu wahren, sowie die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Die Gruppe überwacht die Verschuldung und die Eigenkapitalquote kontinuierlich. 4.18. Finanzielle Verbindlichkeiten
Die Gruppe finanziert sich zentral über externe (Bank-)Kredite. Es besteht eine Kreditfazilität in Höhe von insgesamt 66.000 TEUR (31.12.2022: 60.000 TEUR). Sie gliedert sich in eine Basiswährungs-Darlehensfazilität in Höhe von insgesamt 66.000 TEUR (31.12.2022: 60.000 TEUR) mit einer Laufzeit von sieben Jahren nach dem Abschlussdatum und eine revolvierende Mehrwährungs-Kreditfazilität in Höhe von insgesamt 6.000 TEUR (31.12.2022: 6.000 TEUR) mit einer Laufzeit von 6,5 Jahren nach dem Abschlussdatum. Die zugehörige Covenant-Vereinbarung erfordert jeweils am Quartalsende liquide Mittel inkl. nicht gezogener Kreditfazilitäten in Höhe von 2.000 TEUR. Diese waren regelmäßig erfüllt. Zum 31.12.2023 ist wie bereits zum 31.12.2022 die Basiswährungs-Darlehensfazilität in voller Höhe Anspruch genommen und eine entsprechende (kurz- und langfristige) finanzielle Verbindlichkeit in Höhe von 64.813 TEUR (31.12.2022: 58.786 TEUR) wird ausgewiesen. Die Kreditlinie in Höhe von 6.000 TEUR der revolvierenden Mehrwährungs-Kreditfazilität wurde zum Bilanzstichtag in Höhe von 2.000 TEUR (31.12.2022: 5.613 TEUR) in Anspruch genommen. Die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten, die dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordnet sind, stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:
Die Differenz zwischen dem Nominalwert und dem Buchwert in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist auf aufgelaufene Zinsen sowie amortisierte Transaktionskosten zurückzuführen. Weitere Informationen zu Leasingverhältnissen finden Sie in den Anhangangaben 7 "Leasingverhältnisse" und 6 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten". 4.19. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
Hierbei handelt es sich um Rückstellungen für mögliche Gewährleistungsverpflichtungen, die im nächsten Jahr fällig werden können. 4.20. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen Folgendes:
Die Matrix Gruppe weist die Umsatzsteuerverbindlichkeiten seit diesem Geschäftsjahr separat unter den sonstigen Verbindlichkeiten aus, um den Abschlussadressaten relevantere Informationen zu vermitteln. Wäre diese Ausweisänderung bereits im Vorjahr vorgenommen worden, wären an dieser Stelle Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 5.424 TEUR ausgewiesen worden. Die sonstigen Verbindlichkeiten werden nicht besichert. 5. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Gemäß IAS 24 werden Unternehmen und Personen als nahestehend betrachtet, wenn eine Partei die andere Partei direkt oder indirekt beherrscht, von ihr beherrscht wird, einen maßgeblichen Einfluss auf sie hat oder an der gemeinsamen Beherrschung beteiligt ist. IAS 24 gilt auch für Personen, die Schlüsselpositionen in der Gesellschaft oder ihrer Muttergesellschaft innehaben. Enge Familienangehörige und von ihnen beherrschte Unternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen und Personen. Damit sich unsere Abschlussadressaten ein Urteil darüber bilden können, wie sich Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen auf die Gruppe auswirken, geben wir solche Beziehungen stets an, wenn ein Beherrschungsverhältnis vorliegt, und zwar unabhängig davon, ob es zwischen den nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäftsvorfälle gegeben hat. Alle Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen und in Übereinstimmung mit den üblichen Geschäftsbedingungen. Geschäftsvorfälle zwischen nahestehenden Unternehmen, die Tochtergesellschaften der Gruppe sind, werden bei der Konsolidierung eliminiert. Die zum Ende des Geschäftsjahres offenen Posten sind nicht besichert und werden in bar beglichen. Es bestehen keine Garantien oder Sicherheiten für Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Personen. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr 2023, wie auch bereits im Geschäftsjahr 2022, nicht wertberichtigt. Eine Wertminderungsprüfung wird jährlich durchgeführt. Dazu gehört auch eine Bewertung der Finanzlage der verbundenen Unternehmen und Personen und der Entwicklung der Märkte, auf denen sie tätig sind. Folgenden Unternehmen und Personen sind der Matrix42 Group nahestehend. Oberste beherrschende Partei Die Mehrheit der Anteile der Matrix Group wird indirekt von Fonds gehalten, die von der Corton Capital GP Limited beraten werden. Die oberste beherrschende Partei ist Herr Joseph Schull, London, Vereinigtes Königreich. Gesellschaften, die unter der Beherrschung der obersten beherrschenden Partei stehen Alle Gesellschaften, die unter der Beherrschung von Herrn Joseph Schull, London, Vereinigtes Königreich, stehen, sind nahestehende Unternehmen in Bezug auf die Matrix42 Group. Mitglieder der Geschäftsführung und anderer Führungskräfte in Schlüsselpositionen Mitglieder der Geschäftsführung und anderer Führungskräfte in Schlüsselpositionen ("Geschäftsleitung") sind die Personen, die für die Planung, Leitung und Beherrschung der Aktivitäten der Gruppe zuständig und verantwortlich sind, sowie die ernannten Manager der Gesellschaft. Die Geschäftsführung der Matrix42 Holding GmbH setzte sich im Geschäftsjahr 2023 aus folgenden Mitgliedern zusammen: Alvaro Monserrat, B.Sc. Computer Science, Master of Business Administration (MBA), Vorsitzender der Geschäftsleitung (bis 18.01.2023) Thomas Fetten, Chief Executive Officer (seit dem 18.01.2023) Dr. Marc Breitfeld, Chief Financial Officer (seit dem 18.01.2023) Florian Keym, Betriebswirt (bis 09.02.2023) Beirat Im Geschäftsjahr 2023 zählten die folgenden Personen zu den Mitgliedern des Beirats der Matrix42 Holding GmbH: Alvaro Monserrat, B.Sc. Computer Science, Master of Business Administration (MBA), Vorsitzender des Beirats (seit 18.01.2023) Joseph Schull, M.A. Politik, Philosophie und Wirtschaft, stellvertretender Vorsitzender des Beirats Simon Begg, M.Eng. Ingenieurwesen, Wirtschaft und Management Caroline Watteeuw, M.Sc. Biochemical Engineering Ulrich Prädel, Executive Advisor Andrew Sukawaty, Master of Business Administration (MBA) Uwe Weiss, Executive Advisor Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Geschäftsvorfälle mit und Vergütung von Mitgliedern der Geschäftsleitung Den Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Beirats wurden weder im laufenden noch im vorangegangenen Geschäftsjahr Vorschüsse und Darlehen gewährt. Die Gruppe ist im laufenden Geschäftsjahr und im Berichtszeitraum keine Verpflichtungen oder Garantien zugunsten von Mitgliedern der Geschäftsleitung eingegangen. Die Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfasst:
Die Gesamtvergütung der Geschäftsführung im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB der Matrix Holding GmbH belief sich im Geschäftsjahr auf 1.282 TEUR. Die Gesamtvergütung des Beirats im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB beläuft sich auf 566 TEUR. 6. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten (a) Bewertung von Finanzinstrumenten nach Kategorie Die Gruppe verwendet verschiedene Finanzinstrumente, die je nach ihrer Art und ihrem Zweck in unterschiedlichen Bewertungskategorien ausgewiesen werden. Gemäß IFRS 9 werden die finanziellen Vermögenswerte wie folgt klassifiziert: Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn das zugrunde liegende Geschäftsmodell darauf abzielt, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und die Vertragslaufzeit zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führt, die ausschließlich Zahlungen von Kapital und Zinsen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Finanzinstrumente werden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn die Kriterien des IFRS 9 für eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten nicht erfüllt sind. Finanzielle Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst. Gemäß den konzerninternen Richtlinien der Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023, wie bereits im Geschäftsjahr 2022, kein Handel mit Derivaten betrieben und ist auch für die Zukunft nicht geplant. Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte aller im Konzernabschluss erfassten Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien von IFRS 9.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben kurze Laufzeiten. Daher entsprechen ihre Buchwerte zum Bilanzstichtag in etwa ihrem beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte der sonstigen verzinslichen nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, entsprechen den Barwerten der künftigen Zahlungsströme. Diese werden unter Berücksichtigung der währungs- und laufzeitadäquaten Zinsparameter zu den Stichtagen ermittelt (Hierarchiestufe 2). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige unverzinsliche nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten haben in der Regel kurze Laufzeiten. Daher entsprechen ihre Buchwerte zum Bilanzstichtag in etwa ihrem beizulegenden Zeitwert. Die den sonstigen unverzinslichen Finanzverbindlichkeiten zugeordneten Finanzverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Earn-Out-Zahlungen im Rahmen der Übernahme von FireScope, FastViewer und EgoSecure und stellen beizulegende Zeitwerte dar, die überwiegend der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurden. Der beizulegende Zeitwert der Earn-Out-Zahlungen ist abhängig von der Erreichung bestimmter Umsatzerlöse. Der beizulegende Zeitwert von Darlehen, sonstigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird als Barwert der erwarteten künftigen Mittelzuflüsse oder -abflüsse der Finanzinstrumente ermittelt und der Hierarchiestufe 2 zugeordnet. Im laufenden Geschäftsjahr und im vorangegangenen Zeitraum fanden keine Übertragungen von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie statt. (b) Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfälle und Vertragsverletzungen Die Gruppe hält ein Bankdarlehen mit einem Buchwert in Höhe der langfristigen finanziellen Verbindlichkeit von 64,8 Mio. EUR zum 31.12.2023 (31.12.2022: 58,7 Mio. EUR) und einer Endfälligkeit im Jahr 2028 sowie eine in Höhe von 2,0 Mio. EUR (31.12.2022: 5,6 Mio. EUR) in Anspruch genommene Kreditlinie. Im Geschäftsjahr 2023 sowie im Geschäftsjahr 2022 gab es keinen Verstoß gegen eine der Darlehensvereinbarungen. Daher hält die Gruppe die wiederkehrenden Umsatzmultiplikatoren sowie die Verschuldungsquote monatlich streng im Auge. 2023 bestand, wie bereits im Vorjahr, jederzeit genügend Spielraum. (c) Ergebniswirksame Auswirkungen von Finanzinstrumenten Die folgende Tabelle zeigt das Nettoergebnis der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien. Das Nettofinanzergebnis ist der Nettobetrag aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen. Das Nettobetriebsergebnis enthält Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
(d) Finanzrisikomanagement Die Hauptrisiken der Gruppe, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben, umfassen Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Die Geschäftsleitung legt die nachstehend dargestellten Strategien und Verfahren zur Steuerung der einzelnen Risikoarten fest. Marktrisiko (Währungs- und Zinsrisiko) Aufgrund ihrer internationalen Tätigkeit ist die Gruppe hauptsächlich einem operativen Währungsrisiko ausgesetzt. Währungsrisiken ergeben sich aus Finanzinstrumenten, die auf eine andere Währung als die funktionale Währung lauten und monetärer Natur sind. Zusätzlich verfügt die Gruppe zum Bilanzstichtag über ein externes Bank-Darlehen in Höhe von 66 Mio. EUR (31.12.2022: 60 Mio. EUR) und eine in Höhe von 2 Mio. EUR (31.12.2022: 6 Mio. EUR) in Anspruch genommene revolvierende Kreditfazilität von 6 Mio. EUR (31.12.2022: 6 Mio. EUR). Die Finanzschulden der Gruppe unterliegen einem Zinsrisiko im Falle steigender Zinssätze (EURIBOR). Zinsrisiken werden momentan nicht abgesichert (z. B. durch ein Swap-Instrument). Obwohl sich das Zinsrisiko erheblich auf die Zinsaufwendungen und den Cashflow auswirken kann, wurde zum jetzigen Zeitpunkt auf Sicherungsinstrumente verzichtet, da deren Preise aufgrund der Marktvolatilität hoch sind. Die Geschäftsleitung überwacht die Absicherungspreise regelmäßig mit dem Ziel, einen Vertrag zum Schutz vor einem starken Anstieg des EURIBOR abzuschließen. Eine Erhöhung des Euribor um 1 %-Punkt würde zu einem um 680 TEUR höheren Aufwand führen, eine Verringerung des Euribor um 1 %-Punkt zu einem um 680 TEUR geringeren Aufwand. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lauten hauptsächlich auf EUR, CHF und in geringerem Umfang auf USD und andere Währungen. Da die Gruppe bis zu einem gewissen Grad von der natürlichen Absicherung von Mittelzuflüssen und -abflüssen in derselben Währung profitiert, stellt das Kreditrisiko das Hauptrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar (siehe unten). Kreditrisiko Kreditrisiken für die Matrix42 Group bestehen, wenn Vertragspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Zur Verringerung der Kreditrisiken analysiert die Gruppe regelmäßig die Kreditwürdigkeit der wichtigsten Schuldner. Aufgrund der globalen Aktivitäten und der diversifizierten Kundenstruktur besteht keine wesentliche Konzentration des Kreditrisikos. Ausstehende Forderungen werden laufend zentral überwacht. Der Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der finanziellen Vermögenswerte, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der sonstigen Vermögenswerte entspricht dem maximalen Kreditrisiko. Zum Berichtszeitpunkt bestanden keine wesentlichen Vereinbarungen zur Verringerung der maximalen Kreditrisiken. Darüber hinaus verlangt IFRS 9 die Ermittlung eines erwarteten Ausfallrisikos für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Matrix Group erfasst einen erwarteten Kreditverlust für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte in Höhe der erwarteten Kreditverluste über die Laufzeit, da die Forderungen keine wesentliche Finanzierungskomponente enthalten. Zum Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Vereinbarungen, die das maximale Kreditrisiko vermindern würden, und bestanden ebenfalls keine finanziellen Vermögenswerte, die bereits zum Erwerbszeitpunkt oder bei der Entstehung ein wertgemindertes Rating aufwiesen. Liquiditätsrisiko Zur Sicherstellung der ständigen Zahlungsfähigkeit und finanziellen Flexibilität der Matrix Group wird eine Liquiditätsreserve in Form von Barmitteln und Kreditlinien bereitgehalten. Die Gruppe überwacht laufend das Risiko eines möglichen Liquiditätsengpasses. Dabei werden die erwartete Fälligkeit der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die operative Geschäftsentwicklung und Investitionen berücksichtigt. Zum 31.12.2023 wiesen die finanziellen Verbindlichkeiten der Gruppe die folgenden Fälligkeiten auf. Die Angaben basieren auf den vertraglichen, nicht abgezinsten Zins- und Tilgungszahlungen. In der folgenden Tabelle sind die Barwerte aller künftigen Zahlungsströme aufgeführt. Die Gruppe betrachtet dies als eine geeignete Darstellung der Zahlungsströme, die fällig wären, wenn der Posten geschlossen werden müsste. Die tatsächliche Vertragslaufzeit kann sich auf einen längeren Zeitraum beziehen. Die finanziellen Verbindlichkeiten der Gruppe werden in Zukunft zu folgenden Zahlungen führen:
Debitorenmanagement Die Gesellschaft unterliegt keinen weiteren Kapitalerhaltungspflichten, die über die Bestimmungen des deutschen Gesellschaftsrechts hinausgehen. Das wichtigste Unternehmensziel besteht in der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Dabei spielt die Steuerung des Bilanzkapitals nur eine untergeordnete Rolle. Die Gruppe verwendet zur Steuerung dieses Ziels hauptsächlich Leistungsindikatoren wie Umsatz und EBITDA. 7. Leasingverhältnisse Die Leasingverhältnisse, bei denen die Matrix42 Group als Leasingnehmer auftritt, beziehen sich hauptsächlich auf Immobilien, Firmenwagen und Hardware. Verträge für Fahrzeuge werden in der Regel für eine übliche Laufzeit von 24 bis 36 Monaten abgeschlossen. Die Leasingverträge für Hardware umfassen eine Leasingdauer von 33 bis 63 Monaten. Leasingverträge für Immobilien werden mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 47 bis 124 Monaten abgeschlossen. Darüber hinaus enthalten Immobilienverträge häufig Verlängerungsoptionen oder Leasingzahlungen, die an Indexanpassungen gekoppelt sind. Indexanpassungen führen zu einer Neubewertung des jeweiligen Vertrags ab dem Zeitpunkt ihres Inkrafttretens. Die Nominal- und Barwerte der zum Bilanzstichtag ausstehenden Leasingverhältnisse hatten folgende Fälligkeiten:
Zum 31.12.2023 bestanden keine wesentlichen nicht bilanzierten zukünftigen Zahlungsverpflichtungen für Leasingverhältnisse, die zum Bilanzstichtag bereits vereinbart waren, aber noch nicht begonnen hatten. Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen Matrix42 als Leasingnehmer auftritt, wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2023 die folgenden Beträge erfasst:
Die für das nächste Geschäftsjahr eingegangenen Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten unterscheiden sich nicht wesentlich von den im laufenden Geschäftsjahr getätigten Ausgaben. Der Mittelabfluss im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen die Gesellschaft als Leasingnehmer auftritt, war im Geschäftsjahr 2023 wie folgt:
Einige Immobilien-Leasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen, die von der Gruppe vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit ausgeübt werden können. Verlängerungsoptionen werden bei der Bewertung der Vertragsbedingungen und damit der Leasingverhältnisse berücksichtigt, sobald ihre Ausübung hinreichend sicher erscheint. Neubewertungen werden vorgenommen, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt, das/die innerhalb der Kontrolle der Gruppe liegt. Die potenziellen Zahlungsmittelabflüsse bei Ausübung der Option einer 2-jährigen Laufzeitverlängerung belaufen sich auf 1.281 TEUR. Operating Leasingverhältnisse Der Konzern untervermietet seit diesem Jahr Büroflächen, Büroeinrichtungsgegenstände und Stellplätze. Der Konzern hat diese Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft, da diese im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen. Der Konzern hat 2023 Leasingerträge in Höhe von 25 TEUR (2022: 0 TEUR) erfasst. Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Abschlussstichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten Leasingzahlungen.
8. Eventualforderungen/-verbindlichkeiten und Finanzzusagen Zum 31.12.2023 bestehen, genau wie zum 31.12.2022, keine Eventualforderungen oder -verbindlichkeiten oder Finanzzusagen, die nicht in der Bilanz ausgewiesen sind. 9. Honorar des Abschlussprüfers Das für das Geschäftsjahr 2023 ausgewiesene Gesamthonorar des Abschlussprüfers nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beläuft sich auf 195 TEUR (Vj.: 615 TEUR) und bezieht sich auf Abschlussprüfungsleistungen (190 TEUR, i. Vj. 180 TEUR) und Übersetzungsleistungen (5 TEUR, i. Vj. 5 TEUR). Im Vorjahr wurden Beratungsleistungen i.H.v. 430 TEUR erbracht. 10. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Am 16.01.2024 wurde das direkte Tochterunternehmen der Matrix42 Holding GmbH, die European 24 Bidco Oy, Helsinki, Finnland, gegründet. Am 18.01.2024 hat die European 42 Bidco Oy ein öffentliches Barangebot in Höhe von 15 EUR pro Aktie an die Aktionäre der Efecte Plc veröffentlicht. Bis zum Ende der Annahmefrist am 19.03.2024 wurden 5.965.736 Aktien (92,4%) im Wert von 89.486 TEUR angedient. Daneben wurden ausstehende Option für 2.973 TEUR erworben. Am 25.03.2024 hat die European 24 Bidco Oy eine zweite Angebotsfrist bis zum 08.04.2024 angekündigt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden weitere 326.373 Aktien (5,1%) im Wert von 4.896 TEUR angedient. Daneben wurden ausstehende Optionen für 21 TEUR erworben. Die European Bidco hält damit 97,5% der Aktien an der Efecte Plc. Mit Beschluss vom 08.04.2024 hat die Muttergesellschaft der Matrix42 Holding GmbH, die Neo Midco S.à r.l., eine Einlage in Höhe von 56.846 TEUR in die freie Kapitalrücklage der Matrix42 Holding GmbH geleistet. Am 09.04.2024 hat die Matrix42 Holding ein Bankdarlehen in Höhe von 15.000 TEUR aufgenommen. Der Zinssatz entspricht den in Abschnitt 4.18 beschriebenen Darlehen. Zum selben Tag hat die European 24 Bidco Oy ein Bankdarlehen in Höhe von 35.000 TEUR zu gleichen Konditionen aufgenommen. Mit Beschluss vom 23.04.2024 hat die Muttergesellschaft der Matrix42 Holding GmbH, die Neo Midco S.à r.l., eine Einlage in Höhe von 5.855 TEUR in die freie Kapitalrücklage der Matrix42 Holding GmbH geleistet. Am 06.05.2024 wurde Niilo Fredrikson als Geschäftsführer der Matrix42 Holding GmbH bestellt. Mit Gesellschafterbeschluss vom 06.05.2024 wurde Thomas Fetten als Geschäftsführer der Matrix42 Holding GmbH abberufen. Darüber hinaus sind seit dem 31. Dezember 2023 keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben. Der Konzernabschluss der Matrix42 Holding GmbH für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 wurde am 31.07.2024 von der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung freigegeben.
Frankfurt am Main, 31. Juli 2024 Niilo Fredrikson, Geschäftsführer Dr. Marc Breitfeld, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Matrix42 Holding GmbH, Frankfurt am Main Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Matrix42 Holding GmbH, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngewinn- und -verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Matrix42 Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 31. Juli 2024 KPMG
AG
Böhm, Wirtschaftsprüferin Pappert, Wirtschaftsprüferin |
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