myMerch GmbH
Selbe AdresseTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Bekleidung und Bekleidungszubehör
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Thorsten Landich seit 2.8.2023 | Geschäftsführer |
Johann Menzinger seit 11.3.2020 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Francotyp-Postalia Holding AGBerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022GESCHÄFTSBERICHT 2022Sehr geehrte Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,im Jahr 2022 haben wir erneut gute Fortschritte bei der Transformation des FP Konzerns zu einem nachhaltig profitablen internationalen Technologiekonzern gemacht. Mit der Fortführung unseres im Frühjahr 2021 gestarteten Transformationsprogramms FUTURE@FP haben wir trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds zugleich Wachstum und operative Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen erzielt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 23% auf 251 Mio. Euro, auch mit Rückenwind durch Währungseffekte, Effekte aus der Portoumstellung und Einmaleffekten im Mail Services Bereich. Die Übernahme der operativen Azolver-Gesellschaften im Frühjahr 2022 trug neun Monate zum Umsatzwachstum bei. Diese Akquisition stärkt die Position des FP Konzerns in den skandinavischen Märkten und ergänzt unser digitales Portfolio um neue Lösungen. Auch bei der Profitabilität haben wir Fortschritte gemacht. Das EBITDA stieg auf 27,6 Mio. Euro, ein Plus von fast 50% gegenüber dem Vorjahr, und die Marge verbesserte sich von 9,1% auf 11,0%. Das Konzernergebnis stieg auf 5,5 Mio. Euro, nachdem wir im Jahr 2021 eine "schwarze Null" erreicht hatten. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie von 0,35 Euro. Dennoch haben wir beschlossen, keine Dividende auszuschütten und unter anderem in unser Aktienrückkaufprogramm zu investieren. Wir sind jedoch entschlossen, unsere Aktionäre in Zukunft an den Ergebnissen teilhaben zu lassen. Die gesteigerte Umsatz- und Profitabilitätsentwicklung sehen wir als Indikator dafür, dass wir mit dem Transformationsprogramm FUTURE@FP die richtigen Weichen gestellt haben. In allen drei Geschäftsbereichen haben wir investiert, um unser Produkt- und Lösungsportfolio voranzubringen. Im Bereich Mailing, Shipping&Office Solutions haben wir in neue Ländervarianten und die Infrastruktur investiert, um in den nächsten Jahren die Azolver-Frankiermaschinen durch FP-Modelle zu ersetzen. Neue kundenorientierte Produktverbesserungen gehören ebenso dazu. Der Bereich Digital Business Solutions profitierte sowohl von der erhöhten Kapazität in der Softwareentwicklung als auch von unseren Investitionen in Self-Service-Strukturen, die wir in unseren Software-as-a-Service-Lösungen implementiert haben. Wir werden weiter in unsere Lösungen investieren, um sowohl in Deutschland als auch international zu wachsen. Welche Perspektiven eröffnet das Jahr 2023? Zunächst freuen wir uns auf ein bedeutendes Firmenjubiläum: FP wird 100 Jahre alt. Ein Unternehmen mit großer Historie und, was noch wichtiger ist, mit viel Potenzial und Zukunft! Im Jahr 2023 werden wir unseren Weg mit FUTURE@FP fortsetzen und noch mehr investieren, um Marktchancen zu nutzen. Internationalisierung wird sowohl für den Bereich Mailing, Shipping&Office Solutions als auch für unseren Bereich Digital Business Solutions ein Schwerpunkt sein. Wir werden Umsatz und Rentabilität durch Investitionen in unsere Lösungen steigern und gleichzeitig unsere Kostenbasis weiter verbessern. Ein wichtiger Meilenstein wird die abschließende Implementierung des neuen ERP/CRM-Systems sein. Das neue System wird für effektivere und effizientere Prozesse in allen Geschäftsbereichen und bei Group Services sorgen. Wir werden Group Services etablieren, um mit den Bereichen Finanzen, IT und Personal ein marktkonformes Preis- und Leistungsniveau anbieten zu können. Wie sind die Aussichten für 2023? Das makroökonomische Umfeld ist weiterhin angespannt, dennoch ist es unser Ziel, unseren profitablen Wachstumskurs fortzusetzen. Operativ erwarten wir für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 245 bis 255 Mio. Euro und ein EBITDA von 28 bis 31 Mio. Euro. Dabei ist berücksichtigt, dass sich der erwähnte Rückenwind aus den Einmaleffekten im Jahr 2022 nicht wiederholen wird. Im Geschäftsjahr 2022 hat Martin Geisel seinen Vertrag als CFO nicht verlängert. Wir danken ihm für sein Engagement und seine Unterstützung in einer herausfordernden Zeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. Ralf Spielberger ist unser neuer CFO und wird den Erfolg von FP in den kommenden Jahren mitgestalten. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 hat sich der Großaktionär Obotritia Capital KGaA von seiner Beteiligung an FP getrennt. Wir bedanken uns für die konstruktive Zusammenarbeit während der Zeit der Beteiligung. Mit OSP Alpha Management Limited begrüßen wir einen neuen Großaktionär und hoffen auf eine ebenso langfristige und fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle des Unternehmens. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement und ihrer Identifikation mit den gemeinsamen Zielen den Fortschritt von FP ermöglicht haben. Das Team von FP ist gut aufgestellt und wird den eingeschlagenen Weg engagiert fortsetzen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg weiter begleiten und freuen uns auf den gemeinsamen Dialog mit Ihnen.
Ihr, Vorstand Carsten Lind, CEO Ralf Spielberger, CFO Bericht des Aufsichtsratsder Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern)Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Geschäftspartner,mit den Fortschritten im Bereich der digitalen Geschäftsfelder und der Übernahme der operativen Einheiten von Azolver ist FP im Geschäftsjahr 2022 erneut gewachsen. Das Transformationsprogramm FUTURE@FP wurde weiter konsequent umgesetzt und zeigt sichtbare Erfolge. Der Aufsichtsrat hat den Geschäftsverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr, in dem viele Industrien den Einfluss des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine spürten, wiederum eng begleitet und sieht die Unternehmensgruppe auch in einem anspruchsvollen Umfeld auf einem guten Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und VorstandDer Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beratend begleitet. Der Vorstand ist seinen Informations- und Berichtspflichten in vollem Umfang nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und ausführlich in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung einschließlich der Entwicklung vereinbarter ESG-Kennzahlen. Darüber hinaus fand ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands sowie dem gesamten Vorstand statt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Der Aufsichtsrat war insbesondere in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese mit dem Vorstand intensiv und detailliert erörtert. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. In diesem Zuge wurden dem Aufsichtsrat auch kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Soweit für Entscheidungen oder Maßnahmen des Vorstands aufgrund von Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats diese nach intensiver Prüfung und Erörterung gebilligt. Sitzungen des AufsichtsratsIm Berichtsjahr fanden 13 Sitzungen des Aufsichtsrats statt, die teilweise in Präsenz und bedarfsorientiert auch als Video- bzw. Telefonkonferenzen abgehalten wurden. Gegenstand unserer regelmäßigen Beratungen waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Francotyp-Postalia Holding AG und des Konzerns sowie die Finanz- und Ertragslage. Außerdem hat sich der Aufsichtsrat im Vorfeld ausgiebig über die geplante Akquisition der operativen Einheiten der Azolver-Gruppe informiert, dem Beschlussvorschlag des Vorstands zur Übernahme zugestimmt und die fortschreitende Integration eng begleitet. Ein weiteres Thema der Sitzungen war die geplante Einführung einer neuen ERP/CRM-Software und die Fortschritte in der Umsetzung. Dem Vorschlag des Vorstands zur Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms hat der Aufsichtsrat ebenfalls zugestimmt. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2021 samt zusammengefasstem Lagebericht, einschließlich der separaten nichtfinanziellen Erklärung sowie der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung. Die Quartalsmitteilungen und der Halbjahresbericht wurden vor ihrer jeweiligen Veröffentlichung ausführlich mit dem Vorstand erörtert. Der Aufsichtsrat hat sich auch mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie des Compliance Managements und der Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen des FP-Konzerns befasst. Zudem hat sich der Aufsichtsrat mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Internen Revision für das Geschäftsjahr 2022 auseinandergesetzt. Ein weiteres Schwerpunktthema war der aktuelle Umsetzungsstand des Programmes FUTURE@FP. Des Weiteren erörterte der Aufsichtsrat die Vorbereitung der Hauptversammlung am 15. Juni 2022. Der Aufsichtsrat stimmte den Entscheidungen des Vorstands zur pandemiebedingten Durchführung als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten zu. In diesem Zusammenhang beriet der Aufsichtsrat auch über das Vergütungssystem des Aufsichtsrats. Der modifizierte Entwurf wurde von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 99,7 Prozent gebilligt. Darüber hinaus erörterte der Aufsichtsrat die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2022 und legte die Zielgrößen (KPIs) für die variablen Vergütungsbestandteile (Jahresbonus) der Vorstandsmitglieder fest. Der Aufsichtsrat hat gemeinsam mit dem Vorstand den Vergütungsbericht nach § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2022 erstellt und wird diesen der Hauptversammlung 2023 zur Billigung vorlegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem Internen Kontrollsystem (IKS) und dem Thema Compliance. Der Aufsichtsrat hat gemeinsam mit dem Vorstand im Geschäftsjahr 2022 nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner gültigen Fassung die Abgabe und Veröffentlichung der Entsprechenserklärung beschlossen. Die aktuelle, zum 17. Januar 2023 abgegebene Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ist auf der Website des FP-Konzerns abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance beim FP-Konzern. Im Berichtsjahr hat es keine zustimmungs- oder veröffentlichungspflichtigen Geschäfte mit nahestehenden Personen gegeben. Ebenfalls traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat offenzulegen gewesen wären. Die Teilnahmequote der Mitglieder in den Sitzungen des Aufsichtsrats lag bei 100 Prozent. Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen; regelmäßig tagte der Aufsichtsrat zeitweise auch ohne den Vorstand. Dabei wurden Tagesordnungspunkte behandelt, die entweder den Vorstand selbst oder interne Aufsichtsratsangelegenheiten betrafen. Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung wird bei Bedarf an Informationsveranstaltungen teilgenommen. Aufgrund der durch die Satzung festgelegten Anzahl von drei Mitgliedern des Aufsichtsrats wurde auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. In Übereinstimmung mit § 107 Abs. 4 AktG ist der Aufsichtsrat zugleich der Prüfungsausschuss. Prüfung von Jahres- und KonzernabschlussEntsprechend den gesetzlichen Vorschriften wurde der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, von der Hauptversammlung am 15. Juni 2022 gewählt. Der Aufsichtsrat erteilte den Prüfungsauftrag an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022, bestimmte die Prüfungsschwerpunkte und legte dessen Honorar fest. Zuvor prüfte und bewertete er die Auswahl, Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen und befasste sich mit der Überprüfung der Qualität der Abschlussprüfung. Während der Prüfung stand der Aufsichtsrat in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. KPMG hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und den Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG, der mit dem Lagebericht des FP-Konzerns zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und der Lagebericht des FP-Konzerns, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der KPMG. Als für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer unterzeichnen Jack Cheung seit dem Geschäftsjahr 2023 und Sascha Klein seit dem Geschäftsjahr 2020. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung durchgeführt unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA). Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2022 wurden in der Sitzung des Aufsichtsrats am 20. April 2023 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und insbesondere über die im jeweiligen Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) einschließlich der vorgenommenen Prüfungshandlungen. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach der Prüfung und umfassenden Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat am 28. April 2023 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Gleiches gilt für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Der Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG ist damit festgestellt. Der Abschlussprüfer hat außerdem auftragsgemäß den gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat erstellten Vergütungsbericht nach § 162 AktG einer Prüfung unterzogen. Nach seiner Beurteilung sind im Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden. Die Dividendenpolitik der Francotyp-Postalia Holding AG hat unverändert Bestand. Das Ziel ist es, die Aktionäre grundsätzlich an einer positiven Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Aufgrund der aktuellen Restrukturierung und angesichts der jüngsten Akquisition hat der Vorstand dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2022 erneut keine Dividende auszuschütten und den Bilanzverlust der Francotyp-Postalia Holding AG in Höhe von 2.13 Mio. EUR mit dem Bilanzgewinn des Vorjahres zu verrechnen. Der Aufsichtsrat hat sich diesem Vorschlag angeschlossen. Personelle Veränderungen im VorstandZum 30. September 2022 hat Martin Geisel sein Vorstandsmandat niedergelegt und stand der Gesellschaft bis zum Jahresende noch beratend zur Verfügung. Der Aufsichtsrat und die Gesellschaft bedanken sich bei Martin Geisel für sein Engagement und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute. Zum 1. Oktober 2022 wurde Ralf Spielberger zum Mitglied des Vorstands und CFO berufen. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen der Francotyp-Postalia Holding AG und aller Konzerngesellschaften für ihren tatkräftigen Einsatz und die konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Geschäftsjahr.
Berlin, 27. April 2023 Für den Aufsichtsrat Dr. Alexander Granderath, Vorsitzender Die AktieWeltweite Aktienmärkte im KorrekturmodusDie Aktienmärkte haben ein schwieriges Jahr 2022 hinter sich. Die positive Entwicklung des Vorjahres setzte sich nicht fort und die weltweiten Börsenkurse lagen im Minus. Sowohl der Euro Stoxx 50 als auch der US-amerikanische S&P 500 und der US-Leitindex Dow Jones verzeichneten Kursverluste, wobei zum Jahresende eine leichte Erholung einsetzte. Zu den großen Verlierern an der Börse zählten vor allem Tech-Aktien. Die US-Technologiebörse Nasdaq verzeichnete herbe Kurseinbußen. Der Nasdaq 100 Index verlor über 30 %. Auch in Deutschland gingen die Aktienkurse zurück. Bereits Anfang des Jahres erreichte der Deutsche Aktienindex DAX seinen Jahreshöchststand von 16.272 Punkten. Nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar gab es deutliche Kursverluste und das Börsenbarometer fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 13.000 Punkten. Es folgte eine volatile Seitwärtsbewegung, die immer wieder von Kursverlusten geprägt war. Im vierten Quartal erholte sich der Markt aufgrund robuster Unternehmenszahlen und der Hoffnung auf eine weniger restriktive Geldpolitik. Der DAX schloss Ende Dezember 2022 bei 13.924 Punkten; auf Jahressicht entspricht das einem Minus von 12 %. Die Entwicklung des SmallCap-Index SDAX war im Börsenjahr 2022 sehr schwach. Der SDAX startete zu Jahresbeginn bei einem Stand von 16.747 Punkten, verlor in der Folgezeit deutlich an Wert und markierte seinen Jahrestiefstand bei 10.261 Punkten. Zum Ende des Börsenjahres 2022 legte er zu und schloss bei 11.926 Punkten - über das Jahr ein Minus von fast 29 %. FP-Aktie erzielt KursgewinneDie FP-Aktie startete mit einem Kurs von 3,15 Euro in das Börsenjahr 2022. In den darauffolgenden Wochen verlief der Kurs volatil und erreichte Anfang März bedingt durch die allgemein schlechte Börsenstimmung seinen Jahrestiefststand von 2,42 Euro auf Schlusskursbasis. In der Folgezeit konnte der Kurs deutlich zulegen. Nach der Vorlage von positiven Geschäftszahlen verzeichnete die Aktie einen Kursanstieg; das Papier erreichte Mitte Juni einen Stand von 3,50 Euro. Im zweiten Halbjahr folgte eine Korrektur bis auf 2,76 Euro Mitte Oktober. Mit der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal gewann der Titel nochmals an Kraft und überstieg im Dezember nachhaltig die 3,00 Euro-Marke. Am 27. Dezember markierte das Papier seinen Jahreshöchststand von 3,52 Euro. Die FP-Aktie beendete das Jahr mit einem Stand von 3,45 Euro. Das entspricht auf Jahressicht einem Plus von 12 % im Vergleich zum Jahresendstand 2021. Die Papiere der beiden börsennotierten Wettbewerber aus Europa und den USA entwickelten sich dagegen sehr schwach. Beide Titel verzeichneten im Jahresverlauf ein Minus von rund 43 % bzw. 29 %. Auf Jahressicht hat sich die FP-Aktie damit viel besser entwickelt als die Peer Group, was aus Unternehmenssicht positiv zu bewerten ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich FP in einem Transformationsprozess befindet und viele Investoren 2022 noch zurückhaltend agierten, aber 2022 zunehmend das Potenzial der FP erkennen. Das Unternehmen setzt alles daran, dass FP langfristig und nachhaltig erfolgreich wirtschaftet und sich dies in den Ergebnissen und mittelfristig auch im Aktienkurs widerspiegelt. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich das Handelsvolumen der FP-Aktie auf täglich durchschnittlich 8.723 Aktien auf der Xetra-Plattform (Vorjahr: 5.245). Der Höchstwert wurde am 25. November - einen Tag nach Veröffentlichung der Neunmonatszahlen - mit 282.190 gehandelten Stück an einem Handelstag erreicht. Auf Tradegate wurden im Durchschnitt täglich 4.626 Aktien gehandelt (Vorjahr: 7.063). Aktienanalysten empfehlen FP-Aktie zum KaufDie FP-Aktie wurde auch im Jahr 2022 von den folgenden drei Analystenhäusern begleitet: Baader Bank, Warburg Research und GSC Research. Alle Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf mit einem durchschnittlichen Kursziel von 5,70 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Kurzziele deutlich erhöht. Damit wird das Kurspotenzial der Aktie weiter bestätigt. Zwei Analysten erhöhten zum Jahresende ihre Kursziele auf 6,60 Euro bzw. 6,50 Euro. Die Anzahl der Stimmrechte liegt bei 16.301.456 Stück. Die Aktien befanden sich am 31. Dezember 2022 zu 57,5 % im Streubesitz. FP führt seit Anfang November 2022 ein Aktienrückkaufprogramm durch und erwarb 146.514 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 3,24 Euro bis zum 31. Dezember 2022. Das Unternehmen hielt damit zum Jahresende insgesamt 403.907 Aktien bzw. 2,48 % selbst. Die institutionellen Anleger stammen im Wesentlichen aus Deutschland und Luxemburg. Ende 2022 lagen von folgenden institutionellen Anlegern Mitteilungen gemäß § 40 Abs. 1 WpHG vor: MITTEILUNGEN GEMÄß § 40 ABS. 1 WPHG
Demnach ergibt sich zum 31.12.2022 folgende Aktionärsstruktur: AKTIONÄRSSTRUKTUR (in %)
Die Obotritia Capital KGaA hat mit Wirkung vom 7. März 2023 ihre Aktien (vormals 28,01 %) vollständig veräußert. Neue Großaktionärin ist die OSP Alpha Management Limited, die nun 25,34 % der Anteile an der Gesellschaft hält. Virtuelle FP-HauptversammlungEinmal pro Jahr ermöglicht die Hauptversammlung allen Eigentümern des FP-Konzerns einen direkten Dialog mit dem Management des Unternehmens. Die ordentliche Hauptversammlung von FP fand in diesem Jahr erneut virtuell statt. Bei der virtuellen Hauptversammlung am 15. Juni 2022 in Berlin waren 48,9 % des stimmberechtigten Aktienkapitalsvertreten. Allen Tagesordnungspunkten wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2021 wurde mehrheitlich angenommen, ebenso wie die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat teilte anlässlich der Hauptversammlung mit, dass der CFO von Francotyp-Postalia, Martin Geisel, seinen turnusmäßig auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2022 hat der Aufsichtsrat Ralf Spielberger zum Mitglied des Vorstands und neuen CFO bestellt. Zahlreiche InvestorengesprächeIm Geschäftsjahr 2022 hat der FP-Konzern seine IR-Aktivitäten weiter gepflegt. Wie bereits in Vorjahren fanden zahlreiche Investorengespräche vor allem digital oder telefonisch statt. Den Kapitalmarktteilnehmern wurde ein offener, transparenter und regelmäßiger Austausch mit dem FP-Konzern ermöglicht. Der Vorstand und das Investor Relations-Team von FP haben Einzelgespräche, Investorenkonferenzen und Roadshows genutzt, um das Unternehmen und seine Potenziale zu präsentieren. CEO Carsten Lind nahm am 29. November 2022 am jährlich stattfindenden Deutschen Eigenkapitalforum (EKF) teil und präsentierte vor Ort in Frankfurt die FP vor zahlreichen nationalen und internationalen Investoren. Das EKF ist die europaweit wichtigste Plattform für die Eigenkapitalfinanzierung mittelständischer Unternehmen. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen nutzte der FP-Konzern erneut Telefonkonferenzen, um einen Austausch mit den Investoren zu ermöglichen. Die entsprechenden Präsentationen stellt das Unternehmen auf seiner Website allen Interessierten zur Verfügung. Auf der unternehmenseigenen Homepage (www.fp-francotyp.com) finden Besucher und Kapitalmarktteilnehmer alle weiteren relevanten Hintergrundinformationen. Dort stehen neben den Geschäfts- und Halbjahresfinanzberichten auch die Quartalsmitteilungen, Finanzpräsentationen und Pressemitteilungen über den FP-Konzern bereit. Alle aktuellen Entwicklungen, wie beispielsweise Stimmrechtsmitteilungen oder Directors' Dealings, sind dort ebenfalls zu finden. Im Geschäftsjahr 2023 wird FP weiterhin im Dialog mit den Investoren stehen und die IR-Aktivitäten weiter ausbauen. Die Präsenz von FP bei internationalen Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen soll fortgeführt werden, um bisherige Kontakte zu vertiefen bzw. neue Kontakte zu Investoren zu knüpfen. Bei Fragen steht das Investor Relations-Team per E-Mail (ir@francotyp.com) oder unter Tel. +49 30 220660-410 gerne zur Verfügung. KENNZAHLEN ZUR FP-AKTIE
ENTWICKLUNG DER FRANCOTYP-POSTALIA AKTIE (01.01.2022-31.12.2022)
ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2022der Francotyp-Postalia Holding AGWir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. 1. Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns1.1 Allgemeine InformationDie Francotyp-Postalia Holding AG mit Sitz in Berlin (nachfolgend "FP Holding", "Gesellschaft", "Mutterunternehmen" bzw. "Muttergesellschaft") ist eingetragen im Handelsregister Charlottenburg des Amtsgerichts in Berlin (Registernummer: HRB 169096 B). Die Geschäftsadresse der Francotyp-Postalia Holding AG ist in der Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin, Deutschland. Die Francotyp-Postalia Holding AG ist die Muttergesellschaft von unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften (nachfolgend auch als "FP-Konzern", "FP", "Francotyp-Postalia" bzw. "das Unternehmen" bezeichnet). Die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum Handel im Prime Standard (reguliertes Marktsegment mit zusätzlichen Folgepflichten) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht des FP-Konzerns mit dem Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem Konzernabschluss und dem Jahresabschluss einschließlich der Anhangangaben gelesen werden. Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss basieren auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Konzernanhang sowie im Anhang dargestellt sind. Der Konzernabschluss wurde nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) aufgestellt. Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Die Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. Der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 wird in Euro (EUR), der funktionalen Währung der Francotyp-Postalia Holding AG, aufgestellt. Sofern nicht anders angegeben, werden alle Werte kaufmännisch auf Millionen Euro (Mio. Euro) mit einer Dezimalstelle gerundet, so dass Rundungsdifferenzen auftreten können und die dargestellten Prozentangaben nicht genau die Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Der zusammengefasste Lagebericht ist für den Berichtszeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. 1.2 GeschäftstätigkeitDer FP-Konzern entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Lösungen, die das Büro- und Arbeitsleben leichter machen. Neben Lösungen zur effizienten Postverarbeitung sind dies digitale Lösungen für Kommunikations- und Geschäftsprozesse von Unternehmen und Behörden. Das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Industrieländern und einem dichten weltweiten Händlernetzwerk unterteilte seine Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 in drei Geschäftsbereiche (Business Units): (1) Mailing, Shipping & Office Solutions, (2) Mail Services sowie (3) Digital Business Solutions. FP ist in 15 Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften präsent und über ein eigenes Händlernetz in vielen weiteren Ländern. Das Unternehmen wurde 1923 gegründet und feiert 2023 sein 100-jähriges Jubiläum. Die Muttergesellschaft nimmt im Wesentlichen die Aufgaben einer klassischen Management-Holding wahr. Da sie selbst kein operatives Geschäft ausübt, ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft abhängig von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften. Am 23. März 2022 hat FP sämtliche Anteile und Stimmrechte an der Azolver-Gruppe erworben. Am 1. Oktober 2022 hat der FP-Konzern im Wege eines Asset-Deals den Geschäftsbetrieb der pakadoo GmbH, Böblingen, übernommen. Zu weiteren Einzelheiten siehe Anhangangabe 4. 1.2.1 GeschäftsbereicheMailing, Shipping & Office SolutionsIm Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions entwickelt der FP-Konzern Frankiersysteme. FP verkauft oder vermietet diese und bietet Kunden darüber hinaus ein umfassendes Produkt-, Dienstleistungs- und Serviceangebot. Für Kunden in diesem Geschäftsbereich bietet FP nicht nur Frankiermaschinen und verwandte Hardware, sondern auch anderen Bürobedarf sowie Lösungen aus dem digitalen Produktspektrum. Parcel Shipping oder Vision360 sind Beispiele für digitale Lösungen, die nicht nur für Frankiermaschinenkunden attraktiv sind. Ein wesentlicher Umsatzträger ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen, im Wesentlichen bestehend aus dem Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für Reporting und Kostenstellenverwaltung sowie Teleporto. Weitere passende Lösungen können auch durch Kooperationen oder via M&A das Angebot erweitern. Im Frühjahr 2022 hat FP mit der Übernahme der Azolver-Gesellschaften seine Position im Markt für Mailing, Shipping & Office Solutions in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, der Schweiz und Italien ausgebaut. Das Ziel ist die Umstellung der installierten Basis von Frankiermaschinen auf FP-Produkte und die Identifikation zusätzlicher Potenziale für das weitere FP-Produktportfolio. Geplant ist, den Kunden eine umfassende Lösung für ihr Office zu bieten. Großes Potenzial für diese Angebote ist in Europa und den USA vorhanden. Diese Business Unit erwirtschaftet bereits einen hohen Anteil wiederkehrender Umsätze. Dieser Geschäftsbereich ist in die zwei Segmente Mailing, Shipping & Solutions - Europa und Mailing, Shipping & Solutions - Nordamerika aufgeteilt. Das Produktportfolio, das den Kunden angeboten wird, umfasst auch die Lösungen der Business Unit Digital Business Solutions. Mail ServicesDer Geschäftsbereich Mail Services umfasst den Frankierservice - die Abholung unfrankierter Ausgangspost und Übernahme der Frankierung - sowie den Konsolidierungsservice - die Abholung frankierter Post, die Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post AG oder alternativen Postzustellern. Das Abholen, portooptimierte Sortieren und die Auslieferung an Postdienstleister entlastet Unternehmen mit mittleren und hohen Briefvolumina und hilft, die damit verbundenen Kosten zu reduzieren. In diesem Markt sind gegenwärtig Anzeichen für eine zunehmende Konsolidierung wahrzunehmen. Das entsprechende Geschäft betreibt der FP-Konzern mit acht Standorten im Bundesgebiet und ist damit einer der führenden unabhängigen Konsolidierer von Geschäftspost am deutschen Markt. Digital Business SolutionsDer Geschäftsbereich Digital Business Solutions umfasst alle digitalen Aktivitäten, mit denen FP sein Geschäftsmodell wachstumsorientiert erweitert. Hierzu zählt im Bereich Document Workflow Management das Input- und Outputmanagement, mit dem Kunden effizient ihren Postein- und -ausgang managen zu können. Im Inputmanagement werden eingehende physische und digitale Dokumente erfasst, nach kundenspezifischen Kriterien analysiert, ausgewertet und anschließend dem Daten- oder Dokumentensystem des Kunden in elektronischer Form zugeführt. Im Outputmanagement übernimmt FP den Druck, das Kuvertieren, das Frankieren sowie die Übergabe an Zustelldienste oder die Zustellung in digitaler Form. Der Bereich Business Process Management & Automation umfasst die Produkte und Lösungen für effiziente und automatisierte Prozess-Workflows der Kunden. Hierzu zählen neben digitalen Signaturen auch die sichere elektronische Zustellung DE-Mail sowie die Lösungen für den elektronischen Rechtsverkehr und Produkte von Drittanbietern. Die Shipping- und Logistics-Lösungen, die bislang vor allem die SaaS-basierte Parcel Shipping Software umfasste, wurden durch die Übernahme der Azolver-Gesellschaften im Frühjahr und pakadoo (im Wege eines Asset-Deals) im vierten Quartal 2022 durch Softwarelösungen für das Paketeingangsmanagement, das Asset-Tracking und interne Logistik erweitert. Mit dieser Business Unit adressiert FP den stark wachsenden Markt der Prozessautomatisierung. Durch strategische Ergänzungen soll das Lösungsportfolio zum Beispiel im Bereich von Cloudanwendungen erweitert werden, um Kunden sichere und effiziente Kommunikations- und Geschäftsprozesse zu ermöglichen. Dieser Geschäftsbereich stellt das Segment Digital Business Solutions dar. 1.2.2 Wesentliche Absatzmärkte und WettbewerbspositionMit Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit in wichtigen Märkten vertreten, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Auf Basis von mehr als 250.000 installierten Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit der drittgrößte Anbieter. In Deutschland, Österreich, Skandinavien und Italien ist das Unternehmen Marktführer. Der weltweite Vertrieb erfolgt über Tochtergesellschaften in den zwei Regionen Nordamerika und Europa sowie über ein internationales Händlernetzwerk. In vielen Märkten sinkt das Briefvolumen als Folge der Digitalisierung und der FP-Konzern beobachtete auch im Geschäftsjahr 2022 einen anhaltenden Trend hin zu kleineren Frankiersystemen. Auf dieses Marktsegment konzentriert sich der FP-Konzern traditionell. Er verfügt mit der PostBase-Familie über Frankiersysteme insbesondere für kleinere und mittlere Briefaufkommen. Im Geschäftsbereich Mail Services kann der FP-Konzern dank einer bundesweiten Struktur mit acht Standorten in Langenfeld, Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart und München eine flächendeckende Abholung der Geschäftspost garantieren und hat sich damit als unabhängiger Konsolidierer im deutschen Markt etabliert. Für sein Geschäft im Outputmanagement im Geschäftsbereich Digital Business Solutions verfügt der FP-Konzern über ein eigenes Druck- und Scanzentrum in Berlin. Darüber hinaus gibt es ein Druckstandort bei der österreichischen Konzerngesellschaft in Schwechat. 1.3 Ziele und StrategieNachhaltiges Wachstum und verbesserte ProfitabilitätDie Transformation des FP-Konzerns stand auch im Geschäftsjahr 2022 im Fokus. Neben dem Frankiermaschinengeschäft wurden verstärkt digitale Geschäftsbereiche erschlossen, die der Unternehmensgruppe ein weiteres Wachstum von Umsatz und Ergebnis ermöglichen sollen. So wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Profitabilität des FP-Konzerns nachhaltig zu verbessern. Eine starke Basis in den digitalen Geschäftsmodellen ist für die Zukunft erforderlich, nicht nur, um die langfristig aufgrund des rückläufigen Gesamtmarktes möglicherweise rückläufigen Umsätze im traditionellen Geschäftsbereich, dem Frankieren und Kuvertieren, zu kompensieren, sondern auch, um das Unternehmen in Geschäftsbereiche zu lenken, die auch in den nächsten Jahren Wachstumsrelevanz und eine verbesserte Profitabilität erwarten lassen. Ziele und Umsetzung der StrategieMit dem im Jahr 2021 gestarteten Transformationsprogramm FUTURE@FP wurde unter anderem mit einem neuen Operating Model die Voraussetzung geschaffen, das geplante Wachstum mit einer überdurchschnittlichen Steigerung der Profitabilität zu verbinden. FP setzte im Geschäftsjahr 2022 konsequent diesen Wachstumskurs fort und erzielte operative Verbesserungen in den Geschäftsbereichen. Seit dem Geschäftsjahr 2021 hat FP drei Geschäftsbereiche: Mailing, Shipping & Office Solutions, Mail Services und Digital Business Solutions. Der Markt für Frankiermaschinen entwickelt sich insgesamt rückläufig. Diese allgemeine Marktentwicklung, der sich auch FP ausgesetzt sieht, soll mit komplementären Produkten und digitalen Lösungen mehr als kompensiert werden. Der Geschäftsbereich Mail Services ist ein wettbewerbsintensives Geschäft, das ebenfalls von dem allgemein rückläufigen Briefvolumen betroffen ist. Dem wird entgegenwirkt, indem die Chancen aus der Marktkonsolidierung genutzt werden. Im Geschäftsbereich Digital Business Solutions sind alle digitalen Aktivitäten des Konzerns gebündelt. Sie repräsentieren das größte Wachstumspotenzial für die Zukunft, wenngleich die Umsatz- und Ergebnisbeiträge derzeit noch eher gering sind. FP hat das Potenzial und die Finanzkraft, um auf der Basis seines cashflow-starken Geschäfts, insbesondere bei den Frankiermaschinen, die digitalen Geschäftsbereiche dynamisch auszubauen. Dazu gehören auch gezielte M&A-Aktivitäten, die das neue Geschäftsmodell unterstützen und begleiten sollen. Gleichzeitig soll sich die Profitabilität durch die neuen Geschäftsaktivitäten erheblich verbessern, da diese Bereiche tendenziell bessere Margen erwirtschaften als im Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions. FP wird so in den nächsten Jahren zu einem internationalen Technologieunternehmen. Die Organisation stellt den Kunden in den Mittelpunkt und bedient den Markt durch agile Geschäftsbereiche (Business Units). Durch schlanke Führungsstrukturen gibt es klare Verantwortlichkeiten bei größtmöglicher Flexibilität, Agilität und Eigenverantwortung. Die Servicebereiche unterstützen die operativen Einheiten auf der Basis kostengünstiger, hocheffizienter Prozesse. Weiterhin wird auch die Einführung eines einheitlichen ERP/CRM-Systems das Ziel einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität, eines nachhaltigen Wachstums und dadurch die Steigerung des Unternehmenswerts vorantreiben. Als wesentliche Schritte bei der Umsetzung der Strategie konnten in 2022 folgende Punkte erreicht werden: Mit der Akquisition der operativen Azolver-Gesellschaften wurde die Marktposition von FP im Bereich MSO verstärkt und mit der Umstellung der Frankiermaschinen von fremden Dritten auf FP-Maschinen für die nächsten Jahre Wachstumspotential im Bereich MSO erschlossen. Hierzu dienen auch die Investitionen in die Anpassung des Produktportfolios an die veränderte Markt- und Kundenanforderungen im Bereich MSO. Die Post-Merger-Integration der Azolver-Gesellschaften in das Operating Model von FP ist weitgehend abgeschlossen. Im Bereich Digital Business Solutions wurde in die weitere Entwicklung der Produkte und Lösungen investiert, sowie die Vertriebs- und Marketingaktivitäten ausgebaut. Durch die Akquisition von Azolver und pakadoo konnten die digitalen Angebote im Bereich Shipping & Logistics ergänzt werden. Insgesamt wurde sowohl Ergebnis und Profitabilität gesteigert und die Voraussetzung für weiteres profitables Wachstum geschaffen. Die Implementierung des einheitlichen ERP/CRM Systems wurde in 2022 vorangetrieben mit dem Ziel, die Effizienz und Effektivität der Prozesse zu verbessern. 1.4 Organisation1.4.1 Konzernstruktur und StandorteDie rechtliche Konzernstruktur zum 31. Dezember 2022 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Für weitere Informationen hierzu wird auf den Konzernanhang, Abschnitt I. (4), verwiesen. FRANCOTYP POSTALIA HOLDING AG
Berlin ist der Hauptsitz des FP-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Finanzen, Corporate Development, Personal, Einkauf, IT, Konzernsteuerung angesiedelt. Teilaufgaben im Bereich Finanzen, Personal, IT, Vertriebs- und Kundensupport werden in den Gesellschaften in Tallinn und Hennigsdorf abgewickelt (Shared Services). Die Entwicklung der Frankierlösungen für den Geschäftsbereich MSO ist am Hauptsitz in Berlin angesiedelt. Im März 2022 hat FP sämtliche Anteile und Stimmrechte an den folgenden Gesellschaften der Azolver-Gruppe erworben:
Die erwoebenen Gesellschaften wurden im Wesentlichen dem Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions zugeordnet. Im Oktober 2022 hat der FP-Konzern im Wege eines Asset-Deals den Geschäftsbetrieb der pakadoo GmbH, Böblingen, übernommen und in die FP Digital Business Solutions GmbH integriert. Die Entwicklung der digitalen Lösungen erfolgt weitgehend an den deutschen Standorten der DBS, in Teilen- für die mit der Übernahme der Azolver-Gesellschaften hinzugewonnen Lösungen - in Tallinn und Schweden. Seit 2012 stellt der FP-Konzern seine Frankiersysteme ausschließlich in der Produktion im brandenburgischen Wittenberge in Deutschland her. FP hat Tochtergesellschaften in den USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Österreich, Schweden, der Schweiz, Norwegen, Dänemark, Finnland und Estland. Der Vertrieb erfolgt über die Geschäftsbereiche. Zudem verfügt FP über ein weltweit dichtes Händlernetzwerk für den Vertrieb der Frankier- und Kuvertiersysteme. In dem Konzernabschluss 2022 der FP-Gruppe sind neben der Francotyp-Postalia Holding AG elf (im Vorjahr elf) inländische und 22 (im Vorjahr zehn) ausländische Tochterunternehmen einbezogen. UNSERE STANDORTE WELTWEIT
1.4.2 Leitung und KontrolleDer FP-Konzern wird durch den Vorstand in eigener Verantwortung geleitet. Er besteht zum Ende des Geschäftsjahrs 2022 aus zwei Personen und wird vom Aufsichtsrat bestellt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Für die Darstellung der Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem Geschäftsverteilungsplan wird auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt V. (39) Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB) verwiesen. Martin Geisel, CFO, hat seinen turnusmäßig auslaufenden Vertrag im Geschäftsjahr 2022 nicht verlängert. Der Aufsichtsrat hat Ralf Spielberger zum 1. Oktober 2022 zum neuen Mitglied des Vorstands und CFO berufen. Die Vorstände arbeiten eng mit einem Team von nationalen und internationalen Führungskräften zusammen. Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen. Einzelheiten zu der Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 finden sich im Bericht des Aufsichtsrats. Erklärung zur UnternehmensführungWeitere Informationen zur Unternehmensführung und -überwachung, einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung (https://www.fp-francotyp.com/de/erklarung-zur-unternehmensfuhrung1) für die Francotyp-Postalia Holding AG und den FP-Konzern (§§ 289 f, 315 d HGB) und ebenso unter https://www.fp-francotyp.com/Corporate_Governance1 2. Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG sowie das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 S.1 AktG und der letzte Vergütungsbeschluss gemäß §113 Abs. 3 AktG werden unter https://www.fp-francotyp.com/VerguetungderOrgane öffentlich zugänglich gemacht. 1.5 Steuerung1.5.1 SteuerungssystemSTEUERUNGSSYSTEM
1 Umfasst drei Jahre, wird jährlich im
Budgetprozess angepasst, ggf. auch unterjährig
Die Struktur und Organisation der weltweiten FP-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2021 geändert und nach einem neuen Target Operating Model optimiert. Im Geschäftsjahr 2022 teilte der Konzern, basierend auf der Unterteilung für Zwecke der aktuellen internen Steuerung, die drei Geschäftsbereiche und vier berichtspflichtigen Segmente wie folgt auf:
Parallel hierzu wird eine einheitliche ERP-/CRM-Landschaft eingeführt, um die Prozesse weltweit effizient zu unterstützen.
1) Die Erklärung zur
Unternehmensführung ist nicht Bestandteil der
Abschlussprüfung durch KPMG
AGWirtschaftsprüfungsgesellschaft.
1.5.2 Finanzielle LeistungsindikatorenDie Steuerung des Konzerns erfolgt im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen:
Damit stellt der FP-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum und Profitabilität ausreichend berücksichtigen. Der Umsatz dient der Messung des Erfolgs am Markt. Mit dem Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) misst der Konzern die operative Leistungskraft und den Erfolg der einzelnen Geschäftseinheiten. Neben EBITDA wird die EBITDA-Marge bezogen auf den Umsatz verwendet. Die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren für die FP Holding sind:
Im Beteiligungsergebnis sind Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme enthalten. Ergebnis vor Steuern entspricht dem Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung der Gesellschaft vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie sonstigen Steuern. 1.5.3 Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenNeben finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der FP-Konzern auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator. Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf der Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand. Ein niedrigerer Wert indiziert einen relativen Rückgang der Serviceeinsätze und damit eine Verbesserung der Qualität. Dabei werden auch laufende Veränderungen wie die Einführung neuer oder die Optimierung bestehender Produkte berücksichtigt. Diese Kennzahl wurde zunächst nur in Deutschland erhoben und vergleichend auf die internationalen Tochtergesellschaften angewandt, um beispielsweise bei der Kostenkalkulation zu unterstützen. Seit dem Jahr 2020 wird diese Kennzahl PQI - Deutschland genannt und durch die Kennzahl PQI - International ergänzt. Der Product Quality Indicator - International setzt sich ebenfalls aus dem durchschnittlichen Maschinenbestand und den jährlichen Serviceeinsätzen zusammen. Jedoch werden mit ihm die Daten aus Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Schweden und den USA vereint betrachtet. Dabei handelt es sich um die Länder, die den FP-Konzern mit Daten zu Serviceeinsätzen bei der Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten unterstützen. Da sich der Wert des PQI - International anders berechnet als der des PQI - Deutschland, lassen sich die beiden Kennzahlen nicht miteinander vergleichen. Beide PQIs betrachten (seit 2019) nur Produkte, die aktuell in Wittenberge produziert werden. Seit 2020 fließen die Werte der PostBase Vision in die Kennzahl ein. Durch die Neuentwicklung der PostBase Frankiersysteme konnte FP in den vergangenen Jahren die Qualität deutlich steigern. Auch der PQI-Wert-Deutschland, der verschlüsselt die Anzahl der Technikereinsätze je Maschine angibt, verbesserte sich um 14 % von 11,5 im Jahr 2021 auf 9,9 im Jahr 2022. Dies resultiert unter anderem daraus, dass Probleme mit einer Komponente der Postbase Mini im vierten Quartal 2021 behoben wurden. Der PQI -International verbessert sich um 16,5 % von 39,8 im Jahr 2021 auf 33,2 im Jahr 2022. Somit konnte sowohl national wie international die Qualität gemessen an der Anzahl der Technikereinsätze pro Maschine erneut deutlich gesteigert werden. Für 2023 wird erwartet, dass sich sowohl der PQI - Deutschland als auch der PQI - International leicht verbessern wird, da wir durch Verbesserungsprojekte, die aus den Qualitätszirkeln entstanden sind, unsere Produktqualität weiterhin steigern. Auch der Verbesserungsindikator (nf IQ) erfasst die Qualität der FP-Produkte und hier insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basierte bisher auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen und misst das Verhältnis der Teilekosten aus Gewährleistungen zum Gesamtumsatz. Seit 2019 und rückwirkend für 2018 berechnet sich der nf IQ aus den Teilekosten aus Gewährleistungen und dem Umsatz durch Frankiermaschinen. Ein niedrigerer Wert indiziert einen relativen Rückgang der Teilekosten aus Gewährleistung und damit eine Verbesserung der Qualität. Der FP-Konzern erfasst die notwendigen Daten monatlich, wobei eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt, dass der Indikator bei der Neueinführung einer neuen Generation von Frankiersystemen zunächst tendenziell ansteigt. Der 2020er Wert von 0,96 stieg daher mit der Einführung der PostBase Vision in mehreren Ländern zunächst an. In 2021 hat sich der Wert wiederum auf 0,57 normalisiert. Aufgrund der Problematik mit einer Komponente der PostBase Mini, die erst im 4. Quartal 2021 gelöst wurde und somit höhere Gewährleistungskosten im Jahr 2022 nach sich zog, stieg der Wert von 0,57 wieder leicht auf 0,59.. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein ähnlicher Wert des nf IQ erwartet, da zwar die Maßnahmen aus den regelmäßigen Qualitätszirkeln greifen, jedoch auch Gewährleistungsmeldung aus dem Vorjahr erst später eintreffen könnten. Der FP-Konzern verwendet diese beiden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren intern regelmäßig auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Beide nichtfinanziellen Kennzahlen messen die nachhaltige Steigerung der Produkt- und Service-Qualität. Verbesserungen beider Indikatoren dienen der Kundenzufriedenheit und dadurch dem ökonomischen Erfolg des Unternehmens. Zugleich wird auf diesem Wege auch ein schonenderer Einsatz von Ressourcen an Material und Personal erreicht. Quantitative Informationen über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren der Muttergesellschaft werden für Steuerungszwecke derzeit nicht erhoben. Im Hinblick auf die nichtfinanziellen Informationen und die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird auf die Ausführungen im nichtfinanziellen Konzernbericht der Francotyp-Postalia Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung (§§ 289b, 315b HGB), im Internet unter https://www.fp-francotyp.com/Nicht_finanzielle_Berichterstattung 3) verwiesen. 1.6 Forschung und Entwicklung1.6.1 Darstellung und Erläuterung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten1.6.1.1 AusrichtungFür FP als Technologieunternehmen ist Innovation von zentraler Bedeutung. Der Transformationsprozess FUTURE@FP hat deshalb dazu geführt, dass sich die Schwerpunkte und folglich auch der Einsatz der Ressourcen seit dem Geschäftsjahr 2021 deutlich verändert haben. Im Mittelpunkt steht nun überwiegend die Entwicklung von Produkten und Lösungen für die digitalen Geschäftsfelder, die mittelfristig ein höheres Wachstumspotenzial versprechen. Die Forschung und Entwicklung ist auf die kundenzentrierte Produktentwicklung von innovativen Lösungen, Produkten und Dienstleistungen für die Zielmärkte ausgerichtet. Grundlagenforschung, die keinen primär ökonomischen Zweck verfolgt, steht weniger im Fokus. 1.6.1.2 ZieleDas zentrale Ziel der Forschung und Entwicklung ist die Umsetzung der Unternehmensstrategie. Sie ist darauf ausgerichtet, Wachstumspotenziale in digitalen Geschäftsbereichen zu erschließen und so das zukünftige Wachstum zu ermöglichen. Mit der Etablierung der drei Business Units Mailing, Shipping & Office Solutions, Mail Services und Digital Business Solutions wurde die Verantwortung für die Entwicklung der jeweiligen Produkte und Lösungen ebenfalls in diese Business Units verlagert. Bereits in frühen Phasen der Entwicklung werden agile Methoden eingesetzt. Produktideen und Technologien werden mit potenziellen Kunden laufend verifiziert, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse ihren Bedürfnissen entsprechen. Durch diese Design Sprints kann das Marktfeedback bereits in der Phase der Entstehung der Produktidee berücksichtigt werden. Mittlerweile nutzt FP in allen Projekten, bei denen es zielführend ist, agile Prozesse und Methoden. 1.6.1.3 KernkompetenzenDie Kernkompetenzen der verschiedenen Entwicklungsteams unterscheiden sich entsprechend den jeweiligen Produkten und Lösungen, die im Fokus stehen. Im Bereich Mailing steht der sichere Transfer von Geldströmen im Mittelpunkt. Die Infrastruktur muss die höchsten sicherheitstechnischen Anforderungen der Postbehörden und -unternehmen weltweit erfüllen. Ergänzt wird diese sichere Infrastruktur durch Hardware- und Softwarekomponenten für die sichere Abrechnung. Diese Abrechnung muss den jeweiligen lokalen Bedingungen in den Märkten entsprechen. Im Bereich der digitalen Produkte und Lösungen stehen überwiegend Softwarekompetenzen im Mittelpunkt, um Lösungen zu entwickeln, die zum Beispiel als Software-as-a-Service oder Platform-as-a-Service für Kunden bereitgestellt werden. Wichtige Aspekte sind auch hier eine sichere Datenübertragung, Kryptographie und das Prozessmanagement, um Daten verfügbar und analysierbar zu machen. 1.6.1.4 AktivitätenIm Einzelnen gab es 2022 die folgenden Schwerpunktaktivitäten: Mailing, Shipping & Office SolutionsDie Entwicklungsaktivitäten konzentrierten sich im Bereich der Frankiermaschinen im Wesentlichen auf Maßnahmen der Anpassung des Produktportfolios an veränderte Markt- und Kundenanforderungen. Hierzu zählen ebenfalls die Anforderungen der Postunternehmen, z.B. an neue Sicherheitsstandards und Zertifizierungen. So wurden beispielsweise die Umsetzung des neuen Sicherheitsstandard FIPS 140-3 in den aktuellen Frankiermaschinenmodellen begonnen. Ebenso wurde die Einführung neuer Ländervarianten und -Infrastruktur für die Umstellung der Azolver-Frankiermaschinen auf FP-Frankiermaschinen vorgenommen. Des Weiteren werden internationale Portotabellen nach Bedarf neu umgesetzt und Softwareanpassungen vorgenommen. Mail ServicesIm Bereich Mail Services wurden in 2022 Anpassungen auf die neuen Anforderungen der Deutsche Post AG im Zuge der Änderung der Rabattstrukturen und der Einliefervorgaben vorgenommen. Hier wurden vor allem die erweiterten Datenanforderungen bei der Übertragung in das Auftragsmanagement der Deutsche Post AG umgesetzt. Ebenso wurden die Reportingfunktionalitäten gegenüber den Kunden erweitert. Digital Business SolutionsIn allen Bereichen der digitalen Produkte wurden Geschäftsfelder und weitere use-cases evaluiert. Durch die permanente kundenorientierte Weiterentwicklung konnte das bestehende Produkt- und Lösungsangebot erheblich ausgeweitet werden: Die digitale Signaturlösung FP Sign wurde mit diversen Komponenten für Enterprise-Kunden erweitert, z.B. das Signieren von Dokumenten in Serie, die Möglichkeit zu automatisierten Remindern und automatisierter GoBD-(Verwaltungsanweisung des Bundesministerium der Finanzen der Bundesrepublik Deutschland: Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) konformer Löschung. Ebenso wurde der Anmeldeprozess bei qualifizierten Signaturen optimiert. Darüber hinaus wurde das Onboarding und die Abrechnung über die eigene Website für Einzelnutzer weiter optimiert. Neben der Entwicklung zusätzlicher Funktionalitäten werden auch die grundlegenden Systeme regelmäßig einem Update unterzogen. Im Bereich des elektronischen Rechtsverkehrs bietet FP im Bereich der EGVP-Lösung vor allem ein integriertes Gateway für elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfächer und DE-Mail an. Hier wurden die Entwicklung weiterer branchenspezifischer Lösungen vorangetrieben (beBPo, eBO). Für DE-Mail, einem Instrument zur sicheren, vertraulichen und nachweisbaren Kommunikation im Internet, wurden laufende Produktpflege und erforderliche Anpassungen vorgenommen, um auch bei Übernahme neuer Kunden im Zuge der Geschäftsaufgabe eines Wettbewerbers gleichzeitig die Stabilität und Ausfallsicherheit durch Redundanz zu gewährleisten. FP Parcel Shipping ermöglicht Kunden die Auswahl des jeweils günstigsten Versanddienstleisters für ihre Pakete. Auch hier stand die Internationalisierung des Produktes sowie die Weiterentwicklung und Ergänzung von Funktionalitäten, wie z.B. zusätzliches Reporting oder die Abwicklung von Rücksendungen, im Vordergrund. Hier wurde vor allem nach der Übernahme der Azolver-Gesellschaften die Einführung der FP-eigenen Parcel-Shipping Lösung in Norwegen vorangetrieben. Die Implementierung eines Subscription Modells ermöglicht es auch, Zielgruppen jenseits der Frankiermaschinenkunden von FP zu erschließen. Die Entwicklung automatisierter Workflows stand im Mittelpunkt des Input- und Output-Managements. Unabhängig vom Kommunikationskanal werden mit Hilfe eines "Communication Highways" eingehende Informationen auf Basis künstlicher Intelligenz analysiert, automatisiert weitergeleitet und ggf. beantwortet. Die Integration in ERP-Systeme ist ebenso bedeutend wie die Internationalisierung der Lösungen. In der Tochtergesellschaft FP NeoMonitor wurde die weitere Validierung des Geschäftsmodells mit Kundenanpassungen der Saas-Plattform im Bereich der Gebäudeautomatisierung und Versorgungswirtschaft vorgenommen. Mit der Übernahme der Azolver-Gesellschaften und des pakadoo-Geschäfts wurden Softwarelösungen zum Empfang und Management von Paketen und Waren sowie Asset Tracking/interne Logistik in das Portfolio der FP-Gruppe aufgenommen. Hier standen vor allem die Erweiterung der Funktionen und neue Anwendungsfälle im Vordergrund. Ebenso wird die weitere Internationalisierung der Lösungen vorangetrieben. Veränderungen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gegenüber dem VorjahrDer Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten hat sich 2021 und 2022 im Vergleich zu früheren Jahren deutlich geändert. Durch die Verlagerung der Verantwortung in die Geschäftsbereiche konnten Projekte und Ressourcen besser kundenorientiert priorisiert und gesteuert werden. Das hat die Konzentration auf zukunftsweisende digitale Produkte deutlich verstärkt. Die Entwicklungsaktivitäten im digitalen Bereich sind nicht nur auf Deutschland beschränkt. Mit dem Aufbau des Shared Service Center in Tallinn sowie der Übernahmen der Azolver-Gesellschaften, die ebenfalls über Entwicklungskapazitäten in Tallinn, Schweden und Norwegen verfügen, wird gewährleistet, dass eine kundenzentrierte effiziente Entwicklung mit einem internationalen Team erfolgt. Unverändert ist es nicht der Anspruch, alle Lösungen selbst zu entwickeln. FP strebt an, das interne Know-how in diesem Bereich auch gezielt anorganisch zu erweitern, wie z.B. mit der Übernahme der Azolver-Gesellschaften oder von pakadoo. 1.6.2 Quantitative Angaben zur Forschung- und EntwicklungENTWICKLUNGSKOSTEN (in Mio. EUR)
Die F&E-Quote gemessen am Konzernumsatz verringerte sich von 3,7 % im Vorjahr auf 1,3 % im Berichtsjahr. 1.6.2.1 EntwicklungskostenDie Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 3,8 Mio. Euro nach 7,6 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 50,0 %. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Entwicklungsaktivitäten im Bereich Digital im Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen. Entwicklungskosten im Frankierbereich stiegen von 0,6 Mio.EUR im Vorjahr auf 1,2 Mio. EUR im Berichtsjahr. Die Aufwendungen für Produktentwicklung und Produktpflege sanken von 7,0 Mio. Euro im Vorjahr um 63,0 % auf 2,6 Mio. Euro. Ferner erhöhten sich die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten (aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen) um 8,9 % auf 6,1 Mio. Euro gegenüber 5,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die Abschreibungen überstiegen damit deutlich die neu aktivierten Entwicklungsaufwendungen. ABSCHREIBUNGEN AUF AKTIVIERTE ENTWICKLUNGSKOSTEN (in Mio. EUR)
1.6.2.2 Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklunga. Aufteilung der Beschäftigten zum Bilanzstichtag auf die Bereiche Forschung und Entwicklung in Prozent
b. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Forschung und EntwicklungEnde 2022 waren in den Bereichen Forschung und Entwicklung des FP-Konzerns (einschließlich Tochtergesellschaften) 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest angestellt (im Vorjahr 72 Beschäftigte); dies entspricht 7,1 % (Vorjahr 8,0 %) der gesamten Konzernbelegschaft. Das entspricht annähernd dem Vorjahresniveau. Grund dafür ist die Weiterführung der Maßnahmen des Transformationsprogramms FUTURE@FP und die Konzentration der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen des "Rightsizing" und "Rightshoring" unter Einbindung der Belegschaft der Azolver Gesellschaften. Aufgrund der Neuzuordnung innerhalb der Bereiche der Forschung und Entwicklung ergaben bei der Embedded Software, Test, Postal Relations sowie Anwendungsentwicklung und der Entwicklung/Sonderanwendungen / IoT /Sonstiges / Warenwirtschaft entsprechende Verschiebungen. Für Projekte im Bereichen MSO und DBS sowie für Projekte zur Produktpflege werden bei Bedarf zusätzliche, externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär eingesetzt. 1.6.3 AusblickDie Neuausrichtung der Entwicklung hat sich in den vergangenen beiden Geschäftsjahr bewährt. Mit dem Aufbau und der Erweiterung der Kapazitäten vor allem im digitalen Bereich wird weiterhin daran gearbeitet, dass die Produkte und Lösungen zuverlässig die Erwartungen des jeweiligen Marktes erfüllen und die mit dem Entwicklungsaufwand korrespondierenden Umsatzerwartungen realisiert werden. 2. Wirtschaftliche RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDas globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2022 nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) 4 um 3,4 % und der Anstieg war damit schwächer als in 2021, wo das Wachstum noch durch Nachholeffekte aufgrund der Coronapandemie gekennzeichnet war. Während in den Schwellenländern die Konjunkturerholung noch etwas stärker verlief, war der Anstieg des BIP in den für den FP-Konzern vor allem relevanten Industriestaaten eher moderat. In den USA, dem hinsichtlich Kundenanzahl und Umsatz größten FP-Auslandsmarkt, war 2022 ein Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zu beobachten. Die Wirtschaft in den Euro-Staaten und in Deutschland entwickelte sich ebenfalls positiv, wobei das Wirtschaftswachstum in Deutschland deutlich niedriger als im Euroraum war, wie folgende Grafik zeigt: TABELLE BIP ENTWICKLUNG IN 2022
Quellen: IWF, Bureau of Economic Analysis, Eurostat, Statistisches Bundesamt Für den Export des FP-Konzerns in die USA, aber auch in andere Märkte, spielt das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar eine wichtige Rolle. Im Jahresverlauf 2022 verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar kontinuierlich unter Schwankungen an Wert; zum Jahresende erholte sich der Kurs und lag zum 31. Dezember 2022 bei 1,07 US-Dollar und damit rund 6 % unter dem Vorjahresschlusskurs. Im Durchschnitt notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar im Geschäftsjahr 2022 sogar rund 11 % unter dem Niveau der Vorjahresberichtsperiode. Beim für den FP-Konzern ebenfalls wichtigen Britischen Pfund gab es 2022 eine leichte Aufwärtsbewegung. Auf Jahressicht blieb der Wechselkurs mit einem Schlusskurs von 0,89 Pfund deutlich über dem Niveau von 0,84 Pfund Ende 2021. Damit notierte der Euro gegenüber dem Britischen Pfund im Geschäftsjahr 2022 rund 6 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Gegenüber dem Kanadischen Dollar blieb der Euro in 2022 nahezu unverändert (+/-0 %). Im Vergleich zur Schwedischen Krone legte der Euro hingegen leicht zu (+8 %). Ein schwächerer Eurokurs wirkt sich positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des FP-Konzerns aus, insofern Teile des Umsatzes in diesen Währungen erlöst und auf Konzernebene in Euro umgerechnet werden.
4 IWF:
https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023
Der FP-Konzern beschäftigt sich in aus- und inländischen Märkten mit der Verarbeitung von Post. Nach wie vor werden laut Statistik des Weltpostvereins 8 rund 260 Milliarden Briefe weltweit versendet mit rückläufigem Trend (2021; die weltweiten Zahlen für 2021 lagen bei rund 257 Mrd. Briefen; eine leicht rückläufige Entwicklung gegenüber 259 Mrd. in 2020). In den meisten Ländern hatte es durch COVID-19 bedingt erhebliche Rückgänge im Briefvolumen insbesondere in 2020 gegeben, die deutlich über dem zuvor prognostizierten Trend für die nächsten Jahre lagen. Die Rückgänge waren vor allem im Bereich der Werbesendungen erheblich. In 2021 haben sich die Rückgänge deutlich abgeschwächt, vor allem im Bereich der Werbesendungen sind Nachholeffekte erkennbar. Dieser Trend hat sich auch in 2022 fortgesetzt, mittelfristig werden sich die Rückgangsraten wieder den ursprünglichen Werten nähern 9. So wird z.B. in Deutschland mit einem Rückgang des adressierten Briefvolumens von 3-4 % jährlich gerechnet. Im Jahr 2021 lag der Rückgang in Deutschland nur bei 0,3 %; hier lagen allerdings noch Nachholeffekte von Corona wie auch Sondereffekte durch ein Wahljahr vor. Der Paketmarkt zeichnet sich demgegenüber durch sein starkes Wachstum aus, dass durch COVID-19 bedingt nochmals einen Schub erhalten hat. Weltweit wird für die nächsten 3-4 Jahre mit einem jährlichen Wachstum von über 15 % gerechnet. Das weltweite Paketvolumen lag 2020 bei mehr als 130 Mrd. Sendungen. 2021 wurden weltweit 159 Mrd. Sendungen verschickt - ein Anstieg von 21 % gegenüber 2020 10. Der vor allem coronabedingte starke Anstieg in 2020 und 2021 dürfte sich in 2022 leicht abgeschwächt haben. Hier macht sich zusätzlich die schwächere Konjunktur bemerkbar. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor. Insgesamt wird für die nächsten Jahre ein weiteres Wachstum von 11 % jährlich prognostiziert. In Deutschland betrug das Paketvolumen in 2021 4,5 Mrd. Sendungen, für die nächsten Jahre wird ein Wachstum von 7 % prognostiziert 11.
8 Website des Weltpostvereins:
https://www.upu.int/en/Universal-Postal-Union/Activities/Research-Publications/Postal-Statistics
3. GeschäftsverlaufVergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf des KonzernsNachfolgende Tabelle zeigt die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des FP-Konzerns. VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF 2022
1) Bei gleichbleibenden Wechselkursen für
Fremdwährungen.
3.1 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf der FP HoldingDie Prognose sah für die FP Holding für das Geschäftsjahr 2022 eine leichte Verbesserung des Beteiligunsgergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern vor. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete die FP Holding demgegenüber ein stark rückläufiges Beteiligungsergebnis in Höhe von 2,4 Mio. Euro (im Vorjahr 16,7 Mio. Euro) und liegt damit weit unter der Prognose. Die starke Abweichung beruht hauptsächlich auf niedrigeren Ergebnisbeiträgen von ausländischen Tochtergesellschaften und Gewinnabführungen des steuerlichen Organkreises. Die FP Holding erzielte im Berichtsjahr ein Ergebnis vor Steuern von -2,6 Mio. Euro (im Vorjahr 12,8 Mio. Euro). Dies stellt ebenfalls eine deutliche Abweichung von der Prognose dar. Die deutliche Verminderung beruht hauptsächlich auf dem Beteiligungsergebnis. 3.2 GeschäftsverlaufDer FP-Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 einen Geschäftsverlauf, der besser als erwartet ausfiel. 2022 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 251,0 Mio. Euro gegenüber 203,7 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Insgesamt weist FP für das Geschäftsjahr 2022 damit einen um 23,2 % gestiegenen Umsatz aus. Dabei trugen alle Geschäftsbereiche zum Wachstum bei. Am 23. März 2022 hat FP sämtliche Anteile und Stimmrechte an der Azolver-Gruppe erworben. Am 1. Oktober 2022 hat der FP-Konzern im Wege eines Asset-Deals den Geschäftsbetrieb der pakadoo GmbH, Böblingen, übernommen. Zu weiteren Einzelheiten siehe Anhangangabe 4. Gleichzeitig arbeitete das Unternehmen kontinuierlich an der Umsetzung des Transformationsprogramms FUTURE@FP. Hier zeigen sich weiterhin positive Resultate. Im Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions war der Umsatz 2022 zweistellig im Plus. Das Unternehmen verzeichnete positive Währungseffekte und profitierte von zusätzlichen Umsätzen durch die Portoumstellung in Deutschland und dem Umsatzbeitrag der operativen Gesellschaften von Azolver. Im Geschäftsbereich Digital Business Solutions verzeichnete FP ein deutliches Umsatzwachstum. Dieser Bereich profitiert von den fokussierten Maßnahmen des Transformationsprogramms und konzentriert sich auf Geschäftsmodelle mit einem klaren Werteversprechen für die Kunden und deutlichem Skalierungspotenzial. Auch im Geschäftsbereich Mail Services stieg der Umsatz, im Wesentlichen durch die Porterhöhung sowie der gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlichen Erhöhung des verarbeiteten Briefvolumens. Das EBITDA stieg auf 27,6 Mio. Euro gegenüber 18,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, überwiegend aufgrund der guten Umsatzentwicklung in allen Geschäftsbereichen und der Maßnahmen des Transformationsprogramms bei einer gleichzeitig reduzierten Kostenbasis. Positiv wirkten zudem die Effekte aus der Portoerhöhung sowie Währungsgewinne. Im Vergleich zur Vorjahresperiode verzeichnete FP damit insgesamt eine positive Entwicklung und belegt so das robuste Geschäftsmodell des FP-Konzerns. Zudem verfügt das Unternehmen über ausreichend Liquidität sowie über finanzielle Flexibilität und Reserven auf der Grundlage des bestehenden Konsortialdarlehensvertrages. Im Oktober 2022 hat FP-Konzern mit drei der vier Banken den Konsortialdarlehen auf ein weiteres Jahr prolongiert. Dementsprechend stehen dem FP-Konzern bis zum Ende September 2023 insgesamt 90 Mio. EUR, und bis zum Ende September 2024 67,5 Mio. EUR zur Verfügung. Die in Anspruch genommene Kreditlinie per 31.12.2022 (außer 1,4 Mio. Euro Avale) beträgt 30 Mio. Euro, woraus 7,5 Mio. Euro zum Ende September 2023 und 22,5 Mio. Euro zum Ende September 2024 zur Rückzahlung fällig sind. Zugleich werden bereits Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium zur Weiterführung des onsortialkredits geführt. Im Rahmen der Hauptversammlung gab Francotyp-Postalia Veränderungen im Vorstand bekannt. Der Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG hat Ralf Spielberger mit Wirkung zum 1. Oktober 2022 zum Mitglied des Vorstands und zum neuen Finanzvorstand (CFO) bestellt. Er übernahm die Aufgaben von Martin Geisel, der seinen Vertrag vereinbarungsgemäß nicht verlängerte. 4. Lage des KonzernsDer Konzernabschluss der Francotyp Postalia Holding AG wurde nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. 4.1 Ertragslage des KonzernsDie Entwicklung wesentlicher Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung war wie folgt:
4.1.1 UmsatzentwicklungIm Geschäftsjahr 2022 erzielte der FP-Konzern einen Umsatz von 251,0 Mio. Euro im Vergleich zu 203,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum (währungsbereinigt 244,7 Mio. Euro; ein Anstieg um 20,1 % im Vorjahresvergleich). Seit Frühjahr 2021 setzt FP das Transformationsprogramm FUTURE@FP konsequent um. Die Umsatzzahlen belegen, dass sich die Maßnahmen auszahlen. FP verfolgt einen Wachstumskurs und konnte sich trotz des Wirtschaftsklimas und des herausfordernden Marktumfelds sehr gut behaupten und steigende Umsätze, auch durch wiederkehrende Umsätze, verzeichnen. Ein Wachstum wurde in allen Geschäftsbereichen erzielt. Mit 152,1 Mio. Euro realisierte das Unternehmen im größten Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz deutlich über dem Vorjahresniveau von 122,6 Mio. Euro. Basis der soliden Entwicklung ist die PostBase-Produktfamilie. Das Wachstum im Segment Mailing, Shipping & Solutions - Nordamerika (NAM) lag bei 16,2 %, während Mailing, Shipping & Solutions - Europa sich mit einem Plus von 30,2 % noch besser entwickelte. Im Umsatzwachstum des Segmentes Mailing, Shipping & Office Solutions - Europa war auch der erstmalige Beitrag der neu akquirierten operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe in Höhe von 19,1 Mio. Euro für neun Monate im Geschäftsjahr 2022 enthalten. Außerhalb des Euro-Raums wurden positive Währungseffekte (USD, CAD, GBP und SEK) von rund 6,2 Mio. Euro erzielt. Basierend auf der vorhandenen Produktpalette, die auf das Segment kleiner Briefvolumina ausgerichtet ist, und dem hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen verfügt das Unternehmen nach wie vor über ein robustes Geschäftsmodell und ist für die Zukunft im Kerngeschäft vergleichsweise gut aufgestellt. Denn trotz der weltweit rückläufigen Marktentwicklung im Frankiermaschinengeschäft sind 2022 die Umsatzzahlen des FP-Konzerns deutlich gestiegen. Der Umsatz im Geschäftsbereich Mail Services ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,6 % gestiegen. Das Geschäft mit Mail Services rund um die Abholung, Frankierung und Konsolidierung von Geschäftspost entwickelte sich nach der erfolgreichen Reorganisation wieder positiv. Im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich der Umsatz auf 73,4 Mio. Euro nach 59,8 Mio. Euro im Vorjahr - vor allem aufgrund eines gestiegenen Frankiervolumens und damit höheren "Porto-Anteils" sowie der ab Beginn des Geschäftsjahres wirksamen Portoerhöhung. Neben den Effekten aus der Portoerhöhung Anfang 2022 war der Umsatz durch einen höheren Frankieranteil aufgrund von Corona-bedingten Personalausfällen bei Kunden und einmaligen Aussendungen im ersten Halbjahr deutlich höher als üblich. Im zweiten Halbjahr hat sich dieser Effekt normalisiert. Das verarbeitete Briefvolumen stieg insgesamt im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht an. Der Umsatz im Geschäftsbereich Digital Business Solutions verzeichnete im Berichtszeitraum mit 25,5 Mio. Euro ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr (21,3 Mio. Euro) von 20 %. Die Signaturlösung FP Sign zeigt eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung, die sowohl von den Vertriebserfolgen des vergangenen Jahres mit wiederkehrenden Erlösen als auch einer gesteigerten Neukundenakquise profitiert. Diese innovative digitale Lösung kann durch die veränderten Arbeitsbedingungen infolge der Pandemie eine Verbesserung der Auftragspipeline vorweisen; die im April 2021 abgeschlossene Partnerschaft mit der DATEV eG, dem drittgrößten Anbieter für Business-Software in Deutschland und einer der großen europäischen IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, entfaltet ebenfalls ihre Wirkung. Zusätzlich konnten Partner gewonnen werden, die als Multiplikatoren das Geschäfts verstärken. Im Bereich DE-Mail /elektronischer Rechtsverkehr schlägt sich neben einer insgesamt gestiegenen Kundennachfrage der Marktaustritt eines Wettbewerbers positiv nieder. Auch der Bereich Output Management profitierte von erhöhter Kundenaktivität. Größter ausländischer Markt des FP-Konzerns blieben auch im Geschäftsjahr 2022 die USA. Dort erhöhte sich der Umsatz um 16,6 % von 50,0 Mio. Euro auf 58,3 Mio. Euro. Ein wesentlicher Treiber hierfür sind die verschärften postalischen Anforderungen in den USA. Dadurch kommt es zu einer Dezertifizierung von älteren Frankiersystemen, die für FP als kleinerem Marktteilnehmer in den USA Potential für die Gewinnung von Wettbewerbskunden bietet. Währungsbereinigt stieg der Umsatz im Berichtszeitraum in den USA um 6,0 %. Die positiven Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 6,2 Mio. Euro. Die Umsatzentwicklung (in Mio. Euro) war wie folgt:
UMSATZERLÖSE NACH PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN
Im Servicegeschäft war ein Anstieg um 68,8 % im Vergleich mit der Vorjahresperiode im Wesentlichen durch Erwerb der Azolver-Gesellschaften und erzielte Rate-Change-Umsätze zu verzeichnen. Der Anstieg der Erlöse aus Produktverkäufen im Kerngeschäft im Geschäftsjahr 2022 ist im Wesentlichen auf einen Umsatzanstieg in NAM und einen Umsatzanstieg in Europa hauptsächlich durch Erwerb von Azolver-Gesellschaften zurückzuführen. Das Geschäft mit Verbrauchsmaterial verzeichnete einen Anstieg um 21,0 % im Wesentlichen durch Erwerb der Azolver-Gesellschaften. Die Umsatzerlöse aus dem Leasinggeschäft erhöhten sich im Geschäftsjahr leicht um 4,2 % im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum im Wesentlichen durch Erwerb der Azolver-Gesellschaften. Eine Umsatzsteigerung wurde auch in den Produktkategorien Software/Digital um 31,4 % und Mail Services um 22,6 % erzielt. Hierbei stiegen vor allem die Umsätze bei den Produktkategorien Output-Management, DE-Mail/EGVP und FP Sign. 4.1.2 Aktivierte EigenleistungenDie aktivierten Eigenleistungen verzeichneten im Geschäftsjahr 2022 einen Anstieg auf 7,7 Mio. Euro (+24,2 % gegenüber dem Vorjahr). Die in den aktivierten Eigenleistungen enthaltenen Entwicklungskosten erhöhten sich gegenüber 2021 um 0,5 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro. Im Berichtsjahr wurden insbesondere Entwicklungskosten für die Produktentwicklung im Frankierbereich aktiviert. Der Anteil der enthaltenen Zugänge an vermieteten Erzeugnissen - als fester Bestandteil des Kerngeschäfts im Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions - erhöhte sich im Berichtsjahr auf 6,6 Mio. Euro gegenüber 5,4 Mio. Euro im Vorjahr. Im Vorjahr wurden im Wesentlichen Entwicklungskosten für die Entwicklung neuer IoT-Produkte sowie weitere Investitionen in die PostBase Vision mit Vision360 aktiviert. 4.1.3 Sonstige betriebliche ErträgeDer Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge im Berichtsjahr von 1,7 Mio. Euro auf 2,1 Mio. Euro ist überwiegend auf den Erwerb der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe zurückzuführen. 4.1.4 MaterialaufwandIm Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich der Materialaufwand des FP-Konzerns um 20,7 % auf 124,7 Mio. Euro gegenüber 103,3 Mio. Euro im Vorjahr. Ursächlich hierfür waren neben den allgemeinen Preissteigerungen die erhöhten Aktivitäten im Geschäftsbereich Mail Services, der Erwerb der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe sowie der Produktmix in der Berichtsperiode. Die Aufwendungen für Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe erhöhten sich im Berichtsjahr auf 43,8 Mio. Euro im Vergleich zu 37,2 Mio. Euro im Vorjahr. Diese Erhöhung ist insbesondere auf das starke Frankiermaschinengeschäft und den Umsatzbeitrag der neu erworbenen Azolver-Gesellschaften zurückzuführen. Zudem stiegen die Kosten für Mikrochips bei Frankiermaschinen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen, die überwiegend auf das Segment Mail Services entfallen, erhöhten sich auf 80,9 Mio. Euro ebenfalls gegenüber dem Vorjahresniveau in Höhe von 66,1 Mio. Euro, wobei sich die Aufwendungen für bezogenes Porto mit 72,7 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 59,1 Mio. Euro lagen. Die Materialaufwandsquote, der Materialaufwand im Verhältnis zum Umsatz, verminderte sich im Berichtsjahr trotz der deutlich gestiegenen Materialkosten auf 49,7 % (im Vorjahr 50,7 %). 4.1.5 PersonalaufwandDer Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 14,1 % auf 65,7 Mio. Euro (im Vorjahr 57,6 Mio. Euro). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Übernahme der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe zurückzuführen. Die Personalaufwandsquote, der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz, sank im Geschäftsjahr 2022 weiter auf 26,2 % gegenüber 28,3 % im Vorjahr und zeigt damit auch die positiven Auswirkungen des Transformationsprogramms. 4.1.6 Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDer Anstieg der Aufwendungen aus Wertminderungen auf 2,8 Mio. Euro (im Vorjahr 1,5 Mio. Euro) resultiert hauptsächlich sowohl aus erhöhten Einzelausfallrisiken als auch aus erhöhten Aufwendungen für Ausbuchung von Forderungen. 4.1.7 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 um 19,2 % von 33,8 Mio. Euro auf 40,3 Mio. Euro. Gründe hierfür sind vor allem die Einbeziehung der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe einschließlich Due Diligence-Kosten sowie planmäßige höhere Aufwendungen für die geplante Einführung der neuen ERP-Lösung. Folglich stiegen die Aufwendungen für EDV-Fremdleistungen um 3,1 Mio. Euro, für Verpackung und Fracht um 1,6 Mio. Euro sowie die Reisekosten um 0,7 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber steht der Rückgang der Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen (0,2 Mio. Euro, i. Vj. 2,9 Mio. Euro). 4.1.8 EBITDAIm Geschäftsjahr 2022 erzielte der FP-Konzern ein EBITDA von 27,6 Mio. Euro gegenüber 18,5 Mio. Euro im Vorjahr. Die EBITDA-Marge des FP-Konzerns verbesserte sich auf 11,0 % nach 9,1 % im Vorjahr. Das EBITDA wurde im Wesentlichen durch die erhöhten Umsatzerlöse, eine gleichzeitig reduzierte Kostenbasis, Effekte aus der Rate Change sowie die entstandenen Währungsgewinne positiv beeinflusst. Demgegenüber standen negative Effekte aus der Integration der Azolver-Gesellschaften. 4.1.9 Abschreibungen und WertminderungenIm Geschäftsjahr 2022 erhöhten sich die Abschreibungen und Wertminderungen gegenüber dem Vorjahr um 9,6 % von 19,1 Mio. Euro auf 21,0 Mio. Euro. Dies resultiert in erster Linie aus der erstmaligen Einbeziehung der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe sowie erfassten Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungskosten von IoT-Projekten in Höhe von 1,0 Mio. Euro. 4.1.10 ZinsergebnisDer Anstieg des Zinsergebnisses im Geschäftsjahr 2022 um 0,3 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro resultierte hauptsächlich aus den im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Mio. Euro gestiegenen Zinserträgen im Zusammenhang mit dem Abschluss diverser steuerlicher Betriebsprüfungen. Die Zinsaufwendungen aus dem Konsortialdarlehen sanken um 0,1 Mio. Euro. Dies resultiert daraus, dass die auf Basis der Covenants festgesetzten Margen von 1,75 % im 2. Halbjahr 2022 auf 0,90 % vermindert werden konnten. Die Erhöhung der Zinserträgen aus Finanzierungsleasing um 0,1 Mio. Euro wurde durch den Anstieg der Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten um 0,1 Mio. Euro kompensiert. 4.1.11 Sonstiges FinanzergebnisDer FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2022 ein positives sonstiges Finanzergebnis in Höhe von 0,4 Mio. Euro (im Vorjahr positiv 1,6 Mio. Euro). Die Entwicklung im sonstigen Finanzergebnis beruht maßgeblich auf Wechselkurseffekten aus Fremdwährungsumrechnungen, insbesondere der stichtagsbezogenen Bewertung von Bilanzposten, sowie auf Aufwendungen und Erträge aus den Entwicklungen von Währungssicherungen. 4.1.12 Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werdenIm Vorjahreszeitraum hatte der FP-Konzern aus der anteilsmäßig (at equity) in den Konzernabschluss einbezogenen Beteiligung an der Juconn GmbH einen Gewinn in Höhe von 0,1 Mio. Euro aus der Veräußerung der Anteile an der Juconn GmbH im April 2021 realisiert. 4.1.13 ErtragsteuernDie Aufwendungen aus Ertragsteuern betragen im Geschäftsjahr 2022 3,0 Mio. Euro (im Vorjahr 1,8 Mio. Euro). Dies entspricht einer Steuerquote von 35,4 % (im Vorjahr 83,1 %). Die Steuerquote wird im Wesentlichen durch nicht angesetzte latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge verursacht. 4.1.14 KonzernergebnisKONZERNERGEBNIS (in Mio. EUR und EPS (unverwässert) in EUR)
Das Konzernergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2022 deutlich auf 5,5 Mio. Euro, im Wesentlichen aufgrund der Steigerung des EBITDA. 4.1.15 Zusammenfassung der Ergebnisse pro SegmentDie Segmente berichten nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften. In der folgenden Tabelle werden Umsatz und EBITDA der Segmente dargestellt. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE PRO SEGMENT
1) Umsatzerlöse mit externen Dritten und
EBITDA nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften
4.2 Finanzlage des Konzerns4.2.1 Grundsätze und Ziele des FinanzmanagementsZentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität des FP-Konzerns zu sichern. Das Unternehmen erreicht dieses Ziel durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente. Bei deren Auswahl werden die Flexibilität, die Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung. Grundsätzlich stammt ein wesentlicher Teil der Liquidität des FP-Konzerns aus der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente mit dem daraus resultierenden Mittelzufluss. Ergänzend nutzt das Unternehmen Kredite von Finanzinstituten und Finanzierungsleasing. 4.2.2 Dividendenberechtigter Bilanzgewinn und DividendeAuch im Rahmen der Umsetzung der neuen Strategie hat die Dividendenpolitik des FP-Konzerns grundsätzlich Bestand. Das Unternehmen legt den Fokus derzeit aber auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität, um die strategischen und operativen Ziele des FP-Konzerns nachhaltig abzusichern. Aufgrund des Transformationsprozesses von FP und der Sicherung der nachhaltigen Profitabilität sowie der Azolver-Akquisition hat das Unternehmen beschlossen, für das Geschäftsjahr 2022 erneut keine Dividende auszuschütten. FINANZVERBINDLICHKEITEN (in Mio. EUR)
Der mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium seit 2016 bestehende und im Geschäftsjahr 2018 vorzeitig verlängerte und erweiterte Konsortialdarlehensvertrag über ein Finanzierungsvolumen in Höhe von bisher insgesamt 150 Mio. Euro hatte eine Laufzeit bis zum 28. September 2023. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der bestehende Konsortialdarlehensvertrag angepasst und im September des Geschäftsjahres 2022 prolongiert. Damit stehen dem FP-Konzern bis zu 90 Mio. Euro bis zum September 2023 bzw. 67,5 Mio. Euro bis zum September 2024 zur Verfügung, die bis auf weiteres ausschließlich in EUR ausgenutzt werden können. Die vier Banken - Commerzbank AG, Landesbank Baden-Württemberg, Postbank Luxemburg (eine Niederlassung der DB Privat- und Firmenkundenbank AG) und UniCredit Bank AG - beteiligen sich mit jeweils 22,5 Mio. Euro. Das Konsortialdarlehen besteht aus einer endfälligen langfristigen Kreditfazilität (Term Facility) in Höhe von 30 Mio. Euro und einer revolvierenden Kreditfazilität (Revolving Facility) in Höhe von 60 Mio. Euro. Der Kreditvertrag dient weiterhin der Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem verfügt der FP-Konzern über unternehmerische Freiräume, um weitere finanzielle Verpflichtungen einzugehen. Insgesamt bildet der Konsortialdarlehensvertrag eine zukunftsweisende Grundlage für die finanzielle Stabilität und Flexibilität des FP-Konzerns. Angaben zu Veränderungen im Geschäftsjahr 2022 im Eigenkapital des Unternehmens finden sich im Abschnitt 4.3.2 Eigenkapital. 4.2.3 InvestitionsanalyseINVESTITIONEN (in Mio. EUR)
Der FP-Konzern investierte auch im Geschäftsjahr 2022 erneut in künftiges Wachstum und hierbei unter anderem in Frankiersysteme für Mietmärkte, in den Ausbau der Position des Konzerns auf dem Markt, in die Produktentwicklung sowie die Produktion und andere Kern- und Unterstützungsprozesse. Das Unternehmen hat sich erneut erfolgreich auf die Kostenkontrolle und das Liquiditätsmanagement konzentriert. Zugleich wurde die Transformation im Rahmen von FUTURE@FP nachhaltig vorangetrieben. Dabei lagen die Investitionen im Gesamtjahr 2022 mit 14,3 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 8,5 Mio. Euro. Grund hierfür ist insbesondere der Erwerb der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe am 23. März 2022 (unter Berücksichtgung von erworbenen Zahlungsmitteln in Höhe von 8,1 Mio. Euro). Die Investitionen in vermietete Erzeugnisse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 insgesamt auf 7,5 Mio. Euro (im Vorjahr 6,7 Mio. Euro). Im Rahmen der Umsetzung von FUTURE@FP investierte der FP-Konzern 1,1 Mio. Euro in die Entwicklung neuer Produkte (im Vorjahr 0,6 Mio. Euro). 4.2.4 LiquiditätsanalyseLIQUIDITÄTSANALYSE (IN MIO. EUR)
Der FP-Konzern hat sich auch im Geschäftsjahr 2022 erfolgreich auf die Kostenkontrolle und das Liquiditätsmanagement konzentriert. Mit 22,4 Mio. Euro lag der operative Cashflow im Jahr 2022 deutlich über dem Vorjahresniveau (im Vorjahr 15,1 Mio. Euro). Hauptsächlich trug das verbesserte Konzernergebnis mit einem Anstieg um 5,1 Mio. Euro sowie die Abnahme der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 2,1 Mio. Euro zur Verbesserung des operativen Cashflows bei. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich im Geschäftsjahr 2022 deutlich erhöht. Der Anstieg des Cashflows aus Investitionstätigkeit auf -14,3 Mio. Euro gegenüber -8,5 Mio. Euro im Vorjahr resultiert hauptsächlich aus Auszahlungen für den Erwerb der Azolver-Gesellschaften (unter Berücksichtgung von erworbenen Zahlungsmitteln in Höhe von 8,1 Mio. Euro) und aus der Erhöhung der Investitionen in Sachanlagen. Bezüglich weiterer Veränderung wird auf den Abschnitt 4.2.3 Investitionsanalyse verwiesen. Aufgrund des verbesserten operativen Cashflows erhöhte sich der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2022 trotz der höheren Investitionen auf 8,1 Mio. Euro (im Vorjahr 6,5 Mio. Euro). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 enthält Auszahlungen aus dem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 0,5 Mio. Euro. Im Vorjahr waren Auszahlungen zur Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 6,9 Mio. Euro zu verzeichnen. Die Auszahlungen zur Tilgung von Leasingverbindlichkeiten haben sich um 0,5 Mio. Euro auf 4,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. ZUGESAGTE, ABER NICHT AUSGENUTZTE KREDITLINIEN (in Mio. EUR)
Gemäß Konsortialdarlehensvertrag ist der FP-Konzern verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten:
Vereinbarungsgemäß werden nach einem vereinfachten Verfahren Einmaleffekte für die Berechnung der Covenants (teilweise) bereinigt. Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt im Geschäftsjahr 2022 seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. 4.3 Vermögenslage des KonzernsBILANZSTRUKTURGRAFIK (in Mio. EUR)
Die Bilanz des FP-Konzerns zum 31. Dezember 2022 wird geprägt durch den Erwerb der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe, die Umsetzung von FUTURE@FP sowie der positiven operativen Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022. 4.3.1 Lang- und kurzfristige VermögenswerteLANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich nur leicht von 75,7 Mio. Euro um 0,2 Mio. Euro auf 75,9 Mio. Euro. Der Wert der immateriellen Vermögenswerte blieb mit einem Betrag von 19,8 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau. Im Berichtsjahr sind Zugänge unter dem Posten Kundenlisten und entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 5,8 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Erwerb der operativen Azolver-Gesellschaften zu verzeichnen; hierbei handelt es sich im Wesentlichen um identifizierte Kundenbeziehungen. Die Zugänge noch nicht abgeschlossener Entwicklungsprojekte wurden in Höhe von 1,3 Mio. Euro erfasst und die Wertminderung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Kundenlisten 0,6 Mio. Euro. Eine Wertminderung des Firmenwertes wurde im Vorjahr in Höhe von 0,7 Mio. Euro erfasst. Die Erhöhung der Immateriellen Vermögenswerte wurde teilweise durch Abschreibungen der selbsterstellten (5,1 Mio. Euro) sowie der Kundenlisten (1,0 Mio. Euro) und entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerten (0,5 Mio. Euro) kompensiert. Die Wertminderung der selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte betrug 1,0 Mio. Euro. Die Erhöhung der Sachanlagen um 1,0 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg bei den vermieteten Erzeugnissen um 2,1 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte der Rückgang der technischen Anlagen und Maschinen um 0,8 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 89,9 Mio. Euro um 6,9 Mio. Euro auf 96,8 Mio. Euro. Dies resultiert überwiegend aus der Erhöhung der Vorräte um 3,0 Mio. Euro sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,2 Mio. Euro. Ursächlich für den Bestandsaufbau sind die durch um ca. 10 % gestiegene Materialbeschaffungskosten bedingte Erhöhung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 0,7 Mio. Euro sowie der Handelswaren in Höhe von 1,3 Mio. Euro. Der Anteil der im Geschäftsjahr erstmals einbezogenen Azolver-Gesellschaften beträgt 0,9 Mio. EUR. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus dem Zugang der Azolver-Gesellschaften. Zudem gab es eine Erhöhung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 1,4 Mio. Euro sowie einen Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1,1 Mio. Euro. 4.3.2 EigenkapitalZum 31. Dezember 2022 betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG 16,3 Mio. Euro, eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag (im Vorjahr 16.301.456). Zum 31. Dezember 2022 hielt das Unternehmen 403.907 eigene Aktien (im Vorjahr: 257.393) bzw. 2,5 % am Grundkapital (im Vorjahr: 1,6 %). FP führt seit Anfang November 2022 ein Aktienrückkaufprogramm durch und erwarb 146.514 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 3,24 Euro bis zum 31. Dezember 2022. Der rechnerische Wert der eigenen Anteile wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Differenzbetrag zum Kaufpreis wird seit 2021 im Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG mit dem Bilanzergebnis verrechnet. Im Konzernabschluss erfolgt wie im Vorjahr eine offene Absetzung der eigenen Anteile vom Eigenkapital. Zusätzliche Angaben zu den eigenen Aktien befinden sich im Konzernanhang, Abschnitt IV. (27). Weitere Angaben zum genehmigten und zum bedingten Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem erläuternden Bericht des Vorstands gemäß § § 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB im Abschnitt 8 des zusammengefassten Lageberichtes entnommen werden. Das Eigenkapital des Konzerns hat sich von 14,5 Mio. Euro um 8,1 Mio. Euro auf 22,6 Mio. Euro erhöht. Der Anstieg ist hauptsächlich auf das positive Gesamtergebnis zurückzuführen. 4.3.3 Lang- und kurzfristige SchuldenLANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN
Die langfristigen Schulden verminderten sich von 60,8 Mio. Euro um 10,2 Mio. Euro auf 50,6 Mio. Euro im Wesentlichen durch den Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 7,2 Mio. Euro. Dies resultiert aus der Fristigkeitsänderung des im Oktober 2022 verlängerten Konsortialdarlehensvertrages. Die Rückstellungen für Pensionen verringerten sich um 4,3 Mio. Euro. Ursache dafür ist die Neubewertung der Nettoschuld aufgrund der Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne- und Verluste. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich von 90,3 Mio. Euro um 9,2 Mio. Euro auf 99,5 Mio. Euro. Dies resultiert hauptsächlich aus der Zunahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 7,2 Mio. Euro im Wesentlichen aufgrund der Umgliederung des Anteils des Konsortialkredits, der im Wirtschaftsjahr 2023 zur Tilgung ansteht. Außerdem stiegen die Leasingverbindlichkeiten um 0,8 Mio. Euro sowie die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 4,6 Mio. Euro. Gegenläufig wirkten der Rückgang der kurzfristigen Restrukturierungsrückstellungen um 2,3 Mio. Euro durch Verbrauch und teilweiser Auflösung, sowie der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Teleportogeldern um 2,8 Mio. Euro, was hauptsächlich durch die Verringerung der Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden, bedingt ist. Eine ergänzende Kennziffer für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoverschuldung und Eigenkapital und wird laufend überprüft. ENTWICKLUNG DER NETTOSCHULDEN (in Mio. EUR)
Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Finanzmittel. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Leasingverbindlichkeiten. In die Finanzmittel werden die liquiden Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) einbezogen. Diese Darstellung gilt sowohl im Hinblick auf die Bestimmung des Nettoverschuldungsgrades als Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns als auch in Bezug auf den Ausweis in der Kapitalflussrechnung. Aufgrund des erzielten Umsatzwachstums sowie der Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zum Liquiditätsmanagement einerseits und die Einbeziehung der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe andererseits verringerte sich im Geschäftsjahr 2022 die Nettoverschuldung des FP-Konzerns um 11,3 %. Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 deutlich auf 22,6 Mio. Euro; dies entspricht einer Erhöhung um 7,8 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (14,7 Mio. Euro). 4.3.4 LeasingDer FP-Konzern betreibt als Leasinggeber sowohl Operate Lease als auch Finance Lease. Diese Geschäftsmodelle beeinflussen die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens. Im Anlagevermögen sind zum 31. Dezember 2022 unter dem Posten "Vermietete Erzeugnisse" Vermögenswerte mit einem Buchwert in Höhe von 20,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 18,3 Mio. Euro) bilanziert, die im Wesentlichen im Rahmen von Operate Lease-Vereinbarungen an Kunden vermietet werden. Die Finance Lease-Vereinbarungen mit Kunden finden sich unter "Forderungen aus Finanzierungsleasing" und belaufen sich zum Bilanzstichtag im langfristigen und kurzfristigen Bereich in Summe auf 23,1 Mio. Euro (im Vorjahr: 23,6 Mio. Euro). 4.4 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des KonzernsDas Geschäftsjahr 2022 verlief deutlich besser als das Vorjahr und insgesamt positiv für FP. Der Umsatz lag mit 251,0 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Das EBITDA erreichte 27,6 Mio. Euro. Neben der guten Umsatzentwicklung wurden weitere Effekte der Kosteneinsparungen sichtbar. Darüber hinaus haben einige positive Einmaleffekte (Rate Change in Deutschland, erhöhtes Porto in Deutschland sowie der erstarkte US-Dollar) zum Wachstum beigetragen. Der Ende März abgeschlossene Erwerb der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe hat ab dem zweiten Quartal 2022 ebenso zum Wachstum beigetragen. Trotz des herausfordernden Marktumfelds im Frankiergeschäft zeigte FP eine sehr robuste Geschäftsentwicklung und arbeitete zugleich am Transformationsprogramm FUTURE@FP, welches der Vorstand im April 2021 präsentiert hatte. Das neue Operating Model von FP ist ein wichtiger Bestandteil der Vereinfachung und Digitalisierung von internen sowie kunden- und partnerorientierten Prozessen. Das Transformationsprogramm FUTURE@FP zeigt weiter positive Effekte, da FP die Kostenstrukturen deutlich verbesserte. Das Unternehmen lag - vor allem bedingt durch den positiven USD-Effekt sowie das erhöhte Porto in Deutschland - auch umsatzmäßig besser als erwartet. Mit FUTURE@FP steigerte FP die Profitabilität. Ziel ist es, das Unternehmen langfristig in einen nachhaltig profitablen, internationalen Technologiekonzern zu wandeln. Unterjährig haben wir unsere Prognose konkretisiert. Angesichts der positiven Entwicklung in den ersten neun Monaten 2022 bestätigte der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr. Das erwartete Umsatzniveau sollte über dem oberen Ende der Prognose liegen und das EBITDA-Niveau am oberen Ende der Prognose, wobei Wechselkurse auf dem aktuellen Niveau angenommen wurden. Die Erwartungen für den Umsatz wurden letztlich übertroffen. Beim EBITDA wurde die Prognose am oberen Rand der Bandbreite erreicht. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 insgesamt als günstig. 5. Lage der GesellschaftDer Jahresabschluss der FP Holding wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS). Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Leasinggeschäfte und latente Steuern. 5.1 Ertragslage der Gesellschaft
5.1.1 UmsatzerlöseBei unveränderten Dienstleistungsfunktionen der FP Holding resultierte der Rückgang der Umsatzerlöse der FP Holding um 0,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen aus gesunkenen Konzernumlagen für Beratungsleistungen gegenüber den inländischen Tochtergesellschaften. 5.1.2 Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. 5.1.3 MaterialaufwandDer Materialaufwand aus bezogenen Leistungen im Berichtsjahr ist auf dem Vorjahresniveau. 5.1.4 PersonalaufwandDer Rückgang im Personalaufwand um 0,7 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 ist im Wesentlichen auf die Verringerung der Mitarbeiterzahl zurückzuführen. Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer ging auf 37 zurück (im Vorjahr 40). 5.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie AbschreibungenHierin enthalten sind im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten sowie Aufwendungen aus Konzernumlagen. Der Gesamtbetrag der sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieb im Berichtsjahr auf dem Vorjahresniveau. Die Rechts- und Beratungskosten gingen um 0,4 Mio. Euro zurück, während die IT-Dienstleistungskosten um 0,2 Mio. Euro stiegen. 5.1.6 BeteiligungsergebnisDer deutliche Rückgang des Beteiligungsergebnisses von 16,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 2,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 beruht im Wesentlichen auf um 15,1 Mio. Euro gesunkenen Ergebnisbeiträgen. 5.1.7 ZinsergebnisDie Zinsaufwendungen sind mit 0,8 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Mio. Euro gesunken; sie resultieren primär aus der Verzinsung des Bankkredits, die im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Darüber hinaus ergaben sich deutlich rückläufige Zinsaufwendungen für Steuern. Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Ausleihungen sowie kurzfristigen Darlehen an verbundene Unternehmen. Die Erhöhung des Zinsergebnisses um 0,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 resultiert zum einen aus einer geringeren Verzinsung des Bankkredits sowie aus gestiegenen Zinserträgen aus Ausleihungen und Forderungen an verbundene Unternehmen. 5.1.8 Steuern vom Einkommen und ErtragDer Ertrag aus Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 0,5 Mio. Euro resultiert überwiegend aus Steuererstattungen der Vorjahre (im Vorjahr Aufwand 1,0 Mio. Euro, im Wesentlichen aus den laufenden Steuern für das Berichtsjahr). 5.1.9 JahresergebnisIm Wesentlichen aufgrund des deutlich gesunkenen Beteiligungsergebnisses erzielte die FP Holding im Geschäftsjahr 2022 einen Jahresfehlbetrag von 2,1 Mio. Euro (im Vorjahr Jahresüberschuss in Höhe von 11,7 Mio. Euro). 5.2 Finanzlage der GesellschaftLIQUIDITÄTSANALYSE (IN MIO. EUR)
Der Rückgang des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 beruht im Wesentlichen auf dem negativen Ergebnis und um 2,7 Mio. Euro erhöhten Steuerzahlungen. Die Cashflows aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 enthalten Auszahlungen aus dem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 0,5 Mio. Euro. Im Vorjahr waren Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 6,9 Mio. Euro zu verzeichnen. Zum 31. Dezember 2022 verfügte die FP Holding über freie Kreditlinien in Höhe von 58,6 Mio. Euro (im Vorjahr 58,5 Mio. Euro). Die FP Holding konnte im Geschäftsjahr 2022 zu jedem Zeitpunkt ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. 5.3 Vermögenslage der GesellschaftVERKÜRZTE BILANZ DER FP HOLDING (IN MIO. EUR)
Zunahme der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 0,6 Mio. Euro kam. 5.3.3 EigenkapitalDas Eigenkapital reduzierte sich im Geschäftsjahr 2022 aufgrund des Jahresfehlbetrags in Höhe von 2,1 Mio. Euro sowie des Rückkaufs eigener Anteile (Minderung des ausgegebenen Kapitals sowie des Bilanzgewinns von zusammen 0,5 Mio. Euro) um insgesamt 2,6 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote der FP Holding verminderte sich im Berichtsjahr von 60,4 % auf 58,8 %. 5.3.4 RückstellungenDie Rückstellungen sind im Geschäftsjahr 2022 insgesamt um 4,3 Mio. Euro gesunken. Dies beruht im Wesentlichen auf der Verringerung der Steuerrückstellungen von 5,0 Mio. Euro um 3,7 Mio. Euro auf 1,3 Mio. Euro. Das resultiert daraus, dass im Zusammenhang mit den im Jahr 2022 abgeschlossenen steuerlichen Betriebsprüfungen für den Zeitraum 2013 bis 2015 Rückstellungen sowohl in Anspruch genommen als auch aufgelöst wurden. Zudem sanken die sonstigen Rückstellungen um 0,7 Mio. Euro. 5.3.5 VerbindlichkeitenDie Zunahme der Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 5,9 Mio. Euro auf 44,4 Mio. Euro beruht im Wesentlichen auf einer Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 6,1 Mio. Euro. 5.4 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der GesellschaftDas Geschäftsjahr 2022 war von der Verbesserung der Performance der operativen Tochtergesellschaften, der Übernahme der Azolver-Gesellschaften sowie der erzielten Fortschritte im Rahmen von FUTURE@FP beeinflusst, wobei die höheren Ergebnisbeiträge nur teilweise der Gesellschaft zugeflossen sind. Die Finanzlage war im Wesentlichen positiv durch die operative Verbesserung der Tochtergesellschaften sowie der erzielten Einsparungen im Rahmen von FUTURE@FP geprägt. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr insgesamt als nicht zufriedenstellend. 5.3.1 AnlagevermögenDas Anlagevermögen lag im Geschäftsjahr 2022 nahezu auf Vorjahresniveau. 5.3.2 UmlaufvermögenDie Verminderung des Umlaufvermögens im Berichtsjahr um 1,0 Mio. Euro resultiert insbesondere aus der Abnahme der Guthaben bei Kreditinstituten um 1,5 Mio. Euro, während es zu einer leichten 6. Risiko- und ChancenberichtChancen und Risiken in der folgenden Darstellung sind zu verstehen als Einflüsse oder Ereignisse, die geeignet sind, dass die Zielsetzung des Managements bezüglich der kurz- und mittelfristigen Unternehmensentwicklung übertroffen oder unterschritten wird. Ziel des Chancenmanagements ist es, solche Opportunitäten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Das Risikomanagement hingegen soll sicherstellen, dass Risiken nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um den Einfluss auf das Unternehmen zu kontrollieren und ggf. zu minimieren. Risiko- und ChancenmanagementsystemDie Francotyp-Postalia Holding AG und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns liegt beim Vorstand. Das Risiko- und Chancenmanagement ist mit dem Compliance-Management eng verzahnt und integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Für die Risiken ist ein Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2, 3 AktG eingerichtet. Gezielt wird die Risiko- und Compliance-Situation regelmäßig analysiert und die identifizierten Risiken bewertet, gesteuert und kontrolliert. Dieses System dient nicht nur der Früherkennung potentiell bestandsgefährdender Risiken. Der Chancenerkennung dienen unter anderem detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen und Prognoseszenarien sowie die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Wert- und Kostentreibern. Ziele und StrategieWichtigstes Ziel des Risiko- und Compliance-Managements ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf zuverlässig einzuschätzen, sie zu steuern und, soweit möglich, sinnvoll zu begrenzen. Gleichzeitig sollen Erfolgschancen gewahrt werden, soweit deren Risikogehalt ein angemessenes Maß nicht überschreitet. Auf dieser Basis werden die Risiken durch angemessene Maßnahmen im Einklang mit der Unternehmensstrategie gesteuert. Je nach Bewertung der Risiken werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Risiken, die gravierende Nachteile für die Unternehmensentwicklung haben können oder sogar den Bestand gefährden würden, werden weitestmöglich und konsequent vermieden. Weniger bedeutende Risiken werden in ihrer Auswirkung begrenzt. Hierfür werden beispielsweise bestimmte Maximalwerte vorgegeben, regelmäßig und systematisch Kontrollen durchgeführt und/oder es wird auf konsequente Funktionstrennung geachtet. Wo möglich oder sinnvoll, werden Risiken ausgelagert, beispielsweise auf Versicherungen oder Zulieferer. Risiken, die untrennbar mit den geschäftlichen Aktivitäten verbunden sind, werden bewusst und kontrolliert eingegangen. Die Risikostrategie des FP-Konzerns sieht vor, im Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions zwar innovativ, aber dennoch risikoavers zu agieren, während in dem seine Zukunftsvision tragenden, wachsenden Geschäftsbereich Digital Business Solution risikoaffin investiert wird. Strukturen und ProzesseDie Strukturen und Prozesse des Risikomanagements sind konzernweit standardisiert. Die bestehende Risikoberichterstattung basiert auf einem Risikokatalog, der in mehrere Risikobereiche unterteilt ist: Makroumwelt/Länderrisiken, Markt/Wettbewerb, Strategie, unterstützende Prozesse/IT, Leistungswirtschaft, Personal, Finanzwirtschaft und Compliance. Die Risikoverantwortlichen (Risk Owner) in den Tochtergesellschaften und die Bereichsleiter der Zentralabteilungen sind in dieses Frühwarnsystem eingebunden und melden halbjährlich neu erkannte, bestehende sowie beseitigte Risiken. Des Weiteren erfolgt eine Ad-hoc-Berichterstattung an den Risikomanagementbeauftragten und die Unternehmensleitung bei Identifizierung wesentlicher bzw. kritischer Risiken oder bei wesentlichen Veränderungen bereits identifizierter Risiken. Der Risikomanagementbeauftragte erstellt basierend auf den bereitgestellten Informationen der Risikoverantwortlichen einen Risikobericht, der neben der Beschreibung der Risiken auch potenzielle Risikowerte, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie den Maßnahmenplan zur Vermeidung bzw. Reduzierung der Risiken umfasst. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden sowohl das Brutto- als auch das Nettorisiko von den jeweiligen Berichtseinheiten angegeben. Das Bruttorisiko beschreibt das maximale Verlustpotenzial ohne Berücksichtigung von Sicherungs- und Risikominderungsmaßnahmen. Nach Gegensteuerungsmaßnahmen ergibt sich das residuale Risiko in Form des Nettorisikos. Um zu ermitteln, welche Risiken einen bestandsgefährdenden Charakter haben, werden sie gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Schadensausmaßes klassifiziert. Um die relevanten Risiken durch geeignete Steuerungsmaßnahmen aktiv zu begrenzen und die festgelegten Kontrollaktivitäten regelmäßig auf Angemessenheit und Effektivität zu überprüfen, wird das Risikomanagement von einem Internen Kontrollsystem (IKS) ergänzt. Der Umfang und die Wirksamkeit des Systems werden regelmäßig überwacht und, wo notwendig, durch neue Steuerungsmaßnahmen erweitert, z. B. in Form von Richtlinien oder Prozessanweisungen. Im Rahmen der Abschlussprüfung wird das Risikofrüherkennungssystem vom Abschlussprüfer evaluiert, um zu beurteilen, dass das System geeignet ist, mit hinreichender Wahrscheinlichkeit alle potenziell den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erfassen, zu bewerten und zu kommunizieren. Compliance-ManagementsystemDer Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Fragen der Compliance sind regelmäßig Gegenstand der Beratung zwischen dem Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand. Die Unternehmenskultur des FP-Konzerns ist von Vertrauen und gegenseitigem Respekt sowie dem Willen zur strikten Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen geprägt. Dennoch sind Rechtsverstöße durch individuelles Fehlverhalten nie ganz auszuschließen. Beschäftigte und Dritte haben die Möglichkeit, Fehlverhalten im Unternehmen dem Compliance Officer zu melden. Auch anonymen Hinweisen wird nachgegangen. Dem Unternehmen ist sehr daran gelegen, das Risiko von Compliance-Verstößen zu minimieren, Fehlverhalten aufzudecken und konsequent zu verfolgen. Regeln und Grundsätze sind, wie auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Insiderinformationen, im Verhaltenskodex festgeschrieben. Allen Mitarbeitern dient er zur Orientierung für ein integres Verhalten im Geschäftsverkehr. Führungskräfte und Mitarbeiter werden zum Verhaltenskodex geschult. In Zweifelsfällen können und sollen sie jederzeit den Compliance Officer konsultieren. Die Interne Revision nimmt risikoorientierte Prüfungen der Regeleinhaltung vor. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den RechnungslegungsprozessDas rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil des umfassenden unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Sein Ziel ist die Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Transparenz der Finanzberichterstattung. Um dieses Ziel zu erreichen, hat FP entsprechende Strukturen, Prozesse und Kontrollen implementiert. Sie sollen gewährleisten, dass die Ergebnisse des Rechnungslegungsprozesses frei von wesentlichen Fehlern sind und fristgerecht vorliegen. Das IKS des FP-Konzerns stützt sich überwiegend auf prozessintegrierte, organisatorische Sicherungsmaßnahmen, wie beispielsweise Funktionstrennung mit entsprechenden Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich oder Zahlungsrichtlinien. Prozessintegrierte Kontrollen vermindern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern bzw. unterstützen das Aufdecken von aufgetretenen Fehlern. Das rechnungslegungsbezogene IKS wird vom Vorstand ausgestaltet und seine Wirksamkeit vom Aufsichtsrat überwacht. Die Francotyp-Postalia Holding AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des FP-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Beide Prozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, das sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert. Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert, während die Gesellschaften des Konzerns ihre Abschlüsse teilweise dezentral und gemäß den lokalen gesetzlichen Anforderungen erstellen. Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch einen Abschlussprüfer. Wesentliche Regelungen und Instrumentarien bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind:
Durch die Verpflichtung aller Tochtergesellschaften, ihre Geschäftszahlen monatlich bzw. quartalsweise in einem jeweils standardisierten Reporting-Format an die Francotyp-Postalia Holding AG zu berichten, werden unterjährige Soll-Ist-Abweichungen zeitnah erkannt, um kurzfristig darauf reagieren zu können. Risikomanagementsystem im Hinblick auf FinanzinstrumenteDer FP-Konzern verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, wobei die FP Holding den Konzernfinanzbedarf koordiniert, die Liquidität sichert und die Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken konzernweit überwacht und steuert. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, finanzwirtschaftliche Risiken aus Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen durch finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zum Zweck der Sicherung von Grundgeschäften genutzt. Währungsbedingte Risiken resultieren aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns, insbesondere in den USA, Kanada und Großbritannien. Die FP Holding identifiziert diese Risiken in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Konzerngesellschaften und steuert sie mit geeigneten Maßnahmen, zum Beispiel dem Abschluss von Devisentermingeschäften. Zinsrisiken resultieren aus den mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und konzernweit systematisch zu minimieren. Der Liquiditätssteuerung und -überwachung dient ein monatlich rollierender Liquiditäts-Forecast. Für weitere Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten, darunter Währungs- und Zinsrisiken, sowie den entsprechenden Sicherungsaktivitäten verweisen wir auf Kapitel 6.1.2. dieses Risikoberichts sowie auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Textziffer (32) Finanzinstrumente. RisikobewertungDas zentrale Risikomanagement gewährleistet die Implementierung einer einheitlichen Risikostrategie und Methodik der Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken sowie die anschließende Risikobehandlung. Berichtet wird hier, ebenso wie intern, über alle Risiken mit einem Schadenspotential von mindestens 8 % des für 2022 budgetierten Konzern-EBITDA. Risikomatrix des FP-KonzernsErläuterung der Klassen von Eintrittswahrscheinlichkeit und SchadenshöheDie Bewertung von Risiken erfolgt anhand einer unternehmensspezifischen Bewertungsmatrix, die Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenzielle Schadenshöhen von möglichen Ereignissen betrachtet und daraus Prioritäten ableitet. Um die Präventionsressourcen des FP-Konzerns effizient zu allokieren, werden Risiken der geringsten Wahrscheinlichkeitsklassen differenziert betrachtet und in die Klassen 0-5 %, 5-10 % und 10-20 % eingeteilt. Gleichzeitig findet oberhalb von 60 % Eintrittswahrscheinlichkeit keine Unterteilung mehr statt, da Ereignissen, deren Eintreten überwiegend wahrscheinlich ist, bereits höchste Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die dazwischen liegenden Wahrscheinlichkeitsklassen reflektieren diese Gedanken, indem sie sich von unten nach oben vergrößern: BEWERTUNGSMETRIK EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT
Die Bewertung des Schadenspotentials orientiert sich an der Auswirkung eines Risikoeintritts auf das budgetierte Konzern-EBITDA. Die Schadensklassen sind unterschiedlich groß. Die Klassengrenzen bilden differenziert ab, ob bei Eintritt des Risikos der Fortbestand des Unternehmens gefährdet ist. BEWERTUNGSMETRIK SCHADENSPOTENZIAL - JEWEILS IN PROZENT DES BUDGETIERTEN EBITDA
Diese Differenzierung ermöglicht es FP, das Risikomanagement auf die Steuerung der gravierenden bis bestandsgefährdenden Risiken zu konzentrieren. Ereignisse mit einem niedrigen Schadenspotential, deren Eintritt fast sicher ist, werden hingegen aktiv durch die jeweils zuständige Fachabteilung gesteuert. Bewertungsmetrik
Der Zeitbezug für die Bewertung der Risiken beträgt grundsätzlich ein Jahr ab Bilanzstichtag. Der FP-Konzern verwendet zur Risikoklassifizierung ein vierstufiges Ampelsystem (grün, gelb, orange, rot). Es findet die folgende Nomenklatur Anwendung: Risikoklassifizierung
Der Ampel-Logik folgend erhalten rote und orange Risiken eine besonders hohe Aufmerksamkeit im Risikomanagement; sie werden als wesentlich betrachtet, rote gar als bestandsgefährdend. Auch gelbe und grüne Risiken werden aktiv weiter reduziert, wo dies wirtschaftlich sinnvoll ist, d.h. die Kosten der weiteren Risikoreduktion die Absenkung des Schadenserwartungswerts voraussichtlich nicht übersteigen. 6.1 Risiken des FP-KonzernsBerichtete RisikenIm Folgenden wird über alle Risiken berichtet, deren Schadenspotential zum Zeitpunkt der Berichtserstellung mit mindestens 8 % des für 2023 budgetierten EBITDA eingeschätzt wurde - unabhängig von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Bewertung erfolgt "netto", d.h. unter Berücksichtigung bereits implementierter risikoreduzierender Maßnahmen. Risiken der niedrigsten Schadensklasse werden nicht berichtet. Wenn nicht explizit genannt, treffen die Risiken für alle unsere Geschäftsbereiche (Business Units) bzw. Segmente zu. 6.1.1 Marktbezogene RisikenGesamtwirtschaftliche RisikenDie Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass der FP-Konzern verschiedenen Risiken in Bezug auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld ausgesetzt ist. So beeinflussten die Rahmenbedingungen beispielsweise die Kunden, die teilweise eine Verschlechterung ihrer Geschäfte, ihrer Cashflows und ihrer Finanzierungsmöglichkeiten zu verzeichnen hatten. Infolgedessen verschoben oder stornierten Kunden ihre Investitionsabsichten. Zulieferer waren in einer ähnlichen Situation, was dazu führen konnte, dass sie Aufträge nicht erfüllen oder die vereinbarten Service- und Qualitätsstandards nicht einhalten. Wenn sich die konjunkturellen Bedingungen im Geschäftsjahr 2023, insbesondere auch unter dem Eindruck der geopolitischen Spannungen und der weltweiten Wirtschaftssanktionen gegen Russland, weiter verschlechtern, kann dies die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage erheblich beeinträchtigen, auch durch zusätzliche Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- und Firmenwerte oder andere Vermögenswerte. WettbewerbsumfeldDie Branche der Frankiermaschinenhersteller hat sich in den letzten Jahren zunehmend konzentriert und globalisiert, und die Hauptwettbewerber von FP verfügen nach unserer Ansicht über erhebliche finanzielle Ressourcen und technologische Fähigkeiten. In einigen Bereichen konkurrieren diese Wettbewerber in erster Linie über den Preis. Sie könnten spezielle Marktgegebenheiten nutzen, ihren Marktanteil auszuweiten oder das Händlernetzwerk von FP anzugreifen. Es ist nicht garantiert, dass FP immer in der Lage sein wird, sich erfolgreich gegen Wettbewerber zu behaupten. Ein verstärkter Wettbewerb kann zu geringeren Gewinnspannen oder dem Verlust von Marktanteilen führen, was die Ertrags, Finanz- und Vermögenslage wesentlich nachteilig beeinflussen könnte. Die konkreten Auswirkungen des gesamtwirtschaftlichen und Wettbewerbsumfelds auf FP lassen sich nur sehr unzuverlässig quantifizieren, weshalb wir hier darauf verzichten. Änderungen des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation
Als Folge der Digitalisierung sinken seit vielen Jahren die Volumina der Briefpost in allen Märkten um 3 bis 5 % p.a. und die Wettbewerbsintensität steigt. Diese rückläufige Entwicklung im Kerngeschäft kann sich belastend auf den Umsatz und damit das EBITDA auswirken. FP hat durch das Transformationsprogramm FUTURE@FP das Geschäftsmodell stärker auf digitale Produkte ausgerichtet, die zumindest mittelfristig dazu beitragen sollen, einen Rückgang im Geschäft mit Frankiermaschinen zu kompensieren. Zudem hat sich der Rückgang des Briefvolumens zuletzt nicht über ein erwartbares Maß hinaus beschleunigt, so dass sich die Risikoeinschätzung im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert hat. 6.1.2 Operationelle RisikenUmsetzung strategischer und operativer Projekte und Maßnahmen
Um die Strukturen von FP auf die Veränderungen im Geschäftsmodell anzupassen, werden Prozesse neu definiert und organisatorisch und technologisch neu ausgerichtet. Diese Projekte und Maßnahmen können das Tagesgeschäft belasten, sie können zeitlich und budgetär den geplanten Rahmen verlassen, und sie können trotz sorgfältiger Planung und Umsetzung möglicherweise die mit den Veränderungen geplanten Ziele verfehlen. Konkret zu nennen ist hier insbesondere die Einführung eines konzernweit einheitlichen, neuen ERP- und CRM-Systems. Die Entscheidungen, sowohl auf technologischer wie auf personeller Ebene, haben zwar dazu beigetragen, das Risiko zu senken. Dennoch sind einige komplexe Projekte zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht abgeschlossen. Die Komplexität hat sich im Vergleich zum Vorjahr eher noch erhöht, deshalb bestehen die mit ihnen verbundenen Risiken weiterhin. Das Schadenspotenzial konnte hingegen aufgrund der bisherigen Fortschritte gesenkt werden. Akquisitionen / M&A
Das Management prüft regelmäßig mögliche Akquisitionen von Unternehmen oder Technologien, die das Potenzial haben, die Marktposition zu stärken und das zukünftige Wachstum zu beschleunigen. Aus Akquisitionen von Unternehmen kann ein Geschäfts- und Firmenwert resultieren, der als immaterieller Vermögenswert bilanziell erfasst wird. Derartige Transaktionen sind risikobehaftet. Im Zuge der Akquisition der operativen Azolver-Gesellschaften stiegen die immateriellen Vermögensgegenstände. Deren Werthaltigkeit könnte risikobehaftet sein. Die fortschreitende, erfolgreiche Integration in Verbindung mit einem zeitnahen operativen Controlling vermindern das Eintrittsrisiko. Beschaffungs- und Qualitätsrisiken
FP bezieht Komponenten für die Produktpalette von Dritten. Aufgrund der geopolitischen Entwicklungen hat sich die Verfügbarkeit von Schlüsselkomponenten im Verlauf des letzten Jahres weiter zugespitzt. Lieferzeiten sind in verschiedenen Bereichen deutlich länger geworden, die Beschaffungspreise sind auch aufgrund der erhöhten Rohstoff- und Energiekosten teilweise deutlich gestiegen. Ursächlich hierfür sind auch die allgemeinen Störungen in den Lieferketten, die z.B. im Bereich von Halbleitern zahlreiche Sektoren der Industrie betrifft. Die Risiken resultieren aktuell ebenfalls aus Unsicherheiten hinsichtlich der Preisstabilität und der verfügbaren Liefermengen. Neben der Chipkrise sind Störungen der Supply Chain in Produktion oder Logistik möglich. Sie betreffen auch Produkte wie Toner, Spezialpapiere und Spezialwerkzeuge. Teilweise ist es nicht möglich, schnell und unkompliziert auf andere Lieferanten umzustellen. Diese Risiken betreffen daher nicht nur Komponenten der Frankiermaschinen, sondern auch Verbrauchsmaterialien. Zusätzlich können Qualitätsprobleme in Vorprozessen oder Vorprodukten des FP-Konzerns oder in der Supply Chain zu Störungen im Ablauf führen, die Mehrkosten verursachen und letztlich auch einen Reputationsverlust zur Folge haben können. Insgesamt hat sich dieses Risiko somit im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Der strategische Einkauf von FP sichert die Verfügbarkeit des Bedarfs in enger Abstimmung mit der Produktion und der Entwicklungsabteilung und in angemessenem Umfang ab. Dazu gehören neben dem Aufbau von Pufferbeständen auch vertragliche Verpflichtungen der Lieferanten, ein Monitoring ihrer finanziellen Stabilität, die Analyse von Alternativherstellern sowie des voraussichtlichen Zeitaufwands, diese zu qualifizieren. Vertragsstrafen
In dem wettbewerbsintensiven Markt Mail Services, insbesondere bei Kunden der öffentlichen Hand, ist eine Vertragsstrafe üblicher Bestandteil der Ausschreibungsbedingungen. Diese Strafen übersteigen in der Regel die mit den Verträgen einhergehenden Margenbeiträge deutlich. Sollte ein Schadensfall eintreten, der eine entsprechende Vertragsstrafe zur Folge hätte, wären die Auswirkungen für die Ertragslage entsprechend schwerwiegend. Die gezeigte Risikobewertung bildet den Fall ab, dass infolge technischer Störungen mehrere Vertragsstrafen gleichzeitig anfielen. Veränderungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld haben zwischenzeitlich zu einer geringeren Risikoeinschätzung geführt. Allgemeine Risiken im Bereich Human Resources
Durch die Transformation von FP hat sich in verschiedenen Bereichen das Profil der benötigten Arbeitskräfte verändert. Es erweist sich teilweise als schwierig, diese auf einem angespannten Fachkräftemarkt zu vertretbaren Konditionen zu rekrutieren. Bleiben Schlüsselpositionen länger unbesetzt, kann sich dies negativ auf die Umsetzung verschiedener Projekte, nicht nur in der IT, auswirken. Veränderungen im beruflichen Umfeld können bei den Beschäftigten Unsicherheit auslösen. Damit verbunden ist das Risiko eines Motivationsverlusts, der sich negativ auf die Produktivität auswirken kann. Außerdem kann es dazu führen, dass Mitarbeiter, deren Erfahrung und Know-how wertvoll für das Unternehmen sind, FP verlassen. FP bemüht sich, klar und frühzeitig zu kommunizieren, welche Veränderungen konkret geplant sind, um so den Mitarbeitern Planungssicherheit zu geben. Durch die im Vorjahr begonnene Verlagerung von Entwicklungsaktivitäten in ein Nearshore Center wird dem möglichen Mangel an geeigneten Fachkräften in Deutschland entgegengewirkt. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Beschäftigte gegen die geplante Entwicklung des Unternehmens Widerstand leisten. Risiken aus Regulierung, Recht und Compliance
FP entwickelt eine Vielzahl neuer digitaler Produkte, um das Geschäftsmodell gezielt auszubauen. Es ist trotz gründlicher Prüfungen nicht auszuschließen, dass die neuen Produkte Schutzrechte Dritter berühren oder verletzen. Aufgrund der fortschreitenden Evaluierung der diesbezüglichen Risiken sind Schadenspotenzial und Eintrittswahrscheinlichkeit gesunken. 6.1.3 FinanzrisikenChange of Control-Risiken
Der FP-Konzern nutzt Kreditfazilitäten zur Unternehmensfinanzierung, die zum Jahresende 2022 mit 31,4 Mio. Euro in Anspruch genommen sind. Die aktuellen Bedingungen des Konsortialkredits enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Danach haben die kreditgebenden Banken das Recht, alle ausstehenden Inanspruchnahmen der syndizierten Kreditfazilität zu kündigen, sobald ein Aktionär einen Anteil von 30 % der Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG überschreitet. Aktuell hält ein Aktionär 25,3 % der Aktien und hat gemäß § 43 Abs. 1 WpHG am 22.03.2023 mitgeteilt, dass er nicht beabsichtigt, weitere Aktien zu erwerben. Financial Covenants-Risiken
FP hat mit seinen Konsortialkreditgebern, wie allgemein üblich, Finanzkennzahlen (Financial Covenants) und Grenzwerte für diese vereinbart, bei deren Über- bzw. Unterschreiten der Kredit fällig gestellt werden kann. Auf der Basis einer verbesserten Profitabilität und eines gezielten Net Debt Managements über das Forderungsmanagement, Cash-Management, eine optimierte Liquiditätsplanung und einem konstruktiven Dialog mit den Kreditgebern konnte die Bewertung gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich reduziert werden. Forderungsausfälle
Es muss grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass eine schwierigere konjunkturelle Situation zu einem Anstieg von Forderungsausfällen führen kann. Im herausfordernden Umfeld des Geschäftsjahres 2022 war zwar ein leichter Anstieg der Forderungsausfälle zu verzeichnen, für das Geschäftsjahr 2023 wird das Schadenpotential dennoch stabil eingeschätzt. Die Kundenstruktur von FP ist eher von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Durch gezieltes Forderungsmanagement wird auch diesem inhärenten Risiko begegnet. Steuerliche Risiken
Mit der operativen Neuausrichtung des FP-Konzerns sind diverse steuerliche Risiken verbunden, beispielsweise aus einer versehentlichen Fehlanwendung des Steuerrechts oder aus einer späteren abweichenden Bewertung durch die Finanzbehörden. So haben beispielsweise die dokumentationspflichtigen Intercompany Beziehungen zugenommen. Werden Leistungen nicht richtig bepreist und nicht zutreffend dokumentiert, kann dies zu späteren Gewinnanpassungen in Verbindung mit den entsprechenden Steuerfolgen führen. Der Zeithorizont für die Eintrittswahrscheinlichkeit beträgt hier aufgrund der Fristen und Abläufe bis zu 10 Jahre. FP begegnet diesem Risiko unter anderem mit einer engen Verzahnung der Prozesse von Controlling/Group Accounting und Group Tax zur Sicherstellung der Transparenz bei neuen oder modifizierten Intercompany-Sachverhalten und einer Verstärkung der internen Kontrollen, auch unter Zuhilfenahme von externen Beratern bzw. der Vorabstimmung mit den Finanzbehörden (verbindliche Auskunft). So werden die Intercompany-Beziehungen einer regelmäßigen retrograden Bewertung und Anpassung unterzogen, um steuerlichen Anforderungen zu genügen, sowie die Dokumentationen mit externen Partner aktualisiert. In der Überzeugung, mit diesen Maßnahmen dem Risiko wirkungsvoll zu begegnen, wurde die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Schadenspotenzial im Vergleich zum Vorjahr reduziert. LiquiditätsrisikoUnter dem Liquiditätsrisiko versteht FP das Risiko, dass der FP Konzern zahlungsunfähig wird. FP unterzieht die Liquiditätslage des Konzerns laufend Stresstests. Hierbei werden verschiedene Szenarien durchgespielt. In diesen Szenarien ergibt sich für FP -ebenso wie im Vorjahr - bis zum Jahresende 2023 auch ohne die Aufnahme zusätzlicher Kreditmittel kein Liquiditätsengpass. Aufgrund der positiven Entwicklung der Liquidität bzw. Nettoverschuldung wird das Risiko im Vergleich zum Vorjahr weiter heruntergestuft. Zur Beurteilung des Risikos verweisen wir auf den Anhangabschnitt 32 Finanzinstrumente, Abs. 4 Liquiditätsrisiken im Konzernanhang. Risiken aus FinanzinstrumentenFP nutzt Finanzinstrumente ausschließlich zu Sicherungszwecken. Insoweit resultieren aus der Verwendung von Finanzinstrumenten für FP keine Risiken, da stets Gegenpositionen mit gegenläufigen Wertentwicklungen existieren. Bei FP bestehen ferner Risiken, die einer Absicherung über Finanzinstrumente zugänglich sind. Namentlich sind dies Wechselkursrisiken aus Umsätzen in USD und GBP, Zinsrisiken aus der Inanspruchnahme von Krediten und Marktpreisrisiken aus dem Einkauf von aus Kunststoff-Commodities gefertigten Teilen, deren Lieferanten gestiegene Rohstoffpreise an FP weitergeben könnten und dürften. Alle drei genannten Risikoarten liegen bereits ohne die Eingehung von Sicherungsgeschäften in der niedrigsten möglichen Schadensklasse und werden daher nicht berichtet. Im Bereich der Währungsrisiken besteht ein Nettofremdwährungscashflow i.H.v. 6 bis 8 Mio. Euro Aktuell werden die erwarteten Zahlungsströme in Fremdwährung nicht vollständig abgesichert. Die daraus entstehenden Restrisiken sind Grundlage für die Risikobewertung. 6.1.4 Risiken im Zusammenhang mit geopolitischen EntwicklungenZum Zeitpunkt der Berichterstellung sind die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine und die anschließend verhängten Wirtschaftssanktionen besser einzuschätzen. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft sind mittlerweile greifbar geworden, sie hatten jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf von FP. Die Entwicklung wird weiter sorgfältig in den Geschäftsbereichen beobachtet und in der Risikobetrachtung berücksichtigt. In der Vergangenheit haben sich konjunkturelle Veränderungen nur eingeschränkt auf die Geschäftsentwicklung des FP-Konzerns ausgewirkt. Es ist derzeit jedoch nicht auszuschließen, dass dies zukünftig anders sein könnte. 6.1.5 Sonstige RisikenDas Risikoassessment hat in den Bereichen
keine signifikanten Risikopotenziale identifiziert, über die in diesem Bericht zu informieren wäre. 6.1.6 Gesamtaussage zur Risikosituation des KonzernsZusammenfassend stellt nachfolgende tabellarische Übersicht die Risikosituation des FP-Konzerns zum Bilanzstichtag sowie die Entwicklung der Risiken gegenüber dem Vorjahr dar. Die folgenden neun Risiken sind aus heutiger Sicht berichtenswerte Risiken des FP-Konzerns: ÜBERBLICK ÜBER DIE RISIKEN DES FP-KONZERNS
Gesamtaussage zur Risikosituation des KonzernsGegenüber dem Vorjahr haben sich die strategischen und operativen Risiken insgesamt nur unwesentlich verändert. Die Änderung des Kundenbedarfs und daraus resultierend ein rückläufiges Kerngeschäft mit Frankiermaschinen und Verbrauchsmaterialien kann die Umsatzentwicklung von FP mittel- oder langfristig zwar belasten. Dem veränderten Kundenbedarf wird aber zunehmend durch ein entsprechend erweitertes Produkt- und Dienstleistungssortiment begegnet. Von steigender bzw. erhöhter Relevanz sind Risiken im Bereich der Beschaffung und der Human Resources. Die bereits angespannte Lage in den Lieferketten kann sich im Zuge der geopolitischen Verwerfungen weiter verschärfen. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist unverändert angespannt. Fachkräfte, nicht nur im IT-Bereich, sind sehr gefragt, so dass sich Recruiting-Prozesse teilweise spürbar verzögern. Beides kann den Aufbau der digitalen Geschäftsbereiche und die damit verbundene geplante Verbesserung der Profitabilität des Unternehmens behindern. Diesen Transformationsprozess erfolgreich zu gestalten, ist jedoch von erheblicher Relevanz für die mittel- und langfristige Perspektive von FP. Darüber hinaus ist der FP-Konzern zum Zeitpunkt der Berichterstellung und für die aktuelle Planungsperiode einer Vielzahl von weiteren Risiken ausgesetzt. Nach Einschätzung des Vorstands sind diese Risiken beherrschbar und der Vorstand sieht den Fortbestand der Unternehmensgruppe im Planungszeitraum in keiner Weise als gefährdet an. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. 6.2 Chancen des FP-KonzernsWesentliche Chancen, über die nachfolgend berichtet wird, definiert der Vorstand als solche möglichen künftigen Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen wesentlichen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Strategische ChancenAus verschiedenen Gründen geht der FP-Konzern aktuell von einem insgesamt schrumpfenden Briefvolumen und folglich auch schrumpfenden Markt im Bereich der Frankiermaschinen aus. Dieses Szenario könnte sich punktuell als zu defensiv herausstellen, denn in vielen Bereichen ist die Briefpost nach wie vor der bevorzugte Weg, um vertrauliche oder verbindliche Dokumente auszutauschen. Durch die Konzentration auf Frankiermaschinen für kleinere Briefvolumina könnte ein rückläufiges Briefvolumen sich für die FP-Produktpalette sogar als vorteilhaft erweisen, da sie größere Maschinen substituieren kann und damit Wettbewerbsvorteile hat. Darüber hinaus verfügt FP in verschiedenen Ländern noch nicht über eine große installierte Basis und könnte hier die Präsenz noch deutlich ausbauen. Ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die Akquisition von Unternehmen oder Technologien, um die digitalen Geschäftsfelder auszubauen. Sollten geeignete Akquisitionsziele schneller als erwartet identifiziert und übernommen werden, könnte dies dazu führen, dass die geplante Geschäftsentwicklung übertroffen wird. Die Erschließung der neuen digitalen Geschäftsfelder wird mit Hochdruck vorangetrieben. Sollten sich in diesem Bereich Geschäftschancen eröffnen, die die Erwartungen deutlich übertreffen oder deutlich schneller als erwartet zu realisieren sind, würde dies ebenfalls zu einer positiven Abweichung bezüglich der kurz- und mittelfristigen Prognosen führen. Operative ChancenIm Rahmen der Transformation wurden zahlreiche Prozesse neugestaltet und klare, auf Kunden- und Marktbedürfnisse zugeschnittene Geschäftsbereiche geschaffen, die von der kundenorientierten Entwicklung bis hin zum Vertrieb der Lösungen verantwortlich sind. Damit können innerhalb der Geschäftsbereiche mit einem breiteren Angebot und fokussiertem Vertriebsansatz Kundenpotenziale stärker ausgeschöpft werden. Mit der Akquisition der Azolver-Gesellschaften hat sich das digitale Lösungsspektrum der FP Gruppe rund um Parcel Shipping, Paketeingangsmanagement und interne Logistik erweitert. Sollte die Integration, Weiterentwicklung und Internationalisierung dieser Lösungen schneller vorankommen als geplant, können sich hieraus zusätzliche Cross und up-Sell-Möglichkeiten in allen Geschäftsbereichen ergeben. Dies gilt ebenso für den weiteren Ausbau und die Internationalisierung der bereits bestehenden digitalen Lösungen. Der Vertrieb der digitalen Signaturlösungen erfolgt in Deutschland zunehmend auch über Integration in ERP/CRM und ähnliche Systeme. Sollte dies auch im Rahmen der Internationalisierung stärker möglich sein, könnten sich hieraus zusätzliche Chancen ergeben. Im Bereich Mailing, Shipping und Office-Solutions ebenso wie bei den Lösungen für den Paketversand können veränderte Anforderungen der Postgesellschaften sowie regulatorische Entscheidungen zusätzliche Potenziale eröffnen. 6.3 Gesamtaussage zur ChancensituationDer FP-Konzern ist gut positioniert, um mit seinen Produkten und Lösungen sowie den internen Maßnahmen die Chancen in den zukünftigen Märkten für die Unternehmensgruppe systematisch zu nutzen. Während das Unternehmen einerseits gezielt daran arbeitet, sich diese Chancen zu erschließen, ist es andererseits eher unwahrscheinlich, dass hier kurzfristige Erfolge verbucht werden können. 6.4 Risiken und Chancen der GesellschaftDie Geschäftsentwicklung der FP Holding unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des FP-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die FP Holding grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im »Risiko- und Chancenbericht« dargestellt. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. 7. PrognoseberichtDie Prognose der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen basiert auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Sachverständigenrat). Das Unternehmen weist darauf hin, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen. Die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Annahmen und Schätzungen erheblich abweichen. 7.1 Erwartete Gesamt- und branchenwirtschaftliche RahmenbedingungenDas konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des FP-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf das Frankier- und Kuvertiergeschäft positiv niederschlagen könnte. Bei einer robusten Konjunktur wächst zugleich die Innovationsbereitschaft von Unternehmen; dies begünstigt insbesondere das Software/Digital-Geschäft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) 12 hat seine Prognose für das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Jahr 2023 zu Beginn des Jahres leicht angehoben. Es liegt nun 0,2 Prozentpunkte höher als noch im Oktober 2022 prognostiziert. Mit einem Plus von 2,9 % liegt es aber deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Weltwirtschaft wird weiter von der Anhebung der Zentralbankzinsen zur Bekämpfung der Inflation und Russlands Krieg in der Ukraine belastet. Für die größten Volkswirtschaften der Welt hat der IWF seine Prognose für das Wachstum des realen BIP ebenfalls leicht angehoben. Für Deutschland gehen die Experten allerdings nun von einem Wachstum von 0,1 % aus. Gleichzeitig rechnet der IWF 13 weiter mit hohen Teuerungsraten. Die globale Inflation soll voraussichtlich von 8,8 % im Jahr 2022 auf 6,6 % im Jahr 2023 und 4,3 % im Jahr 2024 sinken. Der Sachverständigenrat 14 zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet für 2023 und 2024 mit einer etwas besseren wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Das geht aus der im März 2023 aktualisierten Konjunkturprognose hervor. Das Gremium erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr 2023 um 0,2 % wachsen wird.
12 IWF, World Economic Outlook Update, Januar
2023https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023
Im Herbst 2022 war noch ein Rückgang von 0,2 % vorausgesagt worden. Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust, die schlechteren Finanzierungsbedingungen und die sich nur langsam erholende Auslandsnachfrage verhindern einen stärkeren Aufschwung, so der Sachverständigenrat. Im Jahresdurchschnitt rechnen die Experten für dieses Jahr mit einer Inflationsrate von 6,6 %. Die Europäische Zentralbank (EZB) 15 hat den Leitzins für den Euroraum mehrmals angehoben. Im März 2023 stieg er zuletzt um einen halben Prozentpunkt auf 3,5 %. Die Euro-Währungshüter wollen damit der anhaltend hohen Teuerungsrate entgegenwirken. Ebenfalls im März hob die US-Notenbank Fed 16 die Zinssätze weiter an. Sie erhöhte den Schlüsselsatz um 0,25 Prozentpunkte auf die neue Spanne von 4,75 bis 5,0 %. Zugleich hat die Notenbank ihre BIP-Schätzung für 2023 gesenkt. Die Fed 17 geht davon aus, dass die US-amerikanische Wirtschaft in 2023 nur um 0,4 % wachsen wird. Das wären 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Dezember 2022 prognostiziert. Die derzeitigen Turbulenzen im Bankensektor können Experten 18 zufolge die Konjunktur belasten. Die Probleme kleiner und mittlerer Banken erhöht die Rezessionsgefahr in den USA. So berechneten Ökonomen eine höhere Rezessionswahrscheinlichkeit für dieses Jahr. Die aktuelle Bankenkrise zeigt auch Auswirkungen auf die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der Index für die Konjunkturerwartungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) 19 brach im März 2023 überraschend deutlich von 28,1 auf 13,0 Punkte ein. Zuvor war der Index fünf Monate in Folge gestiegen. 7.2 Erwartete Geschäftsentwicklung des FP-KonzernsDie Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 wird einerseits durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und andererseits durch die ergriffenen Maßnahmen, um die Geschäftsentwicklung und die Profitabilität weiter zu verbessern, determiniert. Die konjunkturelle Entwicklung ist derzeit mit Unsicherheiten verbunden. Insbesondere soll sich das Wachstum in Ländern wie Deutschland und den USA abschwächen. Die internationalen Finanzmärkte stehen zudem unter Druck. Diese aktuell hohe Unsicherheit schlägt sich auch in den Konjunkturerwartungen nieder, was entsprechende Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FP-Konzerns haben könnte. Mit der Akquisition der Azolver-Gesellschaften Ende März 2022 hat sich das Umsatzniveau von FP deutlich erhöht. Darüber hinaus war der Umsatz in mehreren Geschäftsbereichen von positiven Einmaleffekten in 2022 geprägt, die sich in 2023 nicht wiederholen werden. Im eher margenschwachen Bereich Mail Services waren Sondereffekte in Höhe von 12,7 Mio. Euro im Zusammenhang mit erhöhtem Frankiervolumen sowie durch die Jahresbeginn erfolgte Portoerhöhung zu verzeichnen. Im Geschäftsjahr 2022 profitierte der Konzern zudem von weiteren Einmaleffekten durch Rate Change Gebühren im Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions in Höhe von 2,9 Mio. Euro. Im Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions rechnet der FP-Konzern insgesamt mit einem leichten Umsatzwachstum, einem leicht steigenden EBITDA sowie einer leicht steigenden EBITDA-Marge, nicht zuletzt bedingt durch die Maßnahmen im Rahmen von FUTURE@FP und der erfolgreichen Integration der Azolver-Gesellschaften. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Sondereffekte aus der Rate-Change-Umstellungen in 2023 entfallen. Trotz des insgesamt rückläufigen Gesamtmarktes rechnet FP in Europa und Nordamerika mit einem stabilen oder leicht steigenden Geschäftsvolumen im Bereich Frankieren. Im Nordamerikanischen Markt ergeben sich Marktchancen u.a. durch die veränderten postalischen Anforderungen der United States Postal Service (USPS). Im Geschäftsbereich Digital Business Solutions hat FP durch eine neue Aufstellung die Voraussetzungen geschaffen, um diese erfolgreich zu einem substanziellen Bereich des Unternehmens auszubauen. Dies wird sich in 2023 positiv auf Umsatz, EBITDA und EBITDA-Marge auswirken, für die jeweils ein leichter Anstieg erwartet wird. Ein zusätzlicher Beitrag wird vom Ausbau und der Internationalisierung der digitalen Lösungen erwartet, die durch den Erwerb der Azolver-Gesellschaften Teil des Portfolios sind. Eine wesentliche Weichenstellung ist die Konzentration auf Lösungen, die den Kunden schnell und effizient Nutzen bieten. Um den Ausbau in diesem Bereich zu beschleunigen, sollen auch gezielte anorganische Erweiterungen beitragen. Das Ziel ist es, sich hier mittelfristig margenstärkere Geschäftsbereiche zu erschließen, die die Profitabilität des Konzerns nachhaltig positiv beeinflussen. Der Geschäftsbereich Mail Services wird auch weiterhin von dem allgemein rückläufigen Briefvolumen betroffen sein. Zudem war das Vorjahr von positiven Sondereffekten in Höhe von 12,7 Mio. Euro gekennzeichnet, die sich in 2023 nicht wiederholen werden. Daher wird für das Geschäftsjahr 2023 trotz einiger Kundenzuwächse insgesamt ein Rückgang im Umsatz bei stabilem EBITDA und EBITDA-Marge erwartet.
15 EZB, Geldpolitische Beschlüsse
https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2023/html/ecb.mp230316~aad5
249f30.de.html
Wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung werden die konjunkturelle Entwicklung haben. Eine schwache Konjunktur hat auch Auswirkungen auf das operative Geschäft. Sollte es hier im weiteren Jahresverlauf zu einem Konjunktureinbruch kommen, kann dies erheblichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz und Vermögenslage des Konzerns haben. Ebenso schwer abzuschätzen sind die möglichen Folgen einer möglichen Bankenkrise in den USA und Europa. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies auch Einfluss auf die Geschäftsentwicklung von FP haben kann. Aus diesen Gründen erwartet der Vorstand im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz zwischen 245-255 Mio. Euro und damit im Vergleich zu einer Situation ohne Sondereffekte wie im Vorjahr immer noch einen steigenden Umsatz. Die fortschreitende Transformation des Konzerns und die erfolgreiche Integration der erworbenen Azolver-Gruppe spiegelt sich in der Erwartung einer leicht steigenden EBITDA-Marge wider. Das EBITDA wird in einer Spanne von 2831 Mio. Euro erwartet. 7.3 Erwartete Entwicklung der Leistungsindikatoren
Die Geschäftsentwicklung 2023 könnte einerseits von positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen profitieren. Andererseits herrscht derzeit große Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Konjunktur in wichtigen Märkten aufgrund der Inflation, der Zinsentwicklung sowie einer möglichen Bankenkrise und deren möglichem Einfluss auf den Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023. Der Umsatz von FP stieg 2022 deutlich auf 251,0 Mio. Euro; dabei profitierte FP auch von mehreren Einmaleffekten, die sich 2023 nicht wiederholen werden. Im Bereich Mail Services betrug der Sondereffekt 12,7 Mio Euro; zudem gab es positive Währungseffekte in Höhe von 6,2 Mio. Euro und positive Effekte aus Rate-Change in Höhe von 2,9 Mio. Euro. Ohne diese Effekte hätte der Umsatz bei rund 228 Mio. Euro gelegen. Trotz der beschriebenen Rahmenbedingungen gehen wir davon aus, dass sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2023 stabil entwickeln wird und auf normalisierter Basis (ohne Sondereffekte) von einem Umsatzanstieg ausgegangen wird. Wir erwarten hier eine Größenordnung von 245 bis 255 Mio. Euro nach 251,0 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBITDA erreichte im Geschäftsjahr 2022 27,6 Mio. Euro, das entspricht einer EBITDA-Marge von 11,0 %. Die Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität werden auch im Geschäftsjahr 2023 ihre Wirkung entfalten. In Abhängigkeit von der Umsatzentwicklung erwarten wir hier deshalb ein EBITDA zwischen 28 bis 31 Mio. Euro, was einer EBITDA-Marge zwischen 11,4 % und 12,2 % entspricht. Die erwartete Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2023 steht grundsätzlich unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse. Bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird erwartet, dass sich sowohl der PQI - Deutschland als auch der PQI - international vorübergehend durch die Einführung der PostBase Vision 120 leicht verschlechtern wird. Bei der Einführung von Neu- und Weiterentwicklungen verschlechtert sich aufgrund von Anfangsproblemen zunächst der Qualitätsindikator vorübergehend. Für das Geschäftsjahr 2023 wird eine leichte Verschlechterung des nf IQ erwartet. Auch dieser Wert wird durch die neue Produkteinführung beeinflusst. 7.4 Prognosebericht der GesellschaftAufgrund der Verflechtungen der FP Holding mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf unsere Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 trägt den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit den genannten Rahmenbedingungen Rechnung. Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet die FP Holding eine leichte Verbesserung des Beteiligungsergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen. Die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Annahmen und Schätzungen erheblich abweichen. 8. Übernahmerelevante Angaben8.1 Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGBBeschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenJede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder die Übertragung der Aktien bestehen nicht. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Zum 31. Dezember 2022 bestanden die folgenden direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschritten:
Die obigen Angaben basieren insbesondere auf Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), welche die Francotyp-Postalia Holding AG erhalten und veröffentlicht hat. Wie zum 10. März 2020 schriftlich mitgeteilt, hielt die Obotritia Capital KGaA insgesamt 28,01 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Die Anteile der Obotritia Capital KGaA werden dem Gesellschafter, Herrn Rolf Elgeti, zugerechnet. Die Francotyp-Postalia Holding AG wurde informiert, dass die Obotritia Capital KGaA mit Wirkung vom 7. März 2023 ihre Aktien (vormals 28,01 %) an der Francotyp-Postalia Holding AG vollständig veräußert hat. Neue Großaktionärin ist gemäß Stimmrechtsmitteilung vom 22. März 2023 die OSP Alpha Management Limited mit Sitz in Eden Island Mahe, Seychellen, die seither 25,34 % der Anteile an der Gesellschaft hält. Durch die Francotyp-Postalia Holding AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind im Internet unter: https://www.fp-francotyp.com/de/stimmrechtsmitteilungen/c8b5f191 a4415969 20) abrufbar. Aktien mit SonderrechtenDie Francotyp-Postalia Holding AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben. Stimmrechtskontrolle bei ArbeitnehmerbeteiligungEs existieren keine Stimmrechtskontrollen. Gesetzliche Bestimmung der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der SatzungGemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG erfolgen die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, deren Bestellung sowie der Widerruf ihrer Bestellung durch den Aufsichtsrat. Nach Ziffer 6 Abs. 3 der Satzung kann der Aufsichtsrat einem Aufsichtsratsausschuss den Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder übertragen. Die Satzung schreibt in Ziffer 23 Abs. 1 vor, dass die Hauptversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals fasst, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine größere Mehrheit vorschreiben. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 15 Abs. 2 der Satzung Satzungsänderungen vornehmen, die nur die Fassung betreffen. Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, Kapitalgenehmigungen für genehmigtes und bedingtes KapitalUm der Verwaltung ihren Handlungsspielraum zu erhalten, wurde auf der Hauptversammlung am 10. November 2020 ein Beschluss über ein neues genehmigtes Kapital (Genehmigtes Kapital 2020/I) mit entsprechender Satzungsänderung in Ziffer 4 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft gefasst. Das Grundkapital der Gesellschaft kann danach bis zum 9. November 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu 8.150.000 Euro erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Am 10. November 2020 hat die Hauptversammlung außerdem mit entsprechender Satzungsänderung in Ziffer 4 Abs. 4 der Satzung der Gesellschaft beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu 6.464.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2020/I). Der Vorstand ist hiernach mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 9. November 2025 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen " Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 50.000.000 Euro zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.464.000 Euro nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen. Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 9. November 2025 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zu. Die Schuldverschreibungen können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen. Bedingte Kapitalerhöhung und AktienoptionspläneZur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Angabe (27) Eigenkapital. Ermächtigung zum Erwerb eigener AktienDie Hauptversammlung hat die Gesellschaft am 10. November 2020 ermächtigt, bis zum 9. November 2025 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten gegen Sachleistungen, insbesondere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen daran, angeboten und auf diese übertragen werden, sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt und sofern der für die eigenen Aktien zu erbringende Gegenwert nicht unangemessen niedrig ist. Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Bareinlagen ausgegeben werden, um die Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse einzuführen, an denen die Aktien bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien veräußert werden, den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet. Insgesamt dürfen die aufgrund der Ermächtigungen unter dieser Ziffer verwendeten Aktien, die in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz (unter Bezugsrechtsausschluss gegen Bareinlagen nahe am Börsenpreis) ausgegeben wurden, 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die in direkter oder entsprechender Anwendung dieser Vorschrift während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben oder veräußert wurden. Ferner sind auf diese Begrenzung diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen (einschließlich Genussrechten) mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungspflichten auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen bzw. Genussrechte während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz ausgegeben werden. Die eigenen Aktien können vom Aufsichtsrat dazu verwendet werden, Mitgliedern des Vorstands anstelle der von der Gesellschaft geschuldeten Barvergütung eigene Aktien anzubieten. Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats dazu verwendet werden, Bezugsrechte, die unter dem Aktienoptionsplan 2015 (Tagesordnungspunkt 11 der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015) der Gesellschaft ordnungsgemäß ausgegeben und ausgeübt wurden, zu bedienen. Darüber hinaus wird auf die Angaben im Anhang zum Jahresabschluss der FP Holding AG hinsichtlich des Erwerbs eigener Aktien gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen. Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarung des Mutterunternehmens für den Fall eines Übernahmeangebots. Eine wesentliche Vereinbarung der Konzernmuttergesellschaft Francotyp-Postalia Holding AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots steht, ist der aktuelle Konsortialdarlehensvertrag, der ein Kündigungsrecht im Fall von "Change of Control" vorsieht. Sollte dieser Fall eintreten, müsste FP möglicherweise neue Finanzierungsvereinbarungen zu schlechteren Konditionen abschließen. Weitere Vereinbarungen wurden weder mit Dritten noch mit Tochterunternehmen getroffen. Mit den Mitgliedern des Vorstands bestehen für den Fall eines Kontrollwechsels Vereinbarungen, die der Empfehlung in Kapitel G Absatz G.14 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 entsprechen.
Berlin, 27. April 2023 Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG Carsten Lind, Vorsitzender Ralf Spielberger, CFO 9. Nichtfinanzielle ErklärungIm Hinblick auf die nichtfinanziellen Informationen wird auf die Ausführungen in dem nicht-finanziellen Konzernbericht der Francotyp-Postalia Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung 21) (§§ 289b, 315b HGB), im Internet unter https://www.fp-francotyp.com/Nicht_finanzielle_Berichterstattung, verwiesen.
Berlin, 27. April 2023 Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG Carsten Lind, Vorsitzender Ralf Spielberger, CFO VERGÜTUNGSBERICHT der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr 2022Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. Im nachfolgenden Vergütungsbericht, der gemeinsam durch den Vorstand und den Aufsichtsrat nach den gesetzlichen Regelungen des § 162 Aktiengesetz (AktG) erstellt wurde, werden die Vergütungen der gegenwärtigen und früheren Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG im Geschäftsjahr 2022 dargestellt und erläutert. Um das Verständnis zu fördern, wird auch das auf der Hauptversammlung am 16. Juni 2021 beschlossene Vergütungssystem für den Vorstand und den Aufsichtsrat in seinen Grundzügen dargestellt. Der Vergütungsbericht wurde vom Wirtschaftsprüfer gemäß § 162 Abs. 3 AktG formell geprüft. Der Vermerk zur Prüfung ist diesem Bericht beigefügt. Ziel dieses Berichtes soll es sein, den Zusammenhang zwischen der übergeordneten Unternehmensstrategie und der Ausgestaltung des Vergütungssystems deutlich zu machen und gleichzeitig die konkrete Wirkungsweise des Vergütungssystems - das Pay for Performance - nachvollziehbar zu machen. Dieser Bericht soll der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2022 beschließt, zur Billigung vorgelegt werden. 1. Vergütungssystem des VorstandsBeschlussfassung über die Billigung des Vergütungssystems für die VorstandsmitgliederDas aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG wurde vom Aufsichtsrat - unter Zuhilfenahme fachlicher externer Unterstützung - in Übereinstimmung mit §§ 87 Abs. 1, 87a Abs. 1 AktG am 27. April 2021 beschlossen und von der Hauptversammlung am 16. Juni 2021 mit einer Mehrheit von 97,4 Prozent des vertretenen Kapitals gebilligt. Der Vergütungsbericht zum Geschäftsjahr 2021 wurde mit einer Mehrheit von 98,4 Prozent des vertretenen Kapitals gebilligt. Es bestand daher kein Anlass, die Berichterstattung oder die Anwendung des Vergütungssystems zu hinterfragen bzw. Anpassungen vorzunehmen. Das Vergütungssystem entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes, insbesondere den Anforderungen des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II), und orientiert sich an den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022. Zusammenfassung wesentlicher Aspekte des Geschäftsjahrs 2022 aus Sicht der VergütungDas Geschäftsjahr 2022 war aus Vergütungssicht erneut operativ sehr erfolgreich. Die gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung hatte deshalb unmittelbare Auswirkungen auf den Jahresbonus des Vorstands. Da sich diese Geschäftsentwicklung noch nicht auf den Kursverlauf der FP-Aktie ausgewirkt hat, wurde noch kein Vorteil aus den langfristigen Incentivierungen (LTI 1), die an die Kursentwicklung gekoppelt sind, erzielt. Der auf Nachhaltigkeitsziele abgestellte LTI 2 wird während der Laufzeit nicht unterjährig überprüft. Die Ausgestaltung der Incentivierung setzt nach Ansicht des Aufsichtsrats auf ein ausgewogenes Gewicht zwischen kurzfristigen, jährlichen Erfolgen und der mehrjährigen nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft. Über die erste Komponente des LTI, virtuelle Aktienoptionen, die frühestens nach vier Jahren ausgeübt werden können, partizipiert das Vorstandsmitglied an der Steigerung des Aktienkurses. Die zweite Komponente des LTI bezieht sich auf Nachhaltigkeitskriterien und berücksichtigt damit die wachsende Bedeutung von Environment, Social and Governance ("ESG")-Kriterien bei der Unternehmensführung. Anwendung des Vorstandsvergütungssystems im Geschäftsjahr 2022Seit der Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat wird das aktuelle Vergütungssystem für den Vorstand von der Gesellschaft beim Neuabschluss und bei Verlängerungen von Vorstandsdienstverträgen berücksichtigt. Das Vergütungssystem fand keine Anwendung auf die Vergütung der im Geschäftsjahr 2021 bestellten Mitglieder des Vorstands, da ihre Verträge vor der Beschlussfassung über das neue Vergütungssystems abgeschlossen wurden. Sofern Vorstandsmitgliedern im Sinne des § 162 AktG im Geschäftsjahr 2022 einzelne Vergütungen gewährt wurden, die in früheren Geschäftsjahren unter dem seinerzeit geltenden Vergütungssystem zugesagt worden waren, werden diese ebenfalls dargestellt und erläutert. Das Vergütungssystem für Vorstände der Francotyp-Postalia Holding AG wird gemäß § 120a AktG durch den Aufsichtsrat überprüft, insbesondere im Rahmen von Vertragsverhandlungen mit bestehenden oder zukünftigen Mitgliedern des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann - entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in § 87a Abs. 2 Satz 2 AktG - vorübergehend von dem Vergütungssystem abweichen, wenn dies im Interesse des langfristigen Wohlergehens der Gesellschaft notwendig ist. Es soll eine regelmäßige Überprüfung stattfinden, wobei eine kalendarische Festlegung nicht erfolgte. Angaben zu den VergütungsbestandteilenDie folgende Darstellung bezieht sich auf das durch die Hauptversammlung 2021 gebilligte Vergütungssystem des Vorstands. Sofern die Vergütung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2022 von diesen Erläuterungen abweicht, wird dies bei der individuellen Darstellung der konkreten Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr erläutert. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Indem die Vergütung sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt ist, soll eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung unterstützt werden. Durch die Wahl geeigneter Leistungskriterien werden gleichzeitig wichtige Anreize für die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung der Gruppe gesetzt. Als erfolgsunabhängige Festvergütung erhalten die Mitglieder des Vorstands ein Jahresfixgehalt in zwölf gleichen monatlichen Raten. Dies stellt gemäß Auffassung des Aufsichtsrates ein sicheres und planbares Einkommen dar. Zusätzlich erhalten sie Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, beispielsweise einen Dienstwagen und Versicherungsprämien. Die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile setzen sich aus der kurzfristigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive, "STI") und der langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive, "LTI") zusammen. Die kurzfristige Komponente hat einen Bemessungszeitraum von einem Jahr und steht im Zusammenhang mit zwei bis vier Kennzahlen auf der Basis des vom Aufsichtsrat gebilligten Budgets des jeweiligen Geschäftsjahres. Die langfristige Komponente (LTI) besteht aus zwei Bestandteilen und hat einen Bemessungszeitraum von vier Jahren, um eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern. Die erste Komponente des LTI sind virtuelle Aktienoptionen, die dem Vorstandsmitglied zu einem Basispreis zugeteilt werden und die mit einem prozentualen Anteil selbst erworbener und gehaltener Aktien verbunden sein können. Die virtuellen Aktienoptionen können frühestens nach vier Jahren ausgeübt werden (Vesting), sodass das Vorstandsmitglied entsprechend über die Differenz zwischen Basispreis und Ausübungspreis an der Steigerung des Aktienkurses partizipiert. Die zweite Komponente des LTI bezieht sich auf zwei gleichwertig vereinbarte Nachhaltigkeitskriterien. Die Erfüllung dieser Komponente wird in bar vergütet. Das erste Kriterium ist die erfolgreiche Aufrechterhaltung bzw. Re-Zertifizierung von fünf ISO-Zertifizierungen über den gesamten Zeitraum. Das zweite Kriterium ist die Reduktion der CO 2-Emissionen um bestimmte Zielwerte, im Vergleich zu Beginn und Ende des Bonuszeitraums, die vertraglich vereinbart wurden. Die Mitglieder des Vorstands erhalten auf diese zweite LTI-Komponente Abschlagszahlungen, die nach dem Bemessungszeitraum verrechnet werden. Der Aufsichtsrat legt für die Vorstandsmitglieder die konkrete Zielvergütung sowie die Leistungskriterien für die im Vergütungssystem vorgesehenen variablen Vergütungsbestandteile für das jeweils bevorstehende Geschäftsjahr fest. Mindestens 80 Prozent der geplanten Zielgrößen müssen erreicht werden, um einen Anspruch auf die vereinbarten Bonuskomponenten zu haben. Eine Zielerreichung von 120 Prozent bildet die Obergrenze (Cap). Der Anteil der langfristigen variablen Vergütung übersteigt den Anteil der kurzfristigen variablen Vergütung an der Zielgesamtvergütung. GESAMTÜBERSICHT VERGÜTUNGSBESTANDTEILE
Festsetzung der ZielvergütungZIELGESAMTVERGÜTUNG
Der Anteil der erfolgsunabhängigen Vergütung soll gemäß gebilligtem Vergütungssystem ca. 30-50 Prozent der Zielgesamtvergütung ausmachen. Die Festvergütung trägt ca. 26-48 Prozent zur Zielgesamtvergütung bei und die regulären Nebenleistungen im Normalfall ca. 2-4 Prozent. Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat beschlossen, die Festvergütung der Mitglieder des Vorstands ab dem 1. Juni 2022 um 5 Prozent zu erhöhen. Die erfolgsabhängige Vergütung soll insgesamt ca. 50-70 Prozent der Zielgesamtvergütung ausmachen, womit unmittelbar dem Pay-for-Performance-Ansatz Rechnung getragen wird. Der Anteil des Zielbetrags des STI an der Zielgesamtvergütung beläuft sich dabei auf etwa 15-20 Prozent, während rund 30-55 Prozent der Zielgesamtvergütung auf den Zielbetrag des LTI entfallen. Hiermit wird sichergestellt, dass die variable Vergütung, die sich aus dem Erreichen langfristig orientierter Ziele ergibt, den Anteil übersteigt, der sich aus kurzfristig orientierten Zielen ergibt. Die vorgesehene Zielvergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2022 und den jeweiligen Anteil der Vergütungskomponenten an der Gesamtvergütung zeigt die folgende Tabelle:
*) Zielvergütung für LTI 1 wird mit
dem Fair Value zum Ausgabezeitpunkt berichtet
Bei der Festlegung der Zielvergütung wurde eine 100prozentige Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile zugrunde gelegt. Die aktuellen Mitglieder des Vorstands haben keine Versorgungszusagen erhalten. Sie erhalten teilweise Zuschüsse zur Rentenversicherung (Versorgungsaufwand). Angaben zu Aktien und AktienoptionenDie Mitglieder des Vorstands erhalten keine Vergütungskomponenten in Form von Aktien oder Optionen auf Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG. Die langfristige variable Vergütung des Vorstands steht über virtuelle Aktienoptionen im Zusammenhang mit der Aktienkursentwicklung der Francotyp-Postalia Holding AG. Als Bestandteil der Vergütungskomponente LTI 1 besteht für Herrn Lind und Herrn Spielberger die Verpflichtung, 8 Prozent der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen als Aktien der Gesellschaft zu erwerben und ab dem Erwerb für 4 Jahre zu halten (Share Ownership Guidelines). AKTIENBESITZ DER VORSTANDSMITGLIEDER
Angaben zur Rückforderung variabler VergütungsbestandteileDie Vergütung der Vorstandsmitglieder stellt sicher, dass besondere Leistungen gemäß Auffassung des Aufsichtsrats angemessen honoriert werden und Zielverfehlungen zu einer spürbaren Verringerung der Vergütung führen. Darüber hinaus sehen die Dienstverträge der aktuellen Vorstandsmitglieder vor, dass ihnen im Falle der vorzeitigen Beendigung aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung kein Langfristbonus zusteht und hierauf eventuell erhaltene Abschlagzahlungen zurückerstattet werden müssen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine variablen Vergütungsbestandteile zurückgefordert oder einbehalten. Angaben zu Abweichungen vom Vergütungssystem 2022Die Gesellschaft hat mit Carsten Lind einen Dienstvertrag geschlossen, bevor das aktuelle Vergütungssystem beschlossen wurde. Es findet folglich nicht in jeder Hinsicht Anwendung auf diesen Vertrag. So ist es dem Aufsichtsrat beispielsweise möglich, Effekte auf den Langfristbonus aus Kapitalmaßnahmen, die im Bemessungszeitraum durchgeführt werden, auszugleichen. Der Dienstvertrag mit dem Finanzvorstand Martin Geisel wurde für die Dauer von zwei Jahren abgeschlossen. Die Bemessungsgrundlage des Langfristbonus stellte folglich auf diesen Zeitraum ab, in dem er als Vorstand die Geschicke der Gesellschaft mitgestalten und beeinflussen konnte. Zudem wurde mit Herrn Geisel kein LTI 2 vereinbart, was ebenfalls eine Abweichung vom beschlossenen Vergütungssystem darstellt. Angaben zur Umsetzung des Beschlusses der HauptversammlungDas Vergütungssystem für den Vorstand wird beim Neuabschluss und bei Verlängerungen von Vorstandsdienstverträgen, welche mit der Gesellschaft abgeschlossen werden, berücksichtigt. Auf die Vergütung von Carsten Lind findet es daher noch keine vollständige Anwendung. Gewährte und geschuldete VergütungDie den jeweiligen Vorständen der Gesellschaft gewährte und geschuldete Vergütung stellt sich für die einzelnen Komponenten wie folgt dar., Da die gewährte und geschuldete Vergütung nicht immer mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird der STI für das Geschäftsjahr berichtet, indem die der Vergütung zugrunde liegende Tätigkeit vollständig erbracht wurde. Der LTI 1, also die virtuellen Aktienoptionen werden im Jahr der Ausgabe mit einem rein rechnerischen Wert aus der Anzahl der ausgegebenen virtuellen Optionen multipliziert mit dem beizulegenden Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt angegeben. Der LTI 2 wird mit den jährlichen Abschlagszahlungen berichtet und nach Erreichen des vierjährigen Bonuszeitraums wird die Differenz über die tatsächliche Zielerreichung abzüglich der bereits geleisteten Abschlagszahlungen berichtet. VERGÜTUNG DES VORSTANDS (GEWÄHRT UND GESCHULDET)
Angaben zur Einhaltung der MaximalvergütungDer Aufsichtsrat hat gemäß § 87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG eine Maximalvergütung festgelegt, welche den tatsächlich zufließenden Gesamtbetrag der für ein bestimmtes Geschäftsjahr gewährten Vergütung (Festvergütung + Nebenleistungen + Auszahlung aus STI + Auszahlung aus LTI) beschränkt. Für den Vorstandsvorsitzenden beläuft sich die jährliche Maximalvergütung auf 2.500.000,- Euro brutto, für die ordentlichen Vorstandsmitglieder auf je 1.900.000,-Euro brutto. Die Überprüfung der Einhaltung der Maximalvergütung ist nicht möglich, wenn sie noch vom Zufluss variabler Vergütungsbestanteile in zukünftigen Jahren abhängt. Über die Einhaltung der Maximalvergütung im Geschäftsjahr 2022 kann deshalb nur in Bezug auf Martin Geisel berichtet werden, dessen Bestellung zum Vorstand im Berichtszeitraum endete. In diesem Fall wurde die Maximalvergütung in Höhe von 1.900.000 Euro mit einer gewährten und geschuldeten Vergütung in Höhe von EUR 685.099 nicht überschritten. Erläuterungen zu den variablen VergütungsbestandteilenI. Carsten Lind, Vorsitzender des VorstandsDer Aufsichtsrat hat mit Herrn Lind Ziele für den Jahresbonus für das Geschäftsjahr 2022 vereinbart, die sich auf den Konzernumsatz und das EBITDA beziehen. Voraussetzung für den Jahresbonus ist eine Zielerreichung von mehr als 80 Prozent. Bei einer Zielerreichung von 100 Prozent beträgt der Jahresbonus 180.000 Euro. Das Cap (120-prozentige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag von 360.000 Euro. Außerdem wurde ein Sonderbonus für das Geschäftsjahr 2022 für Umsatz- und Ergebnisziele im Zusammenhang mit der Übernahme der Azolver-Gesellschaften vereinbart. Voraussetzung für die Zahlung des Sonderbonus in Höhe von 61.750 Euro ist eine kumulierte Zielerreichung von 100 Prozent. VergütungsberichtBei einer Zielerreichung von 200 Prozent beträgt der Sonderbonus 123.500 Euro (Cap). Die Auszahlung der Jahresboni erfolgt in dem Monat, der auf die Beschlussfassung der Hauptversammlung über den Jahresabschluss folgt und ist folglich in die Tabelle als " gewährt" eingeflossen. Die Berechnung des Bonus erfolgte gemäß folgender Darstellung: BERECHNUNG DES BONUS | CARSTEN LIND
Herrn Lind wurden als LTI, erste Komponente, zu Beginn des vierjährigen Bonuszeitraums am 1. Juni 2020 insgesamt 350.000 virtuelle Aktienoptionen zu einem Basispreis von 3,60 Euro zugeteilt. Jeweils ein Viertel der virtuellen Aktienoptionen wird nach 12, 24, 36 und 48 Monaten unverfallbar. Ferner wurden weitere 50.000 virtuelle Aktienoptionen zugesagt, diese sind mit dem Aufbau des digitalen Geschäfts verknüpft. In Abhängigkeit vom Ausübungspreis, der keine Mindesthürde erfüllen muss, und dem Zeitpunkt der Ausübungserklärung ist eine Feststellung der Höhe des LTI erst später möglich. Der Betrag ist auf 15 Euro je virtueller Aktienoption begrenzt (Cap). Die Aktienoptionen wurden im Geschäftsjahr 2020 zu einem beizulegenden Zeitwert (fair value at grant) in Höhe von 221 TEUR zugeteilt. Im Jahresabschluss 2020 wurde eine Rückstellung in Höhe von 32 TEUR gebildet. Des Weiteren wurden mit Herrn Lind Nachhaltigkeitsziele vereinbart. Diese ESG-Kriterien beziehen sich zur Hälfte auf die erfolgreiche Re-Zertifizierung von fünf ISO-Zertifizierungen und zur Hälfte auf die Reduktion der CO 2-Emissionen. Auf die vereinbarten LTI-Ziele dieser zweiten Komponente (ESG) erhält Herr Lind jährliche Abschlagszahlungen in Höhe von 40.000 Euro, die am Ende des Bemessungszeitraums von vier Jahren verrechnet werden. Voraussetzung ist eine Zielerreichung von mehr als 80 Prozent. Bei einer Zielerreichung von 100 Prozent beträgt dieser LTI 280.000 Euro. Das Cap (120-prozentige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag von 560.000 Euro. Die Auszahlung erfolgt in dem Monat, nachdem der Bonuszeitraum abgelaufen ist und die Erreichung der vereinbarten Ziele ermittelt werden konnte, voraussichtlich also im Geschäftsjahr 2025. Der Aufsichtsrat hat also die Vergütung sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt, so dass sie eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung unterstützt. Durch die nach Auffassung des Aufsichtsrates getroffene Auswahl geeigneter Leistungskriterien wurden gleichzeitig wichtige Anreize für die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung der Gruppe gesetzt. Durch die Verknüpfung des LTI 1 mit der Entwicklung des Aktienkurses ist außerdem eine hohe Übereinstimmung des Interesses mit dem der Aktionäre gegeben. II. Ralf Spielberger, FinanzvorstandDer Aufsichtsrat hat mit Herrn Spielberger, der zum 1. Oktober 2022 zum Finanzvorstand bestellt wurde, für das Geschäftsjahr 2022 einen zeitanteiligen Jahresbonus vereinbart. Voraussetzung für diesen Jahresbonus ist eine Zielerreichung verschiedener vereinbarter KPIs von kumuliert mehr als 80 Prozent. Bei einer Zielerreichung von 100 Prozent beträgt der Jahresbonus 125.000 Euro. Das Cap (120-prozentige Zielerreichung) entspricht einem Bonusbetrag von 150.000 Euro. Die Auszahlung des Jahresbonus bzw. des anteiligen Jahresbonus erfolgt in dem Monat, der auf die Beschlussfassung der Hauptversammlung über den Jahresabschluss folgt und ist folglich in die Tabelle als "gewährt" eingeflossen. Herrn Spielberger wurden als LTI, erste Komponente, zu Beginn des vierjährigen Bonuszeitraums am 1. Oktober 2022 insgesamt 240.000 virtuelle Aktienoptionen zu einem Basispreis von 3,10 Euro zugeteilt. Jeweils ein Viertel der virtuellen Aktienoptionen wird nach 12, 24, 36 und 48 Monaten unverfallbar. In Abhängigkeit vom Ausübungspreis, der keine Mindesthürde erfüllen muss, und dem Zeitpunkt der Ausübungserklärung ist eine Feststellung der Höhe des LTI erst später möglich. Der Betrag ist auf 15 Euro je virtueller Aktienoption begrenzt (Cap). Die Aktienoptionen wurden im Geschäftsjahr 2022 zu einem beizulegenden Zeitwert (fair value at grant) in Höhe von 197 TEUR zugeteilt. Im Jahresabschluss 2022 wurde eine Rückstellung in Höhe von 12 TEUR gebildet. Des Weiteren wurden mit Herrn Spielberger Nachhaltigkeitsziele vereinbart. Diese ESG-Kriterien beziehen sich zur Hälfte auf die erfolgreiche Re-Zertifizierung von fünf ISO-Zertifizierungen und zur Hälfte auf die Reduktion der CO 2-Emissionen. Auf die vereinbarten LTI-Ziele dieser zweiten Komponente (ESG) erhält Herr Spielberger jährliche Abschlagszahlungen in Höhe von 28.000 Euro, die am Ende des Bemessungszeitraums von vier Jahren verrechnet werden. Voraussetzung ist eine Zielerreichung von mehr als 80 Prozent. Bei einer Zielerreichung von 100 Prozent beträgt dieser LTI 195.000 Euro. Das Cap (120-prozentige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag von 234.000 Euro. Die Auszahlung erfolgt in dem Monat, nachdem der Bonuszeitraum abgelaufen ist und die Erreichung der vereinbarten Ziele ermittelt werden konnte, voraussichtlich also im Geschäftsjahr 2026. Der Aufsichtsrat hat also die Vergütung sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt, so dass sie eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung unterstützt. Durch die nach Auffassung des Aufsichtrates getroffene Auswahl geeigneter Leistungskriterien wurden gleichzeitig wichtige Anreize für die Umsetzung der Unternehmensstrategie der Gruppe gesetzt. Durch die Verknüpfung des LTI 1 mit der Entwicklung des Aktienkurses ist außerdem eine hohe Übereinstimmung des Interesses mit dem der Aktionäre gegeben. BERECHNUNG DES BONUS | RALF SPIELBERGER
III. Martin Geisel, Finanzvorstand bis 30. September 2022Der Aufsichtsrat hat mit Herrn Geisel einen Jahresbonus für das Geschäftsjahr 2022 vereinbart. Voraussetzung für den Jahresbonus ist eine Zielerreichung verschiedener vereinbarter KPIs von kumuliert mehr als 80 Prozent. Bei einer Zielerreichung von 100 Prozent beträgt der Jahresbonus 150.000 Euro. Das Cap (125-prozentige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag von 187.500 Euro. Außerdem wurde ein Sonderbonus für das Geschäftsjahr 2022 für Umsatz- und Ergebnisziele im Zusammenhang mit der Übernahme der Azolver-Gesellschaften vereinbart. Voraussetzung für die Zahlung des Sonderbonus in Höhe von 57.891 Euro ist eine kumulierte Zielerreichung von 100 Prozent. Bei einer Zielerreichung von 200 Prozent beträgt der Sonderbonus 115.781 Euro (Cap). Die Auszahlung des Jahresbonus erfolgt in dem Monat, der auf die Beschlussfassung der Hauptversammlung über den Jahresabschluss folgt und ist folglich in die Tabelle als "gewährt" eingeflossen. Die Berechnung des Bonus für das Geschäftsjahr 2022 erfolgte gemäß folgender Darstellung: BERECHNUNG DES BONUS | MARTIN GEISEL
Die ESG-Kriterien bezogen sich zur Hälfte auf die erfolgreiche Re-Zertifizierung von fünf ISO-Zertifizierungen und zur Hälfte auf die Reduktion der CO 2-Emissionen. Der Zielerreichungsgrad bei diesen beiden Kriterien lag bei 120% bzw.150%. Herrn Geisel wurde im Geschäftsjahr 2021 ein LTI mit einem zweijährigen Bemessungszeitraum zugesagt. Dieser stellte auf die Steigerung des Aktienkurses ab. Der Aktienkurs zum Beginn des Bemessungszeitraums (d.h. dem 1. Januar 2021) ermittelt sich aus dem arithmetischen Mittel der Xetra-Tages-Schlusskurse der letzten 30 Handelstage vor dem Beginn des Bemessungszeitraums, das entsprach 3,29 Euro. Die Mindestzielerreichung betrug 80 Prozent, dies hätte einem Aktienkurs von 3,95 Euro entsprochen. Damit wurde das Ziel des LTI nicht erreicht und es erfolgte keine Auszahlung. Auch für Herrn Geisel hatte der Aufsichtsrat die Vergütung sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt, so dass sie eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung unterstützte. Durch die nach Auffassung des Aufsichtsrates getroffene Auswahl geeigneter Leistungskriterien wurden gleichzeitig wichtige Anreize für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Durch die Verknüpfung des LTI mit der Entwicklung des Aktienkurses war außerdem eine hohe Übereinstimmung des Interesses mit dem der Aktionäre gegeben. Erläuterung der Angaben zu ausgeschiedenen Mitgliedern des VorstandsDie Bestellung zum Mitglied des Vorstands von Martin Geisel endete am 30. September 2022 durch Niederlegung, sein Dienstvertrag am 31. Dezember 2022. Folglich wurde die Vergütung im letzten Quartal 2022 als "Vergütung an ehemalige Mitglieder des Vorstands" ausgewiesen. Der ehemalige Vorstand erhält bis zum Ende seines Dienstverhältnisses seine ihm nach dem Dienstvertrag zustehende Vergütung, das schließt neben dem Festgehalt auch die variable Vergütung ein. Nach Beendigung seines Vorstandsamtes bis zum Ende des Dienstverhältnisses steht der ehemalige Vorstand insbesondere für die Abwicklung seines Dienstverhältnisses und der ordnungsgemäßen Übergabe der laufenden Geschäfte zur Verfügung. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2022 an ehemalige Mitgliedern des Vorstands Rentenzahlungen in Höhe von 45 TEUR gewährt. Leistungszusagen von DrittenDie Mitglieder des Vorstands haben keine Leistungszusagen von Dritten erhalten, weder konzernintern noch konzernextern, die im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Vorstandsmitglieder der Francotyp-Postalia Holding AG stehen. Leistungen im Fall der vorzeitigen BeendigungBeruht der Widerruf der Bestellung zum Vorstand auf einem wichtigen Grund, der nicht zugleich ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB für die fristlose Kündigung des Dienstvertrages ist, hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung. Die Höhe der dann fälligen Abfindung entspricht einem prozentualen Anteil der letzten Jahresvergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds, bestehend aus Festgehalt und STI ohne LTI und ohne sonstige Entgeltkomponenten (50% Geisel und 75% Lind und Spielberger Dieser entspricht in jedem Fall jedoch maximal insgesamt der Höhe der Festvergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Im Falle einer sonstigen vorzeitigen Beendigung des Dienstvertrages ohne wichtigen Grund nach § 626 BGB können die Gesellschaft und das Vorstandsmitglied gesonderte Regelungen treffen; dabei dürfen Zahlungen an das Vorstandsmitglied einschließlich Nebenleistungen den Wert einer Jahresvergütung nicht überschreiten (AbfindungsCap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten. Für die Berechnung des Abfindungsanspruchs und des Abfindungs-Caps ist auf die Gesamtvergütung des letzten abgelaufenen Geschäftsjahres abzustellen; vor Ablauf des ersten Geschäftsjahres wird auf das laufende Geschäftsjahr (pro-rata) abgestellt. Scheidet ein Vorstandsmitglied aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung aus seinem Dienstverhältnis aus ("Bad-Leaver-Situation"), können auch die unverfallbaren sowie die bereits zur Ausübung fälligen virtuellen Aktienoptionen nicht mehr ausgeübt werden. Sämtliche virtuelle Aktienoptionen verfallen ersatzlos. Sollte zukünftig ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot mit einem Mitglied des Vorstands vereinbart werden, würde die Abfindungszahlung auf die Karenzentschädigung angerechnet werden. Erfolgt ein Widerruf der Bestellung gemäß § 84 Abs. 3 AktG innerhalb von drei Monaten nach dem Bekanntwerden eines Kontrollwechsels (Change-of-Control) auf Betreiben des neuen Mehrheitsgesellschafters und beruht der Widerruf nicht auf einem wichtigen Grund gemäß § 626 BGB, so erhöht sich der Abfindungsanspruch auf den Betrag der Jahresgesamtvergütung des letzten abgelaufenen Geschäftsjahres, maximal jedoch auf die Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Leistungen im Fall der regulären BeendigungFür den Fall der regulären Beendigung eines Vorstandsvertrags wurden keine separaten Regelungen vorgesehen und keine diesbezüglichen Vereinbarungen getroffen. Insbesondere wurden keine Leistungen der Gesellschaft für eine Altersversorgung zugesagt. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 aus VergütungssichtDer Aufsichtsrat hat keine Anpassungen der Vergütungshöhen oder Änderungen im Vergütungssystem beschlossen. 2. Vergütungssystem des AufsichtsratsBeschlussfassung über das Vergütungssystems für die Mitglieder des AufsichtsratsÜber die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats beschließt die Hauptversammlung. Die Vergütung ist in § 17 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat überprüfen die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder regelmäßig und sie sind im Geschäftsjahr 2022 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG nach ihrer letzten Anpassung im Jahr 2008 im Vergleich zu anderen vergleichbaren Gesellschaften geringer ist als dies anhand relevanter Marktkennzahlen der Gesellschaft üblich wäre. Vor diesem Hintergrund hatten Vorstand und Aufsichtsrat eine Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung für notwendig und geboten gehalten und der Hauptversammlung am 15. Juni 2022 eine neue Vergütungsregelung zur Abstimmung vorgelegt. Dabei sollte auch der gestiegenen Bedeutung und Verantwortung der Aufsichtsratstätigkeit Rechnung getragen werden. Die neue Vergütungsregelung berücksichtigt insbesondere die Empfehlung G.17 und die Anregung G.18 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Struktur der Aufsichtsratsvergütung der Francotyp-Postalia Holding AG trägt der gesteigerten Verantwortung des Aufsichtsratsvorsitzenden Rechnung tragen und wurde dementsprechend angepasst. Diesem Vorschlag wurde mit einer Mehrheit von 99,69 Prozent des vertretenen Kapitals zugestimmt. Ausgestaltung und Anwendung des Vergütungssystems für den AufsichtsratDas Vergütungssystem für den Aufsichtsrat ist in der Satzung geregelt und gibt sowohl den abstrakten als auch den konkreten Rahmen für die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder vor. Hierdurch ist gewährleistet, dass die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder stets dem von der Hauptversammlung beschlossenen Vergütungssystem entspricht. Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats besteht aus einer Grundvergütung sowie Zuschlägen, die für die Übernahme bestimmter Funktionen angesichts des damit zusätzlichen Arbeitsaufwands gewährt werden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste jährliche Vergütung von 40.000 Euro (VJ: 30.000 Euro) für jedes volle Geschäftsjahr in diesem Amt. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung 200 Prozent (VJ: 150 Prozent) der Vergütung der übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats. Der stellvertretende Vorsitzende erhält keinen Zuschlag auf die Grundvergütung VJ: 7.500 Euro). Aufgrund des damit regelmäßig verbundenen erhöhten Vorbereitungs- und Arbeitsaufwands und entsprechend der Empfehlung G.17 DCGK erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats je Mitgliedschaft in einem Ausschuss eine zusätzliche jährliche Vergütung von 10 Prozent der Grundvergütung sofern ein solcher in dem betreffenden Geschäftsjahr mindestens zweimal getagt hat. Derzeit hat der Aufsichtsrat angesichts seiner Zahl von drei Mitgliedern keine Ausschüsse eingerichtet. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben oder jeweils den Vorsitz oder den stellvertretenden Vorsitz des Aufsichtsrats nicht während eines vollen Geschäftsjahres innegehabt haben, erhalten die Vergütung zeitanteilig unter Aufrundung auf volle Monate. Die Vergütung wird im letzten Monat des jeweiligen Geschäftsjahrs ausgezahlt. Die Gesellschaft stellt den Mitgliedern des Aufsichtsrats Versicherungsschutz in einem für die Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit angemessen Umfang zur Verfügung und entrichtet die hierfür fälligen Prämien. Außerdem erstattet die Gesellschaft jedem Aufsichtsratsmitglied die ihm bei der Ausübung seines Amtes entstandenen angemessen und nachgewiesenen Auslagen sowie die auf die Vergütung gegebenenfalls entfallende Umsatzsteuer. Eine variable Vergütung, die vom Erreichen bestimmter Erfolge bzw. Ziele abhängt, ist für die Aufsichtsratsmitglieder nicht vorgesehen. Der Aufsichtsrat kann damit seine Entscheidungen zum Wohle der Gesellschaft und damit an einer langfristigen Geschäftsstrategie und einer nachhaltigen Entwicklung ausrichten, ohne dabei anderweitige Motive zu verfolgen. Aufgrund der besonderen Art der Aufsichtsratsvergütung, welche sich wegen des aufsichtsrechtlichen Charakters grundlegend von der Tätigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Gesellschaft unterscheidet, erfolgt kein sogenannter vertikaler Vergleich mit der Arbeitnehmervergütung. Die Hauptversammlung wird zukünftig mindestens alle vier Jahre über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder beschließen. Der Aufsichtsrat wird daher künftig mindestens alle vier Jahre eine Analyse seiner Vergütung vornehmen, um der Hauptversammlung gemeinsam mit dem Vorstand einen entsprechenden Beschlussvorschlag zu unterbreiten. Im Geschäftsjahr 2022 wurde das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat in allen Aspekten wie in dem neu gefassten § 17 der Satzung der Gesellschaft geregelt angewendet. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden darüber hinaus weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Individualisierte Offenlegung der Vergütung des AufsichtsratsDie folgende Tabelle stellt die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder im abgelaufenen Geschäftsjahr nach § 162 AktG dar, wobei die Vergütung dem Geschäftsjahr zugerechnet wird, in dem die zugrunde liegende Tätigkeit vollständig erbracht worden ist (" erdienungsorientierte Sichtweise"): VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS (GEWÄHRT UND GESCHULDET)
Vergleichende Darstellung der Vergütungs- und ErtragsentwicklungDie folgende vergleichende Darstellung stellt die jährliche Veränderung der Vergütung der gegenwärtigen und früheren Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, der Ertragsentwicklung der Gesellschaft und der Vergütung von Arbeitnehmern auf Vollzeitäquivalenzbasis dar. Die durchschnittliche Vergütung der Arbeitnehmer umfasst den Personalaufwand für Löhne und Gehälter, für Nebenleistungen, für Arbeitgeberanteile der Sozialversicherung sowie für jegliche dem Geschäftsjahr zuzurechnenden kurzfristig variablen Vergütungsbestandteile. So entspricht auch die Vergütung der Arbeitnehmer - im Einklang mit der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats - im Grundsatz der gewährten und geschuldeten Vergütung im Sinne von § 162 Abs. 1 Satz 1 AktG. Für die Vergütung der Arbeitnehmer (ohne Auszubildende und Aushilfen) wurde auf die durchschnittlichen Löhne und Gehälter der Mitarbeiter der Gruppe in Deutschland im jeweiligen Geschäftsjahr abgestellt.
Die Angaben zur Vergütung der Vorstandsmitglieder stellen auf die gewährte und geschuldete Vergütung ab. Herr Spielberger ist im Geschäftsjahr 2022 zum 1. Oktober in den Vorstand berufen worden. Herr Geisels Tätigkeit als Vorstand endete am 30. September 2022. Die Veränderungen der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats resultieren aus der Änderung des Vergütungssystems.
Berlin, den 27. April 2022 Carsten Lind, Vorstand Ralf Spielberger, Vorstand Dr. Alexander Granderath, Vorsitzender des Aufsichtsrats Lars Wittan, Aufsichtsrat Klaus Röhrig, Aufsichtsrat Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über die Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktGAn die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin,PrüfungsurteilWir haben den Vergütungsbericht der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 daraufhin formell geprüft, ob die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG im Vergütungsbericht gemacht wurden. In Einklang mit § 162 Abs. 3 AktG haben wir den Vergütungsbericht nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung sind im beigefügten Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf den Inhalt des Vergütungsberichts. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung des Vergütungsberichts in Übereinstimmung mit § 162 Abs. 3 AktG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Die Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG (IDW PS 870 (08.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach dieser Vorschrift und diesem Standard ist im Abschnitt "Verantwortung des Wirtschaftsprüfers" unseres Vermerks wertergehend beschrieben. Wir haben als Wirtschaftsprüferpraxis die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die Berufspflichten gemäß der Wirtschaftsprüferordnung und der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer / vereidigte Buchprüfer einschließlich der Anforderungen an die Unabhängigkeit haben wir eingehalten. Verantwortung des Vorstands und des AufsichtsratsDer Vorstand und der Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Ferner sind sie verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Verantwortung des WirtschaftsprüfersUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob im Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden sind, und hierüber ein Prüfungsurteil in einem Vermerk abzugeben. Wir haben unsere Prüfung so geplant und durchgeführt, dass wir durch einen Vergleich der im Vergütungsbericht gemachten Angaben mit den in § 162 Abs. 1 und 2 AktG geforderten Angaben die formelle Vollständigkeit des Vergütungsberichts feststellen können. In Einklang mit § 162 Abs. 3 AktG haben wir die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts nicht geprüft. Umgang mit etwaigen irreführenden DarstellungenIm Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, den Vergütungsbericht unter Berücksichtigung der Kenntnisse aus der Abschlussprüfung zu lesen und dabei für Anzeichen aufmerksam zu bleiben, ob der Vergütungsbericht irreführende Darstellungen in Bezug auf die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts enthält. Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine solche irreführende Darstellung vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Berlin, den 27. April 2023 KPMG
AG
Waubke, Wirtschaftsprüfer Klein, Wirtschaftsprüfer KONZERNABSCHLUSS der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr 2022Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
1) In den Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten sind Portoguthaben, die vom
FP-Konzern verwaltet werden, in Höhe von TEUR 11.541
(Im Vorjahr TEUR 1 3.600) enthalten.
PASSIVA
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022I. Grundlagen(1) Allgemeine AngabenDie Francotyp-Postalia Holding AG mit Sitz in Berlin (nachfolgend auch "FP Holding", "Gesellschaft", "Mutterunternehmen" oder "Muttergesellschaft" genannt), ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 169096 B eingetragen. Der Sitz der Francotyp-Postalia Holding AG ist in der Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin, Deutschland. Die Francotyp-Postalia Holding AG ist die Muttergesellschaft von unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften und hielt bis zum April 2021 mittelbar Anteile an einem assoziierten Unternehmen (nachfolgend auch als "FP-Konzern", "FP-Gruppe", "FP", "Francotyp-Postalia" oder "das Unternehmen" bezeichnet). Die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum Handel im Prime Standard (reguliertes Marktsegment mit zusätzlichen Folgepflichten) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des international agierenden FP-Konzerns mit seiner fast 100-jährigen Geschichte liegt bei Produkten und Dienstleistungen zur effizienten Postverarbeitung, Konsolidierung von Geschäftspost und digitalen Lösungen für Unternehmen und Behörden. Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat den Konzernabschluss am 27. April 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er diesen billigt. (2) Grundlagen der RechnungslegungAllgemeine InformationenDie Francotyp-Postalia Holding AG fungiert als Konzernobergesellschaft, unter der die FP-Gruppe konsolidiert wird. Die Geschäftsjahre entsprechen für sämtliche Konzerngesellschaften dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der FP Holding zum 31. Dezember 2022 werden beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht und veröffentlicht. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt - zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch kaufmännische Rundungen von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. ÜbereinstimmungserklärungDie FP Holding hat ihren Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden konsistent - abgesehen von den in Anhangangabe 9 dargestellten Ausnahmen - in allen dargestellten Zeiträumen angewandt. Sie werden in der Anhangangabe 7 erläutert. Darüber hinaus hat der Konzern im Geschäftsjahr 2022 die in Anhangangabe 3 dargestellten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen erstmalig angewendet. (3) Anwendung neuer und überarbeiteter IFRS-VorschriftenErstmalig angewendete IFRS-Standards und IFRS-InterpretationenDer Konzern hat im Geschäftsjahr 2022 die folgenden neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen, welche durch die EU bereits verabschiedet wurden und die für am 1. Januar 2022 beginnende Geschäftsjahre verbindlich anzuwenden sind, erstmals angewandt:
Diese neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen hatten keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Nicht verpflichtend anzuwendende IFRS-Standards und IFRS-InterpretationenDie folgenden neuen und überarbeiteten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen, die in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden waren oder noch nicht von der Europäischen Union übernommen wurden, werden nicht vorzeitig angewandt. Der Konzern beabsichtigt diese Standards anzuwenden, wenn sie in der EU erstmals verpflichtend anzuwenden sind. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
(4) KonsolidierungskreisDer Konzernabschluss umfasst den Abschluss der FP Holding und ihrer direkt und indirekt beherrschten Tochterunternehmen. Die FP Holding beherrscht ein Unternehmen, wenn sie schwankenden Renditen aus dem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Endet die Möglichkeit der Beherrschung, scheiden die entsprechenden Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus. In den Konzernabschluss 2022 der FP-Gruppe sind neben der Francotyp-Postalia Holding AG elf (im Vorjahr elf) inländische und 22 (im Vorjahr zehn) ausländische Tochterunternehmen einbezogen (siehe nachfolgende Tabelle). ANTEILSBESITZLISTE NACH § 313 HGB 1)
1) Für die Francotyp-Postalia GmbH, die FP
Shared Service Europe GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb
und Service GmbH, die FP InovoLabs GmbH, die FP Digital
Business Solutions GmbH, die freesort GmbH sowie die Hefter
Systemform GmbH, wurde beschlossen, die
Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB i.V.m.
§ 325 vollumfänglich in Anspruch zu nehmen. Die
FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG hat von den
Befreiungsvorschriften des § 264b HGB i. V. m. §
325 Gebrauch gemacht. Die genannten Gesellschaften sind
zugleich auch von der Verpflichtung zur Aufstellung eines
Lageberichts 2022 gemäß § 264 Abs. 3 HGB
i.V.m. § 289 HGB bzw. § 264b HGB befreit. Die
entsprechenden Beschlüsse wurden beim Betreiber des
Bundesanzeigers elektronisch eingereicht, die jeweilige
Bekanntmachung wurde veranlasst.
Veränderung des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2022Im Berichtsjahr hat der FP-Konzern zwei Erwerbstransaktionen durchgeführt und abgeschlossen: 1. Am 23. März 2022 hat FP sämtliche Anteile und Stimmrechte an den folgenden Gesellschaften der Azolver-Gruppe erworben:
2. Am 1. Oktober 2022 hat der FP-Konzern durch seine Tochtergesellschaft FP Digital Business Solutions GmbH im Wege eines Asset-Deals den Geschäftsbetrieb der pakadoo GmbH, Böblingen, übernommen. Unternehmenszusammenschluss mit AzolverAzolver vertreibt schwerpunktmäßig Hardware für Postbearbeitung (Frankiermaschinen) und bietet zusätzlich Software für Asset Tracking und Parcel Shipping in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, der Schweiz und Italien an. Darüber hinaus hat FP ein voll integriertes Technologie- und Dienstleistungszentrum in Estland sowie logistische Einrichtungen in Belgien und Schweden erworben. Mit dieser Akquisition hat FP seine Position im Markt für Mailing, Shipping & Office Solutions in Europa ausgebaut. FP wird durch die Realisierung von Synergien in einem konsolidierten Markt profitieren. Das Technologie- und Dienstleistungszentrum von Azolver mit den Bereichen Finanzen, Kundensupport, Softwareentwicklung und IT wird die Transformation der gesamten FP-Gruppe unterstützen. Der Kaufpreis in Höhe von TEUR 12.200 wurde vollständig in bar entrichtet. Die Bilanzierung des Erwerbs ist zum 31. Dezember 2022 abgeschlossen. Es wurden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Buchwert und Zeitwert in Höhe von TEUR 8.125 erworben. Nachstehend sind die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden der Azolver-Gesellschaften zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst.
Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten für Rechtsberatung und Due Diligence sind in Höhe von TEUR 633 angefallen. Diese Kosten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 402 resultiert im Wesentlichen aus den Synergien aus der Integration der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe in den bestehenden Geschäftsbereich Mailing, Shipping & Office Solutions sowie den Fähigkeiten und dem Wissen der Belegschaft. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist nicht steuerlich abzugsfähig. In dem Zeitraum seit Erwerb hat Azolver insgesamt TEUR 19.129 zum Konzernumsatz und TEUR -1.151 zum Konzernergebnis beigetragen. Wäre Azolver bereits seit Beginn des Geschäftsjahres Teil der FP-Gruppe, dann läge der Konzernumsatz geschätzt bei TEUR 258.576 und das Konzernergebnis bei TEUR 5.746. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt TEUR 2.997. Der Bruttobetrag dieser Forderungen beträgt TEUR 3.687. Es wird geschätzt, dass ein Anteil der Cashflows in Höhe von TEUR 690 uneinbringlich sein wird. Erwerb des Geschäftsbetriebes von pakadoo (Asset Deal)Pakadoo bietet Software-as-a-Service-Lösungen für den Empfang und die Verwaltung eingehender Pakete und Waren in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen an. In Verbindung mit dienstleisterunabhängigen Paketstationen umfasst das Lösungsportfolio auch die Bereiche E-Commerce und Smart City Logistik. Der Kaufpreis in Höhe von TEUR 250 wurde vollständig in bar entrichtet. Nachstehend sind die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden des erworbenen Geschäftsbetriebs zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst.
Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten für Rechtsberatung und Due Diligence sind in Höhe von TEUR 55 angefallen. Diese Kosten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. In dem Zeitraum seit Erwerb hat pakadoo insgesamt TEUR 94 zum Konzernumsatz und TEUR -348 zum Konzernergebnis beigetragen. Veränderung des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2021Im Rahmen des FP Transformationsprogramms FUTURE@FP wurde im April 2021 die Konzerngesellschaft FP NeoMonitor GmbH, Berlin, gegründet. Die FP NeoMonitor GmbH ist eine 100%ige Tochter der Francotyp-Postalia Holding AG. Im Mai 2021 wurde die FP Finance B.V., Zoetermeer, Niederlande, liquidiert und ist somit aus dem Konzern ausgeschieden. Im September 2021 wurde die Konzerngesellschaft FP Technology & Services OÜ, Tallinn, Estland, gegründet. Die FP Technology & Services OÜ ist eine 100%ige Tochter der Francotyp-Postalia GmbH, Berlin. Anfang November 2021 wurde die Tochtergesellschaft IAB Communications GmbH, Berlin, auf die Tochtergesellschaft FP Digital Business Solutions GmbH (vormals Mentana-Claimsoft GmbH), Fürstenwalde/Spree, sowie die Tochtergesellschaft FP Direkt Vertriebs GmbH, Berlin, auf die Tochtergesellschaft Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, jeweils mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2021 verschmolzen. Assoziierte UnternehmenIm April 2021 hat der Konzern seine im Geschäftsjahr 2019 erworbenen Anteile an der Juconn GmbH, Unterföhring, veräußert. Der FP Konzern bilanzierte die Anteile an der Juconn GmbH nach der Equity-Methode. (5) KonsolidierungsgrundsätzeDie Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Unternehmenszusammenschlüsse werden nach IFRS 3 unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben werden, werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Die Anschaffungskosten der Beteiligungen werden sodann gegen das neu bewertete, anteilige Eigenkapital verrechnet. Darüber hinausgehende Beträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. (6) WährungsumrechnungDie funktionale Währung der FP Holding ist der Euro (EUR). Fremdwährungsgeschäfte werden jeweils mit dem Umrechnungskurs zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden monetäre Posten in fremder Währung unter Verwendung des Stichtagskurses angesetzt. Umrechnungsdifferenzen werden jeweils in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung der betroffenen Konzerngesellschaft erfolgswirksam erfasst und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die zum FP-Konzern gehörenden ausländischen Gesellschaften sind selbständige Teileinheiten und stellen ihre Jahresabschlüsse jeweils in Landeswährung auf. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden Vermögenswerte und Schulden der nicht in Euro bilanzierenden Tochterunternehmen mit dem Stichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs und die Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen, die sich aus unterschiedlichen Umrechnungskursen für Bilanzposten und für Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ergeben, werden ins sonstige Ergebnis gebucht. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst. Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten, die Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe darstellen, werden auf Konzernebene nach IAS 21 im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Falle einer späteren Veräußerung der jeweiligen Nettoinvestition bzw. der Tilgung der Darlehen werden die betreffenden Eigenkapitalbeträge über das Periodenergebnis gebucht.
(7) Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeBei der Aufstellung des Konzernabschlusses 2022 ging der Vorstand von der Unternehmensfortführung sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften aus. UmsatzerlöseDer FP-Konzern erfasst Umsatzerlöse nach IFRS 15 aus Verträgen mit Kunden und nach IFRS 16 als Leasinggeber im Rahmen der Übertragung von Nutzungsrechten. Für die Erfassung von Umsatzerlösen als Leasinggeber siehe die Erläuterungen zu Leasingverhältnissen. Umsatzerlöse nach IFRS 15Verträge, die nicht die Übertragung eines Nutzungsrechts enthaltenDer FP-Konzern erwirtschaftet Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden in den Segmenten Mailing, Shipping & Office Solutions - Europa, Mailing, Shipping & Office Solutions - Nordamerika, Digital Business Solutions sowie Mail Services. Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IFRS 15 erfasst, wenn der Kunde Kontrolle über die Güter und Leistungen erlangt hat, die der FP-Konzern verpflichtet ist, zu erbringen. Kontrolle wird entweder zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum übertragen. Der FP-Konzern erbringt Verkaufs- und Serviceleistungen. Die Verkäufe betreffen im Wesentlichen den Verkauf von Frankier- und Kuvertiermaschinen sowie Verbrauchsmaterial. Die Serviceleistungen betreffen Kundendienst und Teleportoleistungen bezüglich verkaufter oder verleaster Frankier- oder Kuvertiermaschinen, Dienstleistungen zur Konsolidierung von Geschäftspost sowie Software-Dienstleistungen für Unternehmen und Behörden. Servicedienstleistungen können jeweils einzeln bestellt werden oder durch Serviceverträge mit fester Laufzeit. Serviceverträge haben grundsätzlich originäre Laufzeiten von 12 Monaten und verlängern sich, wenn der Kunde nicht fristgerecht kündigt. Innerhalb der Serviceverträge können verschiedene Serviceleistungen, wie z.B. Kundendienste, Portoaufladung oder Aktualisierung der Portotabellen, enthalten sein. Pro Verkauf oder einzelner Serviceleistung handelt es sich um eigenständige Leistungsverpflichtungen. Der Umsatz für Verkäufe sowie einzeln bestellte Serviceleistungen wird mit Lieferung bzw. Erbringung der Leistung erfasst. Der Umsatz für Serviceleistungen aus Serviceverträgen mit fester Laufzeit wird gleichmäßig über die Laufzeit der Vereinbarung erfasst. Die gleichmäßige Erfassung über die Laufzeit dieser Verträge spiegelt die gleichmäßige Bereitstellung der Leistungen unmittelbar wider und ist daher eine angemessene Abbildung der Umsatzerfassung über einen Zeitraum. Je nach Zahlungsvereinbarung leisten Kunden Vorauszahlungen für Servicezeiträume der Folgemonate. Insoweit werden Vertragsverbindlichkeiten erfasst. Grundsätzlich liegen damit Leistungserbringung und Zahlungseingang maximal wenige Monate auseinander. Daher erfolgt keine Anpassung des Transaktionspreises um den Zeitwert des Geldes. Soweit der FP-Konzern Vorleistungen erbringt, werden Vertragsvermögenswerte angesetzt. Der Höhe nach ergibt sich der Umsatz aus vertraglich festgelegten Fixpreisen abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten. Die Allokation des Transaktionspreises auf verschiedene Leistungsverpflichtungen eines Vertrages erfolgt nach dem Verhältnis der Einzelveräußerungspreise. Bei der Bestimmung der Einzelveräußerungspreise zum Zwecke der Allokation auf Leistungsverpflichtungen greift der FP-Konzern auf beobachtbare Preise sowie auf Schätzungen zurück. Hierbei ist Ermessen notwendig. Bei der Schätzung berücksichtigt FP einerseits Marktdaten und andererseits Kosteninformationen. Es gelten Zahlungsziele von im Mittel 30 Tagen. Die Gewährleistung umfasst grundsätzlich die Zusicherung der Fehlerfreiheit über die gesetzliche Laufzeit. Verträge, die die Übertragung eines Nutzungsrechts enthaltenLeistungsverpflichtungen, die nach IFRS 15 zu bilanzieren sind, treten im FP-Konzern auch in Leasingverträgen auf, die den Kunden Nutzungsrechte an Frankier- oder Kuvertiermaschinen einräumen. Die Bilanzierung der in diesen Verträgen enthaltenen Komponente Nutzungsrecht und der Komponenten, die kein Nutzungsrecht darstellen, erfolgt getrennt. Das Nutzungsrecht wird nach IFRS 16 bilanziert, während die anderen Komponenten in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen. Die Aufteilung der Gegenleistung des Gesamtvertrages auf die enthaltenen Komponenten und Leistungsverpflichtungen erfolgt auch hier im Verhältnis der Einzelveräußerungspreise. Sonstige betriebliche ErträgeDie Erfassung von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, d.h. der Gefahrenübergang auf den Abnehmer stattgefunden hat. Zinserträge und ZinsaufwendungenZinserträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft dem Konzern zufließt und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zinsaufwendungen werden unter Berücksichtigung etwaiger Transaktionskosten und Disagien nach der Effektivzinsmethode periodengerecht erfasst. Geschäfts- oder FirmenwertDie Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Zudem wird immer dann, wenn es einen Anhaltspunkt gibt, dass die Zahlungsmittel generierende Einheit wertgemindert sein könnte, ein Wertminderungstest durchgeführt. Die Werthaltigkeitstests werden auf Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Immaterielle VermögenswerteDie Werthaltigkeit entgeltlich erworbener immaterieller Vermögenswerte wird nach IAS 36 überprüft. Grundsätzlich wird der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegender Zeitwert herangezogen. Hierbei wird der Barwert der Cashflows, die allein auf den zu bewertenden Vermögenswert zurückzuführen sind, ermittelt. Der Diskontierungszinssatz für die Cashflows basiert auf dem Konzept der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (sog. weighted average cost of capital - WACC) nach Steuern. Die Bewertung von im Rahmen von Kaufpreisallokationen aktivierten Kundenbeziehungen erfolgt durch einen ertragsorientierten Ansatz, wobei der Wert der Kundenbeziehungen durch Diskontierung der aus ihnen resultierenden Cashflows dargestellt wird. Von den durch Kundenbeziehungen erwarteten Umsätzen werden die mit der Umsatzerbringung verbundenen Kosten in Abzug gebracht. Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, sofern die Herstellung dieser Produkte technisch soweit realisiert werden kann, dass diese genutzt oder verkauft werden können, der Konzern die Absicht hat, den Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, der FP-Konzern fähig ist, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen bzw. zu verkaufen, die Art des Nutzenzuflusses nachgewiesen werden kann, die technischen und finanziellen Ressourcen zur Fertigstellung zur Verfügung stehen und die während der Entwicklung zurechenbaren Ausgaben verlässlich bewertet werden können. Die Entwicklungskosten umfassen alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Erhaltene Zuschüsse zu Entwicklungskosten werden aktivisch abgesetzt. Fremdkapitalkosten, die direkt einem Entwicklungsprojekt, das ein qualifizierter Vermögenswert im Sinne von IAS 23 ist, zugeordnet werden können, werden für den Zeitraum der Herstellung als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Sie werden ausschließlich im Zusammenhang mit aktivierten Entwicklungskosten angesetzt. Der Betrag der aktivierbaren Fremdkapitalkosten wird aus dem gewogenen Durchschnitt der Fremdkapitalkosten für die von Fremdkapitalgebern gewährten Kredite ermittelt. Aktivierte Entwicklungskosten werden mit Beginn der kommerziellen Fertigung der entsprechenden Produkte linear über die Zeit ihres erwarteten Nutzens abgeschrieben. Für in der Entwicklungsphase befindliche immaterielle Vermögenswerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Für fertig gestellte immaterielle Vermögenswerte wird ein Werthaltigkeitstest bei Vorliegen von Anzeichen für eine mögliche Wertminderung durchgeführt. Nicht mehr werthaltige aktivierte Entwicklungen werden außerplanmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen, linearen Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte liegen wie auch im Vorjahr im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zu Grunde.
SachanlagenDas Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen sowie Wertminderungen, bewertet. Die Anschaffungskosten enthalten den Anschaffungspreis, die Nebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt. Finanzierungskosten für den Zeitraum der Herstellung werden einbezogen, soweit qualifizierte Vermögenswerte vorliegen. Kosten für Wartung und Reparatur von Gegenständen des Sachanlagevermögens werden als Aufwand verrechnet. Aufbereitungskosten von Gegenständen des Sachanlagevermögens werden nach den Kriterien des IAS 16.12ff. als nachträgliche Herstellungskosten erfasst, wenn durch diese Kosten der zukünftige Nutzen der Sachanlage erhöht wird (IAS 16.10). Auf Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßige lineare Abschreibungen verrechnet. Wenn Sachanlagen stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Den planmäßigen, linearen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde.
Wertminderungen auf Sachanlagen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag, d.h. der höhere Wert aus Nutzungswert des betroffenen Vermögenswertes und beizulegender Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten, unter den Buchwert gesunken ist. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört. Der Abgleich zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert wird dann ebenfalls auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vorgenommen. Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. VorräteBei der Bewertung der Vorräte wurde von Bewertungsvereinfachungsmethoden in Form von Durchschnittspreisbewertungen Gebrauch gemacht. Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren enthalten den Anschaffungspreis und die Nebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten einschließlich angemessener Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter der Annahme einer Normalauslastung. Finanzierungskosten für den Zeitraum der Herstellung werden nicht einbezogen, weil qualifizierte Vermögenswerte nicht vorliegen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der noch notwendigen Fertigstellungskosten sowie der Veräußerungskosten. Wertminderungen des Vorratsvermögens werden für Waren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Materialaufwand und für fertige und unfertige Erzeugnisse in den Bestandsveränderungen gezeigt. FinanzinstrumenteFinanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Hierzu gehören einerseits originäre Finanzinstrumente wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu auch derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen eingesetzt werden. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden ab dem Zeitpunkt in der Konzernbilanz berücksichtigt, zu welchem der Konzern Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Finanzielle VermögenswerteKlassifizierungDer FP-Konzern stuft seine finanziellen Vermögenswerte in die folgenden Bewertungskategorien ein:
Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten basiert auf dem Geschäftsmodell, in welchem die finanziellen Vermögenswerte gehalten werden, sowie der Zusammensetzung der vertraglichen Zahlungsströme. Die Festlegung des Geschäftsmodells erfolgt auf Portfolioebene und richtet sich nach der Intention des Managements sowie den Transaktionsmustern der Vergangenheit. Die Prüfung der Zahlungsströme erfolgt auf Basis der einzelnen Instrumente. Bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten werden die Gewinne und Verluste entweder erfolgswirksam oder erfolgsneutral erfasst. Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ist dies abhängig davon, ob sich der Konzern zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes unwiderruflich dafür entschieden hat, die Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Der Konzern klassifiziert Schuldinstrumente nur dann um, wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung solcher Vermögenswerte ändert. Dies überprüft das Management zu jedem Stichtag. AnsatzEin marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d.h. zu dem Tag, an der sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. BewertungBeim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich - im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts - der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden als Aufwand erfasst. Finanzielle Vermögenswerte mit eingebetteten Derivaten werden in ihrer Gesamtheit betrachtet, wenn ermittelt wird, ob ihre Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen. Die Folgebewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurden alle Schuldinstrumente des Konzerns zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, und - zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten - unter den sonstigen Finanzerträgen/ sonstigen Finanzaufwendungen ausgewiesen. Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente in der Folge erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL). Dividenden aus solchen Instrumenten werden im Finanzergebnis erfasst, wenn der Anspruch des FP-Konzerns auf den Erhalt von Zahlungen begründet wird. WertminderungDer FP-Konzern beurteilt auf zukunftsgerichteter Basis die mit den Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, verbundenen erwarteten Kreditverluste. Die Wertminderungsmethode ist abhängig davon, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt. Der Ansatz der erwarteten Kreditverluste (expected credit losses) nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen: Stufe 1: Erwartete Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate. Stufe 1 beinhaltet alle Verträge ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung und beinhaltet regelmäßig neue Verträge und solche, deren Zahlungen weniger als 31 Tage überfällig sind. Der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, wird erfasst. Stufe 2: Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - keine beeinträchtigte Bonität. Wenn ein finanzieller Vermögenswert nach seiner erstmaligen Erfassung eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, allerdings nicht in seiner Bonität beeinträchtigt ist, wird er der Stufe 2 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste erfasst, welche über mögliche Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts bemessen werden. Stufe 3: Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - bonitätsbeeinträchtigt Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen ist, wird er der Stufe 3 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab 91 Tagen sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos erfahren hat, basiert auf einer mindestens quartalsweise durchgeführten Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen. Für Schuldinstrumente, die nicht Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind, wird eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos maßgeblich anhand von Überfälligkeitsinformationen oder Ausfallwahrscheinlichkeiten festgestellt. Erwartete Kreditverluste werden unter Zugrundelegung der folgenden Faktoren berechnet:
Erwartete Kreditverluste werden berechnet als wahrscheinlichkeitsgewichteter Barwert aller Zahlungsausfälle über die erwartete Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts. Die Schätzung dieser Risikoparameter bezieht sämtliche öffentlich zur Verfügung stehenden relevanten Informationen mit ein. Neben historischen und aktuellen Informationen über Verluste werden ebenfalls angemessene und belastbare zukunftsgerichtete Informationen über Faktoren einbezogen. Diese Informationen umfassen makroökonomische Faktoren (z.B. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Arbeitslosenquote) und Prognosen über zukünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird der vereinfachte Ansatz angewandt, wonach diese Forderungen bereits bei der erstmaligen Erfassung der Stufe 2 zugeordnet werden. Die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste werden ab dem erstmaligen Ansatz der Forderungen erfasst. Zu weiteren Einzelheiten siehe Anhangangabe 24. Eine Wertberichtigung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Einzelbasis wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeiträge nicht vollständig einbringlich sind (z.B. Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder erhebliche Zahlungsverzögerungen beim Schuldner). Wertminderungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie liquide Mittel sind für den Konzern von unwesentlicher Bedeutung. AusbuchungEin finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass er ganz oder teilweise realisierbar ist, z.B. nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder nach gerichtlichen Entscheidungen. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Betriebsergebnis als Wertminderungsaufwendungen, netto, dargestellt. In Folgeperioden erzielte, früher bereits abgeschriebene Beträge, werden im gleichen Posten erfasst. Derivate und SicherungsbeziehungenDer wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert sind, wird in der Rücklage für Cashflow-Hedges als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der Gewinn oder Verlust, der den als Sicherungskosten bestimmten Anteil betrifft, wird im sonstigen Ergebnis in der Rücklage für die Kosten der Absicherung als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Das Volumen des tatsächlich abgesicherten Grundgeschäfts stimmt mit dem Volumen des entsprechenden Sicherungsinstruments überein. Die Sicherungsquote beträgt daher 100 %. Ineffektivitäten können im Rahmen der designierten Sicherungsbeziehungen aus zeitlichen Verschiebungen der abgesicherten Grundgeschäfte sowie Auswirkungen des Kreditausfallrisikos auf den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsinstrumente entstehen. In der Gesamtergebnisrechnung werden etwaige Ineffektivitäten in der Position "Sonstiges Finanzergebnis" erfasst. Wenn Optionen zur Absicherung erwarteter Transaktionen eingesetzt werden, designiert der FP-Konzern nur den inneren Wert der Optionen als Sicherungsinstrument. Gewinne oder Verluste aus dem wirksamen Teil der Änderung des inneren Werts der Optionen werden in der Rücklage für Cashflow Hedges als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Änderungen des Zeitwerts von Optionen, die sich auf das gesicherte Grundgeschäft beziehen werden im sonstigen Ergebnis in der Rücklage für die Kosten der Absicherung als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Werden Termingeschäfte zur Absicherung erwarteter Transaktionen eingesetzt, designiert der FP-Konzern grundsätzlich nur die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Termingeschäfts aus der Kassakomponente als Sicherungsinstrument. Die Kassakomponente wird anhand der maßgeblichen Kassa-Wechselkurse ermittelt. Die Differenz zwischen dem vertraglich festgelegten Terminkurs und dem Kassa-Wechselkurs wird als Terminkomponente definiert und - sofern wesentlich - abgezinst. Gewinne und Verluste aus dem wirksamen Teil der Änderung der Kassakomponente des Termingeschäfts werden in der Rücklage für Cashflow-Hedges als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Änderung der Terminkomponente des Sicherungsinstruments, die sich auf das gesicherte Grundgeschäft bezieht, wird im sonstigen Ergebnis in der Rücklage für die Kosten der Absicherung als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Im Eigenkapital erfasste kumulierte Beträge werden in den Perioden umgegliedert, in denen das gesicherte Grundgeschäft Auswirkungen auf den Gewinn oder Verlust hat. In der Gesamtergebnisrechnung wird die Umgliederung in der Position des sonstigen Ergebnisses "Absicherung von Zahlungsströmen -Umgegliedert in den Gewinn oder Verlust" bzw. in der Position "Umsatzerlöse" erfasst. Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft oder beendet wird oder die Sicherungsbeziehung nicht länger die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllt, verbleiben etwaige zu diesem Zeitpunkt kumulierte abgegrenzte Sicherungsgewinne oder -verluste und die abgegrenzten Sicherungskosten im Eigenkapital, bis die erwartete Transaktion eintritt. Wenn der Eintritt der Transaktion nicht mehr erwartet wird, werden die kumulierten Sicherungsgewinne und -verluste und die abgegrenzten Sicherungskosten, die im Eigenkapital ausgewiesen wurden, unmittelbar in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten werden in die folgenden Kategorien unterteilt:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Einbeziehung der direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet. Darlehen werden im Konzern stets zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie werden nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert. Für die Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten wird die Effektivzinsmethode zugrunde gelegt. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Unter den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden auch die Verbindlichkeiten aus Derivatgeschäften gezeigt. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Leasingraten ausgewiesen. EigenkapitalDas gezeichnete Kapital entspricht der Anzahl der ausgegebenen Aktien. In der Kapitalrücklage wird der Betrag von Zuzahlungen in das Eigenkapital ausgewiesen, die Anteilseigner geleistet haben. Kosten, die direkt der Ausgabe neuer Aktien im Rahmen des früheren Börsengangs der FP Holding angefallen waren, werden gemindert um die damit verbundenen Ertragsteuervorteile vom Eigenkapital abgezogen. Die Stock-Options-Rücklage weist im Personalaufwand erfasste Beträge aus den Aktienoptionsprogrammen 2010 und 2015 aus. Maßgabe hierbei ist der beizulegende Zeitwert der voraussichtlich ausübbaren Aktienoptionen, der periodisch verteilt wird. Erwirbt der Konzern eigene Anteile, so werden diese direkt vom Eigenkapital abgezogen. Der Wert der eigenen Anteile wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Kauf, Verkauf sowie die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen berühren nicht das Konzernergebnis. RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) auf der Basis versicherungsmathematischer Grundsätze gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Abschlussstichtag bestehenden Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Diese im Austausch für erbrachte Arbeitsleistungen erdienten Versorgungsleistungen werden mit dem am Periodenende zugrunde liegenden Zinssatz diskontiert. Von diesem Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtungen wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Hieraus ergibt sich die als Rückstellung anzusetzende Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen. Für die Ermittlung der Nettoschuld werden für jeden Abschlussstichtag versicherungsmathematische Gutachten von qualifizierten Gutachtern zugrunde gelegt. Der Zinssatz wird auf der Grundlage der Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden. Für die Auswahl der zugrunde liegenden Anleihen werden die Währungen und Laufzeiten berücksichtigt, die den Währungen und voraussichtlichen Fristigkeiten der zu erfüllenden Versorgungsverpflichtungen entsprechen. Pensionspläne, die der FP-Konzern über Versicherungsverträge durchführt, werden als leistungsorientierte Pläne bilanziert, soweit die erdienten Ansprüche nicht durch die Versicherungsbeiträge gedeckt sind. Beiträge im Rahmen von beitragsorientierten Plänen sind Aufwendungen der Periode, in der die betreffenden Leistungen erbracht werden. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden gewährt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird oder wenn ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Der Konzern erfasst Abfindungsleistungen, wenn er nachweislich verpflichtet ist, das Arbeitsverhältnis von gegenwärtigen Mitarbeitern entsprechend einem detaillierten formalen Plan, der nicht rückgängig gemacht werden kann, zu beenden oder wenn er nachweislich Abfindungen bei freiwilliger Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Mitarbeiter zu leisten hat. Rückstellungen für Altersteilzeit werden mit den jeweiligen Barwerten der Erfüllungsrückstände und Aufstockungsbeträge (ratierliche Ansammlung im Erdienungszeitraum) bewertet und mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögen in der Form einer zur Rückdeckung von Altersteilzeitzusagen eingesetzten Versicherung saldiert. Der Konzern passiviert eine Rückstellung für Gewinnbeteiligungen und Boni in den Fällen, in denen eine vertragliche Verpflichtung besteht oder sich aufgrund der Geschäftspraxis der Vergangenheit eine faktische Verpflichtung ergibt. Rückstellungen für Gewährleistungsaufwendungen werden zum Verkaufszeitpunkt der betreffenden Produkte nach der besten Einschätzung des Managements hinsichtlich der Erfüllung der Verpflichtung des Konzerns notwendigen Ausgaben angesetzt. Bilanzierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasinggeber auftrittDer FP-Konzern vermietet Frankier- und Kuvertiermaschinen in den Segmenten Mailing, Shipping & Office Solutions - Europa und Mailing, Shipping & Office Solutions - Nordamerika. Die Leasingverträge haben grundsätzlich feste Laufzeiten zwischen 2 und 6 Jahren. Soweit die Kunden nicht rechtzeitig kündigen, verlängern sich die Leasingverträge in der Regel für ein Jahr automatisch. Die Leasingverträge können neben der Übertragung des Nutzungsrechts auch Servicekomponenten enthalten. Die in den Leasingverträgen enthaltenen Nutzungsrechte werden nach IFRS 16 bilanziert. Die Bilanzierung der Servicekomponenten erfolgt nach IFRS 15. Die Aufteilung der Gegenleistung des Gesamtvertrages auf die enthaltenen Komponenten und Leistungsverpflichtungen erfolgt gemäß IFRS 15 im Verhältnis der Einzelveräußerungspreise. Nach IFRS 16 ist ein Leasingverhältnis als Finance Lease oder Operate Lease zu klassifizieren. Ein Finance Lease liegt vor, wenn die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer übergehen. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 8 "Klassifizierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasinggeber auftritt". Für Leasingverhältnisse, die als Finance Lease klassifiziert werden, wird zu Vertragsbeginn eine Forderung und Umsatz in Höhe des Barwerts der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die in der Folge zugehenden Leasingraten werden in einen Tilgungs- und einen Zinsanteil aufgeteilt. Der Tilgungsanteil vermindert ergebnisneutral den Forderungsbestand. Der Zinsanteil wird erfolgswirksam vereinnahmt. Es wird der dem jeweiligen Leasing innewohnende Zinssatz verwendet. Für Operate Lease Verträge werden die dem Vertrag zu Grunde liegenden Maschinen als vermietete Erzeugnisse unter den langfristigen Vermögenswerten im Sachanlagevermögen und die Leasingraten als Umsatz ausgewiesen. Je nach Zahlungsvereinbarung leisten Kunden Vorauszahlungen für Leasingzeiträume der Folgemonate. Soweit sie nicht Umsatz des Geschäftsjahres darstellen, werden sie als Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Zahlungen ausgewiesen. Der FP-Konzern bezahlt Provisionen an Händler für die Vermittlung von Leasingverträgen. Die für einen Vertrag gezahlte Provision kann auf unterschiedlichen Komponenten im Anwendungsbereich von IFRS 16 als auch von IFRS 15 liegen. Dementsprechend werden die Provisionen wie folgt aufgeteilt:
Bilanzierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasingnehmer auftrittGemäß IFRS 16 erfasst der FP-Konzern die Leasingverhältnisse, in denen er Leasingnehmer ist, in der Bilanz. Danach wird auf der Aktivseite ein Nutzungsrecht und auf der Passivseite eine Leasingverbindlichkeit (unter Finanzverbindlichkeiten) angesetzt. Die Zugangsbewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu Anschaffungskosten, die dem Barwert der Leasingverbindlichkeit zuzüglich eventueller anfänglicher direkter Kosten, Zahlungen vor Laufzeitbeginn und geschätzter Rückbauverpflichtungen sowie abzüglich eventueller Anreizzahlungen des Leasinggebers an den Konzern entsprechen. In der Folge wird das Nutzungsrecht um planmäßige (und ggf. außerplanmäßige) Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Sofern das Eigentum am dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswert am Ende der Leasinglaufzeit auf den FP-Konzern übergeht, wird das Nutzungsrecht linear über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben. Im Falle von Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit erfolgt auch eine entsprechende Anpassung des Nutzungsrechts. Die Leasingverbindlichkeit wird bei Zugang mit dem Barwert der Leasingzahlungen passiviert. In der Folgebilanzierung wird sie unter Anwendung des jeweiligen Grenzfremdkapitalzinssatzes des Konzerns aufgezinst sowie um die Zahlung der Leasingrate vermindert. Leasingverträge mit einer Laufzeit bis zu zwölf Monaten sowie Verträge mit einem wertmäßig geringen Volumen werden nicht in der Bilanz angesetzt, sondern die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. Das Gleiche gilt für Leasingverträge von immateriellen Vermögenswerten. (8) Ermessensentscheidungen und SchätzungenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei verschiedenen Posten, dass für Ansatz, Bewertung und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden sowie Erträgen und Aufwendungen Ermessensentscheidungen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst. Die wesentlichen Ermessensspielräume und Schätzungen resultieren aus den folgenden Sachverhalten. UmsatzerlöseHinsichtlich der Anwendung von Ermessen im Rahmen der Allokation der Transaktionspreise wird auf die Erläuterungen zu den Umsatzerlösen in Anhangangabe 7 verwiesen. Klassifizierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasinggeber auftrittEine Klassifizierung als Finance Lease liegt im FP-Konzern u.a. dann vor, wenn die Laufzeit des Leasingverhältnisses dem überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes umfasst (Nutzungsdauertest) oder der Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im Wesentlichen mindestens dem beizulegenden Zeitwert des Leasingvermögenswertes entspricht (Barwertkriterium). Der FP-Konzern hat den "überwiegenden Teil" mit 75 % und "im Wesentlichen" mit 90 % ausgelegt. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit berücksichtigt der FP-Konzern die Wahrscheinlichkeit von automatischen Verlängerungen der Verträge. Aktive latente SteuernAktive latente Steuern werden für nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen der IFRS-Konzernbilanz in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass diese zukünftig durch positives zu versteuerndes Ergebnis tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftigen zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Steuerforderungen und -VerbindlichkeitenDie Beurteilung und Bewertung von Steuerforderungen und -verbindlichkeiten ist aufgrund der Komplexität von Rechtsvorschriften und einer unterschiedlichen Praxis der zuständigen Finanzverwaltungen, insbesondere im Kontext grenzüberschreitender Transaktionen, im erheblichen Maße mit Ermessenseinschätzungen des Managements verbunden. Die Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12, wenn eine Zahlung oder eine Erstattung bezüglich der Rechtsunsicherheit wahrscheinlich ist. Die Bewertung der unsicheren Steueransprüche und Steuerschulden erfolgt gemäß IFRIC 23 mit dem wahrscheinlichsten Wert. Wesentliche Annahmen im Rahmen der Schätzungen und Quellen für Schätzunsicherheiten sindWertberichtigungenDer Konzern bemisst die erwarteten Kreditverluste für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anhand der über die Laufzeit insgesamt erwarteten Kreditverluste. EntwicklungskostenSchätzungen sind erforderlich, wenn ein Entwicklungsprojekt bestimmte Meilensteine in einem bestehenden Projekt erreicht. Für Zwecke der Beurteilung der Werthaltigkeit der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der aus Vermögenswerten zu erwartenden Cashflows, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von zu erwartenden zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren. Neubewertung immaterieller Vermögenswerte bei der Abbildung von UnternehmenszusammenschlüssenSchätzungen sind erforderlich bei der Bestimmung beizulegender Zeitwerte im Rahmen der Neubewertung immaterieller Vermögenswerte bei der Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3. Im Rahmen von Kaufpreisallokationen sind immaterielle Vermögenswerte bei den erworbenen Unternehmen zu identifizieren und zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen; von einem etwaigen (negativen) Geschäfts- oder Firmenwert werden sie separiert. Geschäfts- oder FirmenwertZur Feststellung eines eventuellen Wertminderungsbedarfs des Geschäfts- oder Firmenwerts ist es erforderlich, den Nutzungswert bzw. den beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu ermitteln. Die Ermittlung bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Der erzielbare Betrag aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einem Geschäfts- und Firmenwert wird auf Basis des zugehörigen Nutzungswertes abgeleitet. Sofern dieser bereits über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegt, wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten verzichtet. Der Nutzungswert wird auf Basis diskontierter Cashflows ermittelt. Grundlage sind Cashflow-Prognosen, die auf den Finanzplänen des Managements beruhen. Die hierbei berücksichtigten Werte für diese Annahmen beruhen auf externen Untersuchungen zum Postmarkt (u.a. erwartete Portoerhöhungen durch die Deutsche Post AG) und auf Erfahrungswerten des Managements. Die Finanzplanungen bestehen grundsätzlich aus Erfolgsplanung, Bilanz und Kapitalflussrechnung und werden für die ersten drei Jahre detailliert auf Basis der Absatzplanung abgeleitet und unter pauschalierten Annahmen für die beiden folgenden Planjahre weiterentwickelt. Nach dem fünften Planjahr wird jeweils von einer ewigen Rente ausgegangen. Die Diskontierungssätze wurden gemäß den Vorgaben des IAS 36 unter Berücksichtigung einer Wachstumsrate für die Cashflows nach Ende des fünfjährigen Planungszeitraums abgeleitet. Die Diskontierungssätze basieren auf dem Konzept der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC). Die Ableitung des erzielbaren Betrags basiert zunächst auf einer Diskontierung der Cashflows mit den Kapitalkosten nach Steuern. Im Anschluss werden die Kapitalkosten vor Steuern iterativ ermittelt. Bei den Grundannahmen, die der Berechnung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu Grunde liegen, bestehen Schätzungsunsicherheiten mit Auswirkungen auf das EBIT und damit der zu diskontierenden Cashflows bzw. des Diskontierungssatzes. Die angesetzten Bruttogewinnmargen basieren auf den aktuell realisierbaren Werten und den Erfahrungen des Managements. Für die Ermittlung des Diskontierungssatzes werden Annahmen zu den einzelnen Bestandteilen des WACC sowie der nachhaltigen Wachstumsrate getroffen. Pensionen und Leistungen nach Beendigung von ArbeitsverhältnissenDie versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Zinssätzen, künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und den künftigen Rentensteigerungen. RückstellungenDie Bestimmung von Rückstellungen für drohende Verluste aus Aufträgen, Gewährleistungen, Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungen ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen des Managements verbunden. Aufwendungen für Gewährleistungen fallen im Zusammenhang mit Nachbesserungen an. Rechtsstreitigkeiten liegen häufig komplexe rechtliche Fragestellungen zugrunde, weshalb sie mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Die Schätzung voraussichtlicher Aufwendungen beinhaltet auch die zu erwartenden Prozesskosten. Der FP Konzern beurteilt den jeweiligen Stand des Verfahrens regelmäßig auch unter Einbeziehung unternehmensexterner Anwälte. Für Restrukturierungsmaßnahmen werden die erwarteten direkten Aufwendungen zurückgestellt. Den erwarteten internen und externen Kosten im Zusammenhang mit den noch offenen Betriebsprüfungszyklen der FP-Gruppengesellschaften bzw. Rechtsbehelfsverfahren im Nachgang zu Betriebsprüfungen im In- und Ausland wird durch Passivierung entsprechender Rückstellungen, welche die Komplexität der Sachverhalte u.a. im grenzüberschreitenden Kontext berücksichtigen, Rechnung getragen. Bestimmung der beizulegenden ZeitwerteEine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:
Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist. Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Weitere Informationen zu den Annahmen bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte sind in der Anhangangabe 32 enthalten. (9) Fehlerkorrektur gemäß IAS 8Im Konzernabschluss zum 31.12.2022 hat der Konzern die Bilanzierung der Forderungen aus Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt retrospektiv angepasst. Bisher wurde eine Forderung aus Umsatzsteuer des Geschäftsjahres 2015 unter den sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerten aktiviert. Die Untersuchung im Hinblick auf den Bestand der gegenüber dem Finanzamt ausgewiesenen Forderung ergab jedoch, dass diese nicht existent war. Die nachfolgenden Tabellen fassen die Auswirkungen der Korrektur gemäß IAS 8.41 ff. auf den Konzernabschluss zusammen. Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten auftreten können: 1. Konzerneröffnungsbilanz zum 1. Januar 2021
2. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021
Weitere Anpassungseffekte haben sich nicht ergeben. II. SegmentberichterstattungIn Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurde zur Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente des FP-Konzerns die Kombination der folgenden Faktoren verwendet: Organisationsstruktur, Unterschiede zwischen Produkten und Dienstleistungen sowie geografische Bereiche. Der Konzern ist, basierend auf der Unterteilung für Zwecke der internen Steuerung, in die vier Segmente Mailing, Shipping & Office Solutions - Europa, Mailing, Shipping & Office Solutions - Nordamerika, Mail Services und Digital Business Solutions aufgeteilt. Die im Vorjahr berichteten Segmente Digital Business Solutions - IAB und Digital Business Solutions - Mentana gehen im Berichtsjahr auf das Segment Digital Business Solutions im Zuge der Verschmelzung der Gesellschaft IAB Communications GmbH auf die FP Digital Business Solutions GmbH über. Für Kunden im Segment Mailing, Shipping & Office Solutions in Europa und Nordamerika bietet FP nicht nur Frankiermaschinen und verwandte Hardware, sondern auch anderen Bürobedarf sowie Lösungen aus dem digitalen Produktspektrum. Parcel Shipping oder Vision360 sind Beispiele für digitale Lösungen, die nicht nur für Frankiermaschinenkunden attraktiv sind. Ein wesentlicher Umsatzträger ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen, im Wesentlichen bestehend aus dem Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für Reporting und Kostenstellenverwaltung sowie Teleporto. Das Ziel ist es, den Kunden eine umfassende Lösung für ihr Office zu bieten. Großes Potenzial für diese Angebote ist in Europa und den USA vorhanden. Das Segment Digital Business Solutions umfasst alle digitalen Aktivitäten, mit denen FP sein Geschäftsmodell wachstumsorientiert erweitert. Hierzu zählt im Bereich Document Workflow Management das Input- und Outputmanagement, mit dem Kunden effizient ihren Postein- und -ausgang managen zu können. Die Lösungen ermöglichen effiziente Kommunikation und automatisierte Prozess-Workflows für Kunden. Zu den Produkten zählen Hybrid Mail, transACTmail, Backoffice- und Frontoffice-Automatisierung, DE-Mail, FP Sign und Parcel Shipping sowie Produkte von Drittanbietern. Das Segment Mail Services hat sich auf die Konsolidierung großer Briefmengen spezialisiert. Das Abholen, das portooptimierte Sortieren und die Auslieferung an Postdienstleister entlastet Unternehmen mit hohen Briefvolumina und hilft, die damit verbundenen Kosten zu reduzieren. Die Segmente berichten nach den jeweiligen lokalen Rechnungslegungsvorschriften der dem Segment zugehörigen Konzerngesellschaften. Die Umsatzerlöse mit externen Dritten der Segmente Mail Services und Digital Business Solutions enthalten die konzernintern weiterberechneten Rabatte der Deutschen Post AG. Die Segmentinformationen für das Geschäftsjahr 2021 wurden entsprechend angepasst, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Während die Umsätze und Materialaufwendungen der Tochtergesellschaft Francotyp-Postalia GmbH dem Segment Mailing, Shipping & Office Solutions - Europa zugeordnet werden, werden übrige Erträge und Aufwendungen dieser Gesellschaft keinem Segment zugeordnet. Etwaige konzerninterne Anpassungen der Transferpreise werden in der Segmentberichterstattung nicht berücksichtigt. SEGMENTINFORMATIONEN 2022
SEGMENTINFORMATIONEN 2021
ÜBERLEITUNG DER UMSATZERLÖSE
ÜBERLEITUNG DES SEGMENTEBITDA ZUM KONZERN-EBITDA
UMSATZ NACH REGIONEN
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 1) NACH REGIONEN
III. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung(10) UmsatzerlöseDie folgenden Tabellen zeigen die Umsatzerlöse disaggregiert nach Leistungsarten. Es werden sowohl die Umsatzerlöse im Anwendungsbereich von IFRS 15 als auch IFRS 16 dargestellt. Zudem enthalten die Tabellen die Überleitung zu den Umsätzen der Segmentberichterstattung.
Die Umsätze der Segmente Mail Services und Digital Business Solutions enthalten im Wesentlichen weiterberechnete Portogebühren. In der Überleitung vom IFRS-Umsatz zum Segmentumsatz ergibt sich eine Erhöhung des Segment-Umsatzes um TEUR 1.272 (im Vorjahr Erhöhung um TEUR 165). Der Effekt betrifft im Wesentlichen die Umsatzerlöse aus Leasing- und Serviceverträgen nach IFRS in Höhe von TEUR 1.409 (im Vorjahr TEUR 599) sowie Währungseffekte aus Hedge Accounting in Höhe von TEUR 632 (im Vorjahr TEUR 226). Keinem Segment waren Umsätze in Höhe von TEUR 770 (im Vorjahr TEUR 661) zugeordnet. Aufgrund der Allokation der Transaktionspreise nach IFRS 15 bzw. der Gegenleistungen nach IFRS 16 in Verbindung mit IFRS 15 ergeben sich unter IFRS zwischen den einzelnen Leistungsarten Verschiebungen, die in der Überleitung zum Segment-Umsatz eliminiert werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten. Diese werden in der Bilanz unter den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten bzw. den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die Vertragsverbindlichkeiten resultieren aus abrechnungsbedingten Vorauszahlungen auf künftige Serviceleistungen in Folgemonaten. Da die originären Laufzeiten der Serviceverträge im FP-Konzern grundsätzlich nicht mehr als ein Jahr betragen, macht FP von der Erleichterungsvorschrift nach IFRS 15.121(a) Gebrauch. Der Transaktionspreis, der auf Leistungsverpflichtungen eines Vertrags entfällt, die zum Stichtag noch nicht erfüllt sind, wird daher nicht angegeben. Im Vorjahr unter den kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesene Beträge wurden im Berichtsjahr 2022 in voller Höhe realisiert. (11) Aktivierte Eigenleistungen
Die aktivierten Entwicklungskosten beinhalten im Wesentlichen die Entwicklung neuer Produkte im Bereich Frankieren (TEUR 1.068, im Vorjahr TEUR 6). Im Vorjahr waren in diesem Posten Investitionen in IOT Produkte (TEUR 386) sowie die Entwicklung der Datenautobahn als SaaS Produkt (TEUR 207) enthalten. Aktivierte Eigenleistungen auf Mietmaschinen betreffen selbsterstellte vermietete Erzeugnisse. Im Fall der Anlagen aus Finanzierungsleasing sind diese refinanziert. Der Posten "Sonstiges" enthält in Höhe von TEUR 5 (im Vorjahr TEUR 109) Frankiermaschinen, die in einer Konzerngesellschaft betrieblich genutzt werden. (12) Sonstige betriebliche Erträge
Die Ausbuchung von Verbindlichkeiten betrifft im Wesentlichen verjährte Teleportoverpflichtungen in Höhe von TEUR 430 (im Vorjahr TEUR 451). Die periodenfremden Erträge resultieren überwiegend aus Rechnungsgutschriften. Die Aufwandszuschüsse und Zulagen enthielten im Vorjahr überwiegend staatliche Corona-Hilfen in Kanada und übrigem Europa. (13) Materialaufwand
(14) Personalaufwand
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 14,1 % auf TEUR 65.740 (im Vorjahr TEUR 57.595). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Übernahme der operativen Gesellschaften der Azolver-Gruppe zurückzuführen. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter stieg von 936 im Geschäftsjahr 2021 auf 1.047 im Berichtsjahr. Die Personalaufwandsquote, der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz, sank im Geschäftsjahr 2022 weiter auf 26,2 % gegenüber 28,3 % im Vorjahr und zeigt damit auch die positiven Auswirkungen des Transformationsprogramms. (15) Aufwendungen aus Wertminderungen abzgl. Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Der Aufwand aus der Bildung von Wertberichtigungen im Berichtsjahr beruht im Wesentlichen auf der Bewertung von Einzelausfallrisiken. (16) Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den EDV-Fremdleistungen sind haupsächlich Aufwendungen für externe Unterstützung bei der Impementierung des neuen ERP-Systems enthalten. Der starke Anstieg dieser Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus dem Projektfortschritt. Die Rechts- und Beratungskosten beziehen sich im Wesentlichen auf Rechtsberatung und Managementberatung. Die Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen resultieren hauptsächlich aus dem Abgang von Sachanlagen. Die Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen im Vorjahr resultierten hauptsächlich aus dem Abgang des noch nicht abgeschlossenen, aber nicht mehr tragfähigen Entwicklungsprojekts zur Einführung eines neuen ERP-/CRM-Systems. (17) Zinsergebnis und Sonstiges Finanzergebnis
Die Erhöhung der Zinserträge resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen im Zusammenhang mit dem Abschluss von Betriebsprüfungen für den Zeitraum 2013 bis 2015. Die sonstigen Finanzerträge und sonstigen Finanzaufwendungen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Fremdwährungsumrechnungen, insbesondere der stichtagsbezogenen Bewertung von Bilanzposten. Des Weiteren sind darin Aufwendungen und Erträge aus den Entwicklungen der Währungssicherungen enthalten: Erträge in Höhe von TEUR 425 aus der Marktbewertung der Devisenswaps (im Vorjahr TEUR 80) sowie Aufwendungen aus Single Derivaten in Höhe von TEUR 36 (im Vorjahr TEUR 157). (18) Ertragsteuern
Bei der Bewertung der latenten Steuern wurden die am Abschlussstichtag gültigen bzw. beschlossenen geänderten Steuersätze und Steuervorschriften herangezogen. Für die deutschen Tochtergesellschaften wurden zusammengefasste Ertragsteuersätze aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer berücksichtigt. Die deutschen Steuersätze bewegten sich leicht verändert zum Vorjahr aufgrund der erwarteten Gewerbesteuerzerlegung in einer Spanne zwischen 27,13 % bis 30,27 % (Vorjahr: 27,13 % bis 30,31 %). Bei den ausländischen Gesellschaften wurden länderspezifische Steuersätze von 19,00 % bis 26,60 % (im Vorjahr 15,00 % bis 26,60 %) ermittelt. Aus den Steuersatzanpassungen ergaben sich nur unwesentliche Abweichungen auf die latenten Steuern.
(19) Ergebnis je AktieZum 31. Dezember 2022 hielt der Konzern 403.907 (im Vorjahr 257.393) eigene Aktien. Dies entspricht 2,5 % (im Vorjahr 1,6 %) des Grundkapitals.
IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz(20) Immaterielle VermögenswerteDie Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ist in den folgenden Tabellen dargestellt. ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE 2022
ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE 2021
Hinsichtlich des Erwerbes aus Unternehmenszusammenschluss verweisen wir auf die Angabe (4) Konsolidierungskreis des Konzernanhanges für das Geschäftsjahr 2022. Die Zugänge zu den selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten sowie den noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekten und Anzahlungen betrugen insgesamt TEUR 1.276 (im Vorjahr TEUR 599). Im Vorjahr ergab sich ein Abgang des nicht mehr tragfähigen noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekts zur Einführung eines neuen ERP/CRM-Systems in Höhe von TEUR 2.103 und ein Abgang des selbsterstellten immateriellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit dem gestoppten Projekt Secure Connector in Höhe von TEUR 733. Im Berichtsjahr wurde eine planmäßige Abschreibung auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 5.101 erfasst (im Vorjahr TEUR 5.599). Zudem wurde eine Wertminderung auf die aktivierten Entwicklungskosten bereits abgeschlossener IoT-Projekte in Höhe von TEUR 979 erfasst. In den Zugängen der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Kundenlisten von insgesamt TEUR 165 (im Vorjahr TEUR 427) ist hauptsächlich der Erwerb von Software und Lizenzen enthalten (im Vorjahr Software und Lizenzen in Höhe von TEUR 153 und Kundenlisten in Höhe von TEUR 274). Geschäfts- oder FirmenwerteDer Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 4.408 (im Vorjahr TEUR 3.929) entfällt mit TEUR 2.643 (im Vorjahr TEUR 2.643) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit IAB (Segment Digital Business Solutions), mit TEUR 1.363 (im Vorjahr TEUR 1.286) auf die PostageInk.com LLC (Zahlungsmittelgenerierende Einheit Francotyp-Postalia Inc. im Segment Mailing, Shipping & Office Solutions - Nordamerika) sowie mit TEUR 402 auf die Gruppe (mehrere Einheiten ohne signifikanten Geschäfts- oder Firmenwert) der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der operativen Azolver-Gesellschaften im Segment Mailing, Shipping & Office Solutions - Europe. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden:
Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen, u.a. hinsichtlich der erwarteten Geschäftsentwicklung und regulatorischer Rahmenbedingungen. Entwicklungskosten
In der Berichtsperiode wurden TEUR 14 (im Vorjahr TEUR 9) Fremdkapitalkosten aktiviert. Dabei kam ein durchschnittlicher Finanzierungskostensatz von 2,59 % (im Vorjahr 2,56 %) zur Anwendung. (21) SachanlagenDie Entwicklung der Sachanlagen wird in den folgenden Tabellen dargestellt. ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN 2022
ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN 2021
Die dargestellten Zugänge der vermieteten Erzeugnisse von insgesamt TEUR 7.526 (im Vorjahr TEUR 6.692) enthalten vermietete Frankiermaschinen sowie aktivierte Vertragserlangungskosten und beziehen sich hauptsachlich auf die Segmente Mailing, Shipping & Office Solutions - Nordamerika und Mailing, Shipping & Office Solutions - Europa. In den Herstellungskosten des Anlagevermögens sind in der Berichtsperiode aktivierte Eigenleistungen in Die Nettoinvestitionen in die Leasingverhältnisse betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 23.050 (im Vorjahr TEUR 23.579). Die Veränderung in Höhe von TEUR -529 setzt sich wie folgt zusammen: Höhe von TEUR 7.738 erfasst worden (im Vorjahr TEUR 6.155). Hinsichtlich des Erwerbes aus Unternehmenszusammenschluss verweisen wir auf die Angabe (4) Konsolidierungskreis des Konzernanhanges für das Geschäftsjahr 2022. (22) Forderungen aus Finanzierungsleasing (FP als Leasinggeber)VERÄNDERUNG DER NETTOINVESTITIONEN IN DIE LEASINGVERHÄLTNISSE
Der Rückgang der Forderungen aus Finanzierungsleasing beruht auf folgenden drei gegenläufigen Effekten: a) Rückgang in den Forderungen im Vereinigten Königreich durch eine Verringerung der Vertragspopulation (Effekt ca. TEUR 1.000) sowie durch Währungseffekte (Effekt ca. TEUR 700). b) Anstieg in den USA und Kanada infolge einer Erhöhung der Vertragspopulation. c) Zugang von Forderungen aus Finanzierungsleasing durch den Erwerb der Azolver-Gesellschaften. Der Verkaufserlös aus Finanzierungsleasingverträgen (selling profit) beträgt im Berichtsjahr TEUR 7.228 (im Vorjahr TEUR 6.020). Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf dem Zugang durch den Erwerb der Azolver-Gesellschaften. Die Zinserträge aus der Aufzinsung der Forderungen aus Finanzierungsleasing betragen im Berichtsjahr TEUR 2.679 (im Vorjahr TEUR 2.557). Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fälligkeiten der Zahlungen aus den zum 31. Dezember 2022 sowie zum 31. Dezember 2021 bestehenden Finanzierungsleasingverträgen mit FP als Leasinggeber. Angegeben werden die vertraglich vereinbarten Zahlungen, soweit sie auf die Leasingkomponenten zu allokieren sind.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeiten der Zahlungen aus den zum 31. Dezember 2022 sowie zum 31. Dezember 2021 bestehenden Operate Lease-Verträgen mit FP als Leasinggeber. Angegeben werden die vertraglich vereinbarten Zahlungen ohne Abtrennung eventueller Anteile für Non-Leasing-Komponenten. Die Trennung nach Leasing- und Non-Leasingkomponenten erfolgt in der jeweiligen Periode der Umsatzerfassung.
(23) Vorräte
Die Wertminderungen auf das Vorratsvermögen betragen TEUR 2.476 (im Vorjahr TEUR 1.870) und wurden zum Zeitpunkt der Wertminderung in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung unter der Position "Materialaufwand" ausgewiesen. Der Verbrauch der Vorräte hat die Konzern-Gesamtergebnisrechnung in der Berichtsperiode in Höhe von TEUR 43.829 (im Vorjahr TEUR 37.206) beeinflusst. (24) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
WERTBERICHTIGUNGEN
WertberichtigungenDer Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bemessen. Demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen. Gemäß der Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhält der FP-Konzern bei Ausfall von Finance-Lease-Forderungen die verleasten Maschinen zurück. Die Marktpreise der Vermögenswerte abzüglich Rückführungskosten übersteigen die ausgefallenen Forderungen. Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den Zahlungsprofilen der Umsätze über drei Jahre und den entsprechenden historischen Ausfällen. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Der Konzern hat das Bruttoinlandsprodukt und die Arbeitslosenquote der Länder, in denen er Produkte und Dienstleistungen verkauft, als relevanteste Faktoren identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen bei diesen Faktoren an. Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 sowie zum 31. Dezember 2021 wie folgt ermittelt.
(25) Sonstige Vermögenswerte
Die Vertragserlangungskosten enthalten Provisionen an Händler des FP-Konzerns für den Abschluss von Verträgen mit Kunden, die Nicht-Leasing-Komponenten in den Mehrkomponenten Leasingverträgen betreffen. Die Kosten werden über die Laufzeit der entsprechenden Leasingverträge gleichmäßig im Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden TEUR 1.092 auf Vertragserlangungskosten amortisiert (im Vorjahr TEUR 720). Die übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten Kautionen in Höhe von TEUR 1.155 (im Vorjahr TEUR 500). Die hinzu gekommenen Azolver Gesellschaften haben zu diesem Anstieg in Höhe von TEUR 787 beigetragen. (26) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Von den Guthaben bei Kreditinstituten unterliegen TEUR 11.541 (im Vorjahr TEUR 13.600) einer eingeschränkten Verfügbarkeit. Es handelt sich dabei um von Kunden eingenommene Teleportogelder, die von den Kunden jederzeit abgerufen werden können. In den sonstigen Verbindlichkeiten ist ein gegenüberstehender Betrag als Verbindlichkeiten aus Teleportogeldern in Höhe von TEUR 24.072 (im Vorjahr TEUR 27.824) enthalten. (27) EigenkapitalDie Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Das Grundkapital ist eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und mit anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft und dem Inhaber der Aktie jeweils eine Dividendenberechtigung. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt. Eigene AktienDer Vorstand wurde auf der Hauptversammlung am 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§ 71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung galt bis zum 10. Juni 2020. Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 9. Oktober 2017 auf Grundlage des o.g. Ermächtigungsbeschlusses die Durchführung eines Programms zum Rückkauf von Aktien der Gesellschaft beschlossen (»Aktienrückkaufprogramm 2017«). Der Erwerb erfolgte zu dem Zweck, die erworbenen Aktien zur Bedienung von Bezugsrechten einzusetzen, die unter Aktienoptionsplänen ausgegeben wurden oder werden. Das Rückkaufprogramm startete am 13. Oktober 2017 und lief bis zum 12. Januar 2018. Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. November 2020 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 19. November 2025. Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 28. Oktober 2022 beschlossen, unter Ausnutzung der von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 10. November 2020 erteilten Ermächtigung ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen (»Aktienrückkaufprogramm 2022«). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 sollen über die Börse bis zu insgesamt 557.680 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 3,4 % des zum Zeitpunkt des Beschlusses bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal 2,0 Mio. Euro zurückgekauft werden, um sie zu allen nach den aktienrechtlichen Regelungen zulässigen Zwecken zu verwenden. Insgesamt wurden bis zum Bilanzstichtag aus den beiden zuvor genannten Aktienrückkaufprogrammen 545.007 eigene Aktien erworben. Davon wurden zur Bedienung von Stock Options in 2017 1.100 sowie zur Bedienung von Stock Options in 2020 140. 000 Aktien eingesetzt. Zum 31. Dezember 2022 hält die Francotyp-Postalia Holding AG somit 403.907 eigene Aktien (im Vorjahr 257.393). Das entspricht 2,5 % (im Vorjahr 1,6 %) des Grundkapitals. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage enthält Beträge nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 und 2 HGB. Die Kapitalrücklage besteht mit TEUR 34.296 unverändert fort. KAPITALGENEHMIGUNGEN FÜR GENEHMIGTES UND BEDINGTES KAPITAL
Bedingtes Kapital 2010 / IAm 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Anpassung des Bedingten Kapitals 2010 / I beschlossen. Das Bedingte Kapital wurde von EUR 1.045.000 um EUR 388.500 auf EUR 656.500 gemindert, da der Aktienoptionsplan 2010 um 388.500 Optionen auf 656.500 Optionen gekürzt wurde. Ziffer 4 Absatz 5 der Satzung zum Bedingten Kapital 2010 wurde wie folgt geändert: "Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 656.500 Euro bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 656.500 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien." Bedingtes Kapital 2015 / IIAm 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 959.500 durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung diente ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11 Juni 2015 gemäß dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. SchuldverschreibungenDer Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 10. November 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 9. November 2025 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 50.000.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu EUR 6.464.000 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen. Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen. Genehmigtes Kapital 2020 / IDer Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. November 2020 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 9. November 2025 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu EUR 8.150.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020 / I). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen. Das Genehmigte Kapital 2020/I dient dem Erhalt der bisherigen Handlungsmöglichkeiten der Verwaltung, da das der Verwaltung zur Verfügung stehende genehmigte Kapital gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 11. Juni 2015 (Genehmigtes Kapital 2015/I) am 10. Juni 2020 auslief. Es dient der Verbreiterung der Eigenkapitalbasis der Gesellschaft und soll der Verwaltung die Möglichkeit geben, angemessen auf künftige Entwicklungen reagieren zu können. Bedingtes Kapital 2020 / IDas Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. November 2020 um bis zu EUR 6.464.000 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020 / I). Das bedingte Kapital 2020/I dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 9. November 2025 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Juni 2015 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen (Bedingtes Kapital 2015/I) wurde vorsorglich aufgehoben. Aktienoptionsplan 2010Der Aktienoptionsplan 2010 sieht vor, an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen. Der Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung. Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden. Aktienoptionsplan 2015Der Aktienoptionsplan 2015 sieht vor, an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen. Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist. AktienoptionspläneZweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans "die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes." Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG. Am Abschlussstichtag bestehen daraus nicht ausgeübte Bezugsrechte wie folgt:
Für die Ausübung der Optionen müssen folgende in den Aktienoptionsplänen 2010 und 2015 genannten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein:
In der nachfolgenden Übersicht sind die beizulegenden Zeitwerte der Optionen der einzelnen Tranchen für Aktienoptionspläne 2010 und 2015 sowie die zugrundeliegenden Bewertungskriterien dargestellt. Die Bewertung erfolgte mit Hilfe eines Black-Scholes-Optionspreismodells, da ein öffentlicher Handel von Optionen auf Francotyp-Postalia-Aktien mit gleichen Ausstattungsmerkmalen nicht existiert.
1) Der Ausübungspreis einer Option
entspricht dem durchschnittlichen Börsenkurs
(Schlusskurs) der Inhaber-Stückaktien der Gesellschaft
im elektronischen Xetra-Handel der Deutsche Börse AG
in Frankfurt am Main oder einem vergleichbaren
Nachfolgesystem an den letzten 90 Kalendertagen vor
Gewährung des Bezugsrechts, mindestens aber der auf
eine Aktie entfallende Anteil am Grundkapital. Bei
Optionsausübung ist der Ausübungspreis je Aktie
von dem jeweiligen Optionsinhaber zu entrichten. Für
Mitglieder des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG
gibt es eine Begrenzung. Punkt 9 des Aktienoptionsplans
bestimmt: "Für den Vorstand muss der Aufsichtsrat eine
maximale Jahresgesamtvergütung (Kappungsgrenze) nach
Maßgabe von Ziffer 4.2.3 des Corporate Governance
Kodex vorsehen. Die entsprechende Vereinbarung erfolgt in
einer Ergänzungsvereinbarung zum Dienstvertrag der
Vorstandsmitglieder vor Zuteilung der Optionen."
Sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr wurden -aus den Aktienoptionsplänen resultierend - keine Aufwendungen erfasst. Sonstiges ErgebnisUnterschiedsbetrag aus der WährungsumrechnungIm Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung werden die Effekte aus der Währungsumrechnung ausländischer Abschlüsse erfasst. Im Berichtsjahr betrug der Effekt TEUR 393 (im Vorjahr TEUR 1.915). Nettoinvestitionen in ausländische GeschäftsbetriebeEntsprechend der Liquiditätsplanung der Francotyp-Postalia Canada Inc. (Kanada) war im Vorjahr mit einer Rückzahlung der ausgewiesenen Verbindlichkeiten an die FP GmbH auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Die FP GmbH behandelte daher diese monetären Posten als eine Nettoinvestition in einen (kanadischen) Geschäftsbetrieb. Nach der Begleichung der Verbindlichkeit wurde die aus der Umrechnung resultierende Währungsdifferenz nach latenten Steuern in Höhe von netto TEUR -22 (im Vorjahr TEUR 41) gemäß IAS 21.32f. im sonstigen Ergebnis erfasst. Unterschiedsbetrag aus der Anpassung IAS 19Der Unterschiedsbetrag aus der Anpassung IAS 19 betrifft die Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Die Änderung des Postens im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 2.636 (im Vorjahr TEUR 478) ist im Wesentlichen auf versicherungsmathematische Verluste aus der Veränderung der Diskontierungszinssätze zurückzuführen. Rücklage für Cashflow-HedgesDie Rücklage für Cash Flow Hedges umfasst den wirksamen Teil der kumulierten Nettoveränderungen des beizulegenden Zeitwertes von zur Absicherung von Zahlungsströmen verwendeten Sicherungsinstrumenten bis zur späteren Erfassung im Gewinn oder Verlust oder der direkten Erfassung in den Anschaffungskosten oder dem Buchwert eines nicht finanziellen Vermögenswertes oder einer nicht finanziellen Schuld. Demnach enthält die Rücklage für Cashflow Hedges im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen der Kassakomponente von Devisentermingeschäften als auch Veränderungen des inneren Wertes von FX-Optionen und beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR -316 (im Vorjahr TEUR -239). Rücklage für Kosten der AbsicherungDie Rücklage für Kosten der Absicherung zeigt Gewinne und Verluste des Anteils, der von dem designierten Sicherungsgeschäft ausgeschlossen ist, das sich auf das Forward-Element eines Devisentermingeschäfts bzw. auf den Zeitwert eines Optionsgeschäfts bezieht. Diese werden zunächst als sonstiges Ergebnis erfasst und ähnlich wie die Gewinne und Verluste in der Rücklage aus Sicherungsgeschäften bilanziert. Die Rücklage für Kosten der Absicherung umfasst im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen der Terminkomponente von Devisentermingeschäften als auch Veränderungen des Zeitwertes der FX-Optionen und beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 64 (im Vorjahr TEUR -79). Ausschüttung einer DividendeIn den Berichtsjahren 2022 und 2021 erfolgte keine Dividendenausschüttung. (28) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenFür die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeitern in Deutschland sowie in Österreich, Frankreich, Niederlande und Italien bestehen teilweise leistungsorientierte Versorgungszusagen. Gemäß einer die inländischen Gesellschaften betreffenden Betriebsvereinbarung vom 9. Juli 1996 gehören alle Mitarbeiter zum Kreis der Begünstigten, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1995 begonnen hat. Die Versorgungsleistungen in Form von Pensionen, Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung werden den Mitarbeitern nach Vollendung von zehn anrechnungsfähigen Dienstjahren gewährt. Die Höhe der Versorgungszusagen basiert auf Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt der Mitarbeiter. Weiterhin haben auch übertarifliche Angestellte nach Maßgabe der "Richtlinien für die Zahlung von Ruhegehalt an übertarifliche Angestellte" in der Fassung vom Januar 1986 einen Anspruch auf Pensionen, Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung. Die Begünstigten müssen bereits vor dem 1.1.1994 im Anstellungsverhältnis gewesen sein und mindestens zehn Dienstjahre vollendet haben. Die Höhe der Versorgungszusagen orientiert sich an Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt der Mitarbeiter. Sterbegeldverpflichtungen gegenüber den Hinterbliebenen von Mitarbeitern bestehen auf der Grundlage der Manteltarifverträge für Angestellte und Mitarbeiter sowie der Betriebsvereinbarung vom 30. Dezember 1975. Die Leistungen sind abhängig von Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt und werden als Festbetrag gewährt. Darüber hinaus besteht bei den europäischen Tochtergesellschaften zum Teil die rechtliche Verpflichtung, Versorgungspläne einzurichten. Diese Pläne sehen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Einmalzahlung vor. Die Höhe der Zahlungen richtet sich nach Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt der Mitarbeiter. In den Niederlanden besteht ein leistungsorientierter Plan, bei dem die auf die Jahre entfallenden Verpflichtungszuwächse durch den jährlichen Kauf von Versicherungen erfüllt werden. In der Azolver Schweiz AG besteht die gesetzliche Verpflichtung zur betrieblichen Altersvorsorge durch betriebliche Pensionskassen. Die Azolver Schweiz AG ist der BVG-Sammelstiftung Swiss Life mit Sitz in Zürich für die berufliche Vorsorge angeschlossen. Alle reglementarischen Leistungen sind im Rahmen des entsprechenden Vertrages vollumfänglich bei der Swiss Life AG rückversichert. Mit dieser Vorsorgelösung werden die Risiken Invalidität, Tod und Langlebigkeit vollständig bei Swiss Life rückversichert. Swiss Life legt das Freizügigkeitskapital an und gewährt eine 100%ige Kapital- und Zinsgarantie. Im Jahr 2022 betrug der Garantiezins 1,00% für das obligatorische Altersguthaben und 0,25% für das überobligatorische Altersguthaben. Der Vorsorgeplan hat Anspruch auf einen jährlichen Bonus von Swiss Life, der sich aus dem effektiven Spar-, Risiko- und Kostenergebnis zusammensetzt. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Versorgungszusagen bestehen insbesondere versicherungsmathematische Risiken wie das Langlebigkeitsrisiko oder Zinsänderungsrisiken. Es wird von folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen, die bei der Ermittlung des Anwartschaftsbarwerts der Versorgungsverpflichtung zum Stichtag zugrunde liegen:
Die biometrischen Rechnungsgrundlagen, wie Sterblichkeit und Invalidität, basieren für die Pensionen in Deutschland auf den erneuerten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, die zur Bewertung von betrieblichen Versorgungsverpflichtungen allgemein anerkannt sind. In Italien und Österreich wird analog verfahren. Für den leistungsorientierten Pensionsplan in den Niederlanden wurden die Richttafeln der Dutch Actuarial Society's (AG 2020) verwendet. In der Schweiz basieren die biometrischen Rechnungsgrundlagen auf Datenbanken der BVG Sammelstiftung Swiss Life Rückstellung für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen und Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtung in TEUR
ANWARTSCHAFTSBARWERT DER VERSORGUNGSVERPFLICHTUNG
Sämtliche Versorgungszusagen sind unverfallbar. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 11,8 Jahre (im Vorjahr 14,1 Jahre). FÄLLIGKEIT DER NICHT DISKONTIERTEN VERSORGUNGSVERPFLICHTUNGEN
In der nachfolgenden Tabelle wird der Effekt der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen auf den Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 dargestellt: SENSITIVITÄTSANALYSE ZUM 31.12.2022
Die Sensitivitätsanalyse wurde für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen isoliert vorgenommen, um die Auswirkungen auf den zum 31. Dezember 2022 berechneten Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtung separat aufzuzeigen. (29) Steueransprüche und -schuldenAuf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten und auf steuerliche Verlustvorträge entfallen die folgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:
Die aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge beruhen auf der Erwartung, dass die Verlustvorträge mit künftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnet werden können. Die den nicht aktivierten latenten Steuern zugrunde liegenden Verlustvorträge betragen TEUR 44.690 (im Vorjahr TEUR 33.101). Ferner wurden auf temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 270 (im Vorjahr TEUR 4.880) keine latenten Steuern angesetzt. Dies betrifft neben den deutschen Gesellschaften insbesondere die Tochtergesellschaften in Italien, Frankreich und Norwegen. Insgesamt bestehen im Konzern körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 35.121 (im Vorjahr TEUR 29.866), vortragsfähige Gewerbeverluste in Höhe von TEUR 38.001 (im Vorjahr TEUR 29.582) und ausländische steuerliche Verluste in Höhe von TEUR 9.308 (im Vorjahr TEUR 6.494). Zum Bilanzstichtag bestehen passive latente Steuern auf Outside Basis Differences in Höhe von TEUR 225 (im Vorjahr TEUR 148), welche aus temporären Differenzen in Höhe von TEUR 736 (im Vorjahr TEUR 491) resultieren, welche nicht gesondert bilanziert wurden, da die Voraussetzungen nach IAS 12.39 vorliegen. Die im Jahr 2018 begonnene deutsche Konzern-Betriebsprüfung für die Jahre 2013-2015 wurde im Berichtsjahr abgeschlossen. Die daraus resultierenden Steuernachzahlungen wurden 2022 geleistet. Gegen die im Rahmen der Betriebsprüfung für die Jahre 2009-2012 vorgenommenen signifikanten Verrechnungspreiskorrekturen für Warenlieferungen der Organgesellschaft Francotyp-Postalia GmbH an deren ausländische Vertriebsgesellschaften in den USA und Niederlanden wurden internationale Verständigungsverfahren zur Vermeidung der Doppelbesteuerung durchgeführt. Im Januar 2021 hat das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt, das eine Einigung im beantragten Verständigungsverfahren nach dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen gefunden wurde, welche im Wesentlichen dem gestellten Antrag entspricht. Hieraus entstanden Steuererstattungen auf Ebene der Francotyp-Postalia Inc. Im Januar 2022 hat das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt, dass auch für das Verständigungsverfahren mit den Niederlanden eine Verständigungslösung gefunden wurde. Diese entspricht im Wesentlichen dem gestellten Antrag. Sowohl aus den internationalen Verständigungen erwarteten Erstattungsansprüche im In- und Ausland als auch aus Überzahlungen von tatsächlichen Steuern im laufenden Jahr sind kurzfristige Steuerforderungen in Höhe von TEUR 4.288 (im Vorjahr TEUR 5.509) sowie im Vorjahr langfristige Steuerforderungen in Höhe von TEUR 360 entstanden. Bei der Bewertung der Steuerforderung im Rahmen des Ermessens des Managements wurde das zum Bilanzstichtag wahrscheinlichste Ergebnis der Realisierung der Forderung der Schätzung zugrunde gelegt. (30) Sonstige Rückstellungen
Die Rückstellungen im Personalbereich enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Abfindungen, Jubiläumsrückstellungen, Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen (ATZ) sowie Prämien und Tantiemen. Die Restrukturierungsrückstellung betrifft neben Maßnahmen in Deutschland auch sämtliche Tochtergesellschaften im In- und Ausland und beinhaltet Kosten für Vertragsbeendigungen und Beratungskosten. Die Maßnahmen wurden den betroffenen Mitarbeitern bzw. der zuständigen Arbeitnehmervertretung mitgeteilt. Die Umsetzung der Maßnahmen wurde im Geschäftsjahr 2021 begonnen und im Geschäftsjahr 2022 sowie 2023 fortgeführt. Die geschätzten Kosten basieren auf den Bedingungen der entsprechenden Verträge. Zudem wurden für die Wertbestimmung wahrscheinlichkeitsgewichtete Annahmen insbesondere im Bereich der Ermittlung der Personalaufwendungen und der geschätzten Annahmequoten unterstellt. In den übrigen Rückstellungen sind unter anderem Risiken für sonstige Steuern und Zinsen aus Betriebsprüfungen in Höhe von TEUR 633 (im Vorjahr TEUR 1.365) berücksichtigt. Für die Verpflichtungen aus Altersteilzeit in Höhe von TEUR 78 (im Vorjahr TEUR 101) wird von folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen:
Für die Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 179 (im Vorjahr TEUR 196) wird von folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen:
Die biometrischen Rechnungsgrundlagen, wie Sterblichkeit und Invalidität, basieren für die Verpflichtungen aus Altersteilzeit sowie für die Jubiläumsrückstellungen in Deutschland auf den aktualisierten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und in Österreich auf den aktualisierten Richttafeln Pagler & Pagler (AVÖ 2018 P). Die Rückstellungen für Prozesskosten beziehen sich im Wesentlichen auf erwartete Kosten anhängiger Rechtsstreitigkeiten. Rückstellungen für Gewährleistungen werden für veräußerte Produkte auf Basis der Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gebildet. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.203 (im Vorjahr TEUR 2.989) betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Personal (u.a. Tantiemen, Prämien und Abfindungen) in Höhe von TEUR 727 (im Vorjahr TEUR 2.050), Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 1.407 (im Vorjahr TEUR 423) und Rückstellungen für Prozesskosten in Höhe von TEUR 39 (im Vorjahr TEUR 296). Die Restlaufzeiten der sonstigen Rückstellungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt.
(31) Verbindlichkeiten
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 29.761 (im Vorjahr TEUR 29.708) bestehen TEUR 29.750 (im Vorjahr TEUR 29.699) gegenüber einem internationalen Bankenkonsortium. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 32 4. Liquiditätsrisiken. Gemäß dem am 31. Dezember 2022 bestehenden Konsortialdarlehensvertrag ist für die einzelnen Darlehen ein an den EURIBOR gekoppelter Zins festgelegt. Aufgrund der Erhöhung der 3-Monats-EURIBOR- bzw. 6-Monats-EURBIOR-Sätze wurde im Geschäftsjahr 2022 eine Zinssicherung über 24 Monate abgeschlossen. Aus der im Berichtsjahr 2022 vorgenommenen Prolongation der in den Vorjahren eingegangenen Finanzierungsvereinbarung resultiert im Jahr 2022 eine vertraglichen Teil- Rückzahlungsverpflichtung. Die Verbindlichkeiten werden entsprechend mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr (TEUR 7.263) und von über einem Jahr (TEUR 22.483) ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten aus Teleporto betreffen treuhänderisch verwaltete Kundengelder. Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die aus Zahlungseingängen abgegrenzten Umsatzerlöse nach IFRS 15. Die abgegrenzten Zahlungen beinhalten hauptsächlich die aus Zahlungseingängen abgegrenzten Umsatzerlöse nach IFRS 16. (32) FinanzinstrumenteKlassen von FinanzinstrumentenDie nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte aller enthalten sind, sowie deren Bewertungskategorie Finanzinstrumente, welche im Konzernabschluss nach IFRS 9. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
1) AC - Amortized cost (zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet), FV - Fair Value (zum
beizulegenden Zeitwert bewertet)
Der Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (kurzfristig), der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (kurzfristig) hat kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen die Buchwerte dieser Finanzinstrumente näherungsweise ihren beizulegenden Zeitwerten zum Abschlussstichtag. Der Buchwert der langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der langfristigen Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, entspricht annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert, da diese variabel verzinst sind oder es seit dem erstmaligen Ansatz dieser Finanzinstrumente keine wesentlichen Änderungen in den anwendbaren Bewertungsparametern gab. Die nachstehende Tabelle enthält Informationen zur Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie.
Zum Ende der Berichtsperiode wird überprüft, ob Umgruppierungen zwischen den Bewertungshierarchien vorzunehmen sind. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurden keine Umgruppierungen vorgenommen. RisikomanagementIm Rahmen der operativen Tätigkeit ist der FP-Konzern im Finanzbereich Kredit-, Liquiditäts- sowie Marktrisiken ausgesetzt. Die Marktrisiken betreffen insbesondere Zinsänderungs- und Währungskursrisiken. Das übergeordnete Risikomanagementsystem des Konzerns berücksichtigt die Unvorhersehbarkeit der Finanzmärkte und ist darauf ausgerichtet, negative Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns zu minimieren. Zur Erreichung dieses Zieles bedient sich der Konzern bestimmter Finanzinstrumente. Zu weiteren Informationen hinsichtlich qualitativer Angaben zum Risikomanagement und zu den Finanzrisiken verweisen wir auf den Risikobericht im Konzernlagebericht. Weitere wesentliche Risikokonzentrationen in Bezug auf die Finanzinstrumente sind nicht erkennbar. Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung und die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind durch konzerninterne Regelungen festgelegt. Hierzu gehört eine Funktionstrennung zwischen Erfassung und Kontrolle der Finanzinstrumente. Die Währungs-, Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken des FP-Konzerns werden zentral gesteuert. 1. FremdwährungsrisikenAufgrund seiner internationalen Ausrichtung ist der FP-Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Fremdwährungsrisiken resultieren aus Bilanzposten und aus schwebenden Geschäften in Fremdwährungen sowie aus allen Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen in Fremdwährungen. Um diese Risiken zu begrenzen, werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. TranslationsrisikenIm Berichtsjahr wurden im Finanzergebnis Erträge aus Währungsumrechnungen und -sicherungen in Höhe von TEUR 2.504 (im Vorjahr TEUR 2.909) sowie Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.054 (im Vorjahr TEUR 1.389) erfasst. TransaktionsrisikenDer Konzern reduziert das Risiko, indem es Geschäftstransaktionen (Verkäufe und Zukäufe von Produkten und Dienstleistungen sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten) hauptsächlich in der jeweiligen funktionalen Währung abrechnet. Außerdem gleicht es das Fremdwährungsrisiko zum Teil dadurch aus, dass es Güter, Rohstoffe und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung beschafft. Den operativen Einheiten ist es untersagt, aus spekulativen Gründen Finanzmittel in Fremdwährungen aufzunehmen und/oder anzulegen. Konzerninterne Finanzierungen oder Investitionen werden bevorzugt in der jeweiligen funktionalen Währung durchgeführt. Die Unternehmensfinanzierung wird von der FP Holding sowie der Francotyp-Postalia GmbH organisiert und durchgeführt. Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Konzerneigenkapitals in Abhängigkeit von möglichen Änderungen von für die FP-Gruppe relevanten Wechselkursen (GBP, USD, CAD, SEK) ceteris paribus. Als Bezugsgröße für die ermittelten Sensitivitäten wurden die in den jeweiligen Währungen ungesicherten Geschäfte (Nettorisikoposition) sowie die bestehenden derivativen Finanzinstrumente und die Net Investments nach IAS 21 verwendet. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN GBP
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN USD
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN CAD
NETTORISIKOPOSITION IN GBP
NETTORISIKOPOSITION IN USD
NETTORISIKOPOSITION IN CAD
NETTORISIKOPOSITION IN SEK
NET INVESTMENTS IN CAD
Der Konzern nutzt Devisentermingeschäfte und Fremdwährungs-Optionen um die Fremdwährungsrisiken aus den künftig erwarteten Zahlungseingängen in US-Dollar (USD), Canada-Dollar (CAD) sowie Britischen Pfund (GBP) abzusichern. Gemäß der Richtlinie des Konzerns müssen die wesentlichen Vertragsbedingungen der Termingeschäfte und Optionen mit den gesicherten Grundgeschäften übereinstimmen. Der FP-Konzern erfasst die gesamten Änderungen (einschließlich der Terminkomponente als Sicherungskosten) des beizulegenden Zeitwerts von Devisenterminkontrakten und Fremdwährungsoptionen im Eigenkapital. Gemäß IFRS 9 werden Änderungen der Terminkomponente von Devisentermingeschäften und des Zeitwerts von Optionen, die sich auf die gesicherten Grundgeschäfte beziehen, in der Rücklage für die Kosten der Absicherung abgegrenzt. Zur Minimierung von Ergebnisschwankungen wurden Sicherungsgeschäfte zusammen mit den jeweiligen Grundgeschäften zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 in eine Sicherungseinheit unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRS 9 eingebracht. ÜBERSICHT DER SICHERUNGSBEZIEHUNGEN MIT HEDGE ACCOUNTING ZUM 31.12.2022
ÜBERSICHT DER SICHERUNGSBEZIEHUNGEN MIT HEDGE ACCOUNTING ZUM 31.12.2021
Der FP-Konzern erwartet aus der operativen Geschäftstätigkeit der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Cashflows in US-Dollar im Jahr 2022 in Höhe von TUSD 33.000 (im Vorjahr TUSD 36.000). In Höhe von TUSD 15.600 (im Vorjahr TUSD 15.600) wurden per Ende Dezember 2022 Devisentermingeschäfte und FX-Optionsgeschäfte mit fester Fälligkeit abgeschlossen. Der FP-Konzern erwartet aus der operativen Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft in Großbritannien Cashflows in GBP im Jahr 2022 in Höhe von TGBP 5.400 (im Vorjahr TGBP 4.200). In Höhe von TGBP 1.920 (im Vorjahr TGBP 1.920) wurden per Ende Dezember 2022 Devisentermingeschäfte mit fester Fälligkeit abgeschlossen. Der FP-Konzern erwartet aus der operativen Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft in Kanada Cashflows in CAD im Jahr 2022 in Höhe von TCAD 3.600 (im Vorjahr TCAD 4.128). Per Ende Dezember 2022 wurden Devisentermingeschäfte Höhe von TCAD 900 (im Vorjahr TCAD 0) mit fester Fälligkeit abgeschlossen. Unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Währungssicherungen ergeben sich die folgenden Nettorisikopositionen. NETTORISIKOPOSITION ZUM 31.12.2022
NETTORISIKOPOSITION ZUM 31.12.2021
Weitere Absicherungen von Währungsrisiken wurden im Rahmen von sog. Einzelderivatgeschäften abgeschlossen, die nach IFRS 9 keine Hedge-Accountingfähige Sicherungsbeziehung definieren. Hierbei handelt es sich um die in der folgenden Tabelle dargestellten Geschäfte.
2. ZinsrisikenDas Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der FP-Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den langfristigen Verbindlichkeiten mit einem variablen Zinssatz. Der Finanzbereich des Konzerns steuert die Zinsrisiken mit dem Ziel, das Zinsergebnis des Konzerns zu optimieren sowie das gesamte Zinsänderungsrisiko zu minimieren. Der Finanzierungsbedarf von Unternehmen des FP-Konzerns wird über konzerninterne Darlehen bzw. konzerninterne Verrechnungskonten gedeckt. Der FP-Konzern hat die möglichen Auswirkungen aus der IBOR-Reform analysiert. Das Unternehmen finanziert sich hauptsächlich auf Basis des EURIBOR. Der Konzern geht davon aus, dass der EURIBOR als Referenzzinssatz bestehen bleibt. Aus diesem Grund werden keine wesentlichen Effekte aus der Reformierung der Referenzzinssätze erwartet. Der im Juni 2016 abgeschlossene, im September 2018 modifizierte und im September 2022 prolongierte Kreditvertrag sieht eine Verzinsung auf Basis eines variablen Referenzzinssatzes (3-Monats-EURIBOR oder 6-Monats-EURIBOR) zzgl. einer Kreditmarge vor. Aufgrund der Marktzinsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 wurden Zinssicherungsgeschäfte - Interest RateSwaps - zur Absicherung der zukünftigen Zinskosten des in Anspruch genommenen Kredits abgeschlossen. Der FP-Konzern erfasst die gesamten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Interest Rate Swaps (IRS) im Eigenkapital. Zur Minimierung von Ergebnisschwankungen wurden Sicherungsgeschäfte zusammen mit den jeweiligen Grundgeschäften zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 in eine Sicherungseinheit unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRS 9 eingebracht. ÜBERSICHT DER SICHERUNGSBEZIEHUNGEN MIT HEDGE ACCOUNTING ZUM 31.12.2022
Variabel verzinsliche Finanzinstrumente bestehen ausschließlich in Form der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des kumulierten übrigen Eigenkapitals gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Als Bezugsgröße für die Sensitivität wurde der durchschnittliche jährliche Darlehensbestand verwendet.
3. AusfallrisikenDie bilanzierte Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt das maximale Ausfallrisiko für den Fall wieder, dass Kontrahenten ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Für alle den originären Finanzinstrumenten zugrunde liegenden Leistungsbeziehungen gilt, dass zur Minimierung der Ausfallrisiken in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung Sicherheiten verlangt werden, Kreditauskünfte/ Referenzen eingeholt werden oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung (etwa Betrachtung des Zahlungsverhaltens) zur Vermeidung von Zahlungsausfällen genutzt werden. Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Francotyp-Postalia besteht bei Kauf ein Eigentumsvorbehalt an der Kaufsache bis zum Eingang aller Zahlungen. Befindet sich bei einer Vermietung einer Maschine ein Kunde in Zahlungsverzug oder verweigert ein Mieter trotz Fristsetzung die Durchführung des Mietvertrags, so ist der Kunde neben der Zahlung eines Schadensersatzes verpflichtet, den Mietgegenstand an Francotyp-Postalia bei Vertragskündigung zurückzugeben. Das Ausfallrisiko des FP-Konzerns wird hauptsächlich durch die individuellen Merkmale der Kunden beeinflusst. Allerdings berücksichtigt das Management auch die Merkmale der gesamten Kundenbasis, einschließlich des Ausfallrisikos der Branche und der Länder, in denen die Kunden tätig sind, da diese Faktoren das Ausfallrisiko ebenfalls beeinflussen können. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten (wie Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente und derivative Finanzinstrumente) entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem jeweils ausgewiesenen Buchwert. Die FP-Gruppe schließt derivative Finanzinstrumente unter Netting-Vereinbarungen ab. Im Allgemeinen werden bei diesen Vereinbarungen die geschuldeten Beträge aus allen Transaktionen der jeweiligen Vertragspartner an einem jeweiligen einzelnen Tag innerhalb einer Währung miteinander verrechnet und von einem Vertragspartner zum anderen Vertragspartner als Summe gezahlt. In speziellen Umständen, zum Beispiel bei Eintritt eines Kreditereignisses wie einem Zahlungsausfall, werden alle ausstehenden Transaktionen unter der Vereinbarung beendet und ein Gesamtbetrag durch Verrechnung aller Transaktionen ermittelt, der als Gesamtbetrag zahlbar ist. Diese Vereinbarungen erfüllen nicht die Kriterien für das Verrechnen der Transaktionen in der Bilanz. Dies ist der Fall, da Francotyp-Postalia keine rechtlichen Mittel hat, diese Transaktionen im Normalfall miteinander zu verrechnen. Eine Verrechnung ist rechtlich nur möglich im Falle eines zukünftigen Ereignisses wie Zahlungsausfall bei Verbindlichkeiten oder ähnlichem. Die folgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die einer solchen Vereinbarung unterliegen.
4. LiquiditätsrisikenDie Liquiditätsrisiken des Konzerns bestehen darin, dass möglicherweise finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachgekommen werden kann (etwa die erwartete Tilgung von Finanzschulden, Bezahlung von Zulieferern oder die Erfüllung von Verpflichtungen aus dem Finanzierungsleasing). Der FP-Konzern begrenzt diese Risiken durch ein Working-Capital- sowie Cash-Management. Den Liquiditätsrisiken wird mit einer Liquiditätsvorschau für den gesamten Konzern begegnet. Ergänzend zu den oben genannten Instrumenten der Liquiditätssicherung verfolgt der FP-Konzern kontinuierlich die sich an den Finanzmärkten bietenden Finanzierungsmöglichkeiten. Zentrales Ziel dabei ist, die finanzielle Flexibilität des Konzerns zu sichern und Finanzierungsrisiken zu begrenzen. Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der seit 2016 bestehende und im 2018 modifizierte Konsortialdarlehensvertrag angepasst. Die Verringerung der Gesamtkreditlinie von TEUR 150.000 auf TEUR 90.000 ist aus Kosten-/Nutzengründen erfolgt. Der FP-Konzern verfügt zum 31. Dezember 2022 über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von TEUR 58.563 (im Vorjahr TEUR 58.520). Nach der Prolongation des bestehenden Konsortialdarlehensvertrages im Geschäftsjahr 2022 stehen dem Konzern TEUR 90.000 bis zum September 2023, bzw. TEUR 67.500 bis zum September 2024 zur Verfügung. Der FP-Konzern ist gemäß des neuen Konsortialdarlehensvertrags verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten:
Gemäß der bestehenden Change of Control Klausel des Konsortialdarlehensvertrages liegt ein Kontrollwechsel vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen direkt oder indirekt über 30 % der Stimmrechte oder Aktien an der Francotyp-Postalia Holding AG halten. Bei Vorliegen eines Kontrollwechsels und nach schriftlichem Verlangen eines Kreditgebers werden sämtliche Kredite (inkl. anfallender Zinsen) in Bezug auf den Kreditgeber innerhalb von 30 Tagen zur Rückzahlung fällig. Der Kreditvertrag dient weiterhin der Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem hat der FP-Konzern zukünftig unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Durch den Konsortialdarlehensvertrag hat der FP-Konzern insgesamt eine deutliche finanzielle Stabilität und Flexibilität. Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten stammen hauptsächlich aus der Finanzierung von in den fortgeführten Aktivitäten genutzten operativen Vermögenswerten (etwa Sachanlagen) und aus Investitionen innerhalb des Working Capital (zum Beispiel Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Der Konzern berücksichtigt diese Vermögenswerte bei der effektiven Steuerung des gesamten Liquiditätsrisikos. Die folgenden Tabellen zeigen die undiskontierten, vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten. Dies umfasst u.a. die aus dem Konsortialdarlehensvertrag resultierenden Cashflows einschließlich geschätzter Zinszahlungen sowie die Zahlungen aus den bestehenden derivativen Finanzinstrumenten mit negativem Zeitwert. Neben dem genannten Konsortialdarlehen in Höhe von TEUR 29.750 (im Vorjahr TEUR 29.699) bestanden weitere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 11 (im Vorjahr TEUR 9). FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN PER 31.12.2022
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN PER 31.12.2021
Nettogewinne und Nettoverluste aus Finanzinstrumenten nach BewertungskategorieNETTOERGEBNIS IFRS 9
1) Fair Value Änderungen
KapitalsteuerungMaßgeblich für die Kapitalsteuerung des Konzerns ist die Kapitalstruktur. Die Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis der Netto-Schulden zum Eigenkapital. Der Nettoverschuldungsgrad wird fortlaufend überwacht.
Mit der Kapitalsteuerung wird ein möglichst hohes Bonitätsrating angestrebt. Zudem soll der Going Concern sichergestellt werden. Durch die Erhöhung des Eigenkapitals um 55,7 % konnte der FP-Konzern den Nettoverschuldungsgrad deutlich senken. Im Berichtsjahr 2022 wurden keine Änderungen an den Zielen, Richtlinien und Verfahren für die Kapitalsteuerung vorgenommen. Finanzielle SteuerungsgrößenDie Steuerung des Konzerns erfolgt im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen: Umsatz, EBITDA und EBITDA-Marge. (33) Sicherheiten
Die Bürgschaftsverpflichtungen beinhalten Mietbürgschaften für Maschinen und Portogebühren. Alle gegenwärtigen, bedingten und künftigen Forderungen der Finanzierungsparteien des Konsortialdarlehensvertrages aus oder im Zusammenhang mit diesem Darlehensvertrag, einer Abzweiglinienvereinbarung oder den weiteren Finanzierungsdokumenten sind in Form von Garantien besichert. Jeder Garant garantiert selbständig und unabhängig gegenüber den Finanzierungsparteien unwiderruflich und unbedingt die Zahlung aller nach dem Darlehensvertrag oder einem anderen Finanzierungsdokument von den Darlehensnehmern geschuldete Beträge, sofern diese nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe beglichen werden. Die Garanten verpflichteten sich, jede Zahlung unter dieser Garantie frei von Abzügen oder Einbehalten zu leisten. Garanten zum Stichtag sind neben der Darlehensnehmerin FP Holding auch die Francotyp-Postalia GmbH, die freesort GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, die FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, die FP Digital Business Solutions GmbH, die Francotyp-Postalia Inc. (USA), die Francotyp-Postalia Ltd. (UK) sowie die Francotyp-Postalia Canada Inc. (Kanada). Per 31. Dezember 2022 beträgt der in Anspruch genommene Kredit TEUR 31.437 (im Vorjahr TEUR 31.480). Dieser Betrag beinhaltet ebenso Avale. Erhaltene Sicherheiten haben einen beizulegenden Zeitwert von TEUR 1.900 (im Vorjahr TEUR 2.014) und stehen dem FP-Konzern im Berichtsjahr ausschließlich kurzfristig zur Verfügung (unverändert zum Vorjahr). Die Sicherheiten bestehen im Wesentlichen aus Mietkautionsbürgschaften und Bürgschaften für Warenlieferungen und Dienstleistungen. (34) Sonstige finanzielle VerpflichtungenNOMINALWERTE DER SONSTIGEN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN ZUM 31.12.2022
NOMINALWERTE DER SONSTIGEN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN ZUM 31.12.2021
Die Verpflichtungen aus Miet- bzw. Leasingverträgen zum 31. Dezember 2022 betreffen: (i) Verpflichtungen aus kurzfristigen Verträgen oder Verträgen mit wertmäßig geringem Volumen, die aufgrund der Ausübung von Wahlrechten des IFRS 16 nicht in der Bilanz angesetzt worden sind. (ii) Verpflichtungen für Vertragsbestandteile mit Dienstleistungscharakter. Das Entgelt, das auf diese Leistungen entfällt, wird nicht als Teil des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit erfasst. Insoweit bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen. Die Bestellobligos betreffen überwiegend den Erwerb von Materialien und sonstigen Dienstleistungen. (35) Angaben zu Leasingverhältnissen für den FP-Konzern als LeasingnehmerAls Leasingnehmer tritt der Konzern hauptsächlich bei der Anmietung von Immobilien (Büro- und Lagerflächen), aber auch von Kraftfahrzeugen, Maschinen und sonstiger Betriebs- und Geschäftsausstattung auf. Die Konditionen der Leasingverträge sind gerade bei den Immobilienmietverträgen, die den wesentlichen Teil des Leasings im Konzern ausmachen, sehr unterschiedlich. Das gilt sowohl für die Laufzeit als auch für die Vereinbarung von Kündigungs- oder Verlängerungsoptionen und die Preisgestaltung. Zu Leasingverhältnissen, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist, lassen sich folgende Angaben machen. Nutzungsrechte und LeasingverbindlichkeitenDer Bilanzausweis der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erfolgt in dem separaten Posten "Nutzungsrechte" in den "Langfristigen Vermögenswerten". Die bilanzierten Nutzungsrechte entwickelten sich wie folgt. NUTZUNGSRECHTE
Die Leasingverbindlichkeiten werden in der Bilanz unter den "Langfristigen Schulden" wie auch unter den "Kurzfristigen Schulden" innerhalb der Position "Finanzverbindlichkeiten" ausgewiesen und haben zum Abschlussstichtag die folgenden Fälligkeiten. FÄLLIGKEITEN DER LEASINGVERBINDLICHKEITEN
Aufwendungen und Erträge aus LeasingverhältnissenIn der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Beträge aus Leasingverhältnissen erfasst: AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE AUS LEASING
Zahlungen aus LeasingverhältnissenIm Geschäftsjahr 2022 wurden insgesamt Zahlungen in Höhe von TEUR 4.526 (im Vorjahr TEUR 4.164) für Leasingverhältnisse getätigt. (36) EventualforderungenEventualforderungenIm Geschäftsjahr 2017 wurde über Unregelmäßigkeiten bei der internen Erfassung und Abrechnung von Briefmengen berichtet. In dem unter engen zeitlichen Vorgaben stehenden Konsolidierungsgeschäft hat der FP-Konzern festgestellt, dass er durch Pflichtverletzungen einzelner Personen finanziell geschädigt wurde. In der Folge hat FP im Rahmen von derzeit noch laufenden Kündigungsschutzprozessen am 14. Februar 2018 Schadenersatzansprüche gegen Mitarbeitende in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro geltend gemacht. Die Vertrauensschadenversicherung wurde über die Verletzungshandlungen und den entstandenen Schaden informiert. Im Fall der Durchsetzung der Ansprüche könnte sich dies einmalig positiv auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns auswirken und dazu führen, dass FP die Prognose für 2022 bzw. die mittelfristigen Ziele übertreffen kann. V. Sonstige Angaben(37) Erläuterungen zur KapitalflussrechnungIn die Finanzmittel des FP-Konzerns werden liquide Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) einbezogen.
Die Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit hat sich wie folgt entwickelt:
(38) MitarbeiterDURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER JE LAND
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER JE SEGMENT
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER NACH GESCHLECHT
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER AUFGETEILT NACH GRUPPEN
(39) Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB)Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Positionen und Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem aktuell geltenden Geschäftsverteilungsplan gemäß der nachfolgenden Tabelle dar:
Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.
(40) Aktionärsstruktur (Zusatzangaben nach HGB)Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2022 von ihren Anteilseignern keine Mitteilungen gemäß § 33 Abs. 1 WpHG erhalten und gemäß § 40 Abs. 1 WpHG und § 41 WpHG keine Veröffentlichung vorgenommen. Es bestehen folgende bedeutende Stimmrechte bis zum 31. Dezember 2022 *:
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2022 von ihren Organmitgliedern gemäß Art. 19 Abs. 1 MAR folgende Mitteilungen bezüglich der Aktie mit der ISIN DE000FPH9000 erhalten und veröffentlicht:
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat in den Gesamtstimmrechte gemäß § 41 WpHG veröffentlicht. In Geschäftsjahren 2022 keine Änderungen der Vorjahren gab es folgende Änderungen:
(41) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenNahestehende Unternehmen und Personen sind Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss auf den FP-Konzern, nicht konsolidierte Tochtergesellschaften und Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns haben. Personen mit maßgeblichem Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns umfassen sämtliche Personen in Schlüsselpositionen und deren nahestehende Familienangehörige. Innerhalb des FP-Konzerns trifft dies auf die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG zu. Transaktionen mit Gesellschaftern mit maßgeblichem EinflussDer Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss ist die Obotritia Capital KGaA, Potsdam, die zum 31. Dezember 2022 28,7 % der Stimmrechte an FP Holding hielt (unter Berücksichtigung der im Umlauf befindlichen Aktien). Es wird auf die Angaben im Abschnitt 8 im zusammengefassten Lagebericht (Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten) verwiesen. Der Erwerb der Aktien im Geschäftsjahr 2020 durch die Obotritia Capital KGaA sind in Angabe 40 Aktionärsstruktur dargestellt. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurden keine anderen Transaktionen mit der Obotritia Capital KGaA durchgeführt. Transaktionen mit Personen in SchlüsselpositionenDie Erwerbe der Aktien in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 durch Personen in Schlüsselpositionen sind in Angabe 40 Aktionärsstruktur erläutert. Vergütung der Personen in SchlüsselpositionenDie Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß IAS 24.17 stellt sich wie folgt dar:
Am Stichtag bestanden gegenüber Vorstandmitgliedern Rückstellungen aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich und ähnliche Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 327 (im Vorjahr TEUR 252). Die Gesamtvergütung für die aktiven Mitglieder des Vorstands gemäß § 314 (1) Nr.6 HGB betrug im Berichtsjahr TEUR 1.757 für ehemalige Mitglieder der Vorstandes TEUR 212. Die den Mitgliedern des Vorstands gewährten Vorschüsse belaufen sich zum 31.12.2022 auf TEUR 47. Im Geschäftsjahr 2022 wurden an Mitglieder des Vorstandes Abschlagszahlungen auf langfristige variable Vergütung in Höhe von TEUR 40 ausgezahlt. Die Abschlagszahlungen für langfristige Vergütungsbestandteile werden am Ende des Bemessungszeitraums auf Basis der tatsächlichen Zielerreichung verrechnet. Die im Geschäftsjahr 2022 verbliebenen Rückstellungen für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Vorständen in Höhe von TEUR 506 wurden im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 462 verbraucht. Zum Stichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern des Vorstandes. Die Bezüge des Aufsichtsrates der Muttergesellschaft für die Wahrnehmung der Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochtergesellschaften beliefen sich auf TEUR 160 (im Vorjahr TEUR 113). Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt 180.000 Optionen. Eine Option berechtigt zum Bezug einer nennwertlosen Inhaberaktie (Stückaktie) der Francotyp-Postalia Holding AG. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Möglichkeit der Ausübung der gewährten Optionen begann im Geschäftsjahr 2019 (Ausgabe 2015) bzw. 2020 (Ausgabe 2016) und endet im Geschäftsjahr 2024 (Ausgabe 2015) bzw. 2025 (Ausgabe 2016). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31. Dezember 2022 TEUR 1.565 zurückgestellt (im Vorjahr TEUR 1.127). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2022 TEUR 12 (im Vorjahr TEUR 8) zugeführt. Davon entfallen TEUR 0 auf Service Cost und TEUR 12 auf Interest Cost. Virtuelle Aktien und AktienoptionenIm Rahmen von individuellen Vorstandszusagen wurden im Berichtsjahr einem der aktiven Vorstandsmitglieder insgesamt 240.000 virtuelle Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG gewährt. Bei Ausübung werden die Optionsrechte durch Barvergütung erfüllt (Cash Settlement). Voraussetzung für die volle Zuteilung ist ein Eigeninvestment. Die Vorstandsmitglieder haben demnach Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG Aktien in Höhe von 8 % bzw. 15 % der Anzahl der ihnen zugeteilten virtuellen Aktien zu erwerben und für die Dauer von vier Jahren ab dem jeweiligen Erwerb zu halten ("Sperrfrist"). Die Ausübung kann durch die Vorstandsmitglieder zu einem beliebigen Zeitpunkt nach Ablauf der Sperrfrist binnen weiterer vier Jahre erfolgen. Für den Ausübungspreis maßgeblich ist das arithmetische Mittel der Aktienkurse der letzten 90 Handelstage zum Zeitpunkt der Ausübung. Die Werthaltigkeit der Optionsrechte richtet sich nach der Kursentwicklung zwischen der Gewährung und der Ausübung. Die Optionsrechte sind werthaltig, wenn der Ausübungspreis gegenüber dem Basispreis bei der Gewährung der Optionsrechte um mindestens 10 % gestiegen ist (absolute Hürde). Ist diese Hürde nicht erreicht, verfällt das damit verbundene Recht. Der Wert der Optionsrechte ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Basispreis, multipliziert mit der Stückzahl der virtuellen Aktien der jeweiligen Tranche. Der Wert ist auf TEUR 300 je Tranche begrenzt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der gewährten Gegenleistung aus virtuellen Aktienoptionsrechten erfolgt anhand des Black-Scholes Optionspreismodells. Der Bewertung liegt eine erwartete vierjährige Haltedauer zugrunde. Korrespondierend hierzu werden die bewertungsrelevanten Parameter (risikofreier Zinssatz, Volatilität) aus Kapitalmarktdaten über einen Vierjahreszeitraum abgeleitet. Der Ausübungspreis ergibt sich als arithmetisches Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage vor Zuteilungsdatum. Vertragliche Besonderheiten wie Ausübungshürde und Auszahlungskappung wurde durch eine Kombination dreier Teil-Optionen Rechnung getragen.
Zum 31. Dezember 2022 wurden TEUR 75 (im Vorjahr TEUR 174) als Personalaufwand erfasst mit Gegenbuchung in den Rückstellungen. Transaktionen mit den nicht konsolidierten TochtergesellschaftenParteien werden als nahestehend bezeichnet, wenn sie unter gemeinsamer Beherrschung sind oder wenn eine Partei die Fähigkeit hat, die andere Partei zu beherrschen, einen maßgeblichen Einfluss oder einen gemeinschaftlich beherrschenden Einfluss auf die finanziellen und operativen Entscheidungen der anderen Partei auszuüben. Bei der Betrachtung aller möglichen Beziehungen zwischen nahestehenden Parteien wird der Fokus auf die wirtschaftliche Substanz der Beziehung und nicht auf die rechtliche Form gelegt. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurden keine Transaktionen mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften durchgeführt. (42) AbschlussprüferhonorarDie Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 gewählt. Das für Dienstleistungen des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar wird in der folgenden Tabelle dargestellt.
Von dem im Berichtsjahr 2022 berechneten Honorar für Abschlussprüfungsleistungen entfallen TEUR 27 periodenfremd auf das Vorjahr. Sonstige Leistungen betreffen im Wesentlichen vereinbarte Untersuchungshandlungen bzgl. der Einhaltung von Debt Covenants. Die ermittelten Angaben umfassen nur die rechtlich selbständige Einheit des bestellten Abschlussprüfers. Alle Nicht-Prüfungsleistungen wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. (43) Wesentliche Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach dem Ende des Geschäftsjahres 2022 sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des FP-Konzerns gehabt hätten. (44) Corporate GovernanceVorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (https://www.fp-francotyp.com/Entsprechenserklaerung 22)) dauerhaft zugänglich gemacht.
Berlin, 27. April 2023 Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG Carsten Lind, Vorsitzender Ralf Spielberger, CFO VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER der Francotyp-Postalia Holding AG für die Periode vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022I. Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FP-Konzern vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass jeweils ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. 23)
Berlin, 27. April 2023 Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG Carsten Lind, Vorsitzender Ralf Spielberger, CFO Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Francotyp-Postalia Holding AG, BerlinVermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Erwerb der Azolver-GesellschaftenZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Abschnitt I. Angaben zum Erwerb der Azolver-Gesellschaften finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 4. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSAm 23. März 2022 erwarb der FP Konzern die operativen Gesellschaften von Azolver. Insgesamt betrug der Barkaufpreis EUR 12,2 Mio. Unter Berücksichtigung des erworbenen Nettovermögens in Höhe von EUR 11,8 Mio ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 0,4 Mio. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden nach IFRS 3 im Regelfall zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt angesetzt. Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden sind komplex und beruhen auf ermessensbehafteten Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Die wesentlichen Annahmen betreffen die Umsatzplanung und Margenentwicklung des erworbenen Geschäftsbetriebs, Nutzungsdauern sowie die Kapitalkosten. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden unzutreffend identifiziert bzw. fehlerhaft bewertet sind. Außerdem besteht das Risiko, dass die Angaben im Konzernanhang nicht vollständig und sachgerecht sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGWir haben uns zunächst durch Befragungen von Mitarbeitern des Finanz- und M&A-Bereichs sowie durch Würdigung der relevanten Verträge ein Verständnis von der Erwerbstransaktion verschafft. Unter Einbezug unserer eigenen Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Identifikations- und Bewertungsmethoden beurteilt. Den Gesamtkaufpreis haben wir mit dem zugrunde liegenden Kaufvertrag und den Zahlungsnachweisen abgestimmt. Wir haben den Prozess der Identifikation der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden vor dem Hintergrund unserer Kenntnisse des Geschäftsmodells der Azolver auf Übereinstimmung mit den Anforderungen nach IFRS 3 gewürdigt. Die verwendeten Bewertungsmethoden haben wir auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen untersucht. Die erwartete Umsatz- und Margenentwicklung haben wir mit den Planungsverantwortlichen erörtert und mit dem der Akquisition zugrunde liegenden Business Plan abgestimmt. Die angenommenen Nutzungsdauern haben wir mit den Planungsverantwortlichen erörtert sowie vor dem Hintergrund unseres erlangten Verständnisses der Geschäftstätigkeit der erworbenen Einheiten sowie vergleichbarer Einheiten des Konzerns plausibilisiert. Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Zur Beurteilung der rechnerischen Richtigkeit haben wir unter risikoorientierten Gesichtspunkten ausgewählte Berechnungen nachvollzogen. Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zum Erwerb der Azolver-Gesellschaften vollständig und sachgerecht sind. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDas der Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Die wesentlichen Annahmen und Daten sind angemessen und die Darstellung im Konzernanhang ist vollständig und sachgerecht. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGBWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "529900RE3JI3SZCF9R79-2022-12-31-de.zip" (SHA256 Hashwert: ded9eed5b35ee5177ecfae43aa8218a0f734015a805cd3d329e9b1dd683deb15) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 15. Juni 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 25. Oktober 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Konzernabschlussprüfer der Francotyp-Postalia Holding AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Konzernabschluss oder im zusammengefassten Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Gesellschaft und ihre beherrschten Unternehmen erbracht: Neben dem Konzernabschluss haben wir den Jahresabschluss nebst zusammengefasstem Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG geprüft und verschiedene Jahresabschlussprüfungen bei Tochterunternehmen durchgeführt. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie die Prüfung des Vergütungsberichts sowie vereinbarte Untersuchungshandlungen bzgl. der Einhaltung von Debt Covenants. Zudem haben wir Beratungsleistungen in Verbindung mit der Einhaltung regulatorischer Anforderungen sowie im IT-Bereich durchgeführt. Sonstiger Sachverhalt -Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher
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| FINANZKALENDER | |
| Konzernjahresabschluss 2022 | bis spätestens 30. April 2023 |
| Ergebnisse für das 1. Quartal 2023 | 25. Mai 2023 |
| Hauptversammlung, Berlin | 14. Juni 2023 |
| Halbjahresbericht 2023 | 31. August 2023 |
| Ergebnisse für das 3. Quartal 2023 | 23. November 2023 |
Da wir Terminverschiebungen nicht ausschließen können, empfehlen wir Ihnen, den aktuellen Stand kurzfristig unter http://www.fp-francotyp.com im Bereich Termine abzufragen.
Francotyp-Postalia Holding AG
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Prenzlauer Promenade 28
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Internet: www.fp-francotyp.com
Nachhaltigkeit ist in unserem Unternehmen seit Langem auf vielen Ebenen verankert. Nachhaltig zu wachsen ist Teil unserer Verantwortung als weltweit agierender Konzern: gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gegenüber unseren Kunden und Lieferanten, gegenüber unseren Anteilseignern, gegenüber unserer sozialen und natürlichen Umwelt. Indem wir wachsen, bleiben wir in der Lage, dieser Verantwortung immer besser gerecht zu werden. Unser umfassender Nachhaltigkeitsbericht (gesonderter nichtfinanzieller Bericht) beschreibt, wie wir diese Verantwortung wahrnehmen. Er steht auf unserer Internetseite unter dem Link https://www.fp-francotyp.com/Nicht_finanzielle_Berichterstattung 9 bereit..
Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Francotyp-Postalia Holding AG beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU sowie Veränderungen in der Branche gehören. Die Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Es ist von der Francotyp-Postalia Holding AG weder beabsichtigt, noch übernimmt die Francotyp-Postalia Holding AG eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen. Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor und steht in beiden Sprachen im Internet unter www.fp-francotyp.com9) zum Download bereit. Bei Abweichungen hat die deutsche Fassung des Geschäftsberichts Vorrang gegenüber der englischen Übersetzung.
| 2022 | 2021 | 2020 1) | 2019 | 2018 | |
| Umsatzerlöse | 251,0 | 203,7 | 195,9 | 209,1 | 204,2 |
| Wiederkehrende Umsatzerlöse | 171,1 | 131,7 | 127,1 | 161,2 | 160,6 |
| EBITDA | 27,6 | 18,5 | 8,7 | 33,3 | 17,3 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 11,0 | 9,1 | 4,4 | 15,9 | 8,5 |
| Betriebsergebnis EBIT | 6,6 | -0,7 | -14,2 | 5,9 | n.a. |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 2,6 | -0,3 | -7,2 | 2,8 | n.a. |
| Konzernergebnis | 5,5 | 0,4 | -15,3 | 1,7 | 0,9 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 2,2 | 0,2 | -7,8 | 0,8 | 0,4 |
| Free Cashflow | 8,1 | 6,5 | 11,4 | 1,7 | 3,0 |
| Gezeichnetes Kapital | 16,3 | 16,3 | 16,3 | 16,3 | 16,3 |
| Eigenkapital | 22,6 | 14,5 | 12,0 | 32,0 | 31,3 |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 13,1 | 8,7 | 6,9 | 17,2 | 18,7 |
| Eigenkapitalrendite in Prozent | 24,5 | 2,5 | -128,0 | 5,3 | 2,9 |
| Fremdkapital | 150,1 | 151,1 | 160,3 | 154,3 | 136,0 |
| Nettoverschuldung | 18,1 | 20,5 | 23,8 | 31,7 | 18,1 |
| Nettoverschuldungsgrad in Prozent | 80 | 141 | 199 | 99 | 58 |
| Bilanzsumme | 172,7 | 165,6 | 173,6 | 186,3 | 167,2 |
| Aktienkurs zum Jahresende (in Euro) | 3,45 | 3,10 | 3,20 | 3,45 | 3,00 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (unverwässert) | 0,35 | 0,02 | -0,95 | 0,11 | 0,06 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (verwässert) | 0,35 | 0,02 | -0,95 | 0,11 | 0,06 |
1) Vergleichsperiode 2020 angepasst.
| 2022 | 2021 1) |
Veränderung
in % |
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| Umsatzerlöse | 251,0 | 203,7 | 23,2 |
| Wiederkehrende Umsatzerlöse | 171,1 | 131,7 | 29,9 |
| EBITDA | 27,6 | 18,5 | 49,2 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 11,0 | 9,1 | |
| Betriebsergebnis EBIT | 6,6 | -0,7 | n.a. |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 2,6 | -0,3 | |
| Konzernergebnis | 5,5 | 0,4 | 1.275,0 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 2,2 | 0,2 | |
| Free Cashflow | 8,1 | 6,5 | 24,6 |
| Gezeichnetes Kapital | 16,3 | 16,3 | 0,0 |
| Eigenkapital | 22,6 | 14,5 | 55,9 |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 13,1 | 8,8 | |
| Eigenkapitalrendite in Prozent | 24,3 | 2,8 | |
| Fremdkapital | 150,1 | 151,1 | -0,7 |
| Nettoverschuldung | 18,1 | 20,5 | -11,7 |
| Nettoverschuldungsgrad in Prozent | 80 | 141 | |
| Bilanzsumme | 172,7 | 165,6 | 4,3 |
| Aktienkurs zum Jahresende (in Euro) | 3,45 | 3,07 | 12,4 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (unverwässert) | 0,35 | 0,02 | n.a. |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (verwässert) | 0,35 | 0,02 | n.a. |
1) Vergleichsperiode 2021 wurde angepasst.
Francotyp-Postalia Holding AG
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Tel: +49 (0) 30 220 660 410 Mail: ir@francotyp.com
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